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te r e i s i l a u t ak g n u r 채 l k r e t umwel

2014


01 // Vorwort

Wir stehen für Umweltschutz Wien belegt bei internationalen Städtevergleichen regelmäßig Spitzenplätze und gilt als die lebenswerteste Stadt der Welt. Dazu tragen die hohen Umweltstandards, denen sich Wien verschrieben hat, entscheidend bei. Abwasserreinigung auf dem Stand der Technik schont die Gewässer und ist ein wichtiger Teil des Schutzes unserer Umwelt.

Die Meinung der Wienerinnen und Wiener ist eindeutig: Mehr als 87 Prozent sprachen sich bei der Volkbefragung 2013 dafür aus, städtische Betriebe im Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge vor Privatisierungsversuchen zu schützen. Das spricht für die hohe Zufriedenheit der Bevölkerung mit den erbrachten Leistungen. Für die betroffenen Abteilungen und Unternehmen ist dieser überwältigende Vertrauensbeweis gleichzeitig ein Auftrag, die Qualität ihrer Leistungen konstant auf höchstem Niveau zu halten. Stillstand bedeutet in unserer schnelllebigen Welt aber de facto Rückschritt. Und so kann nur die ständige Optimierung der Leistungen der kommunalen Betriebe ihren großen Rückhalt bei den Wienerinnen und Wienern auch langfristig sichern. Ich begrüße es daher außerordentlich, dass sich die ebswien hauptkläranlage als städtisches Unternehmen seit Jahren ganz dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess verschrieben hat und sich freiwillig bei jährlich stattfindenden Überprüfungen ihres Integrierten Managementsystems dem kritischen Blick externer Experten stellt. Deren Resümee fällt durchwegs positiv aus, was die Zertifizierungen des Unternehmens in den Bereichen Qualität, Arbeitssicherheit, Energiemanagement und Umwelt und nicht zuletzt die Verleihung des EMASAwards durch die Europäische Kommission verdeutlichen. Mein Dank für das bisher Erreichte gilt dem engagierten Team der ebswien hauptkläranlage. Ich bin sicher, dass der Wille, die eigenen Leistungen weiterhin kritisch zu prüfen und zu optimieren, nicht nachlassen wird – damit die Wienerinnen und Wiener so wie jetzt auch in Zukunft stolz auf „ihre“ Kläranlage sein können.

Mag.a Ulli Sima / Wiener Umweltstadträtin

„Wir klären alles“ lautet das Motto der ebswien hauptkläranlage: Mit der Reinigung sämtlicher in Wien anfallender Abwässer leisten wir einen Beitrag zum Umweltschutz und tragen mit dazu bei, dass Wien laut internationalen Untersuchungen die lebenswerteste Stadt der Welt ist. Wir erklären aber auch alles: So dokumentiert die vorliegende „Aktualisierte Umwelterklärung 2014“ die kontinuierliche Verbesserung unserer Umweltleistungen. Sie bietet einen detaillierten Überblick über erreichte Ziele und neue Herausforderungen, denen wir uns stellen. Im Fokus der Bemühungen, unsere Umweltleistungen noch weiter zu verbessern, steht das Thema Energie. Abwasserreinigung auf dem aktuellen Stand der Technik ist ein sehr energieintensiver Prozess. Die ebswien konnte durch zahlreiche Maßnahmen die Energieeffizienz der Hauptkläranlage schon deutlich steigern und nutzt zudem seit Jahren einen vielfältigen Mix erneuerbarer Energieträger. Mit dem Projekt EOS (Energie-Optimierung Schlammbehandlung) erreichen wir ab dem Jahr 2020 unser ehrgeiziges Ziel und werden zum Energie-Selbstversorger. Die Vorarbeiten zu EOS laufen auf Hochtouren. Mit gleichem Elan widmen wir uns unserer Hauptaufgabe: Durch die Reinigung sämtlicher Abwässer der Wienerinnen und Wiener sorgen wir dafür, dass die Donau Wien in derselben guten Qualität verlässt, in der sie zu uns gekommen ist. Die erreichten Erfolge im Umweltmanagement wären ohne das Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht möglich gewesen. Diesen erfolgreich eingeschlagenen Weg werden wir weitergehen. Unser Grundsatz gilt auch für die Zukunft: Wir klären alles – und das auf höchstem Niveau.

Generaldirektor Ing. Christian Gantner


2-3 Geschichte

Woher wir kommen Abwasser ist ein Produkt unserer Zivilisation. Wien war als erste europäische Stadt schon im 18. Jahrhundert komplett kanalisiert. Für die Abwasserentsorgung und damit die Hygiene war also gesorgt. Die Abwasserreinigung zum Schutz der Gewässer wurde in Wien nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zum Thema.

Beginn der Abwasserreinigung in Wien

1951

1970 Gründung der Entsorgungsbetriebe Simmering GmbH (EbS)

Grundsteinlegung für die Hauptkläranlage Wien durch Bürgermeister Bruno Marek

1976

1980

1986

Die EbS übernehmen die Betriebsführung der Hauptkläranlage Wien

2000 Eröffnung der erweiterten Hauptkläranlage Wien durch Bürgermeister Dr. Michael Häupl

Spatenstich für den Ausbau der Hauptkläranlage Wien. Die Stadt Wien investiert 220 Mio. Euro

2005 2010

Die ebswien hauptkläranlage erhält den EMAS Award der Europäischen Kommission

Eröffnung der Hauptkläranlage Wien durch Bürgermeister Dr. Leopold Gratz

2011 Inbetriebnahme der EOS-Versuchsanlage

Umbenennung der EbS in ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H.

2013


01 // Managementsystem / Gültigkeitserklärung

Wie wir arbeiten Mit unserem seit dem Jahr 2007 zertifizierten Managementsystem optimieren wir betriebliche Abläufe und Strukturen, um uns in den Bereichen Qualität, Energiemanagement, Umweltschutz und Arbeitssicherheit weiter zu entwickeln. Kernelement unseres Managementsystems ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess.

Die erforderlichen Rahmenbedingungen zum Aufbau des Systems sind in den internationalen Normen ISO 9001 (Qualität), BS OHSAS 18001 (Arbeitssicherheit), ISO 14001 und EMAS (Umwelt) enthalten. Im Mai 2007 wurde unser Managementsystem, das diesen Normen entspricht, als ein „Integriertes Managementsystem“ (IMS) zertifiziert. Im Mai 2012 erfolgte die Erweiterung um das Energiemanagementsystem, das der ISO 50001 entspricht. Der freiwillige Ansatz, sich diesen höchsten internationalen Standards zu unterziehen, soll unserem Eigentümer, der Stadt Wien, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Interessenspartnerinnen und Interessenspartnern und insbesondere den Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt Wien die Gewissheit geben, dass wir der Sicherstellung der Abwasserreinigung, dem schonenden und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und der Kommunikation mit der Öffentlichkeit einen sehr hohen Stellenwert beimessen.

keine Gefahr mehr davon ausgehen kann. Mit Hilfe der Bewertung der Umweltaspekte und Umweltauswirkungen werden Maßnahmen zur Verbesserung unserer Umweltleistungen gesetzt. Dabei ist es für uns wichtig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Gestaltung von unterschiedlichen Abläufen mit eingebunden sind. Wichtiger Bestandteil sind auch die internen und externen Audits, mit denen die qualitäts-, umwelt- und sicherheitsrelevanten Abläufe auf Übereinstimmung mit unseren Anforderungen gemessen werden. Von besonderer Bedeutung ist in unserem Unternehmen auch der Dialog mit der Öffentlichkeit. Unsere Kunden, das sind die Wienerinnen und Wiener, werden über unterschiedliche Kommunikationskanäle regelmäßig über unsere Umweltleistungen informiert.

Einhaltung der Rechtsvorschriften

Wesentlich für die kontinuierliche Verbesserung der Leistungen ist die regelmäßige Entwicklung und erfolgreiche Umsetzung von Unternehmenszielen hinsichtlich Qualität, Umweltschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz. Durch das Energiemanagement werden innovative Projekte zur Erhöhung der Energieeffizienz geplant und umgesetzt. Die Vorgangsweise bei wesentlichen, regelmäßigen Handlungen ist in Handbüchern beschrieben, detailliertere Regelungen und Sicherheitsvorschriften sind in Prozessbeschreibungen, Arbeits- und Betriebsanweisungen enthalten, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern elektronisch zur Verfügung stehen.

Die Einhaltung der für das Unternehmen relevanten Gesetze, Verordnungen und Bescheidauflagen der Rechtsbereiche Umwelt- und Arbeitnehmerschutz sowie Energie erfolgt mit der betriebseigenen Rechtsdatenbank, deren Aktualität durch einen Rechtsänderungsdienst sichergestellt ist. Durch den schriftlichen Nachweis der Einhaltung dieser Vorschriften ist die Rechtskonformität des Unternehmens gegeben.

Über das betriebliche Vorschlagswesen können Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ideen zur Optimierung von Tätigkeiten einbringen. Mit Abweichungsmeldungen werden vorwiegend sicherheitsrelevante Situationen derart „entschärft“, dass

ISO BS OHSAS EMAS

Gültigkeitserklärung

Wien, am 28. Mai 2014

Die vorliegende „Aktualisierte Umwelterklärung 2014“ der ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H. wurde im Rahmen einer Begutachtung nach EMAS III-VO von der

Quality Austria Trainings-, Zertifizierungs- und Begutachtungs GmbH Zelinkagasse 10/3, 1010 Wien AT-V-0004 geprüft.

International Organization for Standardization British Standard Occupational Health- and Safety Assessment Series Eco Management and Audit Scheme

Firmenwortlaut ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H. Anschrift 11. Haidequerstraße 7, A - 1110 Wien Firmenbuchnummer FN 111306k Branche Abwasserreinigung Unternehmensgründung 1976 Identifikationsnummer 9008390232866 Mitarbeiteranzahl 163 Geschäftsführer Gen.-Direktor Ing. Christian Gantner Prokurist DI Franz Klager IMS-Team DI Miklos Papp (HbV), DIin (FH) Alexandra Binder, DI Stefan Zelinka, Robert Sova Telefon 0043 - 1 - 76099 - 0 Fax 0043 - 1 - 76099 - 5800 Internet www.ebswien.at

Die leitenden Gutachter der Quality Austria Trainings-, Zertifizierungs- und Begutachtungs GmbH bestätigen hiermit, dass die Umweltpolitik, das Umweltprogramm, das Umweltmanagementsystem, die Umweltprüfung und das Umweltbetriebsprüfungsverfahren der Organisation mit der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2009 (EMAS-VO) übereinstimmt und erklären die relevanten Inhalte der Umwelterklärung nach Anhang IV, Abschnitt B, Buchstaben a - h, für gültig.

