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Politik • Standort Emmendingen

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Herz

aus

Garn

Emmendingen hat es geschafft. Auf der

Industriebrache im Zentrum der Stadt wächst ein neues Viertel. Schneller als geplant

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einahe hätte man der Stadt Emmendingen ein mögliches Wahrzeichen genommen. Viel hat nicht gefehlt und die bei­ den einzigen Bauwerke auf dem Gelände der ehemaligen Garnspin­ nerei Ramie, die noch Industrie­ charme vermitteln können, wären dem Erdboden gleichgemacht worden. Doch Udo W. Hoffmann hatte etwas dagegen. Der Freiburger Architekt hat das Potenzial gesehen, welches durch solch herausragende Bauwerke wie das Maschinenhaus und das Kesselhaus mit seinem 46 Meter hohen Industrieschornstein ver­ mittelt wird. Die zwei alten Ge­ bäude bleiben stehen, werden zu Loftwohnungen umgebaut. Und der mit rotem Ziegel verklinkerte Schlot prangt auch in Zukunft klar sichtbar über der Stadt. Mitten in der Stadt wächst ein neues Viertel. Nach jahrelangen Gesprächen zwischen der Stadt und der Ramie, der das Areal bis zuletzt gehört hat, kommt die

Fotos: Michael Bode, Illustration Jigal Fichtner

Sache jetzt endlich in Fahrt. Auf den 83 000 Quadratmetern an der Nahtstelle zwischen der Kernstadt und dem bevölkerungsstärksten Stadtteil Bürkle­Bleiche tut sich was, wie Emmendingens Oberbür­ germeister Stefan Schlatterer mit Genugtuung feststellt. Die von Hoffmann geplanten Lofts in Kessel­ und Maschinen­ haus werden von dem Bauunter­ nehmen Steinhauser aus Kirchzar­ ten realisiert. Dem Unternehmen kann es eigentlich nicht schnell genug gehen. „Sie sind schon in die Vermarktung eingestiegen, als es noch gar kein Baurecht gab“, berichtet Rüdiger Kretschmer vom Bauamt der Stadt. „Dann drohten die ersten Interessenten aufgrund der Verzögerungen im übrigen Areal wieder abzuspringen.“ Aber mittlerweile hat die Stadt Fakten geschaffen. Der Bebau­ ungsplan steht, die Bauherren ha­ ben also Planungssicherheit. Im Herbst sollen die Arbeiten für die Industrielofts beginnen.

Auf den acht Hektar Ramie­ Fläche ist ein buntes Mischgebiet untergebracht – Wohnen in ver­ schiedenen Preisklassen wird hier ebenso unterkommen wie Gewer­ be. Bereits vor zwei Jahren fiel der Startschuss für die Wohnbebau­ ung. Als einer der Ersten hat das Freiburger Wohnbauunternehmen

Der 46 Meter hohe Schlot bleibt als Wahrzeichen des Ramie-Areals erhalten Stuckert hier losgelegt. Für das Wohnprojekt Bella Casa wird sogar ein künstlicher See angelegt. Auch die Karlsruher Baufirma Weisenburger und die Probau aus Gundelfingen sind mit dabei. „Die Nachfrage ist groß“, sagt Schlatte­ rer. Mittlerweile geht man im Rathaus davon aus, dass die neue Fläche deutlich schneller ver­ braucht ist als es ursprünglich vorgesehen war.

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Politik • Standort Emmendingen

Der größte Ausbilder in der Stadt ist das Autohaus Schmolck mit seinen zwei Standorten

Der Versuchung, auf dem Ramie­Areal ein neues Industrie­ gebiet entstehen zu lassen, hat man im Rathaus widerstanden. Emmendingen hat keinen Platz mehr neue für Industrieansiedlun­ gen – daran hat sich nichts geän­ dert. „Das wäre aufgrund der ge­ ringen Gemarkungsfläche auch nicht ratsam“, sagt Schlatterer. Lediglich ein Gewerbegebiet wird noch erweitert. Denn die Stadt braucht mehr Einnahmen aus der Gewerbesteuer, das weiß auch Stefan Schlatterer. Der Sohn des ehemaligen Ober­ bürgermeisters Hans­Peter Schlat­ terer ist seit sieben Jahren Chef im Rathaus. Ausgerechnet in seine

erste Amtszeit fällt der Startschuss für die Revitalisierung des Ramie­ Areals, einem der wichtigsten Ent­ wicklungsprojekte, das die Stadt auf lange Zeit gesehen hat. Nächstes Jahr wird Schlatterer sich wohl zur Wiederwahl stellen. Das offizielle Bekenntnis ist er zwar noch schuldig geblieben, alles andere wäre aber eine mittle­ re Sensation. Die Entwicklungen der vergangenen Jahre mit dem neuen innerstädtischen Einkaufs­ magneten Merk­Galerie und auch dem Schwung auf dem Ramie­ Areal tragen seine Handschrift. Kaum vorstellbar, dass Schlatterer das freiwillig abgibt, bevor die Pro­ jekte abgeschlossen sind.

