__MAIN_TEXT__
feature-image

Page 1

Das Kundenmagazin der Durst Phototechnik AG Mai 2015 Wasser


Inhalt

6

Aufbruch in eine neue Ära

24

Large Format wird grün UV-Tinte ist zwar umweltfreund­ licher als ihre stark lösungsmittelhaltigen Vorgänger, stößt angesichts immer schärferer Umweltauflagen jedoch an ihre Grenzen.

Editorial

10

Large Format is getting green: UVinks are more eco-friendly compared to the previous solvent-based inks, but more stringent environmental standards necessitate an alternative.

38

Durst Phototechnik AG

Im Einklang mit der Natur Als führender Hersteller von industriellen Tintenstrahldruckern verbindet die Durst Phototechnik AG Bodenständigkeit mit Modernität. In Harmony with Nature: The leading manufacturer of industrial inkjet printers, the Durst Phototechnik AG, combines a down-to-earth mentality with a modernity-oriented approach.

Wasserfußabdruck

Leben auf zu großem Fuß

surfaces 01 — Inhalt

Seit mehr als zwei Jahrzehnten befindet sich die Menschheit im ökologischen Overshoot.

4

Living beyond our means: For the last several decades, humanity has exceeded its ecological carrying capacity.


Content 44

44

Keramiktinte

56

Umdenken in der Industrie Wie schnell Nachhaltigkeit zu einer zentralen Anforderung werden kann, zeigt ein Beispiel aus der Keramikfertigung in Italien. Facing issues and finding solutions: An example from the ceramics industry in Italy illustrates, how sustainability can suddenly develop into a central issue.

60

Kürten & Lechner

KL Druck – Nachhaltig gut Um den Kundenforderungen zu mehr Nachhaltigkeit gerecht zu werden, setzt KL-Druck seit einigen Jahren auch auf wasser­ basierte Tinten. Mascioni

Verantwortung mit Weitsicht Beim italienischen Textilveredler Mascioni stehen seit jeher drei Dinge im Vordergrund: Qualität, Innovation und Respekt für die Umwelt. Implementing Ecological Accountability: The Italian textile finisher Mascioni has always focused on the three core issues of quality, innovation and respect for the environment.

surfaces 01 — Content

KL Druck – Environmentally ­benign: To meet the customers’ increasing focus on a sustainable production process, KL Druck introduced water-based inks some years ago.

5


6

surfaces 01 — Editorial


Editorial Wasser – Quelle des Lebens und Quelle der künftigen Anforderungen an die Produktion

Liebe Leserinnen und Leser,/ Dear Reader, es freut mich ganz besonders, wenn Sie diese Zeilen in unserem neuen Kundenmagazin ›Surfaces‹ lesen. Als Nachfolger des Newsletter ›Process‹ wird ›Surfaces‹ künftig viermal jährlich erscheinen, Ihnen die Welt der Durst Phototechnik AG näherbringen und zentrale Themen, die uns und unsere Branche bewegen, ansprechen. Die Freude am Gedruckten, am Haptischen, und die Passion für Bilder haben mich dazu bewogen, das Kundenmagazin ganz gegen den Trend in gedruckter Form zu bringen. Das heißt nicht, dass ich die Vorzüge des Web nicht zu schätzen wüsste. Allerdings sehe ich weiterhin einen großen Vorteil darin, anspruchsvolle Inhalte zur Inspiration und Vertiefung ›anfassbar‹ zu machen. Print-Magazine bieten über die Wahl von Farben, Grafiken, Bildern, Typografie und Layouts enorme Möglichkeiten, Inhalten zum Teil unterschwellig Nuancen mitzugeben und mit bestimmten Assoziationen zu verknüpfen.

it is a great pleasure for me, that you are holding this first issue of ›Surfaces‹, our new customer magazine, in your hands. ›Surfaces‹ is replacing our newsletter ›Process‹ and will see four editions annually. It will address relevant issues for our industry and inform you about any developments within the

Die Verantwortung für unseren Lebensraum ist bei Durst seit jeher tief verankert und spiegelt sich im Bestreben wider, Prozesse mit Hilfe der Digitaltechnologie nicht nur effizienter, sondern auch verträglicher für Mensch und Umwelt zu gestalten. So hat zum Beispiel die Inkjet-Techno-

My enjoyment of print, the feel of the finished product, as well as my passion for images have inspired me to go against the trend and to publish our customer magazine in a printed form. Of course, I am aware of the benefits the web provides, nevertheless, I believe, that the advantage of print is its ability to create a ›haptic‹ sensation, to present sophisticated content and imagery in a way that makes it tangible and therefore more easily processed. The arrangement of colors, graphics, images, typography

surfaces 01 — Editorial

Durst Phototechnik AG.

Die Erstausgabe ist dem Thema ›Wasser‹ gewidmet. Eine lebenswichtige Ressource, die in vielen Ländern zunehmend knapp wird, weil wir mit ihr häufig zu verschwenderisch und unbedacht umgehen. Glücklicherweise hat in vielen Unternehmen ein Umdenken eingesetzt, und gerade die Textilindustrie als ein bedeutender Wasserverbraucher ist gefordert. Ich bin mir sicher, dass wir hier in naher Zukunft eine ähnliche Nachhaltigkeitsoffensive wie beim CO2-Ausstoß erleben werden. Große Marken­ artikler haben bereits die Initiative ergriffen und fordern auch von ihren Zulieferern, Wasser effizient einzusetzen.

7


logie entscheidend dazu beigetragen, den Wasserverbrauch im Druckprozess zu reduzieren. Aber reicht das aus, um sich zurückzulehnen und sich auf seinem ökologischen Gewissen auszuruhen? Wir meinen: Nein.

surfaces 01 — Editorial

Mit der ›Durst Water Technology‹ verfolgen wir eine langfristige Strategie, um wirklich ›grüne‹ Druckergebnisse zu liefern. Im Einklang mit der Unternehmensphilosophie entwickeln wir Lösungen, die die Umwelt möglichst wenig belasten. Wasserbasierte Dispersions-, Säure- und Reaktivtinten, die ohne flüchtige organische Verbindungen auskommen, waren ein erster Schritt. Sie finden seit Jahren Einsatz im Textil- und Soft Signage-Druck und ermöglichen es unseren Kunden, schadstofffreie Produkte auf den Markt zu bringen.

8

Eine zusammen mit der renommierten Christian Doppler Forschungsgesellschaft vorangetriebene Entwicklung geht noch einen Schritt weiter und hat das Potenzial, eine neue Ära im Large-Format-Printing einzuleiten: Den Chemikern und Physikern von Durst und des Doppler-Labors ist es gelungen, eine Tinte auf Wasserbasis herzustellen, die

and layout in print magazines makes it possible to transport underlying connotations and to link content with directed associations. This first issue of ›Surfaces‹ is dedicated to ›Water‹, a vital resource that is getting increasingly scarce in many countries, because too often it is used wastefully and inconsiderately. Fortunately, many companies are rethinking their position, especially the textile industry as a large water consumer must react. I am confident, that we will shortly see an effort towards more sustainable action, similar to the recent developments regarding curbing CO2 emissions. Major branded companies have already taken the first steps and expect their suppliers to make efficient use of water. Durst’s responsibility for its Lebensraum has always been deeply rooted and is reflected in its endeavor to implement digital technologies, not only to create more efficient processes, but also to lower their impact on mankind and the environment. The inkjet technology for example had a significant influence on the reduction of water consumption for print processes. Enough done to lean back and rest on our ecological laurels? We clearly say: No! The ›Durst Water Technology‹ is a long-term strategy to generate truly ›green‹ print results. In line with our corporate philosophy, we are developing solutions with the lowest environmental impact. Water-based dispersion-, acid-, and reactive inks that require no volatile organic compounds (VOC) were an important first step. They have been used for some years now for textile- and soft signage print processes and enable our customers to market non-toxic products. One of our current research projects, carried out in cooperation with the renowned Christian Doppler Research Institute, goes one step further and has the potential to call in a new era for large-format printing: The chem-


»Lust auf Innovation und Respekt vor den Menschen und den Bergen – unserer Umwelt – sind die treibenden Kräfte des täglichen Schaffens bei Durst.« sich in vielen Bereichen als verträglichere Alternative zu heutigen UV-Tinten etablieren dürfte. Dabei geht es nicht darum, die bisherige Technologie auf einen Schlag abzulösen, sondern um einen evolutionären Prozess. Tinte, Druck- und Trocknungssysteme werden Zug um Zug weiterentwickelt, um ein neues migrations-, schadstoff- und geruchsfreies Gesamtsystem zu erhalten, das optimal auf verschiedensten Substraten haftet. Lust auf Innovation und Respekt vor den Menschen und den Bergen – unserer Umwelt – sind die treibenden Kräfte des täglichen Schaffens bei Durst. Diese Werte möchte ich Ihnen gerne mit ›Surfaces‹ vermitteln. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre – und schreiben Sie mir, wenn Sie das ein oder andere Thema vertiefen möchten.

ists and physicists from Durst and the Doppler Institute have managed to produce a water-based ink system which will establish itself in many segments as a more eco-compatible alternative to today’s UV-inks. Our aim is not to suddenly make existing technologies obsolete, but to initiate an evolutionary process that drives the consequent development of ink, printing- and drying systems to create a non-toxic and odorless system with optimal adherence properties on any substrate. »The drive for innovation and the respect for people and the mountains – our environment – are the underlying values of our daily activities at Durst.« The intention of ›Surfaces‹ is to convey these values. I hope you enjoy reading – and please get back to me, if you would like to explore a particular subject.

Christoph Gamper – CEO Durst Group

surfaces 01 — Editorial

Ihr/Yours

9


Im Einklang mit der Natur

surfaces 01 — Durst Phototechnik AG

In Harmony with Nature

10

Als führender Hersteller von industriellen Tinten–

The leading manufacturer of industrial inkjet printers,

strahldruckern verbindet die Durst Phototechnik AG

the Durst Phototechnik AG, combines a down-to-earth

Bodenständigkeit mit Modernität. Für Dr. Richard Piock,

mentality, deeply rooted in its traditions and origins,

der über drei Jahrzehnte das Unternehmen maßgeb­­–

with a modernity-oriented approach. For Dr. ­Richard

lich geprägt hat, ist die soziale und gesellschaftliche

Piock, who significantly contributed to the corporate

Verantwortung für den Lebensraum Kennzeichen eines

development throughout three decades, the social and

vorausschauenden Unternehmens.

communal responsibility for its Lebensraum is characteristic for a forward-looking company.


11

surfaces 01 — Durst Phototechnik AG


12

surfaces 01 — Durst Phototechnik AG


13

surfaces 01 — Durst Phototechnik AG


surfaces 01 — Durst Phototechnik AG

Der ›Bergkristall‹ im Lienzer Talboden in Österreich zählt zu den markantesten Bauwerken der Region. Das 2009 fertiggestellte Gebäude der Durst Phototechnik Gruppe besteht aus einer begrünten Halle sowie einer luftigen Stahl-GlasKonstruktion, in der Büros untergebracht sind. Die Kristallform wurde gewählt, weil Durst als Hightech-Unternehmen mit Grundlagenforschung diese Innovationsorientierung auch architektonisch zum Ausdruck bringen wollte, gleichzeitig das Gebäude aber in die alpine Landschaft passen sollte.

14

Im Kristall arbeiten Physiker, Chemiker und Biologen daran, den Tintenstrahldruck beständig weiterzuentwickeln, sei es mit Hilfe einer verbesserten Piezo-Inkjet-Düsentechnik oder durch funktionale Fluide, die die Eigenschaften von Oberflächen verändern. Denn Tinte ist längst mehr als nur ein färbendes Medium. So forschen die Wissenschaftler z. B. an Sicherheitstinte, die Handelsmarken vor Fälschung schützt, an Verfahren, um organische Photovoltaikzellen auf unterschiedlichste Materialien zu drucken oder an ›Farbumschlagstinten‹,

Tinte ist als fär Mediu

die durch Farbveränderung kaum wahrnehmbare Gase anzeigen. »Wir brauchen den internationalen Vergleich mit anderen Forschungseinrichtungen in Cambridge oder Palo Alto nicht zu scheuen«, erklärt Richard Piock, Präsident des Durst Verwaltungsrats. Neben seinem markanten Erscheinungsbild vermag der Hightech-Vorzeigebetrieb auch durch seine inneren Werte zu überzeugen. Die Gebäudehülle ist gemäß den strengen Anforderungen des Passivhausstandards errichtet und mit einem bioklimatischen System ausgestattet: Die Gebäudeluft strömt durch eine Art Wintergarten über mehrere Etagen nach oben und kühlt dabei durch Verdunstung an der Blattoberfläche um bis zur vier Grad ab. Je nach Stockwerk dominieren andere Pflanzen, im obersten Bereich befinden sich beispielsweise Sukkulenten wie Kakteen, Euphorbien oder Dickblattgewächse. Das Heiz- und Warmwassersystem ist ebenfalls über Wärmepumpen vorbildlich gelöst, wassersparende Anlagen und ein ausgeklügeltes Strommanagement runden das Konzept ab.