Dr. Andreas Markom Leitender Umweltgutachter

Mag. Martin Nohava Leitender Umweltgutachter

REG.NO. AT-000529

ISO 9001 // 14001 // 50001 BS OHSAS 18001


4-5 Unternehmensvorstellung

Was wir tun Die Behandlung von Abwässern in Kläranlagen dient dem Schutz der Gewässer, deren natürliche Beschaffenheit erhalten bleiben soll. Gewaltige Abwassermengen von bis zu 500 Millionen Liter täglich fallen in der Großstadt Wien an. Damit die „schöne, blaue Donau“ auch genau so bleibt, darf kein Tropfen davon ungereinigt in den Strom gelangen.

Abwasserreinigung stellt daher einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz dar. Die ebswien hauptkläranlage stellt sich dieser Herausforderung und betreibt im Auftrag der Stadt Wien die im Jahr 1980 eröffnete und 2005 massiv erweiterte Hauptkläranlage, die zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt steht. Auf einer Fläche von 420.000 m² – einem Tausendstel der Fläche Wiens – werden in Simmering die gesamten Abwässer, die in der Bundeshauptstadt anfallen, gereinigt: mehr als 6.000 Liter pro Sekunde, rund 200 Milliarden Liter pro Jahr. Nach der mechanisch-biologischen Reinigung fließt das geklärte Abwasser in den Donaukanal. Und das mit einem Ergebnis, auf das die mehr als 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ebswien hauptkläranlage stolz sind: Die Donau verlässt Wien in derselben guten Qualität, in der sie in die Stadt gekommen ist. Der Standort der Hauptkläranlage ist gut gewählt, liegt er doch an einem der topographisch tiefst gelegenen Punkte Wiens. So gelangt das Abwasser über das Kanalsystem beinahe zur Gänze im freien Gefälle in die Anlage, der Energieeinsatz für Pumpen wird damit so gering wie möglich gehalten. Auf sparsamen Ressourcenverbrauch legt die ebswien hauptkläranlage größten Wert: Durch Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz und dem Einsatz eines breiten Mix an erneuerbaren Energieträgern konnten bereits mehr als 6.500.000 kWh jährlich an elektrischer Energie eingespart bzw. ersetzt werden. Das entspricht dem Jahresverbrauch von etwas mehr als 2.000 Wiener Haushalten. Auch der anfallende Klärschlamm dient der Energiegewinnung: Er wird in dem in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kläranlage gelegenen Werk Simmeringer Haide der Wien Energie thermisch verwertet. Das im Jahr 2012 einstimmig im Wiener Gemeinderat beschlossene Projekt EOS (Energie-Optimierung Schlammbehandlung), das 2020 fertig gestellt werden soll, sieht eine weit darüber hinaus gehende Nutzung der im Klärschlamm enthaltenen Energie vor: Aus dem in sechs jeweils 35 Meter hohen Faultürmen entstehenden Klärgas kann in Blockheizkraftwerken so viel Strom und Wärme erzeugt werden, wie die Anlage zu ihrem Betrieb benötigt. Die Kläranlage wird also zum Energie-Selbstversorger.

Die Hauptkläranlage Wien grenzt an dicht besiedelte Wohngebiete. Daraus ergibt sich für die ebswien hauptkläranlage nicht nur die Verpflichtung, ihre Umweltauswirkungen auf Mensch und Natur in der Umgebung so gering wie möglich zu halten, sondern auch die Aufgabe, über ihre Tätigkeiten offensiv zu informieren. Mit Erfolg: Das stetig ausgeweitete Angebot an kostenlosen Führungen an Samstagen erfreut sich bei der Wiener Bevölkerung großer Beliebtheit. Einen besonderen Schwerpunkt legt die ebswien hauptkläranlage auf die Jugendumweltbildung. Mit „Tim & Trixi Tropf“ lernen Kinder – die Erwachsenen von morgen – spielerisch die Wichtigkeit der Abwasserreinigung für eine saubere Umwelt kennen. Eine nachhaltige Investition in die Zukunft.


01 // Leitlinien

Unsere Leitlinien für Qualität, Sicherheit und Umwelt Weiterentwicklung Die ständige Verbesserung unserer Leistungen ist unser Anspruch. Dazu bedienen wir uns eines Integrierten Managementsystems, in dem alle Abläufe im Unternehmen in Prozessen erfasst und laufend evaluiert werden.

Rechtssicherheit Die Einhaltung der relevanten gesetzlichen Vorgaben ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir kooperieren eng mit Wissenschaft, Behörden und Politik, um die Grundlagen für künftige Standards zu erarbeiten.

Wirtschaftlichkeit Unser Unternehmen wird nach ökonomischen Grundsätzen geführt. Wir verpflichten uns zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit dem Geld der Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahler.

Sicherheit Die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat absolute Priorität. Daher messen wir der Arbeits­sicherheit und der Förderung des Gesundheitsbewusstseins einen hohen Stellenwert bei.


6-7 Leitlinien

Kommunikation Wir suchen aktiv den Dialog mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der Öffentlichkeit. Unsere Kommunikation ist dabei von Offenheit und Verständ­lichkeit geprägt. Umweltschutz Alle unsere Tätigkeiten sind geprägt von einem verantwortungs­bewussten, vorsorgenden und nachhaltigen Umgang mit den eingesetzten Ressourcen. Die Umweltauswirkungen unserer Tätigkeiten halten wir so gering wie möglich.

Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter Kompetente und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern den Erfolg unseres Unternehmens. Wir fördern daher ihre persönliche Entwicklung. Von jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter erwarten wir ein klares Bekenntnis zu unserem gemeinsamen Ziel. Energie & Klimaschutz Abwasserreinigung ist ein energieintensiver Prozess. Wir nehmen unsere Verantwortung für den Klimaschutz wahr und setzen auf den Einsatz eines breiten Mix von erneuerbaren Energieträgern. Durch ständige Analyse und Optimierung unserer betrieblichen Abläufe steigern wir kontinuierlich die Energie­ effizienz unseres Unternehmens.


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MitarbeiterInnen & Mitarbeiter

Erfolg mit einem kompetenten Team Elektroanlagentechnikerin und Kanalarbeiter, Chemielabortechnikerin und Controller, Maschinentechniker und Einkäuferin: Nur durch das Zusammenspiel dieser und vieler anderer Fachleute aus verschiedensten Bereichen können wir unsere Aufgabe erfüllen. Gemeinsam sind wir ein starkes Team für den Umweltschutz in Wien.

Robert Sch henegger Karina Ho ktrotechnikerin le E g in Lehrl

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Christina Wolf Buchhalterin

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Dominik Lee ik inenbautechn Lehrling Masch

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Stefanie Grabowski Bürokauffrau Michael Heim Kanalarbeiter

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Kevin Swoboda Maschinenanlagentechniker


WIR (ER)KLÄREN ALLES


02 // Gewässerschutz & Abwasserreinigung

Sauberes Abwasser für eine saubere Umwelt Das Abwasser von 1,7 Millionen Wienerinnen und Wienern gelangt über das Wiener Kanalsystem in die Hauptkläranlage Wien, wo es durch ein mechanisches und zweistufiges biologisches Reinigungsverfahren nach dem Stand der Technik gereinigt wird. Die ebswien hauptkläranlage nimmt sich dabei die Natur zum Vorbild – der biologische Reinigungsprozess ist ein natürlicher Vorgang, der in der Kläranlage technisch umgesetzt wird.

Trinkwasser wird durch unterschiedliche Verwendung – vom Duschen bis zum Betätigen der WC-Spülung und durch die Nutzung in Gewerbe und Industrie – zu Abwasser und dabei mit Feststoffen und gelösten Inhaltsstoffen verunreinigt. Auch das Regenwasser, das von Verkehrs- und von Dachflächen abgeleitet wird, gelangt – sofern es nicht versickert werden kann – in das Kanalsystem. Abwasser beinhaltet feste und gelöste Verunreinigungen. Die gelösten Stoffe bestehen zu einem Großteil aus organischen Kohlenstoffverbindungen sowie aus Stickstoffverbindungen (Ammonium) und Phosphorverbindungen (Phosphat), ebenfalls organischer Herkunft.

ökologische Gleichgewicht ist belastet. Die Beeinträchtigung des ökologischen Zustandes kann mit einer deutlichen Verschlechterung der Gewässergüte bis hin zu einem Fischsterben verbunden sein. Zusätzlich wäre das Umfeld des belasteten Gewässerabschnittes von einer wahrzunehmenden Geruchsbelästigung betroffen. Von großer Bedeutung für den nachhaltigen Gewässerschutz ist auch die Entfernung der Pflanzennährstoffe Stickstoff und Phosphor. Stickstoff in Form von Ammonium wird bei hohen pH-Werten im Gewässer zu Ammoniak umgewandelt. Ammoniak und die Stickstoffform Nitrit sind in zu hoher Konzentration ein Fischgift. Bei einer starken Anreicherung der Nährstoffe kommt es zur Überdüngung, der „Eutrophierung“, die durch ein massives Algenwachstum in den betroffenen Gewässern gekennzeichnet ist. Das kann bei Sauerstoffmangel später zu einem „Kippen“ des Gewässers führen. Aus hygienischer Sicht betrachtet ist durch ungeklärtes Abwasser ein Gefährdungspotential für den Menschen vorhanden.

