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Emmendingen


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Politik • Standort Emmendingen

Probebaden im Breisgau Der Bade- und Pflegeanlagenhersteller Trautwein gehört zu den Perlen Emmendingens. Der Standort glänzt vor allem durch seinen Ruf als regionales Gesundheitsund Dienstleistungszentrum. Das produzierende Gewerbe spielt dagegen keine große Rolle

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ass jemand um die halbe Welt reist, nur um sich in Emmendingen in eine Badewanne zu legen, ist für Christiane Schlüter nichts ungewöhnliches. Natürlich sind es nicht einfach Badewannen, die die Firma Trautwein in der Denzlinger Straße produziert. Marketingleiterin Chris-

tiane Schlüter spricht viel lieber von „Unterwassermassageanlagen für den WellnessMarkt und Geräten für die physikalische Therapie“, die Kunden aus Russland, Kanada oder den USA im edel eingerichteten Ausstellungs- und Vorführraum des Unternehmens ausprobieren.

Etwa die Hälfte des Umsatzes macht Trautwein heute mit Luxus-Badewannen

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Foto: Castello del Sole


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Die Firma mit ihren 50 Mitarbeitern ist beispielhaft für die neue wirtschaftliche Struktur Emmendingens: Ein Drittel der knapp 9000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verdient sein Geld in der Gesundheitsbranche. Größte Arbeitgeber sind das Zentrum für Psychiatrie Emmendingen (1100 Mitarbeiter) sowie das Kreiskrankenhaus (600), vor dem Landratsamt und der Stadtverwaltung. Auch Fachärzte, Physiotherapeuten und Apotheken gibt es mehr als andernorts. Ansonsten dominieren vor allem kleinere Dienstleistungsunternehmen, Handwerker und Einzelhändler. Die wenigen mittelständischen Firmen im produzierenden Gewerbe beschäftigen knapp 1300 Arbeitnehmer, rund 13 Prozent der Erwerbstätigen. Das war mal anders. Seit Mitte der 1830erJahre prägte die Textilindustrie den Standort Emmendingen. Den Anfang machte die Hanfgarnspinnerei Helbig & Söhne. Mit der Hanf-Jute-Spinnerei & Bindfadenfabrik Emmendingen entstand 1887 das Unternehmen, das dem Ramie-Areal seinen Namen gegeben hat. Die Spinnerei spezialisierte sich auf die Verarbeitung der Ramiepflanze, einer

bis zu drei Meter hohen Nessel, deren Bast zu Leinwand, Tauen und Kleidungsstücken verarbeitet wird. Besonders erfolgreich war auch die Produktion von Glühstrümpfen für Gasleuchten. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs beschäftigte die Ramie-Fabrik mehr als 3000 Menschen. In den 1950erund 60er-Jahren sorgten vor allem Kunstfasern und ausländische Konkurrenz für den Niedergang der Textilindustrie. Heute verschwinden die Industriebrachen wie das Ramie-Gelände und das ehemalige Wehrle-Werk für Dampfkesselanlagen, in dem zu Hochzeiten der Rüstungsproduktion 1935 rund 500 Menschen Arbeit fanden. Statt dessen geben jetzt neue Unternehmen den Ton an, vor allem kleinere Handwerksbetriebe und Dienstleister im Gesundheitssektor. Auch das Kerngeschäft der Firma Trautwein lag ursprünglich in der medizinischen Versorgung. Jahrelang war die physikalische Therapie ein lohnendes Geschäftsmodell – bis zur Gesundheitsreform. „Heute macht die physikalische Therapie nur noch rund 25 Prozent unseres Umsatzes aus“, erklärt Christiane Schlüter. Etwa 50 Prozent setzte das Unternehmen mit der Wellness-

Branche um, weitere 25 Prozent mit medizinischen Bade- und Pflegeanlagen für Krankenhäuser. Rund 1000 Wannen pro Jahr produziert und verkauft Trautwein an Luxushotels, Kliniken, Alten- und Pflegeheime oder vermögende Privatleute. Produziert wird übrigens ausschließlich mit selbst erzeugtem Solarstrom. Trautwein ist eines der wenigen produzierenden Unternehmen am Standort. Abgesehen vom Wannenhersteller gibt es nur noch in der Kellereitechnik-Branche wenige Firmen, die nicht von Dienstleistungen oder Handel leben. Nach dem Konkurs des ehemaligen Kellereimaschinenherstellers Sick gründeten ehemalige Mitarbeiter eigene Unternehmen. Heute liefern gleich vier Firmen Maschinen und Programme für Kellereien, Brauereien und Destillen. Den bekannten Namen Sick führt die Firma Sick International weiter, die mit 20 Mitarbeitern am Standort Emmendingen Kellereimaschinen herstellt. Neben Flaschenwasch- und Trockenanlagen, Etikettierund Verschlussmaschinen verkauft das Unternehmen auch Abfüllanlagen für Wein, Sekt, Bier und Spirituosen. Für seine