»Wir brauchen den internationalen Vergleich mit anderen Forschungseinrichtungen in Cambridge oder Palo Alto nicht zu scheuen.« Dr. Richard Piock — Präsident des Durst-Verwaltungsrats


The ›Bergkristall‹ (Mountain Crystal), located at the Lienz valley plain in Austria, is one of the most striking buildings of the entire region. The research institute was completed in 2009, and consists of a green roof and a spacious steel-glass construction which houses the offices. The crystal shape was chosen to architecturally express Durst’s innovative drive as a high-tech corporation with basic research, but also to integrate the building into the Alpine scenery. Within the ›Crystal‹, physicists, chemists and biologists are continuously seeking to further advance the inkjet technology, whether it’s the improved Piezo-Inkjet Technology, or functional fluids with the ability to change the properties of surfaces. Today, inks are so much more than just coloring agents. Scientists are currently researching e.g. security inks to protect brands from counterfeit imitations, inks to print organic photovoltaic cells onto various materials and photonic crystal inks that indicate even the slightest trace of gas by changing color, to name just some of the pioneering projects. »We don’t shy away from an international comparison with other research facilities such as those in Cambridge or Palo Alto.« says Richard Piock, President of the Durst Administrative Board. It’s not just the striking outward presentation of Durst that impresses the observer, but also the inherent inner values which the company stands for. The shell of the building was erected in accordance with the stringent requirements of the passive-house standard and is equipped with a bio-climatic system. The internal air passes through a kind of winter garden and then rises upwards several floors, where it is cooled down by up to four degrees Celsius, by a process of evaporation on the foliar surface. Every floor houses different functional plants, the upper floor for example is dominated by succulents such as cacti, euphorbia and other thick-leafed plants. The heating- and hot water system is operated by a thermal pump and was designed with environmental considerations in mind. Waterefficient installations and a sophisticated electricity management complete the ecological concept.

surfaces 01 — Durst Phototechnik AG

mehr ein rbendes um

15


Ähnlich energiesparend und umweltfreundlich ist die neue 4.000 Quadratmeter große Halle gebaut, was ihr trotz großflächiger Glasfassade eine Zertifizierung nach dem LEED-Gold-Standard (Leadership in Energy and Environmental Design) eingebracht hat. Entwickelt in den USA, setzt der Standard weltweit Maßstäbe für ökologisch vorbildliche Gebäude. »Für die neun Meter hohe Halle benötigen wir weniger als 10.000 Euro Energiekosten pro Jahr«, freut sich Piock, in dessen Zeit als Generaldirektor der Durst Gruppe Konzeption und Bau des Gebäudes fielen. »Mir war besonders wichtig, dass das Forschungszentrum und die Hightech-Produktionshallen nicht nur nach außen glänzen. Spitzentechnologie muss auch in puncto Energieeffizienz Spitze sein.«

surfaces 01 — Durst Phototechnik AG

»… Spitzentechnologie muss auch in puncto Energieeffizienz Spitze sein.«

16

Dr. Richard Piock — Präsident des Durst-Verwaltungsrats


The new 4,000 square meter hall was also designed and constructed according to the principles of energy-efficiency and eco-compatibility, and has been certified with the LEED-Gold-Standard (Leadership in Energy and Environmental Design), despite its large glass facade. The LEED model was developed in the USA and is the international standard for ecologically exemplary constructions. »It costs less than 10,000 Euro per year to supply the hall, which is more than nine meters high, with energy«, says Dr. Piock, who initiated the conceptual design and the construction of the building during his time as General Manager of the Durst Group. »It was especially important for me, that the research center and the high-tech production halls wouldn’t just look visually impressive, for me cutting edge technology also implies superior energy efficiency.«

surfaces 01 — Durst Phototechnik AG

»… cutting edge technology also implies superior energy efficiency.«

17


»Im Zweifel hat die Ökologie Vorrang vor der Ökonomie.« Dr. Richard Piock — Präsident des Durst-Verwaltungsrats

surfaces 01 — Durst Phototechnik AG

Mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit ist Piock schon früh während seines Studiums in Berührung gekommen. Damals begeisterte er sich für die Schriften von Hans Carl von Carlowitz. Der kurfürstlich-sächsische Kammer- und Bergrat hatte in seiner ›Sylvicultura Economica‹ schon Anfang des 18. Jahrhunderts den Gedanken formuliert, respektvoll und pfleglich mit der Natur und ihren Rohstoffen umzugehen. Gleichzeitig kritisierte er den auf kurzfristigen Gewinn ausgelegten Raubbau an den Wäldern. Obwohl das Wort ›nachhaltend‹ in seinem 432-seitigen Werk nur einmal vorkommt, gilt von Carlowitz als Schöpfer des Begriffes ›Nachhaltigkeit‹.

18

»Für ihn bedeutete nachhaltige Forstwirtschaft nicht nur höchstens so viele Bäume zu schlagen, wie nachwachsen, es ging ihm auch um den effizienten Einsatz von Ressourcen, vor allem von Wasser«, erläutert Piock. Er greift diesen Gedanken 1972 in seiner Doktorarbeit auf, wo er der Frage nachgeht, wie man ›gesellschaftliche‹ Kosten möglichst vermeidet, bzw. diese sozial gerecht nach dem Verursacherprinzip verteilt. Als ein Lösungsansatz bietet sich z.B. an, durch mehr Energieeffizienz Umweltschäden gar nicht erst entstehen zu lassen.

The notion of sustainability has accompanied Piock since his days at university, when he was inspired by the works of Hans Carl von Carlowitz. In his ­›Sylvicultura Economica‹, the Elector of Saxony, who was a Counselor of the Imperial Chamber, in charge of the Erz Mountains, expresses his thoughts and ideas about a respectful and careful interaction with nature and its resources. At the same time, he criticizes the exploitation of forests for short-term gains. Although the word ›sustainable‹ only appears once in his book of 432 pages, ­Carlowitz is recognized for coining the term ›sustainability‹. »For him, sustainable forest management not only implied an equilibrium of lumbered and growing trees, he was also concerned with the efficient use of resources, mainly of water«, explains Dr. Piock, who himself dealt with this issue in his doctoral thesis in 1972, where he analyzed how to avoid communal follow-up costs and how to allocate them in a socially acceptable and responsible manner, in line with the costs-by-cause principle. One effective and sensible approach, is to minimize the environmental impact by improving the energy efficiency.


»Environmental considerations will always outweigh economical factors.« Dr. Richard Piock — President of the Durst Administrative Board

surfaces 01 — Durst Phototechnik AG

Ähnlich wie von Carlowitz versteht Piock Nachhaltigkeit als einen Optimierungsansatz. »Das hängt mit dem Verständnis des alpinen Lebensraumes zusammen. Wir leben in der Gebirgswelt und sind es gewohnt, die vorhandenen Ressourcen bestmöglich zu nutzen, egal ob es sich um den begrenzten Boden oder um Wasser handelt.« Hinzu kommt, dass viele Wirtschaftszweige in Tirol vom Tourismus oder von landwirtschaftlichen Produkten abhängen und auf eine intakte Natur angewiesen sind. Aus diesem Grundverständnis heraus ist die Umweltcharta von Durst entstanden. Ihr Ziel ist es, möglichst alle umweltschädlichen Prozesse zu kontrollieren, um Wasserverschmutzung, Schadstoffemissionen und Abfälle zu vermeiden. »Im Zweifel hat die Ökologie Vorrang vor der Ökonomie. Wir sparen nicht bei Schutzeinrichtungen bezüglich Wasser oder Luft«, bekennt Piock.

Just like Carlowitz more than 300 years ago, Dr. Piock regards sustainability as an optimization approach. »This is due to my appreciation of the Alpine Lebensraum. We live in the Alpine world and are accustomed to using our natural resources effectively, whether it’s the limited ground or our water«. In Tirol, many economic sectors depend on tourism and agricultural products, therefore an intact ecosystem is essential. Durst’s Environmental Charter is a result of this basic understanding. Its objective is to identify and control all environmentally harmful processes, to prevent water pollution, emission of pollutants and minimize waste. »Environmental considerations will always outweigh economical factors. For us, the investment costs of installations for the protection of air and water are secondary«, Dr. Piock pledges.

19


Entsprechend ist die Produktentwicklung bei Durst auf eine optimale Ressourcennutzung über den gesamten Lebenszyklus ausgerichtet. »Wir haben immer versucht, Geräte so zu bauen, dass sie sich mit relativ einfachen Mitteln reparieren lassen.« Und statt Massenprodukte produziert Durst Drucksysteme, die an die individuellen Kundenwünsche angepasst sind. Dank der modularen Bauweise lassen sie sich leicht an veränderte Geschäftsbedürfnisse wie höhere Produktivität oder ein größeres Farbspektrum durch Nachrüstung anpassen und müssen nicht vorzeitig ersetzt werden. Mit dem Übergang ins digitale Zeitalter, den Durst Anfang der 1990er-Jahre eingeleitet hat, erhielt der Nachhaltigkeitsgedanke eine weitere Dimension. Denn bei konventionellen Druckverfahren müssen Raster, Walzen oder Siebe aufwändig mit Wasser gereinigt werden. Dabei geht es um enorme Mengen: »Beim Rotationsdruck benötigt man für 8.000 Laufmeter

surfaces 01 — Durst Phototechnik AG

»Wir haben immer einen Bogen um die lösungsmittelhaltigen Tinten gemacht.«

20

Durst products are designed to operate with an optimum use of resources throughout their entire life span. »We design our machines, so that they can be repaired with a minimum of effort.« Instead of manufacturing mass products, Durst produces printer systems that can be customized to individual requirements. Thanks to the modular design, they can easily be adapted to new ­operational parameters such as a higher productivity or a larger color spectrum whenever necessary, so they do not have to be replaced ahead of the end of their life span. Durst’s transition into the digital era in the early 1990s, also added a new dimen­sion to the notion of sustainability. For conventional printing processes, the print grid, the rolls and the screen must be intensively cleaned with huge amounts of water. »For rotational print, 8,000 running meters of produced textiles require between 230 m³ and 300 m³ of water,« calculates Dr. Piock and criticizes: »The issue of water consumption in the print industry is not receiving enough attention.« Only a few companies in the textile industry are currently using their water-saving- and waste


Auch bei der Zusammensetzung der Tinte legt Piock hohen Wert auf die Verantwortung für die Umwelt. »Wir haben immer einen Bogen um die lösungsmittelhaltigen Tinten gemacht.« Deshalb gehörte Durst zur Jahrtausendwende zu den Vorreitern bei den UV-härtenden Tinten, die ganz ohne Lösungsmittel auskommen. Sie sind ökologisch überlegen, weil sie keine flüchtigen organischen Verbindungen (Volatile Organic Compound/VOC) an die Umwelt abgeben. »Das war eine bewusste Entscheidung. Wir wollten Nachhaltigkeit nicht nur im Produktionsprozess, sondern auch bei den Produkten und auch in den Anwendungen.« Die UV-härtenden Tinten sind zwar teurer, aber bei gleicher Farbtiefe um ein Drittel sparsamer im Verbrauch. »Manche Aspekte der Nachhaltigkeit ergeben sich erst in der Praxisanwendung«, räumt der Verwaltungsratspräsident ein. Nachhaltigkeit ist nichts, worauf man sich ausruhen kann, sie entwickelt sich zusammen mit der Technologie weiter. Was gestern noch als höchster Standard galt, kann morgen schon veraltet und umweltschädlich sein. Ein gutes Beispiel dafür ist die UV-härtende Tinte. Weil sie einen durchgängigen Acrylatfilm an der Oberfläche bildet, lassen sich die Druckerzeugnisse schlechter recyceln. In Schweden etwa dürfen bereits keine großflächigen Plakate mehr mit UV-härtender Tinte bedruckt werden, sollen sie nicht im Sondermüll landen, der teuer zu entsorgen ist. Abhilfe können UV-wasserhybride Lösungen schaffen, die Durst bereits entwickelt. »Ich glaube, dass auch bei uns der Druck seitens Öffentlichkeit und Politik zunehmen wird, auf wasserbasierte Lösungen zurückzugreifen.«

r­ eduction measures for digital print processes as an active marketing tool to promote their brand. For Dr. Piock, environmental considerations are also a major factor in the formulation of inks. »We have always refrained from using solvent-based inks.« That is why Durst was among the pioneers at the turn of the millennium with the introduction of UV-curing inks, that are formulated without any solvents. They are ecologically superior, because they do not release any volatile organic compounds ( VOC) into the environment. »This was an informed and conscious decision. We want to achieve sustainability not only for the production process, but also for our products and their applications.« Although UV-curing inks are more expensive to purchase, they actually reduce the usage of ink by a third for the same color depth. »Some aspects of sustainability only reveal themselves during a practical application«, Dr. ­P iock, the President of the Administrative Board explains.

surfaces 01 — Durst Phototechnik AG

produzierte Textilien zwischen 230 und 300 Kubikmeter Wasser, Ink­jet benötigt nur ungefähr ein Zehntel«, rechnet Piock vor und kritisiert: »Der Wasserverbrauch in der Druckindustrie findet immer noch viel zu wenig Beachtung.« Einige wenige Unternehmen der Textilbranche nutzen allerdings die Wasserersparnis ebenso wie die Abfallvermeidung beim digitalen Druck bereits aktiv als Marketinginstrument für ihre Produkte.