Ungeklärtes Abwasser stellt für ein Gewässer eine Belastung dar. Bis zu einem gewissen Maß können Gewässer diese Belastung durch ihr natürliches Selbstreinigungsvermögen abbauen. Dabei wird aber der Sauerstoff im Gewässer verbraucht, vor allem beim Abbau von organischem Kohlenstoff. Die Folge: Das natürliche

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2-3 Gew채sserschutz & Abwasserreinigung

130 l

Jede Wienerin und jeder Wiener verbraucht 130 Liter Trinkwasser t채glich.


02 // Gewässerschutz & Abwasserreinigung

So funktioniert die Hauptkläranlage Wien 01.3 Rechenanlage Feinrechen halten Schwimmund Schwebstoffe zurück.

01.1 Schotterfang Entfernung von groben Feststoffen wie Schotter und Kies durch Absinken unter Einfluss der Schwerkraft.

01.2 Schneckenpumpwerk Schneckenpumpen heben das Abwasser, damit es bis zur zweiten biologischen Stufe fließen kann.

03

04

Schlammeindicker

Biofilter

02.4 Nachklärung Der Belebtschlamm sinkt zur Beckensohle und trennt sich vom biologisch gereinigten Abwasser. Der Belebtschlamm wird als Rücklaufschlamm in das Belebungsbecken zurückgefördert. Das geklärte Abwasser fließt über das Ablaufgerinne in den Donaukanal.

01 | Mechanische Reinigung Die mechanische Reinigung dient zur Entfernung der Feststoffe aus dem Abwasser. Die Feststoffe Schotterfanggut, Rechengut und Sandfanggut werden nach einer Entwässerung in Containern gesammelt und in die benachbarte Klärschlammbehandlungs- und -verbrennungsanlage der Wien Energie GmbH Werk Simmeringer Haide transportiert.

02 | Biologische Reinigung Die biologische Reinigung funktioniert nach dem Vorbild der Natur. Im Belebungsbecken befinden sich Mikroorganismen, auch als Belebtschlamm oder Biomasse bezeichnet. Durch Luftsauerstoffzufuhr kommt es zum biologischen Abbau der im Abwasser enthaltenen gelösten Verunreinigungen.


4-5 Gewässerschutz & Abwasserreinigung

01.5 Vorklärung 01.4 Sandfang Sand und gröbere Partikel sinken wegen der geringen Fließgeschwindigkeit zur Gerinnesohle.

Feine Partikel sinken wegen der geringen Fließgeschwindigkeit zur Beckensohle. Dieser Primärschlamm gelangt in die Eindicker. Das mechanisch geklärte Abwasser ist zu etwa 30 % gereinigt und fließt größtenteils in die erste biologische Stufe, ein Teil gelangt über einen Bypass direkt in das Zwischenpumpwerk zur zweiten biologischen Stufe.

02.1 Belebungsbecken Stufe 1 Kreiselbelüfter sorgen für die Sauerstoffzufuhr. Vorwiegend wird Kohlenstoff abgebaut und ein Teil des Phosphors und des Stickstoffs entfernt. Durch den Abbau vermehrt sich die Biomasse. Dieser biologische Überschussschlamm wird laufend in die Eindicker gepumpt.

02.2 Zwischenklärbecken Der flockenartige Belebtschlamm sinkt zur Beckensohle, trennt sich dabei vom Abwasser und wird in das Belebungsbecken zurückgepumpt. Das biologisch vorgereinigte Abwasser fließt in das Zwischenpumpwerk und weiter in die zweite Stufe.

02.3 Belebungsbecken Stufe 2 Über Membrantellerbelüfter wird Luftsauerstoff eingeblasen. Die Mikroorganismen entfernen den Stickstoff und den restlichen Kohlenstoff, Phosphor wird sowohl biologisch abgebaut als auch über die „Fällung“ entfernt. Der biologische Überschussschlamm wird laufend in die erste Stufe geleitet.

03 | Klärschlamm Primär- und Überschussschlamm setzen sich in den Schlammeindickern ab. Das Trübwasser fließt zurück in die Kläranlage, der Klärschlamm wird in die Klärschlammbehandlungs- und -verbrennungsanlage gepumpt, wo die weitere Entwässerung und die thermische Entsorgung erfolgt.

04 | Abluftbehandlung Biofilter reinigen die Abluft der überdachten Anlagenbereiche, um Geruchsbelästigungen zu vermeiden.


02 // Kommunikation

Kommunikation – Wir (er)klären alles Aus dem Auge, aus dem Sinn? Wer den Stöpsel in der Badewanne zieht oder die Klospülung betätigt, denkt nicht unbedingt daran, was danach passiert. Dabei ist es für die Umwelt ganz wesentlich, was im Kanalnetz und damit später in der Kläranlage landet, und wie dort das Abwasser wieder sauber wird. Für uns gilt daher: Wir klären nicht nur alles, wir erklären auch alles.

Daher informieren wir offensiv über unsere Arbeit und öffnen unsere Anlage für alle interessierten Besucherinnen und Besucher. Im Bereich Umweltbildung bieten wir zusätzlich ein spezielles Programm für Kinder an. Eine echte Investition in die Zukunft, denn sie sind die umweltbewussten Erwachsenen von morgen.

setzt wurde der Streifen unter anderem beim Filmfest auf dem Wiener Rathausplatz, wo er zwei Monate täglich als Vorspann zum Hauptfilm lief und Hunderttausende Zuschauerinnen und Zuschauer erreichte.

Durch unkonventionelle Aktionen wollen wir einen breiteren Personenkreis über die Abwasserreinigung in der ebswien hauptkläranlage informieren. Auf einer Glasharmonika spielte Gerald Schönfeldinger den Donauwalzer für die ebswien ein. Als „Instrumente“ dienten ihm im dazu produzierten Film Wassergläser, die so angeordnet waren wie die 15 riesigen Nachklärbecken der Hauptkläranlage. Einge-

Wenn Arnold Schwarzenegger sich eines Themas annimmt, dann ist „Äktschn“ angesagt. Der Governator a. D. hat sich mit seiner Organisation R20 dem Kampf gegen den Klimawandel verschrieben. Bei der R20-Konferenz in Wien im Jahr 2013 erzeugten aber auch wir ordentlich „Äktschn“ und präsentierten unser Projekt EOS – EnergieOptimierung Schlammbehandlung als Film einem internationalen Fachpublikum.

© Oliver Topf

Gläserne Kläranlage, Preise und „Äktschn“ mit Arnie

Unser langjähriges Engagement in Energiefragen trug im Vorjahr auch in Form von Preisen Früchte: Die ebswien hauptkläranlage erhielt den „Österreichischen Solarpreis 2013“ und den Umwelttechnologiepreis „Daphne“ in Bronze.


6-7 Kommunikation

Kläranlage live erleben

Kläranlage auf Achse

Delegationen aus dem In- und Ausland, Schulklassen und interessierte Wienerinnen und Wiener: Mehr als 5.000 Personen besuchen jährlich im Rahmen kostenloser Führungen die Wiener Hauptkläranlage. Dabei erwartet die Besucherinnen und Besucher ein bezugsgruppengerechtes Programm mit Start im Info-Center. Für Individualisten bietet die ebswien hauptkläranlage an Samstagen in der wärmeren Jahreszeit (Mai bis Oktober) Führungen an, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Bei den zur gleichen Zeit stattfindenden Familienführungen lernen Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren spielerisch alles über den Wiener Wasserkreislauf.

Oder sie treffen Tim & Trixi bei einer der zahlreichen Veranstaltungen in Wien. Wir suchen aktiv den Kontakt mit den Wienerinnen und Wienern. Und das nicht nur durch die Öffnung unserer Anlage, auch die Kläranlage selbst geht „auf Achse“. Bei den Straßenfesten in unserem Heimatbezirk Simmering gehören wir selbstverständlich schon zu den Stammgästen. Im Jahr 2013 nahm die ebswien hauptkläranlage wieder am Donauinselfest, dem größten Open-Air-Fest ganz Europas, teil. Schon traditionell ist das humanitäre Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ebswien hauptkläranlage in der Adventzeit: Im Jahr 2013 wurde für die Obdachlosenhilfe der Gruft gesammelt, wobei nicht nur ein Klein-LKW voller Kleidung, Lebensmittel und Hygieneartikel zusammenkam, sondern auch ein Scheck über 1.000 Euro überreicht werden konnte.

Kläranlage für Kids mit Tim & Trixi Tropf Tim & Trixi Tropf heißen die beiden Wassertropfen, die den Wiener Kindern den Wasserkreislauf erklären: von den Quellen in den Bergen über die beiden Wiener Hochquellenwasserleitungen und das Kanalnetz bis zur Reinigung in der Hauptkläranlage Wien. Im Rahmen des von der Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima initiierten Umweltbildungsprogramms EULE kooperieren dabei seit dem Jahr 2008 Wiener Wasser, Wien Kanal und die ebswien hauptkläranlage. Tim & Trixi Tropf sind mittlerweile die „Stars“ zweier Bücher und eines Animationsfilms. Die „Tim & Trixi-Halle“ auf dem Betriebsareal der ebswien hauptkläranlage bietet den Kindern den idealen Schauplatz, aktiv Hand an ein altersadäquates Kläranlagenmodell zu legen und ihr Wissen über den Gewässerschutz spielerisch zu vertiefen. Kinder können Tim & Trixi live bei den Familienführungen am Samstag, bei Besuchen mit ihrer Schulklasse oder im Rahmen des Wiener Ferienspiels erleben.

