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E 66900 | 9. Jahrgang | Ausgabe 12, 29. November 2013 | Deutschland 6,50 € | Schweiz 10,00 SFR

Ausgabe Schwarzwald-Baar-Bodensee

Wirtschaftsmagazin für Baden-Württemberg Autohandel: Standgas statt Überholspur Logistik: Der unsichtbare Mittelstand Im Interview: IHK-Chef Thomas Albiez

IM PORTRÄT: DER NEUE CHEF VON ENDRESS + HAUSER

Matthias

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Ausgabe Schwarzwald-Baar-Bodensee

Regional.

Wirtschaftsmagazin für Baden-Württemberg

Walter Straßenbau: Investitionen für den Wechsel Interstuhl: Die Vorteile einer CSR Inpotron: Erleuchtung im Hegau

IM INTERVIEW: IHK-CHEF

Thomas

Albiez


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Regionalteil • Schwarzwald-Baar-Heuberg

„Schluss mit der Bescheidenheit!“ Thomas Albiez findet im Econo-Interview klare Worte: Die Region

hat sich zu lange mit ihren Defiziten abgefunden. Jetzt müssen alle anpacken, sonst verspiele man die Zukunft, fordert der IHK-Chef

D

ie Deutsch-Französische Brigade in Donaueschingen steht auf der Kippe, Frankreich will seine Truppenteile abziehen und die IHK meldet sich daraufhin zu Wort – was haben Sie damit zu tun? ➤ Thomas Albiez: Ich sehe die Thematik vor dem Hintergrund der Weiterentwicklung unserer Region. Wir sind zwar einer der wirtschaftsstärksten Räume, aber eben auch eine ländliche Region. In diesem Zusammenhang ist der Abzug der Franzosen ein Alarm­ signal. Der Abzug kann als Beleg für das weitere Ausbluten des ländlichen Raums angesehen wer­ den, in den nicht mehr investiert werden muss. Dieses Signal ist fatal, denn ich glaube fest an ein Comeback des ländlichen Raumes! Damit widersprechen Sie allen Zukunftsforschern, die Urbanität als eines der Megathemen der Zukunft prognostizieren … ➤ Albiez: Ich bin nicht so ver­ messen, mich mit den Zukunftsfor­ schern anzulegen. Aber ich glaube daran, dass Trends wie Entschleu­ nigung, Reduzierung der Komple­ xität oder auch die Vorgabe von Unternehmen an Mitarbeiter, Dienst­Mobiltelefone übers Wo­ chenende auszuschalten, ein Gradmesser für eine Rückbesin­ nung auf ein anderes Lebensgefühl sind. Dazu kommen Themen wie die Kostenexplosionen bei Grund­ stückspreisen und Mieten in den

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Ballungsräumen. Hier kann der ländliche Raum punkten. Andererseits: Die Attraktivität der Städte fußt zum Gutteil auf den Defiziten des ländlichen Raumes. Sei es die Nahversorgung, Ärzte, kulturelle Angebote, Nahverkehr, Infrastruktur von Straßen bis Breitband … ➤ Albiez: Ich weiß aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen mit

uns mag zwar für eine Familie at­ traktiv sein, wenn aber das Drum­ herum nicht passt, dann ist der Standortvorteil schnell zunichte­ gemacht. Nicht vorhandene Breit­ bandanschlüsse, fehlende Straßen­ verbindungen wie das „Absurdis­ tan“ der B523 in Richtung VS­Villingen, die Diskussion um die Gäubahn oder fehlende Bil­ dungsangebote sind ein absolutes

„In der Summe ergibt sich ein verheerendes Bild des ländlichen Raums!“ Rückkehrern, dass die Städte diese Versprechen kaum einhalten kön­ nen. Die Wege sind in Städten nicht kürzer, Staus und Parkplatz­ suche rauben einem die Nerven. Und was Nahversorgung oder Ärzte angeht gibt es viele Modelle, die zeigen, wie Defizite auf dem Land behoben werden können. In diesem Sinn ist die Attraktivität der Städte eine immer weiter über­ lieferte Wunschvorstellung, die nicht hält, was sie verspricht. Aus diesem Grund haben wir ja auch die „Hier bleiben und weiter kommen“­Kampagne gegründet. Sie reden die Defizite des ländlichen Raums klein! ➤ Albiez: Nein. Für mich ist voll­ kommen klar: Es gibt klare Defizi­ te, die ein Comeback verhindern können. Die Kostenstruktur bei

