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FOTOS: WWW.ALEAVA.NET

DIE MEERESFAUNA DER HALBINSEL VALDES


DIE FAUNA Fauna des Meeres, des Landes und der Luft. Unsere Tiere teilen den Lebensraum, in dem sie sich bewegen, miteinander. Auf ihren Wegen hinterlassen sie Spuren von Frieden und Harmonie, und sie bringen Leben hervor in einem Ökosystem, das so empfindlich ist wie die Tierbabys, die im großen Schoß der Halbinsel Valdés geboren werden.


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1. DER FAUNA-KALENDER Nicht alle Tiere haben die gleiche reproduktiven Zyklus oder Fütterung. Manche brauchen die Wärme des Sommers, die anderen die kalte, ruhige Winter, und einige sind bei uns das ganze Jahr über. Welche Tiere sehen Sie?

JAN

FEB MÄR

APR

MAI JUNI

JULI AUG

OKT

DEZ

WALE SEELÖWE SEE-ELEFANT

ORCA DELFINE

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ZU BEACHTEN

EMPFEHLUNGEN

DENKEN SIE DARAN

Wenn Sie uns in den ersten oder letzten Tagen der Saison, in der die Beobachtung der jeweiligen Tierarten möglich ist, besuchen, besteht die Möglichkeit, dass Sie keine Tiere sehen könnten. Beachten Sie dies insbesonders in Hinblick auf die Orcas, deren Sichtung ausschließlich vom Wetter abhängt, das bei Flut gut und recht windstill sein muss.

Beobachten Sie die Tierwelt aus der Entfernung; folgen Sie oder nähern Sie sich den Tieren nicht. Füttern Sie niemals Wildtiere; es beeinträchtigt ihre Gesundheit und verändert ihr natürliches Verhalten.

In der Wildnis sind Radios, Abspielgeräte, laute Musikinstrumente und anhaltendes Schreien fehl am Platz.

Bitte lassen Sie alles, was Sie finden, seien es Steine, Pflanzen oder andere Naturgegenstände, genau so, wie Sie sie vorgefunden haben.

Wenn Sie in dieser Hinsicht umsichtig handeln, haben Sie ausserdem größere Chancen, Tiere zu sehen und Zeuge ihres einzigartigen und artspezifischen Verhaltens zu werden.


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2.1 DER SÜDLICHE GLATTWAL

(oder SÜDKAPER)

EUBALAENA AUSTRALIS

Zwischen Mai und Oktober besuchen die Südlichen Glattwale unsere Küsten, um sich zu vermehren und ihre Kälber aufzuziehen. Lassen Sie sich auf eine unvergessliche Erfahrung ein und beobachten Sie die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung, ohne vorher etwas über ihr Verhalten, Aussehen und Ernährung gelesen zu haben.

LÄNGE

Ausgewachsenes Männchen: 14 m Ausgewachsenes Weibchen: 15 m GEWICHT

Ausgewachsenes Männchen: 40 Tonnen Ausgewachsenes Weibchen: 45 Tonnen Neugeborenes Kalb: zwischen 2 und 3 Tonnen

Wie auch alle anderen Walarten unternimmt der Südliche Glattwal zwei Wanderungen pro Jahr: eine trophische oder Nahrungswanderung in zooplanktonreiche Regionen in der Nähe der antarktischen Konvergenz, sowie eine Paarungswanderung in wärmere, küstennahe Regionen, die ruhiger und von den widrigen Wetterbedingungen abgeschirmt sind, die auf dem offenen Meer herrschen und für die Walkälber gefährlich sein könnten. Der Südliche Glattwal hat einen weiten Lebensraum im Ozean, in dem er im Laufe seines Lebens weite Strecken schwimmt.

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Die im Golfo Nuevo oder im Golfo San José geborenen Kälber kehren nicht zwingend jedes Jahr zu der Halbinsel zurück. Die Wale haben klar definierte Zonen für ihre Wanderungen im Herbst und im Sommer, bei denen sie jeweils Tausende von Kilometern zurücklegen. Bei der Herbstwanderung, in der Zeit der Fortpflanzung und Aufzucht, wandern sie nach Norden bis zum 20. Breitengrad. Die nördlichste Region Südamerikas, in der Gruppen von Südlichen Glattwalen gesichtet werden, ist die Küste Brasiliens; in Afrika ist dies zwischen Mozambique und Madagascar. Sie kommen aber auch in Australien, Neuseeland und Südafrika vor. Einer Erhebung des ICB (Institut zum Schutz der Wale) zufolge wird geschätzt, dass in der Winter-/ Frühjahrssaison mehr als 600 Südliche Glattwale zur Halbinsel Valdés kommen, welches die größte Ansammlung von Walen dieser Art in Paarungsgebieten darstellt. Die ruhigen Gewässer des Golfo Nuevo und des Golfo San José

sind für die Walkälber, wenn sie das Atmen erlernen, besonders geeignet, und sie sind auch für die paarungsbereiten Wale sehr anziehend. Wenn der Dezember kommt, ziehen sich die Tiere in die Nahrungszonen zurück, die in etwa im Saum des 55. Breitengrades liegen, wo die Wassertemperatur in dieser subantarktischen Region im Sommer steigt und somit die Vermehrung von Krill, dem Hauptnahrungsmittel dieser Wale, begünstigt. Im Gegensatz zu den Delfinen, die eine Sozialstruktur mit engen Bindungen haben, bilden die Wale keine Gruppen, sondern sind als Einzelgänger unterwegs. In den Paarungsund Aufzuchtgebieten kann man sie in kleinen Kopulationsgruppen von bis zu 6 Tieren beobachten, die sich nach der Paarung wieder auflösen, oder auch Mutter-Kind-Einheiten, deren Beziehung nach der Entwöhnung des Kalbes während der nächsten Paarungswanderung der Mutter endet. Der Südliche Glattwal springt häufig und verweilt auch lange


Zeit mit der Schwanzflosse über Wasser. Indem er mit seinen Flossen und dem Schwanz auf die Wasseroberfläche schlägt, erzeugt er eine wahre Meeresschaumexplosion. Die Wale sind sehr neugierig und richten sich häufig in einer vertikalen Position auf, die auch als „Spionageposition“bekannt ist.

