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West Info

Heft 1-2012

Leyh Leyh

Januar - M채rz 2012

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Vorwort „Ehrenamt“ Liebe Mitglieder unseres Bürgervereins Nürnberger Westen, liebe Leserinnen und Leser unserer Westinfo, mit Ablauf des Jahres 2011 ging das „Jahr des Ehrenamtes“, das von der EU-Kommission ausgerufen wurde, zu Ende. Es gibt auch einen „Tag des Ehrenamtes“ den die UN auf den 5. Dezember eines jeden Jahres gelegt hat. Ehrenamtliche, die ihr ganzes Leben für „I(i)hre“ Anliegen gearbeitet haben, können jedoch keine Zeit für Feierstunden mit „Sonntagsreden“ erübrigen. Denn es gibt immer weniger Aktive die bereit sind, diese Tätigkeit über Jahre oder gar Jahrzehnte auszuüben. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Menschen, die sich aber kurzfristig für eine Sache begeistern und einsetzen könnten oder wollen. Hier gilt es in den nächsten Jahren einen guten Mittelweg zu finden. Wir müssen jede Möglichkeit nutzen, Bürgerinnen und Bürger, die sich mit ihrem Wissen, ihrer Lebenserfahrung oder ihrem handwerklichen Talent bei uns einbringen wollen, die Teilhabe an unserer Arbeit zu ermöglichen. Dies wird eine sehr sensible Angelegenheit für langjährige „Ehrenamtliche“, so auch für mich. Denn man läuft sehr schnell Gefahr, oftmals die Dinge lieber „schnell selber“ machen zu wollen und damit Interessierte zu vertreiben. Es sollte aber auch kein Tabu sein, über unterschiedliche Vorstellungen offen zu sprechen. Denn wenn man seiner Tätigkeit selbstkritisch gegenüber steht, ist ein kritischer Blick auf die gesamte Arbeit ausdrücklich erlaubt. „Und wer da kommt, der soll willkommen sein“ heißt der letzte Satz des Prologes des Nürnberger Christkindes. Dies gilt auch im Hinblick auf die Arbeit in unserem Bürgerverein für die nächsten Jahre. Sich ständig durch neue Bebauungspläne und andere Unterlagen durcharbeiten zu müssen, bedeuten eine nicht unerhebliche Zunahme der Belastung. Unsere aktiven Mitglieder sind auch immer mehr in Familie und Beruf eingebunden und sehr schnell am Rand der Belastbarkeit. Deshalb ist jede, wenn auch nur kleine, Hilfe oder Mitarbeit ausdrücklich erwünscht, denn viele Schultern tragen leichter! Machen Sie deshalb das nächste Jahr oder einige Tage davon zu Ihrem persönlichen Jahr bzw. Tag des Ehrenamtes! Wir freuen uns über Ihren Anruf, Ihre Mail oder Ihren Brief. Der gesamte Vorstand unseres Bürgervereins wünscht Ihnen und Ihrer Familie ein gesundes und glückliches Jahr 2012. Ihr Peter Büttner

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Nachbetrachtung Informationsveranstaltung der WBG Nürnberg Eine Woche nach der Bürgerversammlung des Oberbürgermeisters, bei der die Planung kurz vorgestellt und auf diese Informationsveranstaltung verwiesen wurde, fand die Veranstaltung im Gemeindehaus der Thomaskirche zur Bebauung des ehemaligen ATV-Geländes

statt. Es waren über einhundert Besucher anwesend, darunter auch viele Bürgervereinsmitglieder aus anderen Ortsteilen. Wir vom Bürgerverein Nürnberger Westen sind froh, einen sehr guten und offenen Gesprächspartner wie die WBG Nürnberg GmbH zu haben. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Bauträger die Nachbarschaft in einer solch frühen Planungsphase informiert und einbindet. Der vorgestellte Plan der WBG unterscheidet sich deutlich vom Vorgängerplan der Deutschen Reihenhaus AG. Es wurden bereits viele Anregungen, die wir aus der Bürgerschaft bekommen und weitergereicht haben, integriert. So ist der Grünstreifen mit altem Baumbestand hin-

