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du und das tier 1|2014

Tierschutz aus erster Hand

44. Jahrgang | ISSN 0341-5759

Tierschutz in der EU

Europa vor der Wahl

KRÖTENWANDERUNG

Amphibienrettung durch aktive Hilfe

GÄNSEDAUNEN

Etiketten sagen nicht genug aus

GROSSDEMONSTRATION

Für einen Wechsel in der Agrarpolitik


Damit Tieraugen leuchten. Seit 端ber 20 Jahren unterst端tzen Pedigree速 und Whiskas速 den Deutschen Tierschutzbund und Tierheime in ganz Deutschland. Weil wir Tiere lieben.

Partner des Deutschen Tierschutzbundes

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[ EDITORIAL] Dr. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin

Schwung für unsere gemeinsamen Ziele

FOTO: DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, Das neue Tierschutzjahr beginnt traditionell mit der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Zwölf Monate „Tierschutzlabel“: Ein arbeitsreiches, hartes und stürmisches „Label-Jahr“ mit vielen Erfahrungen und neuen Erkenntnissen liegt hinter uns. Unsere Bilanz ist positiv (s. S. 30). Das Tierschutzlabel ist auf dem Markt – wenn auch noch nicht so weit verbreitet wie wir es uns wünschen. Wir haben neue, engagierte Landwirte kennengelernt, die weiter mit uns gehen und ihren Tieren ein besseres Leben bieten wollen. Wir haben eine neue Diskussion um die Tierhaltung in der Landwirtschaft entfacht, denn jetzt will auch die Lebensmittelbranche insgesamt mehr Tierwohl im Stall – allerdings in deutlich abgespeckter Form. Wenn der Handel sich verpflichtet, mehr Tierschutz für den Landwirt zu honorieren, erkennt er an, dass mehr Tierschutz im Stall Geld kostet. Der Billigpreiskampf für Produkte von Tieren, den wir gerade erleben müssen (99 Cent für zehn Eier aus der Bodenhaltung), passt dazu allerdings gar nicht. Wer den Preis für Produkte von Tieren senkt, senkt auch den Tierschutz im Stall. Immerhin haben wir auf der Grünen Woche einen neuen Landwirtschaftsminister erlebt, der zunächst einmal offen an die Themen herangeht. Im Gegensatz zum Bauernverbandspräsidenten, der mit der Behauptung, es gäbe keine Massentierhaltung, allgemeines Kopfschütteln hervorgerufen hat. Mut macht die Demonstration „Wir haben es satt“. Dieser Protest gegen den Raubbau an Tier und Natur fand in diesem Jahr bereits zum vierten Mal statt und es werden immer mehr Teilnehmer. Von Ermüdung keine Spur (s. S. 32). Die Bundestagswahlen liegen hinter uns und allmählich haben sich auch die Gremien formiert. Jetzt müssen wir mit vereinten Kräften wieder neu für mehr Tierschutz in

Deutschland streiten. Dabei dürfen wir den Blick auf Europa nicht außer Acht lassen – schon gar nicht 2014, denn am 25. Mai sind die Wahlen zum Europaparlament. Diese Wahlen sind die einzige Möglichkeit der Bürger Europas, direkt Einfluss auf die Politik der EU zu nehmen. Dabei hat die EU gerade bei den umfassenden Tierschutzproblemen, in der landwirtschaftlichen Tierhaltung und bei Tierversuchen, zunehmend das Sagen. Wie sich die Lage des Tierschutzes in der EU darstellt und wie wir etwas bewegen können, beleuchtet der Schwerpunktartikel (s. S.10). Entgegen der Ankündigung eines Sprechers der Olympiastadt Sotschi, Straßentiere zu kastrieren (wir berichteten in du und das tier 4/2013), erreichte den Deutschen Tierschutzbund kurz vor dem Drucktermin im Januar noch die Nachricht, dass die Tötung freilaufender Hunde behördlich angeordnet worden sei. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, reagierte sofort mit einem Schreiben an Bundesminister Dr. Frank-Walter Steinmeier. Er forderte ihn dazu auf, seinen Einfluss geltend zu machen und das grausame Vorgehen zu stoppen. Dabei wies er auch auf die vom Deutschen Tierschutzbund initiierten Kastrationsprojekte in der Ukraine hin (s. S. 18 in diesem Heft) – ein Ansatz, mit dem auch die Hundepopulation in Sotschi nachhaltig verringert werden könnte. Bisher warten wir noch auf Antwort. Der Winter ist heuer fast ausgeblieben. Das irritiert nicht nur die Skifahrer, die traurig auf ihre ungenutzt in der Ecke stehenden Bretter verweisen. Auch die Natur ist etwas aus dem Rhythmus. Es ist zu erwarten, dass die Amphibien früh wach werden. Was Sie tun können, damit sich die alljährliche Krötenwanderung im Frühling nicht zum großen Krötensterben auswächst, lesen sie auf Seite 38. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, den Tieren und der Natur ein gutes Frühlingserwachen und viel Schwung für unsere gemeinsamen Ziele.

Herzlichst Ihre du und das tier  1/2014  3


[ I N H A LT ]

du und das tier 1/2014 Alle Titelthemen sind mit einem

✘ gekennzeichnet

6 Kurz und knapp

Appell an Investoren Keine Patente auf Schimpansen Legehennen Länder werden aktiv EU-Versuchsverbot für Kosmetik Weltweite Signalwirkung

16

Serie: Wie Mitgliedsvereine des Deutschen Tierschutzbundes sich vor Ort für in Not geratene Tiere außerhalb Deutschlands engagieren.

Wieder da! Kollege Hund Schnuppertag

36 Jugend

TITEL: FOTO: GETTY IMAGES/STOCK4B(1), FOTOS KLEIN: PANTHERMEDIA/A. HASS(1)/B. BOSCOLO(1), DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND(1)

Intern Satzung aktualisiert Internationaler Tag des Versuchstieres Demo in Berlin Termin Tagung in Bad Boll

Tierschutz im Ausland Sommer, Sonne und hilflose Tiere

18 Projekte

Wesendorf Projekt soll Schule machen Jugendtermine

38 Draußen

Augsburg Gnadenhof und Museum Dresden Tierschutz in der Ringvorlesung Friedberg-Ockstadt Aus für Alligator-Action-Farm Köln Karmetta-Preis für Hunde-Besuchsdienst Kronberg Ein Abend mit dem Hundeversteher Reichelsheim Hessischer Tierschutzpreis verliehen Kiel Bundesbeste Tierpflegerin kommt aus dem Kieler Tierheim Greitz Mission Hund, Katze, Mann Oberhavel Hundehaus-Einweihung Rheinland-Pfalz Tierschutz auf dem Teller München Protest gegen zwei gigantische Tierversuchslabore

22 Das Vegane Rezept

bund darf klagen

27 Aktuell

Hildesheim Paradies für frei lebende Katzen

20 Für Sie gelesen Linsenreis mit Sesam-Tofu-Schnitten

4  du und das tier  1/2014

Tierschutzjugend Traunstein Zubehör für Kleintiere unter der Lupe

Ahrensfelde Ausstellung im Rathaus

16 Serie

Arbeitsbesuch in Odessa und Kiew Katzen leiden leise

34

Worpswede Junge Helfer im Katzenhaus

40 Vor Ort

Europa vor der Wahl Die Tierschutzkompetenz des Parlaments stärken - EU-Gesetzgebung Freihandelsabkommen EU-Tierversuchsstatistik

Aktuell: Das neue Tierschutzgesetz der Bundesregierung unterläuft Europäisches Recht und das Staatsziel Tierschutz.

Tierschutzjugend Nordrhein-Westfalen Pferd und Mensch in Theorie und Praxis

Krötenwanderung Gefährliche Rückkehr zu den Wurzeln

9 Kontakt 10 Titelthema

28

Demonstration 30.000 Menschen haben es satt

Rahmen-Hygieneplan für Tierheime Enge Zusammenarbeit vereinbart

Urteil Hundehaltung im Auto verboten

Aktuell: Der diesjährige Empfang des NEULAND-Vereins auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin fand bei Politik und Verbänden großen Zuspruch.

Tollwoodaktion ARTgerecht Unterschriftenaktion wird fortgesetzt

Tierversuche Neues Gesetz unterläuft Staatsziel Tierschutz und EU-Recht

Bundesjagdgesetz Ende der Zwangsbejagung

18

Ein Jahr Tierschutzlabel Die politische Debatte nimmt Fahrt auf

Tierheimhelden.de Erste Adresse für Tiersuchende

Gib-Pfötchen-Aktion Großzügige Spende für den Feuerwehrfonds

Projekte: Trotz der angespannten Lage in der Ukraine reisten eine Delegation des Deutschen Tierschutzbundes nach Odessa und Kiew , um die Fortschritte der Kastrationsaktionen zu überprüfen.

Internationale Grüne Woche NEULAND bittet zu Tisch

Gänsedaunen Etiketten nicht aussagekräftig genug

Nordrhein-Westfalen Deutscher TierschutzPlauen Protestzug gegen Tierversuche

46 Das Letzte

Schaben Ferngesteuerter Wahnsinn

46 Impressum


[ IM

FOKUS]

Dank Spenden für den Feuerwehrfonds ist in den Tierheimen Zeitz (großes Bild und Bild r. o.), Hallertau (r. M.) und Görlitz (r.u.) Normalität eingekehrt.

Nach dem Hochwasser von 2013

FOTOS: TIERHEIM HALLERTAU, TIERHEIM ZEITZ, TSV GÖRLITZ, TSV ZEITZ

A

Auf trockenen Pfoten

cht Monate ist sie inzwischen her – die Flut, die weite Teile von Bayern, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Juni 2013 überschwemmte. Tagelang standen ganze Landstriche unter Wasser. Die Menschen, die Tiere hatten, brachten sie entweder ins Tierheim oder blieben bei ihnen zu Hause. Die Tierheime nahmen die Schützlinge zwar auf, doch aufgrund der Wassermassen waren diese zum Teil auch dort gefährdet. Die steigenden Wassermassen des Bodensees zerstörten unter anderem die Heizungsanlage des Tierheims in Lindau. Im Tierheim Krambambuli in Görlitz standen die Hundezwinger unter Wasser. Vor der Tierherberge Hallertau und am Tierheim Freilassing brachen die Dämme – wodurch insbesondere das Tierheim in Freilassing stark beschädigt

wurde. Die Tierheime in Cottbus, Wolmirstedt und Burg wurden evakuiert. Das Tierheim Zeitz hatte nach einer fast vollständigen Überflutung besonders um das Leben der Tiere zu kämpfen. Im Tierheim Schmölln zerstörte das Hochwasser das Inventar des Katzenhauses und brachte in Aue-Schwarzenberg zwei Hundezwinger zum Einsturz.

Der Feuerwehrfonds half Dank vieler Helfer konnten die Tiere zum Glück vorübergehend in privaten Pflegestellen sicher untergebracht werden. Der Deutsche Tierschutzbund stellte – dank der vielen Spender – Gelder aus dem Feuerwehrfonds, der Tierheimen in Notsituationen hilft, zur Verfügung. „Wir waren überwältigt von der Hilfsbereitschaft in dieser Hochwassersituation“, schrieb Peter Vater, Vorsitzender des Tierheims Krambam-

buli in Görlitz, dem Deutschen Tierschutzbund. „Vielen herzlichen Dank an alle Förderer des Deutschen Tierschutzbundes und die Spender. Dadurch konnten wir nach Abzug des Wassers schnell mit den Aufräumarbeiten beginnen, und unsere Tiere konnten wieder einziehen“, schrieb Eva-Maria Bauer, die Vorsitzende des Tierheims Zeitz. AKT I V WER DE N Der Deutsche Tierschutzbund dankt auch an dieser Stelle noch einmal den unzähligen Helfern und Spendern für ihr außerordentliches Engagement. Um den Feuerwehrfonds wieder für ähnliche Fälle aufzufüllen, benötigt er weitere Spenden. Wie Sie helfen können, erfahren Sie unter www.tierschutzbund-spenden.de.

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[ KURZ

UND KNAPP]

Appell an Investoren

Keine Patente auf Schimpansen! Gemeinsam mit elf anderen nationalen und internationalen Verbänden hat der Deutsche Tierschutzbund einen dring­ lichen Appell an etwa 40 Investoren gerichtet, die Kapital bei Firmen anlegen, die Patente auf gentechnisch veränderte Tiere, vor allem Schimpansen, angemeldet haben: Altor Bio­ science (USA), Bionomics (Australien) und Intrexon (USA) haben am Europäischen Patentamt (EPA) in München derartige Patente beantragt. Wie Recherchen ergaben, wur­ den bereits fünf Patente erteilt, in denen Schimpansen und andere Tiere als Erfindung beansprucht wurden. Mehr als ein Dutzend weiterer, ähnlicher Anträge liegt vor. Aus Tierschutz­ sicht ist es ethisch nicht vertretbar, Patente auf Lebewesen wie Schimpansen, die engsten Verwandten des Menschen, und andere Tiere zu vergeben. Zudem bringt eine künstliche Veränderung des Erbguts sowohl den betroffenen Tieren als auch den Ammentieren oft erhebliches Leid und Schmer­ zen. Die Verbände appellieren an die Investoren, zu denen Finanzinstitutionen wie die HSBC-Bank und UBS gehören, die finanzielle Unterstützung der Firmen einzustellen und Kontakt mit ihnen aufzunehmen, um klare ethische Standards einzu­ fordern. Die genannten Firmen sollten ihre Patentansprüche auf Schimpansen und andere Tiere zurückziehen und keine derartigen Patente mehr anmelden. Das Schreiben wurde parallel zu verschiedenen Einsprüchen versandt, die am EPA gegen diese Patente eingelegt wurden. Inzwischen gibt es die erste schriftliche Stellungnahme eines Patentinhabers: Intrexon will nicht auf die Patentansprüche verzichten.

6  du und das tier  1/2014

Legehennen

Länder werden aktiv Jedes dritte Ei in Deutschland kommt zurzeit aus Niedersachsen. Vor diesem Hintergrund hat die Ankündigung des niedersäch­ sischen Agrarministers Christian Meyer, das Land werde das schmerzhafte Amputieren der Schnabelspitze bei Legehennen ab 2016 verbieten, bundesweite Relevanz. In Österreich ist diese Manipulation der Hühner bereits seit 2005 verboten. In Deutsch­ land hingegen wird fast allen Hennen in konventioneller Boden- und Freilandhaltung derzeit noch der Schnabel ge­ kürzt. Um den Ausstieg bis 2016 umzusetzen, will Niedersachsen nach dem Vorbild Österreichs einen bundesweiten Konsens zwischen Politik, Landwirtschaft, Handel, Verbraucherschutz- und Tierschutzverbänden sowie der Wissenschaft erreichen. Auf der Agrarministerkonferenz (AMK) in Würzburg hat das Land sich zudem für ein Verbot des Schnabelkürzens auf Bundesebene eingesetzt. Das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) hat auf Grundlage einer von der Staatsanwaltschaft Münster vertretenen Rechtsauffas­ sung am 26. September einen Erlass veröffentlicht, der das Töten männlicher Eintagsküken verbietet. Darin wird den Brütereien in NRW das Töten der männlichen Eintagsküken als tierschutzwidrig untersagt. Dieser Erlass ist mit einer Übergangsfrist von einem Jahr umzusetzen. Beide Länder-Entscheidungen sind richtungweisend. Sie sollten von allen Bundesländern aufgegriffen werden.

EU-Tierversuchsverbot für Kosmetik

Weltweite Signalwirkung Die EU war Vorreiter, doch inzwischen arbeiten weltweit eine Reihe weiterer Länder daran, das Leid der Tiere für Kosmetika abzuschaf­ fen. Nach der israelischen hat Ende 2013 auch die indische Regierung ange­ kündigt, keine Tierversuche für Kosmetika oder deren Inhaltsstoffe zu genehmigen. Auch das Problemland Chi­ na, das bislang noch Tierver­ suche für Kosmetik verlangt, bewegt sich: Zukünftig soll es zumindest nicht mehr vor­ geschrieben sein, Kosmetika,

die im Land selbst produziert werden, an Tieren zu testen. Die Sensibilität gegenüber Tierversuchen in der Kosme­ tik steigt auch in anderen Ländern wie Russland, Bra­ silien und dem Zusammen­ schluss der südöstlichen asi­ atischen Nationen (ASEAN).


WIEDER DA !

„Kollege Hund“ ist wieder da Für den 26. Juni 2014 ruft der Deutsche Tierschutzbund bereits zum siebten Mal den tierischen Schnuppertag aus – bisher jeweils ein großer Erfolg. Jährlich geben über 1.000 Unternehmen ihren Mitarbeitern an diesem Aktionstag die Gelegenheit, ihren „Kollegen Hund“ mit ins Team aufzunehmen. Aus gutem Grund, denn mit dem Kollegen Hund verbessert sich das Arbeitsklima, Stress wird abgebaut und die Motivation steigt – und so bewährt sich der Hund auch im Arbeitsalltag als treuer, verlässlicher Freund des Menschen. Sicherlich finden auch viele Tierheimhunde ein neues Zuhause, wenn Herrchen oder Frauchen den tierischen Freund zur Arbeit mitnehmen darf. Alle Firmen, die sich am Aktionstag „Kollege Hund“ beteiligen, werden vom Deutschen Tierschutzbund mit einer Urkunde als tierfreundliches Unternehmen ausgezeichnet. Unter www.kollege-hund. de kann man sich ab sofort für den Aktionstag anmelden.

Tierheimhelden.de

Erste Adresse für Tiersuchende Wer sich für ein Tier aus dem Tierheim interessiert, kann über das neue Internetportal Tierheimhelden.de nach seinem Wunschhund oder seiner Traumkatze suchen. Das Angebot ist für Tiersuchende und Tier­ heime kostenfrei. Der Deutsche Tierschutzbund kooperiert mit den Be­ treibern, die für ihr gemeinsam mit Tierheimen entwickeltes Projekt mit dem Hochsprung­ Media­Award 2013 in den Kategorien Social Media und Homepage ausge­ zeichnet wurden. Die Tierheimhelden arbeiten nur mit Tierheimen zusam­ men, die dem Deut­ schen Tierschutz­ bund angeschlos­ sen sind. Diese stel­ len ihre Schützlinge vor, um die Suche nach einem neuen v.l.:Christopher Waldner, Daniel Medding, Zuhause für sie zu Dennis Kirpensteijn mit Hündin Mandy. vereinfachen.

Rahmen-Hygieneplan für Tierheime

Enge Zusammenarbeit vereinbart Die Tierheimberatung des Deutschen Tierschutzbundes hat auf einem Arbeitstreffen in Marburg mit der Fachgruppe Kleintiere des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte (bpt) einen Rahmen­Hygi­ eneplan erarbeitet. Dieser soll die Umsetzung der Tierheimordnung des Deutschen Tierschutzbundes erleichtern und die Leitlinien für die integrierte tierärztliche Betreuung von Tierheimen des bpt ergänzen. Der Rahmen­Hygieneplan enthält unter anderem Richtlinien zum Hygienemanagement, für Reinigungs­ und Desinfektionsschemata sowie den Umgang mit Medikamenten. Ziel aller Hygienemaßnahmen in einem Tierheim sind der Schutz der Tiere und des Personals vor Infektionen sowie das Wohlbefinden der Tiere. Mit der Erarbeitung des Rahmen­Hygieneplans konnte die Zusammenar­ beit zwischen den beiden Verbänden weiter intensi­ viert werden. Unter www.tierschutzbund.de/ rahmen-hygieneplan und auf der Webseite des bpt ist der Rahmen­Hygiene­ plan einzusehen.