ERNÄHRUNG

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus antarktischem Krill. Der Südliche Glattwal frisst aber auch Larven verschiedener wirbelloser Tiere, Fischlarven und Organismen vom Meeresgrund. Während man viele Jahre lang geglaubt hat, dass die Wale in Paarungsgebieten fasten, weiss man heute – dank der Beobachtungen von Kapitänen der Beobachtungsboote und Analysen

des Kotes – dass die Wale sich während ihres Aufenthaltes im Golf der Halbinsel Valdés von Zooplankton (Hummerlarven, Ruderfußkrebse und einige in der Region vorkommende Krillarten) und Grundorganismen ernähren. Maximale gemessene Tauchtiefe für diese Art: 184 m Längster Tauchgang ohne Atemholen: 50 Minuten in Nahrungsgebieten (in den Paarungsgebieten dauern die Tauchgänge selten länger als 10 Minuten). Im Unterschied zu den Delfinen, die Zahnwale (Odontoceti) sind, gehören die Südlichen Glattwale zur Unterordnung der Bartenwale (Mysticetos), die wenige sehr große Wale umfasst, von denen der größte der Blauwal ist, der länger als 30 Meter werden kann. Die Südlichen Glattwale

unterscheiden sich von den anderen Walarten in verschiedener Hinsicht, aber der sichtbarste Unterschied ist, dass sie keine Zähne, sondern Barten haben. Die Barten sind aus einem flexiblen Material namens Keratin (das selbe Material, aus dem auch unsere Fingernägel und Haare sind), mit einer glatten äusseren Kante und einem zerfaserten Inneren, das der Mähne eines Pferdes ähnelt. Die Barten hängen vom Oberkiefer herunter und sind hervorragende Filter, die Nahrung durch Filtrierung des Meerwassers zurückhalten. Der Südliche Glattwal besitzt zwischen 220 und 260 Barten, die über den Oberkiefer verteilt sind. Die Barten in der Kiefermitte können bis zu 1,80 Meter lang werden.

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DER SPRUNG Der Südliche Glattwal, wie auch andere Walarten, hebt seinen Körper aus dem Wasser und bietet dabei ein einzigartiges und beeindruckendes Schauspiel: den „Walsprung“. Die Gründe für diesen Sprung sind aus unserer menschlichen Sicht vielfältig. Die Wissenschaftler vertreten die Meinung, dass Wale springen, um sich mit anderen erwachsenen Walen oder ihrem Jungtier zu verständigen. Andere behaupten, dass ein weiterer Grund sein könnte, dass die Wale versuchen, Dinge ausserhalb des Wassers zu beobachten, auch wenn es nur Formen und Entfernungen sind. Jedoch ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie mit ihren Augen, die dem Sehen im Salzwasser angepasst sind, Objekte oberhalb der Wasseroberfläche, in der Luft und nur mit einem Blick klar umrissen erkennen können. Es gibt andere warscheinliche Gründe, die den Walsprung auslösen, und einer davon ist winzig und hat die Form eines

kleinen Krebses: der Flohkrebs. Diese Krustentiere finden sich zusammen, bis Dutzende von Flohkrebsen über die Haut und die Schwielen des Wales krabbeln. Manchmal krabbeln sie über sehr empfindliche Stellen, wie z.B. den Rand des Auges, und verursachen eine erhebliche Belästigung. Es ist möglich, dass sich der Flohkrebs bei dem Versuch des Wales, sich davon mit einem Sprung zu befreien, beim Auftreffen auf die Wasseroberfläche löst. Andere Unannehmlichkeiten, die den Sprung auslösen können, sind die heftigen Stiche in seinen Lenden, verursacht von den Möwen, die sich in letzter Zeit von seiner Haut und seinem Fett ernähren. Das Wichtige, lässt man das „warum“ seines Sprunges beiseite, ist aber, diesen unglaublichen Meeressäuger von über 40 Tonnen dabei zu beobachten, wie er, nur mit der Kraft seiner Schwanzflosse 10 Meter seines Körpers aus dem Wasser hebt.


