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Grundbildung für die Sekundarstufe II

Schülermagazin 2012 / 2013

Geld | Markt | Wirtschaft

Ausgabenplanen. Märkteverstehen. Vermögenaufbauen.

www.hoch-im-kurs.de


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Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Modul 1: Ausgaben planen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Geldmanagement – Alles im Griff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Geld und Wirtschaft – Ein Geben und Nehmen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Zukunft und Altersvorsorge – An morgen denken. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

Modul 2: Märkte verstehen  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Internationale Finanzmärkte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Finanzmarktkrise und Staatsschuldenkrise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Kapitalmarkt und Börse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

Modul 3: Vermögen aufbauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

Die Mischung macht‘s. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zeit bringt Geld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlagen im Vergleich – Für jeden das Richtige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Investmentfonds – Wie funktioniert das?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Berufsorientierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Berufe in der Investmentfondsbranche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Glossar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Geld, Markt, Wirtschaft von A bis Z . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Hoch im Kurs im Internet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28

Herausgeber: Stiftung Jugend und Bildung, Berlin – www.jugend-und-bildung.de,

Verlag: Universum Kommunikation und Medien AG, Büro Wiesbaden, Taunusstraße 52,

in Zusammenarbeit mit dem BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V.,

65183 Wiesbaden, vertreten durch den Vorstand: Michael Jäger, Christian Renatus, Harald

Frankfurt am Main – www.bvi.de

Ruppe, Handelsregister: Amtsgericht Charlottenburg, Registernummer: HRB 125681, USt.-

Autorin: Dorothea Hoffmann

IdNr.: DE 271726974, Internet: www.universum.com, E-Mail: info@universum.com

Redaktion: Eric Meyer, Jana Both, Charlotte Höhn (V.i.S.d.P.) Pädagogische Beratung: Dr. Eva-Maria Kabisch (Vorsitzende der Stiftung Jugend und

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Redaktionsschluss: Juni 2012

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Druck: echter druck, Würzburg

© Universum Kommunikation und Medien AG, 2012


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Man kann es haben, ausgeben, brauchen, vermissen, aus dem Fenster werfen, sparen, verlieren, gewinnen, anhäufen, verdienen oder geschenkt bekommen: Da Geld aber nicht beliebig verfügbar ist, sollte man den richtigen Umgang damit möglichst früh lernen. Denn jeder Tag hält viele Verlockungen bereit, die zum schnellen Geldausgeben verführen wollen: Schnäppchen, Sonderangebote, Rabatte überall. Andererseits weiß jeder, wie wichtig Sparen ist – und auch der Vermögensaufbau für kommende Lebensphasen und für die frühzeitige Altersabsicherung ist heute notwendiger denn je.

Zu diesem Heft

Studien zeigen immer wieder, dass sich Jugendliche in der Regel selbst um ihre Geldangelegenheiten kümmern wollen. Allerdings wissen sie oft nicht genug darüber und möchten mehr erfahren. Laut einer aktuellen Umfrage halten 90 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen Geld und Finanzen für wichtig, bestätigen aber auch, dass dieses Thema eher „kompliziert“ und „anstrengend“ ist.

Wer aktuelle Themen, Tipps zum Umgang mit Geld sowie Jobtipps, Online-Lexikon und Gewinnspiele entdecken möchte, für den lohnt sich ein Besuch des Internetauftritts: www.hoch-im-kurs.de

Hoch im Kurs kann in der Schule oder auch zum Selbst­ studium genutzt werden. Jedes Kapitelthema wird auf einer übersichtlichen Doppelseite behandelt und kann aufbauend auf vorangehende Kapitel, aber auch losgelöst von den anderen Heftthemen gelesen werden. Zahlreiche Grafiken und Schaubilder, „Schon gewusst?“-Info-Rubriken, Beispiele aus dem Alltag, Arbeitsaufgaben und Tipps zum Weiterlesen oder zur Online-Recherche ergänzen die Texte. Fett markierte Wörter sind im Glossar auf den Seiten 26 und 27 erläutert.

Wir freuen uns über Meinungen zu Hoch im Kurs. Schreibe eine E-Mail an redaktion@hoch-im-kurs.de

Quelle: Ohne Moos nix los – wie junge Menschen über Geld und Finanzen denken. Studie des WDR, 2011

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Was genau muss man als junger Mensch also über Geld ­w issen? Diese Ausgabe von Hoch im Kurs erläutert wichtige und praktische Themen rund ums Geld und gibt eine Einführung in das Thema Geldmanagement. Hoch im Kurs beleuchtet die Welt der Finanzmärkte, stellt Möglichkeiten der Altersvorsorge vor und gibt Hinweise zum Vermögensaufbau.


modul 1

4

an l p n abe Ausg

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iff r G im s e l – Al t n e m e g a ldman

Endlich, heute fahren die Freunde zum neu eröffneten Shoppingcenter in der Stadt. Coole Läden überall, in den Auslagen schicke Klamotten, die neuesten Handys und modernste Multimedia-Technik. Verlockungen lauern an jeder Ecke. Hätte man doch jetzt nur mehr Geld! Und: Warum muss einem eigentlich immer das Teuerste auch am besten gefallen!?

Ohne Moos nichts los? CDs, Disco, Handy, Computerspiele, Klamotten! Wer möchte das nicht alles gleichzeitig haben? Leider lässt sich aber Geld nicht nach Belieben vermehren und meistens ist das eigene Budget begrenzt. Was tun? Am besten überlegst du dir bereits vor dem Einkauf, was du gern haben möchtest oder unbedingt brauchst, informierst dich dann, was es kostet und checkst schließlich, was du im Portemonnaie oder auf dem Konto hast. Ein Plan, in den du regelmäßig deine Einnahmen und Ausgaben einträgst, hilft dir, den Überblick zu behalten. Einnahmen und Ausgaben kommen manchmal in regelmäßigen Abständen – wie das Taschengeld als Einnahme oder die Handy­ rechnung als Ausgabe. Andere hat man dagegen nur einmal pro Jahr, etwa das Geburtstagsgeschenk oder den Jahresbeitrag für den Sportverein. Wieder andere Einnahmen oder Ausgaben fallen nur bei bestimmten Gelegenheiten oder Anlässen an und sind daher sehr schlecht planbar.

N D E R E IN

SGAB UND AU N E M H A

Monats-Einnahmen: Taschengeld: 70,Großeltern: 50,Nachhilfe: 40,-

Gesamt: 160,–

Jahres-Einnahmen: Ferienjob: 400,Geburtstag: 100,Weihnachten: 100,-

Gesamt: 600,–

E N -C H E

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Monats-Ausgaben: Handy: 35,Ausgehen: 40,Zeitschriftenabo: 15,Sonstiges: 5,Gesamt: 95,– Jahres-Ausgaben: Kleidung/Extras: 350 ,Urlaub: 250,Sportclub: 50,-

Gesamt: 650,–

Konsumieren oder sparen? Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Wer konsumiert, kann also nicht gleichzeitig sparen. Sparen bedeutet folglich, auf Konsum zu verzichten. In früheren Jahrhunderten legten die Menschen Vorräte an oder hatten ihr Geld unter dem Kopfkissen, um auch in schlechten Zeiten „flüssig“ zu sein. Heute spart man eher bei Banken und Versicherungen oder über eine geeignete Geld- und Vermögensanlage.

Sparquote unverändert hoch Die deutschen Bürgerinnen und Bürger haben auch im Jahr 2011 unverändert fleißig gespart: Insgesamt haben sie rund 11 Prozent ihres verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante gelegt, das entspricht einer Ersparnis von rund 186 Milliarden Euro.


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Weiterklicken

Sparmotive 2011

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/ um die eigene Ausbildung n der Kin von ung die Ausbild n und Enkeln zu finanziere

für die Alterssicherung

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um Wohneigentum zu kaufen

um Erspartes an Kinder und Enkel zu vererben weil es vom Staa t gefördert wird

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Quelle: Studie „Sparen in Deutschland, mit Blick über die Ländergrenzen“, Oktober 2011, Allianz AG

Ein Beispiel für ein Haushaltsbuch, um regelmäßig monatliche Ein­n ahmen und Ausgaben einzutragen, findest du hier: www.banktip.de Ò Konten & Karten Ò Angebote Girokonto Ò Das Haushaltsbuch (Portlet rechts)

Sparverhalten der Bundesbürger Jahr / Mittelaufkommen in Mrd. €

2006

2007

2008

2009

2010

2011*

Verfügbares Einkommen

1.514,1

1.540,9

1.583,8

1.587,8

1.630,9

1.681,0

– Private Konsumausgaben

1.355,1

1.373,7

1.402,3

1.411,1

1.444,7

1.495,0

= Sparen

159,0

167,1

181,5

176,8

186,2

186,0

Sparquote

10,5 %

10,8 %

11,5 %

11,1 %

11,4 %

11,1 %

Weiterlesen „Rund ums Geld“, Bundes­verband deutscher Banken (Hrsg.), Schul | Bank, Köln 2007 (2,50 Euro)

*geschätzter Wert; Quelle: Deutsche Bundesbank, 2011

Motive für das Sparen Zwecksparen: Ansammeln eines größeren Geldbetrags, etwa für eine größere Anschaffung wie ein Auto, den Führerschein oder einen Laptop. Rendite: Legt man Geld zurück, soll es natürlich in der Zwischenzeit möglichst viel Gewinn abwerfen. Das Zauberwort hierfür heißt Rendite. Vorsorge: Sparen soll helfen, Vermögen aufzubauen, um eine Reserve zu haben. Da niemand weiß, was die Zukunft bringt, fängt man am besten schon in jungen Jahren an, für später vorzusorgen. Schließlich will man auch im Alter über Geld verfügen.

Unterschiedliche Lebensphasen Einnahmen und Ausgaben, Wünsche und Ansprüche verändern sich mit zunehmendem Alter und der jeweiligen Lebensphase. Mit Anfang 20 oder als Single setzt man

Schon gewusst?

?

andere Schwerpunkte als später, wenn man eine Familie mit Kindern hat oder mit 67 Jahren als Rentner seinen Lebensabend genießt. Wenn du in den Beruf eintrittst, übersteigen meist die Ausgaben die Einnahmen, zum Beispiel für ein Auto, für Möbel oder für die eigene Wohnung. Hier hilft die Bank mit einem Kredit. Zum Sparen bleibt in dieser Lebensphase in der Regel wenig übrig. Je schneller die Kredite in den Folgejahren wieder zurückgezahlt werden können, desto frühzeitiger können wieder neue Ersparnisse aufgebaut werden. Dies ist meist im fortgeschrittenen Alter und im späteren Berufsleben der Fall. Wenn du mit Mitte bis Ende 60 aus dem Berufsleben wieder ausscheidest, sinkt das Einkommen meist wieder ab, weil die staatliche Rente niedriger als das bisherige Einkommen ist. Damit aber der gewohnte Lebensstandard aufrechterhalten werden kann, ist es wichtig, durch frühzeitiges Sparen Vermögen aufzubauen. Frühes Sparen ist also nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig.

Weiterdenken !

!

Die deutschen Haushalte haben zusammen über 4,8 Billionen Euro Geldvermögen auf der hohen Kante. Das Geld ist zum größten Teil auf Bankkonten, in Wertpapieren und Versicherungen angelegt.*

1. Erstelle eine Übersicht deiner Einnahmen und Aus­

Damit besitzen die Deutschen so viel Geld, dass sie jedem der 7 Milliarden Menschen auf der Welt knapp 700 Euro geben könnten.

2. Fragt in eurem Familien- und Bekanntenkreis nach,

(*Quelle: Deutsche Bundesbank, Pressemitteilung vom 01. November 2011)

Mach unter www.hoch-im-kurs.de Ò Themen Ò Finanz-Check den „Einnahmen-und-AusgabenCheck“ oder leg‘ dir einen Budget- oder Finanzplan an, um deine Finanzen besser überblicken zu können.

„Das Geld reicht nie. Warum T-Shirts billig, Handys umsonst und Popstars reich sind“, W. v. Petersdorff, F.A.Z.-Institut für Management, Markt- und Medieninformationen GmbH, Frankfurt am Main 2008 (19,90 Euro) „Niemals pleite! Der Geld­rat­g eber für junge Leute“, C. Natusch, B. Kettl-Römer, Finanzbuch-Verlag, München 2009 (14,90 Euro)

gaben, notiere die häufigsten Ausgaben und mögliche Motive beim Geldausgeben. Was können häufige Gründe für Schuldenprobleme bei Jugendlichen sein?

wofür und mit welchem Zeithorizont gespart wird. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede könnt ihr feststellen? Welche Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Generationen könnt ihr feststellen?

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Mit der App „Geld-Check“ auf deinem Smartphone hast du immer deine aktuellen Einnahmen und Ausgaben im Blick. Lade dir kostenlos die App auf dein Handy: Scanne dazu einfach den QR-Code auf der Rückseite dieses Hefts oder lade dir die App unter www.hoch-im-kurs.de/ app-geld-check herunter.


modul 1

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men h e N d n u Ein Geben

Alex und Sophie brauchen immer Geld, doch meistens ist der Monat noch lang, aber vom Taschengeld nicht mehr viel übrig. Die Lösung: Ein Ferienjob muss her. Ob Zeitung austragen, Regale im Supermarkt einräumen oder Babysitten: Viele Jugendliche verdienen sich ihr eigenes Geld. Dass man dafür arbeiten muss, ist jedem klar. Aber warum ist das eigentlich so?

Wie funktioniert eine Volkswirtschaft?

