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E 66900 | 8. Jahrgang | Ausgabe 2, 21. Dezember 2012 | Deutschland 6,50 € | Schweiz 10,00 SFR

Wirtschaftsmagazin für Baden-Württemberg Aufbruch 2013: Das bringt das neue Jahr Karlsruhe Ost: Standort mit IT-Potenzial Messe i+e: Der Beileger zur Industriemesse

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Intern

Selbstbewusst gestartet! Vom Aufbruch ins Jahr 2013 und der Messe i+e Von Dirk Werner

Aufbruch! Mal ehrlich: Haben Sie etwas anderes erwartet? Haben Sie ernsthaft erwartet, dass irgendjemand Ihnen schon jetzt haarklein sagen kann, wie das Jahr 2013 wird? Eben. Und genau so ging es den Econo-Redakteuren Robert Schwarz und René Kius bei der Recherche für unseren traditionellen Jahresausblick. Experten sagen dies und das. Aber nicht wirklich einheitliches. Und während die einen Unternehmen die Auftragsbücher für die nächsten zwölf Monate locker voll haben, schreiben andere 2013 schon ab. Was macht man nun daraus? Man geht es positiv an! Schließlich ist kaum etwas so wichtig in der Wirtschaft wie die Psychologie. Und deshalb lesen Sie in unserem Spezial nicht nur eine allgemeine Einschätzung der Lage, sondern eben auch einen Bericht über Gründer, die 2013 richtig durchstarten wollen. Mehr darüber lesen Sie ab Seite 34 Der Osten. Karlsruhe stand jüngst im Brennpunkt des Interesses wie kaum zuvor. Denn einen solchen Erdrutschsieg eines von SPD und Grünen gestützten Kandidaten bei einer OB-Wahl erlebt man selten. Zumal in einer konservativ geprägten Stadt. Jetzt muss sich weisen, ob der bisherige Staatssekretär Frank Mentrup die Erwartungen erfüllen kann. Doch die OB-Wahl hat Econo-Redakteur Robert Schwarz allenfalls am Rande interessiert. Bei seinen Recherchen für das Standortporträt Karlsruhe Ost hat er sich in einem der spannendsten Bereiche der Fächerstadt umgeschaut: dem Technologiepark. Millionen wurden hier investiert, Millionen werden hier investiert werden. 3000 Menschen arbeiten dort bereits, Start-up neben Weltkonzern. Und mittendrin der neue Campus des Systemhauses CAS. Ein spannendes Fleckchen, über das Schwarz berichtet ab Seite 52 In eigener Sache I. Vergleiche sind immer schwierig. Wenn aber WVIB-Hauptgeschäftsführer Christoph Münzer die Industriemesse i+e selbstbewusst als kleine Hannover Messe bezeichnet, dann kann man das durchaus unterschreiben. Denn der Zuspruch von Ausstellern wie Besuchern ist bemerkenswert. Econo hat erstmals aus Anlass der Messe im Januar ein Special produziert. Sie finden es als Beileger in dieser Ausgabe. Und wir sind natürlich auch auf der i+e vertreten. Kommen Sie doch bei uns am Stand vorbei! Das Econo-Team freut sich auf Ihren Besuch. In eigener Sache II. Die Econo-Redaktion hat Zuwachs bekommen: René Kius heißt der neue Kollege, der nun von Ravensburg aus Econo-Land im Blick hat. Der zweifache Vater Kius lernte Verlagskaufmann, bevor er durch ein Volontariat in Hamburg Journalist wurde. Seit 2001 ist der Hobby-Musiker und Fußball-Trainer am Bodensee, schreibt unter anderem für Wirtschaftsmedien und ist Dozent an der Uni Konstanz.

Titel Econo: Illustration: Jigal Fichtner

Viel Vergnügen bei der Lektüre.

Foto: Michael Bode

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Inhalt

Dezember/Januar Namen & Nachrichten 6

Automotive. Warum Hymer die Börse verlässt

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Kommunen/Tourismus. Steigenberger kauft das Gründungshotel

8

Bauen/Handwerk. Der verlorene Sohn Steffen Männle

20

Kreativwirtschaft. Omikron und der Google-Vergleich

10

Energie/Rohstoffe. BürkKauffmann übernimmt Teile von Oest

22

Logistik/Handel. Buchhändler Riethmüller klagt Amazon an

12

Finanzen/Immobilien. Die Ernst&Young-Pläne

24

Luft-/Raumfahrttechnik. Höhenflug bei Astrium

14

Gesundheitswirtschaft. Heel wächst gesund

26

Maschinen-/Anlagenbau. Knatsch bei Kasto

16

IT/Elektrotechnik. Weichenstellung bei Märklin

28

Präzisionstechnik. Mega-Bau für die Megaplast

60

Im Porträt: Schunk-Chef Henrik A. Schunk

34

Aufbruch: So wird das Jahr 2013

Unternehmen 30

Siemens. Der NSNStandort Bruchsal ist Geschichte. Und in Konstanz geht deshalb die Angst um

34

Aufbruch I. Was bringt das Jahr 2013?

38

Aufbruch II. Diese Gründer starten im nächsten Jahr durch!

40

Aufbruch III. Warum Anleihen jetzt auch für den Mittelstand attraktiv sind

42

Aufbruch IV. Das Denken die Entscheider beim Cobus Wirtschaftsbarometer

44

Gastkommentar. Warum Hektik in Krisen nichts bringen kann

Management

Politik

46

Kapital & Recht. Die Gesetze zur Steuer 2013 werfen viele Fragen auf

50

WFG Nordschwarzwald. Perrot baut Turmuhren für Globalia

48

Marketing-Club Karlsruhe. Warum sich PTV sich eine neue Identität gab

51

IHK Schwarzwald-BaarHeuberg. IHK-Chef Albiez will den Kulturwandel

49

Marketing-Club Freiburg/Südbaden. Indische Wochen in Bad Krozingen

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Menschen

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Standort Karlsruhe Ost I. Im Technologiepark wird mit Start-ups und Weltkonzernen Zukunft entwickelt

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Im Porträt: Henrik A. Schunk ist als Chef der Schunk-Gruppe der Prototyp einer neuen Generation Familienunternehmer

56

Standort Karlsruhe Ost II. Cyber-ForumVorstandschef Matthias Hornberger im Interview

62

Menschen des Monats/ Impressum. Erdrutschsieg in Karlsruhe, die Neuen bei der Sparkasse Karlsruhe Ettlingen sowie Liebich & Partner

Fotos: Lauppe und Fichtner, Jigal Fichtner; Illustration: Jigal Fichtner


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Lesern n allen econoWir wünsche ei n en d n ac h te n u n fr o h e W ei h Ja h r! e in d as n eu g u te n Ru ts ch

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Kein Spiel: Simba-Dickie will Märklin kaufen

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64

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6

Namen & Nachrichten • Automotive

kurz notiert

Irmscher macht dicht Die Opel-Krise ist im Land angekommen. Der Opel-Tuner Irmscher schließt seinen Stammsitz in Remshalden Ende Mai kommenden Jahres. Betroffen sind mehr als 60 Mitarbeiter. „Die Marktveränderungen und die schwache Konjunktur des Automarkts in Europa zwingen uns zu diesem Schritt“, erklärte Geschäftsführer Günther Irmscher der „Stuttgarter Zeitung“. Die vergangenen drei Jahren seien bereits „sehr, sehr schwierig“ gewesen. Details zu Umsatzund Ergebnisentwicklung nannte er nicht.

Kauf statt Kooperation Neuzugang beim Ventilatorenhersteller EBM-Papst aus Mulfingen: Das Unternehmen übernimmt den fränkischen Getriebehersteller Zeitlauf. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Die Firma aus Lauf erwirtschaftet mit 280 Mitarbeiter einen Umsatz von rund 33 Millionen Euro. Beide Firmen hatten zuvor bereits kooperiert.

Abschiedstournee Hymer zieht sich vom Parkett zurück. Die neuen Chefs krempeln derweil die Firma kräftig um

In Bad Waldsee müssen sie es satt haben: Jahresberichte. Halbjahresberichte. Zwischenberichte. Ad-hoc-Mitteilungen. Investor Relations. Die Hauptversammlung, auf der so gerne Leute sitzen, die ohnehin nichts zu bestimmen haben. Längst ist es dem Caravan- und Wohnmobilhersteller Hymer zu aufwendig geworden, eine börsennotierte AG zu sein. Und zu teuer. Das Unternehmen, das rund 20 000 Reisemobile und Caravans im Jahr verkauft, zieht sich vom Parkett zurück. „Kosten und Aufwand der Börsennotierung entsprechen nicht den damit verbundenen Vorteilen“, sagt Finanzvorstand Andreas Lobejäger. Allein eine Million Euro will Hymer künftig sparen, weil es weniger Berichte schreiben und keine gro-

ße Hauptversammlung mehr ausrichten muss. 2013 kommt es in Bad Waldsee zum Showdown: Die letzten Aktionäre sollen über ein Squeeze-out-Verfahren aus der Firma gedrängt werden. Rückblick: Seit 1990 ist Hymer im General Standard der Frankfurter Börse notiert. Doch nach dem Start besorgt sich das Unternehmen nicht ein einziges Mal frisches Kapital. Stattdessen hält Gründer Erwin Hymer in all den Jahren rund 80 Prozent der Anteile. Hymer hat die kurzen Entscheidungswege eines Familienbetriebs geopfert. Den Geldsegen einer börsennotierten AG haben die Schwaben indes nie wirklich empfangen. Im September 2011 dann zieht das Unternehmen die Konsequenzen und leitet den Rückzug ein.

Härter auf Sparkurs Der Autozulieferer Härter mit Sitz in Königsbach-Stein plant an seinem Stammsitz offenbar den Abbau von 50 Arbeitsplätzen. Dagegen wehrt sich die IG Metall. Laut Gewerkschaftssprecher Martin Kunzmann sei man in Gesprächen. Grund für den geplanten Sparkurs sei die angespannte Situation in der Automobilindustrie. Härter beschäftigt 1400 Mitarbeiter, 900 davon in Königsbach-Stein.

Gaukel in Problemen Lange Zeit wurde in Neuenstadt (Landkreis Heilbronn) über die finanzielle Situation des Autozulieferers Gaukel spekuliert. Nun hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Der Heidelberger Anwalt Christopher Seagon wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt. Das Unternehmen beschäftigt 60 Mitarbeiter.

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Foto: Hymer


7 KURZ NOTIERT

Bertrandt baut aus

von der Börse Inzwischen hat Erwin Hymer über seine Vermögensverwaltungs AG (EHVV) bereits die meisten Aktien eingesammelt. Ende November 2012 entfallen 98,3 Prozent auf die EHVV. Hält ein Aktionär mindestens 95 Prozent des Grundkapitals einer AG, darf er die restlichen Anteilseigner gegen eine angemessene Zahlung aus dem Unternehmen drängen. Maßgeblich für die Abfindung im Rahmen dieses sogenannten Squeeze-outs ist meist der durchschnittliche Börsenkurs der vergangenen drei Monate. Im kommenden Sommer könnte es so weit sein. Bis dahin soll Hymer nicht nur auf dem Papier ein neues Gesicht erhalten. Bis zum Frühjahr 2012 dreht sich in Bad Waldsee ein regelrechtes Perso-

nalkarussell. Neben Finanzvorstand Lobejäger installiert der Caravan- und Wohnwagenhersteller insgesamt vier neue Geschäftsführer. Am 1. Mai übergiebt zudem Interimsboss Josef Spichtig seinen Posten an den Niederländer Roel Nizet. Die Neuen krempeln das Unternehmen um: weniger Leiharbeiter, flexiblere Arbeitszeiten, dazu eine neue, teils modulare Produktion nach dem Vorbild von Autobauern wie Volkswagen. Hymer soll es künftig einfacher haben, Fahrzeuge in kleinen Serien herzustellen. Die Finanzkrise, in deren Folge der Absatz von gut 26 000 auf unter 19 000 Fahrzeuge sackt, hat Spuren hinterlassen. Obwohl die Europäer, allen voran die Deutschen, im Frühjahr 2012

Rund 1350 neue Stellen hat der Ehninger Technologiedienstleister Bertrandt alleine im zurückliegenden Geschäftsjahr geschaffen. Das Unternehmen beschäftigt vor allem Ingenieure. Laut Chef Dietmar Bichler sollen im kommenden Jahr noch einmal rund 1000 neue Mitarbeiter dazukommen. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 10 000 Mitarbeiter. Diese haben im Geschäftsjahr 2011/12 rund 709 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, ein Plus von 23 Prozent. Das Betriebsergebnis stieg um ein Viertel auf 75 Millionen Euro.

wieder Wohnmobile kaufen, als gäbe es dafür eine Eigenheimzulage, schlägt Hymer im Zwischenbericht eher leise Töne an. Von starker Wettbewerbsintensität ist da die Rede. Von Unsicherheit. Und Risiken. Gerne hätte Econo nachgehakt. Doch unsere Anfragen bleiben allesamt unbeantwortet. Anfang Dezember kündigt Hymer 0,88 Euro Dividende je Anteil an. Es ist die erste Ausschüttung nach drei Nullrunden. Der Geschäftsbericht über das Jahr 2011/12 erscheint gegen Ende Dezember, verrät eine Sprecherin. Es dürfte der letzte für das große Publikum werden. Und dann kehrt endlich wieder Ruhe ein, in Bad Waldsee. Andreas Dörnfelder adoernfelder@econo.de

Schnellstes Blaulicht Die nach eigenen Angaben schnellste Ambulanz der Welt hat der Aalener Spezialfahrzeugbauer System Strobel an das Sultanat von Oman ausgeliefert. Der Rettungswagen auf Mercedes-Basis verfügt über einen 500 PS starken V8-Motor. Dieser beschleunigt das 4,6 Tonnen schwere Gefährt von 0 auf 100 in zehn Sekunden und bis auf eine Höchstgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometer. Kostenpunkt pro Fahrzeug: eine halbe Million Euro.

Mahle kauft ein Der Autozulieferer Mahle übernimmt von Bosch die auf Automobilwartungsgeräte spezialisierte US-Tochter RTI Technologies. Damit erweitere Mahle sein Geschäft auf den Bereich Werkstattausrüstung im Automobil-Ersatzteilmarkt. RTI setzte 2011 mit 60 Mitarbeitern umgerechnet 11,3 Millionen Euro um.

Europa schwächelt

Hymer aus Bad Waldsee gilt als Marktführer für Caravans und Wohnmobile in Europa

2 / 2012

Beim Getriebehersteller Getrag stellt man sich auf eine schwächere Nachfrage aus Europa ein. Der Umsatz soll 2012 dennoch auf 3,1 Milliarden Euro wachsen. Der Grund ist der starke Absatz in Nordamerika und Asien – allen voran China. Dort plant Getrag ein neues Werk.

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Namen & Nachrichten • Bauen/Handwerk

KURZ NOTIERT

Alno ist schuldenfrei Die Alno AG, Küchenhersteller aus Pfullendorf, hat nach einer Kapitalerhöhung Bankverbindlichkeiten in Höhe von 55 Millionen Euro abgelöst. Alno ist damit schuldenfrei. Zudem hat Whirlpool ihren Anteil an der Alno AG von circa 24,9 Prozent auf insgesamt etwa 30,6 Prozent erhöht. Vorstand Max Müller sieht das Unternehmen bei der Sanierung auf der Zielgeraden und will seinen Wachstumskurs fortsetzen.

Burkart geht Nikolai P. Burkart hat wie geplant den Aufsichtsratsvorsitz der deutschen Holding der Sodexo S.A. niedergelegt. Er stammt aus der Gründerfamilie der Zehnacker-Gruppe, die das Unternehmen 2010 an den französischen Caterer Sodexo verkauft hat. Zehnacker wurde 1933 in Singen gegründet. Sodexo erwirtschaftete 2012 rund 18,2 Milliarden Euro Umsatz.

Volle Bücher Der Stuttgarter Anlagenbauer M+W Group hat mehrere Großaufträge erhalten. Mit dem Baukonzern Züblin wird M+W ein Hochleistungs-Großrechenzentrum in Sachsen-Anhalt realisieren. Im Auftrag der Angstrem–T JSC erweitert und modernisiert M+W eine Halbleiterfabrik nahe Moskau. Und für die BASF errichtet das Unternehmen eine Anlage zur Salpetersäureherstellung in Ludwigshafen.

Dünne Heizung Sven Braun aus Burladingen hat auf Basis eines nanotechnologischen Verfahrens eine elektrische Heizbeschichtung entwickelt, die auf verschiedene Oberflächen aufgetragen werden kann. Die„dünnste Heizung der Welt“ eignet sich etwa für Betriebe und Haushalt. Dafür hat Peter Hofelich, Landesbeauftragter für Mittelstand und Handwerk, Braun als „Übermorgenmacher“ ausgezeichnet.

Heimkehrer: Steffen Männle, der Dielen-Dealer aus dem Schwarzwald

Der verlorene Sohn Steffen Männle hat das Unternehmen seiner Familie vor der Insolvenz bewahrt. Jetzt macht er sich auf, ein eigenes Kapitel zu schreiben Es sind die Geschichten, die man gerne liest, von jungen Männern, Helden, die retten. Die Welt, vielleicht auch nur den Familienbetrieb. Wie die Geschichte von dem Holzfachhändler Pur Natur aus Zell am Harmersbach, einem Kleinstadtidyll im Schwarzwald. Steffen Männle, gerade mal 26, studierte Internationales Management in Reutlingen und Frankreich, dann ging er zu Accenture, einer Frankfurter Unternehmensberatung. Eines Tages sollte er das von Vater Ruthard Männle 1988 gegründete Unternehmen übernehmen, so war’s geplant. Dass er so früh zurückkehrt, nicht. Die Vorgeschichte: Im Laufe der Jahre hat sich Pur Natur vom Händler von Rund- und Schnitt-

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holz zu einem Lieferanten für Rohdielen gewandelt. Irgendwann reift die Idee, die Dielen für Innenraum und Terrassen aus dem eigenen Sägewerk direkt an Endkunden zu verkaufen. Männle trennt sich von dem Hauptabnehmer in Dänemark, schlittert 2008 prompt in die Wirtschaftskrise. Von da an geht es bergab, Ende 2011 droht die Insolvenz. Also kehrt der Sohn Anfang 2012 heim und stellt das Unternehmen auf den Kopf. „Produktportfolio, Qualität und Personalstruktur stimmten. Aber wir mussten die Kosten reduzieren und den Vertriebsprozess reorganisieren“, erzählt Steffen Männle. Und internationalisieren. Denn für seine Dielen gibt es in Deutschland zu wenig Kunden. Männle führt eine

ERP-Software ein und ordnet die Aufgaben im Unternehmen neu. Studenten der HTWG in Konstanz verpassen der Firma zudem eine neue Corporate Identity. Die klare Markenkommunikation, die neue Website schaffen Wahrnehmung und Dialog. Aus Interessenten werden Kunden, Kunden bringen Umsatz. Seit Mitte des Jahres schreibt Pur Natur wieder schwarze Zahlen, für 2012 erwartet Männle einen Umsatz von 1,2 Millionen Euro, 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Umsatzziel 2013: 1,5 Millionen Euro. An Expansion denkt er erst ab 2014. Und dann einen Showroom in Berlin, vielleicht auch München eröffnen. Das Kapitel hat eben erst begonnen. René Kius Foto: Jigal Fichtner


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Namen & Nachrichten • Energie/Rohstoffe

kurz notiert

Mehr Aufträge Der Mannheimer TechnologieKonzern Alstom hat die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2012/2013 mit einem Auftragsplus von 19 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro abgeschlossen, der Umsatz stieg um vier Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Nähere Angaben machte CEO Patrick Kron nicht. Alstom baut unter anderem Kraftwerke und Transformatoren aller Art.

Ölwechsel Die Bürk-Kauffmann-Gruppe hat von Oest die Heizöl-Sparte übernommen. Damit sichern sich beide ihre Kompetenzen

Altus übernommen Die Kraftwerke Mainz-Wies­ baden haben die Mehrheit an Altus aus Karlsruhe übernommen. Altus berät und entwickelt Projekte rund um Biogas, Photovoltaik und Windenergie. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Windige Tochter Die bislang auf solare Energiegewinnung spezialisierte Wirsol aus Waghäusel (Landkreis Karlsruhe) hat eine Windenergie­ tochter gegründet. Erste Projekte sind laut den Geschäftsführern Kristian Schachlewitz und Karsten Pedersen in Planung. So ein 30-Megawatt-Windpark im Schwarzwald.

Die Freiburger S.A.G. Solarstrom hat trotz bekannt schwieriger Rahmenbedingungen im dritten Quartal 2012 mit 55,4 Millionen Euro mehr umgesetzt als kumuliert in den beiden Quartalen zuvor. Laut Vorstand Karl Kuhlmann trugen das Projektgeschäft sowie die Stromproduktion und der Service zum Ergebnis bei.

Sunovis baut auf Müll Das Photovoltaik-Start-up Sunovis aus Singen hat den Auftrag zum Bau einer Anlage mit 1,3 Megawatt Leistung auf einer drei Hektar großen Mülldeponie in Hessen erhalten. Die Anlage soll rechnerisch 260 Haushalte mit Strom versorgen.

Quelle: eigene Recherche

S.A.G. legt zu

Routine ist das falsche Wort. Aber ein gewisser Gewöhnungseffekt hat sich bei Johann Bucher inzwischen sicher eingestellt: „Wir haben in letzter Zeit bestimmt zehn kleinere Firmen übernommen.“ Und jetzt kam eben wieder etwas dazu: Die Bürk-Kauffmann-Gruppe mit Sitz in Villingen-Schwenningen hat unter Buchers Führung die Heizöl-Sparte der Oest-Gruppe aus Freudenstadt gekauft. Es sind Zeichen einer Marktbereinigung. Denn Heizöl hat es nicht nur beim Verbraucher immer schwerer. Auch die Margen sind mickrig, wer zwei Prozent erreicht gilt als König. Dafür werden die gesetzlichen Anforderungen an Mitarbeiter und Fahrzeuge größer. Zudem ist die Anbieterseite zersplittert: Noch immer gibt es viele Kleinbetriebe, die mit einem Fahrzeug die

Nachbarschaft beliefern. Dass Oest mit der geballten Marktmacht in der Stadt Freudenstadt einen Anteil von 45 Prozent hält, spricht Bände. Im Landkreis Freudenstadt sieht es mit 18 Prozent noch zersplitterter aus. Bucher: „Diese kleinteiligen Strukturen wird es

Oest-Gruppe

Bürk-Kauffmann-Gruppe

Umsatz Überschuss Eigenkapital Mitarbeiter

341,3 Mio. 1,7 Mio. 12,6 Mio. 220

Finanzkennzahlen in Euro, Werte aus der Bilanz 2010

Quelle: eigene Recherche

10

Rohergebnis Überschuss Eigenkapital Mitarbeiter

7,2 Mio. 1,0 Mio. 6,6 Mio. 61

Finanzkennzahlen in Euro, Werte aus der Bilanz 2010

schon bald nicht mehr geben.“ Schon allein, weil vielen Kleinbetrieben eben der Nachfolger fehlt. Bei Oest hat man sich diese Gedanken auch gemacht. Am Ende hat sich Alexander A. Klein als Vorsitzender der Geschäftsführung gegen das Heizöl entschieden. Kein Wunder, ist die Oest-Gruppe doch mit den Geschäftsfeldern Mineralölwerk und Energiehandel, Tankstellen und Maschinenbau sowie der Beteiligung an der AviaKette ohnehin breit aufgestellt. Klein: „Wir haben weniger als zehn Prozent unseres Energiehandel-Umsatzes mit Heizöl erwirtschaftet.“ Also weg damit.

Der Recycler Scholz restrukturiert Die Scholz-Gruppe setzt den Restrukturierungskurs fort: Wie der Recyclingspezialist erklärte, wurde das Stahlwerk Poldi-Hütte in Tschechien verkauft. Zur Höhe des Erlöses gab es keine Angaben. Wohl aber zu dessen Verwendung: „Zur allgemeinem Konzernfinanzierung sowie zur Rückführung von Fremdmitteln“, so Vorstand Oliver Scholz. Zudem hat sich die AG über weitere Investoren ein

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„Finanzierungspaket“ über 650 Millionen Euro gesichert. Richtig zufriedenstellend sind die Scholz-Zahlen bis zum dritten Quartal generell nicht gewesen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen brach auf 30,1 Millionen Euro nach 56,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum ein. Der Umsatz sank um elf Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Zwei Gründe nennt Vorstand Scholz dafür: Einerseits

seien die Rohstoffpreise gesunken, andererseits ist die Nachfrage nach Recyclingmetallen schwach. Die 1872 gegründete Gruppe zählt zu den Schlüssellieferanten des Metall-Recyclings. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben 7500 Mitarbeiter in 20 Ländern und erwirtschaftete in 2011 einen Umsatz von rund 5,3 Milliarden Euro. Stammsitz ist Essingen (Ostalbkreis). red/wer Foto: Oest, Michael Kienzler


11 KURZ NOTIERT

Interesse an Stahl Die Mafi Irion aus Tauberbischofsheim hat Interesse an dem stillgelegten Trierer Stahlwerk angemeldet. Zu Einzelheizen wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Hinter Mafi steht eine Holding aus der Südwest Beteiligungen und der NDW Beteiligungsgesellschaft. Zur Gruppe zählt unter anderem die Badischen Stahlwerke in Kehl. Juniorchefin ist Katja Wagner, die unter ihrem Mädchennamen Seizinger als Skirennläuferin drei Goldmedaillien bei Olympia abräumte.