Kommunikationsmittel Daneben setzen wir auf den bewährten Mix klassischer Kommunikationskanäle. Ihr gemeinsames Ziel: Die Wienerinnen und Wiener intensiv über die Leistungen „ihrer“ Hauptkläranlage zu informieren. Und natürlich auch alle anderen Interessierten über die Leistungen Wiens im Gewässerschutz aufzuklären. So stehen auf unserer Homepage www.ebswien.at, die im Jahr 2012 einem umfangreichen Relaunch unterzogen wurde, neben den monatlich aktualisierten Reinigungswerten der ebswien hauptkläranlage umfangreiche Informationen über die Funktionsweise der Anlage und die Bedeutung der Abwasserreinigung für den Umweltschutz zur Verfügung. Die umfangreiche Broschüre der ebswien hauptkläranlage, die ebenfalls im Jahr 2012 völlig neu gestaltet wurde, enthält vertiefte Informationen über die Anlage. Für Eilige fasst der Folder „Wir klären alles“ die wichtigsten Punkte kurz zusammen. Beide Publikationen bieten in englischer Sprache Informationen auch für ein internationales Publikum. Der Print-Newsletter klartext informiert zwei Mal jährlich über aktuelle Ereignisse und Projekte. Umfangreiches Datenmaterial zur Abwasserreinigung in der Hauptkläranlage Wien bieten die jährlich erstellten Umwelterklärungen, die gedruckt (zuletzt 2013) vorliegen bzw. auf der Homepage verfügbar sind. Anzeigen und Medienkooperationen nutzen wir zur Information der Wienerinnen und Wiener über die Möglichkeit, die Abwasserreinigung in der Hauptkläranlage Wien live zu erleben. Wichtigstes Kommunikationsmittel der internen Kommunikation ist der in vier bis sechs Ausgaben jährlich in Printform erscheinende klartext intern. Ein engagiertes Redaktionsteam sorgt dafür, dass aktive und pensionierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens immer auf dem Laufenden bleiben.


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EMAS-Award

Ausgezeichnetes Umweltmanagement Zugegeben: Wir sind sehr stolz auf unseren „Europameister-Titel“. Im Jahr 2011 zeichnete die Europäische Kommission unser Umweltmanagement mit dem EMAS-Award, dem prestigeträchtigsten Preis in diesem Bereich, aus.

REG.NO. AT-000529

Der EMAS-Award der Europäischen Kommission würdigt jährlich das Engagement von EMAS-validierten Organisationen aus Industrie, dem Dienstleistungsbereich oder dem öffentlichen Sektor, die das europäische Umweltmanagement- und Umweltbetriebsprüfungssystem EMAS in vorbildlicher Weise eingeführt haben. Im Jahr 2011 war das Verhältnis zu „Stakeholdern“, also aller interessierter Kreise, die zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistungen beitragen, Thema des Preises. Die ebswien hauptkläranlage überzeugte eine aus acht europäischen Fachleuten zusammengesetzte Jury unter dem Vorsitz von Jeremy Wates, dem Generalsekretär des Europäischen Umweltbüros (Europas größtem Verband von Umweltorganisationen), in der Kategorie „Mittlere Organisationen“ vor allem mit der Einbindung der Wiener Bevölkerung bei GratisFührungen über die Kläranlage, mit unserem Umweltbildungsprogramm für Kinder und Jugendliche und mit der Aktivierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Anliegen des Umweltschutzes. EMAS ist das weltweit anspruchsvollste System für nachhaltiges Umweltmanagement, die Abkürzung steht für „Eco-Management and Audit Scheme“. EMAS basiert auf Freiwilligkeit, sowohl Unternehmen als auch andere Organisationen und Einrichtungen der EU-Mitgliedstaaten können sich daran beteiligen. Ziel dieses Systems ist die Förderung der kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes. Der EMAS-Award stellt eine tolle Anerkennung für unsere Anstrengungen dar. Und gleichzeitig einen Ansporn, unsere Leistungen auch in Zukunft ständig zu verbessern.


Sauberes Abwasser & sauberer Strom


03 // Sauberes Abwasser & sauberer Strom

Mit erneuerbarer Energie in die Zukunft Kläranlagen gehören zu den größten Energieverbrauchern einer Stadt. Die ebswien hauptkläranlage benötigt für die optimale Abwasserreinigung ein knappes Prozent des Wiener Gesamtstromverbrauchs. Unsere Vision ist klar: Wir wollen ab 2020 unseren gesamten Energiebedarf selbst aus erneuerbaren Energieträgern erzeugen. Dabei sind wir auf einem guten Weg.

Denn wir beschäftigen uns schon seit Jahren intensiv mit dem Thema Energie. Unser Ansporn dabei ist der in unseren Leitlinien festgeschriebene möglichst nachhaltige Umgang mit den von uns eingesetzten Ressourcen und das klare Bekenntnis zu unserer Verantwortung für den Klimaschutz. Im Projekt SternE, kurz für Strom aus erneuerbarer Energie, haben wir bereits eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen umgesetzt. So konnten wir durch verfahrenstechnische Optimierungen unsere Energieeffizienz deutlich steigern. Gleichzeitig nutzen wir das auf der Anlage bestehende Potenzial für die Erzeugung erneuerbarer Energie. Eine Kaplanturbine im Kläranlagenauslauf, eine Wasserkraftschnecke, Solarthermie- und Photovoltaikanlagen und ein Windrad produzieren Ökostrom. Dadurch konnten wir unseren Verbrauch an elektrischer Energie bereits um 11 Prozent reduzieren beziehungsweise durch erneuerbare Energieträger ersetzen.

Sauberer Strom aus gereinigtem Abwasser Gleich zwei Mal nutzt die ebswien die Kraft des gereinigten Abwassers: Im Auslaufpumpwerk ist eine Kaplan-Turbine eingebaut, die den Höhenunterschied des Wasserspiegels zwischen Ablaufgerinne und Donaukanal nutzt. Mit der optimierten Betriebsweise können pro Jahr bis zu 1.300.000 kWh an elektrischem Strom erzeugt werden. Das entspricht ca. 2 % des Strombedarfs der Kläranlage. Etwas „stromaufwärts“ der Kaplan-Turbine sorgt eine Wasserkraftschnecke für sauberen Strom. Rund 550 Millionen Liter an gereinigtem Abwasser fließen täglich über ein Gerinne in Richtung Auslaufpumpwerk und überwinden dabei einen Höhenunterscheid von rund 1,7 Meter. Dieses Gefälle nutzt die schräg in Wasserfließrichtung eingebaute Wasserkraftschnecke zur Stromerzeugung: Das gereinigte Abwasser versetzt die Wasserkraftschnecke in eine Drehbewegung,


2-3 Sauberes Abwasser & sauberer Strom

die von einem Generator in Strom umgewandelt wird. So können pro Jahr rund 500.000 kWh an Öko-Energie gewonnen werden, das entspricht einem knappen Prozent des Gesamtbedarfs der Hauptkläranlage.

Die Sonne im Tank – und in der Dusche Im wahrsten Sinne des Wortes Sonne tanken können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ebswien hauptkläranlage an der Solartankstelle, an der die E-Fahrzeuge des Fuhrparks umweltschonend aufgeladen werden. Den Strom dafür liefert eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Ventilator-Station mit mehr als 70 m2 Kollektorfläche und einer Leistung von 10 kW. In einem Jahr werden ca. 11.000 kWh elektrische Energie umweltfreundlich erzeugt. Die Kraft der Sonne setzt die ebswien hauptkläranlage auch zur Unterstützung der Warmwasserversorgung für die Duschen und den Küchenbetrieb ein. Dafür sorgt eine Solarthermie-Anlage mit einer Kollektorfläche von 126 m2 auf dem Dach des Sozialgebäudes. Damit konnte der Fremdenergiebezug für die Warmwasserbereitung um 37 % reduziert werden.

Frischer Wind sorgt für Licht im Dunkeln Das Windrad auf dem Anlagengelände – ganz genau eigentlich eine Kleinwindkraftanlage – hat eine Gesamthöhe von 23 Meter, der Rotor einen Durchmesser von 8,4 Meter, die Nennleistung beträgt 9,9 kW. Pro Jahr ergibt das eine Energiemenge von ca. 10.000 kWh. Um Strom zu gewinnen, wird die Bewegungsenergie des Windes von drei Rotorblättern in eine Drehbewegung umgewandelt, die einen Generator antreibt – wie bei einem Fahrraddynamo. Ab einer Windgeschwindigkeit von 3 Meter pro Sekunde produziert das Windrad mit bis zu 90 Umdrehungen pro Minute sauberen Strom. Und zwar so viel wie für die Beleuchtung der 3.500 Meter langen Kollektorgänge im „Keller“ des 420.000 m2 großen Geländes der Hauptkläranlage verbraucht werden. Von den im Projekt SternE umgesetzten Maßnahmen profitiert auch die Wiener Klimabilanz: Jährlich kann der Ausstoß von rund 2.700 Tonnen an CO2-Äquivalenten vermieden werden. Der Themenbereich Energieeffizienz und sauberer Strom ist in allen Unternehmensbereichen präsent. So konnten etwa in der Anlagenbeleuchtung große Einsparungspotenziale realisiert werden, der Fuhrpark setzt wo möglich auf umweltfreundliche Fahrzeuge wie Elektrofahrräder und E-Mobile. Green-IT-Projekte wie die Integration der Server auf eine virtualisierte Umgebung schonen Umwelt-Ressourcen gleich mehrfach: Es werden weniger Server benötigt, die ja auch produziert werden müssten. Gleichzeitig sinken die benötigte Kühlleistung und damit der Energieeinsatz deutlich. Ein eigenes „Energieteam“ sorgt dafür, dass das Thema auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern präsent ist. Eine vom Energieteam entwickelte Idee, die von den Lehrlingen im Betrieb umgesetzt wurde, ist das „Pump-Bike“ der ebswien hauptkläranlage. Besucherinnen und Besucher können darauf die für die Reinigung „ihres“ Abwassers benötigte Energie im wahrsten Sinne des Wortes „erfahren“.

Auf dem Weg zum Energieselbstversorger An unserem wichtigsten Projekt im Energiebereich arbeiten wir bereits auf Hochtouren. Mit EOS, kurz für Energie-Optimierung Schlammbehandlung, werden wir ab dem Jahr 2020 die gesamte für die Abwasserreinigung benötigte Energie selbst erzeugen können.


03 // Sauberes Abwasser & sauberer Strom

Energiemanagement mit System Die ebswien hauptkläranlage hat sich der ständigen Optimierung ihrer Arbeitsabläufe verschrieben. Das gilt selbstverständlich auch für den Themenbereich Energie. Als eines der ersten Unternehmen Österreichs haben wir daher im Jahr 2012 unser Energiemanagementsystem nach ISO 50001 zertifizieren lassen.

