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DAS MAGAZIN FÜR STROMEFFIZIENZ IM GEBÄUDE 19. Ausgabe – Herbst / Winter 2018

SCHILLERND Licht schafft Emotionen


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EDITORIAL

Jeder Mensch ist eine Lichtgestalt

Liebe Leserin, lieber Leser

L

icht hat einen erheblichen Einfluss auf unsere Vitalität. Und seit der Moderne wird unser Leben mehr als je zuvor dadurch geregelt: Es bestimmt nicht mehr nur, wann wir aktiv sein können, sondern ebenso, wie wir uns dabei fühlen – zu Hause, am Arbeitsplatz, beim Einkaufen sowie in vielen weiteren Lebenssituationen. Umso mehr wird der Fokus darauf gerichtet, am richtigen Ort zur richtigen Zeit das richtige Licht zu haben. Damit es uns in all seinen Facetten und Anwendungsmöglichkeiten hilfreich sein kann.

Pascal Grolimund Leiter Marketing, Otto Fischer AG.

Umso interessanter ist es, dass in den letzten Jahren gerade im Bereich der künstlichen Beleuchtung eine enorme Entwicklung stattgefunden hat. Schliesslich spenden uns heute fast überall LED-Chips Licht – nachdem über 100 Jahre lang die Glühbirne das vorherrschende künstliche Leuchtmittel gewesen ist. Dieser vor nicht allzu langer Zeit noch für undenkbar gehaltene Wandel in der Lichttechnik vermag uns heute nicht mehr zu verwundern. Denn mittlerweile ist das LED-Licht längst den Kinderschuhen entwachsen und zu einer festen, verlässlichen Grösse in der Beleuchtungstechnik geworden. Um nun sein ganzes Spektrum an Möglichkeiten zu entfalten. Schliesslich scheint es mittlerweile nicht nur in unzähligen unterschiedlichen Farben, sondern die LED-Technologie macht es auch möglich, dass mit einer Leuchte beispielsweise der Tagesverlauf des Lichts nachgeahmt werden kann. Sodass wir in der Frühe einen Lichtton erleben, welcher das Morgenrot imitiert, über den Tag hinweg in den Genuss blauer, tageslichtähnlicher Strahlen kommen und am Abend wieder eher eine Lichtfarbe genies­ sen, welche an ein Lagerfeuer erinnert – einfach flackerfrei. Human Centric Lighting nennt sich dieses Konzept biologisch wirksamen Lichts, welches sich nach dem natürlichen Tagesund Lichtverlauf richtet und dadurch positiv auf den Menschen wirkt. Sie sehen: Die LED-Technologie erschliesst völlig neue Horizonte, welche bisher gar nicht für möglich gehalten worden wären. Deshalb steht das Licht auch im Brennpunkt dieser Ausgabe des eco2friendly-Magazins. Aber das natürlich nicht alleine, denn wie immer gibt’s ein breites Spektrum an Lösungen rund um das energieeffiziente Bauen und Leben zu entdecken. Viel Spass beim Lesen! Herzlich Ihr Pascal Grolimund

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INHALT

PROGRAMM Das Programm für Stromeffizienz im Gebäude 

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Hier sind die Fachleute bestens vernetzt

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LIFESTYLE Im Rampenlicht

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IM FOKUS In Zukunft leuchten die Tapeten | Empa

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Ein Wohntraum aus Holz | Das Licht GmbH

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Leuchte wechseln oder LED-Retrofit? | Stefan Gasser

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Auf einen Chat | Infografik

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Damit die Lichtsteuerung leicht von der Hand geht | Otto Fischer AG

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Areale mit LED beleuchten | Electrosuisse

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Die dreifache Wirkung des Lichts | Hochschule Luzern 

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Die Arbeit einer Lichtplanerin genauer beleuchtet

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Gute Beratung zahlt sich aus | VSEI

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Forschen in gesundem Licht | ESYLUX Swiss AG

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Ein Quantensprung nach der LED-Innovation | Swisslux AG

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Erleuchtung für das Smart Home | digitalSTROM AG

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Auf Altes setzen oder neu vernetzen? | Philips Lighting Switzerland AG

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Begeistert von der neuen Beleuchtung | Elbro AG

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Stromsparende Parkhausbeleuchtung | LED City

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Watt d’Or für EKZ | EKZ

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Mehr Licht, weniger Strom | Zentralbibliothek Zürich

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Lichtkomfort mit Bewegungsmeldern | Feller AG

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Licht doppelt gesteuert | M. Züblin AG

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Produktive Beleuchtung | LEDVANCE AG

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Fünfsternekomfort mit Energiekonzept 

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Testen Sie Ihr Wissen | Wettbewerb

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ENERGIE UND GESELLSCHAFT Ein Gemüsebauer mit Pioniergeist 

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Autarke Energieversorgung | ABB Technikerschule

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Mehr als Schall und Rauch: BIM und IoT | Verein Innovationspark Zentralschweiz 62

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INHALT

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Visionäres Mehrfamilienhaus | ABB Schweiz AG

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Vernetztes Lernen am Modell | E-Profi Education

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Heizen mit Eis 

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Wohnen mit der Energie-Flatrate 

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eco2friendly-DAY’18: Kooperation mit Zukunft 

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Herausgeber: Otto Fischer AG Aargauerstrasse 2 8010 Zürich Ausgabe:

GEBÄUDEAUTOMATION

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IMPRESSUM

Nr. 19, Herbst / Winter 2018

Entscheid für KNX | Pierre Schoeffel

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Sesam, öffne dich | Legrand (SCHWEIZ) AG

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Die Sicherheit hat oberste Priorität | WAGO Contact SA

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Das Flachdach spricht mit dir | Swisscom (Schweiz) AG

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Mit Gebäudeinformatik zum digitalen Zwilling | SwissGIN

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Intelligent vernetzte Terrassenwelten | Somfy AG

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Aus zwei mach eins | Hager AG

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Effiziente Beleuchtung, wenns eng wird | Theben HTS AG

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Auflage: 13 000 Ex. deutsch 3500 Ex. französisch Erscheinungsweise: 2-mal jährlich: März und September Verlag, Redaktion und Inserate: redaktion@eco2friendly.ch

Das Unternehmen Otto Fischer übernimmt keine ­H aftung

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SOLAR

für die veröffentlichten A ­ rtikel. Vervielfältigung und ­Veröffentlichung

Elektrogrossist auf der Sonnenseite | Fankhauser Solar AG

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Wärme und Strom gewinnen zusammen | Swissolar

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E-MOBILITY

Grosser We t t b e w e rb Jetzt teilne hmen und gewinn en!

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Urbane Elektromobilität mit Spassfaktor | AGRO AG

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Beim Fehlerstromschutz alles richtig machen | Demelectric

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Ladeinformationen per Smartphone | Phoenix Contact AG

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Einfach laden und zahlen | FERRATEC AG

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NACHGEFRAGT Die Bedeutung von Beleuchtung | Alexandros Athanasiadis, CEO Esylux Schweiz 104

nur mit Genehmigung.

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DAS PROGRAMM

Das Programm für Stromeffizienz im Gebäude eco2friendly ist ein Netzwerk aus Teilnehmern, welche gemeinsam ihre Stromeffizienzziele erreichen wollen. Die Teilnehmer unterstützen sich in sämtlichen Prozessen bei Um- und Neubauten, also während der Planung, der Ausführung und dem Betrieb eines Bauprojekts.

Bauherren und Investoren • Steigerung von Komfort, ­Qualität und Sicherheit • Fundierte Bedarfsanalyse und Vorgabe für den Planungsprozess • Nachhaltige Werterhaltung und -steigerung der Immobilie

Architekten und Planer • Nutzung der Effizienz­ möglichkeiten in der Beratung und Planung • Einplanung zertifizierter Lösungen • Einbringen der Erfahrungen bei der Planung von Neubau und Sanierung

Installateure, Integratoren und Facility Manager • Fachgerechter Einsatz von zertifizierten Lösungen und Produkten • Aktive Betreuung während des Betriebs • Steigerung der Arbeitsplatz­ attraktivität

Hersteller und Lieferanten

Verbände und Institutionen

• Forschung und Entwicklung für stromeffiziente Lösungen und Produkte • Unterstützung der Effizienz­ möglichkeiten mit innovativen Produkten • Positive Entwicklung des ­Absatzmarktes

• Aus- und Weiterbildung der Fachleute • Definition und Weiterentwicklung der Effizienzanforderungen als Garantie für hochstehende Programmqualität


DAS PROGRAMM

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Hier sind die Fachleute bestens vernetzt Energieeffizienz ist in aller Munde. Neue Produkte und Lösungen kommen auf den Markt, die Innovation schreitet fort. Auf dem neuesten Wissensstand zu sein, ist deshalb wichtig. eco2friendly informiert die Öffentlichkeit und die Fachwelt regelmässig auf diversen Kanälen.

Suchen und finden Sie Fachleute auf unserem Portal unter e2f.ch/fachleute-finden

Sämtliche Partner von eco2friendly sind auf der Plattform fachleute-finden.ch vertreten. So ist es ganz einfach zu erfahren, wer die kompetenten Fachkräfte in der Region sind, um spannende Projekte zu realisieren. eco2friendly pflegt mit Verbänden aus der gesamten Haustechnik regen Kontakt, damit die systemübergreifende Sicht berücksichtigt und gefördert wird.

Weiterbildung: die eco2friendly TRAININGS Energieeffizienz betrifft die gesamte Branche. Denn sie bildet ein interessantes Betätigungsfeld der Zukunft. Umso wichtiger ist es, gut ausgebildete Fachkräfte in allen Segmenten zu haben: von der Planung über den Bau bis zum Unterhalt. Darum hat eco2friendly die Initiative ergriffen und das Weiterbildungsprogramm «Trainings» lanciert. Da werden Architekten, Planer und Installateure ebenso wie Integratoren und Technische Facility Manager auf den neusten Stand der Technik gebracht – in den vier Bereichen Licht, Gebäudeautomation, Solar und E-Mobility. Damit die Branche fit für neue Innovationen bleibt.

Neu finden Sie uns neben Facebook, Twitter und Youtube auch auf Instagram!


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LIFESTYLE

Im Rampenlicht

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ie Ränge im Zirkus Knie sind bis auf den letzten Platz besetzt, kurz vor dieser Mittwochnachmittagsvorstellung. Und natürlich erwarten die vielen Kinder der zahlreich anwesenden Familien den Vorstellungsbeginn am gespanntesten. Dann, einige Momente später, hebt das Zirkusorchester zur musikalischen Eröffnung des Programms an, die Manege erstrahlt dazu im Scheinwerferlicht. Nun endlich öffnet sich der Vorhang und Franco Knie junior tritt, von einem Lichtspot verfolgt, in die Manege, um das Publikum zu begrüssen. Von den allermeisten Zuschauerinnen und Zuschauern wird dies nicht bewusst wahrgenommen, aber bereits diese ersten Momente der Vorstellung zeigen, dass das Licht in der Zirkusmanege etwas vom Wichtigsten ist. Selbstverständlich wären die Vorstellungen auch ohne diese subtilen Effekte noch spektakulär. Jedoch kommt dem Licht die essenzielle Aufgabe zu, die Zuschauerinnen und Zuschauer durch die Vorstellungen zu führen: Es zeigt, wo im Zelt das aktuelle Geschehen stattfindet, und jede Nummer lebt von einer anderen Stimmung – die LED-Scheinwerfer tauchen die Artistinnen und Artisten in blaues, rotes, violettes oder oranges Licht, manchmal ist es sogar ein regelrechtes Blitzlichtgewitter, das in die Manege fällt. Nun sind es russische Artistinnen, die zwischen zwei gros­ sen Schaukeln durch die Luft fliegen, zuerst noch etwas zurückhaltend, dann beginnen Sie Saltos und schliesslich – unter Trommelwirbel – doppelte Saltos in die Vorführung einzustreuen. Das Publikum bestaunt beinahe andächtig die Szene, welche in ruhiges blaues Licht getaucht ist. Dies beruhigt etwas den Herzschlag, die Lichtspots dagegen unterstützen die Spannung. Dann wird es wieder dunkel. Das Duo 2-zen-O betritt die Manege. Ein Artistenpaar, welches im Doppelreif atemberaubende und Gänsehaut erzeugende Akrobatik mit ausdrucksstarken choreografischen Elementen verbindet. Das Stocken des Atems im Publikum ist beinahe hörbar, wenn die beiden, sich nur mit den Füs­ sen gegenseitig Halt gebend oder aufeinander balancierend, auf dem Reif liegen. Und dann ein Aufatmen, wenn alles gut gegangen ist. Der Blick folgt dem weissen Spot bis unter die Zirkuskuppel, dann wieder nach unten in die Arena.

Damit das Lichtdesign durchgehend stimmig ist und alles sekunden- und zentimetergenau funktioniert, ist eine akribische Planung und jede Menge Logistik nötig. Beim Zirkus Knie ist Géraldine Knie dafür zuständig – als artistische Leiterin und Koordinatorin von Regie, Ton, Musik und Licht. Letzteres allerdings ist nicht nur künstlerisch wichtig, sondern auch finanziell, denn bei diesem Gestaltungselement fallen besonders hohe Kosten an. Das erstaunt zwar aufgrund der Tatsache, dass fast ausschliesslich auf energieeffiziente Technologie gesetzt wird: 95 Prozent der Leuchtmittel sind mit LED-Technologie ausgestattet. Allerdings sind alleine im Zirkuszelt über 1000 Leuchtmittel installiert. Wenn es dann im Detail darum geht, wie die ganze Beleuchtung eingesetzt wird, hat Géraldine zwar gerne ein offenes Ohr für die Artistinnen und Artisten, welche Vorschläge zum Lichtdesign ihrer Nummer machen können. Der endgültige Entscheid, wann wo welches Licht brennt, obliegt aber immer der artistischen Leitung. Denn schliesslich soll alles harmonisch aufeinander abgestimmt sein. Dann kommt die Nummer mit den Drohnen. Es ist fast dunkel in der Manege. Bis ein kleiner blauer Lichtpunkt aus den Händen von Franco Knie junior aufsteigt. Nun erscheinen immer mehr Punkte in Blau und Rot, und die allmählich als Drohnen zu erkennenden Lichter beginnen mit einem Tanz, formieren sich zu ineinandergeschlungenen Kreisen – dies alles ist computergesteuert. Dazu zeigt Franco Knie mit seiner Frau Linna eine leichtfüssige Akrobatiknummer, begleitet von Chris Rui am Piano – einmal mehr Gänsehaut­ erzeugend. Diese Nummer ist etwas komplett Neues in der Zirkuswelt. Und sie zeigt, dass die Digitalisierung auch in der Manege angekommen ist. Trotzdem ist es im Zirkus immer noch wie früher: Die gesamte Vorstellung wird vom Geruch nach Sägemehl und Popcorn begleitet. Und nachdem eines der wunderschönen, glänzenden, schwarzen Friesenpferde während seiner Nummer ein paar Äpfel fallen gelassen hat, mischt sich auch dieser zirkustypische Geruch dazu. Selbst wenn die hinteren Reihen der Zuschauer dies wohl etwas weniger intensiv mitbekommen, so ist doch genau dies der Unterschied zur heutigen digitalen Welt, welche nur noch vor dem Computer oder am Handy erlebt wird. Zum Glück gibt es diese reale Illusion noch, denn jedes Jahr zieht sie Hunderttausende von Kindern und Erwachsenen in ihren Bann.


LIFESTYLE

Die Artistinnen fliegen im harmonisch abgestimmten Licht durch die Luft.

Zirkus Knie Während einer Tournee bewältigt der Zirkus Knie ein riesiges Pensum. Als Beispiel hier die Zahlen der Tournee 2018: An 200 Tagen spielt er in 38 Städten und Orten der Schweiz. Während der Tournee arbeiten rund 230 Mitarbeitende aus 16 Ländern für die Zirkusstadt. Neben den Artistinnen und Artisten braucht es im Zirkus hinter den Kulissen Mitarbeitende mit den verschiedensten Berufen und Funktionen (viele Mitarbeitende üben Doppel- und Mehrfachfunktionen aus).

ter und Materialchef, 1 Assistent und 4 Mitarbeitende, 1 Zoound Zirkus-Veterinär, 1 Zaunchef, 3 Mitarbeitende für Manege und Musikpodium, 1 Wagenpark- und Transportchef, 1 Leiter Administration, 12 Chauffeure, 6 Beifahrer und 1 Allrounder, 1 Chefelektriker und 4 Elektriker, 1 Leiter Werbekolonne und 2 Mitarbeitende, 1 Pferdestallmeister, 1 Bereiterin, 13 Pferdepfleger, 1 Zoochef mit 3 Tierpflegern, 1 Nachtwächter, 1 Küchenchef mit 4 Mitarbeitenden, 1 Sattler.

Im Zelt: 38 Artistinnen und Artisten, 1 Kapellmeister und 8 Musiker, 1 Oberrequisiteur, 1 Sprechstallmeister, 1 Tontechniker, 1 Lichtdesigner und 1 Assistent, 10 Eingangskontrolleure, 15 Platzanweiser, 3 Garderobiere, 1 Gastro-Gerant, 1 EventManager mit bis zu 14 Mitarbeitenden, 1 Zeltmeister, 1 stv. Zeltmeister und 29 Zeltarbeiter.

Im Büro: 1 Chefkassiererin, 1 Assistentin und 4 Mitarbeitende, 1 Leiter Büro/Marketing und 1 Assistentin, 1 Leiterin Technisches-Artistisches und Personalbüro und 1 Assistentin, 1 Sachbearbeiterin Administration.

Im Zirkusbetrieb: 1 Werkstattchef und 4 Schlosser, 1 Schreiner, 1 Schneidermeister, 1 Wäscherin, 2 Maler, 1 Verlademeis-

Direktion: Direktion (Fredy Knie junior), artistische Direktion (Géraldine Knie), technische Direktion (Franco Knie junior), administrative Direktion (Doris Knie).

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Das Interview Sie zaubert das einzigartige Ambiente in die Manege des Zirkus Knie – immer fokussiert ­darauf, dass die Artistinnen und Artisten im ­besten Licht dastehen. Denn Géraldine Knie ist als artistische Leiterin unter anderem für das Beleuchtungskonzept des Zirkusprogramms ­zuständig. Wir durften sie nach e ­ iner Vorstellung treffen und mit ihr über die Kunst der Manegenbeleuchtung sowie das Zirkus­ leben im Allgemeinen sprechen.

Sie sind in eine Zirkusfamilie hineingeboren worden. Mögen Sie sich noch daran erinnern, wie das für Sie war als Kind? Ich durfte das erleben, wovon viele Kinder träumen – schliesslich gibt es nichts Schöneres, als im Zirkus aufzuwachsen. Meine Alltagsumgebung war quasi ein riesiger Spielplatz, auf dem ich viel Zeit mit den Tieren verbringen durfte, welche mit uns auf Tournee waren. Besonders zu den Pferden habe ich dadurch eine grosse Liebe aufgebaut, welche bis heute anhält. Denn ich mochte es von Anfang an, sie zu füttern, zu pflegen, mit ihnen auszureiten oder mit ihnen durchs Wasser zu waten. Während des grössten Teils des Jahres hatten Sie dadurch jedoch wenig Kontakt mit dem Leben, wie es die meisten von uns kennen. Folglich ebenso wenig zu Kindern ausserhalb des Zirkusses. Haben Sie das vermisst? Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil: Für mich war es ein grosses Privileg, in diesem Umfeld aufwachsen zu dürfen. Dazu kommt, dass die Gemeinschaft im Zirkus jeweils so gross ist, dass der Kontakt zu anderen Kindern jederzeit gewährleistet war. Nicht zuletzt, weil es in der Zirkusschule natürlich immer auch andere Schülerinnen und Schüler hatte. Darüber hinaus hatte ich ja zudem die Möglichkeit, Zeit mit meinen Pferden zu verbringen, wann immer ich wollte. Was ist das Schönste an der Arbeit im Zirkus? Am allerbesten gefällt mir, dass alle im Zirkus ihren Neigungen nachgehen können. Denn es darf auch mal etwas schiefgehen während der Vorstellung, wir funktionieren nicht wie ein professioneller Sportverein, in dem diejenigen enttäuscht sind, welche nicht immer zu den Besten gehören. Denn alles ist live und jeder Tag bringt wieder etwas Neues. Von dem her ist niemand einem übermässigen Druck ausgesetzt. Selbstverständlich ist das Programm beim Tourneestart bis


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Text: Judith Brandsberg Interview: Pascal Grolimund Bilder: Johannes Diboky (S. 1, 4, 11, 12)

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Der Zirkus ist meine Leidenschaft, mein Leben und mein Zuhause.�


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ins Detail eingeübt. Aber schlussendlich ist jeder Abend anders in der Manege, und wir arbeiten alle mit und für das Publikum. Genau diese Tatsache jedoch, dass nie zwei Vorstellungen genau gleich sind, ist eigentlich das Schönste, was es gibt.

Hatten Sie früher zuweilen andere Berufswünsche oder war es für Sie immer schon klar, dass Sie in die Fussstapfen Ihrer Zirkusfamilie treten würden? Ich wusste immer schon, dass der Zirkus mein Leben ist. Zudem ist mir wohl die Liebe zu den Pferden bereits in die Wiege gelegt worden. Jedenfalls erinnere ich mich nicht daran, dass sie jemals inexistent gewesen wäre als wichtiger Teil meiner Person. Schlussendlich habe ich mich im Zirkus immer wohlgefühlt und könnte mir auch für die Zukunft nichts anderes vorstellen. Deshalb freut es mich sehr, dass sowohl Ivan wie auch Chanel diese Liebe mit mir teilen. Ivan ist gerade mit der Schule fertig geworden und wir haben mit ihm ein Gespräch darüber geführt, ob er im Zirkus bleiben möchte oder ob er sich noch etwas anderes vorstellen könnte. Aber für ihn ist klar, dass er im Zirkus zu Hause ist. Und wie gross ist der Freiraum Ihrer Kinder, wenn es darum geht, in welche artistische Richtung sie sich entwickeln möchten? Ivan liebt wie ich die Pferde. Er möchte aber auch andere Dinge ausprobieren, was ich gut finde. Chanel ist diesbezüglich etwas strikter – fast wie ich. Sie arbeitet am liebsten mit den Pferden, was nicht zu übersehen ist, denn Chanel weiss jeweils schon sehr genau, wie sie sich eine Nummer vorstellt. Sie schminkt sich, sucht sich das Kostüm aus, die Musik und sogar das Licht. Schon wie ein richtiger Vollprofi (stolz). Dazu kommt, dass sie sich in der Manege wohlfühlt, seit sie ganz klein war. Das gehört einfach zu ihrem Naturell: Obwohl sie sonst eher scheu ist, gibt sie in der Manege alles. Haben Sie keine Angst, dass eines Ihrer Kinder im Zirkus mal einen Unfall haben könnte? Klar mache ich mir als Mutter Sorgen. Allerdings nicht, während sich die Kinder in der Zirkusmanege oder der Zirkusstadt aufhalten. Denn ich weiss, dass sie hier sicher sind, schliesslich vertraue ich dem Personal voll und ganz. Und wenn sie bei den Pferden sind, weiss ich sowieso zu hundert Prozent, dass nichts passieren kann. Aber in der Freizeit, wenn Chanel zum Beispiel Fahrrad fährt, was sie im Übrigen sehr gut macht, dann fürchte ich mich zuweilen schon, dass sie auf die Strasse gerät und in einen Unfall verwickelt wird. Man stellt sich ein Leben im Zirkus wie in einer grossen Familie vor, ist das so? Die Leute hier leben auf sehr engem Raum zusammen. Allerdings bin ich das seit meiner Kindheit gewohnt, und auch für die anderen Artistinnen und Artisten ist es normal. Schön finde ich, dass hier so viele verschiedene Nationalitäten zusammenleben – was nicht nur sehr interessant ist, sondern

Die Anschaffung der LED-­ Beleuchtung war ein wichtiger Schritt in Richtung Energieeffizienz.”

übrigens auch äusserst gut funktioniert. Ich denke, der Grund dafür, dass es so wenig Knatsch gibt, ist der Respekt, welchen wir uns allen entgegenbringen. Das bedeutet selbstredend, dass alle verschiedenen Religionen respektiert werden. Was sich zum Beispiel daran zeigt, dass die Menschen während des Ramadan selbstverständlich fasten dürfen. Die verschiedenen Sprachen, welche in unserer Zirkusstadt zu hören sind, stellen ebenfalls kein Problem dar. Wir reden hier Englisch, Französisch, ein paar Brocken Polnisch können gelernt werden, und ansonsten behelfen wir uns mit Gesten.

Sie leben und arbeiten am selben Ort wie Ihr Mann Maycol. Funktioniert das gut? Ich bin schon 13 Jahre mit Maycol zusammen. Das rührt wohl daher, dass wir dieselbe Wellenlänge und dieselbe Leidenschaft haben. Und das wiederum macht es so schön, mit ihm zusammen zu leben und zu arbeiten. Dazu kommt, dass wir uns immer gegenseitig unterstützen. Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag für Sie aus? Da ich dieses Jahr eine Babypause einlege, nehme ich nicht selber am Programm teil. Als artistische Leiterin kümmere ich mich jedoch um das Programm, um die Regie und um die Beleuchtung. Es gibt also genug zu tun. Und nächstes Jahr kommt dann wieder der Zirkusalltag dazu. Der sieht übrigens so aus, dass ich am Morgen mit den Pferden trainiere und dann mittags und abends eine Vorstellung habe; an den Wo-

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chenenden finden sogar drei Aufführungen pro Tag statt. Die Konsequenz daraus ist, dass wir während der Tournee kein freies Wochenende haben – im Gegenteil, dann ist jeweils am meisten los. Dennoch bereitet uns das abwechslungsreiche Zirkusleben jederzeit viel Spass. Wichtig ist für mich dabei allerdings, dass die Familie und meine Kinder stets im Vordergrund stehen, das lasse ich mir nicht nehmen. Zum Glück ist genau dies einer der grossen Vorteile beim Arbeiten im Zirkus: Dass ich mit meinen Kindern sehr viel Zeit verbringen kann, da wir zusammen leben und arbeiten.

Stellen Sie Unterschiede fest, was das Publikum betrifft, wenn Sie durch die Schweiz reisen? Ja, tatsächlich ist das Publikum nicht überall dasselbe. Am deutlichsten zeigt sich dies bei Ortswechseln zwischen der Deutsch- und der Westschweiz. Denn in der französischen Schweiz sind oft Zwischenrufe der Freude oder des Erstaunens zu hören, während in der Deutschschweiz vor allem geklatscht wird. Die beiden Landesteile unterscheiden sich zudem stark bezüglich des Humors, was eine grosse Herausforderung für uns darstellt. Die Sprache ist also nicht der einzige Grund dafür, warum wir mit zwei verschiedenen Co-

Für die Artistinnen und Artisten ist es sicher ein grosser Traum, in einem Nationalzirkus mitwirken zu können. Was müssen sie können, damit sie beim Zirkus Knie eingestellt werden? Am wichtigsten ist mir, dass jemand seiner Nummer Ausdruck verleihen kann. Also, dass die Choreografie stimmig ist und sich der Künstler gut darstellt. Zudem muss die Ausstrahlung der Artistin oder des Artisten ins Gesamtkonzept passen. Weniger wichtig für den ersten Eindruck ist die Musik, denn diese können wir später immer noch anpassen. Und was das Lichtdesign betrifft, können die Künstlerinnen und Künstler auch gerne ihre Vorlieben mit einbringen. Das ist uns ein gros­ ses Anliegen, selbst wenn die endgültige Entscheidung schliesslich bei uns liegt. Denn schlussendlich ist es uns wichtig, in jedem Bereich ein absolutes Profilevel zu gewährleisten. Sind die Themen Energieeffizienz und Umwelt im Zirkus von Bedeutung? Achten Sie zum Beispiel auf den Stromverbrauch, während Sie auf Tournee sind? Wir verbrauchen mit unserem Zirkus natürlich schon einiges an Strom. Das lässt sich sehr genau nachverfolgen, denn an

Die digitale Technik ist im Zirkus auch eine logistische Herausforderung.” medyprogrammen pro Saison unterwegs sind. Was mir weiter bezüglich des Publikums auffällt ist, dass die Kinder heutzutage wesentlich aufgeweckter sind als früher – das kann allerdings in der gesamten Schweiz beobachtet werden.

Sie sind für das Programm zuständig. Wann beginnen Sie mit der Planung für die jeweils nächste Saison? Das Programm fürs nächste Jahr beispielsweise steht eigentlich bereits jetzt schon. Wobei die nächste Saison für uns eine ganz spezielle ist, weil wir dann aufgrund unserer hundertsten Tournee ein Jubiläumsjahr feiern – da möchten wir natürlich schon mit einer speziellen Vorstellung glänzen. Wo halten Sie Ausschau nach neuen Künstlerinnen und Künstlern für Ihre Programme? Wir sehen uns überall um. Beispielsweise gehen wir an Zirkusfestivals, besuchen andere Zirkusvorstellungen, bekommen jedoch auch Tipps von Kolleginnen und Kollegen. Zudem erhalten wir regelmässig Youtube-Filme, in denen sich Künstlerinnen und Künstler vorstellen. Oder aber es bewerben sich junge Artistinnen und Artisten aus der Zirkusschule, die zuvor eine sportliche Karriere angestrebt haben. Sogar die Sendung «Deutschland sucht den Superstar» kann eine Möglichkeit sein, Künstler für ein Programm zu gewinnen.

jedem Ort, den wir besuchen, wird jeweils genau berechnet, wie viel Energie wir benötigen werden, und das Elektrizitätswerk richtet dann den entsprechenden Anschluss ein. Natürlich sensibilisieren wir unsere Leute darauf, achtsam mit dem Strom umzugehen und die Lichter zu löschen, wenn sie nicht gebraucht werden. Aufgrund der, wie gesagt, für uns relativ einfach nachzuvollziehenden Verteilung des Stromverbrauchs ist uns jedoch selbstverständlich klar, dass die Beleuchtung des Zeltes ein gewichtiger Faktor bezüglich des Energieverbrauchs ist. Deshalb war für mich der Wechsel auf LEDLeuchten eine sehr wichtige Investition im Bereich der Energieeffizienz. Schliesslich sparen wir so enorm viel Energie, was sich nebenbei natürlich positiv auf die Stromkosten auswirkt. Schliesslich werde ich ja immer dafür gerügt, zu viel Geld für das Licht auszugeben (lacht). Apropos: Wussten Sie, dass alleine im Zirkuszelt über 1000 Leuchtmittel installiert sind und beim Buffet nochmals 3000 Stück? Davon sind 95 Prozent mit LED-Technologie ausgestattet.

Haben Sie von Anfang an die Umstellung auf LED forciert? Ehrlich gesagt nicht, dies ist erst die dritte Saison, in der die fixen Lampen mit LED ausgerüstet sind, denn zuvor hat mir das grelle, kühle Licht nicht gefallen. Die Technik hat sich


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Die Drohnennummer (mit Chris Rui Knie, links) ist etwas komplett Neues in der Zirkuswelt. Im Gegensatz dazu die Tiernummer von Chanel Knie mit den Lamas.

aber stark entwickelt, und es sind enorm viele Fortschritte gemacht worden in diesem Bereich. Mittlerweile spenden die LEDs sehr schönes Licht und ich bin äusserst zufrieden. Auch die beiden grossen Lampen für die neue Drohnennummer sind übrigens mit LEDs ausgestattet. Wir haben sie vorerst nur gemietet, weil wir nicht wussten, ob die Lichttechniker damit klarkommen, also ob sie genügend geschult sind dafür. Denn für sie ist der Job nicht ganz einfach, schliesslich sitzen sie unter der Bestuhlung und steuern die Beleuchtung von dort aus per Computer. Zum Glück hat aber alles bestens geklappt.