Gib-Pfötchen-Aktion

Großzügige Spende für den Feuerwehrfonds Bei der alljährlichen Aktion „Gib Pfötchen“ des Unternehmens Fressnapf haben die Kunden 2013 in den deutschen Fressnapf-Märkten mehr als eine Viertelmillion Euro gespendet, indem sie Pfötchen-Aufkleber für je einen Euro erworben haben. 204.238,40 Euro davon flossen in den Feuerwehrfonds des Deutschen Tierschutzbundes. Das dringend benötigte Geld wird dort eingesetzt, wo es in den über 500 angeschlossenen Tierheimen sprichwörtlich brennt. Jedes Jahr kann so schnell und unbürokratisch Tausenden notleidenden Tieren geholfen werden. So konnten vom Hochwasser zerstörte Hundezwinger repariert, eine marode Heizung erneuert und die medizinische Betreuung von todkranken Welpen, die illegal eingeschleust wurden, gewährleistet werden. Der Deutsche Tierschutzbund ist auf solche großzügige Spenden angewiesen, damit er auch weiterhin Tierheime unterstützen kann, die plötzlich in Not geraten. Fressnapf will die Aktion Gib Pfötchen auch in diesem Jahr fortsetzen.

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[ KURZ

UND KNAPP]

§ Ende der Zwangsbejagung Bundesjagdgesetz

Satzung aktualisiert

Der Deutsche Tierschutzbund trägt seit 2007 das Spenden­Siegel des Deutschen Zentralinstitutes für Soziale Fragen (DZI). Er hat sich damit zu einer besonderen Transparenz seiner Entscheidungs­ prozesse verpflichtet. Um ver­ schiedenen Vorgaben des DZI zu entsprechen, war eine Aktualisierung der Satzung er­ forderlich geworden. Eine Arbeits­ gemeinschaft des Länderrates hatte daraufhin in Zusammenarbeit mit der Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbundes eine Neuformulierung erarbeitet, die von der Mitgliederver­

8 du und das tier

1/2014

Hundehaltung im Auto verboten

§

Einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes zufolge müssen Grundstückseigentümer die Jagd auf ihrem Gelände nicht uneingeschränkt hinnehmen, sofern sie die Jagd aus Gewissensgründen ablehnen (siehe auch du und das tier 5/2013, Seite 10ff.). Die Bundesregierung war gezwungen, das Bundesjagdgesetz entsprechend zu ändern. Wer die Jagd auf seinem Grundstück verbieten möchte, kann seit Ende letzten Jahres bei der Unteren Jagdbehörde einen entsprechenden Antrag einreichen. Der deutschen Gesetzgebung zufolge dürfen jedoch nur Privatpersonen einen solchen Antrag stellen. Tierschutzvereine, Verbände und Organisationen sind von dieser Regelung ausgeschlossen. Der Deutsche Tierschutzbund hält die Umsetzung des Urteils des Europäischen Gerichtshofes deshalb zwar für unzureichend, er sieht in der Gesetzesanpassung aber dennoch einen wichtigen Schritt zu einer grundsätzlichen Novellierung des nicht mehr zeitgemäßen Bundesjagdrechts.

Intern

Urteil

Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat in seinem gerichtlichen Beschluss vom 18. September 2013 gegen einen Hundehalter festgelegt, dass der angeklagte Mann seinen Hund während seiner Arbeitszeit nicht in seinem Auto halten dürfe. Der Hundehalter arbeitet an vier Tagen wöchentlich jeweils acht Stunden und hatte seinen Weimaraner in dieser Zeit in seinem Auto unter­ gebracht, das in einer Tiefgarage parkte. Laut dem Tierschutzgesetz muss jeder, der ein Tier hält, be­ treut oder zu betreuen hat, dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen er­ nähren, pflegen und verhaltens­ gerecht unterbringen. Ein Auto, ar­ gumentierte das Gericht, sei keine verhaltensgerechte Unterbringung, da es weder hinreichend Auslauf noch Schutz vor Hitze oder Kälte biete. Der Mann gab im Laufe der Verhandlung an, das Tier mehrmals zu beschäftigen und ihm den nötigen Auslauf zu geben. Das Gericht vertrat jedoch die Auffassung, dies sei dennoch grundsätzlich kein ausreichender Ausgleich. Ein Auto sei nur zum Transport, aber nicht zur Unterbringung von Hunden über mehrere Stunden geeignet. Der Hun­ dehalter hatte vor dem Beschluss die Wiederherstellung der aufschie­ benden Wirkung seines Widerspruchs gegen die tierschutzrechtliche Verfügung des Antragstellers herbeiführen wollen – jedoch ohne Erfolg.

sammlung mit einer Zustimmung von 97,5 Prozent – weit mehr als der erforderlichen Zweidrittel­Mehrheit – am 8. Juni verab­ schiedet wurde. Das Aufnahmeverfahren für Mitglieder wurde konkretisiert, und die Details wurden in einer eigenen Auf­ nahmeordnung geregelt. Ordentliche Mitglieder werden künftig sowohl im jeweiligen Landesverband als auch im Dachverband Mitglied sein. Neu instal­ liert wurden ein besonderes Aufsichts­ gremium, das die Entscheidungen des Präsidiums überwacht, und ein Ombudsmann. Dieser hat die Aufgabe, als externe Vertrauensstelle Hinweise und begründete Beschwerden von Mitarbeitern, Mitgliedern oder dem Deutschen Tierschutzbund verbundenen Projektpartnern auf schädigende oder unredliche Verhaltensweisen aufzuneh­

men und zu verfolgen, ohne dass sich diese Beschwerden nachteilig auf die Hin­ weisgeber auswirken. Die nähere Ausge­ staltung der Arbeit der neu geschaffenen Gremien regeln Geschäftsordnungen. Die aktuelle Satzung wurde Anfang Septem­ ber im Vereinsregister eingetragen.

MEHR I N FO

Die aktuelle Satzung steht auf der Website zum Download bereit:

www.tierschutzbund.de/selbstdarstellung

Interessenten, die keinen Zugang zum Internet haben, können sie in der Bundesgeschäftsstelle anfordern: Deutscher Tierschutzbund e.V. Baumschulallee 15 53115 Bonn Tel.: 0228-604060 | Fax: 0228-6049640 E-Mail: bg@tierschutzbund.de


Auf nach BERLIN KONTAKT Deutscher Tierschutzbund e. V. Baumschulallee 15 53115 Bonn Telefon 0228-60496-0, Telefax 0228-60496-40 www.tierschutzbund.de/kontakt Service-Hotline, Bundesgeschäftsstelle Telefon: 0228-60496-0

Internationaler Tag des Versuchstieres

Demo in Berlin

Am 24. April steht er wieder vor der Tür – der Internationale Tag des Versuchstieres. Der Deutsche Tierschutzbund ruft anlässlich des Gedenktages gemeinsam mit dem Bündnis Tierschutzpolitik Berlin zu einer Demonstration gegen Tierversuche auf. In diesem Jahr beteiligt sich außerdem der Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) an der Demonstration. Diese startet am Samstag, 26. April, um 11.00 Uhr am Pariser Platz in Berlin und führt die Demonstranten bis zum Alexanderplatz. Tausende Tierfreunde hatten sich bereits letztes Jahr an der Demo in Berlin betei­ ligt, um auf das überflüssige Sterben von Versuchstieren aufmerksam zu machen. Obwohl es längst Alternativmethoden gibt, leiden und verenden immer noch Millionen Tiere in Labors. Der Internationale Tag des Versuchstieres entstand am 24. April 1962. Er geht auf die Initiative von Lady Dowding zurück, die in einer britischen Tierschutzbewegung aktiv war. Sie engagierte sich besonders gegen Tierversuche in der Kosmetik. Wer sich an der Demonstration in Berlin beteiligen möchte, findet nähere Informationen unter www.tierschutzbund.de/tag-des-versuchstiers.

TERMINE

Deutsches Haustierregister ® und Deutsches Tierdiebstahlregister Rund um die Uhr: Telefon: 0228-60496-35 Spenden-Hotline: Telefon: 09001-226688 (nur aus dem deutschen Festnetz). Sie spenden € 5,00

Internet

www.tierschutzbund.de Hier finden Sie tagesaktuelle Meldungen, Hintergrundinformationen und Aktionsmöglichkeiten. Für Kinder und Jugendliche gibt es die Seiten www.tierschutzkids.de und www.jugendtierschutz.de

Social Web

Evangelische Akademie Bad Boll Tierschutz und Nachhaltigkeit 21. bis 23. März 2014 Global denken – mit dem einzelnen Lebewesen mitfühlen. Beides schließt sich nicht aus, sondern bedingt sich zunehmend. Der Tierschutz nimmt verstärkt nicht nur die Auswüchse der Massentierhaltung in den Blick, sondern auch die Kalorienverschwendung durch üppige Fleischnahrung und die Abholzung der Regenwälder. Auf der Tagung soll der Verflochtenheit von Tierschutz und dem Konzept der Nachhaltigkeit nachgegangen werden. Wie lässt sich Nachhaltigkeit sinnvoll definieren? Welche Faktoren könnten mit dazu beitragen, dass wir uns ihr annähern? Welche Rolle spielt dabei der Tierschutz in all seinen Formen? Welche Strategien gilt es zu entwickeln, sowohl im Interesse des Tierschutzes als auch der Nachhaltigkeit? Unter den Referenten und Mitwirkenden ist unter anderem auch Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Beginn: 21. März 2014, 14.30 Uhr Tagungsort: Evangelische Akademie Bad Boll Akademieweg 11 73087 Bad Boll Telefon: 0 7164-79-0 Telefax: 0 7164-79-440 Anmeldung: (Tagungsnummer 52 03 14 ) Evangelische Akademie Bad Boll Sekretariat: Gabriele Barnhill Telefon: 0 7164-79-233 Telefax: 0 7164-79-5233 Gabriele.barnhill@ev-akademie-boll.de oder www.tierschutzbund.de/bad-boll-2014.html Tagungskosten: € 80,00 Tagungsgebühr € 150,60 Zweibettzimmer/Dusche/WC € 176,60 Einzelzimmer/Dusche/WC € 63,00 Verpflegung ohne Frühstück, ohne Unterkunft Ermäßigungen auf Anfrage möglich

Folgen Sie uns – bei www.facebook.com/tierschutzbund www.twitter.com/tierschutz_bund www.youtube.com/tierschutzbundTV

Online spenden

www.tierschutzbund-spenden.de

Tierschutz-Podcast Wer immer gut informiert sein möchte, hat die Möglichkeit, die Tierschutznachrichten zu abonnieren: www.tierschutzbund.de/ podcast

Kostenloser Service Melden Sie Ihr Haustier online im Deutschen Haustierregister® an: www.registrier-dein-tier.de

Spendenkonto des Deutschen Tierschutzbundes Sparkasse Köln Bonn BLZ 370 501 98, Konto-Nr.: 40 444 IBAN: DE 88 37050198 0000040444, BIC: COLS DE 33 Spenden sind steuerlich absetzbar.

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F OTO S : PA N T H E R S TO C K . C O M / M . W I S N I E W S K A / E . I S S E L E E , T H I N K S TO C K / P H B C Z / F. M A D E I R A / K . P E T KOV, I M AG O, D E U T S C H E R T I E R S C H U T Z BU N D ( 2 ) , T I E R H E I M H E L D E N . D E

Hotlines


[ T I T E LT H E M A ] Das EU-Parlamentsgebäude in Straßburg. Welche Abgeordneten hier tagen werden, bestimmen die Bürger.

Europa vor der Wahl

Die Tierschutz-Kompetenz des Parlaments stärken Wenn Europas Bürger im Mai das neue Europäische Parlament (EP) wählen, geht es auch um Tierschutz. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung und im Bereich der Tierversuche spielt Europa eine immer größere Rolle und das EU-Parlament hat weitreichende Kompetenzen. Erstmals können die Bürger 2014 auch mitbestimmen, wer Präsident oder Präsidentin der EU-Kommission wird. Umso wichtiger, dass Parlamentarier gewählt werden, denen der Tierschutz am Herzen liegt. 10 du und das tier

1/2014


A

m 25. Mai ist Europawahl und Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle. Deutsche Abgeordnete besetzen 96 von 751 Sitzen im Europäischen Parlament. Mit dem Vertrag von Lissabon, der am 01.12.2009 in Kraft trat, wurden die Rechte und Möglichkeiten des EU-Parlamentes zudem erheblich gestärkt. Das EU-Parlament ist inzwischen an jedem Vorschlag zur europäischen Gesetzgebung beteiligt. Es kann selbst Vorschläge für Rechtsakte machen und Vorschläge der Kommission und des Rates ändern oder sie gar komplett zurückweisen. Im Anschluss an die Europawahl 2014 wird das Europäische Parlament erstmals auch die Präsidentin oder den Präsi-

denten der Europäischen Kommission wählen. Der Rat der Europäischen Union wird dem Parlament unter Berücksichtigung des Wahlergebnisses eine Kandidatin oder einen Kandidaten für dieses Amt vorschlagen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Europäischen Union können die Bürger der EU damit auch mitbestimmen, wer die neue Kommissionspräsidentin oder der neue Kommissionspräsident wird. Die Abgeordneten des Europäischen Parlamentes haben vielfältige Möglichkeiten, in den Prozess der EUGesetzgebung einzugreifen und sich für den Schutz der Tiere zu engagieren. Indem sie schriftliche Anfragen oder Fragen zur mündlichen Beantwortung an die EU-Kommission richten, können sie Auskünfte verlangen und Sachverhalte nach ihrem politischen Inhalt erfragen. Diejenigen Abgeordneten, die sich mit Tierschutzthemen beschäftigen, sind im Europäischen Parlament fraktionsübergreifend in der „Intergroup on the Welfare and Conservation of Animals“ organisiert. Dieses Gremium veranstaltet regelmäßig Treffen zu unterschiedlichen Themengebieten des Tierschutzes. Um die Sichtweise der europäischen Tierschützer zu erfragen, lädt es dazu häufig auch Vertreter der europäischen TierschutzDachorganisation „Eurogroup for Animals“ ein, der auch der Deutsche Tierschutzbund angehört. Parlamentarische Initiativen können EP-Abgeordnete ebenfalls eigenständig anregen und sie können selbst Vorschläge für Regelungen entwerfen. Da im Europäischen Parlament keine klassische Regierungsmehrheit einer Opposition gegenübersteht, haben sie je nach Thema die Möglichkeit, unterschiedliche Mehrheiten zu rekrutieren, die keinem parlamentarischen Mehrheits-Zwang unterworfen sind. Ein an Tierschutzthemen interessiertes EU-Parlament könnte mit Hinweis auf Artikel 13 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV, s. Kasten S. 12) beispielsweise die Erarbeitung eines übergeordneten europäischen Tierschutzrechts vorantreiben wie es in der Tier-

schutzstrategie der EU-Kommission ursprünglich auch vorgesehen war. Ein Ziel könnte dabei sein, die massenhaft stattfindenden Tötungen von Straßenhunden und –katzen endlich gesetzlich zu unterbinden und den Weg für tierschutzgerechte und nachhaltige Lösungen zu ebnen.

Tierversuche stoppen Obwohl Tierversuche für Kosmetika und kosmetische Inhaltsstoffe seit dem Frühjahr 2013 verboten sind (auch die Einfuhr von an Tieren getesteten Kosmetika und Inhaltsstoffen in die EU fällt unter dieses Verbot) und die Tierversuchs-Richtlinie (Richtlinie 2010/63/EU) inzwischen in einem Großteil der Mitgliedsstaaten umgesetzt wurde, ist das Thema Tierversuche immer noch aktuell. Viele EU-Gesetze, beispielsweise das großangelegte Prüfprogramm der EU-Chemikalienverordnung REACH, schreiben EU-Gesetzgebung

Leitplanken setzen für den Tierschutz

Obwohl sich die Europäische Union (EU) in Artikel 13 des Vertrages von Lissabon zum Tierschutz bekennt, werden Tiere auf europäischer Ebene nicht um ihrer selbst willen geschützt. Tierschutzanliegen kommen in der EU bisher nur dann zur Sprache, wenn sie wirtschaftliche Anliegen der Mitgliedsstaaten berühren und unterschiedliche Standards einander angeglichen werden sollen. Ein Beispiel dafür ist die Tierversuchsrichtlinie. Sie legt Mindestanforderungen für den Umgang mit Tieren fest, damit Forscher und Wirtschaftsunternehmen in den Mitgliedsstaaten unter einheitlichen Bedingungen arbeiten. Wie alle EU-Richtlinien musste sie von den Mitgliedsstaaten innerhalb einer vereinbarten Frist (in diesem Fall bis Ende 2013) in nationales Recht umgesetzt werden (s. auch S. 34). Im Gegensatz dazu sind EU-Verordnungen – wie die EU-Tiertransportverordnung – in allen Mitgliedsstaaten zugleich rechtsverbindlich sobald sie in Kraft getreten sind. Die aktuell gültigen gesetzlichen EU-Bestimmungen, die den Tierschutz betreffen, sind im Internet auf den Seiten der EU-Kommission einzusehen: http://ec.europa.eu/food/animal/welfare/references_de.htm

du und das tier  1/2014  11


[ T I T E LT H E M A ] nach wie vor Tierversuche zur Überprüfung möglicher Risiken für Verbraucher und Umwelt vor. Auch in den EU-Forschungsrahmenprogrammen werden immer noch Tierversuchsprojekte gefördert, auch solche an Primaten. Das führt dazu, dass jedes Jahr mehr als elf Millionen Tiere „verbraucht“ werden (s. Kasten S. 11). Ebenso wie in Deutschland ist die Förderung der Entwicklung tierfreier Methoden in der EU noch weit unterrepräsentiert. Die Gelder für diesen Forschungsbereich müssten erheblich aufgestockt werden. Vor allem fehlt es aber an einer Strategie, mit der das in der EU-Tierversuchsrichtlinie bereits festgeschriebene langfristige Ziel, Tierversuche abzuschaffen, erreicht werden könnte. Niemand hat bisher konkrete Maßnahmen in die Wege geleitet - beispielsweise einen Stufenplan mit zeitlichen Vorgaben, bis zu welchem Datum und um welchen Faktor, Tierversuche reduziert werden sollen. Mit dem Tierversuchsverbot für Kosmetik hat die EU bereits gezeigt, dass für Verbrauchersicherheit keine TierAEUV

Vertrag über die Arbeitsweise der EU

Für den Tierschutz ist der Artikel 13 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) ausschlaggebend: Artikel 13 „Bei der Festlegung und Durchführung der Politik der Union in den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei, Verkehr, Binnenmarkt, Forschung, technologische Entwicklung und Raumfahrt tragen die Union und die Mitgliedstaaten den Erfordernissen des Wohlergehens der Tiere als fühlende Wesen in vollem Umfang Rechnung; sie berücksichtigen hierbei die Rechts- und Verwaltungsvorschriften und die Gepflogenheiten der Mitgliedstaaten insbesondere in Bezug auf religiöse Riten, kulturelle Traditionen und das regionale Erbe.“ Quelle: www.aeuv.de Der Vertrag von Lissabon trat am 01.12.2009 in Kraft. Er ist einzusehen unter: www.europa.eu (Deutsche Version: Verträge)

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versuche notwendig sind. Die Union nimmt dadurch eine Vorreiterrolle sowohl im politischen Bereich als auch bei der Entwicklung von tierversuchsfreien Methoden ein. Die von der EU gesendeten Signale werden weltweit gehört. Eine Reihe von Ländern hat bereits Tierversuche für Kosmetika verboten oder arbeitet an der Umsetzung eines Verbots, wie zuletzt Israel und Indien (s. S. 6). Nur wenn in allen relevanten Bereichen der EU-Politik dafür gesorgt wird, dass Tierversuche durch moderne, tierversuchsfreie Forschungs- und Prüfmethoden ersetzt werden, kann ein Meilensteil erreicht werden, der Verbrauchern und Tieren in gleichem Maße zugute käme: ein tierversuchsfreies Europa.

