{' '} {' '}
Limited time offer
SAVE % on your upgrade.

Page 1

du und das tier 6|2014

Tierschutz aus erster Hand

44. Jahrgang | ISSN 0341-5759

Tödliche Pelzmode

Designobjekt Tier

AUSLANDSTIERSCHUTZ

Mehr Hoffnung für Rumäniens Hunde

TIERSCHUTZPREIS

Tierschützer für Einsatz geehrt

ARTENSCHUTZ

Palmöl-Plantagen verdrängen Tiere


Starke Partner f端r sanfte Pfoten.

Seit mehr als 25 Jahren unterst端tzen Pedigree速 und Whiskas速 den Deutschen Tierschutzbund und Tierheime in ganz Deutschland. Weil wir Tiere lieben.

Partner des Deutschen Tierschutzbundes

www.pedigree.de

www.whiskas.de www.tierschutzbund.de


[ EDITORIAL] Thomas Schröder Präsident

Kein 2-Klassen-System für Tiere

Foto: Deutscher Tierschutzbund

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende, die nächsten Tierschutzprojekte stehen vor der Tür. Landauf und landab engagieren sich Vereine, Privatpersonen und andere Gruppen für unsere Mitgeschöpfe. Einige davon haben wir gerade erst mit dem Deutschen Tierschutzpreis geehrt – letztlich stellvertretend für Tausende Projekte in der Republik. Es ist eine bewegte, bewegende Tierschutzzeit. Wir erleben eine neue Diskussionskultur in Fragen des Tierschutzes. Die Politik beginnt umzudenken. Die Diskussionen gehen immer mehr darauf ein, wie die Tierhaltung beispielsweise in der Landwirtschaft geändert wird, nicht mehr ob überhaupt etwas geändert werden muss. Ein Erfolg und ein Lichtblick für die Zukunft. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir keine Zeit mit Arbeitskreisen vergeuden dürfen. Es gibt genügend Problembeschreibungen und es gibt viele Lösungsansätze: Lösungen für mehr Tierschutz in der Landwirtschaft, in der Forschung, aber auch in der Heimtierhaltung. Jetzt zählen Taten, nicht mehr nur Worte. Machen wir es an wenigen Beispielen konkreter: Wenn der Gesetzgeber entschieden hat, dass es – leider erst ab 2019 – verboten sein soll, Ferkel ohne Betäubung zu kastrieren: Warum aber greift er dann nicht ein, wenn es um die schmerzhafte Enthornung von Rindern geht? Diese findet weiterhin ohne Betäubung statt. Oder ein anderes Beispiel: Da werden Universitäten mit Titeln wie „Exzellenzuniversität“ ausgezeichnet, ohne dass für uns

erkennbar auch die ethischen Fragen eine Rolle spielen. Denn wie kann es sein, dass eine Universität in Tübingen sich Exzellenz nennen darf, aber in den Laboren Affen in quälenden Versuchen malträtiert werden? Ob Spinne, ob Maus, ob Ratte, ob Hund oder Katze, ob Schwein, Rind oder Elefant: Wir dürfen nicht zulassen, dass es zu einem „2-Klassen-System“ der Tiere kommt, je nachdem, wie wirtschaftlich bedeutend die Tierart sein mag. Jedes Tier hat seinen Wert – und eben nicht nur einen Preis. Tiernutzer müssen sich zudem die Frage gefallen lassen: Darf denn alles erlaubt sein, was nicht explizit verboten ist? Und auch für den praktischen Tierschutz war das bald vergangene Jahr, aber wird auch das kommende Jahr ein ständiger Kampf ums Überleben bleiben. Eine zentrale Frage ist zum Beispiel: Warum lässt es der Gesetzgeber zu, dass die Kommunen Jahr für Jahr 256 Millionen Euro Hundesteuer einnehmen, aber die Tierheime zu Bittstellern degradiert werden? Für die Tierheime muss gelten: Tierschutz hat einen Wert – und hat eben einen Preis. Denn bei allem ideellen Engagement im Tierschutz vor Ort: Ohne Geld geht es nicht. Abschließend wünsche ich Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und ein erfolgreiches neues Jahr. Und wir haben noch eine Überraschung für Sie: Ab 2015 erscheint du und das tier in einem neuen Gewand. Dies erfordert auch eine Anpassung der Erscheinungstermine. Ihre nächste Ausgabe halten Sie daher im März in den Händen.

Herzlichst Ihr du und das tier 6/2014 3


[ i n h a lt ]

du und das tier 6/2014 ✘ gekennzeichnet

6 Kurz und knapp

Deutscher Tierschutzpreis Die Tiere sind die Gewinner

Massentierhaltung Demo gegen Tiermastanlagen

18

Draußen: Corinna Unger unterhält eine Lamafarm. Sie erklärt, was die Tiere ausmacht und wie sie mit ihnen wandert.

Heimtiere Neues Forum entstanden

Tierwohl-Offensive Worte lassen aufhorchen, aber es zählen Taten

Pilotprojekt Kastration frei lebender Katzen

Agrarministerkonferenz Mehr Tierschutz in der Landwirtschaft

EU-US Freihandelsabkommen Tierschutz kein Thema

Rumänien Treffen macht Mut

Walfangtagung Japan weiter ausgebremst

35 Projekte

Tierschutz in der Ukraine Kastrationen in vollem Gange

Welttierschutztag Aktion sorgt für Aufmerksamkeit

Parlamentarisches Tierschutzfrühstück Mehr Tierschutz laut Koalitionsvertrag umsetzen

Jagdgesetzgebung Reform endlich beschlossen

38 Jugend

Zoophilie in Dänemark Verbot auf dem Weg

Neubiberg-München Gratulation zum Tierschutzlehrer

In eigener Sache du und das tier

34

Aktuell: In Rumänien sterben tagtäglich noch immer zahlreiche Hunde – ein untragbarer Zustand,den der Deutsche Tierschutzbund ändern will. Ein Symposium vor Ort macht Mut.

Erfurt Der Jugendländerrat hat getagt

9 Kontakt 10 Titelthema

Pelze Wenn Tiere für Mode sterben Mit dem Winter kommen wieder Pelzjacken und -mäntel sowie pelzbesetzte Accessoires in die Geschäfte. Artikel, für die Hunderttausende von Tieren leiden und sterben mussten

35

Berlin Münchner Kindl gegen Berliner Bär

16 Hinter den Kulissen

Bonn Ute Vogt begrüßt Kampagne

Altenburg Futterautomat für Wasservögel Gifhorn Schüler übergeben Scheck

Palmöl Monokulturen nehmen Tieren den Lebensraum

20 Für Sie gelesen 22 Das vegane Rezept Ravioli mit Cashew-Tomatenfüllung

4  du und das tier  6/2014

Bayern Mehr Rechte für Tierschutzverbände

Marderhunde Sterben für die Mode

Mit Lamas wandern Keine spuckenden Ungeheuer

38

40 Vor Ort

Berlin Tierschutz in der Politik

18 Draußen

Jugend: Eine der frischgebackenen Tierschutzlehrerinnen erzählt von ihren neuen Aufgaben und Hoffnungen.

Jugendtermine

Angorakaninchen Qualzucht für die Mode

Echt oder unecht? Pelz von Kunstfell unterscheiden Projekte: Eine Delegation des Deutschen Tierschutzbundes besucht die Kastrations– projekte in der Ukraine.

Bonn Bewerbungsfrist zum Jugendtierschutzpreis läuft

27 Aktuell

Interview-Serie (Teil 4) Sachverstand gegen Polemik

Rostock/Mecklenburg-Vorpommern Besuch im Tierheim Schlage und Demonstration Münster Neubau ist eingeweiht Schwaan Wenn ein Traum Wirklichkeit wird Gütersloh Open-Air-Gottesdienst Karlsruhe Ministerbesuch und Unterschriftenübergabe Hamburg Rettet das Huhn Weiterstadt Treffen der Bullterrier Freunde Tornow Auszeichnung und hoher Besuch Termine

46 Impressum

Titelbild: DPA, Einklinker: Friedrich Ebert Stiftung, Dt. Tierschutzbund, Alamy/Jonathan Hewitt

Alle Titelthemen sind mit einem


[ IM

FOKUS]

Anis und Avec geht es in unserem Tierschutzzentrum Weidefeld richtig gut.

Geschenkideen zu Weihnachten

Helfen mit Herz – tierisch gute Geschenke

Fotos: Deutscher Tierschutzbund e.V.

S

chon wieder Weihnachten? Viele Menschen fragen sich jetzt oder auch zu anderen Anlässen, was sie ihren Lieben schenken möchten. Wie gern würde man da den großen Kinderaugen nachgeben, die sich ein süßes Haustier unterm Weihnachtsbaum wünschen. Davon raten wir dringend ab. Ein Tier zu verschenken ist oftmals eine recht unüberlegte Idee, und häufig ist der Beschenkte gar nicht in der Lage, das Tier seinen Ansprüchen gemäß zu versorgen. Im schlimmsten Fall wird der neue Kuschelfreund schnell lästig. Wenn Sie aber dennoch einem tierlieben Menschen eine große Freude bereiten möchten, haben wir die passende Geschenkidee: eine Patenschaft für eines unserer Tiere. Im Anholter Bärenwald und in unserem Tierschutzzentrum Weide-

feld beherbergen wir viele Tiere mit oft traurigen Schicksalen, die sich in unserer Obhut wieder erholen und die wir artgerecht versorgen. Für diese Tiere können Sie bereits ab drei Euro monatlich eine Patenschaft übernehmen oder verschenken. Sie helfen damit, diesen Tieren weiterhin ein Zuhause zu geben, in dem sie bis an ihr Lebensende sicher und liebevoll versorgt werden. Als Geschenkpate erhalten Sie eine Urkunde inklusive Foto zum Weiterreichen unterm Weihnachtsbaum. Der Beschenkte erhält regelmäßig Berichte über seinen Schützling und eine Einladung zum alljährlichen Patentreffen. Als Pate und Geschenkpate haben Sie jederzeit die Möglichkeit, das Tier zu besuchen, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. So können Sie direkt die Entwicklung des Tieres miterleben.

Das Geld aus den Patenschaften wird für Futter, Pflege und Betreuung der Tiere verwendet und kommt ausschließlich den jeweiligen TierschutzEinrichtungen zugute. Übrigens: Jetzt nur in der Vorweihnachtszeit gibt es eines der kleinen Büchlein „Mit dir ist das Leben schöner ...“ oder „Was ich dir von Herzen wünsche ...“ zu jeder Geschenkpatenschaft dazu. Und bitte denken Sie daran: Für die pünktliche Zustellung der Geschenkurkunde zum Fest bitten wir um Ihre Bestellung bis zum 17. Dezember 2014. CHRISTIANE KOOK

AKT I V WERD E N Für alle Fragen rund um Geschenkpatenschaften und andere tierfreundliche Ideen wie Geschenkmitgliedschaften oder der HelpCard – unserer Geschenkkarte für den Tierschutz im Scheckkartenformat – erreichen Sie unseren Spenderservice unter der Rufnummer 0228/604 96 29 oder per E-Mail unter mitgliederbetreuung@tierschutzbund.de. Weitere Infos finden Sie zudem im Internet unter www.tierschutzbund.de/ spendenportal.

du und das tier 6/2014 5


[ kurz

und knapp]

3.000 Personen ziehen auf einer Demonstration gegen Massentierhaltung durch Potsdam.

Schluss mit Massentierhaltung

Viele Vereine des Deutschen Tierschutzbundes hatten sich rege an der „Wir haben es satt! Massentierhaltung abwählen!“-Demonstration des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg in Potsdam beteiligt. So forderten 3.000 Teilnehmer die Abkehr von der Agrarindustrie hin zu einer bäuerlichen, tier-, natur- und umweltgerechteren Landwirtschaft. Vom Potsdamer Hauptbahnhof zogen die Demonstrierenden hinter einem Traktorkonvoi lautstark durch das Zentrum von Brandenburgs Landeshauptstadt

auf den Luisenplatz zur Abschlusskundgebung. „Mittlerweile haben fast alle kapiert, dass unsere Landwirtschaft langfristig nur dann eine Zukunft hat, wenn sie eine hohe Wertschöpfung erzielt, ohne dabei die natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören. Nur in Brandenburg nicht, dort bekennt man sich zur Ideologie des agroindustriellen Maßstabs. Immer größere Tiermastanlagen, immer monotonere Fruchtfolgen, immer größere Agrarholdings, die das Land unter sich aufteilen“, so Stefan Palme, einer der Redner

und langjähriger Bio-Landwirt aus der Uckermark. Zum Zeitpunkt der Demo hatte die Volksinitiative, die der Landestierschutzverband Brandenburg mit dem Aktionsbündnis gestartet hat und die sich gegen die tierquälerischen Massentierhaltungen richtet sowie das Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzverbände fordert, bereits 30.000 Unterschriften gesammelt. Lediglich 20.000 Unterschriften sind nötig. Nun muss sich der Landtag damit befassen. Weitere Informationen unter www.agrarwende.wordpress.com.

Heimtiere

Neues Forum entstanden Unter der Schirmherrschaft von Christina Jantz, MdB (SPD), und Tino Sorge, MdB (CDU), ist ein neues Forum entstanden, das sich mit Heimtierfragen beschäftigt. Ab sofort werden regelmäßige Treffen stattfinden, auf denen sich alle Beteiligten zu diesem Thema austauschen. Neben der Politik nehmen sowohl Vertreter der Wissenschaft und aus der Praxis sowie des Tierschutzbundes teil. Die Firma Mars ist Initiator des Forums.

6 du und das tier

6/2014

Foto oben: Aktionsbündnis Agrarwende Berlin Brandenburg, Foto unten: Deutscher Tierschutzbund

Demo gegen Tiermastanlagen


Pilotprojekt in Schleswig-Holstein

Kastration frei lebender Katzen Das Elend frei lebender Katzen läuft meist im Verborgenen ab, dennoch gibt es sie – in großer Anzahl – auch in Deutschland. Der Deutsche Tierschutzbund wird daher, zusammen mit seinem Landesverband Schleswig-Holstein, als Mitinitiator eines Pilotprojekts gegen Katzenelend aktiv. Vertreter von Land, Kommunen, Tierschutzverbänden und Tierärzteschaft haben bereits für Schleswig-Holstein eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. In drei Aktionszeiträumen, die von Oktober 2014 bis September 2015 gestaffelt sind, soll die Kastration von Katzen unter bestimmten Kriterien finanziell unterstützt werden. Dazu zählt auch die Kastration frei lebender Katzen,

die von Tierschutzvereinen versorgt werden. Eine wichtige Entlastung für

die Vereine, die diese Kosten sonst oft allein stemmen müssen. Darüber hinaus ist auch eine Unterstützung von Privatpersonen möglich. Gemeinsam mit dem Landesverband SchleswigHolstein des Deutschen Tierschutzbundes beteiligt sich der Verband mit 20.000 Euro an dem Kastrationsprojekt. Damit verbunden ist auch der Aufruf an Katzenhalter, ihre Tiere chippen zu lassen und kostenlos zu registrieren, etwa beim Deutschen Haustierregister. Nur so ist das Tier bei Verlust eindeutig identifizierbar und kann dem Besitzer zurückgegeben werden. Weitere Informationen zum Deutschen Haustierregister im Internet unter www.registrier-dein-tier.de.

EU-US-Freihandelsabkommen Tierschutz kein Thema Der Rat der Europäischen Union hat kürzlich das Mandat für die Verhandlungen über die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) veröffentlicht. Inhaltlich ist das Dokument sehr allgemein gehalten. Beim Thema Tierschutz zeigt sich, dass die EU-Seite kein

Foto oben: Thinkstock/Eli_Kristine, Foto unten: DPA

Mit TTIP könnten Haltungssysteme aus den USA, wie dieses in die EU gelangen.

großes Aufhebens darum machen will, falls die USA Tierprodukte einführt, die dort unterhalb den in Europa gültigen Tierschutzstandards liegen. Genau darin liegt eine große Gefahr, denn es ist zu befürchten, dass solche Produkte sowohl tierquälerisch erzeugt als auch billiger sind als die vergleich-

baren EU-Waren. In der Folge können auch EU-Tierschutzstandards infrage gestellt werden. Tierschutzorganisationen auf beiden Seiten des Atlantiks, darunter die Eurogroup for Animals und der Deutsche Tierschutzbund, drängen weiter darauf, Maßnahmen gegen das Tierschutzdumping und für eine stetige Verbesserung des Tierschutzes in Europa und den USA in das Abkommen aufzunehmen. Unterdessen hat die Europäische Kommission eine beantragte Europäische Bürgerinitiative (EBI) gegen das Freihandelsabkommen abgelehnt. Bei einer Genehmigung wäre es möglich gewesen, EU-Kommission und Parlament mit einer Million Unterschriften dazu zu bringen, über den möglichen Stopp des Freihandelsabkommens zu diskutieren. Dass die EU-Kommission dies unterbindet, ist rechtlich umstritten. Die Initiative soll nun ungeachtet dessen fortgeführt werden. Auch eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof wird derzeit geprüft. Mehr dazu unter https://stop-ttip.org/de/.

du und das tier 6/2014 7


[ kurz

und knapp]

Ergebnisse der Walfangtagung Japan weiter ausgebremst In der Ausgabe von du und das tier 3/2014 haben wir über den für die Wale großen Erfolg berichtet, dass der internationale Gerichtshof in Den Haag der Klage Australiens gegen Japan stattgegeben hatte. Damit musste Japan sein Walfangprogramm im Südpolarmeer vorerst einstellen. Auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Slowenien wurden Japan nun weitere Hürden auferlegt: Künftig muss das Land die Details seines „wissenschaftlichen Walfangs“ dem zuständigen IWC-Gremium vorlegen. Dieses beurteilt, ob die angestrebten Forschungsergebnisse auch mit nicht-tödlichen Methoden zu erzielen sind. Dies wird eine von Japan angestrebte Fortsetzung des Walfangs in der Antarktis hoffentlich erschweren. Skandalös dagegen ist, dass Grönland mit den Stimmen der EU eine

völlig überhöhte Subsistenz-Fangquote zugestanden wurde, obwohl das Walfleisch nicht nur von den Ureinwohnern, den Inuit, konsumiert, sondern zunehmend auch an Touristen vermarktet wird. Dänemark hatte im Vorfeld der Europäischen Kommission mit einem möglichen Austritt aus der IWC gedroht, wenn die EU den Antrag nicht unterstützt. Nun dürfen bis 2018 jährlich 164 Zwergwale, 19 Finnwale, zwei Grönlandund zehn Buckelwale getötet werden. Der ausufernde Walfang in Island stand nicht offiziell auf der IWCAgenda. Die EU, die USA und sechs weitere Länder protestierten jedoch zeitgleich scharf gegen das Vorgehen der isländischen Regierung und forderten ein Ende des Walfangs. Eine entsprechende Erklärung wurde in Islands Hauptstadt Reykjavik übergeben. Weitere Informationen unter www.tierschutzbund.de/walfang.

Welttierschutztag

Der Deutsche Tierschutzbund hat vor dem Brandenburger Tor mit seinem neuem Kampagnenmotiv auf sein Leitmotto zum diesjährigen Welttierschutztag aufmerksam gemacht: „Dauerhafte Billigpreise für Fleisch senken das Tierschutzniveau“. Der Verband kritisiert damit vor allem die extreme Billigpreispolitik des Handels und der Discounter sowie die viel zu niedrigen gesetzlichen Der Deutsche Tierschutzbund zeigt am Welttierschutztag, was hinter Billigangeboten steckt.

8  du und das tier  6/2014

Rahmenbedingungen. Billigpreise führen letztendlich dazu, dass Tiere unter kostengünstigen, aber dafür tierschutzwidrigen Bedingungen gehalten werden. Wer billiges Fleisch verkauft oder kauft, nimmt solche Zustände in Kauf. Die Aktion des Deutschen Tierschutzbundes sollte den Menschen zeigen, was eigentlich hinter dauerhaften Billigangeboten steckt. Hierfür hat der Verband Berliner

Passanten, Touristen, Schülergruppen und alle Interessenten dazu eingeladen, mithilfe von Aufstellern hinter die Billigangebote zu schauen. Ein Aktionskünstler hat außerdem „Schweinchen-Ballons“ verteilt. Diese sollten zeigen, wie das Ringelschwänzchen im tierschutzgerechten Zustand aussehen sollte – nämlich intakt und nicht kupiert. Gerade Schüler zeigten ein großes Interesse an dem Thema, mehr über die Haltungsbedingungen in den Ställen zu erfahren. Viele Jugendliche erklärten zudem, sich schon mit dem Thema vegetarische Ernährung auseinandergesetzt zu haben. Und da möchte der Verband auch hin – denn im Grunde ist nur der Fleischverzicht ein direkter Weg zu mehr Tierschutz. Im produzierten Video-Podcast unter www.tierschutzbund.de/billigfleisch, der am Aktionstag vor dem Brandenburger Tor aufgenommen wurde, erläutert Thomas Schröder die Hintergründe zum Leitmotto. Bundesweit haben auch viele der über 750 Mitgliedstierschutzvereine Aktionen rund um das Thema an diesem Tag durchgeführt.

