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4 / August 2011  www.eco-life.ch

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ecolife

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CHF 6.50

Das Schweizer Magazin für Nachhaltigkeit

bewusst schön leben

Mit Schalk und Seele

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Oh Sohle mio Wir wandern barfuss in die Berge Guter Hut Le Tom: Chices für den Kopf Outdoorspass Mit Kindern die Natur erleben

Senior Design Factory: Jugendlicher Geschäftssinn trifft altes Wissen


SIMPLY CLEVER

ŠKODA GreenLine Modelle

Mit EURO-Prämie bis zu CHF 6’500.–* Preisvorteil

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Morgen beginnt Heute mit den neuen GreenLine Modellen von ŠKODA: Wer an die Generation von morgen denkt, wird schon heute belohnt – in Form von Fahrvergnügen, hohem Komfort, exzellenten Fahrleistungen und tiefem Treibstoffverbrauch. Motoren mit niedrigem CO2-Ausstoss, Start-Stopp-Automatik, Bremsenergie-Rückgewinnung, Reifen mit niedrigem Rollwiderstand und viele weitere Innovationen machen die GreenLine Modelle zu wahren Umweltaktivisten. Und zu Zukunftsgestaltern, in die man schon heute gerne einsteigt. www.skoda.ch * Preisbeispiel: Superb Combi GreenLine 1.6 l TDI-CR, DPF, 77 kW/105 PS, 5-Gang, 5-türig. EURO-Prämie von CHF 1’500.–, CO2-Bonus von CHF 2’000.–, bei Bestellung zusätzlicher Sonderausstattung im Wert von mindestens CHF 3’000.– schenken wir Ihnen CHF 3’000.–. Kundenvorteil total CHF 6’500.–. Empfohlener Nettoverkaufspreis ab CHF 39’450.–. EURO-Prämie, CO2-Bonus und gratis Sonderausstattung gültig für Neubestellungen bis 30.9.2011. Preise inklusive 8% MwSt. ** Beispiel: Fabia Limousine GreenLine 1.2. TDI-CR, DPF, 75 PS/55 kW, 5-türig, Treibstoffverbrauch gesamt 3,4 l/100km, CO2-Ausstoss 89 g/km, Energieeffizienz-Kategorie A. Mittelwert aller Neuwagen und Modelle in der Schweiz: 188 g/km.


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4  /  1 1 ECOLIFE EDITORIAL

Mittendrin für Sie Einer hatte die Schuhe voller Mehl, einer ging barfuss durch den Wald, ein anderer sah Bäumen beim Wachsen zu, eine ging ins Altersheim und noch ein anderer liess seine kleine Tochter an den Schellenbaum hämmern. Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, wenn es darum geht, eine Ausgabe von «ecoLife» zu texten und zu fotografieren, schwärmen unsere Autorinnen und Autoren in alle Himmelsrichtungen aus und erleben die Natur, die Umwelt, die Nachhaltigkeit hautnah. So war zum Beispiel Simon Joller genau der Richtige, um über den Trend «Cityrunning» zu berichten. Der Mann hat mehr Kilometer auf dem Rennrad, Mountain Bike, auf Inlineskates oder eben auch in Laufschuhen abgespult als die meisten von uns. Kürzlich nahm er am Swiss Alpine teil, dem grössten Berg-Ultramarathon der Welt, 78 Kilometer lang, 2400 Höhenmeter rauf und auch wieder runter. Joller brauchte 8 Stunden und 11 Minuten und klassierte sich auf dem beachtlichen Rang 53. Kein Wunder also, kam er kaum ins Schwitzen, als er die Hobbyläuferinnen und -läufer begleitete, die joggend Zürich neu entdeckten. Stattdessen hatte er locker genug «Pfuus», um Interviews zu führen und zu fotografieren. David Coulin wiederum kennt die Schweizer Berge wie kaum ein anderer. Er ist Autor unzähliger regionaler Wander- oder Schneeschuhführer, von Büchern wie «Die schönsten Rundwanderungen in den Schweizer Alpen» oder «Die schönsten Gipfelziele der Schweiz». Er kennt den Wert einer guten Ausrüstung, etwa von bequemen, trittsicheren Bergschuhen. Doch für «ecoLife» hat er eben diese Schuhe ausgezogen und ging zum ersten Mal in seinem Leben barfuss wandern. Derjenige mit dem Mehl an den Schuhen und der hämmernden Tochter, das war ich. Tief im Emmental habe ich Thomas Steiner besucht und mir seine Mühle angesehen, in der er seit fast zwanzig Jahren ausschliesslich Getreide in Bio- und Demeter-Qualität verarbeitet, obwohl ihn die anderen anfangs ausgelacht haben deswegen. Und gehämmert hat unsere Tochter auf dem Klangweg im Toggenburg, den wir hinsichtlich Kinderfreundlichkeit und Naturerlebnis getestet haben. Unser Urteil: bestanden! Ich hoffe, «ecoLife» zu lesen, ist für Sie, liebe Leserinnen und Leser, genauso spannend, wie es für uns war, das Heft zu machen. Reto Wüthrich, Chefredaktor «ecoLife»

PS: Ab sofort ist «ecoLife» Mitglied im Bildungspool, dem Netzwerk für Bildungsangebote. Mehr Informationen: www.bildungspool.ch


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ecoThemen FOKUS GESUNDHEIT 8 Barfusswandern: O Sohle mio In der Schweiz entstehen die ersten BarfussBergwanderwege. Der «ecoLife»-Autor zog schon mal die Schuhe aus. 12 City Running: Da läuft was In den USA wurde der Trend lanciert. Nun kann man auch bei uns die Städte joggend kennenlernen. 16 Yoga: In Ruhe Kräfte tanken Wie TV-Frau Claudia Lässer beim Yoga abschaltet. Und was es mit Guerillayoga auf sich hat. 20 Heilkräuter: Gärten der Gesundheit Viele Wehwehchen können mit Arzneipflanzen oder ­Heilkräutern behandelt werden. Oasen solcher guter Pflänzchen gibt es zum Beispiel in Zug und Zeiningen.

LEBEN 22 Schrot und Korn Thomas Steiner verarbeitet in seiner Mühle im Emmental nur Biogetreide. Seit fast 20 Jahren. Am Anfang wurde er deswegen belächelt. Heute gehört sein Betrieb zu den grössten und wichtigsten in der Schweiz. 28 Style für den Kopf Die hundsgewöhnliche Strandmatte stand am Anfang einer ­cleveren Geschäftsidee: Sie inspirierte die Gebrüder Tom und Rolf Hellat, dem guten alten Strohhut chices Leben ein­zuhauchen.


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08 Alles andere als schmerzhaft: Wer das Barfusswandern erst einmal entdeckt hat, wird vielleicht süchtig danach. Denn es sorgt nicht nur für neue Sinneseindrücke, sondern auch gleich noch für eine wunderbare Fussreflexzonen-Massage. 30 Alles andere als verstaubt: Die Senior Design Factory schlägt eine Brücke von Jung zu Alt. Das haben wir Benjamin Moser (der sich gerade für einen Sprint bereit macht) und Debora Biffi (die wohl eine Idee entstaubt) zu verdanken. 36 Alles andere als dürr: In der Schweiz ragen auf einmal wieder Hochstammbäume in den Himmel. Dabei drohte diesen erst gerade noch das Aussterben.

08 WIRTSCHAFT 30 Schalk mit Seele Debora Biffi und Benjamin Moser beschäftigen in ihrem Unternehmen Senior Design Factory eine 76-jährige Grafikerin und eine 90-jährige Strickerin. Eine unglaublich gute Idee, die zu Recht zum Erfolg wurde.

UMWELT 36 Ein neuer Stammbaum Die Zahl der Hochstamm-Obstbäume ging zuletzt dramatisch zurück. Jetzt wendet sich das Blatt: Zwischen Mais und Weizen stehen neue Bäume auf den Feldern. 42 Kinder: Raus aus dem Haus! Immer mehr Eltern wollen ihren Kindern den Wert der Natur wieder näherbringen. Doch wie? Am besten mit viel Outdoor­ spass, findet «ecoLife». Und liefert einige spannende Tipps.

SERVICE 3 Editorial Reto Wüthrich, Chefredaktor: Mittendrin für Sie 6 ecoTicker Ein paar Dinge, um bewusst schön zu leben 45 Vorschau / Impressum 46 Persönlich Ueli Steck, Bergsteiger


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«Alpenkalb» für den Rucksack Wer in der freien Natur unterwegs ist, muss sich auf seine Touren vorbereiten. Sei es zu Fuss, mit den Ski, dem Snowboard oder als Kletterer. Als Ergänzung zu Kartenmaterial, ­Büchern oder Bildschirmausdrucken stellt die Bergportal GmbH mit der «Alpenkalb»-App eine mobile Ergänzung zu ihren bestens bekannten Internetportalen zur Verfügung (www.skitouren.ch, www.gipfelbuch.ch, www.bergtour.ch, www.snowboardtouren.net). Damit gibts auch von

unterwegs aus Zugriff auf Angaben zu über 350 Berghütten, mehr als 7000 Berggipfeln und Tausenden von Routenbeschreibungen. Ab sofort steht die App «Alpenkalb» in einer iPhone- und einer Android-Version für alle Outdoorsportfans kostenlos zum Download bereit. www.bergportal.ch

ecoTicker Ein Star unter Stars Trockene und raue Haut bedarf einer reich­ haltigen Pflege, die unsere Haut in jeder ­Situation nährt und schützt. Ob rissige Ellen­ bogen oder strapazierte Füsse, die neue ­Weleda Skin-Food-Hautcreme pflegt besonders tro­ckene Haut von Kopf bis Fuss und hält sie mit wertvollen Kräuterextrakten zart und geschmeidig. Im Ausland konnte die reichhaltige Hautcreme auch Stars für sich gewinnen. Schön, dass es das Multitalent nun auch in der Schweiz gibt. International beliebt und preisgekrönt, wird sie auch hierzulande bestimmt in kurzer Zeit treue Fans finden. Eben ein echter Star unter den Hautcremes.

Kreatives Erlebnis für Kids Ein Tisch und ein Hocker für Kinder von 2 bis 6 Jahren zum ­Selberbemalen: Malmii ist ein superleichtes und ökologisches Kindermöbel aus Karton. Damit Kinder ihre ganze Kreativität und Fantasie ausleben können. Denn Kinder wollen ihre Welt erleben und das können sie am besten, indem sie ihre Umwelt aktiv gestalten. Malmii ist ein leichter, einfacher und kindgerechter Arbeitsplatz. Vor allem aber ein Tisch mit Ablagefläche und ein Hocker, bestehend aus bloss sechs Kartonteilen, die man ohne Klebstoff zusammenstecken kann. Damit ­können Kinder nach Lust und Laune dort kreativ sein, wo sie ­wollen: sei es im Kinderzimmer, Wohnzimmer oder gar im Freien. Idee, Konzept und ­Design von Malmii ­stammen vom Schweizer Produkt­designer Jean-Philippe Hagmann. www.malmii.ch

Mode auf dem Seziertisch Stil-Journalist Jeroen van Rooijen nimmt Klassiker der Mode aus­ein­ ander – und zwar im wahr­sten Sinne des Wortes. Mit ­Messer und Schere trennt er die Kleidungsstücke auf, erzählt ihre Geschichte und prüft die Verarbeitung. Dieser Prozess verrät viel über das modische Handwerk, über Produktionswege und Herkunft dieser Textilien. Qualitäten, die in Zeiten von ­Authentizität und Nachhaltigkeit in der Mode wieder eine wichtige Rolle spielen. Mit dabei sind Dauerbrenner wie der Feinstrick-Pullover von Smedley, elegante Klassiker wie der Kummerbund und die Fliege, aber auch Sportkleidung, Schuhe, Taschen und Unterwäsche. Auch ungewöhnliche Kleidungs­ stücke wie das Totenhemd nimmt van Rooijen ­unter die Lupe. In ihre Einzelteile zerlegt, bekommen die Textilien plötzlich eine neue, rätselhafte Schönheit. «Zerlegt – Kleidung auf dem S­ eziertisch», Jeroen van Rooijen. 232 Seiten, 88 farbige ­Abbildungen, ISBN 978-3-03823-693-1, Fr. 39.–


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Schneller Bio-Kuchen

Nordisches Modefeeling «Das iPad ist für uns das perfekte Medium», sagt die schwedische Designerin Gudrun Sjödén. Ihr Modemagazin zeigt den grössten Teil der neuen Kollektionen, dazu Bonusmaterial wie Filme und Fotos von den Shootings. Für alle, die vom GudrunSjödén-Modefeeling einfach nicht genug bekommen können, ist die neue App auf dem iPad ein inspirierender Abstecher in die ganz besondere Modewelt der schwedischen Marke, die auf farbenstarke Mode mit nordischen Mustern setzt und sich dabei für die Umwelt engagiert. www.gudrunsjoeden.ch

Das Naturaplan-Sortiment von Coop ist um zwei praktische Bio-Produkte reicher: Mit den neuen Kuchenbackmischungen Bio-Schoko­ ladencake und Bio-Zitronencake kommen auch anspruchsvolle Geniesserinnen und Geniesser auf ihre Kosten. Die einfache Zubereitung und die wenigen Zutaten, die für die Zubereitung zusätzlich benötigt werden, sorgen für ein kulinarisch überzeugendes Ergebnis in kürzester Zeit: ein luftig­ leichter Kuchen in bester Bio-Qualität.

