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Editorial

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Kulinarischer Genuss Der Frühling ist zwar schön, doch wenn der Herbst nicht wär, wär zwar das Auge satt, der Magen aber leer. Friedrich von Logau (1604-55)

Liebe Leser, der Herbst ist da. Die Ernte ist eingefahren, die Speicher sind gefüllt. Die Tage werden kürzer, die Abende länger. Es wird dunkler – und gemütlicher. Nach einem intensiven Sommer folgt die Zeit zur Einkehr. Und so legen wir nach dem vorherigen Themenschwerpunkt „Reisen“ in diesem Heft unser Hauptaugenmerk auf den kulinarischen Genuss. Wir werfen einen Blick in die Kochtöpfe dieser Stadt (S. 20) und von Block Menü in Zarrentin (S. 32), besuchen unseren Kooperationspartner Havanna Lounge in Bremen (S. 48) und stellen Ihnen Weinexperten wie den Händler Gerd Rindchen (S. 46) und Master-Sommelier Hendrik Thoma vor (S. 54). Und während uns Gunnar Matthaei noch seine Lieblingsplätze verrät (S. 56), hat das Team des Business Club Hamburg alles für Sie vorbereitet, dass Sie sich ab sofort in unserem Clubhaus an der Elbchaussee (S. 9) wohlfühlen können. Genießen Sie künftig dort die Mischung aus geschäftlichem Treiben und privater Entspanntheit. Lassen Sie sich von der Atmosphäre der Räume und interessanten Begegnungen inspirieren. Erleben Sie unsere Köstlichkeiten aus Küche und Keller! Wir freuen uns, Sie und Ihre Geschäftspartner künftig in unserem neuen Domizil begrüßen zu dürfen. Bis bald im Club,

Ihr Peer-Arne Böttcher


Foto: Michael Weber, Nicola Rübenberg, Havana Lounge Bremen

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Inhalt club! ~ 03 / 09

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Intern

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Editorial Kulinarischer Genuss

Who & What

06 BCH-Team Für jede Frage ein kompetenter Ansprechpartner 07

Clubgastronomie Albrecht Schäfer und Sanja Saraiva sorgen für Genusserlebnisse

09 Elbchaussee 43 Einblicke ins neue Clubhaus 58

Impressum

Vergangenheit

Meet & Greet

12 Einblick  Ohne visuelle Ablenkung – Dialog der Düfte im Dunkeln mit Parfumkünstler Thorsten Biehl

Look & Feel

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Veranstaltungs-Highlights Von Barkassenfahrten bis zu Geisterfahrern in der Politik

Inhalt

Erfolg & Geschichte

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So köstlich wie selbst gekocht Block Menü in Zarrentin

Kolumne

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Detlef Gürtlers gesammelte Grütze Dieses Mal: Gastronovation

Köpfe & Meinungen

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Ein Tag mit … Oliver Drews Unermüdlich auf der Suche nach innovativen Projekten

Hamburg & Mehr

38 Du bist Hamburg START – Hamburgs erste private Hochschule für Tourismuswirtschaft

Köpfe & Meinungen

41 Neu im Club Verena Stättner, SmartYacht Lutz Hinsche, HINSCHE & Glashaus Gastrowelt Diethelm Siebuhr, Easynet Global Services

Fallstudie

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Zurück auf null und mit Power in die Zukunft Project Partners – Dank Club-Kontakt auf Erfolgskurs

Meet & Greet

46 Familienbetrieb mit Herz Gerd Rindchen und Rindchens Weinkontor – eine Erfolgsgeschichte

Gegenwart

Titelthema

Reise durch Kulinarien

48 Blauer Dunst mit Stil Die Havanna Lounge Bremen ist neuer Partner des Business Club Hamburg

19 Mahlzeit Daten, Zahlen, Fakten der Gastronomie-Branche 20 Einfach lecker  Gastronomische Herausforderungen von der Behörden­ kantine bis zum Sternerestaurant

50 Na, denn: Prost! Ob Astra, Holsten Pilsener oder Duckstein – Carlsberg hat für jeden das richtige Bier

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Genießen und feiern in Zeiten der Krise Zehn Profis sehen die Zukunft ohne Magenschmerzen

Partner des Clubs

Kult & Tour

52 Buchrezension „Huhn in Handschellen“, das preisgekrönte Knast-Kochbuch

Stil & Kunde

54 Meister des Weins Master Sommelier Hendrik Thoma gibt Tipps und räumt mit „Weinmärchen“ auf

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Lieblingsplätze Kulinarischer Exkurs

Zukunft

Meet & Greet

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Ausblick Wie uns mediale Seichtgebiete in die Dürre führen

Marktplatz

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Zehn Minuten mit … Sami Steinbach, Angermann Real Estate Advisory

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Intern

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Von Herzen Gastgeberin Sanja Saraiva verwöhnt ihre Gäste mit viel Liebe zum Detail Fünf Minuten hat es gedauert, dann war sich Sanja Sarai- im Hamburger Stadtteil Winterhude zu einer gastronova sicher. „Ich habe Albrecht Schäfer kennengelernt und mischen Perle geformt und stellt nun ihre besonderen wusste sofort: Ja, das passt. Wir schwimmen absolut auf Fähigkeiten in den Dienst des Business Club Hamburg. einer Wellenlänge.“ Was die beiden Profis vereint, ist die Saraiva achtet im Service auf jedes Detail. „Auf die KleiBerufung für ihr Metier. nigkeiten kommt es an“, verrät sie und nickt bekräftigend. Im Mai 2009 hat Saraiva die Gastronomieleitung im Erst wenn der Gast zufrieden ist, sieht Saraiva ihre AufBusiness Club Hamburg übernommen und arbeitet seit gabe erfüllt, und dafür nimmt sie auch gern konstruktive Juli Hand in Hand mit dem neuen Küchenchef Albrecht Kritik entgegen. „Auch wenn er einmal nicht zufrieden Schäfer. Neben der Organisation von Veranstaltungen sein sollte, muss er sich ernst genommen fühlen.“ sieht sie ihre wichtigste Aufgabe darin, eine gute GastMit ihrer ehrlichen Herzlichkeit bildet sie ein perfekgeberin zu sein. „Der Gast soll sich wie zu Hause und ab- tes Team mit dem begeisterten Küchenchef. „Gemeinsolut wohl fühlen. Ich möchte, dass er den Club als einen sam haben wir schon viele Ideen entwickelt, von denen Ort der Geborgenheit empfindet, wo sich Freunde und sich die Gäste überraschen lassen können“, sagt Saraiva Kollegen treffen, wo er Ruhe findet.“ lachend. Ebenso wie Schäfer ist auch sie leidenschaftDass Sanja Saraiva den Umgang mit Menschen liebt, liche Motorradfahrerin – so bekommt sie den Kopf frei ist sicher ein Schlüssel zu ihrem Erfolg, der bereits 1988 für neue Ideen. Ihre beiden Töchter sind schon fast erim Hamburger Traditions-Steakhaus „Zur Schlachterbör- wachsen – die eine in der Ausbildung, die andere geht se“ mit der Beförderung zur Restaurantleiterin begann. noch zur Schule. Bei so viel Gleichklang steht einem harSeitdem hat sie mit Fleiß, Einsatz, Ideen und Fachwis- monischen Empfang im neuen Business Club Restaurant sen auch das familieneigene Restaurant „El Argentino“ nichts mehr im Wege. (cr) —

Mit Bekanntem überraschen Albrecht Schäfer serviert im neuen Club-Restaurant frische Küche in exquisiter Qualität Als Albrecht Schäfer mit vierzehn Jahren seine Ausbil- ten Speisen aus aller Welt bietet Schäfer auch eine typisch dung zum Koch begann, ahnte er noch nicht, dass ihn sein hanseatische Küche klassischer Kleinigkeiten, wie SauerBeruf bald um die halbe Welt führen würde. Vom Hoch- fleisch mit Bratkartoffeln oder auch Labskaus. Private oder sauerland ging es zunächst nach Düsseldorf ins InterCon- geschäftliche Veranstaltungen finden daher sowohl einen tinental und von dort quer durch Europa bis nach St. Pe- opulenten als auch einen gemütlichen Rahmen im neuen tersburg und schließlich sogar nach Rio de Janeiro. Restaurant, dessen Möbel, Geschirr, Besteck, Gläser und Hamburg war für Schäfer dabei immer erste Wahl. Dekorationen Albrecht Schäfer zusammen mit seinem „Eine Stadt am Wasser musste es sein“, stellt der gebür- Team mit viel Liebe zum Detail ausgesucht hat. tige Sauerländer fest. „Denn die großen Märkte dieser Der Vater zweier erwachsener Söhne liegt mit seinen Welt liegen am Wasser.“ Somit ist es nicht verwunder- Kalkulationen, Rezepturen und Einkaufslisten immer gut lich, dass sich Schäfer bei der Auswahl der Gerichte von in der Zeit. „Das liegt mir wohl im Blut“, ist Schäfer überWeltmärkten wie New York, Dubai und Tokio inspirieren zeugt. „In meiner Freizeit fahre ich schließlich gern Motorlässt. Es werden also Meeresfrüchte auf der Karte zu fin- rad. Doch dabei geht es weniger ums Tempo. Ich nutze den sein, ebenso wie der New Yorker Klassiker Brownies die Fahrten, um abzuschalten und neue Inspirationen zu oder die süße Spezialität Baklava aus dem Nahen Osten sammeln.“ Seine Leidenschaft fürs Kochen begleitet Albals Dessert zum bitteren Mokka. „Wir erfinden das Rad recht Schäfer auch zu Hause. „Am liebsten stehe ich vor einicht neu“, verrät Schäfer, der seit Juli 2009 Küchenchef nem fast leeren Kühlschrank und zaubere dann ein 3-Gänim Business Club Hamburg ist, „aber das Bekannte kann ge-Menü“, sagt er lachend und verrät schnell noch eine trotzdem überraschen, zum Beispiel mit einer ganz neuen weitere Leidenschaft: „Das Einkochen von Marmeladen ist Weise des Anrichtens.“ Denn neben den neu interpretier- mein heimliches Hobby.“ (cr) —


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Netzwerker im Einsatz Der Business Club Hamburg stellt sich vor

Mitgliedermanagement

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Administration

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Peer-Arne Böttcher (01) Als Hauptgesellschafter und Geschäftsführer lebt er das Motto des Clubs: Geschäfte werden zwischen Menschen gemacht.

Nadine Lange (09) Als Assistentin des Geschäftsführers hält Nadine Lange die organisatorischen Fäden des Büros in der Hand.

Norbert Wüpper (02) Der promovierte Soziologe beschäftigt sich seit langem mit dem professionellen Kontakt- und Beziehungsmanagement.

Dagmar Wehrmeyer (10) Sie unterstützt die administrativen Abläufe im Hintergrund und hilft mit ihrem organisatorischen Geschick aus.

Andrea Kröger (03) Als überzeugte Netzwerkerin bringt Andrea Kröger Menschen mit Herz und Verstand zusammen.

Birgit Kaut (11) Wenn Sie Ihr Unternehmen in „club!“ präsentieren wollen, ist Birgit Kaut als selbständige Mediaberaterin Ihre Ansprechpartnerin.

Ulrike Kleinschnittger (04) Sie optimiert die Prozesse hinter den Kulissen und sichert die wirtschaftlichen Abläufe zwischen Club und Mitgliedern ab.

Gastronomie Veranstaltungsmanagement

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Albrecht Schäfer (12) Als international erfahrener Küchenmeister möchte Sie Albrecht Schäfer gastronomisch überraschen.

Susanne Wussack (05) Neben dem Veranstaltungsprogramm verantwortet Susanne Wussack inzwischen auch die eigene Gastronomie des Clubs.

Aron Valitta (13) Der begeisterte Koch bildet gemeinsam mit Albrecht Schäfer unser Duo an den Herdplatten der Küche.

Angela Riedel (06) Sie planen eine Veranstaltung im Club? Angela Riedel ist Ihre Ansprechpartnerin für einen erfolgreichen Ablauf.

Sanja Saraiva (14) Sanja Saraiva ist Ihre Gastgeberin im Club und kümmert sich als Restaurantleiterin um Ihr leibliches Wohl.

Eric Böttcher (07) Obwohl ausgebilder Veranstaltungskaufmann, kümmert sich Eric Böttcher um die vielen Projekte rund um den Aufbau des Clubs.

Inka Schnoor (15) Einst als Jahrgangsbeste Köchin ausgezeichnet, ist Inka Schnoor als stellvertretende Restaurantleiterin für Sie vor Ort.

Michaela Barfels (08) In kurzer Zeit hat sich Michaela Barfels zu einer verlässlichen Stütze für die umfangreichen Veranstaltungsaktivitäten entwickelt.

Fabien Leroy (16) Als Bankett Manager kümmert sich Fabien Leroy um die optimale Verbindung zwischen Gastronomie und Veranstaltungsablauf.


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„Das Außerordentliche … ... geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichem Wege.“ Die Baustelle an der Elbchaussee 43 hat diese Lebensweisheit von Johann Wolfgang von Goethe kraftvoll unterstrichen. Doch am Ende steht ein eindrucksvolles Ergebnis – und die Freude, dass der Business Club Hamburg ein neues Zuhause gefunden hat.

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Die auf dem Bild noch verschlossenen Türen an der Elbchaussee haben sich inzwischen geöffnet: In diesen Tagen zieht der Business Club Hamburg in die Plangesche Villa ein. Nach intensiver Bauphase ist das denkmalgeschützte Gebäude vollständig saniert. Mit 1.200 Quadratmetern Fläche sowie einer eigenen, insgesamt 41 Stellplätze umfassenden Tiefgarage sind die Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Clubs hervorragend. „Ein Traum ist in Erfüllung gegangen“, strahlt Peer-Arne Böttcher, Geschäftsführer des Clubs. Aktuelle Bilder und Eindrücke finden Sie im Internet unter www.bch.de.


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Einblick

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Dialog der Düfte im Dunkeln Der Geruchssinn stand bei der Veranstaltung „Der Parfümeur – Künstler im Verborgenen“ am 24. September im Mittelpunkt. Und der Ort sorgte dafür, dass die Gäste keine Ablenkung durch visuelle Reize erfuhren. Denn der „Dialog im Dunkeln“ in der Hamburger Speicherstadt bot den perfekten Rahmen für eine Reise in die Welt olfaktorischer Sinnlichkeit. Clubmitglied Thorsten Biehl, seines Zeichens Duft-Galerist und Inhaber des Unternehmens „biehl.parfumkunstwerke“, gewährte an diesem Abend einen eindrucksvollen Exkurs in die Geheimnisse der Parfumherstellung. Und der Mann weiß, wovon er spricht. Nach jahrzehntelanger Tätigkeit bei einem der weltweit führenden Dufthersteller im Bereich Entwicklung und Marketing ist er seit drei Jahren selbst am internationalen Markt vertreten – mit 14 exklusiven Duftwässerchen, kreiert von sieben der besten Parfümeure und nur in ausgewählten Parfümerien erhältlich. Für Biehl ist ein Parfum Ausdruck der Persönlichkeit eines Menschen. Die Individualität des Duftes steht für ihn an erster Stelle. Damit auch seine Gäste an diesem Abend die individuellen Bestandteile Biehlscher Duftkreationen erschnuppern konnten, fand die Duftausstellung in einer „black box“ statt. Geführt von zwei blinden Guides begaben sich die Teilnehmer in Gruppen von vier bis fünf Personen in einen völlig dunklen Raum. Nur noch die Stimmen der anderen und der eigene Tastund Geruchssinn halfen bei der Orientierung. Hier decodierte Biehl seine Kompositionen in ihre wesentlichen Bestandteile. Die „Club-Schnüffler“ erlebten auf diese Weise Komponenten wie Bergamotte, Jasmin oder Moschus in ungeahnter Intensität. Sie erfuhren viel über den Prozess der Parfumentwicklung und darüber, wie man sich einem Duft annähert. Vergessen Sie die Test-Papierstreifen beim Parfümeriebesuch! Stattdessen sollte man das Parfum in die Luft sprühen, den Arm durch die Duftwolke schwenken und dem Wässerchen Zeit geben, sich darauf niederzulassen. Erst dann habe man den richtigen Eindruck von einem Duft, so der Experte. Erfüllt von neuen Erkenntnissen endete der Abend für die begeisterten Teilnehmer in der Bar der Dialog-Räume mit einem köstlichen orientalischen Buffet – einem Fest für alle Sinne. (ps) —

Foto  Nicola Rübenberg, Thomas Ebert

Einblick


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Ausblick

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Ausblick

Wie uns mediale Seichtgebiete in die Dürre führen Tabus, Höflichkeit und Zurückhaltung galten gestern. Heute steht die Offenbarung über nahezu allen Werten. Es scheint, als lechze die Welt nach Pöbeleien, geschmacklosen Details aus dem Intimleben und Lebenshilfe nach Doku-SoapManier. Bestseller-Autor Michael Jürgs („Wie geht‘s, Deutschland“) geht diesem gesellschaftlichen Offenbarungseid mit seinem aktuellen Buch „Seichtgebiete“ auf den Grund. Am 25. November kommt der ehemalige Chefredakteur von „Stern“ und „Tempo“ zur Lesung in die neuen Räumlichkeiten des Business Clubs an der Elbchaussee 43. Der Journalist weist nach, wie uns Fernsehen, Internet und Printmedien täglich verdummen – mit fatalen Folgen. Wo kein Tabu mehr gilt, prägen falsche Vorbilder das gesellschaftliche Verhalten, etwa in der Schule oder im zwischenmenschlichen Umgang. Überall breiten sich die Seichtgebiete aus: ob falsche Betroffenheit in Talkshows und Daily Soaps oder die prolligen Vorbilder wie Mario Barth und Dieter Bohlen, sei es die Supernanny, die anstelle der Eltern die Erziehungsarbeit leistet, oder die vom Feuilleton zu Ikonen der Subkultur stilisierten Bestsellerautoren wie Charlotte Roche und Bushido. Michael Jürgs prangert in seiner kritisch-sarkastischen Bestandsaufnahme jene an, die zynisch und schamlos mit der Volksverdummung Geld verdienen. Doch er belässt es nicht dabei, den Finger in die Wunde zu legen, sondern zeigt auf, wie man den Seichtgebieten wieder zu Tiefgang verhelfen kann. Die Lesung beginnt um 19 Uhr und findet zugunsten des Vereins „Dunkelziffer“ statt, der sich dem Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern widmet. Die Hälfte des Kostenbeitrags von 20 Euro kommt der schulischen Präventionsarbeit des Vereins zugute. Jürgs’ Engagement für den Verein resultiert aus dem stern-Report „Kinderschänder in Deutschland“, der im November 1989 unter seiner Verantwortung erschien. Über ein Jahr lang hatten stern-Reporter Klaus Meyer-Andersen, Gründer von „Dunkelziffer“, und eine Kollegin die Machenschaften skrupel­ loser Pädo­krimineller recherchiert. (ps) —


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Look & Feel

Während im Hintergrund der Umzug des Business Club Hamburg mit Hochtouren vorbereitet wurde, sorgten viele außergewöhnliche Veranstaltungsorte für Abwechslung in den Sommermonaten.