Foto oben: Arco/J. Freund, Foto unten: Deutscher Tierschutzbund

Aktion sorgt für Aufmerksamkeit


Jagdgesetzgebung

KONTAKT

Reform endlich beschlossen in der letzten Ausgabe von du und das tier haben wir über die überfällig werdende Reform der jeweiligen Landesjagdgesetze berichtet. In BadenWürttemberg ist es jetzt so weit. Der Landtag in Stuttgart hat mit den Stimmen der Grünen und der SPD eine Jagdreform beschlossen. Damit ist es gesetzlich geregelt, dass für das Töten von Tieren immer ein „vernünftiger Grund“ im Sinne des Tierschutzrechts vorliegen muss. Totfangfallen gehören damit der Vergangenheit an. Auch das Schießen von Haustieren wird eingeschränkt. Ein begrenztes Fütterungsverbot wird ebenfalls wirksam, eine Jagdruhe ist vom 1. März bis 30. April vorgesehen. Das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz tritt am 1. April 2015 in Kraft. Auch wenn es nicht alle Ziele des Verbandes erfüllt, ebnet es zumindest den Weg für mehr Tierschutz.

Deutscher Tierschutzbund e. V. In der Raste 10 53129 Bonn Telefon: 0228-60496-0, Telefax: 0228-60496-40 www.tierschutzbund.de/kontakt

Hotlines Service-Hotline, Bundesgeschäftsstelle Telefon: 0228-60496-0 Deutsches Haustierregister und Deutsches Tierdiebstahlregister Rund um die Uhr: Telefon 0228-60496-35 Spenden-Hotline: Telefon: 09001-226688 (nur aus dem deutschen Festnetz). Sie spenden € 5,00.

Internet www.tierschutzbund.de www. tierschutzlabel.info www.jugendtierschutz.de

Social Web

Zoophilie in Dänemark

Verbot auf dem Weg Die dänische Regierung möchte endlich Tiere vor sexuellen Übergriffen schützen. Landwirtschaftsminister Dan Jørgensen hat jüngst dazu eine Gesetzesänderung angekündigt. So soll er in Dänemark erklärt haben, dass Tiere ein Recht auf einen besonderen Schutz hätten, weil sie nicht Nein sagen könnten. Der Deutsche Tierschutzbund hatte den dänischen Landwirtschaftsminister zuletzt im Oktober schriftlich dazu aufgefordert, auch in Dänemark

sexuelle Handlungen an Tieren, ähnlich dem seit 2013 in Kraft getretenen novellierten deutschen Tierschutzgesetz, verbieten zu lassen – auch um dem „Sextourismus“ aus Deutschland Einhalt zu gebieten. Bisher ist Zoophilie in Dänemark nur dann illegal, wenn das Leid der Tiere nachweisbar ist. In Schweden, Norwegen, den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich und Großbritannien stehen sexuelle Übergriffe auf Tiere bereits unter Strafe.

Foto oben: TThinkstock/David De Lossy

In eigener Sache

du und das tier Liebe Tierfreundinnen und liebe Tierfreunde, ab 2015 erscheint das Mitgliedermagazin des Deutschen Tierschutzbundes, du und das tier, in einem neuen Look – der Inhalt bleibt davon unberührt. Sie können sich auf ein modernes und aufgeräumtes Design freuen, das die Vielfalt an Themen ansprechend verpackt. Diese Veränderung bringt auch eine neue Erscheinungsweise mit sich. Ab März 2015 erhalten Sie du und das tier quartalsweise. Wir wünschen Ihnen schon jetzt viel Spaß mit dem neuen Magazin und freuen uns auf Ihr Feedback.

Folgen Sie uns – bei www.facebook.com/tierschutzbund www.twitter.com/tierschutz_bund www.youtube.com/tierschutzbundTV plus.google.com/+tierschutzbund

Online spenden www.tierschutzbund-spenden.de

Tierschutz-Podcast Wer immer gut informiert sein möchte, hat die Möglichkeit, die Tierschutznachrichten zu abonnieren: www.tierschutzbund.de/podcast

Kostenloser Service Melden Sie Ihr Haustier online im Deutschen Haustierregister an: www.registrier-dein-tier.de

Spendenkonto des Deutschen Tierschutzbundes Sparkasse KölnBonn BLZ 370 501 98, Konto-Nr.: 40 444 IBAN: DE 88 37050198 0000040444, BIC: COLS DE 33 Spenden sind steuerlich absetzbar.

du und das tier 6/2014 9


[ t i t e lt h e m a ]

Pelze

Wenn Tiere für Mode sterben

Foto: DPA

Der unermüdlichen Arbeit von Tierschutzorganisationen war es zu verdanken, dass der Pelz lange verpönt blieb – doch diese Zeiten scheinen endgültig vorbei. Mit dem Winter kommen wieder Pelzjacken, -mäntel und Accessoires in die Warenauslage. Kaninchen, Marderhunde, Nerze – alle müssen sie für die Modeindustrie leiden. Blicken Sie mit uns hinter die Kulissen der schillernden Modewelt.

10  du und das tier  6/2014


Designerin Donatella Versace lässt ihre Models Pelzmode auf einem Laufsteg aus Tierpelzen präsentieren. Geschmackloser geht es kaum noch.

du und das tier  6/2014  11


[ t i t e lt h e m a ]

D

ie geschmacklose Präsentation der Haute-CoutureKollektion der Designerin Donatella Versace auf der Fashion Week in Paris, lässt zweifelsohne die Nackenhaare sträuben: Die hoch angepriesene Modeikone ließ ihre Models über einen Laufsteg aus Pelz laufen. Es sollte wohl ein Hingucker der besonderen Art werden. Dekadenz? Ignoranz? Gleichgültigkeit? Was bewegt eine Designerin zu einem solchen Fehlgriff, schöne Menschen über tote Tiere trampeln zu lassen? Was zugegeben ein extremes Beispiel ist, zeigt dennoch, dass Pelze wieder salonfähig scheinen – zumindest gehen die Modeschöpfer ganz selbstverständlich mit diesem „Material“ um. Fellbommel an Mützen, ein Kragen aus Echtfell an Jacken und Mänteln – und selbst an Schuhen tauchen Pelzapplikationen auf. Immer häufiger liegen die Fellteile gequälter Tiere in den Auslagen der Geschäfte. Sie haben sich nach und nach als neuer Modetrend in die Boutiquen eingeschlichen. Brisant ist, dass auch Unternehmen Felle im Sortiment haben, die sich offiziell als pelzfrei bezeichnen. Sie bieten vermeintlich nur Felle an, die von Tieren

Die Modebranche bevorzugt das samtige Fell des Rexkaninchens.

aus der Lebensmittelproduktion stammen. Dennoch finden sich bei Ihnen auch Felle von Tieren, die für die Modeindustrie leiden mussten – auch das Kaninchen zählt dazu. Damit zeigt sich, dass die öffentliche Meinung, Kaninchenfelle seien nur Nebenprodukte der Fleischgewinnung, falsch ist. Die Nachfrage nach Kaninchenfellen ist groß und das Geschäft profitabel. ZIKA-Hybridkaninchen zählen zu einer Zuchtform, die zu Nahrungszwecken gehalten wird – weiße Kaninchen, die schnell wachsen und nach einem kurzen traurigen Leben im Alter von drei bis vier Mo-

naten sterben müssen. Deren Fell ist von niedriger Qualität, dennoch setzt es die Fellindustrie ein. Hauptsächlich nutzt die Modebranche aber andere Rassen wie beispielsweise das Rexkaninchen. Dieses landet mit seiner braunen oder auch chinchillafarbenen Färbung typischerweise als schmückender Besatz an Jacken oder Westen. Hierfür werden die Tiere nach dem ersten Fellwechsel im Alter von acht bis neun Monaten getötet. Für eine einzige Jacke müssen 20 bis 25 Kaninchen qualvoll sterben. Egal ob für die Lebensmittelindustrie oder Pelzgewinnung – in unstrukturierten Drahtkäfigen ist die Haltung gleichermaßen tierschutzwidrig. Die Kaninchen haben zu wenig Platz, sich zu bewegen, können sich nicht zum Liegen ausstrecken oder gar ein paar Hoppelsprünge machen. Zudem fristen sie häufig in Einzelhaft ein trauriges Dasein, um Verletzungen vorzubeugen. Beschäftigungsmaterial ist Fehlanzeige. Stereotype Verhaltensweisen wie das Nagen am Gitter oder exzessive Fellpflege sind häufig die Folge. Außerdem können Veränderungen an der Wirbelsäule und Fußprobleme wie wunde Läufe mit Infektionen auftreten. Verletzte,

Qualzucht für die Mode

Wollpullis und –mützen, die Angorawolle enthalten, kaufen Verbraucher oftmals bedenkenlos. Zu Unrecht, denn die als Qualzuchten zu betrachtenden Angorakaninchen, mit ihren bis zu 30 Zentimeter langen Haaren, leben ein unwürdiges Dasein in viel zu engen Käfigen. Etwa 95 Prozent der weltweit verarbeiteten Wolle stammt von Tieren aus China. Aufgrund der Gefahr, die langen Haare könnten verfilzen, müssen die Tiere einzeln und ohne Einstreu leben. Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter in den Farmen die Angorakaninchen alle 90 bis 100 Tage scheren – dies geschieht entweder mit einer Schere, einer elektrischen Haarschneidemaschine oder – ganz brutal – durch Rupfen. Für die nicht an den Menschen gewöhnten ängstlichen Fluchttiere purer Stress. Da der Fellertrag männlicher Tiere geringer ist, werden diese bis auf die Zuchtböcke meist direkt nach der Geburt getötet. Der Deutsche Tierschutzbund fordert, keine Angorakaninchen zur Wollgewinnung zu halten und zu nutzen, da sie unter kommerziellen Gesichtspunkten nicht verhaltensgerecht untergebracht werden können. Durch aktive Aufklärungsarbeit werden Firmen zunehmend sensibilisiert. So hat beispielsweise S. Oliver dem Deutschen Tierschutzbund im März 2014 zugesichert, in Zukunft komplett auf Angoraprodukte zu verzichten. Zumindest ein kleiner Erfolg.

12 du und das tier

6/2014

Foto oben :Thinkstock/GlobalP, Foto unten: Imago

Angorakaninchen


kranke oder schwache Kaninchen werden oftmals einfach gegen eine Wand oder auf dem Boden totgeschlagen.

Foto mitte: Thinkstock/sigurcamp, Fotos rechts: imago,123rf/evaletova,

Echt – statt Kunstfell Besonders schlimm am Pelzangebot ist, dass diejenigen, die nicht aus Vorsatz zu echtem Pelz greifen, auf einmal unwissentlich genau ein solches Teil erworben haben. So auch im Januar dieses Jahres geschehen. Das, was eigentlich als Kunstfell gekennzeichnet war, stellte sich – wie der Deutsche Tierschutzbund aufgedeckt hatte – als Echtfell heraus. So hatte das Mode-Unternehmen Wöhrl eine Mütze mit Bommel im Verkauf, deren Etikett 100 Prozent Acryl attestierte. Eine vom Deutschen Tierschutzbund beauftragte Untersuchung hat jedoch ergeben, dass für den Bommel das Echtfell eines Marderhundes verarbeitet wurde. Wöhrl nahm zwar die Mützencharge aus dem Sortiment, schob aber die Schuld auf den Importeur. „Das lassen wir nicht durchgehen, die Verantwortung dem Kunden, aber auch den gequälten Tieren gegenüber, hat das Unternehmen Wöhrl selber“, sagte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, nach der Stellungname des Unternehmens. Und Wöhrl ist leider kein Einzelfall: Immer wieder tauchen in den Medien Berichte von falsch gekennzeichneten vermeintlichen Kunstfellprodukten auf, hinter denen sich Echtfell verbirgt. Egal bei welcher Handelskette, egal zu welchem Preis – vor solchen Betrügereien ist der Verbraucher nie sicher. Es bleibt nur, die Finger von allen Kleidungsstücken und Accessoires, die Fell enthalten, zu lassen, egal ob als Kunst- oder Echtfell deklariert. Das Fell des Marderhunds gilt im Vergleich zu Nerz und Zobel als günstig, deswegen nutzt die Modeindustrie es gerne für Krägen und Bommel. China ist das Land, das weltweit die meisten Marderhunde

Sterben für die Mode

Marderhund Der Marderhund, auch unter den Namen Raccoon Dog, Waschbärhund oder Enok bekannt, hat besonders unter der Pelzwut zu leiden. Wegen seiner langen, rauen Haare und den wolligen Fellfasern kommen Marderhundfelle fast ausschließlich für Fellbesätze zum Einsatz. Im Jahr 2009 lebten bereits zehn Millionen Marderhunde auf chinesischen Farmen und ein Ende ist bisher nicht in Sicht: Eine weitere Steigerung auf 15 Millionen Tiere wird erwartet. Eine Fernsehreportage des Journalisten und Dokumentarfilmers Manfred Karremann, der die Zustände vor Ort aufnehmen konnte, dokumentiert, dass die Tiere unter erbärmlichsten Bedingungen gehalten werden. Unstrukturierte kleine Käfige, die oft nicht mal ein Dach haben, stehen in Hinterhöfen und auf mittelgroßen Farmen. Stereotypien sind die Regel. Die Züchter und Arbeiter kennen keine Tierschutzvorschriften. Deren „Betäubungsmethoden“ – Schläge auf den Kopf – werden nicht sachgemäß durchgeführt. Oft schlagen die Arbeiter einfach den Kopf der Tiere auf den Boden auf. Danach folgt die Enthäutung der noch lebenden Tiere. Wer einmal Filmaufnahmen der teilweise noch zuckenden, enthäuteten Marderhundleiber gesehen hat, wird sich in Zukunft gut überlegen, ob er einen Fellkragen an seiner Jacke braucht.

züchtet – allerdings unter erbärmlichen Bedingungen. „Ursprünglich wurden nur Marderhundfelle von wild gefangenen Tieren gehandelt. Seit den 70er-Jahren wird er auch in Farmen gezüchtet. Das Pech des Marderhundes ist, dass er einfach und billig zu halten ist. Er ist verträglich und anspruchslos, was die Fütterung angeht. Pelzfarmer nutzen das rücksichtslos aus“, so Dr. Henriette Mackensen, Fachreferentin beim Deutschen Tierschutzbund.

Erkennbar gekennzeichnet Viele Jahre hat sich der Deutsche Tierschutzbund dafür eingesetzt, dass die Etiketten an Textilerzeugnissen belegen sollen, ob und wenn ja, welche tierischen Produkte wie Fell oder Leder sie enthalten. Nur so kann der Verbraucher erkennen, ob beispielsweise das Fell am Jackenkragen oder der Lederrücken einer Hose aus Kunst- oder Echtfell besteht. Die vom EU-Parlament 2011 verabschiedete Kennzeichnungspflicht sol-

cher Produkte war somit ein voller Erfolg für den Verband und letztendlich für den Verbraucher – bestand diese bis dahin nicht in Europa. Trotzdem stellt die Verordnung bisher nur einen ersten kleinen Schritt dar. Konkret wird vorgeschrieben, dass Produkte, die Materialien tierischen Ursprungs enthalten, mit der Angabe „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ zu kennzeichnen sind. Diese sehr sperrige Bezeichnung ist aber nur bei Produkten verpflichtend, die zu über 80 Prozent aus Textilfasern bestehen. Enthält ein Produkt zu mehr als 20 Prozent Echtfell oder Echtleder, so muss es überhaupt nicht gekennzeichnet werden. Ein Pelzmantel fällt somit nicht unter die Verordnung, eine Baumwollmütze mit Echtfellbommel hingegen schon. Leider wurden bisher auch keine Sanktionen bei Verstoß gegen diese du und das tier 6/2014 13


[ t i t e lt h e m a ] sich für mehr Tierschutz einsetzen und beim Kauf von textilen Produkten auf der sicheren Seite sein möchte, sollte also auf Fellprodukte jeglicher Art verzichten.

Die Pelzindustrie in Zahlen Fakt ist, dass die europäische Pelzwirtschaft allein mit Pelzaccessoires wie Bommeln, Krägen, Mützen und Fellbesatz die Hälfte des Umsatzes einnimmt. Laut dem Deutschen Pelzinstitut stammen die heute genutzten Fellarten zu etwa 47 Prozent von sogenannten Pelztieren aus Zucht und Farmhaltung. Dazu gehören unter anderem Nerz, Fuchs und Chinchilla. 38 Prozent werden aus der landwirtschaftlichen Farm- und Weidehaltung bezogen. Das sind beispielsweise Lamm und Kalb. Die restlichen 15 Prozent stammen aus der Jagd von Bisam, Waschbär und anderen Wildtieren in der freien Wildbahn. In vielen Ländern ist es Usus, Pelz tragende Wildtiere auch heute noch mit Fangeisen zu jagen. In einer solchen Falle kämpfen die Tiere oft Stunden oder gar Tage um ihr Leben, bevor sie an Erschöpfung, Hunger, Durst oder ihren Verletzungen sterben. Bei ihren vergeblichen Befreiungsversuchen reißen sie sich tiefe Wunden ins Fleisch oder verrenken

Pelz von Kunstfell unterscheiden

Echt oder unecht? Echtes Fell glänzt. Laien können in das Fell pusten und die Haare auseinanderklappen – ist Leder zu sehen, ist das ein Hinweis darauf, dass es sich um echten Pelz handelt. Bei einem Webpelz ist das Gewebe erkennbar. Weiterhin hilft die Feuerprobe: Ein paar Haare abzupfen, anzünden und riechen. Riecht es nach verbranntem Horn, dann ist es echt. Kunsthaar riecht chemisch. Dieser Test kann natürlich nicht einfach mit einem Produkt durchgeführt werden, welches nicht käuflich erworben wurde. Finale Sicherheit geben aber nur genetische Untersuchungen auf Tierhaare, welche von spezialisierten Instituten durchgeführt werden. Dazu hat der Verbraucher aber im Alltag kaum die Möglichkeit.

14 du und das tier

6/2014

Nerze werden in allerlei Färbungen gezüchtet und müssen für den Geschmack der Modebranche leiden.

und brechen sich die Gliedmaßen. Manche Tiere beißen sich sogar die eingeklemmten Pfoten ab. Auch wenn Pelze – vor allem in China – ein Milliardengeschäft sind, so ist die Branche in Deutschland seit Jahren weitestgehend stabil. Die Zahl der Pelzfarmen hierzulande hat sich sogar innerhalb von 30 Jahren von 180 auf 8 reduziert. 2011 hat die pelzverarbeitende Branche in Deutschland einen Umsatz von gut einer Milliarde Euro gemacht. Laut dem weltweiten Branchenverband International Fur Trade Federation (IFTF) ist der Umsatz der Pelzindustrie in der Saison 2011/2012 weltweit auf 15,6 Milliarden Dollar angestiegen. Das macht im Vergleich zur Saison 2001/2002 eine Wertsteigerung von 44 Prozent aus. Für die deutsche Pelzindustrie wird der Export nach China und Russland immer wichtiger.

Nerze im Trend Der Nerz als klassisches Pelztier spielt auch heute noch eine bedeutende Rolle: Über 51 Millionen Nerzfelle werden jährlich gehandelt. Der Nerz ist so beliebt, da sein Fell wasserabweisend

Fotos oben Imago, DPA, Collage unten links: Thinkstock/L. Nyshko, 123rf/photobac/evaletova(2), Fotolia/Liaurinko/A. Karamyshev

wenigen Regelungen festgelegt. Damit der Verbraucher aber bewusst entscheiden kann, ob er ein Erzeugnis mit tierischen Bestandteilen kaufen möchte oder nicht, braucht es noch weiterreichende Regelungen. Zum einen sollte erkennbar sein, um welche Tierart es sich in den Produkten handelt und von wo sie ursprünglich stammt. Hierfür muss der Name in seiner eindeutigen wissenschaftlichen Form und Sprache des jeweiligen Verkaufslandes aufgeführt sein. Außerdem sollte erkennbar sein, ob das Tier aus Jagd oder Farmzucht stammt. Verhindert würde dadurch, dass einige Felle unter Tarnnamen, wie beispielsweise „Chinchillette“ für Kaninchen oder „Telentka“ für Eichhörnchen, in den Handel kommen, um die bekannte Bezeichnung der Tiere zu verschleiern. Alle Betrügereien lassen sich zwar nicht durch eine Kennzeichnungspflicht verhindern, sie verpflichtet aber die Händler zu mehr Transparenz und es könnten bei entsprechenden Sanktionsvorkehrungen auch besser Verstöße geahndet werden. Jüngst hat sich die Bundesregierung bei einer Anhörung im Petitionsausschuss leider gegen eine strengere nationale Kennzeichnungsregelung ausgesprochen. Wer


ist und ihn seine Käufer mit einem besonderen Statussymbol verbinden. Dass diese Wildtiere in den unzähligen Farmen, in denen sie tierquälerisch und unwürdig gehalten werden, ein kurzes und schmerzhaftes Leben führen, tritt hier leider in den Hintergrund. Dänemark ist Europas größter Nerzfelllieferant. Das Land unterhält aktuell circa 1.665 Nerzfarmen und tötet jedes Jahr über 17 Millionen Nerze. Das wertvolle Fell der Füchse ist ebenfalls weit oben auf der Beliebtheitsskala. Allein im Jahr 2010 wurden weltweit 3,7 Millionen Fuchspelze produziert. Finnland ist der größte Fuchspelzlieferant in Europa. Die Europäische Pelzindustrie versucht immer wieder, den europäischen Zuchtfarmen mit Labeln wie dem „Origin assured“ oder dem „WelFur-Programm“ besonders gute Haltungsbedingungen und Verbesserungen vorzugaukeln. In der Realität geht es auf europäischen Pelzfarmen aber keineswegs tierschutzgerecht zu. Die Tiere leiden hier ebenso wie in anderen Orten der Welt. Vorschriften wie 0,26 qm Grundfläche für Nerze oder 0,8 qm für Füchse sind weit von artgerechter Haltung entfernt. Auch Felle aus der Jagd werden als „ÖkoPelze“ gewinnbringend vermarktet. So wurde von der Jagdzeitschrift „Wild und Hund“ der „International German RedFox Award“ auf der Messe Jagd & Hund initiiert. Fuchsfelle aus heimischer Jagd seien nur ein Ne-

benprodukt, das sowieso anfällt und aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu nutzen sei. Dass hier aber andere Tierschutzprobleme im Vordergrund stehen und die Grundlagen der Fuchsjagd generell kritisch beleuchtet werden sollten, bleibt unkommentiert. Pelz ist nicht nachhaltig, Pelz ist nicht Öko oder Grün. Pelzmode bleibt Qualmode. Nur der Boykott dieser Produkte führt dazu, dass keine Tiere unter grausamen Bedingungen auf den Farmen gehalten oder in freier Wildbahn wegen ihres Felles gefangen und erlegt werden.