Tierschutz-Kennzeichnung einführen Lebensmittelskandale, wie der Skandal um Pferdefleisch in der Fertig-Lasagne haben das Parlament und die Kommission aufgeweckt und dazu veranlasst, bis zum Jahr 2015 eine Herkunftskennzeichnung für frisches Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch umzusetzen. Für Rindfleisch ist eine entsprechende Herkunftskennzeichnung bereits seit der BSE-Krise verpflichtend. Darüber hinaus werden nun auch Optionen für eine Ursprungskennzeichnung für verarbeitetes Fleisch geprüft. Immer wieder wird auch gefordert, dass Fleisch und Fleischprodukte nach der Haltungsform der Tiere gekennzeichnet werden sollten. Die Lobbyanstrengungen der Lebensmittelindustrie, eine solche Kennzeichnung zu verhindern, sind jedoch sehr stark. Es gibt allerdings bereits einzelne Parlamentarier, die sich hier im Sinne einer bewussten und transparenten Kaufentscheidung dafür aussprechen, frisches Fleisch und verarbeitete Erzeugnissen auch entsprechend der Haltungsform zu kennzeichnen. Der Deutsche Tierschutzbund fordert eine TierschutzKennzeichnung für ganz Europa.

Mehr Schutz für Heimtiere Durch die Einführung des EU-Heimtierpasses wollte die EU sicherstellen, dass nur gesunde Hunde, Katzen und


Ganz legal dürfen Zierfische zu Millionen in EUStaaten eingeführt werden. (o.l.), Der Import von Wildtieren ist ein großes Tierschutzprobelm (m.l.). Die Zahl der Tierversuche unvermindert hoch (o.r.).

Gegen die Einführung des Klonens hat das EP sich bisher zur Wehr gesetzt (m.r.). Für die Haltung von Puten, Rindern und Kaninchen in der Landwirtschaft gibt es keine EU-Bestimmungen (u.) .

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[ T I T E LT H E M A ] TTIP

Bedrohung Freihandelsabkommen

Wichtig für den Tierschutz auf europäischer Ebene sind auch die laufenden Verhandlungen über die transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft, TTIP (siehe auch du und das tier 5/2013). Ziel dieser Verhandlungen, die offiziell seit Juli 2013 laufen, „ist die Beseitigung von Handelshemmnissen in einem breiten Spektrum von Branchen und damit die Erleichterung des Kaufs und Verkaufs von Waren und Dienstleistungen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten“. Dazu sollen Zölle abgebaut und technische Regelwerke, Normen und Zulassungsverfahren einander angeglichen werden. Die große Gefahr für den Tier- und Verbraucherschutz liegt einerseits darin, dass der Markt für Produkte geöffnet wird, die in Europa niemand haben will, beispielsweise für hormonbehandeltes Fleisch. Andererseits droht ein Tierschutzdumping, das vor allem auch über verarbeitete Produkte ausgetragen werden könnte: Mit dem Hinweis, dass in Übersee billiger produziert werden kann, weil es dort nicht so viele Tierschutzbestimmungen gibt, könnte an europäischen Tierschutzstandards gerüttelt werden. Was genau beide Seiten zurzeit miteinander aushandeln, weiß indes niemand. Die Beratungen sind streng vertraulich und konkrete Vertragsinhalte werden nicht veröffentlicht. Die Öffentlichkeit, die Verbände und auch die meisten Politiker können nur spekulieren. Die neu zu wählenden Europaabgeordneten werden die Möglichkeit haben, endlich die Veröffentlichung aller relevanten Verhandlungspapiere zu fordern.

Frettchen über die Grenzen hinweg mitgenommen werden. Vor allem sollte der illegale Handel mit Hundewelpen verhindert werden. Bisher trifft die Maßnahmen jedoch lediglich Tierhalter, die mit ihren Schützlingen selbst die Grenze überqueren. Um den Handel mit kranken und viel zu jungen Hundewelpen endlich massiv einzuschränken, müsste ein europaweit geltendes Heimtiergesetz erlassen werden, das einheitliche Regelungen zur Zucht und zum Handel enthält. Zudem ist ein Kennzeichnungs- und Registrierungsprogramm für Heim-

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Der Heimtierausweis greift nicht beim Welpenschmuggel.

tiere erforderlich, das die Rückverfolgbarkeit zum Züchter oder Halter ermöglichen würde.

Wildtierimporte stoppen Auch der Handel mit Wildtieren, vor allem deren Import von Wildfängen, ist mit vielerlei Tierschutzproblemen behaftet und beschäftigt die europäischen Behörden immer wieder. Die EU ist weltweit größter Zierfischimporteur, bei lebenden Reptilien nimmt sie den zweiten Platz ein. Über zwei Millionen Reptilien werden jährlich eingeführt, darunter ein steigender Anteil artgeschützter Tiere und zahlreiche Wildfänge. Der Import von Wildtieren sollte aus Sicht des Tierschutzes generell auf Ausnahmen beschränkt bleiben. Die aktuellen Regelungen auf europäischer Ebene sind zu schwach und müssen dringend im Sinne eines präventiven Tier- und Artenschutzes verbessert werden. Darüber hinaus sollten sich die Europaparlamentarier auch den dringenden Anliegen des Tierschutzes im Bereich der Landwirtschaft annehmen.

Mehr Tierschutz in der Landwirtschaft Neben allgemeingültigen Bestimmungen für alle landwirtschaftlich gehaltenen Tiere (nach der Richtlinie 98/58), die zwar grundsätzliche Vorgaben für die Haltung formulieren, aber nicht weit genug gehen, existieren nur wenige konkrete Mindestvorgaben für die Haltung einzelner Tierarten (für Kälber, Legehennen, Masthühner

und Schweine). Für Puten, Gänse, Enten, Milch- und Mastrinder sowie für Kaninchen existieren nur Empfehlungen des Europarates mit Bestimmungen, die unkonkret und vage bleiben. Zum Klonen von Tieren für die Lebensmittelerzeugung hat die EU-Kommission unlängst neue Regelungsvorschläge präsentier t. Demnach soll in der EU das Klonen von Rindern oder Schweinen in der Landwirtschaft zwar vorläufig noch verboten bleiben. Mit Samen amerikanischer Klonbullen aber dürfte auch in Europa gezüchtet werden. Auch die Vermarktung von tierischen Produkten aus der Klontierzucht - von den Nachkommen geklonter Tiere - soll offen bleiben. Gegen diese schleichende Einführung des Klonens hat sich das Europaparlament in den vergangen Jahren erfolgreich zur Wehr gesetzt. Dabei sollte es aus Sicht des Tierschutzes auch nach den Europawahlen bleiben! Vor den neuen EU-Abgeordneten liegt viel Arbeit. Umso wichtiger, dass im Mai Parlamentarier gewählt werden, denen der Tierschutz wirklich am Herzen liegt. DR. HEIDRUN BETZ

MEHR I N FO Aktuelle Informationen zum Tierschutz in Europa sind im Internet zu finden: www.tierschutzbund.de/europa Die Eurogroup for Animals, Dachorganisation des europäischen Tierschutzes, der der Deutsche Tierschutzbund angehört, hat unter www.voteforanimals.eu eine Kampagne zur Europawahl gestartet.


Meine Katze, meine Leidenschaft,

Straßenhunde leben in vielen EU-Staaten.

Unrühmliche Spitzenposition Die Bundesregierung spricht seit Jahren davon, sie wolle die Anzahl der Tierversuche reduzieren. Doch in der Tierversuchsstatistik der EU ist Deutschland zwischenzeitlich von Platz drei auf Platz zwei vorgerückt. Ende 2013 hat die EU-Kommission ihre neue Tierversuchs-Statistik veröffentlicht. 2011 wurden demnach innerhalb der EU elfeinhalb Millionen Tiere in Versuchen verwendet. Im Vergleich zur letzten Zählung von 2008 liegt diese Gesamtzahl um eine halbe Million Tiere niedriger. Doch diese Erhebung ist „ein Trauerspiel“, wie der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder umgehend kommentierte: „Von den rund drei Millionen Tieren, die 2011 in Deutschland offiziell in Tierversuchen verbraucht wurden, werden in der EU-Statistik aufgrund der unvollständigen Erhebung lediglich zwei Drittel erfasst. Bedenkt man, dass wir über die Gesamtergebnisse aus 27 Ländern (bis einschließlich 2011) sprechen, ist das einfach nur erschreckend”. Beschämend für den Wissenschaftsstandort Deutschland sei es zudem, dass von allen EU-Ländern nur noch in Frankreich mehr Tiere verwendet werden als hierzulande. „Von einer Entwicklung hin zu modernen tierversuchsfreien Ersatzmethoden ist – trotz vieler Versprechen aus der Politik – nach wie vor nichts zu spüren”, so Schröder. Wie in Deutschland, so steigt auch in der EU im Bereich der Grundlagenforschung die Anzahl der verwendeten Tiere drastisch an. 2008 wurden 38 Prozent der Tiere in der Grundlagenforschung eingesetzt. 2011 waren es 46 Prozent, die für den reinen Erkenntnisgewinn, meist ohne erkennbaren Nutzen für den Menschen verwendet wurden. Die erschreckende Entwicklung ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass Forscher immer öfter ungehemmt das Erbgut von Tieren für Versuchszwecke verändern, um sie künstlich krank zu machen. 1996 bereits hatte der Deutsche Tierschutzbund einen umfassenden Bericht verfasst und die lückenhafte Erhebung der EU-Statistik kritisiert. Etliche Kritikpunkte wurden in den neuen Vorlagen, die in Zukunft für die statistische Erfassung verwendet werden müssen, aufgegriffen. Doch obwohl die Zahlen daraufhin in den nächsten Jahren drastisch höher liegen sollten, werden auch zukünftig noch viele Tiere verschwiegen. Auf Vorrat gezüchtete Tiere, die dann doch nicht im Versuch eingesetzt wurden, werden beispielsweise nicht erfasst. Eine Kritik, die auch auf die deutsche Tierversuchsstatistik zutrifft.

FOTOS: GETTY IMAGES/STOCK4B(1)/VETTA(1), THINKSTOCK/GETTY/ISTOCK(2), DREAMSTIME/ETHANTREMBLAY(1), ANIMALS-DIGITAL.DE(1), DPA/PICTURE ALLIANCE(4), IMAGO(2)

EU-Tierversuchsstatistik

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[ SERIE]

Tierschutz im Ausland

Sommer, Sonne und hilflose Tiere Viele Mitgliedsvereine des Deutschen Tierschutzbundes engagieren sich auch außerhalb Deutschlands für in Not geratene Tiere – direkt vor Ort oder indem sie Tierschützer, die im Ausland aktiv sind, unterstützen. Einige dieser Initiativen stellt der Deutsche Tierschutzbund in den folgenden Ausgaben von du und das tier vor.

W

er seinen Urlaub an italienischen oder spanischen Stränden, auf den Balearen, den Kanarischen Inseln, im Osten Europas oder in der Türkei verbringt, macht meist kurz nach der Ankunft schon Bekanntschaft mit den vierbeinigen Bewohnern seines Urlaubsparadieses, die ihr Leben auf der Straße verbringen müssen. Während die Touristen es sich in der Grünanlage des Hotels oder am Pool gutgehen lassen, sie das Hinterland erkunden oder ihre schönsten Wochen des Jahres am Strand genießen, haben unzählige Straßenhunde und -katzen ein hartes Dasein. Mühsam ernähren sie sich von dem, was sie in Mülltonnen finden oder was tierliebe Menschen ihnen zustecken. Reisen die Urlaubsgäste wieder ab, wird das Leben für die Tiere häufig noch härter. Junge Katzen, die nicht innerhalb ihrer ersten sieben Lebenswochen Kontakt zu Menschen hatten, können sich nicht mehr an deren Gesellschaft gewöhnen. Auch in Deutschland gibt es allerorts Populationen frei lebender Katzen, die auf menschliche Hilfe mit-

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tels Futter und medizinischer Betreuung angewiesen sind, aber auf keinen Fall im Haus gehalten werden können. Jeder Tierschutzverein kann ein Lied davon singen. Straßenkatzen sind scheu. Jungtiere bekommen die Tierschützer oft erst zu sehen, wenn sie schon älter und selbständig sind. Auch hierzulande ist es notwendig, frei lebende Katzenpopulationen zu betreuen. Doch Hunde, die auf der Straße leben, sind deutsche Urlauber von zuhause her nicht gewöhnt. An vielen Orten innerhalb und außerhalb Europas werden frei lebende Tiere von den Kommunen nach wie vor eingefangen und getötet - sofern sie nicht innerhalb einer gewissen Frist von ihren Besitzern abgeholt oder von tierlieben Menschen adoptiert werden. Die Maßnahme ist grausam, wird vielfach kritisiert und sie ist nicht einmal dazu geeignet, das Problem der ständig anwachsenden Straßentierpopulationen zu lösen. Der Deutsche Tierschutzbund und seine Mitgliedsvereine propagieren seit Jahren das Konzept „Einfangen,

Kastrieren, Freilassen“. Sie organisieren Kastrationsaktionen, suchen dafür die Unterstützung der örtlichen Behörden – wie der Deutsche Tierschutzbund sie beispielsweise in Odessa und Kiew erhält. Sie informieren die Bürger vor Ort, wie frei lebenden Tieren am besten zu helfen ist, und bieten Schulen pädagogische Unterstützung an. Wie wichtig es ist, auch privat gehaltene Tiere zu kastrieren, die vielerorts allein herumspazieren dürfen, betonen sie immer wieder. In Italien ist es verboten, frei lebende Tiere zu töten. Die Tierheime sind Um private Kettenhunde in Polen kümmert sich Pro Animale.


Ganz links oben: Durch regelmäßige Kastrationsaktionen konnte die Lega pro Animale in vielen italienischen Kommunen die Zahl der Straßentiere reduzieren. Die Tierhilfe Mallorca kümmert sich unter anderem um frei lebende Katzen (o. l), Pro Animale auch um Straßentiere in der Türkei (o. m. und o.r.).

In großzügigen Zwingern mit wetterfester Hütte werden sie betreut.

Seit 1985 engagiert der Verein sich satzungsgemäß über die Landesgrenzen hinaus („Tierelend kennt keine Landesgrenzen“), um Straßentiere wie Hunde, Katzen, Pferde und Esel oder auch andere Tiere wie Rinder, Ziegen, Schafe oder Schweine aus jedweder ausweglosen Situation zu retten. Schwerpunkt ist die Tierschutzarbeit vor Ort in den jeweiligen Ländern - Polen, Türkei, Spanien, Irland, Italien, Rumänien, Russland - die Errichtung von Tierherbergen und der Unterhalt einer Kastrationsklinik in Polen sowie einer Kastrations- und Unfallklinik in der Türkei. Seit 1996 leitet Pro Animale zudem voll verantwortlich ein Projekt für ehemalige Kettenhunde in Nord-Polen, in dem die Organisation Refugien wie Zwingeranlagen mit doppelwandig isolierter Hundehütte einrichtet. Eine kontinuierliche Betreuung dieser Hunde auf dem Anwesen der Hundebesitzer gehört ebenfalls zu dem Projekt. Im Januar 2014 betreute der Verein 360 Refugien mit 470 Hunden. In europaweit 33 vereinseigenen Herbergen oder Pensionsstellen stehen täglich mehr als 3.000 Tiere unter dem Schutz von Pro Animale. Seit 1987 arbeitet Helga Knies mit dem Verein Tierhilfe Mallorca auf der spanischen Baleareninsel. Schwerpunkt ist die Kastration freilebender Katzen und das Befreien von Hunden aus Tötungsstationen. Oft lassen Ausländer, die zeitweilig auf der Insel gelebt haben, Tiere zurück, wenn sie ins Heimatland zurückziehen. Diese Tiere nimmt das Tierheim Andratx ebenfalls auf. Das Notruftelefon wurde nicht nur für rat- und hilfesuchende Inselbewohner eingerichtet, sondern vor

allem für Urlauber, die verletzte oder lebensunfähige Tiere finden. Die Tierhilfe Mallorca unterstützt die Kastration privat gehaltener Hunde und Katzen, indem sie kostenlose Kastrationsgutscheine an die Tierhalter vergibt. Viel Leid und Elend wird durch diese Aktionen verhindert. DR. HEIDRUN BETZ AKT I V WER DE N Aktuelle Informationen zur Situation der Straßentiere und die Adressen aller Auslandsvereine im Deutschen Tierschutzbund finden Sie im Internet: www.tierschutzbund.de/strassentiere-ausland. Wer die Arbeit der im Artikel genannten Vereine unterstützen möchte, erhält nähere Informationen bei folgenden Adressen: Lega Pro Animale Dorothea Friz Via Mario Tommaso 81030 Castelvolturno (CE) Italien Tel.: und Fax: 0039 (0)823 / 85 95 52 www.lega-pro-animale.de PRO ANIMALE für Tiere in Not Johanna Wothke Im 1. Wehr 1 97424 Schweinfurt Tel.: 09721 / 60 84 06 | Fax: 09721 / 60 84 07 www.pro-animale.de Tierhilfe Mallorca e.V. Fundacion Arche Noah Helga Knies Calle Pedro Seriol No.22 07150 Son Curt / Andratx Mallorca Handy: 0034 (0)659 / 569077 www.tierhilfe-mallorca.de

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FOTOS: THINKSTOCK/GETTY/ISTOCK(1), LEGA PRO ANIMALE(1), TIERHILFE MALLORCA(1), PRO ANIMALE(4)

übervoll. Die Vermittlung von Hunden und Katzen gestaltet sich schwierig. Viele Welpen sterben, wenn die hygienischen Verhältnisse schlecht sind. „Es werden einfach zu viele geboren“, erklärt Dorothea Friz. Die deutsche Tierärztin lebt seit einem Vierteljahrhundert in der Nähe von Neapel. Mit dem Team ihrer 1984 gegründeten Lega pro Animale führt sie regelmäßig Kastrationsaktionen durch. In jüngster Zeit kastriert sie zunehmend privat gehaltene Tiere, denn auch sie sorgen immer wieder für Nachkommen bei den Straßentieren. 4.769 Tiere – 895 Hunde (darunter 95 Straßenhunde) und 3.874 Katzen - hat die Lega pro Animale im Jahr 2013 allein kastriert. Dorothea Friz dokumentiert die Auswirkungen ihrer Maßnahme. Sie konnte schon so manche Behörde vom Erfolg der Kastrationsaktionen und des Konzepts „Einfangen, Kastrieren, Freilassen“ überzeugen. Die Situation der Straßentiere in Italien kennt auch Johanna Wothke, 1. Vorsitzende und Gründerin des Vereins Pro Animale für Tiere in Not, sehr gut.


[ PROJEKTE]

Ehrenpräsident Wolfgang Apel beobachtet wie Dr. Znamerovsky die Katze einer alten Dame im Tierschutzzentrum Odessa untersucht.