Emmendingen ist schon lange keine Industriestadt mehr. Die Garnspinnerei Ramie­Seiler hat auf ihrem Höhepunkt mal 3000 Menschen Arbeit gegeben. Heute wird der Emmendinger Arbeits­ markt vor allem von der Gesund­ heitswirtschaft und der öffentli­ chen Verwaltung dominiert. Num­ mer eins auf der Liste der wichtigsten Arbeitgeber ist mit

großem Abstand das Zentrum für Psychiatrie, wo mehr als 1150 Menschen arbeiten. Ebenfalls un­ ter den ersten fünf sind das Kreis­ krankenhaus und das Abrech­ nungszentrum, ein Dienstleister für Krankenkassen. So bringen es allein diese drei Vertreter der Gesundheitswirtschaft auf weit mehr als 2300 Arbeitsplätze. Das entspricht jedem vierten Fotos: Michael Bode

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Politik • Standort Emmendingen

Arbeitsplatz in der Stadt. Unter den zehn größten Arbeitge­ bern finden sich nur zwei produ­ zierende Unternehmen – der Ma­ schinenbauer Wehrle und der Be­ festigungstechniker Fischer. Beide sind alteingesessen.

Den Ton gibt in Emmendingen die Gesundheitswirtschaft an Emmendingens Industriegebiet heißt Teningen. Kommen Anfra­ gen zu Neuansiedlungen, muss das Rathaus auf die Nachbarge­ meinde verweisen. „Wir gehen davon aus, dass wir auch etwas zurückbekommen“, sagt der Ober­ bürgermeister zu dem Verhältnis zu Teningen.

Der größte Ausbilder der Stadt ist das Mercedes­Autohaus Schmolck. Nahezu jeder dritte Arbeitsplatz wird bei dem Unter­ nehmen von einem Azubi oder Studenten besetzt. Eine außerge­ wöhnliche Quote. Branchenüblich ist laut einer Auswertung der Bundesagentur für Arbeit eine Quote von 12 bis 18 Prozent. „Wir haben mit unseren ausge­ bildeten Kräften die beste Erfah­ rung gemacht“, sagt Michael Gleichauf, Marketingleiter bei Schmolck. „In den vergangenen Jahren hatten wir eine nahezu 100­prozentige Übernahmequote. Wir bilden unsere Fachkräfte nach unseren Vorstellungen selbst aus und müssen diese somit nicht teu­ er von außerhalb holen.“ Der Emmendinger Mercedes­ Händler hat 2010 einen Umsatz

von 38 Millionen Euro erlöst und dabei 1110 Fahrzeuge verkauft – Neue und Gebrauchte. 2009 lag der Umsatz bei 36,5 Millionen Euro. Der kaufmännische Leiter Georg Sijak rechnet in diesem Jahr mit einem weiteren Plus auf 40 Millionen. „Entscheidend ist bei uns jedoch, wie viel von der ver­ fügbaren Anwesenheitszeit eines Monteurs in einen Lohnerlös ge­ wandelt werden kann“, so Sijak. Im vergangenen Jahr habe man die Rentabilität deutlich verbessert und bei 28 900 Reparaturen rund 103 000 Werkstatt­Stunden aufge­ wendet. Philipp Peters www.emmendingen.de www.ramie-lofts.de www.schmolck.de

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65 Fotos: Jigal Fichtner, Bauer AG

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Hans-Dieter Bauer hat die Weichen seines Unternehmens auf Wachstum gestellt

Risiko mit Kalkül Nicht immer ist eine Versicherung der beste Schutz. Zu diesem Schluss kommt Hans-Dieter Bauer, der eigentlich mit Versicherungen handelt

