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11-2013 | 19. Jahrgang | CHF 9.50 | â‚Ź 5.50

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64 BAU info 11-2013 | Neubau ÖKK, Landquart

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Neubau ÖKK, Landquart | BAU info 11-2013 65

Neubau Hauptsitz ÖKK in Landquart

Landquart ist ein Ort im Umbruch. Besonders das Bahnhofsquartier verändert sich Stück um Stück, sein Umbau ist in vollem Gang. Wo früher RhB-Werkstätten und die typischen Arbeitersiedlungen mit Reihenhäusern standen, stehen heute Industrie-, Logistik- und Gewerbekomplexe und im Zentrum Grossverteiler, Dienstleistungsgebäude und wenige neue Wohnhäuser. Besonders die Bahnhof­ strasse und der Bahnhofplatz haben sich in Massstab, Art und Ausdruck der Gebäude stark verändert. Fotos© Tiziana Secchi

Im Moment noch heterogenes Konglomerat aus alt und neu, aus Wohnhäusern, Landbeizen, Bürogebäuden, Coop und Migros, gross und klein, wird die neue Bahnhofstrasse mehr und mehr zu einem urbanen Strip, räumlich in Höhe und Länge gefasst und begradigt. Begleitet wird diese urbane Aufwertung, wie immer bei fundamentalen Umbrüchen im Städtebau, vom Risiko der Verödung, falls sich das Interesse am ökonomischen Vorteil neuer Standorte an der Bahnhof-

strasse nicht auch vermischt mit der Förderung von Angeboten für das öffentliche Leben, und der Schaffung von öffentlichem Raum für die Stadt. Letztlich wird die Qualität solcher Angebote das Gesicht und den Typus der «neuen Stadt Landquart» massgeblich bestimmen und prägen. Situation Direkt an der Bahnhofstrasse in Landquart zeigt sich ein besonderes, fünfgeschossiges Gebäude – der neue Hauptsitz der ÖKK. Es steht auf einem Sockel aus weissem Beton. Seine Arkadenfassade macht deutlich, dass es sich um ein öffentliches Gebäude handelt. Gegliedert in einen Haupt- und einen Seitentrakt, umfasst es einen Vorplatz, wo sich der Haupteingang zur ÖKK befindet. Zur Bahnhofstrasse gewandt liegt ein Restaurant mit separatem Zugang und Aussenbereich. Im rückwärtigen Bereich des Areals, zwischen der Landquart und dem Hauptsitz der ÖKK, wird ein Wohnhaus erstellt werden mit Eigentumswohnungen, die über einen unverbaubaren Blick in die Bündner Herrschaft verfügen.

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66 BAU info 11-2013 | Neubau ÖKK, Landquart

Architektur Die Architektur des neuen ÖKK-Hauptsitzes verweist auf seine öffentliche Bedeutung als Teil im neuen Stadtganzen von Landquart. Sie folgt damit einer städtebaulichen Tradition, wie sie der Typus des italienischen Stadt-Palazzos einnimmt, der zwar lediglich einfaches Wohngebäude ist und dicht im Stadtgefüge steht, für die Stadt aber einen Mehrwert und Öffentlichkeit schafft. Bei Büro- und

Verwaltungsbauten ist normalerweise das Gegenteil der Fall, indem sie hauptsächlich ihre inhaltliche Funktion widerspiegeln und in der Aufreihung tendenziell eher zur Verödung des städtischen Raums beitragen, bzw. diesen gar nicht erst neu zu bilden oder zu beleben vermögen. Von zentraler Bedeutung ist dabei das öffentlich zugängliche und genutzte Erdgeschoss.