Viele frei lebende Katzen konnten bereits kastriert werden, doch das Katzenhaus in Odessa ist voll.

Arbeitsbesuch in Odessa und Kiew

Katzen leiden leise Die politische Situation in der Ukraine ist angespannt – dennoch fand ein Arbeitsbesuch des Deutschen Tierschutzbundes wie geplant im November 2013 in Kiew und Odessa statt. Vor Ort überzeugte sich eine Delegation des Deutschen Tierschutzbundes vom Sachstand der Projekte, die eine Verringerung der Straßenhunde und -katzen zum Ziel haben.

D

ie Bilanz von 2.900 kastrierten Straßenhunden und 1.094 Katzen in Odessa im Jahr 2013 kann sich sehen lassen. Auch in Kiew sind seit 2012 bis dato mit über 5.000 kastrierten Straßenhunden enorme Fortschritte zu erkennen. Möglich gemacht haben dies zwei Projekte: das Tierschutzzentrum in Odessa und das Engagement des Deutschen Tierschutzbundes in drei städtischen Tierkliniken von Kiew. Während des Besuchs des Ehrenpräsidenten Wolfgang Apel, des Projektleiters Gerd Fischer und der Referentin Verena Mißler im November 2013 konnten allein 55 Hunde kastriert werden. „Es ist wichtig, die Menschen mitzunehmen und behutsam aufzuklären. Bis zum Jahr

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2000 waren solche Ansätze noch gar nicht zu erwarten“, zieht Gerd Fischer Bilanz.

Das Katzenhaus ist überfüllt Der Arbeitsbesuch begann mit einem Treffen mit Vladimir Sosinov, Leiter der ökologischen Verwaltung, der zurzeit auch als Oberbürgermeister von Odessa fungiert, in seinem Dienstsitz in Odessa. Hier wurde über den Projektstand und über die noch zu leistende Arbeit gesprochen. Die besorgniserregende Situation der in Odessa wild lebenden und sich stetig vermehrenden Katzen war auch Gesprächsthema. „Das derzeitige Katzenhaus in Odessa ist überfüllt. Es ist dringend nötig, das Geld für ein zweites Katzenhaus

zusammenzubekommen“, zieht Gerd Fischer Resümee. Derzeit kann das Zentrum nur 100 Katzen aufnehmen. Die Arbeit der Tierärzte und Angestellten im Tierschutzzentrum Odessa hat sich jedoch herumgesprochen – zum Glück. So bringen immer mehr tierliebe Bewohner frei lebende Katzen in das Zentrum. „Katzen leiden leise und verschwinden auch mal in Mülltonnen. Diese Tiere sind teilweise noch schlechter dran als Straßenhunde und von ihnen gibt es immer noch viel zu viele“, so Wolfgang Apel. Das Tierschutzzentrum Odessa ist dringend auf Spendengelder angewiesen, um das Katzenhaus tatsächlich realisieren zu können. Das Gelände des Tierschutzzentrums umfasst


63.000 Quadratmeter. 14 Hundehäuser mit insgesamt 90 Innen- und Außenzwingern, vier Hundeund Katzen-Quarantänehäuser sowie das Katzenhaus mit vier Stuben und Ausläufen finden auf dem weitläufigen Gelände Platz. Jüngst konnte das Zentrum – Spendengeldern sei Dank – alle 18 Hundehäuser samt Quarantänezwinger sanieren lassen. Die Renovierungen hatte der harte Winter im Jahr 2012/13 nötig gemacht, da die tiefen Temperaturen Böden und Zwinger türen stark beschädigt hatten und die Tiere unnötigen Verletzungsgefahren ausgesetzt waren. Auch die in Mitleidenschaft gezogenen Versorgungseinrichtungen profitierten von den Sanierungsmaßnahmen. Die Fassade der Tierklinik erhielt ebenso einen dringend notwendigen Farbanstrich. In diesem Winter scheinen die Wetter verhältnisse güns tiger. „Der bisherige milde Winter hat eine kontinuierliche Umsetzung des Kastrationsprogrammes begünstigt“, so Gerd Fischer. Ein weiterer Höhepunkt des Besuches in Odessa war ein Interview des ukrainischen

Fernsehsenders Grad Odessa mit dem Ehrenpräsidenten. In dem 20-minütigen Interview erläuterte Wolfgang Apel unter anderem den derzeitigen Stand des Kastrationsprogramms. Er machte auch deutlich, dass eine Unterstützung vonseiten der ukrainischen Bevölkerung nach wie vor wichtig sei. „Es darf aber nicht zur Selbstjustiz gegriffen werden, indem zum Beispiel Tiere vergiftet werden. Im Interview habe ich noch mal aufgezeigt, wie man damit umgehen sollte“, berichtete Wolfgang Apel. Außerdem seien Fragen rund ums das Tier geklär t worden. Der Ehrenpräsident ist stolz darauf, dass in Odessa bereits eine Menge geschafft wurde: „Wir haben die Anzahl der Straßenhunde von 70.000 auf 20.000 in den letzten 13 Jahren unserer Arbeit vor Ort reduzieren können, das ist toll.“

Die Tierklinik in Kiew Die Tierklinik Nummer 1 in Kiew entwickelt sich stetig. In Kiew konnten seit dem Start des Projekts im April 2012 insgesamt mehr als 5000 Straßenhunde kastriert werden – davon waren weit über 4.000 Tiere weiblich. Der Tierschutz in Kiew scheint auf einem guten

Weg zu sein (wir berichteten in Ausgabe 3/2013). „Odessa hat auf Kiew positive Auswirkungen gehabt. Außerdem ist die Situation in Kiew wesentlich leichter in den Griff zu bekommen, da die Straßenhunde-Population nicht so groß ist“, weiß Wolfgang Apel.

Die politische Lage ist unübersichtlich Das vor Ort geführte Arbeitsgespräch mit dem stellvertretenden Oberbürgermeister Anatoli Golubtschenko zeigte, dass die Pläne, eine nachhaltige Lösung für die sich vermehrenden Straßentiere zu finden, weiterverfolgt werden. Die Ausschreitungen in Kiew, die sich gegen die Regierung von Präsident Viktor Janukowitsch richten, waren zum Zeitpunkt des Besuchs noch nicht spürbar. Inzwischen hat sich dies jedoch geändert. Alleine im Dezember zog es Hunderttausende zu Protestmärschen zum Unabhängigkeitsplatz nach Kiew. Kurz vor dem Redaktionsschluss erreichte den Deutschen Tierschutzbund die Nachricht, dass sich die Lage in Kiew unübersichtlich darstellt. Die Arbeit des städtischen Fangdienstes und in der Tierklinik Nummer 1 musste derzeit eingestellt werden. Die zwei Kliniken außerhalb des Stadtzentrums konnten ihre Arbeit bislang fortsetzen.

Die Anzahl der frei lebenden Katzen in Odessa ist sehr hoch. Die Kapazitäten des Tierschutzzentrums sind jedoch nicht auf große Katzen-Populationen ausgerichtet. Dies macht den Bau eines zweiten Katzenhauses erforderlich. Sie können das Tierschutzzentrum Odessa des Deutschen Tierschutzbundes unterstützen.

Tausende Hunde konnten bereits kastriert werden. Auch Katzen zählen zu erfolgreich behandelten Patienten. Diese werden immer mehr.

Spenden Sie online unter www.tierschutzbund-spenden.de oder überweisen Sie Ihre Spende auf das Konto Deutscher Tierschutzbund Sparkasse Köln Bonn, BLZ 370 501 98 Konto-Nr. 40 444 IBAN: DE 88 37050198 0000040444 BIC: COLS DE 33 Stichwort: Odessa

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FOTOS: DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND(2), SABINE MÜNCHEN(1)

DEN S T RAS S ENK ATZE N HEL F EN


[ FÜR

SIE GELESEN] Landwirtschaftliche Tierhaltung, ökologischer Landbau und die Gefährdung der Bienen sind Themen des Kritischen Agrarberichts.

Hrsg. AgrarBündnis

304 S., Paperback, DIN A4, AbL-BauernblattsVerlag GmbH, Hamm, 2014, ISBN: 978-3-930413-57-7, € 22,00

Der Kritische Agrarbericht 2014

Der Kritische Agrarbericht widmet sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig den Tieren in der Landwirtschaft.

W FOTOS: THINKSTOCK/FOOTTOO, GIANLUCA68

enn die Landwirtschaft es in die Schlagzeilen schafft, dann geht es meist um Tiere, „beziehungsweise um die widrigen Umstände, unter denen viele von ihnen leben und geschlachtet werden“.

So begründen Redaktion und Vorstand des AgrarBündnisses Ihre Entscheidung für das diesjährige Schwerpunktthema des Kritischen Agrarberichtes: „Immer mehr Tierfabriken mit kranken und verhaltensgestörten Tieren, ein insgesamt zu hoher Antibiotikaeinsatz in der Landwirtschaft, der Bau von XXLSchlachthöfen, ein boomender Exportmarkt für Fleisch in alle Welt und die weitere Verdrängung bäuerlicher Betriebe auch hierzulande. Das sind die Themen,

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die immer wieder Menschen in großer Zahl auf die Straße bringen.“ Tiere sind von vielerlei Maßnahmen der Landwirtschaft und der Politik direkt oder indirekt betroffen. Zusätzlich zum Kapitel Tierschutz und Tierhaltung, das sich wie in jedem Jahr aktuellen Anliegen des Tierschutzes widmet und einen Überblick über Entwicklungen und Trends des vergangenen Jahres gibt, beleuchten die Autoren und Autorinnen der übrigen elf Kapitel so unterschiedliche Themen wie die neue Fischereipolitik der EU (Vom Raubbau zum Wiederaufbau der Fischbestände), die Situation auf dem Milchmarkt, die aktuelle Auseinandersetzung um eine bienenfreundliche Agrarpolitik, die Preisgestaltung für Fleisch, Sozialdumping

Der Kritische Agrarbericht Das AgrarBündnis, dem auch der Deutsche Tierschutzbund angehört, veröffentlicht den Kritischen Agrarbericht alljährlich zu Beginn der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Der Bericht benennt nicht nur die Missstände. Er kann auch Mut machen, denn er berichtet von Initiativen, in denen Menschen sich für Tiere einsetzen, von Bauern, die gemeinsam mit Verbrauchern und Verbänden neue Wege gehen, die sich auf ihren Betrieben für eine artgerechte und umweltverträgliche Tierhaltung einsetzen, für Vieh und damit für Vielfalt auf der Weide sorgen, nach züchterischen Alternativen suchen und unsere Kulturlandschaften erhalten. Der Kritische Agrarbericht kann ohne zusätzliche Portokosten auch im Abonnement bezogen werden: ABL Verlag Bahnhofstr. 31 59065 Hamm Telefon: 02381 / 492288 Fax: 02381 / 492221 E-Mail: verlag@bauernstimme.de Internet: www.bauernstimme.de

in der deutschen Fleischindustrie oder Tierarzneimittel in der Umwelt. Sie diskutieren den wachsenden Fleischkonsum in Zeiten von Hunger und Klimawandel ebenso wie die Rechte von Hirten und Kleinbauern. Die Folgen der Massentierhaltung für Umwelt, Klima und Natur oder die erwartete Zulassung gentechnisch veränderter Nutztiere in Europa werden ebenso angesprochen wie die grundsätzliche Frage „Brauchen wir Tiere?“ oder Alternativen zum agrarindustriellen Missbrauch der Tiere. Für mehr Forschung und eine offene Chancen- und Risikodiskussion spricht sich der letzte Beitrag im Kapitel „Verbraucher und Ernährungskultur“ aus, indem er die Frage stellt: „Brauchen wir mehr Kunstfleisch?“ ■


Susanne Hoffmann

Quelle & Meyer Naturquartette

Die Vogelwelt am Futterplatz

Heimische Vögel/ Heimische Insekten

DVD, Musikverlag Edition AMPLE, Rosenheim, 2014, ISBN: 978-3-938147-47-4, € 14,95

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Hrsg. Verein ALTEX Edition

TIERethik (2) Jagd 166 S., Paperback, Verlag ALTEX: Spektrum Akademischer Verlag, Springer Science + Business Media , Heidelberg, 2013, ISBN: 978-395645-916-7, € 19,50

D

ie Jagd ist als Freizeitvergnügen und Mittel zur Reduktion von Wild seit einiger Zeit ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Fraglich ist dabei, ob ihre Ziele wirklich sinnvoll sind und nur mit dem jagdlichen Töten von Tieren erreicht werden können. Dieser Band der Zeitschrift TIERethik beleuchtet einige zentrale Fragen aus dem Blickwinkel von Ökologie und Ethnologie, Philosophie und Psychologie. Dabei erweist sich die Jagd als vielschichtiger Anachronismus. Ist sie ökologisch und ökonomisch wirklich sinnvoll? Ist es ethisch vertretbar, Tiere qualvoll zu töten? Welche Passion treibt Freizeitjäger in Wald und Feld? Was haben Tiere für unsere Vorfahren bedeutet? Und: Warum haben selbst Jagdvölker das Töten als Dilemma empfunden? Diesen Fragen gehen die Autoren im aktuellen Heft nach. TIERethik, die Zeitschrift zur Mensch-TierBeziehung, ist ein Forum für den gesellschaftlichen Diskurs, in dem sich ein verändertes Bewusstsein zum Tier widerspiegelt.

er die heimische Vogelwelt kennenlernen möchte, sollte damit im Winter beginnen. Die Anzahl der Vögel, die den Winter hierzulande verbringen, ist überschaubar und in entlaubten Bäumen und Sträuchern sind die Tiere gut zu erkennen. Besonders nah kommt man den Vögeln, die sich mit etwas Futter auf die Terrasse oder den Balkon locken lassen. Blaumeise, Haussperling und Rotkehlchen lassen sich dann vom Fenster aus in aller Ruhe aus nächster Nähe beobachten. Im Prolog zur DVD erläutert die Autorin, was bei der Vogelfütterung zu beachten ist, damit sie tierschutzgerecht erfolgt. In 26 Filmkapiteln, die auch einzeln angesteuert werden können, stellt sie jeweils eine Vogelart genauer vor. Typische Erkennungsmerkmale der Arten sind gut im Bild zu sehen. Die Zuschauer haben ausreichend Zeit, das charakteristische Verhalten der Tiere zu beobachten. Auf Besonderheiten macht die Sprecherin aufmerksam und vermittelt dabei wichtige Hintergrundinformationen. Eine DVD, an der alle Vogelfreunde ihre Freude haben werden.

Jeweils 32 farbige Abb., 59 x 91 mm, Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim, GTIN: 4260098550030, Preis € 5,95

Nina Ruge / Günther Bloch

Was fühlt mein Hund? Was denkt mein Hund? 192 S. ca. 250 Abb., Hardcover, 18,5 x 24,2 cm, Gräfe und Unzer, München, 2012 ISBN: 9783-8338-2534-7 Preis € 19,99

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ber das Verhalten unserer vierbeinigen Wolfsnachfahren wurde schon viel geschrieben. An das Thema Gefühle der Tiere wagt sich jedoch selten ein Autor heran. Da Hunde nun einmal nicht unsere Sprache sprechen, bleibt uns ihr Innerstes zu einem großen Teil verborgen. Ausführungen zur Gefühlswelt der Tiere werden nicht selten als unglaubwürdig abgetan, da sie als subjektiv wahrgenommen und als wissenschaftlich nicht belegbar gelten. Die Journalistin Nina Ruge, die selbst Hundebesitzerin ist, geht dem Thema auf dem Grund und erörtert gemeinsam mit den anerkannten Hundeexperten Günther Bloch im vorliegenden Buch Fragen, die viele Hundebesitzer sich im Alltag mit ihren Hunden häufiger stellen. Was geht in unseren Hunden vor? Was macht die Persönlichkeit eines Hundes aus? Tiefgründig und stets den Bezug zum arteigenen Verhalten herstellend ermöglicht der Dialog zwischen den Autoren einen Einblick in die Empfindungs- und Emotionswelt der Hunde. Das Buch trägt dazu bei, die Bedürfnisse und Wünsche unserer Wegbegleiter besser erkennen und berücksichtigen zu können.

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in schillernder Pinselkäfer bahnt sich seinen Weg durch ein Blütenmeer. Ein federleichter Bläuling hat es sich im Wald auf einem Ästchen bequem gemacht. Diese Bilder sind nur zwei auf den jeweils 32 Spielkarten der Naturquartette. Thematisch in zwei Kartenspiele gegliedert, können nicht nur Kinder heimische Vögel und Insekten kennenlernen. Auch Erwachsene finden neben Enten, Gänsen, Greifvögeln, Eulen, Meisen, Drosseln und Finken sicherlich das eine oder andere Exemplar, das sie noch nicht aus nächster Nähe bewundern konnten. Wie vielfältig die Natur mit ihren heimischen Vögeln und Insekten ist, zeigen die brillanten Abbildungen in Farbe. Die Naturquartette eignen sich zum Spielen, aber auch zum Kennenlernen der kleinsten Bewohner der Natur. Jedem Kartenspiel liegt ein Faltblatt mit den Spielregeln sowie Kurzinformationen zu allen Arten bei.

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[REZEPT] Buchtipp Ab jetzt VEGAN! Untenstehendes Rezept stammt aus dem Buch „Ab jetzt vegan!“ von Gabriele Lendle und Dr. med. Ernst Walter Henrich. Das Buch enthält 140 gesunde Gerichte ohne tierische Produkte. Für die Autorin Gabriele Lendle, die auf vegane Kost umstellte, weil sie an einer rheumatischen Erkrankung litt, standen damals die gesundheitlichen Erfolge im Vordergrund. Heute überzeugt sie interessierte Leser mit den ethischen, moralischen und tierschützerischen Aspekten sowie den erwiesenen positiven Auswirkungen veganer Ernährung auf den Klimaschutz und das Welthungerproblem.Das Buch zeigt die besten Wege zum Einstieg in die vegane Ernährung, gibt Antworten auf die häufigsten Fragen der Veganer-Kritiker und enthält Rezepte für jede Jahreszeit und jeden Anlass. Ab jetzt Vegan ist im Trias-Verlag Stuttgart erschienen und kostet € 17,99. ISBN 978-3-8304-6660-4

ZUTATEN FÜR ZWEI PERSONEN: ● 200 g Tofu natur ● 2 EL Sojasauce ● 1 Zwiebel ● 1 Bund frischer Dill ● 2-3 EL kaltgepresstes Maiskeimöl ● 100 g schwarze Linsen (Puy Linsen oder Beluga) ● 100 g Natur-/Wildreismischung ● ½ l Gemüsebrühe ● 2 EL Sesamsamen ● 100 g Hafersahne ● weißer gemahlener Pfeffer

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ZUBEREITUNG: Tofu kurz abtropfen lassen, in vier Scheiben schneiden, mit der Sojasoße beträufeln und zugedeckt zwei Stunden ziehen lassen. Zwiebel schälen und fein hacken, Dill waschen, trocken tupfen, die Blättchen abzupfen, fein hacken und beiseite stellen. 1 EL Öl im Topf erhitzen, Zwiebel, Linsen und Reis bei mittlerer Hitze anbraten. Gemüsebrühe zugeben, einmal aufkochen und den Linsenreis in 35 bis 45 Minuten bei mäßiger Hitze gar kochen. Inzwischen die Tofuscheiben in 1EL Öl pro Seite zwei bis drei Minuten bra-

ten, herausnehmen und auf vorgewärmten Tellern warm halten. Den Sesam im restlichen Öl anrösten und über den Tofu streuen oder streichen. Die Brühe, die nach dem Garen vom Linsenreis nicht aufgesogen worden ist, in einen anderen Topf gießen. Wurde die ganze Brühe aufgesogen, etwas Gemüsebrühe in einen Topf geben, die Hafersahne hinzufügen und alles bei starker Hitze unter Rühren auf etwa zwei Drittel einkochen lassen. Soße mit Pfeffer abschmecken und den Dill untermischen. Den Linsenreis neben dem Soße anrichten und beides mit Sauce überziehen.