ter den Siedlungshäusern der Kattowitzer Straße jetzt bis zur neuen Einfahrt in das Gebiet verlängert worden. Diese Zufahrt bildet zusammen mit der Wallensteinund Dieckmannstraße eine Kreuzung und ist von den Siedlungshäusern weggerückt. Die Einfahrt bildet einen kleinen Platz, an dem ein Dienstleistungszentrum entsteht. Zwischen der Altbebauung Hornung-/Gerhard-Hauptmann-Straße wird der Abstand zu den neuen Reihen- und Doppelhäusern durch einen Grünzug vergrößert. Im Gebiet selbst werden durch Anlage von Angern und der Beibehaltung des alten Baumbestands viele „Grünbrücken“ entstehen, die durch die Wohnanlage führen. An der Ostseite der neuen Siedlung sind höchstens zwei- bis dreigeschossige Doppelhäuser bzw. Einzelhäuser vorgesehen und kein drei- bis fünfgeschossiger Wohnungsbau. Direkt hinter der neuen Kindertagesstätte an der Elsa-Brändström-Straße entsteht ein kleiner Park mit Kinderspielplatz. Die WBG nahm auch das Angebot an, in Zusammenarbeit mit unserem Bürgerverein die Belastungen für die Anwohner beim Abbruch der Turnhalle zu minimieren. Wir werden die Maßnahme, wie schon vor Jahren beim Abbruch des US-Hospitals, beobachten und begleiten. Bitte rufen Sie die WBG unter der bekannt gegebenen Rufnummer an, wenn es

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Nachbetrachtung Informationsveranstaltung der WBG Nürnberg „einmal zu sehr staubt“. Wir gehen davon aus, dass sich dieser neue Ortsteil genauso schnell entwickeln wird, wie seinerzeit das Village. Sollten Sie noch weitere Fragen oder Anregungen haben, so wenden Sie sich bitte an uns oder kommen Sie zu einem Termin des Arbeitskreises „Stadtplanung und Verkehr“ (siehe Jahreskalender unter „AK Stpl.u.V.“, unter „Termine“ in der Westinfo oder auf unserer Homepage www.bv-nuernberger-westen.de).

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kurz berichtet ... aus der Bürgerversammlung des Oberbürgermeisters Frankenschnellweg Die Nachfrage, wann mit dem Bau der Lärmschutzwand zu rechnen ist, wurde sehr vage beantwortet. Nachdem im Jahr 2011 das Planfeststellungsverfahren nicht beendet wurde, ist damit erst im Laufe des Jahres 2012 zu rechnen. Im günstigsten Fall, wenn keine Klagen eingereicht werden, könnte der Baubeginn 2013 sein. Aus unseren bisherigen Erfahrungen ist jedoch frühestens in den Jahren 2014/15 mit dem Start der Maßnahme zu rechnen.

Verkehrsentwicklung Von-der-Tann-Straße Unsere Erwartung, dass sich durch die Schließung des Containerbahnhofes an der Austraße der LKW-Verkehr verringert, ist im Augenblick durch die Verkehrszahlen nicht eindeutig zu belegen. Es gibt folgende Ergebnisse zu Verkehrszählungen: 2010: 40.946 Kfz in 16h, davon 2.085 LKW und Lastzüge in 16h 2009: 37.192 Kfz in 16h, davon 2.518 LKW und Lastzüge in 16h 2006: 36.412 Kfz in 16h, davon 2.663 LKW und Lastzüge in 16h

Bau der Höfener Spange Hier fragten wir nach dem Ausbau der Bahnunterführung an der Stadtgrenze. Es wurde uns mitgeteilt, dass die Eisenbahnunterführung Bestandteil des Projekts Höfener Straße sei. Für diese Straße ist im Moment kein Geld vorhanden. Über einen Bautermin zur Verbreiterung an der Eisenbahnbrücke kann derzeit keine Aussage getroffen werden. Hier müssen wir nochmals nachhaken. Die Überschrift unserer Anfrage war „Bau der Höfener Spange“. Wir befürchten, dass die Höfener Spange in den Jahren 2013/14 bis zur Leyher Straße gebaut wird (da die Maßnahme im mittelfristigen Investitionsplan - MIP - enthalten ist), doch in der Höfener Straße zwischen Leyher Straße und Fürther Straße keine Sanierung erfolgt.