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übrigen Versicherungen machen es möglich. Sich nicht wei Eigenschaften werden in der Wirtschaft oft mit Stärke assoziiert: Größe und Sachverstand. zu versichern, muss also nicht leichtfertig sein. Und da Bauer nicht allein provisionsbasiert arbeitet, ist sei­ Hans­Dieter Bauer weiß das. Und weil es zur ne Beratung auch deutlich unabhängiger. „Wenn wir Kompetenz des Emmendinger Unternehmers keine zwei Meinungen gibt, hat Bauer nun auch die Voraus­ uns dann doch für eine Versicherung entscheiden, setzungen geschaffen, damit sein Unternehmen größer definieren wir die Police. Wir schreiben den Versiche­ rungen vor, was sie versichern müssen.“ werden kann. Bauer hat aus seiner Versicherungsmak­ ler GmbH eine AG gemacht. „Das macht es uns deut­ Das selbstbewusste Auftreten Bauers erklärt sich lich leichter, etwa durch Zukäufe zu wachsen“, erklärt durch seine jahrzehntelange Erfahrung. Mehr als 30 Jahre ist er jetzt im Geschäft. Er kennt die Tricks der er. In den nächsten Jahren werde sich in diese Rich­ tung einiges tun, kündigt er an. Branche. Er weiß, wie man bekommt, was man Bauer ist Experte für das Risk Management. Ge­ braucht. Und: Er weiß, was man nicht braucht, son­ meinsam mit seinen rund 5000 Kunden sucht er stets dern nur angeboten bekommt, weil es eher dem Wohl nach Wegen, Risiken be­ der Versicherungskonzerne herrschbar zu machen. dient als dem Wohl des „Die Lösung muss nicht Kunden. immer eine Versicherung So hilft Bauer, Risiken zu sein“, sagt Bauer. Im Ge­ versichern, die die Versi­ genteil: Geht es darum, cherer sonst ablehnen. Wer ein Risiko von vielleicht hätte zum Beispiel gedacht, 100 000 Euro abzusichern, dass es eine Möglichkeit kann es speziell für Unter­ gibt, Rennfahrzeuge wäh­ nehmen oft die günstigere rend des Rennens zu versi­ Variante sein, dieses Risiko chern? Bauer macht mit seiner Rennkasko genau mit dem vorhandenen Ka­ pital abzusichern. Die steu­ das. Zu seinen Kunden zäh­ erlichen Vorteile auf Kapi­ len alle bedeutenden deut­ talrücklagen und schrump­ schen Fabrikate – von Audi fende Beitragssätze bei den Faszination Motorsport: Bauer versichert Rennfahrer bis Porsche.

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„Wir rüsten nach“ Emmendingen wächst. Und OB Stefan Schlatterer macht seine Hausaufgaben

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in Wort ist für Stefan Schlatterer tabu: Wiederwahl. Sieben Jahre ist der Oberbürgermeister im Amt. 2012 ist Wahl. Ob er antritt, sagt er noch nicht – offiziell. Aber wer sich die Projekte anschaut, die Schlatterer vom Rathaus aus leitet, versteht, dass er bleiben will. Econo-Redakteur Philipp Peters sprach mit ihm. Herr Schlatterer, auf dem RamieAreal wächst mitten in Emmendingen ein neues Quartier. Warum erst jetzt? ➤ Stefan Schlatterer: Das Gelände war bis zuletzt in privater Hand. Erst jetzt wurde der ganze Grund nach und nach einer neuen Nutzung geöffnet. Das war nicht unkompliziert. Hatte die Stadt keine Möglichkeit, das Areal selbst zu kaufen? ➤ Schlatterer: Interesse gab es. Aber finanziell hatten wir keine Möglichkeit. Als ich vor sieben Jahren Oberbürgermeister geworden bin, war die Entwicklung bereits zu weit fortgeschritten. Was davor an Gesprächen lief, kann ich natürlich nicht sagen. Was denken Sie denn, wie lange der Platz reichen wird? ➤ Schlatterer: Wir sind mal von einem Zeitraum von sechs bis zehn Jahren ausgegangen. Das Baugebiet wird sehr gut angenommen, vor allem weil es eine echte Nachfrage nach Bauplätzen in guter Lage gibt. Die Nähe zu Freiburg hilft uns ebenso wie die Tatsache, dass die Menschen wieder in Sachwerte statt nur in Bankkonten investieren. In der Stadt ist die Lage hervorragend. Die B3 ist nah, der Bahnhof auch und die Innenstadt mit allen Einkaufsmöglichkeiten zu Fuß erreichbar. Emmendingen wächst mit knapp 200 Einwohnern pro Jahr stär-

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Stefan Schlatterer, 44, setzt die Familientradition fort. Schon sein Vater war Oberbürgermeister von Emmendingen. Er selbst wurde 2004 auf den Chefsessel im Rathaus gewählt. Schlatterer hat nach seiner Banklehre in Freiburg Jura studiert und als Anwalt gearbeitet, bevor er in die Politik ging.

ker als in den Prognosen. Ist die Stadt darauf vorbereitet? ➤ Schlatterer: Ich denke schon. Wir rüsten aktuell nach, nehmen Sie nur den Ausbau der Bahnhofsachse oder die Kinderbetreuung. Hier legen wir kräftig nach, etwa für die Betreuung von unter Dreijährigen oder mit der Einrichtung der ersten Ganztagesgrundschule. Besteht nicht die Gefahr, dass Emmendingen als reine Wohnstadt wahrgenommen wird?