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Politik • Standort Emmendingen

Anlagen bietet Sick International auch Ersatzteile sowie einen umfassenden Service für seine weltweit verwendeten Produkte. Ebenfalls aus dem ehemaligen Unternehmen Sick hervorgegangen ist die Firma Kematec. Der Hersteller von Flaschenwaschanlagen, Verdrahtungs- und Korkmaschinen arbeitet vor allem mit Großabfüllern wie der Brauerei Rothaus zusammen. „Jedes ,Tannenzäpfle‘ ist von uns verkapselt“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Erwin Dages. Derzeit produziert Kematec noch mit 32 Mitarbeitern am neuen Standort in Köndringen. Ab Herbst 2009 soll sich die Zahl allerdings verdoppeln, dann zieht auch Kematecs Partner­ unternehmen SMB Technik aus Mannheim ein. Die Firma Emmendinger Maschinenbau ist ebenfalls Teil des kleinen Kellereitechnik-Clusters. Mit 80 Mitarbeitern stellt das Unternehmen am Elzdamm unter anderem Kapsel- und Folienmaschinen her. „Unsere Maschinen

stehen vor allem bei den Lieferanten der Kellereitechnik“, sagt Geschäftsführer Walter Haberstroh. „Mit unseren Anlagen werden beispielsweise die Verschlusskappen produziert“, erklärt Haberstroh. Als Lieferant für die Getränkebranche ist auch GS Schondelmaier am Markt. Das Unternehmen vertreibt Kellerei­bedarf verschiedener Hersteller, vor allem Flaschenfüllanlagen, Lagertanks, Kühl- und Verschlusstechnik. Zu den größten Arbeitgebern in Emmendingen gehört das Autohaus Schmolck. Der MercedesServicepartner ist vor allem als ausbildendes Unternehmen wichtig für den Standort. Mehr als 60 junge Menschen haben derzeit eine Lehrstelle bei Schmolck. Die Schnittstellenlage zwischen den Zulieferbetrieben im Schwarzwald einerseits sowie der A 5 und der Hauptlinie der Deutschen Bahn als Verkehrsadern andererseits garantiert der Stadt eine starke Rolle als Umschlagplatz für Waren und Güter. Fasst man die

Das Autohaus Schmolck ist eins der wichtigsten Unternehmen mit 60 Azubis

Bereiche Handel, Verkehr und Dienstleistungen zusammen, spricht man über etwa 85 Prozent der Arbeitsplätze des Mittelzentrums. Mit Weitsicht hat die Stadt

in den vergangenen Jahren die Wasser- und Energieversorgung von Bürgern und Gewerbe entwickelt. Bereits 2005 hat Emmendingen Strom-, Gas-, Wasser- und Foto: Michael Bode

Foto: Michael Bode

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Dienstleistungen 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse in Emmendingen für kompetente Beratung in der S-Privatkundenbetreuung, im S-VermögensManagement, im Firmen- und GewerbekundenCenter Nördlicher Breisgau sowie im S-ImmoCenter für die Kunden vor Ort. Unterstützt werden die Finanzexperten von den Verbundpartnern der Sparkasse.

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Die Sparkasse Emmendingen sorgt für kompetente Beratung in allen Finanzfragen Ansprechpartner vor Ort: die Hauptgeschäftsstelle Emmendingen

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ie Hauptgeschäftsstelle in Emmendingen ist die zweitgrößte im Geschäftsgebiet der Sparkasse-Freiburg-Nördlicher Breisgau. Aus einem gemeinnützigen Gedanken heraus zu Beginn des 18. Jahrhunderts gegründet, ist die Sparkasse in Emmendingen auch nach der Fusion mit der Sparkasse Freiburg im Jahr 1998 als Hauptgeschäftsstelle bis heute vor Ort geblieben und bietet den Service eines modernen Kreditinstituts, das es versteht, Tradition und Fortschritt zu verbinden. 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten die Kunden zur Geld- und Vermögensanlage, über die Immobilie und das Bausparen bis hin zu Versicherungen. In einer Zeit, in der Sicherheit und Vertrauen bei der eigenen finan-