No­Go! Deshalb auch der Vorstoß in Sachen Deutsch­Französische Brigade: Solche Einzelnachrichten ergeben in der Summe das Bild eines unattraktiven Standortes. Das ist verheerend! Abgesehen von der Diskussion um die Garnison: Die dargestellten Defizite gibt’s seit Jahren. Woher nehmen Sie die Hoffnung, dass sich jetzt etwas ändert? ➤ Albiez: Nach der Krise 2008/2009 geht man anders an die Dinge heran. Allen ist klar: Ir­ gendein Ereignis irgendwo auf der Welt kann eine Krise auslösen, deshalb kann man sich in der eige­ nen Entwicklung nicht mehr zu­ rücklehnen. Vor diesem Hinter­ grund hat sich die Einstellung speziell zur Industrie grundlegend geändert, sie wird wieder als sta­


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Thomas Albiez ist seit 2004 Hauptgeschäftsführer der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg mit Sitz in VS-Villingen. Der Donaueschinger hat die Kammer zu einem Dienstleister für die Unternehmen umgebaut. Daneben bezieht der Familienvater immer wieder zu wirtschaftspolitischen Themen klar Stellung.

bilisierender Faktor wertgeschätzt. Deshalb erhalten industrierelevante, mittelstandsgeprägte Regionen wie unsere auch politisch eine andere Aufmerksamkeit und gelten als Vorbild, sogar in der EU. Und woher stammt das Geld, um die Defizite zu beheben? ➤ Albiez: Offen gestanden verknüpfe ich mit der Maut-Debatte Hoffnungen: Wir benötigen einfach für bestimmte Aufgaben wie dem Straßenbau neue Finanzierungsmöglichkeiten. Für die Gesundheits- und Nahversorgung finden sich Mittel und Wege, wie Beispiele zeigen. Auch in Sachen Breitband bin ich der Überzeugung, dass Kommunen und Unternehmen kreative Lösungen finden. Natürlich bleibt die Frage nach der Finanzierung ein dickes Brett, aber die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich verbessert. Die Fakten sind doch klar: Die Defizite des ländlichen Raumes sind groß, die finanziellen Ressourcen klein. Braucht es eine Priorisierung – auch in welcher Gemeinde Investitionen angesichts des demografischen Wandels noch Sinn machen? Foto: Jigal Fichtner

➤ Albiez: Natürlich neigt man dazu, für den gezielten Einsatz der Mittel zu plädieren. Auch hier in der Region gibt es eine gewisse Ambivalenz, was die Entwicklung von Standorten angeht: Der Trend geht in Richtung einer Verdichtung entlang der Autobahn, die Randlagen dünnen eher aus. Was wir brauchen, ist eine ehrliche Debatte über die Auswirkungen der Demografie in den einzelnen Kommunen. Die sollte meines Erachtens auch genutzt werden, um über Kooperationsmöglichkeiten beispielsweise der Schwarzwald-Gemeinden zu sprechen. Das aber nicht über spektakuläre Veranstaltungen, sondern in Arbeitsgremien, die sachlich die Argumente erörtern, die am Ende auch die Bevölkerung überzeugen! Denn klar ist: Die Attraktivität einer Kommune hängt ganz eindeutig von der Infra- und Bildungsstruktur ab. Gibt es die nicht, kommt keiner oder die Bevölkerung zieht sogar weg. Die Region Schwarzwald-BaarHeuberg steht mit den Defiziten nicht alleine da. Die Probleme sind in allen ländlichen Räumen zu finden. Wie kann man da als Region herausstechen, um an Gelder zu kommen?