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1997: 40.844 Kfz in 16h, davon 3.261 LKW und Lastzüge in 16h Von 1997 bis ins Jahr 2010 hat die Zahl der LKW und Lastzüge kontinuierlich abgenommen. Allerdings sind in der Gesamtverkehrsmenge jährliche Schwankungen erkennbar. Im laufenden Jahr 2011 musste die geplante detaillierte Verkehrszählung im Juli abgebrochen werden, da es im gesamten Stadtgebiet Starkregen und Straßenüberschwemmungen gab. Es wird erst im Sommer 2012 wieder eine Erhebung geben, die uns weitere gesicherte Ergebnisse bringen wird. Die Verkehrsplanung hat uns zugesagt, dass die Von-derTann-Straße erneut ins Zählprogramm der Querschnittszählung aufgenommen wird.

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kurz berichtet Linksabbiegen Leyher Straße

Sigmundstraße

in

die

Beim Abbiegen von der Sigmundstraße in die Leyher Straße, Richtung OBI, erkennt man sehr schwer, ob die in nördliche Richtung fahrenden Kraftfahrzeuge bereits rot haben. Wir hatten hier die Installation eines Lichtsignals mit grünem Pfeil angeregt. Leider erlaubt das derzeitige Steuergerät eine solche Signalisierung nicht. Bei Sanierung der gesamten Anlage wird das Steuergerät entsprechend ausgelegt, damit ein sicheres Abbiegen an dieser Kreuzung gewährleistet werden kann.

Ausfahrt Elsa-Brändström-Straße / Radweg zwischen Wrede- und Von-derTann-Straße. Vor einigen Jahren wurde vom Oberbürgermeister im Rahmen einer mobilen Bürgerversammlung versprochen, einen durchgehenden Fahrradweg entlang der Rothenburger Straße zu bauen. Zwischen der Von-der-Tann-Straße und der Haeselerstraße fehlt immer noch ein Stück dieses Weges. Das Verkehrsplanungsamt erstellt zur Zeit einen Plan, einen Fahrradweg auf der Südseite der Rothenburger Straße

kurz berichtet zwischen Wredestraße und Von-derTann-Straße abzumarkieren. Gleichzeitig wird die Rothenburger Straße zwischen Wredestraße und Elsa-Brändström-Straße stadt-einwärts nach Norden verschoben und entsprechend abmarkiert. So können Autofahrer, die aus der Elsa-BrändströmStraße ausfahren die Rothenburger Straße besser einsehen. Den entstehenden Abstand zwischen Bordsteinkante bzw. Parkstreifen und der neuen Fahrbahn füllt der Radweg. In stadtauswärtiger Richtung ist zwischen der Von-der-Tann-Straße und der Haeselerstraße kein Raum für einen Fahrradweg, deshalb wird der Plan an der nördlichen Seite im Augenblick nicht weiter verfolgt. Anfrage an OBM-Runde im Nov. 2011: Betrieb eines Bordells in der Chlodwigstraße 1 Wir wurden von Nachbarn unterrichtet, dass sich im Haus Chlodwigstraße 1 ein Bordellbetrieb mit mehreren Prostituierten befinden soll. Besonders beunruhigend für die Anwohner ist das Gerücht, dass der Eigentümer des Hauses ein weiteres Gelände an der Ringbahn erworben hat, das er mit „Wohnungsbau“ bebauen will. Die Bürgerinnen und Bürger befürchten hier eine Ausweitung dieses Betriebes. Hier wurde von der Bauordnungsbehörde festgestellt, dass es sich um sogenannte Wohnungsprostitution handelt. Baurechtlich kann hier nicht gehandelt

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werden. Der Eigentümer des Gebäudes hat tatsächlich Interesse am Erwerb des Nachbargrundstückes, will aber erst mit dem Stadtplanungsamt die Bebauungsund Nutzungsmöglichkeiten abklären. Wir werden hier weiter beobachten und zu gegebener Zeit tätig werden. „Kaum zu glauben“

Was Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf dem Bild aus der Tuchenbacher Straße sehen, stammt nicht aus einer so genannten Seifenoper zum Thema „Messi“. Es ist auch kein wilder Müllplatz. Auch keine Antiquitätensammlung aus Autos, Holz und Kartons. Und schon gar keine Sammlung seltener Stücke. Die Realität ist in unserem Bürgervereinsgebiet oft schockierend. Nicht nur entlang der Straßen mit Autohandelsplätzen, sondern auch in „normalen“ Gärten. Die Bilder sprechen für sich selbst!

