{' '} {' '}
Limited time offer
SAVE % on your upgrade.

Page 1

WINTERSPASS Worauf Sie bei Hund und Katze achten müssen KOJOTEN Warum der Pelz dieser Tiere so begehrt ist BUNDESTAGSWAHL Was das Ergebnis für den Tierschutz bedeutet

DU UND DAS TIER Ausgabe 4/2017 47. Jahrgang ISSN 0341-5759

MAGAZIN FÜR ALLE FREUNDE DES TIERSCHUTZES

ATEMLOS

Wenn das Luftholen zur Qual wird www.tierschutzbund.de


Damit Tieraugen leuchten. Seit 端ber 30 Jahren unterst端tzen Pedigree速 und Whiskas速 den Deutschen Tierschutzbund und Tierheime in ganz Deutschland. Weil wir Tiere lieben.

Partner des Deutschen Tierschutzbundes

www.pedigree.de

www.whiskas.de www.tierschutzbund.de


AKTION Haben Sie Ihr Haustier schon bei FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, registriert? Wie wichtig eine Registrierung ist, zeigt sich leider immer erst dann, wenn das Tier auf einmal verschwindet. Häufig findet es nicht alleine zurück. Helfen Sie ihm – registrieren Sie Ihr Tier kostenlos bei FINDEFIX. Die ersten 20 Personen, die ihr Tier bei FINDEFIX anmelden, erhalten ein praktisches Willkommenspaket. Melden Sie sich noch heute vorzugsweise online unter www.findefix.com an. Natürlich stehen wir Ihnen auch unter unserer Service-Hotline 0228/60496-35 telefonisch zur Verfügung. Wichtig: Geben Sie bei Ihrer Online-Anmeldung unter „Angaben zum Tier“ in dem Feld „Besondere Kennzeichen“ das Stichwort DU UND DAS TIER 04/17 an, damit wir Ihnen Ihr Paket zusenden können. Gerne senden wir Ihnen alternativ auch einen Anmeldebogen per E-Mail oder Post zu.

JETZT

KOSTENLOS ANMELDEN! IHRE VORTEILE VON FINDEFIX: ✔ eine schnellere Online-Registrierung ✔ die Erstellung Ihrer Online-Suchmeldung inkl. Foto Ihres Tieres (teilen auf Facebook möglich) ✔ eine Online-Umkreissuche für vermisste Tiere ✔ einen Suchplakat-Generator mit Download-Option zum Aufhängen vor Ort ✔ einen eigenen Bereich mit Tipps & Tricks rund um das Thema Haustiere

Die ersten 20 PERSONEN,

die ihr Tier bei FINDEFIX ANMELDEN, erhalten ein praktisches

WILLKOMMENSPAKET. DU UND DAS TIER 4/2017

59


STIFTUNG & TESTAMENTE

TIERLIEBE, DIE BLEIBT Vielleicht haben Sie schon einmal überlegt, wie Sie langfristig und nachhaltig Tiere schützen können? Vielleicht sogar über Ihr eigenes Leben hinaus?

© shutterstock

Eine Stiftung, ein Vermächtnis oder ein Testament zugunsten des Deutschen Tierschutzbundes stellen sicher, dass auch zukünftige Tiergenerationen Fürsprecher und im Notfall ein artgerechtes Zuhause finden.

Ja, bitte informieren Sie mich über

GUTSCHEIN

die Möglichkeiten, den Tierschutz langfristig zu unterstützen.

Gut informiert den Nachlass gestalten Unsere Ratgeber erklären, wie Sie Ihren Nachlass nach Ihren Vorstellungen gestalten, Missverständnissen in der KOSTENLOS! Familie vorbeugen und Angehörige absichern.

Bitte schicken Sie mir kostenlos und unverbindlich Ihre Broschüre „Tierschutz hat Zukunft – mit Ihrem Testament“ zu. Bitte schicken Sie mir kostenlos und unverbindlich den Flyer „Tierschutz hat Zukunft – mit Ihrer Stiftung“ zu. Ich bin an einem persönlichen Informationsgespräch interessiert. Bitte kontaktieren Sie mich: , am besten von

bis

per E-Mail an Bitte ausfüllen und per Post an den Deutschen Tierschutzbund e.V. schicken.

Uhr DUDT 4/17

telefonisch unter

Ihre persönlichen Exemplare liegen bereit. Fordern Sie sie noch heute an!


EDITORIAL

WEIHNACHTSZAUBER!

Nadia Wattad Redaktionsleitung DU UND DAS TIER

Liebe Leserin, lieber Leser, überall riecht es nach Plätzchen, Stollen und Glühwein. Die Fenster sind mit Lichterketten geschmückt und auch die Weihnachtsbeleuchtungen auf Straßen und Plätzen funkeln um die Wette. Nur noch wenige Tage, dann ist Heiligabend. Haben Sie alle Geschenke für Ihre Lieben zusammen? Wenn nicht, dann ist vielleicht unser veganes Kochbuch die passende Idee. Damit helfen Sie den Tieren direkt, denn Tierliebe fängt beim Essen an. Darüber hinaus unterstützen Sie mit dem Kauf des Buches die Arbeit des Deutschen Tierschutzbundes. 80 vegane Rezepte lassen keine Wünsche offen. Lassen Sie sich von unserer Rezept-Kostprobe im Heft überzeugen. Wer Hundefreunde in seinem Freundeskreis hat, der punktet mit unserer Last-Minute-Geschenkidee: Sie brauchen gerade einmal fünf Socken, eine Schere, 30 Minuten Zeit – und fertig ist die Sockenkrake, ein Spielzeug für den Hund zum Toben und Kuscheln.

© Titelfoto: Privat

Uns stehen die Festtage noch bevor, doch wir hatten im Herbst schon allen Grund vorzufeiern. Schließlich gab es gleich mehrere Preise zu vergeben: Über den ersten Platz des Deutschen Tierschutzpreises konnte sich dieses Jahr der Tierschutzverein Stuttgart freuen. Dieser hat das Projekt Silberpfoten 2014 ins Leben gerufen, weil immer mehr Tiere aufgrund altersbedingter Handicaps im Tierheim landen. Dem wollten die Tierschützer entgegenwirken. Doch auch die Projekte der anderen Preisträger können sich sehen lassen. Der TiBu – ein Preis, der Menschen oder Institutionen ehrt, die mit ihrem Wirken den Wertewandel in unserer Gesellschaft zu einem Mehr an Tierschutz voranbringen – wurde ebenfalls in einem feierlichen Rahmen in Potsdam übergeben. Die diesjährigen Preisträger haben sich sehr gefreut.

Hat es bei Ihnen schon geschneit oder liegt gar Schnee? Dann müssen Sie auf Hund und Katze ein Auge haben. Insbesondere im Schnee lauern unsichtbare Gefahren – so kommt Frostschutzmittel im Winter in der Autowaschanlage häufig zum Einsatz. Geht was daneben, landet das Mittel im Schnee. Für die Hunde ist das pures Gift. Daher sollte das Fressen der kühlen Masse grundsätzlich unterbunden werden. Darüber hinaus klären wir Sie auf, worauf Sie bei Kälte, Rollsplitt und Co. achten müssen und wie Katzen den Winter am liebsten verbringen. Morpheus, eine Französische Bulldogge, freut sich auf diesen Winter ganz besonders. Nach der Operation an Nase und Gaumensegel kann er endlich wieder richtig durchatmen. Morpheus zählt zu den kurzköpfigen Hunden und fällt aufgrund der Zuchtmerkmale in die Kategorie Qualzucht. Wir haben ihn und seine Halterin Sonja Nürenberg auf dem Weg in ein besseres Hundeleben begleitet. Zu guter Letzt ist auch die Bundestagswahl aus Tierschutzsicht ein sehr präsentes Thema. Welche Bundesregierung auch immer zustande kommen wird (Stand: Mitte November 2017) – wir werden dafür kämpfen, dass der Tierschutz in der Bundespolitik eine größere Rolle spielen wird. Unsere Einschätzung lesen Sie auf Seite 34. Wir wünschen Ihnen ein schönes Weihnachtsfest im Kreis Ihrer Lieben und Tiere und einen guten Start in das Jahr 2018. Herzlichst Ihre Nadia Wattad

www.duunddastier.de

DU UND DAS TIER 4/2017

03


INHALT 40

Allzu oft enden Kojoten als Pelzbesatz an Jacken und Co.

JETZT NEU! MIT

26

Dieser HimbeerSchokotraum zergeht auf der Zunge.

VERLOSUNG

NACH REDAKTIONSSCHLUSS

Vorreiter Schleswig-Holstein! Das Bundesland zeigt, wie sehr Kastrationen dabei helfen, das Elend der Straßenkatzen zu lindern. Schon seit 2014 starten Tierschützer in Zusammenarbeit mit Land und Kommunen immer wieder Katzenkastrationsaktionen. Über 10.000 Katzen konnten auf diese Art und Weise inzwischen kastriert werden – im Rahmen der jüngsten Aktion waren es mehr als tausend. Das Ergebnis dieses Engagements: Die Population der frei lebenden Katzen geht zurück und die Tierheime melden bis zu 30 Prozent weniger Fundkatzen. Kastration ist die einzige nachhaltige Lösung, den Teufelskreis der unkontrollierten Fortpflanzung zu durchbrechen. Mehr unter:

www.tierschutzbund.de/katzenschutz

04

DU UND DAS TIER 4/2017

36

Aufgepasst: Wie Tierfreunde ihre Tiere im Winter schützen sollten.


INHALT

08 TITELTHEMA Sie sind im Trend: Kurzköpfige Hunde wie Mops, Französische Bulldogge oder Boston Terrier. Doch viele der Tiere leiden unter ernsthaften gesundheitlichen Problemen – oft ist eine Operation der letzte Ausweg. DU UND DAS TIER hat Morpheus, eine Französische Bulldogge, auf diesem Weg begleitet. Seite 08

18 HINTER DEN KULISSEN Tierversuche ade: Sogenannte Biochips stellen eine ernsthafte Alternative dar. Seite 18 „Bundestagswahl ist #Tierschutzwahl!“ lautete das Motto der Mitgliederversammlung. Seite 20

33 AKTUELL Aktuelle Meldungen zum Thema Tierschutz. Seite 33 Politischer Paradigmenwechsel: Die zukünftige Bundesregierung muss auf Tierschutz setzen. Seite 34 Der Winter kommt: Wie die kalte Jahreszeit für Hund, Katze und ihre Halter zum Vergnügen wird. Seite 36 Die Pelzlüge: Wie Hersteller versuchen, das Leid hinter Echtpelz an Jacken und Co. zu verschleiern. Seite 40

08

Die Geschichte von Morpheus zeigt, wie kurzköpfige Hunde leiden. Dank einer Operation kann er heute endlich richtig atmen.

20

Starke Allianz für die Tiere auf der Mitgliederversammlung.

Ausgezeichnet: Der Deutsche Tierschutzpreis 2017 ehrt herausragende Menschen und Projekte. Seite 42 Interview: Die Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes hat eine neue Leitung. Seite 46

48 JUGEND Aktuelle Meldungen der Tierschutzjugend. Seite 48

50 PROJEKTE Tierschutz in der Ukraine: Die Kastrationsaktionen zeigen Erfolg. Seite 50 Gruselstunde im Tierschutzzentrum Weidefeld – geschnitzte Kürbisse sorgen für Abwechslung. Seite 51 Tierschutzlabel: Die Nachfrage nach tierischen Produkten aus besserer Haltung steigt. Seite 52 Aktuelle Meldungen und Projekte der Mitgliedsvereine und vom Deutschen Tierschutzbund. Seite 53

STANDARDS EDITORIAL Seite 03

MEDIEN Seite 28

IM FOKUS Seite 06

KAMPAGNE UND POSTER Seite 29

WUSSTEN SIE SCHON ... ? Seite 07

KONTAKTE UND IMPRESSUM Seite 58 AKTION Seite 59

REZEPT Seite 26

DU UND DAS TIER 4/2017

05


IM FOKUS

OH TANNENBAUM! Damit Weihnachten für ihr Tier nicht böse endet, ein paar Tipps, die jeder Tierhalter beachten sollte.

Insbesondere Katzen lieben es, den Christbaum kletternd zu erobern. Damit er nicht umfällt, sollte er stabil mit einem Haken an der Wand befestigt sein. Sicherer für Mensch und Tier ist es, wenn der Baum statt Wachskerzen mit einer LED-Lichterkette ausgestattet ist. Geschenkbänder und Lametta verlocken viele Katzen und manche Hunde zum wilden Spiel. Werden die Materialien jedoch verschluckt, kann sich der Darm „auffädeln“, was für das Tier lebensbedrohlich enden kann. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auch auf zerbrechlichen oder scharfkantigen Weihnachtsschmuck verzichten, da hier eine größere Verletzungsgefahr besteht. Greifen Sie stattdessen lieber auf Baumschmuck aus Naturmaterialien, etwa Stroh oder Holz, zurück.

06

DU UND DAS TIER 4/2017

TIERHALTER AUFGEPASST! Pflanzen wie Amaryllis, Weihnachtsstern, Stechpalmen, Christrosen oder Misteln enthalten für Haustiere giftige Substanzen, die zu Magen-Darmbeschwerden mit blutigem Durchfall, Erbrechen, Krämpfen und Herzrhythmusstörungen führen können. Hat das Tier eine besonders große Menge aufgenommen, kann es sogar sterben. Die Pflanzen sollten daher immer außer Reichweite der Tiere stehen. Auch auf Duftöle und Schneespray, an denen die Tiere lecken könnten, sollten Tierhalter wegen teilweise giftiger und reizender Inhaltsstoffe besser verzichten. Sämtliche Leckereien aus Schokolade sollten ebenfalls nur an für die Tiere unzugänglichen Orten zu finden sein. Vor allem dunkle Schokolade kann bei Hunden Vergiftungen verursachen. Auch Rosinen sind giftig und können zu Nierenversagen führen. Sie sehen, mit ein wenig Vorsicht steht einem wunderschönen Weihnachtsfest nichts im Wege. Frohe Weihnachten für Mensch und Tier!

WEB

www.tierschutzbund.de/ weihnachten

Verbrauchertipps, die dem Wohl der Tiere gelten, können Sie hier nachlesen.

© Fotos: Anna-av/ iStock Photo

Nicht nur Kinder machen große Augen, wenn große, bunt verpackte Päckchen unter einem Tannenbaum liegen oder duftende Plätzchen die Festtafel schmücken. Auch Tiere – insbesondere Hunde und Katzen – können den weihnachtlichen Verlockungen meist nicht widerstehen und fühlen sich von der ungewohnten Dekoration magisch angezogen. Damit das nicht ins Auge geht, müssen Tierhalter ein paar Vorsichtsmaßnahmen treffen. Selbstverständlich sollte sein, Tiere und brennende Kerzen nie unbeaufsichtigt in einem Raum zu lassen. Der Christbaum steht am besten in einer Ecke des Raumes – ist er mitten im Raum aufgestellt, kommt es häufig zu Unfällen, wenn Hund oder Katze den Baum voller Begeisterung anspringen.


WUSSTEN SIE SCHON?

WUSSTEN SIE SCHON, DASS … … Haussperling und Gimpel

ZIGARETTENSTUMMEL sammeln,

… FLUSSPFERDE ihren eigenen antibakteriellen

um ihre Nestlinge tatsächlich erfolgreich vor Ektoparasiten wie ZECKEN zu schützen?

SONNENSCHUTZ pro-

duzieren können, indem sie ein schweißähnliches farbiges Sekret absondern, das sie vor ultravioletter STRAHLUNG schützt?

... weibliche PANDABÄREN in der Brunstphase LOCKSTOFFE aussenden, die einen Bären UMWERFEN können?

… Produkte wie GÜRTELSCHNALLEN oder

SCHNITZEREIEN, die aus dem Schnabel des streng geschützten SCHILDHORNVOGELS hergestellt werden, mittlerweile TEURER gehandelt werden als ELFENBEIN?

… Europäische und Pazifische AUSTERN dazu in der Lage sind, ihr GESCHLECHT MEHRMALS zu ÄNDERN? DU UND DAS TIER 4/2017

07


aller ng u r p s r U : lf Wo Kopfform . n e ss a r e d Hun d intakt. und Nase sin

Cavalier King Charles Spaniel: Er fällt unter zu Qualzucht. Der Kopf ist d klein fßr sein Gehirn un die Nase ist zu platt. Er bekommt schlecht Luft.


TITELTHEMA

n Terrier: Mops und Bostoen sind die Bei beiden Rass ezüchtet. Köpfe zu rund g die Nase Dadurch ist auch , was zu kaum vorhanden n Probleschwerwiegende ung führt. men bei der Atm


lldoge Französische Bu h die „Morpheus“: Durc r Zucht extreme Form de reits ist Morpheus be en Spanach einem kurz eschafft ziergang sehr ger. und atmet schw

Sie sind im Trend: kurzköpfige Hunde wie der Mops, die Französische Bulldogge oder der Boston Terrier. Einige von ihnen schnarchen und röcheln, und genau das finden viele Menschen niedlich. Dass dahinter meist ein ernsthaftes gesundheitliches Problem steckt, erkennen sie erst später – dann, wenn eine Operation der letzte Ausweg ist. Die Redaktion von DU UND DAS TIER hat Morpheus, eine Französische Bulldogge, auf diesem Weg begleitet.

10

DU UND DAS TIER 4/2017

Es tut fast ein bisschen weh, wenn man Morpheus beim Atmen zusieht. Die Französische Bulldogge mit dem vergleichsweise riesigen Schädel ringt regelrecht nach Luft. Laut. Röchelnd. Mit weit aufgerissenem Maul. Und das nach einem gewöhnlichen 20-minütigen Spaziergang. Ihre Halterin Sonja Nürenberg blickt nicht weniger betroffen drein. „Es ist wirklich schlimm geworden. Nun kommt Morpheus nicht mehr um die Operation herum. Je länger ich warte, desto schneller können die Herzprobleme kommen.“ Mit der Operation ist das Kürzen des Gaumensegels, das Vergrößern der Nasenlöcher und das Erweitern der Nasengänge und der Nasenmuschel gemeint. Kostenpunkt ab 700 bis 4.000 Euro. Viele Hunde dieser Rasse leiden an Atemproblemen. Unter natürlichen Umständen wäre die angezüchtete Übertypisierung dieser Rasse auch nie entstanden. „Wir sprechen von Qualzucht, wenn ein Tier so gezüchtet wurde, dass es immer wieder medizinisch behandelt


TITELTHEMA

werden muss, spezieller Pflegemaßnahmen bedarf, sich nicht mehr arttypisch mit Seinesgleichen verständigen kann, und wenn es andauernd unter Schmerzen oder körperlichen Schäden leidet“, so Andrea Furler-Mihali, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Seit längerer Zeit zeichnet sich zum Leidwesen vieler Hunde ein Trend ab, ihnen gezielt einen kurzen, runden Kopf anzuzüchten. Dadurch schieben sich Oberund Unterkiefer mitsamt allen umliegenden Strukturen zusammen und werden ineinandergepresst. Im Fachjargon bezeichnet man die von Menschen gemachte Kurz- oder Rundköpfigkeit als Brachyzephalie – eine angeborene, erbliche Deformation des Schädels.

© Fotos: Privat

KINDCHENSCHEMA SOLL DIE MENSCHEN ANSPRECHEN

Hündinnen ausgedient, entsorgen die skrupellosen Züchter sie in der Regel. Auch das Leid der Welpen ist immens. Sie werden viel zu früh von ihren Müttern getrennt und häufig bereits im Alter von vier bis sechs Wochen verkauft. Viele der jungen Hunde sind krank und vom langen Transport geschwächt. Zu klein für eine schützende Impfung, oft krank und von Parasiten befallen, kommen die Hundebabys illegal mit gefälschten Papieren nach Deutschland. In der Regel machen die Welpen beim Verkauf noch einen gesunden Eindruck. Durch den Stress der frühen Trennung von der Hundemutter und den schlechten Transportbedingungen wird das ohnehin bereits angeschlagene Immunsystem geschwächt. Kurz nachdem der Welpe im neuen Zuhause ist, verschlechtert sich der Gesundheitszustand des Tieres oft dramatisch. Manchmal so schnell, dass noch nicht einmal der Tierarzt helfen kann.