➤ Albiez: Nur im Schulterschluss mit anderen. Wir üben den aktuell in Richtung Freudenstadt und Nordschwarzwald, dort hat man die Problemlage ebenfalls erkannt. Wobei es noch ein anderes Problem gibt: Vonseiten der Landesregierung – egal welcher Konstellation – muss endlich interdisziplinär gedacht werden! Bislang ist einer für den ländlichen Raum zuständig, einen für Verkehr, einer für Bildung. Das sind unzählige Adressen, unter denen im Zweifel der Austausch nicht gewährleistet ist. Wenn die Zukunft auch politisch gewonnen werden soll, dann müssen die Ressorts durchlässiger werden. Generell braucht es auch hier eine offene Generaldebatte über die Zukunft der Regionen im Land – ohne Powerpoint, dafür mit Ehrlichkeit. Das Ziel muss es sein, Gelder zielgerichtet zu investiert und nicht nach dem Prinzip „wer lauter schreit, bekommt es“. Ist das nicht weltfremd? ➤ Albiez: Das Ziel ist sicher anspruchvoll, aber erreichbar. Ich kenne viele Persönlichkeiten die sofort bereit sind, daran mitzuarbeiten. Eines ist aber klar: Vor einer solchen Debatte müssen die

Spielregeln offen und transparent dargestellt werden. Die meisten Veränderungsprozesse scheitern nämlich daran, dass die nicht allen bekannt sind. Das ist die Landespolitik. Was muss sich in der Region ändern? ➤ Albiez: Wir brauchen ein Umdenken. Man hat sich zu lange damit abgefunden, dass die Lücke in der B523 eben da ist, der Breitbandausbau nicht vorankommt, Kinderbetreuung nicht vorhanden ist. Übrigens: Klasse wäre es auch, wenn wir uns vom negativ besetzten Begriff des „ländlichen Raums“ verabschieden könnten. Wenn jemand eine bessere Formulierung hat, bin ich offen … Unterm Strich: Für die Defizite des ländlichen Raums ist man auch selbst verantwortlich? Man war in der Vergangenheit schlicht zu bescheiden … ➤ Albiez: Das kann ich unterschreiben. Man hat nicht ausreichend klar gemacht, welche Stärken die ländlichen Regionen wie unsere haben und welch großer Anteil am wirtschaftlichen Wohlstand des ganzen Landes hier erwirtschaftet wird. Deshalb: Schluss mit der Bescheidenheit! Dirk Werner

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Regionalteil • Schwarzwald-Baar-Heuberg

KURZ NOTIERT

Neues Zugpferd Die Zeichen stehen auf Neuanfang: Rund 28 Millionen Euro will die Bayreuther Kraus Holding in die Reaktivierung des Rössle-Centers in VS-Schwenningen investieren, wenn der Gemeinderat dem Ansinnen zustimmt. Das prägnante Einkaufszentrum in der Innenstadt steht seit Jahren leer.

Seniorchef Willy Walter vor den Plänen des Neubaus der Walter Straßenbau

Prämierte Projekte Unter anderem das Landesgartenschaugelände in VSSchwenningen sowie das von den Merz Architekten aus Bad Dürrheim geplante Produktions- und Verwaltungsgebäude der Bayer Feinwerk in VSVillingen wurden im Rahmen des Wettbewerbs „Beispielhaftes Bauen im SchwarzwaldBaar-Kreis 2013“ der Architektenkammer Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Hotel ein Biedermann Das traditionsreiche Hotel Bären in Donaueschingen ist verkauft: Die Investorengesellschaft WG Bären GmbH, hinter der die Unternehmerfamilie Biedermann stehen soll, hat sich das Gebäude gesichert. Über den Winter solle die Zukunft des Baus geplant werden, hieß es vonseiten der Investoren. Biedermanns betreiben in Donaueschingen bereits ein Museum.

Bahnhof belebt sich Die Stadt Tuttlingen hat sich einen Teil des Bahnhofsgebäudes am Stadteingang gesichert. Der Kaufpreis soll sich im sechsstelligen Bereich bewegen. Über die Zukunft des gesamten Areals wird seit Jahren beraten. Die Stadt will dort unter anderem einen Fahrradstellplatz etablieren und das Gelände allgemein aufwerten. Auch Aesculap hat Pläne, das Areal zu nutzen. Zuletzt gab es Irritationen, weil ein Versicherungsmakler, die Maier-Gruppe, dort in eine permante Medizintechnik-Austellung investieren wollte.