Abwasserreinigung braucht Strom, größter „Energiefresser“ beim 20 Stunden dauernden Reinigungsprozess ist die „Belüftung“ in den Belebungsbecken, also die Versorgung der Trillionen von Mikroorganismen, die für den Schadstoffabbau sorgen, mit Sauerstoff. Für die optimale Reinigung der Wiener Abwässer haben wir im Jahr 2013 mehr als 56.000 Megawattstunden an elektrischer

BIOLOGISCHE REINIGUNG ∼ 37.600 MWh/a VERBRAUCH

65,8 %

ANTEIL

Energie verbraucht. Das Ziel unseres Energiemanagementsystems ist die kontinuierliche Verbesserung unserer energiebezogenen Leistungen. Die gemäß der Norm aufgebauten Prozesse und ihre regelmäßige Überprüfung durch externe Experten dienen dazu, den Energieverbrauch und die klimarelevanten Treib­ haus­gasemissionen zur reduzieren.


4-5 Sauberes Abwasser & sauberer Strom

pumpwerkE ∼ 11.000 MWh/a VERBRAUCH

19,3 %

ANTEIL

mechanische Reinigung, schlammbehandlung

∼ 6.800 MWh/a VERBRAUCH

12,0 %

ANTEIL

Infrastruktur ∼ 1.700 MWh/a VERBRAUCH

2,9 %

ANTEIL


03 // Sauberes Abwasser & sauberer Strom

Projekt EOS – Klimaschutz mit Klärgas „EOS – Energie-Optimierung Schlammbehandlung“ heißt das bedeutendste Projekt der ebswien hauptkläranlage im Energiebereich, für das die Vorarbeiten auf Hochtouren laufen. Damit wird ab 2020 unsere Vision der EnergieSelbstversorgung zur Realität.

Klärschlamm bleibt in erheblichen Mengen als „Restprodukt“ des Abwasserreinigungsprozesses übrig, pro Jahr rund 2 Millionen Tonnen Dünnschlamm bzw. mehr als 60.000 Tonnen Trockensubstanz. Künftig wird der Klärschlamm direkt auf dem Anlagengelände der ebswien hauptkläranlage zur Energieproduktion genutzt: Das in sechs jeweils 35 Meter hohen Faultürmen entstehende Klärgas wird in Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt. Die neue Schlammbehandlungsanlage wird ab 2015 in sechsjähriger Bauzeit bei voller Aufrechterhaltung des Betriebs errichtet. Ab 2020 kann der gesamte Energiebedarf der Anlage aus dieser erneuerbaren Energiequelle gedeckt werden. Damit leistet das Projekt EOS auch einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Wiener Klimaschutzziele.

So wird aus Klärschlamm elektrische Energie Der bei der biologischen Reinigung entstehende Überschussschlamm wird zunächst maschinell eingedickt, Primärschlamm aus der Vorklärung wird dazu gemischt. Das Schlammgemisch wird anschließend über einen Wärmetauscher geführt und auf 38 Grad Celsius erwärmt und in den Faulbehälter gefördert. Dort wird der Schlamm ständig in Bewegung gehalten. Unter Luftabschluss bauen anaerobe Bakterien die organischen Inhaltsstoffe des Klärschlamms ab. Während des mindestens 20 Tage dauernden Faulungsprozesses – der sogenannten anaeroben Stabilisierung – entsteht das energiereiche Klärgas, das im Behälter aufsteigt. Das Klärgas besteht zu zwei Drittel aus Methan. Über eine Gasleitung gelangt es zum Blockheizkraftwerk. Dort erzeugt ein Gasmotor daraus mechanische Energie, die über einen Generator in Strom umgewandelt wird. Die Abwärme des Aggregats dient im Wärmetauscher wiederum zur Erwärmung des Schlammgemisches. Der „ausgefaulte“ Schlamm wird aus dem Faulturm abgezogen und mittels einer Schneckenpresse entwässert. Das entzogene Wasser, das sogenannte Filtrat, weist einen hohen Ammoniumgehalt auf, der in der „Trübwasserbehandlung“ in einem biologischen Verfahren so weit abgebaut wird, dass das aufbereitete Trübwasser dem Abwasserreinigungsprozess zugeführt werden kann.

Die Vorteile von EOS • Die ebswien hauptkläranlage wird zum Energie-Selbstversorger: Durch die Nutzung von Klärgas im Ausmaß von 20 Millionen m3 Methan pro Jahr kann die ebswien hauptkläranlage die gesamte für die Abwasserreinigung benötigte Energie (Strom und Wärme) ab 2020 selbst produzieren. • Das gewonnene Klärgas ist als vollwertiger erneuerbarer Energieträger anerkannt. • Die Wiener Klimabilanz profitiert durch EOS erheblich: Der Ausstoß von CO2-Äquivalenten sinkt um rund 40.000 Tonnen pro Jahr! Das entspricht den TreibhausgasEmissionen einer Kleinstadt mit 4.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

EOS-Versuchsanlage In der EOS-Versuchsanlage auf dem Gelände der Hauptkläranlage laufen bereits jetzt die gleichen Prozesse ab wie in der zukünftigen Großanlage, allerdings mengenmäßig in einem Verhältnis von rund 1:600. Bewährter Partner der ebswien beim Projekt EOS ist das Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der TU Wien. Die Wissenschaftler warten mit einer verfahrenstechnischen Innovation auf: Bereits bei der Abwasserreinigung wird darauf geachtet, dass möglichst viel Energie im Klärschlamm erhalten bleibt. Die Schlammfaulung erfolgt dann bei erhöhtem Feststoffgehalt, der Schlamm wird vor der Ausfaulung eingedickt, ihm wird also Wasser entzogen. Je „dicker“ der Schlamm ist, umso weniger Wasser muss bei der anschließenden Erwärmung auf 38 Grad Celsius miterhitzt werden. Das spart Energie und verbessert die Energiebilanz der Schlammbehandlungsanlage deutlich. In der EOS-Versuchsanlage wird – wie auch später in der Großanlage – der Schlamm auf rund 8 Prozent Trockensubstanz eingedickt, ein deutlich höherer Wert als bei anderen Kläranlagen. Der zweite bedeutende Vorteil eines hohen Trockensubstanzgehalts: Weniger Wasseranteil im Schlamm bedeutet, dass auch weniger Behältervolumen für die Schlammstabilisierung in den Faultürmen benötigt wird. So wird die EOS-Großanlage mit sechs Faultürmen auskommen. Das spart nicht nur Errichtungskosten, sondern senkt auch den Aufwand im Betrieb und bei der Wartung. Die Ergebnisse der Versuchsanlage bilden die Basis für den energetisch und ökonomisch optimierten Betrieb der EOS-Großanlage.


6-7 Sauberes Abwasser & sauberer Strom

EOS 2020 – Eine Vision wird Wirklichkeit

23


03 //

8

Sauberes Abwasser & sauberer Strom

Scannen & EOS- Film ansehen!

IMPRESSUM // Herausgeber: ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H., 11. Haidequerstraße 7, A-1110 Wien, www.ebswien.at // Texte & Redaktion: DI Miklos Papp, Mag. Karl Wögerer, DI Stefan Zelinka // Bildrechte: ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H. // Layout und Gestaltung: OPEN BRAND DESIGN GmbH, St. Ulrichs-Platz 4, A-1070 Wien, www.open121.com // Stand: Mai 2014 // Auflage: pdf-Datei auf www.ebswien.at


UNSERE UMWELTLEISTUNGEN


04 // Umweltauswirkungen

Kontinuierliche Verbesserung – Unser Programm für die Umwelt Für die Reinigung der Wiener Abwässer auf dem Stand der Technik verbrauchen wir Ressourcen wie Energie oder Fällmittel. Wie jeder technische Großbetrieb „erzeugen“ auch wir Emissionen wie Lärm oder Geruch. Diese Umweltauswirkungen wollen wir so gering wie nur möglich halten. Optimierungspotenziale und Maßnahmen zur Zielerreichung schreiben wir jährlich in unserem Umweltprogramm fest.

Dazu ermitteln wir zunächst regelmäßig die Umweltaspekte unserer umweltrelevanten Tätigkeiten und bewerten ihre Auswirkungen auf die Umwelt. Bei einem direkten Umweltaspekt können wir durch Änderungen im Prozess die Umweltauswirkung beeinflussen. Ein Beispiel dazu ist die Optimierung der Belüftung der Belebungsbecken: Durch die optimale Einstellung des Belüftungssystems kann der Energieverbrauch der Turboverdichter reduziert werden. Weniger Stromverbrauch bedeutet, dass bei der Stromerzeugung die Umweltauswirkung für diese eingesparte Energiemenge wegfällt. Bei einem indirekten Umweltaspekt ist die Umweltauswirkung durch den Prozess nicht vollständig beeinflussbar. Ein Beispiel ist der Dialog mit der Öffentlichkeit im Rahmen einer Führung über die Kläranlage, um das Umweltbewusstsein der Besucherinnen und Besucher zu fördern. Ob sich eine Besucherin oder ein Besucher danach auch wirklich „umweltfreundlicher“ verhält, können wir nicht mehr beeinflussen. Die Bewertung der Umweltaspekte erfolgt nach der Bedeutung ihrer Umweltauswirkung: 1 geringe, 2 mittlere und 3 hohe Bedeutung

Die Bewertung gilt nur für Umweltauswirkungen, die von den Prozessen der ebswien hauptkläranlage verursacht werden. Für den Normalbetrieb wurden für die umweltrelevanten Prozesse ihre direkten und indirekten Umweltaspekte ermittelt und in der Tabelle rechts dargestellt. Im abnormalen Betrieb, das bedeutet Stillstand einzelner Aggregate, Becken, Gerinne, etc. durch geplante Wartung, Reinigung oder An- und Abfahrprozesse, sind in den Kernprozessen der Abwasserreinigung (mechanische Reinigung, erste und zweite biologische Stufe) vor allem die direkten Umweltaspekte Geruch, Grundwasser und Abwasser von besonderer Bedeutung. Wenn wir bei der Bewertung der Umweltaspekte Verbesserungspotenzial bei unseren Umweltleistungen erkennen, werden im nächsten Schritt Umweltziele, erforderliche Maßnahmen und Termine in unserem Umweltprogramm festgelegt. Jährlich legen wir Rechenschaft darüber ab, wie erfolgreich wir bei der Erreichung unserer Umweltziele waren. Der Rückblick auf unser Umweltprogramm 2013 und der Ausblick bis 2015 sind in der nachfolgenden Tabelle zu finden.