SCHWIELEN

TDiese harten und klar umrissenen Hautwucherungen haben eine rauhe Grundfläche und an einigen Stellen die Form kleiner Blätter. Diese einzelstehenden Schwielen sind ungefähr 5 cm hoch, bilden sich in der Fötalphase und entwickeln sich mit dem Wachstum des Tieres ein Leben lang weiter. Man findet sie an der Oberkante der Unterlippe, am Kiefer, der rückwärtigen Oberfläche des Gesichtes und über den Augen, wo sie eine Art Augenbraue bilden. Die grösste Hautwucherung bei allen Südlichen Glattwalen ist die Kappe, auch Bonnet genannt, die sich auf der Maulspitze befindet. Diese dunkelgrauen Schwielen sind von kleinen Krustentieren, den Flohkrebsen, besiedelt, die auch als „Walflöhe“bekannt sind. Manchmal sind sie mit Rankenfußkrebsen (Cirripedia) durchsetzt, die den Schwielen eine gelbliche oder orange Färbung verleihen. Wenn auch alle Südlichen Glattwale diese Hautwucherungen aufweisen, befinden sie sich doch nicht bei allen an der gleichen Stelle oder haben die gleiche Form. Jeder Wal hat sein eigenes Schwielenmuster. Aufgrund dieser Eigenschaft begann Roger Paine vor 40 Jahren mit der Photoidentifikation von Südlichen Glattwalen auf der Halbinsel Valdés.

DAS BLASLOCH

Die Blaslöcher befinden sich auf dem hinteren Oberkopf. Sie besitzen starke Muskeln, die die Öffnungen schliessen und das Eindringen des Wassers in die Lungen verhindern. Beim Ausatmen stoßen die Wale zwei Säulen aus feuchter Luft, Wasserdampf und Sekretionen aus Luftröhren und Lungen aus. Diese Säulen oder Wolken bilden dabei ein „V“, das bis zu 5 Meter hoch sein kann. An der Form dieser Säule kann man den Südlichen Glattwal von anderen Walarten, wie z.B. den Schwertwalen und Delfinen unterscheiden, die nur ein Blasloch besitzen.


FORTPFLANZUNG

Die Weibchen des Südlichen Glattwales erreichen die Geschlechtsreife mit fünf bis sechs Jahren. Die Paarung, bzw. das Werben, der Südlichen Glattwale findet zwischen mehreren Männchen und einem umworbenen Weibchen statt, die von 2, 3 oder mehr Männchen eingekreist wird. Die Paarung kann länger als einen Tag dauern. Das Weibchen dreht sich dabei, um eine Kopulation zu verhindern, mit dem Bauch nach oben. Diese Position kann sie nur einige Minuten halten, da sie dann wieder atmen muss. Eine Taktik der Männchen besteht darin, dass einer von

ihnen seinen Bauch auf den Rücken des Weibchens drückt, während die anderen Männchen auf ihren Positionen zu den Seiten des Weibchens verbleiben. Wenn das Weibchen sich zum Luftholen dreht, drängeln sich die Männchen, bis es einem gelingt, zu kopulieren. Andere Male konnten wir in Puerto Pirámides von den Walsichtungsbooten aus beobachten, wie die Männchen mit ihren Penissen die Vaginalöffnung des auf dem Rücken schwimmenden Weibchens suchen. Hierzu ist anzumerken, dass das männliche Geschlechtteil ungefähr 2 Meter lang ist und das Männchen absolute Kontrolle über dessen Bewegungen hat, in etwa

wie ein afrikanischer Elefant über seinen Rüssel. Wenn das Männchen es schafft, sein Sexualorgan auch nur wenige Zentimeter einzuführen, kann er genug Kraft aufbringen um das Weibchen, das wie eine Boje auf dem Wasser treibt, zu sich hin zu drehen und den Koitus zu ermöglichen. Die Kopulation dauert nicht länger als 30 Sekunden, aber das Werben kann sich über mehrere Stunden hinziehen. Gewöhnlich gelingt es fast allen Männchen, sich zu paaren, aber nur einer schafft es, das Weibchen zu befruchten. Laut einer von der Stiftung Patagonia Natural zur Verfügung gestellten Studie, bringt der


Fortpflanzungsrhytmus alle 3 Jahre ein Walkalb hervor, da die Schwangerschaft bekanntlich etwa 12 Monate dauert, das Kalb etwa ein Jahr lang gesäugt wird und darauf wieder ein Jahr Schwangerschaft folgt. Daraus ergeben sich 3 Jahre Abstand bis zum nächsten Kalb, von denen immer nur eins zu Zeit geboren wird. Die Geburten finden hauptsächlich in der Zeit zwischen August und Ende Oktober statt. Die Milch der Walkühe ist fett und zähflüssig, da sie mehr als 50% Fett und 12% Proteine enthält, was dem Kalb ermöglicht, täglich 2 bis 3 Zentimeter zu wachsen, so dass es am Ende der Stillzeit, nach einem Jahr, seine Länge verdoppelt hat. Obwohl sich all dies unter Wasser abspielt, können wir bei den Walbeobachtungen, die von unserem Ort Puerto Pirámides, dem einzigen Walbeobachtungshafen in Argentinien, aus gemacht werden, sehen, wie das Kalb die Milch von der Mutter erhält, und zwar durch aktives Ausstoßen der Milch durch die Mutter, und nicht durch Saugen des Kalbes, wie bei anderen Säugetieren üblich. Die Mutter hebt den Schwanzstiel leicht an, während das Kleine abtaucht und sich dem Bauch der Mutter schräg nähert. Während dieses Vorgangs sieht man an der Wasseroberfläche die Schwanzflosse des Kalbes oder manchmal auch nur einen Wasserwirbel. Obwohl man dieses noch nicht hundertprozentig weiss, nimmt man an, dass die Südlichen Glattwale ungefähr 60 Jahre alt werden, obwohl Schätzungen existieren, nach denen sie 100 Jahre leben könnten, was aber bis heute nicht bewiesen werden konnte.