ziellen Vorsorge für die Menschen in der Region wichtiger denn je ist, stehen die Emmendinger Finanzexperten ihren Kunden mit fairer Beratung und individuellen Finanzdienstleistungen zur Seite. Dank des Haftungsverbunds der Sparkassen-Finanzgruppe sind die Einlagen, die die Bürgerinnen und Bürger bei der Sparkasse haben, sicher – und zwar in unbegrenzter Höhe. Deshalb vertrauen die Kunden der Sparkasse und verlassen sich auf die Kompetenz und die mehr als 180-jährige Erfahrung. Darüber hinaus ist die Sparkasse ein wichtiger Standortfaktor – als bedeutender Arbeitgeber, Steuerzahler, Investor und Sponsor in Emmendingern sowie in der gesamten Region.


125 Wärmeversorgung in den Stadtwerken vereinigt. Im Oktober 2005 wurde dann das Gasnetz der Badenova abgenommen, Ende 2007 eine Bürger-Solar-GmbH gegründet. Die Solar-GmbH soll Einwohner anspornen, sich selbst mit Solarstrom zu versorgen und Überschüsse ins Netz einzuspeisen. Die Stadtwerke Emmendingen, ein Gemeinschaftsunternehmen von Stadt (50,1 Prozent) und EnBW (49,9), wollen bei der Nutzung regenerativer Energiequellen mit gutem Beispiel vorangehen. „Ende Oktober haben wir jetzt endlich alle Geschäftsfelder im ehemaligen Gebäude der Gasbetriebe Emmendingen zusammengeführt“, sagt Gerd Hertle, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke. „Dort haben wir eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach installiert, ein Blockheizkraftwerk und eine Wärmrückgewinnungsanlage für die Lüftungstechnik“, sagt Hertle. Die verschiedenen Heizungsanlagen werden von einer

zentralen Steuerung gelenkt, so dass stets die günstigste Versorgungsart gewählt wird. Rund 3,7 Millionen Euro haben Sanierung und Ausstattung des Gebäudes gekostet. „Dafür haben wir jetzt auch ein modernes Kundencenter, wo wir eine umfassende Energieberatung anbieten können“, erläutert Hertle. Zur Attraktivität Emmendingens für Unternehmen gehört auch die Attraktivität als Wohnort: Die Preise sind bezahlbar, die Entfernung nach Freiburg, das kulturelle Zentrum der Region, ist nicht groß. Außerdem bietet Emmendingen mit seinen vielen Einzelhandelsgeschäften eine intakte Infrastruktur. Das macht es Unternehmern leichter, gute Mitarbeiter zum Bleiben zu überreden.  Christoph Lorenz  clorenz@econo.de

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26 031 13 457 2313 12 500 102,5

Beschäftigung Arbeitsplätze Produz. Gewerbe Dienstleister Handel/Verkehr

9071 1290 5824 1906

Größte Arbeitgeber Zentrum für Psychiatrie Kreiskrankenhaus Emmendingen Einpendler Auspendler Arbeitslosenquote

1100 600 6059 5955 3 Prozent

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Foto: WFG

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Die WFG im Landkreis Emmendingen

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kennt die Bedürfnisse der Unternehmer Ein starkes Team: Thorsten Kille (zweiter von links) und seine Mitarbeiter

Kompetente Beratung

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ie Fragen der Unternehmer und Existenzgründer sind vielfältig: Wo gibt es geeignete Gewerbeflächen? Wer unterstützt mich bei meiner geplanten Betriebserweiterung? Gibt es dafür Fördermittel? Thorsten Kille, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Landkreis Emmendingen (WFG), hat die richtigen Antworten. Zusammen mit seinem Team berät er die Betriebe im Landkreis. „Alles aus einer Hand ist bei uns nicht nur ein Motto, sondern eine Verpflichtung für die tägliche Arbeit“, sagt der Geschäftsführer. Die WFG wurde 1998 als Kooperation zwischen dem Landkreis, der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau und der Volksbank Breisgau Nord gegründet. Ihr Ziel ist die Erhaltung und

Schaffung von Arbeitsplätzen. Ein Schwerpunkt dabei ist die Ausbildungs- und Qualifizierungsförderung. Beispielhaft sind die Projekte „Lernende Region Landkreis Emmendingen“ und die „Ausbildungsoffensive Landkreis Emmendingen“. Existenzgründer erhalten bei der WFG eine Einzelberatung, bei der alle notwendigen Schritte systematisch durchgesprochen werden. In Genehmigungsverfahren übernimmt die Wirtschaftsförderung das Projektmanagement und unterstützt damit bestehende wie ansiedlungsinteressierte Unternehmen. Darüberhinaus berät die WFG Unternehmen zu Innovationsförderung und Technologietransfer und stellt die entsprechenden Kontakte her.