Versteckte Gastroperlen Handy mit Yoyo laden Es ist der Alptraum der mobilen Gesellschaft. Man ist unterwegs und nutzt geschäftig sein Mobiltelefon, als plötzlich der Akku leer ist. Der Termin platzt, das Date trifft man nie, und das wichtige E-Mail geht auch nicht mehr raus. Die britische Firma Easy Energy hat nun ein Handyladegerät vorgestellt, das in diesem Fall rasch Abhilfe schafft. Der nach einem Yoyo benannte Yogen ist ein Handyladegerät, das in jede Hosentasche passt. Wie bei einem Yoyo kann man an einer Schnur ziehen, und mittels eines ausgeklügelten Mechanismus Strom für sein Mobiltelefon erzeugen. Ein paar wenige Züge an der Schnur mit dem bequemen T-Griff und man lädt ohne Kraftaufwand den Akku des Handys wieder auf. Eine Minute ziehen ergibt fünf Gesprächs­minuten. Das Yogen kostet 49 Franken. www.rrrevolve.ch

Richi Spillmann ging wieder auf Wanderschaft. Nach dem «BergBeizli-Führer» hat er nun ländliche, oft versteckt liegende Gastroperlen in der Schweiz ausfindig gemacht und persönlich getestet. Im für jeden Wanderer und jede Naturliebhaberin unverzicht­baren Guide stehen 1065 Land- und Gourmetbeizli, Landgasthöfe, ­Bauernwirtschaften, Bistros, Grotti und Weinschenken sowie ­Besenbeizen sorgfältig aufgelistet und bewertet. Selbst in den abgelegensten Tälern kennt der Führer eine romantische Landbeiz. Alle Gastrobetriebe sind in Farbe abgebildet. Einfache Piktogramme geben Auskunft über Örtlichkeit, Öffnungszeiten, Übernachtungsmöglichkeiten, Kinderfreundlichkeit, die Speisekarte sowie Hausspezialitäten. Den Guide gibts für 35 Franken im Buchhandel, am Kiosk, in Sou­venir-Shops und in vielen im Guide ­aufgeführten Land-Beizli. Oder im ­Direktverkauf via E-Mail an info@spillmanndruckag.ch


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O Sohle mio

Barfuss in die Berge? Kein Problem. Zumindest, seit Esther und Heini Bürgi bei Innertkirchen den ersten Barfuss-Berg­ wanderweg der Schweiz angelegt haben. Ein völlig neues Wander­gefühl. David Coulin


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Die Füsse sind das grosse Thema auf dem ersten Barfuss-Bergwanderweg der Schweiz. Viel bewusster als sonst geht man über den vielseitigen Teppich der Natur. Und tut dabei Gutes für die Gesundheit: Spätestens seit Doktor Kneipp ist hinlänglich ­bekannt, dass Barfussgehen gleichzeitig auch eine Fussreflexzonen-Massage ist.

Ich

muss gestehen: Meine Füsse stecken in der Regel gut geschützt in Schuhen aller Art. Oft sind es Wanderschuhe, mit denen ich mich für meine Bergrecherchen behände über Stock und Stein bewege. Intensiv nehme ich die Umgebung wahr, rieche die Düfte, die mir der Wind entgegentreibt, spüre den Pulsschlag in den Adern. Was ich in der Regel ebenfalls spüre, sind die Schläge auf die Sprung- oder Kniegelenke. Nicht aber an jenem Tag, an dem wir uns auf dem Barfuss-Panorama-Bergwanderweg von Innertkirchen her zwischen dem Susten- und Grimselpass aufmachen. Im steilen Gschliechtiwald finden wir in engen Kehren hinauf zum Weiler Understock am Eingang des Durbachtals. Diesmal sind weniger die Gelenke gefordert als der Gleichgewichtssinn. Bei jedem Schritt ertaste ich mit meinen Füssen sorgfältig den Untergrund, bevor ich ihnen mein Gewicht anvertraue. Ich spüre Nässe, Wärme, Weichheit – das ganze Sinnesempfinden baut sich während des Aufstiegs gleichsam von den Füssen her auf. Denn die Füsse, sie stehen diesmal in direktem Bodenkontakt.

Intensives Körpererleben    Welche positiven Effekte das Barfusslaufen hat, ist spätestens seit Doktor Kneipp hinlänglich bekannt. Der Blutdruck gleicht sich aus, die Durchblutung wird angeregt, Stress wird ab- und Energie aufgebaut. Denn Barfusslaufen ist nichts anderes als eine permanente Fussreflexzonenmassage, sofern der Untergrund natürlich ist. Zudem werden die neunzehn Muskeln und über hundert Sehnen und Bänder im Fussbereich gestärkt. «Wer barfuss

geht, kann so auf natürliche Weise seine Gesundheit stärken, Fussleiden vorbeugen und die Gefahr von Misstritten senken», sagt Esther Bürgi, diplomierte Gesundheitsmasseurin und Initiantin des Barfuss-Bergwanderweges Innertkirchen. «Dazu kommt, dass wir den Füssen, die uns in einem durchschnittlichen Menschenleben immerhin viermal um die Erde tragen, für einmal die nötige Beachtung schenken.»   Tatsächlich: Die Füsse sind an diesem Tag das grosse Thema. Wie ist das mit den Blasen oder mit Zehenverletzungen, wenn man barfuss wandert? «Blasen gibt es nur auf heissem Asphalt», sagt Esther Bürgi, «deshalb hat man auch auf Barfusswanderungen neben einer Sonnenschutzcrème für bleiche Füsse immer ein paar leichte Schuhe dabei, die man für Strassenpassagen anzieht. Und Zehenverletzungen sind sehr selten, da man die Füsse mehr hebt und achtsamer ist.» Nur an einer Stelle auf dem ganzen Barfuss-Bergwanderweg empfinde ich ein unangenehmes Stechen. Dort, wo Heidelbeerstauden gerodet wurden und nun die Wurzelenden aus dem moosigen Untergrund piksen. Die 20-jährige Ann-Julie jedoch spürt in einigen Passagen schmerzhafte Stechgefühle im Mittelfussbereich und weicht darum oft auf den Zehengang aus. Die Diagnose von Esther Bürgi ist klar: Senkfüsse. «Die Fussreflexzonen im Mittelfussbereich stehen im Zusammenhang mit den fünf lebenswichtigen Organen und sind entsprechend sensibler», sagt sie. Damit ist klar: Eine Barfussbergwanderung ist keine Sandkastenübung, sondern ein forderndes Unternehmen für den ganzen Organismus. Piksende Stauden 


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Tipps fürs Barfusswandern Mitnehmen: Sonnenschutz, Pflaster (wenn trotzdem mal was wäre), leichte Schuhe, Frotté­tuch (der Naturdreck lässt sich ­mühelos entfernen, ganz im Gegensatz zum Strassendreck). Beachten: Für ungeübte Barfuss­geher ist es besser, einen Bergweg ­zuerst bergwärts zu begehen. Das ist ­ein­facher als barfuss abzusteigen. Ein kurzer Zeckencheck gehört nach Wanderungen in Waldgebieten zur Routine. Die meisten Naturwege sind fürs Barfusslaufen geeignet, solange sie nicht ­geschottert, verunreinigt oder mit Brennnesseln eingewachsen sind. Barfusswandern ist auch bei Nässe ein Genuss: Der Untergrund ist weicher, und der Fussreflexzoneneffekt ist grösser, da das Wasser leitet. Infos und Kontakt: Geführte BarfussBergwanderungen gibts z. B. bei www. barfusswandern.ch.

Für Gruppen interessant sind die Barfusswander-Angebote mit Esther Bürgi, die bei In-Natur buchbar sind: www.innatur.ch.

  Spannend beim Begehen des Innertkircher BarfussBergwanderweges sind aber nicht nur die Sinneserfahrungen auf den Wegstrecken oder den eingestreuten Fuss­erlebnisposten mit verschiedenen natürlichen KneippGelegenheiten. Spannend ist auch der Weg an sich. «Früher brauchten die Bewohner von Understock diesen Weg als Abkürzung», sagt Heini Bürgi, der zusammen mit seiner Frau Esther viel Freizeit und auch Geld in dieses Wegprojekt investiert hat. «Mit der Fahrstrasse und dem Rückgang der Einwohnerzahl ging der Pfad in Vergessenheit und wird nun auch von den Einheimischen neu entdeckt.» Beim Durchschreiten von alten, eingewaldeten Steinmauern wird Siedlungsgeschichte genauso erlebbar wie beim Passieren jenes alten Bauernhauses in idyllischer Umgebung, das zum Verkauf steht – «am besten an jemanden, der das nötige Geld für die Renovation und die Umgebungsarbeiten aufbringen kann», sagt Heini Bürgi. Er glaubt an die Zukunft dieses vergessenen Fleckens mit Aussicht von der Rückseite der Engelhörner bis zur Engstlenalp. «Mit der Klimaerwärmung wird die Aare Eingewaldete Steinmauern 

bei Innertkirchen wie in früheren Zeiten vermehrt Platz im Talboden brauchen und die Menschen wieder in die Höhe treiben.» Noch ist es aber nicht so weit. Im Gegenteil: Wir steigen in die Schuhe und lassen uns hinuntertreiben – auf alten Säumerpfaden zurück ins Tal.


Bio ganz bequem Bio-Convenience ist eine Antwort auf das Bedürfnis nach der schnellen und ökologisch nachhaltigen Küche. Auch die Migros setzt auf das Angebot von Fertigprodukten mit Bio-Label.

Zeitknappheit gehört zu unserem Lebensstil wie das Gähnen zur Müdigkeit: Das eine ist die Folge des anderen. Zwischen Büro, Kinderkrippe, Weiterbildung und Fitnesstraining soll auch noch der gesunde Genuss seinen Platz finden. Und so lautet bei vielen die Frage: Wer kocht? Eine zeitsparende Antwort darauf ist: Bio- Convenience. «Convenient» bedeutet «bequem», unter Bio-Convenience versteht man vorverarbeitete Lebensmittel und komplette Fertigprodukte, die der Bio-Verordnung des Bundes und den Richtlinien des Migros-Bio-Labels entsprechen: Pizza-, Blätter- und Kuchenteige, frische Pasta oder Eierspätzli aus dem Kühlfach, geraffelte Rüebli und Sellerie oder auch Sandwiches und Fruchtsäfte gehören heute zu den wichtigsten Convenience-Produkten im Migros-Bio-Sortiment. «Das Bedürfnis der Kunden nach ethisch und ökologisch einwandfreien Produkten ist unbestritten vorhanden und heute weit mehr als ein Trend», sagt Stefan Germann, Marketingverantwortlicher Convenience Ready-to-cook. «Migros trägt diesem Konsumentenbedürfnis seit Langem Rechnung und folgt auch in

Neues Bio-Logo der Migros Die Bio-Produkte der Migros werden aus hochwertigen Rohstoffen hergestellt. Die Schweizer Produkte stammen von Landbau-Betrieben, die nach den Richtlinien von Bio Suisse zertifiziert sind. Import-Produkte entsprechen der europäischen Bio-Verordnung. Die Einhaltung der Richtlinien wird von unabhängigen Institutionen geprüft. Infos: www.migros.ch/bio

Produktgruppen wie Frisch-Convenience, konsequent nach.» Damit der Konsument die Bio-Pizza oder -Pasta auch garantiert in nachhaltiger Qualität geniesst, gelten für die Herstel-

lung strenge Vorschriften. Bei der Jowa AG in Volketswil, der Produzentin u.a. von Bio-Teigen, heisst das: Einzig biozertifizierte Rohstoffe und die nach der Bio-Verordnung zugelassenen Zusatzstoffe kommen zur Anwendung. Bei einem gemischten Betrieb, welcher sowohl biologisch wie konventionell produziert, muss die Verarbeitung strengstens separiert werden. «Dies erreichen wir durch eine zeitliche Staffelung und durch eine rigorose Anlagenreinigung nach jedem Produktionsgang: Hygiene ist bei uns oberste Pflicht», erklärt Claudia Hallauer, Produktverantwortliche für Bio-Teige bei der Jowa AG. Dafür dass die Auflagen eingehalten werden, sorgen Inspektionen durch Kontrollfirmen. Der Bio-Gedanke ist also längst vom Feld in die Fabrik gelangt. Die industrielle Lebensmittelproduktion und der BioTrend stehen für die Ernährungsexpertin Marianne Botta Diener grundsätzlich nicht in Widerspruch. «Solange das Gesamtkonzept stimmt, solange sich Bio vom Anbau bis auf den Teller durchzieht, macht Bio-Convenience durchaus Sinn und entspricht ganz klar den modernen Bedürfnissen.»


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Da läuft was

In den USA ist sie erfunden worden: die Stadtführung im Laufschritt. Heute kann man sogenanntes Sight Jogging in über 70 Weltstädten buchen. Auch in der Schweiz ist der Trend angekommen. «ecoLife» rannte mit. Simon Joller


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«Ach

City Running: 3 Tipps für die Verpflegung Vor dem Lauf

Nach dem Essen zwei bis drei Stunden warten mit Lauftraining. Bis eine halbe Stunde vor dem Training nur Leichtes essen (Weissbrot mit Honig, Bananen, Sportriegel und Sportgel. Kein Fleisch, rohes Gemüse oder Milchprodukte).

Währendfes des Lau Läufe bis eine Stunde: keine Verpflegung (Wasser vom Brunnen); Längere Läufe: Trinkgurt mit Wasser, gesüss­ tem Getränk (z. B. Apfel­ schorle, Tee, Sirup) oder Sportgetränk mit­ nehmen. Gel ab einer Stunde alle 30 Minuten.