2.2 GROSSER SCHWERTWAL ORCINUS ORCA

(oder ORCA)


UNSERE ORCAS Sie sind die größten Delfine. Es gibt sie in allen Meeren der Welt, aber nur auf der Halbinsel Valdés können wir sie mit der aussergewöhnlichsten Technik in der Wildnis jagen sehen: dem absichtlichen Stranden.

LÄNGE

Ausgewachsenes Männchen: 9,8 m Ausgewachsenes Weibchen: 8,5 m Neugeborenes: 2,4 m GEWICHT

Ausgewachsenes Männchen: 9 – 10 Tonnen Ausgewachsenes Weibchen: 7 – 8 Tonnen Neugeborenes: 180kg Der Orca gehört zur Ordnung der Wale (Cetacea). Das Wort Cetacea hat seinen Ursprung im Griechischen (ketos) und Lateinischen (cetus), und in beiden Fällen bedeutet es Wal. Wenn man auch daraus ableitet, dass man einen Orca „Wal“ nennt, so ist dieses doch falsch, da es sich in Wirklichkeit um einen Zahnwal (Odontoceti) handelt, zu denen auch andere Delfine, Tümmler, der Pottwal, etc. gehören. Im Spanischen hat man, um Verwirrung zu vermeiden, be-

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schlossen, einen Wal nur dann als „ballena“ zu benennen, wenn er Barten anstelle von Zähnen hat. So gibt es zwei Ordungen von Cetacea: Odontoceti (Orca, Delfin, etc.) und Mysticeti (Bartenwale). Orcas besitzen zwischen 10 und 13 Paaren kegelförmiger Zähne per Kiefer, die sich in den Ober- und Unterkiefer einfügen, insgesamt also ungefähr 48 Zähne. Wie auch bei den Bäumen gibt die Zahl der Ringe an den Zähnen das Alter des Tieres an. Die Orcas weisen Geschlechtsdimorphismus auf, das heisst, es gibt zwischen Männchen und Weibchen Unterschiede in Form und Größe. Diese Unterschiede beginnen sich im Alter von 10 -15 Jahren zu zeigen. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist die Rückenflosse, die bei erwachsenen männlichen Tieren bis zu 2

Meter hoch werden kann und eine dreieckige Form besitzt. Die Rückenflosse der Weibchen wird in der Regel durchschnittlich 1 Meter hoch und ist gebogen wie die eines Delfins. Die Kälber und die jungen Männchen haben ebenfalls eine gebogene Rückenflosse, was bei der Bestimmung des Geschlechts oft zu Verwirrungen führt. Die Schwanzflosse kann 2,7 Meter Breite überschreiten und sie ist der Hauptantrieb, der es dem Orca ermöglicht, sich auf über 50 km pro Stunde zu beschleunigen. Die Schwanz- und die Rückenflosse bilden nicht nur die Grundlage für Stabilisierung, Steuerung und Antrieb des Orca, sondern dienen sowohl dem Tastsinn beim Spielen und bei der Paarung, wie auch zur Einschüchterung, wenn die Orcas mit ihnen die Wasseroberfläche oder ihre Beute schlagen.


FORTPFLANZUNG

Die Weibchen können bereits im Alter von 11 Jahren mit der Fortpflanzung beginnen. Die heranreifenden jungen Weibchen werden in der Regel zunächst einmal „Kindermädchen“, um sich so auf ihre zukünftigen Aufgaben als Mutter vorzubereiten. Im Laufe ihres Lebens kann ein Weibchen 4 bis 6 Kälber zur Welt bringen, bei einer Tragzeit von um die 17 Monate. Im Alter von etwa 40 Jahren stellen sie die Fortpflanzung ein, obwohl es auch Ausnahmen gibt. Die männlichen Tiere beginnen ihre Geschlechtsreifung mit durchschnittlich 12 bis 14 Jahren. Typisch für diese Phase ist das schnelle Wachstum der Rückenflosse. Während sie wächst, beginnt sie sich zu strecken und verliert ihre bisherige Krümmung. Dieses Wachstum bezeichnet man als „Sprießen“. Das Wachstum der Rückenflosse und des Körpers dauert bis um das 20. Lebensjahr an. Orcas sind sehr gesellige Tiere. In einigen Fällen leben sie in kleinen Familiengruppen. Wir besitzen keine gesicherten Daten über die Gruppen, die in der Gegend der Halbinsel Valdés leben, da keine genetischen Studien durchgeführt worden sind, die die Feldbeobachtungen belegen könnten.

FÄRBUNG

DieFärbung der Orcas ist normalerweise schwarz und weiss mit einem grauen Sattel hinter der Rückenflosse. Man hat jedoch in der Antarktis Orcas gesichtet, die grau und weiss sind und einen hellgrauen Sattel haben. Alle Orcas weisen einen weissen Fleck über bzw. hinter dem Auge auf. Die Unterseite der Schwanz-

Sehen Sie Orcas in Punta Norte, bei Flut. Schauen Sie im Faunakalender nach (Seite 34).

flosse ist im allgemeinen weiss, wobei die komplexen Zeichnungen unterhalb der Sexualorgane, die sich über die Seiten der Schwanzflosse und die Flanken des Orca hinziehen, bei beiden Geschlechtern unterschiedlich sind. LEBENSERWARTUNG

Orcas können bis zu 80 Jahren alt werden, aber es gibt Studien, die

belegen, dass im Fall einer Gruppe von Orcas, die vor den Küsten Washingtons (USA) und Britisch Kolumbiens (Kanada) leben, die weiblichen Tiere im Durchschnitt 50 Jahre alt werden. Man weiss nicht warum, aber die männlichen Tiere dieser Population leben kürzer, um die 30 Jahre, wobei aber auch ein Maximum von 50 Jahren erreicht werden konnte.