Die Wirtschaftsförderungs­ gesellschaft im Landkreis Em­ mendingen ist die Schnittstelle zwischen Unternehmern auf der einen und Behörden sowie Kapitalgebern auf der anderen Seite. Sie berät bei der Auswahl von Gewerbeflächen, der Nut­ zung von Förderprogrammen, bei der Betriebserweiterung oder auch bei behördlichen Genehmigungsverfahren.

Kontakt Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Emmendingen mbH Gartenstraße 30 79312 Emmendingen wfg@landkreis-emmendingen.de www.wfg-landkreis-emmendingen.de Telefon: 0 76 41/45 14 48 Telefax: 0 76 41/45 14 49 1/2009

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Politik • Standort Emmendingen

„Wir stärken das Stadtmarketing“

Emmendingen hat einen guten Ruf als Gesundheitszentrum. Doch das genügt OB Schlatterer nicht

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roße Industriebetriebe sucht man in Emmendingen vergebens. Doch das macht nichts. Als Gesundheitsund Dienstleistungszentrum hat die Stadt einige Perlen im Portfolio. Econo sprach mit OB Stefan Schlatterer über die Perspektiven. Herr Schlatterer, Sie sind – Stichwort Leistungsschau, Gewerbeverein und Standortbroschüre – beim Marketing in die Offensive gegangen. Wie genau sieht Ihre Image-Kampagne aus und was erwarten Sie sich davon? ➤ Stefan Schlatterer: Wir werden zukünftig mehr Werbung für Emmendingen machen und haben deshalb auch den Bereich Stadtmarketing verstärkt. Mit der neuen Image-Broschüre zeigt sich die Stadt und weist auf ihre Vorzüge hin. Im Juni hat der neu gegründete Gewerbeverein außerdem die erste Leistungsschau in Emmendingen ausgerichtet, bei der sich die Emmendinger Unternehmen präsentieren konnten. Mit rund 200 Ausstellern und 50 000 Besuchern war die Veranstaltung sehr erfolgreich. Natürlich hoffen wir, das ein oder andere Unternehmen von der Attraktivität des Standorts

OB Stefan Schlatterer ist seit der Kommunalwahl 2004 Chef im Rathaus der Stadt Emmendingen. Bei der Wahl vor vier Jahren setzte er sich mit 53,2 Prozent der Stimmen im zweiten Durchgang gegen Oskar Kreuz (45,4) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,4 Prozent.

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➤ Schlatterer: Zunächst einmal: Wir werben keine Unternehmen ab. Wir präsentieren uns als interessanter Standort, was in zwei, drei Fällen auch schon zum Erfolg geführt hat. Aber natürlich konkurrieren wir auch mit Standorten, die eine ähnliche Struktur haben, beispielsweise mit Lahr. Und wie sieht es mit der Attraktivität der Stadt Emmendingen als Wohnort aus? ➤ Schlatterer: Die Stadt hat alles, was einen Wohnort attraktiv macht: ein lebendiges Zentrum, eine schöne Umgebung. Auch der Anschluss an Autobahn und Bahnlinie ist gegeben. Gleichzeitig liegen die Mieten und Preise für Wohneigentum deutlich unter denen von Freiburg. Ein Ausblick: Wo steht Emmendingen in zehn Jahren? ➤ Schlatterer: Wir werden Emmendingen als Einkaufsstadt weiter stärken und Baulücken in der Kernstadt schließen. Außerdem werden wir mehr produzierendes Gewerbe ansiedeln. Das lässt sich durch größere Parzellen in den Industrie- und Gewerbegebieten, beispielsweise im Gebiet Regelmatte, gezielt steuern. loc

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starkem Dienstleistungssektor und traditionellen Klein- und Mittelbetrieben. Diese Strukturen und das vielfältige Angebot an Kinderbetreuung, Schulen und Ausbildungsplätzen machen Emmendingen zu einer Stadt, in der es sich gut arbeiten und leben lässt.

