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0,80 € EP für Sammelbestellung Februar Ausgabe Nr.12

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10 Tage dauert der Fasching von Venedig Wenn am 18. Februar der Engelsflug stattfindet und ein Prominenter vom Campanile über den Markusplatz schwebt, ist der „di Venezia“ Lagunenstadt eröffnet. Bis zum 28. Februar gibt es dann in der Lagunenstadt künstlerische und artistische Darbietungen. Die Venezianer schlendern in prachtvollen Kostümen durch ihre Stadt. Höhepunkt ist am Sonntag die Preisvergabe für das schönste Kostüm. Erstmals erwähnt wurde der Karneval 1094. Seinen sittlich ausuferndsten Höhepunkt erreichte er in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Ein Zufall, dass zu dieser Zeit Casanova lebte und wirkte?

Schlafstarre Folge Nr. 11. In der letzten Ausgabe habe ich Euch erzählt, wie ich zu meinen Menschen ins Schlafzimmer komme. Jetzt habe ich auch die Strategie gefunden, die es mir erlaubt, länger in dem warmen, weichen Bett bei Herrchen und Frauchen zu bleiben. Der Trick ist eigent-

Balu‘s Welt lich ganz einfach. Und der geht so: Mit viel List komme ich ins Schlafzimmer, hüpfe oder schleiche mich ins Bett und verfalle sofort in einen unerhört tiefen Schlaf. Man kann diese Art des Schlafes auch Schlafstarre nennen. Da hilft dann kein Locken oder Rufen mehr, selbst die Versuche, mich an den Pfoten hochzuheben scheitern, weil ich in meiner Schlafstarre solange verharre bis – meistens Frauchen – ein

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Einsehen hat. Als Dank für ihre Zuneigung kuschle ich mich dann (schlafend natürlich) ganz fest an, so lange, bis Frauchen endlich aufsteht und ich endlich das ganze Bett für mich habe. So könnte ich noch stundenlang liegen. Denn das Schöne daran ist, dass mein Herrchen auch nicht mehr böse wird, wenn Frauchen ihm erklärt, das sie ohnehin die Betten frisch überziehen müsse. Natürlich höre ich das alles, denn meine Schlafstarre bezieht sich ja nur auf meine Bewegungslosigkeit und die Tatsache, dass ich meine Augen ganz fest geschlossen halte. Was mich dann aber meistens verrät, ist meine Reaktion auf das „Ploppzischsch“ der Kühlschranktüre. Wenn die geöffnet wird, bin ich schneller aus den Federn als man das bei einer Schlafstarre eigentlich sein dürfte. Man muss halt Prioritäten setzen können. In diesem Sinne wünsche ich Euch eine schöne Zeit, Euer

Balu

Impressum Herausgeber: Wolfgang Lichtenegger als Geschäftsführer des LO-print Verlags UG (haftungsbeschränkt) Eichenweg 5, 94234 Viechtach verlag@vit-journal.de Telefon 0 99 42 - 4 68 28 68 Ust-IdNr.: DE303380503 HRB 4345 vom 27.11.2015 Amtsgericht Deggendorf Redaktioneller Inhalt: verantwortlich v.i.S.d.P. Wolfgang Lichtenegger Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Anzeigenleiter, Hans Friedl Fotograf: Klaus, Dieter Neumann, Bergweg 14, 94234 Viechtach kd-neumann@vit-journal.de Satztechnik / Layout /Gestaltung: ITI Multimedia Consulting, Geschäftsführer Markus Riedl Kollnburgerstrasse 10, 94234 Viechtach technik@vit-journal.de Anzeigengestaltung: Peter Schwarzmann Regenweg 7a, 94234 Viechtach Druckerei: Druckpruskil. GmbH 85080 Gaimersheim Vertrieb: VIT-Journal wird an über 14.100* Haushalte in der Stadt und im Altlandkreis Viechtach als Postwurfsendung durch die Deutsche Post verteilt. „Werbeverweigerer“ sind ausgeschlossen. *Angabe der Deutschen Post vom Dez. 2016 3800 Exemplare werden an Abladestellen verteilt Urheberrechtlicher Hinweis: Alle Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Jede Art der Verwendung (auch auszugsweise) in Print- oder elektronischen Medien wird rechtlich verfolgt, sofern kein schriftliches Einverständnis von Verlag und Urheber vorliegt. Dies gilt auch für Verlinkungen zwischen Internetseiten.