2-3 Umweltauswirkungen

Direkte Umweltaspekte

Umwelt­aspekt

umweLtauswirkung

prozess

Bewertung der Bedeutung der Umweltauswirkung

Begründung

Auf Grund des hohen Energiebedarfs in den Kernprozessen der Abwasserreinigung ist der Verbrauch von elektrischer Energie von hoher Bedeutung. Emission von Treibhausgasen im Zuge der Energiebereitstellung bzw. des Energieverbrauchs (Strom, Treibstoffe) Energie

Beitrag zum Klimaschutz durch die Produktion von erneuerbarer Energie aus Photovoltaik, Solarthermie, Windkraft, Wasserkraft und Klärschlamm

Reststoffe aus der Abwasserreinigung

Brennstoff für die Produktion von Fernwärme als Beitrag zum Klimaschutz

Abfall

Abfälle sind Rohstoffquellen, Schonung von Ressourcen, unbehandelter Abfall als Brennstoff für die Produktion von Fernwärme als Beitrag zum Klimaschutz

Abwasser

Positiver Einfluß des gereinigten Abwassers auf die Wasserqualität der Donau unterhalb von Wien

Abwasserreinigung

3

Im branchenspezifischen Leistungsvergleich mit anderen Kläranlagen (Benchmarking) wird ersichtlich, dass die Hauptkläranlage Wien energetisch sehr effizient betrieben wird. Erneuerbare Energieträger werden genutzt.

Objektbetreuung / Fuhrpark

2

Die Energiedaten werden laufend und detailliert erfasst und dienen als Grundlage für Analysen, zur Beurteilung der zukünftigen Entwicklung und zur Planung von Maßnahmen. Zur Instandhaltung werden eine Reihe von Nutzfahrzeugen und Geräte eingesetzt, die mit fossilen Treibstoffen und elektrischer Energie betrieben werden.

Abwasserreinigung

3

Abwasserkontrolle

1

Instandhaltungsmanagement

2

Bei der Abwasserreinigung fallen große Mengen an Feststoffen und Klärschlamm an, deren Menge von der Kläranlage nicht beeinflußt werden können. Der Klärschlamm und die Feststoffe aus der Abwasserreinigung werden in einem EMAS-zertifiziertem Unternehmen behandelt. Bei der Instandhaltung und der Abwasserkontrolle fallen gefährliche und nicht gefährliche Abfälle an, die umweltgerecht behandelt werden. Es wird versucht, neben der Abfallvermeidung so viel wie möglich zu recyclen um die Umweltauswirkung durch die Abfälle so gering als möglich zu halten. Die Abfallarten, deren Menge und die Behandlung werden jährlich ausgewertet und für Optimierungen der betrieblichen Abfallwirtschaft verwendet. Durch die hohe Reinigungsleistung der Hauptkläranlage Wien wird die Wasserqualität der Donau nicht beeinträchtigt.

Abwasserreinigung

3

Die Reinigungsleistung wird laufend eigen- und fremdüberwacht. Im Fall der Eigenüberwachung stehen on-line Messgeräte und Laboranalysen zur Verfügung. Die Fremdüberwachung erfolgt über ein authorisiertes Institut der Stadt Wien.

Fällmittel

Rohstoffverbrauch

Abwasserreinigung

2

Das für die Phosphorentfernung notwendige Fällmittel wird in Abhängigkeit der PhosphorZulauffracht, die von der Kläranlage nicht beeinflusst werden kann, dosiert, wobei auf einen sparsamen Einsatz geachtet wird. Das Fällmittel wird mit der Bahn geliefert um die Umweltauswirkungen damit im Vergleich zu einer Lieferung mit dem LKW so gering als möglich zu halten.

Trinkwasser

Ressourcenverbrauch

Abwasserreinigung

1

Trinkwasser wird in vernachlässigbarer Menge in den Sanitärräumen der verfahrentechnischen und betrieblichen Hochbauten verwendet.

Abwasserreinigung

1

Grundwasser wird in geringfügiger Menge für die Kühlung des Getriebeöls der Schneckenpumpen, der Turboverdichter, für die Befeuchtung der Biofilter bzw. für die Bewässerung der Grünflächen verwendet.

Grundwasser

Absenkung des Grundwasserspiegels durch Ressourcenverbrauch

Im Falle der Bewässerung wird ein Teil wieder dem Grundwasser zurückgeführt. Objektbetreuung / Fuhrpark

Geruch

Lärm

Luftschadstoffe

Biodiversität

Beeinflussung der Lebensqualität der MitarbeiterInnen und der benachbarten Bevölkerung

Beeinflussung der Lebensqualität der MitarbeiterInnen und der benachbarten Bevölkerung

Emission von Treibhausgasen und Beeinträchtigung durch Ozon und Feinstaub

Beeinflussung des Lebensraumes von Tieren und des Standortes von Pflanzen

1

Abwasserreinigung

3

Abwasserreinigung

1

Es wird nur die laut Bescheid zulässige Grundwassermenge am Betriebsgelände mit dem Brunnen entnommen. Die Abluft aus den Bereichen Schotterfang, Schneckenpumpwerk, Rechenanlage, Sandfang und Eindicker wird über Biofilter gereinigt. Bei Revisionen in der biologischen Stufe wird der Arbeitsablauf derart organisiert, dass die Geruchsbelastung so gering als möglich gehalten wird. Die zeitlich begrenzte Einsatzdauer der EOS-Versuchsanlage zur Schlammfaulung führt auf Grund der Bauweise zu keinen Belastungen im Umfeld. Der ausgefaulte Schlamm wird vom Betriebsgelände zur Beseitigung abtransportiert.

Die Emissionsquellen Kreiselverdichter, Druckluftleitungen, Turboverdichter und Wasserkraftschnecke sind derart ausgeführt, dass keine unzulässige Lärmbelastung entsteht.

Instandhaltungsmanagement

1

Objektbetreuung / Fuhrpark

1

Objektbetreuung / Fuhrpark

2

Es werden emmissionsarme LKW, Elektrofahrzeuge, E-Bikes, ein Hybridfahrzeug und mit Erdgas betriebene Fahrzeuge eingesetzt.

Abwasserreinigung (EOS-Versuchsanlage)

1

Durch die Verbrennung des Biogas bei der Versuchsanlage kommt es zu keiner nachweislichen Zunahme der Schadstoffkonzentrationen in der Umgebung.

HKLS (Heizung, Klima, Lüftung und Sanitäralagen

1

Es sind nur FCKW-freie Kältemittel in Verwendung. In der Kläranlage wird eine Undichtheit im Kältemittelkreislauf durch eine Störung unmittelbar erkannt. Jährlich werden Dichtheitsproben durchgeführt. Bei Demontagen von Kälteanlagen wird das Kältemittel von einer Fachfirma abgesaugt und vom Kältemittelhersteller wiederaufbereitet oder entsorgt.

Abwasserreinigung

1

Die Integration der Abwasserreinigungsanlagen im Betriebsgelände ist derart gelöst, dass auf ca. 50 % vom Betriebsareal Grünflächen als Lebensraum für Kleintiere und Pflanzen verfügbar sind. Ein eigens errichtetes Biotop dient als aquatischer Lebensraum für die dort ansässigen Tiere und Pflanzen.

Durch Instandhaltungstätigkeiten und dem Betrieb von Fahrzeugen werden keine unzulässigen Belastungen erzeugt.

InDirekte Umweltaspekte

Umwelt­aspekt

umweLtauswirkung

prozess

Bewertung der Bedeutung der Umweltauswirkung

Anreise der MitarbeiterInnen

Emission von Treibhausgasen und Beeinträchtigung durch Ozon und Feinstaub

Weiterbildung der MitarbeiterInnen bezüglich Umweltschutz

Förderung des umweltgerechten Verhaltens

Dialog mit der Öffentlichkeit

Förderung des umweltgerechten Verhaltens

Zusammenarbeit mit Universitäten / Fachausschüssen

Verbesserung von Technologien bzw. Verfahren in der Abwasserreinigung, Beeinflussung von umweltrelevanten Vorschriften

Abwasserreinigung

2

Produkte, die ökologischen BEschaffungskriterien entsprechen

Schonung von Ressourcen bzw. weniger Emissionen bei der Produktion bzw. bei Gebrauch bzw. Entsorgung

Beschaffung

2

Abwasserreinigung

1

SGU-Management

2

Personalmanagement

2

Kommunikation

3

Begründung

Durch den Einsatz eines Shuttle-Buses, die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und des Fahrrades beim Weg zur Arbeit bzw. der Heimreise werden Emissionen reduziert.

Durch zielgerichtete Schulungen wird das Wissen und das Bewusstsein der MitarbeiterInnen über Umweltschutz verbessert.

Der Informationsaustausch mit der Öffentlichkeit über die erbrachten Umweltleistungen fördert das Bewusstsein der Besucher für ein umweltgerechtes Verhalten. Durch den Betrieb der Hauptkläranlage Wien ist entsprechendes know-how beim Betrieb einer Großkläranlage vorhanden, das von anderen Kläranlagen genutzt werden kann. Auf der Hauptkläranlage Wien werden auch wissenschaftliche Versuche durchgeführt um Technologien in der Abwasserreinigung zu überprüfen bzw. zu entwickeln.

Bei Produkten die ökologischen Beschaffungskriterien entsprechen, werden bei der Herstellung, bei der Nutzung bzw. bei der Entsorgung Umweltkriterien berücksichtigt.