Nach auf dem LKohlehydrate (Teig­ waren, Reis, Kartoffeln, Süsses) und Proteine (v. a. Milchprodukte) füllen in der ersten Stun­ de nach dem Training die Speicher rasch auf. Alkohol bremst die ­Erholung. Tipp für Bierliebhaber: Alkohol­ freies trinken.

herrje, endlich weiss ich, wie dieses Sihlcity ausschaut.» Wolfgang Sichler, der 48-jährige Deutsche, läuft an diesem Mittwochabend quer über den offenen Platz des Zürcher Shopping-Riesen. Einige der Einkaufenden, Kinogänger und Zeitvertreiber drehen den Kopf nach unserer Gruppe, die da plaudernd vorbeirennt. Sichler freut sich über die Entdeckungen in seiner neuen Heimat: «Toll, wie ich so Stadt und Leute kennen lernen kann.» Seit acht Jahren organisiert Robert Peterhans geführte Joggings durch Zürich. Gratis für die Teilnehmenden und eigentlich ohne institutionalisierte Fremdenführung. Doch der Deutsche Sichler erhält von seinen Mitlaufenden gleich weiterführende Infos zu Sihlcity. City Running nennt sich die Zürcher Bewegung. Sie ist nicht die einzige derartige in der Schweiz, auch Basel bietet ähnliches mit der «Laufbewegung». Doch City Running von Peterhans war der Pionier: «Weil Zürich eine ständig wechselnde Bevölkerung hat, passen Laufen und die Stadt Zürich gut zusammen.» Auch ein Geschäft    Der Erfolg hat wohl auch damit zu tun, dass City Running die abgespeckte, dafür aber kommerzfreie Version des Trends Sight Jogging ist. Sight Jogging, die Stadtführung im Laufschritt, ist in den USA erfunden worden. Berlin war sehr wahrscheinlich die erste europäische Stadt, die den Trend adaptierte. London, Rom, Barcelona, Kopenhagen, Wien, Budapest folgten. In der Schweiz kann man in Basel, Bern, Zürich und Rapperswil Führungen in Laufschuhen buchen. Sight Joggings hierzulande kosten bis zu 90 Franken pro Person. Auch Peterhans bietet die touristische Version zusätzlich zu den Gratis-trainings an: «Der Run auf unser Sight Jogging hält sich allerdings in Grenzen. Zwar führten wir dieses Jahr schon CS-Chef Brady Dougan mit Mitarbeitern durch Zürich. Doch Geld ver­dienen wir damit kaum.» Das dürfte auch auf die anderen Schweizer Angebote zu­ treffen. So wurde das Sight Jogging in Winterthur nach einem Jahr wieder aus dem Programm genommen. In Bern hat die Fitnesstrainerin Ines Bernasconi zwar schon Geschenkgutscheine verkauft: «Aber um ehrlich zu sein: eingelöst oder gebucht hat bislang noch niemand.» Von Ironman bis Gucci 

  Zurück beim er-

folgreichen City Running in Zürich. Wir sind ein bunter Haufen an diesem Abend. Mehr als zwanzig Leute, viele davon weiblich. Vom ­Finisher-Shirt des Ironman Rapperswil bis zur

Gucci-Brille geht das modische Spektrum, von Baseldeutsch bis Hochdeutsch reichen die Sprachfetzen. Maribel Mozzi und ihr Papa Guido laufen im hinteren Teil der Gruppe. Guido ist 67 Jahre alt. Vor einem Jahr hat er seine Tochter zum Laufen durch Zürich überredet. Seither begleitet sie ihn regelmässig: «Ich mag es, dass wir nie dieselbe Strecke laufen. Immer wieder sehe ich Neues.» So gibt es diesen Sommer zum Beispiel einen Lauf durch alle zwölf Stadtkreise, einen zu den schönsten Stadtpärken oder eine Brunnentour.   City Running in Zürich verschickt seinen Newsletter an über 1100 Personen. In der Region Basel nehmen gut 300 Personen regelmäs­sig an den Trainings der Laufbewegung teil. Laufen in der und um die Stadt ist ein Bedürfnis. Vor allem wenn es gratis (Zürich) oder für ein geringes Entgelt (Basel) zu haben ist. Wer beim Laufen in der Stadt auch eine professionelle Tourismusführung dabeihaben möchte, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Egal wie: Sight Jogging ist vergli­chen mit einer Busfahrt durch die Stadt garan­tiert noch ein Stück atemberaubender. Atemberaubend 

BS: www.laufbewegung.ch, www.sightjoggingbasel.ch, BE: www.ines4fitness.ch, Rapperswil: www.vvrj.ch, ZH: www.cityrunning.ch, weltweit: www.globalrunningtours.com

Jogging: 3 Fehler bei der Ausrüstung

Zu e weicfshch Lau uhe

Studien zeigen: Viele tragen zu stark ­gedämpfte und zu schwere Laufschuhe. Die können Verletzungen verursachen. Auch auf Asphalt gilt: Direktere (und meist leichtere) Schuhe fördern einen ­aktiven, gesunden Laufstil.

Zu warme Bekleidung

Im Sommer reichen Shirt und kurze Hosen. Ist es kühl, gilt die Faustregel: Wer in den ersten Minuten leicht friert, ist danach genau richtig angezogen.

Keine Funlektiidounns-g bek

Nassgeschwitzte Baumwollkleider werden schwer, kleben auf der Haut, scheuern. Und bei Wind kühlt man rasch aus. Funktionsbekleidung trägt sich angenehmer.


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«Yoga ist ein gutes Mittel, zu denken» Claudia Lässer ist eine Powerfrau. Sie arbeitet als Programmleiterin des Schweizer Sportfern und Galas, hat eine eigene Modelinie designt und die Fashion Days in Zürich mit aufgebaut. kann ich dieses Pensum bewältigen», sagt die 33-Jährige. Karin Reber Ammann*


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um positiver sehens, moderiert Talksendungen «Dank meiner täglichen Meditationspraxis

Mit

Yoga kam Claudia Lässer früh in Berührung: Sie besuchte ab 10 Jahren regelmässig Yogastunden bei ihrem Onkel Oskar Lässer und begann mit 12 Jahren unter seiner Anleitung zu meditieren. «Mir gefielen seine Seelenreisen und die Arbeit mit Bildern schon als kleines Mädchen», erzählt die TV-Moderatorin und Programmleiterin des Schweizer Sportfernsehens. «Aber erst jetzt merke ich, welchen Schatz er mir damit erschlossen hat.» Der kürzlich verstorbene Oskar Lässer ist einer der Yogapioniere der Schweiz. Er brach als 20-Jähriger mit Pfadifreunden in einem klapprigen 2CV zu einer Weltreise auf, um sei-


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nen «richtigen Platz» im Leben zu finden. Diesen fand er in Indien, wo er während 32 Jahren lebte. Als er in die Schweiz zurückkehrte, verbrachte er jeweils sechs Monate bei der Familie seines Bruders – dem Vater von Claudia Lässer – und kehrte danach für sechs Monate nach Indien zurück. «Mein Onkel Oskar war während meiner ganzen Kindheit präsent und hat mich und meine Brüder massgeblich geprägt», sagt die gross gewachsene Blondine. «Er ist ein entscheidender Pfeiler in meinem Leben.»   Claudia Lässer schlug beruflich den Weg in die Öffentlichkeit ein: Sie arbeitete zuerst als Primarlehrerin und dann – als Miss-Schweiz-Finalistin von 1998 – erfolgreich als Model. Zwei Jahre später wurde sie vom nationalen Privatsender Star TV bei einem Casting entdeckt und begann bald, eigene Sendungen zu mo­derieren. Zusammen mit ihrem Mann, dem Fussballtrainer ­Mathias Walther, gründete sie die TrendScout GmbH und ­designte unter diesem Namen ihre erste Modekollektion. 2007 begann sie mit der Produktion des TV-Formats «Faces TV», das bis heute auf Pro Sieben Schweiz läuft. Seit 2008 ist sie Programmleiterin beim Schweizer Sportfernsehen SSF. Sie wird gerne als Powerfrau bezeichnet. Claudia Lässer selbst sieht sich als Macherin und sagt: «Ich gehöre nicht zu den Menschen, die Träumen nachhängen. Ich verwirkliche meine Träume.» Aber sie betont, dass sie nur deshalb die Kraft habe, so aktiv zu sein und sich zu fokussieren, weil sie seit über 20 Jahren Yoga und Meditation praktiziere. «Yoga ist ein gutes Mittel, um positiver zu denken. Und Meditation gehört zu meinem Leben wie Zähneputzen.» Es vergehe kein Tag, an dem sie nicht in irgendeiner Form meditiere. Manchmal nur fünf, zehn Minuten in ihrem Büro zwischen zwei Sitzungen. Inzwischen reiche ihr das aus, um in die Ruhe zu gelangen. «Zu meditieren bedeutet, in eine andere Welt einzutauchen. Hier eröffnen sich mir unglaubliche Ressourcen.»

Wie Zähneputzen 

*Karin Reber Ammann ist Chefredak­ torin von «Yoga! Das Magazin». Dort ­finden Sie diesen Text in ganzer Länge (Ausgabe Nr. 6/2010). Mehr Infos: www.yogadasmagazin.ch

Jetzt kommt Guerillayoga Reto Wüthrich In Bern und einigen anderen europäischen Städten sorgt derzeit ­Guerillayoga für Schlagzeilen. Dabei gehts nicht um ­einen neuen Yoga­stil, sondern darum, «die alte Tradition in einen urbanen Kontext» zu stellen, wie die Verantwortlichen schreiben. Bewaffnet mit einer Yogamatte ­erobern die «Guerillayogistas» unge­wöhn­ liche Stadträume. Der Ort der geplanten, für alle offenen und von ausgebildeten Yogalehrerinnen und -lehrern gelei­teten Session wird jeweils erst 24 Stunden vorher bekannt gegeben. Die Sessions sind kostenlos, dafür werden Spenden für so­ zial oder ökologisch nachhaltige Pro­jekte gesammelt. www.guerillayoga.ch


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Gärten der Gesundheit

Mit Geduld und geschultem Blick lassen sich vielerorts Heilkräuter und Arzneipflanzen entdecken. Es gibt sie aber auch als begehbare Ausstellungen. Fabrice Müller


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Im Garten der Homöopathie-Schule in Zug oder im Arzneipflanzengarten der Bauernfamilie Senn in Zeiningen (AG) lassen sich gute Pflänzchen entdecken: Heilpflanzen, die obskure Namen tragen, aber in deren Innerem viel Gesundes steckt, das so manches Wehwehchen vertreibt.

Allein

die Namen der Pflanzen lassen das Leiden vergessen: Bei der Heilpflanze Hamamelis spricht der Volksmund von der virginischen Zaubernuss. Deren frische Rinde von blühenden Zweigen und auch die Wurzeln lassen sich als homöopathisches Präparat bei Prellungen und Blutungen einsetzen. Wohlklingend ist auch die Volksbezeichnung der Arnica, einer der bekannteste Heilpflanzen in der Homöopathie: Bergwohlverleih. Es ist das Mittel erster Wahl bei den meisten Verletzungen, wirkt zudem gegen Schock, Schmerzen, Blutung und Infektion. Ob man dagegen dem Gemeinen Stechapfel, auch Stramonium genannt, trauen kann? Die Homöopathie bedient sich der frisch blühenden Pflanze beispielsweise bei hyperaktiven oder ängstlichen Kindern mit Konzentrationsstörungen. Eine zwielichtige Figur scheint beim ersten Hinhören auch der bittersüsse Nachtschatten zu sein. Doch das täuscht: In der Homöopathie hilft die als Dulcamara bekannte Pflanze bei Blasenentzündungen nach Unterkühlung und Schwitzen.   Natürlich trifft man im Garten der Homöopathie-Schule in Zug nicht nur auf Zauberpflänzchen und zwielichtige Gestalten. Der erste Garten dieser Art in der Schweiz wurde 2005 eröffnet und zeigt rund 120 homöopathische Pflanzensorten, die in insgesamt 16 homöopathische Anwendungsgebiete geordnet sind – von «Fieber», «Mann», «Frau», Kinder» über «Herz» und «Haut» bis zu «Atemwege», «Auge» und «Verletzungen». Wie Inseln mit weichen Konturen liegen diese Pflanzenbeete im Kies. Diese organische Gestaltung entspricht der ganzheitlichen Denkweise der Homöopathie. Neben der Wirkung faszinieren viele der homöopathischen Pflanzen auch ihrer Schönheit wegen. So etwa die Wiesenküchenschelle mit der glockenförmigen Blüte und den vielen leuchtend gelben Staubgefässen. Mit ihren grossen, gelb leuchtenden Blüten und den mehrfach fadenförmig gefiederten Blättern fallen die Frühlings-Adonisröschen auf. Die Homöopathie setzt sie zum Beispiel bei Herzbeschwerden ein. Eine ganz besondere Schönheit in diesem Garten ist die speziell zu Ehren von Doktor Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie, gezüchtete Rose. Sie besticht durch ihre zarte rosa Farbgebung und den Duft, der an Zitrone erinnert. Heilkräuterinseln 