Der Wirtschaftskreislauf

In jeder Volkswirtschaft gibt es Teilnehmer, die etwas anbieten (Anbieter), und andere, die genau das haben wollen und bereit sind, dafür Geld zu bezahlen (Nachfrager).

Den Ort des Tauschs nennt man allgemein Markt. Anbieter und Nachfrager sind die privaten Haushalte, die Unternehmen, die Banken und der Staat. Durch das ständige Geben und Nehmen bildet sich ein Kreislauf. In diesem wirtschaftlichen Kreislauf gibt es stets zwei Wertströme: den Güterstrom und den Geldstrom. Der einfache Wirtschaftskreislauf beschreibt die Beziehung zwischen den Haushalten und den Unternehmen. Die privaten Haushalte, also alle Beschäftigten, bieten ihre Arbeitsleistung an und geben das Geld, das sie dafür erhalten, für Produkte und Dienstleistungen der Unternehmen wieder aus. Der Weg des Geldes verläuft daher entgegengesetzt zum Weg der Güter.

au f M är kt en . ch fr ag e gi bt es Na d un t bo ge An fü r ei de t M är kt e M an un te rs ch (G üt er m ar kt ) Di en st le is tu ng en › › War en un d ei ts m ar kt ) › › Ar be it (A rb ita lm ar kt ) › › Ka pi ta l (K ap Anbieter und Nachfrager verfolgen grundsätzlich unterschiedliche Ziele. Anbieter wollen ihre Waren oder ihre Arbeitsleistung zu möglichst hohen Preisen verkaufen und dabei einen möglichst hohen Gewinn erzielen. Da alle Anbieter das gleiche Ziel verfolgen, konkurrieren sie untereinander und Wettbewerb entsteht. Die Nachfrager wollen dagegen möglichst billig einkaufen und konkurrieren um das günstigste Angebot. Letztlich funktioniert damit eine Volkswirtschaft im Großen, wie ein Wochenmarkt im Kleinen. Wenn Angebot und Nachfrage sich ausgleichen, kommt der Tausch zustande und Waren und Geld wechseln jeweils den Besitzer. Man sagt, ein Markt ist im Gleichgewicht, wenn Angebot und Nachfrage sich ausgleichen.

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Arbeitsleistung

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Entlohnung in Geld

Unternehmen 1

private Haushalte

Unternehmen 2 Konsumausgaben

Güter (Dienstleistungen)

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Weiterdenken

Erweiterter Wirtschaftskreislauf mit Banken und Staat

1. Anfang 2012 stellten Konsum­f orscher fest, dass die Kauflaune der Verbraucher sehr gut ist. Als mögliche Gründe sahen sie etwa die gute Lage am Arbeits­m arkt. „Auch die historisch niedrigen Zinsen reizten nicht zum Sparen an“. (Quelle: www.bundesregierung.de Ò Nachrichten Ò ArtikelÒ Verbraucher sind optimis­ tischer, 26.01.2012)

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Schon gewusst?

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Woher würde man wissen, wer Geld anbietet und wer gerade welches sucht? Und wie viele Menschen müsste man fragen, um einen bestimmten Betrag zusammenzubekommen? Ohne die Transparenz und die Bündelungsfunktion des Finanzmarkts fänden Kapitalanbieter und -nachfrager nur durch erheblichen Organisations- und Zeitaufwand zueinander, da es keinen gemeinsamen „Treffpunkt“ gäbe. Ohne den Finanzmarkt hätten Anleger kaum Möglichkeiten, eine geeignete Geldanlage, etwa in Form von Wertpapieren oder Fonds, auszuwählen. Unternehmen wären somit auf die finanziellen Möglichkeiten ihrer Eigentümer angewiesen und bekämen für ihre Inves­t itionen keine Kredite in ausreichender Höhe.

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Was wäre, wenn es keinen Finanzmarkt gäbe?

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Beispiel, wenn Unternehmen Aktien über die Börse ver­ kaufen, Ò mehr ab Seite 14) oder Kredite vergeben (etwa durch Kauf einer Unternehmensanleihe). Wo immer UnterZum erweiterten Wirtschaftskreislauf gehören neben nehmen forschen, investieren, produzieren oder Dienstden privaten Haushalten und Unternehmen die Banken leistungen erbringen, also etwas „unternehund auch der Staat, denn auch der Staat men“, kostet es Geld. Dieses Geld, auch beeinflusst den Wirtschaftskreislauf: Kapital genannt, kann von dem Einerseits erhält er von HaushalKäu g e n) f n e u oder den Unternehmenseigen­ ten und Unternehmen Steuern, t Sta leis at ial ,S tümern oft nicht in ausreich­ andererseits zahlt er Geld für oz Staat St n endem Maße bereitgestellt Löhne und Sozialleistungen r e e werden. Sie brauchen (Transfers) an die HausErsparnisse Kreditauf­ Staat weitere Kapital­q uellen, halte und tritt selbst als nahme Staat beispielsweise um neue Nachfrager von Gütern Kapital­ Kapital Sparen Maschinen kaufen zu und Dienstleistungen auf private Unter­ sammel­ können (Inves­t itionen). (staatlicher Konsum). AuHaushalte nehmen Zinsen Zinsen stellen Je mehr die Unternehßerdem möchte der Staat (z. B. Banken) men investieren können, durch bestimmte monedesto mehr Produkte oder täre Anreize oder AuflaKo n e n b s uma u sg a Dienstleist­u ngen können sie gen das Verhalten der Wirtanbieten und verkaufen. Dazu schaftsteilnehmer steuern. n Loh e n  /  G e ins h a l t , M i e t e, Z brauchen sie neue Arbeitskräfte, Geld, das nicht für Konsum ausderen Löhne und Gehälter dann gegeben, sondern gespart wird, wieder in den Konsum fließen – und mit fließt zu den Banken, Sparkassen oder mehr Einkommen kann auch mehr gespart weranderen Kapitalsammelstellen. Diese leiten die den. Auf diese Weise bleibt der Kreislauf in Gang und die gesammelten Beträge wiederum in Form von Krediten an Volkswirtschaft wächst. Sparen ermöglicht also erst InvesUnternehmen weiter. Alternativ können die Haushalte ihr titionen. Und die sind für den Wohlstand einer VolkswirtGeld auch den Unternehmen direkt zur Verfügung stellen, schaft unverzichtbar. indem sie sich an deren Kapital beteiligen, (das geht zum

Wachstum und damit auch Arbeitsplätze würden dadurch begrenzt. Fazit: Wenn es keine Finanzmärkte gäbe, müssten sie erfunden werden.

Der Markt für Kapital Der Markt, auf dem die getauschte Ware das Geld selbst ist, heißt Finanzmarkt oder Kapitalmarkt. Zu den Finanzmärkten zählen die Wertpapiermärkte (Börsen) sowie die Kreditmärkte und die Devisenmärkte (Devisen = fremde Währungen). Kapitalanbieter sind die Sparer und die Kapitalsammelstellen wie zum Beispiel Banken, die kleinere Geldbeträge „sammeln“ und dadurch größere Beträge verleihen können. Nachfrager sind Unternehmen, der Staat und Haushalte, die Geld für unterschiedliche Zwecke benötigen.

?

Tragt in der Lerngruppe zusammen, welche Auswirkung Konsum einerseits und Sparen andererseits a) für die privaten Haushalte und b) für die Wirtschaft haben können. 2. Überlegt in Kleingruppen, welche Konsequenzen ein Leben ohne Finanzmärkte hätte. Entwerft ein entsprechendes Tableau für die verschiedenen Teilnehmer an den Märkten und diskutiert die Auswirkungen auf die politischgesellschaftlichen Abläufe und Konsequenzen für die Bürgerinnen und Bürger.

Weiterklicken Unter www.hoch-im-kurs.de Ò Themen Ò Wie Märkte funk­t ionieren findet ihr weitere Infos über das Wirtschaftssystem in Deutschland. Der Internetauftritt von „Wirtschaft und Schule“ www.wirtschaftundschule.de hält viele Informationen und Materialien zu Themen rund um die Marktwirtschaft bereit.

Weiterlesen „WIE? Wirtschaft erleben 3“ und „WIE? Wirtschaft erleben 4“, Bundesverband deutscher Banken (Hrsg.), Schul | Bank, Bank-Verlag, Köln 2009/2010 (je 2,50 Euro)

Aufgaben des Geldes Tausch- und Zahlungsmittel

Geld vereinfacht den Tausch von Waren, weil es allgemein anerkannt, von jedermann akzeptiert wird und überall hin transportiert werden kann.

Recheneinheit und Wertmaßstab

Geld erlaubt es, den Wert von Waren in Preisen auszudrücken, dadurch Rechnungen zu erleichtern und eine Vergleichbarkeit zu ermöglichen.

Wertaufbewahrungsmittel

Geld verdirbt nicht, ist lagerfähig und unabhängig von Ort und Zeit. Dadurch erfüllt es perfekt die Aufgabe, Kaufkraft von heute in die Zukunft zu verlagern und ist damit auch die Voraussetzung für das Sparen.

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Damit diese Tauschprozesse millionenfach und ohne Probleme funktionieren, muss das Geld einige wichtige Aufgaben übernehmen:


modul 1

8

denk n e org m n A

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rg o s r o v s r e Alt & t f n u k u Z

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Marcel hat vor einem halben Jahr seine Ausbildung begonnen und schon fragt sein Onkel ihn, ob er denn etwas für seine Altersvorsorge tut. Kaum gehen junge Menschen arbeiten, da sollen sie schon an die Rente denken? Zugegeben, das klingt nicht verlockend. Doch in der Tat macht das Vorsorgen in jungen Jahren nicht nur Sinn, sondern ist sogar unverzichtbar.

No risk, no fun? Wörter wie Rentenlücke oder Altersarmut sind derzeit in aller Munde – zu Recht, denn der Grundsatz, eines Tages eine gesetzliche Rente zu erhalten, von der es sich gut leben lässt, gilt nicht mehr. Die demografische Entwicklung in Deutschland wird dafür sorgen, dass die heute noch jungen Leute im Alter neben den staatlichen Bezügen auf eigene Mittel zurückgreifen müssen, um ihren Lebensstandard annähernd aufrecht zu erhalten. Ohne eigene finanzielle Vorsorge wird das Budget im Ruhestand ziemlich klein werden. Wer will schon im Alter arm sein?

Sparen für später – die Altersvorsorge Unsere Altersversorgung basiert auf drei Säulen: der gesetz­ lichen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersversorgung und der privaten Altersvorsorge.

Gesetzliche Rentenversicherung – der Generationenvertrag Wer heute arbeitet, finanziert durch seine Beiträge zur Rentenversicherung die aktuelle Rente der Älteren – in der Erwartung, dass die kommende Generation dann die Renten aufbringt, wenn man nicht mehr arbeitet. Wer heute also in die Rentenver­ sicherung einzahlt, spart für andere und nicht für sich selbst. Dieser Generationenvertrag hat lange gut funktioniert, weil genügend junge Menschen in die Rentenkasse eingezahlt haben, um die jeweilige Rentnergeneration zu finanzieren. Da jedoch immer weniger Kinder geboren, die Menschen immer älter werden und die deutsche Bevölkerung insgesamt schrumpft, droht dieser Generationenvertrag zu kippen. Während auf 100 Erwerbstätige 2010 noch 31 Rentner entfielen, besagen Prognosen*, dass es 2050 bereits 64 Rentner sein werden. Da das verfügbare Geld dann auf mehr Köpfe verteilt werden muss, bleibt für den einzelnen weniger Bares übrig. Sofern die Rent-

ner bis dahin nicht durch eigene Ersparnisse vorgesorgt haben, müssen sie im Vergleich zum letzten Einkommen mit weitaus weniger Geld leben. (*Quelle: Bundesfinanzministerium, Dritter Bericht zur Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen, Monatsbericht Januar 2012)

Die betriebliche Altersversorgung Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, Teile seines Gehalts, zum Beispiel das Urlaubsgeld, in eine betriebliche Altersversorgung (Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds) umzuwandeln und dabei Steuern und derzeit auch Sozialabgaben zu sparen. Ebenso gibt es Betriebsrenten als freiwillige Leistung eines Unternehmens, bei denen der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Versorgungszusage macht.

Alterspyramide Die Alterspyramide zeigt die Bevölkerungsentwicklung der Jahre 2010 und 2050. Sie verdeutlicht, welche Altersgruppen in Zukunft wachsen und welche zurückgehen werden. Männer

|

Frauen

Männer

Alter in Jahren

100

90

90

80

80

70

70

20   10

20   50

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10

10

60

50

300

Frauen

40

60

600

|

Alter in Jahren

100

Anzahl in Tausend

300

50 40

600 600

300

Anzahl in Tausend

300

Quelle: Statistisches Bundesamt 2011, Daten nach 12. Bevölkerungsvorausberechnung

600


Private Vorsorge Die private Vorsorge ist ein Weg, die zukünftige Versorgungslücke schließen. Schon kleine Beträge, früh eingezahlt, etwa in einen Fondssparplan, wirken Wunder: Um auf einen Betrag von 72.000 Euro bei Rentenbeginn zu kommen (bei 4 Prozent Verzinsung), der dann 20 Jahre

lang eine monatliche Rente von 300 Euro erlaubt, muss ein 20-Jähriger nur monatlich 33 Euro einzahlen, ein 50-Jähriger aber schon 210 Euro. Es lohnt sich also, früh anzufangen, zumal der 20-Jährige tatsächlich nur knapp 18.000 Euro davon selbst eingezahlt hat. Den Rest schaffen die Zinsen.