Natur – Kosmetik – Gesundheit

Nächste Erscheinungstermine: Ausgabe 02/14 erscheint am 04.04.2014 Anzeigenschluss ist der 20.02.2014

Ausgabe 03/14 erscheint am 06.06.2014 Anzeigenschluss ist der 23.04.2014

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sowie sowie Anzeigen Anzeigen vonvon Züchtern, Züchtern, Hundeschulen Hundeschulen und und (Tier-) (Tier-) Heilpraktikern Heilpraktikern werden werden nicht nicht veröffentlicht. veröffentlicht. DerDer Verlag Verlag behält behält sich sich vor,vor, Kleinanzeigen Kleinanzeigen ohne ohne Angabe Angabe vonsowie von Gründen Gründen abzulehnen. abzulehnen. AlleAlle Preise Preise verstehen verstehen sich sich Anzeigen von Züchtern, Hundeschulen und inklusive inklusive Mehrwertsteuer. Mehrwertsteuer. (Tier-) Heilpraktikern werden nicht veröffentlicht. Der Verlag behält sich vor, Kleinanzeigen ohne Angabe von Gründen abzulehnen. Alle Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer.


[ AKTUELL]

Gänse mausern nicht alle gleichzeitig. Die Daunen einzelner Tiere zu sammeln, lohnt sich für Firmen nicht.

Gänsedaunen

Etiketten nicht aussagekräftig genug Gänsedaunen sind wegen ihrer wärmenden Wirkung bei Verbrauchern begehrt. Tierfreunde legen Wert darauf, dass die Daunen aus Totrupf stammen und prüfen die Etiketten.

FOTOS: PANTHERSTOCK.COM/E. ELISSEEVA/B. BOSCOLO, GETTY IMAGES/BLOOMIMAGE

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enn Hersteller auf den Etiketten von Daunenbetten garantieren, dass die Daunen nicht aus Lebendrupf stammen, so verbirgt sich dahinter nicht unbedingt das, was der Verbraucher sich vorstellt. Auf Nachfragen der Stiftung Warentest, die 13 Daunendecken verschiedener Hersteller untersucht hatte, konnte kein einziges Unternehmen die Herkunft der verwendeten Daunen bis zum Herkunftshof der Tiere belegen. Die Siegel besagen lediglich, dass die Federn – als Schlachtabfall – direkt vom Schlachthof bezogen werden. Was fehlt, ist eine Mengenplausibilitätsprüfung. Mit dieser könnte sichergestellt werden, dass die Menge an geschlachteten Tieren zu der Federmenge passt – um auszuschließen, dass Federn über andere Wege zugeliefert werden. Während die nicht so begehrten Entendaunen aus Verarbeitungsgründen ausschließlich von geschlachteten Tieren stammen, ist bei Gänsedaunen der Lebendrupf – einem EU-weiten Verbot zum Trotz – noch gang und gäbe. Die Betriebe bedienen sich eines Schlupflochs im Gesetz: Rupfen ist ver-

boten, Raufen – das Abstreifen loser Daunen während der Mauser – nicht. Die Gänse einer Herde mausern nicht gleichzeitig, sondern beginnen zeitversetzt mit der Mauser und das auch nicht an allen Körperregionen zur selben Zeit. Das „Raufen“ lohnt sich in Großbetrieben aber nur, wenn alle Tiere zugleich Daunen lassen.

Mauser als Schlupfloch Die Tiere, die mit der Mauser zum Zeitpunkt des Raufens noch nicht begonnen haben, werden daher auch innerhalb der EU de facto gerupft. Eine tierquälerische Prozedur, denn mit den noch festsitzenden Daunen verlieren die Vögel auch Teile ihrer Haut und offene Wunden infizieren sich. Daunenfabrikanten greifen außerdem auch

auf Daunen zurück, die beispielsweise aus Asien stammen, wo das Rupfen nicht verboten ist. Der Deutsche Tierschutzbund fordert seit Langem ein ausnahmsloses Verbot des Lebendrupfes – auch in Form des Raufens – in der EU und überprüfte Gütezertifikate.Von den Daunenbettenherstellern erwartet der Deutsche Tierschutzbund, dass sie sich nicht nur als Abfallverwerter sehen, sondern auch Verantwortung für die Tiere vor der Schlachtung übernehmen. Das bedeutet, dass sie nur Federn von Tieren beziehen dürfen, die auch tiergerecht gehalten wurden. Bis dahin, rät er allen Verbrauchern, auf Daunendecken und Daunenjacken beziehungsweise Mäntel zu verzichten.

Die meisten Daunenbetten enthalten neben den teuren Gänsedaunen auch Entendaunen.

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[ AKTUELL] Internationale Grüne Woche

NEULAND bittet zu Tisch Anlässlich der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin hatte der NEULAND-Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung zum Empfang im großen Ring der Messehalle 25 eingeladen.

W

er den Tierschutz in der Landwirtschaft voranbringen möchte und sich für tiergerechte Stallsysteme einsetzen will, muss nicht bei Null anfangen. Dies stellte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, in seinem Grußwort zum diesjährigen NEULANDEmpfang auf der Internationalen Grünen Woche klar. „Die Lösungswege sind da.“ Schröder appellierte an Bundeslandwirtschaftsminister Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU), die langjährigen Erfahrungen der Bauern zu nutzen, die ihre Tiere den Kriterien des NEULAND-Vereins für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung entsprechend halten, ihnen Stroh und Auslauf gewähren und ihre Ferkel seit 2008 nur noch unter Narkose kastrieren. „Die NEULAND-Bauern können stolz sein auf das Erreichte“, so Schröder.

Viele prominente Gäste Stolz kann der Verein auch auf den regen Zuspruch sein, den er auf seine Einladung zum diesjährigen Empfang erhielt. Neben dem Bundeslandwirtschaftsminister und dem Stellvertretenden Landwirtschaftsminister Estlands, Illar Lemetti, konnte der Vorsitzende von NEULAND und Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, die Landwirtschaftsminister verschiedener Bundesländer begrüßen: Alexander Bonde (Baden-Württemberg, Bündnis90/Die Grünen), Dr. Robert Habeck (Schleswig-Holstein, Bündnis90/ Die Grünen), Ulrike Höfken (RheinlandPfalz, Bündnis90/Die Grünen), Johannes Remmel (NRW, Bündnis90/Die Grünen). Darüber hinaus Jens Bullerjahn, Finanz-

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minister und stellvertretender Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt (SPD), den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz Uli Kelber (SPD), die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Bärbel Höhn (Bündnis90/Die Grünen),

die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Ute Vogt (SPD), der Fraktionsreferent der CDU/ CSU Bundestagsfraktion für Ernährung und Landwirtschaft, Bertram Fleischer, die Referentinnen der Bundestagsfraktionen für Ernährung und Landwirtschaft, Silvia Bender (Bündnis90/Die Grünen)


BUND, erinnerte daran, wie wenig selbstverständlich es sei, dass Bauern mit Tierschützern, Naturschützern und Verbraucherschützen gemeinsam Regeln erarbeiten, die für Tierhalter, Metzger und Zerlegebetriebe verpflichtend sind. Die NEULAND-Trägerverbände könnten darauf stolz sein. „Der Umgang mit den Tieren muss einer Kulturnation würdig sein“, so Weiger: „Daher bekämpfen wir die industrielle Tierhaltung. Dies ist kein anständiger Umgang mit unseren Mitgeschöpfen!“ Vertreter des Deutschen Bauernverbandes (DBV) verfolgten die Reden mit Interesse.

Zuspruch vom Bundesminister Während der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, am Tag zuvor noch versucht hatte, die Sorgen der Menschen, die die

fortschreitende Industrialisierung der Tierhaltung in der Landwirtschaft kritisieren, vom Tisch zu wischen, zeigte sich Bundeslandwirtschaftsminister Friedrich an den Ideen und Erfahrungen der NEULAND-Bauern sehr interessiert. „Sie haben meine Unterstützung und wir werden unsere Gespräche fortsetzen“, so der Minister. Europas Verbraucher verlangten Transparenz. Sie seien der Gentechnik gegenüber skeptisch und die Bauern wollten gentechnisch verändertes Saatgut nicht ausbringen. „Entsprechend müssen die Entscheidungsträger reagieren“. Das von der EU-Kommission geplante Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) dürfe die Transparenz nicht behindern. Für diese Aussage dankten die Gäste des Empfangs dem Minister, der erst seit einem Monat im Amt ist, mit lautem Applaus. DR. HEIDRUN BETZ

FOTOS: DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND E.V.

und Renate Weber (SPD), Imke Ettori, Bereichsvorstand der Deutschen Rentenbank, und viele Partner des NEULAND-Vereins, darunter auch Gäste aus der Schweiz. „NEULAND ist der Garant dafür, dass bäuerliche Landwirtschaft erhalten bleibt“, so Apel. Er appellierte an den Bundesminister, den Tierschutz auf die Agenda zu setzen: „Machen Sie klar, dass tierische Produkte keine Abfallprodukte sind. Unterstützen Sie die Initiativen, die bäuerliche Strukturen fördern“, so Apel. Auch der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Bernd Voß, hob hervor, dass die bäuerliche Landwirtschaft modern und zukunftsfähig ist. NEULAND beweise das seit 25 Jahren: „Die agrarindustrielle Ausrichtung hat ihren Rückhalt in der Gesellschaft verloren“, so Voß. Prof. Hubert Weiger, Vorsitzender des

Wolfgang Apel im Gespräch mit dem neuen Bundeslandwirtschaftsminister.

Bundeslandwirtschaftsminister Friedrich sagte den NEULAND-Bauern seine volle Untersützung zu.

Jochen Dettmer, Bundesgeschäftsführer von NEULAND (re.) mit Bundeslandwirtschaftsminister Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU), Illar Lemetti, Estlands Stellvertretendem Agrarminister (1. Reihe, 2. v. re) und den Vorsitzenden der NEULAND-Trägerverbände - Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Deutscher Tierschutzbund (DTSchB).

Wie groß das Interesse an tierfreundlicher Landwirtschaft ist, zeigte sich an der Besucherzahl.

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[ AKTUELL]

Zogen positive Bilanz des Tierschutzlabels: Bundeslandwirtschaftsminister Dr. Friedrich (l.) und Tierschutzbund-Präsident Schröder.

Ein Jahr Tierschutzlabel

Die politische Debatte hat Fahrt aufgenommen In den zwölf Monaten seit Einführung des zweistufigen Tierschutzlabels hat die politische Debatte über Veränderungen in der Intensivtierhaltung der Landwirtschaft an Intensität zugenommen.

K

urz vor Eröffnung der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin zogen Bundeslandwirtschaftsminister Dr. Hans-Peter Friedrich und der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, gemeinsam Bilanz: Das zweistufige Label „Für Mehr Tierschutz“ habe die gesellschaftliche Debatte über die Tierhaltung in der Landwirtschaft enorm beflügelt. „In insgesamt 8.000 Handelsgeschäften sind mit dem Tierschutzlabel gekennzeichnete Produkte inzwischen bereits erhältlich – als Kaufalternative für die, die noch nicht auf Fleisch ver-

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zichten. 14 Schweinemastbetriebe mit 20 Ställen wurden zwischenzeitlich in der Einstiegsstufe zertifiziert, zwei Betriebe in der Premiumstufe. Im Geflügelbereich sind es 44 Betriebe. Hinzu kommen zertifizierte Schlachthöfe und Verarbeiter“, berichtete Schröder. „Die Nachfrage beim Verbraucher ist da. Unsere Tierhalter sollten sich dieses Marktsegment schnell erschließen, die Konkurrenz aus dem Ausland schläft nicht“, betonte Friedrich. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert die Entwicklung der Einstiegsstufe des

neuen freiwilligen Tierschutzlabels für Mastschweine im Rahmen eines Forschungsprojektes. Vertreter der Wirtschaft und der Universität Göttingen sind ebenfalls daran beteiligt. Das BMEL hat insgesamt eine Million Euro für das Projekt zur Verfügung gestellt.

Die Beteiligung wächst „Auch wenn sich das Tierschutzlabel im ersten Jahr noch nicht in der breiten Masse hat durchsetzen können, gibt es regional bereits gute Sortimentsangebote. Die Anzahl der beteiligten Geflügelmäster ist schnell gestiegen.


Im Pressezentrum der Internationalen Grünen Woche beantworteten Präsident Thomas Schröder und Vizepräsidentin Dr. Brigitte Rusche (re.) die Fragen der Journalisten zum Tierschutzlabel. Li. im Bild: Marion Dudla.

zu moderieren. Die Verbandsklage für Tierschutzverbände, die im Koalitionsvertrag nicht angesprochen ist, bleibe ebenso auf der Forderungs-Agenda des Deutschen Tierschutzbundes.

Pressekonferenz des Deutschen Tierschutzbundes Hinsichtlich des Tierschutzlabels zog Schröder am folgenden Tag auch gegenüber den versammelten Agrarjournalisten eine grundsätzlich positive Bilanz: „Wir verstehen uns als Partner der Landwirte, die bei gesichertem Familieneinkommen mehr Tierschutz in den Stall bringen wollen“, betonte er. „Das Vertrau en haben wir aufgebaut. Wir erhalten immer mehr Anfragen gerade

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von Landwirten, die Ställe planen und von den Erfahrungen profitieren möchten.“ Hart ging er hingegen mit der von der Fleischbranche initiierten „Initiative Tierwohl“ ins Gericht. „Wer Lösungen sucht, erkennt an, dass es Probleme gibt“, erklärte er. Das sei anerkennenswert. Die Methodik jedoch bringe wenig, besonders für Schweine. Sie berge sogar das Risiko, auf Dauer schädlich für die Tiere zu sein (siehe auch du und das tier 6/2013, S. 3f.). Scharf kritisierte Schröder die Preissenkungen der Discounter bei Eiern: „Wer Preise senkt, der senkt auch das Tierschutzniveau. Es geht auf Kosten der Tiere, wenn die Tierhalter immer weniger Geld für ihre Produkte bekommen und sich die Produktionskosten nicht mehr decken“, so Schröder. „Wir müssen endlich aufhören zu diskutieren, ob tierische Lebensmittel zu teuer sind, sondern klarstellen, dass sie zu billig sind.“  DR. HEIDRUN BETZ

U NT ERS CHRI F T ENAKT I O N WI RD F O RT G ES ETZT Lasst die Tiere, wie sie sind. Dies haben bereits 62.284 Menschen bis Mitte Januar mit ihrer Unterschrift gefordert. Schluss mit den grausamen Missständen. Keine Verstümmelung von Tieren, um sie nicht tiergerechten Haltungssystemen anzupassen.Tollwood und der Deutsche Tierschutzbund hatten zu dieser Aktion gemeinsamen aufgerufen (siehe du und das tier 5/2013 und 6/2013). Bis zum Ende des Tollwood-Sommerfestivals im Juli 2014 können tierschutzengagierte Bürger den Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel noch unterzeichnen:Tiere haben ein Recht auf ein

tiergerechtes, ihren natürlichen Verhaltensweisen und Bedürfnissen entsprechendes Leben. Sie dürfen nicht länger manipuliert werden, um sie unzureichenden Haltungsbedingungen anzupassen, die dazu dienen, (arbeits-)wirtschaftliche Produktionsziele zu verfolgen und den Gewinn zu maximieren. Das Tierschutzgesetz muss geändert werden: Bestimmungen, die diese Verstümmelungen zulassen, müssen gestrichen werden! Stattdessen brauchen wir endlich tiergerechte Haltungssysteme.Nähere Informationen finden Sie im Internet: www.tierschutzbund.de/tollwood du und das tier  1/2014  31

FOTOS: DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND E.V.

Im Schweinebereich sind vor allem die Haltungssysteme nur mit größerem Aufwand zu verändern. Dennoch haben wir immerhin bereits erste Premiumbetriebe bei Schweinehaltungen gewinnen können. Nachdem EDEKA SÜDWEST mit der Premiumstufe gestartet ist, hat nun die Regionalgesellschaft EDEKA Minden/Hannover nachgezogen und angekündigt, neben der Einstiegsstufe auch Premium einzuführen. Das macht Mut“, sagte Schröder. Minister Friedrich ergänzte: „Jedes vertrauenswürdige Label braucht Zeit, um sich zu etablieren.“ Im Vorfeld der gemeinsamen Bilanz zum Tierschutzlabel hatten der Bundeslandwirtschaftsminister und Schröder ein erstes Gespräch darüber geführt, wie der Tierschutz in Deutschland weiter verbessert werden könne. Dabei kündigte der Bundeslandwirtschaftsminister an, sich auch auf europäischer Ebene für die Einführung eines Tierschutzlabels einzusetzen. Das Tierschutzlabel sei richtungsweisend auf dem Weg zu besonders hohen Tierschutzstandards. Die Haltungsbedingungen in der Nutztierhaltung müssten aber auch insgesamt weiter verbessert werden. Entsprechende Maßnahmen würden, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, derzeit geprüft. Schröder konkretisierte auch weitere Wünsche des Deutschen Tierschutzbundes: Er hoffe, dass die Einführung einer Zertifizierung für Tierhaltungssysteme, der Tierschutz-TÜV, nicht mehr durch taktische Machtspielchen zwischen Bundesrat und Bundestag sowie Bundesregierung aufgehalten werde. „Mit einer nationalen TierwohlOffensive, wie im Koalitionsvertrag festgeschrieben, rennen Sie bei uns offene Türen ein, wobei wir überzeugt sind, dass viele Lösungen bereits offensichtlich sind. Daher braucht es keine langen Debatten mehr in Arbeitskreisen“, so Schröder. Er hoffe außerdem auf ein Wildtierverbot im Zirkus und auch darauf, dass innovative, tierversuchsfreie Forschung endlich durch eine massive Aufstockung der finanziellen Mittel vorangetrieben werde. Zur Lage deTierheime bat er den Bundesminister, zwischen Bund, Land und Kommunen


[ AKTUELL] Demonstration

30.000 Menschen haben es satt Einen Kurswechsel in der Agrarpolitik forderten 30.000 Demonstranten in Berlin, die dem Aufruf des Bündnisses aus Tierschützern, Verbraucher-, Umweltund Bauernverbänden gefolgt waren. Unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt“ zogen die Menschen bis vor das Kanzleramt.

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enn 30.000 Menschen dem Aufruf einer Demonstration gegen gegen die herkömmliche Intensivtierhaltug und genetisch veränderte landwirtschaftliche Produkte folgen, dann fällt dies auch in einer Großstadt wie Berlin auf. Und das sollte es auch – gerade im Hinblick auf die in Berlin parallel laufende Agrarmesse „Internationale Grüne Woche (IGW)“. Unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt“ führten viele Landwirte und 70 Traktoren den Tross der Demonstranten vom Potsdamer Platz bis zum Kanzleramt an. Darunter auch Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes und seiner Mitgliedervereine aus fast allen Bundesländern. Ziel der Aktion war es, auf die verfehlte Agrarpolitik aufmerksam zu machen, die nicht den Verbraucher, die Landwirte und die Tiere, sondern die Interessen der Industrie in den Mittelpunkt stellt. Auch das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA stand in der Kritik: „Chlorhühnchen, Hormonfleisch und Gentechnik auf dem Teller lehnen wir ab“, erklärte

32  du und das tier  1/2014

An vorderster Front (3.v.l. und 4.v.l): Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, und Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender, während der Demonstration.

