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Der eigene Gemüsegarten Seit drei Jahren kauft Familie Weber kein Gemüse mehr, sie erntet es frisch in ihrem Gemüsegarten – im Gemeinschaftsgarten in Neu-Rum.

K

artoffeln, Salate, Spinat und Broccoli – das sind nur einige der vielen Gemüsesorten, die Ramona, Johannes und ihre Töchter Nora (4) und Sina (3) jedes Jahr in ihrem Gemüsegarten ernten. „Es schmeckt einfach anders und die Kinder lernen viel übers Heranwachsen der Pflanzen“, freut sich Ramona. Mit Leidenschaft kümmert sich die junge Familie um ihre Gemüsevielfalt in einem der 116 Feldabschnitte des Gemeinschaftsgartens, der nur einige hundert Meter von ihrer Wohnung entfernt liegt. D i e J u n g p f l a n z e n zieht Familie Weber schon im Februar zuhause heran. Eingepflanzt wird ab Mai. Im Sommer sieht die Mutter ihren Kindern stolz beim Ernten der sonnengereiften Schätze zu. „Wir schätzen unser Gemüse mehr, weil wir von Anfang an mit dabei sind und wissen, wie viel Arbeit dahintersteckt“, sagt die Sozialpädagogin. „Im ersten Jahr pflanzten wir schon mal zu viel von einer Sorte an. Jetzt wissen wir, dass zwei Zucchinipflänzchen für uns vier reichen. Verschenkt wird fast nichts mehr“, lacht sie. Das schmackhafte Gemüse essen sie entweder gleich oder verkochen es zu feinen Köstlichkeiten.

GEMEINSCHAFTSGÄRTEN IN TIROL

Das Projekt „Tiroler Gemeinschaftsgarten“ ist eine Kooperation von Berthold Schwan und den Landwirten, die Felder in Neu-Rum, Aldrans und Silz zur Verfügung stellen. Mit den Gemüsefeldern möchte Schwan landwirtschaftliches Wissen in der Bevölkerung erhalten und es den Menschen ermöglichen, ihr eigenes Gemüse wachsen zu sehen. Besonders wertvoll ist ihm die Tatsache, dass selbst müde und gestresste Geister beim Garteln wieder zur Ruhe kommen und sich nachhaltig erden. In ganz Tirol gibt es etwa 25 solcher Gärten. Die Servicestelle „Gemeinschaftsgärten“ gibt einen guten Überblick über die Anbieter. Die Plattform beinhaltet auch Kontaktdaten, um konkrete Mieterwünsche mit den Betreibern zu besprechen: www.tiroler-bildungsforum.at

TROTZDEM UNABHÄNGIG BLEIBEN „Mit dem Gemüsegarten erfüllte ich mir ein Stück des Traums vom eigenen Bauernhof,

TEXT:

KAROLINA PUTZ

„Im ersten Jahr pflanzten wir schon mal zu viel von einer Sorte an. Jetzt wissen wir, dass zwei Zucchinipflänzchen für uns vier reichen.“ GEMEINSCHAFTSGÄRTNERIN RAMONA

den ich über viele Jahre in mir trug“, verrät Ramona. Doch trotz der kontinuierlichen Gartenarbeit haben sich die Webers ihre Unabhängigkeit erhalten. Selbst einem kurzfristigen Urlaub steht nichts im Wege. „Wenn wir einmal wegfahren, kümmern sich meine Schwiegereltern um den Garten“, schildert Ramona, „aber auch wenn die Gemüsepflanzen einmal für zwei Wochen unbeaufsichtigt bleiben, passiert nicht viel. Die Zucchini werden höchstens übergroß und das Unkraut wuchert. Durch ihre langen Wurzeln verdursten die Pflanzen aber nicht.“ Dass die Wurzeln schön tief wachsen, darum kümmert sich Familie Weber schon beim Einsetzen der Jungpflanzen. „In den Tagen nach dem Einpflanzen gießen wir die kleinen Pflänzchen vermehrt. So wachsen die Wurzeln weit nach unten, dorthin, wo die Erde feucht ist“, verrät die mittlerweile erfahrene Gärtnerin. „Danach müssen die Pflanzen nicht mehr gegossen werden.“

M AYA / N U M M E R 02 / J U N I 2018

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maya ist das Tiroler Frauenmagazin für alle, denen Gesundheit, Schönheit und Mode wichtig ist und die sich gerne inspirieren lassen.

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