INTERVIEW

Carl Gierstorfer wollte „Das Virus überleben“

Zwei Monate drehte der Viechtacher Carl Gierstorfer im Ebola-Gebiet Liberias. Jetzt wurde der in Berlin lebende Journalist für den 59. Grimme-Preis nominiert. Der Film erzählt die Geschichte des Liberianers Stanley Juah, der das Virus in sein Dorf brachte und für den Tod von mehr als einem Dutzend Menschen verantwortlich gemacht wurde. VIT-Journal stellte Carl Gierstorfer zwölf Fragen über Ebola, den Film, über das Leben an sich.

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Ebola ist wohl eine der aggressivsten Virus-Erkrankungen, die wir derzeit kennen. Sich in ein Gebiet zu wagen, in dem eine Epidemie grassiert, birgt ein hohes Risiko. Was hat Sie bewogen dieses Wagnis einzugehen? Ich habe viel in Afrika gearbeitet. Als Ebola im Frühsommer 2014 ausbrach, stellte ich gerade einen Film über die Ursprünge von HIV fertig. Ich wusste, dass das hochinfektiöse Ebola-Virus in den eng gestrickten Gemeinschaften Afrikas großes Leid anrichten würde und wollte verstehen wie die Menschen damit umgehen.

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Als in Westafrika 2014 die Epidemie tobte, rief die Bundesregierung ärztliches Personal zur Hilfe für die betroffenen Länder auf. Nur wenige meldeten sich. Wie gelang es Ihnen ein Team zu organisieren, das zwei Monate lang einem enormen Druck standhalten musste? Ich war mit meiner Partnerin Laura Salm-Reifferscheidt unterwegs. Zu zweit konnten wir uns flexibel bewegen und gegenseitig auf uns aufpassen. Natürlich waren die ersten Tage furchteinflößend, weil man so wenig über die Ansteckungswege wusste. Letztendlich verstand man aber sehr schnell, dass man gewisse Regeln befolgen musste (vor allem kein direkter Kontakt zu Kranken!) und man dann auch relativ sicher war.

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Wie bereitet man sich auf einen solchen Einsatz vor? Da ich selbst filmte, habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie ich nah an die Patienten rankommen konnte, ohne sie direkt zu berühren. Wie bekomme ich guten Ton, ohne ein Mikrofon anbringen zu können? Wie desinfiziere ich meine Kamera? Wer ist ein verlässlicher Fahrer, der nebenher nicht auch Kranke transportiert? Kontakte zur Bundeswehr, dem Auswärtigen Amt und Ärzte ohne Grenzen waren sehr hilfreich.

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Wie lenkt man sich ab, wenn man beruflich dem Tod Tag für Tag in eine seiner hässlichsten Fratzen schaut. Es hört sich seltsam an: aber mit zu erleben, wie die Liberianer mit dieser existenziellen Bedrohung umgegangen sind, war eine der inspirierendsten Erfahrungen meines Lebens. Das große Loch kommt danach, wenn man wieder in Deutschland ist, wo einem seine unwichtigen Probleme überwältigen.

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Je nach Virus-Variante verläuft die Erkrankung zwischen 25 und 95 Prozent tödlich. Denkt man daran während der Arbeit? Daran denkt man. Aber man muss das auch wieder ausblenden, weil man sonst nicht arbeiten kann. Gott sei Dank blieben wir während der zwei Monate auch von anderen Krankheiten, wie Grippe oder Durchfall verschont. Die beginnen genauso wie Ebola. Das wären dann harte Tage gewesen, bis Gewissheit bestanden hätte.

