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E 66900 | 9. Jahrgang | Ausgabe 12, 29. November 2013 | Deutschland 6,50 € | Schweiz 10,00 SFR

Ausgabe Ortenau/Südbaden

Wirtschaftsmagazin für Baden-Württemberg Autohandel: Standgas statt Überholspur Logistik: Der unsichtbare Mittelstand Badische Landjäger: Die Posse um die Metzgerei Gruninger

IM PORTRÄT: DER NEUE CHEF VON ENDRESS + HAUSER

Matthias

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Hatec: Ein blendendes Unternehmen Dyn A5: Der nächste Investor, bitte! IT-Security: Experten reden Klartext

DIE POSSE UM DIE METZGEREI GRUNINGER

Bayerische

Landjäger

Ausgabe Südbaden/Ortenau

Regional.

Wirtschaftsmagazin für Baden-Württemberg


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Regionalteil • Gruninger

Regionale Spezialitäten stellt Ponnath in Freiburg her. Aber unter welchen Bedingungen?

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Foto: Jigal Fichtner


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Bayerische Landjäger Auch unter der Führung der Metzgerei Ponnath kommt Gruninger nicht zur Ruhe. Jetzt greift die Gewerkschaft den Stil der neuen Eigentümer an

D

er Betriebsleiter ist sauer. Stinkesauer. „Woher haben Sie diese Nummer“, fragt er. Wieder und wieder. „Ich möchte das wissen!“ Er sitzt in seinem Büro im Freiburger Industriegebiet Nord und will in Ruhe seine Arbeit machen. Das ist zuletzt etwas schwieriger geworden in seinem Betrieb, der Freiburger Fabrik der Metzgerei Ponnath. Spätestens seit Anfang November die Gewerkschaft Nahrung-GenussGaststätten (NGG) mit Vorwürfen an die Presse ging, dass in Freiburg Arbeitsbedingungen sprichwörtlich unter aller Sau herrschen, hat Ponnath sich in seinen Schildkrötenpanzer zurückgezogen. Der Betriebsleiter sagt, dass ihn all das nicht interessiert. Nicht die Vorwürfe der NGG, nicht die Schlagzeile der „Badischen Zeitung“ vom 6. November. „Großmetzgerei Ponnath: Sieben Jahre ohne Lohnerhöhung“ heißt es da. Seine Antwort ist Schweigen. Von oben verordnet. Der Mann ist in Freiburg zwar für rund 200 Mitarbeiter zuständig. Reden darf er deswegen aber nicht. „Die Geschäftsleitung trifft eine Entscheidung und wir tragen sie. Wenden Sie sich an die Pressestelle!“ Dann legt er auf.

Die Pressestelle ist eine PRAgentur aus München. Ein Themenschwerpunkt: Krisen-PR. Ein ausgefuchster Laden, mit extremst freundlichen Mitarbeiterinnen. Sie flöten ins Telefon, dass sie volles Verständnis für die Anfrage haben, geben aber schließlich nur zu Protokoll, dass die Anfrage aus der Econo-Redaktion ganz sicher den

Allein: Sie hat im Freiburger Pollath-Werk nichts zu sagen. Es gibt zwar einen Betriebsrat als Fürsprecher der Belegschaft, doch auch der schweigt. Die Gewerkschaft schreibt in ihrer Mitteilung, dass bei Ponnath 150 Leiharbeiter nur 50 Stammkräften gegenüberstünden. Der Freiburger Betriebsleiter relativiert

Vom Betriebsrat bis zum Geschäftsführer – bei Ponnath wird geschwiegen Weg bis in die Geschäftsleitung ins oberpfälzische Kemnath gefunden habe. Allein: Sagen will keiner was. Nicht die Geschäftsführer Max und Michael Ponnath. Nicht der Marketingchef Guido Wolff. Dass man aus der Fleischindustrie nicht bereitwillig Informationen bekommt, überrascht nicht. Also bleibt es bei den Vorwürfen, die die NGG erhebt: Bei Ponnath in Freiburg gebe es keinen Tarifvertrag, keine Aussicht auf eine Lohnerhöhung und zudem deutlich mehr Leiharbeiter als Festangestellte, zürnt die NGG. Es riecht ganz so, als rüste die Gewerkschaft sich schon für den Arbeitskampf.