Der Programmteil mit den Drohnen spielt ja stark mit dem Licht. Die Nummer ist Ihnen absolut gelungen, sie hat etwas Magisches an sich. Sieht so nun die Zukunft in der Zirkusmanege so aus, dass Technologie und Artistik zusehends verschmelzen? Das wäre schon schön. Denn am Beispiel der Drohnennummer, welche wir unbedingt realisieren wollten, haben wir gemerkt, dass diese Verschmelzung für das Programm eine grosse Bereicherung ist und wir damit am Puls der Zeit sind. Andererseits ist die Nummer eine grosse logistische Herausforderung aufgrund der Tatsache, dass dafür die Technik erheblich aufgerüstet werden musste. Was heisst das genau? Als Zirkus sind wir natürlich nicht sesshaft, sondern wandern von Ort zu Ort. Nun ist es so, dass wir aufgrund der Technik für das neue Drohnenprogramm jedes Mal eineinhalb Stunden mehr Zeit fürs Aufbauen sowie weitere eineinhalb Stunden zusätzlich fürs Abbauen benötigen. Dies stellt zeitweise eine enorme Herausforderung dar, denn je nach Aufführungsstätte haben wir manchmal nur an zwei Tagen Vorstellung. Das bedeutet dann, am Morgen um halb sieben mit dem Aufbau zu beginnen, denn am Abend ist bereits die erste Vorstellung. Bevor wir dann das Zelt nach der letzten Vorstellung um 23 Uhr wieder abbrechen können, müssen wir wiederum die ganze Technik entfernen, weil das Zelt natürlich

erst danach abgebaut werden kann. Dann fahren wir an den nächsten Ort, und am nächsten Tag müssen wir dort bereits alles wieder aufbauen. Würden wir noch mehr Technik in die Vorstellungen integrieren, würde es irgendwann zeitlich enorm knapp werden, schliesslich können unsere Leute ja nicht die ganze Nacht durcharbeiten.

Wieso sind Zirkusvorstellungen in der Zeit von Digitali­ sierung, Virtual Reality et cetera weiterhin so beliebt? Ich glaube, es sind das Live-Erlebnis und die Emotionen, die den Reiz eines Zirkusbesuchs ausmachen: Im Zirkus wird gelacht, gestaunt und mitgefiebert. Zudem kommt das Publikum in den Genuss einer abwechslungsreichen Vorstellung, in welcher menschliche Kunst erlebt wird – nicht virtuelle Programme. Was werden für Sie die grössten Herausforderungen in den nächsten Jahren sein? Eine grosse Herausforderung den Zirkus wäre es sicher, wenn noch mehr Technik zum Einsatz kommen würde. Denn dann bräuchten wir folglich mehr Personal. Das bedeutete wiederum mehr Wagen für den Transport sowie mehr Aufwand beim Auf- und Abbau. Dies wären alles zusätzliche Kostenfaktoren, die amortisiert werden müssten. Die Leute arbeiten bei uns ja wie bei jeder anderen Firma – sie haben Freitage und schreiben ihre Stunden auf. Für mich persönlich hingegen stellt der Druck, mich immer wieder selbst überbieten zu wollen, jeweils die grösste Herausforderung dar. Denn da wir immer in denselben Städten gastieren, ist es erforderlich, jährlich ein neues Programm zu präsentieren. Das bereitet mir dann regelmässig ein paar schlaflose Nächte vor der ersten Vorstellung, weil ich mich frage, ob das Programm dem Publikum wirklich gefällt. Haben Sie noch einen unerfüllten Traum? Nein. Der Zirkus ist meine Leidenschaft, mein Leben und mein Zuhause. Ich lebe meinen Traum mit ihm und mit meiner Familie.

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IM FOKUS WISSEN

In Zukunft leuchten die Tapeten Organische Leuchtdioden, sogenannte OLEDs, werden unsere Welt bald anders aussehen lassen: Nicht mehr kleine Lichtquellen wie Glühwendeln oder LED spenden in Zukunft Licht, vielmehr leuchten Wände, Zimmerdecken, Fassaden und Autokarosserien. Die Empa erschliesst das Thema OLEDs als neues Forschungsgebiet.

pete zu fabrizieren, ist alles andere als einfach, dazu ist Expertise aus der Branche notwendig. Anand Verma bringt genau diese Expertise mit. An der Empa erforscht Anand Verma vor allem den Druck flexibler anorganischer Perowskit-Solarzellen. Im Nebenjob kümmert er sich um die organischen Lichtquellen und leitet ein Projekt, in dem OLEDs auf drei verschiedene Substrate gedruckt werden sollen. «Ich kann einschätzen, welche Schichtzusammensetzung bei OLEDs funktionieren wird und welche nicht», sagt Verma.

Text: Empa

Organische Leuchtdioden, sogenannte OLEDs, sind die Lichtspender der Zukunft. Leuchtende Lackschichten auf Autos, farbig illuminierte Wohnzimmerwände, Fassadenwerbung ganz anderer Art – dies alles wird nun denkbar. Natürlich ist die Empa mit von der Partie: Sie koordiniert das internationale Forschungsprojekt Treasores und schuf im letzten Jahr flexible, durchsichtige Elektroden, welche die Basis für biegsame, rollbare OLEDs sind. Nun kommt der nächste Schritt: Erfahrung sammeln mit dem Schichtaufbau der Leuchtkörper. Denn eine schön gleichmässig leuchtende Ta-

Hauchdünne Schichten Die meisten der bekannten Lichtquellen sind Punkt- oder Röhrenleuchten. OLEDs hingegen sind Flächenlichter. «Wenn man ihre Struktur ansieht, bestehen sie aus fünf sehr dünnen Schichten», erläutert der Empa-Forscher. Die postiiv geladene Anode besteht meist aus transparentem Indiumzinnoxid, mit dem sich elektrisch leitfähige Fenster oder Folien herstellen lassen. Darauf folgt eine organische Halbleiterschicht, eine Leuchtschicht aus Poly(p-phenylen-vinylen), auch Super Yellow genannt, eine Elektronen-Transportschicht (Kalzium, für negative Ladungsträger) und eine Kathode, meist aus Aluminium. Für den Herstellungsprozess einer OLED benötigt Verma zweieinhalb bis drei Tage. Zunächst ist es wichtig, das Indiumzinnoxid-Substrat sorgfältig zu reinigen. Denn jeden noch so kleinen Fleck kann man später, auf dem fertigen Objekt, erkennen – gerade weil die Schichten nur einige Nanometer dick sind. Die Schichtdicke bedeutet die erste Entscheidung zwischen guter und schlechter OLED: «Je dünner die Schicht, desto höher die Gefahr, dass sich Löcher bilden. Je dicker die Schicht, desto mehr Strom muss man durchschicken, um dieselbe Leuchtkraft zu erreichen», sagt Anand Verma.

Plasma macht die Farbe glatt Nach der Reinigung behandelt er das Substrat mit Sauerstoffplasma: Das Substrat wird mit Ionen bombardiert, damit man besser darauf drucken kann. Es ist wichtig, dass die Oberflächenenergie des Substrats höher ist als die der nächsten Schicht. Anand erklärte dies so: «Es ist, wie wenn man Wasser auf eine Fläche giesst. Es wird – je nach Material und dessen Energie – entweder ganz nass oder es bilden sich Tropfen darauf. Wir aber wollen eine gleichmässige Schicht und keine Tropfen, wenn wir etwas drucken oder beschichten.» OLEDs sind Flächenlichter. Wenn man ihre Struktur ansieht, bestehen sie aus fünf sehr dünnen Schichten.

Mit der Behandlung des Substrats allein ist es aber nicht getan. Bei der Herstellung der Tinte – der nächsten Materialschicht – muss er das geeignete Lösungsmittel in der idealen Konzen-


IM FOKUS WISSEN

Für den Herstellungsprozess einer OLED benötigt Anand Verma zweieinhalb bis drei Tage.

tration zuvor ermitteln, um den erwünschten Energiegehalt zu erreichen. Diese Energie muss jeweils mit der Schicht, auf die gedruckt wird, und der darauffolgenden harmonieren. Beim Lösungsmittel sollte ausserdem darauf geachtet werden, dass ein möglichst umweltfreundliches verwendet wird. «Würde man zum Beispiel Chloroform verwenden, kann das in der Produktion sehr gesundheitsschädigend wirken, weil es eine so grosse Menge davon braucht», sagt Verma.

Die Tests mit den unterschiedlichen Substraten, den Trägern für diese flexiblen OLED, laufen, bis die OLED-Prototypen der Empa verlässlich leuchten. Anand Verma denkt bereits an den nächsten Schritt: «Drucker und Beschichtungsgeräte im neuen Coating Competence Center der Empa wären schon jetzt in der Lage, um OLED-Muster oder Flächen in grösserem Stil herzustellen.» Die Erleuchtung aus dem Labor ist zum Greifen nah.

Drucken und beschichten Eine der Tinten, die verwendet werden, heisst Super Yellow. Das ist die wichtigste Schicht: die Leuchtschicht. Es ist essenziell, dass Verma diese Tinte 24 Stunden vorher herstellt, denn so lange dauert es, bis sich die Farbe im Lösungsmittel aufgelöst hat. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Schichten werden Kalzium und anschliessend Aluminium nicht gedruckt, sondern aufgedampft. Dafür muss der Druckspezialist eine Glove Box inklusive Vakuumbehälter verwenden, da Kalzium nicht mit Sauerstoff in Kontakt kommen darf, weil es sonst sofort oxidiert und nicht mehr leitfähig ist. Man kann auch ein anderes nehmen. Aber alle, die dafür infrage kommen, befinden sich in derselben Gruppe im Periodensystem. Sie oxidieren alle. Diese Empfindlichkeit von Kalzium gegenüber Sauerstoff macht es notwendig, dass Verma die fertige OLED einkapselt, um sie vor Oxidation und Feuchtigkeit zu schützen. Eine weitere Schicht aus transparenter Folie oder Glas und in UV-Licht aushärtendem Leim ist dazu nötig.

Organische Leuchtdioden Eine organische Leuchtdiode (Englisch: organic light emitting diode, OLED) ist ein leuchtendes Dünnschichtbauelement aus organischen halbleitenden Materialien. Weil nur Farbmoleküle, aber keine Siliziumchips nötig sind, lassen sich die Leuchten mit speziellen Tintenstrahl- oder Offsetdruckern herstellen. Sie sind günstiger, dünner und flexibler als LED-Leuchten, jedoch ist ihre Lebensdauer derzeit noch geringer als die von LEDs.

Empa 8600 Dübendorf www.empa.ch

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LICHT BEST PRACTICE

Ein Wohntraum aus Holz In Ruschein, oberhalb von Ilanz, entstanden sechs Einfamilienhäuser, ganz in Holz und mit allem Komfort ausgestattet. Um die Beleuchtung mussten sich die Käufer nicht kümmern, denn sie bildet einen Bestandteil der Architektur und wurde vom Elektroplaner Andrea Strimer mit eingeplant. Text: Judith Brandsberg

Die LED-Bänder sind in die Architektur integriert und tauchen den Raum in ruhiges, warmes Licht.

Das 360-Seelen-Dorf Ruschein, oberhalb von Ilanz, liegt etwas ab vom Schuss, bietet aber eine atemberaubende Sicht über das Tal. Jedes Mal, wenn Daniel Coray an der Parzelle zwischen zwei Strassen, wo früher eine Sägerei in Betrieb war, vorbeikam, dachte er, hier müssten doch Häuser stehen. Coray, Inhaber des Holzbaugeschäfts in Ruschein, machte sich ans Zeichnen von den Plänen. Schliesslich entstanden sechs Häuser, komplett in Holz gebaut. Seit 2013 wurde jedes Jahr ein Haus gebaut. «Das Projekt war für uns eine

Überbrückung während der Wintersaison», klärt er den etwas speziellen Zeitrahmen auf. Zuerst wollte er die Häuser vermieten, aber schliesslich verkaufte er sie.

Keine zusätzlichen Leuchten notwendig Das neuste Haus kaufte die Familie Hulliger im Frühling 2018. Mit 185 Quadratmetern Wohnfläche bietet es in 6 Zimmern der Käuferin mit ihrem Sohn und seiner Familie ein komfortables Heim. Es riecht angenehm nach Holz, und durch die grossen


LICHT BEST PRACTICE

Sogar für das Nachtlicht neben dem Bett ist ein LED-Band eingebaut.

Fenster, welche einen atemberaubenden Blick über das Tal gewähren, fällt viel Licht hinein. Rasch fällt auf, dass es praktisch keine hängenden oder stehenden Leuchten hat. Der Grund hierfür ist, dass Andrea Strimer, Licht GmbH, bereits bei der Elek­ troplanung ein Lichtkonzept erstellt hat. Im ganzen Haus geben LED-Profile so viel Licht, dass es nicht mehr notwendig ist, zusätzliche Leuchten zu installieren.

Steuerung per iPad Per iPad lassen sich das Licht und die Jalousien steuern. Die Besitzerin Edith Hulliger präsentiert gleich die verschiedenen Lichtstimmungen, wie «Essen», «Apéro» und «Lesen». Die Lichtbänder fügen sich perfekt in die Architektur ein, und es ist erstaunlich, wie hell und warm die Räume wirken. Auch bei der hellsten Variante im Wohnraum, dem «Reinigen», sind die LEDs nur bei 90 Prozent Leistung. Der oberste Stock ist das Reich von Esther und Christoph Hulliger. «Im Schlafzimmer fühlt man sich wie in einem Adlerhorst», erklärt die Besitzerin erfreut. Man hat tatsächlich das Gefühl, dass man direkt über dem Tal schwebt, wenn man durch die Fenster hinunterschaut. Natürlich sorgen auch hier LED-Streifen für das Licht. Dass sogar als Nachtlicht ein LED-

Strip eingebaut ist, hatte Edith Hulliger noch gar nicht bemerkt, sie waren erst vor gut einer Woche im Haus eingezogen. Das Badezimmer ist eine Wohlfühloase, selbstredend beleuchtet mit einem eingebauten LED-Band.

Wir mussten uns nicht mehr um die Beleuchtung kümmern.” Edith Hulliger

Einige Steckdosen im Wohnzimmer sind geschaltet, und somit können auch allfällige weitere Leuchten mit dem iPad angesteuert werden. Elektriker Strimer steckt die Lieblingsstehlampe, von der sich Edith Hulliger nicht trennen wollte, gleich entsprechend um. «Nun muss ich sie nicht mehr von Hand an- und abstellen», freut sie sich.

Ohne Stress loswohnen Wenn Andrea Strimer eine Elektroplanung macht, bezieht er immer auch das Licht mit ein und – er bietet jeweils die Leuchtmittel mit an. «Damit habe ich sehr gute Erfahrungen

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LICHT BEST PRACTICE

Wie in einem Adlerhorst fühlt man sich im Schlafzimmer. Dieses ist auch mit LED-Streifen ausgestattet.

gemacht» erzählt er. Und Edith Hulliger ergänzt: «Ein grosser Vorteil für uns war, dass wir uns nicht mehr um die Beleuchtung kümmern mussten». Einen Vorteil der Beleuchtung gibt es auch für den Elektroinstallateur: «Die Installation der LEDProfile war sehr einfach», sagt Flurin Cristani. Man muss diese nur anschrauben und die LEDs werden dann mit Doppelklebeband darin eingeklebt. Da die LED-Beleuchtung 50 000 Stunden hält, muss diese auch nicht so rasch ausgewechselt werden. Und wenn es so weit sein wird, ist es eine kleine Sache. Flurin ist bei Strimer angestellt und kümmert sich jeweils um die gesamte Elek­troinstallation. «So führen wir alles von der Planung bis zur Installation aus», sagt Strimer. Das Haus wird beheizt mit zwei Erdsonden und einer Wärmepumpe. Edith Hulliger plant, zudem eine Photovoltaik­ anlage installieren zu lassen. Dazu soll es dann eine Batterie geben, «schliesslich möchte ich so viel wie möglich vom selber produzierten Strom brauchen», sagt sie. Diese Investitionen macht Edith Hulliger auch mit dem Gedanken, das Haus an die nächste Generation zu vermachen. Mit der spektakulären Aussicht, dem hohen Komfort und dem angenehmen

Das Bad ist eine Wohlfühloase mit Ausblick.

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IM FOKUS EXPERTEN

Leuchte wechseln oder LED-Retrofit? Vor knapp 20 Jahren kamen die ersten weissen LED-Lampen auf den Markt. Was damals als teures Nischenprodukt für Einzelanwendungen propagiert wurde, ist heute Stand der Technik: Die Preise sind wirtschaftlich, die Lichtqualität hoch und die Energieeffizienz unschlagbar. Dipl. El.-Ing. Stefan Gasser ist Inhaber der eLight GmbH. Er ist zudem Präsident der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz S.A.F.E..

Die Umstellung von herkömmlichen Leuchtmitteln auf LED in der Industrie und im Dienstleistungssektor ist im vollen Gange – bereits 90 Prozent aller Neuinstallationen sind LEDs. Dagegen werden bei der Erneuerung von Beleuchtungsanlagen in Haushalt und Gewerbe immer noch zu rund 50 Prozent konventionelle Halogenlampen eingesetzt. Nun ist es natürlich nicht sehr effizient und eher kostenintensiv, gleich die ganzen Leuchten auszuwechseln. Es lassen sich jedoch als sinnvolle Alternative die Leuchtmittel auswechseln (Retrofit). Im Wohn- und dekorativen Bereich eignet sich am besten der Ersatz von Halogen durch LED und in Gewerbe und Industrie lassen sich bei grossflächiger Beleuchtung Leuchtstoffröhren durch LED-Tubes ersetzen.

machen. Doch ausser der effektiv hohen Energieeinsparung von gegen 80 Prozent vermochten diese Lampen kaum zu überzeugen. Dann kamen die LED-Ersatzbirnen – deutlich besser in der Erscheinung und noch sparsamer. Richtig gefällig sind aber erst die LED-Fadenlampen, wel-

Das enorme Sparpotenzial der LED sollte genutzt werden, anstatt immer mehr Beleuchtung an neuen Orten zu installieren.”

Im Folgenden werden die wichtigsten Retrofit-Produkte kurz erklärt und bewertet.

Die «Glühlampe» ist zurück – mit LED-Fäden Jahrelang versuchte man den Konsumenten den Ersatz von Glühbirnen durch Energiesparlampen schmackhaft zu

Retrofit-Lampen – die typischen Vertreter Faden-LED

Leistung ersetzt dimmbar

6.5 W 60 W (Glühlampe)

LED-Spot

4.3 W 50 W (Halogen) spezielle Typen

che es in der Zwischenzeit in fast allen Leistungen gibt. Diese Leuchtmittel lassen sich praktisch nicht mehr von der Original-Glühlampe unterscheiden – ausser man berührt sie: Sie bleiben handwarm anstatt sich wie die Glühlampe zu erhitzen. Faden-LED-Lampen sind für Leuchten mit Schraubgewinden E14 und E27 sinnvoll, bei denen das LED-Tube Leuchtmittel sichtbar ist.

15 W 36 (Leuchtstoff)

LED-Retrofit-Spots – bedingt dimmbar Im Haushalt, aber vor allem auch in vielen Gewerbebetrieben sind Hochvolt- oder Niedervolt-Halogenspotlampen im Einsatz. Ein LED-Ersatz durch Retrofit-Lampen ist speziell im Gewerbe hochwirtschaftlich (Payback unter einem Jahr). Wenn die Beleuchtung nicht gedimmt werden soll, lassen sich die Lampen einfach ersetzen. Sollen die Lampen jedoch dimmbar sein, gibt es drei Dinge zu beachten.


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• Nur LED-Lampen, welche ausdrücklich mit «dimmbar» bezeichnet sind, lassen sich dimmen. • Nicht alle Dimmer können auch LEDs dimmen. Die Hersteller führen Listen mit kompatiblen Dimmern und Transformern. Es lohnt sich allenfalls auch, Dimmer und Transformatoren zu ersetzen. • Die typische Rotfärbung des Lichts beim Dimmen von Halogenlampen stellt sich bei normalen LEDs nicht ein: Das Licht bleibt weiss und wirkt im gedimmten Zustand blass. Mit sogenannten «Warm-Dim-Typen», wird der HalogenDimm-Effekt nachgeahmt.

LED-Röhren – effiziente Lagerbeleuchtung Für die weit verbreiteten Leuchtstoffröhren gibt es als Retrofit sogenannte LED-Tubes, die in bestehende Armaturen eingeklickt werden können. Die LED-Röhren gehören zu den effizientesten LED-Beleuchtungen, es werden Lichtausbeuten von bis zu 160 Lumen pro Watt erreicht. Wichtig zu wissen ist, dass die LED-Tubes das Licht – im Gegensatz zu den Leuchtstoffröhren – in den meisten Fällen nicht rundum, sondern gerichtet abgeben. Dadurch kann einerseits die Energieeffizienz im Raum nochmals deutlich erhöht werden, andererseits wird aber auch die Lichtverteilung verändert und damit die Blendung im Raum zum Teil stark erhöht. Das sinnvolle Einsatzgebiet der LED-Tubes beschränkt sich also auf Räume, in denen Direktblendung und Lichtverteilung von untergeordneter Bedeutung sind. • E mpfohlen werden LED-Tubes in Lagern und einfachen Produktionshallen, Garagen, Verkehrsflächen. • N icht empfohlen werden LED-Tubes in Räumen mit erhöhten Anforderungen an den Sehkomfort: Büros, Schulzimmer, Spitäler, Verkaufslokale, Produktion mit feinen Arbeiten.

Neue LED-Leuchte oder LED-Retrofit? Je nach Anwendung, Investitionsbereitschaft, aber auch persönlichen Vorlieben kann beim Ersatz einer herkömmlichen Beleuchtung durch eine LED-Lösung eine neue Leuchte oder nur ein neues Leuchtmittel eingesetzt werden. Vorteil LED-Retrofit • Verwendung bestehender Leuchten • Günstiger Anschaffungspreis der Retrofit-Lampen • Einfacher Umbau • Hohe Lebensdauer der LED-Lampen • Gute Farbwiedergabe Vorteil neue LED-Leuchte • Problemloses Dimmen • Optimale Lichtverteilung und geringe Blendung • Filigrane Lichtlösungen, innovative Designs • Hohe bis sehr hohe Lebensdauer • Gute bis sehr gute Farbwiedergabe

Ausblick – Was kommt nach LED? Die LED-Transformation ist bald abgeschlossen, denn die Effizienzsteigerung kommt in die Sättigung. Weitere Einsparungen lassen sich künftig nicht mehr beim Leuchtmittel, sondern vorwiegend mit der Optimierung der Sensorik erzielen. Von der noch vor einigen Jahren propagierten OLEDTechnik ist im Beleuchtungsbereich zurzeit wenig zu hören; die «konventionellen» LEDs sind so gut und zudem preiswert, dass in nächster Zeit wohl kaum eine noch bessere Technik auf den Markt kommen wird. Eine grosse Herausforderung wird sein, das enorme Sparpotenzial der LED-Technik auch zu nutzen und der Verführung widerstehen zu können, immer mehr Beleuchtung an immer neuen Orten installieren zu wollen. Ohne diesen ReboundEffekt kann der Stromverbrauch der Schweiz in den nächsten sieben Jahren um sieben Prozent gesenkt werden – das entspricht der Strommenge eines grossen Atomkraftwerks.

Stefan Gasser Dipl. El.-Ing. ETH/SIA elight GmbH 8006 Zürich www.elight.ch

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Auf einen Chat In einem Microgrid, das Energieerzeuger und -verbraucher lokal vernetzt, geht es zu wie in einer guten Nachbarschaft: Man nimmt Rücksicht aufeinander und stimmt sich ab. Solaranlagen, Wärmepumpen, E-Fahrzeuge, Speicher und Waschmaschinen stehen in ständigem Kontakt und tauschen Daten aus, um Energie optimal zu nutzen.

Solche Formen der lokalen Selbstversorgung entlasten die Hoch- und Höchstspannungsleitungen von unnötigem Mehrverkehr. Sie sind hoch willkommen und weisen den Weg zu dem, was in der Fachsprache Microgrid heisst. Die Rede ist von Produktions- und Verbrauchsgemeinschaften auf Quartierebene. Experten sind überzeugt: Microgrids sind die zentralen Bausteine der Stromversorgung von morgen.

Autobatterie an Kombimodul:

Möchte morgen zwischen 13:00 und 14:00 laden. Möglich? Wärmespeicher

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Auf dem Weg dahin gilt es jedoch noch eine Reihe von technischen Problemen zu lösen. Kopfzerbrechen bereitet vor allem die Netzstabilität. Denn je weniger Parteien in einem Netz interagieren, desto leichter gerät es durch die Aktivitäten Einzelner aus dem Gleichgewicht. In einem Stromnetz führt dies zu Schwankungen der Stromfrequenz, die ohne Gegenmassnahmen Blackouts zur Folge haben. Mit diesem Thema beschäftigt sich der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in den Verbundprojekten «‹SwiSS› Halbleiterbasierter SiC-Trafo» (NFP 70) und «Software-basierte Netzsteuerung in Echtzeit» (NFP 70).

E-Auto


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Kombimodul (Solarstrom und -wärme) Kombimodul an Wärmespeicher:

Kombimodul (Solarstrom und -wärme) Morgen viel Sonnenschein erwartet. Kombimodul an Wärmespeicher: Noch Speicherkapazität? Morgen viel Sonnenschein erwartet. Noch Speicherkapazität? rmespeicher

Wärmepumpe an alle:

Wärmepumpe

Wärmepumpe

Ferienabwesenheit. Brauche bis Sonntag nur Wärmepumpe an alle: 15 Grad Raumtemperatur Ferienabwesenheit. und kein Warmwasser. Brauche bis Sonntag nur 15 Grad Raumtemperatur und kein Warmwasser.

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Damit die Lichtsteuerung leicht von der Hand geht Neben der Auswahl der richtigen Leuchte stellt die Bedienung der Lichtquelle ebenfalls einen bedeutenden Aspekt dar. Denn sie trägt einiges zum Komfort der Beleuchtung bei – indem sich beispielsweise nicht nur bestimmen lässt, wann eine Lichtquelle aktiviert wird, sondern eben auch wie. Text: Adrian Schwarzenbach

Schalter Der herkömmliche Lichtschalter (auch Taster genannt) ist bereits millionenfach verbaut worden und so bekannt wie zuverlässig: Er stellt den Stromfluss zu den Leuchten her und unterbricht ihn wieder, womit das Licht quasi im Handumdrehen ein- und ausgeschaltet wird. Aber selbst wenn die Anwendung simpel ist, können mit Schaltern individuelle Gestaltungen verwirklicht werden. Zum Beispiel dank verschiedener Farbvarianten, welche sich dezent in die Umgebung integrieren. Solche hinterleuchteten Schalter vereinfachen zudem die sichere Ori-

Hinterleuchtete Schalter vereinfachen die sichere Orientierung.

entierung in Gebäuden. Mit Schaltern lassen sich übrigens nicht nur die vorbereiteten Lampenstellen an Wand oder Decke schalten, sondern auch Steckdosen, von wo aus sich eine Steh- oder Tischleuchte ebenfalls bequem bedienen lässt.

Dimmer Ebenfalls längstens in Wohnbauten etabliert sind die sogenannten Dimmer, dank denen die Lichthelligkeit in Räumen den eigenen Vorstellungen gemäss reguliert werden kann. Das macht den Dimmer gerade über dem Esstisch oder im Wohnzimmer

Dimmer regeln die Lichthelligkeit in Räumen.

zu einem gern verwendeten Komfort. Doch neben dem individuellen Einstellen der Helligkeit bietet ein Dimmer noch andere positive Aspekte: Er hilft beim Energiesparen und kann die Lebensdauer von Leuchtmitteln verlängern. Aufgrund des heutigen Trends hin zur LED ist es bezüglich des Dimmens allerdings gut zu wissen, dass die Komptabilität zwischen Dimmer und Leuchte unbedingt vor der Installation geprüft werden muss.

Bewegungsmelder Mittlerweile ebenfalls hinlänglich bekannt dürften die PassivInfrarot-Melder (PIR) sein. Diese steuern die künstliche Beleuchtung automatisch, indem sie Bewegungen wahrnehmen und – verknüpft mit einem Tageslichtsensor – Schaltvorgänge nach vordefinierten Einstellungen ausführen. Neben den klassischen PIR-Sensoren gibt es mittlerweile aber auch andere Detektionsmethoden, die Bewegungen noch genauer erfassen können und zudem oft über ein ansprechenderes Design verfügen. Allerdings sind solche Melder in der Regel etwas teurer in der

Bewegungsmelder gibt es in verschiedensten Varianten.

Anschaffung. Der heutige Stand der Entwicklung erlaubt zudem verschiedenste Montagetypen: Erhältlich sind Wand- oder Deckenmodelle, jeweils als Aufputz- oder als diskrete Unterputzvariante. Zudem gibt es Bewegungsmelder, die direkt in die Leuchte integriert werden können. Oder aber mit praktischen Zusatzfunktionen ausgestattet sind wie der «Kleintier-Unterdrückung», welche das unerwünschte Schalten der Beleuchtungsanlage vermeidet, das von Tieren ausgelöst wird. Ganz individuell bedienbar hingegen sind die Melder mit eingebautem Taster, die es ermöglichen, kurzfristig unerwünschte Automatikfunktionen zu überbrücken. Generell eignen sich Bewe-


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Das passende Licht am richtigen Ort vergrössert den Raum optisch und schafft das gewünschte Ambiente.

gungsmelder aller Art bestens für den Einsatz in der Nähe von Hauseingängen, um den Zugangsweg möglichst frühzeitig zu beleuchten. Ebenso empfiehlt sich die Installation solcher Sensoren in Korridoren, Treppenhäusern und Garagen, um den Lichtfluss optimal zu regeln.

Hausautomation Hausautomationssysteme sind aufgrund der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten äusserst beliebt für die Lichtsteuerung. Bereits bei den etwas älteren Systemen können Leuchten bequem mit separaten Fernbedienungen ein- und ausgeschaltet sowie gedimmt werden. Die heutige Technik bietet allerdings eine Vielzahl an weiteren praktischen Optionen: Mittels einer App auf dem Smartphone oder dem Tablet lassen sich sowohl

Lichtszenarien lassen sich auch per App steuern.

dem kleinen Finger beinahe beliebig viele Leuchten in unterschiedliche Schaltzustände versetzt werden. Zudem sind Verknüpfungen mit anderen Schaltern oder Bewegungsmeldern ganz einfach zu programmieren. Auf diese Weise besteht beispielsweise die Möglichkeit, die Türklingel mit der Beleuchtung zu verknüpfen; damit nicht akustisch, sondern auch visuell erkennbar ist, wenn geklingelt wird – etwa indem die Wohnzimmerleuchte zu blinken beginnt. Eine moderne Elektroinstallation bietet folglich viel mehr Annehmlichkeiten, als einfach nur bequem das Licht ein- oder auszuschalten. Denn neben der erwähnten Lichtsteuerung können noch viele weitere Parameter variiert werden, um Wohnlichkeit und Energieeffizienz zu steigern. Schliesslich ist es möglich, Elemente wie Beschattung, Heizung und Multimedia in ein zeitgemässes Hausautomationssystem zu integrieren. Dies in Verbindung mit dem Fachbereich Gebäudeautomation, in dem diverse Hersteller verschiedenste Systeme für einfache sowie gehobene Ansprüche anbieten. Deshalb lohnt es sich auf jeden Fall, sich fachkundig beraten zu lassen – oder auch einen Blick in unsere Fachbroschüre zum Thema Gebäudeautomation zu werfen.

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einzelne Leuchten bedienen als auch verschiedene komplexe Lichtszenarien programmieren. So können wortwörtlich mit

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Areale mit LED beleuchten Wenn die alte Arealbeleuchtung langsam aussteigt oder zu viel Energie braucht, ist der Moment gekommen, dass Unternehmen sie modernisieren wollen. Und im neuen Licht zeigt sich dann, dass die Vorteile weit über die Energieeffizienz hinausgehen. Text: Katia Soland, Projektleiterin (EKZ).

Während die LED-Technologie bei der Beleuchtung von öffentlichen Strassen und Plätzen heute verbreitet ist, stehen auf Firmenarealen häufig noch Entladungslampen. Dies hängt unter anderem mit der Entwicklung der LED-Technologie zusammen: Das Angebot an LED-Strassenleuchten ist weitaus grösser und vielfältiger als dasjenige an LED-Scheinwerfern für die Beleuchtung von Arealen. Doch jetzt holt die LEDTechnologie in diesem Bereich auf. Diverse Hersteller haben Produkte auf den Markt gebracht, die eine hohe Qualität aufweisen und trotzdem erschwinglich sind. Hinzu kommt, dass Leuchtdioden vor allem für eine Steigerung der Energieeffizienz stehen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Leuchten ist es bei LEDs einfacher, das Licht mit speziellen Optiken in die richtige Richtung zu lenken, was zu weniger Re-

Wir sparten 70 Prozent Energie im Vergleich zur alten Beleuchtung – mehr als ursprünglich angenommen” Matthias Künzli, Fachspezialist Automation bei Emmi

flexionen im Inneren der Leuchte führt. Doch in LEDs steckt weitaus mehr Potenzial, wie die Erfahrungen von Emmi zeigen.