21


surfaces 01 — Durst Phototechnik AG

»Das war eine bewusste Entscheidung. Wir wollten Nachhaltigkeit nicht nur im Produktionsprozess, sondern auch bei den Produkten und auch in den Anwendungen.«

22


Sustainability constantly evolves, and has to be pursued. It has to be developed in line with new technologies. Yesterday’s highest standards might appear outdated and harmful to the environment the next day. Take UV-inks for example: Because their usage results in a thin acrylate coating across the entire print surface, these products are more complex to recycle. In Sweden, large banners can only be produced with UV-curing inks if they are guaranteed to be recycled as special refuse, which is more expensive to treat. The solution to this problem can be provided by a UV-water-hybrid ink formulation, which Durst is currently developing. »I believe, that increasing public awareness and political pressure on our industry will eventually result in an exclusive use of water-based formulations.« The international success of Durst Phototechnik AG is founded on innovative ideas which guarantee a leading position for users of premium image-reproduction systems. Despite its success, the company has remained true to its roots and values and regards the Tirolean mountains as its spiritual home. »Stone implies stability, permanence and reliability«, explains Dr Piock. These considerations were the foundation for the stone garden, which was created at the Center for Research and Development in Lienz. The boulders which were used there, weigh several tons each and comprise all types of rock found in Tyrol, including Laaser marble, granite and gneiss collected in the Central Alps somewhere between Pfunders and the Zillertal and red-brown quartz porphyry from the Bozen area. »These stones remind the employees to keep both feet firmly on the ground and remain rooted.« An attitude which equally considers the soil beneath one’s feet and the opportunity to improve and realize new ideas.

surfaces 01 — Durst Phototechnik AG

Innovative Ideen begründen den internationalen Erfolg der Durst Phototechnik und sichern die führende Position bei hochwertigen Systemen zur Bildreproduktion. Trotz aller Erfolge ist das Unternehmen aber bodenständig geblieben, wozu nicht zuletzt die Lage in den Bergen Tirols beigetragen hat. »Stein ist Ausdruck von Stabilität, Dauerhaftigkeit und Zuverlässigkeit«, erläutert Piock. Diese Überlegung war der Ausgangspunkt für einen Steingarten, der beim Forschungs- und Entwicklungszentrum in Lienz angelegt wurde. Tonnenschwere Findlinge vereinen dort alle in Tirol vorkommenden Gesteinsarten, vom Laaser Marmor über Granit und Gneis aus den Zentral­ alpen zwischen Pfunders und dem Zillertal bis hin zum rot-braunen Bozener Quarzporphyr. »Die Steine sollen die Mitarbeiter daran erinnern, nicht die Bodenhaftung zu verlieren.« Eine Haltung, die den Boden unter den eigenen Füßen ebenso ernst nimmt wie die Möglichkeit, sich zu entwickeln und Neues zu schaffen.

23


24


Aufbruch in eine neue Ära Digitale Großformatdrucker erfreuen sich wegen ihrer

Because of their versatility, digital large format printers

Vielseitigkeit einer großen Beliebtheit. Die hier zuneh-

are becoming increasingly popular. The applied UV-inks

mend eingesetzte UV-Tinte ist zwar umweltfreundlicher

are more eco-friendly compared to the previous sol-

als ihre stark lösungsmittelhaltigen Vorgänger, stößt an-

vent-based inks, but more stringent environmental stan-

gesichts immer schärferer Umweltauflagen jedoch an

dards necessitate an alternative. A way forward is pre-

ihre Grenzen. Einen Ausweg bieten Drucksysteme mit

sented by printer systems, featuring water-based inks.

wasserbasierten Tinten, die Durst als erster Hersteller

Durst is the first manufacturer in the industry to offer

auf den Markt bringt.

these inks.

surfaces 01 — Heading into a new era

Large Format is getting green – Heading into a new era

25


»Die früher technologisch bestehenden Segmentgrenzen zwischen Photodruck, Siebdruck und Offsetdruck haben sich mit der Zeit aufgelöst« Barbara Schulz — Geschäftsführerin der Durst Phototechnik Digital Technology GmbH

Der Siegeszug von Large Format in der Drucktechnik ist ungebrochen. Der Bereich hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt und ist in der Lage, fast alle Materialien in bester Qualität und mit hoher Haltbarkeit zu bedrucken. Large Format kommt vor allem in der Innen- und Außenwerbung, in Form von Plakaten, Bannern, Fassadenwerbung, Fußbodenbelägen und vielen weiteren Anwendungen zum Einsatz. »Die früher technologisch bestehenden Segmentgrenzen zwischen Photodruck, Siebdruck und Offsetdruck haben sich mit der Zeit aufgelöst«, erklärt Barbara Schulz, die Geschäftsführerin der in Lienz ansässigen Durst Phototechnik Digital Technology GmbH.

surfaces 01 — Aufbruch in eine neue Ära

Die Vorteile liegen auf der Hand: Eine hohe Flexibilität und kurze Vorlaufzeiten von wenigen Tagen ermöglichen es Einzelhändlern oder Marken­ artiklern, rasch auf Marktentwicklungen oder Aktionen von Wettbewerbern zu reagieren. Die mit UV-Tinte arbeitenden Systeme benötigen zudem weniger Strom, weil keine thermische Energie nötig ist, um Lösungsmittel zu verdampfen. Stattdessen reicht eine einfache UV-Lampe, die mit dem Schlitten über das Substrat fährt. Hinzu kommt, dass im Analogdruck meist große Maschinen mit hoher Antriebsleistung zum Einsatz kommen. Und schließlich entfällt der aufwändige Reinigungsprozess: »Bei herkömmlichen Verfahren müssen Siebe, Druckwalzen oder Platten nicht nur mit viel Wasser gereinigt werden, es werden auch Chemikalien verwendet, die sehr aggressiv sind«, gibt Schulz zu bedenken.

26

The progress of large format for print technology is unstoppable. This technology has seen tremendous advances in the last few years and is now capable of printing on almost any material in the highest quality with a high durability. Large format is primarily used for interior and exterior advertising, such as billboards, banners, urban advertising, floor covering but also for a variety of other applications. »The technological differences between the segments of photo-, screen– and offset print no longer exist«,

explains Barbara Schulz, the Managing Director of Durst Phototechnik Digital Technology GmbH, located in Lienz, Austria. The advantages of the digital technology are obvious: its outstanding flexibility with short lead times of just a few days enables retailers and branded companies to quickly react to market trends or competitors’ activities. The fact


surfaces 01 — Heading into a new era

that the systems operate with UV inks, means they require less electrici­ ty, because no thermal energy is needed to vaporize the solvents. Instead, a simple UV-lamp is transported across the substrate with a carriage. Also, analogue print processes normally include large highly powered machines, which have to be cleaned in an intensive and elaborate procedure: »For traditional methods, screens as well as printing cylinders and plates have to be cleaned with large amounts of water,and very aggressive chemicals«, Barbara Schulz states.

27


Die anfänglich größte Herausforderung bei der Einführung der digitalen Großformatdrucker bestand darin, den Abstand zur gewohnten Top-Bildqualität im Photobereich zu verringern. Dort setzt bis heute der vor zwei Jahrzehnten von Durst eingeführte Lambda-Laserbelichter für Photopapier mit seinen 16 Millionen Farben die Maßstäbe. Damit lassen sich Übergänge erzeugen, die mit Inkjet erst 15 Jahre später möglich waren. »Bei den ersten Inkjet-Drucken hat man keine Lupe gebraucht, um die Pixel zu erkennen. Das waren aus heutiger Sicht Riesenkleckse,« erinnert sich Dr. Sebastian Lenz, der den Bereich Chemische Entwicklung von Inkjet-Tinten bei Durst verantwortet. Dass sich Inkjet dennoch am Markt durchgesetzt hat, lag an wirtschaftlichen Vorteilen, die über die Energie- und Wasserersparnis hinausgingen. Der Quadratmeterpreis war von Anfang an günstiger als bei Photopapier, und die Tinte konnte direkt auf eine Platte aufgebracht werden. So sparte man sich das aufwändige Kaschieren von Photos.

The core challenge during the introduction of large format printers was to emulate the excellent image quality of the photo print segment. Durst responded to this challenge with the Lambda-Laser Image Setter for photo paper, which features 16 million colors and is still the standard in the industry after two decades on the market. This printer produced color transitions, which only became possible with inkjet 15 years later. »For the first inkjet products, no magnifying glass was needed to make out the pixels. Looking back they were literally color blotches«

reflects Dr. Sebastian Lenz, who is in charge of Durst’s Chemical Development of inkjet inks. One main reason for the market success of inkjet can be found in the economical benefits it generates. These benefits include a reduced consumption of energy and water. Additional significant economical advantages were the lower price per square meter compared with photo paper from the onset, as well as the direct application of ink onto the printing plate. As a consequence, the complex lamination process of photos became obsolete.

»Bei den ersten Inkjet-Drucken hat man keine Lupe gebraucht, um die Pixel zu erkennen. Das waren aus heutiger Sicht Riesenkleckse «

surfaces 01 — Aufbruch in eine neue Ära

Dr. Sebastian Lenz — Bereich Chemische Entwicklung

28


Durst setzte von Anfang an darauf, in den Druckern möglichst lösungsmittelfreie UV-Tinten zu verwenden. »Im Einklang mit der Unternehmensphilosophie wollten wir verhindern, dass unsere Tinten giftig für Wasserorganismen sind oder auf anderem Weg die Umwelt gefährden, weil die enthaltenen Stoffe nicht biologisch abbaubar sind«, erklärt Geschäftsführerin Schulz. Dazu musste man auf spezielle Monomere, Photoinitiatoren und Additive verzichten. Diese Tinten haben sich etabliert und sind heute aus dem Large Format Segment nicht wegzudenken.

Durst opted for two approaches to deve­ lop innovative solutions for the inkjet technology: the first was the manufacturing of high-performance flatbed printers, the second was the formulation of special UV-inks, which had previously only been available for the analogue segment. »At that time, the inkjet segment was dominated by solvent-based inks. Although they were water-resistant and light-proof and could be applied to many different materials, they were not conducive to good health,« Lenz criti­ cizes. Some producers still use these inks today.

Doch auch die UV-härtende Tinte unterliegt laut Lenz gewissen Einschränkungen: »Es gibt am Markt erste UV Low-Migration Tinten, die beispielsweise mit dem Tau 330 im Labeldruck für Primärverpackungen eingesetzt werden können. Diese Tinten befinden sich aber noch in der Anlaufphase.« Herkömmliche UV-Tinte enthält Substanzen mit kurzen Molekülketten, die vom Etikett ins Lebensmittel wandern können, wenn keine sichere Barriere wie beispielsweise Glas zwischen Verpackung und Inhalt besteht. Ein weiteres Problem ist die sogenannte Abklatschmigration, wenn sich Reste von UV-Tinte im Drucker befinden und danach Verpackungen für die Lebensmittelindustrie hergestellt werden. »Die Migrationsthematik wird immer wichtiger. Hier will niemand ein Risiko eingehen, schon gar nicht die großen Markenartikler, die entsprechende Anforderungen an die Lieferkette stellen«, erläutert Schulz.

From the beginning, Durst focused on the use of solvent-free UV-inks in its printers. »In accordance with our corporate philosophy, we wanted to avoid endangering our environment with inks that are toxic to water organisms, or harmful in any other respect, because the contained substances are not biodegradable,« explains the Managing Director, Barbara Schulz. This required Durst to develop inks free of special monomers, photo initiators and additives. These inks are now mainstream and are indispensable to the large format segment.

Zwei Fälle aus der Vergangenheit belegen, dass die Sorgen nicht aus der Luft gegriffen sind. So wurden 2006 in Fruchtsäften Spuren der Druckerchemikalie ITX festgestellt, die über den Verpackungskarton in das Getränk gelangt waren. Ende 2012 wiederum geriet Schokolade aus Kinder-­ Adventskalendern in die Schlagzeilen. Sie wies Rückstände von mineralölhaltigen Farben auf, die aus dem aus Recycling-Papier hergestellten Karton stammten. In Deutschland hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft inzwischen reagiert. Es plant, über eine gesetzliche Regelung die Mineralölmigration in Lebensmittelverpackungen zu minimieren. Das Risiko der Kontaminierungen erstreckt sich somit von der Produktion bis hin zum Recyclingprozess. »Unser Anspruch ist es, Verantwortung für die Gesundheit der Endverbraucher und für die Umwelt zu übernehmen und sämtliche Kontaminierungsquellen zu beseitigen«, stellt die Geschäftsführerin klar.