die Aussage: 125 Leiharbeiter seien es, 80 Festangestellte. Sie produzieren laut Firmenwebsite regionale Spezialitäten wie Schäufele, Schmalz oder deftige Würste, die Landjäger. Kemnath, die Heimat der Metzgerei Ponnath, liegt im Nordosten Bayerns. Die Fahrt ins Werk im tschechischen Sušice dauert zweieinhalb Stunden. Nach Freiburg braucht man fast doppelt so lang. Die Bedingungen in der Fleischindustrie sind bundesweit ein Thema. Claus-Peter Wolf, Geschäftsführer der NGG in Freiburg, gibt die Mitteilung über Ponnath nur nach doppelter Rückversiche-

rung raus. Er ist auf der Hut. Ein Kollege aus Niedersachsen habe gerade eine Anzeige am Hals. Ein Unternehmen, dem der Kollege den Umgang mit Gammelfleisch unterstellt hatte, verlangt Schadenersatz in Millionenhöhe. So weit ist es in Freiburg nicht. Doch auch Claus-Peter Wolf ist schon auf getürkte Fernsehteams hereingefallen, die ihn ausspionieren wollten. Er weiß nicht mehr, wo gebotene Vorsicht aufhört und Verfolgungswahn anfängt. Man will nicht mit ihm tauschen. Fest steht: Den Schaden trägt wie so oft die Belegschaft. Um sie geht es doch. Viele sind froh, dass sie nach dem Aus der Freiburger Traditionsmetzgerei Gruninger noch Arbeit haben. Gruninger war im November 2008 abgebrannt, dann neu aufgebaut worden. 30 Millionen Euro hatte die Familie in den Neubau investiert. 2009 lief der Betrieb wieder an. Im Frühjahr 2012 kam die Insolvenz, bereits im Sommer wurde Ponnath als Retter präsentiert. „Damit stellen wir die Weichen für die Zukunft“, wurde Michael Ponnath damals zitiert. Und: „Wir legen großen Wert darauf, dass die Mitarbeiter sich bei uns wohlfühlen.“ Eine Aussage, die heute komisch wirkt. Philipp Peters

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Regionalteil • Breisgau-Hochschwarzwald/Freiburg

KURZ NOTIERT

Mehr Strom Der Chiphersteller Micronas plant ein eigenes Kraftwerk in Freiburg. Im Januar sollen die Bauarbeiten des Blockheizkraftwerkes beginnen, das dann zur Jahresmitte in Betrieb gehen soll. „Damit senken wir unsere Betriebskosten und leisten einen signifikanten Beitrag zur Energiewende“, sagt CEO Matthias Bopp. Micronas beschäftigt aktuell etwa 900 Menschen in Freiburg.

Für die Beleuchtung der St.Stephans-Kirche gab’s den Deutschen Lichtdesignpreis

Mehr Speicher Die Badenova-Tochter Baden IT investiert rund 1,2 Millionen Euro in die Vergrößerung ihres Rechenzentrums. Der Baustart stehe kurz bevor, so Geschäftsführer Peter Lais. Mit der Fertigstellung sei Mitte 2014 zur rechnen. Baden IT betreibt zwei Rechenzentren in Freiburg. Eins davon befindet sich im Hochsicherheitstrakt der BadenovaLeitstelle an der FerdinandWeiß-Straße im Stadtteil Stühlinger. Hier wird jetzt investiert.

Weniger Sonne I Der Projektentwickler Solarstrom AG weist nach neun Monaten einen Verlust von 6,9 Millionen Euro aus. Ein Grund sei die zügige Expansion, so Vorstandschef Karl Kuhlmann. Aber auch Reglementierungen durch die EU hätten ihren Anteil.

Weniger Sonne II Auch der Freiburger Modulhersteller Solarfabrik kriselt. Nach neun Monaten meldet das Unternehmen ein Minus von 4,63 Millionen Euro. Mit einer Eigenkapitalquote von fast 80 Prozent hätte man aber Reserven, sagt Finanzchef Martin Schlenk.

Haufes Zukauf Die Haufe-Gruppe aus Freiburg hat den Fachverlag SchäfferPoeschel aus Stuttgart übernommen. Dieser gehörte bislang zur Verlagsgruppe Handelsblatt.