Prof. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Demo am Rande der IGW Die Demonstration fand bewusst am Rande der IGW statt, auf der in diesem Jahr Aussteller aus 70 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen aus Landwirtschaft, Ernährungsindustrie und Gartenbau präsentierten. Aufgerufen zu der Demonstration hatte das „Wir haben es satt“-Bündnis, ein Zusammenschluss von über 100 Organisationen. Imker, Natur-, Tier- und Verbraucherschützer, Entwicklungsorganisationen und Erwerbsloseninitiativen sind Teil dieses Bündnisses für Tiere, Umwelt und Landwirte. „Die Große Koalition fährt die Agrarpolitik an die Wand! Wer Megaställe genehmigt und subventioniert, wer auf Export und Freihandel setzt und dann auch noch darüber nachdenkt, Gentech-Pflanzen auf Europas Äckern zuzulassen, der lässt die Bäuerinnen und Bauern im Stich und handelt gegen die Interessen von Verbrauchern, Tieren und Umwelt“,

Thomas Schröder bei der Abschlusskundgebung vor dem Kanzleramt.

so Jochen Fritz, Leiter der Kampagne „Meine Landwirtschaft“. Mit fantasievollen Kostümen, Trillerpfeifen, Trommeln und lärmenden Küchenutensilien zogen die Unterstützer und beinahe 50 Trägervereine wie beispielsweise der BUND, die Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft (AbL) und der Deutsche Tierschutzbund bis vor das Bundeskanzleramt. Dort fand auch die Abschlusskundgebung statt. „Der Export von Fleisch


Viele Domonstranten machten mit fantasievollen Kostümen auf ihre Anliegen aufmerksam.

steht im Mittelpunkt der aktuellen Agrarpolitik unserer Regierung. Aber Tiere haben einen Wert. Das muss auch in der Agrarwirtschaft ankommen“, forderte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, von der Rednerbühne aus. Er begrüßte die auf dem Platz versammelte Menschenmenge als Garanten für die „Zukunft der Landwirtschaft“. Mit Applaus und Trillerpfeifen stimmten die Demonstranten dieser

Tierschutzvereine und Landesverbände des Deutschen Tierschutzbundes waren aus dem ganzen Bundesgebiet nach Berlin gereist.

und anderen Aussagen der Redner zu. Dass die Menschen mit der aktuellen Agrarpolitik unzufrieden sind, machte auch die hohe Teilnahme an der Demonstration deutlich – es waren 5.000 Menschen mehr als im Vorjahr. Mit Transparenten und Plakaten ausgestattet, machten sich viele Demonstranten Luft. Von „Herr Friedrich: Gen-Mais 1507 stoppen“ über „Tierwohl braucht Bauern – Keine Knechtschaft“ bis „Für eine gerechte Welt-

wirtschaft! Freihandelsabkommen stoppen“ gaben sie ihre Anliegen kund. Bundeswirtschaftsminister Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU) begrüßte die Beteiligung der Demonstranten an der politischen Debatte. „Alle Argumente, die dort vorgetragen werden, spielen auch in unserer Diskussion eine Rolle und haben ihre Berechtigung“, sagte er. Wie dies aussehen soll, ist jedoch unklar. 

NADIA WATTAD

du und das tier  1/2014  33

OTOS: DEUTSCHER TIERSCHUTZBUND E.V.

„Kein Schwein will Genfutter“ trommelte die Gruppe.


[ AKTUELL] Tierversuche

Neues Gesetz unterläuft Staatsziel Tierschutz und EU-Recht In diesem Jahr wird das neue Tierversuchsrecht praktisch umgesetzt. Trotz Staatsziel Tierschutz hat die Bundesregierung mit der Umsetzung der EU-Regelungen in deutsches Recht dem Tierschutz 2013 eine Absage erteilt.

W

as lange währt, wird nicht immer gut. Zweieinhalb Jahre hat die Bundesregierung gebraucht, um die EU-Regelungen zu Tierversuchen, die 2010 verabschiedet wurden, in deutsches Recht zu überführen. Fast durchweg hat Deutschland lediglich den Minimalkonsens der EU eins zu eins umgesetzt. Im Hinblick auf die Förderung einer tierversuchsfreien Forschung und bei Versuchen in der Lehre hat sie das EU-Recht hingegen schlicht unterlaufen. Das novellierte Tierschutzgesetz trat im Juni, die neu erstellte Tierversuchsverordnung im August 2013 in Kraft.

Tierschutzbremser Deutschland Dass Deutschland die Gelegenheit, den Schutz der Versuchstiere über das Niveau der EU hinaus zu verbessern, nicht freiwillig nutzen würde, war zu befürchten. Schon 2008/2009, als das EU-Recht überarbeitet wurde, hatte sich die deutsche Regierung dafür

Ur teil

Schweine leiden zu Tausenden in Lehrversuchen, die nur angezeigt werden müssen.

Tierversuchsregelungen ad absurdum geführt

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte den Deutschen Tierschutzbund die schockierende Nachricht, dass das Bundesverwaltungsgericht Leipzig das Ende 2012 vom Oberverwaltungsgericht Bremen gefällte Urteil zu den Affenversuchen des Hirnforschers Andreas Kreiter für rechtskräftig erklärt hat. Dies ist ein Tiefschlag für den Tierschutz, doch der eigentliche Skandal ist die Begründung. Sie besagt, dass Genehmigungsbehörden kein Ermessen hätten, Tierver-

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suche, die sie für ethisch nicht vertretbar halten, abzulehnen. Damit wird das Staatziel Tierschutz mit Füßen getreten und das gesamte Genehmigungsverfahren zur Durchführung von Tierversuchen ad absurdum geführt. Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes: „Solange sich die Rechtslage so darstellt, wie nun vom Bundesverwaltungsgericht dargelegt, und hierzu keine Klarstellung der Bundesregierung erfolgt, fordern wir alle Tierschützer auf, so-

fort aus den sogenannten Ethikkommissionen auszutreten, in welchen sie eigentlich sitzen, um die Genehmigungsbehörden hinsichtlich der Zulässigkeit von Tierversuchen zu beraten. Unser Kampf gegen Tierversuche wird dann in Zukunft wieder auf die Straße verlagert.“ Damit könnte Kreiter die Versuche mit den Makaken weiterführen. Weitere Informationen unter www.tierschutzbund.de/affenversuchebremen-rechtsstreit


I N KÜ RZE

Tierversuche aktuell

starkgemacht, Schutzvorschriften für die Tiere maßgeblich abzuschwächen – beispielsweise im Bereich der Genehmigungspflicht von Tierversuchsvorhaben (s. du und das tier 1/ 2010). Sobald die ersten deutschen Gesetzesentwürfe vorlagen, hatte der Deutsche Tierschutzbund daher gemeinsam mit anderen Tierschutzorganisationen bei Dr. jur. Anne Peters ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben. Die Professorin für Völker- und Staatsrecht an der Universität Basel wies in ihrem Gutachten auf massive Mängel hin, die gegen das Unionsrecht und vor allem auch gegen die Verwirklichung des Staatsziels Tierschutz verstießen (siehe auch du und das tier 4/2011).

dert werden können. Der Deutsche Tierschutzbund wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Tiere in Versuchen bestmöglich geschützt werden. Ein besonders Anliegen bleibt dabei die Stärkung der tier­versuchsfreien Forschung. Der Verband setzt sich daher auch für den finanziellen und personellen Ausbau von ZEBET ein, damit die Zentralstelle ihre wichtige Aufgabe, Ersatzmethoden zu Tierversuchen weiter bekannt zu machen und Wissenschaftler und Genehmigungsbehörden kompetent zu beraten, ebenso effektiv wahrnehmen kann wie die weitere Erforschung tierversuchsfreier Methoden. DR. IRMELA RUHDEL

Erfolge in letzter Minute Das Rechtsgutachten ging allen ­p olitischen Entscheidungsträgern zu. So konnten, zusammen mit der intensiven Lobbyarbeit des Deut­ schen Tierschutzbundes, im laufenden Gesetzgebungsverfahren noch einige Verbesserungen für die Tiere erreicht werden. Versuche, die für die Tiere mit erheblichen Schmerzen und Leiden verbunden sein können, wurden gemäß dem Unionsrecht eingeschränkt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung mit seiner Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) soll Genehmigungsbehörden künftig über Alternativen zu Tierversuchen beraten. Es ist zu hoffen, dass dadurch Tierversuche verhin-

Affen dürfen weiterhin, wenn auch eingeschränkt, eingesetzt werden.

Was ist ein Tierversuch? Tierversuche sind Eingriffe oder Behandlungen an Tieren zu wissenschaftlichen ­Zwecken, wenn sie mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sein können. Neu: Auch Eingriffe oder Behandlungen, die keinem Versuchszweck dienen, wie die Tötung von Tieren zur Organ- oder Gewebeentnahme oder die Vermehrung von Stoffen in Tieren, gelten zukünftig als Tierversuch. Wie ist die Durchführung von Tierversuchen geregelt? Wer Versuche an Wirbeltieren und Kopf­füßern durchführen will, muss der zuständigen Genehmigungsbehörde einen Antrag für das Versuchsprojekt vorlegen – mit Angaben und Begründungen zum Versuchszweck, zur Tierart und zur Anzahl der Tiere, die verwendet werden sollen. Darüber hinaus muss er die geplanten Eingriffe beschreiben. Die Behörde muss diesen Antrag prüfen und genehmigen. Tierversuche, die in Gesetzen, wie dem Arzneimittel- oder Chemikaliengesetz, verlangt werden, brauchen keine Genehmigung. Entgegen den EU-Vorgaben müssen Tier­versuche in der Lehre in Deutschland nur angezeigt anstatt genehmigt werden. Kritik: Solange Tierversuche überhaupt noch durchgeführt werden, sollten alle Tierversuchsprojekte vorher streng geprüft und abgelehnt/genehmigt werden. Gibt es Einschränkungen für bestimmte Versuche? Neu: Versuche an Primaten und Versuche, die für die Tiere mit erheblichen Schmerzen und Leiden verbunden sind, unterliegen Einschränkungen – zumindest müssen einige Zusatzbestimmungen erfüllt werden. Kritik: Versuche an Primaten und stark belastende Versuche hätte die Bundesregierung – wie im EU-Recht erlaubt – weiter einschränken oder ganz verbieten müssen.

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FOTOS: DPA, IMAGO (2)

Tierversuche werden durch die neuen Regelungen weiterhin nur verwaltet, aber nicht verhindert.

Das Tierschutzgesetz vom Juni 2013 (TierSchG) gibt die Rahmenbedingungen für die Haltung und Zucht wissenschaftlich verwendeter Tiere sowie für die Durchführung von Tierversuchen vor. Die neue Tierversuchsverordnung (August 2013) regelt die Ausführungsbestimmungen.


[ JUGEND] und Hund“ Auf der Messe „Pferd Pferdezubehör. s Kid besichtigten die

Mit ihren Gruppenführern diskutierten die jungen TIerschützer über die artgerechte Haltung und Pflege von Pferden und über die Auswüchse des Pferdesports.

Tierschutzjugend Nordrhein-Westfalen

Pferd und Mensch in Theorie und Praxis Das Seminarwochenende der Tierschutzjugend NRW widmete sich dem Pferd – zunächst seiner Haltung und Pflege – später auch dem Sport mit Pferden.

K

inder, die ein eigenes Pferd haben oder selbst reiten, berichteten von ihren Erfahrungen. Anhand anschaulicher Bildern erklärten die Gruppenleiter das natürliche Verhalten von Pferden, wie sie richtig gepflegt und wie sie nicht gehalten werden sollten. Die jungen Tierschützer lernten, was zur Reiterausrüstung gehört. Sie durften Helm, Reithose und Trense in die Hand nehmen. Anhand von Bildern und Erzählungen tauchten die Kinder dann in die Welt des Reitsports ein. Sie

erfuhren viel über Polo, Galopprennen, Distanz-, Dressur-, Trab- und Springreiten und stellten dabei fest, dass der nach außen präsentierte Glanz nicht immer ohne Schaden für die Tiere ist. In Kleingruppen erkundeten die Kinder die Messe „Pferd & Hund“ in den Dortmunder Westfalenhallen. Sie nahmen die Händler, Pferdeboxen, Züchter, Reitverbände, Reitschulen und natürlich auch die ausgestellten Pferde genau unter die Lupe. Wenn sie Mängel entdeckten, sprachen sie die Verantwort-

lichen an, von denen allerdings nicht alle einsichtig reagierten. Auch die Pferdeshows beobachteten die jungen Tierschützer kritisch. Bei einer Nachbesprechung erzählte jedes Kind, was ihm besonders gut gefallen hatte oder was es schlecht fand. Dramatische Videos zeigten den Kindern dann, welchen Gefahren Sportpferde ausgesetzt sind. Von einigen Unfallvideos waren die Kinder so geschockt, dass sie die Abschaffung des Pferdesports forderten.

Pferdesport kann Spaß machen Die Gruppenleiter lenkten etwas ein und erklärten, dass der Pferdesport im richtigen Maß und mit den richtigen Methoden auch ein Vergnügen für Pferd und Reiter sein kann. Ein Gespräch über Ponykarussells auf Jahrmärkten rundete das ThemenWochenende der Tierschutzjugend ab. Jedes Kind hatte schon mal eine solche Reitbahn gesehen oder war sogar dort geritten. Die vorgelesene Geschichte eines Ponys in einem solchen „Karussell“ machte jedoch allen schnell klar, dass diese Arbeit dem Tier keine Freude macht. Abschließend überlegten und diskutierten die Kinder, wie sie das neu gewonnene Wissen umsetzen könnten, um Pferden zu helfen.

Worpswede

Junge Helfer im Katzenhaus

D Als Dankeschön überreichte die Vorsitzende Kathrin Schulze den Kindern Urkunden.

36 du und das tier

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as Nachwuchsteam des Tierschutzvereins Lilienthal, Worpswede, Grasberg verbringt viele Nachmittage im Katzenhaus des Vereins, um zu helfen. Doch fünf der Kids wollen den Tierschutzverein noch deutlicher unterstützen. Sie stehen mit Sammelbüchsen vor dem Supermarkt und der Zoohandlung, wo sie auch um Sachspenden bitten. Und sie verkaufen selbst gebackenen Kuchen. Sie, das sind Jana, Jule, Julia, Swantje und Amelie. 250 Euro und Futterspenden brachten die Mädchen zusammen. Um Mangel an Nachwuchs muss der Verein sich inzwischen offenbar keine Sorgen mehr machen.


Tierschutzjugend Traunstein

A

n einem verkaufsoffenen Sonntag informierte die Tierschutzjugend Traunstein die Kunden eines Gartencenters über artgerechte Kleintierhaltung. Die Jugendlichen zeigten ungeeignetes Kleintierzubehör – darunter offene Drahtlaufräder für Hamster, Salzlecksteine oder Leckerlis wie Joghurtdrops. Und sie präsentierten Produkte, die Tierfreunde mit gutem Gewissen kaufen können: geschlossene Laufräder aus Naturmaterialien und gesundes Futter wie Heu, Gemüse und Äste zum Beknabbern. Die jungen Tierschützer hatten viel Aufklärungsarbeit zu leisten, denn bei Gesprächen mit Stand-Besuchern

Jugendtermine

Weitere Aktivitäten der Deutschen Tierschutzjugend Noch mehr Aktivitäten der Deutschen Tierschutzjugend und viele Anregungen zu Aktionen für junge Tierschützer sind im Jugendportal des Deutschen Tierschutzbundes zu finden unter www.jugendtierschutz.de

traten einige Missverständnisse zutage. So meinten viele, dass Kaninchen und Meerschweinchen sich gut gemeinsam halten ließen. Die Tierschutzjugend machte deutlich, dass sich für Meerschweinchen nur Meerschweinchen und für Kaninchen nur Kaninchen als Lebensgefährten eignen. Der Aktionstag hat gezeigt, dass hier weiter viel Aufklärungsarbeit nötig ist.

Wesendorf

Projekt soll Schule machen

E

ine Projektwoche im Herbst schülern nahebringen. Sie haben eine gab den Anstoß. „Tiere leiden Website erstellt (www.obs-wesendorf. stumm“ hieß das Projekt, das de/aktivitaeten/projekt_10ar_2013), die Klasse 10aR der Oberschule We- erschütternde Videos geladen und sendorf wählte. Doch das Leid der sie zeigen auch die Zusammenhänge Tiere, über das sie im Rahmen ihrer zwischen Fleischkonsum und Tierleid. R e ch e rch e n Mit T-Shirts und immer mehr erArmbändern, die sie in der fuhren, ließ die Schule verSchülerinnen kaufen, wollen und Schüler die Jugendnicht mehr lichen Geld los. Sie wollten sammeln, das weitermachen. sie an den Fast alle haben Tierschutzverselbst mindesein Gifhorn tens ein Tier zu spenden. Um Hause, das sie Die Tierschutzgruppe der Klasse 10aR der noch mehr liebhaben und Oberschule Wesendorf gut versorgen. tun zu können, Welch qualsuchen sie weivolles Leben Mastschweine bis zur ihrer ter Sponsoren. Vera Steder, die VorsitSchlachtung ertragen müssen und wie zende des Tierschutzvereins Gifhorn, grausam Hähnchenmäster mit den ih- freut sich über das Engagement der nen anvertrauten Tieren umgehen, das Schüler: „Es ist eine tolle Aktion und und mehr wollen sie jetzt auch ihren Mit- ihr seid eine tolle Klasse.“

21.02. – 23.02.2014: 42553 Velbert – Haie – gefürchtet, gejagt, getötet. Für Kinder von 8 –13 Jahren. Kosten: 20 Euro, Info: Tierschutzjugend NRW, Tel.: 02323-51616, E-Mail: herne@tierschutzjugend-nrw.de 22.02.2014: 99817 Eisenach – Workshop: „Aussetzen und Entsorgen von Katzenkindern – das Tier als Objekt in der Wegwerfgesellschaft. Für Jugendliche von 11 – 16 Jahren. Anmeldung bis 14.2.14, Tierheim Eisenach, E-Mail: tierschutzverein. esa.pressesprecher@web.de 01.03.2014: 85579 Neubiberg – Jugendleiterschulung-Tagesseminar. Kosten: 15 Euro, Anmeldung bis 15.2.2014, Bayerische Tierschutzjugend, Tel.: 08742-965046 E-Mail: tanja.glasl@web.de 08.03.2014: 85659 Forsten – Vegetarische-Vegane Küchenparty. Kosten: 10 Euro. Info: Bayerische Tierschutzjugend (s.o.) E-Mail: tanja.glasl@web.de 21.03. – 23.03.14: 842553 Velbert – Bienchen, Bienchen, gib mir Honig. Für Kinder von 8 – 13 Jahren. Kosten: 20 Euro, Info: Tierschutzjugend NRW (s.o.), E-Mail: herne@tierschutzjugend-nrw.de 28.03. – 30.03.14: 845899 Gelsenkirchen – Jugendleiterschulung für Gruppenleiter und Betreuer. Für Jugendliche ab 17 Jahren sowie Erwachsene. Kosten: 20 Euro, Info: Tierschutzjugend NRW (s.o.) 12.04. – 19.04.14: 79695 Wieden – Kindertierschutzferien im Schwarzwald. Für Kinder von 8 – 12 Jahren. Kosten: 190 Euro, Info: Tierschutzjugend NRW (s.o.) Weitere Jugendtierschutztermine:

www.tierschutzbund.de/ jugendtermine du und das tier 1/2014 37

FOTOS: TIERSCHUTZVEREIN LILIENTHAL, TIERSCHUTZJUGEND NRW (2), SCHOLZ/ISENHAGENER KREISBLATT, TIERSCHUTZJUGEND TRAUNSTEIN

Zubehör für Kleintiere unter der Lupe

Nicht verpassen:


[ DRAUSSEN] Krötenwanderung

Gefährliche Rückkehr zu den Wurzeln Straßenschilder mahnen Autofahrer zu besonderer Vorsicht während der Wanderungsperioden.

