SPEZIAL Kunst 2014

Page 1

Ausgabe Nr. 12 / Oktober 2014, P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck, ZNr. GZ 02Z030672 M, Euro 3.00

www.econova.at

KUNST & KULTUR

ZWISCHEN KUNST & TECHNIK Der Versuch einer sicht- und hörbaren Annäherung EIN POET DER TECHNIK

Porträt Rens Veltman. Der Künstler erforscht die menschliche Wahrnehmung.

DESIGNKITCHEN

Symbiotische Verbindung bei styleconception.designart in Innsbruck.

eco.nova 1


ivb.at

Meine Lederausstattung.

Entgeltliche Einschaltung


eco.edit

SICHTBARE ZEICHEN DER KUNST

Julia Sparber, Kulturredaktion

VON DER KUNST UND DEM MEHR AN BEWUSSTSEIN Ginge uns etwas ab, wenn es keine Kunst mehr geben würde? Wenn Museen und Galerien leer wären, in Kirchen, Banken oder Büros jegliche Kunst verschwunden wäre oder in unseren Wohnungen keine Kunst mehr hängen würde? Vielen würde wahrscheinlich nichts fehlen, weil sich irgendeine Behübschung immer findet – mit Blumen oder Fotos. // Foto: Gerhard Berger

H

ätte Maria Lassnig nicht gelebt, niemand würde sie vermissen. Doch Maria Lassnig war. Die im Mai 2014 verstorbene Künstlerin gehörte zu den wichtigsten Malerinnen und Medienkünstlerinnen in Österreich. Sie sagte einst: „Es ist die Kunst, sie macht den Geist erst hungrig und dann satt!“ Das Wissen um Kunst hat mit Bewusstsein zu tun. Mit dem bewussten Wissen, dass es etwas gibt, was mir inmitten der Konflikte und Nöte der Welt einen Zugang zu einem anderen Leben ermöglicht. Die Kunst allein ändert nichts an der weltlichen Lage, aber sie macht uns bewusst, dass diese Lage nur ein endlicher Moment ist und sich immer wieder ein neuer Horizont auftut. Die Kunst macht uns bewusst, dass es mehr gibt. Sie ist eine subversive Technik, die uns Augen und Ohren öffnet. Wie wichtig unser Gehörsinn für unsere Wahrnehmung ist, erfahren Sie im Audioversum auf Seite 4–6. Dort wird die Parallelwelt zwischen Kunst und Technik beschrieben, in der sich auch der Tiroler Künstler Rens Veltman bewegt. Der „Poet der

Technik“ zeigte heuer zwei Ausstellungen in Innsbruck und ist porträtierter Künstler im Heft. Was Kunst mit uns macht und wie viel Positives sie in uns bewirken kann, wird in der Kolumne auf Seite 22 erklärt. Auch wenn sich Kunst hier nur im Nanoradius bewegen kann, wird sie optisch und inhaltlich aufbereitet und breit gestreut, um für jeden gut wahrnehmbar zu sein. Ein ganzes Heft im A3-Format gibt der Kunst Raum und zeigt, wie viel unser Land davon zu bieten hat. Vielleicht entdecken Sie da und dort ein kunstvolles Irritationsmoment? Das ist Absicht, weil Kunst eine bewusstmachende Unruhestifterin sein soll. Vorrangig jedoch ist das Heft ein Plädoyer für die engagierten Galerien und Kunstinstitutionen Tirols. Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihre

Julia Sparber Kulturredaktion

INHALT

04 08 12 13 14 15 16

Zwischen Kunst und Technik

21

Ein Poet der Technik

22

„Ich bin wahr geworden“

22

Galerie Rhomberg

23

Getanzte Versicherung

24

Versuch einer „sicht- und hörbaren“ Annäherung Porträt des Tiroler Künstlers Rens Veltman Porträt des Osttiroler Künstlers Hans Salcher Architektur- und Fotokunst Christian Steinmayr und sein Engagement für die TanzCompany Innsbruck

Gesamtkunstwerke für Körper und Raum

Goldschmiede Schneider-Rappel in Schwaz

Symbiotische Verbindung aus Kunst, Design & Technik

Themenausstellung bei „styleconception.designart“

17 18 19 20

Premierentage

Wege zur Kunst

Stadtmuseum Kitzbühel

Besuch bei Alfons Walde

Galerie Unterlechner Schwaz

25 26 27 28 29

Salzraum Hall

30

29 Galerien bzw. zu Galerien adaptierte Räume werden von ca. 70 Künstlern und ihren Werken belebt, sowie Kunst an Plätzen im öffentlichen Raum umgesetzt: Malerei, Fotografie, Skulpturen, Installationen und Großprojektionen im Außenbereich. Ein besonders prägnantes Zeichen wird mit einem 3-D-Streetart-Projekt der international tätigen Straßenmalerin Lydia Hitzfeld verwirklicht, das sich über eine Hausfassade samt Straßenabschnitt erstrecken wird. Die KUNSTSTRASSE 2014 wird mit heimischen und internationalen Künstlern, wie etwa Laura Manfredi, Claudia Mercadier, Tatyana Leys, Ivo Rossi Sief, Josch H. Pfisterer und Helmut P. Ortner, besetzt sein. Zur Eröffnung am Freitag, den 17. Oktober um 19 Uhr bildet die Doppelperformance „FeuerzeichNen“ der Feuerkünstler Ursula Beiler und Gebhard Schatz sowie Claudia Beilers Sternen-Feuer-Tanz den Auftakt. Musikalische Eröffnung von „The Jax – Jacqui und Alex Rankl“. Eine 9-köpfige Künstlergruppe gestaltet eine interaktive Liveperformance mit Musik und Projektion „Frei im ZEICHEN der KUNST”. Zu Lesungen wird in die Wortgalerie geladen. Dem KINDL[ICH]T-Projekt, in dem sich Kinder und Jugendliche kreativ-künstlerisch mit dem Thema FreiZeich[N]en auseinandersetzen, ist eine eigene Kinder- und Jugendgalerie gewidmet. TERMIN: Freitag, 17. Oktober, um 19.00 bis 24 Uhr Samstag und Sonntag, 18./19./25./26. Oktober jeweils von 16 bis 20 Uhr www.kultur-imst.at

Italienische Kunst neu entdecken.

Kolumne: „Was Kunst mit uns macht“

Und warum sie heilsam ist

Kunstraum Innsbruck

Internationale zeitgenössische Kunst im „white cube“

Land Tirol

Vom Rundwanderweg bis zum Forschungszentrum

Altstadt Galerie Hall

Abstraktes und Gegenständliches

Galerie Nothburga

Zweier-Beziehungen

Galerie am Polylog

Zeitgenössisches in Wörgl

Galerie GuggiART Kunstraum Imst

Herzerfrischende Strukturen

Kunstevents am 23.

Hall ein UNESCO-Weltkulturerbe?

Kilometro Zero

Die KUNSTSTRASSE IMST bietet auch 2014 mit Anspruch und innovativen Impulsen ein hochwertiges Programm, das dem Thema entsprechend ein nachhaltiges Zeichen in der Kulturlandschaft hinterlassen soll. Im Oktober steht heuer das Thema FreiZeich[N]en im Mittelpunkt der Veranstaltung des Kulturreferates der Stadtgemeinde Imst.

Galerie Gaudens Pedit

Dolomiten Domino 2

ART Innsbruck

Die Innsbrucker Kunstmesse erweitert ihr Programm

Kunst zum Lesen

Kunstvolle Buchempfehlungen

IMPRESSUM Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova corporate publishing, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088, E-Mail: redaktion@econova.at Gesamtkoordination: Julia Sparber // Grafik: Sophie Frenzel Druck: Radin-Berger-Print GmbH // Jahresabo: EUR 25,00 (14 Ausgaben) Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. // Grundlegende Richtung: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Titelbild: Rens Veltman: „Temporäres Atelier“ zur Ausstellung „Loop“ im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Quellen: „Technik und Kunst: Wechselwirkungen und Bezüge“ von Bernd Schabbing, Waxmann-Verlag 2008 // „Gefühlsecht“ von Hubertus Breuer, profil 20 // Psychologie heute: Martin Hecht „Schönheit heilt“ // „Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders“ – Kunsttheoretische Aufsätze von W. H. Wackenroder aus 1796 // www.hhesse.de

www.econova.at www.facebook.com/econova.at

eco.nova 3


Das Linzer Ars Electronica Center

eco.kunst

ZWISCHEN KUNST UND TECHNIK Künstler wollten seit jeher ihre Kreativität strukturieren, um sie nachvollziehbar zu machen. Der „Kanon der Künste“ ist nur ein Beispiel, dass die Bildende Kunst ohne Proportionslehre und Maßeinheit nicht existieren könnte. Mit zunehmender Technisierung der Kunst wurde aber auch die Technik an sich zur Kunst erhoben. Der Versuch einer „sicht- und hörbaren“ Annäherung an Kunst, Technik und Kunstbetrieb.

L

eonardo da Vinci kombinierte die Genres Kunst und Technik wie kein Zweiter: Er war Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph und gilt als der berühmteste Universalgelehrte aller Zeiten. Wir wollen uns hier aber im Heute an Kunst und Technik annähern und zum Beispiel da Vincis letztes Abendmahl bei 1.000 Megapixeln unter die Lupe nehmen: Im Ars Electronica, dem Linzer Center für die Hightechwelt von heute, wird seit 1996 die Verbindung von Kunst und Wissenschaft eindrucksvoll aufbereitet. Auf 6.500 Quadratmetern besticht das Haus durch eine funktionale und optisch überzeugende Architektur. Der inhaltliche Fokus des Ars Electronica Center liegt auf „Atelier und Labor zugleich“: Ausstellungen und Forschungsworkshops als Vermittlungsformate erschließen interaktive Szenarien im aktiven Experiment. Ein kunstvolles Zunutzemachen der Technik zeigt sich im deep space des Ars Electronica Center. Auf einer 16 x 9 Meter großen Leinwand wird das Letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci sowie die Christuspassion von Gaudenzio Ferrari projiziert, um die kleinsten, faszinierenden Details der beiden Kunstwerke sichtbar zu machen. Eine kunsthistorische Spurensuche, die Details enthüllt, die dem menschlichen freien Auge für immer verborgen bleiben würden ... >

Leonardo da Vincis „last supper“ im Ars Electronica

TECHNIK IN DER FOTOKUNST

Elfie Semotan, 2002: O. T. aus der Serie Präraffaeliten, New York

Die Fotografie ist ein technisches Kunstgenre: Eine lichtgebende Methode, die anhand eines optischen Verfahrens ein Lichtbild auf ein lichtempfindliches Medium projiziert, direkt und dauerhaft im analogen Verfahren speichert oder in elektronische Daten umwandelt. Erfunden vor 175 Jahren wurde die Fotografie zunächst zur großen Konkurrenz für die Malerei, aber auch vom Vorwurf begleitet, nur ein Produkt der Technik zu sein, ohne eigenständigen künstlerischen Wert. Inzwischen ist aber längst unbestritten, dass Fotografie zur Kunst zählt und die Wirkung eines Bildes nicht durch Technik allein zustande kommt. Subjektive Vision, handwerkliches und künstlerisches Geschick der/des Fotografen lassen Fotos mit individueller Note entstehen. Ein Bild der österreichischen Fotografin Elfie Semotan dient als Beispiel, wie subtile Lichtregie und inszenierte Technik zu einer poetischen, fotografischen Bildsprache vereint werden können. Elfie Semotan beherrscht die technischen Möglichkeiten der analogen und digitalen Fotografie, ohne der Versuchung totaler Manipulation durch die raffinierten Möglichkeiten digitaler Technik und Bildbearbeitung am PC zu unterliegen. Sie spielt mit Schärfe und Unschärfe, mit Farbbrillanz, Detailpräzision und dem Schimmer des Unperfekten, der ihren Bildern Plastizität und sinnliche Ausstrahlung verleiht.

SOCIAL MEDIA IM KUNSTBETRIEB

Das World Wide Web – die herausragende technische Innovation des letzten Jahrhunderts – ist das über Internet abrufbare System von elektronischen Hypertext-Dokumenten, sogenannten Webseiten. Das WWW beeinflusst sämtliche Bereiche des menschlichen Lebens, hat vor allem die Möglichkeiten der Kommunikation entscheidend erhöht und auch den Kunstbetrieb völlig verändert. Künstler bedienen sich im Internet, sie binden neue Technologien in ihre Arbeiten ein und präsentieren sich im Netz (YouTube, Flickr, Vimeo). Wer auf keiner Social-Media-Plattform vertreten ist, macht kaum von sich reden. Aber auch für den Kunstkonsumenten ist die Technik unverzichtbar geworden. Die virtuellen Kunstmärkte haben gegenüber direkten Auktionen einen ungeheuren Wettbewerbsvorteil – schneller und mehr geht live einfach nicht. Als erfolgreichstes Beispiel gilt die vom britischen Sammler Charles Saatchi gegründete Plattform www.saatchiart.com. Über 60.000 Künstler stellen hier ihre Werke aus und bieten sie zum Verkauf an. Virtuelle Ausstellungen, Wettbewerbe und Auktionen sind auf dieser Seite im Netz kein Problem und kommen der „echten Welt“ schon sehr nahe. 2006 gegründet, verzeichnet saatchiart heute mehr als 73 Millionen Aufrufe pro Tag. Das persönliche Netzwerk, um Kuratoren, Verkaufsgalerien oder vermittelnde Vereine zu finden, erklärt www.wooloo.org zum Auslaufmodell. Auf dieser Seite kann man sein eigenes Onlineprofil erstellen, seine Arbeiten hochladen und sich finden lassen. Oder eben den geeigneten Projektpartner für sich suchen. Die Zielgruppe ist genau definiert, denn nur Interessierte klicken hier rein und die wöchentlichen Newsletter promoten die eigene Kunstarbeit automatisch – ohne kostenintensiven Postversand. // Foto: Mohr Design / WDR Fotogalerie

4 eco.nova


eco.kunst

DIE UNS BEKANNTEN SINNLICHEN WAHRNEHMUNGEN – SEHEN, HÖREN, FÜHLEN – ZU UNTERSUCHEN UND DIESE KUNSTVOLL AUFZUBEREITEN, IST KEINE NEUE, ABER EINE NIEMALS ENDENDE IDEE.

Roboterwesen „Nexi“: Ohne das menschliche Ohr, das entsprechende Signale in der Schaltzentrale Gehirn auslöst, bleibt ein Roboter also immer nur ein künstliches Wesen, das an das Original Mensch nicht herankommt.

... ein anderer menschlicher Sinn wird in einem einzigartigen Museum in Innsbruck technisch als auch kunstvoll unter die Lupe genommen: Im Audioversum wird das menschliche Hören zur Kunstform und die Technik im Ohr kreativ vermittelt.

AUDIOVERSUM INNSBRUCK – DAS HÖREN VERSTEHEN

Seit Februar 2013 besteht das Audioversum in der Innsbrucker Wilhelm-Greil-Straße. Das Science Center der Firma MED-EL, dem weltweit führenden Hersteller von Hörimplantaten, ist eine facettenreiche Welt des Hörens. Das vollständig umgebaute Haus erfüllt alle Voraussetzungen für ein modernes Wissenschaftszentrum, das sich auch in der Architektur dem Thema Klanglandschaften in Form und Farbgebung anpasst. In Zusammenarbeit mit ARS Electronica in Linz entstanden hervorragende Exponate des Hörens, die in Europa einzigartig sind. In der interaktiven Ausstellung aus 13 Stationen wird zum Beispiel anhand einer „Haarzellen-Musik“ erklärt, wie die 16.000 bis 20.000 Haarzellen in der sogenannten Hörschnecke Gehörtes umsetzen. Bei leichtem Biegen der einzelnen Haarzellen erklingen unterschiedliche Frequenzbereiche aus Beethovens 9. Sinfonie, die gleichzeitig in prächtigen Farben erscheinen.

muss der Besucher des „Binauralen Spieles“ möglichst viele virtuelle Vögel fangen. Per Kopfhörer hören die Spieler Vogelgezwitscher, dem sie so lange folgen, bis sie den jeweiligen Vogel wegflattern hören. Anhand des Vogelbeispiels wird das räumliche Hörvermögen trainiert und dargestellt. Warum können Menschen hören? Stimmen, Geräusche oder Klänge wahrzunehmen, erscheint uns oftmals als selbstverständlich. „Ziel des Audioversum ist es, darüber aufzuklären, welche Bedeutung das Hören für die Lebensqualität des Menschen hat und wie der Hörsinn funktioniert“, erklärt Dr. Christina Beste, Leiterin des Audioversums. Ziel des Hörmuseums ist es, das alltägliche Hören als Abenteuer zu begreifen und sich interaktiv damit auseinanderzusetzen. Erbsen in den Ohren? Der lapidare Satz ist oftmals Ausdruck einer Hör-Beeinträchtigung, die für viele Menschen ein massives Problem ist. Auch dies wird im Audioversum sensibel näher gebracht. Im Soundlab kann mit Schall und Klängen experimentiert werden, die Wirkung der menschlichen Stimme wird in speziellen Workshopangeboten analysiert. Auf über 1.000 Quadratmetern Aus-

stellungsfläche werden das Phänomen Hören und die vielfältigen Funktionen des menschlichen Hörsinns, die sich in unseren Ohren verbergen, für alle Altersgruppen aufbereitet.

EIN ROBOTER ALS TECHNISCHER MENSCH?