Die Frage war, reparieren oder erneuern Der Milchverarbeiter Emmi hat seine Beleuchtung am Standort Suhr im August 2016 auf LED umgestellt. Nach 30 Jahren Einsatz gingen immer mehr Komponenten der Natriumdampfleuchten kaputt. «Wir mussten also entscheiden: reparieren oder alles erneuern», erzählt Matthias Künzli, Fachspezialist Automation bei Emmi. Falls es eine neue Beleuchtung sein sollte, müsste diese aber auch Verbesserungen gegenüber der alten bringen. Vor allem in den Durch-

Das gleichmässige Licht im Verladebereich des Logistikcenters sorgt für eine angenehme Arbeitsatmosphäre.

gangsbereichen, wo sich Lastwagenfahrer und Fussgänger begegnen, gab es auf dem Areal einige Stellen, die ungenügend beleuchtet waren.

Klarheit dank Lichtkonzept Um herauszufinden, was mit neuen LED-Leuchten möglich war, liess Emmi bei den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) ein Lichtkonzept erstellen. Jörg Haller, Lichtspezialist bei den EKZ, hielt im Konzept fest, wie viel Energie dank der Umstellung auf LED eingespart werden kann. Aber auch, wo die Leuchten neu montiert werden müssen, um das Areal optimal auszuleuchten. «Das Lichtkonzept hat uns Klarheit gebracht», sagt Künzli rückblickend. «Wir wussten danach, dass wir eine bessere Ausleuchtung erreichen und dabei noch Energie sparen können.» Das Ziel, die Durchgangsbereiche besser auszuleuchten, ist mit der neuen Beleuchtung erreicht. Auf dem Areal hatte es zudem grosse Flächen, wie zum Beispiel den Verladebereich des Logistikcenters oder den Mitarbeiterparkplatz, welche nun dank LED gleichmässiger ausgeleuchtet werden. Zwar kostete die neue Beleuchtung mit LED mehr als die Reparatur der alten. Doch nach drei bis vier Jahren wird sie dank der Energieeinsparung amortisiert sein.

70 Prozent Energie gespart Seit knapp zwei Jahren ist die neue Beleuchtung bei Emmi in Suhr im Einsatz. Es wurden insgesamt 36 Leuchten installiert, eine weniger als früher. Damit wird jedoch eine grössere Fläche beleuchtet. Künzli freut sich: «Mittlerweile sparen wir 70 Prozent Energie im Vergleich zur alten Beleuchtung – mehr als ursprünglich angenommen.» Davon ist über die Hälfte der Energieeinsparung auf die Umstellung auf LED zurückzuführen. Und: Mehr als 20 Prozent spart das Unternehmen zusätzlich dank Dimmung ein: Wenn das Licht gegen Abend einschaltet, hat es die volle Lichtstärke, um 23 Uhr wird es auf 70 Prozent gedimmt und eine Stunde später dann auf 40 Prozent. Gedimmt wird stufenlos über eine Dauer von fünf Minuten, sodass dies von blossem Auge kaum wahr-


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weil sie von den Lastwagenfahrern besser gesehen werden.» Die neue Beleuchtung ist im Vergleich zu früher nicht nur sicherer, sondern auch angenehmer fürs Auge. Die ausführliche Version dieses Artikels erschien ursprünglich im Bulletin SEV/ VSE 6/2018.

«Connected Lighting» – #lichtspricht

nehmbar ist. Um drei Uhr morgens wird die Lichtstärke wieder auf 70 Prozent erhöht und um vier Uhr auf 100 Prozent. «Dann geht der Betrieb auf dem Areal wieder richtig los», erklärt Künzli. Startwert und Dimmprofile sind in den Leuchten hinterlegt. Das Ein- und Ausschalten erfolgt mittels astro­ nomischer Schaltuhr, die dafür sorgt, dass alle Leuchten jeden Tag gleichzeitig ein- und ausgeschaltet werden, wenn die Sonne unter- respektive aufgeht. Dunkle, schummrige Stellen in den Durchgangsbereichen sucht man jetzt vergebens. Das komme vor allem der Personensicherheit zugute, sagt Künzli. «Die Fussgänger fühlen sich sicher, weil sie ihre Umgebung besser sehen, aber auch,

Am LED-Forum 2019 in Basel thematisiert Electrosuisse die Relevanz aktueller Entwicklungen. Es ist die ideale Plattform für Lichtplaner, Verantwortliche öffentlicher Beleuchtung (Gemeinden, Werke), Elektroplaner und -installateure, Beschaffung und Einkauf, Wohn- und Altenheime sowie Spitäler, Industrie und Produktion. Der Austausch von Wissen und Erfahrung führt zum Verständnis für die spezifischen Anforderungen des anderen. Wer es versteht, mit den anderen Gewerken optimal zusammenzuarbeiten, erzielt Projekte in bester Qualität und mit weniger Reibungsverlusten. #lichtspricht – das LED-Forum, die Plattform für Lichtprofis! … am 31. Januar 2019 in Basel. www.ledforum.ch ekz.ch/beleuchtung

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Die dreifache Wirkung des Lichts Das Tageslicht hat auf die menschliche Evolution entscheidenden Einfluss gehabt. Auch in Innenräumen prägt es biologische Prozesse und Stimmungen auf unterschiedliche Art. Mit LED ist es möglich, Lichtmenge und Farbtemperatur tageszeitabhängig zu variieren. Text: Björn Schrader

Die heutige Lichtplanung muss vielfältigen Anforderungen gerecht werden. Sie geht weit über das quantitative Nachweisen von in Normen hinterlegten Werten hinaus. Diese Werte beziehen sich primär auf die visuelle Wirkung von Licht und sind dazu da, optimale ergonomische Bedingungen am Arbeitsplatz zu schaffen. Neben dieser ergonomischen hat Licht eine ebenso starke emotionale Wirkung: Die Beleuchtung von Innenräumen hat direkten Einfluss auf die Stimmung und das Wohlbefinden von uns Menschen. Daher ist Licht in der Innenarchitektur ein zentrales Element, um eine beabsichtigte Atmosphäre zu schaffen oder zu stärken. Die dritte Wirkung des Lichts betrifft biologische Prozesse im menschlichen Körper. Seit einigen Jahren vermarktet dies die Beleuchtungsindustrie unter dem Begriff Human Centric Lighting (HCL). Licht wirkt also gleich auf dreifache Weise: visuell, emotional und biologisch.

Der Durchbruch der biologischen Wirkung von Licht Der Grund dafür liegt in zwei Entdeckungen, die mit Nobelpreisen gewürdigt worden sind. Im Jahr 2014 erhielten drei japanische Forscher den renommierten Forscherpreis in Physik für die Entwicklung der blauen LED im Jahr 1993. Diese Errungenschaft hatte die zweite Lichtrevolution nach der Erfindung der Glühlampe ausgelöst: Neben LED bestehen in Zukunft nur noch wenige konventionelle Lichtquellen weiter. Letztes Jahr ging der Nobelpreis der Medizin an Jeffrey Hall und Michael Rosbash in den USA. Die Forscher wurden für die Entdeckung der Mechanismen gewürdigt, die den circadianen Rhythmus steuern. Circadiane Uhren laufen autonom und folgen einem Rhythmus von etwa 24 Stunden. Diese innere Uhr ist stark mit dem Tag-Nacht-Zyklus verbunden und beeinflusst das Leben von Pflanzen, Tieren und Menschen. Sie steuert die Abläufe im menschlichen Körper im Tages- und Nachtverlauf und bestimmt somit Leistungsfähigkeit, Schlaf und Hunger. Für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit ist die biologische Uhr enorm wichtig. Gerät sie bei einem Überseeflug oder bei der Zeitumstellung aus dem Takt, macht sich dies negativ bemerkbar. Geschieht dies dauerhaft, können Schlafstörungen, psychische Erkrankungen, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Folge sein. Licht für den Menschen im Fokus Erst 2001 konnte der nicht visuelle Fotorezeptor nachgewiesen werden. Damit setzte sich die Erkenntnis durch, dass die innere Uhr über das Licht synchronisiert wird. Diese Entde-

Die Tunable-White-Lichtanlage für Ausbildung und Forschung entstand 2017 in Kooperation mit der Moos Licht AG (Leuchten) und der Tridonic AG (LED und Steuerung). Foto: Reto Häfliger


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ckung nahm die Lichtindustrie mit grossem Interesse zur Kenntnis und berücksichtigte sie bei der Entwicklung neuer Lichtsysteme. Zu Beginn wurden noch Leuchtstofflampen verwendet. Mit der LED kam der Durchbruch. Noch nie war es so einfach, dynamisches Licht zu erzeugen. Sowohl die Lichtmenge als auch die Lichtfarbe können gezielt und abhängig von Zeit, Umgebung und Nutzerbedürfnis verändert werden. Gerade das Verändern der Farbtemperatur von Warm- bis Kaltweiss ist ein zentrales Element und wird unter dem Begriff Tunable White vertrieben. Die Auswahl setzt Erfahrung und spezielles Know-how in der Lichttechnik voraus. Und: Tunable White ist nur die technische Voraussetzung und nicht gleichzusetzen mit Human Centric Lighting. Das Erforschen der spezifischen Wirkungsmechanismen steht noch am Anfang und ist längst nicht abgeschlossen. Für das Überführen in die Praxis ist nicht die Technik wichtig, sondern eine interdisziplinäre Begleitung der jeweiligen Projekte. Das H von HCL geht in der Diskussion oft vergessen – es steht für «human».

Moderner Lebensstil verlangt nach neuen Lichtquellen Deshalb forscht die Hochschule Luzern seit einigen Jahren auf dem Gebiet der visuellen und nicht visuellen Wirkung von Licht auf den Menschen interdisziplinär. Es geht um Fragen

wie die Verbesserung der Lichtqualität bei Schichtarbeit oder die Optimierung von HCL-Lichtanlagen im Gesundheits­ wesen. Zudem wurde ein Licht-Dosimeter entwickelt und in medizinischen Studien eingesetzt. Nur mit dem Erfassen des Lichts über einen längeren Zeitraum lässt sich eine «Licht­ historie» von Patienten erstellen, die Wechselwirkungen im Zusammenhang mit Licht nachweisen können. Diese Forschung ist heute besonders wichtig, da die Nacht zunehmend zum Tag und der Tag zur Nacht wird – Menschen in Industrie­ nationen halten sich zudem immer weniger im Freien auf. Priorität bei der Synchronisation der inneren Uhr sollte das Tageslicht haben. Bei Mangel an Tageslicht können die neuen technischen HCL-Lichtlösungen eine interessante Ergänzung sein. Gesundheitliche Aspekte geniessen in anderen Bereichen schon länger hohe Priorität, und es ist Zeit, dass die Bedeutung des Lichts auf den Menschen speziell bei der Arbeitsplatzbeleuchtung mehr Gewicht erhält.

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Die Arbeit einer Lichtplanerin genauer beleuchtet Damit sich ein Objekt im besten Licht präsentiert oder ein Raum optimal ausgeleuchtet wird, braucht es eine professionelle Planung. Was das konkret bedeutet, erklärt die Lichtplanerin Nicole Bussmann im Interview mit Adrian Schwarzenbach, Produktmanager im Fachbereich Licht bei der Firma Otto Fischer. Nicole Bussmann, Inhaberin Bussmann Lichtarchitektur

Wie sind Sie zu Ihrer Berufung als Lichtplanerin gekommen? Architektur, Gestaltung und Design waren schon immer Themen, die mich fasziniert haben. Nach meiner Lehre als Hochbauzeichnerin habe ich daher beschlossen, dass mein Weg zwar im Architekturbereich weitergehen soll, jedoch nicht als Zeichnerin oder Architektin, sondern mehr in der Licht- und Raumgestaltung. Als professionelle Lichtplanerin zu arbeiten,

war vor 15 Jahren jedoch noch nicht ein so grosses Thema und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Schweiz waren dementsprechend schwierig zu finden.

Und wie hat Ihr Weg in die Selbstständigkeit ausgesehen? Durch einen Zufall habe ich einen Job in einem kleinen Einrichtungshaus in Zürich erhalten. Somit war der Grundstein

Die zwischen den Holzlamellen liegenden Lichtleisten integrieren sich in die Architektur und erzeugen eine warme und homogene Grundbeleuchtung der beiden Haupträume des Kindergartens Sulgen. Lichtplanung: Bussmann Lichtarchitektur, Architektur: Beer+Merz GmbH, Fotografie: Mark Niedermann,


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für meine Tätigkeit in der Licht- und Einrichtungsplanung gelegt. Vor sieben Jahren dann, nach einer zweijährigen, berufsbegleitenden Weiterbildung zur Lichtdesignerin und ein paar Jahren als Projektleiterin in der Lichtplanung in einem grösseren ElektroEngineering-Büro, habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und ihn bis heute nie bereut.

Wie kann man sich ein Lichtprojekt vorstellen? Nach einer ersten Besprechung, um Anforderungen, Ziele, Schnittstellen und Budgets zu definieren, folgen erste Lichtentwürfe, sprich Handskizzen, Graupläne, und Stimmungsbilder, welche laufend mit den involvierten Parteien besprochen werden. Dabei ist das Vermitteln zwischen Gestaltung und Architektur sowie den machbaren technischen Lösungen ein bedeutsamer Teil der Lichtplanung. Ebenso Teil der Lichtplanung So sieht der Entwurf der Lichtplanung für den Kindergarten Sulgen aus. ist eine Produkte- und herstellerneutrale Ausschreibung, in der die technischen und gestalterischen Anforderungen an die Beleuchder Selbstverständlichkeit, effiziente Lösungen bei Neu- und tung klar formuliert werden. Vorgängig erstelle ich dafür Umbauten zu erarbeiten, gehört zu meiner Arbeit allerdings jeweils Lichtberechnungen, überprüfe die Kosten, kläre ab, auch oft das Erstellen von Anträgen für Förderbeiträge. Das wie die Ein- und Aufbausituationen aussehen, und definiere mag im ersten Moment etwas seltsam klingen, hat aber tatdie Lichtsteuerungen sowie die Regulierung. Dank den heutigen LED-Anwendungen gibt es eigentlich fast keine Wünsächlich viel mit Energieeffizienz zu tun. Denn nicht selten sche mehr, die nicht realisiert werden können – sie stellen besteht die Möglichkeit, bei einer Beleuchtungssanierung uns aber auch vor viele neue Aufgaben und Herausforderunfinanzielle Unterstützung für die Umrüstung auf eine neue und gen, welche ein grosses, fundiertes technisches Wissen ereffiziente Beleuchtungsanlage zu erhalten. fordern, um ein Projekt erfolgreich abzuschliessen. Was gefällt Ihnen speziell in Ihrer Arbeit und was weniger? Wie wichtig ist das Tageslicht bei einer Lichtplanung? Meine Arbeit ist herausfordernd und abwechslungsreich. Und Bei der Kunstlichtplanung geht es insbesondere darum, Ares macht mich stolz, wenn ich ein Projekt von den ersten chitektur, Menschen oder Gegenstände in einem guten Licht Entwürfen bis hin zum vollendeten Bauwerk begleiten darf. erscheinen zu lassen. Wir lenken den Blick, unterstreichen Was mir allerdings manchmal ein bisschen zu schaffen macht, die Architektur und schaffen Stimmung und Atmosphäre. Das ist der zunehmend raue Umgangston, der manchmal herrscht. Kunstlicht kann jedoch das natürliche Licht nie ersetzen, Oftmals stehen die Projektbeteiligten enorm unter Druck und denn das Tageslicht hat eine körperliche Wirkung auf den geben dies oft ungefiltert weiter. Ich versuche dies dann nicht Menschen und ist somit ein zentrales Element der Architektur persönlich zu nehmen, aber es ist zuweilen schon schwierig. Wenn dann aber das Projekt fertig ist und der Nutzer sowie sowie des Raums und dessen Nutzung. Um eine ideale und harmonische Gesamtlösung zu finden, ist folglich eine abgedie Bauherrschaft zufrieden mit dem Entstandenen sind, stimmte und frühzeitige Planung notwendig. Die vielen Varimacht dieses gute Gefühl alles bei Weitem wieder wett. ationen, welche das Tageslicht kennt, wie Blendungen und Helligkeitsunterschiede, sind nicht zu unterschätzen, und eine Kontrolle beider Systeme ist daher unumgänglich. Werden Sie bei Ihrer Arbeit oft mit dem Thema Energieeffizienz konfrontiert? Energieeffizienz ist schon lange ein wichtiges Thema, welchem in der heutigen Zeit zum Glück durch unzählige Möglichkeiten bestens Rechnung getragen werden kann. Nebst

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Gute Beratung zahlt sich aus Das Planen neuer Beleuchtungsanlagen kann komplex sein und erfordert fundiertes Fach­ wissen. Eine gute Beratung durch den Elektro­ installateur fördert das Ansehen der Branche und schlägt eine Brücke zwischen Kundschaft und Installateur.

Der Elektroinstallateur ist der ideale Ansprechpartner, wenn man bei einem Beleuchtungsprojekt Rat braucht. Mit seinem breiten technischen Wissen kann er beraten, anleiten und unterstützen. In den meisten Fällen kann der Elektriker das Projekt völlig selbstständig von Anfang bis Ende abwickeln. Bei besonderen ästhetischen oder technischen Anforderungen hingegen kann er seinen Kunden an einen Spezialisten, zum Beispiel einen Lichtdesigner, verweisen oder ihm den Besuch des Showrooms eines Leuchtenlieferanten empfehlen. Zu Beginn des Projekts gilt es, den Kunden und seine Bedürfnisse zu verstehen. Welches Budget steht ihm zur Verfügung? Bestehen besondere Vorgaben bezüglich Farbwiedergabe, Wärmeabstrahlung, Blendgefahr, Lebensdauer der Anlage,

oder gibt es spezielle Umweltanforderungen? Sind derartige Fragen geklärt, kann der Elektroinstallateur optimale Lö­sun­ gen vorschlagen.

Einsatz unterstützender Arbeitstools Bei der Planung steht dem Installateur eine umfangreiche Palette an Hilfen zur Verfügung. Diese reichen vom Konsultieren geeigneter Fachleute wie Lichtdesigner oder Leuchtenlieferanten bis hin zu Dokumentationen, Broschüren, Katalogen oder Software-Programmen zur Lichtplanung. Jede Hilfe durch externe Fachleute für spezifische Bereiche erweist sich im Allgemeinen als gewinnbringend. In den meisten Fällen genügt jedoch die Unterstützung durch oben genannte Hilfsmaterialien. Um dem Kunden seine Vorschläge ansprechend präsentieren zu können, stehen dem Elektroinstallateur auch Unterlagen von Branchenverbänden wie zum Beispiel des VSEI, der SLG oder von Leuchtenlieferanten zur Verfügung. Mithilfe von Lichtplanungsprogrammen kann er nicht nur die benötigten Beleuchtungsstärken ermitteln, sondern auch 2Dund 3D-Simulationen der geplanten Beleuchtungseffekte durchführen. Kataloge liefern weitere technische Angaben und Bilder als Grundlage bei der Auswahl der Leuchtkörper. Für jede Anforderung die passende Lösung Der Elektroinstallateur steht dem Kunden mit Rat und Tat zur Seite und beweist damit, dass er das Projekt von Anfang bis

Gut beraten: Der Elektroinstallateur ist nicht nur im Hinblick auf die gesetzlichen Normen und Bestimmungen, sondern auch auf eine energiesparende Beleuchtung die richtige Ansprechperson.


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Ende beherrscht. Sein Kunde profitiert sowohl vom Fach­ wissen als auch von der Erfahrung. Mit den unzähligen, aktuell am Markt erhältlichen Beleuchtungssystemen steht immer eine optimale Lösung für das Kundenprojekt zur Verfügung. Die Anforderungen können noch so verschieden sein: Spielt man mit der Farbwiedergabe für eine Auslage in einer Metzgerei oder Bijouterie? Ist eine lange Lebensdauer der Lichtquelle gefragt, weil sie sich an einer schwer zugänglichen Position befindet? Gilt es, besondere Wetterbedingungen zu beachten? Liegt eine hohe oder niedrige Ein- beziehungsweise Ausschaltfrequenz vor? Oder muss die maximale Beleuchtungsstärke unmittelbar nach dem Einschalten der Leuchtquelle zur Verfügung stehen? Es gibt für jede Anforderung die passende Lösung. – Auch wenn es um die Energieeffizienz geht. Denn sie spart nicht nur Stromkosten, sie dient auch dem Schutz unserer – nicht unendlich vorhandenen – Energieressourcen. Viele Kunden achten heute auf den ökologischen Fussabdruck ihrer Anschaffungen. Dies betrifft auch die Elektrobranche. Abhängig von der gewählten Leuchtquelle, zum Beispiel eine LED, kann das Lumen-Watt-Verhältnis erheblich verbessert werden. Die Leistung des Beleuchtungskörpers durch seinen Wirkungsgrad im Zusammenhang mit dem eingebauten Reflektor ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Nicht zuletzt sind die gewünschten Flächen und Räume erst dann korrekt ausgeleuchtet, wenn

das richtige System in Verbindung mit der richtigen Beleuchtungsberechnung zum Einsatz gekommen ist. Damit wird auch ein Beitrag zur Verringerung der Lichtverschmutzung geleistet.

Auch die graue Energie beachten Wir sollten uns jedoch nicht nur auf Leuchtquellen mit einer hohen Lumen-Watt-Leistung konzentrieren. Wird der Leuchtkörper nur gelegentlich und für kurze Zeit eingeschaltet, dann wäre der Einsatz einer «klassischen» Leuchtquelle geeigneter, denn diese spart bei der grauen Energie – also bei jener Energie, welche vor und nach dem Produkteinsatz benötigt wird. Die graue Energie fällt bei leistungsfähigen und technologisch führenden Leuchtquellen teilweise höher aus als gedacht. Es empfiehlt sich daher die Wahl einer modernen, aus energetischer Sicht sparsamen Technologie, bei der die berühmtberüchtigten Kosten der grauen Energie sowie die Recyclingmöglichkeiten berücksichtigt sind.

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Forschen in gesundem Licht Bei der Modernisierung mehrerer Büroflächen liess das Berliner Helmholtz-Zentrum ein LEDLichtsystem in seinen Räumen installieren. Mit energieeffizientem biologischem Licht erhöht es heute in den Arbeitsräumen das Wohlbefinden der Wissenschaftler. Möglich wird das durch eine intelligente Technologie.

Kerzen, Wärme, Schatten – wer Menschen nach ihren Assoziationen zum Begriff «Licht» fragt, erhält die unterschiedlichsten Antworten. Bei den Wissenschaftlern des Berliner Helmholtz-Zentrums dürfte das Ergebnis eindeutiger ausfallen. Dreht sich bei ihnen doch alles um das Photon: das sogenannte Lichtteilchen. Vom Erzeugen bis zum Nutzen des Photons zur Energiewandlung forscht man hier an neuen, energieeffizienten Lösungen. Das Ziel: Globale Herausforderungen bewältigen, wie die Energiewende.

Energieeffiziente Modernisierung für bessere Arbeitsbedingungen Für ideale Rahmenbedingungen werden die Arbeitsplätze an den beiden Berliner Standorten regelmässig modernisiert. So auch beim Umzug der Abteilung «Methoden zur Charakterisierung von Transportphänomenen in Energiematerialien», für die in Berlin-Wannsee ein Gebäudeabschnitt komplett umgestaltet wurde. Das Ergebnis: Acht aussenliegende Mehrpersonenbü-

Intelligentes ELC-Lichtsystem in den Arbeitszimmern mit integrierter Sensorik und energieeffizientem Human Centric Lighting.

ros, die die Flure, einen Kopierraum sowie einen zentralen Aufenthalts- und Pausenbereich mit Küchenzeile umgeben. Eine wichtige Rolle spielte die Nutzung des natürlichen Tageslichts. In den Büros sorgen Fenster für einen grosszügigen Lichteinfall, zu den Fluren hin wurden lichtdurchlässige Glasflächen eingebaut. Im Pausenbereich dient eine ehemalige Entrauchung jetzt gleichermassen als Öffnung für frische Luft und Sonnenlicht. «Um konsequent zu bleiben, entschieden wir uns auch bei der Deckenbeleuchtung für ein tageslichtähnliches Licht», so Uwe Grabe, Leiter des Facility-Managements. Die Wahl fiel mit den Nova-Quadro-Sets auf ein intelligentes ELC-Lichtsystem des Herstellers Esylux.

Biologisch wirksames Lichtsystem Ausschlaggebend für diese Investition war neben der einfachen Plug-and-play-Installation das biologisch wirksame Licht der SymbiLogic-Technologie von Esylux, auch bekannt als Human Centric Lighting. Dieses verbessert durch dynamische, tageslichtähnliche Helligkeits- und Lichtfarbverläufe Vitalität, Wohlbefinden und Konzentrationsvermögen am Arbeitsplatz und stabilisiert den Tag-Nacht-Rhythmus. Mithilfe der integrierten Sensorik sorgt die SymbiLogic dabei für eine besonders energieeffiziente Umsetzung: Das Licht scheint nur bei menschlicher Präsenz und nur dann, wenn das bereits vorhandene Tageslicht zum Arbeiten nicht ausreicht. Hinzu kommt eine adaptive HCL-Lichtregelung. Sie bewirkt eine automatische Tageslichtnutzung bei den dynamischen Helligkeitsverläufen, indem sie die Beleuchtungsstärke stets nur so hoch dimmt wie nötig. Intelligente Automation oder manuelles, individuelles Übersteuern Die Resonanz bei den Mitarbeitenden ist durchwegs positiv, und das über internationale Kultur- und Sprachgrenzen hinweg: «Das Licht ist sehr angenehm», findet Instrumentenwissenschaftler Siqin Meng, der im Rahmen einer Kooperation zwischen Helmholtz und einem Institut in seiner chinesischen Heimat für zwei Jahre in Berlin arbeitet. Dass die Beleuchtung


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weiss. Per Taster kann er das Licht hierfür stufenlos verändern. «Meist rufe ich mit dem Lichttaster aber einfach nur die passende Szene aus.»

Ideales Mikroskop für Raum und Zeit durch extrem brillante Photonenpulse: der Speicherring BESSY II des Helmholtz-Zentrums.

Ein geglücktes «Experiment» Facility-Manager Uwe Grabe, der von seinem Büro direkt auf das Gebäude blickt, kennt die geschmacklichen Unterschiede der Kollegen gut: «Aus dem einen Fenster scheint das Licht hell und kaltweiss , aus dem anderen dunkler und warmweiss.» So oder so, das «Experiment» mit dem Lichtsystem, wie er es ausdrückt, sei geglückt, und er könne sich gut vorstellen, das Lichtsystem auch bei der nächsten Modernisierung wieder zum Einsatz zu bringen. Die Installation werde dann sicherlich kein Hindernis darstellen: «Die Leuchten braucht man ja nur noch zusammenzustecken, wie am Computer.»

automatisch geregelt und gegebenenfalls ausgeschaltet wird, gefällt ihm ebenfalls. «So kann man sich ganz auf die Arbeit konzentrieren und muss sich um nichts kümmern.» Doch es zeigt sich auch, wie unterschiedlich Menschen sind. Denn andere Mitarbeitende nutzen die Möglichkeit, die Beleuchtung stets an ihre persönlichen Wünsche anzupassen. So der Fall bei Danny Kodja, Doktor der Physik, der Licht am liebsten mag, wenn es schön hell ist und die Lichtfarbe kalt-

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Ein Quantensprung nach der LED-Innovation Die Agrargenossenschaft Fenaco ersetzte die bestehende Treppenhausbeleuchtung an ihrem Berner Hauptsitz durch eine intelligente Leuchteninstallation. Einsparungen bei den Energiekosten, reduzierte Lichtemissionen und positive Rückmeldungen von Mitarbeitenden und dem technischen Dienst sind das Resultat.

Wir setzen uns in selbstfahrende Autos, sind überall auf der Welt miteinander verbunden, erfinden Roboter, die uns Alltag und Arbeit erleichtern und können unsere DNA entschlüsseln. Doch dann fallen uns beim abendlichen Spaziergang menschenleere, hell beleuchtete Treppenhäuser, Einstellhallen oder Büros auf und wir fragen uns, wo der technische Fortschritt in der Beleuchtung geblieben ist. Trivalite-Leuchten verfügen über eine intelligente Lichtsteuerung.

Die Entwicklung von der Glühbirne zur LED brachte eine Effizienzsteigerung von über 400 Prozent und revolutionierte das Leuchtmittel. Ein grosser Schritt, der uns aber im Alltag kaum auffällt, da ein effizienteres Leuchtmittel keinen Einfluss auf die Lichtemissionen hat. Dieses Problem löst nur eine Beleuchtungssteuerung mit präziser Anwesenheitserfassung, korrekter Lichtmessung, bedürfnisgerechter Anwendung und spezifischen Funktionen wie die Konstantlichtregelung. Die vielschichtige Planung und Umsetzung sowie die kostspielige Beschaffung und der aufwendige Unterhalt von ausgefeilten Beleuchtungslösungen wirken jedoch häufig abschreckend und führen zu herkömmlichen Installationen mit Dauerlichtbetrieb.

Eine Komplettlösung, die den Bauherren überzeugte Vor diesem Dilemma stand auch die Fenaco. Eine Agrargenossenschaft mit über 80 Tochterfirmen, unter anderem Ramseier, Volg und Landi, mit total knapp 10 000 Mitarbeitenden. Bei der Fenaco-Gruppe spielen die Schweizer Bauern eine elementare Rolle. Eine hohe Unternehmensethik und die soziale Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt prägen das Denken und Handeln der Gruppe. Die Fenaco hat sich der Nachhaltigkeit und dem sorgsamen Umgang mit der Umwelt verpflichtet. Deshalb stiess der mit der Modernisierung der Treppenhausbeleuchtung beauftragte Elektriker bei ihr auf offene Ohren, als er eine Lösung mit Trivalite vorschlug, um die Treppenhausbeleuchtung am Berner Hauptsitz auf den neusten Stand der Technik zu bringen. Das Konzept vereint hocheffiziente LED-Leuchten mit intelligenter Beleuchtungssteuerung.

Überrascht von der einfachen Installation Der Elektriker ersetzte die bestehende Beleuchtung ohne spezielle Vorkenntnisse und Planung durch Trivalite-Leuchten und war

Nach der Installation können die Leuchten bequem per App in Betrieb genommen werden.


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beeindruckt von der Montagefreundlichkeit des Systems. Nach der Installation nahm er die Leuchten bequem per App in Betrieb, baute ein Funknetz auf und wies jeder Leuchte den richtigen Platz im Netzwerk zu. Die Leuchten verfügen über eine Intelligenz für Tageslicht-, Präsenz-, Zeit-, Ereignis- und Logik-gesteuertes Licht, eine Notlichtfunktion und zwei Eingänge für externe Steuersignale. Dies erleichtert die Planung und Inbetriebnahme, da die Installation jederzeit ergänzt, reduziert oder einzelne Leuchten ausgetauscht werden können. Die Leuchten lassen sich wahlweise per Funk oder Datendraht miteinander verbinden. Das Ergebnis lässt sich sehen. Die Genossenschaft konnte die Beleuchtungsdauer um durchschnittlich 60 Prozent reduzieren und spart täglich Kosten. Mit 120 Lumen pro Watt sind die bei Fenaco eingesetzten LED-Leuchten ausserdem hocheffizient. Infolge des neuen Beleuchtungskonzepts brennt immer nur dort Licht, wo es gebraucht wird, und kurze Nachlaufzeiten sorgen für maximale Energieeffizienz. Dank der intelligenten «Schwarmfunktion» dimmen die benachbarten Leuchten auf 5 Prozent des Maximalwerts und sorgen dafür, dass niemand ins Dunkle läuft. Ein Angestellter drückte es so aus: «Ich komme mir extrem wichtig vor, weil das Licht so schön mit mir mitläuft!» Damit die Mitarbeitenden auch bei einem Stromausfall aus dem Gebäude finden, stand von Anfang an ein Notbeleuchtungskonzept im Pflichtenheft. Trivalite-Leuchten unterstützen via DC/AC-

Erkennung den Betrieb über eine Notstromanlage oder sind als autonome Lösung mit eigenem Akku und Notstrommodul zu haben. Im Falle eines Stromunterbruchs bringen alle Leuchten für mindestens eine Stunde genügend Licht auf den Boden. Auch der technische Dienst ist beeindruckt vom System. Mit einem langen Tasterdruck lässt sich bei Reinigungs- oder Unterhaltsarbeiten die gesamte Beleuchtung für maximal vier Stunden einschalten und jederzeit wieder in den Automatikbetrieb zurücksetzen. Ein weiteres Highlight ist, dass sich per App die Feinjustierung in der Beleuchtungssteuerung vornehmen und sich das System mittels Passwort vor ungewollten Zugriffen schützen lässt. Alle Parameter, wie Helligkeit und Nachlaufzeit vom Hauptund Orientierungslicht, können jederzeit ganz auf die Wünsche der Fenaco angepasst werden.