Schirmbeck räumt auf

Die Oest-Gruppe (l.) hat das Heizölgeschäft an die BürkKauffmann-Gruppe verkauft

Johann und Dominic Bucher erreichte als Bürk-KauffmannVerantwortliche die Oest-Anfrage per Brief. Fünf Bewerber hat sich Oest ausgeguckt, die Doppelstädter haben am Ende das Rennen gemacht. Die Bürk-KauffmannTochter A. Gaiser aus Oberndorf übernimmt die zwei Fahrzeuge und vier Mitarbeiter von Oest. Damit lässt sich ein Umsatzvolumen von bis zu 20 Millionen Euro generieren. Im Heizöl-Geschäft ist das schon eine Hausnummer. Bucher musste die Übernahme nicht lange überdenken: „In einem schrumpfenden Markt sichert uns das Anteile.“ Wobei auch er

den tradtionsreichen Familienbetrieb mit 75 Mitarbeitern und einem Umsatz von 200 Millionen Euro konsequent umbaut: „Wir gehen weg vom Heizölanbieter hin zum Energielieferant.“ Wenn ein Kunde auf Gas umstellt, liefert Bucher auch das. Zudem wurde mit SW-Energie eine Tochter gegründet, die auf den Bau von Heizzentralen spezialisiert ist. Mit der Kette Tankpool 24 ist Bürk-Kauffmann beinahe flächendeckend im Süden mit mannlosen Tankstellen in Gewerbegebieten präsent. Schmierstoffe werden ebenso zwischen Hochrhein und Ulm an Firmen und Landwirte geliefert.

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Das Glasrecyclingunternehmen Schirmbeck optimiert in Immendingen (Landkreis Tuttlingen) für mehr als zwei Millionen Euro die Betriebsstrukturen. Laut Inhaber Johann Schirmbeck bereiten die 25 Mitarbeiter pro Jahr rund 80 000 Tonnen Altglas auf.

In Zahlen bedeutet das: 100 Millionen Euro Umsatz macht Bürk-Kauffmann mit Diesel, 86 Millionen mit Heizöl und 14 Millionen mit Schmierstoffen. Damit zählt die Gruppe zu den Schwergewichten im Südwesten. Doch Johann und Dominic Bucher machen sich nichts vor: Die Marktbereinigung spült ihnen zwar noch weitere Marktanteile zu. Dennoch verlassen sie sich auf das Heizöl-Geschäft nicht mehr. „Die Hauptinvestitionen fließen ins Tankstellennetz und den Schmierstoffbereich“, so Johann Bucher. Der Rest ist so weit möglich gekonnte Routine. Dirk Werner

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Kasachstan lockt Deger rüstet nach eigenen Angaben einen Zwei-MegawattPhotovoltaikpark in Kasachstan mit den hauseigenen Nachführsystemen aus. Das Unternehmen aus Horb am Neckar (Landkreis Freudenstadt) gilt mit 400 Mitarbeitern als führender Hersteller und hat weltweit bereits mehr als 49 000 Anlagen in 49 Ländern aufgebaut.

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Namen & Nachrichten • Finanzen/Immobilien

kurz notiert

Badeoffensive I Rund 50 Millionen Euro hat der sogenannte Bäderkönig Josef Wund in sein neustes Projekt investiert. In Sinsheim eröffnet dieser Tage neben der RheinNeckar-Arena ein 15 000 Qua­ dratmeter großes Badeparadies. Jährlich soll das Erlebnisbad rund 700 000 bis 800 000 Badegäste in den Kraichgau locken. Wund betreibt unter anderem Bäder in Erding, Bad Wörishofen sowie in Titisee-Neustadt.

Investor gefunden Der Bau des „Forums Gold und Silber“ in Schwäbisch Gmünd ist gesichert. Wie Architekt Cemal Isin von den Isin Architekten mitteilte, habe sich mit dem Unternehmer Gerhard Grimminger ein neuer Investor für das Drei-Millionen-Euro-Projekt gefunden. Grimminger ist Chef des Abtsgmünder Achsen- und Getriebeherstellers Kessler + Co mit rund 600 Mitarbeitern. Im Forum mit seiner gold- und silberfarbenen Fassade soll unter anderem der Edelmetallverband seine Geschäftsstelle eröffnen.

Badeoffensive II In Backnang ist das Erlebnisbad „Wonnemar“ in Betrieb gegangen. Rund 18,5 Millionen Euro hat die Stadt in den Neubau investiert. Laut OB Frank Nopper rückt Backnang damit in den „Badeolymp“ auf. Die Stadt kalkuliert pro Jahr mit 220 000 Besuchern. Betreiber des Bades ist Interspa aus Stuttgart.

Auf der Suche Ernst & Young wächst, nicht nur beim Umsatz. Auch die Mitarbeiterzahl wird massiv steigen Nur einer war besser: Die Wirtschaftsprüfungs und Beratungsgesellschaft Ernst & Young mit deutschem Sitz in Stuttgart hat im vergangenen Geschäftsjahr rund sieben Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet als im Vorjahr. Damit steht man in der Branche hinter KPMG auf Platz 2 der Wachstumscharts. Rund 1,2 Milliarden Euro hat Ernst & Young 2011/2012 erlöst, auch für das laufende Geschäftsjahr geht Deutschland-Chef Georg Graf Waldersee von einem Wachstum von rund sieben Prozent aus. Das stärkste Wachstum generierte Ernst & Young in der Sparte Transaktionen, die um mehr als 20 Prozent auf 270 Millionen Euro wuchs. Ein Grund: Der Übernahmehunger chinesischer Unternehmen. Laut Waldersee war man in alle großen Akquisitionen deutscher Firmen eingebunden. Unter Druck ist hingegen die Sparte Wirtschaftsprüfung geraten. Hier leide die Branche unter dem großem Wettbewerb, so Waldersee. Die Anbieter befinden sich in einem wahren Preiskampf mit massiven Nachlässen. Trotz dieser Probleme plant Ernst & Young weiter zu wachsen. Allein im laufenden Jahr sollen in Deutschland rund neue 1200 Mitarbeiter eingestellt werden. Derzeit beschäftigen die Wirtschaftsprüfer bundesweit 7700 Mitarbeiter. 1500 von ihnen werden 2015 in die neue Deutschland-Zentrale

am Stuttgarter Flughafen ziehen. Dort plant der Betreiber des Airports einen Neubau mit einer Fläche von rund 40 000 Quadratmetern, dessen alleiniger Mieter Ernst & Young sein wird. Der Spatenstich ist für Anfang 2013 geplant, der Umzug soll dann rund zwei Jahre später erfolgen. red

Georg Graf Waldersee, Deutschland-Chef von Ernst & Young

Datenschutz-Fusion Die GEFAS Datenschutz aus Friedrichshafen hat sich mit Partnern zwischen München und dem Bodensee zur Deutschen Datenschutzkanzlei zusammengeschlossen. Die neue Kanzlei unterstützt eigenen Angaben zufolge Unternehmen bei allen Fragen hinsichtlich der vom Gesetzgeber geforderten Datenschutzanforderungen. Standorte sind neben Friedrichshafen München und Kempten.

Hamburger kaufen Schwaben Seit 2008 ist die Privatbank M. M. Warburg aus Hamburg Aktionär bei der Schwäbischen Bank aus Stuttgart. Nun hat das Institut die Mehrheit an den Schwaben übernommen. M. M. Warburg hält derzeit 78 Prozent der Anteile. Laut den Hanseaten will man mit dem Kauf die Präsenz der

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Gruppe in Baden-Württemberg stärken. Die Schwäbische Bank betreut seit 80 Jahren vorrangig vermögende Privatkunden. Die Bilanzsumme lag 2011 bei 266 Millionen Euro Der neue Eigentümer ist mit einer Bilanzsumme von 4,46 Milliarden Euro eine der großen Pri-

vatbanken Deutschlands. Die Unternehmen der Gruppe sind mit 22 Standorten in 14 deutschen Städten sowie in der Schweiz und in Luxemburg vertreten. Am Kapital der Bank sind ausschließlich Privatpersonen beteiligt und die Führung des Hauses liegt in den Händen der Mitinhaber. rs Foto: Wolfgang von Brauchitsch


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Am Ende dieses ereignisreichen Jahres bedanken wir uns herzlich für die vertrauensvolle und angenehme Zusammenarbeit! Wirtschaftsmagazin für Baden-Württemberg

Wir wünschen Ihnen frohe Festtage, einen guten Rutsch ins Neue Jahr und vor allem ein gesundes, friedvolles 2013.


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Namen & Nachrichten • Gesundheitswirtschaft

KURZ NOTIERT

Der Makro-Umsatz Die Carl Zeiss Meditec hat im Geschäftsjahr 2011/2012 weiter zugelegt: Der Hersteller unter anderem von OP-Mikroskopen steigerte den Umsatz um 13,6 Prozent auf 861,9 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg um 18,7 Prozent auf 122,9 Millionen Euro. Für das neue Geschäftsjahr wagt Vorstand Ludwin Monz indes keine genaue Prognose.

Von Rastatt in die Welt Der Rastatter Medizintechnikhersteller Maquet fährt einen intensiven Expansionskurs: Nach einer Tochter in Belgrad nimmt Heinz Jacqui als Vorsitzender der Geschäftsführung jetzt auch Kolumbien und Südafrika ins Visier. Maquet entwickelt und baut unter anderem Systeme für die Herz- und die Intensivmedizin.

Celesio verkauft Der Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesio treibt mit Macht sein Desinvestitionsprogramm voran: Nach dem bereits die Anteile an Doc Morris, Movianto und Pharmexx verkauft wurden, hat Vorstandschef Markus Pinger jetzt auch für die irische Tochter Cahill May Roberts einen Abnehmer gefunden. Damit hat Celesio laut Pinger ausreichend Kapital, um die strategische Neuausrichtung voranzutreiben. Details dazu nannte er nicht.

Das neue Herz Es ist der höchste Förderbescheid des Landes seit vielen Jahren: Mit rund 26,75 Millionen Ero unterstützt das Gesundheitsministerium den Neubau der Herz- und Gefäßchirurgie im Uni-Herzzentrum in Bad Krozingen. Insgesamt investiert das Universitäts-Herzzentrum Freiburg Bad Krozingen 47 Millionen Euro, um in der Kurstadt einen Schwerpunkt aufbauen zu können. Das Zentrum besteht seit April 2012.

Qualitätskontrolle einer Echinacea-Pflanze bei Heel in Baden-Baden

Heels heile Welt Für den homöopathischen Arzneimittelhersteller Heel war 2012 ein Rekordjahr. Von der Rendite können andere Branchen nur träumen Als Ralph Schmidt Anfang November vor die Presse tritt, ist er sich bereits sicher, dass 2012 ein Rekordjahr wird. Die Biologische Heilmittel Heel GmbH werde erstmals mehr als 200 Millionen Euro Umsatz erzielen, verkündet der Chef. „Allein in Deutschland wachsen wir mit rund sechs Prozent – trotz des stagnierenden Marktes.“ Nach Econo-Schätzungen dürften die Erlöse sogar auf mehr als 210 Millionen Euro klettern. Und auch der Gewinn wird wohl wieder ordentlich sprudeln. Pressesprecher Matthias Reinig geht davon aus, dass das Ergebnis 2012 ähnlich zulegt wie der Umsatz. Damit würde Heel das Vorjahresniveau erreichen: Damals kletterte die Ebit-Marge auf 21,2 Prozent! Von solchen Renditen können andere Branchen nur träumen.

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„Homöopathie ist ein lukratives Geschäft, aber die Risiken sind hoch“, sagt Sprecher Reinig. Vor allem in Europa sei der regulatorische Rahmen schwierig. „Sie können nie sicher sein, ob ein neues Medikament zugelassen wird.“ Von den 400 Produktfamilien von Heel haben die meisten in Deutschland keine Zulassung. Da es sich um homöopathische Mittel handelt, dürfen sie aber verkauft werden, solange sie registriert sind. Das Problem: Ohne Zulassung sind auf der Verpackung keine Hinweise zur Wirkung (zum Beispiel „gegen Schnupfen“) erlaubt. Um die für Zulassungen geforderten Wirksamkeitsnachweise zu erbringen, wendet Heel jedes Jahr Millionen für Studien auf. Wie wichtig die Nachweise für den Absatz sind, zeigt der Blick auf

Heels Bestsellerliste: Von den zehn meistverkauften Präparaten haben sieben eine Zulassung. Obwohl Heel inzwischen 70 Prozent seines Geschäfts im Ausland macht, bleibt die Bundesrepublik ein wichtiger Markt. Und einer mit Potenzial: Seit Jahren schwankt der Umsatz mit homöopathischen Arzneimitteln um etwa 390 Millionen Euro. Der Marktanteil lag 2011 unter einem Prozent. Künftig könnte sich das jedoch ändern: Denn seit 2012 erstattet mit der Techniker Krankenkasse die erste große gesetzliche Krankenversicherung ihren Mitgliedern Kosten für Arzneimittel der Homöopathie. Ein Schwergewicht hat ein Zeichen gesetzt. Bei Heel in Baden-Baden hoffen sie, dass weitere folgen. Andreas Dörnfelder Foto: Uli Deck


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Neubau mit großer Bedeutung Der Medizintechniker Bernhard Förster investiert am Stammsitz Pforzheim rund sechs Millionen Euro in den Neubau einer Produktion. Zugleich werden nach den Worten der beiden Geschäftsführer Anja Förster und Stefan Förster die Strukturen im Stammhaus verbessert: „Der Bau hat eine gro-

ße Bedeutung für unser Familienunternehmen.“ Bis Oktober 2013 wird Südwestbau den 4400-Quadratmeter-Neubau fertigstellen. Bernhard Förster hat vor mehr als 100 Jahren als Uhrenzulieferer begonnen. Die Uhrenarmbänder unter der Marke Foresta waren ein Begriff. Im Zuge des Strukturwan-

Neue Struktur

dels schwenkte das Familienunternehmen auf die Medizintechnik um. Ein richtiger Schritt: Unter dem Namen „Forestadent“ zählt man heute zu den weltweit führnenden Anbietern von Produkten für die Kieferorthopädie. Die Erzeugnisse werden in 80 Ländern vertrieben. wer

Aesculap investiert in richtiger Stadt Mit einer traditionellen Grundsteinlegung hat der Medizintechniker Aesculap am Stammsitz Tuttlingen offiziell mit dem Neubau eines Mehrzweckgebäudes begonnen. Die Kosten belaufen sich auf 16 Millionen Euro. Für Vorstandschef Hanns-Peter Knaebel ist der Neubau ein „wichtiger Meilenstein“, um die

AG zukunftsfähig aufzustellen. Insgesamt investiert Aesculap 75 Millionen Euro in Tuttlingen. Der Tuttlinger OB Michael Beck sieht die Bauten naturgemäß positiv: „Aesculap steht für Nachhaltigkeit, Fortschritt und Innovation – es steht in der richtigen Stadt.“ Tatsächlich hat sich der Standort in dem weltweit agieren-

den Unternehmen erst in einem internen Wettbewerb als zukunftsfähig beweisen müssen. Hierzu trägt auch eine Vereinbarung mit den Mitarbeitern bei. Aesculap gehört zum Konzern B. Braun Melsungen und setzt mit mehr als 9000 Mitarbeitern (3000 davon in Tuttlingen) rund 1,4 Milliarden Euro um. wer

Was ist los bei der SchwabeGruppe mit Standorten im Landkreis Karlsruhe? Nach Angaben der Industriegwerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) wird über ein Restrukturierungsprogramm verhandelt. Laut IG BCE soll dabei auch der Abbau von Arbeitsplätzen „eine zentrale Rolle“ spielen. Vonseiten des Unternehmens war zu den Details bis zum Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu erhalten. Die Gruppe mit rund 3500 Mitarbeitern zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Phytopharmaka. Schwabe ist auf die Entwicklung und Herstellung pflanzlicher Arzneimittel spezialisiert. Zu den angestrebten Strukturen ist nur wenig bekannt: So sollen der Außendienst ausgelagert und Doppelstrukturen abgebaut werden. Zur Gruppe gehören Dr. Willmar Schwabe und Spitzner Arzneimittel. red/wer

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Namen & Nachrichten • IT/Elektrotechnik

kurz notiert

Kistler stärkt Lorch Rund 3,6 Millionen Euro hat der Sensorspezialist Kistler in seine Tochterfirma aus Lorch (Ostalb­ kreis) investiert. Der Standort wurde um 2100 Quadratmeter vergrößert. Der Schweizer Kon­ zern beschäftigt in Lorch rund 120 Mitarbeiter. Diese werden 2012 einen neuen Umsatz­ rekord erzielen. Rund 40 Millio­ nen Euro sind anvisiert. 2009 hatte Kistler Lorch schwer unter der Krise gelitten und lediglich elf Millionen Euro erlöst.

Solar lastet schwer Der Leiterplattenhersteller Schweizer aus Schramberg hat im dritten Quartal schlechter verdient als noch im Vorjahr. Das Ebit sank um rund ein Drit­ tel auf fünf Millionen Euro. Die Umsätze gingen um sieben Prozent auf 77 Millionen Euro zurück. Schweizer begründet dies mit Investitionen in das Geschäftsfeld Energy, zu dem auch die Produktion von Solar­ modulen gehört.

Kaba auf Kurs Der Schweizer Sicherheitskon­ zern Kaba hat seine Wachs­ tumsziele bekräftigt: Bis 2014/15 soll der Umsatz des Unterneh­ mens, das in Bühl und VillingenSchwenningen wichtige Stand­ orte unterhält, jährlich zwischen fünf und sechs Prozent wach­ sen. Die Ebitda-Marge soll von 16 auf 18 Prozent zunehmen. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Kaba einen Umsatz von rund 782 Millionen Euro erwirt­ schaftet.

Sicks Uni-Projekt Es ist das bisher größte gemein­ same Projekt zwischen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und dem Waldkircher Sensorspezialist Sick. Im Januar startet die „Gisela-und-ErwinSick-Professur für Mikrooptik“. Das Unternehmen finanziert eine Namensprofessur für einen Zeitraum von zehn Jahren mit insgesamt einer Million Euro.

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Zug um Zug Simba-Dickie plant, den Modellbahnbauer Märklin zu übernehmen. Die Fürther haben sich mit Übernahmen einen Namen gemacht Rund dreieinhalb Jahre nachdem der Göppinger Modelleisenbahnbauer Märklin in die Insolvenz rutschte, steht das wieder gesundete Unternehmen vor der Übernahme. Wie der Spielzeug-Konzern Simba-Dickie mitteilt, befinden sich die Eigentümer von Märklin derzeit in Verhandlungen mit dem Unternehmen aus Fürth. Die Franken haben laut einer Mitteilung eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben. Die Prüfung von Märklin werde mehrere Monate dauern, ein Preis lasse sich noch nicht absehen. Märklin gehört derzeit noch seinen rund 1300 Gläubigern, darunter einem Bankenkonsortium um Goldman Sachs, der BW-Bank und der Kreissparkasse Göppingen.

Doch wer steht eigentlich hinter dem Namen Simba-Dickie? Das Unternehmen aus Fürth ist eigenen Angaben zufolge der größte Spielzeugproduzent Deutschlands, hat im vergangenen Jahr mit weltweit rund 3700 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 670 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Übernahme von Märklin wäre die größte der Unternehmensgeschichte, immerhin hat Märklin im vergangenen Jahr mehr als 100 Millionen Euro erlöst und beschäftigt in Göppingen und im ungarischen Györ rund 900 Mitarbeiter. Ein großer Brocken, den es zu finanzieren gilt. Simba-Dickie hat allerdings ausreichend Erfahrung mit Übernahmen gesammelt.

Michael Sieber, Chef und Gründer des Unternehmens gilt gemeinhin als glühender Fan großer Spielzeugmarken. Während das Unternehmen mit den Marken „Simba“ und „Dickie“ das Niedrigpreis-Segment bedient, holt Sieber in schöner Regelmäßigkeit glänzende Namen ins Unternehmensportfolio. Den Anfang macht 1998 Holzspielzeughersteller Eichhorn, Modellautobauer Schuco folgt ein Jahr später. Der Kauf des Bobby-Car-Produzenten BIG katapultiert Simba-Dickie 2004 das erste Mal in die breitere Öffentlichkeit. Vier Jahre später übernehmen die Fürther mit Smoby den drittgrößten französischen Spielzeughersteller. Laut Isabel Weishar, der Sprecherin von

Illustration: Jigal Fichtner


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Simba-Dickie agieren die Unternehmen innerhalb der Gruppe weitgehend autark. Das könnte eine Chance für Märklin sein. Zudem sei Simba-Dickie international breit aufgestellt. „Viele der Firmen waren vor der Übernahme durch uns auf den deutschen Markt fokussiert“, sagt Weishar. Das internationale Potenzial sei aber bei vielen Marken vorhanden. Eine feste Expansionsstrategie gibt es bei Simba-Dickie nicht: BIG stand nach dem Tod des Firmengründers vor einer ungewissen Zukunft. Smoby übernahmen die Franken aus deren Insolvenz heraus. Märklin könnte nun das Meisterwerk Siebers sein. Den Stellenwert der Göppinger ver-

deutlicht auch Isabel Weishar: „Märklin gehört zu den drei ganz großen Marken im deutschen Spielzeugmarkt.“ Und nicht nur der Name glänzt, inzwischen arbeitet das Unternehmen wieder profitabel. Das Ebit lag im vergangenen Jahr bei 12,4 Millionen Euro. Kein Vergleich also mit dem desaströsen Vor-Insolvenzjahr 2008, als die Göppinger einen Verlust von rund 40 Millionen Euro bei einem Umsatz von 125,5 Millionen Euro erwirtschaftet hatten und deshalb im Frühjahr 2009 in die Insolvenz rutschten. Insolvenzverwalter Michael Pluta verschlankte Belegschaft und Sortiment. Märk­ lin ist wieder in der Spur – und wohl bald in neuem Besitz. rs

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Namen & Nachrichten • Kommunen/Tourismus

KURZ NOTIERT

FWTM wird 25 Die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM), Management- und Marketingunternehmen der Stadt Freiburg, wird 25 Jahre alt. Die FWTM wurde 1987 als Gesellschaft für Kultur, Tagungen und Ausstellungen gegründet, um das Konzerthaus zu planen und zu betreiben. Aufgabe der FWTM heute ist, den Wirtschaftsstandort Freiburg weiterzuentwickeln.

Erstrahlt bald in altem Glanz: Der Steigenberger Europäischer Hof in Baden-Baden

Start frei für die DBT Die Vermarktung der Destination Bodensee wird neu geordnet. Voraussichtlich ab Februar wird die Deutsche BodenseeTourismus GmbH (DBT) in Friedrichshafen ihre Arbeit aufnehmen. Gründer der neuen Gesellschaft sind der Bodenseekreis und die Landkreise Lindau und Sigmaringen. Die IBT soll sich auf das internationale Marketing der Tourismusregion um den Bodensee konzentrieren.

So viel Bad war nie Einen Besucherrekord für alle Konstanzer Strand- und Hallenbäder sowie die Bodensee-Therme meldet die Bädergesellschaft Konstanz (BGK). „Zum Jahreswechsel werden wir wohl die Schallmauer von einer Million Badegäste knacken,“ sagt Geschäftsführer Dr. Georg Geiger. Die BGK hat mit ihren Bädern in den ersten zehn Monaten des Jahres rund 3,74 Millionen Euro eingenommen. Rund neun Prozent mehr als 2011.

Zurück zur Wurzel Eigner der Steigenberger Hotels AG erwirbt historisches Gründerhotel in Baden-Baden Die Zukunft des Gründerhotels der berühmten Hoteldynastie, der Steigenberger Europäischer Hof in Baden-Baden ist gesichert. Die Brierly Gardens Investments Limited mit Sitz in Zypern hat das Traditionshaus erworben. Geplant sind umfangreiche Investitionen in die zügige Sanierung des Hotels, das über 120 Zimmer, fünf Luxussuiten, Tagungsräume und einen Spa-Bereich verfügt. Zu Kaufpreis und Investitionsvolumen macht das Unternehmen keine Angaben. Zur Firma gehört auch die Betrei-

bergesellschaft Steigenberger Hotels AG. Verkäufer ist die DP Global Properties Gruppe, internationaler Immobilieninvestor in Berlin. DP hatte das Hotel vor zwei Jahren als Bestandteil eines Aktienpakets an der Börse gekauft, will sich jetzt aber wieder auf sein Kerngeschäft Büro- und Einzelhandelsimmobilien konzentrieren. Firmengründer Albert Steigenberger erwarb das Hotel in BadenBaden 1930 und legte damit den Grundstein für eine unternehmerische Erfolgsgeschichte der inter-

nationalen Hotelbranche. Bis vor wenigen Jahren befand sich das Haus noch in Familienbesitz. „Der Kauf gewährleistet, dass auch der Steigenberger Europäischer Hof am Standort Baden-Baden ein Hotel der Marke Steigenberger bleibt“, sagt Puneet Chhatwal, Vorstandsvorsitzender der Steigenberger Hotels AG in Frankfurt am Main. Das Traditionshaus steht seit mehr als 170 Jahren in BadenBaden und zieht Gäste aus aller Welt an. „Davon profitiert nicht nur die Stadt, sondern die ganze Region“, freut sich Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner. René Kius

Schöner tanken Die Betreibergesellschaft K.-H. Schneider und die Deutsche Shell haben 500 000 Euro in den Umbau des Europa-ParkRasthofs in Herbolzheim investiert. Neu sind Zapfsäulen, Fahrbahnbeläge und eine umweltfreundliche LED-Beleuchtung der Tankanlage. 2011 hatte Schneider den Shell-Autohof in Kappel-Grafenhausen für rund 2,5 Millionen Euro umgestaltet.

