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Das aktuelle Bau-Fachmagazin www.bauinfomagazin.ch

5/6-2014  |  20. Jahrgang  |  CHF 9.50  |  € 5.50

Aktuell: Neubau Elefantenpark in Zürich, S. 14 Erweiterung der Kantonsschule in Heerbrugg, S. 20 Schloss Hünigen in Konolfingen, S. 44


14 BAU info 5/6-2014 | Neubau Elefantenpark, zürich

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Neubau Elefantenpark, zürich | BAU info 5/6-2014 15

Der Neue Kaeng Krachan Elefantenpark im Zürichzoo

Der Kaeng-Krachan-Elefantenpark des Zoo Zürich ist ein Bauwerk der Grösse XXL. Besonders augenfällig ist das grosse, geschwungene Dach der Innenanlage. Dessen Bau erforderte millimetergenaue Präzision. Fotos© Zoo Zürich

Der Kaeng Krachan Elefantenpark ist neben dem Masoala-Regenwald der neue starke Pol im östlichen Gebiet des Zoo Zürich. Er bildet den Rahmen und Hintergrund für den künftigen Ausbau des Klosterfeldes zur Afrikanischen Savanne, die einst an den Elefantenpark anschliessen wird. Die neue Anlage ist rund 11 000 Quadratmeter gross. Den Elefanten bietet ihr neues Zuhause sechsmal mehr Platz. Den landschaftlichen Rahmen für die neue Anlage bildet ein üppiger

Laubmischwald, der aus dem umgebenden Züribergwald entwickelt wurde. Er bildet den Übergang vom kargen Afrikanischen Semien-Gebirge in ein grün eingewachsenes Flusstal. Ein kurvenreicher Hauptweg auf fein modellierter Topografie begleitet die Besucher im neuen Zooteil durch den Wald in die rund 15 Meter tiefer gelegene Welt der Elefanten. Zwischen Bambushorsten werden erste Blicke auf das ausgetrocknete Flussbett des Elefantentals mit dem Elefantenpark im Hintergrund freigegeben. Die Gesamtkonzeption von Landschaft und Architektur baut wesentlich auf dem Wechselspiel von Licht und Schatten auf. Die Abfolge von Vegetationsthemen in Anlehnung an thailändische Vegetationsbilder setzt sich im Innern des Elefantenparks fort und soll den Besucher die Grenzen zwischen Aussen und Innen vergessen lassen. Den eigentlichen Besucherschwerpunkt bildet der Bereich um die Lodge an der Schnittstelle zwischen Innen- und Aussenanlage.

Die Anlage auf einen Blick 2007: Pflichtenheft 2008: Zweistufiger Architekturwettbewerb 2009/2010: Planung und Entwicklung 2011-2014: Realisierung 7.6.2014: Eröffnung

Bauherrschaft Zoo Zürich AG | Zürichbergstrasse 221 | 8044 Zürich | T. 044 254 25 00 | F 044 254 25 10 | zoo@zoo.ch | www.zoo.ch Architekten Fischer Architekten AG | Binzstrasse 23 | 8045 Zürich | T. 044 317 51 51 | F 044 317 51 52 | info@fischer-architekten.ch | www.fischer-architekten.ch Markus Schietsch Architekten GmbH | Hardstrasse 69 | 8004 Zürich | T. 044 444 38 40 F 044 444 38 41 | info@markusschietsch.com | www.markusschietsch.com


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Naturgetreue Nachbildung von Landschaften aus Kunstfels www.felsen.de Im Innern wird der Besucher auf einem Weg unter tropischen Bäumen zu unterschiedlichen Einblicken geführt. Dazu gehört auch der Unterwasser-Einblick, der er es ermöglicht, die Elefanten beim Schwimmen beobachten zu können. Innen wie aussen sind die Gehege mehrfach gebuchtet und verfügen über Ein- und Ausstülpungen. Das Gehege lässt sich nicht als Ganzes überschauen – der Raum scheint dadurch unendlich.

Wir bauen sehr gerne auch für hohe (Elefanten)Tiere, die auf grossem Fuss leben.

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Seit über 40 Jahren entwickelt OTT AQUATEC AG massgeschneiderte Lösungen, die eine nachhaltige Begrünung und Gestaltung von Innen- und Aussenräumen ermöglicht.

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denen Pflanzen mit 30 cm ausfahrenden Sprühregnern von Toro. Die Regner sind nach botanischen Bedürfnissen in Klimazonen unterteilt und können nach Wasserbedarf gesteuert werden. Die Sandflächen werden mit modernen Regnern Typ Toro TR50 befeuchtet um die Staubbildung zu verhindern.

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Leistungsstark und nachhaltig Der neue Kaeng-Krachan-Elefantenpark muss einiges leisten können. Das bedingt einen erheblichen Aufwand an technischen Anlagen, alle in der Grössenkategorie XXL. Sie befinden sich schwergewichtig im Untergeschoss – etwa die Einrichtungen für Klimatisierung, Lüftung, Wasseraufbereitung und elektrische Versorgung. Für den Besucher bleiben sie weitgehend unsichtbar. Beim Bau der Anlage wurde zudem grosser Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Dominierender Baustoff etwa ist Holz. Geheizt wird über ein Fernwärmenetz mit der zentralen Holzschnitzelheizung des Zoo Zürich. Vom 6 800 Quadratmeter grossen Dach wird Regenwasser gesammelt. Es wird für die bodennahe Bewässerung verwendet, für die Sandbefeuchtung, die Entstaubung der Pflanzen und für die Beckentechnik. Eine ausgeklügelte Eventsteuerung sorgt schliess-