Von Barkassenfahrten bis zu Geisterfahrern in der Politik Swimming Open Club In den Genuss eines spätsommerlichen Törns durch den abendlich beleuchteten Hafen kamen die Gäste des „Open Club“ am 1. Oktober. Auf dem modernen Fahrgastschiff „MS Hafen Hamburg“ ging es vorbei an Fischmarkt, Airbus und den großen Containerterminals gen Blankenese. Hubert Neubacher, Clubmitglied und Geschäftsführer von Barkassen-Meyer, hatte an Bord eingeladen. Ein besonderer Blickfang auf der Reise war die Plangesche Villa, die immer wieder gut sichtbar über dem Kaispeicher D auftauchte. Damals noch eingerüstet und mit einem mächtigen Baukran für die Tiefgarage vor der Tür, erstrahlt sie jetzt in neuem Glanz. 01 Hubert Neubacher (BarkassenMeyer) und Peer-Arne Böttcher 02 Sanja Saraiva umringt von Artur Kraft und Erik Oppel (Angermann Real Estate Advisory) sowie Norbert Wiwianka (Barkassen-Meyer) 03 Jörg Maier (M- Promotions) und Jörg Tamke (Tamke Dialog­ marketing) 04 Andreas Quast (Dr. Eschbach & Partner) und Björn Brehmer 05 Bianca Pegoretti (Valora Retail) und Corinna Berghoff (anna wand) 06 Sven Sönnichsen und Peggy Rasch (Continentale Versicherung)

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Foto  Nicola Rübenberg

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Look & Feel

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„Open Club“ in der Milchstraße Clubmitglied Lars Axendorf, bis Ende 2007 Inhaber des ältesten deutschen Auktionshauses Schopmann, versteigerte den Nachlass der Film- und Fernsehschauspielerin Inge Meysel. Nach dem Verkauf seines Unternehmens suchte er eine neue Herausforderung, die er in der Geschäftsidee des Café & Shop „das Meysel“ fand. 80 Clubmitglieder und Gäste folgten seiner Einladung und genossen mit ihm noch vor der offiziellen Eröffnung in der Milchstraße einen wunderschönen Sommerabend. 01 Café und Shop dasMeysel 02 Ilona Kroll (FCm Travel Solutions) und Dr. Joachim Schmitz 03 Lars Axendorf (Geschäftsführer dasMeysel) 04 Ilona Mothes (KG Zimnoch) und Bernd Mothes (Marketing Manager STARCAR Autovermietung) 05 Gut aufgenommen: H.-J. Kuc mit seiner Frau Jutta Liedemit (Ton­ ingenieurin beim NDR) 06 Rüdiger Kruse (CDU, Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und Mitglied des Deutschen Bundestages) mit Anja Lottmann 07 Stefan Behrens (Wasserzentrale) und Armin Brüske (Siemens Enterprise Communications)

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Wir Geisterfahrer Zehn Tage nach der Bundestagswahl sprach Utz Claassen, zuletzt Vorstandsvorsitzender des Energieversorgers EnBW, in den Hamburger Kammerspielen über sein neues Buch „Wir Geisterfahrer“ (Murmann Verlag) und die Lehren aus der Wirtschaftskrise. In seiner dichten und faktenreiche Analyse der aktuellen Situation trat die Sicht eines gesellschaftlich und politisch engagierten Wirtschaftsführers zutage. Ein eindrucksvoller Abend!

01 Peer-Arne Böttcher im Gespräch mit Utz Claassen 02 Olaf Erichsen (SPICE Technologies) und Dr. Lutz Plate (Dermatologie in Eppendorf) 03 Broer Broers (Großstadt-Mission) 04 Klaas Jarchow (Murmann Verlag), Utz Claassen und Peer-Arne Böttcher 05 Dr. Kay Oelschlägel (Luther Rechtsanwaltsgesellschaft), Alexander Maria Fassbender (Veranstalter) und Lars Meyer (Hans E. H. Puhst Grundstücksverwaltung) 06 Helene Claus-Silinger (Train & Coach) und Lore Gellersen (Lore Gellersen Innenarchitektur) 07 Dr. Lutz Plate (Dermatologie in Eppendorf) und Utz Claassen

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Unternehmensnachfolge

ENTSCHEIDUNGSSICHERHEIT DURCH KOMPETENTE NACHFOLGER. Heinrich Kottik Dipl.-Finanzwirt (FH) und Steuerberater

„Was war, beeinflusst maßgeblich das, was folgt." Heinrich Kottik

Christiane Ludwig Diplom-Betriebswirtin (BA) und Steuerberaterin

Eine nachhaltige Unternehmenszukunft ist elementarer Bestandteil des unternehmerischen Handelns. Frühzeitige Planung im Dialog mit erfahrenen Beratern schafft die entscheidenden Impulse für Generationswechsel oder Unternehmensnachfolge. Alle Aspekte, die für Übergeber und Übernehmer von zentraler Bedeutung sind, spielen dabei eine entscheidende Rolle. Nicht zu vergessen die steuerschonende Vermögensübergabe mit exakter Erbschaftssteuer- und Ertragssteuerplanung.

Göttingen: Kleines Feld 7 · 37130 Gleichen – Klein Lengden Fon: 05508 / 97 66 - 0 · Fax: 05508 / 97 66 60 · E-Mail: info@rup.de · www.rup.de Hamburg: Oberbaumbrücke 1 (Deichtorcenter) · 20457 Hamburg Fon: 040 / 300 61 88 - 400 · Fax: 040 / 300 61 88 - 64 · E-Mail: info@rup.de · www.rup.de


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Schwerpunkt

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Gastronomie und Event – Daten und Fakten

Die Deutschen schauen anderen via Fernsehen oder als Studio-Gäste gern beim Kochen zu. Doch heißt dies auch, dass mehr selbst gekocht wird? Denn noch immer wird das Essengehen regelrecht zelebriert. Und auch der Status des Kochs ist gesellschaftlich ein anderer geworden, hat in den vergangenen Jahren dank TV-Formaten wie Kochduellen, Promi-Dinnern oder Restauranttests enorm zugenommen. Kaum verwunderlich also, dass heute prominente Köche in Klatschblättern ebenso präsent sind wie Angelina Jolie, Brad Pitt oder Oliver Kahn. Und so erfreut sich der Beruf des Kochs seit einiger Zeit wieder großer Beliebtheit, was die Anzahl der Ausbildungsplätze für Köche in Hamburg, die sich von 1995 bis 2008 mehr als verdoppelt hat, dokumentiert. Auch die Zahl der Gäste in den Hotels verdoppelte sich: von 1988 bis heute auf 3,9 Millionen Menschen. Dabei stieg die Zahl der Häuser lediglich von 275 auf 288. Doch die Bettenzahl sprang im gleichen Zeitraum von 19.947 auf 37.648. Ein Indiz für den Trend zu immer größeren Hotels. Und von wegen Deutschland – ein Bierland. Wir Hamburger, aber auch die übrigen Menschen in der Bundesrepublik, trinken immer weniger Gerstensaft. Im vergangenen Jahr waren es 111,1 Liter pro Kopf, 16,4 Liter weniger als vor zehn Jahren. Dafür sind wir nun aufgeweckter, denn beim Kaffeegenuss legten wir zu (148 Liter pro Kopf) – Latte Macchiato und Kaffee-Pads sei Dank. (dk) —

Hotels Betriebe: Betten: Gäste: Übernachtungen: Bettenbelegung:

288 144.000 3,9 Millionen (davon 19 % aus dem Ausland) 7,2 Millionen 54 %

Saft (Fruchtsaft, -nektar und stille Fruchtsaftgetränke) Bundesweit Beschäftigte ca.: 7.500 (+ 7 %) Verarbeitete Früchte pro Jahr ca.: 800.000 Tonnen Branchenumsatz gesamt: 4,1 Mrd. Euro (+ 5 %) Verarbeitete Früchte pro Jahr ca.: 800.000 Tonnen Jährlicher Saftkonsum pro Kopf: 37,4 Liter

Ausbildungsplätze in der Gastronomie (1995 und 2008) Köche: 320 / 686 Restaurantfachleute: 173 / 247 Hotelfachleute: 602 / 861 Fachkräfte für Systemgastronomie: 0 / 236 Bier* Braustätten: Bierausstoß: Alkoholfreies Bier und Malztrunk: Kaffee** Espresso und Caffè Crema: Espressoproduktion in Deutschland: Pad- und Kapselsysteme:

17 (- 22 %) 3.048.000 hl (- 37 %) 479.112 hl (+ 70 %)

+ 20  % 26.000 Tonnen + 24 %

* Zahlen für 2007, Vergleichszahlen beziehen sich auf das Jahr 1995, Zahlen liegen nur für Hamburg und Schleswig-Holstein vor. ** Kaffeeverband, nationale Zahlen für 2008 *** bundesweite Zahlen für 2008, Vergleichszahlen beziehen sich auf das Jahr 2007 Quellen: DEHOGA Hamburg, Deutscher Kaffeeverband e.V., Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände e.V, Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e.V.


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Die Welt der Gastronomie Ob Sternekoch, Betriebskantine oder Krankenhausversorgung – die schwierigen Rahmenbedingungen der Branche stellen alle vor tägliche Herausforderungen Text  Kathy Welcker  Foto  Nicola Rübenberg

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Kaum eine andere Branche ist von so vielen äußeren Faktoren beeinflusst wie die Gastronomie. Lange bevor sich in Deutschland die Krise abzeichnete, hatten die Gastwirte bereits an vielen Fronten zu kämpfen und durften die Wirtschaftlichkeit ihrer Unternehmen dabei nicht aus den Augen verlieren. Die oft unberechenbare Wetterlage macht das Saisongeschäft, vor allem im Frühjahr und Sommer, wenig verlässlich, hinzu kommen die erhöhte Mehrwertsteuer, das Rauchverbot, gestiegene Warenpreise und die krisenbedingte Konsumzurückhaltung. Umsatzeinbußen haben zur Folge, dass notwendige Investitionen nur spärlich getätigt werden können, eine Anhebung der Preise ist schwierig, da insbesondere die Gastronomie seit der Euroumstellung unter einer Preisbeobachtung von Konsumenten und Medien steht. In Restaurants stehen notwendige Personal- und Kosteneinsparungen anspruchsvollen, aber auch preisbewussten Gästen gegenüber, während in Großküchen vor allem Logistik, Qualitätssicherung und eine zeitnahe Essensausgabe zu den täglichen Herausforderungen zählen. Grundsätzlich gilt für die gesamte Branche, dass das Geschäft mit dem Genuss fortwährende Höchstleistungen abverlangt und keine Fehler verzeiht. club! hat drei ganz unterschiedliche Unternehmen besucht und gefragt, mit welchen gastronomischen Anforderungen sie sich explizit konfrontiert sehen.

Das Louis C. Jacob – hanseatische Gastlichkeit auf höchstem Niveau Sternekoch Thomas Martin über die täglichen Abläufe in einem Spitzenrestaurant

Betritt man das Louis C. Jacob an der Elbchausse taucht man ein in die besonders warme und elegante Atmosphäre, die das gesamte Hotel vermittelt. Das behaglich gediegene Ambiente lädt zum Verweilen ein, ohne dabei steif zu wirken. Denn das Fünf-Sterne-Haus blickt auf eine über 200 Jahre währende Tradition zurück, der man sich auch heute noch verbunden fühlt, versichert Thomas Martin, Küchenchef im Louis C. Jacob. Seit 1996 trägt er die Verantwortung für das gastronomische Wohl der Gäste und kreiert mit seinem Team von 40 Mitarbeitern eine klassisch-französische Küche, der er mittels modernster Technik und regionalen Produkten stets neue Interpretationen und Impulse zu geben weiß. Gut 80 Prozent der verwendeten Lebensmittel stammen aus der Metropolregion Hamburg. Überhaupt legt der Sternekoch größten Wert auf die Qualität seiner Waren. „Bei mir ist das Produkt Chef auf dem Teller, alles andere hat sich dem unterzuordnen“, erläutert Martin. Für unnötigen Schischi hat der Chef de Cuisine, der seine Ausbildung bei den ganz Großen seiner Branche absolviert hat, wenig übrig. „Unsere Küche ist unprätentiös und selbstbewusst, ehrlich und hanseatisch wie unser gesamtes Haus.“ Und so sieht Martin eine große Herausforderung darin, seine Küche stetig weiterzuentwickeln, ohne die für das Louis C. Jacob typisch hanseatische Gastlichkeit und die traditionellen

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Werte aus den Augen zu verlieren. Um das zu erreichen, setzt er vor allem auf den ständigen Austausch mit seinen Jungköchen. In enger Zusammenarbeit lässt sich der Chef de Cuisine gerne von seinem Team inspirieren. So entstehen fast täglich neue Gerichte, von denen die Besten dann auf die Speisekarte übernommen werden. „Ein Restaurant muss mit der Zeit gehen, ohne sich selbst zu verlieren. Deshalb ist es mir auch wichtig, Köche anderer Nationen in meinem Team zu haben. So entstehen traditionelle Gerichte, die wir neu interpretieren, ohne ihnen ihre Identität zu nehmen“, so der Sternekoch. Täglich auf gleichbleibend hohem Niveau zu kochen, sieht der gebürtige Mannheimer als beruflich größten Ansporn. Persönlich bleibt dies allerdings das frühe Aufstehen nach langen Nächten in der Küche. „Der Druck in einem Luxusrestaurant ist groß, denn die Gäste erwarten zu Recht höchste Qualität“, so der Ausnahmekoch.

„cook & serve“ – das Küchen-Motto des Marienkrankenhauses Gastronomische Meisterleistung: 2.400 Verpflegungseinheiten am Tag bei höchster Qualität

Über 65.000 Patienten im Jahr. Schon beim Betreten der Küchen des Krankenhauses erhält man eine erste Vorstellung, welche Logistik hier vonnöten ist. Bereits am frühen Nachmittag beginnt Jens Hinz, Leiter Wirtschaftsbereich und verantwortlich für die gesamte gastronomische Versorgung des Marienkrankenhauses, mit den Vorbereitungen für das Abendessen. Doch Hinz’ Aufgaben umfassen weit mehr als nur das leibliche Wohl der Patienten. Denn er und sein Team versorgen auch die Cafeteria der 1.400 Krankenhausmitarbeiter, die Konferenzräume, die zugehörige Kita sowie die auf dem Gelände ansässigen Tageskliniken. Selbst die Blutspender bekommen ihre kleine Stärkung aus der hauseigenen Gastronomie. Darüber hinaus finden im Marienkrankenhaus fast täglich Empfänge, Einweihungen, Jubiläen oder Sitzungen mit externen Gästen statt, die ein Catering auf höchstem gastronomischem Niveau, jenseits des täglichen Kantinenessens, erfordern. Eine Mammutaufgabe, die, wie Jens Hinz erklärt, nur dank exakter Planung und klar definierter Zeitabläufe zu bewältigen ist. Zum Glück wissen alle seine 46 professionellen Mitarbeiter genau, was zu tun ist. Und so sitzt hier jeder Handgriff. Vor einigen Jahren gab es aus wirtschaftlichen Gründen die Überlegung, die Verpflegung des Krankenhauses einem externen Caterer zu übertragen. Doch das Angebot von Hinz und seinem Team konnte letzten Endes, bei gleichem Kostenumfang, aber deutlich besserer Qualität im Vergleich mit den Konkurrenten, überzeugen. „Behält man die Küche im Haus, ist man deutlich näher am Patienten, erklärt Hinz seinen Vorteil, „so können wir individuell auf die vielen unterschiedlichen Bedürfnisse jedes einzelnen eingehen.“ Denn neben rein medizinischen Anforderungen kommen persönliche Vorlieben, religiöse Aspekte oder auch medizinische Gründe, wie beispielsweise allergiebedingte Unverträglichkeiten, hinzu. Doch bei rund 520 Pa-


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tienten und drei Mahlzeiten pro Tag stellt sich die Frage, Zeit bis zu 700 Mahlzeiten pro Tag. Eine beachtliche Steiwie das überhaupt realisierbar ist? Im ersten Schritt legt ein gerung. Sechs bis sieben verschiedene Gerichte bietet Arzt die Kostform jedes Patienten fest, eine Menüassisten- Graun mit seinem sechsköpfigen Team täglich an, aber es tin fragt im Anschluss die individuellen Speisewünsche ab. können auch mal mehr sein. „Als mein Küchenchef und Jeder Patient kann sich im Rahmen seiner medizinisch vor- ich hier angefangen haben, haben wir richtig losgelegt. gegebenen Ernährung individuell aus allen Menüs seine Hier wurde tranchiert, filiert, bis zum Showkochen haben bevorzugten Speisen zusammenstellen. „Seltene Allergien wir alles gemacht“, erzählt Luzian Graun. Ein Aufwand, haben schon mal zur Folge, dass einer meiner Mitarbeiter der sich gelohnt hat, denn ein Geheimtipp ist seine Kanschnell ins Reformhaus flitzt, um eine fehlende Zutat zu be- tine schon lange nicht mehr. Aus zahlreichen umliegensorgen“, so Jens Hinz schmunzelnd. Denn das Wohl der Pa- den Büros und Behörden kommen Hungrige zu ihm und tienten liegt dem Küchenmeister und Betriebswirt beson- nehmen es in Kauf, auch mal Schlange stehen zu müssen, ders am Herzen, das spürt man deutlich. „Wir haben hier wenn wieder besondere Schmankerl auf der Karte stehen. mit kranken und geschwächten Menschen zu tun. Deshalb Diese wird jede Woche geändert und Graun versichert, kochen wir alles selber und greifen nur sehr selten auf Tief- dass es in siebzehn Jahren nicht einmal ein und dieselbe kühlkost zurück.“ Ein weiterer Grund, weshalb schon beim Speisekarte gab. Einzig die besonders beliebten Gerichte Einkauf der Waren auf höchste Qualität geachtet wird. Aus- werden regelmäßig angeboten. Dazu zählen Gyros, XXLschließlich zertifizierte Anbieter beliefern Hinz’ Großküche. Schnitzel, halbe Hähnchen oder seine feine Currywurst. Selbstverständlich werden die marktfrischen Lebensmittel Besonders stolz ist Luzian Graun auf sein Bauernfrühsofort am gleichen Tag verarbeitet. stück. „Wir haben lange rumgetüftelt, um herauszufinden, Nicht ohne Grund lautet deshalb das Credo der Groß- wie wir das Gericht möglichst schnell zubereiten können. küche: „cook & serve“. Was bedeutet, dass das Essen Erst, wenn die erste Bestellung eingeht, bereiten wir das schnellstmöglich und bei optimaler Ausgabetemperatur Bauernfrühstück frisch und à la minute zu“, erzählt Graun. beim Patienten ankommen muss. Dafür werden speziel- Überhaupt wird in der Kantine der Finanzbehörde, deren le Servierwagen verwendet, die alles optimal temperiert Inhaber Luzian Graun ist, fast alles selbst gemacht. Das ist halten. Kurze Garzeiten, eine schnelle Chargenverteilung eher ungewöhnlich. und der direkte Weg zum Patienten garantieren nicht nur So liest sich auch die Speisekarte wie das Menü eines gesunde, sondern auch schmackhafte Kost. Und so stellt gehobenen Restaurants: Fischfilet mediterran mit Dillman sich der Kritik der Patienten im Marienkrankenhaus sauce, vegetarischer Kürbisauflauf mit roter Pfeffersauce gern. Mittels „Bitte stören“-Karten hinterfragt der en- oder Schweinebraten mit Zwiebelpüree. Gelegentlich biegagierte Leiter des Wirtschaftsbereichs regelmäßig die tet Graun seinen Gästen Sushi satt für 5,90 Euro und beZufriedenheit seiner „Gäste“. Verbesserungsvorschläge weist damit sein Marketingtalent. „Natürlich zahlen wir bei werden jederzeit gerne angenommen. „Die Resonanz so einer Aktion auch mal drauf, da wir wirklich immer auf auf unsere Versorgung fällt in den meisten Fällen äußerst höchste Qualität achten. Aber so etwas spricht sich natürpositiv aus. Kommt es doch mal zu Kritik, dann eher weil lich rum“, erläutert Graun sein Konzept. Und das geht auf. durch Fehler im Menüsystem mal ein falsches Essen aus- So besuchte vor kurzem auch Sat.1-Gastroexperte Harry geliefert wurde“, erläutert Hinz. Und so sieht er in der Schulz die Kantine und verlieh ihr seinen goldenen Stern. Zusammenarbeit der einzelnen Schnittstellen einen der Neben einem Frühstück bietet die Kantine insbesondeentscheidenden Faktoren. Küche, Transport und Pflege- re ein aufwändiges Mittagsmenü an und wenn man hört, personal müssen eng zusammenarbeiten, um dem Pati- welche Mengen hier verarbeitet werden, bekommt man enten frisch zubereitete Mahlzeiten servieren zu können. eine Vorstellung, wie groß die Schwierigkeit ist, stets alles Dennoch ist die größte gastronomische Herausforderung selber zuzubereiten, anstatt Conveniance-Produkte zu verim Marienkrankenhaus der Speiseplan. „Zu uns kommen wenden. Etwa 1000 Kilo Kartoffeln werden hier beispielsdie Menschen ja nicht sporadisch wie in ein Restaurant. weise im Monat verarbeitet, 60 Kilo Gyros gehen an einem Sie nehmen, teils auch über längere Zeiträume, drei Mahl- Tag weg oder 250 Schnitzel und 180 Bauernomelettes. zeiten bei uns ein. Da ist Abwechslung und Vielfalt enorm Langeweile mag Luzian Graun gar nicht. Ist es drauwichtig. Außerdem würde ich keinem unserer Patienten ßen besonders heiß, kann es in der Kantine auch mal ruetwas anbieten, was ich nicht selber würde essen wollen“, higer zugehen, weil viele ihre Mittagspause an der Alster stellt Hinz fest und man merkt, der Gastronomieprofi ist verbringen. Dann wird der Kantineninhaber unruhig. Er mit ganzem Herzen bei der Sache. mag es, wenn es rund geht. Und Langweiliges gibt es auch auf seiner Speisekarte nicht. „Wir lassen uns ständig etwas Neues einfallen, probieren aus, wälzen Rezepte. Qualität und Abwechslung sind mir am wichtigsten, denn schließQualität und Abwechslung – lich habe ich zu 80 Prozent Stammkunden“, so Graun. Er so gut kann Kantinenessen sein selber bezeichnet sich als Mädchen für alles. Der gelernte Koch steht gerne an den Töpfen, aber wenn Not am Mann In der Finanzbehörde stehen Feinschmecker Schlange ist, packt er überall mit an. Die Luft scheint bei Luzian Als vor siebzehn Jahren Luzian Graun die Kantine der Fi- Graun und seinem Küchenchef auch nach so vielen Jahren nanzbehörde in Hamburg übernahm, gingen dort täglich nicht mal ansatzweise raus zu sein. Mit Feuereifer sind er höchstens 100 Essen über den Tresen. Daraus wurden und seine Mitarbeiter täglich bei der Sache, ein eingespielunter der Leitung des gebürtigen Danzigers im Laufe der tes Team. Das merkt man und das schmeckt man. —