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Schutzkleidung, Desinfektion, absolute Vorsicht beim Kontakt mit Erkrankten, ja mit Gegenständen, die kontaminiert sind, Isolation. Wie gelingt es da, zu den Menschen noch normal Kontakt aufzunehmen? Ich war nur einmal in kompletter Schutzmontur als ich in einem Ebola Trakt in einem Krankenhaus gedreht habe. Ansonsten galt: immer zwei Meter Sicherheitsabstand. Keine Berührung, kein Händeschütteln, mit niemandem. Die Liberianer haben sich strikt daran gehalten. Es war anfangs etwas sonderbar, bald aber ganz normal. Kontakt bekamen wir, indem wir einfach da waren; sehr lange, Teil dieser Tragödie wurden. Das schafft Nähe und Vertrauen.

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„Ebola - das Virus überleben“ heißt Ihre Doku. 53 Minuten dauert der Film für den Sie und Ihre Partnerin zwei

Monate in der Ebola-Hölle waren. Fällt der Verzicht auf Inhalte da nicht sehr schwer? Oh ja! Ich habe viel mehr Material als die Geschichte von Stanley Juah. Aber seine Geschichte war auch so viel mehr als nur Ebola; es war eine Geschichte von Schuld und Sühne, von der Suche nach Vergebung. Ich habe in dieser Geschichte etwas gesehen, was viele von uns auch erleben, ganz ohne Ebola. Das Leben kann einem von heute auf morgen in eine Situation bringen, wo man plötzlich Schuld auf sich geladen hat und um Vergebung bitten muss. In fast unwirklicher Klarheit hat Stanleys Schicksal das verkörpert.

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Über 1.000 Einsendungen erreichten das Grimme-Institut. Ihr Werk wurde bereits nominiert – stolz darauf? Ich bin darauf wirklich stolz. Es kam völlig unerwartet. Vor allem weil das Thema ja völlig aus den Medien verschwunden ist. Ich denke die Jury hat gewürdigt, dass wir in dem Film den Liberianern eine Stimme gegeben und vielleicht auch ein zeitloses Thema angesprochen haben.

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In der Kategorie „Information und Kultur“ sind Sie nun für den 59. Grimme-Preis Ende März nominiert. Was bedeutet der Preis (sollten Sie ihn letztlich auch erhalten) für Sie? Beruflich, als Regisseur, ist das eine große Auszeichnung. Aber ich denke auch, dass ein Dokumentarfilm genauso viel von den Charakteren abhängt, die man portraitiert. Diese Nominierung ist auch eine Verbeugung vor Mabel, der liberianischen Krankenschwester, vor Stanley, vor Pastor Padmore und all jenen, die Ebola bekämpft und besiegt haben. Sie sind die wahren Helden dieses Filmes.

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Wem würden Sie, im Falle einer Preisverleihung besonders danken wollen? Stanley Juah, der Kranken-

schwester Mabel und Reverend Padmore, der sich als Geistlicher den psychologischen Folgen von Ebola widmet. Und natürlich Laura Salm-Reifferscheidt, meiner Produzentin Antje Böhmert und Bernd Seidl, vom SWR, der immer an dieses Projekt geglaubt hat.

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Wie haben diese zwei Monate in Liberia Ihr Leben verändert? Es waren die intensivsten und inspirierendsten zwei Monate meines Lebens. Ebola war wie eine Bühne, auf der sich die Tragödie des menschlichen Daseins in fast blendender Klarheit abgespielt hat. Wie Liberianer sich dieser Herausforderung gestellt haben, fand ich äußerst beeindruckend.

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Was ist unter dem Eindruck des Erlebten ihr sehnlichster Wunsch? Ebola zwang die Menschen sich für einander anzunehmen, sich zu kümmern, auch wenn man dafür mit dem Leben bezahlen musste. Im Moment sehe ich viel Abschottung, Ausgrenzung, Egoismus und Hass – obwohl es genau genommen dafür keinen Grund gibt. Mein Wunsch wäre (und das gilt auch für mich selbst), zu sehen, was man eigentlich hat. Und die Größe zu haben, jenen zu helfen, die wirklich Hilfe benötigen.

