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Kraftwerke.


Wir vernetzen.

Die ebs Energie AG ist der regionale Energiedienstleister für die Region Innerschwyz. Durch die Verteilung des Stroms vernetzen wir unsere Kunden miteinander.

Vernetzt die Region mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen.

Die ebs Energie AG wurde mit dem Zweck gegründet, die Wasserkraft der Muota sowie anderer Gewässer zu nutzen und die Aktionärsgemeinden mit selbst produzierter Energie zu versorgen. Dies geschieht heute über ein Verteilnetz von über 1 000 Kilometer Länge. Unsere 15 000 Kunden verlassen sich seit Jahren auf die sichere Versorgung mit erneuerbarem, regionalem Strom. Die Geschichte begann schon Ende des 19. Jahrhunderts, als erste Kraftwerke erstellt und der erzeugte Strom verteilt wurde. Da zur damaligen Zeit oft akuter Strommangel herrschte, wollte der Bezirk Schwyz die Wasserkraft der Muota besser nutzen. Eine Studie zeigte damals auf, dass der Bezirk Schwyz mindestens während den Sommermonaten vollständig, und während den Wintermonaten teilweise selber mit Strom versorgt werden könnte. 1952 wurde die Elektrizitätswerk des Bezirks Schwyz AG ( heute ebs Energie AG ) gegründet. Die ebs Energie AG betreibt fünf Wasserkraftwerke entlang der Muota sowie ein Kleinwasserkraftwerk in Steinen und ein Windkraftwerk in Sattel. Sie produzieren rund 225 Millionen Kilowattstunden erneuerbare Energie pro Jahr.

Zusätzliche Informationen sind ersichtlich auf www.ebs.swiss


Muota

Kraftwerk Sahli

Die Muota ist, damals wie heute, der Lebensnerv des Tales und prägt das Land, durch das sie fliesst. Dabei zeigt sie ihre Schönheit und Kraft mal beruhigend und sanft, mal ungestüm und wild. Die Muota ist ein rund 30 Kilometer langer Fluss, einer der bedeutendsten im Kanton Schwyz. Sie entspringt im Kanton Uri und durchfliesst den Alplersee. Erst nach einem beträchtlichen Höhenunterschied im Bereich Ruosalp, tritt sie im Bisisthal in den Kanton Schwyz ein. Im flachen Talboden zieht sich die Muota wie ein silbernes Band dahin. Nach der letzten Gefällsstufe beim Schlattli und der Schwemmebene von Ibach, mündet sie als zahm gewordenes Gebirgswasser bei Brunnen in den Vierwaldstättersee. Neben Zuflüssen mit eindrücklichen Wasserfällen kann ein weiteres Naturschauspiel jährlich im Frühling beim Herrgottsstutz im Bisisthal beobachtet werden. Wenn das Schmelzwasser schäumend über die Steinblöcke donnert, macht die Muota ihrem Namen alle Ehre. Denn die ursprüngliche Bedeutung von Muota « wilde, heftige Aach » beschreibt einen reissenden Flussverlauf.

Die beiden Maschinengruppen vom Kraftwerk Sahli nutzen das Wasser aus dem Glattalpsee sowie drei weiteren Bachfassungen. Das Kraftwerk Sahli verwendet neben dem Wasser von der Glattalp auch jenes aus der noch jungen Muota, dort noch Ruosalpbach genannt. Die Maschinengruppen der Stufen Glattalp und Ruosalp sind im gleichen Gebäude, dem Kraftwerk Sahli, untergebracht. Stufe Glattalp Die Stufe Glattalp wurde 1970 in Betrieb genommen und nutzt das Wasser aus dem Glattalpsee. Das Wasser wird vom Glattalpsee über eine Druckleitung zur Peltonturbine im Kraftwerk Sahli geleitet. Gefälle Wassermenge Leistung Rohrstollen Druckleitung Jahresproduktion Produktion für

723 m 1.5 m3/s 9.4 MW 4 056 m 1 287 m 11 Mio. kWh 3 000 Haushalte

Während der letzten Eiszeit, die vor rund 70 000 Jahren begann, floss der Muotagletscher bis in die Hochebene von Rothenthurm und schliff das Tal in die Felsen. Nach dem Abschmelzen des Gletschers vor etwa 10 000 Jahren fehlte den Bergflanken vielerorts die stützende Kraft. Dies führte zu Felsstürzen von beträchtlichen Ausmassen, die heute noch das Bild dieses Tals prägen.

Kraftwerk Sahli mit dem Ausgleichsbecken Sahliboden im Hintergrund.