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Zwischen Spezialitäten und Sparmaßnahmen Das Spannungsfeld beim Feiern und Genießen 2009

Text  Sabine Dissel  Foto  Michael Weber (Produkte von Haba)

Die Krise ist in aller Munde – aber verdirbt sie uns auch den Appetit? Gibt man sich asketisch bei frugalem Mahl oder heißt es: „Feiern – jetzt erst recht!“? Denn gerade in Zeiten wie diesen, so suggeriert uns etwa die Fernsehwerbung, sollte man sich etwas Außergewöhnliches gönnen. Im neuen Jahrtausend ist Essen nicht mehr nur Essen. Mehr denn je steht der soziale Aspekt im Vordergrund: der gemeinschaftliche Ereignis-Charakter, die Möglichkeit, sich persönlich auszudrücken. Dies rührt vor allem daher, dass unsere Lebensumstände, die Arbeitsbedingungen und Familiensituationen, zunehmend Halt, Beständigkeit und Gemeinschaft vermissen lassen. Von uns wird immer mehr Organisation und Flexibilität gefordert, und die Zeit ist ein sehr knappes Gut geworden. Dadurch entstand zum einen eine neue Sehnsucht nach anheimelnder Häuslichkeit, vor allem in Gestalt des Kochens, zum anderen die Lust auf das besondere sinnliche Erlebnis. Etwa wenn wir uns von unserer wertvollen Zeit nehmen, um mit Freunden einen Abend im Restaurant zu verbringen. Im privaten wie im wirtschaftlichen Bereich kommt dabei der Inszenierung rund ums Essen und Trinken, dem Event-Charakter, eine steigende Bedeutung zu. Beide Bedürfnisse spiegeln sich auch in Dinner- und Kochshows jeglicher Art wider, die momentan geradezu inflationär über sämtliche Kanäle flimmern. Im Gegenzug zur Schnelllebigkeit und Massenproduktion unserer Gegenwart spielt der Wunsch nach natürlichen, ursprünglichen Genüssen eine große Rolle. Heimische Waren und regionale Spezialitäten sind wieder gefragt, wenn auch gerne nach modernen kulinarischen Gesichtspunkten abgewandelt und verfeinert. Man legt Wert auf Nachhaltigkeit in der Lebensmittelherstellung und Bio-Qualität. Aber darf das gerade heute auch etwas kosten? Und wie halten es speziell die Hamburger? club! sprach mit zehn Mitgliedern aus der Gastronomie- und Eventbranche und fragte, inwiefern sich kulinarische Vorlieben und optischer Anspruch der Kunden in Bezug auf Feiern und Genießen in den letzten Jahren verändert haben und welche Trends für die kommenden Monate und Jahre maßgeblich sein werden.

Lars Axendorf Geschäftsführer dasMeysel Die unvergessliche, 2004 verstorbene Schauspielerin Inge Meysel ist nun wieder ganz neu und anders präsent: im Café & Shop „dasMeysel“ in der Milchstraße 23 (Hamburg-Pöseldorf), einer kulturellen Begegnungsstätte zur Erinnerung an die großartige Darstellerin. In erster Linie muss die Qualität der dargebotenen Speisen gegeben sein. In zweiter Linie ist die Vielfalt wichtig, denn weniger ist auch hier mehr. Das Auge isst ja bekanntlich mit, deshalb bevorzugen meine Kunden und Gäste bei Empfängen vornehmlich hochwertiges Fingerfood. Dadurch ist eine größere Abwechslung in der Speisenlandschaft entstanden. Gerade die kleinen Portionen und das ansprechende Anrichtegeschirr nebst Dekoration ermöglichen es dem eingesetzten Koch, besonders kreativ zu sein. Der gegebene Trend, auf saisonale und heimische Produkte zurückzugreifen, wird sich weiter verstärken. Dadurch rücken Werte wie Nachhaltigkeit und Regionalität wieder mehr in den Vordergrund. Dazu gehört natürlich auch die Auszeichnung als „Bio-Landschaft“. Ferner heißt das Schlüsselwort „Vertrauen“, das Kunden dem Restaurant bei der Auswahl der (richtigen) Produkte entgegenbringen. Dipl.-Betriebswirt Lars Axendorf, 40, Hamburger Unternehmer und bis Ende 2007 Inhaber des ältesten deutschen Auktionshauses Schopmann, versteigerte im Jahr 2004 den Nachlass von Inge Meysel. Nach dem Verkauf seines Unternehmens hatte er die Geschäftsidee des Café & Shop „dasMeysel“. Neben diesem Investment ist Axendorf als Makler für hochwertige Wohnimmobilien in Hamburg selbständig tätig und Clubmitglied seit Frühjahr 2009. Im Internet: www.dasmeysel.de


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Ingo Grimm

Andreas Drees

Inhaber Weinhaus Wehber G. H. Wehber & Co. besteht seit 1826 und ist somit Hamburgs ältestes Weinkontor. Es führt exzellente Weine aus allen wichtigen Weinländern weltweit und rundet sein Sortiment mit ausgesuchten Feinkostartikeln ab. Besondere Spezialität ist der in der Hansestadt gereifte Rotspon.

Managing Director von satis&fy satis&fy ist als einer der führenden europäischen FullService-Anbieter für Veranstaltungstechnik und Messebau auf die technische Planung und Umsetzung professioneller Events und Messen spezialisiert. Das Unternehmen betreut seit 15 Jahren nationale und internationale Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen.

Für die kulinarischen Vorlieben und optischen Ansprüche an die Event Location und/oder die Präsentation findet meines Erachtens eine deutliche Polarisierung der Märkte statt. Heute wird ein gelungenes Event – egal ob Business oder privat – daran gemessen, wie skurril die Location, wie phantasievoll sowohl das gewählte Thema, die authentische Aufbereitung und natürlich die dazu passenden Speisen und Getränke inszeniert werden, um schlussendlich einen erlebbaren und tatsächlich erlebten Spaß nachhaltig in den Emotionen und Köpfen der Gäste zu verankern. Auf den Punkt gebracht heißt das, dass die genussorientierten und -bewussten Menschen sehr wohl dem Überangebot an vermeintlichem Genuss absprechen und ihre erworbene Kompetenz in diesem Bereich nicht mehr in Frage stellen lassen, von keinem noch so guten Blender. Der absolute Trend heißt: Einfache Dinge auf höchstem Niveau zu inszenieren, Professionalität ist das Schlagwort der Zukunft, mehr denn je. Und daran und nur noch daran wird sich Erfolg orientieren. Ingo Grimm, 52, war zunächst in der Brauereibranche tätig, von 2002 bis 2006 als Direktor Vertrieb National Holsten Hamburg / Carlsberg, und ist seitdem selbständiger Weinkaufmann bei G. H. Wehber & Co. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Clubmitglied seit 2008. Im Internet: www.weinhaus-wehber.de

In den letzten Jahren hat sich die Veranstaltungsbranche stark professionalisiert. Events sind heute eine wichtige Disziplin in der Marketing-Kommunikation, die von Unternehmen gezielt genutzt werden, um Image aufzubauen und Zielgruppen zu emotionalisieren. Auch eine stärkere Orientierung an Corporate-Identity-Richtlinien hat sich in den letzten Jahren gezeigt. Unternehmen konzentrieren sich mittlerweile auf das Wesentliche einer Veranstaltung. Also weg von der Schausteller-Mentalität der 90er Jahre, in denen das umfangreiche Programm vieler Events die Gäste überforderte. Wegen der aktuell angespannten Wirtschaftslage stößt die Eventbranche derzeit an die Grenzen ihrer verfügbaren Budgets. Wir sind aber überzeugt, dass sich die Branche bald erholt. Die Trends der Zukunft? Das Interesse an Produkten der Projektions- und Medientechnik wird steigen, Events werden interaktiver und nachhaltiger. Wichtig ist es, sich in diesem Fall auf einen Partner zu verlassen, der über die neuste High-End-Technik verfügt und die ganzheitliche, umweltfreundliche Betrachtung des Events und damit das Budget nicht aus den Augen verliert.“ Andreas Drees, 47, studierte Vermessungswesen und ist seit 1984 im Eventmanagement tätig, von 2004 bis 2007 als Geschäftsführer der satis &fy GmbH und seitdem als Managing Director der satis&fy AG Werne. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist seit drei Jahren Clubmitglied. Im Internet: www.satis-fy.com


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Moritz Carrière

Felix Jaeger

Geschäftsführer der Carrière GmbH Geschäftsführer Weinlounge Hamburg Die Carrière GmbH handelt mit Saft-Rohstoffen in sämtli- Die Weinlounge Hamburg mit ihrem Domizil im Straßenchen Formen: Fruchtsäfte, Direktsäfte, Konzentrate, Pürees, bahnring im Quartier Falkenried steht für mehr als 200qm Aromen, etc. Das familiengeführte Unternehmen existiert Wein pur und gehört zu den modernsten Weinhandlungen seit August 2000 und gehört zu den größten Importeuren der Stadt. Das mit viel Sachverstand und Liebe zu seinen von Fairtrade-Säften und -Konzentraten in die EU. Winzern ausgesuchte Sortiment aus der ganzen Welt bietet für Weinkäufer jeder Couleur den richtigen guten Tropfen. In der Fruchtsaftbranche sehe ich das höchste Wachstumspotenzial im Bio-Bereich. Nach einer sehr starken Unser Business ist Wein. Deshalb sind Wein-Events eine Anfangsnachfrage verzeichnet der Bio-Markt nunmehr Selbstverständlichkeit. Die Herausforderung, die sich moderate Wachstumsraten. Gerade in Deutschland wird stellt, ist es, diese so facettenreich wie möglich zu geviel Wert auf Natürlichkeit gelegt. Die Bio-Zertifizierung stalten. Ein Grundsatz gilt dabei uneingeschränkt: der der EU weist deutlich schärfere Regularien auf als dieje- Käseigel hat ausgedient! Unsere Kunden sind kulinarisch nige der USA. Traditionell ist Deutschland ein Apfelland. interessiert, in vielen Fällen Genießer, und haben entspreApfelsaft wird mit 11 Litern pro Kopf und Jahr am meisten chende Ansprüche, die sie an uns stellen. Ergo sind Innokonsumiert, gefolgt von Orangensaft mit 8 Litern. Mit ei- vation und Individualität maßgebend für die Umsetzung nem Jahresverbrauch von circa 40 Litern pro Kopf sind die unserer Veranstaltungen. Die Messlatte liegt dementspreDeutschen die Saft-Trinkweltmeister. chend hoch und impliziert, dass sowohl der optische EinEine markante Entwicklung der letzten Jahre stellte druck als auch der genießerische Aspekt stetig entwickelt die Einführung der Smoothies auf dem Markt dar, ein Trend, werden müssen. Denn Stillstand bedeutet Rückschritt. der deutlich abgekühlt ist. Momentan sind bestimmte Das optische Grundprinzip ist dabei von jeher gesetzt: Szenegetränke, insbesondere Bio/Fairtrade-Limonaden anspruchsvolles Wohlfühlambiente mit stilvoller Dekorie(LEMONAID) gefragt. In Zukunft werden weitere Kombi- rung und Beleuchtung sowie hochwertige Verkostungsinnationen von Bio/Fairtrade-Produkten den Markt erobern. strumentarien. Der Gast erwartet vor allem in Bezug auf Es ist die angenehmste Art, leckere und qualitativ hoch- die thematische Umsetzung mehr und hier insbesondere wertige Getränke zu kaufen und dabei gleichzeitig die hinsichtlich des kulinarischen Angebots und seiner QualiMenschen in den Ernteländern zu unterstützen. tät. Aufbackbaguette vom Discounter ist definitiv ein „No go“, Catering unter Verwendung erstklassiger Zutaten Moritz Carrière, 39, ist Geschäftsführer wird dagegen geschätzt. In puncto Hochwertigkeit gilt der Carrière GmbH. Der gelernte Spedasselbe natürlich für den Wein, was mit Verlaub gesagt, ditionskaufmann, der bereits im Vorgänbei uns selbstredend ist. Qualität und Exklusivität sind die gerunternehmen seines Vaters tätig war, Erfolgsfaktoren von morgen. ist verheiratet, hat ein Kind und ist seit Anfang 2009 Clubmitglied. Im Internet: www.carriere.de

Felix Jaeger, 38, ist seit sieben Jahren im Weinhandel tätig und seit 2006 sowohl Clubmitglied als auch mit der Weinlounge Hamburg GmbH & Co. KG selbständig. Nebenbei ist der Diplom-Kaufmann Dozent an der Deutschen Wein- und Sommelierschule. Im Internet: www.weinlounge.com


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Jürgen Tandetzki Der Keksbäcker Der Keksbäcker in Hamburg hat sich als einziger Bäckereibetrieb in Norddeutschland auf die Herstellung von Feingebäck, rund 40 unterschiedliche Gebäcksorten, spezialisiert. Die hochwertigen Zutaten und die traditionelle Handwerkskunst werden bei großen Unternehmen ebenso geschätzt wie bei besonderen Anlässen aller Art oder an der heimischen Kaffeetafel.

Jürgen Tandetzki, 45, ist Bäcker- und Konditormeister und seit vier Jahren Clubmitglied. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Im Internet: www.der-keksbaecker-hamburg.de

Momentan sind bei den Kunden die alten Klassiker gefragt – jedoch mit Innovationen! Das heißt zum Beispiel, wir fertigen einen Butterteig nach überlieferten Rezepten an, kombinieren ihn aber mit Zimtblüte. Oder wir backen zarten Schokokeks nach Großmutters Rezeptbuch, aber abgeschmeckt mit Chili. Dies sind auch die Trends der nächsten Jahre: Besondere Gewürze und Ingredienzien neu zu entdecken und in der Benennung hervorzuheben.

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Björn Hein

Hermann Obrusnik

Geschäftsführer DER BLAUE HUMMER H&M Event Geschäftsführer der SHOW Concept KG DER BLAUE HUMMER gehört zu Hamburgs führenden Die SHOW Concept KG ist eine Weiterentwicklung der beEvent-Caterern und ist seit 1999 die Adresse für hochwer- reits 1990 gegründeten Robinson Show Concept GbR, die tige Food-Kreationen und außergewöhnliches Catering. Kernkompetenz wird aus den historischen Feldern Touristik Unternehmensveranstaltungen, Mode- und Design-Events und Theater gebildet. Sie ist Vorreiter in fast allen „lebensowie Medienereignisse setzt der Premium-Caterer eben- digen Gestaltungselementen“ im Eventbereich (Walking so um wie Gala-Abende oder private Familienfeiern. Acts, Unternehmenstheater, integrative Medien) und inzwischen in der strategischen Beratung und der konzeptionelFrüher wurden viele Events in großen Hotelketten und Fir- len Entwicklung aller Formen des Livemarketings tätig. men – respektive private Veranstaltungen – häufig in den eigenen Räumen gefeiert. Heute legen unsere Kunden auf Der Anspruch an die Gestaltung der Events ist immer exklusive Locations so viel Wert wie nie zuvor. Selbstver- ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Trends und diese ständlich bleibt die hohe Qualität der Speisen die wichtigs- haben sich in den letzten Jahren enorm gewandelt. Mute Anforderung. Da jedoch einem perfekten Event auch tig, modern, puristisch und möglichst übereinstimmend eine Top-Beratung vorausgehen muss und Organisation mit der „Corporate Identity“ sollte es bei den größeren und Logistik eine enorme Rolle spielen, hat unser Unter- Unternehmen bundesweit sein. Bereits vor „der Krise“ nehmen eine „Kundenzufriedenheits-Bilanz“ entwickelt, spürten wir eine Entdeckung der Einfachheit, eine Sehndie über die oben genannten Aspekte hinausgeht. Markan- sucht nach klarem Geschmack, der Experimentierfreude te Trends, wie in der Vergangenheit die Entwicklung von überdrüssig. Es ist aber nur ein Trend von vielen. Je nach exquisitem Fingerfood oder Showcooking, zeichnen sich Rahmen zeichnen sich die verschiedensten Trends ab. Die momentan nicht ab. Trends im Eventbereich hängen stark extremen Kontraste der Lebensstile werden selbst beim von Aspekten wie dem wirtschaftlichen Umfeld, dem Ver- Messecatering deutlich. Neben den euro-asiatischen braucher-Bewusstsein für Qualität und Ökologie und einer Fingerfood-Kreationen wird auch die einfache Brühwurst Akzeptanz von höheren Preisen (z.B. für Bio-Food oder angeboten. Und in Hamburg? Die Lust am Genuss scheint zertifizierte Speisen) ab. Der aktuelle Trend lautet ganz vielen schwer zu fallen. Die kaufmännische Vernunft setzt klar: Wirtschaftskrise hin oder her – wir feiern trotzdem, sich durch und lässt der Erkenntnis kaum Entfaltungsraum, auch wenn wir an der einen oder anderen Stelle etwas dass auch Speisen zu einer erlebbaren, ja sinnlichen Komsparen müssen. ponente einer Markenbotschaft werden können. Die Lust an der Inszenierung hat es eben schwer, wenn „man sich Björn Hein, 38, ist Geschäftsführer bei selbst genügt“. DER BLAUE HUMMER H&M Event GmbH und seit vier Jahren Clubmitglied. Der diplomierte Hôtelier-Restaurateur eröffnete zudem 1995 bzw. 2006 die Restaurants „Das weisse Haus“ und „Das Seepferdchen am Hafen“ sowie 2007 die gleichnamige Eventlocation.