Bei der Brachyzephalie ist die Haut über der Nase und im Gesicht in Falten gelegt. Die Augen treten hervor und der Schädel ist kugelrund geformt. Dadurch MORPHEUS ENTSTAND UNGEPLANT entsteht ein Kindchenschema, was erschreckenderBei Sonja Nürenberg war das anders. Morpheus entweise viele Menschen anspricht. Bestimmte Hunde stand ungeplant. „Die Halter wollten gar nicht züchten. wurden daher nach und nach auf immer rundere Köpfe Sie hatten zwei Französische Bulldoggen – eine Hündin mit kurzen Schnauzen und großen, hervorstehenden und einen Rüden. Der hat dann doch die Hündin Kulleraugen gezüchtet. Solche Hunderassen, zu denen gedeckt, bevor der Kastrationstermin stand.“ Bevor unter anderem der Mops, die Französische Bulldogge sich Nürenberg für Morpheus entschied, hatte sie sich oder der Boston Terrier gehören, sind Modehunde, die intensiv mit der Rasse auseinandergesetzt. „Ich habe als besonders niedlich gelten und in der Öffentlichkeit nicht geplant, mir eine Französische Bulldogge zuzuleallgegenwärtig sind. gen. Ich kannte diese Rasse vorher noch nicht einmal. „Natürlich finde ich Morpheus auch niedlich, aber das Im Internet bin ich dann auf Tests gestoßen, die einem liegt nicht daran, dass er eine Französische Bulldogge anhand von Fragen dabei helfen sollen, den richtigen ist. Ich bin Fan von meinem Hund, nicht von der Rasse“, Hund zu finden. Der Test ergab, dass die Französische so Sonja Nürenberg. „Die Bezeichnung Moderasse mag Bulldogge am besten zu mir passen soll. Meine Mutter ich auch nicht. Das hört sich so an, als ob der Hund ein hat mir daraufhin erzählt, dass ihre Arbeitskollegin Accessoire wäre, das ist er aber für mich definitiv nicht. einen solchen Hund hat. Mit ihr habe ich mich dann Ein Hund ist ein Lebewesen. Menschen machen Tiere getroffen, um die Rasse kennenzulernen, und ich fand zum Accessoire, indem sie ihnen zum Beispiel Kleidung ihren Hund dann einfach so witzig: aufgeschlossen, anziehen. Ich habe eine ganz andere Auffassung, was neugierig und freundlich – so wie Morpheus auch.“ In meinen Hund betrifft“, so Nürenberg weiter. der ersten Zeit sei dann alles recht unproblematisch mit Im Redaktionsbüro zeigt sich Morpheus als sehr freund- Morpheus gewesen – bis auf die Futtermittelunverträglich und unvoreingenommen. Neugierig lichkeit. Er war fit, wollte stets draußen Gas stapft er durch das Zimmer, schaut sich geben und hatte Spaß am Leben. Doch dann, Morpheus kam alles genau an, schnüffelt und lässt sich an- schneller außer Atem als im Winter 2016/17, sah Sonja die ersten schließend kraulen. Er wurde als Welpe für Anzeichen: „Mein Freund und ich waren andere Hunde. 800 Euro auf Ebay Kleinanzeigen angeboten zusammen mit Morpheus im Siebengebirge – neben vielen anderen Hunden, die über unterwegs. Es war ein kalter Wintertag. Mir jene und andere Internetplattformen ein neues Zuhause fiel auf, wie stark Morpheus beim Atmen röchelte – und suchen. Häufig nutzen auch sogenannte Vermehrer die das, obwohl es noch nicht mal warm war.“ Kurz darauf Möglichkeit des World Wide Web, um die meist kranke ließ sie Morpheus von ihrem Tierarzt untersuchen. Er Ware Tier zum vermeintlichen Schnäppchenpreis zu gab ihr die traurige Gewissheit, dass Morpheus zu weverkaufen. Aus dem Schnäppchen wird dann ganz nig Luft bekommt. „Ich war schockiert, als die Diagnose schnell ein Sorgenkind, das bald mehr in der Tierarztfeststand. Die Eltern von Morpheus sind freiatmend, sie praxis zu Hause ist als bei seinem Halter. haben keine allzu platten Nasen. Daher bin ich davon Die Vermehrer missbrauchen die Muttertiere als ausgegangen, dass auch Morpheus keine ernsthaften Gebärmaschinen. Diese leben meist unter schlimmsten Probleme mit der Atmung bekommen wird.“ Nach der Umständen in notdürftigen Verschlägen. Haben die Diagnose war es dann aber klar: Morpheus muss wider

DU UND DAS TIER 4/2017

11


ahme Die Röntgenaufnht die links verdeutlic r Zucht. Extremform de 1 Die Röntgenaufnahme des Kopfes einer Französischen Bulldogge. So sieht kein gesunder Schädel aus. 2 Dieser normal gebaute Schädel ist der eines Mischlings. Nase und Schädelform entsprechen der eines gesunden Hundes.

1

1

2

Ein gutes Team: Tierarzthelferin Irene Petermeier und Dr. Ralf Unna. Sie betreuen Morpheus medizinisch.

12

DU UND DAS TIER 4/2017

mit der Qualzucht“ bezieht er Stellung zu den überzüchteten Modehunden. Damit hebt er sich von vielen anderen Tierärzten ab, die sich dazu nicht vor laufender Kamera äußern möchten. Zudem ist die Übertypisierung bestimmter Rassemerkmale der Hunde für die Tierärzte eine erträgliche Einnahmequelle. „Wenn man zynisch wäre, könnte man sagen, das ist gut für unseren Umsatz. Ich finde es bemerkenswert, dass sich leidgeplagte Menschen dennoch immer wieder einen solchen Hund kaufen“, so Dr. Unna. So ist neben der Französischen Bulldogge der Mops immer mehr auf dem Vormarsch. Sein Konterfei auf Kissen, Tassen, T-Shirts und allerlei anderen Artikeln lässt darüber hinaus die Kassen im Einzelhandel klingeln. Er ist zur regelrechten Ikone geworden. Der Boston Terrier und der Cavalier King Charles werden auch immer extremer gezüchtet, sodass man bei einigen Exemplaren dieser Rasse von Qualzucht sprechen kann. Sie alle eint vor allen Dingen eins: der runde Kopf und die kaum vorhandene Nase.

DAS MONSTER MENSCH „Der Mensch züchtet immer extremere Formen. Nun gibt es ‚Toy Breeds‘, die nur ein Kilogramm wiegen, und auf der anderen Seite gibt es Zuchten, die die 100 Kilogramm-Marke erreichen. Diese Tiere können wir eigentlich nicht mehr unter dem zoologischen Begriff führen, denn diese Arten können sich nicht fortpflanzen, und hier ist eine zoologische Grenze durchbrochen. Das sind zwar Extreme, aber wir haben hier ganz oft in der Praxis Hunde, die drei oder 60 Kilogramm wiegen. Wir haben also immer noch den Faktor 20 des Körpergewichts, und wenn wir das auf den Menschen umrechnen, also etwa eine leichte Frau, die 50 Kilogramm wiegt, dann würde das bedeuten, dass ihr Mann bis zu 1.000 Kilogramm wiegen kann. Da wird man schnell verstehen, dass das ungesund ist“, so Dr. Unna.

© Fotos: Kleintierpraxis Dr. Holland & Dr. Unna

Erwarten unters Messer. „Er kam zwar schon immer schneller aus der Puste als andere Hunde, aber ich konnte das immer ganz gut handeln, indem ich ihm auf Anraten meines Tierarztes einen nassen Babybody angezogen habe. Wenn Morpheus den Body trug, hat er zwar immer noch geröchelt, aber er stand nicht unmittelbar vor einem Zusammenbruch. Aber jetzt merke ich, dass selbst wenn er ganz ruhig daliegt, beim Atmen die Luft einziehen muss. Das ist für mich ein eindeutiges Zeichen, dass er zu wenig Luft bekommt“, weiß Nürenberg. Nach mehreren Gesprächen mit anderen Hundehaltern sei dann immer häufiger der Name eines Tierarztes gefallen: Dr. Ralf Unna. Hauptberuflich führt er gemeinsam mit Dr. Sabine Holland eine Kleintierpraxis in Köln. Darüber hinaus betreut er tierärztlich den Kölner Tierschutzverein. Überhaupt wird Tierschutz bei Dr. Unna großgeschrieben. Er ist Vizepräsident des Landestierschutzverbandes Nordrhein-Westfalen und hat noch zahlreiche weitere Tierschutzämter inne. Schon lange setzt er sich auch öffentlich gegen Qualzucht ein. In der WDR-Reportage „Reine Rasse, volle Kasse – das Geschäft


TITELTHEMA

DER MOPS HAT ES BESONDERS SCHWER Neben der Atemnot haben viele kurzköpfige Hunde auch noch weitere Baustellen:

WIRBELSÄULE

© Illustration: nenilkime/Fotolia

Keilwirbel führen zu Instabilität in der Wirbelsäule und sie verengen den Wirbelkanal. Dadurch kann das Rückenmark gequetscht und verletzt werden. Im schlimmsten Fall führt das zur Lähmung von Gliedmaßen, der Rute oder zu Inkontinenz. Hunde mit einer doppelt aufgerollten Rute (Korkenzieherrute) sind besonders häufig davon betroffen.

KOPF Durch die unnatürlich gezüchtete Schädelform kann das Gehirnwasser nicht mehr richtig abfließen – es bildet sich ein Wasserkopf aus. Das Wasser übt einen Druck auf das Gehirn aus. In der Folge zeigen die Tiere einen gestörten Bewegungsablauf und Erbrechen. Auch die Welpen kommen bereits mit einem übergroßen Kopf zur Welt. Dadurch kommt es häufig zu Schwergeburten, die für Mutter und Welpe lebensbedrohlich sind. Zudem kann das Muttertier meist ihre Welpen nicht selbst von der Eihaut befreien und es abnabeln – der Mensch muss helfen.

AUGEN Die hervorstehenden Augen sind anfällig für Bindehautentzündungen, da der Hund sein Augenlid nicht mehr vollständig schließen kann. Auch die Hornhaut wird dadurch in Mitleidenschaft gezogen, denn sie wird nicht mehr ausreichend befeuchtet und kann austrocknen. Es können zudem Hornhauteffekte bis hin zum Augenverlust entstehen, auch prädestiniert dadurch, dass die Augen so ungeschützt hervortreten. Darüber hinaus kann ein sogenanntes Rolllid entstehen – das untere Lid ist nach innen zum Auge hin eingerollt. Dadurch reizen die Wimpern die Hornhaut, was ein Hornhautgeschwür begünstigen kann.

HAUTFALTEN

KIEFER

Sie neigen zu Entzündungen. Durch den zuchtbedingt verengten Tränennasenkanal werden Tränen nicht durch den Kanal abgeleitet, sondern fließen über die Haut ab und sammeln sich zwischen den Hautfalten im Nasenbereich.

Die Zahnstellung ist häufig fehlerhaft und der Ober- und Unterkiefer passen nicht richtig übereinander. Dies behindert das Tier beim Fressen. Es ist davon auszugehen, dass insbesondere junge Tiere enorme Wachstumsschmerzen im Kieferbereich haben. DU UND DAS TIER 4/2017

13


heus Los gehts: MorpBetäubung erhält vor der sspritze. eine Beruhigung

der Sonja ist am Tags. OP sehr nervö

MORPHEUS‘ GROSSER TAG Auch Morpheus ist nicht gesund. Das sieht man nicht auf den ersten Blick, aber wer sich ein bisschen mit Hunden auskennt, sieht schnell, dass Morpheus sich anstrengen muss, um zu atmen. Aus diesem Grund soll Dr. Unna nun Hand anlegen und Morpheus zu einem besseren Hundeleben verhelfen. Sonja Nürenberg ist am Tag der OP sehr nervös. Jede Narkose ist ein Risiko – sowohl für den Menschen als auch für das Tier, aber für Hunde, die ohnehin schlecht Luft bekommen, noch mal ein bisschen mehr. „Ich habe einfach Angst, dass doch etwas schiefgeht. Das weiß man ja nie. Ich weiß aber auch, dass die OP sein muss, und ich vertraue dem Tierarzt“, so Nürenberg.

14

DU UND DAS TIER 4/2017

Dann ist es so weit. Morpheus bekommt zunächst eine Beruhigungsspritze und kurze Zeit später fließt auch schon das Narkosemittel durch den am Hundebein gelegten Zugang in den Blutkreislauf. Nun heißt es abwarten, bis die Narkose auch wirklich wirkt. Tierarzthelferin Irene Petermeier geht ruhig und routiniert vor. Jeder Griff sitzt. Sie trägt Augensalbe auf Morpheus Augen auf, damit diese während der OP nicht austrocknen. Inzwischen schlummert Morpheus friedlich und es kann losgehen. Bevor er auf dem OP-Tisch landet, kommt er in den Röntgenraum. Die Röntgenstrahlen offenbaren das Innerste des Hundes und zeigen, ob Lunge und Bronchien soweit in Ordnung sind. „Als Chirurg muss ich mir vor einer Operation ein optimales Bild von dem Hund machen. Da gehört auch das Röntgen dazu. Wenn der Hund zum Beispiel einen Lungentumor hat, dann kann ich mir ja oben einen Wolf operieren, denn dann würde er letztendlich trotzdem an der Luftproblematik sterben. Diese Informationen bekomme ich nach dem Röntgen, und dann kann ich auch erst mit gutem Gewissen mit der Operation beginnen“, erläutert Dr. Unna. Das Röntgenbild zeigt aber auch weitere Baustellen – Keilwirbel an der Wirbelsäule, die schon

© Fotos: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Bevor es auf den OP-Tisch geht, wird Morpheus geröntgt. Dabei zeigen sich neben dem Problem mit der Atmung auch Baustellen an der Wirbelsäule.


TITELTHEMA

Nachher

vorher

mierten Durch den defor ZähSchädel sind die uer im ne kreuz und q n. Maul gewachse

Dr. Ralf Unna verhilft Morpheus zu größeren Nasenlöchern und vernäht diese. Das erste Nasenloch ist fertig. Das noch unbehandelte zeigt sich im Vergleich als kleiner Schlitz.

Geschafft! Morpheus hat die OP überstanden. angefangen haben, sich zu versteifen. Keilwirbel gehören zu den angeborenen Missbildungen der Wirbelsäule. Diese Deformierungen sind problematisch, da sie unter anderem Bandscheibenvorfälle begünstigen. Der Kopf zeigt sich auf dem Röntgenbild quadratisch – die Schnauze fehlt praktisch. Wie abnormal die weggezüchtete Schnauze ist, offenbart sich im Vergleich mit dem Röntgenbild eines gesunden Hundes. Hier zeigt sich der Kopf nicht als Quadrat, sondern als spitz zulaufend. Es ist höchste Zeit, dass Morpheus zumindest an zwei möglichen Stellen geholfen wird: den Nasenlöchern und dem Gaumensegel. Nun geht es ans Eingemachte. Irene Petermaier spannt Morpheus noch einen Metallstab in die Maulhöhle, damit der Hund zum einen während der OP besser atmen kann und Dr. Unna zum anderen unproblematisch und geschützt an die zu operierenden Bereiche kommt. Zunächst geht es mit dem Vergrößern der Nasenlöcher los, die sich jetzt noch als Schlitze zeigen. Hierfür setzt Dr. Unna das Skalpell an und schneidet die Schlitze nacheinander ein. Danach vernäht er diese so, dass aus Schlitzen normale Nasenlöcher werden. Nach rund 20 Minuten ist es ohne Komplikationen geschafft. Part zwei beginnt: das Kürzen des Gaumen-

segels. Dies ist notwendig, weil das Gaumensegel die Atemluft während ihrer Passage durch die Luftwege behindert. Das Gaumensegel legt sich bei jedem Atemzug des Hundes über die Öffnung des Kehlkopfes. In der Folge entzündet sich dadurch nicht nur der gesamte Rachenraum chronisch, sondern auch die Luftröhre und die Bronchien. Ohne einen chirurgischen Eingriff kommt es unweigerlich zu einer Überbelastung des Herzens, das aufgrund der schlechten Sauerstoffzufuhr vermehrt arbeiten muss – hieraus kann sich auch eine unheilbare Insuffizienz des Herzens entwickeln. Als Dr. Unna ein stabähnliches Werkzeug am Gaumensegel ansetzt – einen Elektrokauter –, riecht es nach verbranntem Fleisch. Das ist nichts für schwache Nerven. Der Geruch setzt sich fest. Nach wenigen Minuten ist Dr. Unna fertig. Er nimmt so wenig wie möglich von dem Gewebe weg. Das geöffnete Maul von Morpheus offenbart auch eine Menge schief gewachsener Zähne. Diese stehen kreuz und quer im Kiefer, was mit der Deformation des Kopfes einhergeht. Die Zähne haben einfach nicht genug Platz und suchen sich ihren Weg. Bereits im Welpenalter musste im Kiefer des Hundes Platz geschaffen werden. Viele Möglichkeiten gab es hier nicht, außer sechs Milchzähne zu ziehen. Die Operation ist gut verlaufen. Morpheus darf in die Aufwachbox. Dort wird er überwacht, bis der Körper die Narkosemittel vollständig abgebaut hat, er selber schlucken kann und seine Körperfunktionen wieder hergestellt sind. Um den Körper nicht noch mehr zu belasten, spritzt Dr. Unna den Hund nicht wach, sondern lässt ihn kontrolliert seinen Rausch ausschlafen. Am späten Abend kann ihn seine Besitzerin wieder abholen. DU UND DAS TIER 4/2017

15


uch Morpheus‘ Tageb nach der OP hwol. Das gesc ist n le o h b a t Tierarz Morpheus 14 pheus vom beunruhigen mich. rauf. Die Nacht r o M h ic kann ut d cher Um 21 Uhricht und die Nasenlör und schlapp, aber g u s p e S G r lene n neben de ein bisschheig. war unru r R E fit, Trichte B ist M E us T e P h E p r 15. S gut. Mo Arzt. Allesche sind weniger. im e b e ll o Kontr . Alltagsgeräus nervt ihn

ER . SEPTEMB

r nervt elt! Trichteeräusche, h c e h r E . nd toben r.“ Alle G 17. ill spielen ur ist sehr viel leiseasengeräusche“. w r, e h m u itzt n: „E h „N Er ist fit, mfl eldung von andere, sind weg, nur noc n k e c ihn. Rü em Rachen komm ck. die aus d geht weiter zurü Schwellung gR ird unerträn E w B n M ke E c T u J P 20. SE im Fresse weise ab. e geht teil Trichter lassen. Be s a N m u Kruste Sekunde ohne schubbern. lich, keine sofort an, sich zu fängt er

R SEPTEMBE

besser, abe

r

wird MBER n der Naseehr lange spazieren o v h c 23. SEPTE us ä r ehr. Ge stellend. Heute s ört heute s n Trichter stlange nicht zufriedeflitzt herum. ist noch er hechelt, ist fit, g ew e s e n ,

Trich ds kommt n e b A r. S e p . u s 29 aktiv, alles roblemlos. Munter unnde Trichter verläuft p Nacht oh

: EPTEMBER

ter ab, erst

e

ist aber komplett weg. Er kriegt auch vom Laufen nicht mehr genug. Seit der Operation musste er keine Pause einlegen, wo er sich sonst immer Bereits in der ersten Nacht nach der Operation ist das hinlegen musste, um zu verschnaufen“, freut sich Sonja Nürenberg. für Morpheus typische Schnarchen kaum zu hören. Morpheus hat die Operation zwar geholfen, aber besser wäre es, wenn „Ich habe total unruhig geschlafen. Normalerweise Hunde gar nicht erst so übertrieben gezüchtet würden, dass solche Prohöre ich Morpheus nachts schnarchen. Diesmal hörte bleme entstehen. „Die Liste problematischer Zuchtformen ich ihn aber kaum und ich dachte jedes Mal, Übertriebene Zuchtist lang und macht vor keiner Tiergruppe halt. Hunde er sei vielleicht im Schlaf erstickt. Das war merkmale führen zu sind im Wandel der Zeit Teil der Gesellschaft und werden schrecklich“, erzählt Nürenberg. Nach rund Tierleid. manchmal nur aus ästhetischen Gründen und als Status15 Tagen ist die Genesungsphase vollstänsymbol gehalten. Die Entdeckung der Inzucht erlaubte eine dig abgeschlossen. „Ich bereue den Eingriff Standardisierung von Rassen. Die Tiere, die am ehesten dem gewünschkeine Sekunde! Morpheus ist ein ganz neuer Hund! Er ten Ideal entsprachen, wurden weiter zur Zucht verwendet. Jedoch ist viel ausdauernder, aktiv und fitter. Er schnuppert deutlich mehr und ist um 100 Prozent leiser geworden. schränkt Inzucht die genetischen Variationen ein. Bestimmte Merkmale, die leider auch krankhaft sein können, werden innerhalb der Population Wenn er den Kopf überstreckt, atmet er lauter und quietscht eher. Das Schnarchen, Röcheln und Grunzen weiterverbreitet“, erläutert Andrea Furler-Mihali.