WER MUSS WIE VIEL für 300 Euro Rente sparen? Quelle: www.altersvorsorge-macht-schule.de

33 Euro

54 Eu ro

96

20-Jährige/-r zahlt 45 Jahre lang 33 Euro / Monat

30-Jährige/-r zahlt 35 Jahre lang 54 Euro / Monat

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50-Jährige/-r zahlt 15 Jahre lang 210 Euro / Monat

40-Jährige/-r zahlt 25 Jahre lang 96 Euro / Monat

Der Staat hilft

Grundsätze der privaten Altersvorsorge

Weiterklicken

Beim Aufbau einer privaten Altersvorsorge hilft der Staat mit Steuerbegünstigungen oder Zuschüssen, zum Beispiel über die so genannte Riester-Rente. Dabei setzt sich der Sparbetrag aus den staatlichen Zulagen und einem Eigenanteil zusammen. „Riestern“ kann man auch schon als Auszubildender, denn kleine Beträge sind auch für junge Menschen zu stemmen. Zu den Riester-Produkten gehören zertifizierte Banksparpläne, Rentenversicherungen und Fondssparpläne (Ò mehr auf den Seiten 20/21 und 22/23). Ein Vorteil bei Riester-Verträgen: Jedes Riester-Produkt muss gewährleisten, dass zu Auszahlungsbeginn mindestens die eigenen Beiträge und die staatlichen Zulagen zur Verfügung stehen. Jährlich legt der Staat 154 Euro Grundzulage drauf. Und wer unter 25 Jahre ist, erhält einen einmaligen Startbonus von 200 Euro.

› › Je früher man mit der Altersvorsorge beginnt, desto

Die Website www.sozialpolitik.com diskutiert Fragen rund um die soziale Sicherung und bietet eine Fülle an Schaubildern, Arbeits­b lättern und Infomaterial.

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Einen gewissen Schutz vor den wichtigsten Lebens­ risiken bietet in Deutschland die gesetzliche Sozial­ versicherung. Hierzu gehören im Einzelnen › › die Kranken- und Pflegeversicherung, › › die Arbeitslosenversicherung und › › die Rentenversicherung.

Die Sozialversicherung ist nach dem Prinzip der Soli­ darität organisiert. Die Beiträge werden also nicht nach individueller Risikowahrscheinlichkeit bemessen, sondern eine große Gruppe, die so genannte Solidar­ gemeinschaft, kommt für die Beiträge auf – ganz nach dem Prinzip „Einer für alle – alle für einen“.

Weiterdenken !

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1. Recherchiere, welche Altersvorsorgeprodukte

Nützliche Infos zum Thema gibt’s im Netz bei www.hoch-im-kurs.de Ò Fit für die Zukunft, und unter www.altersvorsorge-machtschule.de Das Jugendportal der Deutschen Rentenversicherung gibt Tipps und Infos rund um das Thema Altersvorsorge: www.rentenblicker.de

Weiterlesen „Handbuch Altersvorsorge“, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Stand: September 2010; verfügbar als PDF „Private Altersvorsorge“, 7. aktua­lisierte Auflage; Stiftung Warentest, Februar 2012, 16,90 Euro

aktuell angeboten werden und stelle diese der Klasse vor.

2. Welches Produkt würdest du wählen und warum? 3. Fragt eure Eltern oder andere Bekannte,

welche Art der Altersvorsorge sie haben. 4. Wie funktioniert die „Riester-Rente“?

9

Schon gewusst?

geringer sind die Sparbeiträge. Schon wegen des Zinseszins-Effekts kommt im Laufe der Jahre eine beachtliche Summe zustande. Also: Schon in jungen Jahren mit kleinen Beiträgen beginnen! › › Höhere Renditechancen sind mit höherem Risiko verbunden. Wer jung ist, kann auch etwas mehr wagen und zum Beispiel sein Geld in Fonds mit hohem Aktien­anteil oder direkt in Aktien anlegen. Aktien können zwar auf kurze Sicht höhere Risiken beinhalten, auf lange Sicht, also über viele Jahre gesehen, bieten sie jedoch eine gute Rendite, da nach Schwächephasen die Kurse auch immer wieder steigen. Je älter man wird, desto mehr sollte man auf sichere Anlageprodukte setzen. › › Niemals alles auf eine Karte – sprich, auf nur eine Anlageform – setzen. Wer Geld anlegt, sollte es auf mehrere Anlageformen verteilen (Ò mehr ab Seite 20).


modul 2

10

E ERST V E T MÄRK

HEN

k r ä m z n a in le F a n io t a n r Inte

te

Die Welt rückt näher zusammen: T-Shirts aus Pakistan, Elektronik aus China und, wenn wir mögen, zu Weihnachten Erdbeeren aus Israel. Längst ist es normal, dass die Waren in unseren Geschäften aus den unterschiedlichsten Ländern kommen. Im ­ egenzug liefern deutsche Firmen ihre Produkte ins Ausland. Wie die Waren fließt dabei auch das Geld rund um den Globus. G

Der internationale Wirtschaftskreislauf Ganz ähnlich wie auf nationaler Ebene Geld- und Güterströme einen Wirtschaftskreislauf (Ò mehr auf Seite 6/7) bilden, so fließen die gleichen Geld- und Güterströme auch über Ländergrenzen hinweg. Unter Globalisierung versteht man den Prozess, bei dem weltweite Märkte entstehen und sich in allen Lebensbereichen internationale Verflechtungen ergeben. Dadurch kommt es zu weltweiter Arbeitsteilung und Konkurrenz, die Bedeutung der nationalen Märkte schwindet.

d: der Glo bal isie run g sin We sen tlic he Me rkm ale haf tsb ezi ehu nge n › › Tra nsn atio nal e Wir tsc me n zu; und -ve rfle cht ung en neh h Die nst leis tun gen bild en sic › › Mä rkte für Güt er und g; we hin n Sta ate übe r die Gre nze n ein zel ner nze n hin we g. gre der Län r › › Kap ital flie ßt übe

Die Entwicklung wurde in den letzten Jahrzehnten durch den technischen Fortschritt, insbesondere auf den Gebieten der Daten- und Informationstechnologie, und durch die Deregulierung (Liberalisierung) traditioneller Branchen wie der Energiewirtschaft, der Telekommunikation, dem Transportwesen und der Finanz­ dienst­leistungen beschleunigt. Die Öffnung der Absatzmärkte in

Ost­e uropa und das starke Wachstum in Asien, insbesondere in China, führte schließlich zu einer Ausdehnung rund um den Globus.

Der Gütermarkt Auf dem Gütermarkt werden Waren und Dienstleistungen gehandelt. Man unterteilt die gehandelten Güter in Konsumgüter beziehungsweise Produktionsgüter. Konsumgüter sind Waren, die sofort verbraucht werden. Dazu gehören zum einen Lebensmittel (Verbrauchsgüter) und auch solche, die als Gebrauchsgüter längere Zeit genutzt werden können – etwa Kleidung oder Möbel. Produktionsgüter dagegen sind Güter, die im Produk­ tionsprozess verwendet werden – zum Beispiel Bleche, Schrauben oder Farben. Deutschland ist einer der Spitzenreiter im internationalen Handel (Ò siehe Grafik) und belegt hinter China und den USA Platz drei bei den Warenexporten. Begehrte deutsche Produkte im Ausland sind zum Beispiel Autos, Maschinen und Chemieprodukte, während Elektronik oder Energie ganz oben auf der nationalen Einkaufsliste stehen.

Der Finanzmarkt Auf dem internationalen Finanzmarkt fließt Geld von Kapital­ anbietern an Kapitalnachfrager. Die Geldströme hängen in erster Linie mit den Gütermärkten zusammen. Das Geldvolumen hat sich jedoch in den letzten Jahren sehr


Vor- und Nachteile der Globalisierung

Weiterdenken

Einige Vorteile der Globalisierung

Einige Nachteile der Globalisierung

Demokratie und Menschenrechte verbreiten sich mehr und mehr.

Nationale Verantwortung verschwindet zunehmend; Probleme müssen international gelöst werden.

Wettbewerb und Arbeitsteilung stärken die Effizienz; die Preise fallen.

Kurzfristigkeit der Interessen führt zu Fehlentwicklungen und zur Ausbeutung von menschlicher Arbeitskraft und der Natur.

Neue Märkte und damit Arbeitsplätze entstehen.

Verstärkung des Wettbewerbs führt zu stärkerer Arbeitsteilung; Arbeitsplätze verschwinden.

Märkte (Arbeits-, Güter- und Kapitalmärkte) werden liberalisiert.

Unkontrollierte Finanzströme können weltweite Krisen auslösen.

Anstieg der Wirtschaftsleistung bringt breiten Wohlstand.

Länder öffnen sich unterschiedlich schnell; es gibt Gewinner und Verlierer.

Technischer Fortschritt verbreitet sich schnell.

Umwelt wird durch erhöhtes Verkehrsaufkommen und Elektroschrott zerstört.

1. Erläutert den Zusammenhang zwischen dem Finanzmarkt und der Güterwirtschaft und zeigt mögliche Probleme auf. 2. Untersucht die Vor- und Nach­t eile einer globalisierten Weltwirtschaft. Findet in Kleingruppen Beispiele für die in der Tabelle angeführten Argumente. Ergänzt die Tabelle anschließend um weitere Pros und Kontras und begründet eure Argumente. 3. Welche Auswirkungen der Globali­s ierung betreffen den Alltag der Deutschen am stärksten? Findet Beispiele und begründet.

Weiterklicken viel stärker als das Güterangebot erhöht. Es ist so viel Kapi­t al da, dass es zu reinen Anlagezwecken über Landes­ grenzen hinweg fließt. Gesucht wird dabei eine möglichst Gewinn bringende Anlageform, wie Immobilien in der Schweiz, Wertpapiere asiatischer Unter­n ehmen, Rohstoffe aus Afrika oder Anleihen von Staaten oder Unternehmen, die zum Teil hochverzinst sind. Den guten Gewinnchancen stehen aber auch nicht unbeträchtliche Risiken gegenüber. Da Geld in Sekunden rund um die Welt fließen kann, wird es heute hier, morgen dort angelegt. Wenn viele Anleger dabei die gleiche Idee haben, strömen hohe Summen zeitgleich in eine Anlageform hinein, aber genauso schnell auch wieder hinaus. Turbulenzen auf dem Finanzmarkt können die Folge von Spekulationen sein. Für die meisten Verbraucher sind diese Vorgänge sehr

undurchsichtig und kaum beeinflussbar. Um Turbulenzen zu vermeiden muss es verlässliche Regeln an den Kapitalmärkten geben, die von den Teilnehmern eingehalten werden. Risiken können auch aus Wechselkursschwankungen kommen. Der Wechselkurs bezeichnet das Austausch­v erhältnis zweier Währungen, also zum Beispiel wie viel Euro man für einen US-Dollar bekommt. Die meisten Länder haben eine eigene nationale Währung (USA: US-Dollar, Schweiz: Schweizer Franken, England: Britisches Pfund, Japan: Yen etc.). Das Euro-Währungsgebiet bildet mit dem Euro für gegenwärtig 17 EU-Länder eher die Ausnahme. Die weltweite Leitwährung ist seit vielen Jahren der US-Dollar, nach seiner Einführung wurde der Euro zweite Leitwährung; Britisches Pfund und Yen konkurrieren um den dritten Platz.

Welthandel Top 10

Export & Import Top 10

Warenexporte in Milliarden Dollar im Jahr 2010

in Deutschland 2010, in Milliarden Euro Ausfuhren

China

1.577,8

2.

USA

1.278,1

3.

Deutschland 1.268,8

4.

Japan

769,8

Chemische Erzeugnisse

90.573

5.

Niederlande

571,9

81.419

6.

Frankreich

520,5

Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse

7.

Südkorea

466,4

Elektrische Ausrüstung

8.

Italien

447,8 411,2

10. Vereinigtes Königreich

404,7

Quelle: Internationaler Währungsfonds, IW Medien, 2011

Weiterlesen „Atlas der Globalisierung – Sehen und verstehen, was die Welt bewegt“, B. Bauer; Taz-Verlag-und-VertriebsGmbH, Berlin 2009 13,00 Euro

Insgesamt

959.497

Insgesamt

806.164

Kraftwagen und Kraftwagenteile

159.377

90.231

Maschinen

138.700

Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse Kraftwagen und Kraftwagenteile

69.214

Erdöl und Erdgas

63.255

Chemische Erzeugnisse

61.536

59.996

Maschinen

58.847

Pharmazeutische und ähnliche Erzeugnisse

51.133

Metalle

49.257

Metalle

50.328

Sonstige Fahrzeuge

40.449

Sonstige Fahrzeuge

39.221

Pharmazeutische und ähnliche Erzeugnisse

38.011

Nahrungs- und Futtermittel

37.479

Elektrische Ausrüstung

37.597

Gummi- und Kunststoffwaren

33.039

Nahrungs- und Futtermittel

33.201

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2011

11

Belgien

Die Bundezentrale für politische Bildung informiert über die Globalisierung der Finanzmärkte unter www.bpb.de Ò Wissen Ò Globalisierung Ò Finanzmärkte

Einfuhren

1.

9.