Hermann Obrusnik, 48, ist Geschäftsführer der SHOW Concept KG und studierte Sportwissenschaft mit den Schwerpunkten Tanz und Theater. Er lebt seit neun Jahren in Hamburg, ist seit vier Jahren Clubmitglied und hat zwei Kinder.

Im Internet: www.der-blaue-hummer.de

Im Internet: www.show-concept.de


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Johannes Mayländer Inhaber der Premium Destille Mayländer Der kleine Familienbetrieb stellt seit drei Generationen edelste Obstbrände aus 100 Prozent handverlesenen und ökologischen Ernten von naturbelassenen Streuobstwiesen her. Die Destille befindet sich im dörflichen Weiden­ stetten inmitten der Ulmer Alb.

Johannes Mayländer, 40, ist Brenner, Inhaber und Geschäftsführer der Premium Destille Mayländer und seit fünf Jahren Clubmitglied. Im Internet: www.brennerei-maylaender.de

Wir können als Brennereimanufaktur ein größer werdendes Interesse an hochwertigen und einzigartigen Bränden feststellen. Dies hilft nicht nur, die alten heimischen Baumkulturen zu erhalten, es bietet auch ein „Mehr“ an fast vergessenen Fruchtaromen. Wir stellen außerdem eine sehr starke Beachtung der Produktion und Verarbeitung unserer Früchte fest. Natürlich zieht ein Interesse an hochwertigen Bränden auch eine Erwartungshaltung bei der Optik und Präsentation nach sich. Als kleine Manufaktur bewegen wir uns außerhalb von „kurzlebigen“ Trends, vielmehr ist unser Trend beziehungsweise unsere Philosophie die der Exklusivität und Qualität.

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Reinhold Wanner Geschäftsführer bei Alles klar! Hamburg Alles klar! ist einer der führenden Non-Food-Caterer im deutschsprachigen Raum mit Schwerpunkt auf der Vermietung von Veranstaltungs-Equipment – vom Besteck bis zum Combidämpfer, vom Pagodenzelt über Lounge-Möbel bis zur Stuhlhusse. Die Firma gibt es in Hamburg wieder seit August 2005. Unsere Philosophie ist seit Gründung der Firma, höchsten Ansprüchen unserer Kunden in Qualität und Design zu entsprechen und das zu einem fairen Preis. Momentan erlebt die Branche turbulente Zeiten. In unserem KundenPortfolio gibt es ganz klar zwei mehr oder weniger gleichberechtigte Schwerpunkte. Zum einen den gewerblichen Firmenkunden, zum anderen den privaten Endverbraucher. Der Gewerbekunde sucht eher immer ausgefallenere Artikel in Material, Form und Farbe. Das zu mieten darf aber nicht wirklich etwas kosten. Egal, ob Geld da ist oder nicht. Es auszugeben ist gerade jetzt überhaupt nicht opportun. Schwierig für unsere Branche. Sie versucht natürlich, die Wünsche des Kunden zu erfüllen, Stichwort Kundenbindung, kauft mehr und mehr unterschiedliche Artikel und stürzt sich somit in eine immer höhere Kapitalbindung. Oft erlebt sie dann, dass der einzelne Artikel gar nicht so oft in der kalkulierten Zeit vermietet werden kann, als dass er einen 100 %-ROI erzielen würde, geschweige denn, dass man damit Geld verdienen könnte. Eine meiner Meinung nach sehr gefährliche Entwicklung in der Veranstaltungs- und Eventbranche, in allen Richtungen

nach immer mehr Superlativen zu suchen. Der Privatkunde hingegen, der in den eigenen vier Wänden oder in seinem Garten feiert, hat ganz andere Schwerpunkte. Er legt Wert auf „Gemütlichkeit“ Er kauft sich die Dienstleistung ein, um eben zu Hause feiern zu können und trotzdem keine Arbeit zu haben. Es muss eher schön als spektakulär sein. Die Ansprüche sind deshalb nicht geringer, nur bodenständiger. Natürlich aber haben beide Kundenkreise ein Recht auf Freundlichkeit, Professionalität, Hygiene, Verbindlichkeit und Flexibilität. Das zu erfahren, darauf können sich alle Kunden bei Alles klar! verlassen. Reinhold Wanner, 48, ist seit 1998 bei Alles klar!, seit August 2005 als Geschäftsführer in Hamburg und seit drei Jahren Clubmitglied. Der gelernte Restaurantfachmann, Kaufmann und ehemalige Hoteldirektor ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Schenefeld bei Hamburg. Im Internet: www.allesklar-verleih.com


„Warum trinkst du eigentlich Duckstein?“ „Weil jetzt ein besonderer Moment ist.“ „Und warum ist jetzt ein besonderer Moment?“ „Weil ich Duckstein trinke.“ „Das macht Sinn.“

Besondere Momente sollte man besonders genießen. Am besten mit einer rotblonden, auf Buchenholz gereiften Bierspezialität, die ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis bietet: Duckstein. www.duckstein.de

Alles hat seine Zeit.


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Ohne Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker Einst war es die Küche für die hauseigenen Dressings und Saucen der Block House Steakhäuser. Doch heute beliefert Block Menü von Zarrentin aus Hotels und Restaurants in ganz Europa. Clubmitglied Guido Grebe verantwortet Marketing und Vertrieb der über 500 Produkte.

Text  Dirk Kunde  Foto  Block Menü

Die dunkle Burgunder-Sauce köchelt bereits seit einigen Stunden in dem 500 Liter fassenden Topf. Es ist eine herzhafte Sauce für die kommende Braten- und Pilzsaison. Der Koch würzt noch mit Thymian und Lorbeerblättern nach. Er nickt zufrieden und legt den Probierlöffel beiseite. „Wir kochen hier genauso, wie Sie es aus Ihrer Küche kennen, nur eben in größeren Dimensionen“, sagt Guido Grebe. Er ist Geschäftsführer der Block Menü GmbH, dort ist er zuständig für Marketing und Vertrieb. Jedem Hamburger dürfte der Name Block ein Begriff sein, zumal im Zusammenhang mit Gastronomie. Die Block Gruppe ist Betreiber von europaweit 40 Block House Steakrestaurants, vier Jim Block Restaurants (Das Hamburger Original), der Block House Fleischerei sowie dem Fünf-Sterne Hotel Grand Elysée in Hamburg.

duktionsbetrieb sind, arbeiten wir ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe.“ Grebe sagt das ungefragt, weil er gleich nachschiebt, dass Convenience-Produkte in Deutschland keinen leichten Stand hätten. Das werde immer mit minderer Qualität gleichgesetzt. Block Menü verwendet bevorzugt Produkte aus der Region, wegen der kurzen Wege. Das Unternehmen ist nach dem International Food Standard und Bio-zertifiziert. „Wir wollen die Natürlichkeit und Qualität der Produkte erhalten“, sagt Grebe. Die rund 500 Produkte von Gemüse über (Grund-)Saucen und Dressings bis zu Fleischgerichten gehen in die gehobene Hotellerie und Systemgastronomie. Es ist aber auch ein Sternerestaurant dabei. Doch werden bislang fast keine „BioGerichte“ von den Kunden nachgefragt. „Dazu müssten die Häuser auch Bio-zertifiziert sein, um damit werben zu können“, sagt Grebe. Seine Kunden schätzen vor allem zwei Vorteile: Sie benötigen weniger ausgebildete Köche und sind bei vielen Arbeitsschritten der Essenzubereitung deutlich schneller. Viele Produkte müssen nur erwärmt werden. Während früher die Hotellerie hauptsächlich den Umsatz über die Zimmervermietung generierte, muss heute auch die Gastronomie in den Häusern profitabel arbeiten.

Seit über dreißig Jahren unverwechselbarer Geschmack Während Restaurants und Hotel die gute Stube der Gruppe sind, ist Block Menü die Küche. Die wurde bereits 1976 eingerichtet. Damals noch von Christa Block in der Hufnerstraße in Hamburg, dem heutigen Hauptsitz der Gruppe. Ihr Mann und Unternehmensgründer Eugen Block wollte, dass die Kräuterbutter oder auch das French Dressing in jedem Block House Restaurant gleich gut schmeckt. Also wurden Saucen und Dressings zentral zubereitet. Seit 1995 ist die Küche nun in einem 5.300 Quadratmeter großen Auch international sehr gefragt Gebäude am Ortseingang im Gewerbegebiet von Zarren- Dabei sind die Block-eigenen Betriebe längst nicht mehr tin am Schaalsee, 70 Kilometer östlich von Hamburg. Hauptabnehmer. Block Menü liefert seine Speisen an „Doch an unserer Art zu kochen, hat sich seitdem 1.600 Kunden in 18 Ländern. 50.000 Portionen verlassen nicht viel verändert. Obwohl wir ein hochmoderner Pro- täglich die Großküche, in der 123 Menschen arbeiten.


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Meist lagern die Gerichte erst im Tiefkühllager, das zum als Belastung“, sagt er. Doch aufgrund der Reisetätig30. Firmenjubiläum Anfang 2009 eröffnet wurde. Hier fin- keit und als „Großstadtkind“ behielt er seinen Hamburden 800 Paletten Platz. Per LKW geht die Ware dann zu ger Wohnsitz bei. Er braucht die Nähe zu Bahnhof und den Restaurants und Hotels. Einige Produkte erreichen Flughafen. Ansonsten pendelt er mit dem Auto ins Büro ihre Abnehmer in Island und Grönland auch per Flieger. nach Zarrentin. Wer so international kocht, muss auch auf lokale Besonderheiten Rücksicht nehmen. Das Irish Stew und Know-how gepaart mit der Liebe zum Essen die Lammhaxe werden für Irland etwas anders zuberei- Grebe ist seit Herbst 2006 Geschäftsführer bei Block tet. Einige Rezepturen werden lokalen Traditionen an- Menü. Zuvor war er für die Stockmeyer Gruppe, die heute gepasst, aber der überwiegende Teil der Produkte ist Teil des Heristo Konzerns ist, tätig. Dort leitete der gebürfür alle Abnehmer identisch. Zu den Standardprodukten tige Bochumer den Vertrieb von deutschen Lebensmitkommen vier bis fünf saisonale Aktionen. Im Herbst sind telmarken in Asien, Australien und in den USA. Weitere es Pilze, zu Weihnachten Geflügel, im Frühjahr Spargel, internationale Erfahrungen sammelte er in Mailand, als gefolgt von Lamm zu Ostern. er für Prénatal tätig war. Insgesamt zwölf Jahre war er bei Der Anteil der Systemgastronomie nimmt stetig zu Karstadt: Von der Ausbildung zum Einzelhandelskaufund auch der Export läuft, trotz Wirtschaftskrise, sehr mann über die Vorstandsassistenz bis zum Geschäftsleiter stabil. „Insbesondere in skandinavischen Ländern be- E-Commerce. In seiner knappen Freizeit spielt er Tennis steht Personalknappheit bei ausgebildeten Köchen. Da und macht Fitness. Fußball schaut er sich lieber an, als greifen die Inhaber gern auf unsere Convenience-Pro- dass er selbst spielt. Dazu unternimmt er gern etwas in dukte zurück“, sagt Grebe. Rund 19 Millionen Euro Um- Hamburg mit seiner Lebensgefährtin und seinem 15-jährisatz peilt er für dieses Jahr an. Ein Teil der Dienstleis- gen Sohn aus erster Ehe. tung ist Beratung. Sein Außendienst, zumeist ebenfalls Grebe ist ein Genussmensch, liebt klassische Musik, in der Gastronomie ausgebildet, berät Kunden vom Re- gutes Essen und einen soliden Wein. „Bei meinem Job staurant-Konzept bis zur Speisekarte. „Insbesondere in muss man die Liebe zum Essen mitbringen“, sagt er. Man der Hotellerie unterstützen wir Ketten bei ihrem gesam- sieht es ihm nicht an. Vielleicht sind es die Wandertouten gastronomischen Angebot“, berichtet der 41-Jähri- ren auf Teneriffa, die ihn fit halten. Doch noch lieber als ge. Das geht bis zu Workshops mit der Geschäftsleitung zu wandern steckt er seine Nase in die Biographie von und Schulung des Personals vor Ort. Als Verantwortli- interessanten Menschen. Und hat er ein Lieblingsgericht cher für Vertrieb und Marketing ist Grebe ebenfalls viel aus dem Programm von Block Menü? „Na klar, ich esse unterwegs. „Mir macht das Spaß, ich empfinde das nicht am liebsten unseren Rheinischen Sauerbraten.“ —


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Kolumne

club! ~ 03 / 09

Unser Kolumnist Detlef Gürtler

Gastronovation Es war schon immer etwas teurer, einen schlechten Ge- Als jüngste dieser schaurig-großen Neureich-Epochen schmack zu haben. Ganz besonders natürlich in den wird vermutlich die gerade beendete Ära des Kasinogroßen Neureichen-Epochen der Weltgeschichte, wenn Kapitalismus in die Gastronomie-Geschichte eingehen. Geld und Geschmack noch nicht die Chance hatten, sich Da ließen Molekularköche die Speisen auf dem Teller einander über ein bis zwei Generationen anzunähern. explodieren und servierten Gemüsegelee an HolzkohDann kommt die große Stunde all jener Schnörkler, die leöl und ein Bier, dessen Schaumkrone unten im Glas es an allen Enden blitzen und blinken lassen: hier ein sitzt. Pompige Kellner performten durch die TischreiSäulchen, da ein Chromleistchen und natürlich Essen hen, und die Verwendung ausgefallener Geschmacksnur vom Feinsten. adjektive machte überlagerte Flaschen vergorenen Einen ersten Höhepunkt brachte das Rom der frühen Traubensafts zum begehrten Investmentobjekt im Wert Kaiserzeit, in dem die Schätze, Früchte und Rezepte al- eines Breitwagens. ler Ecken und Enden der Welten zusammenkamen. Die Tempi passati: Alte, so gut wie vergessene GetreideHerrscher und ihre Top-Manager (die hießen damals und Grünzeug-, Obst und Gemüsesorten machen jetzt noch „Freigelassene“) überboten sich so sehr darin, Köst- das Rennen um die Gunst der Feinspitze, je erdiger, desund Absonderlichkeiten aufzutischen, dass man locker to besser. Das zeigen schon die Namen: Die neuen Stars viermal davon satt werden konnte. Und auch wurde – am Küchenhimmel heißen nicht mehr Kumquat oder denn mit einer Pfauenfeder sorgten die Gäste für jenen Sashimi, sondern Pastinake oder Amarant, Topinambur besonderen Gaumenkitzel, der augenblicklich wieder oder Buchweizen, und würde Rucola heute noch einmal Platz im Magen schaffte. entdeckt, dann ganz bestimmt unter seinem guten alten Ganz anders strapazierte die Protz-Elite des 16. Jahr- deutschen Namen Rauke. hunderts ihren Verdauungstrakt – mit Pfeffer nämlich. Doch wenn erst einmal alle weggestorben sind, die Der galt damals nicht einfach als Gewürz, sondern als unter einem Nahrungsmittel gelitten haben, ist die Zeit Reichtums-Symbol: Je mehr Pfeffer im Topf, desto mehr reif für dessen Renaissance. Deshalb darf jetzt sogar Geld im Beutel. 25.000 Tonnen Pfeffer lieferte Indien al- die Steckrübe wieder zu Ehren kommen, für ganze Gelein im Jahr 1585 nach Europa, ziemlich genau ein Pfund nerationen der Inbegriff des Arme-Leute-Essens und für jeden damaligen Einwohner; und das, obwohl ein gro- Namensgeber für den Hungerwinter 1916/17. Damals ßer Teil der Bevölkerung sich diesen Luxus nicht einmal machte man aus der Steckrübe unter anderem Marmegrammweise leisten konnte. Wer zum Geldadel gehören lade, Kuchen, Sauerkraut und Kaffee. Technisch ginge alwollte, ging bis an die Schmerzgrenze. Ein Kochbuch aus les, nur geschmacklich eben nicht. Aber das ist ja heute jenem Jahrhundert empfiehlt beispielsweise, auf ein Kilo bei molekularer Muschel-Mousse mit Olivenölbonbons Hirschpenis ein Achtelpfund Pfeffer zu streuen. Mahlzeit! auch nicht anders. —


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Ein Tag mit …

club! ~ 03 / 09

Quirliger Querdenker und smarter Strippenzieher Oliver Drews ist nicht nur hinter schwedischen Gardinen ein erfolgreicher Netzwerker

Text  Petra Sonntag  Foto  Toni Momtschew

Gemessen daran, wie viele Ämter Oliver Drews innehat, beginnt sein Arbeitstag unerwartet ruhig. Um halb acht trinkt das Vorstandsmitglied der Telio AG einen Kaffee in seinem Ottensener Lieblingscafé „Notorious“ auf dem Weg ins fünf Minuten entfernte Büro in der Borselstraße. Um diese Zeit tobt in dem quirligen Viertel zwar noch nicht das Leben, wohl aber läuft Drews Gehirn schon wieder auf Hochtouren. Während er die „Welt“ liest, sinniert er über neue Möglichkeiten, Menschen und Themen zu vernetzen. „Es ist wichtig, schon in jungen Jahren über den Tellerrand hinauszugucken und viele Sachen zu machen“, ist Drews überzeugt. Mit dieser Einstellung hat der 39-Jährige bereits viel bewegt und diverse berufliche Stationen durchlaufen. Seit 2004 ist er nun Vorstand und Gesellschafter bei der „deutschen Telekom des Strafvollzugs“. Vor zehn Jahren erschloss Telio eine nahezu unbeachtete Marktnische: die Telefonie in Justizvollzugsanstalten. Dort seien diverse Sicherheitsfeatures für Telefonate der Insassen zu beachten, so Drews, der dies nicht näher ausführen darf. Telio entwickelte ein völlig neues Telefonsystem für die sicherheitsrelevanten Bereiche. Als technischer Service-Provider arbeitet das Unternehmen permanent an Prozessoptimierungen für den internationalen Strafvollzug. In Deutschland ist die Marktführerschaft bereits erreicht, nun startet Telio die internationale Expansion. Nach den Niederlanden, Polen und Österreich folgt gerade der Orient: Telio ist dank Kontaktvermittlung des Business Clubs auch in Dubai aktiv. Gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Heiko Fuchs ist Oliver Drews stets auf der Suche nach innovativen Konzepten und Produkten.