According to Lenz, even UV-curing inks have their limits: »The market now supplies UV Low Migration Inks, which might be used in combination with the Tau 330 in the segment of label printing for primary packaging. These inks are currently in the initial stage.« Conventional UV-inks contain substances with short molecular chains, that can migrate from the label into the food product when there is no safe barrier such as glass between packaging and content. A further problem is invisible set-off, i.e. there is residual UV-ink in the printer,

surfaces 01 — Heading into a new era

Durst hat sich der Inkjet-Technologie auf zwei Wegen genähert: Zum einen durch den Bau von leistungsfähigen Flachbettdruckern, zum anderen durch die Entwicklung spezieller UV-Tinten, die es bis dahin nur für den Analogbereich gab. »Im Inkjet-Segment dominierten damals die lösungsmittelhaltigen Tinten. Sie waren zwar wasserfest, lichtbeständig und ließen sich auf die unterschiedlichsten Materialien aufbringen, waren der Gesundheit aber nicht besonders zuträglich«, bemängelt Lenz. Auch heute noch verwenden manche Hersteller diese Art von Tinte.

29


surfaces 01 — Aufbruch in eine neue Ära

30

Damit die Wiederverwertung von Papier nicht unnötig erschwert wird. muss die gesamte Druckbranche an einem Strang ziehen. Dreh- und Angelpunkt der Aufbereitung bedruckten Altpapiers ist das Deinking, die Entfernung der Druckfarben. Um sie möglichst vollständig aus dem Altpapierbrei lösen zu können, müssen die Farbpartikel in einer geeigneten Größe vorliegen. Farben, die auf dem Trägermedium einen Film bilden und nicht zu tief in das Substrat eindringen, werden von der Recycling­ industrie bevorzugt. »Während sich UVFarben relativ gut vom Trägermedium lösen, sind Wasserfarben, die tief in die Faser eindringen, weniger zum Deinking geeignet«, präzisiert Chemie­ experte Lenz. Doch auch bei der UV-Tinte läuft nicht alles problemlos: Zum Teil bleiben Farbflecken zurück oder die abgelösten Farbbestandteile steigen nicht an die Oberfläche des Papierbreis und können schlecht abgeschöpft werden, so dass Filter verstopfen. Die Herausforderung bei der Entwicklung einer neuen ›grünen‹ Tinte lautete deshalb, eine für die Gesundheit ungefährliche Lösung zu finden, die auf allen

before a print-run to produce packaging for the food industry. »The migration of inks is becoming increasingly important. Nobody wants to take any risks, definitely not branded companies with the highest standards and requirements towards the supply chain«, explains Schulz. Two case studies from the recent past illustrate the reality of ink migration. In 2006, traces of the chemical ITX, used for print processes, were found in fruit juices. It was determined, that the chemical had migrated from the packaging material into the liquid. In late 2012, chocolate from children’s advent calendars made the headlines. It contained traces of mineral oil-based colors, originating from the recycled cardboard calendar material. In Germany, the Federal Ministry for Food and Agriculture has reacted, and is currently planning to limit the migration of mineral oil in food packaging, by introducing statutory regulations. The risks of contamination are evident at every stage from production to the recycling process. »It is our intention, to accept the responsibility we have towards all end users and the environment and to eliminate all sources of contami­ nation,« pledges the Managing Director. The entire print industry has to make a concerted effort to keep the re­ cycling process practically feasible. The central issue for the treatment of the raw material is the de-inking process. To completely remove any color particles from the pulp, they have to have a suitable size. Colors, that form a layer on the carrier medium, and did not penetrate deeply into the substrate are the preferred material for the recycling industry. »While it is fairly easy to remove UV-colors from the carrier medium, water colors are less suited for de-inking, because they deeply penetrate into the fibers,« explains Lenz. But there are unsolved issues, even for UV-inks. Some colors remain in the waste paper, some removed color particles do not float


Die genaue Zusammensetzung der neuen Tinte bleibt natürlich ein Geheimnis. Doch immerhin verrät Forschungsleiter Lenz Folgendes: »Wir bedienen uns einer Technologie, die schon lange im Flexodruck üblich ist. Es kommen dispersierte Kugeln aus Kunststoff mit einer Größe von etwa 100 Nanometern zum Einsatz. Sie befinden sich in einer Lösung aus Wasser und biologisch abbaubaren Stoffen wie Glycerin oder Propylenglykol, die auch in der Kosmetikindustrie eingesetzt werden und somit unbedenklich sind.« Nach dem Aufbringen der Tinte

to the surface of the paper pulp, so that they cannot be skimmed and therefore clog the filters. The main challenge for the development of a new ›green‹ ink was to find a solution that posed no threat to public health, that was compatible with all substrates and that could easily be recycled. »We initiated the project three years ago, and will present a marketable product this spring,« Schulz announces. The product is a completely new type of printing ink, which is a non-irritating and bio-compatible alternative to UV-­c uring acrylate products. The Austrian Christian-Doppler Research Association labeled the project as highly innovative and entered into cooperation with Durst. Naturally, the composition of the ink will remain secret. But Lenz, the Head of Research, tells us this much: »We use a technology, that is common for flexoprint. It requires ball-shaped plastic particles with a size of about 100 nanometers. These are suspended in a solution containing water and bio-degradable substances such as glycerin and propyleneglycol which are frequently used in the cosmetics industry, and therefore harmless to human health.«

surfaces 01 — Heading into a new era

Substraten haftet und die sich gut recyceln lässt. »Vor gut drei Jahren haben wir das Projekt gestartet und wir werden in diesem Frühjahr ein marktreifes Produkt präsentieren«, kündigt Schulz an. Entwickelt wurde eine völlig neuartige Druckertinte, die eine nicht reizende und bioverträgliche Alternative zu den UV-härtenden Acrylat-Produkten darstellt. Die österreichische Christian-­ Doppler-Forschungsgesellschaft, die die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft fördert, hat das Projekt als hoch innovativ eingestuft und ist eine Kooperation mit Durst eingegangen.

31


32

surfaces 01 — Aufbruch in eine neue Ära


Bezüglich Bildauflösung, Lichtechtheit, Beständigkeit und Farbraum macht die neue Tinte keine Abstriche gegenüber UV-härtenden Produkten. Außerdem ist die neue Lösung nicht teurer. Unterschiede ergeben sich im Aufbau des Tintenfilms, der flacher ist und einen anderen Glanzgrad hat. Das kann je nach Anwendung mehr oder weniger erwüscht sein, so dass sich UV- und Wassertinte gut ergänzen. »Ich glaube nicht, dass die Unterschiede die Verbreitung der neuen Technologie beeinträchtigen«, zerstreut Schulz mögliche Bedenken.

After the ink application, infra-red heating elements or fan heaters effect the nano-balls and the pigments to melt and fuse, thereby forming a color film that adheres perfectly to any print medium. The new ink is on par with UV-curing inks regarding its image resolution, light fastness, durability and color spectrum. Plus, the new ink is not even more expensive! The main differences can be found in the structure of the ink film, which is flatter and has a different gloss level. Depending on the application at hand, this might or might not be a desired effect, so UV-inks and Water-inks complement each other very well. »I do not believe, that these differences will affect the diffusion of the new technology,« Schulz informs. One of the difficulties was to modify the printheads so that the nano-balls would be able to pass through the micro-fine nozzles without clogging them. Another specification was to use only a minimum of thermal energy for the drying process. »We are the first company worldwide to approach this concept. Our re­ search facility has succeeded in balancing the magic triangle of substrate, ink and printhead to achieve an optimum result«, Lenz explains.

surfaces 01 — Heading into a new era

sorgen Infrarot-Heizelemente oder Heizlüfter dafür, dass die Kügelchen mit den Pigmenten verschmelzen und einen Farbfilm bilden, der gut auf dem Druckmedium haftet.

33


Eine der Schwierigkeiten bei der Entwicklung

dass die Kunststoffkügelchen durch die mikro

Auf der anderen Seite sollte möglichst wenig t surfaces 01 — Aufbruch in eine neue Ära

»Wir sind weltweit die ersten, die dieses Konz

34

geschafft, die Einflussfaktoren aus dem magis

so auszubalancieren, dass ein optimales Ergeb


war es, die Druckköpfe so zu modifizieren,

ofeinen Düsen passen, ohne sie zu verstopfen.

thermische Energie zum Trocknen nötig sein.

schen Dreieck Substrat, Tinte und Druckkopf

bnis herauskam.«

surfaces 01 — Heading into a new era

zept verfolgen. Unsere Forscher haben es

35


Eine der Schwierigkeiten bei der Entwicklung war es, die Druckköpfe so zu modifizieren, dass die Kunststoffkügelchen durch die mikrofeinen Düsen passen, ohne sie zu verstopfen. Auf der anderen Seite sollte möglichst wenig thermische Energie zum Trocknen nötig sein. »Wir sind weltweit die ersten, die dieses Konzept verfolgen. Unsere Forscher haben es geschafft, die Einflussfaktoren aus dem magischen Dreieck Substrat, Tinte und Druckkopf so auszubalancieren, dass ein optimales Ergebnis herauskam«, erklärt Lenz. Die neue Ära der wasserbasierten Polymertinten macht aufgrund des damit einhergehenden Technologiesprungs eine neue Geräteklasse nötig. Ein Nachrüsten herkömmlicher Inkjet-Drucker ist nicht möglich, weil andere Materialien verwendet werden müssen. »Bei Durst wird die neue Geräteklasse unter dem Namen Rho WT laufen«, verrät die Geschäftsführerin.

surfaces 01 — Aufbruch in eine neue Ära

Mit dem Rho WT 250 HS verfügt Durst über ein Alleinstellungsmerkmal und übernimmt damit einmal mehr die Innovationsführerschaft am Markt für Drucksysteme. Auch wenn derzeit keine vergleichbaren Produkte existieren, dürfte sich der Markt künftig in diese Richtung bewegen. In der EU wird aus regulatorischer Sicht die REACH-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien dafür sorgen, dass immer mehr Stoffe von der Positivliste verschwinden. Und international gibt es ebenfalls Bestrebungen wie das Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals (GHS), die die regulatorischen Hürden für den Einsatz von potenziell schädlichen Chemikalien erhöhen. Wenn man dann noch bedenkt, welchen Einfluss regionale Umweltsiegel wie der Nordic Swan oder Markenhersteller auf den Produktionsprozess haben, ist klar, wohin die Reise geht. »Wir glauben aber nicht, dass die wasserbasierten Polymertinten die UV-Systeme unmittelbar ersetzen«, wiegelt Schulz ab. Auch wenn eine neue Ära angebrochen ist, werden Weiterentwicklungen den UV-härtenden Acrylattinten einen noch lange dauernden Lebenszyklus bescheren.

36

The new era of water-based polymer inks and the subsequent leap of techno­ logy necessitates a new category of print machines. Retro-fitting conventional inkjet printers is not an option, because different materials must be used. »We at Durst call this new category of printing machines Rho WT,« Barbara Schulz, the Managing Director discloses. The Rho WT 250 HS provides Durst with yet another unique selling point and once again, Durst is the innovation market leader for printer systems. Even though there are currently no simi­ lar products available, the entire market is expected to head into this direction. The European REACH-regulation for the regis­t ration, evaluation and authorization of chemicals, will eliminate more and more substances from the positive-list. International efforts, such as the Globally Harmonized System of Classification and Labeling of Chemicals (GHS) will also have a strong regulatory effect on the application of potentially harmful chemicals. When the influence of regional environmental labels such as Nordic Swan and of brand producers on the production process is also taken into consideration, the trend becomes obvious. »We do not believe, that water-based polymer inks will immediately replace the UV-systems,« Schulz appeases. Although a new era is dawning, future developments will ensure a long life-cycle for UV-curing acrylate inks.


Rho WT 250 HS Durst Water Technology

Durst takes once more the innovative leadership in the digital large format segment with the „Durst Water Technology“: With the new Rho WT printer class, Durst offers as first manufacturer in the market, printing with water-based inks and poses large format printing another sustainability potential. The new printing system provides Durst print quality on a variety of materials - odorless, environment friendly and sustainable.

Large Format Printing Durst. The industrial inkjet specialist www.durst-online.com Italy · Austria · Germany · Great Britain · Spain · France · Sweden · USA · Mexico · Brazil · Singapore · India


Leben auf zu großem Fuß Seit mehr als zwei Jahrzehnten befindet sich die Menschheit im ökologischen Overshoot. Wir verbrauchen beständig mehr natürliche Ressourcen, als die Erde regenerieren kann. Überfischung, abgeholzte Wälder, knappes Süßwasser und die wachsende Konzentration von klimaschädlichen Gasen in der Atmosphäre sind die Folge. Es liegt auf der Hand, dass wir unser Ökosystem nur für eine gewisse Zeit dieser Belastung aussetzen können. Deshalb müssen wir möglichst

surfaces 01 — Wasserfußabdruck

rasch unseren ökologischen Fußabdruck verkleinern.