16

DU UND DAS TIER 4/2017

© Fotos: Privat

MORPHEUS ENTDECKT DIE WELT NEU


TITELTHEMA

DIE RECHTLICHE SITUATION Das Tierschutzgesetz legt in Paragraf 1 fest, dass einem Wirbeltier ohne vernünftigen Grund keine Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden dürfen. Paragraf 11b, der sogenannte Qualzuchtparagraf, besagt, dass es verboten ist, Wirbeltiere zu züchten, wenn als Folge bei der Nachzucht Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen, untauglich sind oder derart umgestaltet sind, dass hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Auch ist die Zucht untersagt, wenn die Nachkommen in der Haltung unter Schmerzen leiden, die vermeidbar gewesen wären. Übersetzt heißt das, dass extreme Züchtungen nach dem deutschen Tierschutzgesetz eigentlich verboten sind. Die Formulierung im Tierschutzgesetz ist jedoch zu schwammig und die Behörden haben Schwierigkeiten, die Qualzuchten rechtlich zu verfolgen. Allerdings gibt es zusätzlich ein Qualzucht-Gutachten des damaligen Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten von 1999, an dem der Deutsche Tierschutzbund von Anfang an mitgearbeitet hat. Es soll den Behörden helfen, Qualzuchten zu erkennen und konkret dagegen vorzugehen. Doch die Veterinärämter und Juristen sind bei diesem Thema häufig überfordert. Das Problem wird auch dadurch gefördert, dass die Rassestandards größtenteils immer noch so konzipiert sind, dass die Zuchtziele mit einer Qualzüchtung verbunden sind. „Das Qualzuchtgutachten gibt nur einen kleinen Ausschnitt der betroffenen Tierarten wieder, und es umfasst auch nicht die aktuellen Entwicklungen der letzten Jahre. Diese Tatsache bereitet dem Vollzug Schwierigkeiten. Deswegen muss das Gutachten dringend überarbeitet und aktualisiert werden“, fordert Furler-Mihali. Am Beispiel von Morpheus zeigt sich deutlich, welches Leid bestimmte Zuchtmerkmale mit sich bringen. Die angezüchtete Kurzbeziehungsweise Rundköpfigkeit führt bei besonders schweren Fällen nicht nur zur Atemnot, sondern kann sogar auch phasenweise zur Bewusstlosigkeit führen, da das Gehirn nur ungenügend mit Sauerstoff versorgt wird. Der Hund kann dabei auch schlagartig umfallen. Die Bewusstlosigkeit kann anfallsweise auftreten und von kurzer Dauer sein oder auch länger andauern und zu Gehirnschäden oder schlimmstenfalls zum Tod führen. Durch Anstrengung, stressige Situationen oder hohe Umgebungstemperaturen wird die Atemnot noch verstärkt. Auch für einen Hitzschlag sind diese Rassen sehr empfindlich, da sie ihre Körpertemperatur nur schwer regulieren können. Für den Hund ist das ein Teufelskreislauf.

DIE GESUNDHEIT GEHT VOR Ein Tier sollte nie leiden müssen, damit es den persönlichen Vorstellungen des Züchters und Käufers entspricht. Auch Trends in der Gesellschaft oder ökonomische Interessen sollten nicht auf dem Rücken der Hunde ausgetragen werden. Der Deutsche Tierschutzbund fordert, dass nur die Tiere für eine Zucht zugelassen werden, die nachweislich gesund sind. Spezifische Rassen oder Zuchtlinien, bei denen mit Schmerzen, Leiden und Schäden verbundene Symptome auftreten, haben in der Zucht nichts verloren. Eine kontrollierte und ethisch vertretbare Zucht könnte dazu beitragen, dass dort Extremformen nicht mehr vorkommen. Darüber hinaus sollte es eine rechtlich verbindliche Verordnung geben, die klar definiert, was als Qualzucht gilt. Die Kontrollbehörden müssen härter durchgreifen und auch die Justiz ist gefordert, die vorhandenen gesetzlichen Grundlagen stärker auszuschöpfen. Das Tierschutzgesetz ist zu allgemein gefasst und erschwert dadurch konkrete Verbote. Im Moment können Ämter und Gerichte immer nur Einzelfallentscheidungen treffen, nicht aber bestimmte Zuchtlinien generell ausschließen.

Die OP ist gut ausgegangen und Morpheus kann endlich richtig luftholen. Bis es zu einem Verbot von Qualzuchten kommt, sollten diejenigen, die sich für solche Hunde interessieren, der Versuchung widerstehen. Schließlich regelt immer die Nachfrage das Angebot. Der Käufer entscheidet also maßgeblich mit, in welche Richtung sich die Zucht weiter bewegen soll. Modischen Trends zu folgen oder niedliches Aussehen über die körperliche Fitness zu stellen, ist für die betroffenen Tiere oft mit lebenslangen Schmerzen, Leiden und Schäden verbunden. In Anbetracht der aktuellen Auswüchse bei der Zucht auf kurzköpfige Hunde und die damit zusammenhängenden körperlichen Probleme rät der Deutsche Tierschutzbund von der Anschaffung eines solchen Hundes ab. Manchen Hunden wie auch Morpheus kann zwar eine Operation helfen, aber in was für einer Welt leben wir, wenn ein Hund erst vorsätzlich kaputt gezüchtet wird, um dann wieder gesund operiert zu werden?   Von Nadia Wattad

WEB

www.tierschutzbund.de/qualzucht Nutzen Sie die Möglichkeit, sich gezielt über Qualzucht bei Heimtieren zu erkundigen. Neben einer Checkliste, mit der Sie feststellen, ob Ihr Hund unter seiner Kurzköpfigkeit leidet, finden Sie weitere interessante Dokumente zum Lesen und Herunterladen.

www.duunddastier.de/atemlos Lernen Sie Morpheus in einem Video vor und nach der Operation kennen. DU UND DAS TIER 4/2017

17


TAUSENDSASSA

BIOCHIP

Zahlreiche Wissenschaftler arbeiten täglich daran, Alternativen zum Tierversuch zu entwickeln. Sogenannte Organbiochips sind besonders erfolgversprechend und eine Auszeichnung wert.

Mithilfe solcher OrganModelle können Wissenschaftler Medikamente testen und Krankheiten in einer Umgebung simulieren, die dem menschlichen Körper entspricht.

18

DU UND DAS TIER 4/2017

Im Falle des Leber-Modells füllen die Wissenschaftler Leber- und Blutgefäßzellen mithilfe einer Nährflüssigkeit in den Chip. Über ein Kanalsystem fließen diese dann in die unterschiedlichen Ebenen des Objektträgers. Durch eine Membran getrennt, lagern sich die Blutgefäßzellen anschließend im oberen und die Leberzellen im unteren Bereich ab – genau so, wie es im menschlichen Körper der Fall wäre. Gleichzeitig sorgen Pumpen, die an den Chip angeschlossen sind, für ein Mikroflusssystem und einen gleichmäßigen Strom. Das ist es, was den Biochip so besonders macht: Durch die sich bewegenden Flüssigkeiten können die Wissenschaftler – im Gegensatz zu statischen Zellkulturen – reale Funktionen der Leber

© Fotos: Martin Raasch

Abteilung Alternativmethoden zu Tierversuchen beim Die Vorstellung, uns Menschen und unsere Organe Deutschen Tierschutzbund. auf einem Chip nachzubilden, wirkt für viele auf den ersten Blick unmöglich und wie ein Szenario aus einem Science-Fiction-Film. Dabei ist genau das in BIOCHIP STATT TIERVERSUCH der Wissenschaft schon Realität. Bereits seit einigen Ein Forschungsprojekt, bei dem es sich lohnt, einmal Jahren arbeiten Wissenschaftler daran, sogenannte genauer hinzusehen, ist das von Dr. Alexander Mosig, Organbiochips zu entwickeln, um menschliche ZellZellbiologe an der Universitätsklinik Jena. und Stoffwechselprozesse genau untersuchen zu könDr. Mosig hat gemeinsam mit seinen Kollegen nen. So wollen sie damit unter anderem biomediziniunterschiedliche „organ-on-a-chip“-Systeme einer sche Fragestellungen beantworten, wie zum Beispiel neuen Dimension entwickelt. So vereint das von ihm warum die menschliche Leber im entwickelte Leber-Modell erstmals alle Biochips ermöglichen es wesentlichen Zelltypen dieses Organs. Krankheitsverlauf einer BlutvergifWissenschaftlern, Krank- Die gläsernen Objektträger mit ihren tung, auch Sepsis genannt, versagt. heitsverläufe in Echtzeit zu kleinen Hohlräumen, Sensoren, Zu- und „Biochips sind nicht nur eine wissenbeobachten. schaftliche Revolution, sondern vor Abflüssen ähneln optisch nicht einmal entallem auch eine echte Alternative zu fernt den menschlichen Organen. Dennoch den bislang für diese Untersuchungen durchgeführten versetzen sie Wissenschaftler in die Lage, wichtige Tierversuchen“, sagt Kristina Wagner, Leiterin der Funktionen von Organen und sogar deren Kommunikation miteinander nachzubilden.


und anderer Organe nachahmen. Über verschiedene Schläuche können sie nun Blutzellen, Gallenflüssigkeit, Nährstoffe oder auch Krankheitserreger in das System einbringen und den menschlichen Blutkreislauf simulieren. So wird es möglich, Medikamente in einer Umgebung zu testen und Krankheiten zu simulieren, die dem menschlichen Körper und typischen Krankheitsverläufen entsprechen – und das in Echtzeit. „Das Problem der Übertragbarkeit von Tierversuchen gibt es hier nicht“, so Wagner.

ALS TECHNOLOGIE DER ZUKUNFT AUSGEZEICHNET 2014 haben Dr. Mosig und seine Kollegen für ihre Forschung bereits den Thüringer Tierschutzpreis erhalten. Dieses Jahr überreichte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ihnen den Tierschutzforschungspreis des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Neben weiteren Experten der Alternativmethodenforschung sitzt auch Roman Kolar, Leiter der Akademie für Tierschutz, in der Jury. „Mit dem diesjährigen Tierschutzforschungspreis wird eine großartige Arbeit geehrt. Wir setzen große Hoffnung in die Technologie der Biochips“, sagt Kolar. Zusätzlich zu dem genannten Leber-Modell hat Dr. Mosig ein Tumor-Modell entwickelt, an dem die Wissenschaftler derzeit die Wirkmechanismen zweier Anti-Tumor-Wirkstoffe aufklären. In der Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist es ihm gelungen, erstmals ein Biochip-Design der Blut-Hirnschranke zu entwickeln – weitere Modelle sind in Planung. Schon heute ist es möglich, mehrere solcher Organmodelle hintereinander zu schalten und größere Teile des menschlichen Körpers nachzubilden. Der ganze Mensch, der sogenannte „Human on a chip“, ist derzeit noch Zukunftsmusik. Was jetzt aber schon feststeht: „Diese Wissenschaftler zeigen uns, wohin die Reise in der Forschung gehen könnte. Sie liefern uns Punkte, an denen wir ansetzen können, um den Prozess hin zu einer ethisch vertretbaren und wissenschaftlich belastbaren, zuverlässigen Forschung voranzutreiben“, sagt Wagner. Schon heute ersetzen Organbiochips eine Vielzahl von Tierversuchen, in denen bislang unzählige Tiere qualvoll sterben mussten.  Von Verena Jungbluth

WEB

www.tierschutzbund.de/organbiochips Lesen Sie hier das vollständige Interview mit Dr. Alexander Mosig.

INTERVIEW

HINTER DEN KULISSEN

DREI FRAGEN AN DR. ALEXANDER MOSIG, ZELLBIOLOGE Was hat Sie dazu bewegt, im Bereich der Alternativmethoden zu arbeiten? Unser Ziel ist es, immunologische Erkrankungen besser verstehen zu können und damit die Grundlage für die Entwicklung besserer Behandlungsmöglichkeiten zu legen. Aus Ermangelung geeigneter Alternativen werden häufig Versuchstiere, vor allem Mäuse und Ratten, für solche Studien verwendet. Nagetiere sind aber evolutionär bedingt an andere Lebensräume als der Mensch angepasst. Hieraus ergeben sich auch erhebliche Unterschiede in der Ernährung, dem Immunsystem und letztlich dem Umgang mit Infektionen. Die Ergebnisse aus Tierstudien sind deshalb nur eingeschränkt auf den Menschen übertragbar. Mit unseren „Organen-auf-dem-Chip“ sollen langfristig besser auf den Menschen übertragbare Ergebnisse gewonnen und gleichzeitig auch die Anzahl der notwendigen Tierversuche drastisch reduziert werden. Welche Herausforderungen gibt es in Ihrer Forschung? Es gibt in Deutschland nur wenige Förderprogramme und Stiftungen, die sich gezielt der Entwicklung von Alternativen zum Tierversuch widmen. Hier sind andere Länder wie beispielsweise die USA, die Niederlande oder auch Norwegen wesentlich engagierter. Es ist wichtig, dass auch in Deutschland in diesem Bereich mehr Unterstützung möglich wird, um nationale wie internationale Forschungsnetzwerke entstehen zu lassen und die Entwicklung dieser Technologie effizient voranzutreiben. Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft aus? Wir stehen erst am Beginn der Entwicklung von wirksamen Alternativmethoden und es liegt noch viel Arbeit vor uns. Ich bin aber überzeugt, dass es langfristig möglich sein wird, die Zahl der Tierversuche in der biomedizinischen Forschung erheblich zu senken und diese eventuell eines Tages ganz überflüssig zu machen. Davon sind wir aber noch weit entfernt. Dafür ist es notwendig, sich auch ein Stück aus dem weit verbreiteten Grabendenken bei diesem emotionalen Thema zu lösen, sachlich zu diskutieren und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. In Jena setzen wir das am Integrierten Forschungsund Behandlungszentrum für Sepsis und Sepsisfolgen sehr erfolgreich um, und ich freue mich wirklich sehr, dass diese gemeinsame Arbeit mit dem Bundesforschungspreis für die Entwicklung von Tierversuchsersatzmethoden gewürdigt wurde. DU UND DAS TIER 4/2017

19


BUNDESTAGSWAHL IST „Bundestagswahl ist #Tierschutzwahl!“ – so lautete das Motto der Mitgliederversammlung des Deutschen Tierschutzbundes, die dieses Jahr in Potsdam stattfand. Der Wahlkampf der Parteien für den alles entscheidenden Tag – der Bundestagswahl – ist inzwischen vorüber. Für so manche Partei und sicherlich auch für viele Wähler war das Ergebnis überraschend. Ob mit der neu gebildeten Bundesregierung auch mehr Tierschutz in den Bundestag einzieht, wird sich noch zeigen. Der Deutsche Tierschutzbund hatte sich aber genau das auf die Fahne geschrieben und bereits vor der Bundestagswahl mit vielen Aktionen auf die Tiere aufmerksam gemacht. Aus diesem Grund lag es auch nah, auf der diesjährigen Mitgliederversammlung das Motto „Bundestags-

20

DU UND DAS TIER 4/2017

wahl ist #Tierschutzwahl!“ in den Mittelpunkt zu rücken. Die Versammlung, zu der der Verband seine ihm angeschlossenen Mitgliedsvereine eingeladen hatte, tagte im Kongresshotel am Templiner See in Potsdam. Darüber hinaus fanden bereits am Vortag zahlreiche festliche Höhepunkte statt: Der „TiBu“ wurde in den Kategorien „Prominent“, „Investigative Recherche“ und „Dokumentation“ im feierlichen Rahmen an drei Preisträger übergeben. Der Preis ehrt Menschen oder Institutionen, die mit ihrem Wirken den Wertewandel in unserer Gesellschaft zu einem Mehr an Tierschutz voranbringen. Dass sich auch schon die jüngere


HINTER DEN KULISSEN

T #TIERSCHUTZWAHL! im Tierheimalltag – sei es beim Transport von Tieren oder Futter. Neben den Tierhilfewagen profitierten viele Tierschützer auch von Themenforen, zu denen der Deutsche Tierschutzbund am Abend vor der Mitgliederversammlung eingeladen hatte. Gestaltet und durchgeführt haben diese Mitarbeiter des Deutschen Tierschutzbundes. Neben dem von Wilfried Britz und Bianca Brieden geleiteten Workshop „Erfolgsfaktoren für das Spendensammeln“ – ein für Tierheime immens wichtiges Thema – fand auch ein Themenforum für die richtige Berechnung und Darstellung von Fundtierkosten statt. Dieses hielt Christian Schönwetter.

Die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Mitgliedsvereine befürworten die Resolution im Rahmen der Bundestagswahl „Pass auf, wo Du Dein Kreuz machst“.

© Foto: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Generation den Tierschutz auf die Fahne schreibt, zeigte sich bei der Verleihung des Adolf-Hempel-Preises. Gleich drei Kinder- und Jugendtierschutzprojekte machten das Rennen. Auf Seite 49 lesen Sie, welche Projekte die Jury überzeugen konnten. Das Preisgeld von insgesamt 2.500 Euro soll den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, ihre Tierschutzarbeit und -projekte auch in Zukunft erfolgreich weiterzuführen. Und auch die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheime hatten allen Grund zur Freude: Insgesamt 31 von 80 Tierhilfewagen wechselten den Besitzer. Die Autos unterstützen nun die Mitarbeiter

DU UND DAS TIER 4/2017

21


1

2

4

5

3

1 Irina Naumova, Leiterin des Tierschutzzentrums Odessa, dankt für die Unterstützung. 2/3 Dr. Guido Schielke, Bereichsleiter Veterinär- und Lebensmittelüberwachung (2), und Stefan Ludwig, Justizminister von Brandenburg (3), hielten ein Grußwort, dankten den Tierschützern für ihr Engagement und betonten die Wichtigkeit des praktischen Tierschutzes. 4 Schatzmeister (DTschb) Jürgen Plinz stellt den Haushalt vor. 5 Dr. Renate Seidel, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, begrüßt die Gäste. 1

MITGLIEDERVERSAMMLUNG STEHT IM ZEICHEN DER POLITIK Die dem Dachverband angeschlossenen Vereine unterstützten das auf der Mitgliederversammlung verkündete Motto „Bundestagswahl ist #Tierschutzwahl!“. Sowohl der Deutsche Tierschutzbund als auch seine mehr als 740 Mitgliedsvereine haben auf der diesjährigen Mitgliederversammlung deutlich gemacht, dass der Tierschutz dringender NachbesseDie Politik muss beim Thema rungen bedarf. „Obwohl der Tierschutz vor 15 Jahren als Staatsziel ins GrundgeTierschutz dringend tätig setz aufgenommen wurde, ist die Kluft werden. zwischen Verfassungsanspruch und der Tierschutzrealität nach wie vor eklatant“, sagte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir fordern die demokratischen Parteien auf, insbesondere diejenigen, die bei der Bundes-

22

DU UND DAS TIER 4/2017

tagswahl am 24. September die Regierungsmehrheit erhalten, in der kommenden Legislaturperiode dem Tierschutz einen höheren Stellenwert einzuräumen.“

DIE RESOLUTIONEN STEHEN IM ZEICHEN DER TIERE Neben der Resolution „Bundestagswahl ist #Tierschutzwahl!“ verabschiedete die Mitgliederversammlung noch zwei weitere wichtige Resolutionen. So forderten die Vereine, für eine kostendeckende öffentliche Finanzierung der Leistungen von Tierschutzvereinen und Tierheimen zu stimmen. Hintergrund ist, dass viele Tierheime in ihrer Existenz bedroht sind, weil die öffentliche Hand nicht ihrer Verpflichtung nachkommt, die in ihrem Auftrag erbrachten Leistungen angemessen zu erstatten. In den vergangenen Jahren sind jegliche Versuche, allgemein verbindliche und auskömmliche Standards der Tierheimfinanzierung auszuhandeln, an der Verweigerungshaltung der kommunalen Spitzenverbände gescheitert. Im Ergebnis müssen die Tierschutzvereine weiterhin mühsam mit jeder einzelnen Kommune verhandeln, damit diese die Kosten, Fundtiere in den Tierheimen unterzubringen, ansatzweise kostendeckend übernehmen. „Die Tierschützer in Deutschland werden es nicht länger hinnehmen, dass sich die kommunalen Spit-

© Fotos: Deutscher Tierschutzbund e.V.

In einem weiteren Workshop drehte sich alles um die vom Deutschen Tierschutzbund entwickelte Software TEO. Mit dieser Software bestreiten die Mitarbeiter den Verwaltungsalltag im Tierheim. Martin Schmidt erläuterte den interessierten Zuschauern die Details. Mitarbeiter der Tierheimberatung des Deutschen Tierschutzbundes hielten ein Themenforum zu „Wer sich wohlfühlt, wird seltener krank“ ab. Hier wurden Beispiele aus der Praxis vorgestellt.


HINTER DEN KULISSEN

2

1 Dieser Hund begleitete sein Frauchen auf die Mitgliederversammlung. 2 Anna Lena Busch spricht für den Jugendländerrat.

zenverbände, Bund und Länder ihrer Verantwortung entziehen und die Institution der Tierschutzvereine als gegeben ansehen“, sagte Schröder. „Die Verantwortlichen verlassen sich derzeit zu sehr darauf, dass der karitative Tierschutz in Deutschland auch zukünftig durch ehrenamtliches Engagement, Leidenschaft und die Spenden seiner Unterstützer aufrechterhalten wird“, so Schröder weiter.