Wie er den Startenor ins Stadion brachte Dass er innovativ ist, stellte Drews bereits vor seinem Einsatz bei Telio unter Beweis. Als ausgewiesener Opernfan lernte der gebürtige Hamburger 2003 bei einem Konzert Luciano Pavarotti kennen. Als dieser ankündigte, auf Abschiedstournee gehen zu wollen, kommt dem jungen Drews, der zu diesem Zeitpunkt Geschäftsführer einer Hamburger IT-Firma ist, eine verwegene Idee. Warum nicht ein Konzert im Tennisstadion am Rothenbaum organisieren? Nie zuvor fand dort ein klassisches Konzert statt, aber Drews beflügelt die Idee. Er nimmt Kontakt zur Londoner Agentur des 2007 verstorbenen Opernbarden auf – und erhält ein vierseitiges Fax, welche Ausstattung der berühmte Tenor wünsche, als Antwort. „Da dachte ich: Okay, die meinen es ernst, das wird ein interessantes Spiel“, erinnert sich der Musikliebhaber. Er fängt an zu organisieren, holt eine Sondergenehmigung im Rathaus ein, gewinnt Radio Hamburg als Mitveranstalter. Der Austausch mit Pavarottis Management zieht sich über Wochen hin. In London wird man sich inzwischen darüber klar, dass Oliver Drews kein bekannter Konzertveranstalter ist. Schließlich reist Harvey Goldsmith, Promoter des italienischen Sängers, nach Hamburg, um sich vor Ort zu vergewissern. Drews überzeugt ihn, im August 2004 feiert Pavarotti vor ausverkauftem Haus am Rothenbaum das einzige Deutschlandkonzert seiner Abschiedstournee. Es ist nicht das letzte Musikevent, an dessen Organisation Drews mitwirkt. Es folgen Konzerte in Stuttgart und Düsseldorf. Bahnte sich vielleicht ein Metier-Wechsel an? „Nein“, lacht der Hanseat, „aber ich suche Schnittmengen zwischen Musik und Wirtschaft.“ Schon am Ende seines BWL-Studiums an der Hamburger Universität entdeckt


club! ~ 03 / 09

Ein Tag mit …

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Oliver Drews könnte mit seinen zahlreichen Aufgaben locker einen 24-Stunden-Tag füllen

der Diplom-Kaufmann seine Liebe zur Musik und steht sche Unternehmerverband.“ Dieses Engagement findet vor der Entscheidung, ob er Vorstandsassistent bei der er wichtig, auch als Gegenpol zu großen Verbänden wie Hamburger Volksbank wird oder Kulturmanagement als dem BDI. Schließlich seien 80 Prozent der Arbeitsplätze Aufbaustudiengang wählt. „Und ich folgte dem schnöden in Deutschland immer noch im Mittelstand angesiedelt. Mammon“, gesteht Drews, der bis heute aktiv im Kultur- In seiner 25 Mitarbeiter zählenden Firma beschäftigt der management ist und Kontakt zu Größen wie José Carreras ledige Chef viele Mütter in Teilzeit, aus Überzeugung: oder Lucia Aliberti pflegt. „Meine Erfahrung ist, dass eine Mutter sehr effektiv arbeitet und in vier Stunden das schafft, wofür andere sieben Ein Unternehmer aus Leidenschaft Stunden brauchen.“ Beschränkt sich die FamilienfreundSein Terminkalender ist gut gefüllt. Gestern hatte er wie- lichkeit aufs Unternehmertum oder will er selbst auch mal der einen Einsatz als Richter am Hamburger Finanzgericht. Kinder haben? „Natürlich“, antwortet er sofort, „dafür war Vor zwei Jahren wurde der Wirtschaftsjurist zu diesem nur noch keine Zeit.“ Amt berufen. Heute Nachmittag muss er ins Rathaus zum Meist kommt er nicht vor 22 Uhr nach Hause, fast jemonatlichen Treffen mit dem Hamburger Finanzsenator den Abend stehen Veranstaltungen auf der Agenda. OrgaMichael Freytag. Das CDU-Mitglied Drews gehört Frey- nisiert er selbst Events, zum Beispiel einen Vortragsabend tags Deputation an – einer Art Aufsichtsrat, der jedem für den BJU, dann bricht er gern mit Konventionen. „Als ich Senator zur Seite steht – und dem CDU-Wirtschaftsrat. vor zwei Jahren Oskar Lafontaine einlud, schlugen die WoAußerdem ist Drews stellvertretender Aufsichtsratsvor- gen hoch“, erinnert er sich schmunzelnd, „einige Mitglieder sitzender des Hamburger Finanzunternehmens 11ex- drohten gar mit Austritt. Doch es war ein Erfolg – eine unperts. Derweil ist es Mittag geworden, Zeit für ein ge- serer am besten besuchten Veranstaltungen!“ Da blitzt er pflegtes Essen. Mindestens einmal pro Woche sucht der wieder durch, der wagemutige Weichensteller, der in kein vielbeschäftigte Genießer das Fischereihafen-Restaurant Raster passen will. Was treibt ihn an? „Ich liebe es, Menauf, um bei seinem Freund Dirk Kowalke zu speisen. Eine schen zu treffen und Neues kennenzulernen, so einfach ist Stunde, in der Drews zur Ruhe kommt und entspannt. Viel das.“ Klar, dass Oliver Drews auch langjähriges Mitglied im mehr an Entspannung gibt sein Terminkalender nicht Business Club und im renommierten Anglo-German-Club her. „In den letzten zehn Jahren habe ich nie länger als ist. Und es passt ebenso zu ihm, dass er bis vor drei Jahren drei Tage Urlaub gemacht“, so der Workaholic, „mehr den Existenzgründungs-Ausschuss an der Handelskammer Urlaub mache ich, wenn ich 60 bin.“ Zurück im Büro or- leitete. Man kann sich vorstellen, dass sein Elan ihn noch zu ganisiert er den nächsten Event für den Bundesverband weiteren, höheren Ämtern treiben wird. Und was steht für junger Unternehmer (BJU), dessen stellvertretender Bun- morgen auf dem Programm? „Ein Opernbesuch, da freue desvorsitzender Drews ist: „Wir sind das Sprachrohr des ich mich schon drauf“ – und bestimmt auch seine Freundin, Mittelstands und mit 5.000 Mitgliedern der größte deut- die diese Leidenschaft mit ihm teilt. —


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Du bist Hamburg

club! ~ 03 / 09

Tourismusexpertise made in Hamburg Der Verein START verbindet Tourismuswirtschaft mit Lehre und Forschung

Text  Petra Sonntag  Foto  Toni Momtschew

Als Hamburger in vierter Generation fühlt sich Clubmitglied la Chaîne des Rôtisseurs Baillage National d’Allemagne, Malte Wettern der Hansestadt mehr als verbunden. Nun will Kai Hollmann von Fortune Hotels, Frederik Braun vom der geschäftsführende Gesellschafter von StennerWettern Miniatur Wunderland oder Konstantin Bissias von Sea Capital Concepts & Properties auch die Hamburger Bil- Cloud Cruises. Als Vereinsmitglieder werben sie für das dungslandschaft aktiv mitgestalten. Sein Ziel: Binnen fünf Projekt und fordern zur Mitarbeit auf. Wettern, als zweiJahren soll eine private Hochschule für die Bereiche Hotel- ter Vorsitzender zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, lerie, Gastronomie, Tourismus, Freizeitwirtschaft und Le- bemüht sich um weitere Mitglieder (jährlicher Mindestbensmittelindustrie entstehen. „Da die Tourismusbranche beitrag 50 Euro) und Mäzene. Ende Oktober geht die die Hafenwirtschaft als Hauptarbeitgeber in dieser Stadt Homepage des Vereins, der seinen Sitz im Hause der überholen wird, ist es der richtige Zeitpunkt, diese akade- Beiersdorf AG hat, online. mische Grundlage für die Zukunft Hamburgs zu schaffen“, meint der 36-Jährige. Wie kam es zu diesem „branchen- Symbiose von Kommerz und Kompetenz fremden“ Engagement des Unternehmers? Zwar ist in Hamburg bereits eine der größten Berufs2005 lernte er als Vorsitzender der Jungen Unter- schulen für Hotellerie und Gastronomie beheimatet, nehmer (BJU) Stefan Reese kennen, der zu dieser Zeit im doch den über 3.000 Schülern pro Jahr fehlt die MögVorstand des AGA Unternehmensverbands war. Beide lichkeit einer Anschlussausbildung zum Bachelor oder intensivierten über die Jahre den Kontakt. 2008 holte Master. Viele Schüler studieren deshalb in der Schweiz Reese den Finanzwirt Wettern in den Vorstand seines oder den USA, häufig mit Stipendien aus Deutschland. just gegründeten Vereins START, der die berufliche und Die Initiatoren von START, zu denen auch Lehrer der akademische Bildung im Gastgewerbe fördern will. „Ich Berufsschule zählen, meinen, dass die Hansestadt den konnte mich als Lokalpatriot sofort für dieses Projekt internationalen Vergleich in Hotellerie und Gastronomie begeistern“, sagt Wettern, der viele Unternehmer und nicht scheuen muss. „Wir gehen davon aus, dass die Gastronomen in Hamburg persönlich kennt. Und er ist weltweite Freizeitindustrie Absolventen aus Deutschüberzeugt: „Hamburg würde neben der Bucerius Law land massiv nachfragen wird“, sagt Wettern. „Die AnSchool auch eine private Tourismus-Hochschule gut zu forderungen an Führungskräfte in diesem Bereich sind Gesicht stehen.“ Die Zahlen geben ihm Recht. Als tou- mannigfaltig und bislang nicht durch ein ganzheitliches ristische Hochburg im Norden rechnet die Stadt bereits Hochschulkonzept abgebildet. Diese Chance gilt es, in 2013 mit 20 Millionen Gästen. Hotellerie, Gastronomie, einer einmaligen Zusammenarbeit der Bildungspartner, Tourismus, die Freizeitwirtschaft, die Lebensmittelindus- nämlich der Wirtschaft und einer internationalen Hochtrie sowie der Wellnessbereich sind zusammengewach- schule, zu nutzen.“ sen. Sie werden in den nächsten Jahren zum stärksten Die Hospitality-Industrie – also die gesamte Branche Wachstumsmarkt auf dem europäischen Kontinent und vom Food- und Non-Food-Produzenten über den Zuliein Hamburg schon 2012 der größte Arbeitgeber sein. ferer und Logistiker bis hin zum Anwender in der HotelUnterstützt werden Wettern und Reese von vielen lerie und Gastronomie – verzeichnet ebenso wie die Touprominenten Hanseaten, wie Dirk Kowalke vom Fische- ristik- und Food-Science-Branche weltweit Zuwächse. reihafen Restaurant, Ronald Crone von der Confrérie de Das kreiert Bedürfnisse nach Know-How. „Der Bereich


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Lebensmittel und Ernährung hat in den letzten Jahren neben dem bedeutenden Genussaspekt auch einen großen Gesundheitsschwerpunkt bekommen“, weiß Stefan Reese. „Das Bewusstsein für die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln hat die Lebensmittelindustrie verändert und somit Folgen für die industrielle Anwendung.“ Diesem Bereich widmet sich die Lehre des Food Science als einer von fünf Kernbereichen des geplanten Studiums. Hospitality Industry, Systemgastronomie, Touristik und Culinary Art stehen ebenfalls auf dem zweisprachigen Lehrplan. Das Studium legt neben der Wissenschaftlichkeit besonderen Wert auf Praxisbezug, Persönlichkeitsentwicklung und Soft-Skill-Förderung. „Unser Credo: Die Interdisziplinarität verschiedener Wissenschaftsgebiete macht fit für zunehmend vernetzte Aufgaben und Leadership“, fasst Wettern die Einzigartigkeit der Hochschule zusammen. Dabei profitieren auch aktive Förderer und Unternehmen von der Forschungsarbeit. Sie können neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln lassen. Deutschland als Hoch-Lohn-Land müsse in diesem Bereich den Aufbau von Wissensstandards vorantreiben, so Wettern, deshalb sollten Hersteller und Verwender Hand in Hand arbeiten. Ein solch zukunftsweisendes Projekt verlangt nach einem visionären Standort. Wo soll die Universität entstehen? „Es gibt noch keine endgültige Adresse, sondern lediglich Visualisierungen, darunter das Phoenix Areal in Harburg“, verrät der umtriebige Hanseat. Man darf gespannt sein. —

Du bist Hamburg

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Malte Wettern will künftig mit seiner privaten Gastronomie-Hochschule die hanseatische Bildungslandschaft bereichern.

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Neu im Club

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Die eigene Yacht im Mittelmeer Eine Powerfrau aus Österreich zeigt: Es geht auch ohne großes Eigenkapital

Text  Thomas Brandenburg  Foto  SmartYacht

Die eigene Motoryacht im Mittel- die Idee mit dem in der Flugzeug- Wird verkauft, gibt’s Anteile zurück meer: Für viele ist das der Traum vom branche bereits bewährten Mitei- Richtig interessant wird der Vergleich Glück. Und für die Österreicherin Ve- gentümer-Modell – und den Mut zur zum Beispiel bei einer angenommerena Stättner ist es einer der schöns- Gründung eines Unternehmens. Ve- nen Haltedauer von drei Jahren, nach ten Jobs, solche Träume wahr werden rena Stättner, nicht weniger beherzt, welcher der Eigner vielleicht verkauzu lassen. Denn als Chefin für Marke- sprang ins kalte Wasser und ging bei fen will. Für den Alleinbesitzer sumting und Verkauf des noch jungen SmartYacht mit an Bord. „Ich war so- mieren sich die Ausgaben (gesamt Startup-Unternehmens SmartYacht fort Feuer und Flamme. Das Konzept für Kaufpreis plus Unterhaltskosten) (mit Sitz in Liechtenstein) hat sie ein hatte mich überzeugt“, sagt sie heute. dann zu mehr als 1,5 Millionen Euro. attraktives Miteigentümer-Modell für „Bei SmartYacht hatte ich die Chance, Der Smart-Yacht-Mitbesitzer dageMotoryachten anzubieten, das euro- von Anfang an mitzugestalten, kann gen kommt mit 214.621 Euro aus. paweit bislang einzigartig ist. heute eigeninitiativ und eigenverantGelingt es nun, die gebrauchte Nach der Devise „gemeinsam in- wortlich arbeiten und sehe Ergebnis- Yacht zu einem realistischen Preis von vestieren, individuell profitieren“ tut se meiner Arbeit unmittelbar.“ einer Million Euro zu veräußern, sind sich der Interessent quasi mit andeBei SmartYacht sowohl für Marke- die Preisvorteile noch immer beachtren Investoren zusammen und erwirbt ting und Verkauf als auch für PR und lich. Gleichzeitig musste sich der Mitstatt der für den einzelnen oft uner- den Internet-Auftritt verantwortlich, eigentümer während der drei Jahre schwinglichen Yacht „seinen“ Anteil. zählt Verena Stättner die Vorteile des weder um Wartungs- und ReparaturDafür erhält er als Miteigner ein Nut- Konzepts auf: Erwirbt der Miteigen- arbeiten noch um aufwendige Verzungsrecht für eine Yacht über sechs, tümer von seiner neuen Traum-Yacht kaufs- oder Verwaltungsprozeduren neun oder achtzehn Wochen pro Jahr. etwa zum Kaufpreis von 1,125 Mil- kümmern, denn das alles übernimmt Verena Stättner, aufgewachsen lionen Euro ein Neuntel für sich, so SmartYacht. Der Teilbesitzer konnte direkt am Bodensee und seit Kindes- beträgt sein Anteil nur 125 000 Euro. also die mindestens sechs Wochen beinen mit den Bootsbrettern vertraut, An jährlichen Kosten (für Unterhalt, pro Jahr an Bord voll als Freizeit nuterwarb sich nach einem Auslands- Wartung, Liegeplatzgebühren, Rück- zen. Und auch gegenüber der Charaufenthalt in den USA und dem Wirt- lagen usw.) müsste der Käufer des ter kann das Miteigentümer-Modell schaftsdiplom erste Meriten in der ganzen Schiffs mit rund zehn Prozent überzeugen. Verena Stättner: „Beim Unternehmenskommunikation einer des Kaufpreises rechnen. Chartern mieten Sie eine Yacht, sind großen österreichischen Firma. NeDer Miteigentümer Modell Smart­- aber in der Nutzung nur wenig flexibenbei absolvierte sie begleitend ein Yacht kommt dagegen mit maximal bel und haben für den kurzen ZeitAufbaustudium in PR und Kommunika- 29.873 Euro pro Jahr aus (anteilige raum sehr hohe Kosten. Außerdem tion, ließ ihre Leidenschaft für den Sport jährliche Kosten von 25.082 Euro plus gibt’s beim Chartern am Ende auch aber dennoch nie zu kurz kommen. knapp 5.000 Euro für den Wartungs- kein Geld zurück wie bei uns.“ und Reparaturfonds). Eingeschlossen Bei so vielen Vorteilen, sollte man Herausforderungen in einem Startup- sind dabei nicht nur alle Aspekte des meinen, ist der Freizeitskipper seiUnternehmen Yachtmanagements, sondern ein Ka- nem Traum um Einiges näher gekomDann bot sich der jungen Powerfrau pitän an Bord sowie ein Servicepa- men. Wer’s nicht glauben mag, dem die Gelegenheit: Ein guter Bekannter ket (etwa mit Luxusauto vor Ort oder hilft die SmartYacht-Website letzte und innovativer Unternehmer hatte Shoppingservice). Zweifel zu beseitigen. —


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Neu im Club

club! ~ 03 / 09

Der GastronomieAusstatter Vor zehn Jahren übernahm Lutz Hinsche das „Glashaus“. Heute bedient seine Firma bundesweit 15.000 Kunden mit allem, was zur Gastro-Welt dazugehört.