Künstler Rens Veltman entwarf indes eine Malmaschine, um zu zeigen, dass diese doch nur der verlängerte Arm des Künstlers sein kann. Der in dieser Ausgabe auf den Seiten 8–10 porträtierte Künstler erhebt die Technik zur Kunst, um die menschliche Kreativität zu erforschen und neu darzustellen, jedoch nicht um diese zu ersetzen. Konklusion seiner technischen Arbeiten ist, dass der Künstler als Ideengeber unersetzlich ist, auch wenn die Umsetzung eine Maschine übernimmt. Kunst wahrzunehmen oder Kunst zu erzeugen, ist also letztlich nur für den Menschen möglich. In den technischen Labors der Roboterforscher werden aber auch Kunstwesen entwickelt, die Gefühle wie Freude, Trauer und Empathie empfinden, sehen, hören und Tätigkeiten ausführen können. Laut Roboterforscher Domenico Parisi können

Roboterwesen – wie der berühmte Nexi im Bild – Gefühle zeigen. Sie können auch Freude, Trauer oder Empathie in ihrem menschlichen Gegenüber erkennen. Jedoch nur vermeintlich, denn Roboter simulieren menschliche Emotionen nur. Wirklich fühlen können Roboter nicht. Angst, Eifersucht, Sehnsucht, Ärger oder Scham kann Nexi zwar vortäuschen, aber nicht nachspüren. Diese „Gefühlsarmut“ der Roboter hängt in erster Linie mit dem Gehörsinn zusammen, der in seiner Komplexität nicht einfach „eingebaut“ werden kann. Ohne das menschliche Ohr, das entsprechende Signale in der Schaltzentrale Gehirn auslöst, bleibt ein Roboter also immer nur ein künstliches Wesen, das an das Original Mensch nicht herankommt. Umgekehrt jedoch, also wenn einem Menschen das Gehör fehlt oder nicht mehr funktioniert, kann dieses vollwertig ersetzt werden. In der MED-EL-World im Audioversum wird erklärt, was die moderne Technik auf dem Gebiet der implantierbaren Hörlösungen leisten kann und wie das sogenannte Cochleaimplantat funktioniert, das den Menschen das Geschenk des Hörens wieder zurückgibt. >

AKUSTISCH SPEICHERN UND VÖGEL FANGEN

Kommen Geräusche im Hörzentrum (auditiver Cortex) an, ordnet unser Gehirn diese Töne gespeicherten Erinnerungen zu. Anhand dieser Installation können die Besucher des Audioversums ihren „akustischen Speicher“ testen, indem über Kopfhörer zufällig ausgewählte Geräusche auf einem gegenüberliegenden Bildschirm zugeordnet werden. Der schnelle Wechsel und die Verbindung zwischen Hören und Sehen stellt die Herausforderung dar. In der „Klangwelt“ können die Besucher Hand anlegen, um Lautstärke fühlen zu können. Die erfühlten Vibrationsstärken zeigen an, wie viel unser Gehör jeden Tag leistet und verarbeitet. Damit soll auch bewusst gemacht werden, dass ein MP3-Player oftmals dieselbe Lautstärke und Wirkung wie ein Presslufthammer haben kann. Aber auch Vögel fangen kann man im Audioversum: Innerhalb einer Minute

Die Ausstellungsobjekte in der „Klangwelt“ laden ein, die Lautstärken alltäglicher Gegenstände zu erfühlen.

Die Hauptausstellung „Abenteuer Hören“: Hier werden die Haarzellen im menschlichen Ohr simuliert. Mit jeder Berührung der Hörhärchen erklingen hohe und tiefe Frequenzen.

eco.nova 5


eco.kunst

Erlebnisstation Audioversum : Hier können die Besucher Infos auswählen, sehen und horchen. Das Hören verstehen – der Hörvorgang wird anhand einer virtuellen 3-D-Darstellung erklärt.

In Bruchteilen von Sekunden findet unser Gehirn in tausenden von Bildern die Ursache des Geräuschs.

DREIDIMENSIONALES, VIRTUELLES OHR

In einer weiteren Station im Audioversum wird das Ohr virtuell wahrnehmbar, indem Worte in ein Pultmikro eingesprochen und als Schwingungen in Echtzeit auf eine Leinwand projiziert werden. Der Besucher kann so verfolgen, wie Töne und Worte in den einzelnen Abschnitten des Ohres verarbeitet werden. Mit einem Steuerungsscreen wird gezielt durch das Ohr navigiert. Ausgestattet mit 3-D-Brillen, können Trommelfell und Hörnerv also direkt betrachtet werden. Die Welt zu hören ist demnach – natürlich neben dem Sehen – einer der wichtigsten Aspekte, um sich vollständig zu spüren und ausleben zu können.

ZIELE UND MOTIVE

Die Genres Kunst und Technik können nie richtig oder eindeutig zugeordnet werden. Ihre Verbindungen jedoch sind vielfältig und facettenreich, auch

6 eco.nova

wenn sie noch so gegensätzlich empfunden werden. Die Kunst will in erster Linie durch Überhöhung, Spiegelung oder Brechung einen ganz neuen Blick auf technische Realitätswelten erzeugen und damit einen Hinweis geben, was jenseits der vermeintlichen Realität ist oder sein sollte. Die Kunst sucht laufend nach neuen Ausdrucksformen, Materialien und Konzepten, aber auch nach Anlässen zur Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen in der realen Lebenswelt. Die uns bekannten sinnlichen Wahrnehmungen – Sehen, Hören, Fühlen – zu untersuchen und diese kunstvoll aufzubereiten, ist keine neue, aber eine niemals endende Idee: „Durch die Überformung oder Brechung der Realität sollen neue Impulse erzeugt, neue Denkansätze initiiert und auch eine ganz neue Sicht auf Realitäten ermöglicht werden“, schreibt Bernd Schabbing in seiner Festschrift über Kunst und Technik. In der Technik bildet die Exaktheit, Eindeutigkeit und Überprüfbarkeit den zentra-

len Inhalt. Die Kunst verfolgt das Ziel, das, was man gerade hört oder sieht, unberechenbar und mannigfaltig zu interpretieren. Der Betrachter erhält so die Möglichkeit, mit dem eigenen Auge zu sehen und mit dem eigenen Ohr zu hören, was Kunst sein kann und wie sich Kunst im tiefen Inneren anfühlt. In der Gegenüberstellung von Kunst und Technik wird auch immer wieder das „Infragestellen der Positionen des Einzelnen und der manchmal nur scheinbaren endgültigen Wahrheit der Wissenschaft aufgerufen“, so Schabbing. Zugleich aber werden Technikentwickler von Künstlern motiviert, weiter zu forschen und zu entwickeln, weil nie alles erfasst, systematisiert und gelöst ist. Kunst fördert den Blick und das Gehör für noch verbleibende Entwicklungsfelder und präsentiert kreative Freiräume, die rein technisch, aber auch kunstvoll aufgeladen wahrgenommen werden können. Welches Genre für das menschliche Ohr und Auge bereichernder

ist, sei jedem selbst überlassen. Fest steht aber, dass das eine ohne das andere nicht bestehen kann.

AUDIOVERSUM INNSBRUCK

Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck Tel.: 05 77 88 99 www.audioversum.at Öffnungszeiten: Di. bis Fr. von 9 bis 17 Uhr, Sa./So. von 10 bis 17 Uhr Mo. geschlossen Veranstaltungen im Audioversum: Theater After Work: „Der Menschenfeind – jeder hört, was er versteht“ WANN? 25. September, 2., 9., 16. und 22. Oktober 2014 um 20 Uhr Lange Nacht der Museen: „Abenteuer Hören für Nachtschwärmer“ WANN? 4. Oktober 2014, von 18 bis 1 Uhr



eco.kunst

Ein phantastisch-fanatischer Sucher nach den Facetten der Wahrnehmung: Rens Veltman

EIN POET DER TECHNIK Der Tiroler Rens Veltman ist ein Pionier in Sachen Kunst und Technik. Seit den 1970er-Jahren spiegelt er gesellschaftspolitische Fragen mit Computertechnologie und erforscht damit die menschliche Wahrnehmung. // Fotos: Wolfgang Lackner, Birgit Pichler, Rens Veltman

R

ens Veltman arbeitet in einem baufälligen Haus in Schwaz. Mehr Werkstätte als schickes Atelier. Ungeheizt, aber ein guter Experimentierraum, um an elektronischer Kunst zu tüfteln. Zwischen Kabeln, Computer, Werkzeug, Fotoapparaten, Regalen voller Fachliteratur und Vinyl-Schallplatten arbeitet der Künstler am technischen Konstrukt und an der Operationalisierung. Das einzige Interieur, das vom fanatischen, kunstvollen Tun ablenkt, ist die Kaffeemaschine. Espresso brodelt, verströmt seinen Duft und wirkt im Laufe des langen Gesprächs wärmend und inspirierend. Dem Künstler ist nicht kalt, in Hemdsärmeln meint er „spartanisch unterwegs“ zu sein. „Dieses Haus habe ich entrümpelt und teils notdürftig saniert. Hier hatten die Mäuse Kirchtag“, lacht er. Am Tisch Platz genommen, im Experimentierraum etwas ratlos umherblickend, die erste Frage: Welche Art von Kunst entsteht hier, Herr Veltman? „Meine Arbeit ist ein schwer zu durchdringendes Konstrukt“, so der Künstler selbst, der sich jeglicher vordergründiger Einordnung entzieht. Er agiert seit mehr als 30 Jahren völlig eigenständig, weil er seine vielseitigen Tools gekonnt mixt: Ein Technik- und Medienkünstler, der eigentlich von der Malerei kommt und ursprünglich am liebsten Bildhauer geworden wäre. Aber der Reihe nach: Rens Veltman bringt enormes Wissen zu

8 eco.nova

Kunst, Natur und Technik mit, das seinen Arbeiten die fundierte Basis verleiht. Um seine Kunst zu verstehen, muss man auch an die Basis zurückkehren – in seine Kindheit: Der Vater ein Niederländer, der selbst große Nähe zur Kunst und Naturwissenschaft mitbrachte und für den experimentierfreudigen Sohn großes Verständnis hatte: „Meine Eltern schenkten mir als Kind einen Radiomann – ein Elektronikbaukasten, mit dem

hat. „Dieses Geerdetsein hat mich beeinflusst und wohl deshalb habe ich meine Arbeit nie für den Kunstmarkt ausgerichtet.“ Rens Veltman hat keinen Galeristen, der ihn vertritt – „irgendwie käme ich mir kontrolliert vor. Natürlich hätte es auch Vorteile, doch die Vielseitigkeit geht damit zwangsläufig verloren.“ Das Betriebssystem Kunst, jenes hochkomplizierte Interessengeflecht aus Galeristen, Händlern, Mu-

„DIESES GEERDETSEIN HAT MICH BEEINFLUSST UND WOHL DESHALB HABE ICH MEINE ARBEIT NIE FÜR DEN KUNSTMARKT AUSGERICHTET.“ Rens Veltman

man selber ein Radio bauen konnte. Im Grunde war es ein Draht um eine Klorolle gewickelt und eine Diode. Mit einer Spule und einer rostigen Rasierklinge konnte man einen Radioempfänger basteln. Das war für mich so faszinierend, dass ich mich stundenlang damit beschäftigte.“ Die Mutter eine Schwazerin, die ihm ein Zugehörigkeitsgefühl zur Heimat vorlebte, das ihn später immer wieder einholen sollte und zeitlebens geprägt

seen und Sammlern, ist seine Sache nicht. Wer im Kunstbetrieb agieren will, muss sich ein klares Zuschreibungskonzept überlegen. Rens Veltman wählte die Autonomie.

ENTSTEHUNG DER VIELSEITIGKEIT

Eine weitere frühe Prägung war sein Kunsterzieher Josef Opperer im Schwazer Paulinum. Selbst Bildhauer und Maler, gehörte er zu den en-

gagierten Lehrern, die Kinder mit ihrer ganzen Leidenschaft förderten: „Unsere Klasse hat sich fast geschlossen der Neigungsgruppe Bildnerische Gestaltung angeschlossen. Opperer weihte uns in die verschiedensten Techniken ein, ließ uns aber auch freien Lauf.“ Dieser freie Lauf ließ in Veltman große Aufgeschlossenheit entstehen: Als Schüler widmete er sich Naturstudien – Steine im Vomperbach, Blumen, Wiesen und Landschaften faszinierten ihn – dem naturalistischen Vorbild des Vaters nacheifernd. „Mit 16 Jahren habe ich jeden Tag gezeichnet, gemalt und experimentiert.“ Später kam immer mehr der Hang zum Handwerk durch und er wollte Steine behauen, um abstrakte Formen entstehen zu lassen: „Ich habe im elterlichen Garten alte Grabsteine mit Hammer und Meißel bearbeitet.“ Der Werdegang zum Bildhauer schien vorgezeichnet.

DIE SUCHE NACH DEM KONZEPT

Die epische Erzählung von Hermann Hesse „Narziss und Goldmund“ faszinierte den jungen Rens Veltman: Die Gestalt des Goldmund wird zum Künstler, zum Bildhauer, dessen schönstes Werk, eine Johannesstatue, die Züge des Freundes Narziss trägt. Der alte Gegensatz zwischen dem Künstler und dem Denker, zwischen schöpferischer Gestaltung und denkerischer Durchdringung der Welt wird im Gleichnis von „Narziss


eco.kunst

und Goldmund“ zu einer Dichtung der Harmonie und der höheren Einheit. Eine Art von Einheit zu erlangen suchte Veltman Anfang der 1970er-Jahre an der Akademie für angewandte Kunst in Wien. In der Klasse Bildhauerei wurde er ohne Aufnahmeprüfung aufgenommen. Lehrer Wander Bertoni meinte es gut mit dem jungen Schwazer Künstler, der zunächst in Wien die große Welt sah: „Bertoni erkannte, welch ‚zartes Pflänzchen‘ ich damals war, trotzdem fühlte ich mich an der Angewandten orientierungslos.“ Rens Veltman modellierte in einer leeren Klasse, dabei wollte er sich mit anderen Künstlern austauschen, diskutieren, philosophieren. Wie zu Hause am Stammtisch in der Schwazer Eremitage: „Wien hat mich damals quasi abgeworfen. Es war mir zu grau, zu kalt, zu unfreundlich. Ich hatte Heimweh“, gesteht er. Zurück in der Heimat war sein erster Weg in die Eremitage. Dort traf sich die kreative Szene, um über Projekte zu sinnieren, die später Realität wurden. Eines war „die tabakfabrik – versuch einer phänomenologischen dokumentation“, das gemeinsam mit Jup Rathgeber und Alexander Rabalder am „Ofen-Tisch“ der Eremitage entstand. Entgegen dem Auftrag der Austria Tabakwerke AG, ein „Gemälde der Fabrik aus der Vogelperspektive“ zu erstellen, schuf der Künstler „eine bis an die Grenze der absoluten Objektivität gehende Dokumentation der über 400 Räume der Fabrik“, schrieb Kustos Günther Dankl im Studioheft des Tiroler Landesmuseums anlässlich der Veltman-Ausstellung „Loop“ Anfang 2014. Schon damals wollte der Künstler gesellschaftliche Gesetzmäßigkeiten mit dem Computer, der Maschine oder anhand von Fotografie darstellen, hinterfragen, widerlegen, verbinden. Inspiriert wurde er dazu bereits in den 1970er-Jahren durch die in der Innsbrucker Galerie im Taxispalais gesehene Ausstellung der amerikanischen Konzeptkünstler Sol LeWitt, Douglas Hueber oder Joseph Kosuth. Ihre Kunst bestand aus der Verbindung von naturwissenschaftlichen Methoden und Erkenntnissen, die Rens Veltman angezogen hatten. Aber auch die visuelle Poesie eines Heinz Gappymayr oder des selbst ernannten deutschen „Totalkünstlers“ Timm Ulrichs beeinflussten den Schwazer Künstler in seiner Suche nach einer eigenen Konzeptkunst.

SCHÄRFUNG DER WAHRNEHMUNG

In seiner biographischen Suche entschloss sich Rens Veltman, ehe er in Salzburg und Linz weitere Kunsthochschulen besuchte, auch für ein Studium der Psychologie an der Universität Innsbruck: „Für mich war es damals einfach ein weiterer Versuch, meine eigene Wahrnehmung zu schärfen.“ Nach rund einem Jahr wagte er aber erneut den Schritt nach Wien, um bei Oswald Oberhuber an der Meisterklasse für Gestaltungslehre „ein erhelltes Wien zu erleben, in dem ich offener angenommen wurde. Oberhubers Zugang war leichter, nicht so schwarzseherisch. Ich entdeckte auch zunehmend die Literatur zur Kunst wie zur Technik, die mich zum phantastisch-fanatischen Sucher machte.“ 1988 präsentierte er gemeinsam mit Rathgeber und Rabalder die Arbeit über die Schwazer Tabaktrafik unter denselben Bedingungen erneut – unter dem Titel „projekt die tabaktrafik – dokumentation einer dokumentation“ diesmal auch in der Galerie im Taxispalais. Anschließend gründete er gemeinsam mit seinem Bruder die Firma V&V, die sich auf Multimediaanwendungen und interaktive Informationsvermittlung spezialisierte. CD-Roms, Bücher und Präsentationsformen mit interaktiver Nutzung und künstlerischem Anspruch. Bis 1996 führten die Veltman-Brüder diese Firma gemeinsam, beteiligten sich an diversen Gruppenausstellungen, um dem entstandenen Konzept Ausdruck zu verleihen: Das Material wird virtuell, um das Virtuelle wiederum zu materialisieren. >

Temporäres Atelier im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum anlässlich der Ausstellung „Loop“ Anfang 2014

eco.nova 9


eco.kunst

Mensch und Maschine existieren in einer Parallelwelt, Rens Veltman eröffnet als Künstler dieses Dazwischen-Reich.

„ICH MÖCHTE DEN ELEKTRONISCHEN BAUTEILEN, DEN STEUERUNGEN, DIE ICH FÜR MEINE ARBEITEN VERWENDE, IHREN MASCHINENCHARAKTER NEHMEN UND SIE BELEBEN. WENN DINGE LEBENDIG WERDEN, BEGINNEN WIR NACHZUDENKEN.“ Rens Veltman

verleihen. Er konzentriert sich in seiner Computerkunst aber auch zunehmend auf sogenannte profane Gegenständen. Ein viel verwendetes Beispiel dafür ist die Kartoffel. Warum gerade dieses unscheinbare Nachtschattengewächs, Herr Veltman? „Die Kartoffel ist bescheiden, unspektakulär, weil sie nicht zu hart und nicht zu weich ist, weder zu nass noch zu trocken. Einfach ein guter Sensor.“ Seine letzte Ausstellung „Loop“ im Tiroler Landesmuseum war einem temporären Atelier gleichgesetzt, in das er lauter profanes Equipment mitbrachte: Zum Beispiel einen „Staubsauger-Roboter“, mit dem er die von der Suchmaschine Google verbotenen Wörter als Spuren aufsaugte. Die Ausstellung war eigentlich erst am Ende fertig: „Meine Projekte sind immer erst komplett, wenn die Ausstellung vorbei ist“, erklärt Rens Veltman einen Teil seiner Konzeptkunst.