Das Gespräch mit dem Regisseur und Journalisten Carl Gierstorfer führte Wolfgang Lichtenegger

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BLOGG

Eine Homepage ist nur dann gut, wenn sie auch gefunden wird Patrick Schönberger, Geschäftsführer Label3 GmbH, Deggendorf, Blogger ps@vit-journal.de

Die perfekte Homepage … gibt es nicht. Es tut mir leid, wenn ich hier alle Träume zerstören muss. Auch wenn windige Webdesigner immer wieder damit werben und das Blaue von Himmel versprechen, jedes Geschäft, jeder Blog und jede Zielgruppe hat einen ganz eigenen Anspruch. Aber – das ist die gute Nachricht – es gibt Wege, um nahe an das Ziel heran zu kommen, ein Star bei Google

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und den Benutzern zu werden. Das Suchergebnis bei Google ist wichtig Sie werden sich sicher schon einmal gefragt haben, welche Seiten eigentlich auf den ersten Plätzen bei

Alles nach vorn: Google erscheinen und wer dies eigentlich festlegt. Nun, vieles bei diesem Ranking basiert auf Algorithmen, die die Seiten analysieren und sie dementsprechend einordnen. Früher reichte es hier aus, möglichst viele Wörter, unter denen man gefunden werden wollte, wild auf die Homepage zu schreiben. Das ist inzwischen sogar sehr kontraproduktiv. Google steht auf Qualität und ändert auch ständig die eigenen Kriterien. Das hat dazu geführt, dass es eigene, so genannte SEO-Agen-

turen gibt, die die Homepage hinsichtlich des Rankings optimieren. SEO bedeutet Search Engine Optimization, also die Optimierung für Suchmaschinen. Bevor Sie nun jedoch eine SEO-Agentur beauftragen, sollten Sie erst die technische Seite betrachten und Ihren Webdesigner befragen, ob er auch im Vorfeld die technischen Voraussetzungen geschaffen hat, um es Google so einfach wie möglich zu machen. Oft „vergessen“ dies die Entwickler und legen den größten Wert auf Design. Dabei hilft die schönste Seite nichts, wenn die Konkurrenz davoneilt. SEO ist zudem ein kontinuierlicher Prozess. Hochwertige und damit relevante Inhalte definieren sich nicht durch tolle Grafiken, sondern in erster Linie durch eine Kombination aus Technik und Text. Deswegen

ist es immer eine gute Idee, bei der eigenen Homepage Texte selbst zu schreiben, Mehrwert zu bieten und auf die Benutzer einzugehen. Die Suchmaschine erkennt bis zu einem gewissen Grad semantische Zusammenhänge und Struktur. Daneben misst Google auch die Verweilzeit auf der Seite und nimmt an, dass Benutzer, die sich länger auf der Seite aufhalten, auch das gefunden haben, was sie ursprünglich gesucht haben.

Alles in Bewegung: Ohne eine mobile Homepage geht nichts mehr. Nichts hat sich in den letzten Jahren so gewandelt, wie die Art, wie Designer „Homepage“ denken müssen. Während früher eher wie ein Gemälde geplant wurde, geht es nun mehr darum, in Inhalte zu