04 // Umweltprogramm

Rückblick

2013

UMWELTZiele und MaSSnahmen

Kriterium

Termin

Erfüllungsgrad

Verbesserung des Energiemonitorings

Detaillierte Auswertungen und Grundlagen für weitere Optimierungen

12 / 2013

erfüllt

Einbau zusätzlicher Energieverbrauchszähler

Zähler sind eingebaut

12 / 2013

erfüllt

Erhöhung des Anteils an Eigenstromerzeugung durch erneuerbare Energieträger

Erzeugung von ca. 500.000 kWh/a durch eine Wasserkraftschnecke

12 / 2013

erfüllt

Einbau einer Wasserkraftschnecke im Ablauf der Hauptkläranlage

Inbetriebnahme der Wasserkraftschnecke

03 / 2013

erfüllt

Langfristige und nachhaltige Energieoptimierung (Projekt EOS)

Umsetzung der Maßnahmen

12 / 2013

erfüllt

Laborversuche an der TU-Wien

Laufende Vorgaben für den Versuchsanlagenbetrieb bzw. Berichtsvorlagen

12 / 2013

erfüllt

Errichtung und Betrieb einer Versuchsanlage

Inbetriebnahme der Versuchsanlage und Erhebung von Grundlagen für die Großanlage inkl. Dokumentation der Versuchsergebnisse

12 / 2014

Die Maßnahme wurde in das Umweltprogramm 2014 übertragen.

Sensibilisierung interner und externer Stakeholder zum Thema „Energieverbrauch”

Umsetzung der Maßnahme

06 / 2013

erfüllt

Bau eines „Pumpfahrrades“

„Pumpfahrrad“ fertiggestellt und Einsatz bei internen und externen Veranstaltungen

06 / 2013

erfüllt

Optimierung des Fällmittelverbrauches

Umsetzung der Maßnahmen

12 / 2014

Das Ziel wurde in das Umweltprogramm 2014 übertragen.

Analyse des Verbrauches

mögliche Einsparungspotenziale ermittelt, Maßnahmenkatalog erstellt

12 / 2013

erfüllt

Umsetzung der ermittelten frachtabhängigen Einsparungspotenziale

Maßnahmen zur Optimierung umgesetzt

12 / 2014

Die Maßnahme wurde in das Umweltprogramm 2014 übertragen.

Einsparung von ca. 1.000 Liter Treibstoff bzw. Vermeidung von ca. 2.500 kg CO2-Emissionen (ca. 3 % vom Fuhrpark)

Mehr als 10.000 km wurden mit dem Elektroauto zurückgelegt

8 / 2014

Das Ziel wurde in das Umweltprogramm 2014 übertragen.

Ausserbetriebnahme eines Fahrzeuges mit Dieselmotor und Einsatz eines Elektrofahrzeuges

Elektroauto ist in Betrieb

8 / 2013

erfüllt

2014 2015

Ausblick UMWELTZiele und MaSSnahmen

Kriterium

Termin

Sensibilisierung interner Stakeholder zum Thema „Energie“

Maßnahme umgesetzt

09 / 2014

Mitarbeiterinformationsveranstaltung zum Thema „Energie“ mit einem Wien Energie-Haus Spezialisten

Infoveranstaltung hat stattgefunden

09 / 2014

Langfristige und nachhaltige Energieoptimierung (Versuchsanlage EOS)

Umsetzung der Maßnahme

12 / 2014

Fortführung und Abschluss des Versuchsprogramms

Versuchsprogramm plangemäß abgeschlossen

08 / 2014

Erstellung des Abschlussberichtes (u.a. auch für ÖA-Aktivität)

Abschlussbericht vorhanden

09 / 2014

Fortführung der ökologischen und ökonomischen Erneuerung des Fuhrparks

Einsparung von weiteren 3.500 kg CO2 im Jahr 2014

05 / 2014

Anschaffung eines E-Fahrzeuges für die IH-MT

E-Fahrzeug ist in Betrieb

01 / 2014

Anschaffung eines E-Fahrzeuges für den Laborbetrieb

E-Fahrzeug ist in Betrieb

05 / 2014

Optimierung des Fällmittelverbrauches

Maßnahmenkatalog erstellt, Maßnahme umgesetzt

06 / 2014

Umsetzung der emittelten frachtabhängigen Einsparungspotenziale

Dokumentation der Ergebnisse

06 / 2014

Erhebung von Grundlagen für eine weitergehende Abwasserreinigung mittels Ozon und Aktivkohle für die Entfernung von organischen Spurenstoffen

Maßnahmen umgesetzt

12 / 2015

Errichtung und Inbetriebnahme einer Versuchsanlage

Versuchsanlage in Betrieb genommen

03 / 2014

Durchführung eines Versuchsprogrammes

Endbericht liegt vor

12 / 2015


4-5 Umweltleistungen

Sauberes Abwasser für eine saubere Donau Durch unseren hohen Qualitätsanspruch und unsere Verantwortung gegenüber den Menschen und der Umwelt sehen wir die Elimination von organischem Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor aus dem Abwasser als wichtige Aufgabe, um für ein sauberes Wiener Abwasser zu sorgen.

Die Anforderungen an die Qualität des gereinigten Abwassers sind für die Hauptkläranlage Wien in der 1. Abwasseremissionsverordnung für kommunale Kläranlagen (1. AEV, BGBl. Nr. 210/1996 i. d. F. BGBl. II Nr. 392/2000), im Wasserrechtsbescheid und in der Allgemeinen Abwasseremissionsverordnung (BGBl. Nr. 186/1996) festgelegt. Die organischen Kohlenstoffverbindungen im Abwasser werden durch die Parameter CSB, BSB5 und TOC gemessen, die ein Maß für die Verunreinigung des Abwassers sind. Die Stickstoff- bzw. Phosphorverbindungen werden durch die Parameter Gesamt-Stickstoff, Ammonium-Stickstoff bzw. Gesamt-Phosphor angegeben. Für die Kohlenstoffparameter CSB, BSB5, TOC sowie für Gesamt-Stickstoff sind Mindestwirkungsgrade [%] für die Reinigungsleistung vorgeschrieben. Zusätzlich müssen für die Kohlenstoffparameter, für Ammonium-Stickstoff und für GesamtPhosphor definierte Grenzwerte [mg/l] im geklärten Abwasser eingehalten werden. Die Vorschriften für die Einhaltung der Stickstoffparameter sind abhängig von

der Abwassertemperatur des geklärten Abwassers. Im Labor der ebswien hauptkläranlage werden täglich aus einer Tagesmischprobe die Wirkungsgrade der Reinigungsleistung und die Ablaufkonzentrationen ermittelt. Um genaue Kenntnis über die Reinigungsleistung der beiden biologischen Stufen zu haben und um die Kläranlage optimal zu betreiben, werden an verschiedenen Messstellen zusätzlich Tagesmischproben genommen. Bestimmte Parameter werden über Sonden kontinuierlich „online“ im Abwasser gemessen. Das Ergebnis der Reinigungsleistung ist beeindruckend: Die geforderten Mindestwirkungsgrade werden deutlich übertroffen und die zulässigen Grenzwerte ebenso deutlich unterschritten. Das ermöglicht das qualifizierte Team der ebswien hauptkläranlage, das mit seinem Wissen, seinem Verantwortungsbewusstsein und mit der technisch hochwertigen Ausstattung der Kläranlage einen wichtigen Beitrag für den nachhaltigen Umweltschutz leistet: Das Wiener Abwasser ist so gut geklärt, dass die Wasserqualität der Donau nicht beeinträchtigt wird.

Ablaufkonzentrationen und Wirkungsgrade der Reinigungsleistung Die Wirkungsgrade der Reinigungsleistung bzw. die Ablaufkonzentrationen im Zeitraum von 2009 bis 2013 sind in der folgenden Tabelle, dargestellt als Jahresmittelwert, ersichtlich.

Parameter

Mindestwirkungsgrad [%]

Wirkungsgrade der Reinigungsleistung [%] 2009

2010

2011

2012

2013

CSB

85

94,4

94,2

93,8

94,4

93,5

BSB5

95

98,4

98,3

98,7

98,8

98,7

TOC

85

94,1

93,5

94,1

93,4

92,5

Gesamt-Stickstoff

70

83,9

85,0

86,1

84,4

85,5

Parameter

Grenzwert [mg/l]

Ablaufkonzentration [mg/l] 2009

2010

2011

2012

2013

CSB

75

32

33

37

35

36

BSB5

15

5

5

4

4

4

TOC

25

9

10

10

10

10

Ammonium-Stickstoff

5

1,1

1,0

0,9

0,8

0,6

Gesamt-Phosphor

1

0,87

0,86

0,78

0,76

0,75

CSB BSB5 TOC

Chemischer Sauerstoffbedarf Biochemischer Sauerstoffbedarf in 5 Tagen Total organic carbon

Weiters wurden vom „IFUM – Labors für Umweltmedizin“ der MA 39 (Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien) im Zuge der „Fremdüberwachung“ monatlich Tagesmischproben von Zu- und Ablauf entnommen. Sämtliche gemessenen Konzentrationen und die Wirkungsgrade erfüllen die gesetzlichen Anforderungen.


04 // Umweltkennzahlen

Effizienter Einsatz von Ressourcen Nachstehend angeführte Umweltkennzahlen gemäß EMAS III-Verordnung stellen die Umweltleistung der ebswien hauptkläranlage und deren Entwicklung in den vergangenen Jahren dar. Umweltkennzahl: Energieeffizienz

Einheit

2009

2010

2011

2012

2013

Energie Gesamtverbrauch elektrische Energie (Bezug und Eigenerzeugung)

MWh/a

58.305

57.147

58.895

57.101

56.380

Eigenerzeugung an elektrischer Energie aus erneuerbaren Energieträgern (Wasserkraft, Solarenergie und Windkraft)

MWh/a

691

1.290

1.345

1.079

1.545

Gesamtverbrauch thermische Energie (Fernwärmebezug und Eigenerzeugung)

MWh/a

3.846

3.625

3.723

3.042

3.215

Eigenerzeugung an nutzbarer thermischer Energie aus erneuerbaren Energieträgern (Solarthermie)

MWh/a

n.v.