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Erleuchtung für das Smart Home Nicht nur Räume, sondern das ganze Zuhause soll im richtigen Licht erstrahlen. Damit dies gewährleistet ist, braucht es eine hersteller­ unabhängige Vernetzung sämtlicher Leuchten­ typen mit ihren verschiedenen Sensoren.

Licht ist mehr als nur eine Sehhilfe: Es akzentuiert Raum­ architekturen und fördert, je nach Einstellung und Grad seiner Dimmung, Agilität oder Behaglichkeit der Bewohner, Besucher oder Kunden. Die richtige Beleuchtung erhöht zudem die Sicherheit sowohl in Innen- als auch Aussenbereichen. Die Möglichkeiten der intelligenten Vernetzung rücken Zimmerleuchten aktuell aber auch immer häufiger als intuitiv wahrnehmbare Signalgeber in den Fokus. Dabei signalisieren sie nicht nur häusliche Vorgänge wie zum Beispiel, dass die Klingel geläutet hat oder dass der Kaffee beziehungsweise die Waschmaschine fertig ist. Licht kann in Notsituationen auch helfen, Leben zu retten, weil Fluchtwege optimal ausgeleuchtet werden. Dieser Einsatz der Leuchten erfordert umfassende, aber einfache Verknüpfungs- und Konfigurationsmöglichkeiten der Haustechnik. Denn die Möglichkeiten und Ausbaustufen individueller, raumübergreifender Beleuchtungskonzepte hängen immer auch davon ab, ob und wie einfach sich ver­ schiedene Leuchtentypen wie LEDs, gesteckte Leuchten, Leuchten mit IP-Schnittstelle oder vorhandene Lichtnetze wie DALI einbinden, ansteuern und dimmen lassen.

Eine universelle Plattform für jedes Lichtszenario Mit der Smart-Home-Plattform von Digitalstrom lassen sich fast alle handelsüblichen Leuchtmittel vernetzen und steuern – egal, ob es sich um LEDs, Niedervolt-Halogenleuchten oder Leuchtstoffröhren mit Vorschaltgeräten handelt. Wichtig zu wissen ist dabei jedoch, dass nur Leuchtmittel, die in technischer Hinsicht dimmbar sind, sich auch dimmen lassen. In Kürze wird das Angebot von Digitalstrom mit der neuen, energieeffizienten Lichtklemmengeneration 300 komplettiert. Die Universaldimmer beherrschen neben dem Phasenabschnitt auch den Phasenanschnitt und können damit zum Dimmen nahezu alle verfügbaren Leuchtentypen verwendet werden. Der Hersteller überprüft laufend Leuchtmittel verschiedener Marken auf ihre besonderen Dimm­e igenschaften und veröffentlicht die Ergebnisse in einer Leuchtmitteldatenbank auf der Unternehmenswebsite. Zu jedem geprüften Leuchtmittel besteht die Möglichkeit, die speziell abgestimmte Dimmkurve einzustellen. Alle Funktionen der Klemmen

Im Autohaus Europa in Bernau (DE) passen die 300 in der Decke verbauten LED-Leuchten je nach Lichtverhältnissen die Leuchtkraft an.

werden in einer Software nachgebildet und ermöglichen die Vernetzung von IP-Geräten sowie verschiedenste Fabrikate hochwertiger Haushaltsgeräte.

Individuelle Bedienung mit Sprache, Smartphone oder (KNX-)Tastern Durch die Ausstattung analoger Technik mit digitaler Intelligenz lassen sich zum Beispiel beliebige Leuchten zur automatischen Helligkeitsregelung mit Tageslichtsensoren gesteuert oder als Signalgeber für vollkommen andere Vorgänge einrichten. Ebenso einfach ist die Verknüpfung verschiedener analoger und digitaler Anwendungen zu Gesamtszenarien, die sich mit einem Aufruf aktivieren lassen. Zur intuitiven Bedienung und für den Aufruf umfassender Lichtszenen stehen neben Sprachbefehlen und Eingabe­ geräten wie Smartphones, Tablet-PCs, Wandbediengeräten auch handelsübliche 230-Volt-Lichttaster zur Wahl. Reguläre 230-Volt-Modelle werden durch Ausstattung mit ds-Tasterklemmen zu multifunktionalen Befehlsgeräten, die sich frei konfigurierbar mit bis zu vier Funktionen oder Szenen belegen lassen. Die jeweilige Betätigung erfolgt durch ein-, zwei-, dreibzw. viermaliges Drücken des Tasters. Alternativ stehen in Kürze auch eine grosse Auswahl hochwertiger und design­ orientierter KNX-Taster zur Verfügung, die sich mit einem vDC für KNX-Sensoren sowie dem neuen Digitalstrom-Gateway einbinden lassen. Die Lichtinszenierung wird nicht nur individuell gestaltet, sondern auch geschaltet.

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Auf Altes setzen oder neu vernetzen? Vernetzte Beleuchtung gibt es jetzt auch für kleine und mittelständische Unternehmen. Per App gesteuert, kann sie individuell nach den Bedürfnissen der Nutzer eingesetzt werden, ob im Büro, in der Produktion oder in der Parkgarage.

Im anspruchsvollen Neubau hat sich vernetzte und intelligente Lichttechnologie bereits durchgesetzt. Mit einer intuitiven App und einem Dashboard ist es zudem möglich, IoT-vernetzte und intelligente Beleuchtung einfach und unkompliziert einzusetzen. Diese Eigenschaften bietet Interact Pro, welches auf die Bedürfnisse von kleinen und mittleren Unternehmen abgestimmt ist. Es funktioniert in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen wie im Büro, in der Produktion oder in der Parkgarage. Auch für die Sanierung von Altanlagen ist das System bestens geeignet, da die vorhandene 3×1,5-Quadratmillimeter-Verkabelung einfach weiter genutzt werden kann. Ohne teure Software, ohne Schulungen und ohne zusätzliche Leitungen kann Interact Pro rasch mit der intuitiven App von einem Elektroinstallateur installiert und von den Gebäudenutzern im Anschluss übers Smartphone gesteuert werden. Das System kann in den verschiedensten Bereichen wie in Büros, Fluren, Produktions- und Lagerbereichen oder in Parkgaragen eingesetzt werden. Interact Pro ist flexibel konfigurierbar, egal ob 20 oder 200 Lichtpunkte vernetzt werden sollen.

Vernetzte Beleuchtung für zufriedenere Mitarbeitende Mitarbeitende haben die Möglichkeit, die Beleuchtung auf ihre persönlichen Bedürfnisse und jeweiligen Tätigkeiten anzupassen. So wird nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Attraktivität des Arbeitsplatzes gesteigert. Ebenso können die vernetzten Leuchten gedimmt oder abgeschaltet werden, wenn diese nicht benötigt werden. Dank den Sensoren für Tageslicht und Bewegung werden die Lampen oder Leuchten in weniger genutzten Bereichen automatisch gedimmt oder ausgeschaltet, sodass manuelle Schaltungen in vielen Bereichen nahezu vollständig entfallen. Dadurch wird Energie eingespart und die CO2-Bilanz des Betriebs fällt positiver aus, was die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele unterstützt. Unternehmenseigentümer können zudem Informationen über die Beleuchtungsanlage erhalten und diese analysieren. Die Interact-Pro-Software kann mit allen vernetzen Philips-LEDLeuchten und -Lampen eingesetzt werden, die «Interact Ready» sind. Derzeit erhältlich sind passende LED-Leuchten für Bürobereiche (CoreLine Panel und CoreLine Downlight), eine LEDFeuchtraumleuchte, die kompatiblen MasterConnect-T8-LEDRöhren sowie kompatible Sensoren und Wandschalter.

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Intelligent, vernetzt und flexibel steuerbar: Die Einsatzmöglichkeiten für Interact Pro sind vielfältig.


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Begeistert von der neuen Beleuchtung Die Stockwerkeigentümer der Wohnanlage Wöschhalde haben sich für eine neue Beleuch­tung mit integrierter Dämmerungs­ automatik und Bewegungsmelder entschieden. Mit dem einfachen Austausch des Leucht­ mittels in der vorhandenen Installation wurde der Komfort gesteigert und gleichzeitig wird Energie gespart.

Je zehn Wand- beziehungsweise Deckenleuchten spendeten das Licht für die fünf Treppenhäuser der Wohnanlage Wöschhalde 107–115 in Villingen/Schwarzwald. Diese Leuchten waren technisch gesehen noch in einem einwandfreien Zustand. Als Leuchtmittel waren vorwiegend 60‑Watt‑Glühbirnen mit E27‑Gewinde im Einsatz. Teilweise wurden diese beim letzten Leuchtmitteltausch durch 46‑Watt‑Halogenbirnen ersetzt. Die Lichtschaltung erfolgt über Taster. Die Treppen­lichtautomaten waren auf drei Minuten Schaltzeit eingestellt. Auf der Eigentümerversammlung wurde darüber beraten, die Lichtsteuerung intelligenter zu gestalten und damit den Stromverbrauch zu reduzieren. Die Eigentümer erkannten, dass sich der Austausch der kompletten Leuchten unter Amortisationsgesichtspunkten niemals rechnen wird. Trotzdem sollte eine sinnvolle Lösung gefunden werden, welche den Bewohnern und Bewohnerinnen zusätzlich mehr Komfort bringt. Die Eigentümer entschieden sich für den Austausch der Leuchtmittel mit energiesparenden LEDs mit integriertem Sensor – Magic Bulb.

Folgende Szenarien zeigten der Eigentümerschaft die Vorteile einer neuen Beleuchtung: • Ein Bewohner kommt über die Tiefgarage ins Treppenhaus. In diesem Bereich gibt es kein Tageslicht. Bisher wurde der Lichtschalter betätigt und das gesamte Treppenhaus wurde beleuchtet, obwohl es ab dem Erdgeschoss durch das Tageslicht über die Fenster und Türen ausreichend hell war. Magic Bulb stellt dort Licht zur Verfügung, wo es notwendig ist. • Ein Bewohner kommt ins Treppenhaus. Das Licht brennt bereits. Der Bewohner geht die Treppen hinauf. Gerade als er zwischen zwei Etagen ist, geht das Licht automatisch aus. Der Bewohner muss sich langsam vorantasten, bis er den nächsten Lichttaster erreicht. Kein Problem, nun wird das Licht dort zur Verfügung gestellt, wo es benötigt wird. • Ein Bewohner verlässt seine Wohnung und drückt, Macht der Gewohnheit, den Lichttaster, obwohl es durch das ein-

fallende Tageslicht ausreichend hell ist. Das ganze Treppenhaus wird tagsüber beleuchtet. Mit der neuen Beleuchtung wäre das nicht passiert. • Ein Bewohner kommt abends bei Dunkelheit nach Hause. Er öffnet die Haustüre und drückt den Lichttaster. In allen Etagen geht das Licht an. Der Bewohner nimmt die Post aus dem Briefkasten, ruft den Aufzug und fährt in die sechste Etage, in der sich seine Wohnung befindet. Unter Umständen haben jetzt 10 Glühbirnen drei Minuten lang gebrannt, obwohl zwei Leuchten mit einer Schaltzeit von einer bis eineinhalb Minuten gereicht hätten. Mit der neuen Beleuchtung ist das möglich. Der Austausch der Beleuchtung in der Wohnanlage Wöschhalde konnte schnell und ohne grossen Aufwand vorgenommen werden. Es wurden dazu einfach die vorhandenen Leuchtmittel in den Lampen ersetzt und der Treppenlichtautomat dauerhaft auf «EIN» gestellt. Nachdem die zuerst vorgenommenen Einstellungen für Zeit und Empfindlichkeit am Magic Bulb etwas korrigiert wurden, sind die Eigentümer absolut begeistert von der Lösung.

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IM FOKUS BEST PRACTICE

Stromsparende Parkhausbeleuchtung Bei Parkhausbeleuchtungen besteht ein riesiges Stromsparpotenzial. Im Parkhaus des «Puls 5» konnten so die Elektrizitäts­kosten der Beleuchtung dank intelligenter LED-Röhren um 90 Prozent gesenkt werden. Zudem passt sich die Lichtintensität automatisch der Umgebung an.

In den meisten Parkhäusern werden zentrale Bewegungsmelder eingesetzt, welche das Licht ausschalten, sobald sich niemand im Parkhaus befindet. Damit jedoch das Licht nicht ausgeht, wenn sich noch Personen im Parkhaus befinden, benötigt es sicherheitshalber eine Nachlaufzeit der Beleuchtung von fünf bis zehn Minuten. Oftmals betritt aber schon die nächste Person das Parkhaus, bevor die Nachlaufzeit überhaupt beendet wurde. Dies führt dazu, dass das Licht dann über 18 Stunden pro Tag eingeschaltet ist. Und genau hier liegt das grösste Einsparpotenzial. Messungen haben gezeigt, dass die effektive Einschaltzeit über 10-mal kleiner sein könnte. Deshalb hat sich das Start-up-Unternehmen LEDCity aus Zürich dieser Herausforderungen angenommen und entwickelt Lösungen, um den Energieverbrauch zu senken. Denn immerhin werden in der Schweiz rund eineinhalb Kernkraftwerke benötigt, um die Elektrizität für Licht zu erzeugen.

Das Energiesparen den Leuchten überlassen Die Gebäudeeigentümerin des «Puls 5» in Zürich, welche ein grosses Parkhaus besitzt, hat in Zusammenarbeit mit LEDCity die gesamte Beleuchtung umgerüstet. Eingesetzt wur-

Der Leistungsbedarf der Leuchten ist nur noch in der Umgebung von Personen erhöht.

den halb autonome LED-Röhren, welche die Lichtintensität automatisch und dezentral der Umgebung anpassen. Da die Steuerung sowie verschiedene Sensoren in den Leuchtmitteln integriert sind, ist der Leistungsbedarf der Leuchten nur noch in der Umgebung von Besucherinnen und Besuchern erhöht. Ansonsten werden die Leuchtmittel stufenlos auf eine niedrigere Lichtintensität von etwa 30 Prozent gedimmt. Das menschliche Auge nimmt die Lichtintensität logarithmisch und nicht linear wahr. Dies führt dazu, dass der Unterschied zwischen 100 Prozent und 30 Prozent der Helligkeit nur schwer wahrnehmbar ist – somit wird das Sicherheitsgefühl nicht beeinträchtigt. Für das «Puls 5» ist der Umbau auch aus wirtschaftlicher Sicht attraktiv, denn das Projekt amortisiert sich in rund zwei Jahren. Dies einerseits infolge der Energieeinsparungen und andererseits, weil nicht mehr die ganzen Leuchten ersetzt werden müssen, sondern nur noch die Leuchtmittel. Da diese nun die meiste Zeit in gedimmtem Zustand sind, wird die Temperatur im Leuchtmittel um durchschnittlich 20 Grad Celsius reduziert, was ein positiver Faktor für die Lebensdauer der Elektronik ist. So ist dank der automatischen Lichtregulierung ein Anstieg der Lebensdauer auf über 50 000 Stunden zu erwarten. Und das Schönste am Ganzen: Insgesamt werden die neuen Leuchtmittel im «Puls 5» pro Jahr 60 000 Kilowattstunden einsparen. Dies entspricht dem Stromverbrauch von 17 Haushalten.

SGI Promotion AG / LEDCity AG 8005 Zürich www.ledcity.ch

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IM FOKUS BEST PRACTICE

Watt d’Or für EKZ Die EKZ (Elektrizitätswerke des Kantons Zürich) gewinnen für das «Verkehrsbeobachtende Licht» in Urdorf den Watt d’Or 2018 in der Kategorie Energietechnologien. Das Licht, das sich sanft dem Verkehrsaufkommen anpasst, Energie spart und die Umwelt schont, hat die Jury überzeugt.

Das Projekt «Verkehrsbeobachtendes Licht» in Urdorf gewinnt den Watt d’Or 2018 in der Kategorie Energietechnologien. Denn das Bundesamt für Energie zählt das Projekt an der Birmensdorferstrasse, die dem Kanton gehört, zu den aus­ sergewöhnlichen Leistungen im Energiebereich des letzten Jahres. EKZ CEO Urs Rengel freut sich über den Preis: «Der Watt d’Or bestätigt uns auf unserem Weg in die Energiezukunft. Und er spornt uns an, weiter nach innovativen Lösungen zu suchen – auch in anderen Bereichen.»

Zukunftslicht Hinter dem verkehrsbeobachtenden Licht steckt eine neu­ artige Steuerung, welche die EKZ gemeinsam mit dem Be-

leuchtungsunternehmen Schréder entwickelt haben. Dank intelligenter Sensorik lässt sich die Beleuchtung an der Kantonsstrasse fliessend und sanft den Gegebenheiten anpassen, wobei sich die Lichtstärke stufenlos zwischen 100 und minimal 40 Prozent bewegt. Maximal beleuchtet bleiben dabei immer die Fussgängerstreifen, um Fussgängern höchste Sicherheit zu gewährleisten. «Ein Licht, das sich den Gegebenheiten anpasst, ist die Zukunft der öffentlichen Beleuchtung», sagt Jörg Haller, Leiter Öffentliche Beleuchtung bei den EKZ.

Sicher, effizient und umweltschonend Möglich gemacht haben das Projekt technische Entwicklungen, aber auch die überarbeitete Norm für Strassenbeleuchtung (SN EN 13201), welche neu eine nächtliche Absenkung des Lichtniveaus abhängig vom Verkehrsfluss zulässt. Zudem kann fast ein Drittel Energie durch die Lichtsteuerung gespart werden – und das selbstverständlich bei gleich hoher Sicherheit. Und es gibt noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Es werden unnötige Lichtemissionen vermieden, zum Wohle der Anwohner und der nachtaktiven Tierwelt. www.ekz.ch www.wattdor.ch

Das Licht passt sich fliessend an, die Stärke bewegt sich stufenlos zwischen 100 und minimal 40 Prozent.


IM FOKUS BEST PRACTICE

Mehr Licht, weniger Strom Die Zentralbibliothek Zürich (ZB) hat die Beleuchtung im Publikumstrakt auf LED umgestellt und gleichzeitig Bewegungs- und Tageslichtsensoren eingebaut. EnergieSchweiz unterstützte das Effizienzprojekt mit einem Beitrag an die Lichtplanungskosten.

Weniger Strom dank Sensoren Neben der LED-­B eleuchtung wurden gleichzeitig Tageslicht­und Bewegungssensoren eingebaut. Allerdings können die Bewegungssensoren nicht voll eingesetzt werden. «Ständiges Ein-­ und Ausschalten des Lichts stört die Nutzerinnen und Nutzer in der Konzentration», erklärt Rebsamen. Die Bewegungssensoren sind darum nur ausserhalb der Öffnungs­z eiten in Betrieb, wenn beispielsweise die Putzequipen Dienst tun. Mit den Resultaten der Sanierung ist Rebsamen zufrieden.

Vor 100 Jahren öffnete die Zentralbibliothek in Zürich ihre Pforten. Vergleichsweise jung, nämlich 24 Jahre alt, war die Beleuchtung des 6000 Quadratmeter grossen Katalogs­und Lesesaals im Publikumstrakt, als sie im Sommer 2016 ersetzt wurde. «Die alten Rasterleuchten waren am Ende ihrer Lebensdauer, zerbrachen teilweise beim Leuchtmittelaustausch und genügten den Ansprüchen der Nutzenden nicht mehr», erklärt Emil Rebsamen, Leiter Gebäudemanagement der Zentralbibliothek. Ziel war es, eine neue Beleuchtung zu installieren, die bei gleichbleibender Helligkeit und Farbwiedergabe weniger Energie verbraucht, weniger Wartungsaufwand verursacht, bessere Lichtqualität sicherstellt und dem neusten Stand der Technik entspricht. Um die komplexen Ansprüche an die Beleuchtung erfüllen zu können, arbeitete die Zentralbibliothek mit einem professionellen Lichtplaner zusammen. «Er hat uns wertvolle Tipps gegeben – dank ihm haben wir eine technisch einwandfreie Lösung erhalten», erklärt Rebsamen.

«Die Rückmeldungen der Nutzenden sind grundsätzlich positiv», sagt Rebsamen. Den Gesamtstromverbrauch habe die Bibliothek um rund 7 Megawattstunden im Monat senken können, das bedeute rund 10 Prozent tiefere Kosten. Die neue Beleuchtung verbraucht gegenüber der alten nur noch die Hälfte des Stroms. Auch bezüglich Wartungsaufwand erwartet Rebsamen eine Einsparung: «Die neuen Leuchten sollten 5- bis 10-mal länger halten als die alten.»

Gewinnbringende Zusammenarbeit EnergieSchweiz beteiligte sich mit 3200 Franken oder rund einem Drittel an den Kosten für die Lichtplanung der Zentralbibliothek. «Ziel war es, die Zusammenarbeit zwischen Lichtplanern und Elektroinstallateuren zu fördern», erklärt Markus Bleuer, BFE-­F achspezialist für Beleuchtung. «Aus unserer Sicht leisten sie im Rahmen ihrer Beratung einen wichtigen Beitrag zur höheren Akzeptanz von energieeffizienten Leuchtmitteln.» Quelle: bfe.adim.ch/energeia

30-mal 50 Prozent Strom gespart Wer seine Beleuchtung erneuert, sollte nicht nur einen Elektroinstallateur, sondern auch einen professionellen Lichtplaner beiziehen. Damit ist gewährleistet, dass die verwendete Lichttechnik auf dem aktuellsten Stand und von hoher Qualität ist. EnergieSchweiz und die Schweizer Licht Gesellschaft haben in den vergangenen zwei Jahren 30 Beleuchtungsprojekte in öffentlichen Gebäuden und Firmenliegenschaften bei der Durchführung solcher Lichtplanungen unterstützt. Dank der neuen Beleuchtung verbrauchen die 30 Gebäude jährlich insgesamt 1,32 Millionen Kilowatt weniger Strom (minus 56 Prozent gegenüber vorher). In einzelnen Gebäuden wurden nur die Leuchten ersetzt, in anderen Gebäuden bauten die Installateure zusätzlich eine Tageslichtsteuerung oder Anwesenheitssensoren ein. Bildquelle: Zentralbibliothek

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IM FOKUS PUBLIREPORTAGE

Lichtkomfort mit Bewegungsmeldern Ob im Bereich Sicherheit oder für mehr Komfort: Bewegungsmelder sind vielseitig einsetzbar und richtig angewendet auch sehr energieeffizient. Denn mit Bewegungsmeldern ist das Licht nur dann an, wenn es gebraucht wird. Per App ist zudem eine schnelle und einfache Programmierung möglich. Licht automatisch ein- und auszuschalten hat viele Vorteile: Es erspart den Weg zum Lichtschalter, gibt Licht und somit Sicherheit rund ums Haus, in Tiefgaragen sowie in Korridoren und sorgt im Gebäude für eine angenehme Wohn- und Arbeitsatmosphäre. Darüber hinaus lässt sich mit automatischer Lichtsteuerung eine Menge elektrischer Energie einsparen. Mehr Sicherheit, weniger Stromverbrauch Aufgrund von Kundenwünschen hat Feller seine BewegungsmelderFamilie erweitert. Zu den bewährten Produkten treten neu die pirioseco-Modelle. Alle Bewegungs- und Präsenzmelder sind wahre Multi­ talente. Sie geben dann Licht, wenn der Mensch es durch seine Anwesenheit aktiviert. Das Licht lässt sich nicht nur automatisch einund ausschalten, die Bewegungsmelder sorgen dafür, dass Licht nur so lange brennt, wie es auch tatsächlich gebraucht wird. Bei den Meldern können die Lichtschwelle, die Nachlaufzeit sowie die Empfindlichkeit individuell definiert werden. Ist der zu erfassende Bereich, zum Beispiel in der Tiefgarage, derart gross, dass ein einzelner Melder nicht alles erfassen kann, können auch mehrere Melder montiert und der Lichtausgang zusammengeschaltet werden. Sind einzelne Lichtzonen erwünscht, beispielsweise in Korridoren mit zentralem Lift oder in Tiefgaragen mit unterschiedlichen Bereichen, so lässt sich diese Aufgabe mit Hauptzone (Hauptgerät) und mehreren Nebenzonen (bis zu zehn Nebengeräte) lösen. Bewegt sich beispielsweise jemand in einer Nebenzone, so werden die jeweilige Nebenzone und dazu die Hauptzone beleuchtet. Mit den neuen Meldern pirios 180R eco, pirios 180R eco plus und pirios 360R eco wird das Sortiment komplettiert. Der neue Deckenmelder pirios 360R eco eignet sich ebenso wie seine Pendants an der Wand für Korridore und einzelne Räume. Die Produktfamilie eignet sich je nach Version für die Wand- oder Deckenmontage im Innenbereich (IP 20) und besticht durch sinnvolle Basiseigenschaften zu einem attraktiven Preis. Zudem ist das Sortiment in Ediziodue- und Standarddue-Design verfügbar. Dies bedeutet zusätzlichen Gestaltungsspielraum für Architekten

Bewegungsmelder sorgen dafür, dass Licht nur so lange in der gewünschten Intensität brennt, wie es auch tatsächlich gebraucht wird.

und Planer sowie ein erweitertes Einsatzpotenzial für Bauherren und Hausbesitzer. Neue Konfigurations-App Die pirios-Bewegungsmelder garantieren eine sichere und einfache Installation, die unkomplizierte Inbetriebnahme und eine hohe Funktionszuverlässigkeit. Der Planungsaufwand für den Elektriker ist minimal. Die neu entwickelte Konfigurations-App ist ein weiteres Highlight bei der Sortimentserweiterung. Denn die Smartphone-App erlaubt eine schnelle und einfache Programmierung und individuelle Anpassung, ohne dass der Bewegungsmelder demontiert werden muss. Bei der gesamten Produktfamilie verbindet Feller sein fundiertes technisches Know-how und seine langjährige Marktkenntnis mit modernsten Technologien. Die Feller-Qualität mit fünf Jahren Garantie und ein umfassendes Serviceangebot sind inklusive. So wird der Gebrauch von Licht noch komfortabler, noch sparsamer und das Wohn- und Arbeitsumfeld noch sicherer.

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IM FOKUS PUBLIREPORTAGE

Licht doppelt gesteuert Für jede Umgebung die beste Lichtsteuerung. Das bietet ein neuer kombinierter PIR- und HF-Sensorikausgestatteter Melder. Auf der höchsten Empfindlichkeitsstufe entgeht ihm wirklich gar nichts, während auf Stufe Robust jede Schaltung doppelt verifiziert wird.

Der neue Swiss Garde 360 Präsenz Master Dualtec von Züblin kombiniert PIR- und HF-Sensorik zur optimalen Lichtsteuerung auch dort, wo so mancher Standardmelder überfordert ist. Physikalisch reagiert die PIR-Sensorik am empfindlichsten auf tangentiale Bewegungen, während die HF-Sensorik auf frontale Bewegungen am meisten Signal liefert. Zusätzlich durchdringt der HF-Sensor spielend Materialien wie Gips, Holz oder Glas, während der PIR-Sensor nur auf Sichtkontakt detektiert. In Garagen oder Parkhäusern werden Fahrzeuge wie auch Personen zuverlässig erfasst. Auch in Toiletten werden Bewegungen hinter ver-

schlossenen Türen in den Kabinen erkannt. In Korridoren ist eine optimale Erfassung von Türen (tangential) und Bewegungen im Flur (frontal) gewährleistet.

M. Züblin AG 8304 Wallisellen www.zublin.ch

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Der Dualtec von Züblin eignet sich grundsätzlich immer und ganz speziell dann, wenn ein Standardmelder überfordert ist.

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IM FOKUS PUBLIREPORTAGE

Produktive Beleuchtung Insbesondere für den Einsatz in Produktions- und Lagerhallen sind LED-Leuchten geeignet. In der Entwicklung solcher Leuchten stehen professionelle Anforderungen wie einfache Installation, hohe Effi​zienz und lange Nennlebensdauer im Fokus.

Das Modell ist nach Schutzklasse IP 66 und Stossfestigkeitsgrad IK 08 geprüft, mit Anti-Diebstahl-Klammern ausgerüstet, erreicht bis zu 120  Lumen pro Watt und einen Abstrahlwinkel von 120 Grad. Der elektrische Anschluss ist bei der Slim Value über einen Clip-Mechanismus zugänglich, sie ist nach Schutzart IP 65 und Stossfestigkeit IK 08 getestet und mit zwei Längen, Helligkeiten und Farbtemperaturen verfügbar.

Ledvance bringt zwei neue Feuchtraumleuchten auf den Markt, die sich speziell zur Anwendung in gewerblich genutzten Hallen und Produktionsumgebungen eignen. Die Damp Proof Compact und die Slim Value lassen sich durch ihre über die gesamte Länge der Leuchten verschiebbaren Halteklammern auch bei vorhandenen Bohrlöchern montieren. So können Leuchten mit verbrauchsintensiven Lichttechnologien einfach ersetzt werden.

Auch das Angebot aus der Familie High Bay wird erweitert. Die LEDHallenspiegelleuchten mit einem Abstrahlwinkel von 110 Grad sind für Raumhöhen zwischen 6 und 14 Metern gemacht, sie leisten bis zu 27 000 Lumen bei bis zu 135 Lumen pro Watt und 4000 Kelvin Farbtemperatur und ersetzen so die klassischen 250- und 400-Watt-Halogenmetalldampf-Hallenstrahler (HQI). Dadurch wird es bei bestimmten Anwendungen möglich, weniger Leuchten zu verwenden als mit herkömmlichen Hallenstrahlern.

Die elektrische Installation kann bei der Leuchte Damp Proof Compact ohne Werkzeuge erfolgen. Der elektrische Anschlussblock ist über einen Bajonettverschluss zu erreichen, der elektrische Anschluss selbst mit Federkraftklemmen. Die Leuchte ist werkseitig durchverdrahtet, sodass nur noch die Anschlüsse an beiden Seiten vorgenommen werden müssen.

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IM FOKUS BEST PRACTICE

Fünfsternekomfort mit Energiekonzept Im Valsana Hotel in Arosa geniesst der Gast Fünfsternekomfort. Hinter den Kulissen steht ein ausgeklügeltes Energiekonzept, dank dem sich das Hotel mit Erdsonden, einem Eis- und zwei grossen Warmwasserspeichern mit Wärmerückgewinnung versorgt. Text: Judith Brandsberg

365 Kurven führen von Chur nach Arosa hinauf. Das flaue Gefühl im Magen ist bei der Einfahrt ins Dorf jedoch rasch verflogen, denn die Sicht in die verschneiten Berge ist atemberaubend. Sodann fällt der Blick auf die drei Gebäude des Valsana Hotels mit den prägenden Holzornamenten an den Fassaden. Das Hotel wurde vom Architekten Carlo Rampazzi entworfen, und es fügt sich perfekt in die nahe Waldlandschaft ein. In einem Fünfsternehotel wird einiges an Energie verbraucht, das ist selbstredend. Deshalb wurde ein Energiekonzept erstellt, mit dem CO2 eingespart sowie ein Grossteil der Energie zurückgewonnen wird. Anstatt einer Gas- oder Erdölheizung liefern 18 Erdsonden, welche 130 Meter tief in die Erde gehen, die Heizwärme. Zusätzlich wird sämtliche erzeugte Abwärme aus Küche und Wellnessbereich wiederverwendet. Die Coop-Filiale, die sich unten im selben Gebäude befindet, steuert mit der Abwärme von ihren Kühlgeräten ebenfalls 150 000 Kilowattstunden Energie pro Jahr hinzu.