Die rechtliche Situation Seit Ende 2011 gilt die nächste Stufe der deutschen Pelztierhaltungsverordnung, welche größere Gehegegrundflächen für die Tiere vorschreibt. Die Hälfte der nach Erlass der Pelztierhaltungsverordnung noch verbliebenen deutschen Pelztierfarmen hat in der Zwischenzeit geschlossen. Fast alle der verbliebenen Farmen haben jedoch Klage gegen die Tierschutzvorgaben eingereicht. Sie begründeten die Klage damit, dass Nerze unter den neuen Vorgaben nicht zu halten wären und dass es zu immensen finanziellen Belastungen führen würde, sodass die Nerzhaltung und -zucht wirtschaftlich unrentabel würde. Skandalös ist, dass nun fast drei Jahre vergangen sind und die Farmen noch immer nicht die Pelztierhaltungsverordnung umgesetzt haben.

➔ Finnland Größter Fuchspelzlieferant

➔ China Zahlen anhand des Verkaufs von Impfstoffen für Pelztiere Circa 30 bis 35 Mio. Nerze

➔ Dänemark größter Nerzpelzlieferant Europas 1.665 Nerzfarmen

15 Mio. Füchse

Foto unten: 123rf/cobalt

Nerztötung/Jahr 17 Mio.

10 Mio. Marderhunde

„Die Farmer machen ohne Rücksicht auf den Tierschutz weiter Profit“, so Thomas Schröder. Aktuell sind noch acht Nerzfarmen in Deutschland in Betrieb. Diese „produzieren“ jährlich bis zu 100.000 Nerze. Bei fünf Farmen laufen noch Gerichtsverfahren, daher geht dort der Betrieb weiter, ohne die TierschutzNutztierhaltungsverordnung zu beachten. Den Veterinärbehörden sind die Hände gebunden. Eine Entscheidung kommt vermutlich erst dann, wenn alle Instanzen durchlaufen wurden und das Bundesverwaltungsgericht darüber entschieden hat. Die zwei größten Farmen befinden sich in Mecklenburg-Vorpommern. Bis Ende 2017 werden diese schließen. Einer der Betreiber verkündete jedoch, einen neuen Standort für seine Farm zu suchen. Leider bieten Nachbarländer, wie Dänemark oder Polen, dazu weiterhin gute Möglichkeiten. In Bezug auf Pelztierhaltung sollten Länder wie England, Österreich oder Slowenien Vorbilder sein. Dort ist sie verboten. Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich dafür ein, dass Deutschland diesen Vorbildern folgt und versucht, dieses Ziel auf europäischer Ebene zu erreichen. Jüngst ist der Verband der Fur Free Alliance in Rom beigetreten, einem Zusammenschluss von Organisationen gegen das Halten und Töten von Tieren wegen ihres Fells. Im Rahmen der internationalen Allianz kämpft der Verband verstärkt gegen Pelzprodukte. Jeder der sich mit Pelz kleidet, hat Blut an den Händen. Und wer damit handelt, macht sich mitschuldig am millionenfachen Leid der Tiere. Pelzprodukte haben nirgendwo etwas zu suchen. Es gibt keinen vernünftigen Grund, dass Tiere leiden und sterben, nur damit sich die Menschen einen grausamen Luxus leisten können. N A D I A WAT TA D

MEHR I NF O ➔ Deutschland 8 aktive Nerzfarmen Pelzproduktion/Jahr 100.000 Nerze

➔ Die weltweite Fellproduktion ist von 29,5 Millionen Fellen (2001) auf 59,1 Millionen (2012) angewachsen.

Informationen zu pelzfreien Warenhäusern, Pelztierfarmen in Deutschland und vielem mehr zum Thema Pelz im Internet unter www.tierschutzbund.de/pelz

du und das tier 6/2014 15


[ HINTER

DEN KULISSEN]

Palmöl

Monokulturen nehmen Tieren den Lebensraum W

er auf Zutatenlisten den Begriff „Pflanzliche Fette“ liest, bringt ihn zunächst nicht mit Tierschutzproblemen in Verbindung. Dahinter verbirgt sich jedoch häufig Palmöl, das derzeit noch nicht deklarierungspflichtig ist. Laut Welternährungsorganisation ist Palmöl heute das wichtigste und meist genutzte pflanzliche Fett der Welt. Es findet sich in über der Hälfte aller Supermarktartikel. Über Nahrungsmittel und Kosmetika bis hin zu Waschmitteln und in zunehmendem Maße als Bestandteil von Biotreibstoff, taucht es aufgrund seiner chemischen Eigenschaften beinahe überall auf.

16 du und das tier

6/2014

Am besten gedeiht die Ölpalme im feuchten, tropischen Klima. Ihr Flächenbedarf ist gigantisch. Allein im Jahr 2013 wurden etwa 56 Millionen Tonnen Palmöl produziert – über 90 Prozent davon in Indonesien und Malaysia. Doch für die Produktion von Palmöl muss der Regenwald weichen, denn die Ölpalme wird in Monokulturen angebaut – mit entsprechend drastischen Folgen für das Klima, die biologische Vielfalt und den Tierschutz. Durch das Roden der Regenwälder und das Trockenlegen von Torfwäldern und Mooren werden große Mengen an Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt. Indonesien zählt somit, ne-

ben den USA und China, zu den weltweit größten CO2 - Emittenten. Doch auch in Südamerika ist ein noch intensiverer Anbau der ursprünglich aus Afrika stammenden Ölpalme geplant – die damit verbundenen Umwelt- und Klimaprobleme würden sich dadurch noch zusätzlich verschärfen.

Tier- und Artenschutzprobleme Durch Verlust der Lebensräume, insbesondere auf Sumatra und Borneo, sind Arten wie Orang-Utan, SumatraTiger, Malaienbär, Sumatra-Elefant und Sumatra-Nashorn vom Aussterben bedroht. Rückzugsorte verschwinden, Lebensräume schrumpfen oder werden zerstört und auch

Fotos: DPA, Alamy/D. J. Slater/Jonathan Hewitt/Paul Jan Hilton

Wo vorher üppige Regenwälder gediehen, sind heute Palmöl-Plantagen zu sehen. Die Wälder mussten für deren Anbau weichen. Die darin lebenden Tiere verlieren ihr Zuhause. Monokulturen werden zum Tierschutzproblem.


Orang-Utans, Sumatra-Tiger und Sumatra-Nashörner verlieren wie viele andere Wildtiere durch den Anbau von Palmöl ihren Lebensraum.

Der Schein trügt: Statt wilder Regenwälder herrscht hier eine künstliche Ordnung. Diese Plantage besteht nur aus einer Pflanzenart – Palmöl.

die Verknüpfung von Habitaten nimmt stetig ab, sodass sich Inselpopulationen bilden, die keinen oder nur geringen Kontakt zueinander haben. So ist beispielsweise der Bestand wild lebender Sumatra-Tiger Schätzungen zufolge auf 400 Individuen zusammengeschrumpft. Die Palmölproduktion begünstigt auch Wilderer und Schmuggler, die Wildtiere als Haustiere oder deren Körperteile für vermeintliche medizinische Zwecke verkaufen. Die Infrastruktur der Palmölplantagen macht die verbleibenden Regenwälder und deren Tierwelt zudem für Wilderer besonders zugänglich. Auf der Suche nach Nahrung und wegen der Ab-

holzung ihres natürlichen Lebensraumes, sind Orang-Utans gezwungen, auf Plantagen auszuweichen. Häufig werden sie hier illegal getötet. Auch der Nachwuchs fällt nicht selten den Wilderern zum Opfer. Die Jungtiere enden dann als Haustiere oder gelangen nach Thailand oder Bali, wo sie Touristen unterhalten sollen. Doch auch andere Wildtierarten leiden unter ähnlichen Umständen. Somit ist die Zerstörung des Regenwaldes auf Borneo und Sumatra nicht nur ein Naturschutz-, sondern auch ein Tierschutzproblem.

Nachhaltiges Palmöl Aus diesen Gründen hat die Kritik

weltweit zugenommen. Um der negativen Publicity entgegenzutreten, gründeten die großen Palmölproduzenten und -verwerter 2004 den „runden Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO). Daraus ging auch das sogenannte RSPO-Siegel hervor. Unter den Mitgliedern des runden Tisches finden sich allerdings nur wenige Natur- und Umweltschutzorganisationen, sodass immer wieder Kritik und der Vorwurf des „Greenwashing“ im Raum stehen. Greenwashing betreiben Unternehmen, die sich in der Öffentlichkeit als umweltfreundlich, klimaverträglich und ökologisch bezeichnen, ohne dass es dafür eine hinreichende Grundlage gibt. Das Siegel verspricht zwar einen nachhaltigen Umgang mit dem Regenwald, steht jedoch in der Kritik, die Rodung noch voranzutreiben. Die ökologischen Standards sind lasch und werden kaum umgesetzt. Weiterhin dürfen Unternehmen Wälder roden – mit Ausnahme von „besonders erhaltenswerten Wäldern“. Dies gilt jedoch nicht für Wald, der vor 2008 gerodet worden ist. Palmöl, das von Waldflächen stammt, die vor diesem Datum abgeholzt wurden, dürfen weiterhin das RSPO-Label tragen. Der Raubbau an Natur, Tier und Mensch geht damit unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit weiter. Es gibt jedoch einen Lichtblick: Die EU hat beschlossen, dass Hersteller bis Dezember 2014 Palmöl in ihren Produkten deutlich kennzeichnen müssen. Verbraucher haben dann die Chance, entsprechende Produkte zu erkennen. Aus Tierschutzsicht wäre ein Verzicht auf Palmöl nur wünschenswert. DA N I E L B R AU N E AKT I V WERD E N Auf Palmöl verzichten Wer auf Palmöl weitestgehend verzichten möchte, kann mithilfe von Datenbanken palmölfreie Produkte im Internet suchen. Eine Datenbank mit veganen Produkten findet sich beispielsweise unter www.umweltblick.de. Einen weiteren Anhaltspunkt für Produkte ohne Palmöl bieten jene, die den Inhalt deklarieren, wie Sonnenblumen-, Raps- oder Olivenöl.

du und das tier 6/2014 17


[ DRAUSSEN]

Dieses Alpaka gehört zu den Youngsters der Hilberather Wanderlamas – eine Farm, die Corinna Unger betreibt.

Quimbo ist schon für die bevorstehende Wanderung gerüstet und begrüßt mit einem Artgenossen die Ankömmlinge.

Mit Lamas wandern

Keine spuckenden Ungeheuer Lamas sind in unseren Gefilden nicht heimisch, daher ist deren Haltung immer kritisch zu hinterfragen. Hier erzählt Corinna Unger von Ihren Erfahrungen mit ihnen. Sie erklärt, was die sanften Tiere ausmacht und wie eine Wanderung selbst Kindern und Erwachsenen helfen kann.

18 du und das tier

6/2014

sie artgerecht gehalten und ihre Bedürfnisse von sachkundigen Personen berücksichtigt werden. Probleme kann es in den Herden durch geschlechtsreife Männchen, zu wenig Platz oder reine Stallhaltungen geben. In ihrer eigentlichen Heimat sind Lamas die kargen Grasböden Südamerikas gewöhnt, in Deutschland hingegen leben sie auf den satten Wiesen im wahren Paradies. „Wir müssen schon aufpassen, dass sie nicht zu dick werden. Wenn das Gras zu energiereich ist, mähen wir es erst ab“, so Unger. Diesmal steht eine zweistündige Schnuppertour auf dem Programm. Bevor es losgeht, erklärt Unger, wo-

rauf es im Umgang mit den Lamas ankommt: „Sie sind keine Kuscheltiere und mögen es in der Regel nicht, angefasst zu werden. Dennoch genießen sie es, mit uns Menschen im Wald spazieren zu gehen – solange ihre Artgenossen dabei sind.“

Spucken auf Artgenossen Lamas sind Fluchttiere, die zur Ordnung der Paarhufer gehören und stammen von der Familie der Kameliden ab. Sie sind Wiederkäuer und können nur mit der unteren Zahnreihe Gräser, Tannenzweige und andere Pflanzen abbeißen. Deswegen ist auch ihr Speichel so grün, wenn sie ihre Artgenossen mit

Fotos: Deutscher Tierschutzbund (3)

S

ie wirken irgendwie deplatziert, wie sie auf der grünen Wiese stehen, und leben dennoch in Hilberath bei Bonn. „Wir haben mit der Haltung von drei Tieren angefangen“, so Corinna Unger. Die Rede ist nicht von Pferden, Kühen oder Schweinen, sondern von Lamas. Ursprünglich leben diese Tiere in Südamerika, wo sie hauptsächlich als Lastentiere und Wolllieferanten eingesetzt werden. Doch Lamas haben viel mehr Fähigkeiten. Sie können Kindern zu mehr Selbstvertrauen verhelfen, abgehetzte Geschäftsleute ihre innere Mitte finden lassen und sind darüber hinaus sehr genügsame Tiere. Dennoch müssen


Corinna Unger (links) ist die Gründerin der Lamafarm. Reinhild Pahmeier ist auch ein Fan der Tiere.

einem gezielten Treffer in die Schranken weisen. Es ist ein hartnäckiges Gerücht, dass Lamas Menschen anspucken. Eine Ladung Speichel bekommen in der Regel nur die Artgenossen ab, die ihnen zu dicht auf den Pelz rücken. Kommt es dazu, warnen sie den potenziellen Störenfried zunächst mit ihrem Speichel und wenn das nicht hilft, spucken sie ihre wiedergekäute grüne Masse nach ihm. „Das stinkt fürchterlich“, lacht Unger. Falls wir Menschen also etwas abbekommen sollten, dann standen wir einfach ungünstig.

Bunt gemischte Truppe Tacheles aus Sylt geht in der Mitte der vierköpfigen Lamatruppe. „Tacheles ist unser Küken. Ihn nehme ich noch nicht so oft mit auf Trekkingtouren“, erklärt Unger. Es ist deutlich zu merken, dass er nervös wird, sobald der Abstand zum Vordermann größer wird. Dieses Verhalten zeigt, wie wichtig den Tieren ihr fester Platz in der Gruppe ist. Alle lassen sich geduldig am Strick führen, der an ihrem Halfter befestigt ist. Die Lamas halten Abstand zueinander, bleiben mal dort

und mal da stehen und beobachten ihre Umgebung ganz genau. „Wir bieten die Touren nur dann an, wenn es unter 30 Grad warm ist. Bei höheren Temperaturen bleiben sie auf ihrem Auslauf“, so Unger. Jedes Tier ist dennoch nicht für Wanderungen geeignet. Es gibt immer individuelle Unterschiede. Reinhild Pahmeier aus Erkrath, die bei der Wanderung mit von der Partie ist, kann sich auch sehr für die Lamas begeistern: Sie strahlen so viel Ruhe aus, und ich finde es toll, wenn Mensch und Tier zueinander finden“, erklärt Pahmeier. Corinna Unger ist es wichtig, dass jedes Tier genügend Platz hat. Deren Wohlbefinden steht für sie an erster Stelle. Anfangs habe ihr Plan bei den Landwirten Kopfschütteln ausgelöst. „Einer hat sogar gefragt, ob wir die Tiere halten würden, um sie später zu essen“, schmunzelt Unger. Das käme jedoch gar nicht infrage.

Mit Lamas therapieren Die Gelassenheit der Tiere kann auch nützlich für eine Burnout-Prävention sein. „Ich erlebe oft, dass der Führ-

strick bei Erwachsenen auf Zug ist, da die Tiere ein gemächliches Tempo haben und die meisten Menschen nur hektisch durch den Alltag rennen. Die Einsicht, sich auf diese ungewohnte Situation einzulassen, tut vielen gut“, weiß Unger. Sie bietet jedoch keine tiergestützte Therapie an. „Hierfür gibt es spezielle Ausbildungen. Dafür reicht kein Wochenendkurs, und schwarze Schafe gibt es in diesem Bereich genug. Wer es ernst meint, hat entsprechend mehr Arbeit vor sich. So gibt es beispielsweise die Animal-AssistedTherapy (AAT), die ein Arzt, Therapeut, Lehrer, Sozialarbeiter, Pädagoge oder Pfleger ausübt. Das Tier muss in die Behandlung mit einbezogen sein. Es ist auch möglich, dass ein Laie die Therapie vornimmt, die ein Professioneller anleitet. Darüber hinaus gibt es auch die sogenannten Animal-Assisted-Activities (AAA), die nicht einer Therapie gleichkommt. Hier geht es um tiergestützte Aktivitäten ohne therapeutischen oder pädagogischen Anspruch. Die Beschäftigung mit dem Tier steht im Vordergrund. Auch hier muss der Anbieter sachkundig sein. Wer auf der Suche nach einer tiergestützten Therapie ist, muss zwischen diesen Angeboten unterscheiden. Zudem muss er sich, unabhängig davon, ob es sich um eine tiergestützte Aktivität oder eine tiergestützte Therapie handelt, im Vorfeld informieren, ob der Betreuer der Tiere kompetent ist und verantwortungsvoll und sachkundig für ihr Wohlbefinden sorgt. NADIA WATTAD

MEHR I NF O Lamas wirken durch ihr ruhiges Wesen entspannend und motivierend. In der Tiergestützten Therapie werden diese artspezifischen Eigenschaften vielseitig genutzt. Aus Tierschutzsicht muss dabei unbedingt beachtet werden, ob sowohl Art als auch Individuum dafür geeignet und die Tiere artgerecht untergebracht und versorgt sind. Die arteigenen Verhaltensweisen muss der sachkundige Halter ebenfalls berücksichtigen. Infos unter www.hilberather-wanderlamas.de.

du und das tier 6/2014 19


[ FÜR

SIE GELESEN]

Josef H. Reichholf

Ornis: Das Leben der Vögel O

anhand fundiert recherchierter Beispiele die aktuelle Sicht der Wissenschaft erläutert. Teil drei stellt die Lebensweise und Gefährdung der Vögel in den Mittelpunkt. Rund 1.200 Vogelarten sind derzeit weltweit vom Aussterben bedroht. Die Bemühungen um ihren Schutz haben am ehesten Erfolg, wenn die Lebensweise der betreffenden Arten und deren Ansprüche an die Umwelt bekannter sind. Dieses Buch leistet dazu einen Beitrag. In allgemeinverständlicher, lebendiger Sprache wendet es sich an ein allgemeines Publikum. Leicht gelingt es dem Autor, den Lesern zu vermitteln, warum ihn die kleinen Lebewesen seit mehr als einem halben Jahrhundert so sehr begeistern. Doch auch wer selbst schon Orni ist, wird überraschend neue Erkenntnisse gewinnen. DR. HEIDRUN BETZ ■

Die sogenannten Ornis verbringen viel Zeit damit, Vögel im Freien zu beobachten.

20 du und das tier

6/2014

272 Seiten, Verlag C. H. Beck, München, 2014, ISBN: 9783-406-66048-1, € 19,95

Zum Autor Prof. Dr. Josef H. Reichholf gilt als einer der prominentesten deutschen Naturwissenschaftler und ist Träger zahlreicher Auszeichnungen. Als Orni betätigt sich der Zoologe bereits seit frühester Jugend. Hauptberuflicher Ornithologe wurde er 1974, als er die Abteilung Ornithologie an der Zoologischen Staatssammlung in München übernahm. Die Vogelsammlung in diesem Forschungsmuseum, für die er bis zu seiner Pensionierung 2010 zuständig war, gehört zu den größten zoologischen Museen weltweit. 20 Jahre lang war Reichholf Generalsekretär der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern. Besondere Forschungsschwerpunkte sind die Evolution der Vogelfeder, die Entstehung der Artenvielfalt der Vögel und die Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Vogelwelt. Mit seinen Büchern bringt er die vielfältigen Aspekte seiner Schwerpunktthemen einem breiten Publikum nahe.