38

Neben Sauerstoff ist die Verfügbarkeit von Wasser die wichtigste Grundlage für die Existenz von Leben. Der Wasserfußabdruck gibt Aufschluss über den direkten und indirekten Wasserverbrauch. Er misst, wie viel Süßwasser ein Individuum, eine Gemeinschaft oder ein Betrieb verbrauchen. Unterschieden wird zwischen ›grünem‹, ›blauem‹ und ›grauem‹ Wasser. Grünes Wasser ist Regen, der im Boden gespeichert ist und im Lauf des Wachstumsprozesses von Pflanzen aufgenommen wird. Als blaues Wasser bezeichnet man die Menge an Grundwasser und Wasser aus Flüssen und Seen, die zur Herstellung eines Produktes genutzt und nicht wieder demselben Gewässer zugeführt wird. Graues Wasser ist die theoretische Menge an Wasser die nötig wäre, um die im Abwasser noch vorhandene Restbelastung

Living beyond our means For the last several decades, humanity has exceeded its ecological carrying capacity. Our consumption of natural resources has increased to an unsustainable level. The consequences come in the shape of over-fished seas, deforestation, a lack of fresh water and a growing concentration of gases that have a detrimental effect on the global climate. It is evident, that our eco-system will not be able to handle this strain for an extended period of time. Therefore we rapidly have to reduce our ecological footprint.

Besides air, water is the foundation for the existence of any life. A water-footprint provides information about the direct and indirect consumption of water. It measures how much fresh water an individual, a community or a company consumes. There are three classifications: Rainwater, that is stored as groundwater and is consumed by plants is called Green Water. Blue Water is the amount of water required for a production process. It stems from either groundwater or from rivers and lakes and is not released back into its source.


l

s

e

e

a

r

A Der Aralsee Die seit etwa 1960 zunehmende Austrocknung des Aralsees stellt weltweit eine der größten vom Menschen verursachten Umweltkatastrophen dar. Mit ursprünglich rund 68.000 Quadratkilometern war der Aralsee früher der viertgrößte Binnensee der Erde.

Aral Sea Since about 1960 increasing desiccation of the Aral Sea is one of the world’s largest man-made environmental disasters. With original 68,000 square kilometers, the Aral Sea was once the fourth largest lake in the world.

surfaces 01 — Water footprint

We s t l ic her

A r a l see

Nör d l i che r A ra ls ee

39


surfaces 01 — WasserfuĂ&#x;abdruck

Der Wasserverbrauch am Beispiel The water consumption data of e.g.

40


Rindfleisch Beef Baumwolle Cotton Hamburger Hamburger Milch Milk Ei Egg 0,5 l Bier 0.5 l Beer Tasse Kaffee Cup of coffee Tomate Tomato

20.000 15.450 11.000 2.400 1.000 200 150 130 13 Liter

surfaces 01 — Water footprint

Computer Computer

41


so weit zu verdünnen, dass die Wasserqualität gleich oder nahe dem natürlichen Zustand ist.

The theoretical amount of water, necessary to dilute untreated waste water, with the effect of reducing the pollution level to a degree that is equal or close to a natural water quality, is called Grey Water.

Der weitaus größte Teil beim Wasserfußabdruck entfällt auf die Herstellung von Gütern wie Nahrungsmittel, Papier oder Kleidung. In dieser Rechnung schlägt beispielsweise der Konsum einer Tasse schwarzen Kaffees mit 130 Litern zu Buche. Darin enthalten sind das Wasser für die Aufzucht der Kaffeepflanze, die Ernte, die Verarbeitung, für Transport und Verpackung, für den Verkauf und schließlich für das Brühen der gemahlenen Bohnen. Bei einem gezuckerten Milchkaffee zum Mitnehmen wächst der Wasserfußabdruck auf 200 Liter, weil die Herstellung von Milch und Zucker sowie des Wegwerfbechers ebenfalls Wasser benötigen.

The production of goods, such as food, paper or clothing accounts for the largest share of the water-footprint. In this calculation, the consumption of a cup of coffee for example, is estimated to require 130 liters of fresh water. This includes the water needed to grow and harvest the plant, but also the water that is required to process the plant, to transport and package it and to sell and finally prepare the ground coffee beans. The water-footprint of a white, sugared coffee-to-go increases to around 200 liters, because the production process of milk, sugar and paper cup also consumes large quantities of water.

surfaces 01 — Wasserfußabdruck

Auch für die Herstellung von Kleidung werden enorme Wassermengen benötigt. Ein Kilogramm Baumwolle schlägt dabei mit 11.000 Liter Wasser zu Buche. Um die jährlich weltweit 60 Millionen Tonnen Stoff zu produzieren, sind Schätzungen zufolge neun Milliarden Kubikmeter Wasser nötig. Gefragt sind deshalb Fertigungsverfahren, die möglichst schonend mit der Ressource Wasser umgehen.

42

Im Bereich der Drucksysteme ist die Ink­jet-Technologie ein gutes Beispiel, weil sie gegenüber traditionellen Verfahren wie dem Siebdruck erheblich weniger Wasser benötigt. Dadurch lassen sich nicht nur Kosten senken, sondern auch die Belastungen für die Umwelt reduzieren.

The production of clothing also requires vast quantities of water. It takes about 11,000 liters to produce one kilo of cotton. The global production of 60 million tons of textiles consumes an estimated 9 billion cubic meters of water per year. It is clear, that there is a high demand for water-efficient production methods. With regards to water-efficient printer systems, the inkjet technology is a good example, as it requires considerably less water than traditional processes, such as screen printing. This doesn’t only reduce the overall costs, it also lowers the environmental impact.


–  57 

Weniger Energie Reduced energie

–  97 

Weniger Adhäsivpaste Reduced adhesive paste

–  62 

Weniger Wasser Reduced water consumption

–  95 

Weniger Kohlendioxid Reduced carbon dioxide

–  85 

Weniger Abfallmaterial Reduced waste materials

%

%

%

%

%

Screen

Inkjet

surfaces 01 — Water footprint

Siebdruck und Inkjet im Vergleich Comparing screen printing and inkjet printing

43


surfaces 01 — KL Druck – Nachhaltig gut

KL Druck – Nachhaltig gut

44


KL Druck – Environmentally benign

Lechner ist einer der großen Druckdienst-

The company Kürten & Lechner is one of Germany’s largest print service providers and was founded

leister Deutschlands. Es hat in seiner Historie

in 1896. Since then, it has witnessed

zahlreiche Veränderungen durchlebt, aber

but has also initiated many innova-

many changes in the industry,

auch viele Neuerungen mit angestoßen.

tions. To meet the customers’

Um den Kundenforderungen zu mehr Nach-

production process, the company in-

haltigkeit gerecht zu werden, setzt das Unternehmen seit einigen Jahren auch auf wasserbasierte Tinten.

increas­ing focus on a sustainable troduced water-based inks some years ago.

surfaces 01 — KL Druck – Environmentally benign

Das 1896 gegründete Unternehmen Kürten &

45


Für Rolf Kürten, Geschäftsführer Vertrieb der KL Druck Kürten & Lechner GmbH, ist Nachhaltigkeit mehr als nur ein Umweltthema. Es ist ein Handlungsprinzip für langfristiges, erfolgreiches Wirtschaften, das ökonomische und ökologische Faktoren miteinander in Einklang bringt. Kürten führt das Unternehmen seit 1996 in vierter Generation. Damals hatte es sich auf das Bedrucken großformatiger Werkstoffe im Siebdruckverfahren spezialisiert. Dabei lernte er sehr früh, sich auf die Unberechenbarkeit des Marktes einzustellen und auf die speziellen Bedürfnisse von großen Warenhäusern und Einzelhändlern einzugehen. »Wir hatten mehrere Großkunden, allerdings war die Auftragslage nicht planbar«, erinnert sich Kürten. »Für wirklich große Kunden benötigen Sie eine Mannschaftsstärke von 40 bis 50 Mitarbeitern. Sollte dieser Kunde dann seine Kampagne oder seine Aufträge kurzfristig verschieben, sind die Produktionsfaktoren trotzdem gebunden und können nicht automatisch für einen anderen Großkunden umdisponiert werden.«

surfaces 01 — KL Druck – Nachhaltig gut

Auf die steigende Volatilität am Markt reagierten viele Druckdienstleister in den 1980er- und 1990er-Jahren mit der Einführung eines ›Lean-Managements‹, um mit schlanken Prozessen und reduzierten Ressourcen mehr Effizienz zu erreichen. Für Kürten äußerst kurzsichtige Maßnahmen, denn seiner Erfahrung nach ist der Dienst am Kunden der Schlüssel zu einem nachhaltigen Erfolg. Deshalb ging er einen anderen Weg und investierte in neue Mitarbeiter und Lösungen, um den sich verändernden Anforderungen am Point of Sale und in der Außenwerbung gerecht zu werden.

46

»Der heutige Markt verlangt eine rasche Reaktion und nimmt auf klassische Faktoren wie die Materialbeschaffung keine Rücksicht.«

Rolf Kürten Geschäftsführer Vertrieb der KL Druck Kürten & Lechner GmbH

For Rolf Kürten, Manging Director of the Sales Department, sustainability implies more than just environmental aspects. It is a core principle for successful long-term economic activities, that conjoins economical and ecological factors. Since 1996 Kürten has been in charge of the company, which is run in the fourth generation. Back then, KL Druck had specialized in screen printing processes on large format materials. Kürten quickly had to adapt to unpredictable market conditions and to the particular requirements of large department stores and retailers. »We had several key customers, but the order situation was unforeseeable«, Kürten remembers. »For the very large key accounts, you need a workforce of about 40 to 50 employees. If such a customer would delay the campaign or any orders at short notice, our production factors were already allocated and could not be re-channeled towards other key customers.«


»Der heutige Markt verlangt eine rasche Reaktion und nimmt auf klassische Faktoren wie die Materialbeschaffung keine Rücksicht«, erläutert Kürten. Die Kunden verlangen, dass Aufträge unmittelbar umgesetzt werden. »Entsprechend haben wir massiv die Belegschaft aufgestockt und eigenständige Beratungsund Vertriebsteams zusammengestellt.« KL Druck beschäftigt heute über 300 Mitarbeiter, darunter 14 im Vertrieb und 30 im Back Office für die Auftragsverarbeitung. Das Unternehmen verfügt über

A large number of print service providers reacted to the increasing market volatility of the 1980s and 1990s by introducing a lean management structure to maximize their efficiency with streamlined processes and reduced financial resources. For Kürten this was a very short-sighted measure, his experience told him that the key to long-term success is good customer service and then better customer service. So he chose a different path and invested in new employees and in solutions to meet the changing demands of point of sale- and exterior advertising. Kürten’s first step was to contact Gerhard Worch and bring him on board as Managing Director for Technology. Their dual management system does not strictly separate the respective task fields, it operates an interlocking of competences and perspectives. Together, they analyzed the value-chain and developed a strategy to equally serve and cater for all customers, regardless of size, print volume or time frame. »The market today demands a rapid reaction and does not consider classical factors such as material procurement«, Kürten explains. Customers demand an immediate implementation of orders. »That is why we substantially increased the number of staff and established self-contained consultation- and sales teams.« Today, KL Druck employs 300 people, among them 14 in sales and 30 in the back office processing the orders. The company operates a large prepress, three print lines with digital-, screen- and offset print, finishing – and processing teams as well as its own logistics department. The importance of a logistics department is often underestimated, because customers often require store-specific retail packages.

Gerhard Worch Geschäftsführer Technik der KL Druck Kürten & Lechner GmbH

surfaces 01 — KL Druck – Environmentally benign

Kürten holte im ersten Schritt Gerhard Worch als Geschäftsführer Technik mit an Bord. Die duale Führung bedeutete keine strikte Trennung der Aufgabenfelder, sondern die Verzahnung von Kompetenzen und Sichtweisen. Gemeinsam analysierten sie die Wertschöpfungskette und entwickelten eine Strategie, um alle Kunden gleichwertig zu bedienen – unabhängig von der Größe, der Volumina und des Zeitfensters.

47


eine große Druckvorstufe, drei Drucklinien mit Digital-, Sieb- und Offsetdruck, Veredlungs- und Verarbeitungsteams und eine eigene Logistik­ abteilung. Gerade die Logistik ist nicht zu unterschätzen, denn oft wünschen sich die Kunden filialgerechte Einzelverpackungen. Zum Beispiel wenn es um eine Kampagne für mehr als 1.000 Tankstellen geht, für deren Handling der Kunde nicht über die notwendigen Ressourcen verfügt. »Als Fullservice-Dienstleister und One-Stop-Shop wird von uns eine funktionierende Lösung erwartet. Deshalb sind wir für unsere Kunden jederzeit auch als Backup-Office oder Druckproduktionsagentur verfügbar«, berichtet der Geschäftsführer.

surfaces 01 — KL Druck – Nachhaltig gut

Die Doppelspitze mit Kürten und Worch hat sich aber nicht nur bei der Umstrukturierung des Unternehmens bewährt, sondern auch bei der Ausrichtung auf immer rascher wechselnde Marktsituationen. Als Dienstleister für große Einzelhandels-Brands mit tausenden Filialen und für Warenhausketten ist KL Druck stets am Puls der Zeit. Kampagnen, die teilweise innerhalb von 14 Tagen wechseln, setzt das Unternehmen in Form von Point-of-Sale-Materialien und Schaufensterdekorationen um. Der Wettbewerb um die Gunst und Aufmerksamkeit der Konsumenten erfolgt häufig über großformatige Werbedisplays. Dabei kommen meist starre Medien zum Einsatz, die im Versand und Aufbau teuer sind, so dass in vielen Fällen die Logistikkosten die Druck- und Produktionskosten weit übertreffen.