SOLIDARITÄT MIT DEN TIERSCHÜTZERN IN MECKLENBURG-VORPOMMERN Im Kampf gegen die drohende Kürzung der Tierheimförderung durch die Landesregierung hat die Mitgliederversammlung des Deutschen Tierschutzbundes in einer weiteren Resolution dem Landesverband Mecklenburg-Vorpommern und seinen Mitgliedsvereinen ihre Solidarität im Kampf für Fördermittel zugesichert. Aus dem Entwurf des Doppelhaushaltes 2018/2019 geht hervor, dass die Förderung der Tierschutzvereine und Tierheime in Mecklenburg-Vorpommern künftig neu aufgestellt werden soll, was mit Kürzungen verbunden wäre.

TIERHILFEWAGEN FÜR DIE TIERHEIME Auftakt der zweitägigen Veranstaltung war jedoch die Übergabe von 31 der insgesamt 80 Tierhilfewagen, die der Verband am Morgen im brandenburgischen Linthe

an die entsprechenden Tierschutzvereine übergab. „Mein Dank gilt allen Spenderinnen und Spendern, mit deren Unterstützung wir die Arbeit der Tierheime nun erleichtern können“, sagte Thomas Schröder. „Obwohl die Wagen zur notwendigen Grundausstattung gehören, können viele Tierheime die Anschaffungskosten kaum noch tragen, weil ihre Rücklagen aufgebraucht sind und die Kommunen zu wenig unterstützen.“ Aus diesem Grund hatte der Dachverband der deutschen

Das Präsidium des Deutschen Tierschutzbundes bei der Übergabe der Tierhilfewagen.

DU UND DAS TIER 4/2017

23


2

1 2

3

1 Thomas Schröder nimmt die Whiskas-Futterspende von Kristina Richter (Mars Petcare) entgegen. 2 Beim ADAC-Fahrsicherheitstraining auf der Teststrecke. 3 Die Freude ist bei der Übergabe des Tierhilfewagens groß.

und eine Theorieschulung, um Tiere sachgemäß zu sichern.

WHISKAS UND PEDIGREE UNTERSTÜTZEN MIT FUTTERPALETTEN Damit die Tierhilfewagen nicht ohne Geschenk für die Tiere zu den Tierschutzvereinen zurückkehren, spendeten die Futtermarken Whiskas beziehungsweise Pedigree für die Katzen und Hunde im Tierheim jedem der 31 Vereine eine Palette. „Wir freuen uns sehr, dass die Futtermarken an unserer Seite sind und die Tierschutzvereine tatkräftig unterstützen“, sagte Schröder.

Tierschutzvereine und Tierheime bereits im letzten Jahr 54 Wagen an Mitgliedsvereine übergeben. Die Tierhilfewagen sind mithilfe der Fachexpertise des Deutschen Tierschutzbundes speziell für den Transport von lebenden Tieren ausgestattet. So sorgen Klimaanlage und Entlüftung für angenehme Temperaturen und Luft bei jeder Wetterlage – auch im geräumigen Ladebereich, wo die Tiere untergebracht sind. Die Installation eines Trenngitters gewährleistet die verkehrsrechtlichen Auflagen für einen Mit den Tierhilfewagen gesicherten Transport. Gleichzeitig kann der lassen sich die Tiere gut Fahrer den Laderaum jederzeit problemlos gesichert transportieren. einsehen. Die Seitenfenster des Ladebereichs sind blickdicht, was die optischen Reize für die Tiere während der Fahrt minimiert. Dies wirkt sich positiv auf den Stresspegel aus. Als weitere Unterstützung absolvierten die Vereine bei der Fahrzeugübergabe auf dem ADAC-Trainingsgelände in Linthe ein Fahrsicherheitstraining

24

DU UND DAS TIER 4/2017

Im Rahmen der Mitgliederversammlung hat der Deutsche Tierschutzbund zudem drei Preisträger mit dem „TiBu“ ausgezeichnet. Die diesjährigen Preisträger sind Sängerin Stefanie Hertel, Autor und Journalist Manfred Karremann sowie der Leiter der ZDF-Redaktion Kirche und Leben ev., Dr. Reinold Hartmann, der unter anderem auch für die Themen der Reihe „37 Grad“ verantwortlich ist. „Dass der Tierschutz in den letzten Jahren an Stellenwert in unserer Gesellschaft und in der konkreten politischen Debatte gewonnen hat, ist ein Verdienst vieler“, sagte Thomas Schröder. „Neben unserem Engagement ist es auch zahlreichen Begleitern zu verdanken, die mit ihrer Arbeit, ihren Auftritten oder ihrem Einsatz dazu beigetragen haben, dass der Tierschutzgedanke sich im öffentlichen Bewusstsein manifestiert hat. Diesen individuellen Beitrag zum Wertewandel soll der TiBu anerkennen“, so Schröder weiter.

© Fotos: Deutscher Tierschutzbund e.V.

DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND VERLEIHT DEN „TIBU“


AKTUELL

1

Die TiBu-Preisträger 2017, Stefanie Hertel (3. v. r.), Manfred Karremann (2. v. r.) und Dr. Reinhold Hartmann (4. v. r.), zusammen mit dem Präsidium und Moderator Attila Weidemann (1. v. l.).

DIE PREISTRÄGER 2017 Kategorie Prominent: Stefanie Hertel Bei öffentlichen Auftritten ebenso wie im Stillen nutzt Stefanie Hertel jede Gelegenheit, um Menschen für den Tierschutz zu sensibilisieren. Sie wirbt dafür, auf Tiere zu achten und die Tiere zu achten – sei es bei der Ernährung oder durch den Verzicht auf Echtpelz. In ihrer Funktion als Botschafterin des Deutschen Tierschutzbundes besucht die Sängerin seit Jahren regelmäßig Tierheime, steht für Benefiz-Veranstaltungen zur Verfügung, sitzt in der Jury des Deutschen Tierschutzpreises und ist Laudatorin bei seiner Verleihung. Weiterhin ist sie als Patin von FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, aktiv. „Mein Respekt gilt denen, die an vorderster Front für die Tiere kämpfen. Mein Job, den ich sehr gerne mache, ist, immer wieder auf Tierschutz-Themen aufmerksam zu machen, um möglichst viele Menschen zu sensibilisieren“, kommentierte Stefanie Hertel. „Nur indem man Vorbild ist und den Leuten den Tierschutz vorlebt, kann man einen Wandel erreichen“, so Hertel weiter. Kategorie Investigative Recherche: Manfred Karremann Mit seinen kritischen Filmen, von denen viele beim ZDF in der Reihe „37 Grad“ gesendet wurden, hat Manfred Karremann

WEB www.tierschutzbund.de/ mitgliederversammlung

Weitere Informationen zur Mitgliederversammlung und über die diesjährigen Resolutionen können Sie hier nachlesen.

seit 1988 den Tierschutz in die Öffentlichkeit gebracht. Damit hat er eine nicht mehr anzuhaltende www.tierschutzbund.de/ Debatte über Tierschutz und Tiervideos rechte mit angestoßen. 1996 und Erfahren Sie in einem Video, wie sehr die erneut 2005 dokumentierte er, beTierhilfewagen die Tierschutzvereine und gleitet vom damaligen Präsidenten Tierheime im Alltag unterstützen. des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, die unzumutbaren Zustände bei der Verladung von Rindern und deren Transport in den Libanon. „Was tun wir Tieren jeden Tag Hartmann auch für das Format „37 Grad“ zuständig. Unter anderem ihm an, wenn wir uns das noch nicht einmal ist es zu verdanken, dass in der seit zehn Minuten im Fernsehen ansehen 1994 ausgestrahlten Reihe auch immer können?“, sagte Karremann. Dessen Bilder wieder Tierschutzthemen ihren Platz der Rindertransporte hatten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst und letztlich dazu finden. „Bei vielen unserer Dokumentationen geht es darum, die Mechanik geführt, dass Subventionen für den Export der Massenproduktion von Fleisch und von Schlachtrindern in Länder außerhalb Tierprodukten zu verstehen“, sagte Hartder EU eingestellt wurden. In weiteren gemann. „Und gleichzeitig begegnet der meinsamen Projekten mit dem Deutschen Zuschauer Tieren wirklich: Lebewesen, Tierschutzbund dokumentierte Karredie soziale und seelische Bedürfnisse mann unter anderem den Weg von Affen haben. Mitunter sind dabei verstörende vom Dschungel auf Mauritius in deutsche Bilder entstanden. Aber – das ist die gute Tierversuchslabore oder den Transport von Nachricht – sehr viele Zuschauer muten Schlachtpferden von Litauen nach Sardinisich diese Begegnung zu. In einer Zeit, en. Bis heute nehmen die Tierschutz-Thein der die Massenproduktion nicht ab-, men eine wichtige Stellung in seiner Arbeit sondern zunimmt, ist es die Aufgabe des als Autor und investigativer Journalist ein. Massenmediums Fernsehen, die wichtige Frage zu stellen: Nach welchen Werten Kategorie Dokumentation: wollen wir leben?“, so Dr. Reinold Dr. Reinold Hartmann Hartmann. Als Leiter der Redaktion Kirche und Leben ev. beim ZDF ist Dr. Reinold Von Nadia Wattad DU UND DAS TIER 4/2017

25


POSTER ZUM HERAUSNEHMEN

SPENDEN MACHT GLÜCKLICH WEIL ...

Tierheime helfen selbstlos und zuverlässig, wenn Tiere in Not sind. Viel zu oft geraten sie jedoch an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten, weil sie zum Beispiel eine große Anzahl von Tieren aufnehmen müssen oder das Geld für nötige Sanierungen fehlt. Damit die Tierheime ihre großartige Arbeit weiter fortführen können, haben Sie unsere volle Unterstützung verdient!

… SIE DAZU BEITRAGEN, DASS DER NAPF IM TIERHEIM IMMER GEFÜLLT IST.

FU

E TT

R

… FLASCHENKINDER MIT IHRER HILFE AUFGEPÄPPELT WERDEN KÖNNEN.

DU UND DAS TIER 4/2017

29


POSTER ZUM HERAUSNEHMEN

… SIE KRANKEN TIEREN DIE MEDIKAMENTE UND DIE TIERARZTKOSTEN FINANZIEREN UND DAMIT LEBEN RETTEN.

… SIE DADURCH DIE GRUNDIMMUNISIERUNG UND ENTWURMUNG VON HUNDEUND KATZENWELPEN SICHERN.

© Illustration: DWORAK UND KORNMESSER

… SIE DAZU BEITRAGEN, DASS HUND, KATZE UND CO. KUSCHELIGE KÖRBCHEN UND SPIELZEUG BEKOMMEN.

32

… GUTES TUN EINFACH GLÜCKLICH MACHT. DU UND DAS TIER 4/2017


VEGANER SCHOK HIMBEER-TR UM


REZEPT

SCHOKOTARTE MIT HIMBEERSORBET

ZUTATEN Zutaten für eine Tarteform (Durchmesser etwa 26 Zentimeter)

Wenn Schokolade und Himbeeren aufeinandertreffen, im Mund schmelzen und ihr volles Aroma entfalten, sind Geschmackssinn und Gäste schnell verzaubert.

Zubereitungszeit: 60 Minuten + kühlen Für die Schokotarte: 150 Gramm Mehl

1| Mehl, Zucker und eine Prise Salz

1 Esslöffel Zucker

INTERVIEW

gut vermischen, danach die Margarine in Flocken dazugeben und einen Teig kneten. Wenn dieser nicht geschmeidig genug sein sollte, ein bis zwei Esslöffel kaltes Wasser hinzugeben, bis er die richtige Konsistenz hat. Den Teig in Folie einpacken und mindestens eine Stunde im Kühlschrank lagern.

2 Prisen Salz 90 Gramm pflanzliche Margarine, kalt 30 Gramm Stärke 75 Gramm Zucker 3 EL Kakao 700 Milliliter Sojadrink 150 Gramm vegane Zartbitterschokolade, geraspelt 1 TL Vanillepulver Für das Himbeersorbet: 500 Gramm Himbeeren, tiefgefroren

2| Teig ausrollen und in eine Pie- oder Tarteform legen. Bei einer Pieform ruhig ein bis zwei Zentimeter Teig überstehen lassen und den Rest abschneiden. Den Teigboden vor dem Backen mit einer Gabel einstechen. Ofen auf 190 Grad Celsius vorheizen. Den Teig circa 25 Minuten backen und anschließend auskühlen lassen. 3| Nun Stärke, Zucker, Kakao und eine Prise Salz in einem Topf verrühren. Mit dem Sojadrink verquirlen und unter ständigem Rühren aufkochen lassen, bis die Masse langsam andickt. Topf vom Herd nehmen und langsam 120 Gramm geraspelte Schokolade und die Vanille einrühren.

20 Gramm Puderzucker

© Fotos: Deutscher Tierschutzbund e.V.; Jan Wischnewski; Jörg Bongartz; HeGraDe - stock.adobe.com

Minze (optional)

4| Die fertige Masse auf den Boden der Tarte geben, mit den übrigen Schokoraspeln garnieren und über Nacht im Kühlschrank auskühlen lassen. Zubereitung des Sorbets: Die Himbeeren aus der Tiefkühltruhe nehmen und 10 bis 15 Minuten bei Zimmertemperatur antauen lassen. Danach mit dem Puderzucker in einem Mixer pürieren. Je eine Kugel Sorbet auf die Schokotarte setzen und mit Minze garniert servieren.

Koch Timo Franke über seine vegane Vorliebe Was bedeutet die vegane Küche für Sie? Ich lebe vegan, weil ich Leben liebe. Dazu gehört vor allem der Tierschutz. Wir stehen in der Verantwortung der Stimmlosen, sie zu schützen und ihre Lebensräume artgerecht zu erhalten. Tiere können nicht für sich selbst sprechen. Deshalb ist es so essenziell, dass wir unsere Stimme nutzen und uns für sie starkmachen. Warum unterstützen Sie das vegane Kochbuchprojekt des Deutschen Tierschutzbundes? Es ist eine Selbstverständlichkeit, gute und positive Dinge zu unterstützen. Der Deutsche Tierschutzbund macht einen tollen Job und ich steuere gerne meinen Beitrag mit veganen Rezepten bei. www.tierschutz-genießen.de

Erfahren Sie mehr über das vegane Kochbuch „Tierschutz genießen“ des Deutschen Tierschutzbundes.

DU UND DAS TIER 4/2017

27


MEDIEN

DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND e.V.

TIERSCHUTZ GENIESSEN Der Weg zu mehr Tierschutz fängt in unserem Alltag und insbesondere auf unseren Tellern an. Der Deutsche Tierschutzbund ist davon überzeugt, dass jeder etwas bewirken und verändern kann – auch wenn sich der eine oder andere manchmal ohnmächtig fühlen mag und sich fragt, was er dem großen Leid der Kühe, Schweine, Hühner und der anderen landwirtschaftlich genutzten Tiere entgegensetzen kann. Mit unserem neuen veganen Kochbuch „Tierschutz genießen“ bringen wir den Tierschutz jetzt direkt in Ihre Küche und zeigen Ihnen, wie einfach es ist, sich mit Genuss für die Tiere in der Landwirtschaft starkzumachen.

INSPIRATION STATT ALLTAG

JETZT MACH MIT!

VERLOSUNG Lust auf ein Weihnachtsgeschenk? Wie verlosen fünf Exemplare unseres Kochbuchs. Schreiben Sie uns bis zum 22. Dezember eine E-Mail mit dem Betreff „Tierschutz genießen“ an redaktion@tierschutzbund.de. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich. Mitarbeiter des Deutschen Tierschutzbundes sowie deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. 224 Seiten, NeunZehn Verlag, Berlin, 1. Auflage 2017, ISBN: 978-394-718-80-79, 19,95 Euro

Gemeinsam mit 32 prominenten Köchen nehmen wir Sie mit auf eine kulinarische Reise. Unsere Köche haben 80 leckere Rezepte kreiert, die ganz ohne tierische Inhaltsstoffe auskommen. Herzhaft, süß, leicht und deftig – die Vor-, Haupt- und Nachspeisen strotzen vor Pflanzenkraft und lassen keinerlei Wünsche offen. Von der schnellen Mahlzeit für zwischendurch bis hin zu anspruchsvollen Gerichten für besondere Anlässe ist alles dabei. Wir möchten niemandem vorschreiben, was er isst. Aber vielleicht können wir Sie dazu bewegen, im wahrsten Sinne des Wortes über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und in die pflanzliche Küche hineinzuschnuppern. All diejenigen, die sich in der veganen Welt bereits zu Hause fühlen, finden in unserem Kochbuch neue Inspiration und viele Tricks und Kniffe der Profiköche. Lassen Sie sich inspirieren, lassen Sie es sich schmecken und genießen Sie mit uns gemeinsam Tierschutz. Mit dem Kauf dieses Buches unterstützen Sie die Tierschutzarbeit unseres Verbandes. Anzeige

Wir brauchen Ihre Hilfe!

Lega pro Animale: Sterilisationszentrum für Hunde und Katzen in Süditalien Allein ein unkastrierter Hund kann bis zu fünf Welpen pro Wurf beitragen, also 1.500 Welpen pro Jahr – wir verhindern mit einer Kastration 1.500   x Tierleid!

Spenden Sie für eine Kastration! www.legaproanimale.de

So einfach gehts „Ich rette Hundeleben, denn ich bin kastriert!“

Lega pro Animale: Sterilisationszentrum für Hunde und Katzen in Süditalien Deutscher Tierschutzbund e.  V., Sparkasse KölnBonn IBAN: DE88 3705 0198 0000 0404 44, BIC: COLSDE33 WICHTIG! Verwendungszweck: Lega pro Animale – Italien Spenden an den Deutschen Tierschutzbund e.  V. sind steuerlich absetzbar.


www.frese-wolff.de

www.tierschutzbund.de


AKTUELL

TOP 9./10. NOVEMBER KEINE (WILD-)TIERE MEHR IM ZIRKUS Italien hat ein Verbot aller Tiere und Irland ein Verbot von Wildtieren im Zirkus beschlossen. Damit setzen sie ein großes Zeichen und reihen sich in eine Liste von 21 EU-Ländern ein. Deutschland sträubt sich nach wie vor gegen ein Verbot.

20. OKTOBER ALTERNATIVMETHODEN STATT TIERVERSUCHE

© Fotos: Deutscher Tierschutzbund e.V./M. Marten; md3d - stock.adobe.com; Komitee gegen den Vogelmord e.V.

Die Forscher an der Charité Berlin sind überzeugt, dass andere Ansätze als Tierversuche zu besseren Behandlungsmöglichkeiten führen können. Ein interdisziplinäres Zentrum, das Alternativen zu Tierversuchen fördern will, befindet sich in Gründung.

16. OKTOBER

11. OKTOBER

AUS FÜR SCHWEINEMASTANLAGE

GUCCI VERZICHTET AUF PELZ

Ein über zehn Jahre währender Kampf von Tier- und Umweltschützern – darunter auch der Deutsche Tierschutzbund – gegen den Bau einer Schweinemastanlage in Haßleben (Uckermark) trägt Früchte: Das Verwaltungsgericht in Potsdam hat die Genehmigung für die Anlage zurückgezogen und eine Berufung nicht zugelassen. Die Investoren werden sich wohl an das Oberverwaltungsgericht wenden.

Das Modelabel Gucci verzichtet ab der Frühjahr/ Sommer-Kollektion 2018 auf Echtpelz. Gleichzeitig ist der Moderiese dem Fur Free Retailer Programm beigetreten.

10. OKTOBER KEIN AALFANGVERBOT Dem von der EU-Kommission geforderten Aalfangverbot in der Ostsee sind die EU-Fischereiminister nicht nachgekommen. Dafür wurden neue Fangquoten für die Ostsee definiert – mehr Sprotte, weniger Hering, Lachs und Dorsch.

11. OKTOBER UNFÄLLE MIT TIEREN IM ZIRKUS AN DER TAGESORDNUNG Im EU-weiten Vergleich führen die deutschen Zirkusse die größte Anzahl von Elefanten, Tigern, Zebras und anderen Tieren wild lebender Arten mit. Entsprechend fällt auch die Unfallstatistik aus: Fast die Hälfte der in den letzten 22 Jahren verzeichneten Unfälle mit Zirkustieren wild lebender Arten entfiel auf Deutschland.

24. OKTOBER ILLEGALE VOGELJAGD IN EUROPA MACHT SORGEN Vogeljagd ist nicht nur im Mittelmeerraum und Nordafrika ein Problem. Allein in Deutschland werden jedes Jahr zwischen 53.000 und 146.000 Vögel illegal getötet. Das hat eine Studie von BirdLife International ergeben.