Das Online-Lexikon unter www.hoch-im-kurs.de Ò Lexikon erklärt wichtige Fachbegriffe.


modul 2

12

steh r e v te Märk

en

kt F in a n z m a r

- &

denk l u h c s s t Staa

r is e

Krise hier, Krise da, Krise überall. Man schaltet den Fernseher oder das Radio ein, und schon hört man es wieder. Kaum eine Informations­ sendung kommt ohne das Wort „Krise“ aus. Seit Monaten bestimmen die Schulden von einigen europäischen Ländern die Schlagzeilen – aus der Finanzkrise wurde eine Schuldenkrise. Doch Vorsicht: Krise ist nicht gleich Krise!

Was ist eine Finanzmarktkrise? › › Unter einer Finanzmarktkrise versteht man ein Marktversa-

gen, bei dem es zu einer erheblichen Verschlechterung der Finanzmarktbedingungen und zu einem starken Vertrauensverlust kommt. › › Typisch für eine Finanzmarktkrise ist ein erheblicher Vermögensverlust bei allen Teilnehmern aufgrund des rasanten Preisverfalls, etwa bei Wertpapieren, Immobilien oder Rohstoffen, was wiederum zu einem Zusammenbruch von Unternehmen, Banken und sogar Staaten führen kann. Wird die Krise von einem Zusammenbruch des Bankensystems ausgelöst oder begleitet, spricht man auch von einer Bankenkrise.

Fre ita g 9/1 1 un d der Sc hw arz e abe r auc h kon kre te Ere ig­ Aus lös er ein er Kri se kön nen rorma rkts sei n, etw a die Ter nis se abs eits des Fin anz ber 200 1. ans chl äge vom 11. Sep tem der nicht nur ein Phänomen Finanzmarktkrisen sind te schon häufig. Die bis heu heutigen Zeit, es gab sie im m Land ereignete sich schwerste Krise in unsere tshaf tsc Wir se Freitag“). Die Okto­ber 1929 („Schwarzer itische Folgen. pol e end krise hatte weitreich

Folgen von Finanzmarktkrisen – Rezession und Inflation Aus einer Finanzkrise kann eine weltweite Wirtschaftskrise entstehen, also ein starker Rückgang der Konjunktur, Rezession genannt. Dies geschieht dann, wenn die Probleme des Finanzsektors auf die Realwirtschaft, also auf die Unternehmen und die privaten Haushalte, übergreifen. Unternehmen bekommen wegen einer Bankenkrise beispielsweise keine Kredite mehr für ihre Investitionen. Die privaten Haushalte reduzieren aus Sorge ihren Konsum – es wird weniger gekauft. Das wiederum führt zu weniger Umsatz in den Unternehmen, und somit zu Entlassungen und Sparmaßnahmen. Die Krise hat nach und nach alle erreicht. Eine andere Folge kann zunehmende Inflationsgefahr sein, also die Gefahr der Entwertung des Geldes. Sie ist dann hoch, wenn der Staat zur Unterstützung der Konjunktur sehr viel Geld in die Märkte pumpt, oder wenn die Zentralbank die verfüg­bare Geldmenge bei den Geschäftsbanken erhöht. Wenn dieses viele Geld zu einer breiten Preissteigerung führen würde, spräche man von Inflation. Nicht nur Verbraucher und Unternehmen würden unter diesen Preiserhöhungen leiden, selbst Geldan­leger würden verlieren, da die Inflation den Realzins verringert. Der Realzins ist der Zinssatz, der sich durch Abzug der Inflationsrate vom Nominalzins ergibt. Das Gegenteil von Inflation heißt Deflation.

Ursachen für die Rezession 2007/2008 Zu den Hauptursachen einer Finanzmarktkrise zählt fehlendes Risikobewusstsein und überzogenes Gewinnstreben einzelner Akteure auf den Finanzmärkten. Dieses Verhalten führt zu überteuerten Preisen und schließlich zu einer Überhitzung – Speku­ la­t ionsblase genannt. In einem solchen Umfeld genügt eine schlechte Nachricht zu einem ungünstigen Zeitpunkt, um einen Stimmungsumschwung herbeizuführen und teilweise panik­ artige Verkäufe auszulösen.

Als weltweite Rezession gilt die Finanz- und Wirtschafts­k rise 2007/2008 sie wurde durch Spekulationsblasen in den USA losgetreten. Banken hatten dort großzügig ­K redite für Immobi­lien (Grundstücke, Häuser, Wohnungen) an einkommensschwache Käufer vergeben. Als diese wegen schwächerer Konjunktur ihre Kredite nicht mehr zurück­z ahlen konnten, hatten die US-Banken, und dann auch Kreditinstitute in der ganzen Welt massive Verluste zu beklagen. Manche Banken wurden zahlungsunfähig. Das führte zu gegenseitigem Misstrauen unter den Banken. Die


den Inf lat ion im All tag o, dam it sei n Kum pel in ogu tsc hei n übe r 10 Eur ren Jah f fün Pau l ver sch enk t ein en Kin in Fre und geh en kan n. Wü rde er dem Film erust ckb Blo eilen bei l uel akt en, mü sst e Pau ein en Gu tsc hei n sch enk eut ern ren Jah n ren zeh in Jah bzw. sch nitt sw ert ) in fün f ate von 2% (gil t als Du rch ahner jäh rlic hen Infl atio nsr e gle ich we rtig e Kar te bez Jah ren 12, 19 Eur o für ein rte oka Kin 11, 04 Eur o und in zeh n die tet 5% , so kos atio nsr ate dag ege n bei o. len . Lie gt die jäh rlic he Infl Eur n Jah ren 16, 29 12, 76 Eur o und nac h zeh nac h fün f Jah ren sch on

Bonität Mit Bonität wird die Kreditwü rdigkeit eines Schuldn ers beschrie ben. Das Bonitäts risiko sagt aus, wie hoch das Risiko ist, dass ein Schuldn er, beispiels weise ein Unterneh men oder ein Staat, seine Zins- und Tilgungs verpflich tungen nicht oder nicht rechtzei tig erbringe n kann. Je niedrige r die Bonität ist, desto höhere Zinsen muss der Schuldn er als Risikoau sgleich zahlen.

Weiterdenken

Staatsausgaben auf Pump Sind die Staatsausgaben größer als die Einnahmen, entsteht eine Lücke, auch Defizit genannt. Dieses Defizit muss über eine Kreditaufnahme gedeckt werden. Der Staat leiht sich also Geld, für das er Zinsen bezahlen muss und das er natürlich Jahre später zurückzahlen muss. Werden die Schulden aber immer höher und der Staat kann die Zinslast kaum mehr tragen, verschlechtert sich seine Bonität (Kreditwürdigkeit, Ò siehe Kasten Bonität). Die Geldgeber verlangen daraufhin mehr Zinsen für ihr Geld, da das Risiko für sie zunimmt. Sie fürchten, ihre Zinsen nicht rechtzeitig zu erhalten, oder gar ihr Geld nur teilweise oder überhaupt nicht mehr zurückzuerhalten.

Probleme im Euroraum Zur jüngsten Rezession in Europa kam es in den Jahren 2010/2011, bedingt durch die Staatsschulden einiger europäischer Länder: Viel zu lang hatten diese ihr Wirtschaftswachstum durch Schulden finanziert. Sie hielten sich nicht an die Verschuldungsgrenze, zu deren Einhalten sich jedes Land mit dem Beitritt zur Euro-Währungsunion verpflichtet hatte. Die Kreditwürdigkeit dieser Länder sank. Wegen der gemeinsamen Währung übertragen die Finanz­ märkte die Sorge um einzelne Länder, wie seit 2010 etwa um Griechenland, auf andere Euro-­L änder, die ebenfalls bereits hohe Staatsdefizite aufweisen. Folge ist ein deutlicher Zinsanstieg auch für Staatsanleihen dieser Länder. Jedoch bedeutet selbst ein geringer Zinsanstieg für einen Staat, dass er Milliarden von Euro mehr aufwenden muss, um sich Kredite zu besorgen. Im schlimmsten Fall droht die Gefahr, dass ein Land am freien Kapital-

markt kein ausreichendes Kapital mehr erhält, weil die Geldgeber kein Vertrauen mehr haben. So entsteht ein Teufelskreis, da die Staatsausgaben des Schulden­lands noch weiter wachsen und die Wirtschaft nicht in Schwung kommt. Auch starke Länder im Euro­r aum mit guter Bonität können sich den allgemeinen Zinserhöhungen dann kaum entziehen. Dass sich alle Euro­länder langfristig sanieren, liegt also im Interesse von ganz Europa, denn davon hängt letztendlich die Stabilität des Euro als Währung ab. Zur finanziellen Unterstützung der Not leidenden Staaten und zur Stabilisierung des Euro als Gemeinschaftswährung haben die Euroländer einen so genannten Euro-­R ettungsschirm installiert. Hieraus erhalten die Krisenländer Geld – wenn sie im Gegenzug Sparauflagen erfüllen – also den Staatshaushalt sanieren und die Verschuldung verringern.

Ratingagenturen Ratingagenturen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen und ganzer Staaten zu beurteilen. Sie können mit ihren Bewertungen und dem Zeitpunkt der Veröffentlichung eines neuen Ratings über Milliarden Euro entscheiden und Staaten in arge Pro­b leme bringen. Vorschnelle oder einseitige Einschätzungen haben weitreichende Auswirkungen auf die Finanzmärkte und können nur schwer korrigiert werden. Die bekanntesten weltweit tätigen Ratingagenturen sind Moody´s, Fitch sowie Standard & Poor´s. Sie überprüfen Unternehmen und Staaten regelmäßig und geben Noten in Form von Ratingsymbolen, etwa von AAA als Bestnote bis hin zu C als schlechtestem Wert, und veröffentlichen diese. Deutschland erhält Bestnoten und muss daher niedrige Zinsen bezahlen.

Schon gewusst? Die Ausgaben beim Kauf von Waren und Dienstleistungen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Inflationsbedingte Mehrkosten beim Kauf von Waren und Dienst241 € leistungen, die im Dezember 2001 216 € insgesamt 2.000 Euro gekostet haben. 149 € 120 € 90 € 24 €

Dez. 2002

44 €

Dez. 2003

Dez. 2004

Dez. 2005

Dez. 2006

2 . 0 0 0

Dez. 2007

Dez. 2008

?

332 €

300 €

262 €

Dez. 2009

Dez. 2010

1. Warum erhält Deutschland Bestnoten in Sachen Kredit­w ürdigkeit? Tragt mögliche Gründe zusammen und recher­c hiert in der Tagespresse oder im Internet Beispiele für eure Argumentation. Gibt es Tendenzen und Gefahren, dass Deutschland diese Bewertung einmal verlieren könnte? Begründet eure Meinung. 2. Der schwarze Freitag: Was pas­s ier­t e 1929 und was waren die Folgen für Politik und Gesellschaft? Recherchiert dazu mithilfe der Website der Bundeszentrale für politische Bildung www.bpb.de oder unter www.planet-wissen.de Ò Politik/Geschichte und präsentiert die Ergebnisse in einem Kurzreferat. 3. Informiere dich über die Hinter­g ründe zur Entstehung des Euro-Rettungsschirms auf der Website des Bundesfinanzministeriums: www. bundesfinanzministerium.de Ò Wirtschaft und Verwaltung Ò Europa Ò der Euro Ò Stabilität. 4. Beratet anschließend in Kleingruppen über Nutzen und Risiken des Euro-Rettungsschirms. Stellt eure Argumente an der Tafel in einer Tabelle gegenüber und begründet.

Weiterklicken www.ezb.de Europäische Zentralbank www.bundesbank.de Deutsche Bundesbank www.bundesfinanzministerium.de Bundesministerium für Finanzen www.planet-wissen.de Ò Politik und Geschichte Ò Wirtschaft und Finanzen Ò Börse Ò Finanzkrise 2008

Weiterlesen „Preisstabilität: Warum ist sie für dich wichtig?“, Broschüre EZB, Informationsheft für Schüler, 2011

Nov. 2011

E u r o

Quelle: Broschüre „Preise“, Statistisches Bundesamt, Dezember 2011

13

Folge: Sie machten untereinander keine Geschäfte mehr, weil sie Angst vor Verlusten hatten.


modul 2

14

Märk

te

K

teh s r e v

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se r ö B d n u kt apitalmar

Der Börse begegnen wir jeden Tag. In den Nachrichten, in Zeitungen und im Fernsehen. Kein Wunder, denn sie ist sowohl der Marktplatz für Kapital als auch das Barometer für die tägliche Verfassung von Unternehmen und nicht zuletzt für die Lage der gesamten Volkswirtschaft. Aber: Was genau passiert eigentlich an einer Börse?