Fotos: DPA, dpa-Report/Karlheinz Schindler

rnis steht für die Vogelwelt und ist gleichzeitig die Bezeichnung für Tierfreunde, die Wind und Wetter trotzend, an unterschiedlichen Orten im Freien unterwegs sind, um Vögel zu beobachten. Vögel faszinieren viele Menschen, und wer das neue Buch des „berufsmäßigen Ornithologen im Ruhestand“, Prof. Josef H. Reichholf, gelesen hat, wird verstehen, warum. Im ersten Teil erfährt der Leser, welche Beobachtungen der Tierfreund ohne großen Aufwand zu verschiedenen Jahreszeiten machen kann. Der zweite Teil widmet sich der Natur der Gefiederten. Warum können Vögel fliegen? Wie sehen, hören und riechen sie? Wie gelingt es Zugvögeln, weite Strecken zurückzulegen und im nächsten Frühjahr Neststandort und Brutpartner wiederzufinden? Dies sind nur einige der vielen Fragen, zu denen der Autor


Marita Vollborn, Vlad D. Georgescu

Werner Schuessler

Passion for Planet

Food Mafia

Heike Jordan

Die Bärin Katja im Glück 48 Seiten, gebunden, edition G Verlag, Matto Barfuss, Rheinau, 2013, ISBN: 978-3-9815785-0-8, € 9,90

M

it kindgerechten Te x te n und I l l u s t ra t i o n e n ist es der Autorin Heike Jordan von „Die Bärin Katja im Glück“ bestens gelungen, ein pädagogisch wertvolles Buch für Kinder zu erschaffen. Jordan bringt anhand der Geschichte von Bärin Katja, die stellvertretend für viele ehemalige Zirkusbären steht, anschaulich die Problematik der Haltung von Wildtieren im Zirkus näher. Sie erzählt, wie die Bärin in ein Freigehege umzieht und nimmt die Kinder mit auf die Reise, in der Katja ihren neuen Lebensraum erobert. Mit dem Freigehe gehört das traurige Leben im Zirkuswagen und das Balancieren auf Bällen in Zirkusvorstellungen endlich der Vergangenheit an. Das 48-seitige Vorlesebuch bietet zudem viele Informationen über Braunbären, ein Bären-Quiz, weitere Literaturempfehlungen und eine Liste mit Bärenparks in ganz Deutschland.

Internationale Dokumentation, are u happy films, Freiburg im Breisgau, Filmstart voraussichtlich im Sommer 2015

352 Seiten, 2014, kartoniert, Campus Verlag, Frankfurt, ISBN 978-3-593-50122-2, € 19,99

E

in etwas reißerisch anmutender Titel schmückt dieses Buch, welches umfassend und mit seriösen Belegen die Missstände in der Ernährungsindustrie beschreibt. Dass die Autoren Marita Vollborn und Vlad D. Georgescu vom Fach sind, merkt man. In diesem Sachbuch gelingt es ihnen, komplexe Themen verständlich darzustellen. Von der konventionellen Intensivtierhaltung über das Freihandelsabkommen mit den USA bis zu Nano-Partikeln im Essen schlagen sie einen Bogen über alle Themen, die dem Verbraucher bekannt sein sollten – es aber häufig nicht sind. Besonders den Tieren in der Landwirtschaft haben sie viel Raum gewidmet. Darüber hinaus arbeiten die beiden Autoren auch Themen auf, die sonst eher selten im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Sie ermöglichen den sprichwörtlichen Blick über den Tellerrand.

Fred Rai

Werde zum Leittier deines Pferdes 136 Seiten, Nessos Verlag, Dasing, 2008, ISBN 3-93434309-0, € 20,00

I

n seinem Buch stellt Fred Rai verständlich die Grundlagen seiner Ausbildungsmethode von Pferden vor. Diese basiert auf dem Verständnis des natürlichen Verhaltens von Pferden. Grundsatz ist die psychologische Dominanz über das Tier, so wie es auch das Leittier einer Herde ausübt. Er beschreibt die klassische Konditionierung mit verbaler Belohnung und Futtergabe. Ziel der Rai-Methode ist, dem Pferd das positive Gefühl der Geborgenheit unter dem „Leittier“ Mensch zu vermitteln. Der Autor wendet sich an alle Pferdefreunde, mit dem Schwerpunkt Freizeitreiter, der sein Pferd als Freund versteht. Die Bebilderung erleichtert das Verständnis und das Nachmachen seiner vorgestellten Übungen. Dabei ist es wichtig, die Details zu beachten. Dass die Methode von Fred Rai gewaltfrei und tiergerecht ist, wurde nun auch in einer Masterarbeit an der Technischen Universität München wissenschaftlich belegt.

N

aturfilmer sind hautnah dabei, wenn Haie durch das Wasser ziehen, nachts am Strand Hunderte von Babywasserschildkröten schlüpfen, Adler in luftiger Höhe ihre Jungen aufziehen oder Seeotter ums Überleben kämpfen. Das Dokumentarfilmprojekt „Passion for Planet“ blickt nun auf die andere Seite der Linse. In einem Abenteuerporträt zeigt es, wer diese Menschen sind und was sie antreibt. Was finden sie für eine Antwort auf die Herausforderung, dass ihre große Liebe – die Natur – nach und nach zerstört wird? Das Filmprojekt beleuchtet das leidenschaftliche Leben dieser Menschen. Hierfür folgt der Regisseur den fünf Hauptprotagonisten rund um die Welt. Unter www. passionforplanet.com gibt es bereits die ersten Bilder des Films, der durch eine Crowdfunding-Kampagne finanziert werden soll, in einem Videoclip zu sehen.

du und das tier 6/2014 21


[REZEPT]

Buchtipp

So geht vegan! Der einfache Einstieg in ein veganes Leben Patrick Bolk lebt in Berlin, wo er schon 2008 den Blog „Berlin is(s)t Bio“, startete. Ein Jahr später folgte das gleichnamige Buch, und 2013 veröffentlichte er den Ratgeber „Ab heute vegan“. In seinem neuen Buch räumt der überzeugte Veganer mit vielen Vorurteilen zur veganen Ernährung auf, erklärt die wichtigsten Nährstoffe und worin sie enthalten sind, Die Rezepte reichen von veganen Getränken über kleine Happen für unterwegs und Extra-Menüs für Kinder bis hin zu Gerichten für besondere Gelegenheiten. Es gibt sogar ein Kapitel mit dem Titel „Vegan für Profis“. Im Anhang findet sich eine Liste für den veganen Vorratsschrank, eine Nährstofftabelle sowie ein Register von Ersatzprodukten für Fleisch, Milch und Eier. Abgerundet wird dass Buch mit Adresslisten von „Vegan“-Info- und Ratgeberseiten. Patrick Bolk, „So geht vegan! Der einfache Einstieg in ein veganes Leben“, 200 Seiten, ISBN 978-3-517-09278-2, Südwest-Verlag, München, € 16,99

GRUNDZUTATEN FÜR VIER PERSONEN (Ergibt ca. 20 große Ravioli, 45 Min. + 3 Std. Ruhezeit) FÜR DEN NUDELTEIG: ● 400 g Hartweizengrieß FÜR DIE FÜLLUNG: g Cashewkerne ● 10 g getrocknete Tomaten ● 1 kleine Tomate ● 1 EL Tomatenmark ● 1 Prise Salz ● Semmelbrösel ● 100

FÜR DAS PESTO: ● 80 g Rucola ● 1 Bund Basilikum ● 75 g Mandeln ● 50 ml Olivenöl ● 1 Prise Meersalz ● 1 große Knoblauchzehe ● Salz DEKO: Tomatenwürfel und Basilikum

22 du und das tier

6/2014

Ravioli mit Cashew-Tomaten-Füllung Zubereitung: 1. Für den Teig 180 ml warmes Wasser bereitstellen. Den Hartweizengrieß in eine große Schüssel geben und mit den Fingern in der Mitte eine Kuhle formen. Diese bis zum Rand mit dem warmen Wasser auffüllen und mit der Gabel vom Rand her den Grieß hineingeben. Wiederholen Sie den Vorgang, bis das Wasser vollständig verwendet wurde. 2. Die entstandene bröckelige Masse so lange kneten, bis keine Grießkörner mehr spürbar sind. Falls der Teig zu klebrig ist, Grieß nachschütten. Den Teig zu einer festen Kugel formen und mindestens 3 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. 3. Für die Füllung die Cashewkerne ebenfalls für mindestens 3 Stunden in Wasser einweichen. Anschließend mit den getrockneten und frischen Tomaten, Tomatenmark, Salz und gegebenenfalls etwas Wasser im Mixer zu einer glatten Masse verrühren. Machen Sie den Löffeltest: Die Masse sollte nicht von einem schräg gehaltenen Me-

talllöffel tropfen. Tut sie das, so rühren Sie Semmelbrösel unter, bis sich die Masse nicht mehr vom Löffel löst. 4. Für das Pesto alle Zutaten ebenfalls im Mixer zu einer glatten Masse verarbeiten und kalt stellen. 5. Anschließend den Nudelteig möglichst dünn auf einem Holzbrett ausrollen und mithilfe eines Glases oder Ravioli-Formers Kreise von 8 bis 10 Zentimeter Durchmesser ausstechen. Diese mit der Masse füllen und entweder den Ravioli-Former zusammendrücken oder die Kreise in der Mitte über die Füllung falten und mithilfe einer Gabel die Ränder zusammendrücken. 6. In einem großen Topf mindestens 3 Liter Wasser mit 2 Esslöffel Salz aufkochen und anschließend die Hitze so reduzieren, dass das Wasser nicht mehr kocht. Die Ravioli vorsichtig hineingeben. Sie sind gar, wenn sie an der Oberfläche schwimmen. 7. Mit einem Schaumlöffel herausheben und auf der Pesto servieren. Ganz zum Schluss das Gericht mit ein paar Tomatenwürfeln und Basilikum garnieren.


Natur – Kosmetik – Gesundheit

Zubehör + Sonstiges Spendet für eine Kastration! Lega pro Animale - Italien Meine Geschwister sind tot!

Sterilisationszentrum für Hunde und Katzen in Süditalien

Weggeworfen, verhungert, überfahren. Deutscher Tierschutzbund e.V. Erspart ungewollten Welpen dieses Schicksal.

Sparkasse KölnBonn Konto-Nr. 40 444 BLZ: 370 501 98

Durchbrecht den Todeskreislauf.

IBAN: DE 88 370501980000040444 BIC: COLS DE 33

Jeder Hund und jede Katze braucht einen liebevollen Besitzer!

WICHTIG: Verwendungszweck: Lega pro Animale - Italien

Kein Tier soll sein Leben im Tierheim oder auf der Straße fristen.

Spenden an den Deutschen Tierschutzbund e.V. sind steuerlich absetzbar.

Diverses Esel in Not !

Ihre Ansprechpartnerin für gewerbliche Anzeigen in „du und das tier“ Nadia Wattad, Deutscher Tierschutzbund e.V., Tel. 0228 / 60496 - 52 E-mail: Wattad@tierschutzbund.de

Helfen Sie ! Werden Sie Eselpate und unterstützen Sie unser Gnadenbrot-Projekt. Nähere Infos auf unserer Homepage

www.tierschutzverein-santorini.de


[ RÜCKBLICK] Schlaglichter 2014

Schritt für Schritt mehr Kastrationen laufen

Hühner der Einstiegsstufe

Demo gegen Tierversuche

Outdoorbranche trifft sich

Ukraine

Tierschutzlabel

Tierversuche

Enten und Gänse

Tro t z p o l i t i s ch e r U n r u hen in Kiew und Odessa laufen die Kastrationsprojekte in der Ukraine unverminder t weiter. Eine Delegation des Deutschen Tierschutzbundes besuchte die Mitarbeiter vor Or t und sagt ihnen weiterhin Unterstützung zu.

D a s z w e i s t u fi g e T i e rschutzlabel sorgt für Bewe g u n g. D a s A n g e b o t an Landwir te, Schritt für Schritt mehr Tierschutz in den Schweine- und Geflügelstall zu bringen, findet Unterstützung. Jetzt ko m m e n L e g e h e n n e n und Rinder neu ins Programm.

Behörden dürfen Tierversuche nicht ablehnen, wenn der Antragsteller selber sie als ethisch vertretbar einstuft – ein Tiefschlag für den Tierschutz. Wir haben bei der Europäischen Kommission Beschwerde eingelegt. Zugleich Erfolg: Tausende demonstrieren mit uns für ein Ende der Tierversuche.

U n te r M i t w i r k u n g d e s Deutschen Tierschutzbundes treffen sich Hersteller der Outdoorbranch e z u e i n e m g e m e i n samen runden Tisch, um in Zukunft Daunen zu verarbeiten, die nicht v o n l e b e n d e n T i e re n oder aus der Stopfmast stammen.

Kampagnenmotiv

Druck auf Bund wächst

Aktion in Berlin

Besuch im Tierheim Zagreb

Kampagne

Verbandsklagerecht

Industrielle Intensivhaltung

Auslandstierschutz

Wildtierhandel zerstört

Mehr Rechte im Namen der Tiere

Lasst die Tiere, wie sie sind

Grenzenloser Einsatz

Dreiviertel aller Tierschutzvereine mussten in den letzten fünf Jahren Reptilien aufnehmen. Der Deutsche Tierschutzbund veröffentlicht neue Zahlen. Diese werden nach einem Besuch der Reptilienbörse Terraristika in Hamm bei sternTV einem Millionenpublikum präsentiert. Die Reaktion darauf: Die Politik debattiert ein Verbot.

Auch Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein bringen die Tierschutz-Verbandsklage auf den Weg. In den Vorjahren hatten schon Bremen, Hamburg, das Saarland und NRW dieses wichtige Tierschutzinstrument eingeführt. Der Druck auf den Bund, die Verbandsklage bundeseinheitlich zu regeln, wächst weiter.

Der Deutsche Tierschutzbund und das Münchner Ku l t u r fe s t i va l To l l wo o d sammeln 115.000 Unterschriften gegen Amputationen am Tier. Im Rahmen der Aktion „Artgerecht – Lasst die Tiere, wie sie sind“ protestierten die Menschen gegen die industrielle Intensivtierhaltung.

Wir intensivieren die Arbeit mit unseren Auslandsvereinen. Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes besuchen diese vor Ort, um im Gespräch bessere Unterstützungsmöglichkeiten zu finden, wie beispielsweise in Zagreb oder Italien. Die Vereine konnten auch in einer Artikel-Serie in du und das tier ihre Arbeit vorstellen.

24 du und das tier

Positive Startbilanz

6/2014

Beschwerde ist eingelegt

Zertifizierte Daunen

Fotos oben links: Deutscher Tierschutzbund (3), DPA Fotos unten links: Deutscher Tierschutzbund (4)

Mutige Tierschützer


Tierschutz Gruppe der Gutachter

Illegaler Welpentransport

Hundetraining

Kampagnenmotiv

Säugetiergutachten

Welpenhandel

AG Hunde initiiert

Welttierschutztag

Das Bundeslandwirtschaftsministerium veröffentlicht das neue Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren. Der Deutsche Tierschutzbund hat daran mitgewirkt. Trotz Widerstands der Zoos gelingt es, Verbesserungen durchzusetzen. Der Kampf gegen Zoogefangenschaft geht weiter.

Immer wieder müssen Mitgliedsvereine gleich Dutzende Hunde aus illegalen, qualvollen Hundetransporten retten. Der Deutsche Tierschutz hilft mit Geld, Futter und Rat. Zudem setzen wir uns politisch ein. Erfolg: Einen Runden Tisch zum Thema hat der Bundesminister eingerichtet.

Wir haben die AG „Hunde im Tierheim“ gegründet, um sowohl Umgang als auch Training mit schwer vermittelbaren Hunden zu verbessern und ihnen so bessere Chancen auf ein Zuhause zu geben. 2015 startet eine Fortbildungsreihe für Mitarbeiter und Helfer, die sich im Tierheim um diese Hunde kümmern.

Der Verband reagiert mit seinem Leitmotto zum Welttierschutztag auf wiederholt beworbene Preissenkungen bei tierischen Lebensmitteln: Wer dauerhaft die Preise senkt, der senkt das Tierschutzniveau! Kampagnenmotive machen Handel und Verbraucher Ihrer Verantwortung bewusst.

Gremium trifft sich

Logo der Fur Free Alliance

Frei lebende Katze

Mehr Einschränkungen

Jugendländerrat

Pelz

Katzenkastration

Jagdgesetzgebung

Es tut sich was

Fortschritte auf Länderebene

Kampf für Verbesserungen

Fotos oben rechts: BMEL, DPA, Deutscher Tierschutzbund (2) Fotos unten rechts: Deutscher Tierschutzbund, Fur Free Alliance, Thinkstock/Gerdzhikov/David De Lossy

Der Deutsche Tierschutzbund kämpft hartnäckig in vielen Bereichen, um Verbesserungen für die Tiere durchzusetzen. Hier Beispiele aus dem Jahr 2014.

Tierbegegnungen inspirieren Kinder für den Tierschutz zu begeistern, ist eine wichtige Aufgabe der Jugendarbeit der Landestierschutzverbände. Beim Treffen stand die Landwirtschaft im Fokus. Das Gremium entwickelte Methoden für die spielerische Umsetzung von Schwein, Kuh & Co. in Gruppen. Zudem boomt die Tierschutzlehrerausbildung.

Tierrettungen unterstützt

Beitritt zur Fur Free Alliance Um stärker gegen die weltweit zunehmende Pelzindustrie vorgehen zu können, ist unser Verband der internationalen Fur Free Alliance beigetreten. Zudem wurden Verbrauchertäuschungen aufgedeckt, wie zum Beispiel Haare des Marderhundes in einem als Kunstfell deklarierten Mützenbommel von Wöhrl.

Fortbildung im Tierheim

Immer mehr Gemeinden erlassen Kastrationsverordnungen. Auch Bundesländer, wie BadenWürttemberg oder Hessen, haben Rechtsgrundlagen für Städte und Kommunen beschlossen. In Hessen und Schleswig-Holstein starten Kastrationsaktionen, unterstützt durch unsere Landesverbände und durch den Bundesverband.

Gegen Billigpreise für Fleisch

In mehreren Bundesländern wird die Jagdgesetzgebung novelliert. In BadenWürttemberg gelingt es, wesentliche Änderungen zugunsten des Tierschutzes gegen die Interessen der Jägerschaft zu verteidigen – darunter das Verbot der Jagd mit Totschlagfallen sowie starke Einschränkungen beim Haustierabschuss.

du und das tier 6/2014 25


KLEINANZEIGENFORUM FERIEN/URLAUB

KONTAKTE

Tierfreundl. FeWos + FeHaus im Westerwald ab 35,- € Tel. 02662/940487, www.ferienwohnungen-westerwald.com

Heilpraktiker sucht nette Bekanntschaft. Lebe in Niedersachsen. Liebe Tiere + Natur. Evtl. Foto! Chiffre 20126

DANK NACHLASS ÜBERLEBT

Nordsee, St. Peter Ording, Hundestrände, Wälder, FeWo, ruhige Lage, Hunde herzlich willkommen, Tel. 04863/1244 Urlaub zwischen Ebbe u. Flut auf der Halbinsel Eiderstedt FeWo 125qm für max. 3 Personen, Nichtraucher, Haus- tiere gern gesehen. VS 60€, HS 70€ Hausprospekt 04865/1255

Tiere brauchen eine Lobby. Wir vertreten diese ohne den Einfluss öffentlicher Mittel. Sie können unsere Arbeit unterstützen und den Tieren durch ein testamentarisches Vermächtnis helfen. Infos unter: 0228-60496-0

Nächster Erscheinungstermin: Ausgabe 01/15

BIETE

erscheint am

Komplette Heftreihe “Brehms Tierleben” von Ulrich Dunkel, 84 Hefte von 1952 bis 1957 gegen Gebot zu verkaufen. H. Randt, Tel: 0163-2832365

DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND E.V.

05. 03. 2015

www.tierschutzbund.de

 Liebe du und das tier-Leserinnen und -Leser!

S

ie haben die Möglichkeit, auf dieser Seite in Form von privaten Kleinanzeigen miteinander zu kommunizieren. Hier können Sie sich informieren, Kontakte zu gleichgesinnten Menschen und Vereinen knüpfen, tauschen, suchen und verkaufen. Das Aufgeben einer Anzeige ist ganz einfach. Senden Sie diesen Coupon ausgefüllt an uns zurück. Bitte beachten Sie unsere Geschäftsbedingungen. Ihr Anzeigenteam von du und das tier Bestellcoupon für private Kleinanzeigen Meine Anzeige soll mal in der/den nächstmöglichen Ausgabe/n von du und das tier erscheinen. Anzeigentext (bitte in Blockbuchstaben, 1 Feld für jedes Zeichen und jeden Zwischenraum) Diesen Bestellschein können Sie kopieren und per Fax an uns senden, Fax-Nr.: 0 781/84 -3072, oder ausschneiden bzw. Ihren Text auf Briefpapier schreiben und an uns schicken:

Rubrik (bitte ankreuzen) Ferien/Urlaub Biete Kontakte Suche Stellengesuche Stellenangebot Diverses

BIC IBAN

Preise 1 Zeile à 30 Zeichen 2,60 € Text in Fettdruck/Zeile 3,- € Text in Farbe/Zeile 3,- € Text farbig hinterlegt/Zeile 4,– € Chiffre-Gebühr 4,- €

Burda Community Network Disposition Hubert-Burda-Platz 1 77652 Offenburg

Den Betrag für meine Kleinanzeige € zahle ich, insgesamt

Geschäftsbedingungen für Kleinanzeigen:

sten werden daher keine Auftragsbestätigungen oder Rechnungen ausgestellt und Belegexemplare zugesandt. Als Privatanzeigen gelten Gelegenheitsanzeigen ohne gewerblichen Hintergrund. Anzeigen, die gegen die Tier- oder Artenschutzbestimmungen verstoßen,

Die Kleinanzeigenpreise sind als Service für Leser und Mitglieder des Deutschen Tierschutzbundes besonders niedrig kalkuliert. Zur Vermeidung von Verwaltungsko-

Kreditinstitut

Datum/Unterschrift Name Vorname Straße/Nr. PLZ/Wohnort Telefon

per Scheck (liegt bei) per Bankeinzug

sowie Anzeigen von Züchtern, Hundeschulen und (Tier-) Heilpraktikern werden nicht veröffentlicht. Der Verlag behält sich vor, Kleinanzeigen ohne Angabe von Gründen abzulehnen. Alle Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer.