DER GELENKTE ZUFALL

Der technische Künstler, der eigentlich aus der Malerei und der Bildhauerei kommt

DENUNZIATION DER AUTOMATISIERBARKEIT

Bei all seiner Beschäftigung mit der Technik und der Robotik begann er immer mehr auch das Menschliche, das ureigene Wesen des Künstlers zu hinterfragen. Mit „jonas oder der künstler bei der arbeit“ entstand ein Prototyp eines Roboters, der Bilder mittels gesteuerter Computerarme entstehen ließ. Veltmans Konzept zielte damit erstmals auf die Denunziation der Automatisierbarkeit ab: „Die letzte Bastion individueller Produktion und ihres emotionalen Gehaltes und die Substitution der Produzenten, pa-

10 eco.nova

radigmatisch für alle.“ Was hier sehr sperrig klingt, entwickelte Rens Veltman zur schlichten „Malmaschine“, die er als des Künstlers verlängerter Arm immer öfter einsetzte. In der Ausstellung „Ändere dich, Situation!“ in der Schwazer Stadtgalerie 2012 übernahm diese zuletzt die Kunstproduktion, um auf eine leicht zu verstehende Erkenntnis hinzuweisen: Bei aller Technologie spielt trotzdem der gestaltende Mensch die Hauptrolle. So fand Veltman zurück zur Malerei, zur zeichnenden Gestaltung, um dem direkten Wahrnehmungsphänomen in großformatigen Ölbildern Ausdruck zu

Grundsätzlich lässt Veltman gerne den Zufall für sich arbeiten, um ein möglichst unbeeinflusstes Ergebnis zu erzielen. Doch hat er im Laufe seiner künstlerischen Forschung gelernt, den Zufall zu lenken. Ursprung dazu war seine Arbeit „Random Pixels“ aus dem Jahr 1998, in der er die Bilddarstellung auf einem PC-Bildschirm als Illusion entlarven wollte. Veltman interessiert der Bluff, der unserem Gehirn vom Bildschirm vorgegaukelt wird. Er schaute in „Random Pixels“ sozusagen hinter den Bildschirm, ordnete jedem Bildatom einen Farbwert per Zufallsgenerator zu. Seine Behauptung: Wenn die zufällige Anordnung der Pixel eine unendliche Schleife durchläuft, dann ergibt sich am Bildschirm irgendwann ein direktes Abbild des Realen auf der Welt. Irgendwann also ergeben die Pixel ein reales Bild, das unsere menschliche Wahrnehmung decodiert. Einen ähnlich gelenkten Zufall hat Rens Veltman beim Hypo-Kunstkalender 2012 präsentiert, in dem er 15.000 private digitale Bilder von Landschaften und Familiensituationen per Zufallsgenerator auswählte und die 256 am häufigsten vorkommenden Farben errechnete. So entstand eine digitale Farbpalette für jeden einzelnen Monat pro Jahr, die ganz zufällig, doch durch die eigens errechnete Programmierung des Künstlers zustande kam.

DER MENSCHLICHE KÖRPER

„Lyrical lights“ nannte sich eine seiner Installationen zum menschlichen Körper, die im Rahmen seiner weiteren Einzelausstellung 2014 „infra und ultra oder colonise the dark“ im aut.architektur und tirol zu sehen war. Ein Paar spazierte durch den Raum und philosophierte über Wahrnehmung und seine allgemeine Existenz. Durchaus gängige Themen, die den Künstler seit jeher inte-

ressieren und gefangen nehmen, indem er sie mit Zeichnung, Malerei, Fotografie, Computer und Robotik zu fassen versucht. „Erhelle dir das Dunkel, erforsche das, was links und rechts deiner Wahrnehmung liegt, und wundere dich!“ So interpretierte der Künstler die Poesie, die in vielen technischen Dingen steckt: „Ich möchte den elektronischen Bauteilen, den Steuerungen, die ich für meine Arbeiten verwende, ihren Maschinencharakter nehmen und sie beleben. Wenn Dinge lebendig werden, beginnen wir nachzudenken.“ Der Künstler sieht das Rätselhafte in unserer Umgebung, erkennt das Undurchdringliche, je tiefer er blickt. Den Ausstellungstitel sah er als Aufforderung, das Dunkel zu erhellen und zu erforschen, denn links und rechts der Wahrnehmung liegt die Poesie. In den Arbeiten von Rens Veltman offenbart sich immer wieder, dass Mensch und Maschine in einer Parallelwelt koexistieren. Der Künstler treibt den Betrachter seiner technischen Kunst in ein Dazwischen-Reich. Was er zeigt, will nicht nur Kunst sein, so wie die reine Technik zu wenig Seele dafür hat. Rens Veltman spielt ein kunstvolles Spiel der freien, unfreien Kräfte, anmutig und zufällig zugleich.

RENS VELTMAN

1952 in Schwaz geboren Seit 18 Jahren mit Doris Veltman verheiratet, Vater von drei erwachsenen Kindern. Lebt und arbeitet in Schwaz. 1972/1978 Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, Hochschule für Musik und Darstellungen Kunst Mozarteum Salzburg und an der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz 2011 Tiroler Landespreis für zeitgenössische Kunst

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

• 2013/14 infra und ultra oder colonise the dark, aut.architektur und tirol, Innsbruck (Einzelausstellung) • 2013 Problem des Handlungsreisenden, Galerie der Stadt Schwaz (Einzelausstellung) • 2012/13 Lines on Limit, Zeitgenössische Zeichnung aus der Europaregion Tirol, Südtirol, Trentino, Hofburg Innsbruck • 2012 Ändere dich, Situation!, Galerie der Stadt Schwaz • hands have no tears to fow, Österreichischer Beitrag zur 13. Architektur-Biennale in Venedig • 2010 flatlands, Rabalderhaus Schwaz (Einzelausstellung) • 2009 the house is on the fire, but the show must go on, Kunstraum Innsbruck


bild: © jörn vanhöfen, Spanien #33 (Ausschnitt), 2003

FO.ku.s

Foto kunst stadtforum

jörN vANhöFEN GrENzENLOS 11. SEpTEMbEr – 8. NOvEMbEr 2014

FO.ku.s BTV stadtforum 1 6020 Innsbruck Telefon +43/(0) 5 05 333-1417 info@btv-fokus.at www.btv-fokus.at

Öffnungszeiten Mo bis Fr 11.00 – 18.00 Uhr, Sa 11.00 – 15.00 Uhr. Dauer der Ausstellung bis 8. November 2014. Eintritt frei.

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung: Samstag 18. Oktober 2014, um 11.00 Uhr. In der Langen Nacht der Museen ist die Ausstellung von 18.00 – 01.00 Uhr geöffnet. Schüler- und Gruppenführungen gerne auf Anfrage.


eco.kunst

„ICH BIN WAHR GEWORDEN“ Hans Salcher: Der Künstler und Mensch mit authentischem Ich. // Fotos: Martin Lugger Minimalistische Ergüsse auf Büttenpapier, denen intensive Gedanken und Gefühle vorausgehen.

Hans Salcher. Dichter, Denker und Maler.

I

„DER HERZSCHMERZ IST EIN GANZ EIGENER. WIE WEINEN AUF EINEM BLATT PAPIER.“

12 eco.nova

st es möglich, eine größenwahnsinnige Bescheidenheit zu leben? Ist eine gelassene Rebellion überhaupt möglich? Eine Ruhe, die dem Tun entspringt? Der Künstler Hans Salcher hat von allem ein bisschen. Ein Mensch voller Volumen und Stolz. Aufgewachsen auf einem Bergbauernhof in Bamberg im Osttiroler Pustertal, arbeitete er 23 Jahre lang als Mautner auf der Bergstraße zum Hochstein-Gebiet. Der Künstler erzählt echt und unverfälscht im Osttiroler Dialekt: „Da kam oft stundenlang niemand vorbei. In dieser Zeit kamen viele Gedanken, die zu Bildern und Gedichten wurden.“ Das Mauthäuschen diente als Atelier, in das er Vorbeikommende gerne einlud. Dort wurde gegrübelt und diskutiert, so lange bis aus Assoziationsketten minimalistische Sprüche entstanden: „Sei lieb zum Berg. Er ist alt.“ oder „Sei Mensch. Steine haben wir selbst.“ schrieb der Mautner vom Hochstein, der schon bald als „Philosoph fürs Bescheidene“ weitum bekannt wurde. In dieser Zeit ist in ihm ein tiefes menschliches Verständnis gewachsen: „Ich finde es abstoßend, wenn Menschen nur auf sich schauen. Die meisten übersehen in ihrer Gier nach Macht und Anerkennung, wie sehr sie ihr eigenes Ich verlieren.“ Sein Ich hat sich Hans Salcher stets bewahrt. „Es gibt Dinge, die man einfach tut, weil sie aus einem heraus wollen. Bei mir ist es das Schreiben meiner Gedanken und das Malen. Zehn Stunden am Tag, 300 Tage im Jahr. Das ist mein Leben. Hier in Lienz, in meinem Atelier.“ Hans Salcher malt auch, während er spricht. Aus ein paar Pinselstrichen entsteht ein Hase mit langen Ohren: „Schau, wie lustig, der gefällt mir. So einfach und doch so schön. Da brauche ich keinen Kunsthistoriker, der mir einen Hasen in einer abgehobenen Sprache erklärt.“ Von Kunstkritik hält er rein gar nichts. Die großen Hymnen auf die Künstler sind für ihn die reine Lüge. Seine Kunst wurde oft kritisiert, Bruder Lois hingegen als Kunsterzieher und befähigter Künstler gefeiert. „Er hat sein Talent in einer anderen Form genutzt, während ich ein Freigeist blieb. Die studierte Malerei ist nichts für mich.“ Hans Salcher bezeichnet sich als „Skeptiker des Lernens“, weil für ihn Lernen nur mit der gelebten Erfahrung funktioniert. Er meint, wer nur lernt, um im Leben systematisch voranzukommen, wird nie wirklich etwas können. Salchers Können in der Kunst entstand aus dem wahren Leben, das auch mit Trauer, Verletzungen und großen körperlichen Gebrechen verbunden war.

DER KÜNSTLER ALS MINIMALIST

„Kein überflüssiger Strich soll gemalt werden.“ Seine Striche zeigen das Wesenhafte eines Objektes. Das Formale wird reduziert, jedoch nicht unkenntlich gemacht. Jede einzelne Linie hat ihre Bedeutung und wird mit viel Gefühl und Emotion aufgeladen. In seinen Pinselstrichen spürt man Kraft und innere Klarheit: „Ich bin wahr geworden“, sagt er. Bei Hans Salcher sitzt jeder Strich. Eindringlich und berührend malt er Mensch und Natur in Schwarz, Rot, Gelb und Blau. So reduziert wie die formale Herangehensweise ist auch seine Farbpalette. Üppig nur seine Vorliebe für klassische Musik – Händel und Bach ertönen bei Hans Salcher vom alten Plattenspieler – und seine Haartracht. Das graue Haupt als „ein kultiviertes Kunstwerk, weil man muss ja eigenartig bleiben.“ Diese seine Eigenartigkeit ist bis zu einem Mäzen vorgedrungen: Der österreichische Red-Bull-Magnat Dietrich Mateschitz suchte den Künstler vor mehr als sechs Jahren persönlich auf: „Er ist in Nikolsdorf mit dem Hubschrauber gelandet und in mein Atelier gekommen. Da ist er gesessen, wo du jetzt sitzt. Und zwei Schalen Kaffee hat er getrunken“, erzählt der Künstler. Gegangen ist Mateschitz mit mehreren gekauften Salcher-Bildern unterm Arm und einer Zusage des Künstlers, künftig für Servus TV und Magazin zu arbeiten. Seither stammen zahlreiche Grafiken im TV und im Magazin des Getränkeherstellers vom Osttiroler Künstler Hans Salcher. „Natürlich ist auch mein Bekanntheitsgrad dadurch gestiegen. Doch diesen habe ich nicht gesucht, der ist durch mein leidenschaftliches Tun von selbst gekommen.“ Allerdings hilft der Künstler auf Facebook kräftig nach und postet für 2.462 Freunde, die täglich mehr werden. Aber auch hier spricht er eine reduzierte Sprache: „Im Himmel stirbt man nicht“, so ein Beispiel seiner Wortschöpfung auf der Social-Media-Plattform. Man glaubt Hans Salcher, dass er nicht von sich aus sucht. Er nimmt das Leben als Geschenk. Er kommt ohne instrumentalisiertes Wissen und Kalkül aus. Er überrascht mit einer Schlichtheit, die mitten ins Herz geht und zum Denken anregt. Seine Botschaft wird mit wenigen Strichen klar, denn er gibt seine ganz persönliche Sicht der Welt weiter. „Und dabei vergesse ich nie zu lachen und mein Ich zu leben.“ Ein eigenartiger Mensch und Künstler im wahrhaften Sinne.


eco.kunst

Turm- und Wolkengebilde von Hans Peter Petri

ARCHITEKTUR- UND FOTOKUNST Die Galerie Rhomberg ist im Einrichtungshaus Kranebitter in der Innsbrucker Templstraße integriert und der Galerist, Einrichtungshausbesitzer und Sachverständige Clemens Rhomberg vereint somit mehrere Genres: „Kunst und Wohnen sind zwei getrennte Bereiche, die doch nicht voneinander getrennt werden können.“ Er liefert Wohnkultur für Individualisten und qualitativ hochwertige Kunst.

D

ie nächste Ausstellung in der Galerie Rhomberg gestaltet Hans Peter Petri. Ein Architekt, der 2009 als autodidaktischer Zeichner begann. Seither ist ein Konvolut von über 1.000 Zeichnungen entstanden. 2013 ließ er einen eigenen, 365 Zeichnungen umfassenden Zyklus mit Türmen entstehen. 2014 folgte ein weiterer mit Wolken („Clusters“), die ab 26. September gemeinsam ausgestellt werden. Die 60 Blätter aus dem Turm-Zyklus und die 200 Wolken-Zeichnungen zeigen sehr ansprechende Einblicke in die Turm- und Naturfantasien eines Künstlers mit Architekturhintergrund. Sie oszillieren zwischen geometrischer und organischer Struktur und können als Phantasie oder konkrete Utopie in einem Transferprozess in Architektur umgewandelt werden. Sie stehen aber auch für eine Vision, die in ferner Zukunft Häuser organisch wachsen lässt und deren Türme sich wie bei Pflanzen oder Kristallen bilden. Die Beschäftigung des Künstlers mit Paradoxien spiegeln sich in den Zeichnungen wider. Hans Peter Petri wechselt die Perspektiven und kreiert vielschichtige Strukturmuster, die völlig neue Einblicke auf Turm- und Wolkengebilde eröffnen. Seine Zeichnungen befinden sich in der Sammlung der Albertina, im Kupferstichkabinett der Akademie der Bildenden Künste in Wien, im deutschen Architekturmuseum in Frankfurt und in privaten Sammlungen.

PAUL ALBERT LEITNER

Voll mit Inspirationen, einem breiten Motivfundus, Papier- und Fundstücken, nostalgischen Einflüssen der 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahre, der englischen Variante der Pop-Art sowie mit Erinnerungen eines obsessiven Künstlerlebens beladen, beginnt Leitner eine neue Werkphase mit Collagen und Oil-Pastel-Arbeiten. Die Selbstporträts stehen formal konträr zum fotografischen Programm des Künstlers. Mit einem neugierig-offenen Blick auf die Erscheinungen des Alltags und eben oftmals ohne großes, inszenierendes Zutun fotografiert er an allen Ecken und Enden der Welt aus einer unmittelbar empfundenen Notwendigkeit heraus Ephemeres und Bedeutendes. Nach einem Aufenthalt als „artist in residence“ im Londoner East End 2013 und Visiten in Liverpool und Manchester kehrte Fotokünstler Paul Albert Leitner mit vielen neuen Motiven zurück. Die Galerie Rhomberg präsentiert ab 6. November das Ergebnis dieser Reise. Seit Anfang des Jahres gestaltet Galerist Clemens Rhomberg auch die Ausstellungen für den Kitzbühel Country Club. Er kuratiert ein auserlesenes Ausstellungsprogramm, das vom berühmten Wiener Aktionisten Hermann Nitsch bis zu einem der bekanntesten Kunstfotografen Amerikas, David LaChapelle, reicht. Vom 28. September bis 27. November 2014 wird die Malerei des österreichischen Künstlers Manfred Schluderbacher im Kitzbüheler Country-Club präsentiert.