26

60

51

50

Mio. EW110

3,20

3,04

2,97

3,04

2,94

2,72

2,78

2,70

BezugsgröSSE Belastung der Kläranlage

Mio. EW120 Gereinigte Abwassermenge

Mio. m³/a

225

220

198

191

208

kWh/(EW110*a)

18,2

18,8

20,6

18,8

19,0

21,7

20,5

20,7

Kennzahl Spezifischer Energieverbrauch (elektrische Energie)

kWh/(EW120*a) kWh/m³

0,26

0,26

0,30

0,28

0,27

Treibstoff Benzin

Liter/a

5.514

3.350

6.264

3.427

2.455

Diesel

Liter/a

28.604

27.216

26.965

29.930

29.171

Erdgas

kg/a

1.303

2.162

332

952

939

m

1.609

2.669

410

1.175

1.159

kg/a

310

380

110

0

0

Liter

574

704

204

0

0

Einheit

2009

2010

2011

2012

2013

t Fe/a

1.556

1.598

1.644

1.718

1.771

3,20

3,04

2,97

3,04

2,94

2,72

2,78

2,70

Flüssiggas

Umweltkennzahl: Materialeffizienz

3

Fällmittel Eisen-Sulfat Fe2(SO4)3 BezugsgröSSe Belastung der Kläranlage

Mio. EW110 Mio. EW120 t TPZulauf/a

1.667

1.589

1.348

1.460

1.493

486

550

561

565

602

605

617

656

Kennzahl Spezifischer Fällmittelverbrauch

g Fe/EW110*a g Fe/EW120*a

Umweltkennzahl: Wasser

kg Fe / (kg TPZulauf*a)

0,97

1,01

1,18

1,18

1,19

Einheit

2009

2010

2011

2012

2013

m³/a

6.830

6.291

7.747

6.785

6.884

176

185

184

184

185

39

34

42

37

37

781.740

785.370

1.341.870

1.456.776

1.323.320

Trinkwasser Trinkwasserverbrauch BezugsgröSSe Anzahl der MitarbeiterInnen (inkl. Wien Kanal, Gruppe Chemie)

Personen

Kennzahl Spezifischer Trinkwasserverbrauch

m³/(Person*a)

Grundwasser Grundwasserverbrauch

m³/a

Umweltkennzahl: Abfall

Einheit

2009

2010

2011

2012

2013

Abfallaufkommen – nicht gefährliche Abfälle

t/a

114,0

104,6

177,6

104,0

94,4

Abfallaufkommen – gefährliche Abfälle

t/a

12,1

13,2

6,1

8,7

22,4

Abfallaufkommen – Reststoffe aus der Abwasserreinigung

t/a

Schotterfanggut

t/a

547

415

661

628

613

Rechengut

t/a

4.367

4.752

5.030

4.589

4.312

Sandfanggut

t/a

1.728

1.693

1.306

1.311

1.184

Klärschlamm (Trockensubstanz)

t TS/a

67.475

63.109

64.077

61.157

61.641

Anaerob stabilisierter Schlamm (EOS-Versuchsanlage)

t/a

25,5


6-7 Umweltkennzahlen

Umweltkennzahl: Abfall

Einheit

2009

2010

2011

2012

2013

Personen

176

185

184

184

184

Spezifische Abfallmenge – Restmüll

kg / (Person * a)

241

236

238

266

265

Spezifische Abfallmenge – Klärschlamm

kg TS / (EW110*a)

21,1

20,8

21,6

20,1

20,1

Umweltkennzahl: Biologische Vielfalt

Einheit

2009

2010

2011

2012

2013

420.000

420.000

420.000

420.000

420.000

266.000

266.000

266.000

266.000

266.000

63

63

63

63

63

2009

2010

2011

2012

2013

BezugsgröSSe Anzahl der MitarbeiterInnen (inkl. Wien Kanal, Gruppe Chemie) Kennzahl

Flächenverbrauch Fläche des Betriebsareals BezugsgröSSe Bebaute Fläche Kennzahl Anteil der bebauten Fläche

%

Umweltkennzahl: Emissionen

Einheit

Kohlendioxid – indirekte Emission Gesamtmenge an CO2-Äquivalent durch Verbrauch von elektrischer Energie

t CO2 /a

24.878

23.105

23.757

21.712

19.920

Gesamtmenge an CO2-Äquivalent durch Verbrauch von thermischer Energie

t CO2 /a

508

475

484

395

63

t CO2 /a

86.1

79.6

81.4

83.1

78.7

Kohlendioxid – direkte Emission Gesamtmenge an CO2-Äquivalent durch Verbrauch von Treibstoffen

EW110 und EW120 TP TS n.v. n.g.

Einwohnerwert (standardisierte Schmutzfracht, die von einem Einwohner pro Tag in das Abwasser abgegeben wird bezogen auf eine Fracht von 110 g CSB / Person*Tag bzw. 120 g CSB / Person*Tag) Total Phosphorus (Gesamt Phosphor) Trockensubstanz nicht verwendet nicht gemessen

Umweltkennzahl „Emissionen“ Bei den Treibhausgasen werden die Emissionen an CH4 (Methan), N2O (Distickstoff-

Faktoren für die Berechnung der indirekten Treibhausgasemissionen

monoxid), fluorierten Kohlenwasserstoffe, perfluorierten Kohlenwasserstoffe und SF6

Der UCTE-Mix bzw. der ENTSO-E-Mix gibt die Zusammensetzung der Energieträger für

(Schwefelhexafluorid) nicht gemessen bzw. besteht keine gesetzliche Verpflichtung

die Stromerzeugung in Europa an. Für die Ermittlung der Umweltauswirkung (CO2-

zur Messung dieser Gase. Es besteht auch keine Verpflichtung zur Messung der Emissionen von SO2 (Schwefeldioxid), NOx (Stickoxide) und Feinstaub. Direkte Emissionen entstehen unmittelbar vor Ort bei der Nutzung eines Brennstoffes. Indirekte Emissionen entstehen bei der Herstellung eines Brennstoffes.

Emission) auf Grund der Art der Stromerzeugung (z. B. Strom aus Wasserkraft, aus einem kalorischen Kraftwerk, aus Windenergie etc.) ist der jährliche, berechnete Durchschnittswert der entstandenen CO2-Emission bei der Erzeugung von 1 Kilowattstunde Strom (g CO2/kWh) angegeben. Die Angaben zu den äquivalenten CO2-Emissionen durch den Verbrauch an elektrischer bzw. thermischer Energie sind indirekte Emissionen, die nicht direkt von der Kläranlage

Faktoren für die Berechnung der direkten Treibhausgasemissionen für 2013 In den Angaben zu den CO2-Emissionen, die durch den Verbrauch von Treibstoffen entstehen, sind nur die direkten CO2-Emissionen berücksichtigt.

verursacht werden. Jahr

Elektrische Energie [g CO2/kWh]

Thermische Energie [g CO2/kWh]

431,81

132

2009

2010 413,64 Benzin 2,22 kg CO2/Liter

132

Diesel 2,43 kg CO2/Liter

2011

412,81

132

Erdgas 2,03 kg CO2/m³

2012

387,57

132

2013

363,28

20

www.e-control.at (UCTE-Mix, ab 2010 als ENTSO-E-Mix)

Wien Energie

Quelle: Umweltbundesamt GmbH, CO2-Rechner (www.umweltbundesamt.at/emas/co2mon/co2mon.htm)

Quelle:

Anmerkungen zu Veränderungen bei Ressourcen, Emissionen und Umweltkennzahlen gegenüber 2012 Die gemessenen Daten bzw. die daraus ermittelten Kennzahlen unterliegen auf Grund unterschiedlicher Einflussfaktoren einer jährlichen, akzeptierbaren Schwankung. Zu den Einflüssen zählen vor allem die Abwassermenge, die Belastung durch die Verunreinigungen im Abwasser, Änderungen bei verfahrenstechnischen Einstellungen, Revisionen mit Instandhaltungstätigkeiten von Anlagenteilen, aber auch bautechnische Tätigkeiten am Betriebsgelände. Die kläranlagenspezifischen Fraktionen (Schotterfanggut, Rechengut, Sandfanggut und Klärschlamm) unterliegen ebenfalls Schwankungen, die aber nicht im Einflussbereich der Kläranlage liegen, womit auch keine sinnvollen Bezugsgrößen und Kennzahlen angeführt werden. Sämtliche umweltrelevanten Daten unterliegen einer ständigen Beobachtung und Kontrolle. Damit kann rechtzeitig bei einem Anstieg mit einer

entsprechenden Maßnahme eingegriffen werden, um einen effizienten Einsatz der Ressource zu gewährleisten. Über das Umweltprogramm werden zusätzlich Ziele und Maßnahmen entwickelt, um einen optimalen Einsatz von Ressourcen sicherzustellen. Im Jahr 2013 ist es zu keinem deutlichen Anstieg bei einer verbrauchten Ressource bzw. Emission gekommen. Eine Ausnahme ist bei den gefährlichen Abfällen zu verzeichnen: Im Zuge der Revisionen in der ersten biologischen Stufe ist es beim Getriebeölwechsel der Kreiselverdichter zu einem Anstieg der Abfallart „Altöl“ gekommen. Bei den gefährlichen Laborabfällen ergibt sich eine höhere Summe, da aus dem Materiallager des Chemielabors die Altchemikalien entsorgt wurden und im Zuge der Begleituntersuchungen der EOS-Versuchsanlage für Analysen mehr Chemikalien verbraucht wurden.


04 //

8

© Lammerhuber

Umweltleistungen

Unser Beitrag zum Gewässerschutz Durch unsere Arbeit ersparen wir der Donau gewaltige Mengen an Schmutzstoffen und tragen damit entscheidend zum Gewässerschutz bei. Die Abwässer der Millionenstadt Wien sind stromabwärts des Kläranlagenauslaufs nicht mehr nachweisbar. Die Donau verlässt Wien in derselben guten Qualität, in der sie in die Stadt gekommen ist. Ein Ergebnis, auf das wir und alle Wienerinnen und Wiener stolz sein können.

Aus dem Abwasser entfernte Feststoffe (2013) Schotterfanggut

613 t

Rechengut

4.312 t

Sandfanggut

1.184 t

Aus dem Abwasser entfernter Kohlenstoff, Stickstoff & Phosphor (2013) Organischer Kohlenstoff

26.389 t

Gesamt-Stickstoff

9.107t

Gesamt-Phosphor

1.336 t

Klärschlamm (2013) Trockensubstanz (TS)

61.641 t TS


ebswien hauptklaeranlage Aktualisierte Umwelterklaerung 2014 small