Vor dem Weggang Walter Straßenbau investiert 4,5 Millionen Euro in ein Betriebsgelände. Für Chef Willy Walter ist es der Einschnitt, der die Zukunft sichert Papier ist geduldig, auch das vor Willy Walter. In sauberen Linien und Schraffierungen ist auf dem Großformat der Plan für das neue Betriebsgelände der Walter Straßenbau im Gewerbegebiet „Neuen“ aufgezeichnet. Die Emotionen, die für den Geschäftsführenden Gesellschafter Walter mit dem Umzug verbunden sind, bildet das Papier nicht mit ab: „Es ist ein Einschnitt.“ Seit den 1950er-Jahren hat Walter sein Domizil in Trossingen. „Damals war das erste Haus 700 Meter von uns entfernt“, erzählt der Seniorchef, der als Kind den Aufbau des Betriebshofs mit Spannung verfolgt hat. Heute befindet sich der Betrieb nicht nur inmitten eines Wohngebiets, er hat auch einen Schulkomplex vis-à-vis. Und eine Tempo-30-Zone. Walter sieht es nüchtern: „Wir haben hier zwar

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Bestandsschutz, aber keine Zukunft.“ Deshalb begannen schon vor Jahren die Gespräche mit der Stadt über eine Umsiedlung. Denn der 72 Jahre alte Familienbetrieb soll eine Zukunft haben: Mit Sonja Walter steht die dritte Generation in den Startlöchern – während die vierte auf einem Bobby-Car in Form einer Straßenwalze übt. Zudem ist die Firma mit 150 Mitarbeitern und Niederlassung in Sachsen eine feste Größe in Sachen Erschließung, Straßenbau bis zu Autobahnsanierungen. Sonja Walter: „Wir sind im Einzugsgebiet von 50 Kilometern sowie die A81 rauf und runter aktiv.“ Die Aufträge kommen zu 80 Prozent von der öffentlichen Hand. Das Volumen hält sich laut Seniorchef seit Jahren recht konstant bei 20 Millionen Euro, schwarze Zah-

len schreibt die KG ebenfalls seit Jahren. Auch 2013 wird ein gutes Jahr werden – „das haben wir gar nicht so erwartet.“ Die Erschließungsarbeiten für das neue Betriebsgelände sind angelaufen. 4,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen in das 1,8 Hektar große Gelände mit „Carport“ für die Maschinen sowie Lager, Labor und großer Werkstatt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll dann auch die Verwaltung in einen Neubau ziehen. Doch zunächst sind die „operativen Bereiche“ dran. Der Zeitplan steht laut Sonja Walter: „Bis zum November 2014 müssen wir die alten Werkstätten besenrein übergeben.“ Schließlich plant die Stadt auf dem Gelände bereits Wohnungen und der Verkauf des Areals sichert Walter den Umzug. Dirk Werner Foto: Jigal Fichtner


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Hohner kriegt den Blues Der Musikinstrumentenhersteller Hohner hat im abgelaufenen Ge­ schäftsjahr deutlich weniger ver­ dient: Der Jahresüberschuss sank um 20 Prozent auf 2,16 Millionen Euro. Der operative Cashflow drehte ins Minus; die Trossinger gaben 618 000 Euro mehr aus, als sie einnahmen.

Ein Grund für die rückläufigen Zahlen: Der Stammmarkt Europa schrumpfte um 6,3 Prozent. Aller­ dings konnten die Erlössteigerun­ gen der Gruppe in Nordamerika (plus 10,5 Prozent) und Asien (plus 4,4 Prozent) den Umsatz bei 67,6 Millionen Euro in etwa kon­ stant halten. Trotz der durchwach­

Erfolg in Sarg senen Bilanz soll es wieder eine Dividende geben: 0,11 Euro pro Aktie sind geplant. Daneben hält der Großaktionär HS Investment (96 Prozent) an seinen Plänen fest, Hohner von der Börse zu nehmen. Man will die ausstehenden Anteile für 9,30 Eu­ ro je Aktie übernehmen. wer

Verschnaufpause bei Herzog Der Schramberger Präzisionstech­ niker Herzog hat 2012 einen leichten Umsatzrückgang um 1,6 Prozent auf 59,0 Millionen Euro hinnehmen müssen, in den Vor­ jahren ging es stetig aufwärts. Die Rendite stimmt aber laut der ver­ öffentlichten Bilanz: Der Gewinn hat sich mehr als verdoppelt auf 2,2 Millionen Euro.