Text  Thomas Brandenburg  Foto  Hinsche & Glashaus Gastrowelten

Für Lutz Hinsche, 56, ist es ein Glück, mittlerweile ein Komplettprogramm de seine Gäste jemals auf dem Trodass der Mensch eine so hochstehen- für Gastronomie und Gemeinschafts- ckenen sitzen lassen muss, hat Hinde Ess- und Kochkultur entfaltet hat, verpflegung an, das reicht von Bera- sche GastroShopping rund um die dass alle Speisen und Getränke zuerst tung und Planung über den Bau bis Uhr und 365 Tage im Jahr geöffnet – mal ihren Weg über Kühlschränke und hin zur Endeinrichtung vor Ort. Dazu im Internet. Doch es würde an ein Kochherde, durch Pfannen und Töpfe, arbeitet die Firma mit entsprechen- Wunder grenzen, wenn nicht auch so über Teller und durch Tassen finden den Einrichtungsplanern zusammen, ein gut aufgestellter Rundum-Betrieb müssen, bevor sie endlich die Mägen beschäftigt jedoch auch selbst vier wie Hinsche & Glashaus die aktuelle der Hungrigen erreichen. Denn Lutz hauseigene Architekten. „Das voraus- Wirtschaftsflaute verspüren würde. Hinsches Familie ist seit drei Genera- schauende, stimmige Gesamtkon- „Das laufende Jahr ging ja noch gut“, tionen im Gastronomie-Geschäft zu zept“, sagt Lutz Hinsche, „ist unsere sagt Lutz Hinsche, „aber 2010 wird Hause. „Schon vor mehr als 80 Jahren“, Stärke. Auf Wunsch stellen wir auch noch schwierig.“ erzählt der erfolgreiche Unternehmer, die Bauleitung, liefern AnschlusspläMittlerweile hat Lutz Hinsche „unterhielt mein Urgroßvater Erich Hin- ne, helfen bei den Wirtschaftlichkeits- Hamburg zur Wahlheimat erkoren. sche in Oldenburg einen Verkauf und berechnungen, beraten bei Leasing „Ich lebe hier mit meiner Familie seit Verleih von Geschirr und Besteck.“ und anderen Finanzierungsmodellen.“ drei Jahren sehr gerne“, sagt er, „HamHeute zieht Hinsche als geschäftsDas Unternehmensmotto „Ver- burg ist natürlich aufregender und führender Inhaber von „Hinsche & ständnis fürs Ganze – Liebe zum spannender.“ Und Heimweh? „Na, wir Glashaus“ in Hamburg die Fäden. Detail“ hat Firmenchef Hinsche per- pendeln sehr häufig“, bekennt Hinsche, Die Unternehmensgruppe Hinsche & sönlich abgesegnet. Die Abteilung „in Oldenburg ist ja nach wie vor das Glashaus versteht sich als „Vollanbieter „Technik & Service“ ist zuständig für Hauptgeschäft.“ Die Herausforderung, für Gastronomie und Gemeinschafts- die Fertigung der Großküchentechnik in Hamburg mal etwas Vergleichbaverpflegung“ und betreut mit 180 Mit- in den firmeneigenen Werkstätten: res wie die berühmte „Harry’s Bar“ in arbeitern in Hamburg und Oldenburg Kälte-, Klima- und Bierschankanlagen, Venedig einzurichten, nähme der vermehr als 15.000 Kunden aus der ge- Speiseausgaben, Lüftungsanlagen sierte Unternehmer glatt an. „Natürlich, samten deutschen Branche. und Edelstahlmöbel. Großkunden, Restaurants und Bars gehören zu unsedie nicht gleich kaufen, können das rem Kerngeschäft. So etwas machen Verständnis fürs Ganze gewünschte Inventar, ob Kuchenbe- wir komplett.“ Vor zehn Jahren hatte der erfahrene steck oder Küchentresen, bei der AbUnd bleibt da noch Zeit für PrivaUnternehmer und Großküchenein- teilung Hinsche GastroRent mieten. tes, für Hobbys? Hinsche überlegt eirichter den Schritt nach Hamburg nen Moment. „Ja, Reisen. Wir fahren gewagt, vom schwäbischen Besteck- Liebe zum Detail in andere Städte“, antwortet er und und Geschirrspezialisten WMF das Zusätzlich zur gesamten Einrichtungs­ sagt, was der Kaufmann unter Hobbekannte „Glashaus“ übernommen. palette bietet die Abteilung „Gastro­ by versteht: „Wir prüfen die AngeFür das Familienunternehmen Shopping online“ mehr als 14.000 bote der Mitbewerber. Wir müssen aus Oldenburg erwies sich das Ham- Artikel an: ob Pfeffermühle, Pralinen- doch wissen, was die Konkurrenz burger „Glashaus“ als ideale Ergän- gabel, Dessertschüsselchen oder bietet, wenn wir weiter gut im Gezung. Hinsche & Glashaus bietet Dampfkochtopf. Und damit kein Kun- schäft bleiben wollen.“ —


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Neu im Club

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Technik- und Servicemeister Mit Easynet realisiert Diethelm Siebuhr globale Lösungen auf höchstem technischem Niveau

Text  Corinna Rückert  Foto  Easynet

Kaum jemand, der per Tastendruck Vom mobilen Telefon zum Internet land und so waren sie gleichermaßen einen Befehl durchs Internet schickt, Als Diethelm Siebuhr Mitte der 1980er begeistert von dem Angebot, wieder kann ermessen, welche technischen Jahre nach seinem Studium in die in den Norden zu ziehen. Auch ihre Höchstleistungen diese Form der Technikbranche wechselte, ahnte er Kinder fanden die Idee großartig, Kommunikation erst möglich machen. noch nicht, welche Welten sich in den nun näher bei den Großeltern zu sein. Wer zum Beispiel ein Buch bei Libri nächsten Jahren eröffnen würden. Er „Wir alle haben diesen Schritt nie bebestellt, hat den Wunschtitel ein, zwei arbeitete für die Siemens AG an der reut“, stellt er zufrieden fest, „zumal Tage später im Briefkasten. „Klingt ein- Entwicklung des C-Netzes mit, war Hamburg als Tor zur Welt der beste fach, ist es aber nicht“, sagt Diethelm beteiligt an den Design-Studien für Standort für ein global operierendes Siebuhr, Geschäftsführer Central Eu- mobile Endgeräte und erlebte beim Unternehmen ist.“ rope von Easynet Global Services, und Münchner Technik-Giganten auch die erklärt die komplexe Technik hinter Entwicklung und Einführung des heute „Kundenorientiertester Dienstleister“ dem einfachen Klick. noch verwendeten D-Netzes mit. Sie- Vor zwei Jahren erhielt die Easynet „Damit mehrere tausend Men- buhr, der seine technische Ausbildung GmbH mit ihren 160 Mitarbeitern in schen gleichzeitig auf eine Internet- auch durch ein Studium des Business Hamburg den „Sonderpreis 2007 TeSeite zugreifen und von dort Waren Managements an der Duke University lekommunikation“ als Deutschlands abrufen können, stellen wir ein kom- in den USA ergänzte, war bei Siemens „Kundenorientiertester Dienstleister“. plettes Leistungspaket zur Verfügung. schließlich verantwortlich für das welt- Siebuhr ist sehr stolz auf diese AusUnsere Partner für kreative Lösungen weite Breitband- und Internetgeschäft. zeichnung, denn seine besondere Vererstellen die passende Software, wir Die junge, dynamische Welt des antwortung als Geschäftsführer richtet designen eine technische Plattform Internets hatte den Physiker so in den sich gerade auf die individuellen Beaus verschiedenen Komponenten, wie Bann gezogen, dass er in die Kom- dürfnisse der Kunden. Servern, Firewalls und diversen Kon- munikationsdienstleistung wechselOb bei nationalen und internatitrollelementen. So errichten wir am te und die deutschen Geschäfte von onalen Netzwerklösungen, virtuellen Ende für unseren Kunden auch mal ein Telenor und Tiscali leitete. Sein Le- Meetings, komplexen Rechenzentren: kleines Rechenzentrum aus 200 Rech- benslauf klingt sehr geradlinig, und Immer geht es darum, die Wünsche nern.“ Doch mit der Bereitstellung der doch hat auch der Zufall seinen Anteil und Ideen der Kunden individuell umTechnik endet die Aufgabe von Easy- an Siebuhrs Karriereschritten. Nach zusetzen. So waren es auch Rückmelnet noch nicht. An 365 Tagen im Jahr achtzehn Jahren, die er mit Frau und dungen von Kunden, die Easynet dazu müssen der Betrieb, die Wartung und Kindern in München gelebt hatte, veranlassten, sich in Richtung Asien Sicherheit solcher kleinen Kundenre- bekam er einen Anruf, der ihn nach zu orientieren oder das europäische chenzentren gewährleistet werden. Hamburg brachte. „Im Osterurlaub Geschäftsfeld auf Polen und Russland Denn wenn Komponenten ausfallen in Schleswig Holstein erhielt ich die auszudehnen. Mittlerweile ist Easynet sollten, müssen definierte Parallelsys- Anfrage, ob ich nicht Easynet helfen weltweit mit rund 1000 Mitarbeitern teme automatisch die Aufgaben über- könnte, den nächsten strategischen aufgestellt. „Das ist eine überaus spannehmen. Das gilt auch für Firewalls Entwicklungsschritt zu machen“, ver- nende Entwicklung für Easynet, denn und Sicherungssysteme, die jederzeit rät Siebuhr. Seine Frau und er haben auch Russland ist heute nur noch einen potenzielle Hackerangriffe abwehren. beide ihre Wurzeln in Norddeutsch- Klick entfernt“, konstatiert Siebuhr. —


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Fallstudie

club! ~ 03 / 09

Vertrieb neu denken Mit Hilfe von JAYDEE Consulting hat die IT-Managementberatung Project Partners ein ganzheitliches Vertriebskonzept entwickelt und umgesetzt

Text  Dirk Kunde  Foto  Project Partners, Jaydee Consulting

Kai Portmann kam und hat zunächst alles hinterfragt. Als er fertig war, hatte das Unternehmen ein zur Positionierung passendes Leistungsportfolio, ein geändertes Corporate Design und einen neuen Namen. Auftraggeber Bernd Hommels ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. „Auch wenn es teilweise unangenehm war, dass uns bei der Analyse Fragen gestellt wurden, über die wir bislang nie nachgedacht hatten“, sagt er rückblickend. Im Jahr 2000 hatte er mit seinem Partner die Hommels & Lorenz GmbH gegründet. Die Prozessund IT-Beratung wuchs durch ihr Know-how, persönliche Kontakte und Empfehlung bestehender Kunden bis auf 15 Mitarbeiter. „Doch dann kamen wir an einen Punkt, an dem wir unseren Vertrieb professionalisieren mussten. Strategische Vertriebsplanung hatten wir bis dahin kaum betrieben“, sagt Hommels. Ein echter Vertriebsprofi musste her. Beraten durch Zuhören Doch bevor sich Hommels auf die Personalsuche begab, wollte er, ganz Berater, seine Vertriebsstrategie definiert wissen. „Uns ging es um unsere eigene Unternehmenspositionierung. IT-Berater gibt es viele“, sagt Hommels. Er sprach mit Peer-Arne Böttcher, der ihm Kai Portmann, Managing Partner bei Jaydee Consulting empfahl. Portmann hat viele Jahre Erfahrung als Berater und Interimsmanager und ist mit seinem Unternehmen auf Business Development und Vertriebsoptimierung spezialisiert. Im Frühjahr 2009 startete die Zusammenarbeit, bei der Portmann den beiden geschäftsführenden Gesellschaftern im Rahmen der Ist-Analyse viele Fragen stellte. „Das Unternehmen verfügt über einen hohen Grad an Expertise, bot aber ein sehr breites Portfolio an. Die Analyse sollte helfen, die Stärken herauszuarbeiten und die Unternehmenspositionierung genau zu bestimmen“, sagt Portmann. Drei Monate später stand die neue Positionierung, und aus Hommels & Lorenz wurde Project Partners. „Den Namen zu ändern, zumal es die Familiennamen sind, war für uns der emotionalste Teil. Aber es war notwendig“, sagt Hommels. Die Firmierung macht nun deutlich, was das Unternehmen anbietet: Sie sind keine Programmierer, sondern Projektmanager für komplexe IT-Projekte. Und sie sind Partner, weil sie durch Zuhören besser beraten. „Die meisten Probleme in IT-Projekten haben ihre Gründe nicht in der Technik, sondern in der Verständigung zwischen Fach- und IT-Abteilung“, weiß Hommels. Seine Berater hören zu, verstehen und übersetzen. Sie definieren Ziele, führen Projektteams und müssen in vorgegebener Zeit Erfolge erzielen. Derzeit begleitet Project Partners unter anderem eine Post Merger Integration in der Telekommunikationsbranche, in die mehrere hundert Mitarbeiter eingebunden sind. Aus zwei IT-Abteilungen soll eine werden,

Bernd Hommels Geschäftsführer

Project Partners Die Prozess- und IT-Beratung wurde 2000 unter dem Namen Hommels & Lorenz GmbH in München gegründet. 2009 erfolgte die Umbenennung in Project Partners. Die Kundenliste reicht von Airbus über Münchner Rück bis zu Siemens. Durch persönliche Gespräche und die verständnisvolle Beratung haben die Gründer Kundenbeziehungen geschaffen, die weit über kurzfristige Projekte hinausgehen. Bernd Hommels ist DiplomIngenieur für Maschinenbau. Claus Lorenz gründete noch während seines Studiums der Elektro- und Informationstechnik an der TU München ein Softwareunternehmen im ERP-Umfeld. Project Partners hat einen zweiten Standort in Hamburg. Warum bin ich im Club? Ich habe einen Club gesucht, in dem die Menschen so sind wie ich, denn unter Gleichgesinnten ist es einfacher, Kontakte zu schließen. Ich wollte einen Club, in dem junge Führungskräfte sind, und gemeinsam auch mehr unternehmen als nur Vortragsveranstaltungen zu besuchen.


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Fallstudie

und das hat natürlich Einfluss auf sämtliche Abläufe und Abteilungen. „Ein solches Vorhaben, bei dem uns der Kunde derart viel Vertrauen schenkt, kann nur gelingen, wenn man drei Dinge beherrscht: die Businessprozesse, die Technik und den Umgang mit den betroffenen Menschen – sonst wird das ‚nix‘“, ist der Rheinländer überzeugt. Erste Erfolge Mit der Positionierung als Basis hat Kai Portmann im nächsten Schritt die Marktkontaktplanung für Projekt Partners erarbeitet und unterstützt auch aktiv bei der Umsetzung. Die gesamte Außendarstellung, von der Webseite über das Relationship Management bis zum Dialogmarketing wurde auf die Zielgruppe und das Leistungsangebot zugeschnitten. „Ein effizientes Kontaktmanagement ist ein weiterer wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Vertriebsarbeit“, stellt Portmann klar. Das Feedback der bestehenden Kunden ist ausgesprochen positiv und der Recruitingprozess durch die neue Positionierung deutlich einfacher geworden. Auch die Responsequote bei Marketing-Aktionen ist spürbar gestiegen. „Es ist leichter geworden, einen Termin auf der richtigen Entscheiderebene zu bekommen“, sagt Hommels. Das führt er darauf zurück, dass potenzielle Kunden nun schneller verstehen, was Project Partners eigentlich leistet und darauf, dass die Differenzierung gegenüber anderen IT-Beratungen sofort klar wird. —

Kai Portmann Managing Partner

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JAYDEE Consulting JAYDEE (Joined Development) mit Niederlassungen in Hamburg und Bonn ist auf Business Development Beratung spezialisiert. Kai Portmann leitet das Unternehmen zusammen mit seinem Partner Frank Baurmann. Portmann hat mehr als 14 Jahre Berufserfahrung in Führungspositionen im Vertrieb und Marketing mit den Schwerpunkten Change Management, Business Development und Market Engagement. Seit 2002 arbeitet er als Berater und Interimsmanager. Warum bin ich im Club? Ich möchte spannende Menschen kennenlernen und mein Netzwerk erweitern. Der Business Club Hamburg bietet mir die Möglichkeit, mich mit anderen Entscheidern gut organisiert, aber in lockerer Atmosphäre auszutauschen.

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Erfolg & Geschichte

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Familienbetrieb mit Herz Als 18-Jähriger verkaufte Gerd Rindchen die erste Flasche Wein aus dem VW-Bus. Heute zählt Rindchens Weinkontor zu Deutschlands bekanntesten Weinfachhändlern. Text  Thomas Brandenburg  Foto  Stefan Malzkorn

Wenn im Weingeschäft jemand von sich behaupten kann, er habe von der Pike auf gelernt, dann ist das der Hamburger Weinexperte Gerd Rindchen. Vor 32 Jahren, mit achtzehn und gerade bestandenem Abitur, verkaufte Rindchen seine erste Flasche Wein. „Ich hatte mir damals einen alten VW-Bus gekauft“, erzählt der sympathische Selfmade-Mann, „den habe ich auf den Namen ‚Traugott’ getauft, in der Pfalz vollgeladen und den Wein dann in Bremerhaven an Freunde meiner Eltern verkauft. So fing das alles mal an.“ Ob er denn wisse, was er mit Bill Gates und dem Intel-Gründer Robert Noyce gemeinsam habe, wird Rindchen gefragt. Bescheiden lächelnd weist er diesen Vergleich zurück: „Na, die beiden Herren waren bestimmt um einiges erfolgreicher als ich. Aber ich glaube, die haben mit ihrem Business auch mal in der Garage angefangen, genau wie ich.“ Sogar an die Adresse der Garage, wo er als Jung-Einsteiger seine ersten Bouteillen lagerte, kann sich der heute 50-jährige Weinexperte noch erinnern: „Das weiß ich genau, das war die Tannenbergstraße 17 in Bremerhaven, wo ich aufgewachsen bin.“