BLOGG investieren und den Browser die Darstellung wählen zu lassen. Doch keine Angst: Das erledigt im besten Fall Ihr Webdesigner für sie. Für den Kunden ist es jedoch wichtig, nicht darauf zu beharren, die Webseite wie eine Zeitungsanzeige zu planen. Elemente werden sich je nach Gerät unterschiedlich anordnen und aussehen. Entscheidend ist die Les- und Darstellbarkeit. Ein einfaches Beispiel: Ein Monitor ist im Normalfall im Querformat, ein Handy wird hochkant gehalten, also müssen diese beiden Alternativen bedacht werden. Darüber hinaus gibt es unzählige Auflösungen und Formate. Responsivität nennt man die Bereitschaft, auf Kommunikationssignale einzugehen, was wiederum nichts Anderes bedeutet, als dass die Inhalte einer Seite je nach Ausgabegerät flexibel aufgebaut werden. Da werden Fotos und Bildunterschriften verschoben, Inhalte völlig neu akzentuiert. Die Seite schaut auf dem Smartphone ganz anders aus als am PC oder auf dem Tablett. Dass das CI trotzdem ge-

Altes webdesign: So stellte man sich vor 10 Jahren das Web vor: Die Einstiegsseite der Stadt Viechtach wahrt bleibt, das ist die Aufgabe des Webdesigners. Der Leser muss sich zurechtfinden, egal über welches Endgerät er eine Homepage betrachtet. Schon an dieser Stelle werden einige entscheidende Eckpunkte gesetzt, die den Google-Suchmaschinen das Auffinden der Seite erleichtern, weil sie die Homepage unverwechselbar machen. Doch hier gilt das weiter oben bereits

geschriebene: Wer der Meinung ist, dass mit dem Aufbau einer neuen Seite zukünftige Änderungen obsolet werden, der täuscht sich. Am besten vergleichen Sie in diesem Fall Ihre Page mit einem Schaufenster, das auch eine kontinuierliche Pflege und stets neue Inhalte braucht um aufzufallen. Am besten Sie nutzen von Anfang an ein gutes Content Management System

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formen) zeigen, dass nur 2 % der User überhaupt diese Selbstdarstellungsseiten aufrufen. Schade – Sie haben die Chance des ersten Eindrucks verschenkt und müssen sich glücklich schätzen, wenn der User jemals wieder einmal auf Ihre Site kommt. Dies gilt für unseren mitteleuropäischen Kulturkreis. Firmen die weltweit, oder verstärkt in Asien tätig sind, machen da ganz andere Erfahrungen. Hier gilt der Kontakt zur Familie als besonders wichtig. Dort gelten Familienunternehmen als besonders ehrenvoll und seriös. Hier muss die Historie im Vordergrund stehen, vor allem wenn die Geschichte des Unternehmens eng mit einer Familie verbunden ist. Dies gilt auch für südamerikanische Länder. Hier lohnt es sich, eine gutes CMS gewählt zu haben, dessen technischer Aufbau eine Differenzierung der Navigation nach Sprachen erlaubt oder noch besser, das erkennt, welche Sprache der Nutzer braucht.

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Ranking: Wichtig ist es, gefunden zu werden: Wer nach Altlandkreis Viechtach sucht, findet das VIT-Journal schon auf der ersten Seite.


ESOTERIK Wassermann

Fische

21. Januar bis 19. Februar

20. Februar bis 20. März

Tierkreiszeichen und Edelsteine haben seit Jahrhunderten eine enge Bindung. Geburts- und Ausgleichssteine sollen die Charaktereigenschaften und Wesenszüge verstärken oder aber auch abschwächen. Welcher Stein passt für welche Dekade eines Tierkreiszeichens?

Edelsteine wurden über die Jahrhunderte auch Geburtsmonaten zugeordnet. Weil in früherer Zeit die häufige Farbenvielfalt der Edelsteine nicht bekannt war, wurde jeder Stein mit einem anderen Namen belegt. Dies führte auch dazu, dass es unterschiedliche Deutungen bei der Zuordnung der Steine gibt.