Wärmerückgewinnung und Speicherung Als Speicher dient einerseits ein Eisspeicher, ein sogenannter Latentspeicher, in dem die Abwärme gelagert wird, die in der

Küche und dem Wellnessbereich entsteht. Die Wärmepumpen können die Energie direkt von diesem 850 Kubikmeter grossen Tank beziehen, in dem ein Wasser-Glykol-Gemisch enthalten ist, das zu Eis gefriert und so die Energie speichert.* Neben dem Eisspeicher dienen zwei riesige Wassertanks, einer mit Niedertemperatur von 45 Grad und einer mit Hochtemperatur von 60 Grad als Wärmespeicher. Sogar die Wärme des Abwassers, das mit zirka 23 Grad im Abwasserschacht anfällt, wird zu über 50 Prozent genutzt. Mit einem Wärmetauscher wird dem Abwasser Energie entzogen, bevor es in die Kanalisation geleitet wird. Mit diesen Massnahmen versorgt sich das Hotel selber mit der benötigten Wärme, nur während fünf Tagen musste im Winter 2017/2018 auf die Notheizung in der benachbarten Tennishalle zurückgegriffen werden. Von diesen Vorgängen im Hintergrund spürt der Hotelgast natürlich nichts. Evelyn Gorgos, Marketingverantwortliche der Tschuggen-Hotelgruppe, hebt hervor, dass grosser Wert auf das Wohlfühlambiente gelegt wurde. So sind alle Zimmer und Suiten in Holz gehalten und strahlen eine natürliche Wärme aus. Man schläft aussergewöhnlich gut trotz der hohen Lage des Hotels. Das Essen im Restaurant «Twist» mit Pano­ ramablick zu den Bergen ist ein Genuss, die Bedienung zuvorkommend. Danach lädt der Aufenthaltsraum, das sogenannte «Wohnzimmer von Arosa» mit bequemen Sesseln und Cheminée, zum gemütlichen Verweilen ein – zum Beispiel mit einem Glas vorzüglichem lokalem Wein aus dem modernen Automaten. «Ich habe Gäste gesehen, die in Kuschelsocken mit den Beinen auf dem Tisch gemütlich gelesen haben», schmunzelt Evelyn Gorgos. In diesem Hotel ist es gelungen, den Luxus mit Wohlfühlambiente und einem ausgeklügelten Energiekonzept zu vereinen. *Wie ein Eisspeicher genau funktioniert, erfährt man im Beitrag auf Seite 68.

Auf luftigen 1800 Metern über dem Meeresspiegel fügt sich das Valsana fast nahtlos in seine alpine Umgebung ein.


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Testen Sie Ihr Wissen Beantworten Sie die Wettbewerbsfrage richtig und gewinnen Sie eine Übernachtung mit Nachtessen für zwei Personen im Fünfsterne­ hotel Valsana in Arosa.

Die Wettbewerbsfrage: Welche Lichttechnik lässt künftig Tapeten leuchten? a) OLED b) LED c) LED-Fadenlampen Tipp: Die richtige Antwort finden Sie im Beitrag von Empa auf Seite 16.

Unter den richtigen Antworten verlosen wir: Eine Übernachtung für zwei Personen mit Nachtessen im Valsana Hotel in Arosa So nehmen Sie am Wettbewerb teil: Die richtige Antwort (a, b, oder c) per E-Mail mit Betreff «Wettbewerb» an: info@eco2friendly.ch

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Das Valsana Hotel, Arosa Das Valsana Hotel liegt direkt am Ortseingang von Arosa und wird von Wald und See eingerahmt. Architektur und Interior Design des Hauses interpretieren Wald und Natur. Dank modernsten technologischen Innovationen wird der ökologische Fussabdruck so gering wie möglich gehalten. Energetisches Highlight ist ein Eisspeicher, der im gesamten Gebäude für Wärme sorgt. Das Hotel verfügt über 40 Zimmer und Suiten sowie neun Familienappartements und bietet nicht nur von der riesigen Sonnenterrasse aus freie Sicht auf die gegenüberliegenden Berggipfel. Der grosse Wellnessbereich bietet Relaxpool, Saunabereich und Fitnessstudio und einen freien Blick auf die Aroser Natur. Herzstück ist das Restaurant Twist, in dem sich die Gäste ein bisschen wie zu Hause fühlen können. Im «Wohnzimmer von Arosa» gelten keine strengen Regeln, die Stimmung ist entspannt und wohnlich, und die Speisekarte zeigt sich natürlich und zeitgemäss. Das Valsana stellt einen idealen Rückzugsort mit einem durchaus überraschenden Anspruch an Kultur, Kulinarik und Wellness dar – inmitten der Aroser Berge.

Wettbewerbsbedingungen: Einsendeschluss ist der 15. Januar 2019. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Gewinner der letzten Ausgabe: Der Gewinner des Wettbewerbs in der Ausgabe Frühling/ Sommer 2018 war Jacques Rigolet aus Fribourg. Er gewinnt eine Übernachtung im Hotel Aubier in Montezillon.

Die Zimmer sind mit schönen Naturmaterialien und persönlichem Touch ausgestattet.

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ENERGIE UND GESELLSCHAFT BEST PRACTICE

Ein Gemüsebauer mit Pioniergeist Auf dem Juckerhof in Rafz sind nicht nur die Spargeln grün. Auch das Energiekonzept ist in Sachen Nachhaltigkeit vorbildlich. Als Insellösung konzipiert, könnte es den Hof gar unabhängig vom öffentlichen Stromnetz mit Energie versorgen. Text: Judith Brandsberg

Er trägt ein Karohemd, auf dem Kopf sitzt ein Strohhut und typischerweise ist er barfuss unterwegs. Martin Jucker ist der Kommunikator der Familie, welche die drei bekannten Juckerhöfe der Schweiz betreibt. Er erzählt, wie Juckers in Seegräben mit dem Obstbetrieb begonnen und diesen nach und nach ausgebaut haben. Schliesslich sollen die Höfe, die keine Subventionen erhalten, seine und die Familie seines Bruders ernähren. «Unsere Familie hat die Unabhängigkeit im Blut», erzählt Martin Jucker anlässlich der Medienpräsentation auf dem Spargelhof in Rafz. Deshalb passt das neue Energiesystem mit Photovoltaikanlage, die seit der Spargelsaison 2018 auf dem Hof in Rafz in Betrieb ist, perfekt.

Die Vision der autarken Stromversorgung Martin Jucker hat sich Anfang 2017 mit seiner Idee einer Erweiterung des Spargelhofs an verschiedene Unternehmen gewandt. Der bestehende Anschluss des lokalen Elektrizitätswerks reichte nicht aus, um den erhöhten Energiebedarf der neuen Kühlanlagen zu decken. Die konventionelle Lösung

wäre ein neuer Anschluss gewesen. Doch für Jucker war klar: «Ich wollte einen Hof bewirtschaften, der nachhaltig, wirtschaftlich, in Sachen Energie eigenständig und von fossilen Brennstoffen unabhängig ist.» Diese Vision passte zur Strategie von Energie 360°, und so investierte er gemeinsam mit

Unsere Familie hat die Unabhängigkeit im Blut.” dem Unternehmen in eine innovative Gesamtlösung statt in einen neuen Stromanschluss. Erfreut über die Lösung ist auch der Rafzer Gemeindepräsident Jürg Sigrist. Seit 2010 trägt Rafz das Label Energiestadt. «Ich hoffe, dass das Konzept viele Nachahmer findet», so Sigrist.

Die unterschiedliche Ausrichtung der Solarpanels – nach Südosten und Südwesten – sorgt den ganzen Tag über und unabhängig von der Jahreszeit für maximale Energieeffizienz. Bild: Daniel Hager


ENERGIE UND GESELLSCHAFT BEST PRACTICE

Martin Jucker auf einem Spargelfeld in Rafz. Dort werden sowohl grüne als auch weisse Spargeln geerntet und auch direkt ab Hof verkauft. Bild: Daniel Hager

Strom vom eigenen Dach – auch bei Kälte Das Energiesystem des Spargelhofs besteht aus einer innovativen Solarzellentechnologie mit schwermetallfreier Dünnschicht. Diese weist bessere physikalische Eigenschaften auf als die gängigen Siliziummodule. Die Module stammen von Solvatec und liefern ausreichend Energie, um die frischen Spargeln, Heidelbeeren und Kürbisse zu kühlen. «Die Anlage produziert auch im Winter bei weniger guten Lichtverhältnissen genügend Strom», erklärt Dominik Müller, Leiter Technik und Innovation bei Solvatec. Dank dem Contracting-Vertrag bezahlt der Juckerhof lediglich den verbrauchten Strom. Ausgeklügeltes Energiemanagement Eine Batterie in einem Container speichert den gerade nicht gebrauchten Solarstrom. So kann die Ernte bis in die Abendstunden bei Licht verarbeitet werden, und die Kühlung funktioniert durchgehend. Dank dem ausgeklügelten Energiemanagementsystem findet ein stetes Abwechseln zwischen Verbrauch, Speicherung und Rückspeisung ins Stromnetz statt. Ziel ist, dass die Batterie erst am Abend vollgeladen ist und nicht bereits am Mittag. Dann müsste der produzierte Strom am Nachmittag ins Netz gespeist werden. Das wäre ja schade. «Als Erfahrungswert dient eine sogenannte Standardkurve», erklärt Roland Zwingli, Inhaber und Geschäftsführer der RZ Ener-

Martin Jucker (links) und Betriebsleiter Raphael Peterhans präsentieren die erste Ernte der Saison. Die neue Photovoltaikanlage liefert die Energie, um die frischen Spargeln zu kühlen.

giemanagement. Mit den aktuellen Werten aus dem Spargelhof wird das Energiemanagementsystem noch optimiert.

Traumziel erfüllt Man sieht Martin Jucker nicht an, wie modern und offen er gegenüber der neuen Technik ist. Aber er fährt bereits seit sieben Jahren ein Elektroauto und weiss alles über das Energiekonzept auf seinem Spargelhof. «Ich habe mein Traumziel erreicht, mit eigenem Solarstrom Hof und Haus zu bewirtschaften», freut er sich. Auf dem Juckerhof wird aber nicht

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ENERGIE UND GESELLSCHAFT BEST PRACTICE

Aktuelle Energiesituation auf dem Spargelhof

Netzeinspeisung

Netzbezug

-25 kW

+25 kW

Intelligentes Energiemanagement optimiert die Energieflüsse auf dem Spargelhof

Stromverbrauch

25 kW

Strom für Kälteproduktion

15 kW

Batterie Ladestand

87 %

Kälte für Kühllager

15 kW

Kä lte

an lag e

Str o

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pe ich er

Aktuelle Stromproduktion

35 kW

Nutzbare Abwärme für Heizung und Warmwasser

75 kW

Nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch hofeigener Strom wird hier produziert. Das Energiekonzept von Energie 360° versorgt den Spargelhof intelligent mit natürlicher, erneuerbarer Energie.

E-Mobilität Ladestation

5 kW

Das intelligente Energiesystem des Spargelhofs optimiert die Energieflüsse auf dem Areal. Dadurch wird der Spargelhof weitestgehend unabhängig vom Stromnetz.

Ein Konzept, das Schule machen soll

Viele fleissige Hände sind am Waschen und Vorbereiten der Spargeln für den Verkauf.

nur Strom produziert. Auch Energiesparen ist ein Thema. So dient der Kühlraum für die Spargeln und Rhabarbern als zusätzlicher Energiespeicher, indem er bei Stromüberproduktion bis auf minus 30 Grad abgekühlt wird. Während die Temperatur langsam wieder bis auf minus 18 Grad ansteigt, wird kein Strom mehr verbraucht. Und das zugehörige Wohnhaus hat seit der Sanierung sogar einen höheren Standard als Minergie.

Energie 360° und RZ Energiemanagement haben für den Spargelhof gemeinsam ein umfassendes Energiekonzept entwickelt. Die primäre Energiequelle ist die Photovoltaikanlage auf der bestehenden und auf der neuen Halle des Hofs. Eine Batterie speichert Energie vorübergehend und gibt sie später wieder ab. Dadurch und dank der intelligenten Steuerung wird verhindert, dass der Stromanschluss überlastet ist. Lasten können so angesteuert werden, dass diese primär bei Sonnenschein Strom beziehen. Die grösste Last auf dem Spargelhof ist die Kälteanlage für das Kühlen von Spargeln und anderem Gemüse. Durch ihren Betrieb fällt Wärme an, die für das Erzeugen von Heizwärme und Warmwasser für das Wohnhaus und den Hofladen verwertet wird. Das Batteriesystem ist fähig, ein Inselsystem aufzubauen. Das heisst, dass sich der Spargelhof bei einem Stromausfall in Rafz über die Photovoltaikanlage autonom versorgen kann. Speziell interessant war für den Juckerhof, dass die Anlage in einem Contracting gebaut wurde. Die Finanzierung musste also nicht der Juckerhof tragen, er bezahlt lediglich die Stromkosten. Für die Partnerunternehmen liegen die Vorteile der gemeinsam realisierten Lösung auf der Hand: hohe Eigenversorgung mit Notstrombetrieb, optimale Nutzung erneuerbarer Energien und stabile Betriebskosten für die nächsten 15 Jahre. www.energie360.ch www.rzs.ch


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ENERGIE UND GESELLSCHAFT PARTNER

Autarke Energieversorgung Ist es möglich, die autarke Energie- und Kraftstoffversorgung eines Dorfes basierend auf umweltfreundlich erzeugtem Methanol sicherzustellen? Dieser Herausforderung stellten sich Absolventen der ABB Technikerschule im Rahmen ihrer Diplomarbeit.

Im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der ABB Technikerschule untersuchten Andreas Huwyler, Silvan Keusch und Marco Simoniello für die Firma Econimo-Drive AG in Cham, wie die gesamte Energie- und Kraftstoffversorgung eines Dorfes aussieht, wenn diese auf umweltfreundlich erzeugtem Methanol basiert und autark ist. Anhand von realen Verbrauchsdaten eines Dorfes wurde die autarke erneuerbare Energieerzeugung dimensioniert, die benötigten Tages- und Saisonspeicher bestimmt, die Anteile der direkten und indirekten Nutzung des Methanols optimiert und das schrittweise Vorgehen bei einer Umstellung auf autarke Energieversorgung und Mobilität hergeleitet.

Herausforderung Stromspeicherung Die grosse Herausforderung einer autarken Energieversorgung ist die Speicherung von Strom, erzeugt aus erneuerbaren Energiequellen. Denn weder Wind, Sonne noch Wasser

Das Projektteam der ABB Technikerschule (v.l.n.r.): Silvan Keusch, Marco Simoniello und Andreas Huwyler. (Bild: ABB Technikerschule)

stehen lokal und rund um die Uhr als Energiequelle zur Verfügung. Die kurzzeitige Speicherung für Verbraucher wie Smartphones, Laptops oder Elektrofahrzeuge mittels Batterie ist Standard. Jedoch fehlt es an wirtschaftlichen Möglichkeiten, CO 2-neutrale, umweltfreundlich erzeugte Energie saisonal und lokal für die Industrie, Haushaltungen, Quartiere, Gemeinden oder gar Städte zu speichern.

Direktverbrauch 11,1 GWh

Produktion 108 GWh

Speicherung Methanol 77,4 GWh

Verbrauch Strom/Wärme 17,9 GWh Verbrauch Transport 20,4 GWh Reserve 2,2 GWh Verluste 36,9 GWh

Speicherung Akku 10,5 GWh

Verbrauch 8,9 GWh

Verluste 1,6 GWh

Verluste 9 GWh

Benötigte Energiemengen und Gesamtsystem­wirkungsgrad zur autarken Versorgung eines realen Dorfes. (Quelle: Projektteam)

Das Unternehmen Econimo-Drive AG verfolgt das Ziel, synthetisch und umweltfreundlich hergestelltes Methanol als mögliche Langzeitspeicherlösung zu nutzen und die «flüssige Energie» entweder stationär in Blockheizkraftwerken wieder in Strom umzuwandeln und pa­ rallel die erzeugte Wärme zum Heizen respektive Kühlen zu nutzen oder mobile Elektromotoren in Geräten, Maschinen und Fahrzeugen anzutreiben.

Lösung Methanol als Langzeitspeicher Der gesamte Energiebedarf für Strom, Wärme und Mobilität kann im Dorf mit Photovoltaikanlagen produziert werden. Dabei werden auch frei stehende Photovoltaikanlagen eingesetzt, unter denen der Boden leicht beschattet ist, aber weiter genutzt werden kann, sogenannte Agrophotovoltaik (APV). Der


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erzeugte Strom wird soweit möglich direkt verbraucht, ein Anteil wird in Batterien gespeichert. Der überschüssige Strom wird in Methanol umgewandelt und in Tanklagern gespeichert. Nachts oder bei schlechtem Wetter werden zuerst die Batterien entladen, dann Methanol in den Blockheizkraftwerken verstromt und die Abwärme genutzt. Die Fahrzeuge werden weiterhin mit Verbrennungsmotoren betrieben, jedoch wird Methanol direkt als Treibstoff genutzt.

Massive Reduktion des CO2-Ausstosses Die autarke Energieversorgung mit Methanol als Speicher ist technisch bereits umsetzbar. Zur Erzeugung der Energie wird ein kleiner Anteil Landwirtschaftsfläche (APV) benötigt. Aufgrund der hohen Investitionskosten ist die Umsetzung wirtschaftlich noch nicht konkurrenzfähig – eine Umsetzung würde aktuell noch zu einer Verdreifachung der Energiekosten führen. Nicht berücksichtigt in der Studie sind Skalierungseffekte, CO 2-Kosten und der generierte volkswirtschaftliche Nutzen wie zum Beispiel Arbeitsplätze, Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, Umsetzung der Energiestrategie 2050. Die Studie weist eine Einsparung vom CO2-Ausstoss von über 50 Prozent aus. Die Studenten sind der Meinung, dass zurzeit Methanol-Autos im autarken Betrieb effizienter als Elektroautos sind. Die Fortsetzung der Studie mit einer neuen Diplomarbeit ist bereits in Planung.

Bildungsangebot der ABB Technikerschule Die ABB Technikerschule ist eine dynamische Bildungsinstitution in der höheren Berufsbildung und bietet berufsbegleitend und praxisorientiert eidgenössisch anerkannte Bildungsgänge, Nachdiplomstudien sowie Vorbereitungslehrgänge auf höhere Fachprüfungen und Weiterbildungskurse an. Mit modernsten Unterrichtsmethoden bildet die ABB Technikerschule qualifizierte Fach- und Führungskräfte mit hohem Praxisbezug aus. Die Studierenden üben während des dreijährigen, berufsbegleitenden Studiums ihren Beruf weiter aus, sodass sie das Gelernte unmittelbar in die Praxis umsetzen können. Die nächsten Bildungsgänge an der ABB Technikerschule in Baden starten im Oktober 2018.

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Mehr als Schall und Rauch: BIM und IoT Eine Arbeitsgruppe des Innovationsparks Zen­ tralschweiz, Mitglieder aus diversen Unternehmen sowie Forschende und Studierende der Hochschule Luzern haben in einem Prototypen ein BIM-Modell mit internetfähigen Gerät­ schaften erfolgreich verbunden. Mögliche Nutzer solcher Lösungen zeigen sich erfreut.

Im Rahmen dieses Projekts wurde ein Raum simuliert, in welchem Bewegungssensoren und Brandmelder platziert sind. Auf einem Bildschirm war dann besagter Raum digitalisiert als BIMModell zu sehen, ebenso die IoT-fähigen (internettauglichen) Gerätschaften. Während eines Tests reagierten nun diese Sensoren der Geräte im Raum auf Bewegung oder auch Rauch.

Und all das, was die Sensoren der einzelnen Geräte wahrgenommen haben, wurde unmittelbar im BIM-Modell sichtbar. Sechs Unternehmen realisierten in Kooperation mit den Departementen Informatik sowie Technik & Architektur der Hochschule Luzern plus zwei weiteren Studierenden in sechs Einheiten vom Oktober 2017 bis März 2018 einen solchen Prototypen. Das Ziel für den gemeinsamen Prozess lautete, IoT-Geräte mit dem BIM-Modell zu verbinden und die Informationen der IoT-Geräte in Echtzeit online im Modell darzustellen. Dies ist dem Team gelungen, denn der Test des Prototyps im Innovationspark verlief erfolgreich. Entsprechend gespannt war das Projektteam, als dieser Prototyp Ende März 2018 zwei möglichen Nutzern im Innovationspark Zentralschweiz in Rotkreuz präsentiert worden ist. Einer von ihnen war der Verantwortliche der lokalen Feuerwehr. Denn ein solches Modell mit vernetzten Sensoren könn-

Die Rauchmelder dieses Raums sind internetfähig: Im Brandfall geht bei der Feuerwehr eine Meldung ein und das Einsatz­ kommando kann gemäss BIMModell den Einsatz koordinieren.


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kommen, denn dieser Bereich fällt unter die Kompetenz der IT. Dies bedeutet, dass eine verstärkte Zusammenarbeit vonnöten sein wird, um das gegenseitige Verständnis zu gewährleisten. Zudem sind noch einige Produktentwicklungen nötig, bis eine grössere Palette an Geräten und Sensoren IoT-tauglich ist. Was zusätzlich noch für Gesprächsstoff sorgen wird, ist die Frage, wem die Datenhoheit obliegt. Eine mögliche Gefahr der aktuellsten Entwicklung könnte die Überdigitalisierung darstellen, denn so geht Wissen im Herstellungsprozess verloren und es entsteht eine gewisse Abhängigkeit. Interessant zu beobachten dürfte zudem die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sein. Denn die Tatsache, dass die Arbeit am und um den Bau vermehrt planerische Tätigkeiten verlangt, führt zu Verschiebungen bezüglich der Anforderungen an verschiedene Berufe. Das heisst, dass in Zukunft zusätzlich zum handwerklichen Geschick auch theoretische Grundlagen erforderlich sein werden. Die Temperatursensoren werden so eingebunden, dass sie im BIM-Modell den Raum entsprechend farblich darstellen, sobald der entsprechende Sensor angeklickt wird. Die höchstmessbare Temperatur, in diesem Fall 100 Grad Celsius, wird in Rot dargestellt. Die geringste Temperatur hingegen würde als blau referenziert. Bilder: forge-rcdb.autodesk.io

te für die Feuerwehr eine grosse Hilfe sein. Schliesslich lässt sich dank diesem nicht erst vor Ort genau erkennen, wo in einem Gebäude Feuer entstanden ist und wie es sich entwickelt. Zusätzlich könnten dank den Bewegungsmeldern und Wärmesensoren Personen in einem Gebäude wesentlich einfacher gefunden und folglich auch geborgen werden – eine Hilfe, die lebensrettend sein kann, wenn jede Minute zählt. Ein weiterer Vorteil des Modells bietet sich im Zusammenhang mit der Rauchentwicklung. Denn durch die Anzeige im BIMModell könnte potenzielles Feuer ermittelt und folglich bereits präventiv gegen dieses vorgegangen werden. Diese bereits zuvor formulierten Hypothesen konnten im Gespräch bestätigt und weiter validiert werden. Im Vordergrund einer solchen Zusammenarbeit stehen in einer ersten Phase das gemeinsame Lernen und der gemeinsame Austausch. Es geht darum, aufgrund von Prototypen Hypothesen zu testen, diese zu verifizieren und daraus wichtige Erkenntnisse für sich und sein Unternehmen zu gewinnen. Das ist zweifelsohne gelungen. Und noch wichtiger: Es hat Spass gemacht.

Wo sehen Sie die Vorteile und den Nutzen von BIM und IoT in der Zukunft? Der Effizienzgewinn im Betrieb stellt sicher den grössten Nutzen dar. So muss beispielsweise das Facility-Management eines Unternehmens jeweils nicht mehr nach Plan die gesamte Beleuchtung auswechseln; was mehrere Tausend Lampen betreffen würde. Denn indem nun die effektive Brenndauer mittels eines Chips gemessen wird, bleiben nur jene Leuchten zu erneuern, bei denen es auch wirklich nötig ist. Dies spart sowohl Material- wie auch Betriebskosten. Für Dienstleister hingegen eröffnen sich neue Modelle wie das Contracting. Das bedeutet, dass etwa ein Hersteller von Belüftungsgeräten das Gerät zur Verfügung stellen und dann die verbrauchte Luft sowie die Amortisation abrechnen kann – natürlich automatisch. Auf diese Weise profitieren einerseits kleinere Unternehmen, die sich die Anschaffungskosten nicht leisten können, und die Hersteller ihrerseits profitieren von Zusatzgeschäften. Weiterhin interessant wäre die Verknüpfung zwischen BIM und IoT zum Beispiel auch in der Lagerhaltung. So können sich Artikel selber nachbestellen, was die Lagerhaltung strafft. Dies könnte sogar in Zukunft mit effizienten Smart Contracts* auf Blockchain-Basis erledigt werden. *  Smart Contracts sind Computerprotokolle, welche Verträge abbilden oder überprüfen sowie das Aushandeln respektive die Abwicklung eines Vertrags technisch unterstützen.

Die Vor- und Nachteile der Kombination von BIM mit IOT erklärt Simon Schwarz, IT-Verantwortlicher der Firma Otto Fischer, welche am Projekt mitwirkte, im Kurzinterview:

Simon Schwarz, worin bestehen die Herausforderungen und Risiken, wenn künftig BIM und IoT verknüpft werden? Ein grundlegender Punkt dabei ist, dass Architekten, welche ja mit dem BIM-Modell arbeiten, wenig mit IoT in Kontakt

Verein Innovationspark Zentralschweiz 6343 Rotkreuz www.building-excellence.ch

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Visionäres Mehrfamilienhaus Das neue Mehrfamilienhaus der Umwelt Arena in Zürich-Leimbach steht durch das innovative Zusammenspiel von Technik und Architektur für den Wohnungsbau der Zukunft. Speziell ist: Mit der Power-to-Gas-Technologie wird die Solarenergie vom Sommer in den Winter transportiert.

Erneuerbare Energien sind auf dem Vormarsch, dennoch birgt die Energiewende nach wie vor grosse Herausforderungen. Die Solartechnologie etwa stellt die meiste Energie dann zur Verfügung, wenn sie am wenigsten gebraucht wird, nämlich im Sommer. Dagegen wird an sonnenarmen Tagen im Winter zu wenig Strom für den Bedarf produziert. «Die Schweiz ist daher auf Stromimporte aus Nachbarstaaten angewiesen», erklärt Prof. Markus Friedl, Leiter des Instituts für Energietechnik an der Hochschule für Technik Rapperswil. Um dieser Diskrepanz zwischen Produktions- und Bedarfsspitzen zu begegnen, hat die Umwelt Arena gemeinsam mit ABB und weiteren Partnern ein neues, visionäres Mehrfamilienhaus geschaffen. Was das Pioniergebäude in Zürich-Leimbach so zukunftsweisend macht, ist die innovative Verbindung des Erdgasnetzes mit intelligenten Gebäudetechnologien.

Erdgasnetz wird zum riesigen Energiespeicher Das Gebäude ist ganz mit Photovoltaikzellen eingekleidet – auf dem Dach und an den Fassaden wird das Tageslicht zur Energieproduktion genutzt. ABB-Wechselrichter wandeln den Gleichstrom aus den Photovoltaikzellen effizient in Wechsel-

strom um und speisen ihn ins hausinterne Netz ein. Ist der momentane Energiebedarf des Gebäudes gedeckt, wird überschüssiger Solarstrom ins Netz eingespeist. Darüber hinaus soll in einer voraussichtlich 2019 in Betrieb gehenden Power-to-Gas-Anlage in Dietikon mit dem erneuerbaren Strom Biogas hergestellt und ins Erdgasnetz eingespeist werden. Das Gasnetz fungiert so als Langzeitspeicher für grosse Energiemengen, bis das Gas an sonnenarmen Tagen schliesslich für die Energieversorgung des Gebäudes in Zürich-Leimbach genutzt wird. So kann das Gebäude, über das Jahr gesehen, CO 2-neutral arbeiten. «Die Power-to-GasMethode ist nach dem Stand der heutigen Technik aus meiner Sicht die einzige Option, um Energie vom Sommer in den Winter zu transportieren», erklärt Thomas Peyer, Leiter Energiedienstleistungen bei Swisspower AG.

Herzstück Hybridbox Das eigentliche Herzstück des Energiemanagements im Gebäude ist die Hybridbox, das ist eine kompakte Kombination aus einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk, mit dem Strom und Wärme produziert werden. Die Wärme aus der Hybridbox wird zum Heizen und für die Brauchwassererwärmung genutzt. Der Strom deckt den Eigenbedarf des Gebäudes und der Wärmepumpe; überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist. Dank der intelligenten Steuerung funktioniert die Hybridbox vollautomatisch als effiziente Energiezentrale. ABB hat dazu Schlüsseltechnik wie die speicherprogrammierbare Steuerung geliefert. «Ein grosser Vorteil an diesem Haus ist zudem, dass sämtliche beim Bau anfallenden Mehrkosten vollständig amortisierbar sind», sagt Walter Schmid, Unternehmer und Initiator des

Das zukunftsweisende Mehrfamilienhaus in ZürichLeimbach funktioniert – über das Jahr gesehen – CO2-neutral.


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Pioniergebäudes. Die Technologie kann also gewinnbringend vielerorts multipliziert werden. «Ausserdem haben wir nur bewährte Technik eingesetzt, von der wir wissen, dass sie jahrelang einwandfrei funktioniert. Wir sind froh, dass wir Partner wie ABB als zuverlässige Technologielieferanten an Bord dieses Projekts haben.»

Energieeffizient und komfortabel Bei der gesamten Gebäudeausstattung wurden ABB-Produkte aus dem Niederspannungsbereich eingesetzt; ausserdem wurde konsequent auf Energieeffizienz geachtet. Neben energiesparenden Haushaltsgeräten hilft insbesondere das Haussteuerungssystem ABB-free@home dabei, den Energieverbrauch der Bewohner möglichst tief zu halten. ABB-free@home ist Teil des ABB-Ability-Portfolios, mit dem die Digitalisierung in unterschiedlichsten Bereichen vorangetrieben wird. Selbstverständlich lassen sich diese Haussteuerungssysteme bequem mit dem Tablet oder Handy steuern. Da die Haussteuerung vollautomatisch und auf die jeweils aktuellen Bedürfnisse abgestimmt funktioniert, ist das Gebäude selbst dann höchst energieeffizient, wenn niemand zu Hause ist. Die Familien, die im November 2017 in ihr neues Zuhause in Zürich-Leimbach eingezogen sind, müssen auf keinerlei Komfort verzichten, nur weil die Technik auf ihren Energieverbrauch achtet. Im Gegenteil: Dank der im Innen- und Aus­ senbereich angebrachten Fühler reagiert die digitale Haus-

Das Haussteuerungssystem von ABB kann zum Beispiel mit diesem Bildschirm an der Wand intuitiv bedient werden.

steuerung selbstständig auf externe Einflüsse. Wird es, wenn die Sonne im Sommer lange in die Wohnung scheint, zu warm, werden automatisch die Storen zur Beschattung heruntergefahren. Bläst ein starker Wind, der die Storen beschädigen könnte, werden sie hinaufgezogen. Damit garantiert das Haussteuerungssystem nicht nur Sicherheit und Energieeffizienz, sondern maximiert auch den Wohnkomfort.

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— Let’s write the future. Mit einer einfachen Haussteuerung. ABB-free@home® ist in jeder Hinsicht unkompliziert – von der Installation mit einer Zweidrahtleitung bis zur Konfiguration per App auf dem Tablet oder Laptop. Ob Jalousie, Licht, Heizung, Klima oder Türkommunikation – endlich können Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz ganz leicht vernetzt werden. So lassen sich ohne grossen Aufwand Kundenwünsche erfüllen. Das gibt Elektroinstallateuren im Wettbewerb den entscheidenden Vorsprung. abb.ch/freeathome

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Vernetztes Lernen am Modell Die Digitalisierung spielt auch bei der Aus- und Weiterbildung eine immer wichtigere Rolle. Dozenten werden zwar noch nicht durch Roboter ersetzt – doch es ändert sich, wie und wo gelernt und mit welchen Hilfsmitteln gearbeitet wird. Deshalb ist ein interaktiver Unterricht gefragt.

In den modernen Räumlichkeiten der E-Profi Education wird einem bewusst, dass hier die Zukunft längst Einzug gehalten hat. Die Schule für höhere Berufsbildung setzt auch bei neuen Weiterbildungsangeboten konsequent auf Praxisbezug und Austausch. «Mehr als zweistündige Theorieblocks bauen wir nicht ein», sagt der Geschäftsführer Marc-André Waltenspül der E-Profi Education. So sind verstaubte Klassenzimmer, wo der Dozent von der Kanzel herunterspricht, bei E-Profi Education nicht vorzufinden. Der Unterricht wird stets interaktiv gehalten. Die Absolventen finden perfekte Lernbedingungen vor. Das Motto lautet: »Vernetztes Lernen». Auf einen Theorieblock folgt somit immer eine praktische Übung an den Lernstationen, welche wie ein Parcours angeordnet sind.