Die Börse – Dreh- und Angelpunkt einer Volkswirtschaft Wo kommen die Aktien, die an der Börse gehandelt werden, überhaupt her? Unternehmen, die Kapital benötigen, geben Wertpapiere aus. Anleger kaufen die Wert­p apiere und der Kaufpreis fließt in das Unternehmen. Diese Erstausgabe von Wertpapieren nennt man Erstemission. Sind die Wertpapiere erst einmal an der Börse notiert, werden sie gehandelt. Sie haben täglich wechselnde Preise, Kurse genannt, die sich aus Angebot und Nachfrage bilden. Will ein Anleger seine Wertpapiere wechseln oder sein Kapital zurückhaben, verkauft er diese über die Börse an jemand anderen. Diesen Wechsel von einem Anleger zum nächsten nennt man Sekundärhandel. Durch den Wechsel der Kapitalgeber untereinander ist es möglich, dass pro Tag mehrere Millionen Wertpapiere den Besitzer wechseln können. Doch warum ist das notwendig? Je größer der Kapitalbedarf in einer Volkswirtschaft ist, umso mehr ist sie darauf angewiesen, dass sich möglichst viele Anleger an der Bildung und Zufuhr von Kapital für die Unternehmen beteiligen. Die Börse ist ein öffentlicher, das heißt für alle zugänglicher und zugleich streng reglementierter Marktplatz, auf dem Angebot und Nachfrage zusammenfließen. Wer Börse sagt, meint zumeist die Wertpapierbörse. Es gibt natürlich noch andere Börsen, zum Beispiel Warenbörsen für Getreide, Vieh, Kaffee oder auch die Strombörse. Die Wertpapierbörse Frankfurt ist die mit Abstand größte und umsatzstärkste Börse in Deutschland. Dort werden allein 12.000 Aktien aus über 70 Ländern und rund 25.000 festverzinsliche Wertpapiere gehandelt. (Quelle: Deutsche Börse AG)

Vorhersehbare Kursentwicklung? Das Auf und Ab der Börse kann anhand der Entwicklung des Aktien­index verfolgt werden. Das Ziel des Anlegers ist es dabei, zum richtigen Zeitpunkt zu kaufen und zu verkaufen. Um herauszufinden, ob ein Wertpapier gekauft werden sollte oder nicht, ziehen Fachleute unter anderem die so genannte Fundamental­ analyse heran. Sie beruht auf der Annahme, dass die Kurse von gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen (Konjunktur, Preisentwicklung), politischen Verhältnissen (Regierungsprogramme, Unruhen), Branchenbesonderheiten (Auftragslage, Branchenzyklus, Wettbewerb) und schließlich von Gewinn- und Wachstumsmöglichkeiten (Innovationen, neue Produkte) des jeweiligen Wertpapiers beziehungsweise Unternehmens abhängen.

Die Wertpapierarten Wertpapiere sind Urkunden, die einen Wert verbriefen, den der Inhaber gegen Vorlage der Urkunde geltend machen kann. Man unterscheidet zwischen Wertpapieren, die für die Unternehmen Fremdkapital darstellen, und solchen, die Eigen­kapital darstellen.

Fremdkapital

lte s f Ze it be re it­g es tel n (G läu big er n) au er eb sg hn rle g. Da n un Vo d feste Verzins auf Rückzahlung un Kapi­tal mit Anpruch

Eigenkapital

ttel, die den Eigentühmen angelegten Mi ren. Die in einem Unterne sellschaftern, gehö Aktionären oder Ge iel isp Be m zu , rn me


Der DAX-Performance-Index

Weiterdenken

Der DAX umfasst die 30 größten und umsatzstärksten Aktienwerte. Er ist die Richtgröße (benchmark) für den deutschen Aktienmarkt. Der Chart zeigt die Entwicklung der letzten 10 Jahre (bis 30.05.2012). 8.000 7.000 6.000 DA XIndex

5.000 4.000 3.000 2.000 Punkte 2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

ly se

nju nk tu r, Zin se n, aft lic he An aly se : Ko g, Pr eis e/ Inf lat ion an ch en en tw ick lun se : Au ftr ag sla ge , Br › › Br an ch en an aly rie re n , Ma rk tei nt rit tsb ar ne ue Te ch no log ien na ge me nt ­q ua litä t, Ma lys e: St ra teg ie, na sa en hm ne ter › › Un Wa ch stu m/ Ge wi nn

› › Ge sa mt wi rts ch

Festverzinsliche Wertpapiere … (kurz: „Rentenpapie­r e“) sind mit einer Laufzeit von etwa fünf bis zehn Jahren und meist einem festen Zinssatz ausgestattet. Beispiele sind Anleihen von Bund, Ländern und Unternehmen oder Staaten: Diese erhalten durch den Verkauf von Anleihen dringend benötigtes Geld, und der Anleger bekommt dafür als Gegenleistung Zinsen. Ein vergleichsweise höherer Zinssatz spiegelt also die niedrigere Bonität und das daraus resultierende höhere Risiko wieder. Aktien … verbriefen eine Beteiligung am Eigenkapital des Unternehmens. Wer eine Aktie erwirbt, beteiligt sich daher unmittelbar als (Teil-)Eigentümer am Unternehmen. Der Aktionär trägt als Eigentümer das Risiko, sein Geld zu verlieren, partizipiert aber auch im Gegenzug unbegrenzt am Gewinn. Die Anlage in Aktien ist daher für Anleger im-

Schon gewusst?

2. Analysiert anhand des Diagramms die Entwicklung des DAX in den letzten zehn Jahren. Wann gab es die größten Punktverluste? Findet Gründe für die Abstürze und diskutiert, warum der Index danach wieder anstieg. 3. Welche Chancen und Risiken ergeben sich bei der Beteiligung an Aktiengesellschaften? 4. Recherchiert die besonderen Merkmale der unterschiedlichen Wertpapierarten. Welche Vorteile und Nachteile bringen sie mit sich? Begründet.

Analysemethoden für Aktien Fu nd am en ta la na

1. Wie kommt ein Unternehmen an die Börse? Zeichnet die wichtigsten Schritte mithilfe der Web­ site www.planet-wissen.de Ò Politik/Geschichte Ò Börse nach.

Te ch nis ch e An aly se (C ha rta na lys e)

Sie wir d vor alle m zur Bes tim mu ng des rich tige n Zei tpu nkt s für den Kau f ode r Ver kau f von We rtpap ier en her ang ezo gen . Da bei wir d ver suc ht, anh and ver gan gen er Kur sve rlä ufe die kün ftig e Kur sen twi ckl ung vor her zus age n.

mer mit einem höheren Risiko verbunden, da sie einerseits viel gewinnen, aber andererseits ihren Einsatz auch verlieren können (Totalverlust). Der Aktionär profitiert neben den Kurssteigerungen davon, dass der Gewinn des Unternehmens in der Regel einmal im Jahr in Form einer Dividende ausgeschüttet wird.

Weiterklicken www.boerse-frankfurt.de Ò Über uns Ò Börse für Einsteiger

Weiterlesen „Das Banken- und Börsen ABC“, Bankenverband Bundesverband deutscher Banken (Hrsg.), Schul |  Bank, BankVerlag, Köln 2009 (kostenlos für Lehrkräfte) „Alles über Aktien, Grundwissen für Anleger“, Broschüre DAI Deutsches Aktieninstitut, April 2010, (kostenloser Download)

Investmentfondsanteile … (auch Fondsanteile) verbriefen ein Miteigentum an einem Investmentfonds (Ò mehr im Kapitel Investmentfonds, Seite 22/23). Die Anlagemittel vieler Sparer werden zusammengefasst und gemeinsam, je nach Ausrichtung des Fonds, in unterschiedliche Wert­ papiere oder Immobilien investiert. Die Anteile selbst werden in der Regel nicht an der Börse gehandelt, ihr Wert hängt aber von den Kursentwicklungen der zum Fonds­v ermögen gehörenden Wertpapiere und den Wertentwicklungen von Immobilien ab.

?

› › volle Auftragsbücher des Unternehmens › › die Markteinführung neuer Produkte › › Suche von Arbeitskräften › › Expansion in neue Absatzmärkte › › Kosteneinsparungen

15

Die Börsianer sammeln Informationen aus den Unternehmen und interpretieren diese hinsichtlich der erwarteten Kursentwicklung. Positiv wirken sich aus:


modul 3

16

ÖG VERM

AU AUFB

EN

EN

t’s h c a m g n Die Mischu

Louis und seine Schwester Rebecca haben von ihrer Großmutter jeweils 5.000 Euro geschenkt bekommen. Was man davon alles kaufen könnte! Doch Oma warnt die beiden, das Geld sofort auszugeben. Sie möchte, dass die Geschwister den Betrag für die Zukunft anlegen. Was nun?

Welche Anlageform ist die richtige? Auf diese oft gestellte Frage gibt es eigentlich nur eine Antwort: Das kommt ganz darauf an! Denn was für den einen maßgeschneidert ist, ist für den anderen womöglich völlig falsch. Bei der Auswahl der richtigen Geldanlage kommt es unter anderem an auf ... › › die individuelle Risikoneigung (Welcher Anlegertyp bin ich?), › › die Lebenssituation, in der man sich befindet, › › den Risikogehalt der Geldanlage, › › die Höhe des Geldbetrags und die gewünschte Laufzeit.

Geldanlageformen der privaten Haushalte Geldvermögensbestand gesamt 4.757 Mrd. € Anlageart

davon €

davon %

Bargeld und Sichteinlagen

935,1

19,66

Termineinlagen

266,5

5,60

Spareinlagen

613,2

12,89

Sparbriefe

81,2

1,71

Aktien

260,1

5,47

Investmentfondsanteile

416,9

8,76

1.384,3

29,10

Ansprüche aus Versicherungen

Quelle: Deutsche Bundesbank, Stand: Juni 2011

Jeder Mensch hat eine individuelle Einstellung zu Sicherheit oder Risiko. Wem Sicherheit in allen Lebenslagen wichtig ist und wem Ertrag bei gleichzeitigem geringen finanziellen Risiko wichtig ist, für den kommen andere Anlageformen infrage als für jemanden, der risikobereit ist (Ò mehr ab Seite 20). In jungen Jahren ist die allgemeine Lebenssituation ganz anders, als wenn man mitten im Beruf steht, eine Familie hat oder sich später auf den Lebensabend vorbereitet (Ò unterschied­ liche Lebensphasen, Seite 5). Daher können bestimmte Anlageformen zunächst uninteressant, später aber sehr sinnvoll sein. Die verschiedenen Anlageformen lassen sich in zwei Grundtypen einteilen. Da sind zum einen die kreditähnlichen Anlagetypen, bei denen der Anleger wie ein Kreditgeber sein Geld für eine bestimmte Frist verleiht und im Gegenzug dafür üblicherweise Zinsen bekommt. Am Ende der Laufzeit erhält er sein Geld zurück. Der Anleger ist in der Position des Gläubigers, der Empfänger des Kapitals in der Position des Schuldners. Beispiele dafür sind: › › Termin- und Festgeld › › Sparbuch und Sparbriefe › › festverzinsliche Wertpapiere

Die zweite Anlagegruppe umfasst die verschiedenen Formen des Erwerbs von Eigentum. Hierzu zählen: Eigentumsanteile an Unternehmen in Form von Aktien oder Aktienfonds-Anteilen, Immobilien, Schmuck, Gold, Edelsteine, Oldtimer, Gemälde oder Kunst allgemein etc. Bei diesen Formen wird der Anleger zum Eigentümer am Vermögenswert. Sie sind auf Dauer angelegt, auch wenn Verkäufe zwischendurch immer wieder möglich sind. Der Ertrag aus diesen Anlagen ist zunächst ungewiss und abhängig vom erzielbaren Verkaufspreis. Es besteht auch die Gefahr, Geld zu verlieren.


Sicherheit

Rentable Anlagen sind oft weniger sicher

Sichere Anlagen können ggf. weniger liquide sein

Das magische Dreieck

Rentabilität

Weiterklicken Mehr Informationen findest du hier: http://nur-fuer-alle.de Ò So geht Geldanlage

Liquide Anlagen können ggf. weniger sicher sein

Liquidität

Rentable Anlagen sind oft langfristig gebunden

Liquide Anlagen können weniger rentabel sein

Was will ich eigentlich? – Das magische Dreieck Jede Anlageform lässt sich anhand von drei Kriterien kategorisieren: Sicherheit, Rentabilität und Verfügbarkeit (Liquidität). Unter Sicherheit (das Gegenteil von Risiko) versteht man, ob und inwieweit das angelegte Geld teilweise oder sogar vollständig verloren gehen könnte. Ist eine Anlage „sicher“, so bedeutet das, dass der Wert der Anlage keinen Kursschwankungen unterliegt, der angelegte Betrag am Ende der Laufzeit in voller Höhe wieder zurückfließt (kein Schuldnerausfall) oder, dass man Planungssicherheit hat, etwa mit festen Zinssätzen. Die Rentabilität (Rendite) einer Anlage bestimmt sich aus ihrem Ertrag. Wie viel soll meine Geldanlage abwerfen? Hier geht es um die Höhe von Zinssätzen, um mögliche Aktienkursgewinne oder um die Höhe der Wertsteigerungen von Investmentfonds.

Tipps fürs clevere Anlegen

Rendite und Sicherheit, beides auf einmal ist unmöglich. Ein Beispiel: Die absolut sichere Bundesanleihe bietet gerade mal zwei bis drei Prozent Rendite pro Janr, die riskante Anlage in Aktien kann dagegen fünf bis zehn Prozent Gewinn schaffen. Dafür kann der angelegte Betrag auch vorüber­ gehend sinken, schlimms­­tenfalls sogar verloren gehen.

dein Geld in verschiedene Anlageformen zu stecken. Die Mischung macht´s. › › „Streuung über die Zeit“ ist das Zauberwort. Insbesondere Erträge von Wertpapieranlagen können sehr stark schwanken. Eine Anlage über einen längeren Zeitraum hinweg hilft, diese Schwankungen auszugeichen und so das Verlustrisiko zu senken. › › Sei kritisch, wenn jemand einen besonders hohen Ertrag verspricht, und die Anlage angeblich ohne Risiko sein soll – da ist was faul! › › Anlageprodukte müssen klar verständlich sein! Bleiben Restzweifel, gilt die Regel: Lieber nicht kaufen.