Sauer auf Berlin Am Bodensee herrscht dicke Luft. Seit Jahren kämpfen die Kommunen um den Ausbau der Bundesstraßen bei Konstanz, am Nordufer und Richtung Ravensburg. Im November hatte Staatssekretär Jan Mücke gesagt, der Ausbau der B 31 stehe ganz oben auf der Dringlichkeitsliste. „Sie sind die

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nächsten“, versprach er. Drei Wochen später kündigte CDU-Landespolitiker Andreas Schockenhoff an, dass im nächsten Jahr zunächst die B 30 Süd gebaut werde. Friedrichshafens OB Andreas Brand wettert gegen Wortbruch und Mauschelein. Auch in Konstanz ist man sauer. Im Sommer noch hatte

der Ausbau der B 33 Priorität. Doch Verkehrsminister Peter Ramsauer hat andere Pläne. Die Verzögerung gefährde die Zukunft des Wirtschaftsstandorts nachhaltig, urteilt Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz: „So langsam reißt uns der Geduldsfaden.“ rek Foto: Steigenberger Baden-Baden


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Namen & Nachrichten • Kreativwirtschaft

KURZ NOTIERT

UI auf Kurs Beim Internetdienstleister United Internet läuft es weiterhin rund: Das Unternehmen, das in Karlsruhe mehr als 1000 Mitarbeiter beschäftigt, hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres rund 15 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet als im Vorjahr. Die Erlöse liegen bei 1,77 Milliarden Euro, das Ebit stieg sogar um ein Viertel auf rund 268 Millionen Euro. Zu United Internet gehören etwa 1&1, Web.de oder GMX.

Zurück zur Familie Vor neun Jahren hatte der japanische Elektronikkonzern Sharp 30 Prozent der Anteile am Reutlinger Dokumenten- und Outputspezialisten Morgenstern übernommen. Nun hat die familieneigene Holding diese wieder zurückgekauft. Das Unternehmen, das jährlich rund 40 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet und kürzlich eine Niederlassung in Konstanz gegründet hat, ist damit wieder vollständig in Familienhand.

Sucher und Finder

Verdoppelt im Osten

Dank seiner Such-Software ist Omikron eins der wachstumsstärksten

Der Fluidexperte Bürkert mit Sitz in Criesbach (Hohenlohekreis) erweitert sein Systemhaus in der Nähe von Dresden. Für einen einstelligen Millionenbetrag wird die Fläche auf 3000 Quadratmeter verdoppelt. Bürkert beschäftigt hier rund 50 Mitarbeiter. Zudem betreibt Bürkert Systemhäuser in Menden, Charlotte (USA) sowie Suzhou (China).

Gründer steigen aus Vor 34 Jahren hatten Eugen Schindler und Jean-Claude Parent ihre Agentur Schindler Parent gegründet. Nun ziehen sich die Chefs in den Ruhestand zurück. Zum 1. Januar 2013 übergeben sie die Führung der Agentur, die an den Standorten Meersburg und Pforzheim rund 40 Mitarbeiter beschäftigt, an Michael Meier, der bislang einer von drei Geschäftsführern war.

Carsten Kraus hat Omikron im Jahr 1981 gegründet – noch vor dem eigenen Abitur

Firmen im Land. Selbst den Vergleich mit Google scheut Carsten Kraus nicht Carsten Kraus hat ein Faible für Vergleiche. Der Geschäftsführer entwickelt mit seinem Unternehmen Omikron Software, etwa eine Suchtechnologie, die OnlineShops durchsucht. Klar, dass da die Frage nach Google nicht weit ist. Kraus fasst den Unterschied zum Suchmaschinenprimus in einem Satz zusammen: „In die Mercedes S-Klasse passen mehr Fahrgäste, dafür hat Porsche mehr Grip auf den Straßen“, erklärt Kraus. Und Omikron ist in diesem Vergleich der Porsche. Kraus erklärt auch warum: „Google hat die Suchtechnologie, um das gesamte Internet mit 50 Milliarden Seiten zu durchsuchen. Unsere Technologie ist darauf spezialisiert, Online-Shops zu durchsuchen.“ Laut Kraus setzen derzeit rund 1200 Online-Shops die Technologie aus Pforzheim ein. „Wir verarbeiten monatlich 300 Millionen

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Suchanfragen, das ist etwa ein Prozent des globalen Volumens aller Google.xy-Seiten zusammen.“ In Deutschland sind laut Kraus mehr als 50 der 100 größten Online-Shops Kunden von Omikron. Damit sind die Pforzheimer klarer Marktführer. Die Know-how- und MarktFührerschaft macht sich auch in Zahlen bemerkbar. Omikron ist auf straffem Wachstumskurs. 2012 rechnet Kraus mit einem Umsatz von rund neun Millionen Euro, mehr als ein Drittel als noch im Vorjahr. „Auch in den nächsten Jahren möchten wir jährlich um 35 Prozent wachsen“, sagt der Geschäftsführer und fügt an: „Wir sind zugleich eindeutig profitabel, obwohl wir ständig Forschung für Produkte betreiben, die erst in einigen Jahren auf den Markt kommen.“ Und so sammelt Omikron nicht nur fleißig Preise fürs Wachs-

tum („Deloitte Fast-50-Award“), sondern auch für die Produkte und Innovationen ein. Omikron beschäftigt aktuell rund 100 Mitarbeiter, nicht alle davon am Stammsitz Pforzheim. „Wir haben ein Entwickler-Team in Berlin, eines in Bremen, demnächst eines in Warschau“, sagt Kraus. Das liegt auch am Fachkräftemangel im Südwesten. „Wir finden in Pforzheim derzeit nicht ausreichend viele Entwickler.“ Zwar ist Deutschland für Omikron noch der größte Markt, allerdings wird der Fokus zunehmend international. Deshalb betreibt Omikron Vertriebsbüros in vielen europäischen Großstädten. „Wir expandieren international sogar stärker als in Deutschland“, sagt Kraus. Jährliche Wachstumsrate: mehr als 50 Prozent. Robert Schwarz rschwarz@econo.de Foto: omikron


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Stark auf Einkaufstour Der Pforzheimer Druckdienstleister Stark hat die Mehrheit am Bühler Mediendienstleister Konmedia übernommen. „Die Mehrheitsbeteiligung an Konmedia ist ein weiterer wichtiger Baustein bei der Umsetzung unserer Unternehmensstrategie“, erklärt Andreas Ruf, geschäftsführender Gesellschafter von Stark Druck. Konmedia entwickelt unter anderem Software für das KampagnenManagement. Für Stark stellt dies den Einstieg in die Branche dar.

Stark erweitert mit dem Einsteig sein Portfolio. „Wir begnügen uns nicht damit, den Kunden in Bezug auf die Herstellung seiner Druckprodukte zu beraten“, so Ruf. Konmedia beschäftigt derzeit 18 Mitarbeiter. Stark erwirtschaftet mit 380 Mitarbeitern am Standort Pforzheim einen Umsatz von 170 Millionen Euro. Für Stark ist es der dritte Zukauf innerhalb eines Jahres: Zuvor hatte man Frühlings Digitaldruck und Walter Digital übernommen.  rs

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Etwas mehr als 18 Monate ist es her, da bangte der Call-CenterBetreiber Walter Services um seine Existenz, verlor wichtige Aufträge, schloss Standorte, strich Arbeitsplätze. Vorbei. Mit neuem Eigentümer, den Finanzinvestoren HIG und Anchorage, und entsprechender Kapitalspritze gehen die Ettlinger nun auf Einkaufstour – und haben ein klares Ziel. Zum 1. Januar übernimmt Walter den Flensburger Call-CenterDienstleister Perry & Knorr. Zum Kaufpreis ist nichts bekannt. Die Hanseaten beschäftigen mehr als 1500 Mitarbeiter an vier Standorten. Walter-Chef Klaus Gump frohlockt: „Mit Perry & Knorr gewinnen wir einen der am schnellsten wachsenden Anbieter im Markt.“ Das Unternehmen erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von

rund 35 Millionen Euro. Die Flensburger konzentrieren sich vor allem auf die Branchen Telekommunikation, Medien, Energie und Versandhandel. Die Übernahme von Perry & Knorr soll ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Marktführerschaft in Deutschland werden, teilt Walter mit. Die hat derzeit noch die Bertelsmann-Tochter Arvato inne. Das soll sich bald ändern. Die Übernahme von Perry & Knorr ist bereits die zweite für Walter in diesem Jahr: Erst im Herbst hatte das Unternehmen die Übernahme des Marburger Standorts von Unitymedia Kabel-BW angekündigt. Die dortige Niederlassung soll laut Walter von 90 auf 260 Mitarbeiter wachsen. Insgesamt beschäftigt Walter derzeit rund 10 000 Menschen an vier Standorten. rs

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Walter hat Arvato im Visier

16.02.2012 17:38:12 Uhr

Der Stammsitz von Walter Services in Ettlingen 2/2012

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Namen & Nachrichten • Logistik/Handel

KURZ NOTIERT

Würth kauft ein Neuzugang beim Schraubenhändler Würth aus Künzelsau: Der Weltmarktführer übernimmt den chemischen Dübelhersteller Chemofast Anchoring. Das Unternehmen gehörte bislang mehrheitlich dem Henkel-Konzern. Chemofast beschäftigt rund 60 Mitarbeiter, die 2011 einen Umsatz von 30 Millionen Euro erwirtschaftet haben. Zum Kaufpreis wurde indes nichts bekannt. Würth will alle Mitarbeiter übernehmen.

Mulfingers Pläne Nachdem die Autohandelskette Mulfinger aus Backnang die insolventen BMW-Autohäuser der Reichert-Gruppe in Essingen und Heidenheim (beide Ostwürttemberg) übernommen hat, erwägt das Unternehmen nun, beide Standorte zusammenzulegen. Offenbar will Mulfinger eine Filiale in Oberkochen ansiedeln. „Wir haben großes Interesse, in die Region zu expandieren“, wird Firmenchef Ulrich Mulfinger in lokalen Medien zitiert.

Stippig ist Geschichte Der Systemlogistiker Stippig aus Offenburg wird abgewickelt. Wie der zuständige Insolvenzverwalter Cornelius Nickert mitteilte, haben die Gläubiger den vorgelegten Insolvenzplan abgelehnt. Der Geschäftsbetrieb soll noch einen Monat fortgesetzt werden. Danach wird das Unternehmen aufgelöst. Betroffen sind rund 70 Mitarbeiter.

Dachser eröffnet Der Logistikkonzern Dachser hat seinen Standort in Malsch offiziell in Betrieb genommen und damit den Wegzug aus Karlsruhe abgeschlossen. In Zukunft arbeiten in Malsch rund 500 Beschäftigte für Dachser. In dem jetzt fertiggestellten Neubau der Logistikanlage hat Dachser mehr als 25 Millionen Euro investiert.

Streitbarer Geist: Michael Riethmüller, Ravensburger Buchhändler und Buy-Local-Initiator

Total lokal Michael Riethmüller hat etwas gegen öde Innenstädte, langweilige Filialisten und Online-Händler ohne Verantwortung: eine Initiative Wirtschaftliche Gründe seien es nicht, die ihn antreiben, versichert Michael Riethmüller, Geschäftsführer der Buchhandlung Ravensbuch. Mit seinen Läden in Ravensburg und Friedrichshafen ist er Platzhirsch. Das Geschäft brummt, auch wenn nicht gerade Weihnachten ist. Es gehe ihm um die Sache. Riethmüllers Vision: Innenstädte werden immer austauschbarer und veröden, weil Einkaufszentren, Filialisten und Online-Händler wie Amazon dem Einzelhandel die Umsätze entziehen. Dagegen, so Riethmüller, müsse man angehen. Stein des Anstoßes ist ein Artikel im Branchenblatt Buchreport über die Entwicklung der Buchbranche in den USA. Riethmüller, von Haus aus politisch, sucht Mitstreiter und gründet einen Verein. Seiner Initiative Buy Local gehören heute 70 Buchhändler an, unterstützt vom Börsenverein des Deutschen

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Buchhandels und Verlagshäusern wie Hanser, Random House und Ravensburger. Der Name ist Programm: „Wir wollen mit unserer Initiative die Menschen davon überzeugen, wieder mehr vor Ort einzukaufen, den lokalen Einzelhandel stärken und die Innenstädte wieder beleben“, sagt Buchhänder Rietmüller. Als Kampfansage an Amazon & Co., wie das Handelsblatt es formulierte, will er die Buy-Local-Initiative freilich nicht verstanden wissen. Zwar macht die Internet-Konkurrenz dem traditionellen Buchhandel das Leben schwer. Die Online-Händler erwirtschaften in Deutschland mittlerweile rund 15 Prozent des Branchenumsatzes. Tendenz steigend. Auch Ravensbuch verzeichnet Einbußen in Höhe von etwa zehn Prozent. Die Hauptleidtragenden seien aber die Filialisten, die jetzt ihre Flächen

wieder reduzieren müssen, erklärt der 58-Jährige. Nein, gegen den Online-Handel per se habe er nichts einzuwenden. Ravensbuch betreibt seit Jahren einen eigenen Webshop; Umsatzanteil: drei Prozent. Riethmüller kritisiert aber das Gebaren der Internet-Anbieter. Viele Unternehmen versteuern ihre Gewinne in Niedrigsteuerländern, der deutsche Fiskus geht leer aus. „Wir Händler bezahlen hier unsere Steuern und Abgaben“, sagt Riethmüller. Das Geld fließe in Kindergärten und Krankenhäuser, in soziale Einrichtungen, in den Straßenund Wegebau. Von dem Rücklauf profitierten alle. „Jede Kaufentscheidung hat politische, gesellschaftliche und soziale Auswirkungen“, konstatiert Riethmüller. Und auch auf den stationären Buchhandel. „Das müssen wir uns und unseren Kunden bewusst machen.“ René Kius Fotos: Lisa Berger, Vollack


23 kurz notiert

Menath Transporte insolvent Die Menath Transporte aus Deißlingen (Landkreis Rottweil) hat beim Amtsgericht Rottweil Insolvenzantrag gestellt. Mit einer Flotte von 320 Fahrzeugen und 422 Mitabeitern führt das 1945 gegründete Unternehmen europa­ weit Baustoffe und Schüttgut. Zu den Kunden zählen Zementwerke und Ziegelhersteller. Die Auflösung des Vertrages mit Heidelberger Zement soll nach Informationen von Econo der Grund für die Schieflage von Me­ nath sein. Eine offizielle Bestätigung gab es bis zum Redaktionsschluss von den beiden Geschäftsführern

Jochen und Heiko Menath nicht. Der vorläufige Insolvenzverwalter Thorsten Schleich zeigt sich in­ des nach ersten Gesprächen vor­ sichtig zuversichtlich: „Mein Ein­ druck ist durchaus so, dass die Geschäfte im Insolvenzverfahren weitergeführt werden.“ Nach Econo-Informationen sind die weiteren Sparten bei Menath, wie der Container- und der Kühl­ transport, hingegen gut ausgelastet. Hier soll es in den vergangenen Monaten sogar noch Zuwächse gegeben haben. Die Brüder Menath führen das als OHG eingetragene Unterneh­

Gentner vor dem Aus men in dritter Generation. Sie haben den Ausbau der Kapazitäten in den vergangenen Jahren exten­ siv vorangetrieben. In Spitzenzei­ ten sollen bis zu 500 Lastwagen für Menath unterwegs gewesen sein. Bei den Mitarbeitern hat die Spedition den Ruf als fairer Arbeit­ geber – in dem Gewerbe eine Aus­ zeichnung. Zugleich engagieren sich Menaths stark sozial. In welchem Maß die von Jo­ chen Menath vor knapp zwei Jah­ ren gegründete Fluglinie Greenbird von der Insolvenz betroffen ist, stand bis zum Redaktions­ schluss noch nicht fest.red/wer

K&M geht in die Knie

Kies kleiner

Die Computerhandelskette K&M aus Magstadt (Kreis Böblingen) hat Insolvenz angemeldet. Zum vor­ läufigen Insolvenzverwalter wurde Volker Viniol bestimmt. K&M betreibt derzeit bundesweit 33 Filialen und hat zuletzt einen Jah­ resumsatz von rund 60 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Unter­ nehmen beschäftigt derzeit rund 220 Mitarbeiter. Zum Verhängnis wurde den Württemberger offenbar die starke

Der insolvente Fruchtgroßhändler Kies hat – zum Teil – wieder eine Zukunft. Der Frucht- und Gemüse­ großhändler Sapros aus Ilsfeld bei Heilbronn übernimmt den Karls­ ruher Standort und 26 der 45 dort beschäftigten Mitarbeiter. Der Kies-Standort in Freudenstadt in­ des wird abgewickelt. Kies hatte vor allem die EhecKrise und ein kostspieliger Umzug zu schaffen gemacht. Am Ende stand die Insolvenz. rs

Abhängigkeit von der PC-Techno­ logie. Bis zuletzt hatte man sich auf den Ein- und Ausbau von PCKomponenten konzentriert. Eine weitere Ursache ist der massive Preisdruck in der Branche, unter anderem durch die steigende On­ line-Konkurrenz. Zudem war das Unternehmen im vergangenen Jahr zweimal Opfer einer HackerAttacke gewesen. Dabei seien auch Kundendaten abhanden ge­ kommen, erklärt Viniol.  red

Eine dicke Investition Das Möbelhaus Dick erweitert seinen Standort in Lauchringen. Der Anbau soll über eine Verkaufs­ fläche von rund 7300 Quadratme­ tern auf zwei Stockwerken verfü­ gen. Firmenchef Günter Dick sagte, dass das Unternehmen zu­ dem 10 bis 15 Arbeitsplätze schaf­ fe. Zur genauen Investitionssum­ me macht der Unternehmer keine Angaben, der Invest geht aber in die Millionen und ist die größte Einzelinvestition in der Firmen­ geschichte, erklärt Dick, der den Karlsruher Baudienstleister Vollack mit dem Bau beauftragt hat. Bereits Mitte kommenden Jahres soll der Neubau fertiggestellt sein.

Der Bau ist dringend notwen­ dig: Laut Dick, der das Familien­ unternehmen gemeinsam mit sei­ ner Frau Michaela Dick führt, hat sich der Umsatz in den vergan­

genen zehn Jahren verdoppelt. Durch das Wachstum sei man an seine Grenzen gestoßen, sagt Dick. Mit dem Anbau verschiebt man diese nun wieder. rs

Nachdem der Modehändler Gentner bereits vor zwei Jahren seinen Standort in Schwäbisch Gmünd aufgegeben hat, ist nun auch das Stammhaus in Aalen Geschichte. Zum Jahresende wird der Betrieb eingestellt. Ein Großteil der rund 5000 Quadratmeter Verkaufsfläche wird von der Modekette Adler übernommen. „Das Unternehmen hat mit seiner bisherigen Konzeption keine Zukunft mehr“, so Eigentümer Johannes Gentner.

Der Trick mit Strick Vor zwei Jahren ist Hemdenhersteller Olymp in die Strickwarensparte eingestiegen. Nun ziehen die Bietigheimer ein erstes Fazit: In den ersten zehn Monaten 2012 hat Olymp rund 200 000 Pullover, Pullunder und Westen abgesetzt. Die Zahlen seien „zufriedenstellend.“ Auch deshalb erwartet Olymp 2012 ein Wachstum von sieben Prozent. 2011 hat die Olymp-Gruppe rund 200 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

Neubau für Tuner Der Logistikimmobilienent­ wickler Gazeley hat mit dem Bau einer 26 Hektar großen Logistikhalle im G.Park StuttgartNord begonnen. Hauptmieter wird eine Daimler-Tochter: Der Tuner Mercedes-AMG hat sich bereits 50 Prozent des 190 Meter langen, 109 Meter breiten und zwölf Meter hohen Neubaus gesichert. Zum Investitionsvolumen ist nichts bekannt.

Paprika-Millionäre Rund 15 Millionen Euro hat die Erzeugerorganisation Reichenau-Gemüse in eine Gewächshausanlage im Hegau investiert. Nun ist die erste Ernte einge­ fahren. Mit 3,3 Millionen Kilogramm, also rund 16,5 Millionen Stück Paprika, wurde die angepeilte Zielmarke nicht nur erreicht, sondern übertroffen, so Chef Johannes Bliestle.

So soll der Anbau des Möbelhauses Dick aussehen 2/2012

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Namen & Nachrichten • Luft-/Raumfahrttechnik

KURZ NOTIERT

Daimler stößt ab Die Daimler AG hat 7,5 Prozent, also die Hälfte ihrer Anteile an der EADS verkauft und damit rund 1,66 Milliarden Euro erlöst. Ein Volumen von 2,76 Prozent übernahm die KfW, der Rest ging an private Dedalus-Investoren und institutionelle Anleger. Das Geld will Daimler laut Mitteilung unter anderem für sein globales Wachstum und Investitionen in die Produktentwicklung nutzen.

Die Zwillingssatelliten messen winzige Schwankungen im Gravitationsfeld der Erde

EuroAirport baut Der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg investiert mehr als 40 Millionen Euro in ein neues Frachtterminal. Die geplante Anlage hat eine Gesamtfläche von rund 21 000 Quadratmetern und eignet sich auch zur Abfertigung temperatursensibler Güter, etwa aus der benachbarten Pharmaindustrie. Das Cargo-Terminal soll in der zweiten Jahreshälfte 2014 in Betrieb gehen.

Harte Landung Airship Ventures stellt mangels Nachfrage seinen Betrieb ein. 2008 ging „Eureka“, der erste Zeppelin NT für den US-Markt, in der Bay-Region in die Luft. Passagier-Rundflüge, wissenschaftliche Missionen und Werbeeinsätze standen auf dem Flugplan. Eigner Zeppelin Luftschifftechnik holt sein Fluggerät derzeit nach Friedrichshafen zurück, um es künftig in Europa zu vermarkten.

Jobmotor Airpark Mehr als 2200 Menschen stehen bei etwa 140 Unternehmen im Baden-Airpark und am Flughafen Karlsruhe/BadenBaden in Lohn und Brot. Hinzu kommen derzeit 105 Auszubildende. Damit hat sich die Zahl der Beschäftigten in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Das unterstreiche die Bedeutung des Airparks für die Region, erklärt Geschäftsführer Manfred Jung.

Hoch hinaus Astrium baut zwei neue Satelliten für die Nasa. Sie sollen die GraceMission fortsetzen und wichtige Daten für die Klimaforschung liefern Seit 2002 schon leisten zwei Astrium-Satelliten im Auftrag der US-Weltraumbehörde Nasa ihren Beitrag zur globalen Klimaforschung. Die Satellitenzwillinge waren ursprünglich für einen Einsatz über lediglich fünf Jahre konzipiert, nun wird es Zeit für eine Nachfolge. Zwei neue Satelliten sollen die erfolgreiche Grace-Mission fortsetzen. Der Auftrag bringt einen Umsatz von rund 70 Millionen Euro und Arbeit für bis zu 30 hochqualifizierte Ingenieure am Bodensee. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten Vertreter der Unternehmen Ende November in Immenstaad. Der Start der Satelliten zur Grace-FO-Mission ist für August 2017 geplant. Grace steht für Gra-

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vity Recovery and Climate Experiment, FO für Follow On. Wie ihre Vorgänger werden die neuen Satelliten die Erde auf einer polaren Umlaufbahn in zirka 500 Kilometern Höhe umrunden. Mit verbesserter Technik sollen sie das Gravitationsfeld der Erde vermessen und den Geowissenschaftlern wichtige Daten beispielsweise über dynamische Vorgänge im Erdinneren, über Strömungen in den Ozeanen und über die Veränderung der Eisdecken an den Polen, auf Grönland und in den Gebirgen liefern. Die Mission ist auf fünf Jahre angesetzt. Mit dem Nasa-Auftrag setzt Astrium in Friedrichshafen seine Erfolgsgeschichte fort. Seit fünf Jahrzehnten ist der Standort Bodensee

Dreh- und Angelpunkt für Entwicklung und Bau von Satelliten, Sonden und Instrumenten zur wissenschaftlichen Erforschung des Weltalls, der Erdbeobachtung und der Meteorologie. Astrium ist unter anderem Hauptauftragnehmer für Europas größten Umweltsatelliten Envisat oder den Eisforschungssatelliten CryoSat, der seit 2010 mögliche Auswirkungen von Klimaschwankungen auf die Eismassen der Erde beobachtet. Astrium ist eine Tochtergesellschaft der EADS und einer der führenden Anbieter von Weltraumsystemen und -technik. 2011 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von knapp fünf Milliarden Euro. Astrium beschäftigt weltweit etwa 18 000 Mitarbeiter. rek Foto: Astrium


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Namen & Nachrichten • Maschinen-/Anlagenbau

KURZ NOTIERT

Robotec wächst Der Automatisierer Robotec hat in Bad Säckingen (Kreis Waldshut-Tiengen) den Standort erweitert: Laut Geschäftsführer Heinz Nitsch wurde ein bestehendes 5600 Quadratmeter große Produktions- und Verwaltungsgebäude übernommen. Zugleich habe man durch neue Investoren frisches Kapital erhalten. Details nannte Nitsch indes nicht.

Süßer Auftrag Die Kautz Vorrichtungsbau aus Willstätt (Ortenau) hat einen Großauftrag abgearbeitet: Das Unternehmen lieferte nach Angaben von Inhaber Walter Kautz eine komplette Anlage zur Produktion von Zuckerhüten nach Marokko. Kautz: „Auf der Anlage werden täglich 700 000 Stück produziert.“

Geschäftsführer Armin Stolzer hat beim Maschinenbauer Kasto künftig allein das Sagen

Neuer Service Der Lokomotivenhersteller Alstom hat in Waibstadt (RheinNeckar-Kreis) eine ServiceWerkstatt eröffnet. Von dort aus werden Loks im gesamten Südwesten, der Schweiz und Österreich gewartet.

China ruft Der Anlagenbauer Dürr aus Bietigheim-Bissingen errichtet in Schanghai einen neuen Fertigungs- und Bürokomplex für bis zu 1000 Mitarbeiter. Zu den Investitionskosten wurde nichts bekannt. Dürr setzt in China aktuell mit 1600 Mitarbeitern rund 700 Millionen Euro um.