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Erfolg & Geschichte

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Niederlassungen von Hamburg bis München Sushi-Weekends und Verwöhn-Wochenenden oder WürzMit neun Niederlassungen in Hamburg, Berlin, München, Degustationen per Newsletter und Internet angekündigt. Niedersachsen und Schleswig-Holstein, wo sich in Bön- Und im Hamburger Stadtteil Eppendorf wird auf dem Platz ningstedt auch der Hauptsitz befindet, plus einem gut vor dem Weinkontor ein Boule-Tournier durchgeführt, nafunktionierenden Auftritt im Internet (www.rindchen.de) türlich nicht ohne die Möglichkeit zu einem guten Tropfen genießt Rindchens Weinkontor als Weinfachhandel heute und ein paar pikanten Häppchen. Wichtiger Bestandteil einen hohen Bekanntheitsgrad. Gerd Rindchen und Mitin- der Rindchen´schen Eventkultur sind hochrangige Weinhaberin Ehefrau Christine beliefern nicht nur die florieren- und Genießermenüs, die teilweise in Verbindung mit Meden Einzelhandelszentralen, sondern auch Großkunden dienpartnern zu günstigen Preisen angeboten werden. und Gastronomie. „Die Stärke unseres Unternehmens“, so Rindchens Hausmessen, die „VinoRell“ in Bönningstedt Gerd Rindchen, „liegt in unserer überdurchschnittlichen und die Berliner „VinoBär“ mobilisieren jedes Mal 2000 Einkaufskompetenz. Sie macht es uns möglich, abseits bis 3000 genussorientierte Besucher. Insgesamt, rechnet ausgetretener Pfade ganz neue Weine zu entdecken.“ Rindchen, würden seine Weinproben, Seminare, Menüs Nach Beispielen gefragt, nennt Rindchen das rhein- und Weinreisen jährlich von bundesweit mehr als 30 000 hessische Weingut Peth-Wetz. „Christian Peth habe ich Freunden des guten Tropfens wahrgenommen. vor etwa sechs Jahren entdeckt, als er noch in Geiselheim Önologie studierte“, berichtet der Unternehmer nicht 26 Jahre mit dem Rücken zur Wand ohne Stolz. „Der hat auf den besten deutschen Weingü- Und trotzdem: „Das alles ist durchaus keine Glamour-Stotern gelernt, bei Keller und bei Knipser, und dann eine ry“, resümiert der unermüdliche Weinkaufmann. „Das war tolle Performance hingelegt.“ Tatsächlich genießen die ein langer, mühseliger Weg mit Licht und Schatten. 26 JahPeths in der Branche hohes Ansehen. Mittlerweile konnte re lang habe ich mit dem Rücken zur Wand gestanden. Ich das Weingut zahlreiche Wettbewerbe gewinnen, wurde hatte Glück, dass ich zum richtigen Zeitpunkt erst meine unter anderem 2004 und 2007 mit dem Preis „Beste Coll- Frau Christine und später unseren Kaufmännischen Leiter ection Barrique trocken“, 2005 und 2006 mit dem Bun- – und mittlerweile Teilhaber – Christoph Dippe gefunden desehrenpreis ausgezeichnet. Kein Wunder also, dass habe, die die Firma mit führen.“ Rindchens Weinkontor, Rindchen ungefähr 60 Prozent der Pethschen Jahresernte also ein echter Familienbetrieb? Die Antwort fällt Gerd in sein Sortiment aufgenommen hat. Rindchen nicht schwer: „Aus voller Überzeugung, das stimmt. Ein Familienbetrieb mit Herz.“ — Die allerbeste Bodega Argentiniens Neben deutschen Weinen, unter denen Rindchen vor allem die „schönen mineralischen Weißweine“ bevorzugt, setzt der als geschickter Einkäufer bekannte Wahlhamburger derzeit besonders auf spanische Rote, Überseeweine aus Südafrika und vor allem aus Argentinien. „Dort haben wir uns ganz nebenbei die allerbeste Bodega des Landes als Partner gegriffen.“ Seinen großen Erfolg führt der Entrepreneur Gerd Rindchen ebenso auf seine stets präsente Neugier und Ent­deckerfreude zurück wie auf seine Unbefangenheit gegenüber großen Namen und glamourösen Adelsschlössern mit überteuerten Weinen. „Für mich hat von Anfang an nur die Qualität in der Flasche und der höchstmögliche Genusswert fürs Geld gezählt“, erklärt Rindchen seine Devise. Dies schätzt auch die Kundschaft. Doch Rindchen verfügt gleichzeitig über eine Gabe, die auch dazu geführt hat, dass der ehemalige Turnschuhkaufmann heute zu den größten deutschen Facheinzelhändlern zählt. Denn für seine Aussendungen, Pressemailings und den Infodienst „Weinevents“ muss sich der Weinexperte keine Fachleute von außen holen. Rindchen verfasst unter Pseudonym sogar gastronomische Kritiken für bekannte Tageszeitungen. Überdies ist es kein Geheimnis, dass der Wein-Gourmet auch Cornelia Poletto, Hamburgs derzeit gefragtester „Italienerin“ zu ihrem ersten Kochbuch „Alles Poletto“ die Texte geliefert hat. Hinzu kommt, dass der umtriebige Unternehmer rund um seine Standorte, vor allem in Hamburg, Berlin und München, stets eine lebendige Veranstaltungs- und Eventkultur entfaltet. Da werden unterschiedliche Ereignisse und Darreichungen wie Gourmet-Verkostungen, Lesungen,


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Partner des Clubs

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Bremens Schlüssel zum Hamburger Tor der Welt Der Business Club Hamburg und die Havanna Lounge Bremen – zwei Clubs werden Partner


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Text  Thomas Brandenburg  Foto  Havanna Lounge Bremen

Es könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft genussorientiert geprägt“, widerlegt Janotta mögliche sein. Denn was lag näher, als dass sich die beiden wohl Vorurteile. „Viele wissen ja nicht, dass der Bremer Ratsaktivsten und attraktivsten Business-Clubs im Norden, die keller traditionell über die weltgrößte Karte deutscher Havanna Lounge Bremen (HLB) und der Business Club Weine verfügt. Schon vor etwa 150 Jahren war hier noch Hamburg (BCH), zu einer Partnerschaft zusammenschlos- der zweitgrößte Umschlagplatz für Bordeaux-Weine sen und die Kooperation mit dem Austausch ihrer Nut- weltweit und immer noch für Sumatra-Tabake bis heute“. zungsvereinbarungen besiegelten? Zum gegenseitigen Mittlerweile breitet sich die im Jahr 2001 von zwei BreNutzen. Denn ab sofort stehen die Räume in Bremen auch mer Unternehmern gegründete Havanna Lounge auf den Business Club Hamburg Mitgliedern zur Verfügung, rund 1000 Quadratmetern aus und zählt 370 Mitglieder. um dort interessante Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, Hinter dem Projekt ziehen heute sieben Gesellschafter mit Geschäftsfreunden phantastisch zu speisen oder zum die Fäden. Sie wollen jedoch, wie Janotta betont, nicht edlen Tropfen auch mal ein paar blaue Kringel in die Luft genannt werden. zu blasen. Umgekehrt sind die Mitglieder der Bremer HaDer umtriebige Geschäftsführer Olaf Janotta wird vanna Lounge selbstverständlich auch in Hamburg jeder- in diesem Oktober 39. Und, man merkt es, hier steht der zeit willkommen. richtige Mann am richtigen Platz. Markant die Gesichts„Der Name Havanna Lounge“, erklärt Geschäftsführer züge, zurückgelegt das dunkle leicht lockige Haar, sprüht Olaf Janotta, „verweist natürlich auf die historische Glanz- der diplomierte Betriebswirt vor Kompetenz und Tatenzeit der Hauptstadt von Kuba. Und wer einmal unsere his- drang. „Ich komme gerne zu Ihnen nach Hamburg und zeitorischen Räume aufsucht und es sich in einem der nostal- ge Ihnen unsere Präsentation. Wir haben einen wundergischen Ledersessel gemütlich macht, um den verbreitet baren Film dazu.“ Doch fügt er sofort flexibel hinzu: „Oder sich schnell das Flair großer kolonialer Zeiten.“ Ein glück- Sie kommen mal nach Bremen. Wir haben hier genügend liches Händchen hatten die Gründer des Bremer Clubs Konferenzmöglichkeiten. Alle Räume kostenlos für Ihre bei der Standortwahl. Denn die Havanna Lounge Bremen Mitglieder. Keine Gebühren extra, Technik brauchen Sie liegt repräsentativ mitten im Zentrum der Altstadt und auch nicht mitzubringen. Haben wir alles im Haus.“ residiert zwischen Petri-Dom und Parlament im Gebäude Janotta war es auch, der die Initiative zu ersten Gespräder alten Wertpapierbörse von 1862, geradewegs vis- chen mit den Hamburger Partnern, dem Business Club, à-vis dem alten Bremer Rathaus, das sich immerhin zum ergriffen hatte. „Hamburg und Bremen, das ist Grundlage Unesco-Weltkulturerbe zählen darf. für eine gute Partnerschaft zwischen den Clubs. Schon alSie wären aber längst kein klassischer alter Cigar lein durch den starken Logistikbereich haben die beiden Club mehr, beeilt sich Janotta anzufügen, „wir sind Hansestädte eine enge Verbindung. Klar, Bremen ist der heute ein moderner Wirtschafts- und Gesellschafts- kleinere Bruder.“ Und angesprochen auf den berühmten club.“ Sicher, der großartige Humidor und eine beacht- Streit zwischen Hamburg mit dem „Tor zur Welt“ im Wapliche Auswahl allerfeinster Zigarren ziehen die Genie- pen und Bremen mit dem heraldischen Schlüssel, legt ßer des blauen Dunstes an. „Aber selbstverständlich“, Janotta sofort eins drauf: „Ja, wir haben den Schlüssel für sagt Janotta, „stehen wir auch den Damen offen.“ Sehr euer Tor, aber ihr habt ja kein Schlüsselloch im Wappen.“ selbstbewusst verweist der Havanna Lounge GeschäftsDamals bei den ersten Verhandlungen zur Clubpartführer auf eine Weinkarte mit 400 Positionen und den nerschaft hätten die Konzepte noch nicht so zusammenKüchenchef Jürgen Petrick, der als ehemaliger Witzig- gepasst. „Aber jetzt“, freut sich Janotta für die neuen mann-Schüler zusammen mit drei weiteren Köchen die Partner mit, „hat der Business Club Hamburg an der ElbVerantwortung für eine täglich wechselnde Menüliste chaussee einen neuen, ganz tollen Standort gefunden. trägt. „Wir sind in Bremen durchaus gesellschaftlich und Auf den freuen auch wir uns schon.“ —


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Partner des Clubs

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Von Blond über Schwarz bis zum prickelnden Mix Die Brauereigruppe Carlsberg Deutschland ist neuer Partner des Business Club Hamburg. Mitglieder und Gäste können dies sowohl an den Biermarken erkennen, die in der Villa an der Elbchaussee serviert werden, als auch in Form außergewöhnlicher Veranstaltungen erleben.

Text  Dirk Kunde  Illustration  Michael Weber

„Carlsberg ist ein international ausgerichtetes Unternehmen, das mit seiner Marke Holsten über eine starke regionale Verankerung in Hamburg verfügt. Das passt gut zu unserem Club und seinen Mitgliedern“, freut sich Peer-Arne Böttcher, Geschäftsführer des Business Club Hamburg, über die langfristige Kooperation mit Carlsberg Deutschland. In der Villa an der Elbchaussee 43 wird diese Partnerschaft für die Mitglieder schnell deutlich. „Wir verfolgen mit dem Business Club Hamburg quasi ein dreiteiliges Bierkonzept“, schmunzelt Jörg Croseck, Vorstandsvorsitzender von Carlsberg Deutschland und selbst Clubmitglied. Der Dreisprung beginne beim bodenständigen Astra, einer Marke, die man gern direkt aus der „Knolle“ trinkt. Als Premium Pils kommt Holsten Pilsener ins Glas, während das feine, rotblonde Duckstein den krönenden Abschluss bildet. „Damit sind wir für alle Ansprüche und Anlässe bestens gerüstet“, freut sich Croseck.


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Partner des Clubs

Über die Produkt-Partnerschaft hinaus wird es in den kommenden Jahren auch gemeinsame Veranstaltungen und Aktionen vom Business Club Hamburg und Carlsberg geben. Den Startpunkt dafür bildet das hochkarätig besetzte „Holsten Kellerparlament“, das schon eine mehr als 30-jährige Tradition hat und im November an der Elb­ chaussee tagt. Weitere Events sollen folgen und zu außergewöhnlichen Erlebnissen für die Clubmitglieder werden. Weltweit auf Platz 4 Die dänische Carlsberg-Gruppe übernahm 2004 Holsten. Seitdem ist der Sitz von Carlsberg Deutschland an der Holstenstraße. Zum Markenportfolio gehören neben den genannten Marken noch Lübzer, Feldschlößchen sowie die Altbiere Hannen und Gatz. Insgesamt 5,4 Millionen Hektoliter hat Carlsberg im vergangenen Jahr abgesetzt – vor allem im norddeutschen Raum. Mit dieser Menge liegt das Unternehmen in Deutschland auf Platz 7. Weltweit ist Carlsberg auf Platz 4 nach Anheuser-Busch InBev, SAB Miller und Heineken. Carlsberg betreibt 75 Produktionsstätten in 25 Ländern und verkauft seine Produkte in 160 Ländern. Neben dem Trend zu immer größeren BrauereiKonzernen kämpft die Branche mit einem Problem: In Westeuropa trinken die Menschen immer weniger Bier. In Deutschland sind es durchschnittlich noch 111 Liter pro Jahr und Kopf. Das hört sich nach viel an, doch lag diese Zahl Mitte der 70er Jahre bei über 150 Litern.

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Für jeden Geschmack das richtige Bier Carlsberg hat auf die Entwicklung reagiert und andere malzbasierte Getränke auf den Markt gebracht. Eve zielt auf Frauen, die ein Getränk mit weniger Alkohol wünschen, Beo ist ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, das auf eher jüngere Konsumenten ausgerichtet ist. Die Gruppe wächst vor allem in China. Und in Russland, wo Carlsberg die Baltic Beverages Holding gehört. Dort ist die Marke „Baltica“ eine der größten Biermarken des Landes. Und das auch im wörtlichen Sinne, denn deren kleinste Flasche fasst einen Liter Bier. Beim aktuellen Biertrend in Deutschland sind solche Größen undenkbar. Doch Croseck kennt sich mit alkoholfreien Getränken aus. Bis 2007 war er Geschäftsführer der Gerolsteiner Brunnen GmbH. „Grundsätzlich sind sich die Märkte sehr ähnlich. Der Biermarkt ist jedoch im Vergleich zum Wassermarkt emotionaler und noch stärker regional fragmentiert“, sagt er. So sind die Carlsberg-Marken im Süden Deutschlands weniger vertreten. Nur einige Biermarken haben eine nationale Bekanntheit und den entsprechenden Absatz realisieren können. Noch immer gibt es rund 1.300 Brauerein in Deutschland, die circa 5.000 Biermarken vertreiben. Bier ist auch ein Stück Heimat und Identität. Darum ist es ja auch schön, dass in der Villa die Ur-HamburgerMarken Holsten und Astra ausgeschenkt werden. Auf die Freundschaft eben. —

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Buchrezension

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Huhn in Handschellen Das Knast-Kochbuch – mit Rezepten, die auch in Freiheit schmecken

Text  Sabine Dissel

Kochbücher gibt es viele. Aber ein Kochbuch aus dem Knast? Scheint das nicht eher ein Widerspruch in sich zu sein? Sogleich schwebt einem ödes Kantineneinerlei vor. Aber da hat man die Rechnung ohne den Wirt, in diesem Falle die „Kreativen Zellen“ in Santa Fu gemacht, einer erfindungsreichen Gruppe von Gefangenen, die sich unter anderem dem Kochen verschrieben hat. Und das erfordert unter den gegebenen Bedingungen einiges an Phantasie. Mit einfachsten Mitteln und dem, was gerade vorhanden ist, vor allem aber mit viel Leidenschaft für die Sache, entstehen so immer wieder neue Gerichte. Da hier Menschen aus aller Herren Länder versammelt sind, ist das Ergebnis natürlich internationale Küche. Gemeinsam mit Christa Mälzer, der Mutter von Tim Mälzer, die Tipps für die Zubereitung beisteuert, wurden die besten Rezepte ausgewählt, und so entstand dieses außergewöhnliche Kochbuch, das nicht weniger kreativ daherkommt als das Essen selbst. Allein die Kapitelüberschriften für Vor-, Hauptund Nachspeisen – „Vor Gericht“, „Keine Gnade“ „Mildernde Umstände“ und „Süßer Trost“ – lassen den Leser schmunzeln. Da gibt es dann auch schon mal „Pasta Depressiva“ und statt Tiefkühlpizza „Mafia Torten“. Das titelgebende „Huhn in Handschellen“ wird – soviel sei verraten – zunächst köstlich gefüllt. „Dann schnell hinten zunähen und Beine fesseln, damit es nicht fliehen kann.“ Es wird überdies empfohlen, „den leckeren Delinquenten in einer Mauer aus Kartoffelecken“ zu servieren, „die einmal rund um den Teller läuft.“ Dieser Festschmaus wird übrigens zum Jahrestag der Verurteilung gereicht. Die kleinen Geschichten hinter den Speisen geben auf humorvolle, manchmal auch ein wenig melancholische, aber immer sympathische Weise Einblicke in den Alltag der Knackis. Gestaltet wurde das Buch mit den wirklich grandiosen Illustrationen von Künstler Sven Brauer, ebenfalls einem Häftling in Santa Fu. Entsprechend erhielt es auch den Gourmand World Cookbook Award 2007 für die besten deutschen Kochbuch-Illustrationen, außerdem für das beste Fundraising. Denn ein Teil des Erlöses geht zur Unterstützung von Verbrechensopfern an den Weissen Ring e.V. Eine rundum gelungene Sache also, ein Werk, das nicht nur kulinarischen, sondern auch optischen Genuss und echtes Lesevergnügen bereitet – Spaß beim Nachkochen garantiert! —

Justizbehörde Hamburg, Strafvollzugsamt (Hrsg.) Huhn in Handschellen. Edition Temmen. 2. Auflage 2009, 16,90 Euro


Faxantwort 040 421 07 01-70

Der Business Club Hamburg ist der Marktplatz der Entscheider. Unternehmern, Managern sowie Menschen in Führungspositionen bietet der Club ein vielfältiges Programm aus Kultur, Politik und Wirtschaft. Für den perfekten Mix wird aus jeder Branche nur eine begrenzte Anzahl Personen aufgenommen, denn der Schwerpunkt des Clubs ist die gezielte Vermittlung von Kontakten zwischen den rund 700 Mitgliedern.

Als Mitglied bieten wir Ihnen drei Kernleistungen, die Ihnen, neben den vielen persönlichen Annehmlichkeiten des Clublebens, vor allem einen wirtschaftlichen Nutzen und Mehrwert ermöglichen sollen:

› Nutzung der clubeigenen Räumlichkeiten (inklusive Konferenztechnik) › Abwechslungsreiches Veranstaltungsangebot für den Erfahrungsaustausch › Gezielte Kontaktvermittlung zu anderen Mitgliedern durch unser Mitgliedermanagement

Ich interessiere mich für den Business Club Hamburg: Name

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Bitte nehmen Sie mich dauerhaft in den Verteiler für „club!“ auf.

Bitte vereinbaren Sie einen persönlichen Gesprächstermin mit mir, damit eine individuelle Potenzialanalyse für meine Clubnutzung erstellt werden kann.

Hiermit stelle ich einen Antrag auf Mitgliedschaft im Business Club Hamburg. Die damit verbundenen Konditionen (800 Euro Jahresbeitrag, 2.200 Euro Aufnahmegebühr) sind mir bekannt. Über meinen Antrag wird im Mitgliederausschuss nach einem persönlichen Gespräch mit dem Mitgliedermanagement entschieden.

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Stil & Kunde

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Meister des Weins Hendrik Thoma, einer von zwei deutschen Master Sommeliers, gibt Tipps für Kenner und Einsteiger

Text  Thomas Brandenburg  Foto  Michael Holz

Hendrik Thoma lässt nicht lange auf sich warten beim verabredeten Vormittagstermin. Kurzer, freundlicher Handschlag, ohne Allüren. Ein intelligentes, aufgeschlossenes Gesicht mit hoher Stirn, aus blauen Augen blitzt ein leichter Schalk. „Was wollen Sie wissen?“, beginnt der 41-Jährige mit erfrischender Offenheit das Gespräch. Hendrik Thoma ist einer von nur zwei Master Sommeliers in Deutschland, die diesen Titel tragen dürfen. „Sommelier kann sich jeder nennen“, erklärt der Weinprofi, der bisweilen respektvoll auch „Die Nase“ genannt wird. Aber für den Master muss man schon eine extrem schwere Prüfung vor einer internationalen Jury abgelegt haben, alles auf Englisch. Viele fangen an, aber die meisten schaffen es nicht bis zum Ende.“

Die Ausbildung zum Master Sommelier hat’s in sich Erworben hat Thoma das weltweit begehrte Testat vor zehn Jahren in London nach fünfjähriger Vorbereitungszeit. Schon zuvor hatte der gebürtige Gütersloher eine feine Zunge bewiesen und im renommierten Landhaus Scherrer in Hamburg erste Meriten als Spitzenkoch erworben. Und in der Auberge du Soleil im kalifornischen Napa Valley, wo er auch seine Passion für den edlen Rebensaft entdeckte, weiterentwickelt. Zurück in Deutschland fand er zur Erweiterung seiner Weinkenntnisse im Rheingauer Gut Johannishof eine ausgezeichnete Adresse und ließ sich an der Heidelberger Hotelfachschule zum Sommelier ausbilden, bevor er dann endlich die hohe Weihe zum Master Sommelier in England empfing.