Neu: Ausbildung zum Elektro-Teamleiter mit Zertifikat Absolventen einer Berufslehre, wie beispielsweise MontageElektriker oder Elektro-Installateure, sollten sich weiterbilden,

Lernen im Team – einer weiss es immer.

Studierende lernen Netzwerk/Telefonie im Labor.

damit sie ihr Wissen vertiefen und im Berufsalltag mehr Verantwortung übernehmen können. E-Profi Education schliesst diese Lücke ab dem Herbstsemester mit dem neuen Lehrgang zum Elektro-Teamleiter mit VSEI-Zertifikat, welches den Einstieg in die Weiterbildung und den Weg für die eidgenössischen Abschlüsse bildet. Wer bereits die Erfahrung machen durfte, auf einer grossen Baustelle zu arbeiten, kennt die Tücken eines solchen Projekts. Häufig ist es schwierig, da einen kühlen Kopf und die Übersicht zu behalten. Die Kompetenzen des Elektro-Teamleiters setzen genau hier an. Absolventen des neuen Studiengangs leiten ein Installationsteam direkt auf der Baustelle. Bei der E-Profi Education erhalten die Studenten nicht nur das theoretische Rüstzeug, sie machen weitere Praxiserfahrungen an den realitätsnahen Lernstationen der verschiedenen Parcours und vertiefen so ihr Wissen im Ausmass und der Kalkulation. Zum Abschluss der rund einjährigen Ausbildung gehört eine IPA (integrierte praktische Arbeit) über die eigene Baustelle.

Lernen mit Profil Dozierende fungieren in der E-Profi Education als Coaches, da sie bei den Praxisübungen stets Seite an Seite mit den Lernenden sind. Aufgrund der kleinen Klassengrössen arbeiten die Studierenden als Teams von zwei bis sechs Leuten, somit verläuft der Wissenstransfer optimal. Dank den Kleingruppen kann auch auf individuelle Bedürfnisse der Studierenden eingegangen werden, sodass jeder Absolvent sein maximales Potenzial entfalten kann.


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Die Schule bietet den Studierenden in den Schulungsräumen von über 2000 Quadratmetern auch Raum für ausgleichende Aktivitäten. So können die Teilnehmenden ihre wohlverdienten Pausen am Tischtennistisch, in der Cafeteria, auf der lauschigen Dachterrasse oder sogar mit einer Partie Billard frei nach den eigenen Wünschen gestalten. Die Lernkultur wird mit diesen Pausenangeboten gefördert, und die Studierenden haben nachher den Kopf frei, um leistungsfähig zu sein.

Praxiswissen garantiert Alle Dozenten arbeiten nebst ihrer Tätigkeit bei E-Profi Education in der Praxis, davon profitieren die Studierenden. Zudem ist die Ausbildung stets aktuell und kann flexibel den sich ändernden Gegebenheiten angepasst werden. Dafür sorgt auch das Qualitätsmanagement-System mit Feedbackkarten, die Studierenden können darauf ihre Wünsche und Anliegen mitteilen. Es sind Massnahmen wie diese, welche der Grund für die Bestnoten in den eduQua-Zertifizierungen der E-Profi Education sind. Diese Zertifizierungen erreichte E-Profi Education daher immer ohne Auflagen. Förderung des Innovationsgeistes Die E-Profi Education ist stets am Puls der Branche. So startet nebst dem neuen Lehrgang zum Elektro-Teamleiter auch eine Klasse zum Elektro-Projektleiter Installation und Sicherheit (neue Prüfungsordnung des VSEI). Diese Kombination aus Projektleiter-Tätigkeit und Sicherheitsberater ist für die

Studierenden herausfordernd, aber in der Branche sehr gefragt. Daher lohnt sich die Investition in diese Ausbildung gleich doppelt. 70 bis 90 Prozent der Studierenden, welche eine Weiterbildung bei E-Profi Education absolvieren, bestehen die eidgenössischen Prüfungen beim VSEI gleich beim ersten Anlauf, dies dank Praxisbezug im Unterricht mit sportlichem Ausgleich in der Pause und einer Lern-App für ausserhalb der Fachschule.

Den nächsten Karriereschritt in Angriff nehmen Absolventen einer Berufslehre, wie Montage-Elektriker oder ElektroInstallateur, welche ihre ersten Erfahrungen in der Praxis gesammelt haben, können bei E-Profi den nächsten Karriereschritt in Angriff nehmen und sich mit dem Lehrgang zum Elektro-Teamleiter fit für grosse Baustellen machen. Nächster Kursstart am 3. Oktober 2018. KNX-Grundkurs: ab 8. Oktober 2018 KNX-Aufbaukurs: ab 12. November 2018

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Unsere aktuellsten Weiterbildungen im Überblick.

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• Elektro-Sicherheitsberater/-in mit EFA

• NEU: Elektroprojektleiter/-in Planung

• Brandschutzfachfrau/-mann mit EFA

• Praxisprüfung gemäss NIV

• Dipl. Elektroinstallateur/-in

• KNX-Grundkurs / KNX-Aufbaukurs

• Gebäudeinformatiker/-in SwissGIN * (6 Sem.)

• NEU: Elektro-Teamleiter/-in VSEI Zertifikat

• NDS Gebäudeinformatiker/-in SwissGIN *

• Individuelle Firmen-Kurse/-Schulungen

• Elektro-Projektleiter/-in mit EFA • NEU: Elektroprojektleiter/-in Installation und Sicherheit mit EFA

Wir beraten Sie gerne persönlich über unser Weiterbildungsangebot an unserem PROFI-Apéro. Nächste Termine: 1. Okt. und 5. Nov. 2018 Kontaktieren Sie uns noch heute telefonisch (055 250 59 59) oder per E-Mail (info@e-profi.ch) für Ihre individuelle Weiterbildungsberatung. * Der Lehrgang befindet sich im Anerkennungsverfahren beim SBFI (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation) und wurde gemäss den Indikatoren des Schweizerischen Rahmenlehrplans 8.13 der Konferenz Höhere Fachschulen Technik (KHF-T) mit der Fachrichtung Telekommunikation eingereicht.

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Heizen mit Eis Dank Eis ist es in den eigenen vier Wänden auch im Winter wohlig warm. Was auf den ersten Blick paradox erscheint, ist das Resultat einer besonders innovativen und ressourcenschonenden Möglichkeit, Energie zu speichern: Mittels einer im Erdreich vergrabenen Zisterne, die als Eisspeicher dient – und so die Heizung betreibt. Text: Judith Brandsberg

Natürlich ist es im ersten Moment schwierig, sich vorzustellen, dass ein Haus mit Eis beheizt werden kann. Das Prinzip dahinter ist allerdings relativ einfach und beruht auf demselben physikalischen Gesetz, das auch bei den praktischen Taschenwärmern zur Anwendung kommt, die bei kalten Temperaturen Hände oder Füsse aufwärmen: Nach dem Knicken des Metallblättchens im Inneren beginnt die Flüssigkeit zu erstarren, und Wärme (Kristallisationswärme) wird freigesetzt. Diese Kristallisationswärme, welche während des Aggregat­ zustandswechsels zwischen Wasser und Eis entsteht, machen sich auch Eisspeicher zunutze.

Ein Wassertank als Energiespeicher Zu Beginn wird der Eisspeicherbehälter in Form eines ganz normalen Wassertanks in den Boden eingelassen und mit Wasser oder einer Glykol-Wasser-Mischung gefüllt. Diese Flüssigkeit dient später als Speichermedium. Dies macht fol-

gender Mechanismus möglich: Während der Heizsaison wird das Wasser abgekühlt, indem eine Wärmepumpe der Flüssigkeit die Wärmeenergie entzieht und so den Speicher kontinuierlich bis zur kontrollierten Vereisung bei einer Temperatur von 0 Grad Celsius abkühlt. Bei diesem Aggregatzustandswechsel setzt der Eisspeicher Energie frei. Und zwar bei 10 Kubikmetern Volumen die gleiche Menge, wie sie 110  Liter Heizöl zu produzieren vermögen. Diese Energie freisetzende Eisbildung geht mittels eines sogenannten Entzugswärmetauschers vonstatten und erfolgt von der Mitte des Tanks nach aussen. Dies aufgrund einer speziellen Anordnung der Wärmeübertragungsrohre im Speicher, denn bei der natürlichen Eisbildung verläuft dieser Prozess genau umgekehrt. Das Eis gefriert dann von aussen nach innen, weshalb Glasflaschen manchmal bersten, wenn deren Inhalt vereist. Um genau einen solchen Effekt beim

Beim Aggregatzustandswechsel von 10 Kubikmeter Wasser zu Eis wird so viel Energie freigesetzt, wie 110 Liter Heizöl zu produzieren vermögen. Bild: Viessmann


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Eisspeicher als innovative Energiequelle: Der im Erdreich verbaute Eisspeicher (2) dient als Wärmequelle für die Wärmepumpe (1) für den Fall, dass nicht ausreichend Energie über die Solar-Luftabsorber (3) zur Verfügung steht. Bild: Viessmann

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Wassertank zu verhindern, wurde der spezielle, umgekehrte Gefriervorgang entwickelt.

Natürliche Regulierung Sobald die Speicherwassertemperatur unter das Temperaturniveau des umgebenden Erdreichs sinkt, nimmt der nicht isolierte Speicher Erdwärme auf. Ist der Speicher vereist, strömt immer noch Wärme aus dem Erdboden nach, was als Wärmequelle dient. Im Sommer wird dagegen über die Oberfläche des Speichers Wärme an das Erdreich abgegeben. Somit stellt sich ein automatischer Regeleffekt ein, der eine Überhitzung des Speicherinhalts im Sommer und eine zu starke Eisbildung im Winter verhindert. Neben der Erdwärme verstärken jedoch noch andere Umwelteinflüsse wie warmer Regen oder die Sonneneinstrahlung diesen Regenerationsprozess. Wenn Sonnenenergie zu Eis wird In Kombination mit einer Solaranlage dient der Eisspeicher quasi als Batterie für nicht sofort verbrauchte Sonnen- oder Wärmeenergie. Denn der Prozess der Eisschmelze kann mit dieser zusätzlichen Wärme beschleunigt werden und die Wärmepumpe kann dem Wasser die Energie dann wieder entziehen – ein Kreislauf, der sich beliebig oft wiederholen lässt.

Kühlen mit dem Eisspeichersystem Der Eisspeicher sorgt jedoch auch im Sommer für ein angenehmes Klima: Indem das Eis als natürliche Kältequelle zur Verfügung steht. Wird hingegen eine grössere Kühlleistung benötigt, kann das Wärmepumpensystem nebst dieser natürlichen Kühlung auch zusätzliche Kälteleistung aus dem Eisspeicher generieren. Die bei diesem Prozess entstehende Wärme wird dann wiederum im Eisspeicher eingelagert und steht als direkte Heizwärme zur Verfügung, wenn diese wieder benötigt wird.

Mehr zum Thema Allen, die noch mehr zum Thema «Heizen mit Eis» erfahren möchten, sei der entsprechende Beitrag im Rahmen der Sendung «Galileo» von Pro Sieben empfohlen: www.prosieben.ch/tv/galileo/videos/heizen-mit-eis-clip

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ENERGIE UND GESELLSCHAFT BEST PRACTICE

Wohnen mit der Energie-Flatrate Ein Haus ist dann energieautark, wenn seine Bewohner mit der selbst produzierten Energie leben können. Zusätzlich regelt es mit seinem Speicher die Netzenergie. Daraus ergeben sich neuartige Vermietungsmodelle zum Einheitstarif.

Mit Wohnhäusern im herkömmlichen Sinne haben die von Professor Timo Leukefeld entwickelten energieautarken Mehrfamilienhäuser nur wenig gemein: Photovoltaikmodule und Solarkollektoren produzieren den Grossteil der Energie, die die Bewohner benötigen. Indem Wärme und Strom in Langzeitspeichern gelagert werden, versorgen sich die Häuser vorwiegend selbst mit der benötigten Energie. Was aber diese Häuser speziell auszeichnet: Sie sind vernetzt. Das heisst, regionale Energieversorger können die Energiespeicher der Häuser nutzen, um überschüssigen Strom zu speichern, zum Beispiel aus Wind- oder Solarstromproduktion. Damit wird das öffentliche Netz entlastet.

Ein Wohnungsmodell mit Zukunft Um ein Mehrfamilienhaus energieautark zu gestalten, muss der Investor nicht allzu tief in die Tasche greifen. Denn die

Mehrinvestitionen für das Energieautarkie-Paket bei einem Gebäude mit beispielsweise sechs Wohneinheiten kommen pro Wohneinheit 60 Prozent unter denen für Einfamilienhäuser zu stehen. Werden nun die zukünftigen Betriebskosten in die Investitionskosten einbezogen, ermöglicht dies völlig neuartige Vermietungsmodelle. So können Vermieter feste Pauschalmieten für die Dauer von beispielsweise bis zu zehn Jahren anbieten, die nicht nur die Kosten für das Wohnen, sondern auch für Wärme, Strom und Elektromobilität enthalten. «Die Bewohner können sich bewegen, wie sie wollen, und brauchen sich nicht an die Technik anzupassen», erklärt Timo Leukefeld.

Solarkollektoren erzeugen Wärme (Solarthermie)

Solarmodule erzeugen Strom (Photovoltaik)

Langzeitwärmespeicher (Wasser) Prinzip eines energieautarken Einfamilienhauses.

Restenergie Wärme (Erdgas, Stückkolz, Holzpellet, Wärmepumpe oder Nah- bzw. Fernwärme)

Akku (Stromspeicher)

Restenergie Strom öffentliches Netz, Bezug und Einspeisung möglich

Elektroauto: Das Haus wird zur Tankstelle


ENERGIE UND GESELLSCHAFT BEST PRACTICE

Nachbargebäude Bestand ohne Solar

Südansicht

Solarkollektoren erzeugen Wärme (Solarthermie)

Das energieautarke Mehrfamilienhaus gibt seinen solaren Energieüberschuss an Wärme und Strom von Frühjahr bis Herbst an die Nachbargebäude ab

Gebäudeschnitt

Solarmodule erzeugen Strom (Photovolatik)

Restenergie Strom öffentliches Netz, Bezug und Einspeisung möglich Elektroauto: Das Haus wird zur Tankstelle

Akku (Stromspeicher) vernetzt mit EVU Langzeitwärmespeicher (Wasser) vernetzt mit EVU Restenergie Wärme (Erdgas, Holpellet, Wärmepumpe oder Nah- bzw. Fernwärme)

Zwei energieautarke Mehrfamilienhäuser mit je sieben Wohneinheiten in Cottbus (DE). Der Vermieter kann dem Mieter für mehrere Jahre eine Pauschalmiete inkl. Wärme, Strom und Mobilität als Flatrate anbieten.

Böse Überraschungen ausgeschlossen Das Modell kommt jüngeren Menschen mit Familie und speziell auch älteren Menschen entgegen, die im Hinblick auf ihre Renten nach Kostensicherheit streben. Dank hoher Energieeffizienz können die Bewohner Solarenergie intelligent nutzen, ohne horrende Nebenkostenrechnungen zu befürchten. So ist die Gebäudehülle gut gedämmt, der Geschirrspüler wird an das warme Wasser angeschlossen, das mit Solarenergie aufgewärmt wird. Das spart bis zu 80 Prozent Stromkosten, «und der Geschirrspüler kann bedenkenlos und häufig benutzt werden, ohne dass die Energiebilanz getrübt wird», sagt Leukefeld. Energieversorger: moderner Dienstleister statt Stromverkäufer Das Modell vom vernetzten energieautarken Haus trägt gleichzeitig zur Netzstabilisierung bei. Denn die Häuser speisen ihren unregelmässig erzeugten Solarstrom nicht einfach ins öffentliche Stromnetz ein, was für die Netzbetreiber eine Herausforderung wäre. Sie stellen im Gegenteil ihre Energiespeicher den Versorgungsunternehmen zum Lagern von Energieüberschüssen zur Verfügung. Solche Überschüsse treten immer dann auf, wenn fluktuierende alternative Stromerzeuger wie Windkraft- oder Photovoltaikanlagen zu viel Strom erzeugen. Dieses Geschäftsmodell macht den Energieversorger zum «Contractor». Als Dienstleister für Planung, Installation und Betrieb eines Rundum-sorglosPakets liefert er die gesamte Energietechnik für das energieautarke Mehrfamilienhaus und stellt die Elektromobilität zur Verfügung.

Beide Seiten profitieren Mit dem Vermieter wird eine Energiepauschale vereinbart. Darin ist der kalkulatorische Anteil der Energie festgeschrieben, die zugekauft werden muss: Zum Beispiel deckt das Haus 70 Prozent seines Bedarfs an Wärme und Strom selbst – aus der Sonne. Die fehlenden 30 Prozent bezieht es aus dem Strom- oder Gasnetz des Energieversorgers. Durch günstige Eigenproduktion und geschickte Nutzung der dezentralen Speicher kann der Energieversorger den kostenträchtigen Anteil minimieren und den eigenen Gewinn erhöhen. «Dieses Modell ist eindeutig intelligenter als das sogenannte Smart Grid, da auf diese Weise grössere Mengen Strom verschoben werden», so Leukefeld. Intelligente Eigenversorgung mit Wärme, Strom und E-Mobilität Die von Leukefeld konzipierten energieautarken Mehrfamilienhäuser versorgen sich nicht nur mit Wärme und Strom aus der Sonne. Sie stellen darüber hinaus auch Energie für die Elektromobilität bereit – die Tankstelle liegt im Carport vor dem Haus. Da im Winter weniger Sonnenstrom produziert wird, gleicht eine Holzvergaserheizung die fehlende Energie aus. Trotz allem sind die Häuser mit einem externen Stromanschluss ausgestattet. Einerseits aus Sicherheitsgründen; andererseits, um Energieüberschüsse der Versorgungsunternehmen einlagern zu können. Timo Leukefeld DE-09599 Freiberg www.timo-leukefeld.de

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eco2friendly-DAY’18: Kooperation mit Zukunft Erfrischende Inspirationen, neue Perspektiven, aber ebenso praktische Lösungen sowie die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende zu pflegen – das erwarten die Gäste jeweils vom eco2friendly-Day. Und sie sind auch dieses Jahr nicht enttäuscht worden. Text: Philipp Streuli

Es war dem Grossteil der 500 Besucherinnen und Besucher an den Gesichtern abzulesen, als sie gegen 17 Uhr aus dem KKL in Luzern strömten: Denn der eco2friendly-Day hat dank der vielfältigen Programmpunkte, welche alle mit den Themengebieten (Energie-)Effizienz und Kooperation zu tun hatten, viele positive Eindrücke hinterlassen. Auch bei Armin Reisch, dem Geschäftsführer der Firma Armin Reisch Elektro, der bereits zum vierten Mal mit der ganzen Firma am eco2­ friendly-Day mit dabei war. «Das Ziel ist, dass meine Mitarbeiter eine Horizonterweiterung auch im Sinne einer Weiterbildung erhalten», sagt er. Und: «Schön ist für uns zudem, dass hier Lernende und die Geschäftsleitung zusammen sein können, und alle profitieren gemeinsam.»

Der Vormittag macht’s vor Die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen, hat sich den Gästen schon vor dem offiziellen Beginn bei Kaffee und Croissants im stilvollen Foyer des KKL geboten, bevor dann Claudio Zuccolini mit einer kleinen Comedy-Einlage den offiziellen Teil eröffnete. Im ersten Referat dieses eher praktisch ausgerichteten Vormittags berichtete dann Thomas Jud vom BFE dann darüber, wie die Ziele der Energiestrategie 2050 erreicht werden sollen – nämlich unter anderem, indem Einzelgebäude in Interaktion mit anderen Bauten, ganzen Arealen oder Städten Energie austauschen. Ebenfalls um Interaktion drehte sich der Beitrag von ETH-Professorin Prof. Dr. Daniela Hug. Denn wird Strom lediglich aus umweltschonenden Quellen hergestellt, kann es schwierig sein, jederzeit eine ausreichende Bandenergie zu gewährleisten. Die Lösung für dieses Problem besteht in einer cleveren Frequenzmodulierung bei den Verbrauchern, mit der Gebäude auf diversen Ebenen interagieren und zu sogenannten Prosumenten (zusammengesetzt Produzenten und Konsumenten) werden. Genau an solchen Gebäuden forscht Dr. Peter Richner, der stellvertretende Leiter der Empa. Und zwar im sogenannten NEST. Dies ist quasi ein Kern, in welchen Gebäudeteile eingefügt werden können – ähnlich, wie bei einem Setzkasten. Diese Gebäu-

Kooperation und Energieeffizienz ergänzen sich perfekt. Dies haben die Teilnehmer des eco2friendly-Days erfahren.

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ENERGIE UND GESELLSCHAFT BEST PRACTICE

Ebenfalls wichtig: Netzwerken unter den Teilnehmenden beim Mittagessen auf der Terrasse des Luzerner Saals. Bildquelle: Debora Eliyo-Zeyrek www.diamondphoto.ch

deteile, momentan beispielsweise ein Fitness- und Wellnesspark, werden dann so konzipiert, dass sie möglichst wenig Energie benötigen, ohne deswegen Komforteinbussen nach sich zu ziehen. Zwei ganz konkrete Lösungsvorschläge hat dann Dipl. Ing. Volker Mau von Holzer Kobler Architekturen dem Publikum vorgestellt. Und damit zwei inspirierende architektonische Beispiele dafür gezeigt, wie Funktionalität und Ästhetik sowie ein genügsamer Umgang mit Ressourcen und das moderne Wohnen vereint werden. Aufschlussreich diesbezüglich war auch das anschliessende Interview, in dem ein Bauherr sowie der von ihm beauftragte Elektriker (Micheal Halef von der Coma Elektro GmbH) Auskunft darüber gegeben haben, wie sie bei ihrem Projekt dank modernster Gebäudeautomation sowohl den Komfort wie auch die Energieeffizienz erhöht haben. Als Beweis dafür, dass es sich lohnt, als Elektriker auf dem neusten Stand zu sein.

Kooperation statt Konfrontation Der Nachmittag des eco2friendly-Days war dann thematisch etwas breiter gefasst und startete wiederum mit einem Showblock von Claudio Zuccolini, welcher damit einen Publikumserfolg am eco2friendly-Day verbuchen konnte. Im wahrsten Sinn äusserst erfolgreich ging es dann auch gleich weiter – indem die amtierenden Schweizer Welt- und Europameister im Bereich Elektroinstallationen sowie einer ihrer Coaches interviewt worden sind. Wobei sich herausgestellt hat, dass über kurz oder lang an einer klugen Gebäudeautomation kein Vorbeikommen mehr ist. Ebenfalls von perfekt abgestimmter Kooperation handelte dann das faszinierende Referat von Ing. Dr. Erwin Thoma. Allerdings von einer ganz natürlichen. Denn er hat aufgezeigt, wie Bäume mit ihrem Umfeld interagieren, statt in eine Konkurrenzsituation

zu treten – und so eine perfekte Kreislaufwirtschaft betreiben. Ganz ohne Abfall, dafür mit der Produktion von Holz als so natürlichem wie vielfältigem und verlässlichem Werkstoff. Wie schädlich es für beide Seiten ist, sich feindlich gegenüberzustehen, dies thematisierte dann Dr. Daniele Ganser. Und zwar anhand des Kampfes um die endliche Ressource Erdöl, welche nicht nur enorme Umweltschäden, sondern darüber hinaus noch bewaffnete Konflikte um das sogenannte Schwarze Gold verursacht. Konflikte, welche vermeidbar wären, wenn vermehrt erneuerbare Energien zum Einsatz kämen. Vom Vermeiden von Konflikten sprach dann auch Ruedi Zahner, der erfolgreiche Coach von Fussballtrainern. Schliesslich weiss er ganz genau, wie Teams funktionieren – und wie sie dazu animiert werden, gerne gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten. Einige seiner Erkenntnisse hat er deshalb im Rahmen seines unterhaltsamen Referats zum Abschluss des Tages den Gästen mit auf den Heimweg mitgegeben. Abschliessend betrachtet, konnte der eco2friendly-Day nicht nur viele neue Impulse bezüglich des energieeffizienten Bauens und Lebens geben, sondern hat ebenso aufgezeigt, wie wichtig gute Kooperation ist – auch und vor allem in unserer Branche. Gleichzeitig hat er durch die gelungene Kombination aus Fachbeiträgen, neuen Denkansätzen und Unterhaltung überzeugt. «Bis zum nächsten Mal», war deshalb auch der meistgehörte Satz am Ende des eco2friendly-Days. Die Bilder und Videos zum Tag und der Film können unter e2f.ch/day betrachtet werden.


Messe für Bauen Wohnen und Garten

Quelle: freshhaus

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Entscheid für KNX Um ein Smarthome einzurichten, gibt es zahlreiche Lösungen. KNX wird häufig als schwer verkäuflich und etwas kompliziert betrachtet. Die Erfahrungen zweier Westschweizer Ehepaare beweisen das Gegenteil – selbst bei komplett unterschiedlichen Bedürfnissen unter einem Dach. Pierre Schoeffel, Geschäftsleiter Keyboost Marketing sowie Leiter der Geschäftsstelle GNI, Gebäude Netzwerk Initiative.

In der Nähe von Lausanne haben Eltern ihrem Sohn und ihrer Tochter ein Grundstück auf dem Familiengut vererbt, damit sie dort ein gemeinsam genutztes Haus errichten können. Dabei mussten die Wünsche beider Parteien unter einen Hut gebracht werden, um zwei Wohnungen mit jeweils eigenem Charakter zu erhalten. Da war einerseits Familie Matthey im Parterre: Sie mag das Leben im Freien und liebt grosse Terrassen. Daher wünschte sie sich Zugang zu einem grösseren Teil des angrenzenden Gartens. Familie Di Dio andererseits legte besonderen Wert auf die Raumaufteilung in ihrer Woh-

nung im ersten Stock. Diese beiden unterschiedlichen Lebensweisen sind mit verschiedenen Bedürfnissen bezüglich Komfort und Funktionalität verbunden.

Wäre Automation eine Option? Vor fünfzig Jahren haben Autos ausschliesslich aus mechanischen Teilen bestanden, während sie heute voll mit Elektronik ausgestattet sind. Dieser Fortschritt wird geschätzt, es geht nicht mehr ohne. Im Verlauf der Planung ist deshalb die Frage aufgekommen: «Warum dasselbe nicht auch beim Haus anwenden?» Diese Überlegung war der Startschuss für ausgiebige Recherchen im Internet, gefolgt von Gesprächen mit dem Architekten und weiteren Ansprechpartnern. Schliesslich kam es zu einem Treffen mit einem erfahrenen Systemintegrator. Vertrauen durch handfeste Argumente Maurizio Di Dio war von der Präsentation des Fachexperten beeindruckt: «Er unterbreitete uns ein professionelles, überzeugendes und durchdachtes Konzept.» Die vorgetragenen Argumente zugunsten des KNX-Standards wie die umfassenden technischen Möglichkeiten, Flexibilität, Komfort und die Unabhängigkeit von Systemen und Lieferanten waren

Wäre ich an den Falschen geraten, gäbe es bei mir heute keine Hausautomation.”

Ein Haus, zwei Wohnungen und zwei Familien mit unterschiedlichen Ansprüchen. Quelle: F. Matthey

beeindruckend. Die Möglichkeit, die Anlage mit Tablets und Smartphones zu steuern, nahmen beide Wohnparteien mit grossem Interesse und Neugier auf. Darüber hinaus hatten beide ein offenes Ohr für das Thema Datenschutz: Im Ge-


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gensatz zu gewissen kostengünstigen Haustechniksystemen von IT-Grossunternehmen besteht bei dieser Lösung keine Gefahr, dass die Daten für andere kommerzielle Zwecke genutzt werden. Nicht zuletzt aus diesem Grund fiel die Wahl auf die KNX-Lösung. Die Botschaft der Eigentümer ist klar: «Wenn wir an den Falschen geraten wären, gäbe es bei uns heute keine Haustechnik!» Vertrauen und Fachwissen waren bei der Wahl des Systems entscheidend – ebenso wie ein kompetenter Ansprechpartner, der einem die Zweckmässigkeit des Systems und dessen vielfältigen Möglichkeiten vermittelt.

Flexibel, intelligent und wandlungsfähig Bei Familie Di Dio passt sich das Haus perfekt an den Beleuchtungsbedarf an: tagsüber mithilfe der Fensterflächen und den abhängig von der Umgebungshelligkeit und den Wetterbedingungen gesteuerten Storen. Nachts entweder via direkte Steuerung oder über einfache, vorprogrammierte Szenarien. Befinden sich keine Personen im Haus, wirkt die Funktion «Alles AUS»: Die Storen fahren automatisch herunter, Kontrollgänge durch alle Zimmer entfallen. KNX ist zudem flexibel und einfach aufrüstbar. Maurizio Di Dio bestätigt, dass es ohne grossen Aufwand möglich ist, Änderungen an der Anlage vornehmen zu lassen: einen Schalter versetzen oder

Das Ehepaar Di Dio schätzt besonders die automatische Storensteuerung. Quelle: Keyboost

Wenn wir nochmals die Wahl hätten, würden wir es wieder genauso machen.” beispielsweise Multimedia-Funktionen hinzufügen. Sein Fazit: «Heute möchte ich nicht mehr darauf verzichten. Und die Zukunftssicherheit des Systems ist einfach genial.»

Die manuelle Bedienung bleibt gefragt Bei Familie Matthey gestaltet sich der Ansatz hinsichtlich Automation etwas anders. Flavien Matthey äussert sich so: «Ich möchte nicht von den Automatikfunktionen kontrolliert werden. Die Anlage wollen wir nach Bedarf selbst regeln.» Dies betrifft beispielsweise den Umgang mit den Storen. Da die Kinder ständig zwischen Haus und Garten hin und her laufen, ist es besser, die Storenposition selbst festzulegen. Ein grosses Plus: Die Position lässt sich über die Fernbedienung überprüfen und bei Bedarf beliebig verändern. Die Möglichkeiten der Beleuchtungsautomation hingegen schöpft die Familie maximal aus. Automatische Präsenzerkennung, vorbereitete Beleuchtungsszenarien beim Besuch von Familie und Freunden – diese Funktionen betrachten Mattheys als wichtige Komfortelemente. Eine Gemeinsamkeit gibt es bei beiden Paaren: Die Damen schätzen jeweils die Fernbedienung via Smartphone oder Tablet so sehr, dass sie manchmal vergessen, dass es auch noch einen Schalter gäbe.

Zur Fernbedienung ihrer Anlagen nutzen beide Familien intensiv ihre Smartphones. Quelle: Keyboost

Nach zwei Jahren Erfahrung voll überzeugt Beide Ehepaare haben die Funktion ihrer Anlage zwei Jahre lang auf Herz und Nieren geprüft. Sie zeigen sich vollauf zufrieden. Zwischen den Erwartungen beim Projektstart und dem täglichen Einsatz des Haustechniksystems liegen Welten. Die neuen Möglichkeiten hätten sie sich niemals erträumt. Die Bilanz lautet deshalb einstimmig: «Wenn wir nochmals die Wahl hätten, würden wir es wieder genauso machen.»

Pierre Schoeffel Keyboost Marketing 4123 Allschwil www.keyboost.ch

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Sesam, öffne dich Per Fingerprint die Türe öffnen oder per Knopfdruck die Beleuchtung, Beschattung, Musik oder die Temperatur steuern. Das ist nicht mehr Zukunftsmusik. Investor Gzim Hasani setzt auf solche Hausautomationssysteme – auch in seinen Mietwohnungen.

Er drückt seinen Finger auf den Sensor und die Eingangstür öffnet sich, dann tritt Privatbankier und Investor Gzim Hasani in die Wohnung, in welcher es beinahe dunkel ist. Es folgt ein Druck auf einen Knopf rechts an der Wand, und sogleich öffnen sich die Storen vor den Fenstern und Sonnenlicht flutet herein. Gleichzeitig werden die Sonnenstoren heraus­ gefahren, es erklingt Musik, und die Beleuchtung der Bar und das Unterlicht in der Küche schalten sich ein. Während Hasani seinen Mantel aufhängt, erklärt er: «Das ist Szenario Nummer drei, meine Lieblingseinstellung für sonnige Tage.» Hasani ist Besitzer der Wohnung und zugleich der ganzen Überbauung, die im Jahr 2017 fertiggestellt wurde. Die Wohnungen liess er durchgehend mit dem MyHome-Hausautomationssystem des Herstellers Legrand ausstatten.