Geburtssteine:

Geburtssteine:

1. Dekade (21.-29.1.) – hier steht der Labradorit an erster Stelle des stets hinterfragenden Wassermanns. Individualität steht im Vordergrund. So schillernd wie der Wassermann ist auch dieser Stein, der hilft, Dinge leichter zu durchschauen und ungewöhnliche Ideen leichter umzusetzen. 2. Dekade (30.1-8.2.) – geistige Ungebundenheit, Selbstbestimmung sind bei Wassermännern, die in dieser Zeit geboren sind am intensivsten ausgeprägt. Der Aquamarin verhilft zu mehr Weitblick und Voraussicht, er stärkt Ausdauer und Durchhaltevermögen. 3. Dekade (9.2.-18.2.) – Freiheit von Emotionen, die Spontaneität liebend und unbeschwert sind die Wassermänner der dritten Dekade. Zu ihnen passt der blaue Topas. Dieser Stein hilft dem zwanglosen Charakter bei Neuanfängen.

Ausgleichssteine:

Während die Geburtssteine die ohnehin vorhandene Ausprägung im Wesen eines Menschen noch unterstützen, verstärken oder hervorheben sollen, haben Ausgleichssteine die Aufgabe, besondere Schwächen des Charakters zu mildern. Wenn Wassermänner aus dem Gleichgewicht geraten, dann macht sich dies meist in Oberflächlichkeit, Überforderung, Exzentrik und Ungeduld bemerkbar. Versteinertes Holz besänftigt Unruhige, weil es erdet und den zur Oberflächlichkeit neigenden Wassermann davon abhält, immer nach neuen Reizen zu gieren. So gelingt es dem Wassermann, sein Potenzial besser auszuschöpfen. Bei der Vielzahl der Impulse, die er ausstrahlt, überfordert sich der Wassermann häufig selbst. Mit einem Argonit kommt er leichter zur Ruhe und findet mehr Stabilität. Es liegt in der Natur der Sache: Wassermänner, die nach Individualität, Unabhängigkeit, freiem Geist streben, wirken auf ihre Mitmenschen häufig rücksichtslos. Vor allem, weil sie alles wollen und das sofort. Das wirkt auf ihr Umfeld forsch, dieses reagiert auf Ablehnung und so werden oftmals die Ideen des Wassermanns Opfer seines Wesens. Der Magnesit hilft dem Wassermann zu mehr Geduld und vor allem zu mehr Rücksicht. Wenn Sie sich bei den typischen Schwächen nicht wiederfinden, dann ergründen Sie zunächst Ihr Ungleichgewicht. Wenn Sie dieses im Detail bestimmt haben, finden Sie sicher auch den passenden Stein. Übrigens: Die meisten Wassermänner bewahren sich ihren jugendlichen und verspielten Geist bis ins hohe Alter!

1. Dekade (19.-29.2.) – Fische sind Weltmeister im „Auflösen von Formen“. Das mag davon kommen, dass Fische zugleich das letzte Zeichen im Tierkreis sind, denselben praktisch auch auflösen, gleichzeitig aber auch dessen Neubeginn einleiten. Fische verbinden jegliches Beenden, zu Ende bringen mit dem Erreichen höherer Ziele. Der rosa Kunzit unterstützt dies, hilft den Fischen bei ihrer Konzentration auf Neues, ohne dass sie die Bodenhaftung verlieren. 2. Dekade (1.-10.3.) Mit dem Streben nach „Höherem“ sind Fische in ihrer Spiritualität am stärksten ausgeprägt. Dies verstärkt auch ihre Sehnsucht, materielle Grenzen zu durchbrechen, Erfahrungen über das Hier und Jetzt zu sammeln. Der Morganit lässt Fische auf die dunkle Seite des Materialismus blicken. Er ist der Stein, der den Fischen einerseits den Blick dahinter ermöglicht, indem er ihnen hilft, die Seele zu öffnen. Gleichzeitig vermittelt er ihnen die Ruhe und Gelassenheit, das Gesehene zu verarbeiten und selbst zu verstehen. 3. Dekade (11.-20.3.) – Fische, die in der dritten Dekade ihres Tierkreiszeichens geboren sind, tragen bereits verstärkt die Rolle des Neuanfangs in sich. Denn das sich zu Ende neigende Jahr der Tierkreiszeichen will nicht enden, ohne bereits den Wiederbeginn erkennen zu lassen. So sind Fischegeborene dieser Zeit Menschen, die allem verbunden zu sein scheinen. Sie halten sozusagen Ende und Anfang wie eine Klammer und haben oftmals eine ausgeprägte Liebe und eine starke Demut vor der Welt. Dies übertragen sie auf ihre Umwelt. Der Girasol gilt als der gestaltlose Edelstein und passt wie kein anderer zu dieser Fisch-Dekade. Er sorgt für Klarheit, bringt Ruhe und spendet Frieden.