Roboter billiger Der Armaturenhersteller Hansgrohe aus Schiltach (Kreis Rottweil) spürt nach Angaben von Vorstandschef Siegfried Gänßlen auch in China verstärkt den Zwang zur Automatisierung der Prozesse. Da Handarbeit inzwischen zu teuer wird, investiert Hansgrohe jährlich fünf Millionen Euro in Roboter für das Werk in Schanghai.

Knatsch bei Kasto Hans-Jürgen Stolzer hat Kasto verlassen. Sein Cousin Armin führt den Maschinenbauer allein. Im Hintergrund ging es offenbar zur Sache Die Pressemitteilung vom 10. Dezember beginnt blumig. „Heute schon an morgen gedacht“, jubelt die Überschrift. „Mehr Zukunft wagen – über den Horizont hinaus denken“ frohlockt der erste Satz. Das Acherner Traditionsunternehmen Kasto (110 Millionen Euro Umsatz) meldet, dass es seine Gesellschafterstruktur neu geordnet hat: Künftig gehört die Kasto Maschinenbau GmbH zu 100 Prozent der Familiengesellschaft von Armin Stolzer. Die Familie von Hans-Jürgen Stolzer hat ihren 50-Prozent-Anteil abgegeben. Was die Pressemitteilung verschweigt: Neben seinen Gesellschaftsanteilen ist Hans-Jürgen Stolzer auch seinen Chefposten bei Kasto los. Sein Cousin Armin Stolzer führt den auf Metallsägen und -lager spezialisierten Maschi-

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nenbauer künftig allein. Das bestätigt eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage von Econo. Ob es zwischen den bisherigen Kompagnons Differenzen gegeben hat, mag sie nicht kommentieren. Doch es deutet einiges darauf hin, dass es hinter den Kulissen zur Sache ging. Das 165 Jahre alte Familienunternehmen hat sich bei der Trennung seines Führungsduos von zwei Anwaltskanzleien sowie einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterstützen lassen. „Allein hätten wir die kritischen Phasen in der Entscheidungsfindung wohl nicht meistern können“, lässt sich Hans-Jürgen Stolzer zu dem „anspruchsvollen Trennungsprozess“ zitieren. Der scheidende Chef ist künftig alleiniger Eigner der elsässischen CMO Obernai. An dieser Gesellschaft waren zuvor die Fa-

milien beider Cousins beteiligt. Laut Kasto ist der Schweißteileund Kesselbauspezialist CMO keine Tochterfirma, sondern lediglich ein kleiner Zulieferer. Die Kasto-Mitarbeiter wurden am 10. Dezember über die neuen Anteilsverhältnisse informiert. Von weiteren Veränderungen war nach Econo-Informationen bei der Mitarbeiterversammlung nicht die Rede. Dies könnte sich aber noch ändern. Denn, so Kasto im letzten Satz besagter Pressemitteilung: Der geschlossene Vertrag soll „nach einem langwierigen Prozess eine Neuausrichtung der Unternehmen Kasto und CMO ermöglichen.“ Fortsetzung folgt … Im Internet unter www.econo.de halten wir Sie auf dem Laufenden. Andreas Dörnfelder adoernfelder@econo.de Foto: Jigal Fichtner/Archiv


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Bäuerle-Belegschaft hilft sich selbst Das ist eine Rettung in buchstäblich letzter Minute: Die 125 Mitarbeiter der insolventen Mathias Bäuerle in St. Georgen (Schwarzwald-Baar-Kreis) hatten schon die Schreibtische ausgeräumt, da präsentierte Insolvenzverwalter Martin Mucha doch noch eine ­Lösung. Der bisherige Produktionsleiter

und Prokurist Fiedhelm Brüstle wird als Geschäftsführer zusammen mit einem Teil der Belegschaft, drei ausländischen BäuerleVertretungen sowie einem ­ungenannten Investor aus der Schweiz das Unternehmen übernehmen. 106 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

Sorgenkind

Der Hersteller von Falz- und Kuvertiermaschinen hat im Juli trotz guten Rufs Insolvenz angemeldet. Mehrere Investoren hatten in der Folge Interesse an Bäuerle, doch jede Lösung hat sich zerschlagen. Manch ein Wettbewerber hoffte wohl auch auf eine nötige Marktbereinigung. wer

Partner punkten in Saudi-Arabien Die strategischen Partner Rena aus Gütenbach (SchwarzwaldBaar-Kreis) und Stulz H+E aus Grafenhausen (Hochschwarzwald) haben ein Joint Venture mit der saudi-arabischen Al-Zahid-Gruppe geschlossen. Millionenschwere Aufträge sollen folgen. Beide Partner können dabei in ihren Kernbereichen hoffen: Rena

bietet Sonderlösungen für die Herstellung von Photovoltaikmodulen. Da Saudi-Arabien eine eigene Energiewende vorantreibt, sollen Produktionskapazitäten vor Ort aufgebaut werden. Allein für die Energiewende stellt das Land 130 Milliarden Euro zur Verfügung. Stulz H+E hingegen möchte bei Aufträgen für den Neubau von

Abwasseraufbereitungs- und Meerwasserentsalzungsanlagen zum Zuge kommen. Auch hier sind Großinvestitionen geplant. Rena und Stulz hatten erst im April im Zuge eines Kapitalaustauschs die Partnerschaft besiegelt. Rena hatte 2011 eine Gesamtleistung von 400 Millionen Euro, Stulz von 250 Millionen. wer

Wie geht es beim Göppinger Werkzeughersteller MAG Group weiter? Der US-Investor Mo Meidar muss das Traditionsunternehmen auf Druck eines Bankenkonsortiums loswerden. Die Investmentbank Goldman Sachs hat den Kreis der Interessenten wohl auf nur noch einen reduziert. Doch die Gespräche mit dem staatlichen chinesischen Maschinenbauer Sinomach ziehen sich hin. Meidar hat die Gruppe vor sieben Jahren aus Teilen von IWKA und Thyssen-Krupp geschmiedet. Doch während das Konstrukt bei den Kunden gut ankam, verlor Meidar aufgrund eines undurchsichtigen Finanzgebahrens das Vertrauen unter anderem der Commerzbank. Deshalb der Verkauf. Dem Vernehmen nach soll er bis zu 700 Millionen Euro bringen. Kenner rechnen indes nicht mit einem Vertragsabschluss vor dem Frühjahr. wer

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Namen & Nachrichten • Präzisionstechnik

KURZ NOTIERT

Schultis zieht um Die Lackier Center Schultis hat den Standort von Waldkirch nach Riegel am Kaiserstuhl verlagert. Der Grund: Dort stehen mehr als 10 000 Quadratmeter Produktionsfläche zur Verfügung – eine Verdreifachung gegenüber den beiden bisherigen Standorten. Laut Geschäftsführer Winfried Schultis wurden in den neuen Standort fünf Millionen Euro investiert.

Roboter simulieren Der Dosier- und KlebetechnikSpezialist SCA aus Bretten (Landkreis Karlsruhe) hat ein 950 Quadratmeter großes Roboterzentrum in Betrieb genommen: Hierin kann SCA an Originalbauteilen der Kunden Verfahren simulieren. „Dadurch sind wir in der Lage, mit wenigen Handgriffen Tests zu fahren“, so Geschäftsführer Berthold Peters. Das Unternehmen mit 400 Mitarbeitern arbeitet mit vielen Automobilherstellern weltweit zusammen.

Gut dosiert

Stahl verdient gut

Megaplast investiert 15 Millionen Euro in neue Strukturen. Damit man

Die Waldenburger R. Stahl Technologie hat im dritten Quartal 2012 beim operativen Ergebnis massiv zugelegt: Das Ebit stieg um knapp 30 Prozent auf 17,9 Millionen Euro. Der Auftragseingang des Spezialisten für Explosionsschutz-Einrichtungen stieg um 16,8 Prozent auf 227,3 Millionen Euro. Insbesondere aus Asien und Amerika kamen neue Aufträge hinzu.

Tewipack baut neu Der Klebstoffspezialist Tewipack Uhl baut am Stammsitz Althengstett (Landkreis Calw) ein neues Logistikzentrum mit 2000 Quadratmetern Nutzfläche. Zwei Millionen Euro werden investiert. Firmenchef Alexander Uhl kündigte zugleich die Schaffung weiterer Arbeitsplätze an. Details dazu nannte er indes nicht. Tewipack stellt unter anderem Spezialklebstoffe und Klebebänder her.

Lucyna Silberstein führt die Megaplast und investiert

das Wachstum stemmen kann. Denn Kosmetik boomt in Krisenzeiten Gelassen sitzen Lucyna Silberstein und Andrew W. B. Thompson auf ihren Plätzen. Dabei ist das Neubauprojekt, das die Geschäftsführerin und der Finanzvorstand von Megaplast in VS-Pfaffenweiler umsetzen, in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Oder wie es Georg Seeck ausdrückt: „Es ist das größte Projekt in Villingen-Schwenningen seit Jahren“, so der Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderung. Gerade für ihn war es in seinem ersten Jahr in der Doppelstadt eine Art Meisterstück. Denn das Projekt hätte auch in Wuppertal stattfinden können. Dort hat die Eigentümerfamilie Rosenkranz leer stehende Gebäude. „Wir haben uns aber wegen der qualifizierten Mitarbeiter gegen einen Umzug entscheiden“, so Silberstein. Damit begann für Seeck die Arbeit. Denn die Gewerbeflächen in VS sind sehr knapp. Zumal Mega-

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plast auf der Suche nach einem 40 000 Quadratmeter großen Areal war. Und es am Ende am Rand des Gebietes „Herdenen“ fand. Dass es sich dabei nicht unbedingt um eine Ideallage handelt, zeigt die Auflistung von Jörg Parschat, Geschäftstellenleiter Singen, des Baudienstleisters Goldbeck: 19 000 Kubikmeter Erde müssen mit 1600 Lastwagenladungen umgesetzt werden. Ab März 2013 soll der Produktions- und Logistikneubau mit einer Bruttogeschossfläche von 14 000 Quadratmetern entstehen, ein Jahr später bezugsfertig sein. 10 000 Quadratmeter sind als zweiter Bauabschnitt geplant. Parschat: „Das Energiekonzept des Baus ist wegweisend. Es wird nur noch wenige Tage im Jahr geheizt werden müssen.“ 15 Millionen Euro investiert Megaplast in das Gesamtprojekt. Denn neben dem Neubau wird die Fertigung in Pfaffenweiler neu

strukturiert und werden 6000 Quadratmeter angemietete Flächen aufgegeben. Thompson: „Dann sind wir gut aufgestellt für den Wachstumskurs.“ Die wirtschaftliche Position dafür hat das Unternehmen schon. Megaplast zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Dosierspendern für Kosmetik- und Pharmaunternehmen. Und in Krisenzeiten geht bekanntlich beides gut. Thompson rechnet deshalb in den kommenden Jahren mit einem Anstieg der Mitarbeiterzahl von aktuell 240 auf 350. Und der Umsatz soll auf 40 Millionen Euro wachsen. In 2012 lag der Rohertrag bei 25,2 Millionen Euro. Ohnehin ist Megaplast mit einem Eigenkapital von 12,7 Millionen Euro in 2010 – rund die Hälfte davon gezeichnet – bestens aufgestellt. Da mögen die Geschäftführer wohl gelassen sein. Dirk Werner Foto: Michael Kienzler


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Bucher baut aus Bucher Hydraulics hat den Standort Klettgau-Gießen mit einer neuen Produktions- und Logistikhalle erweitert. Der Karlsruher Baudienstleister Vollack benötigte rund ein Jahr Bauzeit für das 9000 Quadratmeter große Projekt. Die Baukosten belaufen sich auf rund 9,5 Millionen Euro. Im kommenden Jahr soll die Halle noch im Innern mit Maschinen und Anlagen „gefüllt“ werden. Das Unternehmen wurde 1923 als Maschinenfabrik gegründet.

Seit 1952 steht Hydraulik im Mittelpunkt; Bucher ist heute ein weltweit tätiger Spezialist für Hydraulik aller Art, von Pumpen für stationäre Maschinen über Liftanlagen bis hin zu Traktoren. Nach einer kleinen Delle im Umsatz in 2011 sehen die beiden Geschäftsführer Uwe Kronmüller und Daniel Waller für 2013 und 2014 breites Wachstum. Der Grund: mehrere Aufträge von neuen Großkunden. Nähere Angaben machte das Duo nicht. wer

Clever inserieren. Sonderthema: MICE-Meeting, Incentive, Congress, Events

Senn zahlt Lehrgeld Der Präzisiontechniker Senn aus Schopfheim hat Insolvenzantrag gestellt. Und das, obschon nach Aussage von Geschäftsführer Manfred Senn sowohl die Auftrags­ lage wie die Geschäftsstruktur gesund seien. Doch das Unter­ nehmen hat Lehrgeld bei Geschäftsbeziehungen nach China zahlen müssen: Einen sechsstelligen Betrag kostete Senn der Einkauf von Werkzeugen in Fernost. Die Werkzeuge sind nicht da, die Geschäftspartner abgetaucht. Der vorläufige Insolvenzverwalter Uwe Kaiser zeigte sich in ei-

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nem Bericht zuversichtlich, was die Zukunft des Unternehmens mit 40 Mitarbeitern angeht. Schließlich ist der Kundenkreis vom Automobil- bis zum Möbel­ bereich ebenso breit aufgestellt wie der Kundenkreis international ist. Jährlich werden mehr als eine Million Spritzgussteile auch in Hybridtechnik hergestellt. Dabei wird es auch bleiben. Denn laut Chef Senn haben die Kunden wie Vitra und Endress und Hauser signalisiert, dass ihnen an der Sanierung von Senn sehr viel gelegen sei.  red

Pistolen für Polizisten Volltreffer: Der Ulmer Waffenhersteller Carl Walther wird bis 2015 45 000 Pistolen des Typs Walther P99 Q NL an die Politie Nederland liefern. Auftragsvolumen: 13,5 Millionen Euro. Die Order markiert die Fortsetzung einer langjährigen Zusammenarbeit. 1979 hatte Walther niederländische Polizisten erstmals mit Pistolen ausgerüstet. Derzeit investiert das Unternehmen in Produktionsanlagen und schafft 30 neue Arbeitsplätze. Außerdem will Walther seinen Marktanteil im wichtigen Waffenmarkt USA ausbauen. Dort erwirtschaftet das oberschwäbische Traditi-

onsunternehmen im Schnitt etwa 50 Prozent vom Gesamtumsatz. Geplant ist, eine Vertriebsgesellschaft Walther Arms zu gründen; Standort und Umsatzziel sind noch offen. Zur Zukunft der Vertriebspartnerschaft mit Smith & Wesson mag sich Geschäftsführer Manfred Wörz nicht äußern. Die Carl Walther GmbH feierte 2011 ihr 125-jähriges Bestehen und einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro. Für 2012 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 50 Millionen Euro. 2013 will Wörz 60 Millionen Euro erwirtschaften. Walther beschäftigt derzeit 200 Mitarbeiter. René Kius

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Unternehmen • Siemens

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Fotos: Michael Bode/Archiv, Siemens


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Besser nicht hinschauen! Bruchsal ist am Ende. Konstanz wird verkauft. Der Trend zur Portfoliobereinigung bringt Siemens-Hochburgen in Existenznöte

A

n diesem Tag scheint der Kampfgeist aus Ernst Färber gewichen zu sein. Die Tische im Betriebsratszimmer von Nokia Siemens Network in Bruchsal formen ein lang gezogenes O. Am Kopfende sitzt Betriebsratschef Färber. In sich versunken zuckt er mit den Schultern. Dann sagt er: „Ich weiß nicht, was jetzt kommt.“ Der graue Teppich des Besprechungszimmers dämpft jedes Geräusch. Vor zwei Tagen hat NSN angekündigt, dass der Standort Bruchsal keine Zukunft hat und mit seinen 650 Mitarbeiter abgewickelt werden soll. Schnellstmöglich. Färber wirkt noch immer geschockt. Er und die Mitarbeiter haben es aus der Presse erfahren. Kein Wort seitens des Konzerns. Keine Chance, was zu verändern. Standort dicht. Punkt. Aus. Ende. Neben der Tür, direkt am Eingang zum Besprechungsraum, hängt ein Bild. Es zeigt Werner von Siemens, den Begründer der Elektrotechnik. Den Mann, mit dem einst alles begann. Der 1847 das einstige industrielle Aushängeschild der Republik gründete. Siemens. Nicht nur ein Name, mehr als eine Marke. Siemens halt. Mehr als 7000 Menschen hat das Unternehmen einmal allein hier in Bruchsal beschäftigt. Dann beginnt der Abstieg des Standorts. 2009

werden die letzten 200 Arbeitsplätze gestrichen. Nur das 2007 mit Nokia gegründete Joint-Venture NSN bleibt am Standort. Beide Konzerne lagern vor fünf Jahren ihre Netzwerksparte darin aus. Nokia soll die gemeinsame Firma mit 60 000 Mitarbeitern führen. Was eigentlich eine Chance sein könnte, ist der Anfang vom Ende. Während die weltweite Belegschaft immer weiter wächst – auf zwischenzeitlich 74 000 Mitarbeiter – verringert NSN in Bruchsal von Sparrunde zu Sparrunde die Belegschaft. Zu Beginn des Jahres dann der große Knall, den Bruchsal zunächst unbeschadet zu überstehen scheint: 30 der 35 Standorte in Deutschland sollen geschlossen werden, 2900 Arbeitsplätze fallen weg. Weltweit stehen 17 000 Arbeitsplätze auf der Kippe. Der Grund ist „die weltweite Restrukturierung und strategische Neuausrichtung auf Mobile Broadband“, wie NSN mitteilt. Dennoch: Bruchsal soll als Produk­ tionsstandort erhalten bleiben. Die Pläne sind schon zehn Monate später Schall und Rauch. Ende November trudelt die Mitteilung herein: Bruchsal ist am Ende. „Die Kundennachfrage nach fast allen Produkten, die am Standort Bruchsal gefertigt werden, ist zurückgegangen“, erklärt eine NSN-

Sprecherin. „Unter Einbeziehung aller Faktoren sieht NSN nach reiflicher Überlegung für Bruchsal keine nachhaltige Zukunft mehr.“ Der Standortsicherungsvertrag, der eigentlich bis 2014 gelten sollte, schützt die Belegschaft nicht. „NSN ist der Auffassung, dass diese Vereinbarung nicht greift“, teilt NSN auf Anfrage mit. Die geplante Restrukturierung des Standorts sei

Trotz Standortsicherungsvertrag bis 2014 will NSN Bruchsal schnellstmöglich schließen weder umgesetzt noch abgeschlossen worden. Spätestens jetzt ist Färber wieder Betriebsrat der alten Schule. Zornig referiert er über die Kündigungsschutzprozesse, die NSN reihenweise gegen gekündigte Mitarbeiter verloren habe. IG Metall-Sekretär Dirk Becker sekundiert: „Was kann denn die Belegschaft dafür, wenn das Management nicht in der Lage ist, seine Mitarbeiter zu kündigen?“ Dieser Hohn ist neben dem Protest die einzige Waffe gegen die Ohnmacht, die auch Färber angesichts der rabiaten Vorgehensweise des Konzern kurz befallen hat. „Wir haben null Signale bekommen, dass Bruchsal geschlossen 2/2012

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Unternehmen • Siemens

werden soll. Ich weiß nicht, wie unter derartigen Umständen überhaupt ein Sozialplan verhandelt werden soll“, sagt Färber, um dann kopfschüttelnd anzufügen: „Was ist das überhaupt für ein Unternehmen?“ Es sind Worte, die viele Betriebsräte auf der Welt sprechen, wenn Standorte geschlossen, Arbeitsplätze abgebaut werden, Existenzen auf dem Spiel stehen. Der Unterschied: Es geht hier halt noch immer um Siemens. Um Tradition, Historie. Eben um das Erbe von Werner von Siemens. Wenigstens noch ein bisschen. Demgegenüber stehen die nackten Zahlen, die harten Fakten. Auch wenn Gewerkschaft und

Gebäude 5110 im Triwo-Technopark, Bruchsal. Hier beschäftigt NSN 650 Mitarbeiter. Noch!

SIEMENS IM LAND Siemens betreibt derzeit noch 13 Niederlassungen im Land, die größte in Karlsruhe mit mehr als 5000 Mitarbeitern. Konstanz soll indes verkauft werden

MANNHEIM HEIDELBERG HEILBRONN

KARLSRUHE

RASTATT

RENNINGEN STUTTGART TÜBINGEN

KIRCHHEIM UNTER TECK

ULM

Fertigungs- und Entwicklungsstandorte Niederlassungen

FREIBURG IM BREISGAU KONSTANZ

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Fotos: Michael Bode, Siemens; Illustration: Jigal Fichtner


33 Betriebsrat erklären, NSN habe den Standort „ausbluten“ lassen, steckt der Netzwerkausrüster in ernsten Schwierigkeiten. Viele Milliarden Euro haben Nokia und Siemens in ihr Joint Venture investiert und damit Fehlbeträge ausgeglichen (und eine fehlerhafte Expansions- und Akquisitionsstrategie in der Startphase berichtigt). Im vergangenen Jahr hatten beide Konzerne geplant, NSN zu verkaufen. Allein: Es fand sich kein Bieter. Finanzinvestoren winkten ob des maroden Zustands reihenweise ab. Also müssen Nokia und Siemens den Sparkurs trotz drohenden Imageschadens selbst durchdrücken. Kenner unken, es sei ohnehin ein Fehler gewesen, Nokia die Füh-

Brief- und Paketsortieranlagen sind das Spezialgebiet von Siemens in Konstanz. Doch wie lange noch?

rung über NSN zu überlassen. Andere behaupten, Siemens hätte das Netzwerkgeschäft niemals verkaufen sollen. Was Werner von Siemens wohl getan hätte? Die Geschichte des NSN-Standorts Bruchsal ist zur Blaupause dessen geworden, wie ein Konzern nicht mit Standorten umgehen sollte. Was in Bruchsal mit dem Einstieg von Nokia der Anfang vom Ende war, steht anderen Standorten im Südwesten noch bevor: Denn auch in Konstanz könnte der Name Siemens bald Geschichte sein. Das graue Gebäude in Kon­ stanz-Petershausen wirkt an diesem Tag Anfang Dezember noch ein wenig grauer. Die türkisfarbenen Siemens-Schrift­züge und Zierstreifen stehen in einem seltsamen Kontrast. Irgendjemand hat den Schriftzug halb mit einem Trauerflor zugehängt. Das gehört zum Standardrepertoire an solchen Tagen. Eben haben die Mitarbeiter der Siemens-Tochter Postal Automation von der Geschäftsführung die Pläne für den Personalabbau erfahren. 200 der 900 Mitarbeiter sollen gehen. Es hagelt Buh-Rufe gegen die Chefs. Ein Novum bei Siemens in Konstanz. Die Stimmung ist gereizt. Ein Grund: Der Codename „Siemens 2014“. Hinter diesem sinnfreien Konstrukt fährt der Konzern ein Restrukturierungsprogramm – das allerdings offiziell so nicht genannt wird. Lieber spricht man von einer „Konzentration aufs Kerngeschäft“, gerne auch von einer „Portfolio­ bereinigung“. Und die Sparte der Brief- und Paketsortierung mit weltweit 3600 Mitarbeitern trifft es eben auch. Doch offiziell hält sich Siemens, positiv ausgedrückt, weitgehend bedeckt zu den Plänen. Fest steht eigentlich nur: Die Sparte soll veräußert werden. Punkt. Details? Fehlanzeige. Das einzige Greifbare ist der Stellenabbau. Bei der IG Metall Verwaltungsstelle Singen schäumt man vor Wut. Denn natürlich weiß man dort, was in Bruchsal geschehen ist. Und aktuell geschieht. Der 2. Bevollmächtige der Verwaltungsstelle Raoul Ulbrich klagt an: Das Vorgehen sei „eine Bankkrotterklärung der Geschäftsführung“. Jahrelang habe man nicht in Produkt­ innovationen investiert. ­Ulbrich:

„„Wir fordern das seit Jahren. Stattdessen wurden die Ausgaben für Forschung und Entwicklung zurückgefahren.“ Dabei hat das Geschäftsfeld nach Einschätzung der IG Metall eine Zukunft. Schließlich zieht dank des Internet­handels das Paketgeschäft stark an. Und dafür braucht es eben innovative Sortieranlagen. Doch gegen die Portfoliobereinigung beim Konzern, der ohnehin dank Schmiergeldern oder verspäteten Zugauslieferungen in jüngster Zeit nur negative Schlagzeilen produziert, werden die Metaller nicht ankommen. Dessen sind sie sich bewusst. Und auch den Abbau von 200 Arbeitsplätzen werden Ulbrich und Kollegen

IG Metall: „Das Vorgehen ist eine Bankrotterklärung der Chefs in Konstanz“ kaum stoppen können. Trotz Betriebsvereinbarung. „Die Braut soll für den Verkauf aufgehübscht werden“, resümiert der IG-MetallBevollmächtigte bitter. Eine Bitterkeit, die sich über ganz Konstanz legt. Denn Siemens ist einer der größten Arbeitgeber. Und die Stadt hat einen harten Strukturwandel schon hinter sich und befindet sich aktuell durch das Schlingern der PhotovoltaikGrößen Sunways und Centrotherm erneut in schwerem Wasser. Wenn jetzt noch Siemens kippt … Zurück nach Bruchsal zu NSN. Färber und Becker erklären inzwischen, wie der Protest gegen die Schließung des Standorts aussehen „könnte“. Sie lächeln verschwörerisch. Allzu tief will man sich nicht ins Blatt nicht schauen lassen. Zumal die Chancen überschaubar sind. Das Ziel: Man will „die eigene Haut so teuer wie möglich“ verkaufen. Das gelingt nur mit Symbolik, mit Pathos. „Wir überleben“ steht auf einem Plakat, dass der Betriebsrat ans Fenster seines Büros direkt über den Eingang zu Gebäude 5110 gehängt hat. Wer zu NSN kommt, blickt nun auf diese letzte Botschaft. Was Werner von Siemens dazu gesagt hätte? Sein Bild im Flur bei NSN in Bruchsal gibt keine Auskunft. Es ist besser so. Robert Schwarz, Dirk Werner 2/2012

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Unternehmen • Aufbruch 2013

Mehr Fragen als Antworten Schwerer taten sich die Experten nie: 2013 ist eine Blackbox. Die Firmen im Land arrangieren sich mit der Unplanbarkeit der Zukunft

U

Zu diesem Thema LOS! Die spannendsten Gründer und Jungfirmen 2013 S. 38 GELD! So kommen Unternehmen 2013 an Kapital

S. 40

PROZENTE!