„Geldanlage in Wertpapieren“, Broschüre Deutscher Banken­ verband, Dezember 2010, (kostenloser Download) „Wertpapiergeschäfte – Was Sie als Anleger beachten sollten“, Bafin, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs­aufsicht, August 2010

Die Verfügbarkeit (Liquidität) hängt davon ab, wie schnell man an einen Betrag, der investiert wurde, wieder herankommt – zum Beispiel wenn man schnell Geld braucht. Geld ist vor allem dann liquide, wenn man es im Portemonnaie hat. Wichtig ist: Es gibt keine Anlageform, die alle Kriterien gleichwertig erfüllen kann. Zwischen Sicherheit und Rentabilität – also der Chance auf hohen Gewinn – besteht ein Zielkonflikt. Grundsätzlich gilt, dass höhere Gewinnchancen immer auch mit höheren Risiken verbunden sind und umgekehrt. Auch Rentabilität und Verfügbarkeit passen bei vielen Anlageprodukten nicht so recht zusammen. Für Louis ist klar: Er will eine hohe Rendite, und da er das Geld zunächst nicht dringend benötigt, kann der so genannte Anlagehorizont auch längerfristig sein. Anders bei Rebecca: Sie ist in einem Jahr mit der Schule fertig und braucht dann ganz dringend Geld, um ihren Führerschein zu machen. Also bevorzugt sie eher eine sichere und dafür liquidere Anlageform.

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› › Setze niemals alles auf eine Karte! Besser ist es,

Weiterlesen

Weiterdenken 1.

Erstelle dein persönliches Anlageprofil mithilfe des Schaubilds „Das magische Dreieck der Vermögens­ anlagen“. Welche Anlageform passt zu den von dir gewählten Kriterien?

2. Überlegt

in Kleingruppen Sparziele für jede Lebensphase (Jugend/Singleleben, Familie mit Kind/ Berufsleben, Ruhestand) für die es sich lohnt, Geld anzulegen. Wählt eine zum Sparziel passende Anlageform aus und begründet eure Wahl.

17

Sichere Anlagen sind ggf. weniger rentabel

Schon Gewusst?


modul 3

18

ÖG M R E V

EN

AU AUFB

EN

eld G t g in r b Zeit

Louis und Rebecca sind zwar Geschwister, aber trotzdem in vielen Dingen sehr unterschiedlich. Louis ist eher risikobereit, während Rebecca mehr der vorsichtige Typ ist und genau auf ihr Budget achtet. Rebecca liebäugelt daher eher mit zinstragenden Anlage­ formen. Als sie sich mit dem Thema beschäftigt, ist sie überrascht, wie gut Zins und Zinseszins für sie arbeiten können.

Wie aus Geld viel Geld werden kann

Beispiel

Wer früh anfängt, Geld anzulegen, kann auf zwei Dinge bauen: die Zeit und den Zins. Als Zins wird der Preis bezeichnet, den ein Kapitalnehmer (Schuldner) einem Kapitalgeber (Gläubiger) dafür zahlt, dass dieser ihm für eine bestimmte Zeit einen gewissen Geldbetrag überlässt. Die Höhe des Betrags, den der Schuldner als Zinsaufwand zahlt und der Gläubiger als Zinsertrag erhält, hängt davon ab, wie viel Geld wie lange und zu welchem Zinssatz angelegt wird. Zinsen erhält man bei allen kreditähnlichen Anlageformen.

Rebecca legt die 5.000 Euro von ihrer Oma auf ihrem Sparbuch zum jährlichen Zinssatz von zwei Prozent an. Am Ende des ersten Jahres erhält sie: 5.000 Euro x 1 Jahr x 2/100 = 100 Euro Zinsen. Ist die Anlagezeit kürzer als ein Jahr, verwendet man in der Formel nicht „i“ für ein Jahr, sondern rechnet genau nach Tagen (t), wobei der Monat vereinfacht mit 30 Tagen und das Jahr mit 360 Tagen gerechnet wird. In unserem Beispiel beträgt der Zins nach drei Monaten, also einem Vierteljahr, 25 Euro: 5.000 Euro x 90/360 x 2/100 = 25 Euro.

Der Zinsertrag ist also abhängig von der Höhe des überlassenen Kapitals, der Dauer der Überlassung („i“ steht hier für Zeit in ganzen Jahren) und vom Zinssatz. Der Zinssatz wird üblicherweise in Prozent pro Jahr angegeben (kurz: p.a. = per annum).

Eine einfache Formel für

Z=

Zinsen lautet:

Kxixp 100

x Zei t (i) x Zin ssa tz (p) / 100 Zin ser tra g (Z) = Kap ital (K)

Der Zinseszins – der Turbo fürs Vermögen Wird der Zins (Ertrag) am Ende eines Jahres fällig und nicht ausgezahlt, sondern wieder dem Konto gutgeschrieben, wird im zweiten Jahr nicht nur der Kapitalbetrag verzinst, sondern der Zins des ersten Jahres gleich mit. Es gibt also einen Zins auf die Zinsen – und der heißt Zinseszins.

Die Formel für den

Zinseszins lautet:

Anfangskapital x (1 + p / 100) = Endkapital (mit Zi nseszins)

i


Anlagen und ihre Ertragskomponenten Sparbuch/Festgeld

Aktien

Zinsen

Dividende

›› werden von den Banken

festgelegt (auf Basis des allgemeinen Zinsniveaus) und in der Regel einmal pro Jahr ausbezahlt. ›› Höhe in Abhängigkeit der

Zinsen am Geldmarkt. ›› Auszahlung steht fest.

›› wird von jedem einzelnen

Investmentfonds Kursgewinne

Ausschüttung

›› sind abhängig von

Unternehmen festgelegt und als Gewinnbeteiligung ausgeschüttet.

›› je nach Fondsart Zinsen

Konjunktur, Branche und Börsenklima sowie Unternehmenserfolg.

›› Höhe schwankt mit dem

und / oder Dividenden sowie Kursgewinne; bei Immobilienfonds: Mieteinnahmen. ›› Höhe ist abhängig von der

Erfolg des Unternehmens.

Anlagepolitik des Fonds und der Wertentwicklung der Vermögensgegenstände.

›› Auszahlung ist nicht

sicher, da eine Dividende in schlechten Jahren auch ausfallen kann.

›› Auszahlung grundsätz-

lich sicher, jedoch Höhe unsicher.

Rebecca fragt bei ihrer Bank nach einem Konto, das mit Zinseszins arbeitet. Sie rechnet dann aus, was die 5.000 Euro nach zwei Jahren auf diesem Konto bringen würden. Der Zinssatz beträgt drei Prozent: Nach zwei

5 . 1 5 0  € inem N a ch e

5.304,50 €

Jahr

5.0 00  € Anfangsbe

Jahren

Jahr

Anfangs­ betrag

Zinsertrag bei 3%

Betrag am Jahresende

1

5.000,00 €

150,00 €

5.150,00 €

2

5.150,00 €

154,50 €

5.304,50 €

trag

Was verdient man bei anderen Anlageformen? Bei Wertpapieren besteht der Ertrag der Anlage neben möglichen Kursgewinnen aus › › Dividenden bei Aktien, › › Zinsen bei festverzinslichen Wertpapieren oder › › Ausschüttungen von Erträgen bei Investmentfonds (Zinsen, Dividenden oder Mieterträge bei offenen Immobilienfonds). Um die Erträge von verschiedenen Anlageformen vergleichen zu können, ermittelt man die Rendite. Sie zeigt den Ertrag bezogen auf die Höhe des ursprünglich eingesetzten Kapitals, und zwar pro Jahr. Immer dort, wo auf eine Anlageform ein fester Zinssatz pro Jahr gezahlt wird, entspricht die Rendite dem Zinssatz (vor Kosten, Ò „Schon gewusst?“).

Will man die Rendite einer Anlageform ermitteln, muss man zunächst ihre Ertragskomponenten herausfinden. Diese sind von Anlage zu Anlage unterschiedlich: 1. Geldanlagen mit Zins­ erträgen, zum Beispiel das Sparbuch oder das Festgeld 2. Aktien, die man über die Börse kauft und verkauft 3. Investmentfondsanteile

Weiterdenken Stell dir vor, du bekommst ebenfalls 5.000 Euro und möchtest sie anlegen. Recherchiere einerseits den durchschnittlichen Ertrag der Anlagemöglichkeiten a) Sparbuch, b) Festgeldkonto, c) Aktien, d) Investmentfonds und andererseits die unterschiedlichen Risiken bei der Anlage und wäge ab, welche Anlageform für dich sinnvoll ist. Begründe deine Wahl.

Weiterklicken Mit dem Zinseszins-Rechner unter www.hoch-im-kurs.de Ò Service kannst du Zins­ effekt und Rendite ohne Mühe errechnen. Die Website www.boerse.ard.de gibt aktuelle Entwicklungen, Meldungen und Börsentrends wieder.

Faustformel für Wertpap

iere:

Ertrag p. a. x 100 Rendite = Kapitaleinsatz Hier weiß der Anleger bereits sofort über die Rendite Bescheid, wenn er sich für eine Anlage entscheidet – etwa bei Sparkonten oder Festgeldern. Schwieriger ist der Fall, wenn sich die Rendite aus Dividenden/Ausschüttungen und Kursveränderungen wie bei Aktien oder Fonds zusammensetzt. Hier lässt sich die Rendite nur im Nachhinein errechnen.

Infos findest du auch unter www.test.de Ò Tests Ò Geld­ anlage + Banken Ò Specials Ò Lexikon der Geldanlage

Weiterlesen „Geldanlage ganz konkret: Der unabhängige Ratgeber für Sparer und Anleger“, 2. Auf­lage, Stiftung Warentest, Januar 2011 (9,90 Euro)

Schon gewusst?

Neben den Erträgen sind natürlich auch die Kosten zu beachten, die mit den verschiedenen Geldanlagen verbunden sind. Depotgebühren und Bearbeitungskosten der Bank sind im Einzelfall zu erfragen. Bei der Fondsanlage ist der Ausgabeaufschlag für Beratungs- und Vertriebskosten des Fonds zu berücksichtigen.

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Geld anlegen kostet Geld


modul 3

20

ge Anla

n im

le Verg

ich

e ig t h ic R s da Für jeden

Wenn du Geld auf der „hohen Kante“ hast, legst du es nicht mehr unters Kopfkissen, sondern du legst es an: Doch welche Geldanlage macht wann und für wen Sinn? Das kommt immer ganz darauf an: Hast du einen Schulabschluss, und bist bereits in der Ausbildung, und verdienst dein eigenes Geld? Oder steht das Abitur gerade bevor, und ob du danach ein Studium beginnen wirst, ist noch nicht ganz klar? Bei der Wahl einer Geldanlage spielt auch immer deine Persönlichkeit, das heißt deine Risikoneigung, eine Rolle.

Der Anlage-Check

Aktien

Sparkonto/Sparbuch Seit Jahrzehnten ist das Sparbuch die beliebteste Form der Geldanlage in Deutschland. Es steht für Sicherheit und Ver­­ trauen. Millionen Menschen haben mindestens eines davon. Die wichtigsten Merkmale sind: › › Man erhält eine Sparurkunde, meist als kleines Büchlein oder eine Plastikkarte (SparCard). › › Einzahlungen sind immer möglich, Auszahlungen sind meist pro Monat bis zu 2.000 Euro begrenzt (gute Liquidität). › › Größere Beträge müssen vorher gekündigt werden. › › Der Zinssatz für Spareinlagen ist sehr niedrig (geringe Rendite). › › Spareinlagen werden durch die Banken grundsätzlich abgesichert (hohe Sicherheit).

Die Aktie ist ein Wertpapier, das einen Unternehmensanteil darstellt. Der Aktionär wird Miteigentümer an dem Unternehmen. Aktien werden über die Wertpapierbörse gehandelt, das heißt ge- und verkauft. › › Die Auswahl der „richtigen“ Aktien ist schwierig und eher etwas für Profis. › › Weil die Kurse der marktgängigen, großen Unternehmen täglich an der Börse festgestellt werden, ist die Liquidität hoch. Bei umsatzschwächeren Werten kann es auch Tage geben, an denen Angebot und Nachfrage sich nicht ausgleichen. › › Aufgrund möglicher großer Kursschwankungen sind Aktien besonders risikobehaftet; es gibt keinen Rückzahlungs­ anspruch (geringe Sicherheit). › › Die Rendite von Aktien (Gewinnchance) kann sehr hoch sein. › › 2011 haben 4,1 Millionen Anleger beziehungsweise 6,3 Prozent der Bevölkerung Aktien gehalten. Quelle: DAI Deutsches Aktieninstitut, DAI-Kurzstudie Januar 2012

» W arum investieren Sie in Investmentfonds?

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Quelle: BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V., GfK Finanzmarktpanel 2009

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Zu welchem Anlegertyp gehörst Du?

› › Sicherheit in allen Lebens­lagen

ist dein Thema. › › Lieber ruhig schlafen und mit

weniger Rendite aufwachen, als schlaflos vom Geldanlagecoup träumen. › › Dein Anlageziel: nachhaltiger Ertrag bei geringem Risiko. › › Passende Anlageformen können sein: festverzinsliche Wert­ papiere und Geldmarktfonds.

N a s e -i m W in d -T y p

Im m e r -m it yp -T e h d e r -R u › › Du versuchst Aufregungen bei

der Geldanlage zu vermeiden, lotest aber gern besondere Wertpapierchancen aus. › › Das Ergebnis: höhere Ertrags­ chancen bei moderatem Gesamtrisiko. › › Neben festverzinslichen Wert­ papieren können auch Mischund Aktienfonds zu deinen Anlagen gehören.

onW e n n -s c h n -T y p o h c d e n n -s

› › Dir ist eine attraktive Wert­

› › „Jede Chance nutzen“

steigerung wichtig.

ist dein Motto.