„Wenn Sie das Privileg haben, dieses Tier in seiner ursprĂźnglichen Wildheit zu erleben, werden Sie verstehen, dass es geboren wurde, um frei zu sein und nicht, um in einem Delfinarium durch einen Reifen zu springen.“


ERNÄHRUNG

Orcas jagen in der Regel Pinguine, Delfine, Robben und SeeElefanten, Seevögel und sehr selten auch Wale. In Punta Norte haben unsere Orcas die Technik des absichtlichen Strandens entwickelt, um Jungtiere von Robben und SeeElefanten zu erbeuten. Diese Technik wird von Orca zu Orca ab ihrem sechsten Lebensmonat weitergegeben, weshalb es möglich ist, dass Orcas beim Stranden ohne erkennbare Jagdabsicht oder an einsamen Stränden zu beobachten. Sie sind dabei immer in Gruppen, um gefährliche Strandungen zu vermeiden. Es kommt auch vor, dass sie Robben fangen und auf das offene Meer hinausbringen, um sie dann aber frei zu lassen. Hunderte von Tierfilmern aus aller Welt kommen Jahr um Jahr von Mitte März bis Anfang April, um dieses in der Welt einzigartige Schauspiel festzuhalten. In anderen Regionen haben Orcas nämlich andere Jagdtechniken entwickelt, die an die jeweiligen Beutetiere und die Möglichkeiten, die ihnen ihr Umfeld bietet, angepasst sind. Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Tiere zu den intelligentesten Meeresbewohnern gehören und ihre Methoden der organisierten Jagd und die Interaktion mit anderen Arten wirklich erstaunlich sind.

Hinsichtlich ihrer Angriffe auf Wale gibt es keine Fälle in den Gewässern unseres Golfes. Es hat jedoch einige Fälle in Ushuaia und anderen Gewässern gegeben, bei denen beobachtet werden konnte, wie Jungwale durch organisierte Angriffe angegangen wurden, die eine Kombination aus Ermüdung des Beutetiers und Bissen an gezielte Stellen sind. Dennoch haben Orcas niemals eine bedeutende Anzahl von Walen getötet, zumindest nicht, solange das grösste Raubtier (der Mensch) weiterhin „pseudo-wissenschaftlich“ Wale abschlachtet und das Walfleisch für einen absurden und schmalen Markt kommerzialisiert. Leider gehören zu diesem Markt auch die Orcas, wie auch Delfine und Haie, die besonders in und von Norwegen, Japan und Dänemark gehandelt werden.

vielmehr um Reste von Mahlzeiten handelte, die es über einen unbestimmten Zeitraum zu sich genommen hatte. Sollten Sie das Glück haben, diese Tiere in Punta Norte zu sehen, werden Sie feststellen, dass es nicht nötig ist, einen Angriff mitzuerleben, um voller Bewunderung die Erhabenheit und Macht zu fühlen, die dieses mystische Tier ausstrahlt. Und in seiner Anwesenheit werden Sie sich bewusst, dass dieses Tier geboren wurde, um frei zu sein und nicht, um in einem Delfinarium durch einen Reifen zu springen.

Die Orcas haben eine schlechte Presse, allein schon wegen ihres Namens, der sie umgangssprachlich als „Mörderwale“ bezeichnet. Man glaubt, dass sich ihr Ruf als „unersättlich“ darauf begründet, dass 1866 Daniel F. Eschricht im Magen eines Orcaweibchens unverdaute Reste von fast dreißig Tümmlern und Robben gefunden hat. In Wirklichkeit ist es nicht warscheinlich, dass es alle diese Tiere eines nach dem anderen verschlungen hat, sondern es sich

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DIE MÄHNENROBBE OTARIA FLAVESCENS Eine der Arten mit den größten Kolonien an den Küsten der Halbinsel. Zärtlich und wild, stark und empfindsam, ziehen die Mähnenrobben die Aufmerksamkeit aller Besucher von Puerto Pirámides auf sich.

LÄNGE

Bullen: 2,80 m Kühe: 2,20 m Neugeborenes Kalb: 80 bis 90 cm

GEWICHT

Bullen: 350 kg Kühe: 150 kg Neugeborenes Kalb: 10 bis 15 kg

Die Mähnenrobben gehören zu den Pinnipedia, d.h. sie sind Meeressäugetiere, die perfekt an das Leben im Wasser angepasst sind, aber im Gegensatz zu den Cetaceae auch an Land leben können. Diese Arten verbringen eine Zeit im Wasser, um sich zu ernähren, und eine Zeit an Land, wo sie sich paaren, ihr Fell wechseln und sich ausruhen. Auf der Halbinsel Valdés gibt es Kolonien zweier Arten von Pinnipedia: die der Mähnenrobbe, die zur Familie der Otariidae (Seelöwen) gehören, und die des Südlichen See-Elefanten, der zur Familie der Phocidae (Hundsrobben) gehört.