GALERIE RHOMBERG

Templstraße 2-4, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/588080 rhomberg@galerie-rhomberg.at www.galerie-rhomberg.at Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. von 9:30 bis 18 Uhr, Sa. von 9:30 bis 12:30 Uhr sowie nach Vereinbarung Kommende Ausstellungen: Freitag, 26. September 2014, 19 Uhr: Vernissage Hans Peter Petri „Türme und Wolken/Zeichnungen“ es spricht Markus Mittringer bis 31. Oktober 2014: Hans Peter Petri: „Türme und Wolken / Zeichnungen“ 6. November 2014 bis 17. Jänner 2015: Paul Albert Leitner Ausstellungen im Kitzbühel Country Club, Kitzbüheler Str. 53, 6370 Kitzbühel bis 27. November 2014: Manfred Schluderbacher: „Neue Bilder“ Paul Albert Leitner: „Self-portrait whilst Paul Albert Leitner was staying at Wrexham Road Studio in Bow, East London”, November 7/2013, C-Print

eco.nova 13


promotion

GETANZTE VERSICHERUNG Tanz als darstellende Kunstgattung, die Inspiration in Bewegung umsetzt. Tanz als soziales Phänomen und als Gefühlsausdruck voll von emotionaler Spontanität

rique Gasa Valga: „Wir unterstützen ein junges, dynamisches Team, das Weltklasse aus 13 Nationen nach Innsbruck bringt. Der hohe Anspruch an Einsatz und Qualität der Tänzer entspricht auch unserem Leitbild.“ Der Sohn folgt somit der sportlichen Tradition des Vaters und eröffnet eine zeitgemäße Dimension: „Die TanzCompany ist mittlerweile ein einzigartiges Tiroler Kulturgut, das Raum für Experimentelles und Neues schafft.“

VERSICHERUNG SCHÄTZT WERT

Wert und Risiko in Balance zu halten und seinen Kunden Wertschätzung entgegenzubringen, sieht Christian Steinmayr als Hauptaufgabe seines Versicherungsunternehmens. Steinmayr & Co lädt seine Kunden zu den Tanztheater-Premieren ein, organisiert ein Treffen mit den Cho-

reographen und stellt die Tänzer vor, die sich von ihrer persönlichen Seite zeigen: „Das kommt sehr gut an und fördert die Kommunikation zwischen Unternehmen, Kunden und Künstlern.“ Eine weitere Kommunikationsleistung ist der packende Werbespot, der die Partnerschaft zwischen Steinmayr & Co mit dem Tanzensemble repräsentiert: Der Tiroler Andreas Hafele, Capo der Filmproduktionsfirma Hafzoo, entwickelte einen Kurzfilm, um die Facetten des Versicherungswesens eindringlich darzustellen. Versicherungsfälle werden bebildert und mit Tanzsequenzen verbunden. Der Tiroler Musiker Peter Kollreider schuf die rhythmischen Kompositionen für den Werbespot der „getanzten Versicherungsfälle“. Steinmayr & Co ist ein Beispiel für Kultursponsoring im besten Sinne. Christian Steinmayr und Michael Perlornigg mit dem Tanzensemble des Tiroler Landestheaters

Das Maklerunternehmen Steinmayr & Co als offizieller Partner der TanzCompany des Tiroler Landestheaters. // Fotos: Patrick Saringer

V

or fast 40 Jahren gründete der erfolgreiche österreichische Radrennfahrer Wolfgang Steinmayr eines der ersten Versicherungsmaklerunternehmen Österreichs in Innsbruck. Der Name Steinmayr wurde jahrzehntelang mit der Absicherung von österreichischen Renommeebetrieben und Großveranstaltungen verbunden. Sohn Christian Steinmayr führt das Versicherungswesen zu einer neuen Dimension – mit kultureller Dynamik. Seit

2010 erweitert Christian Steinmayr das Versicherungsportfolio: Gemeinsam mit Michael Perlornigg gründete er das Maklerunternehmen „Steinmayr & Co Insurance Brokers“ für Gewerbe- und Industriekunden sowie für die Abwicklung von Spezialrisiken und Rückversicherungsverträgen. Damit verband er eine einzigartige, dynamische Kulturidee: Steinmayr & Co ist seit rund einem Jahr Hauptsponsor der TanzCompany des Tiroler Landestheaters unter der Leitung von En-

STEINMAYR & CO. INSURANCE BROKERS GMBH Meraner Straße 1, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/239280, info@steinmayr.co, www.steinmayr.co

KULTUR ERLEBBAR MACHEN Der Kultur- und Kunstgenuss gehört für viele Menschen zum Wohlfühlen dazu. Die Ansprüche an Qualität und Einzigartigkeit sind dabei spürbar gestiegen. Modernes Kulturmanagement lässt sich mit viel Fachwissen allerhand einfallen, um kulturelle Highlights für alle Sinne zu bieten. KULTURMANAGEMENT LERNEN

K

ulturell können wir in Österreich aus dem Vollen schöpfen. Ganze Epochen hinterließen ein Kulturerbe, das jedes Jahr fast 25 Millionen Gäste aus der ganzen Welt begeistert. Das vormals leicht verstaubte Image klassischer Theater oder Opern ist dabei längst passé: Innovative kulturelle Angebote in einzigartigen Landschaften und Locations bieten Unterhaltung und außergewöhnliche Erlebnisse auf höchstem Niveau.

KOMPOSITION VON A BIS Z

Voraussetzung für ungetrübten Kunst- und Kulturgenuss ist, dass im Hintergrund alles wie am Schnürchen läuft. Wie sagte schon Karl Va-

14 eco.nova

Für alle, die organisatorisch und administrativ im Kulturbereich Karriere machen wollen, gibt es am WIFI Innsbruck jetzt die passende Weiterbildung. Beim Diplomlehrgang Kulturmanagement erarbeiten Sie sich das Rüstzeug, um Kunst und Kultur zielgruppenorientiert und wirtschaftlich umzusetzen. Eingebettet in vielfältige Praxisübungen und Exkursionen vertiefen Sie sich in die österreichische Kulturlandschaft und Kulturpolitik, lernen Veranstaltungen und Künstler/innen gekonnt zu managen und eignen sich Grundlagen in finanziellen und rechtlichen Belangen an.

lentin: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“ Um spannende Ideen sowohl künstlerisch als auch wirtschaftlich perfekt in Szene zu setzen, braucht es ein tiefes Verständnis, ausgeprägtes kommunikatives Können und gleichzeitig fundiertes wirtschaftliches und rechtliches Knowhow.

ZEREMONIENMEISTER DER KULTUR

Institutionen wie Theater und Konzerthäuser, Festivals sowie Gemeinden und Tourismusregionen dürfen bei der Umsetzung kultureller Projekte nichts mehr dem Zufall überlassen. Qualifizierte Kulturmanager/innen sind gefragt, die mit Know-how der Kunst- und Kulturszene, dem

absoluten Verständnis für Kunstschaffende und Fingerspitzengefühl das vielfältige österreichische Kulturleben wieder und wieder ein Stück weiter entwickeln.

Informationen: WIFI Innsbruck, Alexandra Schinnerl, Tel.: 05 90 90 5 – 7299, alexandra.schinnerl@wktirol.at tirol.wifi.at

DIPLOM-LEHRGANG KULTURMANAGEMENT

23.02.2015 bis 12.12.2015 Mo. und Fr. von 18 bis 22 Uhr, Sa. von 9 bis 17 Uhr, lt. Programm Informationsveranstaltungen: 02.12.2014, 18.30 Uhr 13.01.2014, 18.30 Uhr 03.02.2015, 18.30 Uhr Information und Anmeldung: WIFI Innsbruck, Tel.: 05 90 90 5 – 7299, alexandra.schinnerl@wktirol.at


eco.kunst

Die Skizzen und Entwürfe von Arno Schneider als Kunstwerke an sich.

Ein Ring wie eine Skulptur: Kreation von Arno Schneider aus Gold, Granit und Diamant

Kein Schmuckstück entsteht, ohne bis ins kleinste Detail durchdacht und gezeichnet zu werden.

Die Schmuckkunst von Schneider-Rappel: Reduzierte Schlichtheit lässt den Inhalt erstrahlen

GOLDSCHMIEDE SCHNEIDER-RAPPEL

Wopfnerstraße 9, 6130 Schwaz, Tel.: 05242/62405

GESAMTKUNSTWERKE FÜR KÖRPER UND RAUM 1875 gründete Jakob Philipp Rappel die Werkstätte für Gold- und Silberschmiedekunst in der Wopfnerstraße in Schwaz. Seither ist das Kunsthandwerk eng mit der Familiengeschichte und dem Ort verknüpft. // Fotos: Rens Veltman

S

eit 1985 führen Arno Schneider und seine Schwester Anke Höck-Schneider gemeinsam das Unternehmen. Drei Generationen lang war Schneider-Rappel weit über die Grenzen des Landes hinaus als Kirchengoldschmiede bekannt und wurde zum k.u.k. Hofgoldschmied ernannt. Arno Schneider verlagerte den Schwerpunkt vom Sakralen zum Profanen. Vor allem Schmuck steht seither im Zentrum seines Schaffens. Nur eine große, edle Vitrine mit alten Glasschiebeelementen hinter dem Verkaufspult „ruht“ seit nunmehr 139 Jahren an derselben Stelle und verweist auf die lange Geschichte des Hauses. In feinem Matt schimmern und verführen jetzt die Schmuckkreationen, die von der Idee bis zur Ausführung aus der eigenen Werkstätte kommen.

Materialien, mit Perlen und all den Geschenken der Natur zu spielen und diese wirken zu lassen. Anschließend werden die Ideen zu Papier gebracht und durch Meisterhand zu einem Schmuckstück. Für den Goldschmied ist dies nicht Selbstzweck, es geht um angewandte Kunst, schließlich sollen der Ring oder das Collier seinen Träger finden. In einem von Rens Veltman gestalteten Buch „Der psychische Gehalt des Metalls“ finden sich metaphorische Betrachtungen zur Schmuckund Objektkunst von Arno Schneider. Der 2007 verstorbene Künstler Jup Rathgeber hat 19 Schmuckkreationen mit Poesie unterlegt: „Eros und Form werden zu manifesten Zeichen des Schweigens und der Träume.“ Diese sind heute Teil der handgezeichneten Zertifikate, die jedem Schmuckstück beigelegt werden.

VON DER IDEE ZUR SCHMUCKKREATION

DER GOLDSCHMIED ALS BILDHAUER

Arno Schneiders feingliedrige Skizzen lassen erahnen, dass die Entstehung von Schmuck ein langer Prozess ist. Es gilt, die Materialien zu kennen und auch unkonventionelle bewusst einzusetzen: „Das Handwerk braucht langsame Achtsamkeit“, so Schneider – mit edlen Steinen oder schlichten

Seine Kenntnis zu Technik und Entwurf speist sich unter anderem aus seiner Ausbildung zum Bildhauer. In diesem Genre geht Arno Schneider den umgekehrten Weg und lässt durch Gegenlesen des Kleinen Größeres entstehen. Gestalten in jeglicher Form ist für ihn etwas Faszinierendes, bedeutet eine Herausforderung. Die Verwirk-

lichung seiner Ideen empfindet er immer auch als Gratwanderung zwischen Kunst und Handwerk. Halsschmuck wird zu Bildern, Ringe zu Skulpturen. Darüber hinaus liebt Arno Schneider Objekte – Geschenke zu besonderen Anlässen wie Sponsionen oder Jubiläen, in denen sich der Geehrte auf ganz besondere Weise wiederfindet. Schneider kreiert Objekte in Würfelform, in denen Skulptur, Bild und Text zu einer Einheit verschmolzen werden. Ein 17-silbiger Haiku (eine traditionelle japanische Gedichtform) verleiht dem Würfel Rhythmus: „Als meine Augen alles gesehen hatten, kehrten sie zurück zur weißen Chrysantheme.“

JAPAN IST FERN UND NAH

Seit vielen Jahren fühlt sich Arno Schneider der japanischen Kultur sehr verbunden: „Faszinierend, fremd und rätselhaft und doch von großer Klarheit und Tiefe. Als wär’s ein Teil von mir.“ Schauen, wahrnehmen, interpretieren, gestalten: Arno Schneider hat den „psychischen Gehalt des Metalls“ neu definiert. Die Freude des Schaffens wird bei ihm sicht- und spürbar. Sein Schmuck und seine Objektkunst stehen für Ruhe, Sinnlichkeit, Kraft und Klarheit. Lauter prägende Elemente, die Gesamtkunstwerke für Körper und Raum entstehen lassen.

ARNO SCHNEIDER

• geboren 1946, lebt mit seiner Familie als Goldschmied und Bildhauer in Schwaz • 1964 bis 1968: Ausbildung zum Goldund Silberschmied bei seinem Vater Prof. Herbert Schneider/Schwaz • 1969 bis 1970: Studium an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim/BRD • 1970 bis 1976: Studium und Diplom der Bildhauerei, Meisterschüler bei Prof. Ladner, Akademie der bildenden Künste/München • 1990: erste künstlerische Anerkennung als Preisträger im Rahmen des Österreichischen Staatspreises • 1992 Einladung zur EXPO in Sevilla, seither zahlreiche Ausstellungen u. a. in Wien, New York, Tokyo • Seit rund 20 Jahren ist Arno Schneider alljährlich in japanischen Galerien vertreten.

eco.nova 15


eco.kunst

SYMBIOTISCHE VERBINDUNG AUS KUNST, DESIGN & TECHNIK © HandMade Industrials, Make & Mold Bio Vases, Designer Rutger de Regt

Charly Walter, „kreativer Gestalter“, betreibt einen besonderen „Schauraum“ in der Innsbrucker Mentlgasse. Seit zwei Jahren setzt er all sein Wissen und seine kreativen Ideen in „styleconception.designart“ um – ein Ausstellungs-, Verkaufs- und Veranstaltungsort. Dort findet man einzigartig Praktisches, kurios Schönes, altes Neues und wird zu fünf Sonderausstellungen pro Jahr geladen. 2013 arbeitete eco.nova erstmals mit „styleconception“ zusammen – das Titelthema des Heftes „Zwischen Kunst & Kitsch“ war auch Inhalt der Themenausstellung. Heuer widmet sich Charly Walter den Prozessen rund um „Kunst & Technik“ und schart weitere kreative Gestalter um sich. Neudefinition der Häkelspitze von Noémi Kiss

Oscar van Ogtrop: „Das Bild als Symbol wie undurchschaubar technische Prozesse in unser hochtechnisierten Welt geworden sind.“

DesignKitchen bei „styleconception.designart“: Ab 1. Oktober 2014 wird dort „aufgekocht“ und das eco.nova-Kunstmagazin präsentiert.

A

b 1. Oktober wird bei „styleconception.designart“ eine „DesignKitchen“ eingerichtet, in der im Rahmen einer Performance funktionell-kunstvolle Objekte entstehen: „Ich möchte damit das prozesshafte Arbeiten sichtbar machen, das jeden Künstler und Designer begleitet. Je besser ich die Prozesse verstehe und beherrsche, desto besser das Ergebnis. In kreativen Prozessen entsteht oft etwas ganz anderes als ursprünglich geplant oder es wird plötzlich ein Kompromiss zum Meisterstück. Das ist das Spannende daran – von der Norm abweichen dürfen, sollen, können“, so Charly Walter.

NOMEN EST OMEN ZUR ERÖFFNUNG

Am Mittwoch, 1. Oktober 2014, wird die „DesignKitchen“ mit einer Performance eröffnet, die den Zusammenschluss aus Kunst, Design und Technik erlebbar macht: Das niederländische Label HandMade Industrials widmet sich dem Prozess des Kochens, allerdings nicht mit Lebensmitteln, sondern mit Bio-Kunststoffgranulat. In einen Ballon gefüllt, erhitzt, gekühlt und geformt, werden daraus Vasen! Wie diese „gekochten Vasen“ genau entstehen, kann man bei der Performance live miterleben. Die Künstlerin Noémi Kiss stellt sich auch in die Küche, um zwei konträre Werkstoffe zu vereinen: Spitze und PU-Schaum. Die Spitzendecke, die für Heimeligkeit und vergangene Zeiten steht, explodiert bei Noémi Kiss nicht nur im Maßstab. Aus ihrem Dornröschenschlaf geholt, ihrem verstaubten Image vom „Heimchen am Herd“ entrissen, findet die Künstlerin eine ganz neue Masche. Nicht aus Garn oder aus Wolle gehäkelt oder gestrickt, spritzt Noémi Kiss ihre Spitzen einfach aus PU-Schaum. Überdimensional, vor die Wand gehängt, erscheinen die vergrößerten Zierdeckchen wie Spinnennetze, in denen sich unsere Gedanken verfangen. Sie macht

16 eco.nova

Veredelte Vasen aus Beton von Charly Walter

„DESIGN SOLLTE DAS PRODUKT ZUM SPRECHEN BRINGEN.“

Dieter Rams aus „Die leise Ordnung der Dinge“

Häkeln zum Kunstprozess und interpretiert dabei das klassische Handwerk auf neue Art und Weise.

ES WERDE LICHT IN DER KÜCHE

Am 4. Oktober – anlässlich der „Langen Nacht der Museen“ – wird es hell in der „DesignKitchen“: Oscar van Ogtrop lässt besondere Leuchten entstehen, bei denen Leuchte und Benutzer interagieren. Das Leselicht funktioniert sozusagen nur durch dessen Benutzer. Der Designer thematisiert damit die Zeit, die keinen Stillstand kennt: „Form wandelt sich ständig und immer. Ein Produkt als Materialisierung einer Idee, eines Gedankens, ist nur eine Momentaufnahme.“ Das Leben und das Werden als Wandlungsprozess zu sehen, sei Voraussetzung, „wenn man verstehen will, was Gestaltung wirklich bedeutet“, so der Designer Oscar van Ogtrop. Noch heller erleuchtet wird die „DesignKitchen“ von einer Lichtsäule der Künstlerin Christine Brandi. Von der Decke bis zum Boden reichend erscheint die Säule voll optischer Leichtigkeit und spielerischer Faszination. So wie Christine Brandi auch profane Plastikflaschen in die „DesignKitchen“ bringt. Mit speziellen Schnitttechniken bearbeitet, entstehen Leuchten, die von der Norm abweichen und neue Assoziationen hervorrufen. Auch Charly Walter selbst wird gemeinsam mit seinem Sohn Aaron Kopp den Kochlöffel in der „DesignKitchen“ schwingen und es kommt erneut unkonventionelles Material zum Einsatz: Beton. Charly Walter „kocht“ Betongefäße, indem er den Baustoff in Formen gießt,

Lichtsäule von Christine Brandi

sie trocknen lässt und anschließend veredelt. „Ein Prozess, der nicht genau planbar ist, aber vom Gestalter beeinflusst werden kann“, erklärt er. In der Ausstellung „DesignKitchen“ werden technische Prozesse gezeigt, die zum kunstvollen Design avancieren. Die Gäste der Performance am 1. und am 4. Oktober werden als Zeugen eines

kreativen Prozesses geladen, der den Unterschied zwischen Industrie- und Kunstprodukt sicht- und erlebbar macht. Durch die bewusste Wahrnehmung von Material, Zeit und Raum sowie die neue Konstellation all dieser Faktoren werden Kunst, Design und Technik symbiotisch verbunden und die Betrachter kunstvoll „bekocht“.