Einfach blendend Hatec geht’s gut. Der Lichttechniker aus Münstertal bekräftigt seinen Wachstumskurs und investiert rund eine Million Euro Andreas Pfefferle kann nicht anders. An jeder Station, an jedem Arbeitsplatz bleibt er stehen. Der Geschäftsführer des Lichttechnikers Hatec aus Münstertal ist sofort begeistert von dem, was er sieht. Was er tut. Was seine Firma leistet. „Schauen Sie hier“, ruft er und springt weiter. Diese Begeisterung überträgt sich auf die Firma. Hatec steht blendend da. Jetzt investiert das Unternehmen rund eine Million Euro in die Erweiterung der Produktion. Egon Pfefferle hat das Unternehmen 1989 gegründet. Da war er 50 Jahre alt. Ein Jahr später holt er seinen Sohn Heribert, den Betriebswirt, ins Unternehmen.

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1993 folgt dann auch Andreas, der Architekt. Heute führen die Brüder die Firma gemeinsam. Der Vater ist vor einem Jahr verstorben. Hatec erlöst einen Umsatz im oberen einstelligen Millionenbereich und beschäftigt gut 70 Mitarbeiter. Durch den Ausbau kommen noch mal ein paar dazu. „Die Arbeitsverträge sind schon unterschrieben“, sagt Andreas Pfefferle. Der Terminplan ist eng. Bei dem Besuch auf der Baustelle Mitte November besteht die Halle noch aus nackten Stahlträgern. Ende des Monats ist Richtfest. Am 18. Dezember werden die Maschinen geliefert. Anfang Januar startet die Produktion.

Hatec ist ein gefragter Lichtexperte im Projektgeschäft. Viele Leuchten von Hatec werden nur einmal gebaut. Banken in Frankfurt, Kirchen in Karlsruhe, Spaßbäder im Hochschwarzwald – Hatec macht’s. „Wir sind aber kein Konkurrent für die Planer“, sagt Pfefferle. Doch die Leuchte kommt vom ersten bis zum letzten Schritt aus der Fabrik im Schwarzwald. „Wir setzen beim Bauherrn an“, sagt Pfefferle. „Der entscheidet.“ Dann geht’s durchs Haus: Vertrieb, Prototyp, Fertigung, Beschichtung, Endmontage, Auslieferung. Rund 600 Projekt macht Hatec im Jahr – von 5000 bis zu einer Million Euro Auftragsvolumen. Philipp Peters Foto: Hatec Lichttechnik GmbH


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Go gibt Gas

MAN verlässt Freiburg Der Nutzfahrzeughersteller MAN wird in gut einem Jahr von Freiburg nach Umkirch ziehen. Die Stadt verliert so 55 Arbeitsplätze und gewinnt ein interessantes Grundstück. Die Immobiliengesellschaft VIB hat sich jetzt ein Grundstück im Umkircher Gewerbegebiet Gans-

acker gesichert. Das hat das Unternehmen auf Nachfrage bestätigt. Dort investiert VIB nach eigenen Angaben 6,7 Millionen Euro in eine neue MAN-Servicestation. VIB hatte gerade für MAN ein ähnliches Projekt in Neuss realisiert. Dort wurden sogar knapp zehn Millionen Euro verbaut.

MAN sitzt in Freiburg bislang in der Nähe des Güterbahnhofs. Freiburgs Wirtschaftsförderer Bernd Dallmann denkt schon an die Zukunft: „Ich gehe davon aus, dass am MAN-Altstandort überwiegend Wohnbebauung und integrierte Gewerbe- und Wohnbebauung entstehen wird.“ pop

„Baden Intern“ wird eingestellt Das Regionalmagazin „Baden Intern“ wird Ende des Jahres eingestellt. Nach 18 Jahren erscheint Anfang Dezember die letzte Ausgabe. Zu den Gründen schweigt das Unternehmen. Geschäftsführer Daniel Charhouli bestätigt auf Anfrage von Econo die Einstellung des Titels zum Jahresende. „Baden Intern“

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wurde 1995 unter dem Titel „Kommunal Intern“ von Jörg Hemmerich gegründet. Hemmerich war zuvor Mitglied der Chefredaktion der Badischen Zeitung. Als er die Freiburger Tageszeitung verlassen musste, gründete er sein eigenes Blatt. Später verkaufte Hemmerich den Titel wieder an die BZ-Tochter Badi-

sche Zeitschriften. „Kommunal Intern“ war konzipiert als Magazin für Hintergründe aus den Rathäusern. Später wurde das Spektrum dann um Wirtschaft und Kultur erweitert. Die Badische Zeitschriften veröffentlicht noch andere Titel wie „Freiburg Aktuell“, das „Regio Magazin“ oder „Hier & Heute“. pop