Das Wirtschaftsbarometer von Cobus und Econo S. 42

we Weil guckt ein bisschen gleichgültig auf die Zukunft. Drei Finger hat sie, diese Zukunft. Weil hält einen schwarzen Greifer in seinen Händen, normalerweise kommen diese in Fabriken zum Einsatz, greifen Teile von Bändern, setzen sie woanders ein. Weil, Ingenieur beim Spanntechnik- und Greifsystemhersteller Schunk aus Lauffen/ Neckar, hat mit diesem speziellen aber was anderes vor: „Unsere Greifer sollen bald in der ServiceRobotik zum Einsatz kommen.“ Die Geräte können alle Bewegungen ausführen, wie sie eine Hand auch beherrscht. Hochtechnologie aus Württemberg als Revolution der Haustechnik? Noch nicht. Weil zeigt auf ein komplettes Greifsystem. Eine halbe Million Euro kostet die Anlage. Für eine Serienproduktion ist das noch zu teuer. „Aber wir arbeiten dran.“ Jeden Tag. Was auch der Grund für Uwe Weils Gleichmut ist. Sein Chef, Henrik A. Schunk (siehe auch Seite 60) ist ebenfalls sicher, dass die Service-Robotik eines der „next big things“ ist. Langfristig gesehen. Wer Schunk aber fragt, wie das Jahr 2013 wird, erntet hingegen nur ein Schulterzucken. „Nie war es schwieriger zu planen als derzeit“, sagt Schunk und verweist auf die Wachstumsprognosen der Experten: Von 0,8 bis 1,6 Prozent Wachstum in Deutschland ist alles dabei (siehe Grafik auf der Folgeseite). Eine

econo 2 / 2 0 1 2 · 2 1 . D ezem ber 2012

verlässliche Planung ist nicht drin. Was auch an den externen Unwägbarkeiten liegt. Schuldenkrise? Eurokrise? Wie entwickelt sich China? Die USA? Keiner weiß, was wird. Experten wie Journalisten mäandern zwischen Apokalypse und Aufbruch. Das Resultat: Die Meldungen widersprechen sich im Tagestakt. Die Realwirtschaft kämpft mit dieser Unplanbarkeit. Stefan Brand, Chef des Biberacher Ma-

aber kurzfristig flexibel bleiben. Der Maschinenbauer Bellmer aus Niefern-Öschelbronn etwa ist 170 Jahre alt, hat zwei Weltkriege, eine Große Depression und sogar den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 überlebt. Vielleicht macht das etwas nachsichtiger mit dem aktuellen Krisengerede. In Enzberg hat Bellmer gerade sein drittes Werk gebaut. Die Auftragsbücher sind weit bis ins erste Halbjahr 2013 gut gefüllt. Für

Zwischen Einbruch und Aufbruch: Prognosen für 2013 sind fast unmöglich schinenbauers Vollmer erklärt beim Blick auf die Zeit seit der jüngsten Krise 2008: „Die klassischen Konjunktur-Zyklen gelten anscheinend nicht mehr. Für 2013 fällt eine Prognose deshalb schwer.“ Brands Branche ist dafür das beste Beispiel. Mal ist von einem drohenden Untergang der gesamten Branche die Rede, am anderen Tag wiederum meldet der Maschinenbauverband VDMA, der Auftragseingang liege im Oktober um sieben Prozent über dem Wert des Vorjahres. Die Frage ist: Was soll man nun mit einem Jahr anfangen, von dem niemand wirklich weiß, wie es wird? Wer Firmen aus dem Land fragt, bekommt meistens eine Antwort: Langfristig planen,

2012 rechnet das Unternehmen mit seinem 430 Mitarbeitern mit einem Plus von fünf Prozent auf 90 Millionen Euro Umsatz. Der Punkt dabei: Bellmer stellt seit 170 Jahren dasselbe her: Papiermaschinen. Einer Branche, dem man seit mindestens einem Jahrzehnt den Untergang prophezeit. Statt zu jammern hat Bellmer vor Jahren beschlossen, sich für die Eventualitäten abzusichern – und einfach das Portfolio erweitert. Rund 30 Prozent trägt der zweite Unternehmensbereich bei: Maschinen, die Klärschlamm entwässern. Vollmer-Chef Brand indes sucht das Heil in der Internationalisierung: „Wir sind durch seine weltweite Präsenz

Foto: Lauppe und Fichtner


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2/2012

路 21. D ezember 2 0 1 2 econo


Unternehmen • Aufbruch 2013

für 2013 gut aufgestellt.“ 2012 kam eine Niederlassung in Polen hinzu. Für 2013 sollen weitere folgen. Internationalisierung als Konjunktur-Puffer. Was dennoch hängen bleibt, ist eine schwer zu definierende Art der Unsicherheit. Jemand, der den Überblick hat über die Stimmung in den Firmen einer Region ist Michael Huber. Aber 2013 ist auch für den Chef der Sparkasse Karlsruhe Ettlingen eine kleine Blackbox: „Unsere Unternehmen bewerten die Aussichten für 2013 allgemein als verhalten positiv.“ Staatsschuldenkrise und Euro-Stabilität seien die drängendsten Probleme, erklärt Huber. „Aber dieses Problem muss auf der politischen Bühne gelöst werden.“ Für die Wirtschaft im Land heißt das: nur keine Panik. Und die Zukunft mit gesundem Gleichmut angehen. Eben: ein bisschen mehr wie Uwe Weil sein.  rs

Wachstumsprognosen

In Kooperation mit

Uneinheitlich: Eine Spanne von 0,8 Prozentpunkten genehmigen sich die Voraussagen der wichtigsten Prognoseinstitute. Das Deutsche Institut für Wirtschaft ist dabei am optimistischsten 1,6

DIW

1,0

1,0

0,8

ifo

Bundesregierung

Wirtschaftsweise

Wie sind die Erwartungen für Ihr Unternehmen für 2013? Eher besser als 2012 Eher gleich wie 2012 Eher schlechter als 2012

25,2% 44,5% 29,4%

Angaben in Prozent, Mehrfachnennung möglich Die Karlsruher Marktforscher von Cobus befragten die Entscheider im Land. Resultat: Optimismus und Pessimismus halten sich die Waage. Die Konjunktur und eine mögliche Finanzkrise gelten als größte Gefahren

Was werden 2013 die größten Herausforderungen für Ihr Unternehmen sein? Konjunktur

65,0% 46,2%

Finanzkrise Personal

35,9%

Energie Rohstoffe interne Herausforderungen

23,9% 12,8% 3,4%

Quelle: Cobus, eigene Recherche

36

Foto: Lauppe und Fichtner

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econo 2 / 2 0 1 2 · 2 1 . D ezem ber 2012

Bildquelle: kfz-betrieb


37 Fotos: Michael Bode, Jigal Fichtner

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Unternehmen

Christian Forcher, Fachanwalt bei Schultze & Braun in Achern ist ein echter Helfer

Schultze & Braun ist ein Unternehmensverbund aus Rechtsanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern. Der Hauptsitz des seit 1975 in dieser Form bestehenden Unternehmens ist das badische Achern. An deutschland- und europaweit 40 Standorten beschäftigt Schultze & Braun rund 600 Mitarbeiter. Sie sind die Quelle der vielfältigen Expertise.

Regionalität

Richtig wachsen Erfolgreiche Unternehmen haben viele Fragen zu klären. Die Experten von Schultze & Braun bieten die passenden Antworten – über Grenzen hinweg

U

nternehmen, die Erfolg haben möchten, braugaben. Nehme ich neue Gesellschafter hinzu? Ist eine chen Helfer. Helfer, die sie begleiten und beraHolding-Struktur sinnvoll? Muss ich mein Kapital erten; Helfer, die wissen, worauf es ankommt und höhen? Sollte ich umfirmieren?“, zählt Forcher nur den Betrieb dabei unterstützen, heute und in Zukunft einige auf. Die Bandbreite an Anforderungen an Geschäftsfühweiter zu wachsen. Christian Forcher, Fachanwalt für Verwaltungs- sowie für Bau- und Architektenrecht, ist rer und Gesellschafter scheint unbegrenzt: Richtet sich ein solcher Helfer. Einer von vielen Helfern aus dem der Betrieb neu aus, können arbeitsrechtliche Aspekte Hause Schultze & Braun in Achern. an Bedeutung gewinnen. Steht ein Umzug in größere „Bei allen Fragen, die für ein wachsendes UnternehRäume oder sogar ein Neubau des Firmensitzes an, men von entscheidender Bedeutung sind, haben wir sind Baurechtsexperten gefragt. Geht es um die Beziedie richtigen Ansprechpartner“, sagt Forcher. Steuerhungen zu Kunden und Lieferanten, ist ein prüfender berater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer arbeiten Blick auf Vertragsbeziehungen notwendig; auch die bei Schultze & Braun Seite an Seite, denn oft berühren Entscheidung, vor den Gerichten Rechtsschutz zu Fragestellungen eines Unerstreben, will wohl abgeternehmens gleich mehrewogen sein. Muss die Unre Fachgebiete. „Das fängt ternehmensnachfolge gereschon bei der Gründung an“, gelt werden, greifen Famierklärt Forcher. „Zum Beilienrecht, Erbrecht und spiel bei der Frage, welche Steuerrecht ineinander. Gesellschaftsform für das Diese Expertise über FachUnternehmen die richtige und Berufsgrenzen hinweg, ist.“ Nur wer die passende ist das Erfolgsmodell von Rechtsform wählt, zahlt hinSchultze & Braun und unterterher den optimalen Steuscheidet die Helfer aus ersatz und hat eine mögliche Achern von anderen AnbieHaftung auch im Griff. tern. Das hat vor allem ein Hat ein Unternehmen Ziel, weiß Forcher: „Wir die Anfangsjahre gemeiswollen das Optimale für unsere Mandanten erreichen.“ tert, stellen sich neue Auf- Die Kanzlei sieht sich als Partner der Mandanten 2/2012

„Wir sind seit 40 Jahren zuverlässige Anlaufstelle von Unternehmensrecht in der Ortenau“, sagt Rechtsanwalt Christian Forcher. Die badischen Wurzeln hat Schultze & Braun trotz der Unternehmensgröße nicht vergessen. Aber auch Mittelständlern, die im Ausland aktiv sind, steht Schultze & Braun zur Seite: mit eigenen Experten für internationale Rechtsfragen.

Erfahrung „Wir haben eine bunte Erfahrung mit mittelständischen Betrieben aus der Region“, berichtet Christian Forcher. Die Mandanten kommen aus allen Sektoren der badischen Wirtschaft. Neben dem produzierenden Gewerbe berät Schultze & Braun auch Handwerker und Dienstleister ebenso wie die öffentliche Hand, zum Beispiel Gemeinden oder Behörden.

Kontakt Schultze & Braun GmbH Rechtsanwaltsgesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Eisenbahnstraße 19-23 77855 Achern mail@schubra.de www.schubra.de Telefon: 0 78 41/70 80

· 21. D ezember 2 0 1 2 econo


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Unternehmen • Aufbruch 2013

Gute Zeiten für Gründer Die Zahl der Gründungen geht zurück, die Qualität aber nimmt zu. Das ist gut für die Innovationskraft des Landes

D

rei Studenten der Zeppelin University in Friedrichshafen machen sich auf, die Welt zu erobern. Sie kommen viel rum – per Bus. Zurück in Deutschland reift die Frage, warum es solche FernBusverbindungen nicht auch hier gibt. Und schließlich eine Idee: Die angehenden Wirtschaftswissenschaftler gründen

Drei Studenten vom Bodensee legen sich mit der Bahn an – und gewinnen DeinBus.de, eine Online-Plattform für Mitfahrgelegenheiten in Reisebussen. Das ruft die Bahn auf den Plan, sie zieht gegen die Studenten ins Feld. Als Berlin im September die Personenbeförderung liberalisiert, hat David gegen Goliath gesiegt. Die Story von Alexander Kuhr, Ingo Mayr-Knoch und Christian Janisch von DeinBus.de, ist genau die Sorte Geschichte, die Baden-Württembergs Finanzund Wirtschaftsminister Nils Schmid gerne hört. Denn jeder Tag, so der Minister, „an dem im Land eine Gründung oder Übernahme stattfindet, ist ein guter Tag“. Allerdings ist von einer Gründungsoffensive oder gar einem Gründerboom nicht wirklich was zu spüren. Denn die Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn (IfM) zeichnen zunächst ein anderes

econo 2 / 2 0 1 2 · 2 1 . D ezem ber 2012

Bild: 2011 gab es in BadenWürttemberg mehr als 103 000 Gewerbeanmeldungen, vor allem im Dienstleistungssektor. Im Jahr zuvor waren es noch rund 110 000. „Die Zahl der Gründungen wird 2012 weiter zurückgehen“, schätzt Helmut Kessler, von der IHK Heilbronn. Ein Trend, der sich im nächsten Jahr fortsetzen werde. Die Gründe liegen vor allem an der guten Arbeitsmarktsituation. „Viele potenzielle Gründer nehmen einen gut dotierten Job an, schieben den Schritt in die Selbstständigkeit erst einmal auf“, stellt Gernod Kraft fest, Berater des RKW, dem Rationalisierungsund Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft. Der Arbeitsmarkt verschluckt also auch kluge Köpfe, die den Fortbestand Tausender deutscher Mittelständler sichern könnten – als Unternehmensnachfolger auf dem Chefsessel. „Das ist ein Problem, das sich noch verschärfen wird“, glaubt Berater Kraft. Für den Rückgang macht IHKMann Kessler auch den Paradigmenwechsel bei den Arbeitsagenturen verantwortlich. Bis Ende 2011 sollte Arbeitssuchenden mit einem Zuschuss den Schritt in die Selbstständigkeit versüßt werden. Seit Januar hat Priorität, die Menschen in die Unternehmen zu vermitteln. Gernod Kraft vom RKW sieht das positiv. Sein Eindruck aus der Berater-Praxis: Die Qualität der Gründungen – die Substanz

und Zukunftsfähigkeit der Geschäftidee, die Qualifikation der Gründer – hat signifikant zugenommen, seitdem eben nicht mehr jeder gründet. Und denen stehen mehr Beratungsangebote und Finanzierungsoptionen offen denn je. Für Gründer in hochtechnologischen Branchen beispielsweise, die häufig direkt von den Hochschulen kommen, hat das Land das Exist-Programm „Junge Innovatoren“ aufgelegt. „Das ist einmalig in Deutschland“, weiß Marc König, Existenzgründerberater der BW-Con, eine Initiative zur Förderung des Innovations- und HightechStandorts Baden-Württemberg. König und Kollegen vermitteln Technologieunternehmen auch Kontakte zu Banken, Business Angels oder Risikokapitalfonds. Weitere Anreize schaffen sollen Wettbewerbe wie der Grün-


39

derpreis des Landes oder der Hightech Award Cyber-One. Doch es geht auch ohne. Wie bei Blumberg in Esslingen, Deutschlands erste öko-zertifizierte Agentur für Events und Marketing. Gründer Manuel Uez wandte sich Anfang 2011 an die IHK Esslingen, dann an das RKW. Der half dem Jungunternehmer beim Business-Plan und vermittelte einen Kleinkredit. 40 000 Euro bekam Uez aus dem Fördertopf von ExiPlus, einem Projekt des RKW und der Grenke-Bank. Heute läuft sein Laden rund, Öko liegt im Trend, auch bei Firmenfeiern. „Wir haben viele langfristige Ziele jetzt schon erreicht“, sagt der Agenturchef. Rückblickend stellt der 34-Jährige dem Land ein gutes Zeugnis aus. „Die machen einiges, es gibt viele interessante Angebote.“ Angehenden Grün-

Fotos: Lauppe und Fichtner, Blumberg

dern rät er, sich früh professionelle Unterstützung zu holen. 2013 sei schwer einzuschätzen, sagt IHK-Berater Kessler. Unsicherheiten gebe es immer. Grundsätzlich aber gelte: „Gründer mit guten Geschäftsmodellen haben immer gute Chancen,

erfolgreich zu sein.“ Gernod Kraft vom RKW sekundiert: „Die Zeiten sind gut für Selbstständige.“  René Kius

www.gruenderzeit-bw.de

Das Blumberg-Team: Carmen Schäfer, Manuel Bürger, Gründer Manuel Uez, Annekathrin Schmidt (v. l.)

2/2012

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Unternehmen • Aufbruch 2013

Firmenanleihen? Da schüttelte der Mittelstand bislang den Kopf. Das ändert sich nun aber

Leihgeschäft L

ars Bergmann wäre eigentlich lieber zur Bank gegangen. Doch derzeit sei es extrem schwierig, eine Projektfinanzierung zu bekommen. „Die Banken haben sich aus diesen Bereichen weitgehend zurückgezogen“, sagt der Geschäftsführer der ImmobilienProjektgesellschaft Salamander-Areal Kornwestheim (Ipsak). Er schaut sich nach einer anderen Möglichkeiten um und wird an der Börse Stuttgart fündig. Hier platziert die Ipsak im November eine Anleihe mit einem Volumen von 30 Millionen Euro.

Diesem Beispiel könnten künftig viele folgen. „Unternehmensanleihen sind auch für mittelständische Unternehmen eine zunehmend attraktive Alternative zum herkömmlichen Bankkredit“, erklärt Sabine Traub, Leiterin Primary Market Group der Börse Stuttgart. Während Unternehmensanleihen im Finanzierungsmix großer Unternehmen seit Jahren eine tragende Rolle spielen, guckte der Mittelstand bislang in die Röhre. Bis die Börse Stuttgart 2010 ihr Mittelstandssegment einführte: „Bondm“ richtet sich in erster Linie an

industrielle und industrienahe Mittelständler mit einem Finanzierungsbedarf ab 25 Millionen Euro. Immobilien- und Projektentwickler gehörten bislang nicht zur Zielgruppe. Doch nicht zuletzt unter dem Druck der Wettbewerber aus Frankfurt und Düsseldorf änderten die Stuttgarter im Herbst ihr Reglement und öffneten das Segment auch Emittenden mit besicherten Anleihen. Die Ipsak machte den Anfang. Björn Stübiger von der internationalen Wirtschaftskanzlei Rödl & Partner und Emissionscoach der Ipsak, ist sicher, „die Bör-

sen werden sich noch weiteren Asset-Klassen öffnen.“ Anleihen sichern die Liquidität und sind geeignet, die Finanzierungsstruktur zu ergänzen. Aber: Wer eine Anleihe platziert, unterliegt der Publizitäts- und Informationspflicht, das schmeckt nicht jedem. Außerdem macht eine Anleihe abhängig von den Entwicklungen am Kapitalmarkt. Der Markt für Mittelstandsanleihen hat sich im Jahr 2012 positiv entwickelt, urteilt Sabine Traub. Sie geht davon aus, dass der Trend auch im nächsten Jahr anhält. Traub: „Der Fotos: Lauppe und Fichtner, Börse Stuttgart, IPSAK

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Kapitalmarkt wird für den Mittestand immer wichtiger“. Übertriebene Erwartungen sind aber nicht angebracht. „Euroschuldenkrise und politische Konflikte können den Kapitalmarkt jederzeit stark beeinflussen und sich auf das Investitionsverhalten der Anleger durchschlagen. Darauf

Lars Bergmann Ipsak-Geschäftsführer

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Sabine Traub, Finanzexpertin der Börse Stuttgart

2/2012

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Unternehmen • Aufbruch – Cobus Wirtschaftsbarometer In Kooperation mit

Guten Rutsch! Das Cobus Wirtschaftsbarometer kennt zum Jahresende nur einen Trend: abwärts. Die Entscheider im Land zeigen sich dabei deutlich pessimistisch Geschäftsklima-Index

Sonntagsfrage

120 116,1 115 110

113,2

111,3

105

60

100

50

CDU 01/2012

03/2012

05/2012

07/2012

Nach dem Einbruch im Frühjahr hat sich die Landesregierung bei den Zufriedenheitswerten wieder leicht erholt

70 106,9

108,4

Das Land und seine Regierung

Wenn am kommenden Sonntag Landtagswahlen in Baden-Württemberg wären, welche Partei würden Sie wählen?

11/2012

62,8

60,6

57,1

3,8

53,4

51,9

3,6

40 3,4

Investitionsklima-Index 110

Grüne

105,1 101,3

100,7

100 95

97,8 01/2012

03/2012

05/2012

07/2012

20

24,3

10

SPD 8,7

0

10,8

7,0

03/2012

18,6

01/12

5,0

05/2012

111,8 05/2012

112,3 07/2012

100,7 11/2012

2% 1%

1,68

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) 1,37

11/2012

–1%

Exportklima-Index

–2%

120 116,4 111,7

105,8

101,5

104,9 100

01/2012

03/2012

05/2012

07/2012

econo 2 / 2 0 1 2 · 2 1 . D ezem ber 2012

11/2012

0 –1

1,29

–3 – 0,62

01/12

04/12

–1,28

06/12

Wer sollte Bundeskanzler werden?

110 105

Das Land und die Opposition

Angela Merkel Peer Steinbrück keiner von beiden

–1,10

–2

Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD)

64,0% 15,2% 20,8%

11/12

Wie zufrieden sind Sie mit der oppositionellen CDU im Land?

0,84

– 0,52

04/12

2,3

07/2012

0%

115

3,1

7,0

Trotz Knick: Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist weiter bei den Entscheidern beliebt

110,6 03/2012

01/2012

11,3

8,5

Das Land und seine Macher

115,3

01/2012

6,8 FDP/DVP 6,3 3,9 Piraten

16,9

11/2012

120

110

9,8

3,26

3,2

21,1 18,8

Personalklima-Index

115

3,31

30

107,9

105

3,35

–2,07 01/12

04/12

–1,62

11/12

Die detaillierten Ergebnisse des Wirtschaftsbarometers können Sie im Internet herunterladen: www.econo.de, www.cobus.de


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ISO-Zertifizierung pünklich zum Jubiläum

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ie bestellt, hat das Baden-Badener IT-Systemhaus der IT + Media Group jüngst die angesehene„ISO-Zertifizierung“ erreicht und feiert dies 2013 zusammen mit ihrem 20jährigen Bestehen. Wozu sind eigentlich Zertifizierungen gut, könnte man sich fragen. Nun, sie stellen sicher, dass der Inhaber des Zertifikats vordefinierte Qualitätsstandards erfüllt. „Qualitätsmanagement“ nennt man das. Im Falle der IT + Media Group GmbH bestätigt die Zertifizierung nach „DIN EN ISO 9001:2008“, daß alle Arbeitsprozesse danach ausgerichtet wurden, eine Erhöhung der Kundenzufriedenheit sicherzustellen. Diese Richtlinien geben Handlungsempfehlungen vor, wie das Zusammenspiel aus den allem betrieblichen Tun zugrundeliegenden Bereichen„Plan – Do – Check und Act“ optimiert werden kann. Auf Deutsch meint dies das Ineinandergreifen aus Planung, Handlung, Überprüfung und Reaktion auf eventuell festgestellte Planungsabweichungen. Also eine fortgesetzte Rückkopplung im Dialog zwischen Betrieb, Lieferanten,

Mitarbeitern und Kunden zum Wohle des Letzteren. Die eigens bestellten Qualitätsmanagementbeauftragten überprüfen in dem auch weiterhin ablaufenden Prozeß die Einhaltung der Richtlinien und beziehen dazu alle Mitarbeiter, sowie Kunden und Lieferanten in das prozeßorientierte Gespräch mit ein, um eine kontinuierliche Verbesserung sicherzustellen. Das Baden-Badener IT-Systemhaus beherrscht diese Prozesse vorbildlich, was mit der gerade erfolgten Zertifizierung gewürdigt wurde. Neben den schon früher erreichten fachlichen Zertifizierungen hat die Firma, die jüngst auch für vorbildliche Ausbildung im Rahmen der Feier der landesbesten Auszubildenden in Heilbronn geehrt wurde, mit dieser prozeßorientierten Zertifizierung einmal mehr unter Beweis gestellt, daß sie in allen Belangen vorbildliche Leistung anstrebt. Als Patric Wowerath und Dr. Marduk Buscher 1993 die „Media Trend Gesellschaft für Markt- und Medienforschung mbh“ gründeten, konnten sie noch nicht absehen, daß die von Anfang an mit angebotenen IT-Dienstleistungen einmal zum gleichberechtigten zweiten Standbein der heutigen IT + Media Group werden würden. Erst durch das Hinzukommen von Tobias Kaul als dem für die IT verantwortlichen dritten Geschäftsführer entstand ein Gleichgewicht zum früher zentralen Bereich der Medienforschung. Dabei verteilen sich die IT-Dienstleistungen auf die Anwendungsentwicklung, die Servertechnik, den IT-Service vor Ort, den Schulungsbereich und die Hotline. Ein kleinerer Teil der Belegschaft arbeitet auf Kundenwunsch im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung, für welche die Abteilung plus-at-work zuständig ist. Der weitere Bereich der Social-Media-Analyse verbindet Medienforschung und ITKnow-How der Firma. Die Dienstleistungen der IT + Media GmbH sind für den Handwerksbetrieb genauso interessant, wie für den Industriekonzern oder den großen Medienanbieter. Besonders interessant dürfte dabei die Lösung „regio2cloud“ sein, welche die Vorteile des überall und jederzeit zur Verfügung stehenden Datenzugriffs mit den Vorteilen des deutschen Datenschutz-Rechtes und der hohen Zuverlässigkeit zweier Rechenzentren im Badischen verbindet. 20 Jahre IT + Media Group stehen also auch für 20 Jahre Erfolg und anerkannte Kundenorientierung!