DESIGNKITCHEN

Eröffnung: Mi., 1. Oktober 2014 um 19 Uhr Prozesse zwischen Kunst & Technik Zur Eröffnung „kochen“ Rutger de Regt und Noémi Kiss. Dialog mit Rens Veltman. LANGE NACHT DER MUSEEN Sa., 4. Oktober 2014 ab 19 Uhr DesignKitchen mit Oscar van Ogtrop und Charly Walter Die Ausstellung ist bis 10. Oktober 2014 zu sehen. „styleconception“ von Charly Walter Der „designart.showroom“ bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design. Mentlgasse 12b, 6020 Innsbruck Tel.: 0664/5342343, walter@styleconception.com, www.styleconception.com


PREM I ERENTAGE – WEGE ZUR KUNST

Innsbruck www. 6. – 8. November 2014 premierentage.at Sujet: © 2014 Ursula Groser | Grafik-Design: © 2014 patrickbonato.com


Berühmte Walde-Motive: „Auracher Kirchl“ und „Aufstieg“ // Das Stadtmuseum Kitzbühel von außen und innen

BESUCH BEI ALFONS WALDE Hahnenkammrennen, Alpenrallye und große Sportevents – dafür ist Kitzbühel berühmt. Die einmalige Atmosphäre der über 700-jährigen Altstadt wissen viele Kitzbühel-Besucher – bewusst oder unbewusst – zu schätzen. Ein ganz besonderes Kleinod Kitzbühels ist dagegen viel zu wenig bekannt: Im ehemaligen Getreidekasten und im mittelalterlichen Südwestturm der Stadt erlaubt das Museum Kitzbühel nicht nur einen exzellent gestalteten Einblick in Geschichte und Kultur. Im Obergeschoss bietet sich dem Besucher vor allem auch große Kunst: die größte öffentlich zugängliche Sammlung des Malers und Architekten Alfons Walde (1891–1958). // Fotos: VBK/Wien, Lazzari

D

er Sohn des Kitzbüheler Schuldirektors Franz Walde studiert von 1910 bis 1914 in Wien, wo er sich mit Gustav Klimt auseinandersetzt und von seinem Freund Egon Schiele beeinflusst wird. Nach seiner Heimkehr von seinem Fronteinsatz im Ersten Weltkrieg entwickelt er im mondänen Kitzbühel der 1920er- und 1930er-Jahre seinen dem Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit zwar verpflichteten, aber weitgehend eigenständigen Stil. Seine besonders geschätzten Winterlandschaften (u. a. „Almen im Schnee“) und Wintersportund Genrebilder („Aufstieg der Skifahrer“, „Auracher Kirchl“) tragen wesentlich zum Image Tirols als Gebirgsland des Wintersports bei. Walde war auch als Architekt u. a. für die 1927 erbaute Hahnenkammbahn tätig. Sein Berghaus am Hahnenkamm ist inzwischen denkmalgeschütztes Zeugnis des „Tiroler alpinen Stils“. Im Museum Kitzbühel wird Walde seinem Rang in der österreichischen Kunstgeschichte entsprechend gefeiert. Auf 250 Quadratmetern bieten über 50 Gemälde und etwa 200 Skizzen, Zeichnungen, Fotografien und Druckgrafiken einen umfassenden Einblick in das

18 eco.nova

Gesamtwerk des Malers und Architekten. Neben den „Klassikern“ der Landschafts-, Genre- und Wintersportdarstellungen sind Kitzbüheler Stadtansichten zu bewundern, allen voran die „Stadt im Tauschnee“, der großformatige Blick auf Kitzbühels Altstadt aus der Vogelperspektive. Besonders hervorgehoben werden aber auch das lang unterschätzte, von der Auseinandersetzung mit Klimt und Schiele geprägte Frühwerk und die meisterhaften Akte und Stillleben Waldes.

VOM JET SET ZUR KRIPPENKUNST

Im Museum Kitzbühel werden zudem laufend Sonderausstellungen gezeigt. So widmete man sich bis Mitte September der Stadt als Filmkulisse: 1969 wurde der Film „Downhill Racer“ von Michael Ritchie mit Robert Redford, Gene Hackman und Camilla Sparv in Kitzbühel gedreht, der die Geschichte eines amerikanischen Skirennläufers erzählte. Die Sonderausstellung analysierte das gesellschaftliche Leben damals und den Beginn des Jetsets in Kitzbühel. Ab November steht ein traditionelleres Thema im Mittelpunkt: Dr. Helmuth Oehler kuratiert eine Ausstellung

zur Tiroler Krippenkunst. Gezeigt werden teilweise radikale, mit traditionellen Formulierungen brechende Auseinandersetzungen der Tiroler Künstler mit dem Thema der Geburt Christi im 20. Jahrhundert. Im Zentrum stehen kleinfor-

matige, selten öffentlich präsentierte Bildhauerarbeiten („Krippen“) namhafter akademischer Plastiker, wie Albin Egger-Lienz, Franz Christoph Erler, Ernst Nepo, Ludwig Penz, Walter Kuen, Oswald Oberhuber und Michael Defner.

MUSEUM KITZBÜHEL

Hinterstadt 32, 6370 Kitzbühel Tel.: 05356/67274, info@museum-kitzbuehel.at, www.museum-kitzbuehel.at Öffnungszeiten Sommer (Di. nach Ostern bis 31. Oktober) Di. bis Fr. von 10 bis 13 Uhr, Sa. von 10 bis 17 Uhr 20.7. bis 20.9.: täglich von 10 bis 17 Uhr, Do. von 10 bis 20 Uhr (1. 5. sowie 1. Samstag im August geschlossen) Öffnungszeiten Winter (1. Dezember – Ostersamstag): Di. bis Fr. und So. von 14 bis 18 Uhr, Sa. von 10 bis 18 Uhr 26.12. bis 6. 1.: täglich von 10 bis 18 Uhr (24. 12. Von 10 bis 16 Uhr, 25.12. und 3. Sa. im Jänner geschlossen) Kommende Sonderausstellung 28.11.2014 bis 01.02.2015: Tiroler Künstlerkrippen des 20. Jahrhunderts


eco.kunst

KUNSTEVENTS AM 23. Die gut sortierte Galerie Unterlechner im Schwazer Zentrum im Porträt. // Fotos: Jürgen Schmücking Bewusste Kombination aus Skulptur und Tafelbild: Gernot Egwald Ehrsam und Bilder von Maria Henn

GALERIE UNTERLECHNER Fred-Hochschwarzer-Weg 2 6130 Schwaz Tel.: 05242/65354 info@galerieunterlechner.at www.galerieunterlechner.at Öffnungszeiten: Mi. bis Sa. von 17 bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung Do., 23. Oktober 2014 / 20 Uhr: ZIAD AL ABBO Ein Künstler aus Damaskus, der derzeit in Schwaz lebt. Er beschäftigt sich in abstrakten, großformatigen Arbeiten mit den Kriegswirren in Syrien.

Die Galerie Unterlechner adaptierte die weitläufigen Räume einer ehemaligen Spenglerei in Schwaz. Derzeit zu sehen sind Arbeiten von Alois Schild, Gabriela Nepo-Stieldorf, Santoni, Hubert Scheibl u.a.

G

alerist Hansjörg Unterlechner ist promovierter Archäologe und Ägyptologe, übernahm jedoch in jungen Jahren den elterlichen Hotelbetrieb am Pillberg. Das Bio-Hotel „Grafenast“ auf 1.330 m stand jahrzehntelang unter seiner Führung und machte sich seit den 90er Jahren als „Kunsthotel“ einen Namen. Hansjörg Unterlechner integrierte seine Leidenschaft für Kunst im regulären Hotelbetrieb und entfachte wie beiläufig in seinen Gästen das Gespür für den einzigartigen Wert künstlerischen Schaffens. Nach der Übergabe des Hotelbetriebes an seinen Sohn begann er eine Galerie für zeitgenössische Kunst in Schwaz aufzubauen. „Mein Ziel ist, den Künstlern eine gute Plattform bieten

zu können, aber auch Kunst in verschiedensten Formaten zu vermitteln“, so Hansjörg Unterlechner. In großzügigen, lichtdurchfluteten Räumen einer ehemaligen Spenglerei wird facettenreiche Kunst zur Geltung gebracht. Derzeit sind Skulpturen und Tafelbilder ausgestellt, die die dritte Dimension begreifbar machen sollen. Arbeiten von Gabriela Nepo-Stieldorf, Alfred Hrdlicka, Alois Schild, Johannes Haider, Siegfried Anzinger oder Sol Lewitt werden bewusst kombiniert, um die wechselvolle Beziehung aus Haptik und Dimension erlebbar zu machen. In der Galerie Unterlechner werden kreative Prozesse aber auch „hörbar“: Konzerte unterschiedlicher Musikgenres umrahmen die Kunst-

ausstellungen. Ein Beispiel war das „Metallgeschrei“ von Johannes Haider, der in einer Live-Performance das Ritzen seiner Radierungen musikalisch inszenierte. Neben den weitläufigen Räumlichkeiten der alten Spenglerei hat die Galerie Unterlechner einen kreativen Kraftort im Freien zu bieten: Ein grüner Vorgarten mit Skulpturen und ein romantischer Zaubergarten.

23 – DIE GLÜCKSZAHL DES GALERISTEN

Die Vernissagen in der Galerie Unterlechner finden immer an einem 23. statt. Für den Galeristen eine besondere Zahl, hat er doch vor vielen Jahren bei einem privaten Muschelessen 23 Per-

len gefunden. Dies schien ihm ein gutes Omen zu sein, seine kreativen Präsentationen immer am 23. stattfinden zu lassen. „Für mich ist Kunst integrierter Bestandteil im Alltag – das möchte ich auch dem Publikum in Galerie und Hotel vermitteln. Kunst ist kein Prestigeobjekt, das sich niemand leisten kann. Ein Kunstwerk ist ein einzigartiges Liebhaberobjekt, das durch nichts zu ersetzen und mit nichts vergleichbar ist“, so Hansjörg Unterlechner. Deshalb wird gute Kunst auch nie zum Konsumgut, das im Einkaufszentrum erhältlich ist. Galerien sind vertrauensvolle Partner für einzigartige Kunstwerke und Unterlechner liefert ein ambitioniertes und gut sortiertes Beispiel dafür.

INNSBRUCKS NEUES SCHMUCKSTÜCK Das ehemalige Sauter-Haus am Innsbrucker Bozner Platz ist seit Kurzem neu besetzt. Am 24. Oktober feiert das Auktionshaus „Innauction“ im ersten Stock des Gebäudes seine offizielle Eröffnung.

D

ie Nachfrage nach italienischer Kunst – vor allem moderner und zeitgenössischer – steigt stetig. Viele Werke sind mittlerweile auch innerhalb der bedeutendsten Museumssammlungen vertreten und werden von internationalen Sammlern vermehrt nachgefragt. „Innauction“ verfügt bereits über einen soliden Kundenstock und mehr als zehnjährige Erfahrung mit Gründungsmitgliedern in Italien, Europa und Nordamerika. Ein dichtes Netz an Experten in Italien sorgt dabei für den nötigen fachlichen Hintergrund. Ab sofort gehört zum Netzwerk des Auktionshauses auch eine Niederlassung in Innsbruck, die als Bindeglied zwischen dem italienischen und mitteleuropäischen Kunstmarkt fungieren sowie Anlaufstelle für die zahlreichen Sammler in diesem Gebiet werden soll. Als erstes zwischen München und Mailand angesiedeltes Auktionshaus hat „Innauction“ für die

Jahre 2014 und 2015 bereits ein vielfältiges Angebot zusammengestellt. Schwerpunkte werden unter anderem antike Stand- und Armbanduhren, Design und Weine sein. Gestartet wird bei „Innauction“ Ende Oktober mit einer erlesenen Auswahl an internationaler moderner und zeitgenössischer Kunst. Für den Katalog zur Auktion am 24. Oktober wurden bereits Werke der bedeutendsten italienischen Künstler des 20. Jahrhunderts eingereicht. Besonders erwähnenswert sind dabei ein Sackleinenbild von Manzoni, einige Gemälde von Zoran Music, ein Ölbild von Stingel sowie Papierarbeiten von Fontana. Außerdem kommen Werke von Tiroler Künstlern wie Arthur Nikodem, Leo Putz, Oskar Mullay und Alfons Walde unter den Hammer. Gerne können Sie in die Auktion auch eigene Werke einbringen – ein internationaler Experte steht zur Schätzung Ihrer Objekte kostenlos zur Verfügung.

INNAUCTION

Bozner Platz 2 / 1. Stock, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/580300, innsbruck@innauction.com www.innauction.com Kostenlose Schätzung am 6. November 2014 Am Donnerstag, den 6. November, wird unabhängig von einer Auktion ganztägig ein Experte im Haus anwesend sein, um Ihre Bilder und Objekte kostenlos zu schätzen. Bringen Sie Ihre Stücke einfach ohne Voranmeldung vorbei!

Arthur Nikodem, Altstadt Innsbruck. Schätzung: 25.000 bis 30.000 Euro

eco.nova 19


eco.kunst

HALL BEWIRBT SICH UM UNESCO-WELTKULTURERBE Der SALZRAUM.Hall mit Kurhaus, Salzlager und der Burg Hasegg bietet professionell ausgestattete Veranstaltungsorte, die das Bewusstsein für die einzigartige wirtschaftshistorische Bedeutung der Stadt Hall prägen. // Fotos: Burg Hasegg und Irene Ascher

A

nfang des Jahres wurden von der Republik Österreich gemeinsam mit einer Delegation aus Hall beim UNESCO-Sitz in Paris die offiziellen Bewerbungsunterlagen als UNESCO-Weltkulturerbestätte eingereicht. Die Auszeichnung „Welterbe“ würde für Hall eine hohe Anerkennung darstellen. Einzigartig ist dabei nicht nur die wunderbare, gut erhaltene Altstadt von Hall, die von einer besonderen Geschichte erzählt. Einzigartig ist auch die Burg Hasegg, die mit der Münze Hall eine der historisch wertvollsten Geschichten Tirols wiederbelebt hat. Urkundlich erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt, wurde die Burg zum Schutz der Saline, der Schifffahrt, der Brücke über den Inn und zur Überwachung der alten Salzstraße errichtet. Der Name stammt von den Pfannhäusern, in denen Sole verdampft wurde und an deren „Egg“ (Hochdeutsch: Eck) die Burg lag. 1567 ließ Erzherzog Ferdinand II. die Münzprägestätte hierher verlegen. Die Georgskapelle und die Repräsentationssäle von Kaiser Maximilian können für Veranstaltungen genutzt werden. Seit 2003 ist die Burg Hasegg ein museales Kleinod, das im historischen Gebäudekern ausgezeichnete Tagungsund Eventmöglichkeiten integriert. Die Burg

Hasegg steht gemeinsam mit dem Münzerturm für eine gelungene Verbindung aus historisch wertvoll aufbereiteter Geschichte mit modernem Event-Equipment.

SALZRAUM & UNESCO

Die Münze Hall in der Burg Hasegg wurde in Verbindung mit der Haller Altstadt als Weltkulturerbe vorgeschlagen. In die Welterbeliste werden nur Stätten aufgenommen, die aus historischen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Gründen herausragende universelle Bedeutung haben. Diese Voraussetzung erfüllt Hall in Tirol mit einer der ersten historisch belegten „Industrien“ voll und ganz. „Unter den weltweit 981 Weltkulturerbestätten in 160 Ländern ist keine dabei, die mit dem Münzwesen in Verbindung steht“, so Andreas Ablinger, Prokurist der Stadt Hall Immobilien GmbH. Die UNESCOBewerbung ist auch ein guter Qualitätsnachweis für den SALZRAUM.Hall als professionelle Plattform für einzigartige Veranstaltungsorte.

EINZIGARTIGES INDUSTRIEDENKMAL ALS VERANSTALTUNGSRAUM

Eine imposante Säulenhalle aus dem Jahr 1822 mit 15 mächtigen Rundpfeilern aus Tiroler Breccie bildet das Herzstück des Salzlagers. Bis in die

60er-Jahre des vorigen Jahrhunderts diente dieser Ort als Lagerhalle für bis zu 3.400 Tonnen Salz aus den Salinen der Stadt Hall. Heute bietet das Salzlager großzügigen Freiraum für stilvolle, elegante Veranstaltungen genauso wie für kultige Alternative-Events. Hier wurde der Industriecharme in die hochwertige Architektur integriert und damit ein einzigartiges Ambiente geschaffen.

MANIFESTIERTE ZEIT

Eva Schlegel, international erfolgreiche Künstlerin aus Hall, sieht die Stadt als gutes Beispiel für lebendigen Lebensraum. Die UNESCO-Auszeichnung würde die moderne Architektur des SALZRAUM.Hall und die Kunst im öffentlichen Raum weiter fördern. Die Künstlerin, die zu den wichtigsten Österreichs gehört, freut sich, dass sich damit auch „die Zeit manifestieren wird“.

SALZRAUM.HALL EVENTLOCATIONS

Stadt Hall in Tirol Immobilien GmbH Burg Hasegg 6, 6060 Hall Tel.: 05223/5855-173 info@salzraum.at www.salzraum.at

Orte für kunstvolle und elegante Events: Der Beheimsaal in der Burg Hasegg und die mächtige Säulenhalle im Salzlager

Das historische Ensemble aus Burg und Münzerturm soll schon bald UNESCOWeltkulturerbe werden.

20 eco.nova


eco.kunst

1

4

5

1. Joseph Beuys, Holzsschlitten mit Gurten, Taschenlampe, Fett und Seil, 1969 2. Salvatore Scarpitta, „Box Kite“, 1961, mixed media 3. Luigi Ghirri, „L’Atlante / Atlas“ 1973–1974, vintage print 4. Fumitaka Kudo, „ohne Titel“, 2014, Skulptur aus belgischem schwarzem Marmor 5. Alberto Montrasio, „Sole sera / Abendsonne“. 1966–68, Öl auf Leinwand // Fotos: Courtesy KmO

2

ITALIENISCHE KUNST NEU ENTDECKEN In der neuen Galerie „KilometroZero“ – kurz Km0 – bekommt italienische Kunst ein neues Zuhause. Gestaltet wurden die Räumlichkeiten mit einer Ausstellungsfläche von 600 Quadratmetern verteilt auf drei Etagen von der Architektin Michela Genghini; präsentiert werden am Bozner Platz 2 primär italienische Künstler mit Bezug zu Österreich.

3

A

nfang Mai eröffnete in Innsbruck die Galerie Km0 und mit ihr ein Ort, an dem vorrangig italienische Kunst ihren Raum bekommt. Am Samstag, den 4. Oktober, wird die Galerie im Zuge der „Langen Nacht der Museen“ bis 24 Uhr geöffnet bleiben, gleichzeitig werden um 18:30 Uhr vier höchst interessante Ausstellungen eröffnet: Der Weg startet bei Salvatore Scarpitta’s und Joseph Beuys’ „Icona per on transito“ und ihren ikonografischen Gemeinsamkeiten. Beide Künstler waren energetisch und multidisziplinär und haben ihr Leben vollständig mit der Kunst verknüpft. Weiter geht es mit Werken von Luigi

Ghirri, dessen Serie „Atlas“ im Mittelpunkt steht und die von Werken fünf weiterer italienischer Fotografen flankiert wird. Fumitaka Kudo, 1981 in Japan geboren und 2002 nach Italien gezogen, zeigt seine künstlerische Sensibilität für Skulpturen, während Alberto Montrasio’s Bilder vor allem durch ihre dichte Schichtung Bekanntheit erlangten. Die Kuratoren Luigi Sansone, Laura Serani, Chiara Gatti und Klaus Wolbert werden Sie dabei persönlich durch die Ausstellung führen, um die verschiedenen Künstler, ihre Genres, Motive und Wege mit Ihnen zu erkunden. Beim Empfang samt Show-Cooking in der hauseigenen

Küche verkosten Sie zudem Köstlichkeiten aus der italienischen Küche.