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Der Expressdienst Go hat sich in Freiburg behauptet und seinen Umsatz innerhalb der vergangenen drei Jahre mehr als verdoppelt – von 2,4 auf 5,1 Millionen Euro. 2013 rechnet der Freiburger Geschäftsführer Ratko Guzina mit 5,3 Millionen Umsatz. Wie in der Branche üblich, arbeitet Go neben einer Stammbelegschaft von 35 Menschen auch mit Dienstleistern. 20 Subunternehmer betreiben laut Guzina aktuell 35 Fahrzeuge. Freiburg ist Teil eines bundesweiten Netzwerkes von mehr als 100 Go-Standorten, die alle als eigenständige Gesellschaften operieren. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert dieses Konstrukt. Die Gesellschafterstrukturen sind verwoben. Der Standort Freiburg gehört je zur Hälfte den Gesellschaftern aus Frankfurt und Mainz. Die Dachgesellschaft sitzt in Bonn. pop

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Regionalteil • Emmendingen/Ortenau

KURZ NOTIERT

Der Nächste, bitte!

Baustau auf der A5 Der sechsspurige Ausbau der Autobahn zwischen Offenburg und Malsch dauert länger als geplant. Wie das Betreiberkonsortium Via Solutions jetzt einräumt, werden die Bauarbeiten erst im kommenden Jahr zu Ende gehen. Ursprünglich war die Fertigstellung in diesem Jahr angepeilt. Wirtschaftliche Probleme seien der Grund für die Verzögerung, so Geschäftsführer Arnaud Judet.

Das interkommunale Gewerbegebiet Dyn A5 meldet die nächste Ansiedlung – langsam wird’s eng zwischen Ettenheim und Mahlberg Die Bilanz kann sich sehen lassen: 14 Ansiedlungen in sieben Jahren. 17 von 27 Hektar Fläche sind verkauft, knapp fünf weitere reserviert. Das Gewerbegebiet Dyn A5 an der Autobahn zwischen Ettenheim und Mahlberg ist ein echter Verkaufsschlager.

Campus Gengenbach Die Hochschule Offenburg hat den Ausbau der Außenstelle Gengenbach abgeschlossen. Nach elf Monaten Bauzeit wurde der 4900 Quadratmeter große Neubau jetzt in Betrieb genommen. Er hat rund 9,5 Millionen Euro gekostet. Zurzeit sind hier etwa 670 Studenten der Offenburger Hochschule sowie Schüler von drei Gengenbacher Schulen untergebracht.

Nun kommt der nächste Riese: ein italienischer Logistiker. Der Speditionsdienstleister Bracchi investiert nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Euro in einen neuen Logistikpark an der A5. Das Unternehmen aus dem italienischen Bergamo hat

sich ein 4,5 Hektar großes Grundstück gesichert. So wird bis zum nächsten Sommer ein 28 000 Quadratmeter großes Logistikzentrum entstehen, das ganz Europa versorgen soll. Zu den Kunden von Bracchi zählen vor allem Aufzughersteller

Gewinn bricht ein Der Offenburger Klinikbetreiber Mediclin hat seinen Umsatz in den ersten neun Monaten um anderthalb Prozent auf 390 Millionen Euro gesteigert. Der Gewinn macht diese Entwicklung jedoch nicht mit. Gegenüber dem Vorjahr steht ein deutlich geringeres Plus unterm Strich. Mediclin erwirtschaftete von Januar bis Ende September einen Überschuss von 2,2 Millionen Euro. 2012 waren es zum gleichen Zeitpunkt 7,4.

Weiter dicke Luft Beim Seelbacher Kunststoffspezialisten New Albea gibt es weiter Zwist. Nun haben 85 Mitarbeiter die Auflösung des Betriebsrats beantragt, weil dieser gegen das Gebot der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung verstoßen habe. Der Gesellschafter Johannes Pollaert hatte im Mai seinen Posten als Geschäftsführer geräumt. Sein Vorwurf: Der Betriebsrat habe ihn gemobbt.