Obe kont Stres

Die auc übe

Nach der ersten Tauperiode wandern jedes Jahr Millionen Amphibien aus den Winterquartieren zu ihren Laichgewässern. Doch es werden von Jahr zu Jahr weniger. Damit möglichst viele Kröten, Frösche und Molche für Nachwuchs sorgen können, ist aktive Hilfe gefragt und die kann jeder leisten.

Z

ur Mittagszeit hat der Regen eingesetzt. Der Boden weicht allmählich auf, die Temperaturen steigen auf über fünf Grad plus. Genug, um die ersten Erdkrötenmännchen zu wecken. Noch ein bisschen steif kriechen sie aus ihren Unterschlüpfen und machen sich auf den Weg. Der ist teilweise mehrere Kilometer lang und aufgrund zahlreicher Hindernisse oft beschwerlich. Gewandert wird nur in der Dämmerung und frühen Nacht. Regnet es weiter und die Nächte sind frostfrei, schlüpfen auch die Weibchen aus ihren Winterquartieren. Mindestens drei, oft aber auch bis zu acht Jahre alt sind die Erdkrötenweibchen,

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die nach der ersten Tauperiode zu ihren Wurzeln zurückkehren – Erdkröten sind Frühlaicher, die je nach Witterung schon ab Ende Februar oder Anfang März unterwegs sind. Die meisten anderen heimischen Frösche und Kröten verharren dann noch in der Winterstarre.

Zurück zum Laichgewässer Erdkröten sind die Ortstreuesten unter unseren Amphibien. Sie finden immer wieder den Weg zu dem Wasser, in dem sie selbst ihre Ei- und Larvenzeit erlebt haben. Über Straßen, die in der Zwischenzeit gebaut wurden, durch Gärten, die vor Jahren noch Brachland waren oder über Erd-

beerfelder, für die ein Wäldchen abgeholzt wurde. Wie sie das schaffen, ist noch nicht abschließend geklärt, vermutlich orientieren sich die Tiere unter anderem auch über das Magnetfeld der Erde. Aufgehalten werden die Millionen Weibchen, die jetzt zu ihrem Heimatgewässer wandern, nicht nur durch die veränderte Umwelt, sondern auch von den balzenden Männchen, die alles, was nach Weibchen aussieht, umklammern und nicht mehr loslassen. Nur mit viel Glück erreichen die Erdkröten ihr Ziel und finden „ihren“ Teich unversehrt wieder. Unzählige werden Opfer des Verkehrs oder ver-


Die klammernden Erdkrötenmännchen lassen auch beim Versuch, den Krötenzaun zu überklettern, nicht von ihrer Partnerin ab.

enden an neu errichteten Mauern und Zäunen. Hunderttausende aber verdanken ihr Weiterleben und die Chance, für Nachwuchs zu sorgen, den vielen ehrenamtlichen Tierfreunden, die Wache stehen, als Lotsen Straßen sichern und Tag für Tag die Fangeimer kontrollieren. Denn die Wege der Krötenwanderungen sind bekannt. Im Umkreis von drei bis maximal sechs Kilometern rund um ein Laichgewässer warnen öffentliche Schilder die Autofahrer, manche Gemeinden sperren sogar Kreisstraßen, die von den Kröten besonders hoch frequentiert werden. Andere haben Krötentunnel errichtet, die unter diesen Wanderstraßen durchführen. Das ist allerdings nicht überall möglich. Deshalb bleiben nur Krötenzäune und Auffang­eimer. Fast immer sind es Tierschutz- und Naturschutzvereine, die mit Freiwilligen die oft viele Hundert Meter langen Zäune errichten. Die gilt es anschließend

Auch andere Lurche wandern Doch nicht nur Erdkröten wandern zur spätwinterlichen Tauperiode: Auch Gras- und Laubfrosch, Knoblauchkröte und sogar Molche entfernen sich im Sommer von ihren Laichgewässern, um erst im Frühjahr dorthin zurückzukehren. Sie sind allerdings nicht nur durch den Straßenverkehr gefährdet, sondern auch durch den Verlust ihrer Laichgewässer und ihres Lebensraumes. Viele von ihnen suchen im Winter Quartier in Kellerschächten und ungeheizten Souterrainräumen. Sie vertrocknen dort, wenn niemand sie findet und in einen Alternativ-Unterschlupf (Steinhaufen mit Heu gefüllt, Komposthaufen, Reisighaufen mit Altlaub) setzt. Aus den Schächten finden viele den Weg nicht mehr nach draußen: Ein dicker Ast könnte ihnen als Leiter dienen, ein paar aufeinandergeschichtete Steine als Treppe. Wo Lurche Unterschlupf nahe den Häusern suchen, kann

ein Teich oder Tümpel im Garten sie zum Ablaichen im Frühjahr animieren – ohne menschliches Eingreifen. In den letzten Jahrzehnten bedroht auch eine Seuche die Amphibien – nicht nur hierzulande, sondern weltweit: Der Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis – kurz BD – gilt als Mitverursacher des weltweiten Amphibiensterbens. Ausbreiten konnte sich der Pilz über die Einfuhr sowie den Handel mit Amphibien und wurde so in Europa eingeschleppt. Befallene Frösche und Kröten erkranken allerdings nicht zwangsläufig. Umso wichtiger, dass jeder von uns das Seine tut, um den Lebensraum der Lurche zu schützen und dem Sterben der Arten, von denen viele schon jetzt bedroht sind, Einhalt zu gebieten.

AKT I V WER DE N • Melden Sie sich bei der Unteren Naturschutzbehörde, Ihrem örtlichen Tierschutzverein oder einer Naturschutzorganisation als „KrötenInspektor“. Helfen Sie beim Errichten von Krötenzäunen und der Kontrolle von Zäunen und Auffangeimern. • Melden Sie auffällige Totfunde (viele Tiere) von Kröten und Fröschen bei diesen Stellen. • Umfahren Sie Straßen mit Krötenwarnschildern oder reduzieren Sie Ihr Tempo drastisch, vor allem in den Dämmerungsstunden. • Halten Sie öffentliche Gewässer, die den Tieren als Lebensraum oder Laichplatz dienen können, sauber. • Gärtnern Sie biologisch ohne Gifte und setzen Sie heimische Pflanzen ein. • Bieten Sie Amphibien Schutzquartiere durch Komposthaufen, Steinhügel und Altholzhaufen. • Legen Sie im Garten ein Gewässer an, auch kleine Tümpel bieten Lurchen Laichmöglichkeiten. • Halten Sie den Gartenteich frei von Fischen und Zierenten, den größten Fressfeinden von Laich und Larven. • Kontrollieren Sie Ihre Keller und Kellerschächte bei Frostbeginn und zur Tauperiode regelmäßig auf gefangene Lurche oder dichten sie diese mit einem Schutzgitter ab.

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FOTOS: DT. TIERSCHUTZBUND (2), PANTHERSTOCK.COM/A. HAAS, DREAMSTIME.COM/KRISTOFFERPETTERSSON83

Oben: Die Fangeimer müssen regelmäßig kontrolliert werden, um den Kröten unnötigen Stress zu ersparen.

regelmäßig abzulaufen. Die Tiere werden über die Straßen getragen und auf der anderen Seite freigelassen. Übrigens auch auf dem Rückweg, denn die Weibchen wandern sofort nach der Eiablage wieder ab. Die Auffangeimer müssen mehrmals pro Nacht – zur Abend- und Morgendämmerung – kontrolliert und eingesammelte Kröten auf der sicheren Seite freigelassen werden. Vier bis sechs Wochen dauert die Hin- und Rückwanderung der Erdkröten. Für die ehrenamtlichen Helfer, die dringend gebraucht werden, viele Nächte, die sie buchstäblich auf der Straße verbringen. Helfer benötigen grundsätzlich eine Genehmigung, um die Tiere aufzusammeln und sie beispielweise von einer Straßenseite auf die andere zu bringen. Diese erteilt die Naturschutzbehörde bei schriftlicher Anfrage. Alle 21 heimischen Amphibienarten stehen unter Naturschutz. Sie dürfen genauso wenig wie ihr Laich oder ihre Larven der Natur entnommen werden und sind nach dem Aufsammeln wieder freizulassen.


[VOR ORT] HILDESHEIM

„Paradies“ für frei lebende Katzen D

ie Vermehrung der frei lebenden Katzen ist für alle Tierheime ein wachsendes Problem. Die Nachkommen solcher Tiere sind scheu, flüchten vor dem Menschen und sind deshalb kaum vermittelbar. Das Leben in dem für ihre Verhältnisse engen Tierheim bedeutet Dauerstress für sie, doch draußen können sie kaum adäquat medizinisch versorgt werden. Der Tierschutzverein Hildesheim hat einen Weg gefunden, wie frei lebenden Katzen in Einzelfällen geholfen werden kann. Auf einem Teil seines Tierheimgeländes hat der Verein schon vor einigen Jahren ein 2.300 Quadratmeter großes Grundstück eigens als Lebensraum

für frei lebende und schwer oder gar nicht zu vermittelnde Katzen und Kater eingerichtet. Innerhalb einer hohen Umzäunung haben die Tierschützer ein Paradies für die scheuen und misstrauischen Samtpfoten geschaffen. Überall entdeckt man Katzenverstecke aus Naturmaterialien, in die sich die Tiere zurückziehen können, Brücken aus dicken Ästen und geflochtenem Tauwerk, kleine Schutzhütten und sogar einen Teich. Auch für die kalte Jahreszeit ist gesorgt. Ein beheizbares Gartenhaus mit Kuschelplätzen sorgt für Wärme, die die Tiere in ihrer Vergangenheit so vermissen mussten. Die Katzen und Kater werden an den Kontakt zum

Hier haben die Katzen viel Platz und Abwechslung.

Bei Kälte können sich die Katzen ins Gartenhaus zurückziehen. Pflegepersonal und zu ehrenamtlichen Helfern gewöhnt. Bisweilen gelingt es auch, eine Katze, die durch diesen Kontakt und vor allem durch das stressfreie Leben Vertrauen gewonnen hat, an verantwortungsvolle Katzenfreunde zu vermitteln. Tierschutzvereinen, die

ein ähnliches Projekt planen und über einen ausreichend großen Platz verfügen, ist zu empfehlen, den Hildesheimer Tierschutzverein zu besuchen. Dort können sie sich nützliche Ratschläge für den Bau und die Gestaltung eines solchen „Katzenparadieses“ einholen.

AUGSBURG

Gnadenhof und Museum D

Die ersten tierischen Bewohner sind schon da. Weitere werden nach der Fertigstellung folgen.

ie ersten Nutznießer des neuen Gnadenhofes waren Kaninchen. Aus mangelhafter Tierhaltung befreit, führen sie jetzt ein artgerechtes Leben. Mit ihnen picken Hühner an der frischen Luft, und Zwergziegen beknabbern die Sträucher. Doch dabei soll es nicht bleiben – vom Projekt Gnadenhof Gut Morhard des Augsburger Tierschutzvereins sollen weitere tierische Bewohner und die Mitarbeiter profitieren. Neben Unterkünften für die Vollzeit-Tierschützer sollen noch Bauwerke wie ein Wirtschaftsgebäude entstehen. Fest eingeplant ist der Umzug der Dr. Heinz-Fischer-Sammlungen des Naturmuseums Königsbrunn. Dazu sollen pädagogische Angebote wie die Vermittlung von Tier- und Naturschutz und Exkursionen stattfinden. Das geräumige Wirtschaftsgebäude in Königsbrunn, vor den Toren Augsburgs, mit zwei Hektar Grund hat

Hedwig Morhard, eine Tierfreundin, dem Tierschutzverein im Jahr 2011 vererbt. Eine zusätzlich von ihr vererbte stattliche Summe hatte den ersten Um- und Anbau ermöglicht. Die Eröffnung des Gnadenhofs Gut Morhard fand unter der Schirmherrschaft des Ex-Bundestagsvizepräsidenten Eduard Oswald statt. Das Team des Tierschutzvereins um Vorstandsvorsitzenden Heinz Paula will im Gnadenhof Haus- und Nutztieren ein besseres Leben als bisher ermöglichen. 2014 soll der zweite Bauabschnitt erfolgen. Dann möchte der Tierschutzverein im Gnadenhof auch Seminare und Diskussionsveranstaltungen anbieten. In Kooperation mit Vereinen, Firmen und Schulen möchte er Tiere den Menschen näherbringen. Heinz Paula schwebt eine „Einrichtung für die ganze Familie“ vor, die Kindern anschaulich Tier- und Naturschutz vor Augen führt.


DRESDEN

Tierschutz in der Ringvorlesung M

it jeweils einem 90-minütigen Vortrag unterstützten Dr. Henriette Mackensen und James Brückner von der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes die Umweltringvorlesung „AusNutztier“ der Umweltinitiative der Technischen Universität (TUUWI) Dresden. Lisa Höntzsch, Studentin der Politikwissenschaft an der TU, hatte die bis Januar 2014 andauernde Ringvorlesung für die Studenten organisiert. Thema der zwölf stattfindenden Vorlesungen war das Verhältnis des Menschen gegenüber dem Tier, seine Benutzung und die Folgen daraus für die Tierwelt. Mackensen steuerte einen Vortrag über Heimtiere bei. Sie ging darin insbesondere auf die Herausforderungen ein, die sich aus einer Diskrepanz zwischen den Haltungsansprüchen der Tiere und den Vorstellungen von Menschen ergeben,

aber auch auf Missbrauch und Vernachlässigung wie beispielsweise Animal Hoarding. Grundsätzliche Fragen nach der Eignung eines Tieres als Heimtier klärte sie ebenfalls in der Diskussion. Brückner widmete sich in seinem Vortrag dem Thema Zoo und Zirkus, in dem er die grundsätzlichen Probleme jener Tierhaltung beleuchtete. Zudem zeigte er anhand von Beispielen, welche Missstände auch heute nach wie vor bestehen und warum im Zirkus gänzlich auf eine Haltung von Wildtieren beziehungsweise im Zoo zumindest von speziellen Tierarten, wie beispielsweise Eisbären, verzichtet werden sollte. Rund 120 Zuhörer aus verschiedenen Studiengängen nahmen an dieser Ringvorlesung teil. Aufgrund des regen Interesses der Studierenden soll die Ringvorlesung im nächsten Semester wiederholt werden.

Die Studenten bei einer der zwölf Vorlesungen zum Thema „AusNutztier“ in Dresden.

René Renz mit einer Echse der Alligator-Action-Farm.

FRIEDBERG-OCKSTADT

Aus für AlligatorAction-Farm D

em für den tragischen Tod der Elefantenkuh Mädi im Juni 2013 im estnischen Narva verantwortlichen René Renz (s. du und das tier Ausgabe 4/2013) wird die Erlaubnis nach Paragraf 11 Tierschutzgesetz zum 1. März 2014 entzogen. Das zuständige Landratsamt Wetteraukreis hatte dies im Dezember 2013 mitgeteilt. Damit einher geht auch das Aus der „Alligator-Action-Farm“ im hessischen FriedbergOckstadt, auf der Renz Alligatoren, Schlangen und Leguane zur Schau gestellt hatte. „Insbesondere in diesem Jahr haben sich Fälle ereignet, die zu berechtigten Zweifeln an der notwendigen Zuverlässigkeit der Betreiber der Alligatorfarm Anlass geben“, teilte Landrat Joachim Arnold (SPD) Ende Dezember mit. Insbesondere gehe es um den Tod der Elefantenkuh Mädi in Estland. Eine Strafanzeige gegen René Renz sei bereits gestellt. Auch bei der Haltung der Reptilien hatten Experten eine wiederholte Missachtung von Tierschutz und tierseuchenrechtlichen Vorschriften festgestellt. Auch die Sicherheitsvorkehrungen seien nicht eingehalten worden. So habe Renz für das Schwimmen mit Alligatoren oder die Ausrichtung von Kindergeburtstagen mit direktem Kontakt geworben. Falls Renz Widerspruch gegen die Verfügung einlegen sollte, hätte diese keine aufschiebende Wirkung. Der Deutsche Tierschutzbund hatte die zuständigen Behörden schon lange vor Mädis Tod auf die unzureichende Sachkenntnis von René Renz hingewiesen. Neben der Alligatorfarm betrieb Renz auch die Wanderausstellung „Land der Reptilien“, bei welcher der Deutsche Tierschutzbund in den vergangenen Jahren ebenfalls mehrfach Missstände bei der Tierhaltung festgestellt hatte. Auch für Bruder Daniel Renz, Betreiber des mittlerweile insolventen Skandalzirkus „Universal Renz“, hat der Deutsche Tierschutzbund aufgrund zahlreicher Tierschutzprobleme den Entzug der entsprechenden Genehmigung bei der Behörde eingefordert.

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Vorsitzendee

[VOR ORT] KÖLN

Karmetta-Preis für Hunde-Besuchsdienst D

ie Kölner Residenz am Dom bildete den feierlichen Rahmen bei der Vergabe des Förderpreises der Karmetta-Stiftung, die gemeinnützige Projekte zum Wohl von Mensch und Tier unterstützt. „4 Pfoten für Sie“, der HundeBesuchsdienst für Menschen mit Demenz in Trägerschaft der Alexianer Köln GmbH, erhielt dieses Mal den mit 1.000 Euro dotierten Preis. Bernd Oppermann, Vorstandsvorsitzender der KarmettaStiftung, beschrieb das Projekt als einen innovativen Beitrag dazu, an Demenz erkrankten Menschen durch die Begegnung mit speziell geschulten Hundehaltern und ihren Tieren neue Lebensfreude zu schenken. Im Namen des vorherigen Preisträgers, dem

Deutschen Tierschutzbund, gratulierte dessen Präsident Thomas Schröder. Er hatte 2012 von der Kölner Stiftung den Förderpreis für die Ini­tiative des Deutschen Tierschutzbundes zur Ausbildung von Tierschutzlehrern für den fachlich fundierten Einsatz in Schulen entgegengenommen und konnte vermelden, dass nunmehr bereits der zweite Ausbildungs-Lehrgang erfolgreich angelaufen sei. Änne Türke, Projektleiterin des HundeBesuchsdienstes „4 Pfoten für Sie“, berichtete, dass allein in Köln rund 30.000 demenziell erkrankte Menschen leben. 75 Prozent von ihnen würden zu Hause betreut. „Unser Hunde-Besuchsdienst für Menschen mit Demenz ist nicht nur in den meisten Fällen ein

V.l.: Bernd Oppermann, Peter Scharfe, Änne Türke mit Hündin Jona und Heinrich Nopper bei der Verleihung des Karmetta-Preises. wunderbarer Türöffner zur Lebenswelt von Betroffenen. Er entlastet auch für einige Stunden die Angehörigen, die dankbar dafür

sind“, so die Diplom Sozialarbeiterin und ausgebildete Altenpflegerin. Mittlerweile arbeiten rund 60 Besuchsteams in Köln.