Die 1958 gegründete GmbH fertigt Präzisionsdrehteile, An­ triebselemente, Getriebebausätze sowie komplexe Systemlösungen für die unterschiedlichsten Bran­ chen, von der Zweirad­ und Elektro­ werkzeug­Industrie über den Ma­ schinenbau bis zur Heiz­ und Kli­ matechnik. Zu den Kunden zählen Unternehmen wie KTM.

Im April 2011 hatte die auf Mittelstands­Beteiligungen spezia­ lisierte Finatem aus Frankfurt am Main die Mehrheit an Herzog übernommen, 75 Prozent der An­ teile hält der Investor, das Manage­ ment den Rest. Für den Zeitpunkt der Übernahme wurde der Umsatz von Herzog mit 48,9 Millionen Euro angegeben. pop

Die Spaichinger Conrad Braun & Sohn feiert ein besonderes Jubi­ läum: Seit 125 Jahren produziert das Familienunternehmen am Stammsitz Holzprodukte – zu­ nächst Möbel, seit 1970 Särge. Dabei ist das Unternehmen nach Angaben der Geschäftsführer Heike und Robert Braun – die fünfte und vierte Generation – das einzige in Süddeutschland, das ausschließlich in Deutschland fer­ tigt. Die verwendeten Lacke und Beschläge stammen aus deutscher Produktion, das Holz aus Sägewer­ ken in der Region. Die Hölzer werden bei Braun zunächst ge­ trocknet, bevor sie weiterverar­ beitet werden. Auf dem Firmengelände lagern ständig bis zu 800 Särge, damit man auf Kundenwünsche schnell reagieren kann. Neu im Programm sind Urnen aus Holz. Damit trägt Braun dem Trend zu Feuerbestat­ tungen Rechnung. wer

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Regionalteil • Hegau/Bodensee

KURZ NOTIERT

Der Leuchtturm

Maier wird Planzer Die Singener Traditionsspedition Maier wird voraussichtlich zum Jahreswechsel an die Spedition Planzer aus Dietikon verkauft. Nach Angaben von Inhaber Manfred Maier werden aktuell die letzten Details des Deals geklärt. Maier gibt die Spedition aufgrund eines fehlenden Nachfolgers nach 80 Jahren aus den Händen der Familie. Planzer ist seit Jahren ein Partner von Maier. Die Singener beschäftigen rund 200 Mitarbeiter an drei Standorten, die alle ihren Arbeitsplatz behalten sollen. 100 Lastwagen fahren für Maier. Planzer ist die größte Spedition der Schweiz mit 3700 Mitarbeitern.

Inpotron Schaltnetzteile hat ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen. Das bringt mehr Platz. Und einige Nebeneffekte Wer das Areal der Inpotron Schaltnetzteile in diesen nebligen Tagen am Rand von Hilzingen sucht, der wird leicht fündig: Die blauen und roten LEDLeuchtelemente an der Außenhaut des neuen Logistikzentrums illuminieren die Nebelsuppe weithin sichtbar. „Das ist von uns gar nicht gewollt, hat aber durchaus einen positiven Marketingeffekt“, so der geschäftsführende Gesellschafter Hermann Püthe. Verstecken muss sich das 1997 gegründete Unternehmen ohnehin nicht. Man zählt zu den führenden Herstellern von Schaltnetzteilen, die gut 90 namhaften Kunden sind weltweit verteilt. Inpotron hat rund 450

WLAN für Alle! Radolfzell will die erste Stadt am Bodensee mit kostenlosem WLAN in der Innenstadt und an der Uferpromenade werden. Nach Angaben von Wirtschaftsförderer Daniel Seefelder arbeitet die Stadt mit dem Tiroler Anbieter IT-Innerebner zusammen, der die Infrastruktur aufbaut und das Netz verwaltet. Im Frühjahr soll es losgehen.

aktive Produkte. Püthe: „Pro Jahr haben wir gut 50 Entwicklungsprojekte.“ Entsprechend sind Kapazitäten am Standort notwendig. Die Fertigungstiefe ist enorm, 13 der 95 Mitarbeiter sind in der Entwicklung tätig. „Einen Fachkräftemangel spüren wir nicht. Wir haben konsequent eine Arbeitgebermarke aufgebaut“, betont der Geschäftsführer. Lauftreff und Gesundheitsmanagement gehören ebenso dazu wie Feierlichkeiten. Die Eröffnung des Logistikneubaus bot aktuell wieder einen Anlass. Rund vier Millionen Euro flossen in das Bauwerk mit gut 3700 Quadratmetern Nettogrundfläche und 654 Palettenstellplätzen sowie Tiefgarage.