Zeit läuft ab

Klumpp + Müller investiert

Der Lahrer Schmuckverpacker Bornemann wird schließen. Wie Firmenchef Jochen Bornemann jetzt bekannt gab, wird der Betrieb Ende April eingestellt. Vor 22 Jahren hatte Bornemann den Schmuckverpacker gegründet. Jetzt läuft die Zeit ab. Bornemann nennt sein Alter und persönliche Gründe als ausschlaggebend für die Schließung. 30 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen. Sie wurden bereits über die Pläne informiert. pop

Der Kehler Logistiker Klumpp + Müller investiert 1,2 Millionen Euro in eine neue Halle für den Bereich Stückgut. Der Neubau soll pünktlich zum 60. Geburtstag im nächsten Jahr fertig sein, sagt der Geschäftsführer Michael Klumpp zu Econo. Klumpp + Müller sucht nach neuen Aufgaben, auch weil durch den Wegfall eines Großkunden zuletzt der Umsatz leicht zurückgegangen war. 2012 hatte Klumpp + Müller 19,3 Millionen Euro er-

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wirtschaftet. Gegenüber 2011 ein Rückgang von 1,5 Prozent. Das Unternehmen wurde 1954 von Paul Klumpp und Wilhelm Müller gegründet. Müller hat das Unternehmen später verlassen. Nach dem Tod von Paul Klumpp im Jahr 1975 übernahmen seine Söhne Bernhard und Dieter Klumpp das Unternehmen. Bernhard Klumpp hat das Unternehmen mittlerweile verlassen. Heute führen die Brüder Dieter und Michael das Unternehmen. pop Foto: Jigal Fichtner


73 Dienstleister aus Überzeugung und Leidenschaft!

sowie Landmaschinenhersteller, etwa von Mähdreschern und Traktoren. Für die Anwohner habe das Geschäftsfeld den Vorteil, dass in dem Logistikzentrum nur tagsüber gearbeitet wird. Damit müssen die Politiker langsam aber sicher darüber nachdenken, ob sie die Zukunftsoption ziehen: „Es besteht die Möglichkeit, das Gebiet noch um 18 Hektar zu erweitern“, sagt Markus Schoor aus dem Ettenheimer Rathaus. Erste Ansiedlung im Gebiet war 2006 German Pellets. Der Hersteller von Holzpellets ist mit seinen zehn silbernen

Silos auch das am deutlichsten herausragende Unternehmen und hatte auch für einige Kontroversen gesorgt. Daneben gehören die Ansieldungen von Caravan Ernst, Würth und Trigema zu den prominenteren Ansiedlungen. Erst vor Kurzem wurde dann die Ansiedlung des Pferdesport-Händlers Krämer bekannt gegeben. Zu haben sind jetzt nur noch knapp sechs Hektar. Das entspricht der Fläche von acht Fußballfeldern. Ein schönes Stück, doch bei dem Tempo wird es sicher nicht lange reichen. Philipp Peters

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Bald ausverkauft: Nur etwa 20 Prozent der Flächen im Dyn A5 sind aktuell noch zu haben

© picture-alliance/epa/Francis R. Malasig

PhiliPPinen

Müller zittert Neue Träume Bei Stahlbau Müller in Offenburg dauert die Ungewissheit an. Die Muttergesellschaft Walthelm aus Franken hat vor zwei Monaten Insolvenz angemeldet. Nun werden drei von vier Standorten der Gruppe von einem Investor gerettet. Nur Offenburg nicht. Die sächsische Baufirma Bakker übernimmt die Standorte Nürnberg, Eisenach und Pottenstein. 160 von 190 Arbeitsplätzen werden gerettet. Was aus Müller wird, ist weiter offen. pop

Der Offenburger Burda-Konzern strukturiert seinen Kurzreisevermittler Daydreams neu. Die Marke war bisher Teil der FTM aus Kleve. Diese wird nun voll in die Burda-Tochter NVG integriert, zu der sie seit sechs Jahren gehört. Dies sei ein „signifikanter Schritt in eine erfolgreiche Zukunft für Daydreams“, sagt Michael Rohowski von Burda Direkt Services. Neuer Geschäftsführer bei Daydreams ist Ralf Schnetz. pop

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Regionalteil • On Tour

Registrieren und bewerten: Henrik Knoblauch von Bechtle

Abschließen oder nicht? Viele Firmen hadern mit Datenlecks – dabei kennen sie nicht mal alle Sicherheit ist eine Kultur, sagt Jörn Maier von HiSolutions