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Aktuelles Winterdienst - Räum- und Streupflicht durch Anlieger Räumen und Streuen auf öffentlichen Gehwegen ist überall im Stadtgebiet Anliegerpflicht. Die öffentlichen Gehwege müssen auf der ganzen Länge bei Schneefall oder Glatteis von 07.00 Uhr bis 20.00 Uhr, d.h. wenn nötig auch mehrmals auf einer Breite von einem Meter geräumt und gestreut werden. Dabei müssen Fußgängerüberwege ungehindert nutzbar sein. Abgeschobene Schnee- und Eismengen sollen am Rande des Gehweges so gelagert werden, dass Fußgänger noch ungehindert gehen können. Notfalls dürfen Schnee und Eis am Fahrbahnrand abgelagert werden. Straßenrinnen, Regeneinlässe und evtl. vorhandene Fahrradwege müssen unbedingt freigehalten werden. Räum- und streupflichtige Anlieger dürfen jedoch aus Umweltgründen auf öffentlichen Gehwegen kein Streusalz verwenden. Aus ökologischer Sicht sollte auch auf Privatgrund und Privatwegen, außer bei besonderen Gefahrenpunkten wie Treppen und starken Steigungen, auf Salz verzichtet werden. Verwendet werden dürfen nur Streumittel, die

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eine nachhaltige abstumpfende Wirkung versprechen, das sind z.B. Sand, Splitt oder Granulat. Bitte beschaffen Sie sich rechtzeitig vor Winterbeginn geeignetes Streugut! Dies konnte bislang an rund 1400 Streugutkästen entnommen werden. Die bisher frei zugänglichen Streugutkästen werden aber ab der Wintersaison 2011/2012 verschlossen und stehen nur noch dem städtischen Winterdienst zur Verfügung. Notwendig wird diese Maßnahme aufgrund einer starken Zunahme der missbräuchlichen Entnahme, insbesondere durch Privatfirmen. Bürgerinnen und Bürger können ersatzweise Granulat in haushaltsüblichen Mengen bei den städtischen Wertstoffhöfen der Abfallwirtschaft Stadt Nürnberg (ASN) und den Betriebshöfen des SÖR in der Großreuther Straße 117 sowie Donaustraße 90 zu den üblichen Öffnungszeiten erhalten. Alle Informationen rund um den Winterdienst finden Sie auf unserer Internetseite: www.bv-nuernberger-westen.de oder www.nuernberg.de/internet/soer/ winterdienst.html

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Straßennamen Karl-Martell-Straße Foto: J. Patrick Fischer

In dieser Ausgabe der Westinfo möchten wir uns einer ganz besondere Persönlichkeit widmen, auf die ein Straßenname im Gebiet des Bürgervereines zurückgeht: Karl Martell, der als großer Kriegsherr das fränkische Reich konsolidierte und insbesondere als Retter des Abendlandes in die Geschichtsbücher einging. Der Name Karl bedeutete wahrscheinlich so viel wie „Kerl” oder „Mann”. Er war der erste Träger dieses Namens in seiner Familie. Sein Beiname „Martell” stand für „der Hammer”. Allerhöchstwahrscheinlich bekam er diesen, da er dafür berüchtigt war, nicht gerade zimperlich mit seinen Feinden umzugehen. Grab von Karl Martell in St.Denis/Frankreich

Vom Verstoßenen zum großen Strategen Karl Martell wird um das Jahr 688 n. Chr. als Sohn des merowingischen Hausmeiers Pippin des Mittleren aus der Familie der Arnulfinger bzw. der späteren Karolinger und Chalpaida, einer von Pippins Frauen, geboren. Das Amt des Hausmeiers ist zu jener Zeit mit zahlreichen Rechten und Privilegien verbunden, es zählt zu den Ämtern des frühmittelalterlichen Hofes und ermöglicht seinen Trägern maßgebliche politische Einflussnahme zu Zeiten des Merowingerreiches. Weil Karl Martell jedoch aus einer, zu damaligen Zeiten nicht vollgültigen Ehe stammt, schließt