Die LED-Leuchten außen erinnern an die Leiterbahnen auf den Schaltnetzteilen. Der Neubau war notwendig, da die Kapazitäten im erst 2008 eröffneten Produktions- und Verwaltungsbau erschöpft waren. Püthe: „Aktuell produzieren wir rund 50 000 Netzteile pro Monat, da wurde es vom Platz her sehr eng.“ Zugleich nutzte man die Chance zur Neustrukturierung von Abläufen und IT. Die finanziellen Reserven für das aufgrund der Auslastung von Püthe als „Kraftakt“ bezeichnete Projekt waren vorhanden: Die Eigenkapitalquote liegt bei 76 Prozent, die Umsatzrendite pendelt bei 20 Prozent. Und schwar-

MAC nun offen In Singen hat das Kunst- und Automuseum MAC der Unternehmerfamilie Gabriela und Hermann Maier offiziell geöffnet. Das Ehepaar hat einen nicht näher genannten Millionen-Betrag in den von Architekt Daniel Binder als Hommage an die Hegaulandschaft entworfenen Bau investiert.

Prämierter Aufwand Das von Studierenden der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz entworfene und gebaute Null-Energie-Haus ist von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen mit dem Zertifikat in Gold ausgezeichnet worden. 150 Studierende waren zwei Jahre mit Bau und Planung beschäftigt.

Der Logistik-Neubau der Inpotron Schaltnetzteile ist nicht nur am Tag imposant

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Foto: Feuerstein


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Stollbert Architekten

Emmas Start

Guter Preis Das Jahrhundertprojekt Seetor­ querung in Radolfzell hat eine wichtige Hürde genommen: Der Gemeinderat nahm die Kostenbe­ rechnung eines beauftragten Ar­ chitekturbüros zur Kenntnis. Der Finanzbedarf wird auf 17 Millio­ nen Euro festgelegt – bislang ging die Stadtverwaltung in einer vor Jahren aufgestellten Schätzung von 16,5 Millionen Euro Kosten aus. Angesichts des dazwischen­ liegenden Zeitraums eine Punkt­ landung. Der Gemeinderat soll Anfang 2014 endgültig über die Realisierung des Projekts befinden. Die Seetorquerung wird allge­ mein als wichtigste städtebauliche Maßnahme angesehen: Mit der Umgestaltung des Bahnhofareals soll zugleich die vorhandene Un­ terführung unter den Gleisen zum See neu gebaut werden. Verwal­ tung und Geschäftsleute verspre­ chen sich davon eine höhere At­ traktivität, da die Innenstadt und der Bodensee optisch näher zu­ sammenrücken und die bauliche Situation attraktiver wird. Bislang ist das ein großes Manko. wer

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ze Zahlen sind unterm Strich kein Problem. Für 2013 rech­ net Püthe mit einem Umsatz von 14 Millionen Euro – 2009 lag man noch bei 6,7 Millionen Euro. Für 2014 erwartet der geschäftsführen­ de Gesellschafter – Püthe hält neben Eric Spaun 50 Pro­ zent der Anteile – nicht mit zweistelligem Wachstum. Langweilig wird es den­ noch nicht. Immerhin hat Inpotron zum Juli 2013 den Sondermaschinenbauer Zorn in Stockach übernommen. Püthe: „Das wird ein neues Geschäftsfeld.“ Damit man ein leuchtendes Beispiel im Hegau bleibt. Dirk Werner