Mit Bauchschmerzen IT-Security ist dank Snowden auf der Agenda – doch kaum einer weiß, wie weit er gehen muss und welche Grenzen für die eigene Firma gelten

H

enrik Knoblauch ist sich sicher. Er weiß, dass das, was er zu sagen hat, kontrovers ist. Er weiß, das es interessant ist. Und er weiß, dass die Mehrheit der Zuhörer am Ende seines Vortrags Bauchschmerzen haben wird. Doch ein paar, vielleicht zehn Prozent, werden sagen: Das hol ich mir. Wegen diesen zehn Prozent ist er da. Knoblauch leitet den Bereich Security beim IT-Unternehmen Bechtle, einem der führenden Software-Händler für BusinessAnwendungen in Deutschland. Bechtle hat ein Tool entwickelt, dass alle Datenströme aus SocialApps registriert und auswertet. Auf einen Blick sieht man genau: Wie viel Daten fließen über Youtube, wie viel über Facebook und wie viel über Business-Anwendungen wie Tools zum Web-Conferencing, File-Sharing oder Cloud-Lösungen. Alles fein sauber aufgeschlüsselt. „Wenn ich das sehe, bekomme ich schon Bauchschmerzen“, gesteht Jörn Maier. Er ist Berater bei

der HiSolutions aus Berlin. Und Maier war Knoblauchs Vorgänger als Redner auf der Veranstaltung zum Thema IT-Security, die Bechtle gemeinsam mit Baden IT in Freiburg veranstaltet hat. Maier hat zuvor viele interessante Sachen gesagt und aufgezeigt. „Natürlich wird die

auf“, sagt Maier. „Aber da müssen sie erst mal jemanden finden, der Plastiksprengstoff hat.“ Ein Bild, das jeder versteht. Maier plädiert denn auch weniger für die konkreten Maßnahmen an den heiklen Stellen. Er predigt Bewusstsein, er will eine Sicherheitskultur. So wie es selbst-

Die Chinesen spionieren, die Amis sowieso. Soll der Mittelstand das auch tun? Kommunikation im Internet mitgelesen“, sagt er. „Sie ist ja im Klartext.“ Also: Verschlüsseln. Doch ist es nicht möglich, dieses Schloss zu knacken? „Natürlich“, sagt Maier. „Aber sie schließen ja auch zu Hause die Tür ab, obwohl es dem Einbrecher gelingt, die Tür aufzubrechen.“ Maier sagt also: Wer bei mir rein will, der soll sich wenigstens Mühe geben. Also besorgt man sich ein besseres Schloss, eine schwerere Tür, eine Panzertür! „Die bekommt man

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verständlich ist, dass man sich nach dem Klogang die Hände wäscht, muss es selbstverständlich sein, dass man sein Passwort nicht auf einem Klebezettel am Monitor hinterlässt. Das muss gesagt werden, denn vielen ist es egal, wer auf ihre Daten Zugriff hat. Es helfe auch nichts, auf die Spionage-Attacken der Chinesen, Amerikaner oder gewerblicher Hacker zu deuten, wenn die größere Gefahr aus dem eigenen Haus kommt. 40 Prozent der Da-

tenlecks gehen laut Maier tatsächlich auf Hacker zurück. Aber 46 Prozent auf sorglose Mitarbeiter. Die ohne nachzudenken Daten teilen, weiterleiten oder verlieren. Gestohlene oder verlorene Rechner und Festplatten – Maier setzt dies sogar in Anführungszeichen. Es ist ein Thema, das jeden beschäftigen muss. Keine Firma ist zu klein oder zu unbedeutend, um ausspioniert zu werden. Im Gegenteil: Laut dem aktuellen Security Threat Report von Symatec richtet sich jeder dritte CyberAngriff auf eine Firma mit weniger als 250 Mitarbeitern. „Das ist Beifang“, sagt Maier. „Das nimmt man mit.“ Sicherheit heißt also für Maier nicht nur, komplexe Techniken einzusetzen, um Angriffe abzuwehren. Sondern vor allem ein Bewusstsein zu installieren, damit weniger Fehler gemacht werden. Und zu Henrik Knoblauch: Seine Anreise hat sich gelohnt. Etwa 65 Zuhörer hat der Vortrag gehabt. Sechs melden sich danach. Sie sind interessiert. pop Fotos: canstockphoto, HiSolutions AG, Bechtle


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econo - Heft 12 - Ausgabe November 2013 - Regionalteil Südbaden  

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