(SÜDAMERIKANISCHER SEELÖWE)


Die Mähnenrobbe besitzt löwenähnliche Züge. Die erwachsenen Bullen haben einen kräftigen Kopf mit einer dichten Mähne, die auch den Hals und einen Teil der Brust bedeckt, und der sie den Namen „Seelöwe“verdanken. Es ist sehr wichtig, die Bullen zu erkennen, um ihnen an den Stränden nur nicht zu nahe zu kommen. Sie sind sehr agressiv und ihr Biss ist sehr gefährlich und muss chirurgisch gereinigt werden, um Wundbrand an der Bisswunde zu vermeiden. Ebenso wichtig ist es, sich einem Jungtier, das man alleine am Strand vorfindet, nicht zu nähern, denn auch sie beißen, und man sollte vor allem nicht versuchen, es zu bewegen. Die Mähnenrobbe ernährt sich von Fischen, Tintenfischen und Krustentieren, die sie fängt, während sie bis zu 120 m tief taucht. Die maximale gemessene Tauchzeit (Apnoe) beträgt 8 Minuten. Die Färbung der erwachsenen Tiere variiert von graubraun bis hin zu einem gelblichen Hellbraun. Die Neugeborenen sind schwarz bis zum ersten Fellwechsel, der nach ungefähr einem Lebensmonat stattfindet, und bei dem ihre Farbe zu einem dunklen Graubraun wird.

Bulle erhält einen Harem aus nicht mehr als 10 Kühen, obwohl die Bullen auch Kühe voneinander „stehlen“, wobei es mitunter zu ernsten Verletzungen oder gar zum Tod des Weibchens oder eines Kalbes kommen kann, das zwischen die Fronten geraten ist. Die Weibchen bringen ihre Jungen wenige Tage nach ihrer Ankunft zur Welt und sind eine Woche nach der Geburt wieder empfänglich und werden von den Bullen begattet, die erfolgreich einen Platz in der Kolonie besetzt haben. Die Fortpflanzugsaktivitäten der Kolonie sind Ende Februar beendet, wenn nur die Kühe mit ihren Kälbern zurückbleiben, die 8 Monate lang gesäugt werden. AUSGEGRENZTE BULLEN

typischen Verhaltensweisen ist die „Entführung von Weibchen“, die sie von der Kolonie bis zu einer nahegelegenen Küste abdrängen, wo sie die Kuh dann zurückhalten, um sich mit ihr zu paaren, obwohl diese in der Regel schon von dem Alfabullen der Kolonie befruchtet wurde. Gelegentlich folgt das Kalb der Mutter, wenn diese von den alten oder halbwüchsigen Bullen entführt wird. Da diese Bullen nicht erlauben, dass die Mutter sich um das Junge kümmert, verhungert dieses meist. Findet man ein Paar von Seelöwen alleine an einem der Strände in der Nähe von Puerto Pirámides und ausserhalb der Paarungskolonie, ist man ohne Zweifel Zeuge einer „Entführung“.

UND ENTFÜHRUNGEN

Die alten und sehr jungen Bullen, die von den Alfamännchen in den Territorialkämpfen besiegt wurden, finden sich in den Randgebieten der Kolonien in Gruppen zusammen. Eine ihrer

Die Seelöwenkolonie von Punta Pirámides befindet sich 5km von dem Hotel entfernt Weitere Seelöwen können Sie in Punta Norte sehen

FORTPFLANZUNG

Die Gruppen der Bullen beginnen, die Paarungskolonien ab Dezember zu besetzen. Aggressiv verteidigen sie ihre Territorien, während sie auf die Ankunft der Weibchen in den nächsten Tagen warten. Bei diesen Aggressionen zwischen den Männchen gibt es kaum Körperkontakt zwischen ihnen. Sie bestehen hauptsächlich aus Drohgebärden und Gebrüll. Jeder

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2.4 DER SÜDLICHE SEE-ELEFANT MIROUNGA LEONINA Sie ruhen sich an den Küsten der Halbinsel aus und verschmelzen optisch mit der Landschaft. Machen Sie ihre Bekanntschaft und lassen Sie sich von der Ruhe dieser großen Hundsrobben anstecken.

LÄNGE

Bullen: 6.20 m. Kühe: 3.70 m Neugeborenes kalb: 80 bis 90 cm. GEWICHT

Bullen: 4 Tonnen Kühe: 800 kg Neugeborene: 40 kg

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Die Bullen besitzen eine rüsselartige Nase, die erst mit 8Jahren völlig ausgewachsen ist und die ihnen den Namen See-Elefant verliehen hat. Dieser Rüssel bläht sich beim Ausatmen von Luft, die durch Muskelkraft zurückgehalten wird, auf. Der See-Elefant ernährt sich von Tintenfischen und Fischen, die er bei Tauchgängen fängt, die bis zu 120 Minuten dauern können, was ihm eine Tauchtiefe von fast 1.500 Metern ermöglicht. Seine großen Augen ermöglichen ihm, genügend Licht einzufangen, um sich so weit von der Wasseroberfläche entfernen zu könnnen. FORTPFLANZUNG