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zu überzeugen, so dass es sich bei uns ansiedelt. Stichwort Unternehmen: Der Gesundheitssektor ist eins der Standbeine Emmendingens. Im produzierenden Gewerbe sieht es weniger gut aus. Warum? ➤ Schlatterer: Wir haben in den vergangenen 50 Jahren einen enormen Wandel erlebt. Leider haben wir – wie übrigens viele Städte und Gemeinden entlang des Oberrheingrabens – nur noch wenig produzierendes Gewerbe. Dafür sind der Gesundheits- und Dienstleistungssektor bei uns hervorragend entwickelt. Allein im Zentrum für Psychiatrie und im Kreiskrankenhaus Emmendingen arbeiten zusammen rund 1700 Menschen. Gar nicht zu reden von Pflegeheimen, niedergelassenen Ärzten oder Apotheken. Auch der Dienstleistungssektor ist wichtig. Und schließlich hat Emmendingen einen starken Einzelhandel: Es kommen mehr Menschen zum Einkaufen, als in der Stadt wohnen. Welche Gemeinden sind die schärfsten Wettbewerber der Stadt um Unternehmen und Steuerzahler?

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Politik • Standort Emmendingen

Zwischen den Zeilen Das deutsche Tagebucharchiv bietet kaum Literatur. Aber viele gute Geschichten

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ft sind es kleine Geheimnisse, die Großes verändern. Weil Vertrauliches Ecken und Kanten hat, weil es nicht fleißig abgeschliffen wurde von zu vielen Zensoren – deswegen lieben wir kleine Geheimnisse. Einen schier unerschöpflichen Fundus solcher Vertraulichkeiten, intimer Liebesbotschaften oder auch konspirativer Gemeinheiten findet man im deutschen Tagebucharchiv in Emmendingen. In dem 1998 gegründeten Archiv für private Lebensge-

schichten werden rund 6000 Tagebücher, Lebenserinnerungen und Briefwechsel aufbewahrt. Die Schriftstücke reichen zurück bis ins 18. Jahrhundert. Ziel ist aber nicht nur die Archivierung. Die in Deutschland einzigartige Sammlung wird auch von Historikern oder Soziologen ausgiebig zur Recherche genutzt. Außer dem Tagebucharchiv bietet Emmendingen viele weitere Museen und Sehenswürdigkeiten. Im Markgrafenschloss sind das Fotomuseum Hirsmüller und eine stadtge-

schichtliche Sammlung untergebracht. Das jüdische Museum, Schlossplatz 7, dokumentiert die Geschichte der israelitischen Gemeinde Emmendingens von Anfang des 18. Jahrhunderts bis 1940. Das Psychiatrie-Museum widmet sich der Euthanasie im Dritten Reich und der Vergangenheit der Heil- und Pflegeanstalt. Heimatgeschichtliche Ausstellungen gibt es im Hochburg-Museum sowie in

den Museem Menton (Teningen) und Freiamt (Ottoschwanden). Die Galerie im Tor zeigt wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. In der Sammlung Geyer zu Lauf sind Werke des gleichnamigen Künstlers zu sehen.  Christoph Lorenz

www.tagebucharchiv.de www.emmendingen.de 

Auch Feldpost aus den beiden Weltkriegen findet man im deutschen Tagebucharchiv

Foto: Michael Bode

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129 Fotos: Bosch Maschinenbau

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Unternehmen

Ein Prototyp von Bosch: Härtemaschine für die Zulieferer der Automobilindustrie

Kreative Unikate Bosch Maschinenbau in Emmendingen entwickelt Prototypen: vom Flammkuchenautomaten bis zur Maschine für die Automobilindustrie

N

ach Ansicht von Bernd Bosch, Gründer von Bosch Maschinenbau, ist sein Erfolgsgeheimnis leicht zu erklären: „Wir verkaufen Kreativität und stellen unseren Kunden nicht einfach bloß eine Summe von Fertigungsstunden in Rechnung.“ Für Bosch zählt nur das Ergebnis und damit ein zufriedener Auftraggeber. „Der weiß allerdings oft nur, für welchen Zweck er die Maschine benötigt“, erläutert der Inhaber, „nicht aber, ob sich seine Vorstellungen verwirklichen lassen. Das ist unsere Aufgabe.“ Bosch Maschinenbau entwickelt den passenden Prototypen. Die Innovationskraft des Unternehmens aus Emmendingen kommt gut an. Bosch: „Bis Mitte des nächsten Jahres sind die Auftragsbücher gut gefüllt.“ Bosch Maschinenbau baut sowohl Produktionsmaschinen für namhafte Automobilhersteller als auch für