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Diese Ausbildung hat es in sich. Gleich auf drei Gebieten hat der Aspirant eine anspruchsvolle Prüfung abzulegen. Aus der Berufserfahrung resultierendes Know-how im Umgang mit Wein und Gästen, ausgewähltes Auftreten, perfektes Benehmen und die „soziale Kompetenz“ werden geprüft. „Wir verstehen uns als Kommunikator zwischen Gast und Produzenten“, begründet Weinfex Thoma so viel Aufwand. „Man muss zum Beispiel eine Flasche Champagner ohne abzusetzen auf sieben Gläser genau aufteilen können. Da sehen die Prüfer dann schon, ob man wirklich in seinem Beruf gearbeitet und Praxis hat.“ Doch auch die theoretische Prüfung ist nicht ohne. „Eine echte Herausforderung“, so Thoma. Rund einhundert Fragen aus der Welt des Weines gilt es zu beantworten. Der Master Sommelier soll eben ein international ausgebildeter Experte sein. „Ich könnte morgen in Amerika anfangen“, erklärt Thoma, „mein Kollege aus Amerika, England oder Frankreich hier bei uns.“ Bleibt nach Praxis und Theorie noch das Wichtigste, die Verkostung. „Da muss man der Jury innerhalb von 25 Minuten sechs Weine nach Farbe, Geruch, Geschmack und Herkunft genau beschreiben können“, erzählt Thoma. „Um zu bestehen, sollte man wenigstens vier richtig bestimmt haben.“ Respekt, und das alles in der önologischen, also weinkundlichen Fachsprache? Ja, sicher, da gebe es auch Spezialbegriffe und Abkürzungen, wie „BSA“ für „biologischen Säureabbau“, der vom Fachmann auch oft „malolaktische Fermentation“ genannt wird. Die önologischen Grundbegriffe müsse man natürlich kennen. „Doch bei der Beschreibung eines Weines“, klärt Thoma auf, „sollte immer auch Phantasie, etwas Blumiges dazu kommen, sonst wird es langweilig und man wird dem Thema, das ja mit Genuss und Geschmack zu tun hat, nicht gerecht.“ Da fragt sich der Laie, ob man sich von den Kenntnissen eines Master Sommeliers ein wenig aneignen kann. Thomas Antwort ist sehr bestimmt. Es sei wie in allen Dingen des Lebens, geschenkt bekomme man nichts. „Man muss sich auf jeden Fall für den Wein begeistern können, sich engagieren. Man muss unterscheiden lernen und“ – das ist Thoma ganz wichtig – „ehrlich zu sich selbst sein. Viele Menschen sind das leider nicht.“ Ein moralischer Appell an dieser Stelle? Auf die Frage, wie das gemeint sei, spricht der Master aus Erfahrung: „Also, wenn einem ein Wein nicht schmeckt, ein anderer aber sagt, der ist ganz toll, dann darf man den Wein trotzdem nicht gut finden.“ Für den angehenden Weinkenner sei es wichtig, auf den eigenen Geschmack zu vertrauen, jedoch immer auch offen und bereit zu sein zu lernen. Zu Hause am besten im Weinkühlschrank lagern Doch wie sollte man mit dem Einstieg in ein eigenes Weinlager zu Hause beginnen? Da sei zuerst einmal die Frage zu klären, ob man einen roten, weißen oder einen Rosé-Wein bevorzuge. „Ich würde mit einfacheren Weinen anfangen, in einem Preisgefüge von fünf bis zwanzig Euro“, rät Thoma: „Erstmal die klassischen Gebiete ausprobieren, also europäische, aber ruhig auch NeueWelt-Weine aus Napa Valley, Kalifornien, Marlborough, Neuseeland, oder Clare Valley in Australien.“ Und sollte man sich gleich einen klimatisierten Weinkühlschrank

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anschaffen? „Also, wenn Sie wirklich Spaß haben wollen, ist natürlich ein Klimagerät das höchste der Gefühle, aber der eigene Keller tut es auch.“ Und dann fügt Thoma mit einem verschmitzten Lächeln hinzu: „Aber abschließbar sollte er sein.“ Erstmal, rät der Weinkenner, solle man sich so zwischen 80 und 120 Flaschen zulegen. Ganz auf die persönlichen Trinkgewohnheiten abgestimmt und nicht gleich zu viel, wenn man keinen Weinschrank habe. Auf jeden Fall aber den Wein bei einem Händler des Vertrauens kaufen. Beim Discounter fehle die Beratung. „Wenn man den Wein irgendwo anonym kauft“, geht Thoma mit den Billigmärkten ins Gericht, „dann ist er nur ein Lebensmittel wie jedes andere. Dann wird Wein nie etwas Besonderes. Lassen Sie es!“ Und wenn die Flaschen aus dem Supermarkt goldene und silberne Medaillen tragen? Die Antwort ist eindeutig: Solche Plaketten sagen wenig über den Inhalt der Flasche. Sie werden von Jurys vergeben, die entweder dafür bezahlt werden oder sich auf den größten gemeinsamen Nenner geeinigt haben. Und der ist meistens nicht der Geschmack der Juroren, sondern der einer Majorität. Vernichtend und eingekleidet in die bildhafte Sprache des versierten Verkosters dann das Urteil: „Also, langweilig, ein ziemlich glattgebügelter Stoff.“ Sogar beste Weine haben heute Schraubverschluss Und wie verhält es sich mit dem Wein unterm Schraubverschluss? Ist das immer ein Billigwein? Eine Frage so ganz nach dem Geschmack des Kenners. Es folgt ein mehrminütiger Vortrag, eine gelehrte Entourage von der portugiesisch-spanischen Korkindustrie der letzten Jahrhunderte über unpassende und benutzerunfreundliche Kunststoffkorken bis hin zu den neuesten Erkenntnissen der Flaschen-Verschlusstechnik. In der modernen Önologie stehe der alte Weinkorken gar nicht mehr so in bestem Ansehen. „Da hat längst ein Paradigmenwechsel stattgefunden“, sagt Thoma. „Der Drehverschluss – in Fachkreisen auch Stelvin genannt – ist bei kurzer bis mittelfristiger Lagerung eine vernünftige Sache. Es gibt schon die teuersten Weine unter Schraubverschluss.“ Aber früher hieß es doch, dass der Wein durch den Kork atmet! „Um den Wein herum gibt es eine unglaubliche Menge Schwachsinn. Und der wird auch noch von Generation zu Generation weitergegeben“, so der Experte. Doch Thoma wäre nicht Master Sommelier, wenn er nicht gleich die sachliche Erklärung mitliefern könnte: Mit Korken müsse man beim Wein traditionell mit einer Fehlerrate von fünf bis zehn Prozent rechnen. Deshalb sei ein moderner Stelvin eine gute Lösung. Fazit: Wein ist auch Wissenschaft – und Hendrik Thoma ihr Meister. Als Interessierter in diese Lehre ein wenig einzutauchen, zahlt sich indes aus. Dient sie doch letztlich dem Spaß an der Freud, wie es im weinseligeren Süddeutschland heißt. Das Studium dickleibiger Önologie-Folianten kann der Genießer ja getrost dem Master Sommelier überlassen. Denn im Zeitalter des Internets erfahren Weinliebhaber unter www.tvino.de alles rund um den verehrten Rebensaft – charmant und vergnüglich vorgetragen von Master Sommelier Hendrik Thoma höchstpersönlich. —


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Kult & Tour

club! ~ 03 / 09

Kulinarischer Exkurs Ein Einkaufsbummel mit Lucullians-Gründer Gunnar Matthaei Text  Sabine Dissel  Foto  Peter Rüssmann

„Welche Lebensmittel wir wo kaufen und wie wir damit umgehen, ist keine Frage des Geldbeutels. Es ist in erster Linie eine Frage der Wertschätzung sich selbst und den Mitmenschen gegenüber. Wer beim Essen und Trinken an Qualität spart, aber mehr Handys, Playstations und Autos hat, als er gleichzeitig benutzen kann, macht bezüglich seiner Prioritäten eine sehr klare Aussage. Außerdem macht es Spaß, entdecken zu dürfen, was 4,5 Milliarden Jahre Evolution Wunderbares auf den Tisch gezaubert haben“, stellt Gunnar Matthaei, Gründer des kulinarischen Manufakturnetzwerks Lucullians, gleich zu Anfang des Interviews fest. Und dieses Credo beherzigt der Genuss­experte auch bei seinen kulinarischen Einkaufstouren, wenn er sich an einem bürofreien Tag in aller Ruhe seiner Leidenschaft hingeben darf. Sein erster Gang führt, wie an jedem Samstag, zur Bäckerei Pritsch in der Papenhuder Straße in Uhlenhorst. Wegen der großen Auswahl an Brot und Brötchen: „Es ist der einzige mir bekannte Bäcker, der unterschiedlichste Mehlsorten aus ganz Europa importiert. Das Ergebnis sind Brotspezialitäten, die genau so schmecken wie in den Ländern, in denen wir diese im Urlaub lieben gelernt haben“, erklärt er. Den passenden Tee dazu findet Matthaei nur ein paar Häuser weiter im Teekontor Sturm. „Ich bin fasziniert von der Geschmacks- und Aromenvielfalt reiner Tees. Da man bei Sturm überwiegend Großhandel

betreibe, sei der Durchsatz besonders hoch und die Qualität der Tees, die man auch als Privatperson im Showroom verkosten und kaufen könne, absolut außergewöhnlich. „Mein Favorit ist Morning Dew, ein leichter grüner Tee mit getrockneten Bergblüten aus dem Himalaya. Perfekt für einen energie­reichen und entspannten Start in den Tag.“ Von der Fruchthandlung zum Isemarkt Die richtige Mischung aus Energie und Entspannung ist wohl genau die Grundlage des Erfolgs für den kreativen Geschäftsführer von Finderella Markenkommunikation, der sich zudem mit Lucullians den Traum erfüllte, seine Leidenschaft für kulinarische Manufakturen, deren besondere handwerkliche Qualität und sein Vermarktungs-Know-how miteinander zu verbinden. Einen weiteren vitaminreichen Energieschub findet er im Fruchthaus Bescherer, einem kleinen Laden am Winterhuder Weg, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und der seit Generationen von der Familie geführt wird. „Das Besondere ist hier, dass man immer, vor allem regionales Obst und Gemüse, in perfektem Reifezustand bekommt. Ich kenne keinen einzigen anderen Händler in Hamburg, bei dem das möglich ist. Jede Frucht wird sorgfältig einzeln ausgesucht und in den Einkaufskorb gelegt. Außerdem gibt es einen Service, der in gleicher Top-Qualität Büros und Haushalte beliefert“,


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begeistert sich der passionierte Hobby-Koch. Bei seinem Wochenend-Gourmet-Einkauf darf natürlich ein Besuch auf dem Eppendorfer Isemarkt nicht fehlen. Dort locken Matthaei viele Genüsse, aber er geht trotzdem immer zuerst zum Tiroler Bauernstandl. „Konrad und Carina Nagele bieten hier eine einzigartige Warenvielfalt aus den Tiroler Alpen in einer Qualität an, die selbst in Österreich nur sehr selten zu finden ist“, erzählt er uns und schwelgt in den Spezialitäten: „Kaiserschinken, Hirschwurzn, frische Alm-Milch, Butter und Quark mit dem würzigen Aroma der Almwiesen, verschiedene ausgezeichnete harte und weiche Bergkäse und selbstgemachte Fruchtsenfkonfitüren.“ Besonders gut gefällt ihm der grundlegende Gedanke, Produkte aus reiner Almwirtschaft zu verkaufen und somit zum Erhalt dieser immer seltener werdenden naturnahen und naturerhaltenden Bewirtschaftungsform der Alpen beizutragen. Das Beste für Fisch- und Fleischgerichte Von der Alm geht es – kulinarisch gesprochen – an die Küste, das heißt zum besten Fischhändler der Stadt, und das sei „mit weitem Abstand“ Hagenah in der Bahrenfelder Schnackenburgallee. „Auch hier wirkt ein Großhandel im Hintergrund, was die unvergleichbare Frische und Qualität der Ware im angegliederten Einzelhandel im vorderen Teil der Halle erklärt.“ Hagenah warte mit besten Beziehungen zu den Lieferanten auf. Abschließend führt Matthaeis Weg nach Eimsbüttel, und zwar zunächst in die Schlachterei Wagner in der Methfesselstraße. „Es gibt einige wirklich gute Schlachter in Hamburg“, weiß er, „Wagner ist für mich der Beste unter den Guten. Basis dieses Erfolgs ist eine eigene Rinderzucht in der Wilster Marsch mit Limousin-, Galloway-, Charlois- und Chianina-Rindern. Wagner eröffnet zudem die für ambitionierte Helden am heimischen Herd wichtige Möglichkeit, besondere Zuschnitte zu bestellen. So gibt es dort zum Beispiel auf Anfrage den original französichen ‚Côte de Boeuf’-Zuschnitt oder die angelsächsischen Porterhouse Steaks.“ Und zum Nachtisch … Da es einen auf deftige Speisen bekanntlich nach Süßem gelüstet, trifft es sich gut, dass es bis zum Kakao Kontor Hamburg am Langenfelder Damm nicht allzu weit ist. „Wenn es in dieser Stadt jemanden gibt, der sich mit der Verwandlung von edelsten Kakaosorten in zart schmelzende Schokolade auskennt, dann sind das André Montaldo-Ventsam und Susanne Reppin vom Kakao Kontor Hamburg.“ Aus der Faszination an den vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der Zauberbohne sei mittlerweile eine blühende Manufaktur geworden, in der unzählige hausgemachte Schokoladenvariationen den Besucher verführen. „Speziell in der kommenden kälteren Jahreszeit sind die Flocken mit Bergamotte mein Favorit für eine dampfend-heiße Schokolade als Stimmungsaufheller an grauen Tagen“, verrät der Feinschmecker. Und während wir uns noch der Sehnsucht nach solch sündig-süßem Heißgetränk ergeben, schließt der Einkaufsbummel mit Gunnar Matthaei, der sich nun mit Lust und Muße der Zubereitung seiner erworbenen Köstlichkeiten widmen kann und fraglos ein Festmahl entstehen lassen wird. —

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Meet & Greet

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10 Minuten mit Sami Steinbach Vorsitzender des Vorstands, Angermann Real Estate Advisory Warum lieben Sie Ihren Beruf? Dieser Beruf bietet mir vor allem den täglichen Kontakt mit unseren zahlreichen Geschäftspartnern sowie ständig neue Aufgabenschwerpunkte mit Schnittpunkten zu Fachbereichen wie Architektur, Jura, Unternehmensberatung und Betriebs­wirtschaft. Dies macht meinen Beruf als Berater für gewerbliche Immobilien so interessant und abwechslungsreich.

Spontaneität oder Routine? Was hilft Ihnen mehr, Ihren Alltag zu steuern? Eindeutig – Spontaneität steuert mein Handeln. Wie lautet Ihr Lebensmotto? Für jede Tür die sich schließt, geht mindestens eine neue auf, man muss Chancen als solche nur erkennen. Wie definieren Sie Glück? Glück ist, jeden Tag gesund zu sein und eine Familie zu haben, die zu einem steht.

Was sind Ihre Schwächen? Und was Ihre Stärken? Ich nehme manchmal zu viele Aufgaben parallel in Angriff und bin gern mal ungeduldig. Viele bezeichnen die Energie, mit der ich meine Aufgaben und Ziele verfolge, als eine meiner Stärken. Welcher Politiker braucht zurzeit dringend einen Imagewechsel? Und warum ist das nötig? Ich würde mich freuen, wenn deutlich mehr Politiker überhaupt ein klares Image hätten.

Und was vermissen Sie im Alltag? Eine angemessene Akzeptanz dieses Berufsfeldes in der Öffentlichkeit. Was treibt Sie an? Den Mehrwert, der sich aus einer Jeden Tag etwas Neues auf den Weg Welches Buch sollte man unbedingt Zusammenarbeit mit uns ergibt, ver- zu bringen und ein bisschen besser gelesen haben? mögen viele unserer Kunden erst in zu sein als gestern. „Dienstags bei Morrie“ von Mitch deren Verlauf zu erfassen. Alborn. Wann und womit haben Sie Ihr erstes Wofür engagieren Sie sich/würden eigenes Geld verdient? Auf welche Erfindung des 20. JahrSie sich engagieren? Mit 13 oder 14 Jahren habe ich mein hunderts hätte die Welt verzichten Ich engagiere mich sehr stark für die Taschengeld mit dem Austragen von können? Ausbildung von wirklich hervorragen- Zeitungen aufgebessert. Auf sämtliche Erfindungen im Bereich den jungen Marktteilnehmern/Immoder Waffentechnologie. bilienfachleuten. Diese qualifiziert Und was war das Erste, das Sie damit und umfassend an unser Berufsbild erworben haben? Was würden Sie sofort ändern, wenn heranzuführen, ist mir wichtig. Ein Paar neue Fußballschuhe. Sie Bundeskanzler wären? Den Bundestag um mindestens In 10 Jahren sind Sie … Drei Dinge, von denen Sie sich nie- 50 Prozent verkleinern und Politiker Hoffentlich gelassener, entspannter mals trennen würden? maßgeblich für durch sie erzielte und weiser. Meine Familie! Der Rest ist ersetzbar. nachhaltige Erfolge bezahlen.

Impressum Herausgeber BCH Business Club Hamburg GmbH Elbchaussee 43 22765 Hamburg Telefon: 040 421 07 01-0 Tefefax: 040 421 07 01-70 www.bch.de

Redakteure dieser Ausgabe: Carolin C. Franke (Leitg.) (ccf), Thomas Brandenburg, Dr. Sabine Dissel (sd), Detlef Gürtler (dg), Dirk Kunde (dk), Dr. Corinna Rückert (cr), Petra Sonntag (ps), Kathy Welcker (kw) Lektorat: Dr. Sabine Dissel

Chefredaktion: Peer-Arne Böttcher, Geschäftsführer Business Club Hamburg

Art Direktion und Layout: Matthias Ballmann und Michael Weber, Buero Matthias Ballmann, Internet: www.ballmann.net

Projektmanagement und Redaktion: Carolin C. Franke, CCF Kommunikation E-Mail: ccfkommunikation@aol.de

Fotoredaktion: CCF Kommunikation Fotos und Illustration: Alles klar! Hamburg, Angermann Real Estate Advisory, Block Menü, Matthias

Ballmann, Carrière, Der Blaue Hummer, Der Keksbäcker, Easynet, Thomas Ebert, Louis C. Jacob, Havanna Lounge Bremen, Hinsche & Glashaus Gastrowelten, Michael Holz, Jaydee Consulting, Stefan Malzkorn, Toni Momtschew, Patrick Piel, Project Partners, Nicola Rübenberg, Peter Rüssmann, satis&fy, Smart-Yacht, Ole Stichling, Michael Weber, Weinlounge Hamburg, Klaus Westermann Anzeigenleitung: Birgit Kaut, Telefon: 040 601 76 96, E-Mail: bk@bch.de Druck: v. Stern’sche Druckerei GmbH & Co KG, 21337 Lüneburg, www.vonsternschedruckerei.de Auflage: 10.000 Exemplare


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