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Unternehmen • Gastkommentar

Augen auf und durch! Mit der Vogel-Strauß-Taktik ist in Krisen kein Staat zu machen. Flexibilität ist Trumpf, fordern die Professoren Anja Achtziger und Carlos Alós-Ferrer im Gastkommentar

W

achstumseinbruch, Rezessionsgefahr, Eintrübung der Konjunktur, schlechte Wirtschaftslage in der Eurozone. Nervosität macht sich breit. Markante Ereignisse wie Wirtschaftskrisen beeinflussen Gefühle, Wahrnehmung von Risiken, Stressempfinden und psychische Gesundheit. Woran liegt das?

„Krisen erinnern uns daran, dass wir verletzbar sind. Das macht uns anfällig“

Wirtschaftskrisen erinnern uns daran, dass wir als Personen und Organisationen und sogar als Nationen gegenüber kritischen Ereignissen anfällig und verletzbar sind. Diese Anfälligkeit und Verletzbarkeit taucht jedoch nicht immer aufgrund der Nichtvorhersehbarkeit der Ereignisse auf, sondern unter anderem durch die Art und Weise wie Menschen und Organisationen mit Krisen umgehen. Ökonomische Krisen werden häufig als mehrdeutige Situationen definiert, die eine Hauptbedrohung für das Überleben von Organisationen darstellen. In diesen

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Situationen sind die Gründe und Effekte der Bedrohung häufig unbekannt und es gibt nur wenig Zeit, um adäquat darauf zu reagieren. Außerdem erfordern Krisen in der Regel Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen, die meist nicht sicher vorhersagbar, sondern im Gegenteil eher unsicher und häufig mit hohen Risiken verbunden sind. Ökonomische Krisen gab es schon immer und wird es immer wieder geben. Manche sind von einem solchen Umfang, dass sie die Geschichte der Menschheit geprägt und sich im kollektiven Gedächtnis verankert haben – so wie das mit der Wirtschaftskrise im Jahr 1929 der Fall gewesen ist. Andere ökonomische Krisen, die ebenfalls gravierend waren, sind dagegen nicht in der allgemeinen Erinnerung haften geblieben, weil sie in relativ kurzer Zeit einigermaßen verkraftbar waren. Das gilt beispielsweise für die Zeit nach dem Schwarzen Montag 1987 oder die Konsequenzen der spekulativen Angriffe auf das Britische Pfund im Jahr 1992. Diese Beispiele machen deutlich, dass man sich nicht allein auf die Frage konzentrieren sollte, wie man Wirtschaftskrisen vermeidet, weil sie in dem einen oder ande-

ren Umfang immer wieder auftauchen werden. Vielmehr sollte man sich die Frage stellen, wie man mit Krisen umgeht. Die Aufgabe der Politik liegt darin, makroökonomische Maßnahmen zu entwickeln, die für die Volkswirtschaft als Ganzes die Konsequenzen der Krise minimieren können. Keine Regierung kann aber eine Krise völlig rückgängig machen – wie wir alle in den letzten Monaten beobachten konnten. Und eine vollständige Rettung durch die Zentralbanken wird es auch kaum geben. Alle Konsequenzen von ökonomischen Krisen im Sinne einer Vogel-Strauß-Taktik zu ignorieren und stattdessen zu hoffen, man komme schon irgendwie unbeschadet durch die Krise hindurch, ist allerdings wenig Erfolg versprechend. Stattdessen sollte man die eigenen Stärken und Schwächen analysieren und darauf basierend Maßnahmen für den Umgang mit der Krise entwickeln. Dabei kann eine übertrieben voreilige, primär durch negative Emotionen gesteuerte Reaktion genauso schädigend sein wie die Strategie, einfach alle auftauchenden Probleme so weit es geht zu ignorieren. Denn wie immer auf dem Markt gilt es, einen kühlen Fotos: privat


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Anja Achtziger hat den Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftspsychologie der Zeppeling ­Universität Friedrichshafen inne. Carlos AlósFerrer lehrt am Staatswissenschaftlichen Seminar der Universität zu Köln. Beide Autoren sind Projektleiter in der Forschergruppe „Psychoeconomics“, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wird. Kopf zu bewahren, bevor man weitreichende Entscheidungen trifft. Nur so wird man erkennen, dass eine ökonomische Krise für das Einzelunternehmen durchaus auch neue Chancen bieten kann. Denn Konkurrenten, Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter stecken auch in der Krise und es könnte sich lohnen, selbst Strategien, die sich bisher bewährt hatten, neu zu überdenken. Eine zentrale Maßnahme in ökonomisch schwierigen Zeiten ist natürlich die Steigerung der Effizienz, sowohl in der Produktion als auch in unternehmerischen Arbeitsabläufen. Hierbei sollte aber auch die eigene Effizienz kritisch überprüft werden. Insbesondere Führungskräfte, die durch die Krise mit erhöhtem Stress umgehen müssen, sollten sich fragen, ob ihre bisherigen Arbeitsabläufe und ihre Arbeitsumgebung optimal sind. Hier lohnt es sich, ManagementPrinzipien zu überdenken oder sich Hilfe von außen zu holen. Aber man sollte sich neben Maßnahmen der Gewährleistung von Effizienz trotzdem auch Fragen stellen wie „Welchen Teil der Ressourcen meiner Firma sollte ich in Forschung und Entwicklung stecken?“ oder „Wie verbessert die Konkurrenz ihre Effizienz?“

„Konservatives Entscheiden reduziert Stress. Bringt am Ende aber der Firma nichts“

Forschungs- und Entwicklungsabteilungen einzusparen oder sich keinen professionellen Rat von außen zu holen, sind Fehler, die sich mittelfristig gerade in ökonomisch schwierigen Zeiten rächen werden. In solchen Zeiten haben Führungskräfte mit Überlegungen zur Entwicklung neuer Produkte und der Erschließung neuer Märkte häufig ihre Probleme, weil man hier mit schlecht vorhersagbaren Konsequenzen seines Verhaltens konfrontiert wird und deshalb häufig lieber auf Nummer sicher geht.

Denn Unsicherheit erzeugt Stress und konservatives Entscheiden reduziert wiederum Unsicherheit und somit auch Stress. Die wissenschaftliche Forschung hat auch entsprechend gezeigt, dass Firmen mit flexiblen Fähigkeiten und Potenzialen speziell unter sich stark verändernden ökonomischen Bedingungen punkten und ihre Wettbewerbsfähigkeit stark erhöhen können. Sie sind eher in der Lage, erfolgreich auf neue Anforderungen des Marktes zu reagieren.  redaktion@econo.de 2/2012

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Management • Kapital & Recht

Econo-Expertenrat

Hendrik Thies ist Rechtsanwalt bei der Kanzlei Friedrich Graf von Westphalen & Partner

Keine Angst vor dem UN-Kaufrecht In grenzüberschreitenden Lieferverträgen findet sich zumeist die Klausel „Nicht anwendbar ist das UN-Kaufrecht“. Ist dieser Ausschluss immer berechtigt? Nein. Vielmehr kann das UN-Kaufrecht sowohl für den Verkäufer als auch für den Käufer vorteilhaft sein. Unter welchen Voraussetzungen und in welchen Konstellationen, sollte wissen, wer grenzüberschreitend Waren einkauft oder verkauft. Das UN-Kaufrecht vom 11.4.1980 gilt grundsätzlich bei allen grenzüberschreitenden Verträgen, die die Lieferung von Waren betreffen. In diesen Fällen wird das Kaufrecht nach BGB und HGB vom UN-Kaufrecht verdrängt, sofern die Parteien keinen Ausschluss vereinbaren. In der Realität wird das UN-Kaufrecht aber häufig ausgeschlossen. Dies wird u. a. damit begründet, dass es nur wenige Gerichtsentscheidungen dazu gebe und daher eine Unsicherheit bestehe, wie das UN-Kaufrecht im Streitfall angewendet würde. Diese Angst ist jedoch (zunehmend) unbegründet: Seit dem Jahr 1980 sind viele Gerichtsentscheidungen, juristische Bücher und Zeitschriftenbeiträge veröffentlicht worden. Soweit erforderlich, kann ferner der jeweilige Vertrag für weitere Klarheit sorgen. Für den Käufer ist das UN-Kaufrecht z. B. dann vorteilhaft, wenn die von § 377 HGB vorgeschriebenen Wareneingangskontrollen reduziert oder erst kurz vor Verarbeitung der Ware durchgeführt werden sollen. Dies ist rechtlich höchst problematisch, da Mängel, die entdeckt werden können, in der Regel innerhalb von zwei bis zehn Tagen zu rügen sind. Diese kurze Frist wird oft nicht eingehalten mit der Folge, dass der Käufer alle Mängelansprüche verliert. Zwar kennt auch das UN-Kaufrecht eine Untersuchungs- und Rügeobliegenheit. Der gravierende Unterschied besteht jedoch darin, dass eine Rüge selbst dann noch rechtzeitig sein kann, wenn sie erst innerhalb eines Monats beim Verkäufer eingeht. Ein weiterer Unterschied zum BGB-Kaufrecht besteht darin, dass der Verkäufer nach UN-Kaufrecht im Fall einer Vertragsverletzung verschuldensunabhängig auf Schadensersatz haftet. Für den Verkäufer ist es ratsam, UN-Kaufrecht zu wählen, wenn er sich weitergehend vor einem Rücktritt des Käufers „schützen“ möchte: Das UN-Kaufrecht erlaubt eine Vertragsaufhebung nur, wenn der Verkäufer eine „wesentliche Vertragsverletzung“ begeht. Indem der Verkäufer UNKaufrecht wählt, kann er außerdem den sog.„Lieferantenregress“ (§§ 478 ff. BGB) vermeiden: Wird eine Sache zuletzt an einen Verbraucher verkauft und muss der Letztverkäufer die Sache wegen eines Mangels zurücknehmen, so wird der Rückgriff des jeweiligen Käufers gegen seinen Lieferanten gemäß BGB-Kaufrecht erleichtert. Ein solcher Schutz des Käufers ist dem UN-Kaufrecht fremd. Bei grenzüberschreitenden Warenlieferungen sollte daher stets geprüft werden, ob das UN-Kaufrecht Vorteile gegenüber dem deutschen Kaufrecht nach BGB und HGB bietet. Hendrik Thies, Rechtsanwalt, Friedrich Graf von Westphalen & Partner

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Kein K 

Was ändert sich an den Steuergesetzen 2013? Eine spannende Frage. Denn vieles liegt im Dunkeln. Und manches kommt gar nicht

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lle Jahre wieder das gleiche Bild: Am Ende schielen alle, die mit Steuern und Finanzen befasst sind, gen Berlin. Was bringt die Steuergesetzgebung fürs neue Jahr? Spannend ist es immer. In diesem Jahr besonders. Denn die Jahressteuergesetzgebung ist kein Feuerwerk, sondern eher ein Rohrkrepierer. Das hängt vor allem mit veränderten Mehrheiten zusammen: Der von SPD und Grünen dominierte Bundesrat pokert. Das macht das Verfahren nicht einfacher. Und ein Überblick darüber, was kommt und was nicht, fällt schwer. Econo wagt dennoch eine Einschätzung. • Fest steht bislang auf jeden Fall: die elektronische Bilanz, die sogenannte E-Bilanz, wird ab 2013 Pflicht. Ergo müssen spätestens mit dem Jahresabschluss Unternehmen ihre Buchhaltungsauswertungen und Steuererklärungen elektronisch an die Finanzämter übermitteln. Jens Wörmann, Geschäftsführer des Verbundes Ultimo/q2b, warnt: „Unternehmen jeder Größe sind Fotos: Fotolia/VRD, Graf von Westphalen


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 naller gefordert. Buchhaltungsverfahren und -prozesse sowie die genutzte Software müssen angepasst werden.“ Die elektronischen Helfer gibt es für jede Betriebsgröße und in jeder Preisklasse, am Ende hilft ein Buchhaltungsprofi oder Steuerberater, den Durchblick zu bewahren. • Beim grundlegenden Jahressteuergesetz 2013 hören indes die Klarheiten auf. Bundesregierung und Bundestag wollten damit unter anderem die Arbeitnehmer-Freibeträge zwei Jahre gelten lassen, Aufbewahrungsfristen für Unternehmen sollten verkürzt und Elektro- und Hy­ bridfahrzeuge als Geschäftswagen steuerlich bessergestellt werden. Dem Paket hat der Bundesrat nicht zugestimmt. Stattdessen hat der Vermittlungsausschuss dem Bundestag einen unechten Einigungsvorschlag zur Entscheidung vorgelegt. Was nun am Ende vom Paket übrig bleibt, entscheidet sich wohl erst zu Jahresbeginn. Ein Knaller wird es aber nach aktuellem Stand der Dinge nicht.

• Das Gesetz zum Abbau der kalten Progression hat es ebenfalls nicht komplett durch Bundesrat und Vermittlungsausschuss geschafft. Lediglich die ohnehin gesetzlich vorgeschriebene Erhöhung des Grundfreibetrags von 8004 Euro auf 8124 Euro ist umgesetzt worden. Über die generelle Anpassung des Tarifverlaufs, um den Effekt der kalten Progression zu mildern, gab es auch im Vermittlungs­ ausschuss bis zum Redaktionsschluss keine Einigung. • Die Einkommenssteuer-Änderungsrichtlinien fanden hingegen die Zustimmung. ­Sie beinhalten unter anderem höhere Aktivierungspflichten bei den Herstellungskosten sowie die Zulässigkeit einer Gewerbesteuerrückstellung in der Steuer­ bilanz. • Das Gesetz zur Abschaffung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes für Beherbergungsleistungen hat es nicht einmal in den Bundestag geschafft. • Das Gesetz zur Vereinfachung des Steuerrechts 2013 hat

Bundestag und Bundesrat pro­ blemlos durchlaufen: Damit gibt es unter anderem nun eine Pauschale von 100 Euro pro Monat für häusliche Arbeitszimmer. • Das Gesetz zur steuerlichen Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden ist im Vermittlungsausschuss endgültig ge-

Das Jahressteuergesetz 2013 wackelt, Änderungen bei den Mini-Jobs kommen scheitert. Mit dem Gesetz sollten Sanierungsmaßnahmen an vermieteten Gebäuden über zehn Jahre abschreibbar und an eigengenutzten Gebäuden über zehn Jahre als Sonderausgaben abziehbar sein. • Das Gesetz zur Änderung im Bereich der Mini-Jobs tritt am 1. Januar 2013 in Kraft: Unter anderem wird dadurch die Entgeltgrenze auf 450 Euro pro Monat angehoben.  Dirk Werner 2/2012

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Management • Marketing-Club Karlsruhe

Die PTV-Identität Neues Unternehmensdesign, neue Corporate Identity: Bei der PTV Group ist vieles neu. Warum der Relaunch auch eine Reise ins Innere der Firma war, erklären Kristina Stifter und Jan Weller

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anchmal ist es mehr als Marketing. Oder wie es Kristina Stifter sagt: „Es war eine große Herausforderung.“ Stifter, Vice President Corporate Communications bei der PTV Group aus Karlsruhe, hat in den zurückliegenden Monaten mit Jan Weller, Chef der Werbeagentur Red Pepper, ihrem Unternehmen eine neue Corporate Identity (CI) verpasst. Und die Vorgehensweise geht über das normale Spektrum weit hinaus: Denn die neue CI war für PTV auch ein wenig die Suche nach der eigenen Identität. Den Weg dorthin erklärten Weller und Stifter dem MarketingClub Karlsruhe. Kurz die Vorgeschichte: Die PTV gibt es seit mehr als 30 Jahren, eine integrierte CI allerdings nicht. Vieles blieb Stückwerk, die Konzentration galt der Technik, dem Know-how, wie es eben so ist bei Mittelständlern. Als Vincent Kobesen neuer CEO wird,

ändert sich das. „Der Relaunch war überfällig“, sagt Stifter. Statt nur kosmetisch vorzugehen, entscheidet sich PTV für den Schnitt. „Das Logo zu überarbeiten war uns zu wenig“, sagen Stifter und Weller. Die Marke soll neu positioniert werden, ein neues Corporate Design entwickelt werden, kurz: Die PTV und ihr Erfolg soll endlich sichtbar werden. Denn weltweit gibt es wohl keinen besseren Entwickler von Software für Verkehrsund Logistikplanung. Stifter und Weller setzen an der Basis an, führen stundenlange Interviews mit den Führungskräften, steigen auf der Suche nach der Identität tief ein in die Unternehmenskultur, bis CEO Kobesen persönlich den entscheidenden Satz formuliert: „Wir planen und optimieren alles, was Menschen und Güter bewegt.“ Die Unternehmensmission ist gefunden. Das ist der Startschuss für eine neue

Herangehensweise an das Marketing der PTV. „Eine Information, die keine Emotion auslöst, ist für das Gehirn wertlos“, sagt Weller. Sein Credo: Marketing im B2BBereich muss sich an jenem im B2C-Bereich orientieren, jene Emotionen wecken, die sich auf die Kaufentscheidung auswirken. Das Team macht sich ans Corporate Design. Die bestehende Marke wird analysiert: Per Neuromarketing wird etwa überprüft, wie die Marke wahrgenommen wird. Zielgruppen werden klar definiert, dann eine neue Markenstrategie entwickelt. Statt vieler verschiedener Untermarken firmiert das Portfolio unter der Dachmarke PTV. Die CI wird angepasst – und schlussendlich ein Claim gefunden: „The Mind of Movement.“ Stifter: „Es war in der Firma zu spüren, wie eine neue Haltung Einzug hält.“ Manchmal ist es eben mehr als Marketing. rs

Start 2013 Der Auftakt ins MarketingJahr 2013 findet am 21. Januar in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe statt. Näheres in Kürze online.

Wo

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe Wann 21.1., 18 Uhr Kontakt www.marketingclubkarlsruhe.de

Kristina Stifter erklärt dem Marketing-Club die neue CI ihres Unternehmens

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Foto: Foto Fabry


Marketing-Club Freiburg/Südbaden • Management

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Die Themenbereiche im Wohlfühlhaus in Bad Krozingen sind authentisch eingerichtet

Internationale Häppchen ließen sich die Mitglieder des Marketing-Clubs schmecken

Lange mussten die Marketer nicht zuhören. Erleben war beim Besuch in Bad Krozingen gefragt

Wie es richtig indisch ist, darüber haben sich die Bad Krozinger direkt vor Ort informiert

Indische Wochen Bad Krozingen hat als Kurort Tradition. Doch das reicht nicht. Die Gäste lieben es heute international

Fotos: Stefan Gihring

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er traut schon einem puren Vortrag? Eben. Schon gar nicht echte Marketingfachleute. Deshalb griff Rolf Rubsamen zu einem bewährten Trick. Beim Besuch des Marketing-Clubs Freiburg/Südbaden setzte der Geschäftsführer der Kur und Bäder Bad Krozingen voll auf Optik und Kulinarik. Und packte die Informationen rund um den Strukturwandel in dem traditionsreichen Kurort oben drauf. So untermalten indische Tänzerinnen und japanische Häppchen, was Rubsamen erklärte: „Dank vielfältiger Angebote haben wir den Turnaround geschafft.“ Denn Bad Krozingen hat sich seit 15 Jah-

ren gewandelt: „Die klassische Therapie wird es bei uns weiter geben. Aber wir mussten uns neuen Zielgruppen öffnen.“ Rund 30 Millionen Euro wurden investiert, von der Therme bis zu Saunalandschaft und Wohlfühlhaus mit Themen wie Indien, Türkei und Japan. Das haben andere zwar auch. Aber in Bad Krozingen ging man weiter: Authentizität lautet das Zauberwort. Rubsamen hat sich für die Themenbereiche direkt vor Ort informiert: „Bei den Anwendungen arbeiten wir mit Experten aus den Ländern.“ Das auszuprobieren stand dann doch nicht auf dem Programm des Marketing-Clubs.  wer 2/2012

Macs Intern Der Marketing-Club trifft sich am 21. Januar zur Mitgliederversammlung – dann schon unter dem neuen Namen Marketing Community Freiburg/Südbaden.

Wo Novotel, Freiburg Wann 18.30 Uhr Mehr Informationen unter www.macs-online.de 

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Management • Nordschwarzwald

Johannes Perrot führt die Traditionsfirma Perrot gemeinsam mit seinen beiden Brüdern

Turmuhren für Globalia Neue Reihe: In loser Folge stellen wir Ihnen hier die Hidden Champions aus dem Nordschwarzwald vor. Zum Auftakt: Perrot Turmuhren aus Calw Hermann Simon hätte wohl seine helle Freude am Standort von Perrot Turmuhren im Calwer Stadtteil Heumaden. Etwas versteckt gelegen, eingebettet zwischen zwei Wohngebieten liegt der Stammsitz des Familienunternehmens. Simon ist Wirtschaftsprofessor, hat mit seinen Büchern über die „Hidden Champions“ in der deutschen Wirtschaft einen feststehenden Begriff geprägt. Mehr Hidden Champion als Perrot geht eigentlich nicht. Deshalb zurück nach CalwHeumaden. Von außen wirkt das Gebäude wie ein überdimensioniertes Wohnhaus mit angeschlossener Werkstatt. Drinnen arbeiten die 25 Mitarbeiter von Johannes Perrot, der das Unternehmen mit seinen Brüdern Christoph Perrot und Andreas Perrot führt, an hochkomplexen Turm-, Außenund Innenuhren sowie Läuteanlagen und Glockenspielen, wie sie

sonst kaum ein Unternehmen auf der Welt herstellen kann. „Mich beeindruckt, dass Perrot ein Familienunternehmen in fünfter Generation ist, das immer wieder von Handwerkern und Erfindern geführt wurde“, sagt auch Jens

Und auch der Untertitel von Hermann Simons neustem Werk mit dem Untertitel „Aufbruch nach Globalia“ passt zu Perrot. Inzwischen bauen die Calwer Turmuhren für Auftraggeber auf der ganzen Welt. „Wir denken vor allem an den Markt

Mohrmann, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordschwarzwald (WFG). Selbst Vater Heinrich I. Perrot, inzwischen 83 Jahre alt, arbeitet noch immer mit. Vor zwei Jahren haben die Perrots den 150. Geburtstag des Unternehmen gefeiert. Erst vor Kurzem haben die Perrots zudem den „GlobalConnect-Award“ in der Kategorie „Hidden Champion“ gewonnen.

im arabischen Raum“, sagt Johannes Perrot, der im Unternehmen für den kaufmännischen Bereich zuständig ist. „Auch die ehemaligen GUSStaaten sowie Skandinavien sind im Fokus.“ Der Grund: Dort schätzt man die Prämisse, mit der die Calwer an ihre Projekte herangehen: hohe Qualität, keine Abstriche. Einen echten Schub hat zudem ein Megaprojekt gegeben: Im vergangenen Jahr hat Perrot mit der Makkah Clock die weltweit größte

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Turmuhr überhaupt gebaut. 43 mal 43 Meter misst allein das Zifferblatt. Der Minutenzeiger ist 24 Meter, der Stundenzeiger 17 Meter lang. Der Antrieb wiegt 21 Tonnen. 601 Meter ist der Turm hoch, in einer Höhe von 426 Metern ist die Uhr angebracht. Ein Projekt der Superlative, das nun Folgeaufträge generiert, etwa in Georgien oder in Doha/Katar. Auch deshalb neigt sich die Zeit im Heumadener Wohngebiet dem Ende zu. Am alten Standort werden schon die Kisten gepackt. Perrot zieht um, ins Calwer Industriegebiet Stammheimer Feld. „Dort steht uns die doppelte Nutzfläche zur Verfügung“, sagt Perrot. Auf 1600 Quadratmetern ist dann ausreichend Platz für die nächsten Großprojekte. Und Platz für eine Erweiterung ist auf dem Grundstück auch, erklärt Perrot. Der Hidden Champion wird also zunehmend sichtbar. rs Foto: Jigal Fichtner


• Management

Hiergeblieben!

KURZ NOTIERT

Bauen mit Gewinn Umweltminister Franz Untersteller informierte sich im Rahmen der Initiative „Politik trifft Wirtschaft“ der IHK Schwrazwald-Baar-Heuberg bei der Hechinger-Gruppe über die Möglichkeiten energieeffizienten Bauens. Der Auto-Zulieferer hat 2012 ein Energie-PlusGebäude als Verwaltung in Betrieb genommen.

IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez will die Kulturwende: Studium und Ausbildung sollen gleichwertig sein. Auch zum Schutz der Jugend Das Thema ist durchaus heikel. Dessen ist sich Thomas Albiez bewusst. Doch der Hauptgeschäftsführer der IHK Schwarzald-BaarHeuberg geht in die Offensive: „Wir müssen jungen Leute stärker klar machen, dass man auch hier Karriere machen kann. Dafür muss man nicht weggehen.“ Diese „Kultur des Hierbleibens“ hat sich auch die Vollversammlung der IHK auf die Fahnen geschrieben. Denn mit zunehmenden Auswirkungen der Demografie, dem Geburtenrückgang und der Abwanderung von Menschen aus der Region wird das Fachkräfteproblem prekär. „Für uns kann es deshalb nicht nur darum gehen, Fachkräfte von extern hierherzubekommen. Wir müssen uns auch die Frage stellen, wie wir die eigenen Potenziale heben können. Dazu zählt für mich eben, dass wir jungen Menschen klar ihre Chancen und Vorteile hier vor Ort zeigen“, gibt Albiez zu bedenken. Er schätzt, dass damit sogar ein Gutteil der Fachkräftelücke geschlossen werden könnte. Doch warum sollten jungen Leute hierbleiben? Zählt die Erfahrung, die „woanders“ gesammelt wird, nicht mehr? Albiez sieht die Problematik differenziert: „Natürlich sollen Erfahrungen gesammelt werden. Ich plädiere aber dafür, genauer zu überlegen, was man machen will.“ Der Hauptgeschäftsführer hat dabei die hohe Zahl der Studienabbrecher im Blick. „Statistisch werden von den aktuell 500 000 Anfängern 220 000 das Studium abbrechen. Für viele bedeutet das den Einstieg in eine jahrelange Odyssee“, so Albiez. Für viele wie für die Gesellschaft wäre es deshalb seiner Ansicht nach besser, wenn sie statt per Studium mit einer Lehre ins Berufsleben starten. Hier setzt für den IHK-Chef die Hierbleib-Kultur an: „Familien und Schulen sollten auch mit Gymnasiasten klarer über die beruflichen Foto: Jigal Fichtner

Möglichkeiten sprechen.“ Dabei ist sich Albiez bewusst, dass er dicke Bretter bohren muss. Schließlich bereitet das Gymnasium aufs Studium vor. Punkt. „Wir haben im Januar einen Termin mit Bildungsministerin Theresia Bauer. Die hat unsere Initiative begrüßt.“ Besprochen werden soll dabei, wie in die Lehrpläne nicht nur die Studien-, sondern auch die Ausbildungsreife aufgenommen werden könnten. Albiez ist aber nicht blauäuig: „Damit stoßen wir den Prozess erst an.“ Schließlich lässt sich eine derartige Kultur nur im Zusammenspiel Eltern und Schulen bis hin zu Unternehmen und Kommunen aufbauen. Albiez: „Wir müssen gemeinsam eine Atmosphäre schaffen, in der junge Leute eben

IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez plädiert für eine „Kultur des Hierbleibens“

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gerne hier bleiben.“ Besagten Prozess stößt er in der Region bei Gelegenheiten aller Art an. „Bei den Vorträgen beispielsweise vor Eltern überwiegt nach anfänglicher Skepsis der Zuspruch“, so die Erfahrung von Albiez. Auch mit Hochschulen steht die IHK im Kontakt, um eine Beratungslösung für Studienabbrecher zu finden. Die Forderung von Albiez: „Wir müssen weg von der Denke des Studiums als allein glückselig machend. Eine Ausbildung bietet heute doch ebenfalls alle Chancen auf Karrieren in Unternehmen.“ Und wenn am Ende doch jemand geht? Albiez: „Dann hat er aber positive Erinerungen an die Region.“ Und damit ist die Chance hoch, dass er zurückkommt. wer

Andere Finanzierung Eine Abordnung verschiedener Kammern, darunter der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, traf sich in Stuttgart mit Abgeordneten zu verkehrspolitischen Gesprächen. Das Ziel: konkrete Probleme aus Sicht der Praktiker besprechen. Im Mittelpunkt standen der ÖPNV ebenso wie der Schienengüterverkehr. Die Wirtschaftsvertreter forderten dabei auch die Änderung der Infrastrukturfinanzierung weg von der Haushaltshin zur Nutzerfinanzierung.

TERMINE Die IHK Schwarzwald-BaarHeuberg bietet jeden Monat eine Reihe von Veranstaltungen. Hier eine kleine Auswahl: ■ Erfinderberatung Eine kostenlose Patent- und Erfinderberatung bietet die IHK am 8. Januar für Unternehmen, angestellte Mitarbeiter oder auch Existenzgründer. ■ Auf nach Algerien! Das Land in Nordafrika gilt als stabil – auch in Sachen Finanzen. Deshalb wird unter anderem in die Gesundheitsvorsorge investiert. Wie hiesige Medizintechniker und Firmen aus der Gesundheitswirtschaft davon profitieren können, wird am 30. Januar erläutert. ■ Kriminelle Wirtschaft Über die Wirtschaftskriminalität im Mittelstand berichtet die IHK-Rechtsreferentin Luzia Ruhnke am 19. Februar.

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Politik • Standort Karlsruhe Ost

Karlsruhes spann  Im Technologiepark Karlsruhe arbeiten Konzerne neben Start-ups, Weltmarktführer neben Kleinstfirmen. Ein Mix, der perfekt funktioniert. Und deshalb ausgebaut wird

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er Novemberwind pfeift scharf durch den Technologiepark Karlsruhe (TPK). Schnee liegt in der Luft. Die letzten Blätter wirbeln über die Straßen. Doch Martin Hubschneider bleibt standhaft. Der Chef des SoftwareEntwicklers CAS steht mitten auf dem Campus Plaza seiner Firma und lässt den Fototermin tapfer über sich ergehen. Hier noch ein Bild, da noch eins. Das Wetter kann man sich nicht aussuchen. Den Ort schon. Den CAS-Campus.

Das CAS-Ziel: Europäischer Marktführer im XRM-Software-Segment werden So nennen die Karlsruher ihren Standort, der kürzlich für 4,5 Millionen Euro um 2000 Quadratmeter Nutzfläche und Raum für 120 Arbeitsplätze erweitert wurde. Rund neun Monate hat der Karlsruher Baudienstleister Vollack an

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den zwei Gebäuden geplant und gearbeitet. Die neuen und die bestehenden Bauten formen nun einen Kreis. In der Mitte eben dieser Campus Plaza mit einem Baum und Sitzgelegenheiten. Ein Hauch von Uni weht über den Platz. Der Fototermin ist vorbei und Martin Hubschneider ist wieder zurück im Warmen. Hier, von einem Eckbüro, hat er täglich dabei zugeguckt, wie die Campus-Idee Stein um Stein, Stockwerk um Stockwerk Realität wurde. Klar, der Neubau sei ein Standortbekenntnis, sagt der CAS-Chef. Das Unternehmen beschäftigt auf dem TPK-Gelände im Osten Karlsruhes inzwischen mehr als 300 Mitarbeiter, immerhin ein Zehntel aller Arbeitsplätze im Technologiepark. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der CASMitarbeiter verdoppelt. Doch Hubschneider hat noch mehr vor. Dafür braucht er Mitarbeiter. Der CAS-Campus dürfte nicht das schlechteste Argument sein. Fotos: Jigal Fichtner


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 endster Cocktail Das Ziel ist klar: „Wir wollen zu einem der europaweit führenden Anbieter für Unternehmenssoftware werden“, sagt Hubschneider. CAS entwickelt sogenannte XRMSysteme; Software, die jedwede Beziehung eines Unternehmens etwa zu Kunden oder Lieferanten organisiert. Der Markt boomt. Vor allem seit Smartphones und Tablets die Unternehmen dieser Welt erobern. Die mobile Revolution ist in den Firmen angekommen. Das ist die Chance für CAS. Die Karlsruher aber konkurrieren nicht mit irgendwem. Die größten Wettbewerber sind Microsoft und SAP, echte Nummern im Business also. Hubschneider lächelt. „Wir sind Mittelständler. Unser Vorteil ist, dass wir neue Technologien innerhalb kurzer Zeit adaptieren können. Und wir sind insgesamt einfach flexibler.“ Die mobile Revolution beschert den Unternehmen enorme Wachstumsraten. Hubschneider gibt sich zurückhaltend. „Unsere

oberste Prämisse ist, nachhaltig und organisch zu wachsen. Jährlich also um 15 bis 30 Prozent des Umsatzes.“ CAS ist mit seiner Erfolgsstory eines der vielen Vorzeigeunternehmen im Technologiepark Karlsruhe. 3000 Menschen arbeiten hier, in Start-up-Unternehmen oder Konzernen. Eine spannende Mixtur, eine erfolgreiche noch dazu. Ein paar Hundert Meter von Hubschneiders Eckbüro entfernt sitzt Thomas Lüdtke im Besprechungsraum der TPK-Verwaltung. Lüdtke ist Geschäftsführer des Parks, der zu 96 Prozent der LBank gehört. Er gibt gut gelaunt Einblicke in die Zukunftspläne des Standorts. Anfang 2013 sollen die Bagger rollen, der TPK stockt auf. Der Grund ist simpel: „Die Nachfrage seitens der Unternehmen ist groß. Deshalb haben wir uns entschieden, den Neubau anzugehen.“ Rund acht Millionen Euro investiert die L-Bank in die Erweiterung. Ein Bürokomplex mit rund 4500

Der TPK von oben. Ganz links hinten der CAS Campus. Ganz rechts: die Heimat von Gameforge

Quadratmetern soll die EmmyNoether-Straße um eine weitere Hausnummer größer machen. Die Verhandlungen mit potenziellen Mietern laufen bereits. Das Gerede von Krise oder konjunkturellen Gefahren hat hier, im TPK, keinen Platz. Lüdtke weiß, warum: „Das liegt daran, dass der

Das Intel-Ziel: Von Karlsruhe aus das Auto der Zukunft mitgestalten TPK wenig konjunkturabhängig ist“, erklärt er. „Wir haben einen ausgewogenen Mix an Branchen, mit einem Schwerpunkt auf den Wachstumsfeldern Software und Energie.“ Dazu kommt der Standortfaktor Hochschulen und deren Vernetzung mit der Karlsruher Wirtschaft. „Das Spannende am TPK ist, dass er für alle HightechUnternehmen interessant ist. Neben Weltmarktführern wie 2/2012

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Politik • Standort Karlsruhe Ost

Martin Hubschneider auf dem Campus Plaza des Standorts von CAS im Technologiepark Karlsruhe

Intel oder Gameforge haben wir auch viele kleinere und mittlere Unternehmen.“ Dazu gehören KIT-Ausgründungen wie KTC oder Cluetec sowie klassische Diensleister wie die Kanzlei Vogel & Partner, die seit vergangenem Jahr im TPK einen Standort unterhält. Einer der Neuzugänge ist der

Walldorfer Software-Hersteller Realtech, der kürzlich eine Niederlassung hier eröffnet hat. Ein wichtiges Argument im Kampf um die Firmen ist dabei die Infrastruktur. Ein besonders aktuelles Beispiel: Bereits vor Jahren hat der TPK eine Kindertagesbetreuung eingerichtet, in der 0- bis

6-Jährige versorgt werden. Dazu kommt eine Privatschule für Kinder von Mitarbeitern der Unternehmen. „Bei uns wird Kinderbetreuung nicht diskutiert, sondern umgesetzt“, bemerkt Lüdtke lächelnd und fügt hinzu. „Und wir sind dabei, die Betreuungsangebote weiter auszubauen.“ Fotos: Jigal Fichtner

www�karlsruhe�zuebl�n�de

WIR SETZEN MASSST�BE

In der Region Baden/Rheinland-Pfalz/Saarland entwickelt die Züblin-Direktion Karlsruhe seit über 80 Jahren maßgeschneiderte Lösungen für anspruchsvolle Bauvorhaben und bietet ihren Kunden mit dem Züblin teamconcept ein bewährtes Partneringmodell, das neben hohem Qualitätsstandard zu einem sehr frühen Zeitpunkt Kosten- und Terminsicherheit garantiert. Als wichtiger Ausbildungsbetrieb ist Züblin zudem Partner aller Berufs- und Hochschulen der Region und widmet sich intensiv der Förderung qualifizierter Nachwuchskräfte. Ob im Ingenieur- oder Brückenbau, im komplexen Schlüsselfertigbau, bei der Produktion von Fertigteilen oder im Bereich Public Private Partnership – Züblin setzt Maßstäbe. Ed. Züblin AG, Direktion Karlsruhe, An der Tagweide 18, 76139 Karlsruhe Tel. +49 721 6204-0, Fax +49 721 6204-300, karlsruhe@zueblin.de Ed. Züblin AG, Direktion Karlsruhe, Bereich Freiburg, Schnewlinstraße 10, 79098 Freiburg Tel. +49 761 29298-0, Fax +49 761 29298-29, freiburg@zueblin.de

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Doch zurück zu den Firmen. Dass der große Intel-Konzern hier eine Entwicklungsabteilung aufbaut, war eine der Meldungen des Frühjahrs. „Intel kann sich ein Bürogebäude bauen, wo immer sie wollen. Dass sie stattdessen den TPK als Standort wählen – und der CEO des weltgrößten Chipherstel-

Intel indes ist nicht der erste und nicht der einzige Weltmarktführer, der sich hier im Osten der Stadt niedergelassen hat. Vis-à-vis ist der Games-Entwickler Gameforge zu Hause, einer der Gewinner des Trends, Computerspiele nicht mehr per CD oder DVD zu installieren, sondern ganz bequem

Das Gameforge-Ziel: im konsolidierten Games-Markt weiter wachsen lers dann auch noch zur Eröffnung nach Karlsruhe kommt – das ist schon eine runde Sache“, erklärt Lüdtke. So geschehen vor einigen Monaten, als Paul Otellini zur Eröffnung des „Automotive Innovation & Product Development Center“ den Technologiepark besuchte. Hinter dem Wortungetüm verbirgt sich ein äußerst wichtiger Standort für den weltgrößten Chiphersteller, wie Intels Deutschland-Chef Christian Lamprechter im Econo-Gespräch erläuterte: „Karlsruhe ist der Schlüssel für die Erschließung eines für Intel neuen Marktes.“ Im Zentrum Europas, im Mutterland des Automobilbaus wird nun an Chips für das Auto der Zukunft geforscht. Laut Lamprechter sprach vor allem die Nähe zu den Hochschulen sowie zu Autobauern und -zulieferern für den TPK. Und so hat sich Intel ein abgesichertes Parkhaus in den Katakomben eingerichtet, um in den Bereichen Infotainment und Telematik eifrig zu forschen.

vom Internetbrowser aus zu spielen. Wobei die Games-Branche volatil ist. Der große Boom in diesem Bereich ist vorbei. Von den fantastischen Wachstumsraten von einst, als Gameforge seinen Umsatz jährlich verdreifachte, sind die Karlsruher weit entfernt. „Der Markt hat sich konsolidiert“, sagt Gameforge-Sprecher Matthias Heilig. 2011 hat Gameforge dennoch rund 140 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, auch für 2012 rechnet CEO Alexander Rösner, der das Unternehmen im Jahr 2003 mit Klaas Kersting gegründet hat, mit einem Wachstum. Die Sparte Mobile Games, also Spiele für Smartphones und Tablets, soll weiter ausgebaut werden. Denn nicht nur im Technologiepark kommt es auf die richtige Mixtur an.  Robert Schwarz

www.techpark.de 


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Politik • Standort Karlsruhe Ost

„Wir gelten als Ho   „Die Ära der Großunternehmen ist vorbei.“ Matthias Hornberger über die Karlsruher IT-Branche und das Imageproblem der Stadt

E

r hat Web.de gemeinsam mit den Greve-Brüdern großgemacht. Heute investiert Matthias Hornberger mit Kizoo in vielversprechende Start-ups und ist Vorstandschef des CyberForums, dem mehr als 1000 Unternehmen angehören. Econo bat den IT-Veteranen zum Interview. Herr Hornberger, das Cyber-Forum hat seine Cyber-ChampionsAwards vergeben. Was beeindruckt Sie an den ausgezeichneten Firmen am meisten? ➤ Matthias Hornberger: Die Energie, mit der die Teams ihre Vision verfolgen. Das ist es, was diese jungen Unternehmen auszeichnet. Sie glauben mit Passion und großem Willen an ihre Idee. In diesen Start-ups wie etwa bei Honestly, die in der Kategorie Newcomer gewonnen haben, arbeiten Leute aus unterschiedlichen Bereichen im Team an ihren Zielen, keine Einzelkämpfer. Das eint sie mit den großen Firmen der Branche. Auch dort waren es am

Anfang Teams, die Firmen erfolgreich gemacht haben, etwa bei Google, SAP oder Facebook. Verglichen mit der Zeit, als Sie mit den Greve-Brüdern Web.de großgemacht haben, wie unterscheidet sich die Tech-Branche heute davon? ➤ In der IT-Branche können sich Start-ups stärker als früher aufs Kerngeschäft konzentrieren und mit wenig Ressourcen den Markteintritt schaffen. Bei Web.de mussten wir für zehn Millionen Euro ein Rechenzentrum bauen, um überhaupt in Massen E-Mails versenden zu können. Heute können die Firmen für wenig Geld outsourcen, was nicht zum Kerngeschäft gehört, und sich auf ihre Kernidee konzentrieren. Der Markteintritt wird damit leicht und schnell. In anderen Branchen sind die Eintrittsbarrieren viel höher. Dafür gibt es im IT-Bereich mehr Konkurrenz und man muss schnell Traktion aufbauen, um zu bestehen. Wie wirkt sich das auf die Branche aus? ➤ Es gibt viele kleine, flexible Wettbewerber. Die Ära der Großunternehmen ist vorbei. Eine Firma wird heute nicht mehr die Größe einer SAP erreichen. Die Branche wird viel kleinteiliger, sie atomisiert

sich. Netzwerke wie das CyberForum werden damit wichtiger für Kommunikation und Kooperation zwischen den Firmen. Wie unterschieden sich die Start-ups von damals? ➤ Die Leute haben mehr Knowhow. Vor 15 Jahren gab es viele Quereinsteiger. Heute gründen jene Leute Firmen, die an der Uni oder in der Branche bestens ausgebildet sind und über das nötige Rüstzeug verfügen. Und: Die Gründer von heute sind digital Natives, also in der digitalen Welt aufgewachsen. Früher waren es quasi digital Immigrants, die sich das Wissen erst aneignen mussten, dafür aber wirkliches Neuland betreten konnten. Die wirklich neuen Ideen werden selten. Wie reagiert ein Netzwerk wie das Cyber-Forum auf diese Entwicklung? ➤ Gerade die Atomisierung der Branche ist für Karlsruhe typisch. Es gibt 4100 IKT-Unternehmen in der Region. Dieses Netzwerk muss man organisch aufbauen und den Mitgliedern Angebote machen, die relevant sind. Das ist die größte Aufgabe. Von höchster Wichtigkeit ist derzeit der Fachkräftemangel. Entsprechend steht dieser derzeit verstärkt im Fokus.

Matthias Hornberger, CFO von Kizoo und Vorstandschef des Cyber-Forums

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Fotos: Jigal Fichtner


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Dokument: anz_cobus_econo_12_2010.pdf;Seite: 1;Format:(90.00 x 256.00 mm);Plate: Vollfarbe;Datum: 24. Jan 2011 15:00:36

  tspot“ Karlsruhe gilt als einer der Hotspots der Branche. Wird der Standort auch national und international gesehen? ➤ Über den IT-Spitzencluster gelten wir in Expertenkreisen ohne Zweifel als Hotspot. In der öffentlichen Wahrnehmung sind Standorte wie London oder Berlin höher angesehen. Es gibt dort publikumswirksamere Unternehmen und Gründungen, weil auch der B2C-

„Wirtschaftlich ist Karlsruhe im Vergleich zu Berlin ein Schwergewicht in der IT-Branche“ Bereich populärer ist. Zalando ist ein Beispiel. Karlsruhe zeichnet sich eher durch Gründungen im B2B-Bereich aus, die in der Regel durch Kooperation mit den Hochschulen über viel Know-how verfügen und sich langsamer entwickeln. Man kann es mit einem Eisberg vergleichen: Die Größe des Eisbergs ist in Karlsruhe nicht wirklich wahrzunehmen, während man in Berlin auch durch den Hauptstadteffekt sehr viel Publicity hat. Wirtschaftlich ist Karlsruhe im Vergleich ein Schwergewicht in der IT-Branche.

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Politik • Standort Karlsruhe Ost

Ist Karlsruhe nicht sexy genug? ➤ Karlsruhe hat ein Imageproblem. Die Stadt ist in der Außenwahrnehmung stark vom Thema Recht geprägt. Man hat es in den vergangenen Jahren verpasst, ein globaleres,

„Die klassische badische Bescheidenheit bringt uns nicht weiter“ wirtschaftlich nutzbares Image zu entwickeln. Es gab und gibt viele Ansätze: Wissenschaftsstadt, Studentenstadt, Kulturstadt … Es wurde viel ausprobiert. Kein Image hat gegriffen. Die Aufgabe für die nächsten Jahre ist, eine Strategie zu entwickeln, für was Karlsruhe wirklich stehen will. Auf was kommt es denn an? ➤ Karlsruhe ist mit seinen 300 000 Einwohnern zu klein, um im bun-

desweiten Kontext zu funktionieren. Eine Metropolregion RheinNeckar tut sich leichter. Karlsruhe muss deshalb mit dem Pfund der Technologieregion wuchern, als Kern einer größeren Einheit . Und wir müssen unsere Erfolge offensiver nach außen tragen. Die klassi-

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sche badische Bescheidenheit bringt uns nicht weiter. Was würden Sie sich von der Politik wünschen, um das Image zu entstauben? ➤ Eine klare Idee. Eine Vision, für was die Stadt stehen und wohin sie entwickelt werden soll. Leider gibt es durch die starke Fragmentierung im Gemeinderat und politisches Klein-Klein keine klaren Vorgaben. Einer der Gründe, wa­ rum sich das Image nicht weiterentwickelt hat. Wohin soll es sich entwickeln? ➤ Die Dualität von Technologie und Lebensqualität ist das Pfund, das Karlsruhe in die Waagschale werfen sollte. Dieses Miteinander ist einmalig und wird zu wenig herausgearbeitet. Der Claim der Technologie-Region – Hightech trifft Lebensart – könnte auch für Karlsruhe gelten. Im Cyber-Forum sind sowohl Ein-Mann-Firmen als auch Konzerne organisiert. Die Akteure verfolgen schon ob ihrer Größe unterschiedliche Interessen. Ist das ein Problem? ➤ Nein. Die Unternehmen haben dieselben Interessen: Sie wollen gute Mitarbeiter. Sie wollen in einem Umfeld arbeiten, das ihrer Technologieausrichtung entspricht. Das sieht man auch bei Großunternehmen. Sie fürchten die Konkurrenz nicht. Dort, wo sich solche Cluster bilden, entsteht auch ein Mitarbeiter-, ein Kompetenzpool, der allen nutzt. Unsere Aufgabe als Netzwerk ist es unter anderem, das zu fördern.  rs

Den 2. Teil des Interviews lesen Sie auf econo.de/hornberger.  Fotos: Jigal Fichtner


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Menschen • Im Porträt

Henrik A. Schunk, geschäftsführender Gesellschafter der Gruppe

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Foto: Jigal Fichtner


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Prototyp einer neuen Generation Sein Weg an die Spitze der Firma seines Vaters war vorgezeichnet, aber steinig. Für Henrik A. Schunk ist das kein Grund, sich auszuruhen: Er hat mit dem Familienunternehmen noch einiges vor

H

enrik A. Schunk muss kurz überlegen. Dann lächelt er, streicht sich seine blaue Krawatte glatt und schüttelt den Kopf. Kurze Pause. Mit fester Stimme sagt er: „Nein, es gab nie einen Tag, an dem nicht klar war, dass ich das hier wirklich machen will.“ Er schaut aus dem Fenster, auf den Stammsitz von Schunk, hier in Lauffen am Neckar, direkt neben der Bahnlinie. Schunk, 40, führt mit seiner Schwester Kristina Schunk und seinem Vater HeinzDieter Schunk den Spezialisten für Spanntechnik und Greifsysteme. Draußen graut der November vor sich hin. Die Wolken hängen tief. Drinnen im Besprechungszimmer wirkt Henrik Schunk trotz der alljährlichen Hektik kurz vor dem Jahreswechsel und dem tristen Wetter entspannt und gut gelaunt. Das Jahr lief für die Schunks gut. Der Umsatz wird wohl im zweistelligen Prozentbereich wachsen. Das Unternehmen mit 1900 Mitarbeitern steht blendend da. Grund sich auszuruhen ist das für Schunk nicht. Ziele gibt es zuhauf: Rund 50 Prozent der Erlöse erwirtschaftet Schunk in Deutschland. „In fünf bis sieben Jahren wollen wir die Exportquote auf 70 Prozent steigern“, sagt Schunk. Bislang ruht das Geschäft der Württemberger auf zwei Beinen, der Spanntechnik und den Greifsystemen. Schunk will daneben einen dritten Bereich etablieren, die mobile Greiftechnik. Schnell ist klar: Henrik Alexander Schunk ist nicht angetreten,

um das Erbe seines Vaters zu verwalten. Im Gegenteil. Den Ehrgeiz, das Unternehmerblut hat er von seinem Vater geerbt. Sagt Schunk, der es hätte einfach haben können. Nach dem Studium zum Wirtschaftsingenieur startet er das Unternehmen Nachfolge aber nicht am Lauffener Stammsitz. Er geht in die USA, wo eine der Schunk-Firmen kränkelt, oder wie er es formuliert: „Die Ergebnisse haben nicht gestimmt.“ Innerhalb von drei Jahren soll er das Unternehmen wieder auf Kurs bringen, es wird „die Feuerprobe“, wie Schunk sagt. Er schafft es. „In Lauffen wäre der Einstieg schwerer gewesen. Als Junior muss man sich erst seine eigenen Sporen verdienen. Man muss etwas vorweisen, damit man die Fußstapfen ausfüllen kann“, sagt Schunk. Vor sechs Jahren ist es so weit: Sein Vater beruft ihn in die Geschäftsführung und überträgt erste Anteile an der Firma an seinen Sohn. Viel Brimborium gibt es bei Schunk darüber nicht. Der Nachfolgeprozess läuft im Stillen ab. „Wir brauchen dafür keine Zeremonie.“ Schunk weiß dennoch: „Als Nachfolger steht man insbesondere zu Beginn unter Beobachtung. Man muss sich beweisen – und Erfolge haben.“ Verbissen klingt er dabei nicht, eher wie jemand, den Druck motiviert. Auch wenn dieser in Form einer epochalen Wirtschaftkrise daherkommt, wie vor vier Jahren. Auch Schunk wird schwer gebeutelt. Über Nacht brechen Umsatz

und Absatz massiv ein. Schunk erzählt nüchtern und konzentriert von diesen Tagen, wie wichtig es ist, ehrlich und transparent zu kommunizieren, die Mitarbeiter einzubeziehen. Und er sieht das Positive: „Wir haben daraus enorm viel gelernt. Die Krise hat auch dazu geführt, dass die deutsche Industrie so stark dasteht, wie noch nie.“ Der Blick über das eigene Unternehmen hinaus ist essenziell, sagt Schunk.