10. NOVEMBER 29. AUGUST FLEISCH AUS DEM LABOR Der Agrarkonzern Cargill investiert zusammen mit einer Gruppe von Risikoanlegern 17 Millionen Dollar in die Entwicklung von Fleisch aus dem Labor. Setzt sich diese Methode eines Tages durch und wird marktreif, müssten keine Tiere mehr für den Fleischhunger der Menschen herhalten.

BITTERE NACHRICHT FÜR PELZTIERE Das bosnische Parlament (House of People) hat dafür gestimmt, das geplante Verbot von Pelzfarmen um weitere zehn Jahre nach hinten zu verschieben. Die Übergangsfrist soll bis 2028 ausgedehnt werden.

FLOP DU UND DAS TIER 4/2017

33


POLITISCHER PARADIGMENWECHSEL? Der 19. Deutsche Bundestag ist gewählt. Sieben Parteien in sechs Fraktionen sitzen derzeit im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes. Was wird aus dem Tierschutz?

Wir haben mit unserer Kampagne „Bundestagswahl ist #Tierschutzwahl!“ deutlich gemacht, was wir von der nächsten Bundesregierung erwarten: Der Tierschutz muss endlich die politische Bedeutung erhalten, den das Staatsziel Tierschutz bereits seit 15 Jahren vorschreibt. Das geht nur mit einem politischen Paradigmenwechsel: Wo immer es politisch um den Umgang mit Tieren geht, müssen künftig die Interessen der Tiere Vorrang haben und nicht länger ihr ökonomischer Nutzwert. Solange es ein Tierschutzgesetz gibt, das nicht den ethisch motivierten und als Ziel der Gesellschaft vereinbarten Schutz der Tiere regelt, sondern deren wirtschaftliche Nutzung als Rohstofflieferanten und Produkte, ist jedes Bekenntnis der Politik zum Tierschutz eine Farce. Mit unserem Tierschutz-Check hatten wir die Parteien vor der Wahl aufgefordert, Farbe zu bekennen: Werden sie das Tierschutzgesetz neu fassen? Werden sie den Tierschutzverbänden das Verbandsklagerecht einräumen? Werden sie die Verstümmelung von Tieren in der Landwirtschaft endgültig verbieten? Jeder Tierschützer konnte sich so ein Bild davon machen, wie

34

DU UND DAS TIER 4/2017

die Parteien zum Tierschutz stehen. Auch die Wähler haben wir auf unterschiedliche Art und Weise direkt angesprochen. Am Abend vor der Bundestagswahl wurden in Berlin zum Beispiel unsere Kampagnenmotive für Tausende Menschen sichtbar an Gebäude projiziert. Postkarten, Plakate und Sticker mit den Motiven waren in den Wochen vor der Bundestagswahl großflächig in ganz Deutschland sichtbar. Wie die neue Regierung auch aussehen wird, vor den Herausforderungen im Tierschutz wird sie die Augen nicht verschließen können. Die Menschen im Lande sind nicht mehr bereit, die unhaltbaren Zustände in der Landwirtschaft zu dulden. Tiere zu verstümmeln, damit sie so schnell und effizient wie möglich als Billigfleisch im Supermarkt landen, dabei das Grundwasser zu vergiften und aus ganzen Landstrichen Maiseinöden ohne Insekten und Wildvögel zu machen und dafür noch Milliarden aus EU-Töpfen zu bekommen, ist der großen Mehrheit unserer Gesellschaft nicht mehr vermittelbar. Es bedarf daher dringend einer umfassenden Nutztierstrategie, deren Grundlage die Orientierung am Tierschutz ist, nicht am Ladenpreis


AKTUELL

Im Rahmen der Kampagne „Bundestagswahl ist #Tierschutzwahl!“ wurden die Kampagnenmotive in Berlin für Tausende Menschen sichtbar an Gebäude projiziert.

oder der Gewinnmaximierung. Dazu gehört auch eine verbindliche Kennzeichnung von Fleisch und tierischen Produkten, um transparent zu machen, wie viel Tierleid darin steckt.

© Fotos: MoveItMedia; John Smith - stock.adobe.com; voinsveta - stock.adobe.com

DIE FINANZIERUNG DER TIERHEIME

führung von Tierversuchen an Menschenaffen erlaubt ist. Ebenso anachronistisch ist es, dass Elefanten in Zirkusarenen zu Kunststücken gezwungen und Eisbären in Zoos auf kargen Felsen gehalten werden. Solange es Menschen gibt, die derartige Zurschaustellungen nicht aus Empathie meiden, ist der Gesetzgeber in der Pflicht, die Tiere zu schützen.

In der vergangenen Legislaturperiode hat es den vergeblichen Versuch gegeben, die Finanzierung der Tierheime in Deutschland neu zu ordnen und so ihre WIR WERDEN KÄMPFEN! finanzielle Zukunft abzusichern. Leider ist dieser Wir werden unermüdlich dafür kämpfen, dass der „Runde Tisch“ gescheitert. Daraus lernen wir, dass Tierschutz in der Politik endlich nicht mehr nur in Runde Tische und freiwillige Lösungen nicht geeignet Sonntagsreden auftaucht. Dass es bis heute kein sind, um nachhaltige Lösungen im Tierschutz zu bundesweites Verbandsklagerecht für Tierschutzerreichen. Wir werden die nächste Bundesregierung verbände gibt, spricht Bände: Wer ein Staatsziel daher in die Pflicht nehmen, wenn Tierschutz ins Grundgesetz schreibt, es darum geht, die Arbeit der ehrendas Einklagen dieses Ziels jedoch nicht Die Politik muss ihrer amtlichen Tierschützer in Deutscherlaubt, handelt schlicht heuchlerisch. Ein Verantwortung endlich land angemessen zu würdigen. neues Tierschutzgesetz, ein Verbandsklanachkommen. Das beliebte politische Argument, gerecht, eine umfassende und nachhalwonach nicht genug Geld für den tige Nutztierstrategie, der Ausstieg aus Tierschutz vorhanden sei, ist angesichts prall gefüllter Tierversuchen und ein Ende der Haltung von Tieren Haushalte nicht nur falsch, sondern entlarvend, was zu Unterhaltungszwecken als Ausdruck einer neuen die Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit durch politischen Ethik im Tierschutz sind die Grundbedindie Politik betrifft. gungen des Paradigmenwechsels, den die künftige Bundesregierung angehen muss. Sollte sie sich dem Ein politischer Paradigmenwechsel ist auch im Beverweigern, wird sie mit dem energischen Widerstand reich der Tierversuche geboten. Maßstab muss hier der Tierschützer rechnen müssen. Und ihr muss klar ebenfalls das Leid der Tiere sein, nicht ökonomische sein, dass keiner von ihnen künftig sein Kreuz bei Interessen. Die Erforschung von Alternativmethoden Kandidaten und Parteien machen wird, die diesem muss deutlich stärker gefördert werden. Auch kann es Anspruch nicht gerecht werden. nicht sein, dass im Jahr 2017 noch immer die Durch Von Frank Meuser DU UND DAS TIER 4/2017

35


TIERISCHES WINTERVERGNÜGEN Kinder lieben ihn und die meisten Hunde auch: Schnee. Katzen haben zum kühlen Nass eher eine gespaltene Meinung. Nun ist es am Halter, Hund und Katze im Winter besonders zu schützen. DU UND DAS TIER erklärt, worauf Sie achten müssen.

Wenn die ersten Schneeflocken vom Himmel fallen und die Landschaft aussieht, als wäre sie mit einer Schicht Puderzucker überzogen, dann erinnern Hunde beinahe an ausgelassene Kinder. Viele können es gar nicht abwarten, endlich nach draußen zu kommen, um durch dieses magische weiße Pulver zu toben und Schneeflocken in der Luft zu fangen. Wenn Sie ein paar Regeln beachten, steht einem ungetrübten Wintervergnügen nichts im Wege. Zunächst sollten Hundehalter eine Vorstellung davon haben, wann ein Hund überhaupt anfängt zu frieren, und ihr Tier genau beobachten. Ein untrügliches Zeichen, dass der Halter zu spät Maßnahmen gegen die Kälte ergriffen hat, zeigt sich, wenn das Tier bereits zittert. Kleine Hunde, die nicht so viel Körpergewicht und einen vergleichsweise höheren Energieverbrauch haben, fangen schneller an zu frieren als größere Hunde – meist bereits ab circa vier Grad Celsius. Das Gleiche gilt auch für Hunde mit mittlerer Körpergröße. Akut gefährdet sind die kleinen Hunde bei minus sieben Grad Celsius und die mittelgroßen Hunde ab minus 13 Grad Celsius. Große Hunde ab 50 Zentimeter fangen zwar erst bei circa minus zehn

36

DU UND DAS TIER 4/2017

Grad Celsius an zu frieren, aber allzu lange halten sie Minustemperaturen auch nicht aus. Insofern sollte man bei einer solchen Witterung von längeren Touren absehen und das Tier im Freien stets in Bewegung halten. Da stellt sich natürlich die Frage, ob im Winter grundsätzlich ein Mäntelchen für den Hund sinnvoll ist.

BEKLEIDUNG, JA ODER NEIN? Hunde sind mit Fell ausgestattet, welches sie grundsätzlich für die Länge einer normalen Gassirunde ausreichend warm hält. Manche haben aber nur sehr kurzes Fell oder es fehlt ihnen die wärmeisolierende Unterwolle. Hier macht es Sinn, lieber öfter, dafür kürzer spazieren zu gehen. Manche Vierbeiner, die alt oder krank sind, brauchen einen zusätzlichen Wärmeschutz. Ein gut sitzender Hundemantel kann dann sinnvoll sein. Die Bäuche von sehr kleinen Hunden unter 20 Zentimeter befinden sich zum Beispiel dicht über dem kalten Boden – sie frieren daher schneller als größere Hunde. Auch ihnen kann ein Schutz vor Nässe und Kälte helfen, um Erkältungen sowie Blasenund Nierenentzündungen vorzubeugen.


AKTUELL

Katzen sind von Schnee im Winter nicht immer begeistert.

FAZIT

© Fotos: Deutscher Tierschutzbund e.V.

DIE PFOTEN SCHÜTZEN Im gut sortierten Fachmarkt für Tierbedarf gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Kleine Schühchen für den Hund gefällig? Kein Problem! Allerdings sind Schuhe für den Hund in der Regel nicht nötig – es sei denn, er hat eine Verletzung am Fuß. Wer in der Stadt wohnt, sollte versuchen, Wegen, die mit Salz, Sand oder Rollsplitt gestreut sind, auszuweichen und lieber Wald- oder Feldwege aufsuchen. Zugegeben ist das nicht täglich machbar, daher müssen die empfindlichen Hundepfoten mit einer Creme, die bestenfalls aus rein pflanzlichen Fetten besteht, zusätzlich geschützt werden. „Kommerzielles Melkfett ist nicht empfehlenswert, da es größtenteils aus Erdölraffinaten besteht – also Abfallprodukte aus der Industrie enthält. Leckt sich der Hund die Pfote, können sich schädliche Inhaltsstoffe im Fettgewebe, der Leber und in den Nieren des Hundes anreichern und Entzündungen auslösen“, so Dr. Katrin Umlauf, Referentin für Hunde beim Deutschen Tierschutzbund. Nach dem Spaziergang benötigen die Hundepfoten ein Bad im lauwarmen Wasser. Spätestens dann sind Salz und Co. Geschichte. Doch nicht nur der winterliche Belag auf Wegen und Straßen kann zu schmerzhaften Rissen in den Hundeballen füh-

FÜR HUNDEHALTER ✔ Vor dem Spaziergang Ballen einfetten ✔N  ach dem Spaziergang Streusalz/Rollsplit mit lauwarmem Wasser abwaschen, danach Pfoten mit einer fettreichen Creme pflegen ✔ Überlange Haare an den Pfoten kürzen ✔B  ei Tieren mit wenig/keiner Unterwolle, alten oder kranken Hunden auf einen Mantel zurückgreifen ✔D  as Fressen von Schnee verhindern, um Gastritis, Mandelentzündung und Schadstoffaufnahme vorzubeugen

DU UND DAS TIER 4/2017

37


ren, auch Schneeklümpchen zwischen den Zehen der Hunde behindern sie beim Laufen. Um dem entgegenzuwirken, sollten Hundehalter die über die Fußballen herauswachsenden Haare vorsichtig entfernen. Auf keinen Fall sollten die Haare zwischen den Ballen weggeschnitten werden – diese schützen den Ballen vor dem reibenden Sand.

SPASS IM SCHNEE Viele Hunde beißen mit Wonne in den Schnee. Normalerweise schadet das gesunden und geimpften Hunden auch nicht. Sobald sie aber anfangen, größere Mengen an Schnee zu fressen, ist Vorsicht geboten. Die eiskalte Masse kann schnell zu einer Magen-Darm-Erkrankung führen. Schnee kann auch mit Bakterien oder Viren belastet sein. Die Magensäure tötet zwar in der Regel Erreger ab, dennoch bleibt ein Restrisiko, dass Hunde sich über Risse in der Mundschleimhaut infizieren. Einige Hunde bekommen durch die Aufnahme von Schnee Durchfall oder erbrechen sich. Besonders gefährlich ist es, wenn sich Stoffe im Schnee befinden, die für das Auge unsichtbar sind. Frostschutzmittel zum Beispiel kommt im Winter regelmäßig zum Einsatz und kann beim Einfüllen in die Scheibenwaschanlage schon mal danebengehen. „Das im Frostschutz- hockern. Damit sie sich zu Hause nicht langweilen, können ihre Halter mittel enthaltene Ethylenglykol ist pures Gift für den die heimischen Fensterbänke zu spannenden Schauplätzen umfunktioHund. Da es auch austritt, wenn der Kühler eines nieren. „Räumen Sie die Fensterbänke am besten frei, damit Ihre Katze Autos defekt ist, kann man nie wissen, wo das Mittel genug Platz zum Sitzen und Beobachten hat, und platzieren Sie dort ein noch auf den schneebedeckten Straßen schlummert“, weiches Kissen“, empfiehlt Moira Gerlach, Referentin für Heimtiere beim warnt Dr. Umlauf. Dazu schmeckt es auch noch süßDeutschen Tierschutzbund. Doch nur gucken reicht den Freigängerkatzen lich, also nicht unangenehm. Hundehalter müssen ihre nicht auf Dauer, sie brauchen Beschäftigung. Sie haben eine Vorliebe für Tiere beim Freilauf also sehr im Blick haben und sie alles, was läuft, rollt oder fliegt. Beispielsweise lässt sich eine Spielangel beim übermäßigen Verzehr von Schnee an die Leine leicht selbst basteln, indem man eine stabile Schnur an einem Stofffetzen nehmen. Werfen Sie Hunden keine Schneebälle zu, befestigt und die Katze zum Fangen animiert. Auch zusammengeknülltes auch wenn die meisten Vierbeiner daran Freude haPapier oder ein leerer Pappkarton sind beliebt. Leckerlis, versteckt in ben. Sonst fördern Sie das Fressen von Papprollen oder speziellen Spielbällen, fördern zusätzSchnee. Haben Sie einen regelrechten lich die Konzentration der Stubentiger. So halten Sie die Beschäftigung sorgt im Nimmersatt an der Leine, der ständig Katze bei Laune und stärken noch nebenbei die Bindung. Winter für Abwechslung. Schnee aufnehmen möchte, helfen nur „Achten Sie darauf, Spielzeug zu verwenden, das aus gute Kontrolle und konsequentes Training. ungiftigem Material besteht und von dem sich keine Teile ablösen, die Und zu guter Letzt: Hunde als sehr soziale Lebeweverschluckt werden können. Vom Spielen mit einem Wollknäuel raten wir sen sollten grundsätzlich bei ihren Menschen im ab, da die Katze Teile des Fadens verschlucken kann. Dies kann zu einer Haus oder in der Wohnung leben dürfen. Wer seinen lebensgefährlichen Auffädelung des Darms führen“, so Gerlach. Hund überwiegend im Freien hält, muss laut TierNeben den Stubenhockern gibt es aber auch einige hartgesottene Samtschutz-Hundeverordnung zumindest dafür sorgen, pfoten, die selbst bei Schnee und Eis ihr gewohntes Revier erkunden dass dem Hund sowohl eine isolierte Schutzhütte als möchten. Wenn die Katze gesund ist und sonst das ganze Jahr über auch ein witterungsgeschützter Liegeplatz mit wärme- draußen, spricht nichts dagegen. Leidet die Katze aber unter Krankheiten, gedämmtem Boden zur Verfügung steht. beispielsweise Fellproblemen oder Erkrankungen des Stoffwechsels, sollte sie bei sehr kalten Außentemperaturen lieber im Haus bleiben.

KATZEN IM WINTER

Während Schneegestöber die meisten Hunde in wilde Spiellaune versetzt, entfacht es bei Freigängerkatzen nicht unbedingt Begeisterung. Viele Samtpfoten lassen sich dann auf einmal wieder häufiger im warmen Heim blicken und werden zu regelrechten Stuben-

38

DU UND DAS TIER 4/2017

WENN DIE KATZE DIE WAHL HAT Wenn Ihr Heim über eine Katzenklappe verfügt, ist das fantastisch, dann kann die Katze stets selbst entscheiden, wann sie ins Freie möchte. Falls Sie keine Katzenklappe anbringen dürfen oder diese aus anderen Gründen nicht infrage kommt, müssen Sie auf die kleinen Signale der Katze


AKTUELL

1

2

1

achten. Steht sie zum Beispiel miauend vor der Tür? Dann möchte sie raus. Gönnen Sie Ihr das Vergnügen. Damit die Samtpfote dennoch schnell Zuflucht vor der Kälte findet, können Sie ihr eine kleine Thermohütte in den Garten stellen. Unter www.jugendtierschutz.de/katzen finden Sie eine detaillierte Anleitung, um diesen winterfesten Unterschlupf zu bauen. Hierfür müssen Sie noch nicht einmal sonderlich handwerklich begabt sein. „Wenn sich Ihre Katze besonders häufig draußen aufhält, können Sie ihr auch während der kalten Jahreszeit ein bisschen mehr zu fressen geben. Schließlich muss der Körper des Tieres mehr Energie als sonst aufbringen, um die Körpertemperatur auf einem konstanten Niveau zu halten“, so Gerlach. Haben Sie einen Teich im Garten, so muss dieser insbesondere im Winter katzensicher geschützt werden, beispielsweise mit einer stabilen Plastikplane oder einem engmaschigen, straff gespannten Netz. Hierbei ist darauf zu achten, dass sich keine Katze oder andere Tiere daran verletzen können. Wenn sich nämlich eine Eisschicht auf der Oberfläche des Teiches bildet und die Katze diese betritt, besteht die Gefahr, dass sie einbricht und schlimmstenfalls ertrinkt.

© Fotos: Deutscher Tierschutzbund e.V.

KITTEN MÜSSEN DRINNEN BLEIBEN

1 Im Winter lieben Katzen die Wärme der Heizung. 2 Eine Thermohütte bietet Freigängerkatzen eine Zuflucht vor der Kälte.

Sie den Kleinen zumindest kurze Entdeckertouren unter Aufsicht gönnen. Nach einer Viertelstunde sollte aber Schluss sein.  Von Nadia Wattad

FAZIT FÜR KATZENHALTER ✔ Fensterbänke als Beobachtungsposten einrichten ✔ Die Katze ausreichend beschäftigen ✔ Katzenklappe und Thermohütte einrichten ✔ Gegebenenfalls zufüttern ✔ Gartenteich sichern ✔ Katzenbabys nicht zu lange der Kälte aussetzen

Katzenbabys sollten im Winter und insbesondere bei Schnee oder Regen in der Wohnung bleiben. Da sie noch keine wärmende Unterwolle haben und sich ihr Babyflaum schnell mit Wasser vollsaugt, haben sie keine Möglichkeit, die Wärme im Fell zu halten. Auch ihre körpereigene Temperaturregulierung funktioniert noch nicht richtig. Weder Schneeflocken noch Regentropfen perlen ab. Um nicht ein totaler Spielverderber zu sein, können DU UND DAS TIER 4/2017

39


Kojoten sind in Nordamerika verbreitet und leben allein oder in kleinen Gruppen.