  Erst ein Jahr alt ist der Arzneipflanzengarten der Bauernfamilie Senn in Zeiningen (AG). Der 400 Quadratmeter grosse Garten wurde in Zusammenarbeit mit dem Jurapark Aargau initiiert und umfasst rund 150 wissenschaftlich untersuchte Heilpflanzen. «Viele der Arzneipflanzen sind Wildkräuter und daher in Gärten, auf Wiesen und an Waldrändern anzutreffen», sagt Silvia Senn. Eine Ausnahme bildet die seltene Arnica montana, die kein kalkhaltiges Wasser verträgt, vor allem in Kiesböden gedeiht und daher relativ heikel ist. Im Arzneipflanzengarten der Familie Senn hat das Pflänzchen kürzlich Wurzeln geschlagen. Dann treffen Besuchende hier aber auch auf altbekannte Gewächse wie etwa den Löwenzahn. Er werde oft unterschätzt, sagt Silvia Senn. Zu Unrecht: Mit seinen Bitterstoffen wirkt er bei Verdauungsbeschwerden und regt die Drüsen an. Im Frühling können seine Blätter und Blütenknospen geerntet und zu einer Tinktur mit Alkohol verarbeitet werden. Über viele Gerbstoffe verfügt die Blutwurz, eine wie der Löwenzahn sehr unkomplizierte Pflanze, die das Wasser in Speicherwurzeln lagert. Sie wirkt gegen Durchfall, zieht Wundränder zusammen und wird ebenso bei Zahnfleischbluten eingesetzt. Arznei aus dem Jurapark 

Gute Wucherpflanze    Auch den Knoblauch trifft man im Arzneipflanzengarten an. Mit seinen ätherischen Ölen senkt er Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin. Zudem fördert er die Verdauung, heilt Wunden und wirkt gegen Fusspilz. «Der Knoblauch braucht viel Sonne. Er wird im Herbst gesetzt und kann im Spätsommer jeweils vor einer längeren Regenperiode geerntet werden», so Silvia Senn. Zwar etwa abschätzig als Wucherpflanze bezeichnet, habe zudem die Zitronenmelisse durchaus ihre guten Seiten: Sie beruhigt die Verdauung wie auch das psychische Befinden. Wird sie im Tee genossen, sollte sie nicht länger als zehn Minuten ziehen, sonst kann sie im Extremfall Schläfrigkeit bis hin zu Ohmacht auslösen. Häufig im Jura anzutreffen ist der gelbe Enzian. Er liebt kalkhaltige Böden und wird – dank seiner verdauungsfördernden Wirkung – zu Enzianschnaps verarbeitet. Na dann, Prost! www.shi.ch, www.jurapark-aargau.ch


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Leben

Nach

dem Rundgang hat man Mehl an den Schuhen und einen Sack KnusperMüesli der Marke Biovita in der Hand. Haferflocken sind drin, Roh­­rohrzucker, Weizenflocken, ge­ poppter Reis, Weizenmehl, Kokos­ raspeln, Gerste, Sojamehl, Weizen­ sirup, Honig, Kakaopulver, Haselnüsse oder Milchschokolade. So viel sei verraten: Es schmeckt ausgezeichnet. Vor allem aber isst man mit gutem Gefühl: Der Rundgang fand in der Steiner Mühle im emmentalischen Zollbrück statt, ein paar Kilometer von Langnau entfernt. Es ist die einzige Mühle in der Schweiz, die ausschliesslich biologisches und biologisch-dynamisches Getreide verarbeitet. Man lese und staune: Sie tut dies bereits seit 1995. Für seinen Entschluss, keine konventionellen Produkte mehr zu verarbeiten, wurde Thomas Steiner, der Chef, belächelt. «Du mit dim Bioseich», habe es da und dort geheissen. Heute lacht keiner mehr über Steiner und seine Crew.   Begonnen hatte alles mit einer Anfrage der Rudolf-Steiner-Schule. Ob man nicht in deren Früher als die andern 

Hier darf nur Biogetreide rein. Und der Chef natürlich: Thomas Steiner stellt schon mal persönlich sicher, dass die Qualität seiner Produkte stimmt.

Von bestem Schrot und Korn

In der Schweiz stellt alle paar Monate eine Getreidemühle ihren Betrieb ein. Umso erstaunlicher, dass es im Emmental eine gibt, die glänzend läuft. Das Geheimnis: Der Chef hat schon vor 16 Jahren beschlossen, nur noch Biogetreide zu verarbeiten. Damals lachten sie ihn aus. Heute bewundern sie den Pioniergeist von Thomas Steiner. Reto Wüthrich


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Auftrag biologisch-dynamisches Ge­treide verarbeiten könne. Das war Mitte der 60er-Jahre, als der Bio-Trend noch so futuristisch war wie ein Telefon, das man herumtragen kann. Steiners sagten zu. Ihn interessierte das. Wie ihn vieles halt so interessiert. Das Mehl wurde in ZweiKilo-Säcke abgefüllt. Im ersten Jahr kamen gut 2000 Kilo zusammen. Das klingt nach viel. Ist aber lächerlich, wenn man sich vor Augen führt, welche Mengen die Steiner Mühle heute an die Grossverteiler im Detailhandel oder an unzählige Bäckereien im Land liefert: Pro Jahr sind es rund 10 000 Tonnen. Umgerechnet heisst das: 20 Millionen Franken Umsatz. Gottfried Steiner hatte den Betrieb 1959 gegründet. Sein Sohn Thomas übernahm die Mühle 1980. Er machte sie zu einer der ersten Lizenznehmer­ innen sowohl bei Bio Suisse als auch bei Demeter. Als 1995 die Umstellung auf Bio erfolgte, war das für die Branche exotisch, für Thomas Steiner hingegen völlig normal. «Ich bin oft auf Reisen, besuche Bauern überall in Europa oder auch in den USA und Australien. Da habe ich früh mitbekommen, dass viele wieder auf natürliche Produktion umstellten und sich von der Massenproduktion verabschiedeten. Das war eindeutig ein Trend», erzählt Steiner in seinem Büro mit hübschem Blick über satte grüne Wiesen und blühende Felder. In Australien habe er gesehen, wie dadurch Böden wieder zu Leben erwach­ ten, wie sie das Wasser besser speicherten. «Bessere Böden ver­ sprechen eine bessere Ernte», sagt Steiner. Da sei ihm klar geworden, dass da auch eine kommerzielle Dimension dahintersteckt. Was vielen erst Jahre

«ecoLife»-Tipp: Ruchbrot selber backen Zutaten 800 g Ruchmehl 200 g Vollkorn- oder Grahammehl, fein 8 dl Wasser 30 g Backhefe 1 EL Salz (20 g) Zubereitung Vollkornmehl in eine Schüssel ­geben und mit 6 dl kaltem Wasser (ca. 20 °C) übergiessen. Gut mischen und ca. 15 Minuten stehen lassen. Das Ruchmehl dem flüssigen Teig zufügen, die Backhefe, das Salz sowie das restliche Wasser beigeben und alles zusammen zu einem geschmei­ digen Teig kneten. Mindestens 120 Minuten stehen lassen. Dann den Teig zu beliebigen Brotlaiben formen und 20 Minuten gären lassen. Backofen auf 240 bis 250 °C vor­heizen. Nachher die Teiglinge mit Mehl bestäuben, rautenförmig einschneiden und in den Ofen schieben. Backtemperatur auf 220 °C zurückstellen und ca. 45 Minuten (bei 900 g Teiggewicht) backen. Quelle: Schweizerische Brotinformation SBI

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später wie Schuppen von den Augen fiel, begriff Steiner sofort: Bio kann ein erfolgreiches Business sein. Riesige Nachfrage    Er ist ein bescheidener Typ. Doch wer nachhakt, kann Thomas Steiner ein bisschen Stolz über seinen Pioniergeist entlocken. Er selbst sagt: «Es ist schön, dass wir die Konsumentinnen und Konsumenten begeistern konnten.» Auch die Bauern hätten mitgemacht. Allerdings gab es damals zu wenige Lieferanten. Und es gibt auch heute noch zu wenige. Zu gross ist mittlerweile die Nachfrage nach Getreide, Mehlen, Mais, Gries­ sen, Reis, Schrot, Flocken, Hülsenfrüchten, Müesli-Mischungen oder Brotbackmischungen aus der Steiner Mühle.

Fast 70 Prozent der Rohstoffe müssen importiert werden. Höchstens beim Dinkel ist der Importanteil etwas geringer. Weizen etwa stammt aus Italien, Österreich, Rumänien, Ungarn oder Deutschland. Wenn immer möglich versucht Steiner das Getreide in EULändern zu bekommen. «Aber Basmatiriis chunnt haut jetz mau us Indie u nid usem Ämmitau.» Wo er recht hat, hat er recht.   Über drei Millionen Kleinpackungen à ein Kilo verlassen die moderne Kleinpackerei bei Steiners in Zollbrück jedes Jahr. Der Grossteil der Abnehmer stammt aus der Schweiz. Bloss vier bis fünf Prozent gehen in den Export. Es dürften gerne in Zukunft etwas mehr sein. Aber mit dem tiefen Euro sei es «gerade nicht so optiKeine Zeit für den Strand 

mal», drückt es Thomas Steiner aus. Das bringt den gelernten Müller, diplomierten Müllerei-Techniker und vielseitig weitergebildeten Emmentaler nicht aus der Ruhe. Ebenso wenig wie steigende Ansprüche an die Lebensmittelsicherheit – im eigenen, vor fünf Jahren gebauten Labor sowie in externen Labors werden alle Getreide systematisch analysiert, bevor sie durch die verschlungenen Rohre der Mühle laufen. Oder die Tatsache, dass es womöglich idealere Standorte für seinen Betrieb gäbe als Zollbrück. Ihm gefällt es hier. Auch wenn das Wasserrad hinter der Mühle längst nur noch nostalgischen Wert hat. Und auch der ernüchternde Fakt, dass es 1980 noch 160 Mühlen in der Schweiz gab, es heute aber bloss noch etwa 40 sind, bringt ihn nicht um den

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Schlaf. Er selbst hat in der gleichen Zeitspanne die Steiner Mühle von zwei auf rund 40 Mitarbeitende erweitert. Vor einigen Wochen konnte er zudem seine Nachfolge regeln, die sich in der eigenen Familie nicht abzeichnet: Rückwirkend auf Anfang Jahr hat die Groupe Minoteries SA die Steiner Mühle AG zu 100 Prozent übernommen. Die grosse Mühle-Gruppe aus der Romandie will Zollbrück nun als strategischen Pfeiler für den Biomarkt stärken und ausbauen. Das findet Steiner höchst spannend. Obwohl die Firma nun abgesichert sei, habe er noch längst keine Lust, irgendwo an den Strand zu liegen, sagt er. «Ich habe noch viele Ideen.» Man darf gespannt sein. www.steiner-muehle.ch

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In der gleichen Zeit, in der schweizweit 120 Mühlen dichtmachen mussten, hat die Steiner Mühle ihr Personal von 2 auf 40 Mitarbeitende ausgebaut.

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Welchen Wert hat attraktives Wohnumfeld? Städte und Agglomerationen werden zunehmend verdichtet, Freiräume schwinden dahin, Grünräume werden grau, Nutzungskonflikte bereiten Sorgen. Es bleibt eine der grössten Herausforderungen, die bestehenden Freiräume zu erhalten und qualitativ aufzuwerten. Gerade in Stadt- und Agglomerationsquartieren oder 60Jahre-Siedlungen ist gros­ses Potenzial vorhan­den, um attraktive Oasen rund um die Wohngebäude bilden zu können. Nadine Gehrig

Architekten

und Planer sind gefordert, in Kontakt mit Eigentümern, Mieterschaft, Gemeinden und Landschaftsarchitekten ein zum Haus passendes Wohnumfeld zu gestalten. Im Rahmen von Sanierungen und Renovationen bietet sich eine gute Möglichkeit, dem Wohnumfeld eine neue Bedeutung – einen Wert – zuzufügen. Durch die interdisziplinäre Zusammen­arbeit aller Beteiligten wird die Parterrenutzung durch direkte Zugänge in den Garten ermöglicht oder werden gemütliche Bewegungs- und Begegnungsorte und zugängliche Nischen geschaffen, die das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Koexistenz der Bewohnerschaft fördern. Aber nicht nur die Bewohnerschaft zieht einen Vorteil aus dem attraktiveren Wohn­ umfeld. Auch die Liegenschaft selber erfährt eine Wertsteigerung, welche auf höheren Mieten oder weniger Leerständen basiert. Ein weiterer Pluspunkt liegt in der Biodiversität. Das Wohnumfeld als ein wichtiges Bindeglied zwischen Stadt und Artenvielfalt kann einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität leisten. Planer sollen auf eine einheimische Bepflanzung und eine spielerische Gestaltung achten. Denn genau diese einladenden Ecken, verspielten Ränder und grünen Aussichten sind ebenfalls förderlich für das Wohlbefinden der Bewohnerschaft. Aber auch ohne grosse Investitionen kann dem Wohnumfeld mit kleinen Eingriffen und handlichen Elementen ein neues Gesicht verliehen werden. Wird die Bewohnerschaft in den Planungsprozess miteinbezogen, wird nicht nur Iden-

tifikation, sondern auch soziale Integration geschaffen. Dadurch werden Vandalismus, Leerstände und Nutzungskonflikte minimiert und die Rendite des Hauses erhöht. Die Nachbarschaft beginnt zu leben. Man ­respektiert den anderen und kann Konflikte ausdiskutieren, ohne die Verwaltung oder die Gemeinde beiziehen zu müssen. Qualitative Freiräume und nachhaltig durchdachte Aussenanlagen bieten allen Anspruchsgruppen einen Mehrwert: • Investoren erwirtschaften eine höhere Rendite und positionieren sich fortschrittlich. • Gemeinden und Städte bieten attraktiven Wohnraum an und fördern ihren Standort. • Immobilienverwaltungen finden zufriedene Käufer/Mieter und reduzieren Fluktuationen. • Architekten bauen zukunftsfähige und bedürfnisgerechte Siedlungen. • Grünraummanager reduzieren die Unterhaltskosten. • Mieterinnen und Mieter identifizieren sich mit ihrem Umfeld, treffen sich mit den Nachbarn und bewegen sich in der nahen Umgebung. Das sanu-Fachseminar geht auf alle Anspruchsgruppen ein und zeigt anhand konkreter Beispiele und einer Exkursion in die Siedlung Parkallee in Allschwil, mit welchen Kriterien Investoren, soziokulturelle Animatoren, Architekten und Grünplaner arbeiten, um attraktive Wohnumfelder aus allen Perspektiven zu fördern.