Der Touchscreen ist so einfach zu bedienen wie ein Lichtschalter.

So bedienungsfreundlich wie ein Lichtschalter Per Touchpanel im Zentrum der Wohnung kann die Familie Licht, Beschattung, Temperatur und Musik steuern. Gleichzeitig können die Bewohner den Stromverbrauch kontrollieren und sie sehen auf dem Bildschirm, wer vor der Tür steht, wenn es klingelt. Über die Schalter am Eingang lassen sich individuelle Szenarien speichern, wie Hasanis Szenario Nummer drei. Stimmt für ihn das ausgewählte Szenario dennoch nicht perfekt, kann er jede Funktion einzeln via Touchpanel oder über eine App auf dem eigenen Smartphone oder Tablet verändern. Für MyHome von Legrand entschied sich Hasani damals aus einer ganzen Reihe von Gründen. «Die leichte Bedienbarkeit war für mich aber essenziell. Ich bin kein Technikfreak und meine Frau auch nicht. Aber der Touchscreen ist so einfach zu bedienen wie ein Lichtschalter», sagt er und wendet sich dem Panel zu. Auf Knopfdruck erscheint jeder Raum der Wohnung mit einem Foto. Berührt er das entsprechende Bild, sind alle Möglichkeiten sichtbar, die sich ihm in diesem Raum bieten: Soll das Licht gedimmt oder die Musik leiser werden? Eine Berührung reicht, und das Gewünschte geschieht. Überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis «Als Investor sehe ich einen weiteren sehr überzeugenden Aspekt: Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar – für


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mich nicht unwichtig», hält Hasani fest. In den letzten Jahren habe das System zudem beträchtliche Fortschritte gemacht, und so sei die Installation gar nicht mehr so viel teurer als eine herkömmliche Elektroinstallation, die jedoch viel weniger Möglichkeiten biete. Früher hätte es sich noch nicht gelohnt,

Nur die Kerzen muss man noch selber löschen” Gzim Hasani

Mietwohnungen mit einem Smarthome-System auszurüsten. Heute sehe das anders aus und steigere den Wert seiner Objekte. Hasani lässt das MyHome-System derzeit in mehreren Neu- und Umbauten installieren. Daneben sind seine Ferienwohnung und ein Restaurant, das er mitbesitzt, mit dem intelligenten System ausgerüstet.

Simpel und intuitiv – auch für die Installateure MyHome funktioniert über ein sogenanntes Bussystem. Dieses erlaubt, unterschiedliche Geräte anzuschliessen und zentral zu steuern. Gleichzeitig bietet es die Flexibilität, die

Infrastruktur zu einem späteren Zeitpunkt zu erweitern oder zu verändern, ohne dass der Elektroinstallateur das Gebäude neu verdrahten muss, denn es reicht eine neue Programmierung. «Unser Elektriker ist von MyHome von Legrand ebenfalls begeistert, weil er die Gewissheit hat, dass es funktioniert», sagt Hasani. Und neben dem überzeugenden Aspekt Preis-Leistung ist er davon angetan, wie selbsterklärend und intuitiv einfach alles ist. Bei anderen Produkten benötigen seine Installateure eine einwöchige Zertifikatsschulung. «Um diese Investition wieder wettzumachen, muss er wahrscheinlich einige Systeme verkaufen», ist Hasani überzeugt. Beim Verlassen der Wohnung zeigt er auf die Schalter bei der Eingangstür. Er drückt auf den obersten Knopf. Wie von Zauberhand gehen alle Lichter aus, die Musik verstummt und die Storen senken sich. Gzim Hasani schmunzelt: «Nur die Kerzen muss man noch selber löschen.»

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Die Sicherheit hat oberste Priorität Weil die Stadtverwaltung von Lancy mehr Platz brauchte, hat sie neben dem historischen Verwaltungssitz ein modernes Gebäude erbaut. Seit Juni 2015 ist es das neue Bijou des Parks. Die Brandsicherheit war wegen des Publikumsverkehrs und der Bauweise eine technische Herausforderung.

Im neuen Gebäude, das das grosse Wachstum von Lancy widerspiegelt, sind alle öffentlich zugänglichen Dienste der Stadtverwaltung untergebracht. Auf den drei Stockwerken haben zudem Verwaltungsbüros Platz gefunden. Die Stadt wollte einen Teil des modernen Baus der Bevölkerung zugänglich machen, weshalb ein Rundgang vom Besucherparkplatz durch den Park ins Gebäude hinein bis zum Trauraum führt.

Leichte Form, viel Technik Den Besuchern fallen vor allem die leichte Bauweise und die grossen Fensterflächen auf – ein wichtiges Element der Fassadengestaltung. Trotzdem erfüllt das Gebäude die Anforderungen des Minergie-Standards. Der scheinbare Widerspruch zwischen grossen Fenstern und technischer Isolation konnte dank Installationen für mehr Energieeffizienz aufgelöst werden. Architekt Stéphane Rudaz, der auch die Bauherrschaft

vertritt, erklärt: «Damit wir bei der energetischen Performance die vorgegebenen Werte erreichen, benötigen wir stark automatisierte Hightechlösungen.» Im Gebäude wurden dafür zahlreiche Geräte diskret und unsichtbar verbaut. Bei öffentlich zugänglichen Gebäuden sind der Brandschutz und die Steuerung der Notausgänge zentrale Elemente, und die Anforderungen zur Einhaltung der Normen sind hoch. Deshalb sind zuverlässige und leistungsfähige Lösungen gefragt.

Steuerung der Notausgänge: eine spezielle Aufgabe Die verschiedenen Dienste und Büros sind über Durchgangsbereiche zugänglich, die durch automatische Glasschiebe­ türen voneinander getrennt sind. Viele davon lassen sich nur über das Identifikationssystem des Personals öffnen. Die Durchgänge sind gleichzeitig auch die Fluchtwege. Bei einem Brand müssen sowohl die Angestellten als auch die Besucher diese Türen schnell und einfach öffnen können. Mit dem Brandschutz wurde in Lancy die auf solche Aufgaben spezialisierte BSW Security AG betraut. Mit ausgeklügelten Konzepten, viel Know-how und technischen Finessen sorgte sie dafür, dass das Gebäude der neuen Norm EN 13637 «Elektrisch gesteuerte Notausgangsanlagen für Türen in Rettungswegen» entspricht. Für die Umsetzung benutzte die BSW Security AG Geräte von Wago – wie bei vielen anderen Projekten leistungsfähiger Anlagen: Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen funktioniert seit Jahren gut. Der sichtbare Teil der Brandschutzanlage in Lancy besteht aus roten Tastern auf einer grünen Platte, die neben jeder

Stadtverwaltung von Lancy.

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Die Brandsicherheit war wegen des Publikumsverkehrs und der Bauweise eine technische Herausforderung, die mit Bravour gemeistert wurde.

elektrischen Tür gut sichtbar angebracht sind. Über diese Taster können die Türen im Notfall geöffnet werden. Gleichzeitig wird auf einem Überwachungsbildschirm an der Rezeption ein Alarm ausgelöst. Mit dem benutzerfreundlichen und einfachen Tool können die Mitarbeitenden dort die Alarme quittieren oder sie bei einer Fehlmanipulation durch Besucher korrigieren. Francesco Todaro, Produktmanager und Teamleiter Türsysteme und Notausgänge bei der BSW Security AG, präzisiert: «Wird ein Brandalarm ausgelöst, werden alle Türen automatisch entriegelt, um die Evakuierung des Gebäudes zu erleichtern.»

Spitzentechnik im Schaltschrank Die gesamte Anlage wird von einem programmierbaren Ethernet-Feldbuscontroller von Wago gesteuert, welcher für die effiziente Steuerung industrieller Anlagen konzipiert wurde; er ist robust, zuverlässig und wartungsfrei. «Wir schätzen besonders die Flexibilität der Controller», so Francesco Todaro. «Dank ihrem modularen Aufbau können wir die Anzahl Ein- und Ausgänge unseren Bedürfnissen anpassen. Wertvoll ist auch der technische Support von Wago.» Dies gilt insbesondere für die Kommunikation der Brandschutzanlage mit den anderen Automationssystemen im Gebäude. Für die In-

stallation eines benutzerfreundlichen Überwachungstools braucht es spezielle Kommunikationsprotokolle und Datenbanken. Didier Rominger, Area Sales Manager Building bei Wago, streicht die einfache Handhabung sowie die Effizienz des Überwachungstools heraus: «Unsere Produkte lassen sich einfach an andere Systeme anbinden. So können wir unsere Partner beim Aufbau spezifischer Applikationen optimal unterstützen.»

Wir benötigten stark automatisierte Hightechlösungen.» Stéphane Rudaz, Architekt

Notausgänge in guten Händen Bei den regelmässigen Wartungsarbeiten des Systems werden die Angestellten der Stadtverwaltung jeweils geschult. Trotz aller Vorkehrungen gibt es immer wieder Besucher, die die Alarmknöpfe drücken und so aus Versehen die Türen entriegeln. Gemäss Stéphane Rudaz ist das kein Problem, denn die Angestellten an der Rezeption werden umgehend über einen Alarm informiert und leiten aus der Ferne die nötigen Korrekturmassnahmen ein. Das ist einfach, effizient und verhindert mühsame Abläufe. Zudem sind solche fälschlichen Entriegelungen jedes Mal ein Test und zeigen, dass die Anlage einwandfrei funktioniert. Zu hoffen ist, dass sie nie für einen Ernstfall gebraucht wird.

WAGO Contact SA Die Rezeptionistinnen und Rezeptionisten verfügen über ein benutzer­freundliches und einfaches Tool, um die Alarme zu quittieren.

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Das Flachdach spricht mit dir Undichte Flachdächer oder Feuchte im Dach können zu kostspieligen Schäden mit langwierigen Folgen führen. Mit einer permanenten Flachdachüberwachung können durch sofortige Alarmierung und schnelle Reaktionszeit Schäden in Grenzen gehalten, frühzeitig oder ganz verhindert werden.

Die Aussage, dass es bei Flachdächern nicht die Frage sei, ob sie undicht werden, sondern wann, ist verbreitet. Dies verunsichert Bauherren, da ein Flachdach in Bezug auf das Wohnraumbedürfnis grosse Vorteile gegenüber einem klassischen Steildach bietet. Verstärkt wird die Problematik dadurch, dass Flachdächer zunehmend für die Platzierung von Drittanlagen wie Photovoltaik-, Solar- oder gar Klimaanlagen verwendet werden. Somit halten sich während und nach der Bauzeit unterschiedliche Gewerke auf dem Dach auf und belasten die empfindliche Abdichtung zusätzlich. Trotz der bekannten Risiken von teils kostspieligen Wasserschäden oder gar dem Versagen der Flachdachkonstruktion durch während der Bauzeit eingeschlossene Feuchtigkeit entscheiden sich viele Architekten, Planer und letztlich Bauherren für den Bau von Flachdächern. Diese nehmen das Risiko in Kauf, da die Vorteile in vielen Fällen überwiegen. Aber wie kann das Schadenrisiko gezielt reduziert werden? Die Digitalisierung der Gebäudehülle macht’s möglich.

Permanente Überwachung dank Digitalisierung der Gebäudehülle Für eine effektive Flachdachüberwachung ist die sofortige und zuverlässige Übermittlung der Messwerte entscheidend. Wird die Eindringung von Meteorwasser in die Dachkonstruktion erst Monate oder gar Jahre später entdeckt, ist der Schaden bereits entstanden und eine umfassende kostspielige Dachsanierung ist meistens unumgänglich. Ein langwieriger Prozess mit Mietern, Dachdeckern oder Versicherungen steht bevor. Daher entwickelt und vertreibt das Zentralschweizer Unternehmen Siworks seit mehreren Jahren erfolgreich Systeme für die aktive Flach- und Dachterrassenüberwachung. Das neu entwickelte Produkt unter der Marke Orkanet besteht aus einer Messelektronik, welche vom Dachdecker mit geringem Aufwand im Flachdach oder der Flachdachterrasse eingebaut wird und punktuell den Wasserpegel, die Temperatur sowie die Feuchtigkeit misst. Zusätzlich wird auf dem ganzen Dach ein Potenzialkabel verlegt und angeschlossen, sodass auch die ganze Fläche und nicht nur ein Punkt auf das Eindringen von Wasser aktiv überwacht wird. Dadurch ist die Überwachung redundant und zuverlässig. Sobald das Orkanet-Messsystem Meteorwasser oder Anomalien im Dach detektiert, wird der Kunde via E-Mail, SMS oder Telefonanruf automatisch umgehend alarmiert. Sämtliche Daten, inklusive der Messkurven seit Einbau des Systems, können zudem jederzeit im passwortgeschützten Orkanet-Webportal betrachtet werden. Der Zugriff auf die historischen Messwerte und die von Siworks erstellten Zustandsberichte helfen bei Garantiethemen und geben Sicherheit bei der Veräusserung einer Immobilie.

Einbau des Überwachungssystems Idealerweise erfolgt der Einbau während der Neubauphase durch den Dachdecker. So kann die volle Funktionsbreite ermöglicht werden. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, das Orkanet System «easy» nachträglich für die punktuelle Überwachung einzubauen. Diese Nachrüstung kann beispielsweise speziell bei kritischen Gebäuden wie Produktions- und Lagerhallen, Spitälern, Schulen, Museen oder sonstigen Gebäuden mit schützenswertem Inhalt sinnvoll sein.

Schematischer Flachdachquerschnitt mit eingebauter Orkanet-Messelektronik.

Das Orkanet-Messsystem übermittelt die Daten verschlüsselt über das Low Power Network (LPN) von Swisscom. Das Netzwerk ist ein komplementäres Netz für das Internet der Dinge (IoT), welches schweizweit bereits 95 Prozent der Bevölkerung versorgt. Es ist speziell auf die Übermittlung von Sensordaten ausgelegt, mit dem Fokus auf einen sehr geringen Stromverbrauch. Dadurch kann das Messsystem mittels handelsüblicher Batterien über mehrere Jahre betrieben werden. Somit ist das System völlig autonom, da weder Strom- noch Inter-


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Immer mehr Drittinstallationen auf Flachdächern erhöhen das Wasserschadenrisiko.

netanschuss notwendig ist. Dies macht den Systemeinbau besonders schnell und einfach.

Neue Chancen für Dachdecker Durch die Digitalisierung der Gebäudehülle entstehen auch für Dachdecker ganz neue Möglichkeiten, ihren Service zu erweitern. Erste innovative Dachdecker wie beispielsweise die E. Jörg AG aus Bätterkinden haben diese Chance erkannt und mit dem Einsatz der aktiven Flachdachüberwachung von Siworks ihre Service- und Wartungsmodelle entsprechend angepasst. Dies steigert den Nutzen für die Kundschaft, denn sie muss sich nicht mehr selber um den Dachunterhalt und die Schadenrisiken kümmern.

Vision «Das Gebäude spricht mit dir» Siworks entwickelt in Zusammenarbeit mit Hochschulen laufend neue Systeme, welche Benutzer frühzeitig über Probleme und Risiken in der Gebäudestruktur und der langlebigen Gebäudetechnik wie Heizung, Lift, Lüftung, Pumpen etc. informiert – denn Digitalisierung bedeutet informiert sein und bietet Gebäudetechnikern neue Chancen. Swisscom (Schweiz) AG IoT- Produkte 8004 Zürich www.siworks.ch

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Intelligent vernetzte Terrassenwelten Motorisierte Funkmarkisen, Beleuchtungen und Wärmestrahler sorgen auch bei wechselnden Wetterlagen für angenehme Entspannung auf der Terrasse. Neben der komfortablen Bedienung haben die einfache Installation und Inbetriebnahme der eingesetzten Produkte höchste Priorität.

Der Einstieg ins smarte Terrassenerlebnis ist denkbar einfach. Denn hierfür bietet Somfy eine breite Palette an Produkten an, dank denen man sich um nichts mehr kümmern muss, weder bei Sonne, Wind noch Regen. Funk-Sonnensensoren zum Beispiel messen die Sonneneinstrahlung kontinuierlich und steuern motorisierte Markisen abhängig von den jeweiligen Helligkeitswerten. Der Sensor lässt sich einfach per Tastendruck im Handumdrehen einlernen, auch sind kompli-

zierte, stundenlange Installationen nicht mehr notwendig und aufwendige Batteriewechsel gehören der Vergangenheit an. Kommt plötzlich starker Wind oder ein Gewitter zieht auf, schützt der Windsensor die Terrassenmarkise vor Windschäden, indem diese ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit automatisch eingefahren wird. Eine präzise Abstufung der Wind-Schwellenwerte garantiert optimale Betriebsabläufe für unterschiedliche Behangarten und Anwenderbedürfnisse. Die integrierte Windautomatik lässt sich auch gut mit einem Regensensor kombinieren.

Persönliche Wärme- und Lichtkonzepte Über die komfortable Beschattung hinaus können mit externen Funkempfängern auch intelligente Beleuchtungs- und Heizungslösungen realisiert werden. Im Sommer können so zum Beispiel die Dachfenster zur Lüftung automatisch geöffnet werden, wenn die Temperatur einen definierten Wert übersteigt. Dadurch sind die Räume vor Überhitzung geschützt. Und auf der Terrasse sorgen Lichtempfänger für das gewünschte persönliche Ambiente mit spannungsgesteuerten LED-Streifen in verschiedenen Farbvarianten. Flexible Bedienungsmöglichkeiten Markisen, Volants, Pergolen sowie Beleuchtungen, Wärmestrahler oder die bevorzugte Musik-Playlist lassen sich im Nu zu persönlichen Wohlfühlszenarien verknüpfen und bequem per Smartphone oder Tablet steuern. Dies ermöglicht die grosse Flexibilität bei der Art der Bedienung: Vom MehrkanalFunkhandsender über die elegante Touchscreen-Variante bis hin zur App basierten Steuerung mit Szenarien-Funktion sind sämtliche Optionen denkbar. Die Produkte lassen sich ohne Internetzugang einlernen, sie sind zudem ohne zusätzliche Steuerleitungen individuell erweiterbar. io für Lamellendächer Noch mehr wetterunabhängiges Outdoor-Feeling für eine ganzjährige komfortable Terrassennutzung bieten Pergolen mit Lamellendächern. Speziell dafür hat Somfy eine intelligente io-homecontrol-Steuerung entwickelt, welche io-Windund Regensensoren mit einbinden können und welche zudem auch einen zuverlässigen Frostschutz bieten. Die Ansteuerung per Funkhandsender ermöglicht per Knopfdruck sekundenschnell das ideale Outdoor-Ambiente.

Somfy AG Sonnen-, Regen- und Windsensoren machen den Terrassenaufenthalt zu einem Wohlfühlerlebnis.

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GEBÄUDEAUTOMATION PARTNER

Aus zwei mach eins Wie zeigt man Präsenz im Beleuchtungsmarkt und bringt gleichzeitig Bewegung in die Energiespardebatte? Indem man Bewegungs- und Präsenzmeldung in einem Gerät miteinander kombiniert und damit mehr Möglichkeiten beim Einsatz sowie einen tieferen Stromverbrauch erreicht.

Die neue Gerätegeneration von Hager zeichnet sich aus durch neue hochsensible, platzsparende und kontaktschonende Technik, ein feines, kleines und unauffälliges Design sowie Sparpotenzial durch bedarfsgerechte Lichtregie bei tiefem Stand-by-Verbrauch. Die neuen Two-in-one-Highlights sind als Aufbau- und als Einbauvariante erhältlich. Die Bewe-

gungs- und Präsenzmelder sind mit sensibler Passiv-InfrarotTechnik (PIR) ausgestattet. Sie reagiert auf Temperaturdifferenzen und Ortsveränderungen und kann sowohl Körper- als auch kleinere Bewegungen erkennen. Die Bewegungserkennung umfasst einen Bereich von sechs Metern im Durchmesser, die Präsenzerkennung überblickt vier Meter im Durchmesser bei einer Einbauhöhe von zweieinhalb Metern.

Schnell installieren Das Aufbaugerät EE804A besteht aus einem abnehmbaren Unterteil mit Schraub-Anschlussklemme. Es kann direkt an der Decke befestigt werden. Anschliessend wird das Oberteil, in dem sich die Detektionsoptik befindet, aufgesteckt und mit einer Schraube fixiert. Das Einbaugerät EE805A ist mit einem Schnellbefestigungssystem aus Federbügeln versehen, welches vibrationsfest in der abgehängten Decke hält und welches trotzdem flexibel genug ist, um es rausziehen zu können und neue Einstellungen am Potenziometer vorzunehmen. Zum Anschliessen lassen sich die Kabel einfach über eine Steckklemme verbinden. Eine Zugentlastung mit Kabelbindern sorgt für langfristig sicheren Kontakt. Über zwei leicht zugängliche Potenziometer kann der Anwender alle wichtigen Beleuchtungsparameter einstellen und verändern. Langfristig schonen Moderne Beleuchtungsmittel wie LEDs und Halogenlampen haben oft hohe Einschaltströme, mitunter bis zum 1000-Fachen ihres Nennstroms. Das belastet die Kontakte angeschlossener Bewegungs- und Präsenzmelder und kann zu vorzeitigem Relaisverschleiss führen. Um das zu verhindern, sind die neuen Melder von Hager erstmals mit einer Nulldurchgangsschaltung ausgestattet. Sie errechnet den Nulldurchgang der Wechselspannung und hält den Einschaltstrom minimal. Das schont die Relaiskontakte und verlängert die Lebensdauer auch bei hohem Schaltaufkommen.

Bewegungsmelder helfen, bis zu 90 Prozent Beleuchtungsenergie zu sparen.

Die Strompreise für private Haushalte sind in den letzten zehn Jahren um 56 Prozent gestiegen. Deswegen sind Bewegungs- und Präsenzmelder durchaus sinnvoll. Sie sparen bis zu 90 Prozent der Beleuchtungsenergie, indem sie das Licht bedarfsgerecht schalten. Darüber hinaus überzeugen die neuen Geräte von Hager mit einem extrem niedrigen Standby-Verbrauch von nur 0,3 Watt. Die Melder sind geeignet für den Wohnbereich, kleine Flure, Nebenräume, Sanitärräume oder im Zweckbau. Hager AG

Der Anwender kann alle wichtigen Beleuchtungsparameter selber einstellen.

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GEBÄUDEAUTOMATION PUBLIREPORTAGE

Effiziente Beleuchtung, wenns eng wird Für Korridore, Flure und Hochregallager gibt es jetzt neue Präsenzmelder für die energieeffiziente, präsenzabhängige Beleuchtungssteuerung. Dank zweier separat steuerbarer Erfassungsbereiche lassen sich zwei Lichtzonen präzise voneinander trennen sowie regeln.

Die neuen Korridormelder thePassa erfassen einen rechteckigen Bereich von insgesamt 5-mal 30 Metern, welcher sich in zwei separat an- und abschaltbare sowie regelbare Lichtzonen aufteilen lässt. Dabei ist die Parametrierung schnell und einfach per App oder per Fernbedienung mit integriertem Luxmeter realisierbar. Die Produktlinie thePassa bietet eine konventionelle Version (P360-101), eine KNX-Version (P360 KNX) und eine DALI-Variante (P360-221 DALI), wobei die KNXVersion über zwei Licht- und Präsenzkanäle verfügt. Zur optimalen Konstantlichtregelung in jeder Lichtgruppe ist pro Lichtkanal eine Licht-

messung nutzbar, und zudem sind das Lauflicht, der Auraeffekt und die Gehrichtungserkennung weitere Komfortfunktionen. Die Korridormelder eignen sich zur Unterputzmontage und kommen im gleichen Gehäuse wie die Präsenzmelder theRonda, was für einen einheit​lichen Look im gesamten Gebäude sorgt. Ebenso verfügen alle Geräte über die Schutzklasse IP 54 zum Einsatz in Feuchträumen.

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Effiziente Beleuchtung, wenn’s mal eng wird: thePassa für Flure und Gänge

15 m

15 m

ThebenHTS präsentiert die neuen Präsenzmelder thePassa zur energieeffizienten, präsenzabhängigen Beleuchtungssteuerung in Korridoren, Fluren und Hochregallagern. Dank seines großen, rechteckigen Erfassungsbereichs von bis zu 30 x 5 m sorgt thePassa für eine lückenlose Abdeckung, und reduziert auch die Menge der benötigten Melder pro Fläche. thePassa ist als 230 V, KNX- und DALI-Version erhältlich.

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SOLAR PARTNER

Elektrogrossist auf der Sonnenseite Photovoltaikanlagen lohnen sich für KMU besonders, da der Solarstrom von diesen zu einem Grossteil selber verbraucht wird. Deshalb liess die Firma Otto Fischer über 900 PV-Module auf dem Flachdach ihres Firmengebäudes installieren. Die Montage der Elemente dauerte nur wenige Tage. Text: Judith Brandsberg

Bereits vor vier Jahren hat die Firma Otto Fischer das Gebäude ihres Firmensitzes an der Aargauerstrasse in Zürich vergrössert und energetisch saniert. Nun ist das Gebäude mit der Installation einer Photovoltaikanlage weiter modernisiert worden: 904 Photovoltaikmodule produzieren seit diesem

Es war spektakulär, wie einfach sich die Module installieren liessen.” Roger Frey, Projektkoordinator Otto Fischer AG

Juni zirka 213’000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. «Ich freue mich, dass wir nun von unserem eigenen, sauberen Solarstrom profitieren können», sagt Martin Oser, Leiter Ressort Informatik und Logistik der Firma Otto Fischer. Auch Christoph Thoma, welcher dem Verkaufsressort vorsteht, freut

sich: «Die Anlage ist ein gutes Demo-Objekt, denn sie kann von unseren Kunden, den Elektrikern, als Praxisbeispiel gerne genauer unter die Lupe genommen werden.»

Lieferung und Montage innert kürzester Zeit Die Solarmodule, welche nun einen grossen Teil des Daches bedecken, sind von der Fankhauser Solar AG, einem Schwesterunternehmen der Firma Otto Fischer, angeliefert worden – was für reichlich Aufsehen gesorgt hat: Insgesamt neun grosse Sattelschlepper fuhren vor, und die bereits vorgefertigten Moduleinheiten wurden per Kran auf das Flachdach gehoben. «Das war schon ziemlich spektakulär», sagt Roger Frey, der als Projektkoordinator seitens der Firma Otto Fischer die Fäden in der Hand hatte. «Und es war erstaunlich, wie rasch die Module installiert waren.» Dies allerdings war nur dank eines neuen, enorm effizienten Systems möglich. Denn die bereits vorgefertigt gelieferten Elemente der sogenannten «SmartSolarBox», die für die Solaranlage verwendet wurden, beinhalten jeweils die Module, die Unterkonstruktion, die Verkabelung wie auch die Ballastierung. So konnten die vier Personen, welche für die Montage zuständig waren, die kompakten Elemente einfach zu grossflächigen Solarpanels ausfalten und auf dem Dach anbringen. Dies wurde übrigens von Mitarbeitenden der Firma Otto Fischer, alles ehemaligen Elektrikern, gleich selber erledigt, was für sie eine willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag dargestellt hat. «Die SmartSolarBox ermöglicht es jedem Installateur, auch ohne vertiefte PV-Kenntnisse die Anlage zu realisieren», führt Andreas Fankhauser, Verwaltungsratsmitglied der Fankhauser Solar AG, aus. «Zudem haben wir diese Variante empfohlen, weil sie sich auf dem Flachdach des Firmengebäudes rasch und ohne Betriebsunterbruch realisieren lässt.» Eigenverbrauchsrate von 80 Prozent Als erfahrenes Unternehmen in diesem Bereich ist das EKZ Zürich mit den Dimensionsberechnungen beauftragt worden. Aufgrund der Dachgeometrie und einer entsprechenden Verschattungsanalyse mittels eines 3D-Gebäudemodells hat sich daraus die Empfehlung ergeben, eine Anlage mit einem Peak von 257 Kilowattstunden zu erstellen. Das wiederum bedeutet, dass die Firma Otto Fischer in 25 Jahren zirka fünfeinhalb Millionen Kilowattstunden Strom produziert haben wird. Wie viel Strom jeweils genau erzeugt und welche Menge gerade verbraucht wird, lässt sich jederzeit am Monitoring-System «Solarlog 2000 PM+» ablesen, welches die Anlage stetig überwacht und den aktuellen Ertrag visualisiert.

Auch ohne spezielle Vorkenntnisse lassen sich die Boxen einfach installieren.

Alles in allem stellt die neue Solaranlage eine lohnenswerte Investition für die Firma Otto Fischer dar. Nicht zuletzt, weil rund 80 Prozent des erzeugten Stroms im Betrieb selber verbraucht werden. Das bedeutet nämlich, dass das Unterneh-


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Anlagendetails:

Die vormontierten Module werden per Kran aufs Dach gehoben.

men als typisches KMU während des ganzen Tages von der selber produzierten Energie profitiert. So werden nun zum Beispiel auch die zwei Elektrosmarts, welche als Firmenfahrzeuge zum Einsatz kommen, mit sauberem Solarstrom betrieben. Und das ist noch nicht alles, denn bereits ist ein weiterer Ausbau der Solarstromversorgung geplant: Bald schon wird ein Batteriespeicher installiert, welcher als Notstromaggregat eine höhere Autonomiezeit bei einem Stromausfall gewährleisten wird. Entsprechende Vorkehrungen sind bereits bei der Installation der Solaranlage vorgenommen worden.

Anlagenleistung: 257,64 kWp Jahresertrag: 1. Jahr: ca. 221 400  kWh nach 25 Jahren: ca. 205 400  kWh Durchschnitt: ca. 213 300  kWh Gesamtertrag nach 25 Jahren: ca. 5 332 500  kWh Eigenverbrauch: 79 % Solarmodule: 904 Longi-Module mit je 285 Wp. Die Entwicklungwie auch die Zusammensetzung der SmartSolarBox ist in der Schweiz erfolgt. Wechselrichter: PVS-100 von der Firma ABB Anlageüberwachung und Visualisierung: Solarlog 2000 PM+

Fankhauser Solar AG 2545 Selzach www.fankhauser-solar.ch

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SOLAR PARTNER

Wärme und Strom gewinnen zusammen Solarwärme und Photovoltaik können ein gutes Team bilden: PV-Thermie-Systeme (PVT) kombinieren die Erzeugung beider Arten von Solarenergie in einem Element. Dies ist vor allem dann von grossem Vorteil, wenn die Dachfläche begrenzt ist.

In den letzten Jahren hat die Nachfrage nach PV-Thermie (PVT) stetig zugenommen. Und um diesen aufstrebenden Markt noch zusätzlich zu unterstützen, startete das Programm «Solar Heating and Cooling» der Internationalen Energieagentur (IEA SHC) ein globales Forschungs- und Kommunikationsprojekt namens «Task 60: Anwendung von PVT-Kollektoren und neue Lösungen in HLK-Systemen». Mit Erfolg: «Wir beobachten ein steigendes Interesse an neuen PVT-Lösungen in mehreren Ländern, vor allem in Frankreich und der Schweiz. Dies, da die Dachfläche in städtischen Gebieten begrenzt ist», bestätigt Jean-Christophe Hadorn, Manager der Schweizer Hadorn Business Consulting und Leiter des neuen Forschungsprojekts. So wurden beispielsweise im Jahr 2016 in Frankreich laut dem französischen Branchendienst Observ’ER 620 PVT-Anlagen mit einer PVLeistung von 1,6  Megawatt (etwa 16 000 Quadratmeter) installiert. Die meisten davon erzeugen warmes Wasser oder warme Luft zum Heizen von Einfamilienhäusern.

In der Schweiz dominieren wasserbasierte PVT-Systeme den Markt. Das bedeutet, dass die Module die gleiche Grösse und Struktur wie PV-Module haben, doch wird auf die Rückseite des PV-Moduls ein Wärmeabsorber laminiert, geklebt oder geklemmt (siehe Infobox zu diesem Artikel). Allerdings werden PVT-Systeme zunehmend auch in Kombination mit Erdwärmepumpen eingesetzt, weil die Solarenergie den Boden im Sommer wieder erwärmt – also quasi, um die Wärmequelle zu regenerieren, wie es Experten nennen. Forscher des Schweizerischen Instituts für Solartechnik (SPF) schätzen, dass Ende 2016 in der Schweiz 300 PVT-Anlagen in Betrieb waren. Trotz der wachsenden Nachfrage ist PVT allerdings immer noch eine junge Technologie mit markantem Wachstumspotenzial. Allerdings: «Eine neue, aufstrebende Industrie braucht umfassende Unterstützung aus Forschung und Marketing», fügt Hadorn an.