DIE PELZLÜGE

In Deutschland gibt es keine Kojoten. Trotzdem trifft man hierzulande stänstandskontrolle ohnehin bejagt würden, sei die Nutzung dig auf die nordamerikanischen Präriewölfe. Oder besser gesagt: Auf ihre ethisch unbedenklich. „Es wird also suggeriert, dass es Überreste, die in Form von grau-braunem Fell an Kapuzen, Kragen, Jacken, so etwas wie ökologisch und ethisch unbedenklichen Mützen, Schals oder Stiefeln prangen. Modeunternehmen verwenden ihr Pelz gibt“, kritisiert Dr. Mackensen. Fell gerne, um Winterkleidung aufzupeppen. Das ist Hersteller versuchen mit ES GIBT KEINEN PELZ OHNE TIERLEID kein neues Phänomen, denn trotz aller Proteste und allen Mitteln, das Leid der In eine ähnliche Kerbe schlagen mittlerweiAlternativen ist Pelz nie aus der Mode verschwunden. Pelztiere zu verschleiern. le nationale Initiativen wie „Fellwechsel“, „Neu ist aber, wie offensiv manche Hersteller Pelz „FriendlyFur“ oder „WePreFur“, hinter denen mittlerweile bewerben“, sagt Dr. Henriette Mackensen, Referentin für der Deutsche Jagdverband, ein Designer und der Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. Während sie lange Zeit eher Zentralverband des deutschen Kürschnerhandwerks versuchten, Pelz nicht an die große Glocke zu hängen und durch kryptische stehen. Sie alle versuchen, Felle als umweltfreundliBezeichnungen zu verschleiern, gehen Firmen wie Woolrich oder Canada ches Naturprodukt und Beitrag zum Artenschutz zu Goose neue Wege. Sie werben ganz offen und argumentieren, nur Felle vermarkten – und so das Image der Felle zu verbesvon Wildtieren zu verarbeiten und keine Pelztierfarmen zu unterstützen. sern. Tierschutzverbände auf der ganzen Welt sehen Da Kojoten, Waschbären, Marder, Füchse oder Luchse aus Gründen der Bediese Entwicklung mit Sorge, denn die Argumentation

40

DU UND DAS TIER 4/2017

© Fotos: Born Free USA; Jim Cumming / Alamy Stock Photo

Pelz war in Deutschland lange verpönt. Nun versuchen einige Hersteller, sein Image wieder aufzubessern. Dafür setzen sie auf perfide Marketing-Methoden, die Tierfellen einen grünen Anstrich geben sollen.


AKTUELL

1 Ein Kojote wartet,

FAZIT DAS KÖNNEN SIE TUN:

in einem Tellereisen gefangen, auf den Tod. 2 Kojotenfelle sind in der Modeindustrie sehr beliebt. 3 Zahlreiche Jacken im deutschen Handel sind mit echtem Pelz „verziert“.

Ob von einer Farm oder aus der Natur: Pelz verursacht unnötiges Tierleid. Wer das vermeiden will, sollte keine Produkte mit echtem Pelz kaufen. So unterscheiden Sie echtes von künstlichem Fell:

1

✔P  usten Sie in den Pelz hinein: Echtes Fell bewegt sich leichter und feiner als Kunstfell. ✔ S cheiteln Sie den Pelz: Befindet sich unter dem Pelz Leder oder eine gewebte Textilschicht?

3 2

✔R  upfen Sie winzige Härchen aus und zünden Sie diese an: Echter Pelz riecht nach Horn, Plastik verklumpt.

te „Abkommen zum humanen Fallenfang“ geschlossen, die nur unwesentist Augenwischerei. „Es gibt keinen Pelz ohne Tierleid“, liche Beschränkungen enthalten. Tellereisen werden bis heute verwendet, betont Dr. Mackensen. Tatsächlich sieht die Wahrheit wenn auch leicht modifiziert. hinter den Werbeversprechen bei genauer Betrachtung anders aus. Da wäre zum Beispiel die Sache mit der Überpopulation. Zwar breiten sich bestimmte Arten wie KRITISCHE VERBRAUCHER GEFORDERT hierzulande der Waschbär oder in NordAllerdings sind die in Europa legalen Methoden nicht besser. In Fallen wie den Telleramerika der Kojote tatsächlich aus. Doch Zum einen, weil Fallen nie selektiv sind und immer wieder eisen sterben Kojoten dass eine Bejagung das Problem lösen Haustiere oder geschützte Arten hineingeraten. Zum anderen, einen grausamen Tod. könnte, ist ein Märchen. Durch Fallen und weil die gefangenen Tiere oft große Qualen leiden, bis sie Flinte lässt sich das Problem nachweissterben. Auch das Töten selbst ist problematisch: „Um den lich nicht in den Griff bekommen, im Gegenteil: „Von Wert des Fells nicht zu mindern, werden Tiere weltweit erdrosselt, erschlagen Füchsen und Wildschweinen etwa weiß man, dass der oder ertränkt“, sagt Dr. Mackensen. Zwar gibt es Regeln zur Kontrolle der Eingriff ins Ökosystem die Nachwuchsrate sogar in die Fallen und zum Töten – doch niemand kontrolliert sie. „Solche Methoden als Höhe treibt“, sagt Dr. Mackensen. Entscheidend für die human zu klassifizieren, ist ebenso perfide wie mit entsprechenden Siegeln Bestandsgröße seien vielmehr Faktoren wie das NahWerbung zu machen“, sagt die Expertin. Sie hofft, dass Verbraucher auch das rungsangebot, Krankheiten oder Winterhärte. letzte Argument der Pelzbefürworter durchschauen: dass Echtpelz eine bessere Ökobilanz habe als Kunstpelz. „Pelze von Wildtieren müssen genauso gegerbt Auch das Argument, die Jagd unterliege strengen und gefärbt werden wie Felle aus Farmen. Der Wasserverbrauch ist enorm, Regeln, ist schwer nachzuvollziehen. Der Anteil von der Einsatz von Chemikalien genauso“, so Dr. Mackensen. Natürlich sei auch Wildtier-Fellen im weltweiten Handel beträgt rund Kunstfell nicht umweltschonend – doch im Vergleich schneide es besser ab. Aus 15 Prozent. Die meisten Tiere werden in Fallen gefantierschutzrechtlicher Sicht ist die Sache klar: „Der einzige Pelz, den man mit gen und getötet. In den USA, Kanada und Russland gutem Gewissen tragen kann, ist der eigene.“  Von Nina Himmer kommt dabei das berüchtigte Tellereisen zum Einsatz. Löst die Falle aus, quetscht ein Stahlbügel die Pfote des Tieres ein, damit es nicht fliehen kann. In der EU ist die Verwendung von Tellereisen seit Beginn der 1990er-Jahre verboten. Auch Pelze von Tieren zu www.tierschutzbund.de/pelz importieren, die mit Tellereisen gefangen wurden, ist Erfahren Sie alles rund um das Thema Pelz und wie grundsätzlich untersagt. Doch um einen Handelsstreit sich der Deutsche Tierschutzbund engagiert. mit den drei Ländern zu vermeiden, wurden sogenann-

WEB

DU UND DAS TIER 4/2017

41


DER DEUTSCHE TIERSCHUTZPREIS

EHRE,WEM EHRE GEBÜHRT Mit dem Deutschen Tierschutzpreis ehrt der Deutsche Tierschutzbund Menschen, die sich mit Herzblut und Energie für Tiere einsetzen.

42

DU UND DAS TIER 4/2017

werk. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Sänger und Gitarristen Lanny Lanner, und den Sängerinnen Christine und Michaela Brezovsky gestaltete Hertel zudem das musikalische Rahmenprogramm. Ihren Song „Für die Tiere“ führte sie bei der Tierschutzpreis-Verleihung erstmals in einer neuen Version auf. „Das Lied ist speziell für den Deutschen Tierschutzbund geschrieben“, betonte Hertel. Auch die dänische Schlagersängerin Dorthe Kollo, die die Preisträger in der Sonderkategorie ehrte, trug insbesondere mit ihrem Hit „Wärst du doch in Düsseldorf geblieben“ zur musikalischen Unterhaltung bei. Moderator Attila Weidemann, bekannt aus den TV-Sendungen „rbb-Tiervermittlung“ und „tier zuliebe“, führte die Gäste durch den Abend.

HILFE FÜR MENSCH UND TIER Das Rennen um den mit 3.000 Euro dotierten ersten Platz machte das Projekt Silberpfoten. Der Tierschutzverein Stuttgart initiierte das Projekt 2014, weil immer mehr Tiere aufgrund altersbedingter Handicaps im Tierheim landeten. Dem wollten die Tierschützer entgegenwirken. Silberpfoten basiert auf dem Prinzip der Nachbarschaftshilfe und bietet Senioren Unterstützung, indem es Tier und Halter mit helfenden Händen zusammen bringt. So wie Hündin Pina, deren Besitzer um Unterstützung gebeten hatte, weil er selbst gesundheitsbedingt nicht mehr gut Gassi gehen kann. Der Aufruf der Silberpfoten bei Facebook stieß

© Fotos: Uwe Tölle / Mediengruppe KLAMBT; Marcel Yousef

Das Engagement von Menschen, die sich den Tieren und dem Tierschutz verbunden fühlen, geschieht oft im Stillen. Sie versorgen frei lebende Straßenkatzen, waschen die Wäscheberge im Tierheim, gehen mit Hunden des Tierheims Gassi oder päppeln verwaiste und verletze Wildtiere auf. Der Deutsche Tierschutzpreis macht das Engagement dieser Menschen sichtbar und ehrt sie im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung. „Dass der Tierschutz heute in der Gesellschaft einen so hohen Stellenwert einnimmt, ist sicher auch dem nicht nachlassenden Engagement der vielen Menschen zu verdanken, die sich meist ehrenamtlich und völlig selbstlos für das Wohl der Tiere einsetzen und den Tierschutzgedanken in die Öffentlichkeit tragen“, sagte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, auf der diesjährigen Verleihung im Berliner Meistersaal. Der denkmalgeschützte Meistersaal in Kreuzberg beherbergte einst die Hansa-Tonstudios. International bekannte Künstler wie U2, Iggy Pop oder David Bowie nutzten ihn als Aufnahmeraum. Jetzt bot diese historische Kulisse den zu ehrenden Tierschützern den passenden Rahmen. Über 200 Gäste waren gekommen, um die Tierschutzarbeit der Preisträger zu ehren, darunter auch die Sänger Jay Khan und Julian David als prominente Ehrengäste. Der Deutsche Tierschutzbund vergibt den mit insgesamt 7.000 Euro dotierten TierschutzUnermüdliches Engagement preis gemeinsam mit den Marken Whiskas ist das, was die Preisträger und Pedigree, die das Preisgeld stiften, sowie auszeichnet. den Zeitschriften FUNK UHR und SUPER TV. Neben den Plätzen eins bis drei wurde in diesem Jahr wieder ein Preis für das Lebenswerk und in einer Sonderkategorie vergeben. Als Teil der Jury war Sängerin Stefanie Hertel, Tierschutzbotschafterin des Deutschen Tierschutzbundes, erneut für die Auswahl der Preisträger mitverantwortlich und hielt die Laudatio für das Lebens-


AKTUELL

PLATZ

1

1

1 Strahlende Gesichter bei der Verleihung des Deutschen Tierschutzpreises 2017: Marcel Yousef nimmt den Preis stellvertretend für das Projekt „Silberpfoten“ des Tierschutzvereins Stuttgart entgegen (1. Platz). 2 Marcel Yousef beim Besuch von Elisabeth Enderle im Seniorenheim. 3 Hinter den „Silberpfoten“ steht ein großes Team engagierter Tierschützer.

2 3

DU UND DAS TIER 4/2017

43


DER DEUTSCHE TIERSCHUTZPREIS

1

PLATZ

3

2

auf große Resonanz und führte schon bald zum Erfolg: Eine junge Frau aus der Nachbarschaft geht seither mit Pina und ihrem eigenen Hund gemeinsam spazieren. Für ältere Menschen sind neben dem Gassigehen auch die Fahrten zum Tierarzt oder das Einkaufen von Futter oft unüberwindbare Hindernisse. Die helfenden Hände bewahren Mensch und Tier davor, im Alter getrennt zu werden. „Man macht Mensch und Tier glücklich, das ist schön zu erfahren. Ich selbst habe meine Lebensaufgabe mit dem Tierschutz gefunden“, sagte Marcel Yousef, der den Preis entgegennahm. Derzeit haben die Silberpfoten 60 Klienten, möchten weiter wachsen sowie mögliche Nachahmer finden. „Das Projekt ist aus Tierschutzsicht, aber auch mit Blick auf den demografischen Wandel der Gesellschaft vorbildhaft“, begründete Schröder die Entscheidung der Jury.

WESPEN SIND NÜTZLICHE INSEKTEN Für eher ungewöhnliche Tiere im Tierschutz machen sich die Gewinner des zweiten Platzes stark: Bettina Thauer und Jan Erik Ahlborn vom Internetportal www.wespenberater.de aus dem bayerischen Mindelheim helfen, wenn Menschen mit Wespen oder Hornissen in engeren Kontakt kommen, als ihnen lieb ist. Hauptberuflich arbeiten beide bei der Post, nutzen aber jede freie Minute, um aus der Ferne und vor Ort zu beraten oder Wespen- oder Hornissennester umzusiedeln. „Wir haben selbst über das Jahr verteilt sechs bis neun Wespennester im Garten und möchten damit Vorbild sein und Menschen die Angst nehmen“, sagte Ahlborn. In Vorträgen erläutern sie, welch wichtige Aufgaben die Insekten erfüllen, indem diese zum Beispiel Pflanzen bestäuben und den Menschen Fliegen vom Leib halten. Im Sommer fangen die Tiere eines großen Nestes täglich mehr als 8.000 Fliegen. „Die Wespenberater zeigen eindrucksvoll, wie Tierschutz-Engagement funktionieren kann, und werben damit für die Wespe, die auch für den Menschen von so großem Nutzen ist“, sagte Schröder in seiner Laudatio. Für ihre weitere Arbeit erhielten die Wespenberater ein Preisgeld von 2.000 Euro.

44

DU UND DAS TIER 4/2017

1 Jan Erik Ahlborn und Bettina Thauer setzen sich für Wespen ein und haben sich zur Aufgabe gemacht, über die Bedeutung der so wichtigen Insekten aufzuklären. 2 Rita Schlosser mit einem ihrer Schützlinge. Mit 82 Jahren ist sie immer noch täglich im Einsatz für die Tiere.

IM EINSATZ FÜR STRASSENKATZEN Den mit 1.000 Euro dotierten dritten Platz belegte die Tierschützerin Rita Schlosser aus Fürstenwalde in Brandenburg. Mit 82 Jahren kümmert sie sich nach wie vor täglich um Straßenkatzen am Helios-Klinikum Bad Saarow. Dort versorgt sie die scheuen Tiere mit Futter und bringt kranke und verletzte Katzen zum Tierarzt. „Ich bin mit Tieren groß geworden. So lange ich lebe, versorge ich Tiere. Wenn ich nicht mehr kann – dann erst ist Schluss“, sagte Schlosser. Den örtlichen Tierschutzverein Fürstenwalde unterstützt sie zusätzlich bei der täglichen Arbeit, auch bei der Versorgung von Pflegehunden. Vor allem alte und kranke Tiere, die kaum eine Chance auf Vermittlung haben, sind der Tierschützerin wichtig. „Ohne solch selbstloses Engagement könnten die Tierheime ihre Aufgaben kaum meistern“, dankte Schröder.

SCHWANENMUTTER ERHÄLT LEBENSWERK-PREIS Den mit 1.000 Euro dotierten Tierschutzpreis für das Lebenswerk erhielt Margarete Bonmariage aus Düsseldorf. Als „Schwanenmutter“ kümmert sich die 80-Jährige seit mittlerweile 45 Jahren ehrenamtlich um die Wasservögel im Düsseldorfer Hofgarten. Immer wieder zieht sie verlassene oder kranke Jungvögel bei sich zu Hause groß – so wie Ganter Max, der ihr nicht mehr von der Seite weicht. „Am liebsten würde ich selbst immer weitermachen, habe sogar ein schlechtes Gewissen, wenn ich krank bin oder mal Urlaub machen will“, sagte Bonmariage. Schon seit zehn Jahren sucht sie einen Nachfolger. „Viele Men-

© Fotos: www.wespenberater.de, Rita Schlosser, Margarete Bonmariage, Strassentiger Nord e. V., Deutscher Tierschutzbund e. V.

PLATZ

2


AKTUELL

Margarete Bonmariage kümmert sich schon fast ihr ganzes Leben lang um Schwäne und andere Wasservögel.

LEBENS-

WERK

schen wollen sich nicht festlegen. Wenn man das wie ich jahrzehntelang macht, ist einem der Tierschutz in Fleisch und Blut übergegangen.“ Stefanie Hertel lobte in ihrer Laudatio für das Lebenswerk diesen Einsatz: „Selbst auf die Insel im Weiher watet sie mit 80 Jahren noch wie selbstverständlich.“

SONDERKATEGORIE

SONDERKATEGORIE WÜRDIGT AUFKLÄRUNGSARBEIT Mit einer Auszeichnung in der Sonderkategorie ehrte der Deutsche Tierschutzbund dieses Jahr den Verein Strassentiger Nord e. V. aus Norderstedt in Schleswig-Holstein sowie die Initiative „Müritzer für Tiere“ aus Waren in Mecklenburg-Vorpommern. Bei beiden Vereinen nimmt die Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit einen wichtigen Aspekt ein. Die Straßentiger Nord kümmern sich speziell darum, Katzenhalter über die so wichtige Kastration zu informieren. Die „Müritzer für Tiere“ helfen bei allen Fragen rund um artgerechte Heimtierhaltung, bei Problemfällen und vermitteln Pflege- und Endstellen. „Die zwei ausgezeichneten Projekte meistern diese tierschützerische Herausforderung mit besonders großem Engagement“, erklärte Dorthe Kollo in ihrer Laudatio. Neben der Auszeichnung erhielten beide Preisträger Futterspenden der Marken Whiskas und Pedigree für ihre praktische Tierschutzarbeit. Von Lea Schmitz

Beim Engagement der „Straßentiger Nord“ stehen herrenlose Katzen im Fokus. Sie kümmern sich liebevoll um die Tiere und klären die Öffentlichkeit über die Problematik auf.

SONDERKATEGORIE Bettina Priwitzer (links) und Sophie Gödecker von der Initiative „Müritzer für Tiere“ freuen sich über die Auszeichnung in der Sonderkategorie.

DU UND DAS TIER 4/2017

45


TIERSCHUTZ IN BEWEGUNG

INTERVIEW

Roman Kolar, neuer Leiter der Akademie für Tierschutz, in seinem Element.

46

Roman Kolar hat Anfang Juli die Leitung der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes in Neubiberg übernommen. Der Diplombiologe und bisherige stellvertretende Leiter übernimmt damit die Leitung der Einrichtung von Dr. Brigitte Rusche, die weiterhin für die wissenschaftlichen Grundsatzfragen verantwortlich ist.

DU UND DAS TIER 4/2017

DU UND DAS TIER: Frau Dr. Rusche, Sie sind seit 30 Jahren für die wissenschaftlichen Grundlagen verantwortlich, auf denen die Aktivitäten des Deutschen Tierschutzbundes fußen. Zudem waren Sie von 1993 bis Juli dieses Jahres Leitung der Akademie für Tierschutz und sind seit 1999 im Ehrenamt Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes. Wie herausfordernd haben Sie diese Aufgabenbereiche empfunden – und fällt es Ihnen schwer, die Leitung der Akademie abzugeben? Zwischen der Akademieleitung und der Wissenschaftlichen Gesamtleitung des Deutschen Tierschutzbundes gibt es viele Schnittstellen. Vor 30 Jahren waren wir zwei wissenschaftliche Mitarbeiter, heute sind es alleine in der Akademie 30. Der Deutsche Tierschutzbund hat damit einen beispiellosen, umfassenden Pool an Fachwissen zum Tierschutz. Es macht mich ein wenig


stolz, dafür mit verantwortlich zu sein. Es fällt mir aber überhaupt nicht schwer, jetzt die Verantwortung für die Akademie abzugeben. Ich weiß sie in guten Händen. DU UND DAS TIER: Herr Kolar, Sie haben lange das Referat Alternativmethoden zu Tierversuchen geleitet und später auch stellvertretend die Akademie für Tierschutz. Was wird sich jetzt als Leiter der Akademie in Ihrem beruflichen Alltag ändern? Als stellvertretender Leiter habe ich bereits mit allen Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu tun gehabt, die nun direkt bei mir liegen. Die Verantwortung für das Haus als solches habe ich auch schon länger, hinzu kommt nun die für mehr Mitarbeiter. Auch thematisch werde ich mich mit verschiedenen Themen intensiver auseinandersetzen als bisher.

© Fotos: Deutscher Tierschutzbund e.V.