› › Du bist gut informiert und

› › Du nutzt die hohen Rendite-

verfolgst bei deiner Anlage ehrgeizige Ziele. › › Du findest Aktien interessant, verteilst dein Geld aber auch auf sicherheitsorientierte Anlagen wie Renten oder offene Immobilienfonds.

chancen von Aktien, denkst aber langfristig. Risiken kalkulierst du mit ein. › › In schlechten Börsenzeiten parkst du dein Geld zum Beispiel in Geldmarktfonds, um bei steigenden Kursen wieder voll dabei zu sein.

Festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen)

› › Bei Fondsanteilen ist die Rendite unmittelbar daran

Anleihen sind eine Art Kredit in Form eines Wertpapiers. Sie werden etwa von Unternehmen, Banken oder auch vom Staat herausgegeben und sind mit einem Zinssatz versehen. Die Herausgeber solcher Wertpapiere nennt man Emittenten. › › Anleihen werden an der Börse gehandelt, wodurch es möglich ist, umsatzstarke Werte wie Bundesanleihen täglich zu verkaufen (hohe Liquidität). › › Aufgrund der festgelegten Zinszahlungen sind Anleihen von Emittenten guter Bonität eine sichere Anlageform. In seltenen Fällen passiert es jedoch, dass Emittenten die vereinbarte Rückzahlung nicht leisten können (schlechte Bonität). Bei deutschen Staatsanleihen kann von einer hohen Sicherheit ausgegangen werden.

gekoppelt, welche Wertpapiere der Fonds enthält und wie sich deren Wert entwickelt (Ò mehr Infos ab Seite 22). › › Trotz der breiten Streuung, die gesetzlich vorgeschrieben ist, können Kursrückgänge der jeweiligen Werte auch bei Fonds zu sinkenden Anteilpreisen führen. Von den 15 Millionen deutschen Fondsanlegern haben 2011 6,2 Millionen Deutsche Anteile an Aktienfonds oder gemischten Fonds gehalten. Damit halten 9,6 Prozent der Bevölkerung Anteile an Aktien- oder gemischten Fonds.

Investmentfonds Ein Investmentfonds (kurz: Fonds) ist eine Art Sammel­ becken, in dem die Gelder vieler Sparer gemeinsam – je nach Fondsart – in Aktien, Wertpapiere, Immobilien oder andere Anlageformen investiert werden. Ein Anleger, der in einen Investmentfonds anlegt, erhält einen Anteilschein (auch: Fondsanteil) und ist damit Mit­ eigentümer an dem Investmentfonds. Es gibt eine breite Palette an Anlagenschwerpunkten der Fonds, unter anderem Aktienfonds, Rentenfonds oder offene Immobilienfonds. Die wichtigsten Merkmale sind: › › Die Anlage ist bereits mit kleinen Beträgen möglich. › › Eine breite Auswahl an Fondstypen bietet für jeden Anlegertyp das Passende. ›› Fondsanteile können täglich verkauft werden (hohe Liquidität). › › Durch das Prinzip der Risikostreuung, einen umfangreichen Anlegerschutz und die spezielle Struktur der Investmentfonds, die den Anleger vor einer Insolvenz des Fonds schützt, besteht eine hohe Absicherung (Ò mehr Infos ab Seite 22).

Weiterdenken 1. Informiere dich über die wichtigsten Anlegerschutzregeln in Deutschland. Was würde ohne diese Regeln passieren? 2. Diskutiert in Kleingruppen, inwieweit feste Regeln auf dem Kapitalmarkt notwendig sind. Formuliert Thesen, die den Nutzen fester Regeln für die Märkte zum Ausdruck bringen, und stellt sie der Lerngruppe vor.

Quelle: DAI Deutsches Aktieninstitut, DAI-Kurzstudie Januar 2012

Transparenz Für viele Anleger ist die Transparenz ein weiteres wichtiges Kriterium. Wie hat sich der Wert der Anlage im letzten Jahr entwickelt? Wie schneidet sie im Vergleich mit anderen Geldanlageformen ab? Wertentwicklungen von Investmentfonds werden regelmäßig in Tageszeitungen und Jahresberichten der Fonds veröffentlicht.

Einlagensicherung und Anlegerschutz

Weiterklicken Welcher Geldtyp bist du? Mach den Geldtyp-Test auf www.hoch-im-kurs.de Ò Themen Ò Finanz-Check

Weiterlesen „Geldanlage ganz konkret: Der unabhängige Ratgeber für Sparer und Anleger“, Stiftung Warentest, Januar 2011 (9,90 Euro)

Wird ein Kreditinstitut zahlungsunfähig, ist es nicht mehr in der Lage, Geld an seine Kunden auszuzahlen. Im deutschen Bankensystem sind die Ersparnisse der Anleger, die bei den Banken liegen, dennoch geschützt (grundsätzlich bis zu 100.000 Euro). Das gilt für Guthaben von Privat­ personen, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, die auf Girokonten, Spar- und Tagesgeldkonten liegen. Zahlreiche Gesetze und Regelungen stellen einen breiten Anlegerschutz her. Investmentfonds weisen aufgrund strenger Vorschriften durch das Investmentgesetz und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einen hohen Anlegerschutz auf. Durch die Struktur von Investmentfonds (Ò mehr auf Seite 23) sind die Anleger vor Insolvenzen geschützt. Die Fondsbesitzer tragen nicht das Risiko, wenn der Emittent insolvent wird.

21

erA u f -N u m m p s ic h e r -T y


modul 3

22

Inves

tfo tmen

Wie

nds

s? a d t r ie n funktio

Louis befindet sich mittlerweile im dritten Lehrjahr und hat etwas Geld angespart. Anders als im Falle der 5.000 Euro von seiner Oma (Ò siehe auch Seite 18) entscheidet er sich dieses Mal für eine Anlage in gemischten Fonds. Davon verspricht er sich eine gute Rendite, aber trotzdem auch hohe Sicherheit aufgrund der besonderen Eigenschaften der Fonds.

Was ist ein Fonds? Ein Investmentfonds oder auch kurz Fonds ist ein Topf, in den viele Anleger gemeinsam einzahlen. Das Geld wird von professionellen Fondsmanagern möglichst Gewinn bringend in Wertpapieren oder Immobilien angelegt. Die Zusammensetzung der Wertpapiere wird ständig überprüft und optimiert.

Einer für alle Eine Kapitalanlagegesellschaft (kurz: KAG oder auch Investmentgesellschaft) bündelt das Geld der einzelnen Anleger gesondert in einem eigenen Vermögen – dem Investmentfonds. Dort wer-

den sie nach dem Grundsatz der Risikomischung in verschiedene Vermögenswerte (Aktien, Rentenpapiere, Immobilien) angelegt und fachmännisch verwaltet. Der Anleger erhält über seine Beteiligung an dem Fonds Anteilscheine (auch Fondsanteile) – er wird Miteigentümer des Fonds. Um einen verstärkten Anlegerschutz zu gewährleisten, darf die KAG die von ihr aufgelegten Fonds (Sondervermögen) nicht selbst verwahren, sondern muss damit ein anderes Kreditinstitut als Depotbank beauftragen. Jede KAG kann mehrere Fonds managen.

Die fünf wesentlichen Investmentfondsarten AKTIENFONDS ›› ... legen in deutsche

oder internationale Aktien an. Es gibt Fonds, die dabei auf bestimmte Regionen oder Länder (zum Beispiel Osteuropa, China) oder auf bestimmte Branchen (zum Beispiel Technologiewerte, Rohstoffe), spezialisiert sind.

Rentenfonds ›› ... investieren in

festverzinsliche Wert­papiere (zum Beispiel Bundes­ anleihen) mit unterschiedlichen Zinssätzen und Laufzeiten.

Gemischte Fonds ›› ... legen ihr Geld

sowohl in Aktien, als auch in Renten, teilweise auch in Immobilien an.

Es gibt weitere Arten von Investmentfonds, unter anderem Dachfonds, die ihr Vermögen in andere Investmentfonds investieren.

Geldmarktfonds ›› ... investieren in

kurzfristige Geldanlagen, wie zum Beispiel Tages- oder Termingeld, mit einer Restlaufzeit von maximal 12 Monaten.

Offene Immo­bilienfonds ›› ... erwerben Grund­

stücke und Gebäude (Immobilien). Sie investieren meinst in gewerblich genutzte Immo­bilien (zum Beispiel Bürogebäude, Einkaufszentren) oder vereinzelt auch in Wohnungen.


So funktionieren Investmentfonds

1. Wähle im Börsenteil einer Tageszeitung einen Invest­ ment­f onds aus und notiere seinen Wert über mehrere Wochen hinweg. Analysiere seine Entwicklung. Welche Tendenzen kannst du erkennen?

Kapitalanlage­ gesellschaft

bei

managt und betreut das Fondsvermögen

dir

ek

tb

ei

Investment fonds

ka

uft

kauft über

Bank, Discountbroker, Finanzdienstleister, Fondsshop oder Sparkasse

Weiterdenken

Ante

il

in sche

Aktien n Immobilie n e Anleih

Depotbank

Anleger

verwahrt das Fondsvermögen

Miteigentümer

2. Fragt in eurem Familienund Bekanntenkreis, wer Anteilscheine an einem Fonds hält. Wer hat welche Arten von Fonds und mit welchen Zielen? Welche Erfahrungen haben die Personen damit gemacht? Tauscht euch in der Lerngruppe darüber aus.

Weiterklicken Die Website www.nur-fuer-alle.de bietet jede Menge Infos für junge Anleger. Erfahre mehr über die verschiedenen Fondsarten unter www.hoch-im-kurs.de Ò Themen Ò Fit für die Zukunft Der BVI Bundesverband Investment und Asset Management bietet auf seiner Website www.bvi.de umfangreiche Informationen und Statistiken rund um Investmentfonds an.

Wie kann man in Fonds investieren?

› › Je länger der Anlagezeitraum ist, desto besser sind die

In einen Fonds kann man auf zwei Arten investieren: › › Einmalanlage: Einmalig wird ein bestimmter Betrag angelegt. › › Fondssparpläne: Es können regelmäßig auch kleinere Beträge angelegt werden.

Ertragsaussichten. › › Der Zinseszins-Effekt vergrößert das Vermögen. › › Günstige Durchschnittskurse entstehen durch den Cost-Average-Effekt.

Cost-Average-Effekt Bei der Einmalanlage wird einmalig ein größerer Betrag für den Kauf von Fondsanteilen aufgebracht. Die Herausforderung und zugleich die Schwierigkeit bei der Einmalanlage liegt darin, einen günstigen Anlagezeitpunkt zu wählen, denn davon hängt der Anlageerfolg ab.

Das Prinzip der Sparpläne Monatlich wird ein fester Betrag in die ausgesuchten Fonds investiert. Höhe und Laufzeit kann der Anleger bestimmen. Fondssparpläne haben dabei mehrere Vorteile: › › Die Anlage ist auch mit kleinen Beträgen möglich,

manchmal schon ab 25 Euro pro Monat.

Beim Fondssparplan erwirbt man jeden Monat für den gleichen Betrag, einmal mehr, einmal weniger Fondsanteile – je nachdem, wie hoch der Preis gerade ist. Mit steigenden Kursen erwirbt der Anleger weniger Anteile am Fonds, bei fallenden Preisen mehr. Die regelmäßigen Anlagen führen zu einem günstigen Durchschnittspreis und damit zu einem Preisvorteil. Dieses Phänomen wird als Cost-AverageEffekt (Durchschnittspreis-Effekt) bezeichnet. Für den langfristig orientierten Anleger, der zum Beispiel zur Ergänzung seiner Altersvorsorge regelmäßig gleichbleibende Beträge spart, bedeuten vorübergehende Rückgänge der Aktienkurse also keine Bedrohung, sondern eher die Chance zum kostengünstigen Aufbau eines Wertpapierdepots.

Weiterlesen „Fonds, Basiswissen für Einsteiger, Geldanlage für jedermann!“, Stiftung Warentest, November 2010 (16,90 Euro) „Grundlagen des Investmentfondsgeschäftes“, Wolfgang Raab, Frankfurt 2012, 6. Auflage (34,90 Euro) „Investmentfonds: Über 8.000 Fonds im Test“, Stiftung Warentest, FINANZtest, Berlin 2009 (7,50 Euro)

Schon gewusst?

23

Die erzielten Erträge eines Investmentfonds können von der Fondsgesellschaft an die Anleger ausgeschüttet werden, meist einmal jährlich. Diese Ausschüttung wird am so genannten Ex-Tag dem Fondsvermögen entnommen, sodass der Anteilpreis um diesen Ausschüttungsbetrag sinkt. Bei thesaurierenden Fonds werden die Erträge dagegen nicht ausgeschüttet, sondern sofort wieder in den Fonds investiert. Die Ausschüttungen zählen zu den privaten Kapitalerträgen und müssen oberhalb der Freibetragsgrenzen versteuert werden.


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Julia, Benjamin und Christoph sind drei unter vielen jungen Leuten, für die das Thema Wirtschaft und Geld so spannend ist, dass sie sich für einen Beruf in der Investmentfondsbranche entschieden haben. Hier beschreiben sie ihre Erfahrungen und auch du erfährst mehr zu den einzelnen Berufswegen in der Branche.

