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18/01/2008

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det wird und auch der Sieg Christi über Sünde und Tod nach der Wandlung gepriesen wird. Das soziale Engagement der Christen ist kein Vorwand, Christus zu verkünden, vielmehr ist dieser Dienst Ausdruck ihres Mitgefühls mit denen, die leiden und sich in Not befinden. Ähnlich darf der Dialog mit Menschen anderer Religionen nicht darauf abzielen, sie zum christlichen Glauben zu bekehren. Wohl kann es ein berechtigtes und normales Interesse geben, dass der Dialogpartner Jesus Christus schließlich so intensiv kennen gelernt hat, dass er ihm zu folgen wünscht. Doch ist dies nicht das Ziel des Dialogs. Dies muss unbedingt betont werden, da sonst der Dialog gleich von Beginn an verfälscht wird. Ähnlich hat sich auch Johannes Paul II geäußert: „Der Dialog entsteht nicht aus Taktik oder Eigeninteresse, sondern hat Gründe, Erfordernisse und Würde eigener Art“ (RM 56).

Die Ziele des interreligiösen Dialogs Wenn nun der interreligiöse Dialog nicht auf die Bekehrung zum christlichen Glauben abzielt, was ist dann das Ziel des Dialogs? An dieser Stelle wäre es besser, die Mehrzahl zu gebrauchen und von drei verschiedenen Zielen des Dialogs zu sprechen. Zunächst jedoch dürfte es nützlich sein zu klären, worauf der interreligiöse Dialog nicht abzielen kann. Da ist zunächst der ökumenische Dialog, welcher das Verhältnis der Christen untereinander betrifft. Sein Ziel ist die Wiederherstellung der Einheit, die Christus für seine Jünger wollte. Es wird sich dabei um Einheit in Verschiedenheit handeln, denn es kann nicht darum gehen, die Riten und die den verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften eigenen Praktiken abzuschaffen. Das Ziel ist es vielmehr, eine Einheit im Glauben zu erreichen, die es Mitgliedern der verschiedenen Gemeinschaften erlaubt, sich gegenseitig anzuerkennen, nicht nur in wechselseitiger Achtung, sondern auch in tatsächlicher Gemeinschaft. Es ist die Gemeinschaft im Glauben, auf der die Gemeinschaft im Handeln beruht, und hoffentlich eines Tages auch die gemeinsame Feier der Eucharistie. In den interreligiösen Beziehungen fehlt ganz offensichtlich eine solche Gemeinschaft im Glauben. Schauen wir einmal auf die Beziehungen zum Judentum und Islam. Beide Religionen sind monotheistisch, und so glauben Christen gemeinsam mit Juden und Muslimen an den Einen Gott, den Schöpfer und den Richter der Menschheit. Doch erkennen weder Juden noch Muslime Jesus als den Sohn Gottes an, den einen Herrn und Retter, was ja das Zentrum und Unterscheidungsmerkmal des christlichen Glaubens ist. Würden sie dem nämlich zustimmen, wären sie augenblicklich keine richtigen Juden und Muslime mehr, sondern wären Christen, zumindest im innersten Herzen. Ein Dialog, der die Existenz von Religionen ernst nimmt, kann nicht gleichzeitig versuchen, diese im Christentum aufgehen zu lassen. Sein Ziel kann auch nicht darin bestehen, die Einheit aller Religionen herbeizuführen, denn dies würde einen unzulässigen Kompromiss in allerwichtigsten Glaubensdingen bedeuten. In der Tat sind „universalistische“ Bewegungen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, alle Religionen zu einer einzigen zu ver-

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CICS Interreligious Dialogue 2007  

International Catholic Conference on Scouting (ICCS) Interreligious Dialogue 2007 http://www.cics.org/?wpfb_dl=21

CICS Interreligious Dialogue 2007  

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