➤ Schlatterer: Nein, weil unser Schwerpunkt nicht auf der Entwicklung von Wohnbebauung liegt. Da decken wir nur den Bedarf ab. Schauen Sie auf den Einzelhandel: Durch die Merk-Galerie ist die Einzelhandelsfläche um 30 Prozent gewachsen. Bei kulturellen Veranstaltungen sind wir etabliert. Und im Gewerbegebiet Regelmatte schaffen wir Raum für neue Arbeitsplätze. Warum haben Sie das RamieAreal nicht wieder zu einem Industriegebiet gemacht? ➤ Schlatterer: Damit haben wir uns sehr intensiv befasst. Wir haben zwei große Wohngebiete – die Kernstadt und Bürkle-Bleiche. Diese beiden Gebiete wurden bislang noch durch einen Gewerbegürtel getrennt – das Ramie-Areal. Es ist stadtplanerisch schon lange ein Wunsch, hier eine Verbindung zu schaffen. Das erreichen wir jetzt. Zudem ist in dem Gebiet noch reichlich Platz für Gewerbe. Aber für neue Industrie hat man in Emmendingen keinen Platz.

➤ Schlatterer: Es wäre von den Rahmenbedingungen her nicht vernünftig, hier Industrie anzusiedeln. Unsere Gemarkungsfläche ist sehr klein und die Gewerbeflächen liegen nah an Wasserschutzgebieten. Von daher macht die Kooperation mit unserer Nachbargemeinde Teningen mehr Sinn. Bekommen Sie dafür von Teningen auch etwas zurück? ➤ Schlatterer: Bestimmt, aber wir kontrollieren das nicht. Dennoch fehlt Ihnen Gewerbesteuer. Die Einnahmen sind nur halb so hoch wie für eine Stadt dieser Größe üblich. Und von den Wohnbürgern allein kann eine Stadt nicht leben. ➤ Schlatterer: Deshalb haben wir ja auf dem Ramie-Areal und in der Regelmatte neue Flächen für Gewerbe geschaffen. Wichtig ist uns aber auch die Pflege der bestehenden Betriebe. Die haben immer auch die Möglichkeit, sich bei uns weiter zu vergrößern. Foto: Jigal Fichtner


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Politik • Standort Emmendingen

Das Haus ist der Star Im alten Tabakschopf der Firma Ringwald hat die Stadt ihr Gründerzentrum untergebracht. Am Anfang war das Haus schnell ausgebucht. Heute ist man flexibel

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o schnell muss keiner gehen. Gründerzentren sind in der Regel so ausgerichtet, dass alle paar Jahre die Mieter wechseln. Die Mieten werden subventioniert und sollen den Start ins Unternehmertum erleichtern. So war das auch in Emmendingen gedacht, als vor zehn Jahren das Gründerzentrum im alten Tabakschopf eröffnete. Von diesen starren Regeln ist man jedoch abgerückt. Zwölf Jahre gibt es die von der Stadt und der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau getragene Einrichtung jetzt. Aktuell ist das Haus nur halb belegt. Für acht Mieter ist Platz.

Zurzeit sind es jedoch nur vier. Die Planungsgruppe Ingenieurring gehört zu den Mietern der ersten Stunde. Der Büroservice Logiass ist seit neun Jahren dabei, das Busunternehmen Soyka seit sechs und der Verein Strategische Partner Klimaschutz am Oberrhein ist vor gut einem Jahr hier eingezogen. Früher zählten mal IT-Firmen, Rechtsanwälte sowie eine Werbeagentur zu den Mietern. Auf dem Höhepunkt der Nutzung haben hier 50 Menschen gearbeitet. Nun sucht Doris Volkmann von der Stadtbau Emmendingen nach neuen Mietern, die eine fertige Infrastruktur in dem

Schmuckkästchen vorfinden. Denn der Star des Standorts ist ohne Zweifel das Haus selbst, mit seiner historischen Holzfassade. 1,2 Millionen Mark hat die Stadt 1998 in den Kauf der alten Tabak-Lagerhalle investiert. Weitere 3,2 Millionen Mark hat die Restaurierung gekostet. Unterm Strich wurden also mehr als vier Millionen Euro in den Aufbau der Bürowelt investiert. „Das ganze Gebäude hat die Qualität eines Niedrigenergiehauses“, sagt Volkmann. Dagegen liest sich der Mietpreis von 5,50 Euro in den ersten beiden Jahren doch recht bescheiden. Im dritten Jahr steigt der Quad-

ratmeterpreis um 50 Cent. Ab dem vierten Jahr kostet es 6,40 Euro. Flächen gibt es theoretisch schon ab 25 Quadratmetern. Das Haus ist flexibel. Davon profitierte einst auch die Modedesignerin Brigitte Langenbrunner, die im Erdgeschoss eine Textilproduktion aufbaute und alle Wände rausnahm. „Genauso gut können wir die wieder aufbauen“, sagt Volkmann. Philipp Peters

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