Ausgleichssteine:

Wird das Neutrum der Fische gestört, macht sich dies häufig im Abgleiten aus der Realität bemerkbar, Der Verlust des Ich-Bewusstseins sowie jegliche Art extremen Verhaltens bis hin zu Süchten (Drogen, Medikamente, Alkohol) können ebenso die Folgen sein. Tragen Fische in dieser Zeit ihre Geburtssteine, können diese Exzesse verschlimmert werden. Dagegen helfen als Ausgleichssteine der Achat (er sorgt für mehr Realitätsbezug), der Türkis (er stärkt das Ich-Bewusstsein) und der Amethyst (stellt das innere Gleichgewicht wieder her). Übrigens: Fische gelten als die romantischsten unter den Sternzeichen. Sie verspüren jede Regung ihres Partners, sind gefühlvoll und mitfühlend.

Côtés Mauvais

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REPORT

Mit im Faschings-Zug 1965, die Kollnburger Blaskapelle.

FC Viechtach lässt den „Reitverein gegen den Damen-Tennisclub“ auflaufen - Fasching 1965.

Albert (Duck) Miethaner ahmt den Vorsitzenden des Reitvereins, Dir. Baensch, nach.

Eine Parodie auf sich selbst – Fotograf Hermann Popp in Aktion.

Karl Schwarzmann auf dem Lumpenball im Jahr 1965 - ganz in seinem Element.

Alois Kuffner, Karl Schwarzmann, Helmut Grotz (von links) beim Lumpenball 1965.

Wenn auch das Wetter noch mitspielt ist eine zünftige Faschingsgaudi auf Skiern einfach herrlich.

Mit der „Maschkerade“ zur Pistengaudi am Pröller – Spaß für Gäste und Einheimische.

Wer kann, der kann: Eine Mänertruppe stellt mit Gymnastik ihre Fitness auf dem Turnerball 1958 unter Beweis.

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Aus ganz frühen Jahren: Fasching bei der Lummer Zens. Scheinbares Motto, je enger desto lieber.


REPORT

1955 – Gruppenbild mit vielen Damen des Singe und Volkstanzkreises, Viechtach.

Bunt und lustig ging es her bei der Faschingsfeier der „Turner-Gruppe Binki“, die vor 25 Jahren, im Jahr 1992 stattfand.

POPP F O T O DOKUMENT

ARCHIV FaschingsStreifzug

Links: Zum Gassenhauer „Ach, sag nicht immer Dicker zu mir“ schwangen sie das Tanzbein: Amtsgerichtsdirektor Kammermayer und Bürgermeister Gareis auf dem Vi-BaBo-Ball 1957 (Ball des Viechtacher Bayerwald-Boten), links oben: Hans-Werner Rixner, rechts oben Max Vielberth und rechts: Josef Niedermayer mit Dr. Willy Verfürth.

Einstudierte Tänze, ein volles Programm, das war „Dotsch’n City“, die Faschings-Gaudi vom Feinsten, im Jahr 1993. Wer waren die Damen (oben) und die Herren auf der nächsten Seite? Die Auflösung erfahren Sie im nächsten Heft. Als in der Stadt die ParkplatzBegrenzungen mit Holzpfosten ausgestaltet wurden, die an eine Western-Stadt erinnerten, war dies für die Organisatoren der 1993er Faschingsgaudi Anlass, die „Dotsch’n City“ auszurufen. Die roten Rinderhörner, ein verkleideter Rathausturm, die Showeinlagen, sowie das Programm, das federführend von den Organisatoren Dr. Karl Rabl, Hans Friedl, Xaver Widmann und Max Saller kreiert, zusammengestellt und umgesetzt wurde, begeisterte die Zuschauer.