sanu-Fachseminar und Austauschplattform Attraktives Wohnumfeld schafft Mehrwert für Rendite und Investition, Bau und Planung, Lebensqualität und Grünraum. Dienstag, 20. September 2011, Allschwil • Begrüssung durch Kanton Basel-Landschaft • Investitionen in attraktives Wohnumfeld • Pensionskasse der UBS: Nachhaltige Investi­tionen – Kriterien ändern sich • Wohnumfeldverbesserung aus sozialer ­Perspektive • Nachhaltige Wohnumfeldgestaltung • Exkursion Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.sanu.ch oder 032 322 14 33


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ecoMarkt Ökologie für die Sinne – Der T-NEO eco2 bringt Ökologie, Innovation und Design formvollendet in Einklang Mit dem T-NEO eco 2 hat die visionäre Schweizer Ofenmanufaktur Tonwerk ihre ­ rfolgreiche Serie eco 2 um ein attraktives Modell erweitert. Neben den bereits bekannten technischen Highlights der e ­Serie eco2 und der Option Aqua Modul bietet der T-NEO eco2 DUO durch sein ­Konvektionsmodul zusätzliche Flexibilität bei der Wärmeabgabe. So kann im Bedarfsfall zwischen reiner Strahlungswärme und einer regulierbaren, noch schnelleren Direktwärmeabgabe in der Anheizphase gewählt werden. Im Handumdrehen erhalten sie den höheren Nutzen einer Warmluftunterstützung. Öko? Logisch    Die nach der Speicherofennorm DIN EN 15250 auf vorbildliches Wärmeabgabeverhalten geprüften Speicheröfen T-NEO eco2 und T-LINE eco2 garantieren Ihnen maximale Umweltfreundlichkeit und höchste Energieausnutzung. Die innovative Verbrennungstechnik mit dem stehenden Holzabbrand von oben nach unten erreicht nicht nur tiefste Emissions- und Feinstaubwerte, sondern lässt sie ein Feuerspiel der Superlative geniessen. Abgestimmt auf die Bedürfnisse des modernen, energieeffizienten Wohnungsbaus finden gerade Bauherren von Niedrigenergie- sowie Passivhäusern die ideale Energiequelle für das Haus von morgen. Erleben Sie die Welt von Tonwerk: www.tonwerk-ag.com. Brandneu auch unser Blog: www.mytonwerk.com

Glück auf der OriginalShakti-Matte! Seit Jahrtausenden werden Akupunktur und Akupressur angewendet, um unseren Körper Entspannung und Balance erfahren zu lassen. ­Die Original Shakti-Matten kann mit ­ihren wahlweise 4 000, 6 000 oder 8 000 Spitzen als intensive Selbstakupunktur betrachtet werden. Je weniger Spitzen, je grösser die Wirkung. Im Zuge der Selbstbehandlung werden Nervenbahnen des Körpers stimuliert, wichtige Reflexpunkte aktiviert und Oxytocin (Glückshormon) ausgeschüttet. Dieses Glückshormon sorgt für Schmerzlinderung, Tiefenentspannung und Stresslinderung und bewirkt ein all­ gemeines Gefühl von Wohlbefinden. Zwei UN-Studien weisen erstaunliche Ergebnisse für die Behandlung von Rücken oder Nackenschmerzen, Muskelverspannungen, Muskelsteifheit oder Durchblutungsstörungen auf. Auch wenn Sie an Stress, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Erschöpfungszuständen leiden, sollten Sie die Shakti-Matte versuchen. Die Shakti-Matte erhöht gleichzeitig die Blutzirkulation und die Durchblutung von Muskelgewebe. Dies kann eine heilende Wirkung von Muskeln und Gelenken haben. Mit der Shakti-Matte können Sie Ihr Körpergefühl rundum verbessern: Erholung und Ausgeglichenheit, Entspannung der Muskeln, Entspannung in Rücken, Nacken, Schultern, Hüften und Gelenken, Verbesserung des Kreislaufes, Steigerung Ihrer ganz persönlichen Energie und erhöhte Ausschüttung wohltuender Hormone wie Endorphine. www.shaktisuisse.ch oder info@shaktisuisse.ch

Unilever lanciert «Cleaner Planet Plan»-Aufklärungskampagne Mit dem «Cleaner Planet Plan» lanciert Unilever eine ­Initiative für nachhaltiges Waschen und Geschirrspülen. Über 700 Millionen Liter Wasser sowie der CO 2 -Ausstoss von etwa einer Million Autos und rund 600 000 Tonnen Waschmittel könnten pro Jahr eingespart werden, wenn weltweit umweltbewusster gewaschen würde. Denn rund 95 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs und 70 Prozent der Treibhausgas-Emissionen entstehen beim Waschvorgang. Jährlich werden in der Schweiz 60 Millionen Wäschen mit Waschmittelprodukten von Unilever gewaschen. Kleine Veränderungen können hier einen gros­ sen Unterschied bewirken: Bereits mit einer Reduktion der Waschtemperatur um 10 Grad lassen sich weltweit jährlich 7,4 Milliarden Kilowattstunden Energie sparen. Seit 1979 entwickelt Unilever Produkte, die speziell auf Leistung bei geringeren Waschtemperaturen ausgelegt sind. Mit den Marken Omo, Surf und Sun setzt das Unternehmen auf hochkonzentrierte Waschmittel und phosphatfreie Geschirrspülmittel, die kompromisslos saubere Waschresultate liefern und gleichzeitig mehrfach die ­Umwelt schonen. So ermöglichen die Waschmittel einen Waschgang mit 20 oder 30 statt 40 Grad und benötigen dadurch weniger Wasser. Bei gleichbleibend hoher Qualität lassen sich so bis zu 65 Prozent Energie sparen. Die «Cleaner Planet Plan»-Initiative ist Teil der Ambition von Unilever, die Umweltauswirkungen ihrer Produkte bis 2020 zu hal­bieren. www.cleanerplanetplan.ch


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Hüte mit Style

Von der Strandmatte zum weltweit vertriebenen Label: Wie Rolf und Tom Hellat mit Le Tom den Modeklassiker Hut neu interpretieren. Und damit ein Stück Schweizer ­Industriegeschichte aufleben lassen. Karin Hänzi


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Der Chef trägt Le Tom, ist ja klar.

Wenn

in Fribourg heute drei rüstige Damen für das Label Le Tom Strohhüte flechten, tun sie, was sie bereits in ihren jungen Jahren getan haben. Damals waren sie im aargauischen Wohlen zusammen mit rund 10 000 anderen Mitarbeitenden Teil des blühenden Industriezweiges Strohflechterei. Nun sind sie für die eine Hälfte der in einheimischer Produktion gefertigten Le-Tom-Modelle zuständig. Die andere Hälfte übernimmt eine Werkstatt im Kanton Aargau. Ursprünglich strebten die Brüder Hellat reines Swissmade an, «doch mussten wir uns der Konkurrenzfähigkeit unserer Preise zuliebe rasch davon verabschieden», begründet Rolf Hellat die nun dreigeteilte Produktion. «Wir wollten kein ausschliessliches Luxusprodukt lancieren. Auch Studenten sollen sich unsere Hüte leisten können.» Das war clever. Und wohl ein wichtiger Teil des gros­ sen Erfolges des Labels.   Neben der Schweiz wird deshalb in Italien und China produziert. Aus Shanghai kommen jene Modelle, die bereits ab 49 Franken zu haben sind. «Zum Vergleich: Für einen nach Wohlener Tradition geflochtenen Hut sind mindestens 290 Franken nötig», so Rolf Hellat. Weil den Jungunternehmern aber nicht nur ihre Kundschaft, sondern auch die Umwelt am Herzen liegt, geht beim Verkauf eines jeden Hutes mindestens ein Prozent des Verkaufspreises an die Nonprofitstiftung Myclimate. «Wenn wir schon in Asien produzieren, dann wenigstens mit einer kleinen ökologischen Wiedergutmachung.» Hut fürs Klima 

Rolf Hellat hat das Label für Strohhüte zusammen mit seinem Bruder Tom gegründet. Inspiriert von einer Strandmatte haben die beiden der traditio­ nellen Strohflechterei neues Leben eingehaucht. Herausgekommen ist chice Mode für ebenso kluge wie hübsche Köpfe.

Erfinder neuer Formen    Seinen Anfang nahm das Label mit einer alten Strandmatte. Wenig angetan vom verfügbaren Hutangebot, bastelte sich Rolf Hellat daraus ein eigenes Modell, «eine Art Baseballcap aus Stroh». Eine Mischung, die Anklang fand und 2009 schliesslich in Le Tom und eine erste Kollektion mündete. Inzwischen sind die Teile, die Cowboyhut, Schirmmütze und andere klassische Formen immer wieder neu kombinieren und interpretieren, in fast jeder Schweizer Stadt sowie in drei Läden in den USA, je einmal in Dänemark und den Niederlanden und seit Neustem gar in Japan erhältlich. Zusätzlich steht Strohhutfans aus aller Welt ein hauseigener Onlineshop zur Verfügung. Dennoch sei alles immer noch klein und überschaubar, so der Erfinder der neuen Hutform. «Meine Brötchen verdiene ich nach wie vor mit Filmen.» Eine Disziplin, die sich bestens mit Le Tom verträgt, wie die   Werbefilme auf der Website beweisen. www.letom.ch

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Gesch und auch in Küche und Debora Biffi und Benjamin den Generationen. Ein Be


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äft mit Seele

Ihre Grafikerin ist 76, eine der Strickerinnen 90, Service des hauseigenen Cafés stehen rüstige Rentnerinnen und Rentner im Einsatz: Moser fördern mit ihrem Projekt Senior Design Factory seit drei Jahren den Austausch zwischen such in ihrem zukunftsweisenden Atelier. Text Karin Hänzi, Foto Geri Krischker


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Junge und Hochaltrige sind gleichermassen willkommen: Im Atelier der Senior Design Factory werden über enorme Altersspannen hinweg hübsche Produkte kreiert. Auch im Laden, in den Workshops und demnächst in einem eigenen Café wird das soziale und kreative Miteinander ebenso gefördert wie gepflegt. Der Respekt ist gegenseitig. Das ist spürbar. Und die Basis für den Erfolg.

Eine

Warnung gleich zu Beginn: Wer nach der Lektüre dieses Artikels selbst Teil der Senior Design Factory werden möchte, sollte mindestens 75 Jahre alt sein. Alles darunter ist in diesem spezifischen Fall zu jung, wie Debora Biffi und Benjamin Moser während des Gesprächs mit «ecoLife» lachend gestehen. Es sind die hochaltrigen Menschen, an die sie ihr Herz verloren haben: «Für die Zielgruppen 50 plus und frisch pensioniert gibt es genügend andere Angebote.» Zu diesem Schluss kamen die beiden Abgänger der Zürcher Hochschule der Künste im Vorfeld ihrer Diplomarbeit. Zum Abschluss des Trendforschungsstudiums sollte es etwas Neues, anderes, Überraschendes sein, fanden die beiden. Etwas, das unter die Oberfläche dringt und Seele hat. Also blickten Biffi und Moser über den Tellerrand der in den Vorlesungen immer wieder thematisierten Altersgruppe 50 plus hinaus und stiessen auf das grosse Potenzial von 75 plus. Brachliegende Ressour­cen, die nicht weiter in Altersheimen vor sich hin dümpeln, sondern für ein Experiment genutzt werden sollten.   Seit der viereinhalb Meter langen roten Socke, die dabei gemeinsam mit zehn 85- bis 98-jährigen Bewohnern des Altersheims Menschen mit Geschichten 

Limmat entstanden ist, sind drei Jahre vergangen. Aus dem Experiment ist ein kleines Unternehmen geworden. Noch übernehmen Stiftungen den grössten Teil der Finanzierung. Ziel ist es jedoch, in zwei bis drei Jahren selbsttragend zu funktionieren. Wie zukunftsweisend die Idee ist, zeigt ein Blick auf die demografische Entwicklung. Für die nächsten 40 Jahre wird den oberen Altersgruppen ein starker Zuwachs prophezeit. «Das sind Menschen, Geschichten, Talente und Tricks, die man nicht einfach links liegen lassen kann», so Biffi und Moser. Zu sehr könnten beide Seiten voneinander profitieren, finden sie. Neugierig zu bleiben, beispielweise, dem Design zuliebe beim Stricken auch einmal eine Masche fallen zu lassen. Oder nicht immer zu hetzen, den persönlichen Kontakt wieder zu schätzen und zu pflegen, sich Zeit füreinander zu nehmen. Die Senior Design Factory unterstützt Jung und Alt mit vier Angeboten: «Das Atelier ist unser Herzstück. Hier entwickeln wir mit dem Kernteam, das neben uns beiden allesamt aus Leuten über 75 besteht, neue Produkte und Projekte. Der Laden ist unser Verkaufspunkt, mit den Workshops soll der Wissens­trans­fer gefördert werden, das für September geplante Café wiederum dient als generationenübergreifender