[ AKTUELL] Interview-Serie (Teil 4)

Sachverstand gegen Polemik Wer für mehr Tierschutz in der Forschung eintritt, muss sich häufig mit kruden Behauptungen und polemischen Fragen auseinandersetzen. Kristina Wagner, Leitung der Abteilung Alternativmethoden zu Tierversuchen vom Deutschen Tierschutzbund, gibt passende Argumentationshilfen.

?

Im Vergleich dazu, wie viele Tiere täglich geschlachtet werden, ist die Anzahl der Versuchstiere doch gering. Warum soll man sich da über Tierversuche aufregen? ▶ Man kann einen Missstand nicht durch einen anderen Missstand rechtfertigen. Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich in seiner Arbeit auch mit anderen Missständen bei unserem Umgang mit Tieren ein, denn auch in anderen Bereichen nehmen Tiere Schaden, doch Tierversuche sind ein Sonderfall. Hier werden den Tieren gezielt und bewusst Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt.

Foto: privat

?

Was halten Sie von der Behauptung, für die Tiere seien die Versuche doch gar nicht so belastend? ▶ Schon die Definition von Tierversuchen in Paragraph 7 Absatz 2 des Tierschutzgesetzes widerspricht dieser Aussage: Tierversuche im Sinne dieses Gesetzes sind Eingriffe oder Behandlungen zu Versuchszwecken an Tieren, wenn sie mit Schmerzen, Leiden oder Schäden für diese Tiere verbunden sein können, heißt es dort. Verschiedene Studien belegen zudem, dass Wissenschaftler die Belastung für die im Versuch eingesetzten Tiere regelmäßig zu niedrig einschätzen.

?

Wenn Sie gegen Tierversuche sind, wollen Sie sicher auch keine Medikamente einnehmen, die im Tierversuch getestet worden sind. Wie würden Sie entscheiden, wenn Sie selbst todkrank sind? ▶ Natürlich wünschen wir uns tierversuchsfrei erprobte Medikamente. Dies würde auch mehr Sicherheit für den Verbraucher bedeuten, da sich die Ergebnisse aus Tierversuchen meist nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen lassen und mögliche Nebenwirkungen durch die Unterschiede zwischen Mensch und Tier unentdeckt bleiben können. Auf den Menschen bezogene, tierversuchsfreie Prüfmethoden liefern zuverlässigere und sicherere Ergebnisse. Für die Zulassung von Arzneimitteln ist es bislang aber leider noch gesetzlich vorgeschrieben, Tierversuche durchzuführen. Patienten können dies nicht beeinflussen. Wir setzen uns daher für die Entwicklung und Zulassung von tierversuchsfreien Prüfmethoden für Medikamente ein. In der Arzneimittelprüfung kommen solche Methoden bereits zur Anwendung, doch es gibt sie noch nicht für alle Prüfanforderungen. Auch auf politischer Ebene engagieren wir uns daher dafür, dass mehr Geld für die

Entwicklung von tierversuchsfreien Methoden zur Verfügung gestellt wird. Wir fordern, dass Ersatzmethoden gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche ablösen.

?

Was sagen Sie denen, die befürchten, dass es ohne Tierversuche keine Heilung für Kranke geben werde und dass alle kranken Kinder sterben müssten? ▶ Dieses „Scheinargument“ hören wir immer wieder. Es ist unmoralisch, die Ängste von Eltern oder Angehörigen zu instrumentalisieren, um die Ideenlosigkeit der Forscher zu rechtfertigen. Der Großteil der Tierversuche dient gar nicht der Erforschung von Krankheiten oder Entwicklung möglicher Therapien. Die meisten Versuche werden für die biologische Grundlagenforschung, zur Produktentwicklung und aufgrund gesetzlicher Vorschriften für die Zulassung von Chemikalien und anderen Stoffen durchgeführt. Wir fordern auch keineswegs, die Forschung an sich zu beenden. Wir fordern lediglich, Tierversuche durch moderne, tierversuchsfreie Methoden zu ersetzen. Wer sich gegen eine Modernisierung der Forschung ausspricht und auf Tierversuchen beharrt, steht der Innovation und Entwicklung von neuen Heilungsmethoden im Weg. DR. HEIDRUN BETZ

POLITISCHES FACHGESPRÄCH Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich auf vielfältige Art und Weise dafür ein, dass das Thema Alternativen zu Tierversuchen präsenter wird – auch in der Politik. So war Roman Kolar, stellvertretender Leiter der Akademie für Tierschutz, der Einladung zum Fachgespräch „Alternativen zu Tierversuchen“ im Bayerischen Landtag gefolgt. In seinem Vortrag „Ersatz von Tierversuchen – Anspruch und Wirklichkeit“ wies er auf die kontinuierlich steigende Zahl der Tierversuche hin und erläuterte, dass derzeit die Förderung von Alternativen zu Tierversuchen im Vergleich zu Investitionen in Tierversuchsvorhaben seitens der Politik stiefmütterlich behandelt wird.

du und das tier 6/2014 27


[ AKTUELL]

Sängerin und Tierschutzbotschafterin Stefanie Hertel (6.v.l.), Thomas Schröder (8.v.l.), Jurymitglied Kerstin Schmidt (2.v.l.), Rolf Zepp von der Firma Mars (1.v.l.) und weitere Vertreter der Sponsoren gratulieren der Erstplatzierten Sonja Lindemann (5.v.l.) bei der Verleihung in Berlin zum Deutschen Tierschutzpreis. Links: Der Pokal als Auszeichnung.

Die Tiere sind die Gewinner Alle engagierten Tierfreunde hätten ihn verdient – den Deutschen Tierschutzpreis 2014 – doch es kann nur einen Gewinner geben. Die Feier fand im Berliner Meistersaal statt, einem geschichtsträchtigen Ort, der bereits Künstlern in den 20er-Jahren eine großartige Kulisse geboten hat. 28 du und das tier

6/2014

Fotos: Deutscher Tierschutzpreis

Deutscher Tierschutzpreis


Fotos: Kindertagesstätte Ober-Beerbach

D

er imposante Meistersaal in Berlin war schon Kulisse für Musiker mit Kultstatus wie Depeche Mode, U2 oder zuletzt R.E.M. Hier wurden CDs aufgenommen, Songs besprochen und Videos gedreht. Auch heute befanden sich wahre Stars auf der Bühne – Menschen, die ihr ganzes Herzblut und Ideenreichtum in Tierschutzprojekte stecken. Diese Menschen haben für das, was sie schon jahrelang für die Tiere tun, eine Auszeichnung verdient – den Deutschen Tierschutzpreis 2014. Der Deutsche Tierschutzbund hat ihn zusammen mit den Sponsoren der Preisgelder, Pedigree und Whiskas, sowie der Zeitschrift FUNK UHR übergeben. „Seit zehn Jahren gibt es nun schon diesen Preis, das ist Wahnsinn“, eröffnete Sängerin Stefanie Hertel, die den Verband seit vielen Jahren als Tierschutzbotschafterin und Jurymitglied unterstützt, die Veranstaltung. Und weiter: „Immer wieder bin ich aufs Neue überwältigt, wie viel Engagement dem Tierschutz entgegengebracht wird. Leider ist dieses Engagement auch notwendig. Leider, muss ich sagen. Denn würde die Menschheit es als natürlich ansehen, dass sämtliche Tiere das Recht auf eine artgerechte Lebensweise haben, dann wäre es gar nicht notwendig, sich so für die Tiere einzusetzen. Also fragte ich mich, was ich als Sängerin tun kann, und ich kann meine Lieder singen und hoffen, dass sich damit etwas in den Köpfen der Menschen ändert.“ Der anschließend vorgetragene Song „Ein Lied für unsre Tiere“ löste großen Applaus bei den rund 150 Gästen aus. „Dieses Lied ist fast wie eine Hymne für den Deutschen Tierschutzpreis“, sagte Thomas Schröder bei der Begrüßung der Gäste. Er betonte zudem, dass sich niemand herabgewürdigt fühlen sollte. Schließlich hätten den Preis eigentlich alle Tierfreunde, die sich entweder um den Preis selbst beworben haben oder auch von anderen vorgeschlagen wurden, verdient.

Tiere haben einen Wert In seiner Begrüßungsrede ging Schröder auf die finanzielle Lage der Tier-

Links: Viele Kinder der Tagesstätte Ober-Beerbach nehmen am Honigbienenprojekt teil. Unten: Ulrike Kohl, Kindergartenleitung, und Bettina Neubecker, die sich zur Imkerin hat ausbilden lassen.

heime und das derzeitige bestehende Zwei-Klassen-System der Tiere ein: „Wenn der Gesetzgeber entschieden hat, dass es – leider erst ab 2019 – verboten sein soll, Ferkel ohne Betäubung zu kastrieren: Warum greift er dann nicht ein, wenn es um die Enthornung von Rindern geht? Auch das ist schmerzhaft und darf weiter ohne Betäubung durchgeführt werden. Das darf nicht sein. Alle Tiere müssen den gleichen Wert haben.“ Hertels Ehemann, Lanny Isis, stimmte passend dazu seinen Song „Respekt“ an. Er steht dafür, dass jedes einzelne Tier Respekt verdient hat. „Auch die Bienen“, so Hertel. So zählen Bienen zu den wichtigsten Tieren in unserem Lebensraum. Sie sind für das ökologische Gleichgewicht zuständig. Laut dem Deutschen Imkerbund sind rund 80 Prozent der 2.000 bis 3.000 heimischen Nutz- und Wildpflanzen auf die Honigbienen als Bestäuber angewiesen. Ihre Anzahl schwindet jedoch. Schuld daran ist unter anderem auch die vermutlich aus Asien eingeschleppte Varroamilbe, die sich an den Bienen festsaugt und vom Blut der Bienen ernährt. Ihre Bisswunden ebnen den Weg für weitere krank machende Viren. Doch auch das nach Kriegsende nachlassende Interesse an der Imkerei soll an dem Bienensterben schuld sein. Seit Kurzem steigt deren Zahl aber wieder. Und auch Menschen wie Ulrike Kohl und Bettina Neubecker von der Kindertagesstätte Ober-Beerbach ist dies zu verdanken. Die beiden Erziehe-

rinnen aus dem hessischen SeeheimJugenheim tragen mit ihrem Honigbienenprojekt dazu bei, dass das Bewusstsein für diese Tiere schon bei den ganz Kleinen wächst. Sie bringen Kindern von zwei bis sechs Jahren das Leben der Honigbienen näher – mit einer eigenen Bienenkiste. Für dieses Engagement sind sie mit dem dritten Platz des Deutschen Tierschutzpreises ausgezeichnet worden. Dieser ist mit 1.000 Euro dotiert. „Wir sind, sprachlos. Jetzt wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind und machen weiter“, freute sich Kohl, die gelernte Imkerin ist. „Die Kinder haben sich riesig über diese Nachricht gefreut. Sie wollten, dass wir die Bienen mitnehmen“, lachte Neubecker. Von dem Geld möchten die Erzieherinnen eine zweite Bienenkiste kaufen und können damit ein weiteres Bienenvolk ernähren. Sie engagieren sich zusammen mit den Kindern sehr für die Honigbienen – auch im Ort Ober-Beerbach. So sind sie, ausgestattet mit selbst gebastelten Samentütchen, von Haus zu Haus spaziert, um die Bewohner mit einer für Honigbienen schmackhaften Saatmischung zu beglücken. „Hier sind die Lieblingsblumen der Bienen drin. Könnt ihr bitte die Samen einpflanzen, dann werden die Bienen du und das tier 6/2014 29


[ AKTUELL]

Für die Herrscher der Lüfte Der zweite Preis in Höhe von 2.000 Euro ging an einen Preisträger, der sich ebenfalls um Tiere kümmert, die sich im besten Fall hoch oben in den Lüften befinden: Thorsten Kestner. Seit nunmehr 32 Jahren setzt sich der in Hattingen wohnende Bauleiter für Wildvögel ein. Was als Initiative eines einzelnen Tierschützers begann, hat sich mittlerweile zu einem eingetragenen Verein entwickelt: der Paasmühle – eine Pflegestation für Eulen, Greif- und Wasservögel. Mit Kestner engagieren sich inzwischen viele Helfer für die Tiere. Bis zu 1.000 Wildvögel versorgen die Ehrenamtlichen jedes Jahr. Ziel ist die Wiederauswilderung der Tiere, auch wenn leider nicht mehr alle Vögel auswilderungsfähig sind. „Freiheit ist aber eigentlich das Wichtigste für die Greifvögel“, weiß Kestner. Neben mehreren Volieren für Eu-

Thorsten Kestner erhält für den Einsatz seines Vereins Paasmühle, der sich um Wildvögel kümmert, den zweiten Preis.

30 du und das tier

6/2014

len, Schwäne und Greifvögel gibt es auch eine Teichanlage, auf der sich die Wasservögel erholen können, bevor sie ausgewildert werden oder von selbst in die Freiheit fliegen. Doch Kestner und sein Team bieten nicht nur den Vögeln die bestmögliche Versorgung, sondern sie unterstützen auch interessierte Menschen: So haben sie Bildungsangebote für Kinder sowie Fortbildungen für Tierärzte, Feuerwehr und Tierpfleger konzipiert. Diese würden rege angenommen. Das Highlight vieler Besichtigungen ist aber die Freilassung eines Vogels. Denn: „Am liebsten sehen wir die Vögel von hinten“, erklärt er den Zuschauern. Kestner hat seine ganz eigene Vorstellung von seinen Pfleglingen. So findet er: „Immer wenn man einen Vogel genau betrachtet, hat man das Gefühl, ein Mensch, der darin sitzt, macht sich über einen Lustig.“ Viele Eindrücke der täglichen Arbeit finden Interessenten auch im Internet unter www.paasmuehle.de.

Katzen brauchen viel Musik Mit einem Lied, das den Samtpfoten gewidmet ist, leitete die Moderatorin und Sängerin Hertel charmant auf die Erstplatzierte über: Sonja Lindemann aus Norden. Seit mehr als 15 Jahren

Sonja Lindemann vom Verein Aktive Tierfreunde der Katzenauffangstation Großheide-Westerende mit dem Pokal.

engagiert sich die Niedersächsin aus Niedersachsen vom Verein „Aktive Tierfreunde“ in ihrer eigens gegründeten Katzenauffangstation Großheide-Westerende für frei lebende Katzen und ruft Kastrationsaktionen ins Leben. Projekte wie „Kunst für die Katz´“, das „Hofkatzen-Projekt“, das „MiezMobil“ und die „Norder Tiertafel“ haben letztendlich auch die Jury des Deutschen Tierschutzpreises vom herausragendem Engagement der Katzenfreundin überzeugt. Mit dem ersten Preis, der mit 3.000 Euro dotiert ist, sollte daher die Tierschutzarbeit von Lindemann gewürdigt werden. „Es geht um Hunderttausende Geschöpfe, die fernab vom Menschen zumeist dahinvegetieren. Viele der Katzenschützer und –schützerinnen sind frühmorgens unterwegs. Sie fangen Tiere ein, lassen sie behandeln und geben ihnen die Freiheit wieder“, lobte Schröder Lindemanns Einsatz für diese Tiere. Katzenschützer müssen vor Ort oft viel Häme und Missgunst erdulden. Dabei ist das Anlocken und Anfüttern von herrenlosen Katzen an Futterstellen eine wichtige Arbeit, um die Katzenpopulation nachhaltig unter Kontrolle halten zu können. Lindemann selbst konnte es gar nicht glauben,

Foto oben: Deutscher Tierschutzbund, Fotos unten: Paasmühle e.V.

und Hummeln Nektar sammeln und davon Honig machen“, hat ein fünfjähriges Mädchen auf die Anleitung der Tütchen schreiben lassen. Das Projekt sei jedoch nicht nur für die Bienen gut, sondern auch für die Entwicklung der Kinder. „Das Klingeln bei fremden Leuten erfordert Mut“, so Kohl. Zudem lernten sie, was es bedeutet, sich für eine Sache einzusetzen. „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern“, gab Kohl den Gästen noch mit auf den Weg. Für den Einsatz im Namen der Bienen ernteten die beiden viel Applaus.


Foto oben links: privat, Foto oben rechts: Deutscher Tierschutzbund, Fotos unten links: THamburger Tierschutzverein von 1841 e. V.

mit ihrem Projekt den ersten Platz zu gewinnen. „In der Öffentlichkeit sind Katzen leider kein besonderes Thema, daher habe ich gar nicht mit einer so hohen Platzierung gerechnet. Gerade in Ostfriesland gibt es viele herrenlose Katzen, die sich immer weiter vermehren. Mit unserem MiezMobil klären wir über die Relevanz der Kastrationspflicht von Katzen auf“, so Lindemann. Das Preisgeld soll in das Hofkatzen-Projekt fließen. Dort fängt der Verein frei lebende Katzen ein, um sie anschließend zu kastrieren. Gerade auf den Bauernhöfen würden sich Katzen häufig unkontrolliert vermehren. Von dem Hofkatzen-Projekt hätten bereits Katzen und Kater auf 40 bis 50 Höfen seit Beginn der Aktion profitiert. Weitere Infos unter www. aktive-tierfreunde.net.

Unermüdliches Engagement Den begehrten Tierschutzpreis für das Lebenswerk erhielt Marie-Luise Molkentin aus Schleswig in Schleswig-Holstein. Da Molkentin aus persönlichen Gründen nicht an der Berliner Veranstaltung teilnehmen konnte, nahmen Sybille

Marie-Luise Molkentin erhält den Tierschutzpreis in der Kategorie Lebenswerk. Rechts: Sybille Kähler-Schnoor und Ehemann Thomas Kähler haben sie hierfür vorgeschlagen.

Kähler-Schnoor und ihr Ehemann Thomas Kähler vom Hamburger Tierschutzverein von 1847 den Preis stellvertretend entgegen. Die beiden hatten die langjährige Tierschützerin Molkentin für eine Auszeichnung vorgeschlagen. Seit 1970 engagiert sie sich bereits im Tierschutzverein Schleswig; seit 20 Jahren auch als Vorstand. Als Mitglied der Aktion Kirche und Tiere e.V. (AKUT) fordert sie eine eindeutige Positionierung der Kirche gegen Massentierhaltung. Mit ihren 85 Jahren lebt sie nach wie vor für den Tierschutz und ist auf Demonstrationen immer ganz vorne dabei. Ein Film über Molkentin gab den Zuschauern Einblick in deren Engagement. KählerSchnoor hielt eine emotionale Rede und freute sich, den Preis vor einer „grandiosen Kulisse“ entgegenzunehmen. „Der Deutsche Tierschutzpreis zeigt die Bandbreite des tierschützerischen Engagements von Nord nach Süd. Das ist toll und sehr wichtig“, so Kähler-Schnoor. In einem Film unter www.tierschutzbund.de/deutschertierschutzpreis wird deren Arbeit eindrücklich vorgestellt. Zuletzt wurde noch eine Auszeichnung der Sonderkategorie Tierrettung für den Einsatz gegen illegalen Welpenhandel vergeben. Diese ging an den Tierschutzverein Nürnberg-Fürth, den Tierschutzverein Dingolfing-Landau, das Tierheim Feucht, die Tierhilfe Nürnberg, den Tierschutzverein München sowie an den Tierschutzverein Pirna. Die Laudatio hielt Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium. Sie betonte, dass es ihr am Herzen läge, etwas gegen den illegalen Welpenhandel zu unternehmen. „Entscheidend ist die Aufklärung der Öffentlichkeit“, unterstrich Flachsbarth in ihrer Rede. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes wies darauf hin, dass die für die Sonderkategorie T i e r re t t u n g

Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin, hält die Laudatio zur Preisvergabe der Kategorie Tierrettung.

ausgezeichneten Vereine im vergangenen Jahr zahlreiche Hunde und Katzen aufgenommen hätten, die von Zoll oder Polizei beschlagnahmt worden seien – oft in einem erbärmlichen gesundheitlichen Zustand. „Viele Welpen, die aus Ländern wie Tschechien, Polen, Rumänien, aber auch Belgien und den Niederlanden nach Deutschland importiert werden, wurden viel zu früh von der Mutter getrennt, haben weder Impfungen noch Papiere und überleben nur dank der Anstrengungen von Tierschutzvereinen“, so Schröder. Die Tiere würden in Zusammenarbeit mit Veterinärbehörden, Zoll und Polizei in die Hände der Tierschützer gegeben. In diesem Zusammenhang wies er noch auf die anwesenden Autoren Gerda Melchior und Volker Schütz des Buches „Die Welpenmafia“ hin: „Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen und ihr Engagement ist außerordentlich.“ Mit einem letzten Lied verabschiedete sich Hertel. ”Ich wünsche mir, dass alle Menschen verstehen, dass die Tiere ein Recht auf Würde haben“, ließ die Sängerin die Anwesenden wissen. Der Abend endete mit einem veganen Buffet und vielen interessanten Gesprächen. Weitere Informationen, Fotos und mehr unter www.tierschutzbund.de/ deutscher-tierschutzpreis. N A D I A WAT TA D

du und das tier 6/2014 31


Tierwohl-Offensive

Worte lassen aufhorchen, aber es zählen Taten Es kommt Bewegung in die Tierschutzthemen. Bundesminister Christian Schmidt hat der Öffentlichkeit im September seine Pläne für mehr Tierschutz vorgelegt: die Tierwohl-Offensive.