48

For example, in a campaign for more than a 1,000 gas stations, when the customer does not have the necessary facili­ ties for the order handling. The Managing Director: »As a full-service provider and one-stop-shop, the customer expects us to come up with a workable solution. That’s why our customers can rely on us as their back-up office or print production agency«, Kürten and Worch’s dual leadership approach didn’t only prove a success for the re-structuring of the company, but also for the orientation towards rapidly


Soft Signage ist derzeit einer der Wachstumsbereiche im Drucksektor. Mit der Evolution der digitalen Inkjet-Technologie ersetzt es klassische Medien wie Papier, PVC oder Vinyl und überzeugt dabei durch seine Vielseitigkeit und Robustheit. Denn welches andere Großformat-Produkt lässt sich falten, leicht transportieren und anbringen, waschen und sogar recyceln? Soft Signage Produkte kommen sowohl innen als auch außen zur Anwendung, bieten einen ökologischen Mehrwert und sind heute in einer Druckqualität verfügbar, die den klassischen Materialien in nichts nachsteht.

changing market situations. As a service provider for retail brands with thousands of outlets, KL Druck provides cutting edge technologies and services. The company can supply point of sale materials and window decorations to realize campaigns, some of which only run for a fortnight. The competition for the consumers’ attention often makes use of large format advertising displays. The print medium used here is usually rigid and inflexible, and therefore expensive to transport and to install. In many cases, the costs for logistics exceed the costs for printing and production of the displays. That’s why Kürten & Lechner introduced textile print as an alternative large format medium ten years ago and started to experiment with frameless systems for the mounting. Back then, the production of textile advertising was about ten times as expensive as for rigid solutions. Some retail companies still opted for this material, because the analysis of the total costs showed some benefits. The foundation for the growth of soft signage – the use of textiles as a medium for advertising and information – was laid, and KL Druck was a significant pioneer for this market development. Soft signage is currently one of the areas of growth for the print industry. The evolution of digital inkjet technologies is replacing classical media such as paper, PVC and vinyl, at the same time soft signage is impressively versatile and robust. Which other large format medium can be folded, easily transported and installed, washed and even recycled? Soft signage products can be used inside and outside, they generate an ecological added-value and the print quality is on par with classical materials. »When you walk through a German shopping mall, you will hardly find a shop that doesn’t use textile advertising or soft signage applications«, Kürten states. »Soft signage in Germany is growing in importance, and even the big markets of the USA, Russia and China are developing. POS is almost unthinkable without soft signage.« The main applications for soft signage are window shop banners, flag fabrics in the sales area and light boxes.

»Als Fullservice-Dienstleister und One-Stop-Shop wird von uns eine funktionierende Lösung erwartet. Deshalb sind wir für unsere Kunden jederzeit auch als Backup-Office oder Druckproduktionsagentur verfügbar.«

surfaces 01 — KL Druck – Environmentally benign

Aus diesem Grund hat Kürten & Lechner bereits vor zehn Jahren den Textildruck als alternatives Großformatmedium eingeführt und mit Frameless-Systemen für die Bespannung experimentiert. Zu diesem Zeitpunkt war die Produktion von textiler Werbung noch zehn Mal teurer als bei starren Lösungen. Dennoch griffen erste Einzelhandelsunternehmen darauf zurück, da sich bei der Gesamtkostenbetrachtung Vorteile ergaben. Der Grundstein für den Siegeszug von Soft Signage – der Verwendung von Textilien als Werbe- und Informationsmedien – war gelegt, und KL Druck hatte diese Marktentwicklung entscheidend mitbestimmt.

49


»Wenn Sie heute in Deutschland durch eine Einkaufpassage gehen, finden Sie kaum ein Geschäft, das nicht textile Werbung und Soft Signage-Anwendungen verwendet«, stellt Kürten fest. »In Europa gewinnt Soft Signage zunehmend an Bedeutung, und auch die großen Märkte USA, Russland und China entwickeln sich. Am POS ist Soft Signage nicht mehr wegzudenken.« Eingesetzt wird Soft Signage häufig für Schaufensterbanner, Fahnenstoffe im Verkaufsraum, Frameless-Anwendungen und Leuchtkästen.

surfaces 01 — KL Druck – Nachhaltig gut

Zu Beginn erfolgte die Textilproduktion über den UV-Direktdruck auf beschichteten Stoffen. »UV-Tinten haben den großen Vorteil für die Druckdienstleister, dass sie universell einsetzbar sind. Man erzielt eine hervorragende Auflösung und brillante Farben auf nahezu allen Materialien.« 2010 ergänzte KL Druck das UV-Segment und führte mit dem Durst Rhotex 320 den Sublimationsdruck mit wasserbasierten Dye-Tinten ein. »Der UV-Druck ist zwar gesundheitlich unbedenklich und sicherlich das einfachere Druckverfahren, doch Qualität wird heute nicht nur über streifenfreie Bildwiedergabe definiert, sondern auch über die ökologische Nachhaltigkeit. Stellen Sie sich einen Verkaufs­

50

»Wenn Sie heute in Deutschland durch eine Einkaufpassage gehen, finden Sie kaum ein Geschäft, das nicht textile Werbung und Soft Signage-Anwendungen verwendet.«

Initially, the textile production was carried out with a UV direct printer on laminated textiles. «The great benefit of UV inks for the print service provider is that they are incredibly flexible and achieve an excellent reso­ lution and brilliant colors on nearly every material.« In 2010, KL Druck complemented their UV-segment and started with sublimation print, ­using water-based dye-inks on the Durst Rhotex 320. »Although UV-print poses no health risks and is definitely the more economical option, quality nowadays is defined not only by immaculate image reproduction, but also by ecological sustainability.« »Just imagine the sales staff spending all day next to a ten square meter large format display and inhaling the evaporating UV ink,« the Managing Directors considers. Indeed, there is a growing number of complaints from retail staff. During a campaign for 112 stores, there were five complaints because the UV-colors caused headaches. KL Druck has quickly reacted to the customers’ changing demands. The internal consultation- and service teams were advised to present sublimation print as an alternative. Kürten estimates that 75 percent of all POS advertising materials contain UV-ink. With regards to textile printing, he clearly views sublimation print with water-based dye inks as an improvement. »It is more eco-friendly and more user-friendly, because water-based dye inks are completely odorless,« says Kürten and adds: »Although sublimation print is more expensive than UV print, some of our customers have adopted a sustainable production and they are entirely satisfied with the print quality.« Meanwhile, KL Druck produces up to 50,000 square meters of soft signage per month. To achieve this level, the printer portfolio has been extended to include two Durst Rhotex 322 and now even a Rhotex HS, which features a production speed of 900 square meters per hour.


51

surfaces 01 — KL Druck – Environmentally benign


52

surfaces 01 — KL Druck – Nachhaltig gut


mitarbeiter vor, der acht Stunden lang neben einem zehn Quadratmeter großem Display steht und die Ausdünstungen der UV-Farbe einatmet«, gibt der Geschäftsführer zu bedenken. Und tatsächlich häuften sich die Beschwerden betroffener Einzelhandelsmitarbeiter. Bei einem Auftrag für 112 Filialen kam es bei fünf Geschäften zu Reklamationen, wonach die UV-Farbe Kopfschmerzen verursache. KL Druck reagierte rasch auf die veränderten Bedürfnisse der Kunden. Die internen Beratungs- und Vertriebsteams wurden aufgefordert, den Sublimationsdruck als Alternative anzubieten. Kürten schätzt, dass 75 Prozent aller Werbemittel am POS auf UV-Tinte basieren. In der Spe­ zialisierung auf den Stoffdruck sieht er den Sublimationsdruck mit wasserbasierten Dye-Tinten aber als klare Verbesserung. »Er ist umweltfreundlicher und für die Anwender angenehmer, denn die wasserbasierte Dye-Tinte riecht überhaupt nicht«, sagt Kürten und fügt hinzu: »Der Sublimationsdruck ist im Vergleich zum UV-Druck zwar teurer, aber wir haben jetzt schon Kunden, die komplett auf die nachhaltige Produktion umgeschwenkt und mit der Druckqualität absolut zufrieden sind.«

»In line with our corporate philosophy, we serve all our customers equally, no matter if the batch size is 1 or if we produce 25,000 square meters for a chainstore«, Kürten states. We can supply the required flexibility and production efficiency, because we have continuously expanded our range of sublimation printers. The Rhotex HS is the fastest printer on the market to produce large volumes within a short time frame.« Kürten regards soft signage as the main advertising medium for future shop concepts and the first choice medium for presentations. He expects a growing customer demand for a production process and materials that meet the criteria for sustainability .

surfaces 01 — KL Druck – Environmentally benign

Mittlerweile produziert KL Druck bis zu 50.000 Quadratmeter Soft Signage im Monat. Hierfür wurde das Druckerportfolio um zwei Durst Rhotex 322 erweitert und sogar in einen Rhotex HS investiert, der über eine Produktionsgeschwindigkeit von 900 Quadratmetern in der Stunde verfügt.

53


»Unserer Firmen-Philosophie folgend bedienen wir jeden Kunden gleich, egal ob die Losgröße eins beträgt oder wir für eine Warenhaus-Kette 25.000 Quadratmeter bedrucken«, bekennt Kürten. »Die dafür nötige Flexibilität und Produktivität haben wir erreicht, indem wir unser Portfolio an Sublimationsdruckern kontinuierlich ausgebaut haben. Mit dem Rhotex HS verfügen wir über den schnellsten Drucker am Markt, um große Volumen innerhalb kürzester Zeit zu produzieren.« Kürten sieht Soft Signage als das zentrale Werbemedium für künftige Shopkonzepte und das Medium erster Wahl für Präsentationen. Er erwartet, dass die Kunden zunehmend darauf drängen, dass der Produktionsprozess und die eingesetzten Materialien nachhaltigen Kriterien entsprechen.

KL Druck will not neglect its UV operations. The investment in a Durst Rho 312R, introduced a new printing system that allows for double-sided roll-to-roll print, to produce two-sided banners, ceiling mounts for airports, trade fairs and similar public facilities. The Rho 312R also raises the print quality for citylight posters and backlit applications. All this goes to show, that KL Druck is open to all ideas in all formats.

KL Druck setzt aber auch weiterhin auf den UV-Bereich. Mit der Investition in einen Durst Rho 312R wurde ein neues Drucksystem speziell für den beidseitigen Druck von Rolle zu Rolle eingeführt. Damit werden doppelseitige Banner und Deckenhänger für Flughäfen, Messen und andere öffentliche Räume produziert. Darüber hinaus steigert das Unternehmen mit dem Rho 312R die Druckqualität bei Citylight-Postern und Backlit-Anwendungen. Was einmal mehr beweist: KL Druck ist nicht nur offen für alle Formate, sondern auch für alle Ideen.

surfaces 01 — KL Druck – Nachhaltig gut

»Der UV-Druck ist zwar gesundheitlich unbedenklich und sicherlich das einfachere Druckverfahren, doch Qualität wird heute nicht nur über streifenfreie Bildwiedergabe definiert, sondern auch über die ökologische Nachhaltigkeit.«

54


Rhotex HS Durst Water Technology

Fastest soft signage direct printing system with 900 m2 per hour • Unrivaled print quality with a resolution of up to 1200 dpi • Printing width up to 330 cm for large format textile advertising media • Odor-free dispersion inks for indoor and outdoor applications • Environment friendly and ›green‹ products with Durst Water Technology • Industrial design for 24/7 production and high productivity • Suitable for banners, POP/POS displays, trade-show signage, flags, indoor wall graphics and outdoor advertising •

Large Format Printing/Textile Printing Durst. The industrial inkjet specialist www.durst-online.com Italy · Austria · Germany · Great Britain · Spain · France · Sweden · USA · Mexico · Brazil · Singapore · India


surfaces 01 — Keramiktinten

Umdenken in der Industrie

56

Wie schnell Nachhaltigkeit zu einer zentralen Anforderung werden kann, zeigt ein Beispiel aus der Keramikfertigung in Italien. Dort gerieten Ende 2014 Tintenhersteller unter Druck, nachdem sich Teile der Bevölkerung über Geruchsbelästigungen beklagt hatten.


In der internationalen Fliesenindustrie nehmen italienische Anbieter unbestritten eine Spitzenposition ein. Das ursprüngliche Zentrum der Keramikproduktion in Sassuolo hat sich über die Jahrzehnte immer stärker auch in die umliegenden Gemeinden von Modena und Reggio Emilia verlagert. Die hier angesiedelten knapp 50 Unternehmen stehen für etwa 90 Prozent der gesamten italienischen Keramikfertigung.

In late 2014, ink producers in Italy came under pressure after the population complained about strong odors in the vicinity of ceramic production facilities. This example illustrates, how sustainability can suddenly develop into a central issue.