Die See-Elefanten verbringen die größte Zeit des Jahres in tiefen Gewässern, wo sie sich ernähre. Die Zeiten, die sie an der Küste verbringen, – ohne Nahrung aufzunehmen – sind für den Fellwechsel und die Fortpflanzung bestimmt. Der jährliche Wechsel des Fells findet zwischen Frühling und Sommer statt und dauert normalerweise einige wenige Tage, in denen sich große Flächen Fells lösen, die man zwischen dem Geröll der Sammelplätze finden kann. Die erwachsenen Bullen beginnen im August, sich an den Paarungsplätzen einzufinden und die Kühe kommen im September

dazu. Die Männchen kämpfen hitzig darum, das dominante oder Alfamännchen des Harems zu werden und diese Kämpfe werden mit Körpereinsatz ausgetragen. Häufig sieht man an den Hälsen der erwachsenen Bullen die Narben, die die Zähne ihrer Gegner während der Kämpfe hinterlassen haben. Die Harems können aus einigen wenigen bis zu mehr als hundert Weibchen bestehen. Der größte dokumentierte Harem bestand aus 130 Weibchen für einen einzigen Bullen. Während der Paarungszeit, die bis zu 3 Monaten dauern kann, bewachen die Bullen ihren Harem ständig und versuchen zu verhindern, dass ein anderer Bulle eine seiner Kühe begattet. Da sie keine Nahrung zu sich nehmen, können die Bullen pro Tag bis zu 12kg Körpergewicht verlieren. Eine Woche nach ihrer Ankunft bringen die Weibchen ihre Jungen zur Welt, die sie etwa 25 Tage lang mit einer so energiereichen Milch säugen, dass das Kalb pro Tag ungefähr 5kg Gewicht pro Tag zunimmt, während die fastende Mutter jeden Tag rund 9kg verliert. Zum Zeitpunkt der Entwöhnung hat das Kalb sein Geburtsgewicht um etwa 300% erhöht. Nach der Entwöhnung verbringen die Jungtiere eine Fastenphase

an der Küste, die zwischen 30 und 90 Tagen dauern kann und nach der sie sich ins Meer wagen, um dort ihre erste feste Mahlzeit zu erjagen. Dies ist eine sehr kritische Phase für die Kälber, da sie in dieser Zeit eine hohe Sterblichkeitsrate haben. Die Bullen erreichen die Geschlechtsreife mit 5 bis 6 Jahren, beginnen aber erst mit 10 Jahren, sich fortzupflanzen, wenn sie solange überlebt haben, da 90% aller Bullen sterben, bevor sie sich das erste mal gepaart haben. Die Weibchen haben eine Paarungsspanne von ca. 15 Jahren, wobei sie die Geschlechtsreife mit etwa 5 Jahren erreichen. Man glaubt, dass sie bis zu 20 Jahre alt werden, während die Männchen nicht älter als 15 werden.

Schauen Sie im Faunakalender nach.

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2.5 DELFINE DER SCHWARZDELFIN Lagenorhynchus obscurus

Auch bekannt als Fitz Roy-Delfin, überzieht der Schwarzdelfin die stillen Gewässer des Golfes mit Zauber und Schelmerei. Lassen Sie sich von der Energie des besten Freundes des Menschen anstecken.

Der Schwarzdelfin ist ein Meeressäuger aus der Ordnung der Cetacea (Wale) und Unterordnung Odontoceti (Zahnwale, wie auch die Orcas). Er hat einen spitzen, dunklen Schnabel. Die Rückenflosse ist schwarz und hat einen heller grauen Halbmond auf der rückwärtigen Mitte. Der Schwanz ist dunkel, läuft and den Enden spitz zu und hat eine auffällige Einkerbung in der Mitte. Die Brustflossen sind lang und spitz, wobei der vordere Rand gebogen ist und sich durch eine dunklere Farbe abhebt. Beide Augen sind von einem kleinen dunklen Fleck umgeben. Farbe: Die Lende ist dunkelgrau oder bläulich schwarz, mit einem hellgrauen Band an den Flanken, das sich vom Schwanzstiel bis zur Körpermitte zieht, wo es an seinem Endpunkt, zumeist unter der Rückenflosse, in zwei Spitzen ausläuft. Die weiße Fläche des Bauches zieht sich bis oberhalb der Brustflossen hin und endet in einem schmalen Band zwischen Schnabel und Stirn. VERHALTEN

Der Schwarzdelfin ist sehr neugierig und lässt Boote leicht an sich herankommen. Dabei schwimmt er bevorzugt in deren Bugwelle. Er ist ein sehr akrobatischer Delfin, der hoch über die Wasserfläche hinausspringt und dabei eine ganze Reihe von 22

Piruetten, einfache und doppelte Saltos, vorwärts oder rückwärts, vollführt. Er springt auch Bögen, wobei er wieder mit dem Kopf ins Wasser eintaucht, er lässt sich auf die Wasserfläche fallen und schlägt diese mit seinem Schwanz, er springt wiederholt und vollführt „Kopfstöße“ an der Wasseroberfläche, und er ist fähig zu Sprüngen mit Drehungen. Man begegnet ihm in sogenannten Schulen, die zwischen 20 und 100 Tiere umfassen, obwohl auch schon Schulen von an die tausend Schwarzdelfinen gesichtet wurden. Er scheint sehr gesellig zu sein und sich auch mit anderen Arten zusammenzutun, sowohl zur Nahrungsaufnahme, als auch als Lebensgemeinschaft. Als Beispiel hierfür seien drei Fälle aus dem Golfo Nuevo vor der Küste von Chubut genannt, wo ein großer Tümmler, zwei Gemeine Delfine und möglicherweise eine Kreuzung aus Schwarzdelfin und Südlichem Glattdelfin mit Schulen von Schwarzdelfinen zusammenleben. Die Verbreitung des Schwarzdelfins beschränkt sich auf die südliche Hemisphäre. Er ist in Südamerika, Neuseeland, den Kerguelen-Inseln und in Südafrika zu beobachten. FORTPFLANZUNG