die Lebensmittelindustrie. Sorgen bereitet Bernd Bosch derzeit nur der Fachkräftemangel. „Bei neun Angestellten in der Produktion muss jeder Mitarbeiter sehr vielseitig sein. Da ist es nicht immer leicht, so jemanden zu finden.“ Derzeit sucht der Maschinenentwickler einen CNC-Fräser zur Unterstützung seines Teams. Die außergewöhnlichste Aufgabe für Bernd Bosch und sein Team in den vergangenen Monaten war die Entwicklung eines Flammkuchenautomaten. Die Vorgabe: Die Produktion soll parallel auf zwei Bändern laufen, damit die Maschine unentwegt Teigböden für Flammkuchen erzeugen kann, auch wenn ein Teil von ihr gerade gereinigt wird – aber auch für dieses Problem fanden die Entwickler von Bosch Maschinenbau eine Lösung.

Maschinenbaumeister Bernd Bosch gründet Bosch Maschinenbau im Jahr 1985 als EinMann-Betrieb auf 120 gemieteten Quadratmetern. Fünf Jahre später zieht er in einen eigenen Komplex mit zwei Montageund Fertigungshallen sowie einem Bürogebäude mit insgesamt rund 1500 Quadratmetern. Heute beschäftigt Bosch zehn Mitarbeiter, neun davon sind in der Produktion tätig.

Dienstleistung Sägen und fräsen, schweißen und löten sowie die Baugruppenmontage und die Anfertigung von Sondermaschinen gehören zu den Kernkompetenzen von Bosch Maschinenbau in Emmendingen. Zudem entwickelt und produziert das Unternehmen Schlauchklemmen für verschiedene Anwendungsgebiete, beispielsweise den Laborbedarf oder Pneumatikanlagen.

Sondermaschinen Im Bereich Sondermaschinenbau stellt Bosch ausschließlich Prototypen her. „Wir bekommen von unseren Kunden eine Zeichnung, manchmal sogar nur halbfertig, zudem die Informationen, was die Maschine am Ende können muss. Die Umsetzung der Ideen liegt dann bei uns“, erklärt Firmengründer Bernd Bosch.

Kontakt

Pressengestell einer Umformmaschine

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Bosch Maschinenbau GmbH Am Stockert 8 79312 Emmendingen post@bosch-maschinenbau.de www.bosch-maschinenbau.de Telefon: 0 76 41/95 40 75-0 Telefax: 0 76 41/5 35 50 1/2009

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Politik • Standort Emmendingen

Etwa 110 Wohnungen im mediterranen Stil entstehen auf dem Gelände Ramie

Emmendingen baut Auf dem Gelände der ehemaligen Ramie-Fabrik entsteht eine mediterrane Wohnanlage. Das 7000 Quadratmeter große Areal Merk wird in ein modernes Geschäftszentrum umgewandelt

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ie ausgedehnte Wasser­ fläche des Modells einen Teich zu nennen wäre un­ gefähr so, als würde man die Bayer-Werke in Leverkusen als regionale Produktionsstätte eines Medikamenteherstellers bezeich­ nen. Das extravagante Bauvorha­ ben, das die beiden Bauträger Gewo und Stuckert Wohnbau auf dem Gelände der ehemaligen Ra­ mie-Fabrik in Emmendingen pla­ nen, wirft vielmehr die Frage auf: Wer soll sich diese exklusiven Wohnungen leisten können?

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Zwischen 151 000 (für ein ZweiZimmerappartement mit 61 Qua­ dratmetern) und 277 000 Euro (für eine Drei-Zimmer-Attikawoh­ nung) müssen Käufer in der medi­ terranen Wohnanlage rechnen. „Damit sind wir im Preisbereich immer noch weit unter den Frei­ burger Verhältnissen“, sagt Aribert Frece von der Stuckert Wohnbau. Insgesamt rund 110 Wohnun­ gen, verteilt auf zehn Häuser wer­ den bis Ende 2011 an der Freibur­ ger Straße entstehen. Der erste Bauabschnitt umfasst fünf Häuser

mit jeweils elf Einheiten. Mit den Arbeiten soll noch in diesem Jahr begonnen werden. „Ende 2009 können dann die ersten Wohnun­ gen bezogen werden“, erläutert Aribert Frece. Das Ramie-Gelände ist eine der zahlreichen Industriebrachen Em­ mendingens, die in den vergange­ nen Jahren nach und nach verwer­ tet wurden. Von dem Entwurf er­ hofft sich die Kommune, ihr Flair als sympathische Kleinstadt weiter zu kultivieren. „Wir haben hier ein sehr ruhiges, zentrumsnahes