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sein Vater ihn vom Hausmeieramt und damit von seiner Nachfolge aus. Zwar sterben Pippins Söhne Drogo und Grimoald der Jüngere bereits sehr früh. Doch auch als Pippin Ende 714 selbst schwer erkrankt, überredet seine Frau Plektrud ihn noch dazu, seine Nachfolge an jemand anderen als Martell zu übergeben. Daraufhin wird Karl sogar in Köln festgesetzt, doch gelingt ihm schließlich die Flucht. Nach und nach wendet sich das Blatt jedoch zu Martells Gunsten. Denn 715 kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, in denen die Anhänger

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Straßennamen Karl-Martell-Straße Fortsetzung von Seite 12

Plektruds durch einen Aufstand der neustrischen Adligen vernichtend geschlagen werden. Diese setzen schließlich Raganfrid als Hausmeier ein. Außerdem nutzten sie die Schwäche der Austrier und ziehen plündernd durchs Land. Karl Martell gelingt es, diese Konfliktsituation für sich zu nutzen. Er stellt sich im Kampf der Austrier gegen die Neustrier als rechtmäßiger Anführer und Erbe Pippins dar, obwohl er in Wirklichkeit dieses Amt nicht bekleidet. Doch 717 erringt er die Oberhand und hat nun genug Macht, um seine Stiefmutter Plektrud unter Druck zu setzen und sie zur Anerkennung seiner Rechte zu bewegen. Daraufhin setzt er mit Chlothar IV. einen Gegenkönig zum inzwischen von Raganfrid bestimmten Chilperich II. ein und führt den Kampf gegen seinen Gegenspieler Rangafrid fort. Schließlich erreicht Martell die Oberhand und festigt mit seinen militärischen Erfolgen sukzessive die Einheit des fränkischen Reiches. 718 erzwingt er letztendlich die Entscheidung. Nach der Schlacht von Soissons wird Chilperich II an den siegreichen Karl Martell ausgeliefert. Raganfrids Einfluss wird damit gebrochen und ihm verbleibt nur noch sein Herrschaftskern um Anjou, das heute als ein Weingebiet in Frankreich bekannt ist. Fast jährlich startet Martell schließlich Feldzüge nach

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Osten und Süden, um den Einflussbereich des fränkischen Reiches auszudehnen, sodass es schließlich zu einer Macht auf dem europäischen Kontinent wird. Retter des Abendlandes - die Schlacht von Poitiers 732 nach Christus standen nicht nur Frankenreich, sondern ganz Europa vor einer großen Bedrohung. Die aus Spanien einfallenden Mauren unter dem Kalifen von Damaskus erringen einen Sieg nach dem anderen und scheinen fast unbesiegbar zu sein. Zu jener Zeit beherrschen sie weite Teile des Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika. Bereits um 711 besiegen sie die Heere der spanischen Westgoten und kämpfen sich erfolgreich in nördliche Richtung vor, bis sie 725 auch das Heer des Herzogs Eudo vernichtend schlagen. Im Oktober des Jahres 732 erscheinen schließlich rund 80.000 schwer bewaffnete arabische Soldaten südlich der Stadt Tours. Zunächst stoppt das Heer von Abd ar-Rahman, dem Feldherrn des mächtigen Kalifen von Damaskus, als es Panzerreiter seines nächsten Gegners erblickt. Als Späher dem arabischen Feldherrn mitteilen, dass der militärische Widerstand, der aus ca. 15.000 Reitern bestand, schnell überwunden sein