KILOMETRO ZERO – KM0 Bozner Platz 2, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/580300 innsbruck@km0.at, www.km0.at

Wir suchen dringend

Eigentumswohnungen

Einfamilienhäuser

Da viele unserer Kunden wieder „in der Stadt“ wohnen wollen, suchen wir laufend barrierefreie Wohnungen in guter Lage sowie gehobener Qualität.

Unser Klientel jener, welche ein Einfamilienhaus mit Garten suchen ist sehr groß. Die Nachfrage nach guter Lage und Umgebung umfasst die Bezirke InnsbruckStadt, Innsbruck-Land sowie den Bezirk Schwaz.

Grundstücke

Zinshäuser

Die Suche erstreckt sich sowohl auf interessante Stadtlagen als auch die ländliche Umgebung ab 400 m².

Speziell in Tiroler Gemeinden bzw. Städten werden sowohl historische Häuser als auch Zinshäuser für Anleger gesucht.

Maria-Theresien-Straße 29 / 3. OG, A-6020 Innsbruck, Telefon: +43 512 909060, Fax: +43 512 90906060, office@bonne-apart.at

www.bonne-apart.at


eco.kunst

WAS KUNST MIT UNS MACHT

WAS MACHT ALSO DIE KUNST MIT UNS?

Und warum sie heilsam ist.

D

er Mensch ist empfänglich für Schönheit und der Anblick von Kunst tut der Seele gut. Aufzeichnungen dazu gehen weit zurück: Schon 1797 finden sich Hinweise darauf, „wie man Werke zum Wohle seiner Seele gebrauchen müsse“: Man möge sich ausreichend Zeit nehmen für die Betrachtung der Kunst „im Sonnenglanze mit entzückendsten

Gedanken und wärmenden Empfindungen“, schrieb Wilhelm Heinrich Wackenroder in seinen Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders. Selbst im kühlsten Pragmatiker ist ein Sinn für das Ästhetische angelegt. Der intensive Blick auf die Natur mit blühenden, satten Wiesen oder in der Sonne glitzernden Schneefeldern heilt so manch gepeinigte Seele. Dieser wohltuende Ef-

DER KUNSTRAUM

fekt funktioniert auch, wenn der Blick kunstvoll gestaltet an der Museumswand hängt. Journalist Martin Hecht hat für „Psychologie heute“ recherchiert, wie Kunst und Natur uns aus der Krise helfen können: „Eine Galerie oder ein Kunstmuseum ist nicht nur ein Ort, an dem unser Bildungshunger Nahrung findet, sondern auch Heilung und Harmonisierung unserer Innenwelt möglich wird.“

Nasan Tur: Police Paintings

Internationale zeitgenössische Kunst im „white cube“ in der Innsbrucker Innenstadt.

D

er KUNSTRAUM INNSBRUCK wurde 1996 als gemeinnütziger Verein gegründet, mit dem Ziel, das Phänomen zeitgenössischer Kunst in Form von Ausstellungen, Künstlergesprächen, Lesungen und Konzerten – in zentraler Innenstadtlage – zu vermitteln. Seit 2004 ist der Kunstraum ein „white cube“, in dem rund fünf Ausstellungen pro Jahr gezeigt werden – vorwiegend Neuproduktionen und Einzelausstellungen. Kuratorin Karin Pernegger legt den Fokus auf internationale zeitgenössische Kunst: „Ich will anregen, über die Kunst an sich nachzudenken und damit einen anderen, neuen Blick auf die Welt zu entwickeln.“

BEWEGENDE FILMINSTALLATION

Noch bis 31. Oktober ist die Ausstellung „Todbringendes Licht“ der spanischen Künstlerin Cristina Lucas zu sehen. Sie hat die Geschichte aller weltweit dokumentierten Luftangriffe mit zivilen Opfern von 1912 bis 2012 recherchiert. „From the Sky down“ heißt die rund fünfstündige Drei-Kanal-Videoinstallation, die ein menschliches Drama enormen Ausmaßes dokumentiert. Der erste Teil reicht von 1912 bis 1945, dem Jahr des ersten Atombombenabwurfs. Das zweite Kapitel führt bis ins Jahr 1989, schließt also mit dem Ende des Kalten Krieges und mit dem Fall des Eisernen Vorhangs ab. Das dritte Kapitel reicht vom ersten Irak-Krieg 1991 bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien 2012. Das Video „Piper Prometheus“ dokumentiert die

22 eco.nova

Verbindung vom Traum vom Fliegen und von Feuerwaffen. Leider wurde die Errungenschaft der Wissenschaft, die Lüfte zu erobern, auch zum todbringenden Moment der Kriegsgeschichte.

GRAFFITI VON NASAN TUR

Der türkische Künstler Nasan Tur reflektiert die Arbeitsbedingungen sozialer und künstlerischer Praxis sowie die darin manifesten politischen Ideologien und unterschwelligen Botschaften. Für den Kunstraum fotografierte er „Police Paintings“, die Graffitis im Stadtraum nachempfunden sind, aber von der Polizei in grauer Farbe übermalt wurden. Tur überträgt diese in den Ausstellungsraum.

KUNSTRAUM INNSBRUCK

Leitung: Karin Pernegger Maria-Theresien-Straße 34 / Arkadenhof 6020 Innsbruck Tel.: 0512/584000 office@kunstraum-innsbruck.at www.kunstraum-innsbruck.at Ausstellungen: bis 31. Oktober 2014: „Todbringendes Licht“ von Cristina Lucas 8. November 2014 bis 17. Januar 2015: „Police Paintings“ von Nasan Tur Die Eröffnung der Einzelausstellung von Nasan Tur ist gleichzeitig die Eröffnung der Innsbrucker Premierentage

Cristina Lucas, From the Sky down, video still, 2013

Visuelle Wahrnehmungen lösen im menschlichen Gehirn neuronale Wirkungen aus, vergleichbar mit dem Anblick eines geliebten Menschen. Das Betrachten einer romantisch dargestellten Landschaft scheint uns ebenso zu wärmen und lässt berührende, heilende Erinnerungen wach werden. In „Art as therapy“ finden sich zahlreiche Funktionen, die Kunst erfüllen kann: Kunst erinnert uns an all das, was uns im Leben wichtig, jedoch leider auch vergänglich ist – wie Schönheit, tiefe Gefühle oder erhebende Momente. Kunst lehrt uns Hoffnung: Ein heiteres Werk zu betrachten, zu einer Zeit, in der man selbst so gar nichts zu lachen hat, lässt wieder zuversichtlich nach vorne blicken. Kunst hilft, unsere Sorgen zu relativieren und die eigene, innere Balance wiederzufinden: Die Aura eines Bildes kann beruhigend wirken – zumindest für die Dauer des Betrachtens. Kunst hält uns aber auch einen Spiegel vor: Erkennen wir im Kunstwerk Details, die wir an uns selbst ablehnen, kann die innere Reflexion zur Einsicht führen. Kunst lässt uns in jedem Falle wachsen – ob sie uns verstört, ärgert oder provoziert. Sie fordert uns immer heraus, versetzt uns in heilsame Unruhe und weitet unseren Horizont. Sind wir im Alltag oft blind geworden für die Schönheit um uns herum, lernen wir durch Kunst wieder eine Art der Wertschätzung. Kunst lehrt uns wieder genauer hinzuschauen, die Gewohnheit des täglichen Blickes zu durchbrechen und lässt uns in Dankbarkeit erkennen, dass Kunst viel Positives in uns bewirken kann.


eco.kunst

WAS FÜR EIN PANORAMA! Innsbruck ist um ein Ausflugsziel reicher: Der Panorama-Rundwanderweg am Bergisel bietet Erholung in unmittelbarer Nähe zur Landeshauptstadt. // Fotos: Land Tirol/Huldschiner, Tiris

S

pektakuläre Ausblicke auf Stubaiund Wipptal, ein Skulpturengarten, ein Sonnendeck: die 2,2 Kilometer lange „Panoramarunde“ ist die neue Attraktion Innsbrucks mit vielen Highlights. Mit dem Rundwanderweg ist es gelungen, Geschichte und Natur miteinander zu vereinen. Ruhe und Erholung, Bewegung, historisch und kulturell Interessantes – hier findet sich für jeden Geschmack etwas. Finanziert wurde der Weg von Land Tirol und Stadt Innsbruck.

Nur was für starke Nerven – die verglaste Aussichtsplattform über der Sillschlucht

EINDRÜCKE VON STADT UND NATUR

Ausgangs- und Endpunkt ist der Museumsplatz vor dem Tirol Panorama. Als erste Attraktion besticht hier die fantastische Aussicht über die Stadt. Am Anfang des Weges empfangen Bronzeskulpturen wichtiger Tiroler Persönlichkeiten die Wanderer, danach geht es durch den Wald oberhalb der wildromantischen Sillschlucht. Am höchsten Punkt des Rundweges wagen sich Mutige über eine Brücke weit über dem steil abfallenden Gelände auf eine verglaste Aussichtsplattform. Von hier öffnet sich der Blick auf die Sillschlucht und das Wipptal – Bauchkribbeln inklusive. Weniger Nervenstarke können die Brücke auch umgehen. Wer danach ein bisschen Ruhe sucht, findet im lichten Kiefernwald ein Sonnendeck, das nach Südwesten orientiert ist. Die schlichte Plattform aus Baumstämmen und Holzbalken schwebt über dem Waldboden. Einfache Sitzbänke laden zum Verweilen ein, von wo aus die Nockspitze bewundert werden kann. Weiter führt der Weg an einer Skulptur des Grödner Künstlers Aron Demetz und an Gesteinsblöcken aus allen Tiroler Landesteilen vorbei. Schließlich gelangt man durch das Villenviertel an der Sprungschanze und am Urichhaus vorbei zum Ausgangspunkt zurück.

Der Rundwanderweg nach dem Konzept der Architekten Stoll.Wagner und dem Landschaftsplaner Norbert Trolf

Ruhe und Erholung tanken auf dem Sonnendeck

TIROLS KUNSTSCHÄTZE ERHALTEN EINE NEUE HEIMAT Die Tiroler Landesmuseen verwalten einen der größten Sammlungsbestände Österreichs. In Hall errichtet das Land Tirol nun ein neues Sammlungs- und Forschungszentrum. // Fotos: franz zt gmbh, Tiroler Landesmuseen/Wolfgang Lackner in elf Einzeldepots. In Hall entsteht nun ein zentrales Depot samt Forschungs- und Arbeitsräumen. Rund 24 Millionen Euro wird das neue Sammlungs- und Forschungszentrum, das auf einem landeseigenen Grundstück in der Haller Kaiser-Max-Straße entstehen wird, kosten. Für den im Vorjahr ausgeschriebenen Architektenwettbewerb gab es 151 Einreichungen. Als klarer Sieger ging das Projekt der Wiener Architekten Robert Diem und Erwin Stättner hervor. Die Juryentscheidung für den Entwurf eines flachen quadratischen Baukörpers war einstimmig. In Hall entsteht das neue Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen. Der dreigeschossige Bau hat eine Nutzfläche von 14.500 Quadratmetern und wird 2018 fertig sein.

A

uf weit mehr als eine Milliarde Euro wird der Wert jener Kunstgegenstände geschätzt, die von den Tiroler Landesmuseen, einer Gesellschaft des Landes Tirol, verwaltet werden. Nur ein Bruchteil des mehr als 2,3 Millionen Objekte umfassenden Sammlungsbestandes ist öffentlich zugänglich. Ein Großteil lagert derzeit an acht verschiedenen Orten

BEZUGSFERTIG 2018

Der Bau des Sammlungs- und Forschungszentrums erfolgt nicht zu Lasten der Förderungen der zahlreichen Kulturschaffenden und Vereine, die für die Vielfalt und Breite des Kulturangebotes in Tirol verantwortlich sind. Die Investition wird aus Mitteln des Landeshochbaus, der Landesgedächtnisstiftung sowie aus Verkaufserlösen bisheriger Depotstandorte bestritten. Bezugsfertig wird der dreigeschossige Bau im Jahr 2018 sein. Das Sammlungs- und Forschungszentrum ist mehr als ein Depot. Das neue Zentrum vereint unter seinem Dach auch Arbeitsräume, For-

Der nicht in Ausstellungen gezeigte Sammlungsbestand der Tiroler Landesmuseen lagert derzeit in elf Depots an acht verschiedenen Standorten.

LAND TIROL FÖRDERT ZEITGENÖSSISCHE KUNST Das Land Tirol unterstützt und fördert zeitgenössische Kunst in Tirol auf vielfältige Weise. Beispielsweise durch gezielte Förderungen wie Preise, die jährlich verliehen werden, durch Kunstankäufe oder durch Unterstützung von Vereinen wie die Tiroler Kulturinitiativen und die Tiroler Künstlerschaft. Zur Würdigung besonderer künstlerischer Leistungen vergibt das Land Tirol seit 1996 neben dem Hauptpreis für zeitgenössische Kunst jährlich auch drei Förderpreise. Der mit 5.500 Euro dotierte Landespreis für zeitgenössische Kunst 2014 ging heuer an den aus Hall stammenden Künstler Martin Bruch. Bruch, der wegen Multipler Sklerose im Rollstuhl sitzt, setzt sich in seinem Werk mit seinem Handicap auseinander: Fotografie, Video, Film und Installationen reflektieren seine Wahrnehmung des eigenen Lebens und der Umwelt. Die drei Förderpreise im Gesamtwert von 2.550 Euro erhielten Anna-Maria Bogner, Katharina Cibulka und Heidrun Holzfeind.

schungslabors und Werkstätten für die Restaurierung. Dadurch müssen die wertvollen Kulturgüter nicht mehr über weite Distanzen transportiert werden oder die Fachleute zwischen den Standorten pendeln. Forschung, Restaurierung und Aufbewahrung finden an einem Ort statt. Das spart auch Betriebskosten. Mit der Zusammenführung der gesamten Sammlung an einem zentralen Standort wird zudem ein modernes, digitales Registrierungssystem verwirklicht.

eco.nova 23


eco.kunst

ABSTRAKTES UND GEGENSTÄNDLICHES Wilhelm Kollar: „Wohlbehaglicher Klang“, Acryl auf Leinwand

Seit mehr als 20 Jahren betreibt der engagierte Galerist Hannes Niederlechner die Altstadt Galerie Hall. In dieser Zeit ist die Galerie zum Mittelpunkt vieler Kunstliebhaber und Sammler zeitgenössischer gegenständlicher Malerei und Plastik geworden. Aber auch das Genre der abstrakten Kunst findet sich im Ausstellungsprogramm.

B Walter Klier: „Der hohe Mond“, Gouache auf Leinwand

eispiel dafür ist die Herbstausstellung des renommierten Malers Wilhelm Kollar aus Niederösterreich: Er hat sich in jahrelanger, intensiver Auseinandersetzung mit dem Gegenständlichen auch beständig der Abstraktion genähert. Seine Arbeiten sind ein Fest von Farbe und Form, sie überzeugen durch glaubwürdige Umsetzung frei von konventioneller Vertrautheit. Auf den drei Geschoßen des mittelalterlichen Bürgerhauses in der Haller Altstadt finden die Kunstwerke einen ehrwürdigen und repräsentativen Rahmen – mit alten Gewölben, Holzstuben und einer mediterranen Dachterrasse mit Brunnen. Der Galerist pflegt intensiven Kontakt zu anderen Bundesländern, weil „es nie schaden kann, Anregungen von außen zu empfangen. Mit ist es wichtig, auch zu zeigen, welche Kunst in den benachbarten Bundesländern geboten wird.“ Aber auch das Schaffen heimischer Künstler erfährt in der Altstadt Galerie Hall entsprechende Wertschätzung: Das Œuvre des Tiroler Malers und Schriftstellers Walter Klier ist noch bis 11. Oktober zu sehen: Er geht in seiner Malerei vom eigenen Lebensmittelpunkt in Inns-

bruck aus, hält den Zauber von Licht und Schatten fest und verbindet impressionistische Leichtigkeit mit fotorealistischer Detailtreue. Bereits ab 28. November blickt man in der Altstadt Galerie Hall wieder weiter in den Osten Österreichs: Der Künstler Harald Birklhuber will mit seiner gegenständlichen Malerei nichts neu erfinden. Für ihn ist es nicht wichtig, was er malt, sondern wie er es malt. „Selbst banale Themen kann man so umsetzen, dass ein Kunstwerk daraus wird“, so der Künstler, dessen Arbeiten bis Ende des Jahres in der Altstadt Galerie ausgestellt werden.

SEIN BERUF IST IHM BERUFUNG

Galerist Hannes Niederlechner wählt mit viel Liebe und Fachkenntnis Künstler und ihre Werke aus und arrangiert Ausstellungen einfühlsam und individuell. Sammler und Kunstliebhaber aus ganz Österreich und den Nachbarländern schätzen seine profunde Beratung und die hohe Qualität der künstlerischen Positionen. „Die Kunst und die Galerie sind mein Hobby. Was kann es Schöneres geben, ein solches zum Beruf zu haben!“, so der Galerist.

Harald Birklhuber „Im Regen“, Öl auf Leinwand

ALTSTADT GALERIE HALL

Schlossergasse 6, 6060 Hall in Tirol Tel.: 05223/56710 Öffnungszeiten: Di. bis Fr. von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr, Sa. von 10 bis 12:30 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 0699/11158584 Kommende Ausstellungen: bis 11. Oktober 2014: Walter Klier: Malerei 24. Oktober bis 15. November 2014: Wilhelm Kollar: „Abstrakte Welten“ 28. November bis 23. Dezember 2014: Harald Birklhuber: Ölbilder

24 eco.nova


eco.kunst

Retrospektive auf eine schillernde Tiroler Künstlerpersönlichkeit: Egone Ein „Dialog in Farben“ mit dem „Bildhauer der Köpfe“: Lois Salcher und Sergio Sommavilla

Mixed Media in der Galerie Nothburga: Sabine Müller-Funk und Martin Bruch

ZWEIER-BEZIEHUNGEN Die Galerie Nothburga sucht stets die Verbindung zwischen Kunst und Künstler.