„Nach meiner Ausbildung zum Investmentfondskaufmann bin ich als Produktmanager bei der DWS tätig. Hauptsächlich beschäftige ich mich mit dem Lebenszyklus von Investmentfonds – von der Auflegung über die Umsetzung von Änderungen bis hin zur Fusion oder Liquidation. Aufgrund der Sicherheit, Flexibilität und wegen der guten Karrierechancen habe ich viel Spaß an meinem Beruf.“

Benjamin Brück, DW

S

„Ich habe mich bei der DekaBank gut eingelebt und löse nach meiner Ausbildung kreative und interessante strategische Problem­ stellungen im Bereich Konzernentwicklung. Insbesondere die gute Arbeitsatmosphäre und der starke Teamgeist in der Abteilung helfen mir, die täglichen Herausforderungen zu meistern.“

Christoph Gebhardt

, DekaBank

24

Beru

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„In meinem verantwortungsvollen Beruf habe ich viele neue Erfahrungen gesammelt. Toll finde ich, dass ich mitbekomme, was die Finanz- und Politikwelt zu bieten hat. Ich arbeite im Backoffice der Universal-Investment und bin für die Abstimmung und Bewertung KAG-fremder Fonds (ingesourcte Mandate) zuständig. Ich habe täglich viel Kontakt zu unseren Kunden – das sind Depotbanken wie auch Kapitalanlagegesellschaften, nationale und internationale.“

Julia Geßner, Univ

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Ausbildung zum/zur Investmentfonds­k aufmann/-frau Seit September 2003 können junge Leute nach der Schule die Ausbildung zum/zur Invest­m ent­ fonds­k aufmann/-frau beginnen. Der Beruf soll den Auszubildenden › › einen kompletten Überblick über die Tätigkeiten von Kapitalanlagegesellschaften vermitteln. › › Schwerpunkte im Bereich der Fondsbuchhaltung und des Fondscontrollings, des Depotservices, des Research- und Fonds­ managements sowie auch im Bereich Immobilien und Marketing setzen.

Die Ausbildung ›› dauert drei Jahre, eine Verkürzung ist möglich. › › wird parallel an der Berufsschule und am

Arbeitsplatz (duale Ausbildung) durchgeführt. › › ist nach dem Berufsbildungsgesetz geregelt und endet mit einem IHK-Abschluss (IHK = Industrie- und Handelskammer).

In v e s t m e n

t -F a c h w ir

t/-i n

Investment-Fachwirt/-in › › ist ein weiterbildender Abschluss, den man

nach der abgeschlossenen Ausbildung und mit mehrjähriger Berufserfahrung beginnen kann. › › entspricht im internationalen Vergleich in etwa dem Bachelor. Der Weiterbildungsweg dauert zwei Jahre, ist jedoch nicht kostenlos.

Investment-Fachwirte › › eignen sich weiterführende Kenntnisse aus

den Bereichen KAG/Geschäft, Betriebs­ wirtschaft, Volkswirtschaft und Recht an. › › spezialisieren sich, ausgehend von der bis­ herigen Berufslaufbahn und entsprechend individueller Neigungen, in einem der drei Bereiche Portfolio-Management, Marketing und Vertrieb oder Risiko­ management. › › haben ihre Weiterbildung nach einer anerkannten IHK-Prüfung erfolgreich abgeschlossen.

Weiterdenken 1. Was wünschst du dir von deinem Job? Erstelle ein persönliches Ranking mit den für dich wichtigsten Faktoren für ein erfülltes Berufsleben. Diskutiert eure Rankings anschließend in der Klasse. 2. Wie stellt ihr euch einen Job in der Investment- oder Finanzbranche vor? Nennt Stichworte und skizziert ein Berufsbild an der Tafel.

Weiterklicken Die Website www.planetberuf.de der Bundesagentur für Arbeit bietet unter dem Button „Berufe von A bis Z“ zahlreiche Steckbriefe zu Berufen in der Finanzbranche – darunter auch den Beruf des Investment­ fondskaufmanns/-frau. Wenn du dich weiter infor­m ieren willst, helfen dir diese Links: www.investmentfondskaufmann.de www.hoch-im-kurs.de Ò Job-Tipps www.bvi.de Ò Ausbildung

Was tun Investment­ fondskaufleute? Investmentfondskaufleute ... › › sorgen für den professionellen Betrieb eines

Investmentfonds. › › werden in erster Linie im Depotgeschäft,

im Fondscontrolling oder in der Fondsbuch­ haltung eingesetzt. › › analysieren Geld- und Kapitalmärkte. › › entwickeln auf lange Sicht gute Kenntnis von nationalen und internationalen Wertpapieren. › › betreuen auch die Kundendepots und wickeln Kundenaufträge ab.

Wo arbeiten Investmentfondskaufleute?

S t u d iu m

Studium der Wirtschaftswissenschaften Für Führungspositionen in der InvestmentfondsBranche werden Wirtschaftswissenschaftler oder Absolventen eines vergleichbaren Hochschul­a b­ schlusses bevorzugt. Die Studienschwer­p unkte liegen dabei in der Finanzmathematik, im Controlling, bei Immobilien oder auf juristischem Gebiet.

Sie werden hauptsächlich bei KAGs (Kapital­ anlagegesellschaft oder Investmentgesellschaft), aber auch bei Banken, bei Versicher­u ngen und an der Börse eingesetzt.

Schon gewusst?

Was sollten Bewerber neben dem Realschulabschluss oder dem Abitur mitbringen? Zunächst sollten sie Inte­ resse an den Themen Wirtschaft, Finanzen und Geldanlage haben. Analytische Fähigkeiten sind von Vorteil, auch vor Zahlen sollte man keine Angst haben. Gute Deutsch- und Englischkenntnisse sowie Erfahrung im Umgang mit Computern sind ebenfalls wichtige Voraussetzungen, um sich später wohlzufühlen.

25

Anforderungen an die Bewerber


26

Glos

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KT, GELD, MAR

bis Z A n o v T F WIRTSCHA

Aktie Der Begriff Aktie bezeichnet sowohl die Mitgliedschaftsrechte (Beteiligung an der Aktiengesellschaft) als auch das Wertpapier, das diese Rechte verkörpert. Der Inhaber einer Aktie (Aktionär) ist „Teilhaber“ am Vermögen der Aktiengesellschaft. Seine Rechte werden durch die Bestimmungen des Aktiengesetzes geschützt. Aktienanalyse Systematische Untersuchung und Bewertung von Aktien, Aktiengesellschaften und Aktienmärkten sowie deren wirtschaftlichem Umfeld. Man unterscheidet zwischen fundamentalen und technischen Aktien­ analysen. Aktienfonds Ein Aktienfonds ist ein Investmentfonds, der vorwiegend oder ausschließlich in Aktien anlegt. Anleihe Eine Anleihe ist eine Schuldverschreibung, die das Recht auf Rückzahlung des Nennwerts zuzüglich einer Verzinsung verbrieft. Anleihen werden von der „öffentlichen Hand“, von Kreditinsti­t uten oder Unternehmen ausgegeben und über Banken verkauft. Sie dienen dem Emittenten zur langfristigen Finanzierung durch Fremdkapital. Ausgabeaufschlag Das ist eine Gebühr, die für den Anleger nur beim Kauf von Fondsanteilen anfällt und hauptsächlich zur Deckung der Beratungsund Vertriebskosten verwendet wird. Ausschüttung Fonds schütten die erwirtschafteten Erträge (Zinsen, Dividenden, Mieteinnahmen) an ihre Anleger aus. Im Gegensatz dazu gibt es Fonds, die die Erträge automatisch wieder im Fondsvermögen anlegen, so genannte thesaurierende Fonds. Benchmark Referenz- beziehungsweise Vergleichswert,

der zur Beurteilung des Erfolgs einer Anlage herangezogen werden kann. Als Benchmark bei der Beurteilung der Wertentwicklung von Aktien und Rentenanlagen werden zumeist Indizes verwendet. Börse Handelsplatz für Waren und Wertpapiere. In Deutschland in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart. Bonität Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft eines Unternehmens oder Anleihe-Emittenten. Die Bonität gibt Auskunft über die Kredit­ würdigkeit eines Schuldners. Dachfonds Das ist ein Investmentfonds, der ganz oder überwiegend in andere Fonds investiert. DAX Aktienindex, der die Wertentwicklung der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Aktien abbildet. Depotbank Die Depotbank verwahrt die Vermögensgegenstände (Wertpapiere) eines Fonds. Fondsgesellschaft und Depotbank müssen getrennt sein, sodass das Vermögen des Anlegers vor einer möglichen Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt ist. Die Depotbank erhält in der Regel eine Depotgebühr für die Verwahrung des Fondsvermögens und eine Depotbank­ gebühr beispielsweise für Kontrollaufgaben. Devisen Devisen sind Forderungen auf ausländische Währungen. Sie können aus Guthaben oder Schecks auf ausländische Währungen bestehen. Dividende Jeder Aktionär hat Anspruch auf einen der Höhe seines Aktienbesitzes entsprechenden Teil des ausgeschütteten Jahresgewinns

seiner Gesellschaft. Dieser Teil des Gewinns heißt Dividende (lateinisch dividere = aufteilen, verteilen). Emittent Emittenten sind in der Regel Unternehmen oder Institutionen, die Wertpapiere ausgeben. Euroraum Gebiet der EU-Länder, die den Euro als Währung eingeführt haben. Festgeld Termineinlage bei einem Kreditinstitut mit vereinbarter fester Laufzeit. In der Regel ist auch der vereinbarte Zinssatz während der Laufzeit fest. Festverzinsliche Wertpapiere siehe Anleihe Geldmarktfonds Geldmarktfonds investieren zu 100 Prozent in reine Geldmarktinstrumente (zum Beispiel Festgelder, kurzfristig verzinsliche Wertpapiere). Index Errechneter Durchschnitt ausgewählter Kurse eines Wertpapiermarktes. Siehe zum Beispiel auch DAX. Inflation Mit Inflation ist volkswirtschaftlich eine anhaltende Preissteigerung für Waren und Dienstleistungen gemeint, die zu einer schwächeren Kaufkraft und einer Steigerung des Preisindex (siehe Index) führt. Investmentanteil Wertpapier, das eine Beteiligung am Vermögen eines Investmentfonds verbrieft. Investmentfonds Als Begriffsdefinition nach deutschem Recht „Sondervermögen“, das von einer Investmentgesellschaft verwaltet und von einer von ihr unabhängigen Depotbank verwahrt


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Investmentgesellschaft Fondsgesellschaft (auch: Kapital­ anlagegesellschaft), die für das von ihr verwaltete Sondervermögen (Fonds) Wertpapiere oder Immobilien kauft und Anteilscheine an diesem Fonds ausgibt. Kapitalanlagegesellschaft Begriff, der im Gesetz für Investmentgesellschaft verwendet wird. Kapitalmarkt Markt für langfristige Kredite und Beteiligungskapital. Über den Kapitalmarkt erhalten Unternehmen und der Staat Mittel für langfristige Investitionen. Kapitalsammelstellen Institute, die Spar- und Anlagegelder aufnehmen und an Kredit- oder Kapitalsuchende weiterleiten oder Kapital sammeln und in Wertpapiere anlegen (zum Beispiel Banken, Bausparkassen, Investmentgesellschaften oder Versicherungen). Liquidität Eigenschaft eines Zahlungsmittels, rasch in flüssige Mittel, zum Beispiel Bargeld, umgewandelt werden zu können.

Mischfonds Gemischte Fonds beziehungsweise Mischfonds legen ihre Mittel sowohl in Aktien als auch in festverzinsliche Wertpapiere an. Offene Immobilienfonds Dies sind Investmentfonds, die ihre Gelder überwiegend in gewerblich genutzte Immobilien (Büros, Einkaufszentren, Hotels) anlegen. Sie werden offene Fonds genannt, weil die Zahl der Anleger und der Objekte nicht beschränkt ist – im Gegensatz zu geschlossenen Immobilienfonds. Publikumsfonds Investmentfonds, deren Anteile von jedermann erworben werden können, der Gegensatz dazu sind Spezial­fonds.

Laufzeit, sind diese jedoch auch mit zeitlich begrenzter Laufzeit zu erwerben. Rentenlücke Die Differenz zwischen gewohntem Arbeitseinkommen und der Rentenzahlung. Sie ist für jeden Renten­ empfänger unterschiedlich hoch. Um die Renten­lücke zu schließen, bleibt die Möglichkeit der privaten Altersvorsorge. Riester-Rente Seit 2002 fördert der Staat den Aufbau der privaten Altersvorsorge in Form von Zulagen und Steuervorteilen, benannt nach dem damaligen Arbeitsminister Walter Riester. Sparer unter 25 Jahren erhalten einen Startbonus.

Rendite In Prozent ausgedrückter, auf Jahres­ basis umgerechneter Ertrag einer Kapitalanlage.

Thesaurierung Die Erträge aus Wertpapieren (Dividenden und Zinsen) werden nicht ausgeschüttet, sondern wieder in neue Wertpapiere angelegt.

Renten Der Begriff Renten bezeichnet festverzinsliche Wertpapiere und hat nichts mit der Rente aus der Rentenversicherung zu tun.

Wertpapier Vermögensrecht, das in Form einer Urkunde verbrieft wird. Zu den Wertpapieren zählen Aktien, Anleihen und Investmentanteile.

Rentenfonds So nennt man Investmentfonds, die unterschied­liche verzinsliche Wertpapiere enthalten. Im Regelfall ohne feste

Zinseszins-Effekt Zusätzliche Wertsteigerung einer Anlage durch Wiederanlage der erwirtschafteten Erträge („Zinsen auf Zinsen“).

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wird. Sonder­vermögen heißt: strenge Trennung vom eigenen Vermögen der Investment­gesellschaft.

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