Grundstück – ideal für unser Kon­ zept mediterranes Wohnen direkt am Wasser“, sagt Frece. „So etwas umzusetzen, wäre in Freiburg nicht möglich gewesen.“ Anfang 2009 soll auch das Merk Areal überbaut werden. Die Moser Bau-Treuhand mit Sitz in Freiburg investiert rund 15 Millionen Euro in das Projekt. Im Stadtzentrum, direkt neben dem Hauptbahnhof, entsteht bis Frühjahr 2010 auf rund 7000 Quadratmetern ein neues Geschäftszentrum. „Vier Wohn- und Geschäftshäuser wer­ Foto: Mathias Kern


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den abgerissen, nur das Backstein­ gebäude, in dem sich die Touris­ teninformation der Stadt befindet, wird in das Ensemble einbezogen“, sagt Architekt Oliver Thiele von der Arbeitsgemeinschaft Hoffmann Thiele in Freiburg. Das Vorhaben bietet Platz für einen Rewe-Markt, einen MüllerDrogeriemarkt, ein Parkdeck mit rund 100 sowie einen Parkplatz mit weiteren 40 Stellplätzen. Ein­ zelhandelsgeschäfte, ein Café und Raum für Arztpraxen runden das Konzept ab. Bei den Belägen und Oberflächen wird auch das Bild der historischen Innenstadt Em­ mendingens einbezogen. Das Merk Areal bildet den süd­ westlichen Abschluss der Emmen­

dinger Innenstadt. Der Hauptbau­ körper wird dreigeschossig ausge­ baut und ist über eine Brücke auch hervorragend an die Bundes­ straße 3 angeschlossen. Vom be­ nachbarten Bahnhof und dem an­ grenzenden Busbahnhof erhoffen sich die Investoren eine hohe Kun­ denfrequenz. „Das zusätzliche Angebot, vor allem im Lebensmit­ telbereich, wird die Attraktivität des Zentrums erhöhen“, sagt In­ vestor Stephan Moser.  Christoph Lorenz clorenz@econo.de

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Standort Emmendingen • Politik

A Keine Geschenke Emmendingens Innenstadt lebt. Das ist kein Zufall, sondern der Lohn harter Arbeit

ngefangen hat alles mit einer Kiste aus Bali. „Nur so zum Spaß“, erzählt Vera Stelz, hat sie sich vor zehn Jahren das erste Mal mit ihren handgeschnitzten Figuren auf den Emmendinger Weihnachtsmarkt gestellt. Inzwischen ist ihr Stand mit Holz verkleidet, ein kleiner Ofen steht in der Ecke. Es ist nicht allein das Geschäft, auf das es der Emmendingerin

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ankommt. „Ich mache das ja nur nebenbei. Aber es ist eine schöne Gelegenheit, Abseits der Alltagshektik Bekannte oder Stammkunden zu treffen, die auf einen Plausch vorbeikommen“, sagt Vera Stelz. Den traditionellen Weihnachtsmarkt am ersten Dezember-Wochenende organisiert die Aktionsgemeinschaft Lammstraße bereits seit mehr als 30 Jahren.

Die Eisbahn lockt vor allem junge Besucher auf den Emmendinger Marktplatz

Foto: Michael Bode

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Politik • Standort Emmendingen

viele Festivals in den Schatten stellt. „Wir hatten einen Feuer­ spucker und einen Akrobaten engagiert“, erzählt Grafmüller. Zur ersten Emmendinger Leistungsschau Mitte Juni fuhr ein kleines Messebähnlein durchs Veranstaltungsgebiet. Mit Blick auf die Zukunft hat die Initiative außerdem ordentlich Geld in die Hand genommen und eine große, professi-

müller stolz erzählt. Beim Radmarkt waren es 20 000, auch mit der Besucherzahl der Emmendinger Nacht (15 000) und dem Herdäpflefeschd (10 000) waren die Organisatoren zufrieden. Zum Vergleich: Die Kernstadt hat gerade einmal 18 800 Einwohner. Die Einzelhändler engagieren sich seit vielen Jahren in der Stadt. Neu ist dagegen der Gewerbever-