S

eit 1995 werden die schönen, alten Räumlichkeiten im ehemaligen Ansitz Albersheim am Innsbrucker Innrain von einem engagierten Team unter der Leitung von Sibylle Sassmann-Hörmann inhaltlich bereichert. In monatlich wech-

FREUNDESKREIS

Die Galerie Nothburga ist auf Unterstützung von öffentlichen Stellen und Sponsoren angewiesen. Die Mitglieder des kunstinteressierten Freundeskreises leisten mit einer jährlichen Spende von € 30 einen wertvollen Beitrag zur Förderung von Kunst und Kultur. Diesen durch diverse Aktivitäten zu halten und zu erweitern ist das große Anliegen der Galerie. Tiroler Sparkasse IBAN: AT 09 2050 3013 0000 5913 BIC: SPIHAT22XXX

selnden Ausstellungen präsentieren sie Künstler aus dem gesamten Alpenraum. Ihr Konzept ergibt sich aus einer stimmigen Verbindung von jeweils zwei Künstlern und deren Genres, das auf der begrenzten Raumfläche der Galerie schier grenzenlose Auseinandersetzungen möglich macht.

RÜCKBLICK

Die erste Ausstellung 2014 präsentierte sich als gelungene Symbiose aus Malerei und Schmuckkunst. Die Künstlerin Gitti Schneider stellte vielschichtige Bilder mit „historischen“ Pigmenten aus und spannte einen Bogen von ihren familiären Wurzeln bis hin zur Zeit der Monarchie und begab sich mit Fotoapparat, Pinsel, Tusche, Papier, Schreibstift und Skizzenheft auf eine Reise in die Vergangenheit. Edith Vetter indes zeigte ihre Schmuckobjekte aus Silber und Naturmaterialien, die Zeugnisse ihrer Inspirationsreisen durch Südostasien sind. „Form & Farbe“ standen mit Lois

Morosini und Werner Richter im Fokus: Die zarten, ästhetischen Holzobjekte des in Slowenien geborenen Künstlers Morosini und die farbigen, symbolisch aufgeladenen Assoziationsketten von Richter ergaben eine spannende Werkschau. Im April stand eine Retrospektive auf eine schillernde Künstlerpersönlichkeit aus Tirol am Programm: Der 2002 verstorbene Künstler Egone hinterlässt ein umfangreiches Werk mit subtilen Botschaften und prägenden Standpunkten. Gemeinsam mit dem Stadtarchiv/Stadtmuseum wurde eine ansprechende Schau zusammengestellt, die Egones „Welt ohne Titel“ zeigte. Lois Salcher präsentierte im Mai einen „Dialog in Farben“, der einer reduziert-romantischen Landschaftsmalerei gleichkommt und sein Gespür für die leisen Töne zur Geltung brachte. Sergio Sommavilla ist hingegen ein „Bildhauer der Köpfe“: Aus Keramik, Holz und Stein fertigt er seine archetypischen Geschöpfe, deren Blick stets nach innen gewandt, in sich ruhend und meditativ wirkt. Das Genre „Mixed Media“ stand mit den Künstlern Sabine Müller-Funk und Martin Bruch im Mittelpunkt. Sie spezialisierte sich auf die Themen Membrane und Verdichtung, die sie in Objekten als Glas, Gitter oder Schleier verwebt. Martin Bruch zeigte seine chronologischen „FotoSignaturen“ von Menschen, die in seinem

Leben bisher eine Rolle spielten. Der an Multipler Sklerose erkrankte Künstler erhielt 2014 den Preis für zeitgenössische Kunst in Tirol.

AUSBLICK

Bis 11. Oktober ist die farbintensive, expressive Malerei von Paula Renate Braun in Kombination mit den zarten, feingliedrigen Objekten der Bildhauerin Minu Ghedina zu sehen. Auch diese Schau ist eine kontroversielle Annäherung, die das Galerieteam beständig sucht. Den Herbst in der Galerie Nothburga leitet eine Vernissage am 21. Oktober ein: Diesmal stehen Beziehungen als zentrales Thema im Mittelpunkt. Beziehungen zwischen den Menschen, die Beziehung zum eigenen Ich und auch jene zu Tieren werden in der Ausstellung von Adelheid Schmid Nuss und Gabriela Nepo-Stieldorf thematisiert – dargestellt in Malerei und Skulpturenkunst. Zentrale Fragestellungen sind die Aspekte der Weltlichkeit des Menschen, der immer mehr einer virtuellen Realität gegenübersteht. Die Schau begreift sich als Appell, „dem Wahn der technischen Perfektionierung des Menschen und seiner Verdoppelung im Simulakrum gegenüber wachsam zu bleiben“. Zu Jahresende gestalten die Künstlerinnen des Galerieteams eine gemeinsame Ausstellung: „Im Dialog“ heißt die Schau, die sich aus dem gemeinsamen Dialog in der Galerie entwickelt.

GALERIE NOTHBURGA

Innrain 41, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/563761, info@galerienothburga.at, www.galerienothburga.at Öffnungszeiten: Mi. bis Fr. von 16 bis 19 Uhr, Sa. von 11 bis 13 Uhr Kommende Ausstellungen: • bis 11. Oktober 2014: Paula Renate Braun / Malerei & Minu Ghedina / Objekte • 21. Oktober bis 15. November 2014: Adelheid Schmid Nuss / Malerei & Gabriela Nepo-Stieldorf / Objekte • Fr., 7. November, von 16 bis 21 Uhr & Sa., 8. November von 10 bis 19 Uhr: Premierentage: Omar Borubaef und eine Gruppe von jungen Filmemachern zeigen ihre filmische Umsetzung zum Thema Beziehungen aus der Sicht verschiedener Ethnien und Altersstufen. Filmdauer: 30 Min., Wiederholungen stündlich. • 25. November – 20. Dezember Weihnachtsausstellung: „Im Dialog“

eco.nova 25


eco.kunst

ZEITGENÖSSISCHES IN WÖRGL Der österreichische Kulturphilosoph Martin Wimmer bezeichnet den Begriff Polylog als eine Art „interkulturelles Philosophieren“ und berücksichtigt dabei zwei Aspekte: Kulturen sind organisierte und systematische Bereiche, in denen Menschen leben und in Konkurrenz zueinander stehen. // Fotos: David Schreyer, WEST.Fotostudio Oshin Albrecht & Melissa Mabesoone, „Have you rearranged the Flowers“. Performance in der Ausstellung „The room in the middle is a garden“, Kunstverein am Polylog / Galerie am Polylog, Wörgl, September 2014.

waren Arbeiten von Wilhelm Scherübl, Dalziel & Scullion, Ruth Kaaserer, Margret Morton, Claudia Hirtl, Christoph Hinterhuber, Pietro Sanguineti, Ina Hsu, Matthias Bernhard und Arthur Salner zu sehen. Der Verein schließt in seinem Ausstellungsprogramm an die Gedanken der zuletzt viel diskutierten Mediensäule „Polylog“ im Zentrum Wörgls an und will eine Vielfalt an Themen und künstlerischen Ausdrucksweisen zur Diskussion stellen.

„THE ROOM IN THE MIDDLE IS A GARDEN“

Die aktuelle Ausstellung ist eine „Show by buren“. Ein Gemeinschaftsprojekt der beiden jungen belgischen Künstlerinnen Oshin Albrecht und

Melissa Mabesoone, ein work in progress aus Performance, Installation, Video- und Objektkunst. Der Begriff „buren“ (Niederländisch für Nachbarn) ist Martin Heideggers „Phänomenologie des Wohnens“ entnommen. In seinem 1951 erschienenen Aufsatz „Bauen, Wohnen, Denken“ fällt dieser Begriff in Zusammenhang mit Bauen und Leben. Oshin Albrecht und Melissa Mabesoone fragen in ihrer Performance nach, was es für die individuelle, tägliche Praxis heißt, sich einen eigenen Raum einzurichten, und welche Rolle dabei das von den Medien vermittelte Bild vom Wohnen spielt. Werden wir darin zum Betrachter der eigenen Existenz oder sind wir schon längst Teil einer endlosen Realityshow?

Galerie am Polylog. kunst.raum.wörgl bezeichnet die von der Stadt Wörgl angemieteten und neu adaptierten Räume einer ehemaligen Drechslerei, die neben den jährlich drei Ausstellungen des Vereins „am Polylog“ auch von anderen Initiativen, Vereinen und Künstlern gemietet werden kann.

GALERIE AM POLYLOG

„Ritterroman“ 2012, Öl auf Leinwand von Wolfgang Capellari. Ausstellung ab 12. Dezember 2014.

K

ulturen richten sich seit der Neuzeit nach außen und orientieren sich global. Martin Wimmer versteht unter interkulturellem Philosophieren grundlegende Fragen, die es ermöglichen, zu verbindlichen Erkenntnissen zu gelangen und diese „ausdrückbar“ zu gestalten. Diese „polyloge“ Philosophie steht dem Konzept des gleichnamigen Vereines in

26 eco.nova

Wörgl voran, der Positionen und Tendenzen der Gegenwartskunst präsentiert und diskutiert. Kurator Günther Moschig programmiert für den Verein am Polylog jährlich drei Ausstellungen für zeitgenössische Kunst. Auf einer Gesamtfläche von 160 Quadratmetern wurde eine ehemalige Drechselwerkstatt für Ausstellungen, Workshops, Vorträge und Diskussionen adaptiert. Seit 2012

Speckbacherstraße 13–15, 6300 Wörgl Tel.: 05332/75505 info@am-polylog.at www.am-polylog.at Öffnungszeiten: Do. und Fr. von 16.30 bis 18.30 Uhr Sa. von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 16 Uhr Ausstellungen: bis 18. Oktober 2014: Oshin Albrecht & Melissa Mabesoone, „the room in the middle is a garden“, a show by buren 12. Dezember 2014 bis 12. Februar 2015 Wolfgang Capellari, „Ritterroman“: Malerei, Skulptur und einzelne Werke von Alex Amann, Andreas Holzknecht, Markus Orsini Rosenberg


eco.kunst

IRENE „GUGGI“ WALLNÖFER / KUNSTRAUM Langgasse 5, 6460 Imst Tel.: 0664/5162397 www.guggi-art.at

Zur Person: Verheiratet, 2 Kinder • Ausbildung an der Glasfachschule Kramsach, Aufbaulehrgang für Kunst und Design, arbeitete anschließend als Grafikerin • Ab 2000 Teilnahme an Malwochen in der Schweiz bei Rudolf Mirer und Hubert Bezzola • 2002 Vernissage und Ausstellung in Ötztal Bahnhof „Forest Village“ • seit 2006 regelmäßige Teilnahme zahlreicher Malworkshops beim Salzburger Künstler Norbert Mayer „NOMAY“ in Kaprun • 2008 Teilnahme am RLB Kunstpreis Tirol, Innsbruck • 2009 Dauerausstellung in der Galerie „Sailer“, Innsbruck • 2009 Ausstellung bei „Volksbank versichert“, Landeck • 2010 Beginn Aus- und Umbau des neuen Ateliers in Imst • 2011 Ausstellung der Agentur Rotschopf, Mils • 2011 Eröffnung „Kunstraum“ in der Imster Langgasse • 2011 Teilnahme an der Kunststraße Imst • 2012 Ausstellung Orangerie, Stift Stams • 2013 Teilnahme an der Kunststraße Imst • 2014 Wine- &-Art-Event „Kunstraum“, Imst Kommende Ausstellung: Freitag, 17. Oktober 2014, 18 Uhr Im Rahmen der Kunststraße Imst gemeinsam mit Skulpteur Günther Plattner Künstlerin Irene „Guggi“ Wallnöfer

HERZERFRISCHENDE STRUKTUREN Die Künstlerin Irene „Guggi“ Wallnöfer und ihr Kunstraum in Imst

G

uggi – man muss nur den Namen der Künstlerin hören, schon weicht der pure Ernst einem Lächeln. Irene „Guggi“ Wallnöfer wird häufig gefragt, wie es zu ihrem ungewöhnlichen Künstlernamen kam. Sie lacht und ihre Augen funkeln: „Der Name blieb mir aus Kindertagen, wo mich meine Eltern ob meiner großen Augen so nannten.“ Ganz einfach also. Ein lustiger Name, der ihr über all die Jahre erhalten blieb. So wie ihre funkelnden Augen und ihr erfrischender Zugang zum Malen und Zeichnen. Irene „Guggi“ Wallnöfer kann sich mit ihrem Namen und ihrem kreativen Tun identifizieren, „weil ich das Glück habe, meine Passionen gefunden zu haben und diese in einem wunderbaren Raum umsetzen kann“. Aber der Reihe nach. Irene „Guggi“ Wallnöfer entdeckt schon früh ihre Lust am Zeichnen. Für sie bis heute das „wichtigste Werkzeug und Grundprinzip jeglicher kreativer Ausdruckstechnik“. Nach der Pflichtschule absolvierte sie die Glasfachschule in Kramsach. Doch schon bald wurde ihr klar, dass die klassische Gravur nicht ihr Genre ist. Die Arbeit in einem Rahmenstudio ließ das wirkliche Interesse für Kunst entstehen. „Guggi“ hielt Arbeiten großer Künstler wie Max Weiler und Gerhild Diesner in Händen, sie studierte deren Gestus und Farbgebung. Sie besuchte Ausstellungen und begann an Mal-Workshops teilzunehmen, die sie inspirierten: „Ich begann an verschiedenen Techniken zu feilen und probierte mich in der Kunst aus.“ In dieser Experimentierphase suchte sie erstmals ihren späteren Mentor Norbert May-

er in Kaprun auf, in dessen Workshops Arbeiten auf Acryl auf Leinwand entstanden sind. „Er leitete mich an, doch ließ mich auch gewähren. Dies gab meiner Kunst eine erste Form.“ Die Struktur des Lebens erforderte aber erneut einen beruflichen Wechsel. „Guggi“ arbeitete in einem Grafikbüro, in dem sie mit einer ungewohnten Struktur vertraut wurde. Eine wichtige für die junge Künstlerin: „Dort lernte ich zu verbinden. Mein künstlerischer Ausdruck nahm nun Gestalt an.“ Sie ließ zwischen 2008 und 2012 umfangreiche Bilderserien entstehen, deren Liniengeflechte an Lebensspuren erinnern.

SPUREN DER STRUKTUR DES LEBENS

„Guggi“ malt verwobene Linien in Acryl auf Leinwand. Sie verbindet großflächige mit feingliedrigen Farbschichten. Horizontale und vertikale Verläufe verbinden Schräges und Geradliniges. Es gibt Verdichtungen der Linien und an Lichtungen erinnernde freie Flächen. Die Farben ihrer Bilder sind verhalten, wirken nicht laut, auch wenn sich kräftiges Rot oder Blau darin findet. Irene „Guggi“ Wallnöfer arbeitet in Schichten, die immer wieder Neues freilegen. 2008 schuf die Künstlerin ihren „masterplan“ und ihre persönliche Entwicklung wird in der Arbeit „es fühlt sich gut an“ sichtbar. 2009 wurde die Künstlerin „bedingungslos“, ehe sich 2011 „alles fest verbunden“ hat. 2012 sah sie dann ihre „zukunft im goldenen.“ Ihre Kunst begann zu fließen. „Guggis“ Bilder wirken wie Ausschnitte aus einem Netzwerk, das über die Bildgrenze hinaus-

„kann nicht zurück“, eine Arbeit der Künstlerin als Synonym für ihre Intention

geht. Auch ihr persönliches Netzwerk sowie ihr Ausstellungsportfolio sind stetig gewachsen. Dabei ist die Künstlerin frei von Pflicht und Druck: „Malen ist für mich Ausdruck von Loslassen. Ich will keine Kontrolle über meine Bilder. Ich lasse sie frei und bin dankbar, wenn sich Emotion und Inspiration auf Papier oder Leinwand verbinden“, so Irene „Guggi“ Wallnöfer.

DER TRAUM VOM RAUM

2011 ging für die Künstlerin ein Traum in Erfüllung: Sie eröffnete ihren Kunstraum, in dem sie arbeiten und präsentieren kann. Ein ausgebautes Dachgeschoß in der Imster Langgasse ist zum Atelier und großzügigen Ausstellungsraum geworden – mittlerweile ein beliebter Treffpunkt für die kreative Szene im Tiroler Oberland: „Ich

liebe es, kreative Menschen um mich zu haben. Ein Netzwerk, das mich inspiriert und stärkt und dem ich etwas zurückgeben kann.“ Die Künstlerin veranstaltet Vernissagen und gesellschaftliche Events, um Menschen kunstvoll zusammenzuführen. Der Raum steht aber auch anderen Künstlern offen, „wenn eine inhaltliche und zwischenmenschliche Gemeinsamkeit besteht“, so Wallnöfer. Mit dem Südtiroler Bildhauer Günther Plattner etwa ist eine künstlerische Symbiose gefunden, die am 17. Oktober im Rahmen der Imster Kunststraße eröffnet wird. In „Guggis“ Kunstraum entdeckt der Betrachter eine Welt des Einfachen und Pompösen, des Unaufdringlichen und Bedeutungsvollen. Hier wird man daran erinnert, dass diese kleine, kreative Welt auch im eigenen Inneren zu entdecken ist.

eco.nova 27


eco.kunst

DOLOMITEN DOMINO 2

Julia Bornefeld, O.T., 2009

Die Ausstellung DolomitenDomino 2 setzt die 2012 von der Galerie Gaudens Pedit initiierte qualitative Bestandsaufnahme bildender Kunst in Osttirol und der benachbarten Südtiroler Dolomitenregion biennal fort. Die Schau im Westtrakt von Schloss Bruck, Museum der Stadt Lienz, wird durch die Präsentation von Werken in der Kunstwerkstatt Lienz und in der Galerie Gaudens Pedit Lienz begleitet und erweitert. // Fotos: Martin Lugger Rosmarie Lukasser, Annäherungen, 2014

Lichtdurchflutetes Weiß mit viel Platz für Großformatiges: Die Galerie Gaudens Pedit in Kitzbühel

PROGRAMM DER GALERIE GAUDENS PEDIT

D

ie Ausstellungsreihe DolomitenDomino besinnt sich auf den alten Kulturraum der Dolomiten und zugleich auf ein über die Nationalstaatlichkeit hinaus gedachtes Europa der Regionen. In biennalen Ausstellungen und begleitenden Publikationen werden bildende Künstler überregionaler Bedeutung präsentiert, die aus Osttirol bzw. der Südtiroler Dolomitenregion stammen oder mit diesem Gebiet durch prägende Lebensabschnitte verbunden sind. Mit DolomitenDomino 1 wurden in der Lienzer Galerie Gaudens Pedit die Künstler Othmar Eder, Michael Hedwig, Peter Niedertscheider, Peter Raneburger, Fritz Ruprechter, Lois Salcher und Franz Wibmer vorgestellt. Um die Ausgewogenheit aktuellen künstlerischen Schaffens widerzuspiegeln, zeigt DolomitenDomino 2 nun Positionen von acht Künstlerinnen: Barbara Tavella, Anja Manfredi, Rosmarie Lukasser, Zita Oberwalder, Maria Vill, Elfriede Skramovsky, Margret Wibmer und Julia Bornefeld.