DU UND DAS TIER: Frau Dr. Rusche, Sie haben neben Ihrem Ehrenamt als Vizepräsidentin immer noch die Verantwortung für die wissenschaftlichen Grundsatzfragen im Deutschen Tierschutzbund inne. Was bedeutet das konkret? Für die Bewältigung des Tagesgeschäftes ist jetzt in erster Linie Roman Kolar verantwortlich. Ich kann mich daher wieder mehr auf grundsätzliche und strategische Überlegungen zur Weiterentwicklung des Tierschutzes konzentrieren, Anregungen aufgreifen und weiterverfolgen. Dabei freue ich mich auf die Diskussionen mit ihm und den Kolleginnen und Kollegen aus der Akademie und auch aus den anderen Geschäftsbereichen. Wir sind ein gutes Team und gemeinsam können wir für den Deutschen Tierschutzbund und den Tierschutz sicher neue Akzente setzen. Langweilig wird es bestimmt nicht, und wie schon seit über 30 Jahren motiviert mich immer noch jedes einzelne Tier, das Hilfe braucht. Außerdem habe ich noch eine Reihe von Sonderaufgaben, für die ich jetzt hoffentlich mehr Zeit finde. DU UND DAS TIER: Herr Kolar, wo sehen Sie die Akademie für Tierschutz in zehn Jahren? Die Akademie in zehn Jahren muss und wird sich – so wie die Akademie heute und auch schon vor zehn, 20 oder 30 Jahren – den speziellen Erfordernissen der Zeit im Sinne des Tierschutzes anpassen. Das betrifft vor allem die gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen. Wir werden dabei neuen Herausforderungen im Tierschutz und gestiegenen Erwartungen unserer Unterstützer zu begegnen haben. Als meine Hauptaufgabe sehe ich es dabei,

zwar den Blick nach vorn zu richten, aber gleichzeitig das Erreichte und Bewährte zu erhalten. Die Akademie hat einen klar definierten Auftrag innerhalb der Gesamtorganisation, den sie in den letzten 30 Jahren aus meiner Sicht vorbildlich erfüllt hat. Heute wie morgen legen wir hier die Basis dafür, dass der Deutsche Tierschutzbund mit Fug und Recht behaupten kann, für Tierschutz mit Herz, aber eben auch mit Verstand zu stehen. Dafür stehen wir in Deutschland wie keine andere Tierschutzorganisation, und dies hat der Akademie in Europa und sogar darüber hinaus einen hervorragenden Ruf beschert. Ich freue mich über die Herausforderung, diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Ich tue dies in dem Wissen, dabei auf großartige Kolleginnen und Kollegen bauen zu können, mit denen ich sehr gern in die nächsten gemeinsamen Jahre gehe.  Das Interview führte Nadia Wattad

INTERVIEW

AKTUELL

Dr. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, auf Tuchfühlung mit einer Katze im Tierschutzzentrum Odessa.

DU UND DAS TIER 4/2017

47


DO IT YOURSELF

HUNDESPIELZEUG SELBER MACHEN DAS BRAUCHST DU:

5x

EINE

30 Min.

Wenn die Tage kürzer werden, stellt selbst gemachtes Spielzeug, insbesondere an Regentagen, eine schöne Beschäftigung für alle Hunde dar. Darüber hinaus ist es immer ein schönes Geschenk für jeden Hundehalter. Wie wäre es mit einer Sockenkrake? Unser Testhund Sam hatte jedenfalls mächtig Spaß und wollte sie gar nicht mehr hergeben.

SO GEHTS: 1| Knülle eine Socke zusammen und stecke diese in eine andere Socke. Wichtig ist, dass die Socken aus Baumwolle bestehen und keine Kunststoffanteile haben, die den Hunden schaden könnten.

2| Danach stülpst Du über diese äußere Socke nun nacheinander je eine dritte, vierte und fünfte Socke.

3| Den entstehenden Sockenball knotest Du nun am oberen Ende mit einem Stoffstreifen zu, der von einer Socke abgeschnitten wurde. 4| Die restlichen Socken schneidest Du anschließend in ein bis zwei Zentimeter dünne Streifen. 5| Danach flechtest Du drei Streifen zusammen und knotest den Zopf am Ende zu, sodass ein Körper mit vielen Beinen entsteht. Je mehr Socken Du nimmst, desto mehr Streifen und auch Beine hat die Sockenkrake am Ende. 6| Wenn Du alles richtig gemacht hast, hältst Du eine fertige Sockenkrake in den Händen – ein flauschiges Hundespielzeug zum Spielen und Kuscheln.

WEB

www.jugendtierschutz.de/hunde Um zur ausführlichen Anleitung zu kommen, gib bitte den obenstehenden Weblink in Deinen Browser ein.

48

DU UND DAS TIER 4/2017


JUGEND

ADOLF-HEMPEL-PREIS

ENGAGEMENT ZAHLT SICH AUS Im feierlichen Rahmen der Mitgliederversammlung wurden am 9. September in Potsdam drei Kinder- und Jugendtierschutzprojekte mit dem Adolf-Hempel-Preis ausgezeichnet. Zahlreiche Bewerbungen haben dieses Jahr die Jury des Adolf-Hempel-Jugendtierschutzpreises erreicht. Gewonnen haben am Ende drei Projekte: „Billigwelpen? Nein Danke!“, ein Projekt für die Kastration von Bauernhofkatzen und „Vorsicht Krötenwanderung“. Damit konnten die diesjährigen Gewinner aus Bremen, Lampertheim und Wittmar auch die Jury überzeugen. Das Preisgeld von insgesamt 2.500 Euro soll den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, ihre Tierschutzarbeit auch in Zukunft erfolgreich weiterzuführen. Dr. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, und Thomas Schröder, Präsident des Verbandes, haben den jungen Tierschützern die Preise überreicht.

© Fotos: Deutscher Tierschutzbund e. V.

1

1

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes (links), und Dr. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes (rechts), mit den Gewinnern des Adolf-HempelJugendtierschutzpreises in Potsdam.

2

PLATZ 1 in der Gruppenwertung: Bremer Tierschutzjugend mit dem Projekt „Billigwelpen? Nein Danke!“

PLATZ 1 in der Einzelwertung: Katharina Onkes aus Kissenbrück mit dem Projekt „Vorsicht Krötenwanderung“

PLATZ 2 in der Gruppenwertung: Jugendgruppe des Tierschutzvereins Lampertheim e. V. mit einem Katzenprojekt

Die Bremer Tierschutzjugend hat mit einem Projekt zum illegalen Welpenhandel gewonnen. Die Jugendlichen beschäftigten sich nicht nur inhaltlich mit dem Thema, sondern deckten selbst Verstöße von Welpenhändlern auf, die anschließend vom Veterinäramt geahndet wurden. Die Tierschutzjugend erhielt dafür ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. Den Preis haben die zwölfjährige Lily und die Leiterin der Kinder- und Jugendgruppe, Sine Ulukaya, entgegengenommen. „Ich habe da jetzt gar nicht mit gerechnet“, freute sich Lily.

Die 15-jährige Katharina half schon mit acht Jahren bei Krötenwanderungen mit – mittlerweile leitet sie eine eigene Amphibienschutzgruppe. Sie klärt nicht nur mit Infokästen über den Schutz von Fröschen und Co. auf, sondern hilft den Tieren konkret. So hat sie beispielsweise dafür gesorgt, dass die Gullys von der Naturschutzbehörde amphibiensicher gemacht wurden. In Zukunft ist die Einrichtung von Kleintier- und Amphibientunneln geplant, um so auch die Krötenhelfer zu entlasten.

Der zweite Platz in der Gruppenwertung, dotiert mit 500 Euro, prämierte Jugendliche im Alter von sechs bis 16 Jahren, die sich für die Kastration von Bauernhofkatzen einsetzen. Die Jugendgruppe des Tierschutzvereins Lampertheim hat Landwirte über das Elend der frei lebenden Katzen aufgeklärt und sie zu gemeinsamen Kastrationsaktionen bewegt. Um ihr Tierheim zu unterstützen, hat die Jugendgruppe zudem Katzenspielzeug und Kissen genäht und damit Geld für Futter, Tierarzt und Betreuung der Tierheimtiere gesammelt. Auch über ihr Projekt hinaus betreuen die Jugendlichen die Futterstellen der frei lebenden Katzen und planen weitere Kastrationsaktionen. DU UND DAS TIER 4/2017

49


Lange standen in Odessa Hunde im Fokus von Kastrationsaktionen. Ihre Population ist nach 16 Jahren Arbeit kontinuierlich und tierschutzgerecht zurückgegangen. Nun konzentriert sich der Deutsche Tierschutzbund verstärkt auf Straßenkatzen. Dank unserer Mitarbeiter im Tierschutz- und Kastrationszentrum Odessa ist auch in diesem Jahr viel für die Katzen und Hunde erreicht worden. Im Zentrum wurden sie kastriert, gesund gepflegt und versorgt. Darüber hinaus konnten viele Hunde und Katzen an ihre Besitzer zurückgegeben oder an neue, liebevolle Halter vermittelt werden. Dem vom Deutschen Tierschutzbund verfolgten Konzept „Einfangen, kastrieren und wieder freilassen“ ist es zu verdanken, dass die Anzahl der frei lebenden Hunde im Stadtgebiet seit Beginn des dor-

tigen Einsatzes im Jahr 2001 und der Eröffnung des Zentrums 2005 auf circa 3.000 Tiere zurückgegangen ist. Die Hälfte der verbliebenen Hunde ist bereits kastriert, geimpft und mit einer Ohrmarke gekennzeichnet. Da die Anzahl der Straßenhunde innerhalb des Stadtzentrums weitestgehend unter Kontrolle ist, verlagert sich der Schwerpunkt der Arbeit in diesem Jahr weiter auf die umliegenden Gemeinden. Zu diesem Zweck ist vermehrt das 2016 neu angeschaffte Tierrettungsauto unterwegs.

KATZEN IM FOKUS Ein weiterer, neuer Schwerpunkt in Odessa sind die Straßenkatzen. Beim letzten Treffen vor Ort wurde mit der Stadtleitung Odessa beschlossen, weitere Kastrationsaktionen für Katzen durchzuführen. Nur so lässt sich das Leid der herrenlosen Samtpfoten schnellstmöglich eindämmen. Die erste

KATZENKASTRATIONSAKTION GEHT WEITER Da die Stadtleitung in Odessa hinter dem Projekt steht und sich genauso wie der Verband eine Fortsetzung wünscht, gibt es seit dem 1. November wieder eine Kastrationsaktion. Diese wird bis Ende Februar 2018 weitergeführt. Mit Plakaten, Flyern und Citylight-Postern werden derzeit die Bürger der Stadt darauf aufmerksam gemacht. Jede kastrierte Katze ist ein kleiner Erfolg und hilft das Leid der ukrainischen Straßenkatzen einzudämmen!  Von Nadia Wattad

WEB www.tierschutzbund.de/ spendenprojekt-ukraine

Die Kastration einer Straßenkatze in der Ukraine kostet umgerechnet bis zu 19 Euro, die Bewerbung der Aktion ist ebenfalls kostenintensiv. Wenn Sie uns unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihre Spende.

50

DU UND DAS TIER 4/2017

© Fotos: Deutscher Tierschutzbund e.V. ; Illustrationen: DWORAK UND KORNMESSER

WENIGER KATZENLEID!

groß angelegte Katzenkastrationsaktion fand von November 2016 bis Februar 2017 statt und war ein großer Erfolg! Mithilfe der von den beteiligten Tierkliniken ausgegebenen Gutscheine konnten finanzschwächere Einwohner, die sich um frei lebende Katzen kümmern, diese zum Tierarzt bringen und kostenlos kastrieren und impfen lassen. Anschließend wurden die Tiere von den Betreuern in ihrem angestammten Revier freigelassen. 32 Tierkliniken beteiligten sich an der Aktion, über 5.000 Gutscheine wurden verteilt. Die Kosten für die 5.125 Kastrationen beliefen sich auf umgerechnet rund 97.000 Euro. Ein Mammutprojekt, das der Verband nur mithilfe seiner treuen Spender und Paten stemmen konnte. Alleine durch diese Kastrationsaktionen konnten laut Hochrechnung rund 77.000 neugeborene Katzen vor einem elenden Leben auf der Straße bewahrt werden.


PROJEKTE

GRUSELSTUNDE Damit auch die im Tierschutzzentrum Weidefeld lebenden Tiere Halloween feiern können, haben sich die Tierpfleger etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie schnitzten schaurige Gesichter in Kürbisse und verteilten diese in den Gehegen. Die Tiere dankten auf ihre Art und setzten sich auf verschiedene Weise mit der orangefarbenen Gruselfrucht auseinander.

WEB www.tierschutzbund.de/ spendenprojekt-weidefeld

Für den Erhalt unseres Tierschutzzentrums in Weidefeld sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Spenden Sie jetzt oder werden Sie Weidefeld-Pate! DU UND DAS TIER 4/2017

51


über 200 Betriebe

ES GEHT VORAN Das Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes ist ein großes Projekt. Um das Ziel zu erreichen, das System der Nutztierhaltung von innen heraus zu ändern, ist nicht nur das entsprechende Fachwissen, sondern auch viel Idealismus und Durchhaltevermögen nötig. Doch die aktuellen Entwicklungen zeigen erneut, dass sich die Mühe lohnt.

Mit dem Tierschutzlabel gekennzeichnete Heimtiernahrungsprodukte sollen ab Februar 2018 erhältlich sein. Somit steigt die Verfügbarkeit durch die immer größere Produktpalette stetig und der Verbraucher kann sich in den meisten Regionen Deutschlands für Produkte entscheiden, die unter besseren Tierschutzbedingungen erzeugt wurden.

ÜBER 200 ZERTIFIZIERTE BETRIEBE

BLICK IN DIE ZUKUNFT

So gibt es erstmals über 200 Betriebe, die mit dem Tierschutzlabel zertifiziert sind. Damit profitieren immer mehr Tiere von besseren Haltungsbedingungen. Längst fordern nicht mehr nur Verbraucher bessere Zustände in der Tierhaltung. „Wir spüren zunehmend das wachsende Interesse aus dem Handel und der Vermarktung. Damit steigt natürlich die Verfügbarkeit der Produkte“, sagt Niklas Gröne aus der Abteilung Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ beim Deutschen TierProdukte mit dem Tierschutzbund. schutzlabel sind in immer

„Um noch mehr Tieren durch bessere Haltungsbedingungen helfen zu können, erarbeiten wir zusätzliche Richtlinien für weitere Tierarten“, sagt Gröne. Gleichzeitig richtet sich der Blick aktuell auch über die nationalen Grenzen hinaus. Wie auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin im Januar dieses Jahres angekündigt, arbeitet der Deutsche Tierschutzbund derzeit mit dem niederländischen Tierschutzverband Dierenbescherming zusammen, um zu prüfen, ob deren dreistufiges Label „Beter Leven“ und das Tierschutzlabel so weit vergleichbar sind, dass eine gegenseitige Anerkennung von Betrieben möglich ist. Von Verena Jungbluth

mehr Märkten erhältlich.

Nach den Mastschweinund Masthuhnprodukten sowie Eiern mit dem Tierschutzlabel wurde die Produktpalette in diesem Jahr um Milch und weitere Molkereiprodukte, die unter den höheren Standards des Tierschutzlabels produziert werden, erweitert. So gibt es diese inzwischen bei ALDI Nord, bei ALDI SÜD in Bayern und Baden-Württemberg, Lidl und EDEKA Nordbayern. Hinzu kommt bald Geflügelwurst.

52

DU UND DAS TIER 4/2017

WEB www.tierschutzlabel.info

Erfahren Sie mehr über das Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes.

© Illustration: Zefir - stock.adobe.com

Dass die Nachfrage nach tierischen Produkten aus besserer Haltung steigt, zeigen die aktuellen Entwicklungen rund um das Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes.


PROJEKTE MITGLIEDSVEREINE

HAMBURG

LEVERKUSEN

JAHRE FÜR DIE TIERE 60 Es begann vor 60 Jahren. „Zu dieser Zeit hatten die Menschen immer noch mit den Folgen des Krieges zu kämpfen. Und trotzdem gab es Menschen, die sich bei allen drängenden Überlebensfragen auch um die kümmern wollten, die keine eigene Stimme haben: unsere Mitgeschöpfe“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, auf der Jubiläumsfeier des Tierschutzvereins Leverkusen. Im Namen der angeschlossenen 750 Mitgliedsvereine und den über 800.000 im Dachverband organisierten Tierschützern dankte Schröder für diesen Einsatz. Auch Gerd Kortschlag, erster Vorsitzender des Tierschutzvereins Leverkusen, hielt eine Ansprache. Neben zahlreichen weiteren Gästen war unter anderem Uwe Richrath, Oberbürgermeister der Stadt Leverkusen, gekommen. Das Festprogramm beinhaltete viele Aktivitäten für die Besucher – unter anderem wurde Erste Hilfe am Tier gezeigt. Für den musikalischen Abschluss des Tages sorgte schließlich das Duo „Die Flöckchen“.

WEB www.duunddastier.de/projekte

Lesen Sie auf unserer Website weitere Berichte der uns angeschlossenen Tierschutzvereine.

WAS FÜR EIN FEST!

Das diesjährige Tierschutzfest des Hamburger Tierschutzvereins hat rund 10.000 Besucher angelockt – noch nie zuvor waren so viele Tierfreunde der Einladung gefolgt. Insgesamt 16 Organisationen gestalteten das Fest mit verschiedenen Programmpunkten, Info- und Flohmarktständen gemeinsam. „Wir freuen uns sehr, dass durch solche Aktionen und Veranstaltungen das Bewusstsein für Tierschutz wächst und sich verschiedene Vereine gemeinsam für ein Thema engagieren“, sagte Sandra Gulla, erste Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins. Die Jugendund Aktionsgruppe des Hambur-

ger Tierschutzvereins klärte unter anderem über die Tierqual auf, die hinter den mit Pelz verzierten Jacken und Mützen steckt. Gleichzeitig zeigten die Tierschützer mit vielen veganen Speisen, wie lecker die tierfreie Küche ist. Darüber hinaus standen natürlich die Vierbeiner im Mittelpunkt. Die Besucher waren von den Vorführungen der vereinseigenen Hundeschule begeistert. Zudem lernten sie in geführten Rundgängen die Schützlinge und verschiedenen Einrichtungen des Tierheims kennen und gewannen einen Einblick in die vielfältige Arbeit.

BAYERN

© Fotos: Deutscher Tierschutzbund e. V. / M. Marten; Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V.

7.000 TIERE AUS TRANSPORTER BESCHLAGNAHMT Bei einer Polizeikontrolle in Bayern haben Beamte bei einem Tiertransport so viele Tiere wie bisher noch nie beschlagnahmt: Über 7.000 Tiere waren in einem Kastenwagen zusammengepfercht – darunter Mäuse, Ratten, Kaninchen, Meerschweinchen und geschützte Exoten. Für einige Tiere kam die Hilfe zu spät, sie waren bereits tot. Für die anderen begann eine unvergleichliche Rettungsaktion, an welcher der Landesverband Bayern des Deutschen Tierschutzbundes maßgeblich beteiligt war. Die

Tierschützer verteilten die Tiere auf Tierheime im ganzen Bundesgebiet. Was eine solch große Anzahl hilfsbedürftiger Tiere für die Tierheime bedeutet, kann sich jeder ausmalen. Nach aktuellem Kenntnisstand sollten die Tiere von Tschechien nach Belgien gebracht werden, um dort als Futtertiere im Handel zu landen. Für unzählige Stunden waren sie in viel zu engen Kisten ohne Wasser und Futter untergebracht. Der Deutsche Tierschutzbund steht seinem Landesverband und den Tierheimen

mit finanzieller Hilfe zur Seite. Die Tierschützer hoffen nun auf eine lückenlose Aufarbeitung des Falls. Sie kritisieren die Missstände solcher

Transporte scharf und fordern von den zuständigen Behörden eine angemessene finanzielle Unterstützung der Tierheime. DU UND DAS TIER 4/2017

53


SCHWERIN

MÜNCHEN

EINE HEIMAT FÜR PFERDE Der Verein Pferdehilfe ermöglicht Pferden, die sonst keiner mehr haben will, einen artgerechten Lebensabend mit ihren Artgenossen – und das schon seit 40 Jahren. Zu viele Pferdebesitzer entledigen sich ihrer Tiere einfach, wenn sie für sie nicht mehr „nutzbar“ sind oder sie die gewünschte Leistung nicht mehr erbringen. Sie vernachlässigen oder verkaufen sie, ohne sich Gedanken über ihr weiteres Schicksal zu machen. Die Tierschützer der Pferdehilfe nehmen sich genau dieser Tiere an. Bis heute haben sie rund 400 Pferden geholfen. Um auch auf all die Pferde aufmerksam zu machen, die leider nicht so ein Glück haben,

organisiert der Verein Infostände auf verschiedenen Veranstaltungen. Es ist schwer zu ertragen, nicht allen Pferden hier und jetzt helfen zu können. Aber entmutigen lassen sich die Tierschützer nicht: „Wir werden weiter zum Wohle der Pferde alles tun, was in unserer Macht steht, auch wenn uns die Sorge um das nötige Geld für unsere Tiere oft nicht schlafen lässt. Aber der Anblick der zufrieden weidenden Herden gibt uns die Kraft zum Weitermachen“, sagt Sandra Auer, Vorsitzende der Pferdehilfe. An dieser Stelle verdienen nicht nur die Pferde, sondern auch die Tierschützer Respekt für ihre großartige Arbeit.