Effizient Strom und Wärme produzieren Im Vergleich zu konventioneller Photovoltaik sind die PVTTechnologien äusserst effizient, denn PV-Module nutzen – abhängig von der eingesetzten Zelltechnologie – lediglich 15 bis 20 Prozent der einfallenden Sonnenenergie. Der Rest geht in Form von Wärme verloren. PVT-Elemente hingegen setzen eben diese sonst ungenutzte Energie ein, um Luft oder Wasser zu erwärmen. Und gleichzeitig kühlt die Ableitung der Hitze die PV-Zellen ab, was sie wiederum effizienter arbeiten lässt. Die tatsächlich produzierte Menge an Strom und Wärme hängt allerdings von verschiedensten Variablen ab, welche noch nicht gänzlich ausgewertet sind. Deshalb sieht Hadorn die dringende Notwendigkeit, mehr Transparenz be-

Die Kernelemente des BFELeuchtturmprojekts «RekaFeriendorf Blatten-Belalp» sind die hybriden Sonnenkollektoren, der saisonale Erdwärmespeicher und die Abwasserwärmerück­ gewinnung. Bild: Nikolaus Loretan


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züglich Ertrag, Kosten und Zertifizierung verschiedener Arten von PVT-Systemen zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, sammelt das IEA-SHC-Forschungsprojekt Betriebsdaten von Heiz- und Kühlsystemen mit PVT-Komponenten und vergleicht die simulierten Erträge miteinander. Wodurch wiederum die Simulationstools optimiert werden können. Allerdings haben Wissenschaftler des SPF bereits einige Evaluationen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass PVTKollektoren in der Zentralschweiz in der Regel einen jährlichen elektrischen Ertrag von etwa 160 Kilowattstunden Wärme pro Quadratmeter abwerfen. Die Warmwasserproduktion jedoch hängt stark von der Anwendung ab: Je niedriger die erforderliche Temperatur, desto höher die verfügbare Energie­ menge. Wird Warmwasser direkt (für Duschen etc.) erhitzt, können jährlich rund 150 Kilowattstunden Wärme pro Quadratmeter Kollektorfläche gewonnen werden. Wird das Wasser nur vorgewärmt, sind 250 Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr möglich. Bei der Regeneration der Bohrlöcher von Erdwärmesonden können sogar jährliche Solarerträge von 300 bis 400 Kilowattstunden Wärme pro Quadratmeter erzielt werden. Wie stark die Stromerzeugung von der Kühlwirkung der PVTTechnologie profitiert, hängt von der Betriebstemperatur auf der Wärmeseite ab. Diesbezüglich hat sich gezeigt, dass

Niedrigtemperaturanwendungen zur höchsten Effizienzsteigerung führen und im Vergleich zu Standard-PV-Systemen typischerweise einen Anstieg der jährlichen Solarstromerzeugung um fünf Prozent ermöglichen.

Eine neue, aufstrebende Industrie Seitens der Hersteller stellt Hadorn ein grosses Interesse am IEA-SHC-Projekt fest. Dies zeigt sich daran, dass in den letzten drei Jahren immer mehr spezialisierte Anbieter mit bewährten Technologien die europäischen PVT-Märkte dominierten. Einer von ihnen ist das in Frankreich ansässige Unternehmen Dualsun, welches ebenfalls am Task 60 beteiligt ist. Dieses Unternehmen hat nun Monitoringdaten für zwei 300   Quadratmeter grosse PVT-Felder in kommerziellen Schwimmbädern in Südfrankreich veröffentlicht, welche mit den zuvor erhaltenen Simulationsergebnissen gut übereinstimmen. Dies zeigt, dass die Co-Produktion von Wärme und Strom zuverlässig vorhergesagt werden kann.

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E-MOBILITY PARTNER

Urbane Elektromobilität mit Spassfaktor Bald werden Töff-Fans auf ein strombetriebenes Motorrad umsatteln können, welches mit seiner Reichweite und dem leistungsstarken Elektromotor viel Fahrspass verspricht und mit jedem benzinbetriebenen Bike mithalten kann.

Eine Studentengruppe der ETH Zürich, bestehend aus 13 angehenden Maschineningenieuren, einem Elektrotechniker und zwei Industriedesignern, hat sich im Rahmen eines Fokusprojekts im September 2017 der Aufgabe gestellt, ein Elektromotorrad zu entwickeln, welches die auf dem Markt verfügbaren Elektromotorräder in allen wichtigen Eigenschaften, das heisst Reichweite, Leistung, Design und Fahrspass, übertreffen sollte.

Angestrebte Batteriereichweite übertroffen Die Reichweite eines Elektrofahrzeugs ist unmittelbar abhängig von der Leistungsfähigkeit des Stromspeichers. So hat sich das Konstruktionsteam für eine Batterie mit modularem Aufbau entschieden. Dabei sind 630 Lithiumionen-Batterien zu einem Block angeordnet, zwei Blocks bilden die Speicher­ einheit.

Als absolutes Novum auf dem Markt für strombetriebene Zweiräder kann die direkte Ölkühlung angesehen werden. Die einzelnen Zellen der Traktionsbatterie werden von Öl umströmt, was die Kühlung dank des grossen Oberflächenkontakts sehr effizient macht. Die Spannung der Zellen und die Temperatur des Öls werden an mehreren Stellen in der Batterie überwacht und in dem für die Zellen optimalen Bereich gehalten. Je nach Anforderung werden die Batterien gekühlt oder im Winter geheizt. Die Zellen können unter idealen Bedingungen eine konstante Leistung erbringen und bei höherer Belastung eine längere Lebensdauer erreichen. Das Team geht von einer Lebenserwartung des Akkus von 10 Jahren aus. Die Batterien können an jeder konventionellen Steckdose geladen werden und erreichen mit 3,3 Kilowatt 80 Prozent ihrer Kapazität nach nur drei Stunden Ladezeit. Die Lade­ kapazität ist im Vergleich zu auf dem Markt verfügbaren Elektromotorrädern deutlich verbessert. Die angestrebte Reichweite von 250 Kilometern konnte sogar deutlich übertroffen werden. Bei moderater Fahrweise kann eine Strecke von bis zu 400  Kilometern mit einer einzigen Akkuladung zurückgelegt werden!

Leistungsstarker Motor Das Ethec-Motorrad wird mit zwei Radnabenmotoren angetrieben, welche über eine elektronische Steuereinheit (ECU = Electronic Control Unit) einzeln angesteuert und geregelt werden. Der Vorderradmotor verfügt über eine Dauerleistung von 8 Kilowatt mit einer Spitzenleistung von 16 Kilowatt und der hydraulisch gekühlte Hinterradmotor über eine Dauerleistung von 14 Kilowatt bei einer Spitze von 34 Kilowatt. Die Abstimmung und Synchronisierung der Nabenmotoren aufeinander war anspruchsvoll, denn sie muss für ein optimales Fahrverhalten absolut perfekt sein.

630 Zellen bilden ein Speichermodul und werden mittels Ölkühlung auf idealer Funktionstemperatur gehalten.


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Das stolze Projektteam Ethec.

Der Nabenmotor im Vorderrad bringt ein beträchtliches Eigengewicht auf die Waage. Damit die Steuerbarkeit und das Fahrverhalten nicht beeinträchtigt werden, konstruierten die angehenden Maschineningenieure eine Vorderradgabel mit möglichst steilem Winkel. Dadurch wird die Länge verkürzt, die Gewichtsverteilung kompakter und das Fahrverhalten kontrollierbarer. Die Federung wird nicht über Stossdämpfer in den Gabelholmen, sondern über eine Parallelogrammfederung im Bereich des Gabelschafts gewährleistet. Bei einem Zweirad werden bei einem Bremsvorgang zirka 80 Prozent der Bremsenergie am Vorderrad umgesetzt. Durch die Verwendung eines Radnabenmotors im Vorderrad kann die über das Vorderrad dissipierte Bremsenergie genutzt werden, um die Traktionsbatterie aufzuladen. Die Rückgewinnung (Rekuperation) der Bremsenergie trägt ihrerseits zu einer Vergrösserung der Reichweite bei.

Speedform-Design Die gewählte optische Umsetzung des Zweirades lässt viel Einblick in die Technik. Das Gehäuse des Speicherelements ist an und für sich schon ein Hingucker und imitiert mit seinen Lamellen die Kühlelemente eines Benzinmotors. Der Verlauf der Lamellen assoziiert Geschwindigkeit. Das designtechnische Highlight bildet die sogenannte Speedform-Abdeckung. Sie integriert Sitzbereich, Abdeckung und Leuchtenhalterung in eine Linienführung und ist aus einem Stück gefertigt. Das Unikat des Prototyps ist aus speziell verdichtetem MdF gefräst und vollumfänglich in Handarbeit laminiert worden. Fahrspass Das Ethec-Motorrad mit Elektroantrieb ist mit seinen 300 Kilogramm Eigengewicht vergleichsweise schwer. Weil der Schwerpunkt jedoch tief liegt, die Gesamtlänge die eines konventionellen Motorrads nur leicht überschreitet und weil die Federung des Vorderrades eine grosse Spurtreue gewähr-

leistet, ist das Bike leicht zu steuern und zeigt ein Fahrverhalten, wie man es sich von handelsüblichen Motorrädern gewohnt ist. So lautet jedenfalls das Resümee des Probefahrers aus dem Team. Die Probefahrt wurde gefilmt und kann auf Youtube verfolgt werden.

Ein Sponsoring-Projekt Seit 15 Jahren lädt die ETH Zürich Studierende zur Teilnahme an Fokusprojekten ein. Bei den Fokusprojekten des Departements Maschinenbau und Verfahrenstechnik der ETH Zürich wenden Bachelorstudierende ihr theoretisches Wissen in der Praxis an und entwickeln in Teams innerhalb von neun Monaten aus einer Idee ein innovatives Produkt. Über den Entwurf, das Design, die Produktion bis hin zum Marketing durchlaufen sie dabei selbstständig sämtliche Schritte der Produktentwicklung. Dank Sponsoring aus der Industrie und von Anbietern der elektrotechnischen Branche kann ein Teil der Kosten gedeckt werden. Agro AG hat sich mit einem Finanzierungs- und Material­ sponsoring in Form von Kabelverschraubungen und Geflechtschläuchen an der Entwicklung des Elektromotorrads Ethec engagiert und freut sich sehr über die gelungene Umsetzung.

Scannen Sie den QRCode, um sich die Probefahrt anzusehen.

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Einbaugehäuse für die Aussendämmung.  Für die Installation von Leuchten und Einbaugeräten in gedämmten Aussendecken  Für alle gängigen Dämmstoffe geeignet  Vermeidung von Wärmebrücken  Für Dämmstärken ab 100 mm bis 160 mm (170 mm bis 350 mm mit Aufstockelement)  Bestellen Sie mit E-No. 372 911 309 bei Ihrem Elektro-Grosshändler AGRO AG | A KAISER COMPANY · www.agro.ch · Tel. +41 (0)62 889 47 47

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60 A / 30 mA / 4-polig E-No 531 842 010 (N-links) E-No 531 842 000 (N-rechts) Generalvertretung für die Schweiz: Demelectric AG • Steinhaldenstrasse 26 • 8954 Geroldswil Telefon +41 43 455 44 00 • Fax +41 43 455 44 11 info@demelectric.ch • www.demelectric.ch

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Beim Fehlerstromschutz alles richtig machen Für die Absicherung von Ladesäulen und Wallboxen müssen praktisch immer spezielle Fehlerstromschutzeinrichtungen eingesetzt werden. Vorgeschrieben ist dabei nicht zwingend ein allstromsensitiver Fehlerstromschutzschalter.

ten. Überschreiten diese glatten Gleichfehlerströme den Wert von 6 Milliampere, wird ein handelsüblicher Fehlerstromschutzschalter vom Typ A in seiner Funktion beeinträchtigt. Der Wandlerkern wird magnetisiert, was bis zum „erblinden“ der Schutzeinrichtung führt. Der Personen- und Sachschutz ist somit nicht mehr gewährleistet, was folgenschwere Auswirkungen haben kann. Dabei gilt es zu beachten, dass auch die vorgeschalteten Fehlerstromeinrichtungen (wenn vorhanden) vom Typ A nicht mehr richtig funktionieren werden.

Die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch. Denn immer mehr Automobilhersteller setzen auf erneuerbare Energien. Doch aus der Schaffung neuer Technik ergeben sich auch neue Anforderungen an die Fehlerstromschutzeinrichtung. Ein neuer, spezifischer Fehlerstromschutzschalter von Doepke schafft in diesem Fall Abhilfe.

Kompromissloser Schutz Genau für diese Anwendung ist nun ein Fehlerstromschutzschalter entwickelt worden: Ein Fehlerstromschutzschalter des Typs A, welcher beim Auftreten von glatten Gleich­ fehlerströme mithilfe einer integrierten Zusatzeinrichtung bei maximal 6 Milliampere ebenfalls abschaltet – der DFA 4 A EV. Mit diesen Eigenschaften werden die Schutzanforderung der NIN 2015 vollumfänglich erfüllt, und nebenbei erst noch die Anschaffungskosten optimiert.

Das sagen die Vorschriften Die NIN 2015 verlangt, dass jeder Anschlusspunkt durch eine eigene Fehlerstromschutzeinrichtung mit einem Bemessungsstrom von 30 Milliampere geschützt werden muss. Ist der Anschlusspunkt mehrphasig und die Charakteristik des Ladegerätes unbekannt, müssen Massnahmen gegen mögliche Gleichfehlerströme getroffen werden. Als Beispiel wird ein Fehlerstromschutzschalter vom Typ B vorgeschlagen. (NIN 7.22.5.3.1) Glatte Gleichfehlerströme machen den Unterschied Während des Ladens von Elektroautos können im Fehlerfall neben den üblichen Fehlerströmen (Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme) auch glatte Gleichfehlerströme auftre-

Je nach Bauart der E-Mobility-Versorgungseinheit wird das Schutzorgan entweder vom Hersteller der Ladestation mitgeliefert oder von einer Elektrofachkraft eingebaut. Dabei spielt es keine Rolle ob der Einbauort in der Schaltgerätekombination oder direkt in der Ladestation gewählt wird. Demelectric 8954 Geroldswil www.demelectric.ch

Die Autos werden grün: Immer mehr Elektroautos werden für den Strassenverkehr zugelassen. Bei der Ladeeinrichtung muss ein spezielles Augenmerk auf den Fehlerstromschutz gelegt werden.

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Schnell, schneller, high Power Charging

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Ladeinformationen per Smartphone Für den Endanwender soll der Ladevorgang so einfach wie möglich sein. Eine aufwendige oder umständliche Benutzerführung sollte vermieden werden. Daher ist auch hier die Tendenz, die allgegenwärtige Nutzung des Smartphones in den Identifikationsprozess zu integrieren.

Neben der Bereitstellung der elektrischen Energie gibt es weitere Anforderungen an den Ladevorgang bei öffentlichen Ladestationen: die Abrechnung der übertragenen Energie oder auch die Verfügbarkeit der Ladestation zum gewünschten Zeitpunkt. Die Informations- und Kommunikationstechnik spielt somit auch in der Elektromobilität eine immer wichtigere Rolle. Der Ladevorgang soll dabei für Anwenderinnen und Anwender so einfach wie möglich sein.

Entscheidend ist eine verlässliche Information Ob der Ladevorgang über eine PIN-Eingabe oder über eine Kreditkarte gestartet wird, ist sekundär – entscheidend ist, dass der Nutzer stets verlässlich über den aktuellen Status des Ladevorgangs informiert ist. Dabei können die Statusnachrichten über unterschiedliche Kanäle zum Nutzer gelangen: als SMS, als E-Mail oder auch als Info innerhalb einer App. Auf diese Weise kann der Anwender – der ja in der Regel nicht neben der Ladesäule verweilt – sich auch in einiger Entfernung vom Fahrzeug über den Ladezustand jederzeit und in Echtzeit informieren. Auch wenn man die Notwendigkeit eines zentralen Systems grundsätzlich infrage stellen kann, für einen Verbund von mehreren halböffentlichen oder öffentlichen Ladestationen ist es unverzichtbar. Denn es bietet beiden, sowohl Benutzern als auch Betreibern, ein hohes Mass an Transparenz. Ausserdem kann der Betreiber dem Benutzer dann eine entsprechende Abrechnung zukommen lassen. Auf eine aufwendige Technik in der Ladestation kann zudem verzichtet werden – damit verringern sich Bauform und Komplexität und somit auch die Kosten der Ladestation. Über seine App ist der Nutzer jederzeit über den Status der Batterie informiert, und er kann bei Bedarf auch den aktuellen Ladevorgang beenden, seine Fahrt fortsetzen und an einer anderen Säule weiterladen. Alle Werte dieser Parameter können auf der Basis des Open Charge Point Protocol (OCPP) von den Ladestationen im öffentlichen Bereich in das Zentralsystem übertragen werden – entsprechende Nachrichten werden in der Ladestation mit den relevanten Werten generiert.

Über das Bedienpanel der Ladesäule gelangen die für den Ladevorgang relevanten Informationen vom Datenbanksystem zum Benutzer.

Ladepunkte können reserviert werden Ob ein Ladepunkt frei oder belegt ist, wird ebenfalls mittels OCPP, dem europäischen Standard, übertragen. Ebenso können über OCPP entsprechende Ladepunkte reserviert werden. All diese technischen Mechanismen sieht der Anwender nicht – für ihn werden diese Informationen «grafisch» im Zentralsystem aufbereitet und zum Beispiel auf seiner App oder am Bedienpanel zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise kann auch eine längere Reise geplant werden. Die Ladepunkte werden dann entsprechend der Route reserviert. Sollten an einer anzufahrenden Ladestation technische Probleme auftreten, wird dies über das Datenprotokoll OCPP kommuniziert. Der Fahrer kann genug früh auf eine alternative Route ausweichen. Auf der Basis von OCPP ist es bereits heute möglich, Europa mit dem Elektrofahrzeug zu durchqueren, ohne dabei an Abrechnungsmodalitäten zu scheitern und ohne einen Stapel an unterschiedlichen Chipkarten in der Brieftasche mitzuführen. Möglich ist dies, weil alle Beteiligten auf den einheitlichen Standard OCPP zurückgreifen.

Energiemanagement darf nicht fehlen Systeme dieser Art kommen auch im halböffentlichen Bereich – etwa auf den Parkplätzen von Unternehmen, Behörden oder

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Back-End Communication

User Interface

System Interfaces (TCP/IP, serial, digital, temp., …)

Vehicle Interface (AC)

Vehicle Interface (DC)

Metering

Monitoring

Temperature

Power Electronics

Schematischer Aufbau einer Ladestation für den öffentlichen Bereich – mit der Ladesteuerung werden die Funktionen der Ladestation automatisiert.

Kaufhäusern – zur Anwendung. Während der Arbeitszeit oder während des Einkaufs wird das Fahrzeug geladen. Bei der Kaufhaus-Kundschaft kann der Ladevorgang mit den Parkgebühren verrechnet werden, und bei Arbeitnehmenden kann der Ladevorgang über den Mitarbeiterausweis zugeordnet und abgerechnet werden. Eine spezifische Funktion der Ladesysteme im halböffentlichen Bereich ist das Energiemanagement. Hier ist die Anschlussleistung begrenzt, da oftmals die Ladeinfrastruktur nachträglich installiert wurde. Grundsätzlich können die Fahrzeuge in Abhängigkeit der verfügbaren Leistung entsprechend geladen werden. Im Zentralsystem stehen die Gesamtleistung und die Leistung jeder einzelnen Ladestation zur Berechnung der Ladeleistung zur Verfügung.

Ausblick Eine zusätzliche Variante der Ladesteuerung im öffentlichen Bereich ist das Laden von Elektrofahrzeugen nach bestimmten Vorgaben. Entsprechend den vorliegenden Reservierungen kann die Ladeleistung in Bezug auf die geplante Weiterfahrt und auf die verfügbare Leistung in Form einer Tabelle an die Ladestation gesendet werden.

Das Smartphone kann auch beim Laden des E-Mobils unterstützen.

Phoenix Contact AG 8317 Tagelswangen www.phoenixcontact.ch


E-MOBILITY PARTNER

Einfach laden und zahlen Mithilfe einer Cloudlösung können Unternehmen ihren Mietern oder Mitarbeitenden eine Ladestation zur Verfügung stellen. Per Prepaid-App wird der Betrag vom Konto des Benutzers abgezogen und dem Besitzer der Anlage gutgeschrieben. Besucher können die Gästestationen über einen QR-Code freischalten.

Wenn Immobilienbesitzer ihren Mietern oder Besuchern Ladestationen für Elektroautos zur Verfügung stellen möchten, ist es sinnvoll, eine professionelle Lösung mit intelligentem Abrechnungssystem zu wählen. Der Mieter zahlt einfach über die Prepaid-App den Verbrauch, und das Geld wird regelmässig dem Anlagenbesitzer überwiesen. Wichtig ist, dass ein fairer Preis verrechnet wird; dieser kann auch eine Zusatzgebühr für die Ladekosten beinhalten. Um die Investitionskosten der Ladeanlage amortisieren zu können, könnte auch ein Aufschlag auf die Parkplatzmiete gemacht werden.

QR-Code für Besucher Damit Besucher nicht extra eine App herunterladen müssen, werden Gästestationen mit einem QR-Code versehen. Mit dem Smartphone kann die Station freigeschaltet und bezahlt werden. Die Preisgestaltung dieses öffentlichen Ladpunktes eröffnet verschiedene Möglichkeiten. Die Abrechnung könnte zum Beispiel aus drei Elementen gestaltet werden. Aus einer Startgebühr, die pro Ladungsstart verlangt wird, einer Zeitgebühr, die misst, wie lange das Auto mit der Ladestation verbunden ist, sowie mit einer zeitabhängigen Gebühr, mit der sich auch steuern lässt, wie lange die Fahrer die Ladestation besetzen. Auch der Preis pro verbrauchte Kilowattstunde kann frei gewählt werden. Die technisch ausgereiften und praxistauglichen Lösungen sind sowohl im privaten, halb öffentlichen als auch im öffentlichen Bereich einsetzbar. FERRATEC AG 8964 Rudolfstetten www.ferratec.ch

Einfach laden Verwaltung/Firmen/Hotel

Mieter/Mitarbeiter Besucher/Hotelgast

mobilecharge stellt den Prozess der Abrechnung sicher.

Mit mobilecharge wird der Mieter-, Mitarbeiter- oder Gästeparkplatz zur Tankstelle. mobilecharge schaltet frei und rechnet ab

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NACHGEFRAGT INTERVIEW

Die Bedeutung von Beleuchtung Alexandros Athanasiadis gibt Antworten zur Entwicklung des künstlichen Lichts, dessen Wirkung auf den Menschen sowie die Möglichkeiten der neusten Beleuchtungstechnik.

haben zudem nicht nur Auswirkungen auf die einzelnen Individuen, sondern ebenso auf die Hersteller, welche im Falle des Glühlampenverbots ihr Sortiment an Leuchtmitteln anpassen und ihre Innovationen auf diesem Gebiet entsprechend beschleunigen mussten.

Interview: Pascal Grolimund, Otto Fischer AG Text: Judith Brandsberg

Wie viel Energie kann gespart werden, wenn die Beleuchtung modernisiert wird? Wenn jemand eine konventionelle Beleuchtung durch die neuste Technologie ersetzt, so verbraucht er achtmal weniger Energie, was sich bezüglich der Ausgaben für die neuen Leuchtmittel relativ schnell rechnet. Vor allem im gewerblichen Bereich wird diese Investition sehr rasch amortisiert, denn durch eine Modernisierung reduzieren sich nicht nur die Stromkosten, sondern auch die Lebensdauer der Leuchtmittel fällt höher aus – schliesslich beträgt diese bei LED-Leuchten bis zu 50 000 Stunden. Aber selbst im Heimbereich, wo immer noch viele Halogenspots im Einsatz sind, rechnet sich eine LED-Beleuchtung bereits nach ein bis zwei Jahren.

Sie beschäftigen sich in Ihrer Arbeit täglich mit Licht. Was begeistert Sie speziell daran? Mich fasziniert an der Materie besonders, dass Licht viel mehr ist als einfach ein Mittel zum Zweck. Das trifft je länger, desto mehr zu, denn im Vergleich zu früher hat sich die Beleuchtung bereits stark verändert – und diese Entwicklung wird anhalten. Als Resultat der bisherigen Verbesserungen stehen uns aber bereits heute enorm viele Möglichkeiten offen, Licht einzusetzen. Ebenfalls interessant finde ich die Tatsache, dass Licht eigentlich jeden Menschen betrifft, was es zu einem Thema macht, über das mit allen gesprochen werden kann. Das macht es relativ einfach, die vielen verschiedenen Bedürfnisse kennenzulernen, was wiederum hilfreich für die Weiterentwicklung von Leuchtmitteln ist.

Bezüglich der künstlichen Beleuchtung sind unterschied­liche Lichtfarben von Warm- bis Kaltweiss erhältlich. Wann soll was gewählt werden? Wir sind von früher her warmes Licht gewohnt, deshalb sorgt dieses auch heute noch für eine wohlige Stimmung. Als Stimmungslicht eignet sich somit eines mit warmer Wenn Sie heutiges künstliches Licht mit demjenigen von vor Farbe. Dagegen wird kaltes Licht, das Auf schlechtes Licht zehn Jahren vergleichen, was sogenannte Industrielicht, oft als unhat sich verändert? angenehm empfunden. Soll das Licht reagieren Menschen mit allerdings zum Einsatz kommen, um Licht wird zusehends individuell gesundheitlichen Problemen.” eingesetzt – nicht zuletzt, weil es optimale Sichtverhältnisse zu schafimmer raffinierter gesteuert werden fen, empfiehlt sich die Wahl eines kann. Zudem ist die Illumination dank der LED-Technologie Leuchtmittels im eher kühleren Farbbereich. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Druckerei, die wir mit neuer Beleuchtung ausgenicht nur energieeffizienter, sondern auch vielfältiger geworden: Mittlerweile werden Leuchtmittel in verschiedenen Lichtstärken rüstet haben: Zuvor mussten die Mitarbeitenden, um den Druck und Lichtfarben für beinahe jeden Wunsch angeboten. Ein angemessen zu beurteilen, raus ans Tageslicht. Nun ist in diesen Bereichen eher kühles Licht installiert worden, was für die Grund für diese Entwicklung ist, dass immer mehr Hersteller Mitarbeitenden perfekt ist, weil sie die Qualität des Drucks diauf dem Markt anzutreffen sind, was sich positiv auf die Diverrekt am Arbeitsplatz prüfen können. sität auswirkt. Der Aufruhr war gross, als damals das Glühlampen­ verbot eingeführt worden ist. Heute hingegen ist dieses Thema vom Tisch. Braucht es immer ein Verbot, damit ein Technologiewechsel stattfinden kann? Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, das an den bestehenden Dingen festhält. Und wenn gewisse Gewohnheiten nicht durch Gesetze unterbunden werden, so ändern die Leute ihre Verhaltensweisen nie. Deshalb wage ich zu behaupten, dass immer noch 90 Prozent der Menschen Glühbirnen verwenden würden, wenn diese noch legal wären. Solche Massnahmen

Esylux hat an der Messe «Light & Building» in Frankfurt neue Möglichkeiten bei der Verschmelzung von Licht und Connectivity, das heisst der Vernetzung und Steuerung des Lichts, aufgezeigt. Wie gross ist dieser Markt? Diesbezüglich bewegen wir uns in einem Bereich der Innovation, gegenüber dem immer noch viele zurückhaltend sind. Schliesslich erscheint einem vernetztes Licht in der Vorstellung ziemlich kompliziert. Allerdings ist genau das Gegenteil der Fall, denn in der Anwendung ist es extrem einfach aufgrund der Steuerung via App. Und um deren Einsatz noch bequemer zu machen,


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«Die Illumination ist dank der LEDTechnologie energieeffizienter und auch vielfältiger geworden.» Alexandros Athanasiadis (rechts) im Gespräch mit Pascal Grolimund.

haben wir eigens dazu einen Stift entwickelt, den Esypen, mit dem alles programmiert und gesteuert werden kann. Der Pen beinhaltet sogar ein Luxmeter, welcher bei Bedarf die Licht­stärke misst. Unter Einsatz dieser Technologie haben wir bereits einige Projekte umgesetzt, wobei sich schnell gezeigt hat, dass die­ jenigen Unternehmen, die eine vernetzte Beleuchtung installiert haben, davon begeistert waren und auch künftig solche Systeme einsetzen werden.

Gesundes Licht ist auch immer wieder ein Thema. Dabei wird immer deutlicher, dass es nicht sinnvoll ist, an der Qualität der Leuchten zu sparen. Wie kann nun der Endkunde beurteilen, wann Licht qualitativ gut ist? Es ist eigentlich ganz einfach festzustellen, ob eine Leuchte gesundes beziehungsweise qualitativ gutes Licht abgibt. Dazu genügt es, die Kamera seines Smartphones gegen das Licht zu halten, denn wenn der Bildschirm dann flackert, bedeutet dies Gefahr. Schliesslich reagieren Menschen auf schlechtes Licht mit Kopfschmerzen oder sogar Depressionen. Auch epileptische Anfälle können, sofern die Veranlagung dazu vorhanden ist, aufgrund schlechter Lichtqualität auftreten. Aus diesem Grund haben wir eine Leuchte mit biologischem Licht kreiert, welches sich nach der biologischen Uhr richtet und dementsprechend die Lichttemperatur variiert. Aufgrund meiner vielen Erfahrungen weiss ich, dass dieses Licht tatsächlich positiv auf den Menschen wirkt. Im Beleuchtungsbereich hat sich schon sehr viel ver­ändert und auch verbessert in letzter Zeit. Was sind die Trends für die nächsten Jahre? Meiner Meinung nach ist der Zeitpunkt gekommen, um an den Feinheiten zu arbeiten und die bestehenden Systeme richtig auszubauen, bevor wir weitere grosse Entwicklungsschritte ins Auge fassen. Was ist Ihre Meinung zur OLED-Technologie? Diese wird momentan ja vor allem in der Unterhaltungselek­tronik und im Automobilbereich eingesetzt. Warum tun sich die Leuchtenhersteller aktuell noch so schwer mit OLED? Die einfachste Erklärung dafür ist, dass die LED-Technologie für die meisten Anwendungen vorbehaltlos genügt.

Was sollte ein Bauherr in Bezug auf die Beleuchtung beachten? Diesbezüglich ist mein Rat ganz klar und einfach: Nur noch LEDs einsetzen. Schliesslich sind die Möglichkeiten damit fast grenzenlos. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass einfach mehr Leuchtmittel installiert werden: hier noch eine Hintergrundbeleuchtung und da noch etwas Farbe. So schmilzt der Energiespareffekt der LED dahin. Da stimme ich nicht ganz mit Ihnen überein. Betrachten wir zum Beispiel die früher im Heimbereich beliebte HalogenStimmungsleuchte von früher. Gegenüber dieser sparen LEDs so viel Strom ein, dass immer noch weniger Energie verbraucht wird, selbst wenn ein paar Spots mehr zum Einsatz kommen, um eine entsprechend schöne Stimmung zu gestalten und Freude an seinem Licht zu haben. Was tun Sie als Privatperson, um Energie zu sparen? In unserem Haus sind nur LEDs im Einsatz, welche sich zudem über KNX steuern lassen. So kann ich zum Beispiel das Licht zentral ausschalten, wenn ich das Haus verlasse. Eine Investition, die sich gelohnt hat, denn sie spart nicht nur Strom, sondern erhöht obendrein auch noch den Komfort. Wenn Ihnen ein Wunsch erfüllt würde, welchen hätten Sie? Mein grösster Wunsch ist, dass die Leute in meinem Umfeld gesund bleiben und dass die Menschen allgemein die Freude am Leben nicht verlieren. Wir sollten nicht alles nur ernst nehmen, sondern immer wieder lachen und geniessen.

Zur Person Name: Alexandros Athanasiadis Alter: 49 Wohnort: Freidorf, Thurgau Funktion: Geschäftsführer Esylux Schweiz


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eco2friendly-Magazin Ausgabe Herbst / Winter 2018  

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