Kraftwerk Bisisthal

Stufe Ruosalp Die Stufe Ruosalp im Kraftwerk Sahli ist bereits seit 1962 in Betrieb. Diese Stufe nutzt das Wasser aus diveren Bachfassungen, namentlich dem Nisseggbach, dem Spitzbach, dem Gwaltpetenbach sowie dem Ruosalpbach. Das Wasser staut sich im Speicher Waldisee auf der gegenüberliegenden Talseite der Glattalp auf. Die Druckleitung führt das Wasser zur Francisturbine, welche den Wasserdruck in erneuerbaren Strom umgewandelt. Gefälle Wassermenge Leistung Rohrstollen Druckleitung Jahresproduktion Produktion für

268 m 2.2 m3/s 4.7 MW 359 m 328 m 19 Mio. kWh 4 800 Haushalte

Das Gebäude vom Kraftwerk Bisisthal.

Das Wasser aus dem Ausgleichsbecken Sahliboden wird über zwei parallele Druckleitungen zum Kraftwerk Bisisthal geführt und dort weiterverarbeitet. Das Kraftwerk Bisisthal nutzt seit 1962 das Wasser aus der Muota und weiteren Zuflüssen wie dem Gigenbach und dem Höchweidbach. Das Wasser wird im Ausgleichsbecken Sahliboden gespeichert und fliesst über zwei parallele Druckleitungen zu den Doppel-Peltonturbinen. Gefälle Wassermenge Leistung Druckstollen Druckleitung Jahresproduktion Produktion für

Der Speicher Waldisee befindet sich auf der gegenüberligenden Seite der Glattalp.

347 m 2 x 2.5 m3/s 2 x 7.7 MW 2 800 m 2 x 640 m 55 Mio. kWh 14 000 Haushalte


Kraftwerk Hinterthal

Links: Das Ausgleichsbecken Lipplisbüel. Rechts: Die Stromverteilung im Kraftwerk Hinterthal.

Das Gebäude vom Kraftwerk Hinterthal.

Seit 1960 ist das Kraftwerk Hinterthal in Betrieb und produziert jährlich 60 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom für 15 000 Haushalte. Das Kraftwerk Hinterthal nutzt neben dem Wasser aus der Muota auch jenes aus dem Hüribach. Die zwei Maschinengruppen, die sogenannten Kraftwerksstufen, produzieren unabhängig voneinander Strom. Stufe Muota Das Wasser der Stufe Muota wird im Ausgleichsbecken Riedplätz aufgestaut. Eine Druckleitung leitet dann das Wasser zur Doppel-Francisturbine im Kraftwerk Hinterthal. Gefälle Wassermenge Leistung Druckstollen Jahresproduktion Produktion für

143 m 7.5 m3/s 8.5 MW 3 802 m 40 Mio. kWh 10 000 Haushalte

Stufe Hüribach Die Stufe Hüribach nutzt das Wasser aus dem gleichnamigen Bach. Das Wasser wird bereits taleinwärts im Grund gefasst und über eine Rohrleitung in das Ausgleichsbecken Lipplisbüel geleitet. Die Druckleitung führt das Wasser anschliessend zum Kraftwerk Hinterthal. Mit hohem Druck treibt das Wasser die Peltonturbine an und erzeugt so erneuerbaren Strom. Gefälle Wassermenge Leistung Druckleitung Jahresproduktion Produktion für

557 m 1.1 m3/s 5 MW 2 945 m 20 Mio. kWh 5 000 Haushalte


Kraftwerk Wernisberg

Kraftwerk Ibach

Das Kleinwasserkraftwerk in Ibach nutzt das Wasser aus der Muota und erzeugt Strom für 500 Haushalte. Das Kleinkraftwerk wurde 1949 gebaut und von der Spinnerei Ibach AG betrieben. Im Jahr 2004 übernahm die ebs Energie AG das Kraftwerk. Das Wasser wird durch einen parallel zur Muota verlaufenden Oberwasserkanal zum Kraftwerk Ibach geleitet und treibt dort die Kaplanturbine an. Danach fliesst das Wasser über einen Kanal zurück in die Muota.

Links: Aussenansicht Kraftwerk Wernisberg. Rechts: Der Maschinensaal im Kraftwerk.