Die Tragzeit dauert 9 Monate. Es wird ein einzelnes Jungtier zur Welt gebracht, das nach der Geburt in ständigem Kontakt mit der

Mutter bleibt, indem es neben ihr herschwimmt und sich dabei an ihre Körperseite unterhalb ihrer Rückenflosse drückt. Diese Position verlässt es nur zur Milchaufnahme. Die Stillzeit dauert ein Jahr oder auch mehr. Das maximale dokumentierte Alter liegt bei 35 Jahren. Die Weibchen werden mit sechs oder sieben Jahren geschlechtsreif. Von da an dauert es etwa ein Jahr, bis sie im Sommer ihr erstes Junges zur Welt bringen, das bei der Geburt im Durchschnitt 80 cm lang ist. ERNÄHRUNG

Der Schwarzdelfin ernährt sich hauptsächlich von Fischen (Anchovis, Seehecht, junge Ährenfische) und Tintenfischen. Seine Jagdtechnik besteht im Aufspüren von Fischschwärmen, wobei eine Schule sich in Gruppen aufteilt. Stößt eine Gruppe auf einen Schwarm, teilt sie es den anderen mit, die den Ruf noch über eine Entfernung von 8km hören. Die Delfine kreisen den Schwarm ein und treiben ihn an die Oberfläche, indem sie um ihn herum und unter ihm schwimmen. Die Seevögel nutzen diese Ansammlung von Fischen gerne als eigene Nahrungsquelle, weshalb es einfach ist, die Gegenwart von Delfinen auszumachen, wenn man einen großen Tumult von Seevögeln über einem begrenzten Meeresgebiet sieht.


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BEZIEHUNG ZUM MENSCHEN

In Argentinien: Unabsichtliches Fangen in Netzen mittlerer Wassertiefe für den Anchovisfang; in Patagonien sterben zwischen 100 und 200 Schwarzdelfine jährlich in Schleppnetzen für den Fang von Seehechten und Garnelen. Im Rest der Welt: In Peru wurde diese Art kommerziell für den Fleischkonsum ausgebeutet. Auch heute noch werden tausende Tiere im Jahr gefangen, um sie zu Wurst zu verarbeiten und ihr Fleisch zu essen. Auch in Chile werden sie gejagt, wenn auch in geringerem Ausmaß, und hauptsächlich, um ihr Fleisch als Köder für Fischfallen zu benutzen. Wenn Sie an einer Delfinbeobachtung in Puerto Madryn teilnehmen möchten, fragen Sie bitte an der Rezeption

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DER COMMERSON-DELFIN (auch TONINA oder JACOBINA) Cephalorhynchus commersonii

LÄNGE

Ausgewachsenes Tier: bis zu 2,70 m Neugeborenes: 80 cm GEWICHT

Ausgewachsen: 150kg Neugeboren: 6kg Diese Tiere werden als Küstendelfine betrachtet, abwohl man sie auch schon mehr als 100 Meilen von der Küste entfernt beobachtet hat. In den argentinischen Küstengebieten findet man sie vom Golf von San Matías bis nach Feuerland. Sie bewohnen offene Küsten, Fjorde, Buchten, Rias und Flussmündungen. Die Beobachtungen der Toninas findet normalerweise in Playa Unión statt, ca. 6 km von Rawson entfernt, welches ungefähr 152 km von Puerto Pirámides entfernt ist. Toninas leben in Gruppen. Man kann kleine Gruppen von 2 bis 10 Tieren über eine große Fläche verteilt sehen. In einigen Fällen

kann die Schule auch bis zu 100 Tiere umfassen. Sie sind schnelle und aktive Schwimmer. Man kann sie gut an der Wasseroberfläche sehen, da sie häufig springen und oft mehrere aufeinanderfolgende Saltos machen, bevor sie für 15 bis 20 Sekunden abtauchen. Oft schwimmen sie auf dem Rücken, wobei man den Genitalfleck sehen und so ihr Geschlecht bestimmen kann. Gelegentlich kann man sie auch in den Wellen der Brandung, im Kielwasser der Boote von vorne nach achtern, und sogar im Kielwasser von Walen „surfen“sehen. Das maximale dokumentierte Alter der Toninas, das durch die Wachstumsringe ihrer Zähne festgestellt werden konnte, liegt bei 20 Jahren. Sie erreichen die Geschlechtsreife mit 7 bis 8 Jahren. Bei ihrer Geburt sind die Jungen zwischen 75 und 80cm lang und wiegen 6kg. Die ersten Jungtiere sind Mitte November zu sehen und es ist möglich, dass die Zeit der Geburten sich über den ganzen

Sommer erstreckt. Während dieser Jahreszeit kann man die Mütter mit ihren Jungtieren beobachten, wie sie synchron mit dem Rest der Schule mitschwimmen.

Wenn Sie einen commerson die Delfine beobachten in Playa Union unterstützen wollen, an der Rezeption fragen.

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INFORMATIONEN Wenn Sie über die aktuellen Ereignisse auf der Halbinsel informiert sein möchten, besuchen Sie bitte: eco-lodge.blogspot.com Für weitere Informationen über das Hotel besuchen Sie bitte: www.ecohosteria.com.ar

del Nómade Eco Hostería Av. de las Ballenas s/n Puerto Pirámides (U9121XAQ) Chubut - Patagonia Argentina Te: (0280)-4495044 Aus dem Ausland: (054) 280 - 4495044

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