Jeden Tag versorgen die Menschen in den Tierheimen unzählige Schützlinge. Oft stehen sie mit diesem Engagement jedoch alleine da, weil die Politik ihre Verantwortung nicht ernst nimmt. So gab aktuell der Haushaltsentwurf des Landes Mecklenburg-Vorpommern Anlass zur Sorge, weil er mehrere Kürzungen vorsah. Und das, obwohl schon die vorherigen Förderungen kaum ausreichten. Der Deutsche Tierschutzbund Landesverband Mecklenburg-Vorpommern hat daher lautstark für mehr Tierschutz demonstriert. Dem Petitionsausschuss überreichten die Tierschützer eine Petition für eine Katzenschutzverordnung und gegen die Mittelkürzungen vom Land. „Es kann nicht sein, dass die zum größten Teil ehrenamtliche Tätigkeit vieler Tausend Tierschützer so mit Füßen getreten wird“, sagte Kerstin Lenz, Vorsitzende des Landesverbandes. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Minister Dr. Till Backhaus müssen nun dafür sorgen, dass die Tierheime ihre so wichtige Arbeit nicht einstellen müssen.

LÜBBECKE

EINZUG INS NEUE TIERHEIM Der Tierschutzverein Lübbecke hat sein neues Tierheim eingeweiht. Zahlreiche Gäste waren gekommen, darunter Jürgen Plinz, Schatzmeister des Deutschen Tierschutzbundes, Judith Schönenstein, Tierheimberaterin des Verbandes, und Lutz Kaczmarsch für den Landestierschutzverband Nordrhein-Westfalen. Mehrere liebevoll eingerichtete Katzenzimmer, ein modernes Hundehaus mit gemütlichen Liegemöglichkeiten und eine getrennte Quarantäne- und Krankenstation für die verschiedenen Tierarten sind die Highlights, die das neue Heim zu bieten hat. Zudem gibt es neue Räume für kleine Heimtiere. Zusätzliche Außengehe-

54

DU UND DAS TIER 4/2017

ge sind geplant. Lübbeckes Bürgermeister Frank Haberbosch dankte den Tierschützern für ihr Engagement und betonte die gute Zusammenarbeit. Die langjährige erste Vorsitzende des Vereins, Karin Kleine, schnitt das rote Band durch und bedankte sich bei dem neuen Vorstandsteam für die gute Arbeit. Die Tierheimberatung des Deutschen Tierschutzbundes hatte bei der Planung geholfen und dem Tierheim die Plakette des Verbandes überreicht.

Zahlreiche Tiere profitieren von dem neuen Tierheim.

© Fotos: Sandra Auer, Deutscher Tierschutzbund Landesverband Mecklenburg Vorpommern e. V.; Sarah Dewert

AUF DIE STRASSE


PROJEKTE DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND

MÜNCHEN

BONN

„OHNE TIERWOHL UNGESUNDE LEBENSMITTEL“

AUS HAUSTIERREGISTER WIRD

Mehr Auslauf, Hygiene, Beschäftigung – mit dem Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes werden die Haltungsbedingungen von Tieren in der Landwirtschaft verbessert. Wie das möglich ist, schilderte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, beim Kongress des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt) im International Congress Center (ICM) in München. So erläuterte er im Rahmen der gemeinsamen Abschlusssitzung der Vortragsveranstaltungen Schwein und Rind zum Themenkreis „Tierwohl und gesunde Lebensmittel – ein Zielkonflikt?“, welche Vorteile das Label sowohl Tierhaltern als auch Konsumenten bringt. Er betonte, dass Tiergesundheit nicht mit Tierschutz gleichzusetzen ist. „Tierschutz setzt auch voraus, dass Bedürfnisse und arteigene Verhaltensweisen der Tiere in der Tierhaltung erfüllt werden“, so Schröder. Auch Beteiligte aus Wissenschaft, Handel und Vermarktung will der Deutsche Tierschutzbund von einem verantwortungsvolleren Umgang mit Tieren überzeugen. So ist der Verband davon überzeugt, dass art- oder tiergerechtere Systeme grundsätzlich Potenzial für gesündere Tiere haben. Dazu zählen unter anderem robuste Zuchtlinien, Struktur im Stall, Angebot von Beschäftigungsmöglichkeiten, Außenklima und UV-Licht und mehr Platz sowie eine geringere Besatzdichte. Wenn es den Tieren besser geht, profitieren auch die Menschen davon. Schröder schloss seinen Vortrag damit, dass Tierwohl und gesunde Lebensmittel keinen Zielkonflikt verursachen. „Ohne Tierwohl ungesunde Lebensmittel“, so Schröder.

Schon seit mehr als 35 Jahren hilft der Deutsche Tierschutzbund mit seinem Haustierregister dabei, verlorene Haustiere wieder nach Hause zu bringen. Ab sofort heißt das Deutsche Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes „FINDEFIX“. Neben dem neuen Namen bietet FINDEFIX nun einen optimierten und erweiterten Service – und das nach wie vor kostenfrei. Auf der Website www.findefix.com können Tierhalter ihre Tiere registrieren, als vermisst melden und moderne Suchplakate erstellen, um sie anschließend auszudrucken und in den sozialen Medien zu teilen. Darüber hinaus ermöglicht der nutzerfreundliche Webauftritt allen Tierfreunden eine neue Online-Umkreissuche. Zahlreiche Tipps, etwa zu Tierspielzeug oder zur Zeckenprophylaxe, sowie Neuigkeiten rund um das Thema Haustiere runden das Webangebot ab.

LÜNEBURG

© iStock.com/PK-Photos; Deutscher Tierschutzbund e. V.

FÜR EIN ENDE DER KASTENSTANDHALTUNG

Tierschützer des Deutschen Tierschutzbundes haben in einer Aktion in Lüneburg auf die tierschutzwidrigen Zustände in der Sauenhaltung aufmerksam gemacht.

Anlässlich der vergangenen Agrarministerkonferenz in Lüneburg hat der Deutsche Tierschutzbund unter dem Motto „Raus mit der Sau!“ gegen die Kastenstandhaltung von Sauen protestiert. Seit Jahren beklagen die Tierschützer, dass diese Haltung für die Tiere mit großem Leid verbunden ist. So können sich die Sauen in den körpergroßen, vergitterten Käfigen weder umdrehen noch frei bewegen – und das circa fünf Monate im Jahr. Die Tierschützer fordern die Agrarminister dazu auf, endlich notwendige Rahmenbedingungen zu schaffen, die einen Ausstieg aus der tierschutzwidrigen Haltung möglich machen. Damit die Landwirte entsprechend umbauen können, müssen der Bund und die Länder unter anderem entsprechende Fördermittel zur Verfügung stellen. Die Aktion in Lüneburg fand im Rahmen der Kampagne „EndPigPain“ statt. Damit und mit einer Petition macht der Deutsche Tierschutzbund aktuell zusammen mit verschiedenen europäischen Tierschutzorganisationen und der Dachorganisation Eurogroup for Animals auf das tägliche Leiden von Schweinen aufmerksam. Erfahren Sie mehr über die Kampagne und geben auch Sie uns Ihre Stimme: www.tierschutzbund.de/endpigpain DU UND DAS TIER 4/2017

55


Das Verwaltungsgericht hob die Genehmigung für die Schweinemastanlage in Haßleben auf. Mitarbeiter und Mitstreiter des Deutschen Tierschutzbundes waren vor Ort.

HASSLEBEN

GERICHT ENTZIEHT MEGASTALL GENEHMIGUNG Seit 14 Jahren kämpft der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit seinem Landestierschutzverband Brandenburg und anderen Tier- und Naturschutzverbänden gegen die Wiedereröffnung der geplanten Schweinemastanlage in Haßleben. Und das nicht nur mit großen Protestaktionen, sondern auch vor Gericht. So hat der Deutsche Tierschutzbund, zusammen mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) und den jeweiligen Landesverbänden, in Brandenburg gegen den 2013 genehmigten Megastall geklagt. Nun hat das Potsdamer Verwaltungsgericht die Geneh-

migung für die industrielle Schweinemastanlage mit 36.861 Tierplätzen wieder aufgehoben. „Wir begrüßen die Entscheidung des Gerichts, denn die erteilte Genehmigung des Landesamtes für Umwelt Brandenburg verstößt aus unserer Sicht gegen Vorschriften des Umweltschutzes, des Tierschutzes, des Brandschutzes und des Planungsrechts. Der Entzug der Genehmigung ist ein Erfolg – wenn auch mit einem bitteren Beigeschmack“, kommentiert Renate Seidel, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Vorsitzende des Landestierschutzverbands Brandenburg. Der bittere Beigeschmack bezieht sich darauf, dass das Urteil nicht aufgrund der erheblichen Tier- und Artenschutzprobleme, die mit einer solchen industriellen Großanlage verbunden wären, gefällt wurde. Stattdessen führten formale Mängel zum Entzug der Genehmigung. „Was am Ende zählt, ist jedoch, dass der Investor auch weiterhin in Haßleben keine Schweine halten darf. Sollten die Beklagten einen Antrag auf Zulassung der Berufung stellen und in die nächste Instanz gehen, kämpfen wir weiter gegen eine mögliche Inbetriebnahme“, so Seidel.

BRÜSSEL

Um auf das Leid all der Tiere aufmerksam zu machen, die täglich Tausende Kilometer durch Europa transportiert werden, haben der Deutsche Tierschutzbund und weitere Mitgliedsorganisationen der europäischen Dachorganisation Eurogroup for Animals die Kampagne „StopTheTrucks“ gestartet. Um ein starkes Signal nach Brüssel senden zu können, hatten die Tierschützer die Bevölkerung um Unterstützung gebeten. Und das mit Erfolg: Mehr als eine Million Europäer haben ihre Stimme für ein Ende von Tierleid bei Lebendtiertransporten abgegeben und so ein deutliches Zeichen für mehr

56

DU UND DAS TIER 4/2017

Tierschutz gesetzt. Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, der die Unterschriften in Brüssel entgegennahm, versprach, die Zustände bei Lebendtiertransporten höher auf die Agenda zu setzen. So soll eine neu eingesetzte Untergruppe der EU-Tierschutzplattform das derzeitige System sowie die Regeln für den Langstrecken-Tiertransport überarbeiten und eine langfristige Strategie zum Ersatz der Transporte erarbeiten.

Flanderns Tierschutzminister Ben Weyts (4. v. l.) und Mitglieder der Eurogroup for Animals übergeben die Unterschriften an EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis (3. v. l.).

© Fotos: Deutscher Tierschutzbund e. V.; François de Ribaucourt

ÜBER EINE MILLION STIMMEN


PROJEKTE DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND

ROSENHEIM

TIERSCHUTZ IN DER POLIZEIARBEIT

Das Projekt „Senioren für Senioren“ bringt ältere Menschen und Hunde zusammen.

ROTTENBUCH

© Fotos: Deutscher Tierschutzbund e.V.; Deutscher Tierschutzbund e. V./M.Marten; Landesverband Bayern e. V.

SONNENHOF PRÄSENTIERT SICH Der Sonnenhof, der von SOS Projects für Mensch und Tier e. V. ins Leben gerufen wurde, präsentierte sich im Herbst am Tag der offenen Tür. Mit dem Konzept „Senioren für Senioren“ bietet der Sonnenhof Menschen Gelegenheit, einen Hund bei sich aufzunehmen, die bislang aufgrund ihres Alters oder ihrer Lebensumstände Sorge hatten, dass sie nicht über lange Jahre die Verantwortung für ein Tier übernehmen können. Der Deutsche Tierschutzbund ist Projektpartner des Sonnenhofes und unterstützte am Tag der offenen Tür mit zwei Vorträgen: Andrea Furler-Mihali, Referentin beim Deutschen Tierschutzbund, hielt einen Vortrag über die Bedürfnisse älterer Hunde und zum illegalen Welpenhandel. Zudem wurden die geplanten Projekte vorgestellt, etwa die Igelstation, die seit diesem Winter in Betrieb ist, und eine Eichhörnchen- und Welpenauffangstation, die 2018 fertiggestellt sein soll. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, und Nicole Brühl, Präsidentin des Landesverbandes Bayern, begrüßten die Gäste – darunter zwei Projektpaten, die sich sogar aus Frankfurt am Main auf den weiten Weg nach München gemacht hatten. Die Besucher konnten sich anschließend während eines Rundgangs ein Bild von dem weitläufigen Areal machen. Im Mittelpunkt standen aber die Hundesenioren. Eigens für die Hunde wurde zudem ein Gassiweg rund um den Sonnenhof angelegt. Einer der großen Ausläufe hat nun eine neue Umzäunung – die beiden übrigen Ausläufe werden ebenfalls einen neuen Zaun erhalten. Der Tag klang bei einem vegetarischen Buffet aus und wird auch im Jahr 2018 wieder stattfinden.

Immer wieder decken Beamte der Bundespolizei bei ihren Kontrollen illegale Tiertransporte auf. Von jetzt auf gleich sind sie mit großem Tierleid konfrontiert. Um die Polizisten bei dieser Herausforderung zu unterstützen, hat der Deutsche Tierschutzbund eine Fortbildung veranstaltet. Christian Schönwetter, Leiter der Abteilung Vereinsberatung Recht und Finanzen, und Andrea Furler-Mihali, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund, Andreas Brucker vom Landesverband Bayern und Daniela Rickert, Amtstierärztin beim Veterinäramt Nürnberg, gestalteten den Tag gemeinsam. Im Mittelpunkt standen die Bedeutung des illegalen Tierhan-

dels, rechtliche Anforderungen, die Zuständigkeiten der Behörden, die Rolle der Tierheime und vieles mehr. So schilderten die Experten unter anderem die Problematik rund um die sogenannten Listenhunde und erklärten, wie die Beamten sich ein erstes Bild vom Gesundheitszustand der Tiere machen können. Aufseiten der Polizisten herrschte großes Interesse. Die Fortbildung war ein vielversprechender Auftakt für eine mögliche weitere Zusammenarbeit dieser Art.

WEIDEFELD

BESTE IHRES JAHRGANGS Stephanie Schunke hat ihre Ausbildung zur Tierpflegerin im Tier-, Naturund Jugendzentrum Weidefeld des Deutschen Tierschutzbundes mit einer herausragenden Leistung abgeschlossen. Die Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein hat sie als Beste in ihrem Ausbildungsberuf 2017 geehrt. Dem Tierschutzzentrum bleibt Schunke nach ihrem erfolgreichen Abschluss als Tierpflege-Gesellin erhalten. Sie ist nun hauptverantwortlich für die Großtierstation mit Pferden, Ziegen und Schafen.

DU UND DAS TIER 4/2017

57


VORSCHAU

KONTAKTE/IMRESSUM

LIEBE LESERINNEN UND LESER, WIR WÜNSCHEN IHNEN EIN SCHÖNES WEIHNACHTSFEST UND EINEN GUTEN START IN DAS NEUE JAHR!

HOTLINES Service-Hotline Bundesgeschäftsstelle

IMPRESSUM 0228/604960

FINDEFIX - Das Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes Spenden-Hotline

INTERNET www.tierschutzbund.de www.duunddastier.de www.tierschutzlabel.info www.jugendtierschutz.de www.tierschutzbund.de/spendenportal

KOSTENLOSER SERVICE Melden Sie Ihr Haustier online bei FINDEFIX – Das Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes an: www.findefix.com

58

0228/6049635

09001/226688 (nur aus dem deutschen Festnetz), Sie spenden 5 Euro.

DU UND DAS TIER 4/2017

SOCIAL WEB www.facebook.com/tierschutzbund www.instagram.com/tierschutzbund_jugend www.twitter.com/tierschutz_bund www.youtube.com/tierschutzbundTV plus.google.com/+tierschutzbund

SPENDENKONTO des Deutschen Tierschutzbundes Sparkasse KölnBonn, BLZ: 370 501 98, Konto-Nr.: 40 444 IBAN: DE88 3705 0198 0000 0404 44 BIC: COLSDE33 Spenden sind steuerlich absetzbar.

Herausgeber und Redaktion: Deutscher Tierschutzbund e. V., In der Raste 10, 53129 Bonn, Tel.: 0228/604960, Fax: 0228/6049640 Kontakt: www.tierschutzbund.de/kontakt, redaktion@tierschutzbund.de Internet: www.tierschutzbund.de Verantwortlich im Sinne des Presserechtes: Thomas Schröder Redaktionsleitung: Nadia Wattad Mitarbeiter dieser Ausgabe: Andrea Furler-Mihali, Nina Himmer,

Moira Gerlach, Verena Jungbluth, Verena Klebolte, Christiane Kook, Dr. Henriette Mackensen, Frank Meuser, Caterina Mülhausen, Egbert Scheunemann, Lea Schmitz, Dr. Katrin Umlauf, Kristina Wagner

Agentur: SZ Scala GmbH, Hultschiner Str. 8, 81677 München Objektleitung: Hartmut Rätsch, Anzeigen: Daniela Schräder Herstellung: Hermann Weixler, Grafik und Litho im Auftrag des Verlages: dworak & kornmesser, Bildredaktion: Deutscher Tierschutzbund e. V. und dworak & kornmesser Abo-Service: Tel.: 089/21837038, Fax: 089/2183967266 Bezugsbedingungen: DU UND DAS TIER erscheint viermal im Jahr. Bezugspreise: www.duunddastier.de/abo Druck: Eversfrank Preetz | Frank Druck GmbH & Co. KG, 24211 Preetz ISSN 0341-56759 Das Magazin ist gedruckt auf 100 % Recyclingpapier. Für unverlangt eingereichte Manuskripte, Fotos und sonstige Druckunterlagen wird keine Haftung übernommen. Eine Rücksendung solcher Unterlagen ist nur gegen ausreichendes Rückporto möglich. Namentlich gezeichnete Beiträge stellen die Meinung des Verfassers, nicht unbedingt auch die der Redaktion dar. Nachdruck, Übersetzungen und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, sind nur mit Zustimmung der Redaktion gestattet. Veröffentlichte Briefe sind keine Meinungsäußerungen der Redaktion.


STIFTUNG & TESTAMENTE

TIERSCHUTZ HAT ZUKUNFT – MIT IHREM TESTAMENT „Wie kann ich dafür Sorge tragen, dass mein geliebtes Haustier auch nach meinem Tod gut versorgt ist?“ „Ich möchte den Tierschutz mit meinem Nachlass unterstützen. Wie mache ich das?“ Zwei Fragen, die immer wieder an uns herangetragen werden. Unser Ratgeber gibt Antworten. Zwar haben Tiere in Deutschland kein Erbrecht. Doch die Zukunft Ihres Lieblings kann gesichert werden: Sowohl natürliche als auch juristische Personen können Sie testamentarisch verpflichten, das Tier bestmöglich zu versorgen.

Dann setzen Sie ein Zeichen über das eigene Leben hinaus! Unsere Ratgeber zeigen verschiedenste Wege auf, wie Sie Tieren in Not langfristig eine Zukunft schenken. Sicher ist auch für Sie der passende dabei!

SIE HABEN FRAGEN? IHR ANSPRECHPARTNER für Fragen zum Thema Stiftung, Testament und Vermächtnis hilft gerne weiter: Wilfried Britz Tel.: 0228-60496-39 britz@tierschutzbund.de

Aber auch, wenn Sie kein Haustier absichern müssen, spricht vieles für ein Testament: Etwa, wenn Sie keine Erben haben und verhindern wollen, dass Ihr Nachlass an den Staat fällt. Oder wenn Sie einen nichtehelichen Lebenspartner, entfernte Angehörige, Freunde oder einfach einen guten Zweck mit einem Teil Ihres Erbes bedenken möchten.

DER GUTE ZWECK ERBT STEUERFREI! Wer etwa dem Deutschen Tierschutzbund etwas vererbt, dessen Hilfe kommt ungeschmälert bei den Tieren an. Ob bei Haus-

© shutterstock

TIERSCHUTZ IST IHNEN WICHTIG?

tieren oder Exoten, im Tierschutzzentrum Weidefeld oder einem unserer Kastrationsprojekte in Osteuropa, in der Jugendbildung oder in der Forschung entscheiden ganz allein Sie. Sprechen Sie uns an! Wir helfen, Ihr Erbe nach Ihren Vorstellungen zu gestalten.

Bitte mit 45 Cent frankieren, falls Marke zur Hand.

ABSENDER:

Vorname, Name

Straße, Hausnummer

PLZ, Ort

Mitgliedsnummer (falls zur Hand)

Deutscher Tierschutzbund e.V. Herrn Wilfried Britz In der Raste 10 53129 Bonn


Ihr Beitrag zum Tierschutz! Im Buchhandel vor Ort und online erhältlich.

€ 19,95

www.tierschutzbund.de

Profile for DU UND DAS TIER, Deutscher Tierschutzbund

DU UND DAS TIER 04/2017  

Ausgabe 04/2017

DU UND DAS TIER 04/2017  

Ausgabe 04/2017