Im Oktober 2014 geriet der Fliesendistrikt um Sassuolo in die Schlagzeilen, nachdem sich Anwohner über anhaltende Geruchsbelästigungen beklagt hatten. Messungen der Umweltschutzbehörde ARPA ergaben, dass von den Dämpfen zwar keine Gesundheitsgefährdung ausgehe, die Beeinträchtigung durch den Geruch aber erheblich sei.

It is a known fact, that the international tile production industry is dominated by Italian suppliers. Throughout the last decades, the original center of ceramics production in Sassuolo, has spread into the neighboring communities of Modena and Reggio Emilia. The close to 50 companies located here, comprise about 90 percent of the entire Italian ceramics production.

Schnell kam der Verdacht auf, dass der zunehmend verbreitete Digitaldruck in der Keramikindustrie mit der Geruchsbelästigung in Zusammenhang stehen könnte. Alle führenden Hersteller in der Region haben ihren Schwerpunkt inzwischen auf die digitale Produktion gelegt, da sie erhebliche Vorteile gegenüber analogen Druckverfahren hat. Dazu gehören die hohe Leistungsfähigkeit, eine fotorealistische Auflösung und die große Flexibilität, rasch auf Anfragen oder Trends reagieren zu können. Das Design-to-Print-Prinzip lässt Produktionen in wenigen Minuten starten und ermöglicht fast unlimitierte Variationen bei höchster Druckqualität. Die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung sind nicht zuletzt die Tintenhersteller. Sie fungieren heute als Service-Provider, die neben der Tinte vor allem Designkonzepte anbieten und die Entwicklung im Markt vorantreiben.

Depending on the production method, these facilities can impair the quality of air and water. Seeing that the drying and subsequent curing process of tiles requires temperatures between 800 and 1250 °C, the industry was subjected to criticism due to its large CO2-emissions. The companies reacted to this criticism, by improving the technical parameters of the furnaces and dryers, by installing heat recovery systems and by replacing heavy fuel oil and coal with low-emission fuels.

surfaces 01 — Ceramic Inks

Je nach Herstellungsverfahren belasten die Anlagen zur Herstellung von keramischen Erzeugnissen Luft und Wasser. Da das Einbrennen der Fliesen bei Temperaturen zwischen 800 und 1250 °C viel Energie benötigt, musste sich die Industrie zur Jahrtausendwende zudem wegen des hohen CO2-Ausstoßes Kritik gefallen lassen. Die Unternehmen reagierten darauf, indem sie technische Verbesserungen an den Brennöfen und Trocknern vornahmen, moderne Rückgewinnungssysteme für Wärme installierten und Schweröl sowie Kohle durch emissionsärmere Brennstoffe ersetzten.

57


Aufgrund der Vorgänge im Fliesendistrikt um Sassuolo gerieten die Tintenhersteller nun in die Defensive. Ein eingeschaltetes Analyselabor bestätigte, dass die Geruchsbelästigung aus den in der Trägerflüssigkeit fast aller Digital-Keramiktinten vorkommenden Fettsäuren stammt. Demnach sollen diese Fettsäuren in den Trocknern und zu Beginn des Einbrennvorgangs, während die Temperatur langsam ansteigt, entweichen. Mittlerweile haben die Tintenhersteller jedoch weitere Analysen vom keramischen Institut in Modena vorgelegt. Sie belegen, dass sich alle organischen Komponenten der Tinte beim Einbrennprozess vollständig auflösen. Die Gerüche und schädlichen Emissionen entstehen durch den Einsatz von Zusatzstoffen und Beimischungen, um bestimmte Effekte beim Druck zu erzielen.

surfaces 01 — Keramiktinten

Obwohl sich mittlerweile die Wogen in der Öffentlichkeit geglättet haben, suchen die großen Tintenhersteller nach Alternativen und nehmen vermehrt wasserbasierte Lösungen mit ins Produktportfolio auf. Noch befinden sich derartige Tinten für Keramikanwendungen in einer frühen Phase. Ausführliche Tests und Zertifizierungen sind nötig, um das Zusammenspiel von Druckköpfen, Tintenzufuhrsystemen und Trocknungsprozessen zu perfektionieren. Auch bedeutet ›wasserbasiert‹ nicht, dass gänzlich auf Lösemittel verzichtet wird, sondern lediglich, dass Wasser einen wesentlichen Bestandteil des Produktes ausmacht.

58

Nichtsdestotrotz ist der erste Schritt vollzogen. Die Chancen für einen Marktdurchbruch stehen gut. Denn neben mehr Nachhaltigkeit versprechen die wasserbasierten Lösungen auch günstigere Tintenpreise und somit geringere Produktionskosten.

In October 2014, the ceramic district around Sassoulo made the headlines, because inhabitants complained about a strong odor. Although readings taken by the environment agency ARPA showed no threat to public health, they acknowledged the severity of the olfactory pollution. It was quickly argued, that the unpleasant odor might be connected with the increasing application of digital print in the ceramics industry. All of the region’s leading manufacturers have meanwhile shifted their focus towards digital production methods, because they grant significant benefits over analog production methods. These benefits include a higher performance, photo-realistic resolution capabilities, and an unrivaled flexibility to quickly react to customized requirements and new trends. The design-to-print principle allows for production to be initiated within just a few minutes and provides almost unlimited variations at the highest print quality. The driving force behind this development are not least the ink producers, who mainly act as service providers today, offering mostly design concepts in addition to inks and thereby advancing the development within the market. Of course, the ink producers wanted to examine the incidents in the Sassoulo district, to avoid any similar occurrences for the future. An analyti­ cal laboratory confirmed, that the odor originated from a lipid acid found in the carrier fluid of almost every digital ceramic ink. These lipid acids were found to dissipate from the dryers and at the beginning of the curing process as a result of the increasing temperatures. Meanwhile, the ink producers have provided further analyses from the Ceramics Institute of Modena. They show, that all organic components of the ink are fully dissolved during the curing process. The odor and the harmful emissions are a result of the use of additives and admixtures to achieve special effects during the printing process. Although the public outcry has since calmed down, the major ink produ­ cers are still looking for alternatives and increasingly include water-based solutions in their product portfolios. The application of such inks for ceramics is currently still at an early stage. Comprehensive testing and certification is necessary to perfect the interaction of print heads, the ink supply systems and the drying and curing processes. ›Water-based‹ doesn’t actually mean that there are absolutely no solvents used, it ­merely implies that water is the substantial ingredient of the product. Despite the remaining challenges, the first steps have been taken and the chances of a market breakthrough are looking good. Because in addition to a more sustainable production, the water-based solutions will also lead to lower costs for ink and therefore a more economical production.


59

surfaces 01 — Ceramic Inks


surfaces 01 — Portrait Mascioni

 Ökolog Verantw  mi Weits

60


ogische wortung mit sicht Beim italienischen Textilveredler Mascioni stehen seit jeher drei

The Italian textile finisher Mascioni

Dinge im Vordergrund: Qualität, Innovation und Respekt für

has always focused on the three

die Umwelt. Welchen Aufwand das Unternehmen betreibt, um

core issues of quality, innovation

Rückstände vom Färben und Bedrucken aus dem Abwasser

and respect for the environment.

zu beseitigen, erläutern Sales Manager Marcello Morbello und

Marcello Morbello, Sales Manager

Produktionsleiter Egidio Fasana.

and Egidio Fasana, Production Manager for Mascioni explain the company’s intensive efforts to filter the waste water for residue from the coloring and printing process.

surfaces 01 — Portrait Mascioni

Implementing Ecological Accountability

61


62

surfaces 01 — Portrait Mascioni


Egidio Fasana — Produktionsleiter

surfaces 01 — Portrait Mascioni

»Zwischen den einzelnen Verarbeitungsschritten muss der Stoff immer wieder gewaschen und getrocknet werden, um Chemikalien oder Farbreste zu beseitigen. Dafür benötigen wir etwa zwei Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr.«

63


64

surfaces 01 — Portrait Mascioni


»Wer in dieser Region produziert, für den ist Nachhaltigkeit keine Marketingfloskel.« Marcello Morbello — Sales Manager

Je nach Gewebeart kommen unterschiedliche Verfahren der Veredelung zum Einsatz. Ihnen gemein ist, dass sie neben der mechanischen und thermischen Behandlung auch ein breites Spektrum an Chemikalien verwenden. Umweltbedenken bezüglich der Lage der Textilfabrik in der idyllischen Landschaft begegnet Sales Manager Marcello Morbello mit einem freundlichen Lächeln: »Wer in dieser Region produziert, für den ist Nachhaltigkeit keine Marketingfloskel.« Weil ökologische Verantwortung und ökonomisches Handeln Hand in Hand gehen, betreibt Mascioni eine der modernsten Textilproduktionsstätten weltweit. Trotzdem fallen bei der Veredelung von jährlich etwa 35 Millionen Meter Stoff erhebliche Abwassermengen an: »Man muss mit etwa 190 Liter pro Kilogramm Textilien oder 57 Liter pro laufenden Meter rechnen«, präzisiert Produktionsleiter Egidio Fasana. Dieses Schmutzwasser muss aufbereitet werden, bevor es entweder erneut in den Produktionskreislauf gelangt oder in die Umwelt eingeleitet wird.

Cuvio is a small community in the North­ern Italian region of Lombardia, only a short distance from the Lago Maggiore. The company Mascioni S.p.a., is one of Europe’s largest textile finishers, and has operated out of this beautiful forested and hilly region since the 1950s. The company produces home textiles for brands such as Basetti, Armani, Missoni, Calvin Klein, Ralph Lauren and Zara, as well as hotel collections, technical textiles and clothing on their 430,000 m² large company premises. Depending on the fabric, different processes can be applied to achieve an optimum finish. In addition to the mechanical and thermal treatment of the materials, a wide range of chemicals is used with either treatment. Environmental concerns about the location of the textile factory in this idyllic landscape, are nothing new for Marcello Morbello, the Sales Manager: »Anyone producing in this region knows, that sustainability is not just a phrase for the marketing department.«

surfaces 01 — Portrait Mascioni

Cuvio ist eine kleine Gemeinde in der norditalienischen Region Lombardei, nur wenige Kilometer vom Lago Maggiore entfernt. Hier, inmitten bewaldeter Hügel, hat die Mascioni S.p.a., einer der größten Textilveredler Europas, seit Ende der 1950er Jahre ihren Firmensitz. Auf einem Areal von 430.000 Quadratmetern fertigt das Unternehmen Heimtextilien für Marken wie Basetti, Armani, Missoni, Calvin Klein, Ralph Lauren und Zara sowie Hotelkollektionen, technische Textilien und Bekleidung.

65


surfaces 01 — Portrait Mascioni

66

Lange bevor der italienische Staat entsprechende Umweltauflagen erlassen hat, hat Mascioni bereits im Jahr 1971 eine eigene moderne Kläranlage errichtet. Sie wurde im Laufe der Jahrzehnte sukzessive verbessert und erweitert. Heute ist das Klärwerk in der Lage, die Vielzahl unterschiedlicher Schadstoffe zu eliminieren, die auf den unterschiedlichen Stufen des Veredelungsprozesses anfallen.

Because ecological responsibility and economic activities go hand in hand, Mascioni operates one of the most advanced textile production facilities in the world. Still, the finishing process for 35 million meters of textiles per year requires considerable quantities of water:

Im ersten Schritt dieses Prozesses geht es darum, die gelieferten Stoffbahnen von Appreturen und sonstigen Rückständen zu befreien. Dazu gehören harzhaltige Stoffe, Polyacryl- und Polyvinylalkohol sowie Carboxymethylcellulose, die das Garn beim Weben widerstandsfähiger gegen Belastungen machen. Aber auch Fette, Öle, Wachse und Kohlenwasserstoffe, die schon bei der Produktion der Fasern angefallen sind, müssen vor dem Färben bzw. Bedrucken entfernt werden. Das erfolgt abhängig von der Hitzebeständigkeit des Materials in der Regel bei hohen Temperaturen unter Zugabe von Natronlauge, Natriumcarbonat, Reinigungsmitteln und Emulgatoren.

In 1971, a long time before the Italian government introduced the according environmental legislation, Mascioni had installed its own modern water treatment plant. It has continuously been updated throughout the years. Today, it is capable of eliminating the range of harmful substances, that are a result of the different stages of the finishing process.

»One kilogram of textiles consumes about 190 liters of water, or 57 liters per meter of textile«, illustrates Egidio Fasana, the production manager. This waste water must be treated before it can re-enter the production cycle or be released into the environment.

The first stage of the elimination process, is to remove any traces of finishes and coatings from the delvered fabric panels. This includes resi­ nous substances, polyacrylic-, and polyvinyl alcohols, as well as carboxy­ methylcellulose, which makes the yarn more resistant against any strains during the weaving process. Any residue of fat, oil or wax and hydrocarbons from the production of the fibers must also be removed before the coloring and printing processes can begin. Depending on the heat-resistance properties of the material, this is usually achieved by adding ­sodium hydroxide, sodium carbonate, cleaning agents and emulsifiers to a high temperature environment.