Nach einem Jahr Vorbereitungs­ zeit wurden in Friedrichshafen nun die ersten vier Fahrzeuge und drei Ladesäulen des Mobilitätskon­ zepts „Emma“ in Betrieb genom­ men. Für Landrat Lothar Wölfle hat das Projekt Vorbildcharakter, weil elementare Probleme des öf­ fentlichen Nahverkehrs wie zeit­ liche Engpässe gelöst werden. Bei dem öffentlich geförderten Projekt „E­Mobil mit Anschluss“, kurz „Emma“, kann sich jeder übers Internet ein Fahrzeug reser­ vieren, um damit beispielsweise vom Bahnhof Friedrichshafen weg­ zufahren. Der Bund, der Landkreis sowie regionale Projektträger in­ vestieren rund sieben Millionen Euro in das Mobilitäts­Konzept. Bis Mitte kommenden Jahres sol­ len dann 30 Fahrzeuge und zahl­ reiche Ladesäulen im Kreisgebiet zur Verfügung stehen. wer

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Regionalteil • Marketing-Club Schwarzwald-Baar

Die Teilnehmer des Marketing-Club-Abends vor der Interstuhl-Bilderwand

Gesetztes Miteinander Das Thema CSR spielt bei Interstuhl eine entscheidende Rolle. Weil es die Inhaber wollen und die Kunden immer stärker fordern

W

er auf einen Blick etwas über die CSR-Aktivitäten der Firma Interstuhl wissen will, der geht schräg links am Empfang im repräsentativen Firmengebäude vorbei, dann die Treppe hoch. Dort hängen alle: Jeder der rund 650 Mitarbeiter ist mit seinem Konterfei in der Bildergalerie verewigt, die Chefs mit Werner Link an der Spitze irgendwo zwischendrin. Plastischer kann man das Miteinander, die soziale Verantwortung des Unternehmens für die Mitarbeiter Außenstehenden kaum vor Augen führen. Doch Bilder an der Wand sind eines, die gelebte Praxis etwas ganz anderes. Und um etwas über die gelebte Corporate Social Responsibility, kurz CSR und übersetzbar mit „unternehmerischer Gesellschaftsverantwortung“, bei Interstuhl zu erfahren, hat sich der

Marketing-Club auf den Weg nach Meßstetten-Tieringen am Trauf der Alb gemacht. Wobei Hans-Jörg Bley als Bereichsleiter Marketing bei Interstuhl klarstellt: „CSR muss authentisch sein, sonst nimmt es einem niemand ab!“ Bei Interstuhl reicht die CSRBandbreite von der Unterstützung von Kindergärten, Schulen, Vereinen über die Nutzung regenerativer Energien bis hin zur Recyclingfähigkeit der Produkte zu 98,5 Prozent. Für jedes Neugeborene eines Mitarbeiters wird ein Baum gepflanzt, Interstuhl hat von internationalen Designern einen Wanderpfad gestalten lassen und unterstützt ein studentisches Projekt in Südafrika. Es gibt einen Standortsicherungsvertrag samt Mitarbeiter-Beteiligungs-Fonds – und die Liste ließe sich noch verlängern. Bleibt die Frage: Wofür das alles?

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Hierauf hat Bley gleich drei Antworten: 1. Weil es die Inhaberfamilie will. 2. Weil es dem Unternehmen auch als Arbeitgebermarke hilft. Bley: „Wir haben keine Probleme, Stellen zu besetzen, Mitarbeiter fliegen sogar aus Berlin ein.“ 3. Weil immer mehr Kunden auf CSR Wert legen. Dazu muss man wissen: Interstuhl zählt mit den Marken Interstuhl, Bimos und Prosedia zu den führenden Herstellern in Europa. Der Umsatz liegt bei 119 Millionen Euro, der Exportanteil bei 40 Prozent, die Kunden sind Konzerne wie Daimler und Telekom ebenso wie Filmausstatter. Und pro Tag verlassen 3500 Stühle für Produktionen, Verwaltungen und Vorstandszimmer den Standort. Bley: „Alles wird hier entwickelt und produziert.“ Auch das hat was mit Verantwortung zu tun. wer

Prost Neujahr! Traditionell starten die Marketer des Marketing-Clubs mit einer besonderen Veranstaltung im Januar ins neue Jahr. Das wird 2014 nicht anders sein. Allerdings macht die Clubführung zum Redaktionsschluss noch ein Geheimnis daraus, was geplant ist … Kontakt

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