Gefälle Wassermenge Leistung Jahresproduktion Produktion für

6.28 m 5 m3/s 0.36 MW 2 Mio. kWh 500 Haushalte

Das Kraftwerk Wernisberg erzeugt rund ein Drittel der ebs-Stromproduktion und verarbeitet das Wasser aus der Muota mit drei Francisturbinen. Das ursprüngliche Kraftwerk Wernisberg wurde bereits 1897 errichtet. 1966 wurde an der gleichen Stelle ein neues, leistungsfähigeres Kraftwerk gebaut. Das Kraftwerk Wernisberg nutzt das Wasser aus der Muota, welches im Ausgleichsbecken im Selgis aufgestaut und mit einer Druckleitung zum Kraftwerk geführt wird. Gefälle Wassermenge Leistung Druckstollen Druckleitung Jahresproduktion Produktion für

87 m 30 m3/s 2 x 9.5 + 1 x 2 MW 1 629 m 242 m 78 Mio. kWh 20 000 Haushalte

Das Kraftwerk Ibach mit dem Oberwasserkanal.


Kraftwerk Steineraa

Windkraftwerk Spilmettlen

Seit 2016 ist das Kleinwasserkraftwerk Steineraa in Betrieb und produziert erneuerbaren Strom für rund 1 250 Haushalte. Das Kleinwasserkraftwerk wurde 2016 in Betrieb genommen und nutzt das Wasser von der Steineraa. In der Wasserfassung Ecce Homo in Sattel wird das Wasser aufgestaut und über eine Druckleitung zum Kleinwasserkraftwerk geführt. Mit viel Druck treibt das Wasser im Maschinensaal Müliacher in Steinen die Peltonturbine an. Gefälle Wassermenge Leistung Rohrstollen Druckleitung Jahresproduktion Produktion für

207 m 1.25 m3/s 2 MW 202 m 1 871 m 5 Mio. kWh 1 250 Haushalte

Das Windkraftwerk auf der Spilmettlen in Sattel.

Das Vertikalwindrad auf der Spilmettlen in Sattel ist in der Lage, niedrige Windgeschwindigkeiten zu nutzen. Seit 2016 produziert das weiterentwickelte Kleinwindkraftwerk auf der Spilmettlen erneuerbaren Strom. Mit der vertikalen Drehachse des H-Rotors wird die Windenergie optimal genutzt. Leistung 0.02 MW Jahresproduktion 16 000 kWh Produktion für 5 Haushalte

Das Wandgemälde einer Peltonturbine im Kraftwerk Steineraa.


Turbinen

ebs Kraftwerke

Peltonturbine Durch die grosse Fallhöhe des Wassers wird ein hoher Druck erzeugt. Dieser Wasserstrahl wird an der Mittelschneide der Doppelbecher geteilt und umgelenkt. Der Wasserstrahl gibt praktisch seine ganze Energie an das Turbinenrad ab. Geringe Wassermengen können durch Düsen reguliert werden.

SCH WYZ

Vierwaldstättersee

MU OTAT H A L

Francisturbine Die Francisturbine ist die meist verwendete Turbinenart und lässt sich mit unterschiedlichen Fallhöhen nutzen. Das Wasser wird über eine spiralförmige Zuleitung zum Laufrad geführt. Die Regulierung der zugeführten Wassermenge übernimmt ein Leitapparat mit drehbaren Schaufeln, die ringförmig das Laufrad umgeben.

Wasserschloss

m ü. M.

Druckstollen, Druckleitung

2400

Einzugsgebiet Wasser

2000

Versorgungsgebiet ebs

1600

Versorgungsgebiet EG Bisisthal

1200

50-kV-Leitungen (ebs)

800

50-kV-Leitungen (fremde)

400

Fotos: Remo Inderbitzin und ebs Energie AG

Muota

Glattalpsee

Luftseilbahn Sahli–Glattalp

Stollenausstieg Schafpferchboden

Kraftwerk Bisisthal Stausee Waldi Ausgleichsbecken Sahliboden Kraftwerk Sahli

Ausgleichsbecken Riedplätz

Unterstation (fremde) Unterstation (Gemeinschaft)

Kraftwerk Hinterthal

Windkraftwerk Spilmettlen Unterstation (ebs)

Stausee Selgis

Kaplanturbine Diese Turbine wird bei geringen Fallhöhen und grossen Wassermengen eingesetzt. Mithilfe der Verstellung der Leit- und Laufradschaufeln wird der Wasserzufluss verändert. Über eine Einlaufspirale wird das Wasser zu den Flügeln des schiffsschraubenähnlichen Laufrades sowie den Leitschaufeln gelenkt und in Energie umgewandelt.

Kraftwerk Ibach Kraftwerk Wernisberg

Kraftwerk

Ausgleichsbecken Lipplisbüel

URI


www.ebs.swiss

Kraftwerksbroschüre