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Straßennamen Karl-Martell-Straße Fortsetzung von Seite 19

werde, entschließt sich Abd ar-Rahman zum Angriff. Sein Gegenspieler zu jener Zeit war jedoch kein geringerer als Karl Martell. Martells entscheidende Streitkraft bilden zum einen die schweren Reiter, die Panzer aus kleinen, schuppenförmigen Eisenplatten und einen visierlosen Helm sowie Beinschienen tragen. Im Kampf sind sie nur schwer zu verwunden. Zum anderen kann sich Martell auf sein treues Fußvolk verlassen, welches bewaffnet mit Spieß, Schwert, Schild und der „Francisca“, einer Streitaxt, hinter ihm steht. Diese war besonders gefürchtet, denn sie wird von den Kriegern mit einer daran befestigten Schnur gegen den Feind geschleudert und richtet so verheerenden Schaden auf kurze Distanz an. Einen weiteren entscheidenden Vorteil hat Martell noch: Die arabischen Soldaten gelten als sehr flink und wendig. Allerdings büßen sie 732 diesen Vorteil ein - zu viel Beute haben Sie aus ihren Raubzügen bei sich. Die Angriffe der arabischen Kavallerie kommen am Fußvolk der Franken einfach nicht vorbei. Welle um Welle prallen die Soldaten Rahmans an Martells „Soldatenmauer“ ab. Diese Situation nutzt „der Hammer“ Martell und startet seine Gegenangriffe. Er durchbricht die feindlichen Reihen, dringt

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bis zum arabischen Hauptlager vor und beseitigt alle, die sich ihm in den Weg stellen. Damit war die Invasion gestoppt und das arabische Heer vernichtend geschlagen. Zwar versucht eine weitere arabische Armee im Jahre 737 nochmals, Martell zu bezwingen. Doch auch dieser Versuch scheitert kläglich. Das Erbe Martells Karl Martells Wirken und Handeln prägte die europäische Geschichte entscheidend. Neben den innerfränkischen Auseinandersetzungen, die er entschied, und Schlachten gegen arabische Heere, aus denen er siegreich hervorging, führte Karl Martell unter anderem auch Krieg gegen die Sachsen, Friesen, Thüringer und Bajuwaren. Mit diesen Feldzügen sicherte er die Grenzen und dehnte das fränkische Territorium weiter aus. Kurz vor seinem Tod im Oktober 741 teilte Karl Martell sein Reich zwischen seinen Söhnen aus erster Ehe, Karlmann und Pippin, auf. Doch aus dem Schoße der Familie Martell sollte noch eine weitere, prominente historische Persönlichkeiten emporkommen. Kaiser Karl der Große, der Karl Martells Enkel war, übte ebenfalls großen Einfluss auf die Gestaltung der europäischen Geschichte aus.

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Aktuelles Sternsingeraktion 2012 Zu Beginn des neuen Jahres sind wieder die Sternsinger von St. Bonifaz/St. Lioba, St. Wolfgang und Zu den Heiligen Schutzengeln in unseren Stadtteilen unterwegs! Kinder, die von Jugendlichen und Erwachsenen begleitet werden, kommen als Könige, um von der Geburt Jesu und der Liebe Gottes zu künden. Bei der 54. Aktion des Kindermissionswerkes und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend dreht sich diesmal alles um Kinderrechte in der ganzen Welt. In Nicaragua, dem Beispielland der 54. Aktion Dreikönigssingen, ist es für viele Kinder immer noch nicht selbstverständlich, dass sie ihr Recht auf Unversehrtheit, auf ein kindgerechtes Leben oder auf Schulbildung auch einlösen können. Darauf wollen die Sternsinger mit ihrem Engagement hinweisen. Die Sternsinger helfen, dass in über 100 Ländern dieser Erde Sterne der Hoffnung für benachteiligte Kinder aufgehen. Die 54. Aktion steht deshalb unter dem Motto: “Klopft an Türen, pocht auf Rechte“. Wir bitten Sie, auch bei der Sternsingeraktion 2012 das Engagement der Kinder und Jugendlichen der Katholischen Pfarreien von St. Bonifaz/St. Lioba (Tel. 6565580), St. Wolfgang (Tel. 662875) und Zu den Heiligen Schutzengeln (Tel.3238980) zu unterstützen. Wenn Sie von den Sternsingern besucht werden möchten, melden Sie sich bitte in den Pfarrbüros der jeweiligen Pfarrei Wir sagen an dieser Stelle bereits ein herzliches Vergelt’s Gott!