Gert Lindemann (1. Reihe, 5.v.l.) leitet den von Bundesminister Christian Schmidt (1. Reihe, 4.v.l.) einberufenen „Kompetenzkreis Tierwohl“. Neben Thomas Schröder gehören auch Vertreter aus der Gesellschaft dazu.

D

ie Initiative trägt die Überschrift „Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl“. Darin listet der Bundesminister zehn Handlungsfelder auf: Unter anderem Tierhaltung in der Landwirtschaft, Versuchstiere und Haus- und Begleittiere. „Ziel der Initiative ist es, gerade auch die Haltungsbedingungen für landwirtschaftliche Nutztiere weiter zu verbessern und noch stärker an die Bedürfnisse der Tiere anzupassen“, so Schmidt. Es gelte, bestehende und künftige Initiativen der beteiligten Wertschöpfungskette vom Erzeuger über den Handel bis zum Verbraucher zu unterstützen, die nachweislich hohe Tierschutzstandards fördern. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt die Initiative und auch die vom Bundesminister angekündigte Konsequenz, an das Gesetz heranzugehen, wenn sich freiwillig nichts zum Besseren für die Tiere verändert. „Wir erkennen den Mut des

32 du und das tier

6/2014

Bundesministers an, jetzt in die Offensive zu gehen. Das verdient durchaus Respekt, am Ende aber zählen Taten, nicht allein die Worte “, kommentierte Thomas Schröder die Initiative. Ein Beraterkreis – der vom Bundesminister einberufene „Kompetenzkreis Tierwohl“ – soll die Umsetzung der Initiative für den Bereich Nutztiere begleiten. Zu den 16 Mitgliedern des Kompetenzkreises zählen neben Schröder Vertreter aus der Gesellschaft, die zum Thema Tierschutz aus verschiedenen Blickwinkeln Stellung nehmen, darunter Wissenschaftler, Kirchenvertreter, Verbraucherschützer, Landwirte und Branchenvertreter. Unter Leitung des ehemaligen niedersächsischen Landwirtschaftsministers und ehemaligen Staatssekretärs des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Gert Lindemann, soll das Gremium das BMEL insbesondere bei der Folgeabschätzung politischer Maßnah-

men und bei der Erarbeitung von Indikatoren unterstützen. „Oberstes Ziel muss sein, aus dem bisherigen Tiernutzgesetz ein Tierschutzgesetz zu machen. Die Probleme, gerade in der landwirtschaftlichen Tierhaltung, sind bekannt, viele Lösungswege schon aufgezeichnet. Wir wollen das Angebot des Ministers konstruktiv, aber auch konsequent im Sinne des Tierschutzes nutzen. Ein Spiel auf Zeit darf es nicht werden“, so Schröder zu den Plänen. Lindemann war Landwirtschaftsminister in Niedersachsen und Staatssekretär im BMEL. Er hatte in Niedersachsen den Tierschutzplan ins Leben gerufen, den der derzeitige Landesminister Christian Meyer konsequent fortführt. „Eine Aufgabe des Kompetenzkreises sehe ich auch in der Rückkopplung der Maßnahmen der Tierwohlinitiative in die interessierte Öffentlichkeit, insbesondere auch in die Fachöffentlichkeit. Zugleich werden wir unseren Beitrag dazu leisten, den Dialog zwischen den Beteiligten zu optimieren“, sagte Lindemann. Erste Eckpunkte für ein Prüf- und Zulassungsverfahren für serienmäßig hergestellte Haltungseinrichtungen möchte das BMEL bald vorlegen. Ein Schwerpunktthema werden auch die noch erlaubten Amputationen an Tieren sein und die Beratung zum Ausstieg, wie beispielsweise Schnäbelkürzen oder Kupieren der Schwänze bei Schweinen. Schröder: „Wir anerkennen, dass der Bundesminister die Debatte vom ‚Ob‘ zum ‚Wie ändern wir‘ ausrichtet.“ „Für mich ist Tierschutz eine Frage der Haltung: Erfolge werden wir nur dann erzielen können, wenn wir gemeinsam neue Wege für mehr Tierwohl gehen“, so Schmidt. Um jetzt und sofort erste Verbesserungen für die Tiere in Intensivhaltungssystemen umzusetzen, hat der Deutsche Tierschutzbund im Januar 2013 das zweistufige Tierschutzlabel eingeführt, das der Bundesminister auch aktuell politisch stärkt. Weitere Infos zum Tierschutzlabel unter www. tierschutzlabel.info und zur BMEL-Initiative unter www.bmel.de/tierwohl. N A D I A WAT TA D

Foto: BMEL

[ AKTUELL]


[ aktuell] Agrarministerkonferenz

Mehr Tierschutz in der Landwirtschaft Die Agrarministerkonferenz in Potsdam ist mit zahlreichen Beschlüssen zu Ende gegangen. Themen wie das Schlachten trächtiger Kühe, Tiertransporte und die Fleischkennzeichnung standen ebenfalls auf der Agenda.

Kühe. Nur elf Bundesländer hatten ein grundsätzliches Schlachtungsverbot für hochträchtige Rinder gefordert und eine Meldepflicht zum Trächtigkeitsstadium jedes weiblichen Rindes unterstützt. Ferner sprachen sie sich für entsprechende Regelungen auch für andere trächtige Klauentiere wie Schweine, Ziegen, Schafe und Equiden aus. Ein Verbot resultierte jedoch nicht daraus. Bis zur Frühjahrskonferenz soll nun der Bund einen Bericht über die gegenwärtige Situation bei der Schlachtung tragender Rinder und den rechtlichen Bestimmungen vorlegen. Zudem soll sich das Bundeslandwirtschaftsministerium für EU-einheitliche Kriterien zum Umgang mit tragenden Rindern einsetzen. Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer bedauerte, dass kein einstimmiger Beschluss zustande gekommen war

Dauerbrenner Tiertransporte

Gewerbliche Tiertransporte sollen ab 2016 effektiver überwacht werden. Oft sind die Tiere stundenlang unterwegs.

Foto: DPA

E

iner der Schwerpunkte der Agrarministerkonferenz (AMK), die zweimal jährlich stattfindet, stand fest: Mehr Tierschutz in der Landwirtschaft. Um diesen kontrovers zu diskutieren, waren die Agrarminister und Senatoren von Bund und Ländern zusammengekommen. Diese Gelegenheit hat auch der Deutsche Tierschutzbund genutzt, um dem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt 115.000 Unterschriften im Rahmen der mit dem Kulturfestival Tollwood durchgeführten Kampagne „Artgerecht – Lasst die Tiere wie sie sind“, zu übergeben. „115.000 Stimmen sind sehr laut: Sie fordern eine Tierschutzgesetzgebung, die die Tiere wirklich schützt, statt deren Nutzung zu regeln. Diese Stimmen dürfen nicht überhört werden“, so Thomas Schröder.

Im Zuge des Schwerpunktthemas stand „Tierschutz in Nutztierhaltungen verbessern“ auf der Tagesordnung. Die Agrarminister fassten den Beschluss, dass die Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz bis Januar 2015 ein Konzept mit Vorschlägen zur Verbesserung der Tierschutzsituation erstellen soll. Die Arbeitsgruppe erhielt den Auftrag, unter anderem das Management der Tierhaltung und die Haltungsbedingungen zu überprüfen, weiterzuentwickeln sowie bereits geltende Schutz- und Kontrollstandards und deren Wirksamkeit zu bewerten.

Das Schlachten trächtiger Kühe Neben tiergerechteren Beschlüssen in der Intensivhaltung, erhoffte sich der Deutsche Tierschutzbund auch ein klares Nein zum Schlachten trächtiger

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung waren länderübergreifende Schwerpunktkontrollen von Tiertransporten. Hier waren sich die Agrarminister einig, dass gewerbliche Tiertransporte künftig effektiver überwacht werden müssen. Ziel ist, Kontrollen wie die des Schwerlastverkehrs, spätestens ab 2016 durchzuführen. Doch nicht nur bei der Schlachtung, sondern auch bei der Kennzeichnung der Tierhaltungsform bei Frischfleisch herrscht Verbesserungsbedarf. Im Zuge dessen wurde beschlossen, eine zeitlich befristete Arbeitsgruppe der Länder unter Federführung Baden-Württembergs einzurichten. Diese soll prüfen, ob ein Tierhaltungskennzeichnungsverfahren für Frischfleisch praktikabel eingeführt werden kann.   Bundesminister Schmidt ist mit dem Ergebnis der AMK zufrieden: „Der Konsens, eine Tierschutzkennzeichnung von Fleisch zu prüfen, die Kontrolle von Tiertransporten quer durch die Republik zu intensivieren und die Haltungsbedingungen unserer Nutztiere zu verbessern, zeigt, dass das Thema Tierschutz ganz oben auf die Agenda der Agrarpolitik gehört.“ N a d i a Wat ta d

du und das tier  6/2014  33


[ aktuell]

Rumänien

Treffen macht Mut In Rumänien sterben trotz aufgehobener Durchführungsbestimmung tagtäglich noch immer zahlreiche Hunde – ein untragbarer Zustand, den der Deutsche Tierschutzbund ändern will.

A

uslöser für ein in Rumänien verabschiedetes Gesetz, Hunde nach dem Ablauf einer 14-tägigen Frist im Tierheim zu töten, war ein tragischer Unfall: Medienberichten zufolge sollen mehrere Straßenhunde einen vierjährigen Jungen tödlich verletzt haben. Die Durchführungsbestimmung wurde zwar inzwischen aufgehoben, dennoch leben die Hunde weiterhin meist unter katastrophalen Bedingungen in den rumänischen öffentlichen Tierheimen. Falls sie nicht innerhalb der Frist verhungern, werden sie getötet. Mittlerweile hat sich jedoch herausgestellt, dass die Hunde, die

Diese Hunde haben in einem privaten Tierheim Glück gehabt.

34  du und das tier  6/2014

den tödlichen Unfall verursacht haben sollen, von einem Privatgelände stammten und es sich nicht um Straßenhunde gehandelt hat.   Dennoch ist die Lage der Hunde in Rumänien unverändert. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich umgehend an die politisch Verantwortlichen auf EU- und Bundesebene gewandt, um das Töten der Hunde zu beenden. Leider waren die zahlreichen Bemühungen in Brüssel und Berlin nicht erfolgreich, da es sich bei dem Tötungsgesetz um nationales rumänisches Recht handelt. Alle Appelle an die Regierung Rumäniens waren vergeblich.   Aus diesem Grund fand Ende Oktober ein Symposium in Bukarest statt, welches vom Deutschen Tierschutzbund mitinitiiert wurde. Dem Verband ist es damit in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und der rumänischen Tierschutzorganisation Federatia Nationala pentru Protectia Animalelor (FNPA) erstmalig gelungen, alle im Thema involvierten Vertreter an einen Tisch zu bekommen. Hierbei standen unter anderem die aktuelle gesetzliche Lage und

die katastrophalen Zustände in den öffentlichen Tierheimen im Fokus. So wird selbst adoptionswilligen Bürgern die Aufnahme von Hunden aus den Tierheimen erschwert, da die hierfür vorgeschriebenen behördlichen Auflagen innerhalb einer 14-tägigen Frist meist nicht zu leisten sind.   Die am Symposium beteiligten Personen stellten Strategien vor und diskutierten, wie sich die große Anzahl von Straßenhunden und Hunden aus Privathaushalten langfristig und tierschutzgerecht lösen lassen könnte. An dieser Stelle hat die Fachreferentin des Deutschen Tierschutzbundes, Verena Mißler, die erfolgreichen Projekte in Odessa und Kiew vorgestellt. Diese belegen eindeutig, dass sowohl eine Kastration der Straßentiere als auch der Tiere aus Privathaushalten notwendig ist, um die große Anzahl der Straßenhunde und das damit verbundene Tierleid zu minimieren. Doch zusätzlich zu dieser Maßnahme ist unbedingt die Bevölkerung aufzuklären und in den Prozess einzubinden. Die Veranstaltung stieß erfreulicherweise auf großes mediales Interesse. Vertreter der für den Tierschutz zuständigen Behörden, Bürgermeister, Parlamentarier und mit dem Einfangen der Hunde beauftrage Firmen waren ebenfalls vor Ort. Diese zeigten sich offen und interessiert an alternativen Lösungen anstatt einer Tötung der Tiere. Weitere Gespräche mit Vertretern der zuständigen Behörden wurden vereinbart, um gemeinsam eine Alternative zu erarbeiten. Es besteht also Grund zur Hoffnung.  Verena MiSSler

Foto: Friedrich-Ebert-Stiftung (2)

In einem initiierten Symposium in Bukarest war die in Rumänien stattfindende Hundetötung ein großes Thema.


[ PROJEKTE] Tierschutz in der Ukraine

Kastrationen im vollen Gange Ehrenpräsident Wolfgang Apel und Projektleiter Gerd Fischer haben sich im Oktober gemeinsam auf die Reise in die Ukraine begeben. Sie wollten sich vergewissern, dass es Mitarbeitern und Tieren gut geht, und vor Ort davon überzeugen, wie sich das Kastrationsprojekt trotz der politischen Lage gestaltet.

Fotos: Deutscher Tierschutzbund

D

ie Kastrationen im Tierschutzzentrum Odessa sind weiterhin im vollen Gange. Seit dem Projektstart im Jahr 2005 wurden insgesamt über 50.000 Straßentiere im Zentrum aufgenommen und behandelt. Weitaus mehr als 3.000 Tiere haben durch das Zentrum bei privaten Besitzern ein neues Zuhause gefunden, womit wir niemals gerechnet hätten. Leider musste jedoch der Bau des geplanten zweiten Katzenhauses aufgrund der momentanen Lage weiter zurückgestellt werden – viele Baumaterialien hat der Handel derzeit gar nicht erst vorrätig. Nichtsdestotrotz bringen die tierlieben Bürger neben Hunden auch immer mehr Katzen in das Tierschutzzentrum. Diese kommen zunächst in die Quarantänestation, in der sie untersucht und wieder aufgepäppelt werden. Erst wenn sie wieder fit sind, kommen sie in die Klinik zur Kastration. Ist auch das überstanden, dürfen die Katzen in einen großzügigen Freilauf, in dem sie sich vor der endgültigen Vermittlung weiter erholen können. Auch hier zeigt sich immer wieder, wie motiviert die Mitarbeiter sind: Sie kümmern sich rührend um die Tiere und streicheln sie, damit die Samtpfoten sozialisiert und zutraulich werden. Sobald sich die Lage stabilisiert hat, wird der Deutsche Tierschutzbund das geplante Projekt – den Bau eines weiteren Katzenhauses – jedoch fortführen müssen. Aufgrund von Tausenden frei lebenden Katzen ist dieses dringend nötig. Das für den nächsten Tag angesetzte Gespräch mit dem Oberbürgermeister Gennadi Truchanow

Über das Tierschutzzentrum finden immer mehr Tiere in Odessa ein Zuhause.

Wolfgang Apel bringt das von einer Einwohnerin übergebene Katzenjunge in das Tierschutzzentrum Odessa.

fand im Rathaus von Odessa statt. In diesem bedankte sich Truchanow beim Ehrenpräsidenten und dem Präsidium für das jahrelange erfolgreiche Engagement des Deutschen Tierschutzbundes. Er betonte, dass die Bedingungen und die Ergebnisse der Station ideal seien. Anschließend interviewte das Team des Stadtfernsehens Wolfgang Apel, der den Bürgern von dem Kastrationsprogramm und den Gesprächen berichtete und gleichzeitig um deren Unterstützung bat. Gegenwärtig wird ein weiterer geschützter Hundeauslauf errichtet, um eventuell 300 Hunde aus einer privat geführten Einrichtung in Odessa und auch aus den Krisengebieten der Osttukraine aufnehmen zu können.

Apel und Fischer nutzten die Reise ebenfalls, um der Einladung des Oberbürgermeisters Valerij Hmelnjuck der Hafenstadt Illitschevsk – etwa 20 Kilometer von Odessa entfernt – zu folgen. Er bedankte sich für die 700 dort durchgeführten Kastrationen der Straßenhunde. Weitere 500 sollen noch in diesem Jahr im Zentrum in Odessa kastriert werden. Eine ständige Kooperation ist ebenfalls im Gespräch. Die Leiterin der städtischen Tierkliniken in Kiew, Irina Makarina, hatte berichtet, dass es bei der Umsetzung des Memorandums zwischen der Stadt Kiew und dem Deutschen Tierschutzbund keine Probleme gegeben habe. Positiv ist auch, dass der neue Oberbürgermeister der Stadt Kiew, Vitali Klitschko, zur weiteren Umsetzung des Memorandums das Gespräch mit uns führen möchte. Der Deutsche Tierschutzbund schaut daher trotz unterschiedlicher Berichte aus der Ukraine optimistisch in die Zukunft. Weitere Informationen zum Projekt und zur Patenschaft unter www. tierschutzbund.de/patenprojekte. N A D I A WAT TA D

du und das tier 6/2014 35


[ PROJEKTE]

Kleines Bild, v.l.n.r.: Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD), Johann Saathoff MdB (SPD), Dr. Hans-Georg Starck (BUND), Ute Vogt (SPD), Till Backhaus (Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommern), Jochen Dettmer (Neuland). Großes Bild, v.l.n.r.: Dr. Brigitte Rusche, Renate Seidel, Bernhard Kühnle (BMEL), Christina Jantz MdB (SPD), Franz-Josef Holzenkamp MdB (CDU), Sprecher CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stefanie Hertel, Nicole Maisch MdB (Grüne), Peter Meiwald MdB (Grüne), Bärbel Höhn MdB (Grüne), Eva Bulling-Schröter MdB (Linke), Dr. Maria Flachsbarth (Parlamentarische Staatssekretärin), Thomas Schröder.

Parlamentarisches Tierschutzfrühstück

Mehr Tierschutz laut Ko I

m Hauptstadtbüro des Deutschen Tierschutzbundes tauschten sich die Gäste über Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg in angenehmer Atmosphäre aus. Neben zahlreichen Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen begrüßte Thomas Schröder außerdem Vertreter der Bundesregierung und des Bundesrates, Mitarbeiter der Bundestagsfraktionen sowie Vertreter der Partnerverbände des Deutschen Tierschutzbundes. Wie sehr sich das parlamentarische Tierschutzfrühstück mittlerweile etabliert hat, wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass der Bundesminister für Ernährung und

36 du und das tier

6/2014

Landwirtschaft, Christian Schmidt, das Grußwort hielt. Thomas Schröder appellierte in seiner Rede an die Politik, die im Koalitionsvertrag vereinbarten Verbesserungen des Tierschutzes in Deutschland konsequent umzusetzen. Nach der auf ganzer Linie gescheiterten Novellierung des Tierschutzgesetzes durch die Vorgängerregierung hat die Große Koalition die Chance, das seit nunmehr zwölf Jahren im Grundgesetz festgeschriebene Staatsziel Tierschutz endlich durch ein neues Tierschutzgesetz mit Substanz zu füllen. Laut Schröder sei derzeit nach wie vor von einem

Tiernutzgesetz zu sprechen. Den Worten des Koalitionsvertrages müssten nun endlich Taten folgen. Doch nicht nur gesetzliche Standards seien wichtig für die Frage, wie Menschen mit Tieren umgehen. Es sei vielmehr eine grundsätzliche Frage der Ethik, so Thomas Schröder: „Ist erlaubt, was nicht verboten ist? Ist es erlaubt, männliche Küken nach dem Schlüpfen zu töten, weil sie wirtschaftlich angeblich nicht verwertbar sind? Ist es erlaubt, Puten so sehr auf Brustfleisch zu züchten, dass ihre Beine ihr Gewicht nicht mehr halten können? Verboten ist es nicht.“

Fotos: Deutscher Tierschutzbund

Mittlerweile ist das Parlamentarische Tierschutzfrühstück des Deutschen Tierschutzbundes ein mehr als 80 Gäste aus Politik und Gesellschaft, um über aktuelle Themen des Tierschutzes zu


Föderale Begegnung: Till Backhaus (links) im Gespräch mit Bundesminister Christian Schmidt.

V.l.n.r.: Johannes Röring MdL, BPT-Präsident Dr. Hans-Joachim Götz und Heiko Färber (BPT) tauschen sich aus.