KRONBERG

Ein Abend mit dem Hundeversteher Z u seinem 50-jährigen Jubiläum wartete der Kronberger Tierschutzverein mit einer besonderen Veranstaltung auf: Die Tierschützer hatten Hundetrainer Holger Schüler mit Berner Sennenhündin Siska und Retriever Falk zu einer lehrreichen Show eingeladen. Ge-

Holger Schüler und Hündin Siska mit Körpersprache-Signalen.

42  du und das tier  1/2014

wohnt humorvoll und unterhaltsam brachte der Trainer, den viele bereits aus dem Fernsehen kennen, den Zuschauern das Wesen der Hunde und das ihrer Menschen nahe. An selbst erlebten Beispielen schilderte er, wie die Kommunikation zwischen Mensch und Hund normalerweise abläuft. Er erntete dafür kräftigen Applaus – vor allem dann, wenn er Herrchen oder Frauchen den Spiegel vorhielt. Schüler gab aber auch wirksame Ratschläge, wie man die Bindung zu seinem Hund vertiefen, die täglichen Abläufe trainieren und für ein entspanntes und gutes Miteinander sorgen kann. Eine Veranstaltung, die nicht nur Hundefreunde das Verhältnis Mensch-Hund noch besser verstehen ließ.

AHRENSFELDE

Ausstellung im Rathaus

A

nlässlich der 10-Jahresfeier der Gemeinde Ahrensfelde lud deren Bürgermeister Wilfried Gehrke den Tierschutzverein Niederbarnim ein, sich an einer Bilder- und Fotoausstellung im Rathaus zu beteiligen. Die Niederbarnimer, die sich seit vielen Jahren auch dem „Tier in der Kunst“ widmen, bestückten die Bilderschau mit Karikaturen und Fotos ihres Mitglieds Gerhard Poßin. Besucher des Rathauses konnten die Karikaturen des Künstlers zusammen mit den Gemälden der Bernauer Montagsmaler bewundern. Bereits die Ausstellungseröffnung war ein voller Erfolg, und Wilfried Gehrke bewies durch die Integration des Tierschutzvereins in die Jubiläumsfeierlichkeiten seine Nähe zum Tierschutz.


KIEL

REICHELSHEIM

Hessischer Tierschutzpreis verliehen I n feierlichem Rahmen und vor geladenen zwei- und vierbeinigen Gästen verlieh Mark Weinmeister, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV), im Hessischen Landtag in Wiesbaden den mittlerweile zum 17. Mal ausgeschriebenen Hessischen Tierschutzpreis, dotiert mit 2.600 Euro. Über diese öffentliche Anerkennung und das Geld konnte sich diesmal der Verein „Tiere in Not Odenwald“ freuen. Der Verein und sein Tierheim Reichelsheim sind Mitglied im Landestierschutzverband Hessen des Deutschen Tierschutzbundes. Geehrt wurde der Verein für seine herausragende und einzigartige Arbeit mit schwierigen Hunden. Diese werden im Tierheim nicht einzeln, sondern in Gruppen gehalten. Seit einigen Jahren betreut Tiere in Not Odenwald auch Problemhunde aus der ganzen Republik, vorrangig Tiere mit auffälligem Aggressionsverhalten. „Dank der Arbeit

des Vereins konnten die meisten Hunde wieder erfolgreich vermittelt werden. Eine Einschläferung der Tiere konnte so umgangen werden“, lobte der Staatssekretär das Engagement. Ute Heberer, 1.Vorsitzende des Vereins, wurde nach ihrer Dankesrede mit stehenden Ovationen überrascht. Die Jury – die Landestierschutzbeauftragte, Dr. Madeleine Martin, die tierschutzengagierte Journalistin Dr. Claudia Ludwig und Ute Stettner, Leiterin des Ministerbüros – hatte mit der Preisvergabe auch die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins anerkannt, der neben seiner Internetpräsenz auch eine eigene Facebook-Seite betreut und die Zeitschrift „Spreng-Stoff“ herausgibt. Bei einem Großteil der Odenwälder Bevölkerung führe dies zu mehr Verständnis für den Tierschutz. In ihrer Abschlussrede hob Ludwig noch einmal hervor, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für den Tierschutz sei und wie vorbildlich „Tiere in Not Odenwald“ dieses betreibe.

Mark Weinmeister, Staatssekretär im Hessischen Umweltministerium, und Ute Heberer, Vorsitzende„Tiere in Not Odenwald“ (3. und 4. v.l.).

Bundesbeste Tierpflegerin kommt aus dem Kieler Tierheim

S

eit 27 Jahren bildet der Tierschutzverein für Kiel und Umgebung zum Tierpfleger aus, der 40. Auszubildende wird 2014 einen Ausbildungsvertrag erhalten. Maren von Winterfeld begann ihre Ausbildung in einer Tierpension, doch als der Fortbestand des Betriebes unsicher wurde, wechselte von Winterfeld im zweiten Ausbildungsjahr den Betrieb und beendete ihre Ausbildung in Kiel. Schon vorher hatten mehrere Auszubildende des Kieler Tierschutzvereins ihren Abschluss mit Auszeichnung und als Landesbeste absolviert, doch der ganz große Wurf gelang von Maren von Winterfeld. Nicht nur Winterfeld Landesbeste, mit der mit ihrem Note 1,0 wurde sie Hund Bundesbeste der TierRingo. pfleger und reiste zur Auszeichnung und Übergabe der Ehrenurkunde nach Berlin.

GREITZ

S

Mission Hund, Katze, Mann

abine Wonitzki, Tierheimleiterin aus Greiz, kann auf nunmehr 20 Jahre aktive Tierhilfe blicken. In dieser Zeit hat sie Lustiges wie auch Skurriles in ihrem Arbeitsalltag erlebt. Daher erscheint es nur logisch, dass ihrem ersten Buch „In tierischer Mission“, in dem sie ihre Erlebnisse mit viel Witz verarbeitet hat, ein weiteres folgt. In ihrer Neuerscheinung „Mission Hund, Katze, Mann“ entführt sie den Leser auf humorvolle Art und Weise in eine tierische Welt, in der sich die beiden Protagonisten Heidi und Axel ineinander verlieben. Zwischen Arbeitshingabe und auf der Suche nach dem persönlichen Glück, nimmt die Autorin den Leser mit in die Welt von zwei Liebenden, die das Leben auf Umwege schickt, um sie dann doch wieder zueinander zu führen. Das Buch ist unter der ISBN 978-3-940085-74-0 zu beziehen und kostet 9,90 Euro.

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[VOR ORT]

Die neue Anlage für Hunde.

OBERHAVEL

Hundehaus-Einweihung D

ie älteste Bewohnerin durfte als Erste einziehen. Trixie, eine 16-jährige Hundedame, begutachtete das neue Hundehaus mit dem großzügigen Außengelände des Tierheims Tornow und befand es für gut. Die kleine Mixhündin plantschte erst mal im Badebecken und bezog dann eines der Zimmer, wo sie es sich sofort gemütlich machte. Vom neu erstellten Hundehaus zeigten sich auch die zweibeinigen Gäste begeistert, die zahlreich zum Sommerfest in Tornow

erschienen waren. Darunter auch Prominenz wie die Bundestagsabgeordnete Angelika Krüger-Leißner (SPD), der Bürgermeister der Stadt Fürstenberg, Robert Philipp, sowie die Vorsitzende des Landesverbandes Brandenburg des Deutschen Tierschutzbundes, Renate Seidel. Ellen Schütze, Vorsitzende des Tierschutzvereins im Landkreis Oberhavel, begrüßte die Gäste und präsentierte nicht ohne Stolz die neue Anlage: „Den nächsten Winter müssen wir nicht fürch-

RHEINLAND-PFALZ

Tierschutz auf dem Teller Ü ber „Tierschutz auf dem Teller“ hat die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, mit dem Präsidenten des Deutschen Tier-

schutzbundes, Thomas Schröder, dem Vorstandsmitglied der Tönnies Holding, Josef Tillmann, dem Präsidenten des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau, Leo Blum, sowie Eugen Heim

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, erläuterte die Vorteile des Tierschutzlabels.

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ten.“ Aktuell laufen auch schon die Vorbereitungen für den Bau eines Katzenhauses – das nächste Großprojekt für dieses Jahr. Es soll ähnlich dimensioniert wie das Hundehaus sein und etwa 40 bis 50 Katzen Platz bieten. „Wir sind optimistisch, dass wir auch dieses Projekt bis September realisieren können“, so Ellen Schütze.

von der Wasgau AG und Paul Brandsma vom Demeterhof Breit in Wittlich diskutiert. „Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ist der Tierschutz ein hoher Wert, der sich auf Kaufentscheidungen auswirkt“, sagte Höfken. Aber nur, wenn Tierschutzstandards auf Lebensmitteln ersichtlich seien, könnten sich Konsumenten bewusst für tiergerecht erzeugte Produkte entscheiden. Die Ministerin forderte die Schaffung von Grundlagen für eine bundesweit verbindliche und vertrauenswürdige Kennzeichnung. „Bislang hat die Bundesregierung sich geweigert, hier rechtsverbindliche Normen zu schaffen und damit Verbraucher und Wirtschaft allein gelassen. Hier werden wir aber nicht locker lassen“, betonte Höfken. Das Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbunds begrüßte sie als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Die Ministerin erwähnte positiv, dass die Wirtschaft sich mit ih-

Hündin Trixie weiht das Haus ein.

rer „Initiative Tierwohl“ auf den Weg gemacht habe: „Allerdings darf diese Initiative das Ziel, verbindliche Regelungen zu schaffen, nicht durchkreuzen“, so Höfken. Andernfalls drohten Wettbewerbsverzerrungen, Trittbrettfahrer und die Irreführung von Verbrauchern. Thomas Schröder unterstrich die Befürchtungen der Ministerin und erläuterte die konkreten Bedenken des Deutschen Tierschutzbundes gegen die Wirtschaftsinitiative „Initiative Tierwohl“. Dem gegenüber stünden die ineinandergreifenden Kriterien des zweistufigen Tierschutzlabels, das Hühnern und Schweinen tatsächlich verbesserte Lebensbedingungen biete, die für den Verbraucher transparent seien. Waltraud Fesser von der Verbraucherzentrale RheinlandPfalz kritisierte die bisherige Intransparenz der Wirtschaftsinitiative. Sie forderte eine klare, für Verbraucherinnen und Verbraucher nachvollziehbare, Kennzeichnung.


MÜNCHEN

bwohl die bayerische Landesregierung sich im Fall der beiden gigantischen neuen Tierversuchszentren, die in München geplant sind, uneinsichtig zeigt, lassen der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband nicht nach, gegen diese Vorhaben zu protestieren. Das Biomedizinische Centrum (BMC) der Münchner Universität in Martinsried und das Krebsforschungszentrum „TranslaTUM“ der Technischen Universität München sollen zusammen 175 Millionen Euro kosten – finanziert aus Steuergeldern des Freistaates und des Bundes. Für tierversuchsfreie Forschungsansätze, die auch dem neuen Koalitionsvertrag zufolge ausgebaut werden sollen, standen dagegen bislang bundesweit jährlich gerade einmal vier bis fünf Millionen

GETRAUD JUNG/KRONBERG, RALF KURTZE, BARBARA KÄMPER, DPA, TSV OBERHAVEL (2), TSV PLAUEN, FRANZ FROESSL/UMWELTMINISTERIUM

FOTOS: TSV HILDESHEIM (2), FRED SCHÖLLHORN (2), TIERSCHUTZVEREIN AUGSBURG UND UMGEBUNG E.V., LISA HÖNTZSCH, IMAGO, ALEXIANER KÖLN GMBH, TSV NIEDERBARNIM (2),

Protest gegen zwei gigantische Tierversuchslabore O

Die Forschung an Tieren wird ausgeweitet. Euro zur Verfügung. Die neuen Forschungsanlagen werden die ohnehin jährlich rasant steigenden Versuchstierzahlen noch einmal in die Höhe treiben. Der Deutsche Tierschutzbund wandte sich daher in einem Schreiben direkt an den bayerischen Forschungsminister Dr. Ludwig Spaenle, um seine Besorgnis über die geplanten Neuanlagen zu äußern. Der Freistaat könne ein Zeichen setzen, schlug der Verband vor, indem er statt Millionen in Tierversuchsanlagen zu investieren, einen Lehrstuhl für Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen an den Münchner Universitäten einrichte, ein Zentrum für tierversuchsfreie Forschung baue und einen Bayerischen Tierschutzforschungspreis ausschreibe. Die Antwort des Ministers zeigt allerdings, dass die Landesregierung die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt hat. Sie setzt weiter auf die überkommene und grausame Methode „Tierversuch“: Die Bauprojekte sollen weiterhin unterstützt werden. Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.tierschutzbund.de/tierversuchslaboremuenchen

NORDRHEIN-WESTFALEN

Deutscher Tierschutzbund darf klagen L anger Atem zahlt sich aus! Seit Jahren fordert der Deutsche Tierschutzbund von der Bundesregierung ein TierschutzVebandsklagerecht. Während die Regierungskoalition auf Bundesebene das Thema nicht aufgreifen will, haben im vergangenen Jahr, nach Bremen, auch Hamburg, Nordrhein-Westfalen (NRW) und das Saarland beschlossen, die Tierschutz-Verbandsklage einzuführen. Im Dezember hatte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, beim Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen den Antrag gestellt, dass der Deutsche Tierschutzbund als auf Landesebene klageberechtigter

wurde am 7. Januar 2014 ohne Befristung stattgegeben. Nach Paragraf 3 des nordrhein-westfälischen Gesetzes über das Verbandsklagerecht und Mitwirkungsrechte für Tierschutzvereine vom 25. Juni 2013 (TierschutzVMG NRW) kann der Deutsche Tierschutzbund von diesem Recht nun ab sofort Gebrauch machen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Deutsche Tierschutzbund hat nun das Recht, in Verwaltungsverfahren für den Schutz, der den Tieren zusteht, einzutreten und diesen im Bedarfsfall direkt vor Gericht einzuklagen. Damit reiht sich NRW als viertes Bundesland nach Bremen, Hamburg und dem Saarland erfolgreich in die Liste der Bundesländer mit Verbandsklagerecht ein. Auch in

Verband anerkannt wird. Die dafür erforderlichen Voraussetzungen erfüllt der Deutsche Tierschutzbund schon seit Jahren. Seinem Antrag

Rheinland-Pfalz wird die Einführung eines Verbandsklagerechts aktuell diskutiert. Bleibt zu hoffen, dass weitere Länder dem Beispiel folgen.

PLAUEN

Protestzug gegen Tierversuche A

n einem Infostand ihres Tierheims Kandelhof und während eines Protestzugs durch die Innenstadt sammelten die Mitglieder des Tierschutzvereins Plauen Unterschriften für die Europäische Bürgerinitiative STOPVIVISECTION. Zugleich Der Infostand in machten sie sich stark für eine ökoder Innenstadt. logische und soziale Reform der Agrarpolitik und informierten über die Situation des Tierheims. Ausgerüstet mit den blauen Jacken des Deutschen Tierschutzbundes konnten sie viele Bürger auf die aktuellen Anliegen des Tierschutzes aufmerksam machen.

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[ DAS

LETZTE]

du und das tier

Lebende Schaben sollen „verdrahtet“ vom Handy aus gesteuert werden.

Impressum

Herausgeber und Redaktion: Deutscher Tierschutzbund e.V. Baumschulallee 15 53115 Bonn Telefon 0228-60496-0 Telefax 0228-60496-40 Kontakt: www.tierschutzbund.de/kontakt.html Internet: www.tierschutzbund.de Verlag: Ein Herz für Tiere Media GmbH Münchener Straße 101/09 85737 Ismaning Geschäftsführung: Clemens Schüssler, Michael Geringer Chefredaktion: Ursula Birr (v.i.S.d.P.)

Schaben

Herstellungsleitung: Sandra Kho

Ferngesteuerter Wahnsinn

Producer: Grit Häussler Vertriebsleitung: Dr. Regine Hahn Grafik: Anna Lena Ibis Litho: RTK & SRS mediagroup GmbH Bildredaktion: Simone Grafetstetter, Margarete Müller Ständige redaktionelle Mitarbeiter: Wolfgang Apel, Dr. rer. nat. Heidrun Betz, Nadia Wattad Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christine Janssen, Dr. rer. nat. Irmela Ruhdel, Dr. rer. nat. Brigitte Rusche

Mit App und Bausatz sollen lebende Schaben zu Mini-Robotern werden.

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bung mehrfach in Eiswasser gelegt. Laut Paragraf 3 Nr. 11 Tierschutzgesetz ist es auch verboten, ein Gerät zu verwenden, das ein Tier durch direkte Stromeinwirkung zu einer Bewegung zwingt und ihm so nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt. Da den Schaben ihre Fühler abgeschnitten werden, entstehen ihnen irreparable Schäden. Eine solche Ordnungswidrigkeit kann laut Tierschutzgesetz mit Geldbußen bis zu 25.000 € geahndet werden. Demnach ist dieses grausame Experiment in Deutschland nicht legal. Mitte Januar haben außerdem die beiden größten App-Anbieter Google Play und iTunes eingelenkt und verlauten lassen, dass sie die tierquälerische Handy-App nicht zum Download anbieten. Unabhängig von rechtlichen Überlegungen braucht es nur einen Funken Mitgefühl, um zu erkennen, dass ein Lebewesen hier jeder Würde und Freiheit beraubt und zum Spielball menschlicher Neugier und Grausamkeit gemacht wird. Anstatt junge Menschen zu sensibilisieren, ihnen Empathie und Vernunft zu vermitteln, wird mit diesem absurden „Spielzeug“ ihre Hemmschwelle immer weiter gesenkt – eine pädagogische und ethische Katastrophe! CHRISTINE JANSSEN

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E

ine verkabelte Küchenschabe, die sich vom Handy aus fernsteuern lässt? Was sich anhört, wie ein schlechter Scherz, ist seit kurzem erhältlich: die „Roboroach“, zu Deutsch „Roboter-Schabe“. Eine amerikanische Firma hat einen Bausatz entwickelt, den die Kunden einer lebenden Küchenschabe implantieren können. Das Tier lässt sich daraufhin über eine HandyApp fernsteuern. Bei der „Operation“ wird ein Loch in den Rückenpanzer der lebenden Schabe gestochen, ihre empfindlichen Fühler, in denen Geruchs- und Orientierungssinn sitzen, werden abgeschnitten und elektrische Vorrichtungen mit Kleber und Drähten am Körper befestigt. Über einen Sender soll die Schabe dann mittels Stromstößen „gelenkt“ werden. Der Hersteller möchte so angeblich Schüler für die Erforschung von Nervensystemen begeistern. In Deutschland wäre die Anwendung des Bausatzes an lebenden Schaben nach Auffassung des Deutschen Tierschutzbundes nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar. Paragraf 2 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes regelt die art- und bedürfnisgerechte Haltung von Tieren. Von einer artgerechten Haltung der Schaben kann aber nicht die Rede sein,denn die Tiere werden zur Betäu-

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Du und das Tier 1/2014  

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