Jahresessen des BV Liebe Mitglieder des Bürgervereins, wie bereits im Vorfeld angekündigt, werden wir zukünftig kein Jahresendessen sondern ein Essen zum Jahresanfang veranstalten. Dieses findet am Freitag, 03. Februar 2012, in der Gaststätte „Höfener Garten“ statt. Wir werden die Einladungen mit Rückmeldung im Januar verschicken und hoffen auch diesmal auf eine rege Beteiligung und einen unterhaltsamen Abend mit interessanten Gesprächen.

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Das Schaufenster des Westens Die ARD.ZDF medienakademie Was sie ist und was sie leistet: Die ARD.ZDF medienakademie ist das zentrale Fortbildungsinstitut für ARD und ZDF in Nürnberg. Sie liegt relativ versteckt im Park des Studio Franken in der Wallensteinstraße. Was die wenigsten wissen: Mit jährlich 2.500 Seminaren und ca. 20.000 Teilnehmern zählt sie europaweit zu den größten Aus- und Weiterbildungseinrichtungen im Medienbereich.

Foto: Mel Hofmeier

Im modern und technisch hochwertig ausgestatteten Trainingszentrum befinden sich Fernseh- und Tonstudios, ein Radiozentrum und zahlreiche Seminar- und Übungsräume. Durchschnittlich 2-3 Tage bleiben die Seminarteilnehmer aus ganz Deutschland in Nürnberg, um sich beruflich fortzubilden. In Spitzenzeiten trainieren und lernen in bis zu 15 gleichzeitigen Seminaren und Trainings mehr als 150 Seminarteilnehmer in der Wallensteinstraße. Viele kommen regelmäßig, um mit der rasanten technischen Entwicklung im Bereich der audio-visuellen Medien Schritt zu halten. Das Angebot an Seminarthemen ist vielfältig. Abgedeckt werden sowohl

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die technischen Aspekte von Fernsehen, Hörfunk und neuen Medien als auch journalistische Themen. Von Grundlagen der Fernsehtechnik und Hörfunkproduktion bis zu Moderatoren-Trainings und Videojournalismus-Seminaren ist also alles dabei. Auch sogenannte Soft-Skills können erlernt werden, z. B. in Seminaren zu Kommunikationstechniken oder zur Persönlichkeitsentwicklung. Wer sich ein Bild vom kompletten Angebot der ARD.ZDF medienakademie machen möchte, kann unter w w w. a r d - z d f - m e d i e n a k a d e m i e . d e die website der Akademie durchstöbern oder sich gleich das aktuelle Seminarprogramm herunterladen. Rund die Hälfte der Seminare findet am Standort Nürnberg statt. Die andere Hälfte

wird vor Ort, in Tagungs-, Rundfunk- und Medienhäusern überall in Deutschland, Österreich und der Schweiz trainiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, immer häufiger zählen aber auch private Anbieter und Firmen zu den Kunden. Denn als

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Das Schaufenster des Westens

Neues aus dem Westen

Die ARD.ZDF medienakademie gemeinnützige GmbH bietet die ARD.ZDF medienakademie ihre Dienstleistungen für jeden Interessenten an, die Trainings können also auch von Einzelpersonen und Gruppen außerhalb der Rundfunkanstalten gebucht werden. Insgesamt 60 fest angestellte Mitarbeiter/ innen unterstützen den Seminarbetrieb an den beiden Standorten Nürnberg und Hannover. Das umfangreiche Trainernetzwerk der Medienakademie umfasst ca. 500 freie Trainer/innen, so dass über alle Sparten und Gewerke des Rundfunks geschult werden kann. Gegründet wurde die ARD.ZDF medienakademie im Jahr 2007 als Tochtergesellschaft von ARD, ZDF und der Deutschen Welle. Sie ging aus dem Zusammenschluss der beiden Vorgängerinstitutionen „srt – Schule für Rundfunktechnik“ und „ZFP – Zentrale Fortbildung für Programm-Mitarbeiter“ hervor und wird von Dr. Stefan Hanke geleitet. Beide Unternehmen wurden von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland seinerzeit mit dem Ziel gegründet, umfassende Ausund Fortbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gründer zu entwickeln und durchzuführen. Dieser Tradition ist die ARD.ZDF medienakademie bis heute verpflichtet. So übernimmt die ARD.ZDF medienakademie in Kooperation mit der Martin-SegitzBerufsschule in Fürth seit einigen Jahren