Tierschutz spielerisch: Ein Unterhaltungskünstler überreicht Bundesminister Christian Schmidt einen Schweinchenluftballon.

Landwirt Henning Harms (Mitte) mit seiner Frau und Niklas Gröne vom Deutschen Tierschutzbund.

oalitionsvertrag umsetzen

ne feste Institution im politischen Berlin. Bereits zum dritten Mal trafen sich am 25. September u sprechen. Auch die Verbraucher rief Thomas Schröder auf, ihre Verantwortung für mehr Tierschutz wahrzunehmen. Der Handel liefert sich Preiskämpfe darum, wer das billigste Fleisch auf den Markt bringen kann. Diese Preiskämpfe werden auf dem Rücken der Tiere in den Ställen der Agrarindustrie ausgetragen. Wer das Preisniveau senkt, senkt auch das Tierschutzniveau. Es liegt daher auch in der Hand des Verbrauchers, diesem Teufelskreis ein Ende zu bereiten, indem er nicht mehr zu Billigfleisch greift. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt erläuterte in seinem Grußwort seine Pläne für eine Initiati-

ve für mehr Tierwohl: „Eine Frage der Haltung“. Er lobte ausdrücklich, dass der Deutsche Tierschutzbund, vertreten durch den Präsidenten Thomas Schröder, an der Vorstellung der Initiative teilgenommen hat. Dies zeige, dass der Deutsche Tierschutzbund ein verlässlicher Partner sei, so Schmidt. Auch die dringende Notwendigkeit, die zunehmende Zahl der Exoten und Wildtiere in den Tierheimen zu reduzieren, thematisierte er. Ein besonderes Lob sprach er dem Deutschen Tierschutzbund für sein Label „Für mehr Tierschutz“ aus. Angesichts der Bilder von glücklichen Tieren auf Verpackungen

von Fleisch bedarf es dringend mehr Transparenz für den Verbraucher. Durch das Label „Für mehr Tierschutz“ wird in Supermärkten ein Denkprozess über die Form der Tierhaltung angestoßen, so der Bundesminister. Der Tenor während der zahlreichen Gespräche unter den Gästen war, dass in dieser Legislaturperiode ein großer Schritt in der Tierschutzgesetzgebung erfolgen muss. Es wird jetzt einmal mehr die Aufgabe des Deutschen Tierschutzbundes sein, darauf hinzuwirken, dass die Versprechen der Politik keine Lippenbekenntnisse bleiben. FRANK MEUSER

du und das tier 6/2014 37


i tgeelt nd h ]e m a ] [ jt u riten gewesen. In diesen Bereichen wird massives Tierleid geduldet, gefördert und subventioniert. Wie soll man diese schwierigen Themen Schülern vermitteln, ohne die Lust am Unterricht zu verlieren? Unsere Kursleiterinnen wissen, wie es geht, und wir jetzt auch.

Neubiberg-München

Gratulation zum Tierschutzlehrer Maribel Rico ist eine von 17 Tierschützern, die an der Weiterbildung zum Tierschutzlehrer teilgenommen haben. Wie sie das Zertifikat nutzen wird, hat sie der Redaktion von du und das tier erzählt. Mit welcher Motivation haben Sie sich zur Tierschutzlehrerin ausbilden lassen? ▶ Ich stelle immer wieder fest, dass viele Menschen nicht darüber informiert sind, welche traurigen Konsequenzen unser Konsumverhalten für Tiere nach sich zieht. Wenn selbst ein Erwachsener nicht weiß, warum eine Kuh Milch gibt, ist das für mich eine erschreckende Bildungslücke. Dagegen will ich etwas tun. Deshalb möchte ich mit den Kindern sprechen. Sie stellen Fragen, und Kinder haben das Recht auf altersgerechte, ehrliche Antworten, und genau das wollen sie auch: Nur wer die Wahrheit kennt, hat die Wahl, sich zu entscheiden. Kinder sind die handelnden Bürger von morgen. Des-

38  du und das tier  6/2014 5/2013

halb ist mein Motto: „Bildung ist für alle da, Tierschutzunterricht auch!“ Konnten Sie schon die Inhalte der bisher bestandenen Module praktisch anwenden? ▶ Ja, ich habe eine Schulprojektwoche zum Thema „Wir übernehmen Verantwortung“, Schwerpunkt Tierschutz, begleitet, ein Tierschutzfest mitgestaltet und bei einer mehrtägigen Ferienbetreuung mit den Kindern Tierschutzthemen behandelt. Rückblickend – welches Modul hat Ihnen am besten gefallen? ▶ Ich finde alle Module gleich wertvoll, aber die Module Tierversuche und Massentierhaltung sind meine Favo-

Wie sehen Ihre Pläne nach der bestandenen Weiterbildung zum Tierschutzlehrer aus? ▶ Ich werde Verschiedenes anbieten: vom Kuschel-Tierschutz für die Kleinen, beispielsweise. „Was braucht mein Kaninchen?“ bis zur anspruchsvollen Projektwoche oder Arbeitsgruppe für ältere Schüler, zum Beispiel „Was ist ein Tierversuch?“. Fühlen Sie sich mit den umfangreichen Modulen der Ausbildung für den Unterricht gewappnet? ▶ Ja! Ich nehme sehr viel mit von unseren Kursleiterinnen und auch von meinen Kurs-Kollegen. Dennoch ist mir bewusst, dass ich in meiner Tätigkeit als Tierschutzlehrerin noch einiges lernen muss, und das ist auch gut so. I nf o Die Termine der Tierschutzlehrer-Weiterbildung für Neubiberg stehen fest: 20. – 22. März: Modul 1 – Heimtiere 24. – 26. April: Modul 2 - Schule & Lernen 12. – 14. Juni: Modul 3 - Mensch & Tier 11. – 13. September: Modul 4 - Tiere in der Landwirtschaft 16. – 18. Oktober: Modul 5 – Wildtiere Weitere Infos im Internet unter www. jugendtierschutz.de/tierschutzlehrer.

Foto oben: Deutscher Tierschutzbund, Foto mittig: privat

Der Jahrgang 2014 freut sich über die bestandene Ausbildung zum Tierschutzlehrer. Mit dem Zertifikat können die Tierschützer nun offiziell durchstarten.

Finden Sie, dass Interessierte der Zusatzausbildung im Vorfeld schon Erfahrung mit der kindgerechten Wissensvermittlung haben sollten? ▶ Erfahrungen mit Kindern zu haben, ist sicher hilfreich. Dennoch würde ich das nicht als Bedingung für die Ausbildung zum Tierschutzlehrer voraussetzen. Die Kursleiterinnen sensibilisieren professionell und auf verschiedenste Art und Weise die Kursteilnehmer – auch die unerfahrenen-, um die Tierschutzthemen mit den Augen eines Kindes sehen zu können.


Erfurt

Nicht verpassen:

Der Jugendländerrat hat getagt

B

ei Ihrem zweiten Jahrestreffen begaben sich die Vertreter der Jugendarbeit der Landestierschutzverbände auf die Spur der Wildtiere – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Sie besuchten das Wildkatzendorf Hütscheroda im Nationalpark Eifel. Hier ging es auch darum, Anregungen für das Schwerpunktthema „Wildtiere“ für 2015 zu sammeln. Bei einer thematischen Führung zur Wildkatze wurden schnell die Probleme sichtbar, die auf viele andere Wildtiere übertragbar sind: zerstörte Lebensräume durch monotone landwirtschaftliche Nutzflächen, Gefahren durch

Straßenverkehr und abgeschnittene Lebensräume. Das brisante Thema Jagd stand ebenfalls im Mittelpunkt der inhaltlichen Auseinandersetzung. Erneut wurde dabei den Aktiven klar, wie wichtig es ist,Tierschutzthemen mit allen Sinnen zu erfahren, als lediglich in der Theorie darüber anstatt zu sprechen. Gemeinsam sollen nun auch im nächsten Jahr bundesweite Aktionen zum Themenschwerpunkt stattfinden, um den Erfolg der Unterschriftenaktion „Tierschutzkoffer“ (siehe du und das tier 4/2014) fortzuführen und kleineren Vereinen Einstiegsmöglichkeiten in die Jugendarbeit zu ermöglichen.

Jugendtermine 09. bis 11. Januar 2015 48653 Coesfeld, Schulung für Nachwuchsbetreuer und -betreuerinnen, Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, Kosten: 20 Euro, Info: Tierschutzjugend NRW, Tel.: 023 23/516 16 E-Mail: herne@tierschutzjugend-nrw.de 23. bis 25. Januar 2015 48249 Dülmen, Kleintiere im Kinderzimmer, Kinder zwischen 6 und 11 Jahren, Kosten: 20 Euro, Info: Tierschutzjugend NRW, Tel.: 023 23/516 16 E-Mail: herne@tierschutzjugend-nrw.de 31. Januar 2015 97762 Hammelburg, Jugendleiterschulung, Bayerische Tierschutzjugend, Kosten: 15 Euro inklusive Verpflegung, Tel.: 08742/96 50 46 E-Mail: friedl.marion@t-online.de 7. bis 8. februar 2015 48653 Coesfeld, Jugendleiterschulung, Erwachsene ab 18 Jahren Kosten: 20 Euro, Info: Tierschutzjugend

Die Jugendarbeitvertreter der Landestierschutzverbände begeben sich für das Schwerpunktthema 2015 auf die Spur der Wildtiere in den Nationalpark Hainich.

Tel.: 023 23/516 16 E-Mail: herne@tierschutzjugend-nrw.de 27. februar bis 1. März 2015 48653 Coesfeld, Fortbildung für aktive Gruppenleiter und Betreuer,

Fotos: Deutscher Tierschutzbund und Sybille Kähler-Schnoor

Bonn

für Jugendliche ab 14 Jahren sowie

Bewerbungsfrist zum Jugendtierschutzpreis läuft

Erwachsene, Kosten: 20 Euro,

Z

28. februar 2015

ukunft macht Tierschutz: Um junge Menschen in ihrem Engagement für die Tiere zu bestärken, verleiht der Deutsche Tierschutzbund alle zwei Jahre den mit 2.500 Euro dotierten Adolf-HempelJugendtierschutzpreis. Ausgezeichnet werden Aktionen und Projekte, die anderen Kindern und Jugendlichen als Vorbild dienen können. Ihre Projekte einreichen können Jugendtierschutzoder Schulgruppen mit Teilnehmern im Alter von acht bis 20 Jahren. Die

Bewerbungen müssen alle erforderlichen Unterlagen enthalten und Aktionen präsentieren, die zwischen Juni 2013 und Februar 2015 umgesetzt wurden. Der Einsendeschluss ist der 1. März 2015. Bewerbungen an: Deutscher Tierschutzbund, Stichwort: Adolf-HempelPreis, In der Raste 10, 53129 Bonn. Weitere Informationen zur Teilnahme am Adolf-Hempel-Preis im Internet unter www.jugendtierschutz.de/ jugendtierschutzpreis.

Info: Tierschutzjugend NRW Tel.: 023 23/516 16 E-Mail: herne@tierschutzjugend-nrw.de

99817 Eisenach, Workshop: Tierschutzunterricht in der Grundschule, Mitarbeiter von Tierschutzvereinen ab 18 Jahren, Kosten: 5 Euro, Info: Landestierschutzverband Thüringen e.V. Anmeldung bis zum: 31.01.2015 per E-Mail, Tel.: 0369 21/920 97 E-Mail: dorothea.pacholski@gmx.net Weitere Jugendtierschutztermine:

www.tierschutzbund.de/ jugendtermine du und das tier 6/2014 39


[vor ort] klaGerecht in baYern

Mehr Rechte für Tierschutzverbände N

achdem eine 2013 im berger. Alle Redner waren sich geschützt sei, aber in Bayern könne. Aus diesem Grund Bayerischen Landtag eindarin einig, dass der Tierschutz behördliches Handeln durch herrsche nach wie vor ein gereichte Petition wirkungslos auf Bundes- und Landes- anerkannte Tierschutzvereklatantes Ungleichgewicht geblieben war, hatte der Tierebene verfassungsrechtlich eine nicht kontrolliert werden zwischen Tiernutzern und den schutzverein München Interessen des Tieres. Ziel eine Kundgebung zum sei es, so Kurt Perlinger, Ve r b a n d s k l a g e re c h t Vorsitzender des Münchfür Tierschutzvereine ner Tierschutzvereins, dass durchgeführ t. Dem von zehn angestrengten Aufruf des Vereins waTierschutzverfahren minren viele Tierschützer destens acht erfolgreich gefolgt. Als Hauptredenden. Das gehe nur mit ner hatten sich neben dem Verbandsklagerecht Markus Rinderspacher für anerkannte Tierschutzvereine. Bremen hingegen (MdL und Vorsitzender hat seit 2007, Nordrheinder SPD-Fraktion) Ulrike Westfalen, Hamburg und Sengl vom Bündnis 90/ das Saarland seit 2013 Die Grünen eingefunden. Für den Deutschen und Rheinland-Pfalz seit Tierschutzbund sprach diesem Jahr das TierV.l.n.r.: Kurt Perlinger (Tierschutzverein München), Ulrike Sengl (Bündnis die Leiterin der Rechts90/Die Grünen, Evelyn Ofensberger und Markus Rinderspacher (MdL). schutzverbandsklageabteilung, Evelyn Ofensrecht eingeführt.

Tierschutz in der Politik D ie Bundestagsfraktion der Grünen hat jüngst zu dem Fachges p rä ch „ T i e r s chu t z i m Dornröschenschlaf – Welche Rechte haben Tiere unter Schwarz-Rot“ nach Berlin geladen, an dem sich Fachleute und rund 80 Teilnehmer beteiligt haben. Wo derzeit gravierende Tierschutzdefizite zu verzeichnen sind und das Tierschutzgesetz verbessert werden könnte, waren unter anderem Fragen, die

mit einem Vortrag zum Thema Tierversuche. Er machte deutlich, dass die Regierung notwendige Verbesserungen bei den Tierversuchen verhindert. Dabei sei es ihre Pflicht, Tiere besser als bisher zu schützen – das verlangen sowohl die EU-Tierversuchsricht– linie als auch das Grundgesetz. Er betonte, dass bei der behördlichen Prüfung der ethischen Zulässigkeit von Tierversuchen zwischen Tierschutzbelangen und der Freiheit von

im Rahmen dessen diskutiert wurden. Roman Kolar, stellvertretender Leiter der Akademie für Tierschutz, bereicherte das Gespräch

Forschung abzuwägen sei. Die EU-Richtlinie sehe hierfür eine unabhängige und unparteiische Bewertung vor, die jedoch in Deutsch-

40 du und das tier

6/2014

land nicht stattfände. Weil die EU-Vorgaben zu Lasten der Tiere nur unzureichend umgesetzt wurden, hat der Deutsche Tierschutzbund eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Mit einer Prüfung ist in wenigen Monaten zu rechnen. In den Diskussionen forderten viele Teilnehmer, dass wir tschaftliche Akteure, politische Entscheidungsträger und die Verbraucher ihrer moralischen Verpflichtung und Verant-

wortung gegenüber dem Mitgeschöpf Tier nachkommen müssen. Nur so könne die rücksichtslose Ausbeutung von Tieren gestoppt werden. Der Sprecher für Agrarpolitik, Friedrich Ostendorff (MdB), betonte, dass die Bundestagsfraktion der Grünen sich weiterhin mit allen Möglichkeiten für den Tierschutz einsetzen wird. Denn: „Nicht alles was technisch machbar ist, ist ethisch und moralisch vertretbar.“

V.l.n.r.: Diana Plange, Nicole Maisch, Friedrich Ostendorff (alle Bündnis 90/Die Grünen) und Roman Kolar im Fachgespräch.

Foto oben: Tierschutzverein München e.V., Foto unten: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

berlin


Foto oben links: Deutscher Tierschutzbund e.V., Foto oben rechts: Tierschutzverein für Berlin und Umgebung, Fotos unten: Verein Hoffnung für Wildenten, Schwäne und Co., Thinkstock/WildLivingArts

bonn

Ute Vogt zu Gast D ie stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Ute Vogt, hat sich beim Deutschen Tierschutzbund vor Ort über die aktuelle Kampagne zum Welttierschutztag und andere Tierschutzthemen informiert. Sie lobte die Kampagnenmotive zum Leitmotto des Welttierschutztages „Dauerhafte Billigpreise für Fleisch senken das Tierschutzniveau“ und versicherte, dass das Thema Tierschutz bei der SPD in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hätte, was sich auch im Koalitionsvertrag widerspiegele. Zudem sprach sie über ihren politischen Einsatz für die Einschränkung des Wildtierhandels und das

Verbot von Wildfängen. Selten habe sie eine so hohe positive Resonanz von der Bevölkerung auf ein solches Thema bekommen.

Ute Vogt (SPD) informiert sich über die Kampagne zum Welttierschutztag.

berlin

Münchner Kindl gegen Berliner Bär A

m Welttierschutztag haben viele Tierschutzvereine Aktionen im Sinne der Tiere durchgeführt. So auch der Tierschutzverein für Berlin und Umgebung. Unter dem Motto „Münchner Kindl gegen Berliner Bär – wer spendet mehr?“ veranstaltet der Tierschutzverein für Berlin und Umgebung in enger Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein München ein freundschaftliches Tierheim-Duell. Seit Startschuss der Kampagne am 4. Oktober haben nun die Berliner über vier Monate Zeit zu zeigen, dass sie ein großes Herz für hilfsbedürftige Tiere haben – am Ende entscheidet die Spendensumme über den Gewinner. „Berlin verfügt über sehr viel kreatives Potenzial. Wir hoffen auf viele originelle Ideen und Aktionen, die dem Tierheim Berlin und seinen vielen Schützlingen helfen und mittelfristig die Versorgung unserer Tierheimtiere sichern. Das wünschen wir natürlich auch unserem Partnerverein in München“, betonte Wolfgang Apel, Präsident des Tierschutzvereins für Berlin und Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes. Alle Berliner Tierfreunde sind aufgerufen mitzumachen und Berlin zum ersten Platz zu verhelfen. Weitere Informationen zur Aktion gibt es im Internet unter www.tierheimduell.de.

altenburG

Futterautomat für Wasservögel A ndrea Rücker, die Vorsitzende des Vereins Hoffnung für Wildenten, Schwäne und Co., wollte zusammen mit ihrem Verein etwas Nachhaltiges bewegen, nachdem im thüringischen Altenburg ein Schwanenpärchen und ihre sieben Jungen sowie viele Enten jämmerlich zu Tode gekommen waren. Grund war unter anderem die unsachgemäße Fütterung mit Brot. Grundsätzlich ist das Füttern gut gemeint, dennoch hat es meist tragische Folgen. Ein Fütterungsverbot des Veterinäramtes und der Stadtverwaltung brachten leider nicht den gewünschten Erfolg. Doch wie erklärt man Kindern, dass sie im Winter die Enten und Schwäne nicht

füttern dürfen, auch dann nicht, wenn die Tiere im zugefrorenen Teich kein Futter finden? Der Verein machte sich auf die Suche nach einer Lö-

sung und wurde fündig: ein Futterautomat mit Wassergeflügelfutter. Wer nun die Tiere füttern möchte, kann für zehn Cent artgerechtes Futter aus dem AutoEin Futterautomat für Wasservögel maten zieermöglicht eine artgerechte Fütterung. hen und damit die Tiere gut

über den Winter bringen. Die Enten und Schwäne haben das Körnerfutter gut angenommen. Sechs Aufklärungsschilder wurden ebenfalls mithilfe der Stadtverwaltung in der Nähe des Teiches angebracht. Seit nunmehr vier Jahren steht der Automat, wird rege benutzt und die Generation der heutigen Kinder kennt das Brotfüttern nicht mehr. Seit dieser Zeit haben alle Enten überlebt. Weitere I n fo r m a t i o n e n zur Vogelfütterung unter www. tierschutzb u n d . d e / vogelfuetterung.

du und das tier 6/2014 41


[vor ort] Gifhorn

Schüler übergeben Scheck A nlässlich des Tages der offenen Tür haben die Schüler der Klasse 10aR der Oberschule Wesendorf zusammen mit ihrem Lehrer Timo Mayer-Brandt dem Tierschutzverein Gifhorn und Umgebung einen Spendenscheck über 2.000 Euro überreicht. Zu der Aktion kam es, da Lehrer und Schüler im Rahmen einer Projektwoche beschlossen hatten, etwas für den

Tierschutz zu tun. Dies brachte sie auf die Idee, neben Referaten über Tierschutzthemen Armbänder mit dem Tierschutzmotto „Tiere leiden stumm“ zu gestalten und diese zugunsten des Tierschutzvereins zu verkaufen. Thomas Schröder hatte die Schüler auf der Jahreshauptversammlung in Gifhorn kennengelernt und war von deren Idee begeistert. Er versprach

Eine Abordnung der Schulklasse 10aR aus Wesendorf. Hockend v.l.n.r.: Stellvertretende Vorsitzende Andrea Krüger, der 1. Vorsitzende Holger Siebenhaar und Schatzmeister Henrik Kunz. ihnen, den Betrag um das Doppelte aufzustocken, wenn sie es schaffen sollten, durch den Verkauf der Armbänder 1.000 Euro einzunehmen. Dieses Ziel konnten die Schüler tatsächlich erreichen. „Darüber haben wir uns

wirklich sehr gefreut und möchten uns noch mal ganz herzlich bedanken“, so der 1.Vorsitzende Holger Siebenhaar. Weitere Infos zum Projekt unter www.obs-wesendorf.de unter dem Menüpunkt „Aktivitäten“.