Neubau ÖKK, Landquart | BAU info 11-2013 67

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Das ÖKK-Gebäude ist ein Massivbau mit fünf aufeinander gestellten Geschosstischen. (Das Thema der Geschoss-Stapelung mag im ersten Moment banal anmuten, gehört aber zu den fundamentalen Errungenschaften der Architektur, indem sie nicht nur die Grundfläche eines Hauses vervielfacht, sondern in der Siedlungsgeschichte den Übergang von horizontaler Ausbreitung zu städtischer Verdichtung erst einleitet). Am Tisch ist typisch, dass seine Beine stabil mit der Tischplatte verbunden sind, nicht aber mit dem Boden. Die Tischfüsse weisen eine vergleichsweise minimale Auflagerfläche auf. Da die Geschossplatten des Gebäudes grösser sind als bei einem Tisch, braucht es auch viel mehr Beine, um die Spannweiten der Platte zu überbrücken. Aus diesen Bedingungen ergibt sich die T-Form der Beine, bzw. Scheiben in diesem Fall, oben breit in die Platte eingespannt, um vertikalen und horizontalen Belastungen Stand zu halten, unten mit kleinem Auflagerfuss. Erst aneinander gereiht, ergibt sich daraus die Bogenarkade. Man könnte auch sagen, dass die sich bildenden

Bogenöffnungen, in Bezug auf die statische Konstruktion, das maximale Mass an Perforation einer massiven Gebäudeschale darstellen. (Perforationen sind immer Schwächungen in der Stabilität einer Tragschale). Hohe Ausführungsqualität konnte dank Vorfabrikation der T-Scheiben in weissem Sichtbeton erreicht werden. Erst jetzt, wo die fünf Geschosstische stabil aufeinander stehen, können hinter den Bogenarkaden grossfläche Verglasungen eingezogen werden, sodass die Arbeitsplätze der ÖKK gut belichtet, aber auch beschattet werden können. Die Gebäudeschale erhält dadurch räumlich plastische Tiefe, diese wiederum schützt die Verglasungen vor Bewitterung und erlaubt gute Zugänglichkeit für den Fassadenunterhalt. Das Thema der Arkade taucht in der Architektur- und Kulturgeschichte immer dann auf, wenn es darum geht, grosszügige öffentliche Passa-


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gen und Hallen zu schaffen wie z.B. Markthallen, Kirchen, Strassen­ arkaden oder Kreuzgänge (ganz im Gegensatz z.B. zur privaten Welt des Wohnens, die sich durch Kammerungen auszeichnet). Öffentlich meint ja zuerst einmal räumlich offen, zugänglich oder offenflächig. Im Innern zeigen sich folglich offene Geschossflächen, mit gläsernen (d.h. optisch nicht verschlossenen) Büros. Die Glastrennwände der Büros können künftigen Nutzungsänderungen angepasst werden. Auch hier verfolgt die Architektur die Ausdruckskraft des Massivbaus, mit Natursteinböden und filigranen Betonrippendecken, die aus weissem Sichtbeton vorfabriziert wurden, ganz im Sinne eines «Edelrohbaus». Normalerweise wird im Bürobau mit Hohldecken und Hohlböden gearbeitet, mit Verkleidungs- und Ausbaustrategien also, die genau umgekehrt das Private, das Intime oder Verschlossene des Heimischen, aber auch das Provisorische, in den Vordergrund rücken.

Hier im Neubau der ÖKK sind die Geschosse offene und einsehbare «Marktplätze», deren Stapelung durch das Herausschneiden eines zentralen Lichthofes im Innern noch einmal spürbar wird. Der grossräumige Innenhof jedoch verkehrt sich überraschenderweise in einen intimen Innenraum, einen in sich abgekapselten, räumlich gefassten, dennoch von den Geschossen wie von Galerien einsehbaren Saal. Er bildet sozusagen den «Kern» des Gebäudes. Haustechnik Die Haustechnik folgt dem Raumkonzept: Durch einfache, periphere Fensterlüftung wird Frischluft mittels eines Lüftungsgeräts auf dem Dach durch die Geschosse und den zentralen Innenhof nachgezogen und der verbrauchten Luft die Abwärme mittels Wärmetauscher ex­ trahiert. Diese wird dem Wärmekreislauf des Gebäudes wieder zugeführt. Als Wärme- bzw. Kältequelle dient Grundwasser-Energie, die mittels Wärmepumpe gewonnen wird. Sie wird in den massiven Decken des Gebäudes durch Zirkulationskreisläufe verteilt. So kann die Masse des Massivbaus über ihren Nutzen als Trag- und Raumwerk hinaus auch zur Verteilung, Speicherung oder Absorption von Wärmen (bzw. Kühlen im Sommer) genutzt werden.

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