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den praktischen Teil der Beschulung der Auszubildenden aus ganz Foto: Mel Hofmeier B a y e r n , die den Beruf des Mediengestalters Bild und Ton erlernen. Und jedes Jahr im Juli kommen Nachwuchsjournalisten aus ganz Deutschland zum „Stadtradio Nürnberg“. Die Volontärinnen und Volontäre gestalten und produzieren im Verlauf eines 14-tägigen Projekts ein Radioprogramm, das in der zweiten Veranstaltungswoche aus den Räumen der Medienakademie gesendet wird. Zu hören ist es dann auf der Frequenz 106,5 MHz. Mit dem benachbarten Studio Franken des BR und der Rundfunk-Betriebstechnik, die sich ebenfalls auf dem Gelände befindet, wird projektweise zusammengearbeitet. Jedes Jahr sind alle drei Einrichtungen am Tag der offenen Tür im Rahmen der Reihe „Sommer im Park“ der Öffentlichkeit zugänglich. Vielleicht finden Sie beim nächsten Mal die Zeit, bei uns hereinzuschauen? Wir würden uns freuen! Kontaktdaten: E-Mail: info@ard-zdf-medienakademie Tel.: 0911 / 9619-0

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Vermischtes Ein fränkischer Neujahrsgruß Am End’ vom alt’n Joahr Etz is des Joahr scho wieder rum, und Du stehst dou und schaust recht dumm. Du wirfst an resignierten Blick auf des vergang’ne Joahr zurück und denkst: Mehr kann ma net verlanga, im grouß’n und ganz’n is scho ganga. Wenn a net alles hing’haut hat und manches is etz krumm statt grad, da hilft ka Jammern und ka Flenna, es hätt’ nu schlimmer kumma könna! Natürlich stinkt es dir a weng, doch hilft’s dir nix, denn g’scheh’n is g’scheh’n. Schenk’ dir an Schnaps ei, so als Trost und dann sag zu dir selber „Prost!“ So mancher Wunsch, der bleibt noch off’n, etz kannst ner blouß auf nächst’s Joahr hoff’n und is nächste Joahr is a schnell rum, dann schaust wohrscheins genauso dumm! Aus „Da lacht der Franke“, von Egon Helmhagen Verlag A. Hofmann, Nürnberg

Ob wir eine oder tausend Meilen zu gehen haben, der erste Schritt bleibt immer der erste, denn der zweite kann nicht getan werden, bevor nicht der erste getan ist. Mahatma Gandhi

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Veranstaltungen Second-Hand-Basar „Baby+Kind“ in der Kindertagesstätte St. Bonifaz Am 03.03.2012 findet in der KiTa St. Bonifaz in Nürnberg, Sankt-Gallen-Ring 2, in der Zeit von 14:00 - 17:00 Uhr ein Second-Hand-Basar „Baby+Kind“ statt. Es gibt ein Kuchenbuffet für jedermann. Infos und Tischreservierung unter Tel. 0911-65 64 24 Mit freundlichen Grüßen Gabriele Hösch - Elternbeirat St. Bonifaz

Termine MI FR. MI. MI. SA.

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19.30 Uhr 19.00 Uhr 19.30 Uhr 19.30 Uhr

Arbeitskreis Medien bei SG 83 Jahresessen des Bürgervereins AK Stadtplanung und Verkehr bei SG 83 Arbeitskreis Medien bei SG 83 Redaktionsschluss Westinfo

Impressum Herausgeber: Bürgerverein Nürnberger Westen e.V. 1. Vorsitzender: Peter Büttner 2. Vorsitzende: Petra Wurm Auflage: 2.500 Spendenkonto-Nr. 4974903 Sparkasse Nürnberg, BLZ 760 501 01

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Bankverbindung: Kontaktadresse: Sparkasse Nürnberg Postfach 820206 Konto-Nr. 1429927 90253 Nürnberg BLZ: 760 501 01 (0911) 65 12 21 Fax: (0911) 81 07 516 E-Mail: p.u.buettner@t-online.de Homepage: www.bv-nuernberger-westen.de

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