Rostock/Mecklenburg-Vorpommern

Besuch im Tierheim Schlage und Demonstration E hatte den Besuch begleitet. Themen waren die fehlende Unterstützung der Tierheime seitens der Kommunen und des Landes und das Leid der Straßenkatzen, das durch ein Landes-Kastrationsgebot für frei laufende Katzen privater Halter beendet werden könnte. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßte zudem die Ankündigung von Backhaus, das Verbandsklagerecht für Tierschutzverbän-

Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des Deutsches Tierschutzbundes ist Initiator einer Demo gegen Massentierhaltung.

42  du und das tier  6/2014

de einzuführen. Diese wurde jedoch leider später vom Ministerpräsidenten Erwin Sellering relativiert. Dieser erklärte, dass es in absehbarer Zeit ein von Backhaus geplantes Verbandsklagerecht für den Tierschutzbund nicht geben werde. Die einen Tag später angesetzte Demonstration im mecklenburgischen Mühlengeez fand anlässlich der MeLa statt. Die dortigen Aussteller präsentieren jährlich eine Kombination aus Tierschau, Tierpräsentation, Technik sowie dem Erlebnis Agrarwirtschaft. Häufig werden in diesem Zusammenhang auf Plakaten niedliche Ferkel im Stroh gezeigt. Allein 2013 haben sich über 70.000 Besucher diese heile Welt vorgaukeln lassen. Im Zuge der Demo informierten der Deutsche Tierschutzbund, Bürgerinitiativen, der Unternehmerverband MilaN, der BUND und die Arbeitsge-

meinschaft bäuerliche Landwirtschaft die Besucher mit der Realität in den Massentierhaltungen des Landes.

Dazu zählt unter anderem das Totschlagen von Ferkeln sowie Antibiotikamissbrauch. Thomas Schröder thematisierte wesentlich in seiner Rede im Zuge von MeLa die industrielle Nutztierhaltung: „Wir stellen hier und heute die Systemfrage. Puten sind so hochgezüchtet, dass sie aufgrund des hohen Brustfleischanteils nicht mehr stehen können. Intensivzuchttiere, die sich zu Tode fressen würden, wenn man sie nicht künstlich hungern lassen würde. Hühnern werden die Schnäbel gekürzt. Jahr für Jahr werden über 30 Millionen männliche Küken zerschreddert“, erinnerte Schröder. Und weiter: „Tiere haben keinen Preis. Tiere haben einen Wert. Dafür kämpfen wir. Wer, wenn nicht wir hier? Wann, wenn nicht jetzt hier?“ Gemeinsam mit Kerstin Lenz, Vorsitzende des Landesverbandes, betonte Schröder zudem, dass das Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände eine wesentliche Forderung ist.

Foto oben: Tierschutzverein Gifhorn u. U., Foto unten: Deutscher Tierschutzbund

inen Tag vor der Demonstration vor der Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau (MeLa), die der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des Deutschen Tierschutzbundes initiiert hatte, war das Präsidium des Bundesverbandes beim Tierheim Schlage in Rostock zu Besuch. Der Landwirtschaftsminister Till Backhaus


Lesefutter für Tierfreunde!

Münster

Vorne im Bild: Dr. Hans-Hermann Lambracht lobte den Einsatz des Vereins.

Jetzt

NEU

am Kiosk! © Vera Kuttelvaserova - Fotolia.com

ach rund 16-monatiger Bauzeit konnte der Tierschutzverein Münster seinen dringend benötigten Neubau offiziell einweihen. Grund für den Neubau waren die Katzenunterkünfte, die regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen gekommen waren. In der Vergangenheit mussten immer wieder Aufnahmestopps für Abgabekatzen verhängt werden. Dies ist nun endlich Geschichte. Das neue Haus bietet mit zwölf Katzenräumen – jeder mit eigenem Außengehege – Platz für bis zu 50 Tiere. Aber nicht nur im Hinblick auf die Katzen ist das neue Haus zukunftsträchtig. „Bisher hatten wir für unsere Besucher nur eine einzige kleine Toilette. In unserem neuen Haus haben wir jetzt endlich eine vernünftige Toilettenanlage und ein behindertengerechtes WC“, so Doris Hoffe, Vorsitzende des Tierschutzvereins. Zudem verfügt das neue Haus über eine Küche und einen geräumiger Versammlungsraum. „Im alten saßen wir uns regelmäßig gegenseitig auf dem Schoß“, so Hoffe. Das Tierheim ist seit Jahren stetig dabei, die Tierhaltung weiter zu verbessern, um die Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes einzuhalten. Aus diesem Grunde wurde dem Verein für sein Tierheim im Jahr 2011 die Tierheimplakette verliehen. Mit dem neuen Haus habe sich der Verein jedoch noch einmal deutlich verbessert, so Dr. Hans-Hermann Lambracht, Präsidiumsmitglied des Deutschen Tierschutzbundes. Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson lobte das Engagement des Tierschutzvereins für Münster und brachte zum Ausdruck, dass sich die Stadt glücklich schätzen könne, ein so vorbildliches Tierheim vorweisen zu können. Gemeinsam mit Doris Hoffe zerschnitt die Bürgermeisterin das Band und gab den Neubau zur Besichtigung der zahlreichen Besucher frei. Katzen suchte man bei der Besichtigung vergeblich: „Das wäre bei so einem Event viel zu viel Stress für die Tiere – mit dem endgültigen Einzug warten wir“, erklärte Hoffe.

Ein Herz für Tiere Media GmbH, Münchener Straße 101/09, 85737 Ismaning

Foto: Sabine Hohnsel, Tierschutzverein Münster

Neubau ist eingeweiht N


[vor ort]

Das Teamfoto zeigt die Mitglieder bei einem Ausflug mit den Spürnasen im Grünen. Alle sind sichtlich bei sehr guter Laune.

Schwaan

mmer wieder stellten die ehrenamtlichen Mitarbeiter an den Wochenenden im Tierheim fest, dass wieder ein Hundezwinger leer war. Der Grund lag nicht darin, dass er vermittelt worden war, sondern dass er aufgrund seines Alters oder einer Erkrankung eingeschläfert werden musste. Mit der Trauer kam letztendlich auch der Gedanke, dies ändern zu wollen. So entstand die Idee vom Gnadenhof für Tierheimhunde. Am

13. Dezember 2004 gründeten sieben Tierfreunde den Verein, welchem Familie Klein den Namen gab – „Klein’er Gnadenhof“. Nach und nach zogen sehr alte, kranke und auch behinderte Hunde in das Haus der Familie Klein. Nachdem die Kapazitäten erreicht waren, musste ein größeres Hundehaus her. Das umliegende Gelände wurde ebenfalls durch den Ankauf von Wald vergrößert. Doch bei den Hunden sollte

Gütersloh

Open-Air-Gottesdienst D er Verein Achtung für Tiere blickt auf ein rundum gelungenes Ereignis zurück: den Open-Air-Gottesdienst für Mensch und Tier. Dieser fand auf dem Altstädter Kirchplatz in Bielefeld statt und wurde von vielen Menschen besucht. Veranstalter des nicht ganz alltäglichen Gottesdienstes waren Pastor Armin

44  du und das tier  6/2014

Piepenbrink-Rademacher von der Stadtkirchenarbeit und der Verein Achtung für

es nicht bleiben. Viele Katzenfreunde baten den Verein um Hilfe für kranke, herrenlose Samtpfötchen. Und so wurde der Bau einer Katzenquarantäne und eines Katzenhauses nötig. 220 Katzen kamen so in den vergangenen zehn Jahren in den Genuss eines besseren Lebens. Manche fanden gar eine neue Familie. Jede Spende kommt den Tieren zugute. Aus den sieben Gründungsmitgliedern sind mittlerweile 78 Vereinsmitglieder

Tiere. Hierbei standen die Tiere ganz im Mittelpunkt. So ist der gemeinsame Gottesdienst ein besonderer Anlass, sich der Verantwortung bewusst zu werden, die Tiere immer mehr zu ihrem Recht kommen

geworden. Deren Engagement wurde 2011 mit dem Deutschen Tierschutzpreis geehrt. Viele Tierfreunde unterstützen ebenfalls die Arbeit des Vereins und überzeugen sich vor Ort davon, wie gut es den Tieren geht. Das Team vom Klein’en Gnadenhof möchte sich bei all den lieben Menschen bedanken, die zehn Jahre Klein’er Gnadenhof möglich machen. Weitere Infos im Internet unter www.kleiner-gnadenhof.de.

zu lassen. Die stellvertretende Vorsitzende Frauke Albersmeier betonte, dass Freundschaft und Loyalität, Hilfebedürftigkeit und Hilfsbereitschaft, Verletzlichkeit und Mut nichts exklusiv „Menschliches“ seien, sondern uns mit den anderen Tieren verbänden. „Es gibt keinen Grund, uns über Tiere zu erheben.“ Beim Kirchenkaffee mit selbst gebackenen veganen Leckereien ergaben sich im Anschluss viele interessante Gespräche.

Foto oben: Klein’er Gnadenhof e.V., Foto unten: Verein Achtung für Tiere

Wenn ein Traum Wirklichkeit wird I


Karlsruhe

Fotos unten: Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V., Foto oben: Tierschutzverein Karlsruhe

Ministerbesuch und Unterschriftenübergabe D er Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, hat in Begleitung der Landestierschutzbeauftragten Dr. Cornelie Jäger das Tierheim in Karlsruhe besucht. Anlässlich eines Tierheimrundgangs klärten die beiden Vorsitzenden des Karlsruher Tierschutzvereins, Heinke Salisch und Volker Stutz, über die Situation der Tierheime im Land auf und informierten über aktuelle Tierschutzthemen. Als weitere Gäste waren mit Renate Rastätter, Zoe Mayer und Michael Borner drei Gemeinderatsmitglieder von Bündnis 90/Die Grünen vor Ort, die zudem auch in der Landesarbeitsgemeinschaft Tierschutzpolitik aktiv sind. „Es stimmt nachdenklich zu sehen, wie viele Tiere erst angeschafft und dann doch wieder ausgesetzt oder in Tierheime abgegeben werden“, so Bonde nach der Führung durch das Tierheim. Gleichzeitig lobte er das große Enga-

Die Hennen beziehen den Hühnerstall des Hamburger Tierschutzvereins. Kleintierhausleiter Sven Bernhardt und Kira Zett helfen dabei.

gement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Tierheim Karlsruhe, die einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, den Tieren ihr Leben in der „Zwischenstation Tierheim“ so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten und einen guten Start in ein neues Zuhause zu sichern. Auch für die Jugendarbeit fand er positive Worte. Stutz

bat Bonde, sich dafür einzusetzen, dass das geplante Haustierabschussverbot im neuen Jagd- und Wildtiermanagementgesetz des Landes ohne Aufweichung umgesetzt wird. „Einem großen Teil der Mitbürger ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Jagd auf Haustiere in Baden-Württemberg künftig verboten wird. Die Jagd auf Hunde und Kat-

zen ist nicht mehr zeitgemäß und darf nach aktuellem Tierschutzrecht nicht weiterhin erlaubt bleiben“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Stutz dem Minister, als er diesem zahlreiche Unterschriften überreichte. Diese fordern das gesetzliche Verbot des Abschusses von Hunden und Katzen.

Minister Alexander Bonde (8.v.l.) und Dr. Cornelle Jäger (hockend) unter anderem mit Vertretern der Politik im Tierheim Karlsruhe.

Hamburg

Rettet das Huhn Z um nunmehr fünften Mal hat sich der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV) an der Aktion „Rettet das Huhn“ beteiligt. In der Aktion geht es darum, Lege-

hennen am Ende ihrer meist einjährigen „Nutzung“ vor der Schlachtung zu bewahren und in ein artgerechtes neues Zuhause zu vermitteln. Die ehemaligen Legehennen werden im Rahmen der Aktion deutschlandweit vermittelt. Insgesamt hundert Tiere reisten nun in diesem Jahr nach Norddeutschland. Davon sind 30 Legehennen in das geräumige Freigehege des Tierheims eingezogen, wo sie so-

wohl picken als auch scharren und ausgiebige Staub- und Sonnenbäder nehmen können. Ziel ist es, die Tiere in ein liebevolles Zuhause mit artgemäßer Haltung zu vermitteln, wo sie bis zu ihrem Lebensende bleiben können. Die übrigen 70 wurden von privaten Haushalten adoptiert. Die Aktion Rettet das Huhn wurde Ende 2007 gegründet und hat seither mehr als 25.000 Hühnern das Leben gerettet.

du und das tier  6/2014  45


[vor ort]

du und das tier Impressum

herausgeber und redaktion: Deutscher Tierschutzbund e.V. In der Raste 10 53129 Bonn Telefon: 0228-60496-0 Telefax: 0228-60496-40 Kontakt: www.tierschutzbund.de/kontakt.html Internet: www.tierschutzbund.de

weiterstaDt

Treffen der Bullterrier Freunde R und 250 Besitzer von Bullrassen, trafen sich auf Einladung der Gründerin und Initiatorin der Hessischen Bullterrier Freunde, Heike Krammig, auf dem Gnadenhof des Tierhilfevereins Kellerranch in Weiterstadt. Im Laufe des Tages nahmen circa 800 Besucher aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz an der informativen Veranstaltung teil.

Verlag: Ein Herz für Tiere Media GmbH Münchener Straße 101/09 85737 Ismaning

Es war ein gigantisches Bild, als sich vorwiegend sogenannte Listenhunde, flankiert von Chihuahua bis Dogge, zum Waldrand hin bewegten. Neben einem Motto-Foto-Shooting der Kellerranch Jugendgruppe „Sokas meets Ranch-Kids“ wurde der schönste Hund prämiert und eine große Tombola veranstaltet. Weitere Infos unter www.kellers-ranch.de.

Geschäftsführung: Clemens Schüssler, Michael Geringer chefredaktion: Ursula Birr (v.i.S.d.P.) herstellungsleitung: Olaf Wendenburg chef vom Dienst: Grit Häußler Vertriebsleitung: Dr. Regine Hahn Grafik: Anna Lena Ibis litho: Eupro Group bildredaktion: Simone Grafetstetter, Margarete Müller ständige redaktionelle Mitarbeiter: Wolfgang Apel, Nadia Wattad

tornow

Mitarbeiter dieser ausgabe: Dr. rer. nat. Heidrun Betz, Daniel Braune, Christiane Kook, Irmina Madaj, Frank Meuser, Verena Mißler, Thomas Schröder

Auszeichnung und hoher Besuch W

Bedürfnissen erfolgt. Anita Tack betonte, wie sehr sich ihre Partei auch für den Tierschutz einsetze und die weitere Umsetzung von entsprechenden Tierschutzthemen auch in Zukunft vorantreiben wolle. Alle kamen letztendlich zu dem Ergebnis,

46 du und das tier

6/2014

dass vieles, vor allem durch Aufklärung und Information der Öffentlichkeit, insbesondere auch bei den Kindern, in Sachen Tierschutz erreicht werden kann. Die Mitarbeiter des Tierschutzvereins sind sehr stolz darauf, dass sie eine Auszeichnung des Deutschen Tierschutzbundes erhalten haben. „Die Plakette nehmen wir als Ansporn und Motivation dafür, weiterhin stetig die Bedingungen für die Tierheimtiere zu verbessern, um den Qualitätsstandard des Tierheims noch weiter zu erhöhen“, so die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Ellen Schütze.

Vormerken!

Termine

07.12.2014 81829 München Weihnachten im Tierheim Info: Tierschutzverein München e.V. Tel.: 089-921 000-0 E-Mail: info@tierschutzvereinmuenchen.de 07.12.2014 47059 Duisburg Adventsbasar im Tierheim Info Tierschutzzentrum Duisburg e.V. Tel.: 0203-9355090 E-Mail: info@duisburger-tierheim.de

Foto oben: Tierhilfeverein Kellerranch e.V., Foto unten: Tierschutzverein Oberhavel e.V.

enn eine Ministerin fragt, wie Fördermittel bisher im Tierschutzverein verwendet wurden, ist dies ein geeigneter Anlass, eine Einladung auszusprechen. Anita Tack, Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, und Referatsleiter Dr. Stephan Nikisch nahmen diese gerne an. Vor Ort waren alle sehr erfreut, dass durch den unermüdlichen Einsatz des Tierschutzvereins, durch Fördermittel und nicht zuletzt durch die Spendenbereitschaft der Bevölkerung ein so vorbildliches Tierheim für in Not geratene Tiere entstanden ist. Dies hatte auch zuletzt der Deutsche TierschutzÜbergabe der Tierheimplakette. bund mit der Vergabe der begehrten Tierheimplakette honoriert. Diese Plakette dokumentiert, dass die Unterbringung, Betreuung und Versorgung der Tierheimtiere artgerecht und nach ihren

Für unverlangt eingereichte Manuskripte, Fotos und sonstige Druckunterlagen wird keine Haftung übernommen. Eine Rücksendung solcher Unterlagen ist nur gegen ausreichendes Rückporto möglich. Namentlich gezeichnete Beiträge stellen die Meinung des Verfassers, nicht unbedingt auch die der Redaktion dar. Nachdruck, Übersetzungen und Vervielfältigungen, auch auszugsweise, sind nur mit Zustimmung der Redaktion gestattet. Die Redaktion behält sich die Kürzung von Leserbriefen vor. Veröffentlichte Briefe sind keine Meinungsäußerung der Redaktion. anzeigen: FUNKE Zeitschriften Marketing GmbH & Co. KG Münchener Straße 101/09, 85737 Ismaning Telefon: (089) 27 270-7942, Fax: (089) 27 270-7991 Geschäftsführung: Daniela Sakowski anzeigenleitung: Sonja Haase, E-Mail: sonja.haase@funke--zeitschriften-marketing.de Verantwortlich für anzeigen: Burda Community Network GmbH, Oliver Walther, E-Mail: oliver.walther@burda.com (Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 15 vom 01.01.2014.) abo-service: Postfach 10 45 65, 40032 Düsseldorf Telefon: 01807/566201-21, Fax: 01807/56620192 bezugsbedingungen: du und das tier erscheint jährlich sechsmal. Bezugspreise jährlich € 15,30 inkl. € 2,10 Portokostenanteil einschließlich Vertriebsgebühren; Preis des Einzelheftes je nach Umfang mindestens € 2,55. Für Mitgliedsvereine des Deutschen Tierschutzbundes und Mengenbezüge gelten besondere Preise, die der Verlag auf Anfrage bekannt gibt. Bezugspreis für das Ausland jährlich € 24,60 inkl. € 9,– Portokostenanteil einschließlich Versandkosten. Abbestellungen nur bis sechs Wochen vor Ende des Berechnungszeitraums. Wird das Erscheinen durch höhere Gewalt oder Streik verhindert, so können keine Ansprüche an den Verlag geltend gemacht werden. Druck: Stürtz GmbH, Würzburg issn 0341-5759 Diese Zeitschrift wurde auf umweltschonendem Papier hergestellt (elementar chlorfrei).


In der Raste 10, 53129 Bonn * Telefon 0228-60496-0, * Telefax 0288-60496-40

Schluss mit Tierversuchen Im Koalitionsvertrag der SPD/CDU steht: „Die Koalition wird sich für die Einschränkung von Tierversuchen einsetzen und verstärkt tierversuchsfreie Forschungsmethoden fördern.“ Mit dem Neubau am Max-Delbrück-Centrum (MDC) auf dem Campus Berlin-Buch wird das Gegenteil bewiesen: Hier soll die größte Tierversuchsanlage Deutschlands entstehen – für geschätzte 25 Millionen Euro öffentlicher Gelder. Der Deutsche Tierschutzbund fordert zusammen mit dem Bündnis Tierschutzpolitik Berlin, dem Koalitionsvertrag gerecht zu werden und endlich alternative Forschungsmethoden zu fördern! Berlin darf nicht Hauptstadt der Tierversuche bleiben, sondern muss Hauptstadt der tierversuchsfreien Forschung werden! Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Unterschrift, den Tieren zu helfen!

Ausgefüllte Unterschriftenliste bitte baldmöglichst zurücksenden an: Deutscher Tierschutzbund e.V., In der Raste 10, 53129 Bonn Telefon 0228-60496-0, Telefax 0288-60496-40


2

19

15 9

Der Fressnapf r e Adventskalend

20 14

17

23

5

22

10

4

14

7

11

18

20 21

12

16 24 8

3

13

1

Jedes Türchen ein Fest Freuen Sie sich auf 24 tolle Angebote Beim Fressnapf Adventskalender können Sie vom 1. bis 24. Dezember jeden Tag ein Türchen mit einem tollen Angebot öffnen. Das aktuelle Tagesangebot finden Sie in unserem Prospekt, direkt im teilnehmenden Markt oder in unserem Online-Shop. Freuen Sie sich an den Advents-Sonntagen auf exklusive Online-Angebote und das Adventskalender-Gewinnspiel mit festlichen Preisen auf www.fressnapf.de

www.fressnapf.de

6

Profile for DU UND DAS TIER, Deutscher Tierschutzbund

Du und das Tier 6/2014  

Du und das Tier 6/2014