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Angora

Das extrem weiche Fell der Angorakaninchen ist fein und leicht, aber auch relativ empfindlich. Die Fasern sind schweißabsorbierend und wärmehaltend und werden daher gerne bei Bett- und Unterwäsche eingesetzt. Die Kaninchen können alle drei Monate geschoren werden und liefern ca. 250 Gramm Wolle pro Schur.

Kamelhaar

Das Fell der nordafrikanischen und asiatischen Kamele hat einen natürlichen Glanz und unterschiedliche Farbtöne. Da dieses Haar nicht gefärbt werden kann, wird ihm meist Schurwolle zugemischt. Kamelhaarwolle wird hauptsächlich zu hochwertigen Mäntel und Decken verarbeitet, wobei vor allem das sehr feine Unterhaar verwendet wird.

Kaschmir

Die Ziegen, von denen die Kaschmirwolle kommt, leben auf den Hochebenen Asiens, vor allem im Himalaja und dem Pamir-Gebirge. Die Tiere werden nicht geschoren, sondern das Haar wird beim Fellwechsel im Frühjahr ausgekämmt. Eine Kaschmirziege bringt im Jahr nur etwa 100 Gramm Wolle, weshalb dies die wertvollste Wollart im Handel ist. Sie ist besonders leicht und weich und hat sehr gute wärmende Eigenschaften. In Europa werden in der Regel nur weiße Tiere gezüchtet, da ihr Fell, anders als die anderen vorkommenden Farbvarianten, besser zu färben sind.

Mohair

Mohair wird aus der Wolle der Angoraziegen gewonnen und gilt als spezifisch leichteste Textilfaser. Die Ziegen haben ein langes, weißes, lockiges Fell. Mohair wird je nach Alter der Ziege und damit Dicke der Haare eingeteilt in die Kategorien Kid Mohair, Young Goat Mohair und Adult Mohair. Mohair filzt nicht und lässt sich gut färben. In den Hauptzuchtgebieten in Südafrika und Kalifornien liefern die

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www.Eigenwerk-Magazin.de 01-2011

Foto / Natalielucier (flickr)

Tiere bis zu 2,5 Kilogramm Wolle pro Jahr.

Seide

Der Seidenfaden wird aus den Kokons der Seidenraupe gewonnen und ist die einzige in der Natur vorkommende Endlos-Faser. Ursprünglich kommt die Faser aus China und wurde über die bekannte „Seidenstraße“ nach

Chemiefasern

Durch gezielte Forschung sind wir mittlerweile in der Lage, künstliche Fasern zu erschaffen, die unterschiedliche Funktionen und Eigenschaften aufweisen und damit den Naturfasern oftmals überlegen sind. Schon 1664 stellte der Engländer Robert Hooke Kunstfasern her und auf der Weltausstellung 1889 in Paris wurden die ersten Erzeugnisse aus Kunstseide vorgestellt. Nach dem ersten Weltkrieg, als natürliche Fasern knapp waren, boomte die Produktion der Chemiefasernfasern weltweit und ist heute nicht mehr wegzudenken. Der Anteil der Chemiefasern liegt heute bei etwa 63 % der Weltfaserproduktion. Chemiefasern gliedern sich in zellulosische und synthetische Fasern. Bei

Europa gebracht. Seide hat bei Hitze kühlende Eigenschaften und bei Kälte wärmt sie. Damit ist sie auf der Haut stets sehr angenehm zu tagen. Allerdings ist Seide nur schwer zu verarbeiten und die fertigen Produkte benötigen besondere Pflege. Typische Gewebearten bei der Weiterverarbeitung der Seide sind Chiffon, Satin und Taft.

den zellulosischen Chemiefasern (z. B. Viskose) kommen natürliche Polymere zum Einsatz, der Grundstoff ist hier Zellulose (aus Buchen-, Pinienholz, Eukalyptus oder auch Bambus). Synthetische Polymere kommen bei der Herstellung von synthetischen Chemiefasern (z. B. Polyamid, Polyacryl, Polyester) zum Einsatz. Hier verwendet man als Grundstoff Erdöl und Kohle und wandelt diese in chemischen Verfahren um. Heute ist es üblich, die unterschiedlichen Fasern für textile Anwendungen zu mischen. Dadurch werden Garne mit optimalen Eigenschaften gewonnen, die bessere Gebrauchseigenschaften aufweisen und die Wirtschaftlichkeit der Produktion erhöhen.

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Eigenwerk-Magazin #01: Die Faden-Ausgabe

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