lich für eine möglichst resourcenschonende Klimatisierung der Innenanlage. Das Dach: Spektakulär auch in der Entstehung Das 6 800 Quadratmeter grosse Dach ist ein besonders spektakulärer Teil der Anlage. Es wurde als flache, freigeformte Holzschale konzipiert. Es tritt in einer netzartig transparenten, organischen Struktur in Erscheinung und stellt so Bezüge zum umgebenden Wald her. Die ganze Halle hat einen Durchmesser von 80 Metern. Das Dach kommt gänzlich ohne Holzstützen oder sonstige abstützende Elemente im Inneren aus. Das Licht in der Halle wird durch 271 Oblichter aus UV-durchlässiger ETFE-Folie mit einer Gesamtfläche von circa 2 100 Quadratmetern belichtet. Dies erzeugt im Halleninneren den Eindruck eines Parks


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unter einem Blätterdach, was wiederum den Aspekt «Natürlichkeit» hervorhebt. Alle konstruktiven Elemente wurden in einem speziellen 3D-Computer-Modell entwickelt. Um Erfahrungen bezüglich der Statik und Konstruktion zu erlangen, wurde ein Dachmodell im Massstab 1:200 konstruiert. Die daraus gewonnen Erkenntnisse wurden dann in die Berechnungen eingebaut. Später wurde zusätzlich noch ein Dachausschnitt im Massstab 1:1 mit dem kompletten Dachaufbau samt Abdichtungen und Oblichter gebaut. Damit die Erstellung des Daches als Holzschale überhaupt möglich war, musste zuerst ein Gerüst über die ganze Halle erstellt werden. Mit diesem Gerüst wurden Spanten zu einer Negativschale der zukünftigen Dachform millimetergenau eingemessen. Über diese Spanten wurden dann die Dreischichtplatten in drei Lagen zur Dachform zusammengefügt. Jede der 600 vorgängig speziell zugeschnittenen Dreischichtplatten wurde auf dem vorberechneten Platz auf dem Dach positioniert. Die erste Lage der Dreischichtplatten wurde aus Stabilitätsgründen vollflächig eingebracht. Bei der zweiten und dritten Lage waren die Oblichter bereits ausgeschnitten. Als alle drei Lagen auf dem Dach waren, wurden die drei Dreischichtplatten mit Nägeln (zirka 22 Tonnen/500 000 Stück) und sogenannten Nagelschussmaschinen zusammengenagelt.

Stück gebraucht. Das Dach ist im Endausbau rund 90 Zentimeter mächtig und rund 1 000 Tonnen schwer. Nebst Witterungsschutz und Wärmedämmung übernimmt es statische Funktionen und enthält auch eine Leitungsebene. Vollständig privat finanziert Das Projekt für die neue Elefantenanlage war in einem zweistufigen Architekturwettbewerb ermittelt worden. 50 Projekte wurden zur Teilnahme eingereicht. Die Kosten für den komplexen Bau betragen rund 57 Millionen Franken. Finanziert wurde der Kaeng-KrachanElefantenpark ausschliesslich mit privaten Geldern: über Sammel­ aktionen, grössere Beiträge von Stiftungen und Privaten sowie mit Eigenmitteln des Zoo Zürich. Die Firmen Holcim, Sika, Mettler-Toledo und Schindler Auszüge haben den Elefantenpark als Projektsponsoren mitunterstützt; das «Zoofäscht» sorgte für die Finanzierung des Bullenstalls und die Tiergarten-Gesellschaft für diejenige der edukativen Elemente der Anlage. Links: Der Bau des Elefantenparks im Zeitraffer: www.zoo.ch/zeitraffer Blog zum Bau des Elefantenparks: www.zoo.ch/elefantenparkblog Für weitere Informationen stehen Ihnen gerne zur Verfügung: Text und Bilder sind elektronisch erhältlich unter: www.zoo.ch/elefantenparkmedien

Im weiteren Konstruktionsaufbau wurden nebst sehr viel Holz und Nägeln auch Schrauben verwendet. Bei den Schrauben von einer Länge von 15 bis 85 Zentimetern wurden wiederum circa 500 000

Kaeng-Krachan-Elefantenpark – Höhepunkte für die Besucher: ––Unterwassereinblick: Durch eine Glasscheibe können die Elefanten beim Schwimmen und Tauchen beobachtet werden. ––Thaihaus: Fressende Elefanten ganz nah erleben: Durch einen Glasboden sehen die Besucher, wie die Elefanten an der Wassertränke ihre Rüssel füllen; und über den Köpfen der Besucher zupfen sie Heu vom Dach. ––Rüssel-Lotto: Jeweils am Mittwoch und Sonntag bläst ein Elefant Zahlen aus einer Lottomaschine. Der Gewinner darf ihm einen Leckerbissen verfüttern. ––Tierpräsentationen: Täglich um 14.30 Uhr erklären Tierpfleger das Verhalten der Elefanten und stellen die Anlage vor. ––Pranburi-Kiosk: Das Verpflegungsangebot umfasst Satay-Spiesschen, thailändische Currys und Suppen sowie hausgemachtes Mango-Lassi und hausgemachten Eistee

Zoo Zürich AG Zürichbergstrasse 221  |  8044 Zürich T. 044 254 25 00  |  F. 044 254 25 10 zoo@zoo.ch  |  www.zoo.ch


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