Begegnungs­ ort.» Im Zentrum steht überall das Miteinander. Die Leitung der Strickworkshops teilen sich eine alte Frau und eine junge Strickdesignerin. Die eine lehrt die Teilnehmenden das Handwerk, die andere zeigt ihnen, wie sie Laufsteglooks zuhause nachstricken können.   Im Café werden Hochaltrige und Junge Hand in Hand kochen, backen und bewirten, und auch im Atelier bringen sich beide ­Seiten ein. Ein Austausch, der von den Seniorinnen und Senioren sehr geschätzt wird. «Einerseits bestätigen mich die beiden durch ihre Freude an meinen Sachen in meiner Arbeit, andererseits helfen sie mir, zum Beispiel mit Computerzeichnungsprogrammen», sagt etwa die 76-jährige Grafikerin Trudi Rössler. Sie ist seit zwei Jahren dabei und hat unter anderem zu den Suppenrezeptkarten die Illustrationen beigesteuert. Bald soll zudem ein süs­ ses Pendant mit Kuchenrezepten folgen. Rössler verfolgt aber auch ein persönliches Senior-Design-Factory-Projekt: «Mein Wunsch ist es, meine Erfahrung so mit den heutigen tech­nischen Möglichkeiten zu kombinieren, dass die dabei entstehenden Zeichnungen nicht nach Computer aussehen und trotzdem ­anders daherkommen Erfahrung trifft Technik 


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als meine bisherigen Arbeiten.» Neue Welten haben sich auch für Rita Gubler aufgetan. Dank Biffi und Moser war sie diesen Frühling seit Langem wieder einmal mit öffentlichem Verkehr unterwegs. Bei einem kurzfristigen Workshopeinsatz liess sich die Anreise nicht anders organisieren. Eine aufregende Sache sei das gewesen, so die 76-Jährige schmunzelnd. «Das ist aber noch nicht alles. Ich schlafe auch wieder viel besser, weil ich bis spätabends stricken oder häkeln und dann direkt unter die Bettdecke schlüpfen kann.» Einfach dazusitzen und auf die nächste Mahlzeit zu warten, wäre nichts für sie, ist Gubler überzeugt. «Ich muss etwas machen können, eine Aufgabe haben.» Klar ist aber auch: «Mit Geld will ich nichts mehr zu tun haben. Ich möchte einfach noch handwerklich arbeiten und damit jemandem helfen können.»   Mit dieser Einstellung ist sie nicht alleine. Debora Biffi und Benjamin Moser stellen es den alten Leuten frei, ob sie für ihre Arbeit entschädigt werden möchten. «Die meisten handhaben es wie Rita und lassen die Einnahmen vollumfänglich in den Verein fliessen. So finan­ziert ein Projekt das nächste.» www.senior-design.ch  Gesund finanziert 


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Essen, waschen, trinken, pflegen: den Alltag nachhaltiger gestalten

Unternehmen haben mit ihren Produkten ­direkten Einfluss auf Lebensqualität und ­Umwelt. Seit Jahren trimmt Unilever seine Prozesse auf Nachhaltigkeit und unterstützt Konsumenten, die Umwelt zu schonen. ­Markus Abt, Communications & Public Affairs, Unilever

Als

Hersteller bekannter Marken wie Knorr, Lusso oder Lipton sowie Axe, Dove, Rexona oder Omo hat Unilever schon vor Jahren begonnen, seine Produktionsprozesse auf Nachhaltigkeit auszurichten. Täglich gehen alleine in der Schweiz rund eine Million Produkte aus dem Hause Unilever über den Ladentisch – entsprechend addieren sich kleine Verbesserungen zu einer sig­ ni­fikanten Gesamtwirkung. Durch Innovation bei der Beschaffung, bei der Herstellung und der Ver­pa­ckung erreicht Unilever einen hohen Grad an Umweltfreundlichkeit. So steht das Unternehmen seit zwölf Jahren in Folge als Branchenleader an der Spitze des Dow Jones Sustainability Index. Neu hat Unilever verbindliche Nachhaltigkeitsziele für alle Länder und alle Marken formuliert. So sollen die Umweltauswirkungen über die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoff­anbau über die Herstellung bis hin zum Verbrauch bis 2020 halbiert werden. Auch sämtliche landwirtschaftlichen Rohstoffe sollen bis dann aus nachhaltigem Anbau stammen.   Bereits bis 2012 möchte Knorr als eine der Kernmarken von Unilever auch mit seinem Produktionsstandort in der Schweiz nur noch Gemüse und Kräuter von nachhaltig produzierenden Herstellern einsetzen. Nebst der kulinarischen Expertise spielen aber auch ernährungsphysiologische Aspekte eine Rolle. Als Partner von «actionsanté», einer Gesundheitsinitiative des Bundesamts für Gesundheit, strebt Knorr eine Reduktion des Salzgehalts der in der Schweiz hergestellten und vertriebenen Produkte an. Schmackhafte Produkte sollen zudem eine gute CO2Bilanz aufweisen. Entsprechend hat Unilever bereits im vergangenen Jahr schweizweit an allen Standorten auf grünen Strom umgestellt. Die Energie dazu stammt vom Wasser des Rheinfalls in der Nähe der Knorr-Produk­ Gesund ernähren���

tionsstätten. Durch die Umstellung auf erneuerbare Energie senkt das Unternehmen seinen CO 2 -Ausstoss um über 3000 Tonnen jährlich.   Eine weitere Initiative für eine nachhaltigere Zukunft stellt der «Cleaner Planet Plan» dar. Dieser vermittelt Konsumenten umweltschonende Waschtechniken und wird unterstützt durch ökoeffiziente, hochkonzentrierte, sowie phosphatfreie Waschund Reinigungsmittel der Marken Omo, Coral, Surf oder Sun. Alle diese kleinen Taten zielen darauf ab, die Gesamtbelastung durch CO2, Abwasser oder Abfall zu halbieren und umweltschonender zu leben. Damit der tägliche Konsum nicht zu Lasten der schwindenden Ressourcen der Erde geht, sollte Nachhaltigkeit für Hersteller, den Handel und Konsumenten eine Haltung sein, die den Tag lebenswerter macht. Umweltschonend waschen 

Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmensstrategie 

Der «Unilever Sustainable Living Plan» umfasst drei Kernziele: 1. die Umweltauswirkungen durch Produkte halbieren 2. 100 Prozent der landwirtschaftlichen Rohwaren aus nachhaltigem Anbau beziehen 3. einer Milliarde Menschen zu einer besseren Gesundheit und mehr Lebensqualität verhelfen Die drei Hauptziele setzen sich aus über 50 zeitlich verbindlichen Einzelzielen zusammen. So beabsichtigt Knorr, bis 2012 nur noch Gemüse von nachhaltig produzierenden Herstellern einzusetzen; Lipton plant, ganz auf zertifizierten Tee umzustellen. Weiter wird Unilever bis 2015 nur noch nachhaltig zertifiziertes Palmöl einsetzen. Der Bedarf für die Schweiz konnte bereits 2010 über GreenPalm-Zertifikate gedeckt werden. Mehr Infos unter www.unilever.ch. Öbu, das Netzwerk für nachhal­tiges Wirt­schaf­t en in der Schweiz, ist Thinktank für Umwelt-, Sozial- und Manage­ment­themen. Die Öbu realisiert unternehmensspezifische und wirtschafts­politische Projekte und fördert den Erfah­rungs­aus­tausch zwischen den gut 350 Mitgliedsunternehmen. Öbu, Sabina Döbeli, Co-Geschäftsleiterin, doebeli@oebu.ch, Telefon 044 364 37 38


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ecoMarkt Bio-Designhäuser mit Gesundheitsklima! Der Wert eines Hauses orientiert sich in Zukunft vor allem an der nachhaltigen ­Bauweise. Können Gebäude viele Mehrwerte wie minergiezertifizierte Energieeffizienz, Biobauweise, optimale CO 2 -Werte, einen Gesundheitspass und ein Nachhaltigkeits­­zer­tifikat nachweisen, haben sie erhebliches Wertsteigerungspotenzial. Dagmar Fritz-Kramer, Unternehmensleiterin des Dagmar Fritz, Unternehmensleiterin der Baufritz AG, im Interview mit ecoLife: «Wir planen Ökohaus-Pioniers Baufritz ganzheitliche, ökologisch perfekte Gesundheitshäuser mit Designanspruch ganz nach individuellen Kundenwünschen. Mit dem einzigartigen Baufritz-Gesundheitspass geben wir ­jedem Kunden die Garantie für ein wohngesundes Wohnklima in seinem Haus. Grundlage für diese ausgezeichnete Qualität ist unsere jahrzehntelange Gesundheitsforschung.» Erleben Sie ein aussergewöhnliches Baufritz-Haus in Ihrer Nähe. Terminvereinbarung gerne unter Telefon 033 341 10 00. Weitere Infos über die wohngesunden Architektenhäuser finden Sie unter www.baufritz-el.ch.

Weiterbildung in Umweltprojektmanagement Sie wollen ein Umweltprojekt realisieren? Mit dieser Weiterbildung lernen Sie sämtliche Schritte des Projektmanagements kennen und setzen ein konkretes Projekt im Team um. Die Weiterbildung ist aufgeteilt in drei Module: Projektmanagement im Umweltbereich    In diesem siebentägigen Modul setzen Sie sich mit der Projektentwicklung und -planung auseinander. Während einer Ausbildungswoche in Stels (GR) konzipieren Sie in einem kleinen Team ein Umweltprojekt. Öko-Marketing und Öffentlichkeitsarbeit    Das fünftägige Modul ermöglicht Ihnen, mit Hilfe der wichtigsten Instrumente von Marketing, PR, Kommunikation und Medienarbeit Ihr Umweltprojekt erfolgreich zu positionieren. Projektrealisierung    Im abschliessenden Modul «Projektrealisierung» setzen Sie in einem Zeitraum von vier Monaten ein Umweltprojekt um. Dabei werden Sie von einem Coaching-Team begleitet. . Kursbeginn: 14. Oktober 2011 Kosten: CHF 4600.– Weitere Infos unter: www.wwf.ch/umweltprojekt

Rahel Neuenschwander ­sensibilisiert mit ihrem Umweltprojekt «trend4nature» für nachhaltige Mode.

Lieblingsstücke für den Herbst entdecken: Der neue DeerbergKatalog ist da! Beim Deerberg-Versand, mit Sitz in Velgen in der Lüneburger Heide, gibt es dieser Tage viele Gründe zum Feiern. Zum einen zelebriert der Spezialist für hochwertige ­Naturmode und Schuhe in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum, zum anderen freuen sich Mitarbeiter und ­Kunden über den neuen Herbst/Winter-Katalog, in dem es viele Lieblingsstücke zu entdecken gibt. Mit fast 600 000 versendeten Paketen im Jahr ist die Deerberg Versand GmbH eine der größten Firmen im Bereich Schuhe und Naturtextilien in Norddeutschland. Der Deerberg-Versand achtet darauf, dass die angebotenen Schuhe und die Mode aus Europa stammen und verfolgt ein nachhaltiges Denken. «Mit ausgewählter Mode aus Europa wollen wir zeigen, wie vielseitig verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen sein kann. Wir suchen ganz bewusst Partner, die unsere hohen Ansprüche an Verarbeitungsqualität und Design teilen. Und die – genau wie wir – auf umweltfreundliche Produktion und einen menschenwürdigen Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Wert legen», so Stefan Deerberg, Inhaber des Deerberg-Versands. Finden Sie Ihr neues Lieblingsstück und fordern Sie den neuen Herbst / Winter-Katalog gleich kostenfrei an unter 0800/200 104 oder unter www. deerberg.ch.


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Der Traum vom Hochstamm-Obstbäume in der Schweiz. Jetzt sind es bloss Biodiversität. Doch nun wendet sich das Blatt. Zwischen Mais Atlant Bieri


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Baum

Vor hundert Jahren gab es 15 Millionen noch 3 Millionen. Das schadet der Landschaft ebenso wie der und Weizen sollen bald wieder Bäume auf den Feldern stehen.


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Ganz abgesehen von der landwirtschaftlichen Dimension: Bäume haben einen emotionalen Wert. Es sind Emotionen, die von den Bauern immer häufiger wieder an Wanderer oder Velofahrerinnen weitergegeben werden. Und für die Artenvielfalt ist die Rückkehr der Bäume erst recht von grösstem Nutzen.