Mehr als 25 000 Besucher kommen zum Emmendinger Brettlimarkt onelle Bühne gekauft, um ihre zahlreichen Veranstaltungen besser in Szene zu setzen. „Andere mieten sich so etwas, für uns hat sich der Kauf rentiert“, sagt Grafmüller. Nicht zuletzt deshalb, weil die Bühne auch an andere Veranstalter vermietet wird. Der Lohn für Investitionen und Ideen ist eine intakte Struktur der Kernstadt: viele Einzelhändler, kaum große Einkaufszentren oder Filialgeschäfte. „Die Leute kommen gern zum Einkaufen nach Emmendingen. Sogar aus Freiburg, weil es ihnen dort oft zu überlaufen ist“, sagt Vera Stelz. Die Zahlen belegen diese Einschätzung: Mehr als 25 000 Besucher zählten die Einzelhändler beim diesjährigen Brettlimarkt. „An einem einzigen Tag“, wie Graf-

ein, der dieses Jahr gegründet wurde und unter dessen Dach auch die Initiative geschlüpft ist. Neben den Einzelhändlern beteiligen sich rund 70 Unternehmen, Vereine und Handwerker an der Vermarktung des Standorts. „Die Gründung hat zum Ziel, einen Dachverband für alle Emmendinger Unternehmen zu bilden, damit die Stadt einen einheitlichen Ansprechpartner hat“, erklärt Heiko Grafmüller. Bisher kam es hin und wieder zu Abstimmungsproblemen der einzelnen Gruppierungen. Das ist Geschichte. Oberbürgermeister Stefan Schlatterer findet positiv, dass Emmendingen nun geschlossen auftritt. Auch wenn es „noch etwas dauern wird, bis die Integration abgeschlossen ist“, so Schlatterer. Anfang des Jahres soll

beispielsweise das Büro in der Markgrafenstraße – bisher die Geschäftsstelle der Initiative Einzelhandel – die administrativen Aufgaben für den gesamten Gewerbeverein erledigen. Seine Nagelprobe hat der elfköpfige Vorstand bereits gemeistert: Mehr als 200 Unternehmen beteiligten sich an der ersten Emmendinger Leistungsschau Mitte Juni. Zum zweitägigen Schaulaufen kamen „etwa 50 000 Besucher – viel mehr als wir erwartet hatten“, sagt Christl Graeber, die Vorsitzende des Gewerbevereins. Auch mit dem Emmendinger Wohlfühltag und der Eisbahn am Weihnachtsmarkt trägt der junge Verein bereits dazu bei, dass der Standort weiter Fahrt aufnimmt. Von der Arbeit im Vorfeld bekommt Vera Stelz nicht viel mit. Von der Reaktion der Weihnachtsmarktbesucher dafür umso mehr. Es ist Dienstagabend, an ihrem Stand ist nicht mehr viel los. „Das Meiste spielt sich natürlich am Wochenende ab“, erzählt sie. „Die Eisbahn ist gut, sie bringt ein anderes, jüngeres Publikum.“ Nur der Platz gefällt ihr nicht. „Besser wäre es, wenn die Stände anders angeordnet wären; nicht so verteilt rund um die Bahn“, sagt Stelz. Vielleicht im nächsten Jahr. loc

www.gewerbevereinemmendingen.de 

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Er ist eins der Aushängeschilder der Stadt. „An diesen zwei Tagen stehen mehr als 100 Stände rund um den Marktplatz“, erzählt Heiko Grafmüller, Vorsitzender der Initiative Einzelhandel. „Dann ist in der Innenstadt richtig was los.“ Beschaulicher geht es während der übrigen vier Wochen zu. Etwa 30 Stände rund um die Eisbahn stehen während der gesamten Vorweihnachtszeit. Das ist der Teil, den die Stadt organisiert. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden, in denen Gewerbevereine und Einzelhändler-Initiativen nicht viel bewegen, brennt in Emmendingen nicht nur in der Zeit vor Weihnachten der Baum. Fast jeden Monat organisieren die Einzelhändler ein Spektakel, das Kunden und Schaulustige anzieht und die Innenstadt belebt. Vom großen Fahrradmarkt im Frühjahr bis zum Brettlimarkt, der Wintersportmesse Ende Oktober, lockt Emmendingen mit seinen Veranstaltungen Neugierige in die Stadt. Natürlich steht für die Einzelhändler der Umsatz im Vordergrund. Aber die Geschäftsleute wissen, dass es den Kunden heute nicht ausschließlich auf günstige Preise ankommt. Einkaufen ist Erlebnis, lautet die Devise. Bei der Emmendinger Nacht Anfang Mai hatten nicht nur die Geschäfte bis ein Uhr morgens geöffnet. Auf dem Marktplatz lief parallel ein Kulturprogramm, das

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Standortporträt Emmendingen 2009