»Man muss mit etwa 190 Liter Wasser pro Kilogramm Textilien oder 57 Liter pro laufenden Meter rechnen.« surfaces 01 — Portrait Mascioni

Egidio Fasana — Produktionsleiter

67


Um die für viele Naturfasern typische gelbliche Färbung zu eliminieren, kommen im nächsten Schritt oxidierende Substanzen wie Chlorverbindungen oder Perborat zum Einsatz, oft in Verbindung mit Phosphaten und Tensiden. Erst danach ist das Gewebe bereit zum Färben und Bedrucken. Hier sorgen oberflächenaktive Stoffe dafür, dass die Farbstoffe möglichst gleichmäßig und vollständig in die Faser eindringen können. Speziell die Qualität von Baumwolle lässt sich zudem mit konzentrierter Natronlauge im Rahmen der Mercerisation erhöhen. Sie verleiht dem Gewebe einen seidenartigem, waschbeständigem Glanz, ähnlich dem von Seide, ein höheres spezifisches Gewicht, eine größere Zugfestigkeit sowie Elastizität und erleichtert das Färben. Nach dem Trocknen der Farbe wird die Oberfläche mit speziellen Harzen oder anorganischen Substanzen behandelt. Sie sorgen für Knitter- und Flammschutz oder machen das Gewebe je nach Anwendung beispielsweise wasserfest oder antibakteriell.

surfaces 01 — Portrait Mascioni

Zwischen den einzelnen Verarbeitungsschritten muss der Stoff immer wieder gewaschen und getrocknet werden, um Chemikalien oder Farbreste zu beseitigen. »Dafür benötigen wir etwa zwei Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr«, erläutert Fasana, eine Menge, die in 800 olympische Schwimmbecken passt. Es stammt aus zehn unterirdischen Brunnen, die teilweise bis zu 70 Meter tief reichen. »Das Gelände, auf dem Mascioni errichtet wurde, war ursprünglich Marschland und ist heute eine ergiebige Quelle für unser Wasser«, sagt Fasana.

68

To eliminate the typical yellowish discoloration which is characteristic for natural fibers, the second stage requires oxidizing substances such as chlorine compounds and perborate, often used in conjunction with phosphates and surfactants. Only then can the material be further processed with coloring and printing. At this stage, surface-active chemicals ensure, that the dyes can evenly and fully permeate the fibers. The quality of cotton in particular can be upgraded with mercerizing, where concen­ trated sodium hydroxide is used to provide the material with a silky, wash-­ resistant shine, a higher specific weight, a higher tensile strength and elasticity and enhanced coloring properties. After the color has dried, the surface is treated with special resins or inorganic substances. These can eliminate creasing, provide fire-resistance or make the fabric water-proof or anti-bacterial.

»Wir benötigen etwa zwei Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr« Marcello Morbello — Sales Manager


Diese Lösung mit zwei Tanks stellt sicher, dass das zu reinigende Wasser stets eine etwa gleichgroße Schadstoffbelastung aufweist, bevor es in die biologische Aufbereitung gelangt. Dort bauen Mikroorganismen im sogenannten Belebtschlamm die Schadstoffe in einem mehrstufigen Prozess in unschädliche Verbindungen ab. In einem nachgelagerten Absetzbecken werden dann Klärschlamm und Wasser getrennt, das schließlich über eine Filteranlage entweder zurück in die Produktion fließt oder in die Natur eingeleitet wird.

Between each stage of the finishing process, the material has to be rinsed and dried, to remove any chemicals or residual color. »We require about two million cubic meters of water per year«, Fasana explains. Enough to fill 800 olympic-sized swimming pools. The water we use comes from ten sub-surface wells below the company premi­ ses, some of which are located at a depth of 70 meters. »This area used to be marshland, today it is an abundant source for our water«, Fasana says. The complex mix of chemicals, found in the waste water after the production process, is broken down into harmless substances during an elaborate biological treatment. The basins required for this process, cover an area of about 40,000 square meters, the equivalent of five football fields. In the next stage, the water is temporarily stored in two different tanks, one of which holds up to 12,000 cubic meters and stores the heavily polluted water from the cleaning-, bleaching-, and coloring processes, the other is a buffer tank (16,000 cubic meter) for less polluted waste water. The two tanks ensure, that the waste water has a consistent concentration of harmful substances, before it is released into the biological treatment process. At this stage, microorganisms break down the pollutants contained in the so-called activated sludge. The result of this multi-stage purification process are harmless chemical compounds. The next stage is the sedimentation basin, where the sludge and the water are separated. Following this treatment, the water can re-enter the production process or be released into the environment.

surfaces 01 — Portrait Mascioni

Der komplexe Chemiecocktail, der sich im Verlauf der Produktion im Abwasser angesammelt hat, wird in einer aufwändigen biologischen Klärung in harmlose Stoffe abgebaut. Die dafür nötigen ­Becken beanspruchen eine Fläche von ca. 40.000 Quadratmetern, was in etwa fünf Fußballfeldern entspricht. Dabei werden die Abwässer zunächst in zwei verschiedenen Tanks zwischengelagert: Einer mit 12.000 Kubikmetern Fassungsvermögen für das stärker verunreinigte Wasser aus dem Reinigungs-, Bleich- und Färbeprozess, ein anderer Ausgleichstank (16.000 Kubikmeter) für geringer belastetes Wasser.

69


»In seiner 50-jährigen Historie hat Mascioni stetig in neue Technologien und Innovationen investiert, um die Produktion effizienter und ressourcenschonender zu gestalten.«

surfaces 01 — Portrait Mascioni

Marcello Morbello — Sales Manager

70


Denn Mascioni produziert im Hauptsegment Heimtextilien mit einer Breite von 280 cm, und keines der anfänglich verfügbaren Digitalsysteme erfüllte alle Anforderungen bezüglich Druckbreite, Druckqualität und Produktionsgeschwindigkeit. Den Kriterien am ehesten entsprach der auf der Internationalen Fachmesse für Textilmaschinen ITMA 2011 vorgestellte Kappa 180, der erste Inkjet-Hochleistungsdrucker von Durst für die Bekleidungsindustrie. Allerdings verfügte das System lediglich über eine maximale Druckbreite von 195 cm. Zusammen mit Durst hat Mascioni daher die Entwicklung des Kappa 320 vorangetrieben. Seine maximale Druckbreite beträgt 330 cm, und er gewährleistet höchste Druckqualität von 1.000 dpi bei einer Produktionsgeschwindigkeit von knapp 900 m2/h. Ausgestattet mit der Durst V2-Druckkopftechnologie, bei der die Farben auf den 8-Kanal-Druckköpfen symmetrisch angeordnet sind, erzielt der Kappa 320 absolute Farbkonformität. Neben Dispersions- und Säuretinten ist auch ein nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziertes Reaktivtintensystem erhältlich, welches auch den Druck auf Seide und Polyamid ermöglicht. Heute produziert Mascioni mit drei Durst Kappa-Systemen 30.000 Meter pro Woche.

»In the 50 years since its formation, Mascioni has always invested in new technologies and innovations with the aim of developing a more efficient and resource-saving production«, explains Morbello. The most recent innovation for the world of textile print have been digital technologies and processes. »Compared with the producers located around Como we were late to enter into digital production, but here we don’t process limited quantities of expensive materials like silk, we process large quantities of cotton and linen. Therefore, quality of course is a requirement of our customers, but also quick turnaround times and favorable conditions«, Mascioni’s sales manager states. For a long time, no digital solution could meet our criteria. Because Mascioni’s core business is the production of home textiles with a width of up to 280 cm, none of the digital systems that were available early on fulfilled all the requirements regarding print width, print quality and production speed. The Kappa 180, the first Durst Inkjet High Performance Printer, introduced at the international trade fair for textile machines, the ITMA 2011,

surfaces 01 — Portrait Mascioni

»In seiner 50-jährigen Historie hat Mascioni stetig in neue Technologien und Innovationen investiert, um die Produktion effizienter und ressourcenschonender zu gestalten«, erklärt Morbello. Zuletzt haben digitale Verfahren die Welt des Textildrucks revolutioniert. »Im Vergleich zu den Produzenten rund um Como sind wir spät auf den digitalen Zug aufgesprungen, aber wir verarbeiten hier keine hochpreisigen Materialien wie Seide in limitierter Auflage, sondern Baumwolle und Leinen in hohen Volumen. Entsprechend verlangen unsere Kunden nicht nur Qualität, sondern auch Geschwindigkeit und günstige Konditionen«, stellt der Sales Manager klar. Eine passende digitale Lösung war hierfür lange Zeit einfach nicht verfügbar.

71


surfaces 01 — Portrait Mascioni

Der digitale Druck bietet nicht nur neue Marktchancen, er bringt auch gegenüber herkömmlichen Druckverfahren viele Vorteile. Jüngste wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass die digitale Technologie den Energieverbrauch um 30 bis 50 Prozent reduziert, beim Wasserverbrauch sind sogar Einsparungen von 75 bis 90 Prozent möglich. Das gelingt hauptsächlich, weil viele Reinigungsvorgänge von Maschinen, Walzen und Drucksieben entfallen.

72

Hinzu kommt die größere Umweltverträglichkeit der verwendeten Tinten, die das Abwasser weniger belasten. »Wir sind auf dem Weg, die Umweltbelastung in der Textilveredlungsindustrie weiter zu verringern«, prophezeit Fasana. Das ist allein schon nötig, weil der globale Markt mehr und mehr seine Aufmerksamkeit nicht nur auf die Qualität der Produkte richtet, sondern zunehmend auch die Auswirkungen des Produktionsprozesses auf Gesundheit und Umwelt berücksichtigt. Mascioni jedenfalls ist in dieser Hinsicht bestens für die Zukunft gerüstet.

was the most likely candidate. Unfortunately the maximum print width was only 195 cm, so Durst and Mascioni decided to cooperate and initiated the development of the Kappa 320, which features a maximum print width of 330 cm and guarantees the highest print quality of 1,000 dpi at a production speed of up to 900 m²/h. Because it is equipped with the Durst V2 Printhead Technology, where the colors are aligned symmetrically on the 8-channel printheads, the Kappa 320 provides absolute color conformity. In addition to dispersion- and acid inks, a GOTS (Global ­Organic Textile Standard) certified reactive ink system that enables also printing on silk and polyamide, is also available. Today, Mascioni produces 30,000 meters per week with three Durst Kappa systems. Digital print combines new market opportunities, with the benefits over traditional print processes. Recent scientific studies have concluded, that digital technologies reduce the consumption of energy by 30 % to 50 % and the consumption of water by 75 % to 90 %. The main reason for this is that the cleaning of the machines, the rolls and the printing screens is less intensive. Another factor are the inks, which are more eco-friendly and are less polluting for the water. »We constantly strive to reduce the environmental impact of the textile finishing industry«, pledges Fasana. This is becoming more and more necessary because the global market doesn’t only observe the quality of the products, but is increasingly focusing on the impact of the production process on communal health and the environment. In this respect, Mascioni is definitely well prepared for the future.


Kappa 320 Durst Water Technology

High performance printer for home textiles, apparels and interiors • Print width up to 340 cm and production speed up to 892 qm / h • Unrivalled print quality and color conformity across the entire print width • 32 print heads and resolution up to 1.200 dpi • Eco-friendly, water-based dispersion-, acid-, reactive- and pigment inks • Certified for GOTS, Green Label and Clear to Wear • For natural fibers, cotton, linen, rayon, silk, polyamide and polyester • On-demand productivity, with “green” production technology

Textile Printing Durst. The industrial inkjet specialist www.durst-online.com Italy · Austria · Germany · Great Britain · Spain · France · Sweden · USA · Mexico · Brazil · Singapore · India


Impressum Imprint Das Surfaces Magazin erscheint viermal im Jahr in Deutsch/Englisch. The Surfaces magazine is published four times a year in German/English. Herausgeber Publisher Durst Phototechnik AG Julius-Durst-Strasse 4 39042 Brixen/Bressanone, Italy +39 0472 810111, info@durst.it Konzeption & Chefredaktion Conception & Chief Editorship Sümer Cetin, Corporate Communication, Durst Phototechnik AG +39 0472 810111, presse@durst.it Projektleitung Project Management Hermann Pitscheider, Corporate Communication, Durst Phototechnik AG Redaktion & Autoren Editors & Authors Andreas Schuck, Sümer Cetin Visuelle Konzeption & Realisation Visual Design & Implementation Mirjam Mößmer, Christian Ring, Bernhard Zölch

surfaces 01 — Impressum | Imprint

Fotografie Photography Rolf Nachbar, Mehmet Eksen

74

Bildnachweise Credits 2/3, 78/79: fotolia, Pakhnyushchyy 4, 39: Corbis 40/41: fotolia, Andrey Kuzmin, taddle, samsonovs, Barbara Pheby, stockphoto-graf, Edenwithin, olly 5, 44/45: Photocase, John Krempl 59: fotolia, Alexander Raths; photocase, jala Übersetzung Translation Christian Notz Druck Print Grafismi Stampa & Consulenza, San Bonifacio, Verona Copyright ©2015 Durst Phototechnik AG


Profile for Durst Surfaces

Durst - Surfaces 01  

Durst - Surfaces 01