Einer,

der an den Traum vom Baum glaubt, ist Christian Kaufmann. Er ist Landwirt im Kanton Basel-Landschaft und züchtet auf 16 Hektaren Rinder für die Fleischerzeugung. Auf seinem Gelände stehen als Erbstück seiner Vorfahren immer noch 150 halb verhasste, halb geliebte Hochstamm-Obstbäume – ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten, als die Obstproduktion noch rentabel war. Doch das ist längst vorbei. Heute bekommt Kaufmann von der Schnapsbrennerei für seine handgepflückten Kirschen und Äpfel noch 60 Rappen pro Kilogramm. «Das ist unrentabel», sagt er. Nicht viel besser sieht es beim Speiseobst aus. Migros oder Coop haben mittlerweile so strenge Anbauund Hygienevorschriften, dass sich der Unterhalt von kleinen Obstgärten schlicht nicht mehr lohnt. Kaufmann hat darum in den letzten Jahren über hundert Hochstammbäume gefällt. Unten Futter, oben Holz 

  Trotzdem

hat er etwas für Bäume übrig. Sie dürfen ihm einfach keinen Platz wegnehmen,

denn den braucht er für die Futterproduktion seiner Tiere. In Deutschland ist er schliesslich auf die Lösung gestossen: die Agroforstwirtschaft. Es ist die effiziente Kombination von traditionellem Ackerbau mit einer Baumkultur. Unten wächst Futter, oben Holz. Statt Obstbäume sind es hier jedoch Laubbäume. Ihr Holz wird in 30 Jahren zu Schnitzel verarbeitet und geht in die Stromerzeugung, oder man lässt sie noch weitere 30 Jahre stehen und bekommt so bestes Möbelholz. Ihr Vorteil: Reihen aus Laubbäumen sind viel pflegeleichter als Obstgärten. So fällt etwa die Behandlung mit Pestiziden weg, und auf eine halsbrecherisch lange Leiter zu steigen, um Früchte zu ernten, ist auch überflüssig. Zudem wurzeln Laub­bäume tief. So kann man bis einen Meter an den Stamm heran pflügen, ohne das Wurzelwerk zu beschädigen. Spott der Nachbarn    Und so pflanzte Kaufmann dieses Jahr 51 Zitterpappeln. Der Abstand zwischen den Reihen richtete er nach der Breite seiner Maschinen. Auf diese Weise stören ihn die Bäume

beim Beackern seines Feldes praktisch nicht. «So reduziere ich den Mehraufwand auf ein Minimum», sagt er. Natürlich macht man mit 51 Pappeln, die in drei Jahrzehnten in einem Ofen landen, nicht das grosse Geld. Für die Bauern lohnt sich so etwas nur wegen den Direktzahlungen. Kaufmann erhält für jeden Baum 30 Franken pro Jahr. Trotzdem ist auch ein Stück Ideologie dabei. «Ich möchte etwas an die nächste Generation weitergeben», sagt Kaufmann. Im übrigen ist es auch nicht einfach, sich den Spott der Nachbarn gefallen zu lassen. Pappeln hat in dieser Gegend noch nie jemand auf einen Acker gepflanzt. «Aber mir ist es egal, ob die Leute mich für einen Spinner halten», sagt Kaufmann.   Ökologisch be­ trachtet, gibt es gute Gründe, ein paar Bäume zwischen Mais und Weizen zu stellen. Die Wurzeln wirken wie eine Kostenloser Dünger 


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Hier geht es ab in die Bäume Region Basel: Asphof

Der Asphof von Christian Kaufmann liegt östlich von Buus. Eine schöne Wanderung führt durch das Oberbaselbiet vom nahe gelegenen Zuzgen Richtung Farnsburg, einem Aussichtspunkt mit Restaurant. Der Asphof liegt rechterhand auf halben Weg und ist auf der 1 : 25000-Karte Karte mit dem Flurnamen Asp eingetragen. www.vomasphof.ch

Zürcher Oberland: Ottenhusen

Ottenhusen liegt an der Südwestseite des Pfäffikersees. Auf der Seeumrundung erreicht man das Dorf via Abstecher durch Seegräben. Folgt man in Ottenhusen dem offiziellen Wanderweg Richtung Norden, kommt man nach wenigen hundert Metern sowohl an traditionellen als auch an modernen Hochstammanlagen vorbei.

Zentralschweiz: Neuhof

Wer einmal auf einem Hochstammbaum zu Mittag essen möchte, kann das auf dem Neuhof in Hildisrieden am Sempachersee. Dort wartet ein grosses Baumhaus auf einer Eiche mit schöner Aussicht. www.baumhaustraum.ch

Düngerpumpe. Sie bringen Nitrat, das tief in den Boden gesickert ist und ausserhalb der Reichweite der Ackerkulturen liegt, wieder an die Oberfläche. Das schrieb Felix Herzog von der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope kürzlich in einer Studie. Der Baum baut das Nitrat als Stickstoff in seine Blätter ein. Wenn diese im Herbst abfallen, wird der darunterliegende Acker gratis mit Dünger berieselt. Doch den grössten Nutzen haben Baumreihen wohl auf die Artenvielfalt. Vögel und Insekten lieben Bäume. Sie sind Lebensraum, Nistplatz und Jagdrevier in einem. Auf diese Weise kehrt ein Stück Natur in die intensive Ackerwirtschaft zurück. Und das gibt dem Bauern einen Grund, den Baum auf dem Feld zu lieben, statt ihn zu verachten. «Bäume pflanzen hat einen emotionalen Wert», sagt Herzog. Emotionen, die der Bauer an die Wanderer und Velofahrer weitergibt, die dank ihm eine «bäumige» Landschaft erleben dürfen.

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«ecoLife»-Wettbewerb: Matthias Fischer gewinnt Flyer Der Sieger des grossen «ecoLife»-Wettbewerbs steht fest: Matthias Fischer aus Döttingen hat ein Elektrovelo des Schweizer Herstellers Flyer gewonnen. «Das ist ja der ­Hammer. Ich freue mich riesig», so Fischer, als er von «ecoLife»-Verlagsleiterin ­Karin Stich über seinen Gewinn informiert wurde. Der 38-Jährige hat im Alltag mit seiner Frau und seinem 16 Monate alten Sohn bereits einige Weichen in Richtung Ökologie gestellt. So ist die ­Familie kürzlich in ein Minergiehaus eingezogen und hat ihr Auto verkauft. Zuletzt radelte Matthias Fischer deshalb die 35 Minuten zur Arbeit mit ­einem ­normalen Velo. Das war zwar sportlich eine feine Sache. Dafür kam Fischer immer leicht verschwitzt im Büro an. Das wird ihm mit dem neuen Flyer nun nicht mehr passieren. «Ein Flyer ist super. Nun komme ich nicht nur schneller, sondern auch entspannter bei der Arbeit an», so Fischer.

So strahlte­ Matthias Fischer bei der Preis­übergabe: «ecoLife»-Verlagsleiterin ­Karin Stich überreicht ihm den Gutschein für ein Elektrovelo von Flyer.

ECO-LIFE-Nr. 4-2011 September: 1/2 Seite, randabfallend unten

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ecoMarkt Aloe Vera und Aloe Ferox – ein unschlagbares Doppel Zurück zur Natur – die Menschen unserer Zeit erinnern sich wieder vermehrt an die natürlichen Heil- und Pflege­mittel aus der Pflanzenwelt, speziell bei einer Langzeitanwendung oder bei ihrer Applikation auf empfind­ liche ­Organe wie z. B. die menschliche Haut. Von den über 300 Aloe-Arten, die auf der Welt wachsen, sind vor ­allem ­deren zwei besonders wirksam: Die Aloe Vera und die Aloe Ferox. Aloe-Vera-Pflanzen stammen heute meist aus Plantagenanbau. Die Aloe Ferox hingegen kommt nur wildwachsend vor und wird nicht gezielt kultiviert. Dies führt dazu, dass die Aloe-FeroxPflanzen rund dreimal mehr Acemannan und die doppelte Anzahl Aminosäuren aufweisen. Von diesen kostbaren Eigenschaften profitieren Produkte der Naturmedizin, die Nahrungsmittelindustrie (vielfach in Saftform), während für die Belange der Kosmetikbranche die kultivierte Aloe-Vera-Pflanze ausreicht. Das Wirkungsspektrum der Aloe ist riesig. Anerkannte Erfolge bei der Unterstützung zahlreicher Allgemeinmedizin-Behandlungen, in der Dermatologie und im kosmetischen Einsatz zeugen davon. Aloe-Ferox-Saft stärkt das Immunsystem, belebt und unterstützt die Funktion des Darms, reguliert die Bakterienflora desselben, verbessert die Blutwerte und unterstützt die Blutreinigung und den Ausstoss von Abfall- und Giftstoffen. Er dient als Prophylaxe sowie zur Aktivierung und Unterstützung körper­ eigener Schutzkräfte. Durch seine immunstärkende und entzündungshemmende Wirkung hilft der Saft zudem von innen heraus bei der Behandlung zahlreicher Hautprobleme. Die zahlreichen Wirkstoffe der Aloe-Ferox-Pflanze werden heute unter anderem auch als Kapseln/Presslinge angeboten. Eine äus­serst willkommene Alternative für Personen, die sehr mobil sind und trotzdem nicht auf die Kräfte der Aloe Ferox verzichten wollen. In der kosmetischen Anwendung zeigen die Wirkstoffe der Aloe-Pflanze eine unvergleichliche Wirkung: Ihre Proteine, ­Vitamine und Mineralien sind hochwirksame Hautnahrung und Hautschutz auf biologischer Basis. Aloe ist ein Feuchtigkeitsspender par excellence, wirkt bei Irritationen beruhigend und aktiviert den Stoffwechsel. Unverbindliche umfassende Beratung über die Aloe-Pflanze und ihre Anwendungsmöglichkeiten sowie ­detaillierte ­Unterlagen erhält man kostenlos bei: ESTA Trading GmbH, Sonnmattstrasse 4, CH-4103 Bottmingen, Telefon 061 421 30 44, Fax 061 421 30 53, info@esta-trading.ch, www.esta-trading.ch

Was schon unsere Grossmütter wussten Die heilbringende Wirkung der Arnika ist seit j­eher bekannt. Die Pflanze ist ein ­wahres Multi­ta­lent und verfügt über entzündungs­hemmende, schmerzlindernde und anti­septische Inhaltsstoffe. Die hochkonzentrierte Arnika-Allzwecksalbe «Alltag & Sport» von Kneipp vereint die herausragenden Eigenschaften dieser Pflanze und wirkt intensiv ­regenerierend und tonisierend. Sie ver­mindert Spannungsgefühle und fördert die Durchblutung. Sie ist ideal nach sportlichen und körperlichen ­Aktivitäten, bei längerem Sitzen, Stehen oder auf Reisen. Besonders empfehlenswert auch bei ­Verstauchungen, Prellungen oder Blutergüssen. Ein wahrer Geheimtipp, der in ­keinem Haushalt fehlen darf. Die Arnika-Allzwecksalbe «Alltag & Sport» gibts für Fr. 13.50 in der Migros. www.kneipp-schweiz.ch

«Yoga! Das Magazin» – Ihr Schweizer Yoga-Magazin «Yoga! Das Magazin» schliesst eine ­Lücke auf dem Zeitschriftenmarkt: Die erste Schweizer Yogazeitschrift ­informiert den wachsenden Kreis der YogaInteressierten in der Schweiz darüber, was hinsichtlich Yoga los ist. Nebst Aktuellem aus der Schweizer Yogaszene bie­tet «Yoga! Das Magazin» aber auch fundierte Hintergrundberichte. Das breit gefächerte Themenspektrum richtet sich sowohl an Anfänger /-innen als auch an Fortgeschrittene und Yogalehrer /-innen. In jeder Ausgabe finden sich Porträts über Yogapersönlichkeiten, Asana-Übungsserien für das Training zu­hause, ­In­formationen zu den anatomischen Grundlagen sowie Texte über philosophische Aspekte des Yoga. Auch über verwandte Bereiche wie Ayurveda wird regelmässig berichtet; ausserdem finden Sie jeweils neun Seiten Informationen, Veranstaltungen und Ausbildungen vom ­«Berufsverband Yoga Schweiz». «Yoga! Das Magazin» ­erscheint 6-mal pro Jahr. Es ist ­sowohl im Abonnement als auch im Einzelverkauf in der Deutschschweiz erhältlich. www.yogadasmagazin.ch


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ECOLIFE 4 / 11 Umwelt

Forschen auf der Alp Flix

Zwischen dem Albulatal und dem Surses thront der Piz Ela. Rund um den Gipfel liegt seit 2006 auch der gleichnamige Naturpark mit einer Fläche von 548 Quadratkilometern. Der Parc Ela ist schweizweit der grösste Naturpark im Aufbau. Die Einwohnerinnen und Einwohner von 19 Gemeinden in den Talschaften Albula und Surses arbeiten gemeinsam daran, Natur und Landschaft zu schützen, die nachhaltige regionale Wirtschaft zu stärken und das dreisprachige kulturelle Erbe mit Rätoromanisch, Italienisch und Deutsch zu bewahren. 2012 soll der Parc Ela seinen definitiven Betrieb aufnehmen. Schon heute können dort Kinder (idealerweise zwischen 7 und 12 Jahre alt) an den sechs Posten des Forscherparcours auf der Alp Flix auf spielerische Art mehr über die Natur lernen. Mit dem vom Parc Ela kreierten Forscherkit von Professor Fix können sie Insekten und Spinnen beobachten, ein Wasserrad bauen und Tierspuren giessen. Der Parcours dauert ca. 2 Stunden, die Marschzeit beträgt etwa 30 Minuten. www.parc-ela.ch/forscherparcours