„Als Nachfolger steht man immer unter Beobachtung“, sagt Henrik A. Schunk Er sitzt in zahlreichen Ausschüssen und schreibt Bücher. „Wer nur im eigenen Saft schmort, kann nicht erfolgreich sein.“ Erfolg hat Schunk nicht nur im Business, auch im Fußball, seiner zweiten großen Leidenschaft, lief es gut. Bei den Sportfreunden Lauffen hat er jahrelang selbst gekickt, erst als Stürmer, dann als „klassischer Zehner“. Kein Mann für Dribblings, eher einer für Pässe in die Tiefe. So wie jetzt eben auch. Den „Schuster von Lauffen“ haben sie ihn genannt, in Anlehnung an Bernd Schuster, der einst für den FC Barcelona auflief. Schunk erzählt das mit einem Schmunzeln. Denn auch das schönste Kompliment konnte nicht verhindern, dass er hier gelandet ist. Bei Schunk. Zu Hause.  Robert Schwarz 2/2012

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Menschen • Menschen des Monats

Menschen des ■ Lutz Boden wird neues Vorstandsmitglied bei der Sparkasse Karlsruhe Ettlingen. Er folgt auf Kurt Rössler, der in den Ruhestand geht. Ebenfalls neu im Vorstand: Marc Sesemann.

■ Peter Kulitz bleibt Präsident des BWIHK. Der Präsident der Ulmer IHK wurde ebenso im Amt bestätigt wie seine Vizepräsidenten Burkhard Thost und Heinrich Grieshaber.

■ Berthold Leibinger, Aufsichtsratschef von Trumpf, die er Jahrzehnte lang geleitet hat, geht in Ruhestand. Der 83-Jährige übergibt an Ex-BASF-Chef Jürgen Hambrecht.

■ Matthias Rode wechselt von Dr. Weber & Partner zur Management- und Personalberatung Liebich & Partner in Baden-Baden. Dort ist er für das weltweite Recruiting von Führungskräften zuständig.

■ Ralf Bäuerle übernimmt den Vorsitz bei der Sparkasse SalemHeiligenberg. Der bisherige stellvertretende Vorstandschef ist Nachfolger des verstorbenen Hans-Peter Knoblauch. ■ Rolf Blessing ist tot. Der Gründer und Geschäftsführer von B+F Elektrotechnik aus Schwäbisch Gmünd starb im Alter von 46 Jahren. ■ Volker Bültmann übernimmt die Leitung der Produktgruppe Fahrradreifen bei Michelin Deutschland, Österreich und Schweiz. ■ Joachim Butz ist neuer Vorsitzender des Fachverbands SanitärHeizung-Klima (SHK) BadenWürttemberg. Er folgt auf Manfred Satter, der zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. ■ Marion Caspers-Merk wird neue Geschäftsführerin der Baden-Württembergischen LottoGesellschaft. Die SPD-Politikerin war Staatssekretärin im Bundesministerium und Drogenbeauftragte der Bundesregierung. ■ Tristan Chytroschek hat für seinen Dokumentarfilm „Musik als Waffe“ einen Emmy bekommen. Der Emmy gilt als bedeutendster Fernsehpreis der Welt. Chytroschek wurde in Pforzheim geboren und war in Calw aufgewachsen. ■ Dennis Diffring wird neuer Prokurist bei der Werbeagentur WAS mit Sitz in Villingen-Schwenningen. ■ Rudolf Forcher bleibt Vorsitzender des Hochschulrats der DHBW Ravensburg. Er wurde einstimmig wiedergewählt. ■ Der ehemalige OB von Kon­ stanz, Horst Frank, hat die große Sparkassenmedaille des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg erhalten. ■ Oliver Hans bleibt für weitere fünf Jahre Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse in Stuttgart. ■ Uwe Hermanns ist der neue Leiter des Dezernats für Finanzen und Beteiligungen im Landratsamt Bodenseekreis.

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Mann des Monats: Frank Mentrup Eigentlich war alles angerichtet für den zweiten Wahlgang der OBWahl in Karlsruhe am 16. Dezember. Doch dann die faustdicke Überraschung: SPD-Mann Frank Mentrup erreicht bereits im ersten Wahlgang 55 Prozent, stürmt die letzte CDU-Großstadt-Hochburg im Südwesten und fügt seinem CDU-Rivalen Ingo Wellenreuther eine schwere Schlappe zu. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Noch-OB und Wellenreuther-Intimfeind Heinz Fenrich kommentiert trocken: „Eine OB-Wahl ist auch immer eine Persönlichkeitswahl.“ Mentrup wird‘s egal sein: Der gebürtige Mannheimer ist nun oberster Bürger von Karlsruhe.

■ Seth Iorio wird zum Jahresende aus dem Vorstand des Spieleentwicklers Gameforge ausscheiden und das Unternehmen verlassen. Iorio arbeitet seit sechs Jahren für die Karlsruher. ■ Mathias Kammüller, Geschäftsführer des Werkzeugmaschinenbauers Trumpf aus Ditzingen wurde in den Vorstand des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) gewählt.

■ Gerhard Knäble, Prokurist beim Büroeinrichter Streit aus Hausach, geht nach 40 Jahren im Betrieb in den Ruhestand. Seine Aufgaben übernehmen Frances Gutmann und Tim Haas. ■ Uta Kosin ist neue Leiterin der Touristinformation der Hochschwarzwald Tourismus in Titisee. ■ Jörg Lehmann wird neuer Leiter des Segments Finance, Risk & Regulatory bei der Stuttgarter

Fotos: privat, Sparkasse Karlsruhe Ettlingen, BWIHK, Trumpf, Liebich & Partner


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Monats Management-Beratung Horváth & Partners. ■ Renato Luck und Jürgen Brenner sind neu in der Geschäftsführung des Freudenstädter Maschinenbauers Bürkle. Sie bilden mit Hans-Joachim Bender und Ralf Spindler das neue Führungsquartett. ■ Ralf Lüdemann wird neuer Leiter des Geschäftsbereichs Energiespeicherung bei der Freudenstädter Schmid-Gruppe. ■ Karl-Heinz Metzger wechselt von der Inpunkto AG in den Vorstand der WIFO-Gruppe aus Rheinfelden. Als Vertriebsvorstand verantwortet er das Recruiting und die Ausbildung neuer Vermittler. ■ Jörg Meyer ist neuer Divisionsleiter Private Label beim Lebensmittelproduzenten Hügli. Er folgt Sven Matthissen, der Hügli „aufgrund unterschiedlicher Auffassung über die strategische Ausrichtung“ verlässt. ■ Alexander Misita ist neuer Vertriebsleiter bei der IT-WerkeGruppe mit Sitz in Lahr. ■ Alexander Moosmann, Geschäftsführer Deutschland und Divisionsleiter Consumer Brands beim Schweizer Lebensmittelhersteller Hügli, geht Ende kommenden Jahres in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Endrik Dallmann. ■ Eva Opitz, stellvertretende Pressesprecherin der Universität Freiburg, hat sich in den Ruhestand verabschiedet. Ihr Nachfolger ist Nicolas Scherger. ■ Jens Pohl wird Mitglied der Geschäftsführung von Voith Industrial Services und übernimmt die Leitung der Voith Engineering Services. Er wechselt von MB-Tech nach Heidenheim. ■ Thomas Reinig ist neues Vorstandsmitglied bei der Volksbank Ettlingen. ■ Peter Renz, Chef der Chr. Renz GmbH aus Heubach geht in den Ruhestand. Auf den 67-Jährigen folgen Carsten Freund und Michael Schubert.

■ Nach 35 Jahren bei baden-württembergischen Genossenschaften geht  Gerhard Roßwog,, Präsident des BWGV, in Ruhestand. Nachfolger: Roman Glaser. ■ Jascha Ruebeling, Absolvent des Studiengangs Maschinenbau der Hochschule Karlsruhe, hat den Studienpreis des Deutschen Kälte- und Klimatechnischen Vereins (DKV) gewonnen ■ Markus Rübenstahl wechselt von Flick Gocke Schaumburg zu Friedrich Graf von Westphalen & Partner in Freiburg. ■ Melanie Schmitteckert wurde in Bad Peterstal-Griesbach zur ersten „Miss Schwarzwald“ gewählt. ■ Gerhard Schneider ist neuer Geschäftsführer beim Heiztechnikers Bomat aus Überlingen. Er leitet die Firma künftig gemeinsam mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Ralf Bommer. ■ Gisela Sick ist mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. ■ Hans Peter Stihl ist Gewinner der Dieselmedaille in der Kategorie „Beste Innovationsleistung“. Die Dieselmedaille ist der älteste Innovationspreis Deutschlands. ■ Werner Vogt, ehemaliger Geschäftsführer der Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, bleibt Vorsitzender des Kuratoriums der Hochschule Karlsruhe. ■ Wolfgang Voss und Adolf Roesch rücken in den Vorstand von Alstom auf. Voss verantwortet den Bereich Energieübertragung, Rösch übernimmt das Segment Stromerzeugung. . ■ Rolf Weiss, Seniorchef des Automobilzulieferers Weiss Automotive in Appenweier, ist tot. Er starb im Alter von 63 Jahren.. ■ Jürgen Werner wird Rektor der DHBW Villingen-Schwenningen. Sein Vorgänger Ulrich Sommer geht in Ruhestand.. ■ Christian Wörpel ist Bürgermeister von Schönwald im Schwarzwald. Der 29-Jährige setzte sich mit 71 Prozent der Stimmen durch. red

Impressum Econo Verlags-GmbH Geschäftsführung Dirk Werner Christian Hügerich Marlener Straße 2, 77656 Offenburg Registergericht Freiburg i.Br. HRB 709051 Ust-IdNr. DE815390285 www.econo.de · verlag@econo.de Tel. 07 81/95 50-61 · Fax 07 81/95 50-63 Chefredaktion Dirk Werner (V.i.S.d.P) 0 77 20/40 31 dwerner@econo.de Redaktion Andreas Dörnfelder (ad), René Kius (rek) Robert Schwarz (rs), Dirk Werner (wer) Online-Redaktion Andreas Dörnfelder (ad) Assistenz Nadine Sommermann Schlussredaktion Andreas Frasch, Christina Ganter, Wolfgang Grundel, Alexandra Herp, Sibylle Wenzel Leiter der Bildredaktion Jigal Fichtner Fotografie Lisa Berger, Jigal Fichtner, Michael Kienzler Anzeigenleitung Christian Hügerich (Verantwortlich für Anzeigen) 07 81/95 50-65 chuegerich@econo.de Verlagsbüro Offenburg Marlener Straße 2, 77656 Offenburg Verkaufsgebiet Mitte: Hanna Dauphinot 07 81/95 50-79 · hdauphinot@econo.de Verkaufsgebiet Nord: Christian Hügerich 07 81/95 50-65 chuegerich@econo.de Verkaufsgebiet Süd: André Petras 07 81/95 50-77 · apetras@econo.de Verkaufsgebiet Ost: Margita Miller 07 41/17 57 56 16 · mmiller@econo.de Nadine Sommermann (Assistenz) 07 81/95 50-83 · verlag@econo.de Verlagsbüro Mitte Postfach 50 28, 78057 Villingen-Schwenningen Dirk Werner · 0 77 20/40 31 · dwerner@econo.de Margita Miller · 07 41/17 57 56 16 · mmiller@econo.de Verlagsbüro Nord Postfach 10 02 65, 73525 Schwäbisch Gmünd Robert Schwarz · 07 81/95 50 76 · rschwarz@econo.de Verlagsbüro Süd Mühlbruckstraße 5/1, 88212 Ravensburg René Kius · 07 51/3 59 06 31 · rkius@econo.de Vertrieb und Leserservice Telefon: 08 00/7 80 78 03 Leserservice-Mail: abo@econo.de Bezugspreis: 60,00 Euro im Jahresabonnement Technische Produktion Kresse & Discher Medienverlag GmbH Chef vom Dienst Fabian Lotto Design & Produktion Josef Appenzeller, Sarah Frei, Dennis Vogel Stephanie Klein, Madlén Pohl Druck Druckerei Vetters GmbH & Co. KG Gutenbergstraße 2, 01471 Radeburg www.druckerei-vetters.de Unsere Partner: Marketing-Club Karlsruhe Marketing-Club Südbaden Marketing-Club Schwarzwald-Baar

Technologieregion Karlsruhe

Hervorgegangen aus:

2/2012

· 21. D ezember 2 0 1 2 econo


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Index

in diesem heft Achtziger, Anja

44 51 44

Caspers-Merk, Marion Chhatwal, Puneet Chytroschek, Tristan

62 18 62

Bauer, Theresia

51 62 15 31 62 40 7 62 23 62 62 7 18 34 8 62 27 10 10 62 8 62

Dallmann, Endrik

62 23 23 62

Färber, Ernst

31 62 15 15 62 62

Albiez, Thomas Alós-Ferrer, Carlos Bäuerle, Ralf Beck, Michael Becker, Dirk Bender, Hans-Joachim Bergmann, Lars Bichler, Dietmar Blessing, Rolf Bliestle, Johannes Boden, Lutz Bommer, Ralf Bosch Brand, Andreas Brand, Stefan Braun, Sven Brenner, Jürgen Brüstle, Fiedhelm Bucher, Dominic Bucher, Johann Bültmann, Volker Burkart, Nikolai P. Butz, Joachim

Dick, Günter Dick, Michaela Diffring, Dennis

Forcher, Rudolf Förster, Anja Förster, Stefan Frank, Horst Freund, Carsten

Gänßlen, Siegfried

Geiger, Dr. Georg Gentner, Johannes Gerstner, Wolfgang Glaser, Roman Grieshaber, Heinrich Grimminger, Gerhard Gump, Klaus Gutmann, Frances

26 18 23 18 62 62 12 21 62

Haas, Tim

62 62 62 52 62 18 8 56 34 52 6

Iorio, Seth

62 6 12

Hambrecht, Jürgen Hans, Oliver Heilig, Matthias Hermanns, Uwe Hiltner, Georg Hofelich, Peter Hornberger, Matthias Huber, Michael Hubschneider, Martin Hymer, Erwin Irmscher, Günther Isin, Cemal

Jacqui, Heinz

Janisch, Christian Jung, Manfred

Kaiser, Uwe

Kammüller, Mathias ­Kautz, Walter Kersting, Klaas Kessler, Helmut Klein, Alexander A.

14 38 24 29 62 26 52 38 10

Knäble, Gerhard Knaebel, Hanns-Peter Knoblauch, Hans-Peter Kobesen, Vincent König, Marc Kosin, Uta Kraft, Gernod Kraus, Carsten Kron, Patrick Kronmüller, Uwe Kuhlmann, Karl Kuhr, Alexander Kulitz, Peter Kunzmann, Martin

62 15 62 48 38 62 38 20 10 29 10 38 62 6

Lamprechter, Christian

52 62 62 6 62 62 52

Lehmann, Jörg Leibinger, Berthold Lobejäger, Andreas Luck, Renato Lüdemann, Ralf Lüdtke, Thomas

Männle, Ruthard Männle, Steffen Mayr-Knoch, Ingo Meier, Michael

8 8 38 20

DHBW VillingenSchwenningen Dick Dürr

62 23 26

Menath, Jochen und Heiko Mentrup, Frank Metzger, Karl-Heinz Meyer, Jörg Misita, Alexander Mohrmann, Jens Monz, Ludwin Moosmann, Alexander Mucha, Martin Mücke, Jan Mulfinger, Ulrich Müller, Max

23 62 62 62 62 50 14 62 27 18 22 8

Nickert, Cornelius Nitsch, Heinz Nizet, Roel Nopper, Frank

22 26 6 12

Opitz, Eva

62

Parent, Jean-Claude

20 28 10 50 50 50 28

Parschat, Jörg Pedersen, Karsten Perrot, Andreas Perrot, Christoph Perrot, Johannes Peters, Berthold

in diesem heft A. Gaiser 10 Aesculap 15 Airship Ventures 24 Albert-LudwigsUniversität Freiburg 16 Alno AG 8 Alstom 10, 26, 62 Altus 10 Al-Zahid 27 Arvato 21 Astrium 24 Avia 10 B. Braun Melsungen

15 B+F Elektrotechnik 62 Baden-Airpark 24 Bädergesellschaft Konstanz 18 Badischen Stahlwerke 11 BASF 8 Bellmer 34 Bernhard Förster 15 Bertrandt 7 Blumberg 38 Bomat 62 Börsenverein des Deutschen Buchhandels 22 Börse Stuttgart 40

econo 2 / 2 0 1 2 · 2 1 . D ezem ber 2012

Brierly Gardens Investments Limited Bucher Hydraulics Bürkert Bürk-Kauffmann Bürkle BWIHK

Carl Walther

Carl Zeiss Meditec CAS Celesio Chemofast Anchoring Chr. Renz GmbH Cluetec CMO Obernai Commerzbank

Dachser

Daimler AG Deger DeinBus.de Deutsche BodenseeTourismus GmbH Deutschen Datenschutzkanzlei Deutschen Forschungsgemeinschaft

18 29 20 10 62 62 29 14 52 14 22 62 52 26 27 22 24 11 38 18 12 44

EADS

EBM-Papst Endress und Hauser Ernst & Young EuroAirport Basel-MulhouseFreiburg

24 6 29 12 24

Flughafen Karlsruhe/BadenBaden 24 Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG 18 Friedrich Graf von Westphalen & Partner 62 Gameforge

Gaukel Gazeley GEFAS Datenschutz Gentner Getrag Goldbeck Goldman Sachs Greenbird

52, 62 6 23 12 23 7 28 27 23

Hanser

22 Hansgrohe 26 Härter 6 Hechinger 51 Heel 14 Heidelberger Zement 23 Hochschule Karlsruhe 62 Hochschwarzwald Tourismus62 Honestly 56 Horváth & Partners 62 Hügli 62 Hymer 6

IBT

18 IG Metall 31 IHK Heilbronn 38 IHK Schwarzwald-BaarHeuberg 51 Immobilien-Projektgesellschaft Salaman-der-Areal Kornwestheim 40 Industriegwerkschaft Bergbau, Chemie, Energie 15 Intel 52 Interspa 12 Irmscher 6 Isin Architekten 12


65

Pinger, Markus Pluta, Michael

14 16

Reinig, Matthias

Reinig, Thomas Renz, Peter Riethmüller, Michael Rode, Matthias Roesch, Adolf Rösner, Alexander Rössler, Kurt Roßwog, Gerhard Rübenstahl, Markus Rubsamen, Rolf Ruebeling, Jascha Ruf, Andreas Ruhnke, Luzia

14 62 62 22 62 62 52 62 62 62 49 62 21 51

Satter, Manfred Schachlewitz, Kristian Scherger, Nicolas Schindler, Eugen Schirmbeck, Johann Schleich, Thorsten Schmid, Nils Schmidt, Ralph Schmitteckert, Melanie

62 10 62 20 11 23 38 14 62

IT-Werke IWKA

62 27

K.-H. Schneider

18 K&M 23 Kaba 16 Kasto 26 Kautz Vorrichtungsbau 26 Kessler + Co 12 KfW 24 Kies 23 Kistler 16 Kizoo 56 Konmedia 21 Kraftwerke Mainz-Wies­baden10 KTC 52 Kur und Bäder Bad Krozingen 49

Lackier Center Schultis

28 62

M. M. Warburg

12 8 11 27 7 14 16 27

Liebich & Partner M+W Group Mafi Irion MAG Group Mahle Maquet Märklin Mathias Bäuerle

Schneider, Gerhard Schockenhoff, Andreas Scholz, Oliver Schubert, Michael Schultis, Winfried Schunk, Heinz-Dieter Schunk, Henrik A. Schunk, Kristina Seeck, Georg Senn, Manfred Sesemann, Marc Sick, Gisela Sieber, Michael Siemens, Werner von Silberstein, Lucyna Sommer, Ulrich Spichtig, Josef Spindler, Ralf Steigenberger, Albert Stifter, Kristina Stihl, Hans Peter Stolzer, Armin Stolzer, Hans-Jürgen Stübiger, Björn Schwabe, Dr. Willmar

62 18 10 62 28 60 60 60 28 29 62 62 16 31 28 62 6 62 18 48 62 26 26 40 15

Thompson, Andrew W. B.

28 62 40

Uhl, Alexander

28 31 51

Viniol, Volker

23 62 62

Wagner, Katja

Waldersee, Georg Graf Waller, Daniel Weil, Uwe Weishar, Isabel Weiss, Rolf Weller, Jan Werner, Jürgen Wörmann, Jens Wörpel, Christian Wörz, Manfred Wund, Josef

11 12 29 34 16 62 48 62 46 62 29 12

Megaplast Menath Transporte Mercedes-AMG Michelin Mo Meidar Morgenstern Mulfinger

28 23 23 62 27 20 22

Realtech Red Pepper Reichenau-Gemüse Reichert Rena Robotec Rödl & Partner

52 48 23 22 27 26 40

NDW Beteiligungsgesellschaft Nokia Siemens Network

11 31

S.A.G. Solarstrom Sapros SCA Schindler Parent Schirmbeck Schmid-Gruppe Scholz-Gruppe Schunk Schwabe-Gruppe Schwäbischen Bank Schweizer Senn Sick Siemens Simba-Dickie Sinomach Sodexo Sodexo S.A. Sparkasse Karlsruhe Ettlingen

10 23 28 20 11 62 10 34, 60 15 12 16 29 16 31 16 27 8 8

Oest

Olymp Omikron

10 23 20

Perrot Turmuhren

50 10 31 48 8

R. Stahl Technologie

28 22

Poldi-Hütte Postal Automation PTV Group Pur Natur

Random House Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft Ravensbuch Ravensburger

38 22 22

Thost, Burkhard Traub, Sabine

Ulbrich, Raoul Untersteller, Franz Vogt, Werner Voss, Wolfgang

34, 62

FirmenPortr äts Das hier genannte Unternehmen präsentiert sich in diesem Magazin mit einem Firmenpor­trät, das auf der Seite als Anzeige gekennzeichnet ist. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Inserenten.

Schultze & Braun

Sparkasse SalemHeiligenberg Spitzner Arzneimittel Stark Steigenberger Hotels Stippig Streit Stulz H+E Südwestbau Südwest Beteiligungen Sunovis SW-Energie System Strobel

62 15 21 18 22 62 27 15 11 10 10 7

Tankpool 24

10 14 28 27 11 62

Ultima/q2b

46 20 62

Techniker Krankenkasse Tewipack Uhl Thyssen-Krupp Trierer Stahlwerk Trumpf

United Internet Universität Freiburg Universitäts-Herzzentrum Freiburg Bad Krozingen

Vitra

37

Voith Industrial Services 62 Volksbank Ettlingen 62 Vollack 23, 29, 52 Vollmer 34

Walter Services

21 62 56 62 8 62 10 22

Zeppelin Luftschifftechnik

24 38 8

WAS Web.de Weiss Automotive Whirlpool Wifo Wirsol Würth Zeppelin University Züblin

14 29 52

Vogel & Partner

2/2012

· 21. D ezember 2 0 1 2 econo


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Letzte Worte

Weihrauch

„Bei zu viel verrußt der Heilige. Und ein wenig schwarz sind Sie nach dem

zwölften Grußwort ja schon …“

Joachim Gwinner Der Erste Landesbeamte im Schwarzwald-Baar-Kreis fasste die zuvor gesprochenen, freundschaftlichen Abschiedsworte für IMS-Gear-Geschäftsführer Clemens Rosenstiel auf seine eigene Art zusammen.

„Als ich das erste Mal bei PTV war dachte ich nur: Oh Gott. Was machen die hier überhaupt?“

Jan Weller Der Chef der Agentur Red Pepper hat für den Verkehrs- und Logistik-Softwareentwickler PTV aus Karlsruhe eine neue Corporate Identity entwickelt – und dass obwohl er zu Beginn keine Ahnung von PTV hatte

„Ihr seid ja älter als wir!“ „Wir waren auch schon einmal größer …“

Dieter Zetsche und Matthias Stotz Der Daimler-Chef blickt neidisch auf den Geschäftsführer von Junghans. Der Uhrenhersteller ist 150 Jahre alt und war einmal die größte Uhrenfabrik der Welt.

„Viele Cent-Beträge ergeben zusammen auch eine schöne Summe. Es müssen eben nur viele sein.“ Johann Bucher Der Geschäftsführer der Bürk-Kauffmann-Gruppe begründet sehr schwäbisch, warum er trotz geringer Margen am Geschäft mit Heizöl festhält

„Die Stadtverwaltung wollte mir das Grundstück erst gar nicht geben. Die dachte, ich will eine versteckte Produktion aufbauen. “

Gerhard Waldmann Der Unternehmer baut für fünf Millionen Euro eine Kindertagesstätte – mit insgesamt 6000 Quadratmetern Innenund Außenfläche. Eine Größenordnung, die für städtische Verhältnisse unvorstellbar ist

„Wir profitieren vom LipstickEffekt in Krisenstaaten … “

Andrew W. B. Thompson Der Finanzchef des DosierspenderHerstellers Megaplast über das Unternehmenswachstum. Denn: Wenn es den Leuten schon nicht gut geht, dann wollen sie wenigstens gut ausschauen

Das nächste Econo erscheint am 22. Februar 2013 econo 2 / 2 0 1 2 · 2 1 . D ezem ber 2012


Grand Repos. Von Vitra in der Schweiz entwickelt. Design: Antonio Citterio

Mit dem Ruhesessel Grand Repos bringen Vitra und Antonio Citterio eine neue Komfortqualität und Bewegung in die Welt des Wohnens.

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econo - Heft 2 - Ausgabe Dezember 2012  

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