28 eco.nova

KUNST AUSWAHL

„Alle vorgestellten Künstler verbindet eine langjährige professionelle und intensive Auseinandersetzung mit ihren Themen, das Streben nach Entwicklung einer individuellen Formensprache und der Versuch, bestmögliche Mittel für ihre persönliche Botschaft zu wählen“, erklärt Pedit. Die räumliche Nähe und zeitliche Parallelität von DolomitenDomino 2 zu „TOTENTANZ – Egger-Lienz und der Krieg“ in den Haupträumen von Schloss Bruck hält der Galerist für ein besonders glückliches Zusammentreffen: „So bietet sich für die Besucher von Schloss Bruck die Gelegenheit, in die Zukunft weisende Positionen bildender Kunst im Spannungsbogen mit dem kunsthistorisch bedeutendsten Osttiroler Maler zu erleben“, so Gaudens Pedit. Zu den Ausstellungen sind Publikationen erschienen, in denen die Künstler und ihre Arbeiten rezensiert werden. Der aktuelle Katalog DolomitenDomino 2 (128 Seiten, deutsch/ italienisch) liegt an den Ausstellungsorten auf und kann um 30 Euro erworben werden.

Gaudens Pedit, Sohn des Künstlers Hermann Pedit, eröffnete 1983 seine erste Galerie in Wien. Ende der 1980er-Jahre zog es ihn wieder in die Heimat und er eröffnete die gleichnamige Galerie in Lienz, um das Angebot an bildender Kunst im Raum Ost- und Südtirol sowie Oberkärnten zu erweitern. Ende des Jahres 2012 folgte die Eröffnung

des Standortes Kitzbühel mit 250 Quadratmetern Ausstellungsfläche, um auch am weltweit bekanntesten Ort Nordtirols präsent zu sein. Die Galerie Gaudens Pedit zeigt österreichische und europäische Kunst der Gegenwart, fördert im Rahmen der Ausstellungreihe „Gute Aussichten“ junge Künstler und hat als Folge der Sammlung Gaudens Pedit (Ungarische Kunst der 1980er- bis 1990er-Jahre) einen engen Kontakt zur ungarischen Kunstszene.

GALERIE GAUDENS PEDIT Tel.: 0664/2282844 gallery@gaudens-pedit.com www.gaudens-pedit.com

Aktuelle Ausstellung: • bis 26. Oktober im Museum Schloss Bruck, Schlossberg 1, 9900 Lienz DolomitenDomino 2 Öffnungszeiten: Di. bis So. von 10 bis 16 Uhr • bis 25. Oktober in der Galerie Gaudens Pedit Lienz, Brennerleweg 1, 9900 Lienz Bornefeld | Lukasser | Tavella Öffnungszeiten: Fr. 14 bis 18 Uhr, Sa. von 10:30 bis 12:30 Uhr sowie nach Vereinbarung • 13. September bis 1. November in der Galerie Gaudens Pedit Kitzbühel, Untere Gänsbachgasse 9, 6370 Kitzbühel FARBEN.LEUCHTEN. Herbst in Kitzbühel Öffnungszeiten: Mi. von 15 bis 18 Uhr, Do bis Sa. von 11 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung


eco.kunst

Domenico Colanzi, Toro infuriato, 2010, Bronze 120 x 93 cm // Galleria Il Segno, Mailand

Franz Ringel, Frisch gestrichen, 2006, Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 80 cm // Galerie Hartl, Wien

Jörg Döring, Good Service, 2011, MixedMedia auf Leinwand, 120 x 150 cm // Galerie Augustin, Wien

KUNST IM WANDEL

Axel Crieger, Frieda Kahlo, 2013, digitale Malerei auf Leinwand, 120 x 150 cm // Galerie Augustin, Wien

Im kommenden Februar steigt die mittlerweile neunzehnte Auflage der ART Innsbruck, die Initiatorin und Gründerin Johanna Penz mit viel Herzblut und Engagement zu einem der begehrtesten und renommiertesten Fixpunkte im überregionalen Kunstmessekalender entwickelt hat. Mit der ART Innsbruck hat sie es geschafft, Kunst für jedermann erlebbar zu machen und sie von ihrem elitären Standpunkt wegzuholen. Auch 2015 sind wieder 70 Galerien und Kunsthändler aus 10 Ländern mit dabei, die internationale Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts präsentieren. Und weil Kunst kein starres Gebilde ist, sondern ein sich laufend wandelnder Prozess, verändert dies auch die ART Innsbruck. Sie zeigt im kommenden Jahr unter dem Motto „Kunst der Zeiten“ erstmals auch Antiquitäten des 19. Jahrhunderts.

B

ei der ART Innsbruck stehen die Zeichen auf Wandel und Veränderung. „Wir sind nun im zwanzigsten Jahr unseres Bestehen. Die Zeit ist also reif für einen Relaunch und eine stimmige Neuausrichtung“, so Gründerin Johanna Penz, die die Geschicke der internationalen Kunstmesse im Herzen der Alpen bereits seit den Anfängen leitet und aus ihr eine wahre Erfolgsgeschichte gemacht hat. Jährlich wird auf der ART Innsbruck internationale zeitgenössische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts gezeigt – von Gemälden und Originalgrafiken über Skulpturen bis hin zu Fotografien und Neuen Medien. „Wir haben mit unserem Messekonzept ‚Kunst für Liebhaber und Sammler‘ hier in der Region einem breiten Publikum einen niederschwelligen Zugang zur Kunst

eröffnet“, so Penz. Dieser Ansatz wird auch im kommenden Jahr weitergeführt ... und erweitert.

KUNST DER ZEITEN

In Zeiten großer Umwälzungen wächst automatisch die Sehnsucht wie auch das Interesse nach beständigen Werten. Somit wird die 19. ART Innsbruck vom 20. bis 23. Februar 2015 erstmals unter dem Motto „Kunst der Zeiten“ stehen und neben der bewährten Kunst auch Antiquitäten des 19. Jahrhunderts zeigen. Die Besucher werden wie gewohnt moderne zeitgenössische Kunst zu sehen bekommen, Ikonen der klassischen Moderne sowie Werke von Newcomern und Shootingstars aus dem Programm der ausstellenden Galerien; das verwöhnte Publikum erwartet dieses Mal aber noch mehr: eine Zeitreise ins vorletzte Jahrhundert näm-

lich – Gemälde, edles Kunsthandwerk aus Porzellan, Glas und Zinn, Teppiche und antiker Schmuck. Und auch im kommenden Jahr wird die Kooperation mit dem russischen Medienkonzern M.Video fortgesetzt, der seit drei Jahren den Russland-Schwerpunkt auf der ART Innsbruck ausrichtet. Der Konzern erweist mit der Fortsetzung von „Colour of Tyrol“ seinem Gastgeberland Referenz und ermöglicht überdies dem Protagonisten der Sonderschau, Vladimir Valentsov, einen neuerlichen Auftritt in seinem neuen „Traumland Tirol“. Valentsov, einem der bedeutendsten zeitgenössischen Maler Russlands, wurde bereits bei der letzten ART Innsbruck eine eigene Personale gewidmet, im kommenden Jahr wird er erneut mit den neuesten Ergebnissen seiner Tirolstudien präsentiert.

ARTROOM21

institute for socio-political development Im Wandel befindet sich auch der an das Büro der ART Innsbruck angeschlossene artroom21. Ursprünglich als temporäre Galerie und Ausstellungsraum für Kunst geplant, mutiert er zum multifunktionalen Veranstaltungsraum, einem Project-Space als Schnittstelle zwischen Business, Wissenschaft und Kunst. Ab sofort kann der Raum neben Kunstausstellungen auch für Vorträge, Beratungssettings oder Businessmeetings angemietet werden – schnell und günstig, von einer Stunde bis zu einem Monat. www.artroom21.at

20–23 feb 2015 auflage 19 · NEU! jetzt mit antiquitäten

moderne kunst & antiquitäten des 19.|20.|21. jhdts. galerien und kunsthändler aus 10 nationen sonderschauen · schätzungen messe innsbruck fr – so 11 – 20 uhr | mo 11 – 17 uhr online tickets günstiger | www.art-innsbruck.at ART EcoNova 263 x 100 mm.indd 1

internationale messe für zeitgenössische kunst & antiquitäten 16.09.14 08:14

eco.nova 29


eco.kunst

KUNST ZUM LESEN WAS DIE BILDER ERZÄHLEN Ein Rundgang durch mein imaginäres Museum Dieter Wellershoff Kiepenheuer & Witsch, 370 Seiten, EUR 41,20

FRANZ SEDLACEK Chemiker der Phantasie Gabriele Soindler, Ursula Storch (Hg.) Residenz Verlag, 124 Seiten, EUR 22,00

Ein Buch als vielschichtige Überraschung: Dieter Wellershoff, ein seit vielen Jahrzehnten bekannter Romanautor und Essayist, hat mit 87 Jahren sein Wissen gebündelt zur Verfügung stellt. Er hat ein Buch über Malerei geschrieben und spannt einen kenntnisreichen Bogen von der Hochrenaissance bis zur aktuellen Kunstszene. Anhand von 230 Gemälden und fast 80 Künstlern stellt er das sich wandelnde Farben- und Formenspektrum der Malerei als menschliche Selbst- und Welterfahrung dar, die gleichberechtigt neben der Literatur existiert. Wellershoff führt mit seinem neuen Buch die Leser in die Welt des Imaginierens und Wahrnehmens ein. Wellershoff lesen ist wie ein Museum im Kopf!

Der Maler und Zeichner Franz Sedlacek (1891–1945) gehört zu den bedeutendsten österreichischen Künstlern der Zwischenkriegszeit. Er war der Meister magischer Bilder zwischen Surrealismus und Karikatur; seine phantastischen Bildwelten und grotesken Szenen übten auf seine Zeitgenossen eine ganz besondere Faszination aus, sodass er mit seinen Ausstellungen schon zu Lebzeiten beachtliche Erfolge im In- und Ausland erzielte. Dennoch arbeitete Sedlacek, der als Maler Autodidakt war, weiter in seinem Brotberuf am Technischen Museum in Wien, das ihm nun dieses Buch widmet. Schräge Kunst in Wort und Bild.

MUSEUM DER TRÄUME Schriftsteller schreiben über Meisterwerke der Kunst Jacqueline Kornmüller, Peter Wolf (Hg.) Christian Brandstätter Verlag, 320 Seiten, EUR 22,00 Zeitgenössische Schriftsteller schreiben einen Text zu einem Meisterwerk der Kunst aus der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums in Wien. Die Bilder werden damit wieder aktuell und ihr Reichtum wird durch die Erzählkraft neu beleuchtet. Es entsteht ein völlig anderer, assoziativer Zugang zur Malerei, wenn Elfriede Jelinek, Peter Handke, Juli Zeh oder Franz Schuh die Gemälde von Pieter Bruegel, Diego Velázquez oder Peter Paul Rubens schreibend betrachten. In der Gegenüberstellung mit ausgewählten WorldPress-Fotowerken werden die Meisterwerke atemberaubend relevant, weil sie mit aktuellem Zeitgeschehen verbunden werden. Große Texte zu großen Werken!

KUNST? JA, KUNST! Die Sehnsucht der Bilder Jean-Christophe Ammann Westend Verlag, 324 Seiten, EUR 24,99 Manchmal kann man vor lauter Kunst keine Kunst mehr sehen. Es herrscht Ratlosigkeit. In Zeiten, in denen die allgemeine Richtung 360 Grad ist – alles ist erlaubt, alles geht, alles wird für gut befunden –, gibt es geradezu zwangsläufig Orientierungsbedarf. Das Buch ist deswegen als eine essenzielle Orientierungshilfe zu sehen: Jenseits von Künstlern und deren Werken geht es auch um die allgemeine Situation, in der wir uns befinden, in der Vereinheitlichungen gescheitert sind. Das heißt, je stärker sich eine Gesellschaft partikularisiert, desto stärker individualsiert sie sich. Anhand einer Reihe von Künstler, und deren Werken zeigt Ammann, wie wir das Bedeutende vom Unbedeutenden, das Beständige vom Flüchtigen, das Intensive vom Oberflächlichen unterscheiden. Kunst zum Lesen.

BESCHÜTZT-SEIN Bilder von Ina Hsu, Texte von Christoph W. Bauer und SchülerInnen des PORG Volders Buch von ubuntu-Kulturinitiative von SOS-Kinderdorf 56 Seiten, EUR 20,00

DAS RAUSFRAUENBUCH Eine praktische Einführung in queere Verstrickungen, geschmackvolle Garderobe und kreative Küche Sissi Schmitz & Ina Hermina Frechverlag, 96 Seiten, EUR 20,00

Die Künstlerin Ina Hsu hat sich in ihrer Kunst den Kindern und Tieren verschrieben. In ihren Bildern werden sie gemeinsam zu „beschützten Wesen“, die mit ernsthaften, fragenden, lachenden und selbstbewussten Blicken auftauchen. Sie verweilen im ewig gültigen Raum der Kindheit. Die Künstlerin schuf den Werkzyklus BESCHÜTZT-SEIN aus realen Erinnerungen und gesammelten Alltagsgegenständen. Zu den Bildern haben Schüler des PORG Volders im Rahmen eines Schreibworkshops mit Christoph W. Bauer ganz persönliche Statements verfasst. Vervollständigt mit kurzen Betrachtungen der Künstlerin sowie ausgewählten ubuntu-Zitaten, verbinden sich Bilder und Texte zu einem „beschützten“ Reflexionsraum. Autor Christoph W. Bauer wagt „einen Blick über die Buchkante hinaus“: Er schrieb eine Rede über Gründe, die sprachlos machen, und plädiert für Toleranz, Verantwortung, Respekt und Würde im Alltag. Ein Bildband zum Lesen!

Humoristisch und schräg ist das erste Buch der „Rausfrauen“, die sich als „Arbeiterinnen“ im öffentlichen Raum sehen. Bei Sissi Schmitz und Ina Hermina werden allgemeine Seh- und Wahrnehmungsgewohnheiten neu definiert, sie stellen Kontraste her und begreifen öffentliche Plätze als gesellschaftlich gestalt- und veränderbar. Ihr Buch ist emanzipatorisches Manifest und Frauenzeitschrift zugleich: Die „Rausfrauen-Kunst“ liefert zum Beispiel eine Anleitung zum „Vollbart-Stricken für Frauen“ oder wie man einen „Penislebkuchen“ backt. Sie beleuchten das traditionelle Handarbeiten in einem humoristischen, teils radikalen Licht und brechen mit traditionellen Rollenbildern. Für Weiberleut und auch Mannsbilder lustig.

ARTE IN CUCINA auf Reisen Wiebke van der Scheer, Margé Mijer Gerstenberg Verlag, 176 Seiten, EUR 20,60 Kunst und Kulinarisches beschreiten mühelos Grenzen, deshalb hat die Amsterdamer Galerie ARTACASA ihre Künstler dazu aufgefordert, Bilder rund um das Thema Fernweh und Gaumenfreuden anzufertigen. Entstanden ist ein farbenfrohes Kaleidoskop für Kunst- und Kochfreunde – mit Rezepten von Amaretto-Feigen mit Quark über Lasagne della Mascini bis hin zu Zuccotto, kombiniert mit Briefmarken sowie Bus- und Zugfahrkarten aus aller Welt und tollen, individuellen Bildern.

30 eco.nova

KUNSTFÜHRER TIROL Die 400 bedeutendsten Kunstschätze in Nord- und Osttirol Reinhard Rampold (Hg.) Tyrolia, 416 Seiten, EUR 27,95 Ein Team aus erfahrenen Kunsthistorikern beschreibt in diesem kompakten Führer die wichtigsten Kunstschätze Tirols. Gegliedert nach Bezirken werden rund 400 Objekte vorgestellt. Der Begleiter durch Tirol für alle Kunstinteressierten – auch wenn im Layout noch Luft nach oben ist.


VIELSEITIGKEIT WIE NIE ZUVOR.

Der neue BMW 2er Active Tourer

www.bmw.at/2er

Freude am Fahren

Symbolfoto

DER NEUE BMW 2er ACTIVE TOURER.

Ob die ganze Familie, sperriges Gepäck oder beides: der neue BMW 2er Active Tourer überzeugt mit optimalem Platz und viel Komfort für ein abwechslungsreiches Leben. Mit automatischer Heckklappe, verschieb-/umklappbaren Sitzen und zahllosen Verstaumöglichkeiten ist der dynamische Alltagsallrounder der neue Maßstab für Vielseitigkeit und grenzenlose Freiheit. Jetzt Probefahrt vereinbaren unter bmw.at/2erActiveTourer

Unterberger – Denzel GmbH & Co KG

Griesauweg 32, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/33435, info@unterberger-denzel.bmw.at

www.unterberger-denzel.bmw.at

BMW 2er Active Tourer: von 85 kW (116 PS) bis 170 kW (231 PS), Kraftstoffverbrauch gesamt von 3,8 l/100 km bis 6,4 l/100 km, CO2-Emission von 100 g/km bis 149 g/km.


KULTUR

LAND Die Kulturlandschaft Tirols ist vielfältig und mit allen Sinnen erlebbar.

Unsere Landesbank.

r! u t l u K e en Si ß e i n e en t G s i e l k sban e d n a itrag L e B Als n e r nse u v i t k roler a i T r wir e d ng u r e d e. r n ö e z s r zur F u ult K d n u Kunst

www.hypotirol.com


Millions discover their favorite reads on issuu every month.

Give your content the digital home it deserves. Get it to any device in seconds.