Klingklangklong im Toggenburg

Unter dem Namen Klangwelt Toggenburg werden seit 2003 Aktivitäten und Angebote zusammengefasst, welche die wichtigsten Formen der Musikkultur zwischen Säntis und Churfirsten in der Ostschweiz vermitteln: den Naturjodel, den Alpsegen oder die Schellen als Elemente der Alpkultur zum Beispiel. Zum Angebot gehört auch der wunderbar angelegte Klangweg. Der Pfad am Fusse der Churfirsten führt in mehreren Etappen von der Alp Sellamatt in Alt St. Johann bis ins Oberdorf nach Wildhaus. Er umfasst mehr als zwanzig Klanginstallationen am Wegrand, die ausprobiert und bespielt werden können. Hier kann man hören, wie ein Baum Töne transportiert, wie Wasser klingt, wie Unterlagsscheiben einen Rauschtanz vorführen und welche Musik der Fels erzeugt. Die Stationen heissen Melodiegampfi, Flötenzaun oder Schaleglüüt. Die leichte Wanderung ist gut ausgeschildert, die reine Wanderzeit für alle Etappen beträgt rund 3 Stunden, kann aber nach Lust und Laune abgekürzt werden. Unterwegs gibts auch genug Restaurants mit grosszügigen Spielplätzen. www.klangwelt.ch


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Natürlicher Kinderspass

So entdecken Kinder die Natur und haben Spass dabei: «ecoLife» stellt eine Auswahl spannender Outdoorabenteuer für die ganz Kleinen vor: von Heidi über Wolli bis zur Melodiegampfi. Zusammengestellt von Reto Wüthrich

Hier tanzt der Bär

Der Schweizerische Nationalpark ist ein Ort, wo sich die Natur seit 100 Jahren frei entwickeln kann. Mit einer Fläche von 172 km2 ist er das grösste Naturschutz gebiet der Schweiz, liegt im Engadin/Münstertal und umfasst alpines Gelände in Höhenlagen von 1400 bis 3200 Metern über Meer. Auf Kinder warten hier spannende Erlebnisse wie etwa die Exkursion «Natur(g)wunder». Seit der Rückkehr der Bären in die Schweiz und in den Nationalpark ist speziell die «Senda da l’uors» sehr gefragt. Auf dem Bärenerlebnisweg in S-charl erfahren Kinder an neun Stationen alles, was sie schon immer über Bären wissen wollten. Das Erlebnis dauert rund zwei Stunden und beginnt bei der Postauto-Haltestelle Ravitschana vor S-charl. Am Ende bietet eine Bärenausstellung im Museum noch mehr Bäriges. www.nationalpark.ch

Wolli sucht Gletscherflöhe

Die Hörgeschichte «Wolli und die Klimadetektive» nimmt Kinder von sechs bis zwölf Jahren mit auf eine spannende, unterhaltsame und lehrreiche Wanderung in die Zermatter Berg- und Gletscherwelt. Das Abenteuer beginnt bei Zermatt Tourismus, wo die jungen Klimadetektive gegen ein Depot gratis mit Audioguides und Karten ausgerüstet werden. Alternativ steht die Geschichte auch kostenlos im Internet zum Download auf die eigenen Audiogeräte bereit. Auf der Fahrt von Zermatt auf den Gornergrat erleben die Kinder die erste von insgesamt sieben Hörstationen und werden dabei in den Fall der verschwundenen Gletscherflöhe eingeweiht. Sie lernen Wolli, das kleine Schwarznasenschaf, kennen, welches sie durch den kniffligen Fall begleitet. Die Klimadetektive begegnen unter anderem einem Steinmännchen, einem Steinbock, dem Matterhorn, dem Riffelsee und lernen dabei die Auswirkungen des Klimawandels auf die Bergwelt und ihre Bewohner kennen. www.zermatt.ch


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ECOLIFE 4 / 11 Umwelt

Sagenhafte Bergwelt

Schmutziger Club

Der Sagenerlebnisweg vom Prodkamm zur Prodalp am Flumserberg präsentiert sich seit kurzer Zeit im neuen Kleid. Entlang von Infotafeln und interaktiven Spielstationen können Kinder den Alpöhi sowie Heidi und Peter durch eine spannende Geschichte begleiten: Vor vielen, vielen Jahren soll dort oben ein wildes Mannli gehaust haben. Das hat so viel Unfug getrieben, dass es zur Strafe in die Sagenwelt verbannt wurde. Jetzt tut ihm leid, was es damals angestellt hat, und es bemüht sich, seine Fehler wiedergutzumachen. Heidi und Peter lieben diese Sage und wollen dem wilden Mannli unbedingt helfen. Zum Sagenweg gibts auch ein Heft, das kostenlos bei den Berbahnen, bei der Infostelle Flumserberg und bei den Berggasthäusern Prodalp und Prodkamm bezogen werden kann. www.flumserberg.ch

Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen sich Kinder im Alter zwischen 7 und 14 Jahren im Kids Outdoor Club im Berner Oberländer Diemtigtal. Alle, die Freude an der Natur haben, können hier an spannenden Outdoornachmittagen teilnehmen. Mit abenteuerlichen Spielen vermitteln Sandra Jordi und Heinz Lerch den Kindern zu unterschiedlichen Themen naturkundliches Wissen. Das Naturerlebnis, die Wahrnehmung der Natur und der Spass am Draussensein stehen im Mittelpunkt. Die Kinder brauchen keine Vorkenntnisse. Einfach anmelden und dabei sein. Themen sind z. B. der Bergbach, Mauersegler, Alpenböcke, Tiere im Wald oder Herbstfarben. Um 13.30 Uhr trifft man sich jeweils am Bahnhof Oey-Diemtigen, gute Schuhe und alte Kleider gehören dazu, denn wie heisst es in der Ausschreibung so schön: «Die Kleidung kann stark schmutzig werden.» Wunderbar! www.natur-lernen.ch 

Fassaden

Holz/Metall-Systeme

Fenster und Türen

Briefkästen und Fertigteile

Sonnenenergie-Systeme

Beratung und Service

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Gefallen wir Ihnen? Mehr «ecoLife» gibts im Oktober 2011: Frischer Fisch Ein italienischer Fischer nimmt Interessierte mit auf sein Boot und zeigt ihnen, wie man mit Verstand feine Fische fängt Frische Seife Im Toggenburg entdeckt: kaltgerührte, handgemachte Seife aus Natur-Zutaten Frischer Look Es ist nicht alles neu, was glänzt. Heisst es. Stimmt. Oft ist es: Shabby Chic!

IMPRESSUM ecoLife Das Schweizer Magazin für Nachhaltigkeit www.eco-life.ch Verlag ProfilePublishing GmbH Pfadacher 5, 8623 Wetzikon Tel. +41 (0)43 488 18 44 info@profilepublishing.ch Roger Meili, Verleger roger.meili@profile-group.ch Karin Stich, Verlagsleiterin stich@profilepublishing.ch Chefredaktion Reto Wüthrich, PEPPER www.pepper.ch reto.wuethrich@eco-life.ch

Redaktionelle Mitarbeit an dieser Ausgabe Atlant Bieri, David Coulin Simon Joller, Karin Hänzi Fabrice Müller Karin Reber Ammann Daniela Schwegler Gestaltung und Produktion Karin Engler k.engler@profilepublishing.ch Druckvorstufe Küenzi & Partner 8135 Langnau / Zürich Lektorat Patrizia Villiger 8802 Klichberg

Druck dierotationsdrucker 73730 Esslingen Fotos Gerhard Krischker (Cover/S. 30–33) mamo (S. 3), Galina Barskaya (S. 6) Andreas Fahrni (S. 6), Getty Images (S. 14) Jim Wehtje, Getty Images (S. 14) Jun Takahashi, Getty Images (S. 17) Siede Preis, Getty Images (S. 22 /24) Photo Alto, Getty Images (S. 22) Getty Images, Flickr (S. 23) Falk Heller, argum (S. 35) malibu-orange.net (S. 35) Martin Ruegner, Getty Imags (S. 39) Hansjörg Schödler (S. 40) Michael Portmann (S. 43) Bruce Hands, Getty Images (S. 45) Robert Boesch (S. 46)

Inserate Mediaforce AG Yves Heutschi, Anzeigenleitung Webereistrasse 47 8134 Adliswil Tel. +41 (0)44 772 22 77 Fax +41 (0)44 721 19 01 Abonnement ecoLife erscheint sechsmal jährlich Einzelpreis Fr. 6.50 Jahresabonnement Fr. 30.– (Ausland: plus Portokosten)

Bestellungen Tel. +41 (0)43 488 18 42 abo@eco-life.info ISBN-Nr. 978-3-905989-03-8 ©ProfilePublishing GmbH, 8623 Wetzikon Nachdruck und elektronische Wiedergabe nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags. ecoLife übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Bilder und Datenträger aller Art.


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«Ein Wunder, dass ich überlebt habe» Aufgezeichnet von Daniela Schwegler

Ueli Steck ...

... ist 34 Jahre alt und einer der weltbesten Solokletterer. Im Frühling durchkletterte er im Himalaya die Südwestwand des Shisha Pangma (8027 m) in Rekordzeit und bestieg den Cho Oyu (8201 m). 2009 war er auf dem Makalu (8201 m) und dem Gasherbrum II (8034 m).

«Mir

war klar, dass ich keine Zehe auf dem Mount Everest zurücklasse. Als ich merkte, dass meine Füsse eiskalt waren und abzufrieren drohten, entschied ich mich wenige hundert Meter vor dem Gipfel umzukehren. Noch vor zehn Jahren wäre ich wahrscheinlich bis zum Gipfel gegangen. Aber man wird reifer. Auch der höchste Berg der Welt ist es nicht wert, seine Zehen zu verlieren. Darum war der Entscheid richtig. Die Himalya-Expedition war auch ohne Gipfelerfolg am Everest eine super Erfahrung. Ich hatte viel Freude, da ich die Wände des Shisa Pangma durchstieg, was mein eigentliches Ziel war für die Expedition. Und später noch auf dem Cho Oyu stand. Zudem: Der Everest bleibt, und ich komme wieder. Irgendwann werde ich oben stehen. Irgendwann pack ich es. Und zwar aus eigener Kraft – ohne Sauerstoff. Seit Reinhold Mess-

mer ­haben das erst 100 Alpinisten geschafft. Die anderen rund 5000 Everest-Touristen nahmen Sauerstoff zu Hilfe. Das ist für mich «Bschiss». Nur wer es aus eigener Kraft schafft, war wirklich oben. Klar ist das Risiko an einem Achttausender ohne Sauerstoff grös­ ser. Das Risiko am Berg ist immer grösser, als wenn ich zuhause auf dem Sofa sitze. Aber so, wie ich das Bergsteigen betreibe, als Profibergsteiger, bin ich absolut top vorbereitet. Anders hätte ich die 2000 Meter hohe Südwestwand des Shisa Pangma (8027 m) diesen Frühling gar nicht in 10,5 Stunden durchsteigen können. Ich hab auch lange darauf hin trainiert. Ich wollte einfach meinen damaligen Speedrekord von der Eiger­ nordwand auf den Himalaya übertragen. Dass ich das erreicht habe, freut mich sehr. Mir wurde aber auch bewusst: Die Leute erwarten immer mehr von mir. Am Shisa Pangma habe ich noch einmal mehr erreicht. Aber höher und schneller geht für mich nicht mehr. Ich habe meinen persönlichen Zenit erreicht aus sportlicher Sicht. Viel mehr liegt nicht mehr drin in meiner Karriere als Bergsteiger. Dani Arnold hat ja kürzlich meine Bestzeit am Eiger unterboten. Ich brauchte dafür 2 Stunden 47, er schaffte es in 2 Stunden 28. Aber eins zu eins vergleichen lässt sich unsere Leistung nicht. Ich durchstieg die Route im Winter, es gab keine Spur, ich kletterte alles frei. Aber klar, am Schluss zählt die absolute Zeit. Und ich gratuliere ihm zur Bestzeit. Ich selber kann es auch gemütlicher nehmen am Berg und mit mei-

ner Frau auf Genusstour gehen. Da geht es nicht um Speed, sondern um das Zusammensein. Aber selbst auf Genusstouren ist schnell etwas passiert. Als meine Frau vor einem Jahr vor meinen Augen 30 Meter abstürzte, waren das Schrecksekunden. Ich konnte nur hilflos zusehen. Dass sie es überlebt hat, war ein Riesenglück. In der Regel überlebt man so was nicht. Auch mein Schutzengel stand schon öfters im Einsatz. Zum letzten Mal 2007, als mich im Himalaya am Annapurna ein Stein am Kopf traf und bewusstlos schlug. Ich stürzte 300 Meter in die Tiefe. In meiner Erinnerung ist nur noch ein schwarzes Loch. Dass ich das überlebt habe, ist ein Wunder. Durch den Unfall wurde mir klar, wie schnell es vorbei sein kann, und wie vergänglich das Leben ist. Überhaupt, der Annapurna ist ein Schick­salsberg. Jeder zweite Durchstiegsversuch endet tödlich. Ich musste 2008 dem spanischen Bergsteiger Iñaki dort beim Sterben zusehen und seine Leiche später in einer Gletscherspalte versenken. Ich hab ein komisches Gefühl, wenn ich nur schon an den Berg denke. Da muss ich nicht mehr hin. Denn die Option, am Berg zu sterben, ist für mich keine. Deshalb trainiere ich so perfektionistisch. Ich will absolut top vorbereitet sein. Je fitter ich bin, desto mehr Reserven habe ich. Doch im Moment gönne ich meinem Körper ein bisschen Erholung. Den Jungfrau-Marathon laufe ich aus purer Freude.» www.uelisteck.ch 


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