Als AUS Viechtach "Dotsch’n city" wurde

Ein spontaner ausgelassener Tanz, selbst bei dichtem Schneetreiben

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REPORT

Die Wasserwacht hatte ein nahezu perfektes Ballett einstudiert und die „Damen”eroberten Schritt für Schritt die Herzen der Zuschauer.Auch die Namen dieser tänzerischen Grazien verraten wir in der nächsten Ausgabe

Der unvergessene, stets humorvolle Martin Müller im Interview mit dem damaligen Tourismus-Direktor Viechtachs, Rainer Wick (rechts).

von links Dr. Erich Festnet, Caroline Rabl, Anja Goldmann, SIR Matthias Heimerl, Dr. Karl Rabl. Michael Müller, Martin Müller

POPP F O T O DOKUMENT

ARCHIV

Die exclusive Rubrik imVIT-Journal

Helfen Sie mit, beim Aufbau eines heimatlichen Archiv-Schatzes. Sie erhalten Ihre Originale zurück nachdem Hermann Popp sie digitalisiert und archiviert hat.

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Trotz niedriger Temperaturen begeisterte das Programm, das von einer Handvoll Aktivisten um den ehemaligen Amtsrichter Dr. Karl Rabl kreiert wurde, die Zuschauer. Die roten Hörner wurden für die närrischen Tage am FaschingsWochenende des Jahres 1993 zum Wahrzeichen der Stadt.


REPORT

Stromstöße in und aus Kollnburg Gardemädchen 1976 mit Vortänzerin Irene Baier Von Evelyn Wittenzellner „Kollnburg unter Strom? Ist vielleicht ein Anschlag geplant?“ Keine Angst! Ein Anschlag ist geplant, ja. Aber nur auf schlechte Laune und Miesepetrigkeit im Burgdorf. Denn in Kollnburg herrscht die fünfte Jahreszeit und da regieren nur Stimmung und gute Laune. Und der Strom-Gedanke ist nicht so abwegig. Denn mit „Strom“ hatten Faschingsprinzen in den vergangenen Jahren öfter zu tun, allerdings rein beruflich beziehungsweise zum „Aufladen“ von Stimmung. So regierte im Jahre 1975 Prinz Eduard II. von der Sedlhofer Breitn (Eduard Baier), bekanntlich hat er sich der Elektrizität verschrieben, mit Prinzessin Josefa III., direkt aus der Kollnburger Mitte (Bepperl Dietl). 1983 standen Werner Dietl und Martha Wanninger als Prinz Werner I., der Elektrische aus dem Bodahaus und Martha I. die schwarze Perle von der Gemeindegrenze, für den Kollnburger Fasching unter Strom. 1989 fand man Werner Dietl als Wernoline, Kurzschlusslady von der Kollnburger Erdbeerhäng wieder

1953: Das erste Kollnburger Prinzenpaar: Hans Oberberger und Hilde Holzapfel

1973: 30 Jahre Prinzenpaare mit Werner Dietl und Martha Wanninger

1989: Faschingshochzeit: Kirchenzug mit Wernoline, Kurzschlusslady von der Erdbeerhäng (Werner Dietl) und Marloisius, Kinderbändiger von der Büchsenmacherei in Reichsdorf (Sieglinde Eckl)

als Braut bei einer Faschingshochzeit. Im Jahre 2006 sprangen Hans und Isolde Reiner in letzter Minute als Prinzenpaar ein. Als Hans, der graugetigerte Zweiradakrobat vom Franz-Miche-Zirkus konnte er seinen Bezug zum Strom nicht verleugnen. 2007 schwang Andreas I. (Andreas Probst), der Hippie-Elektriker von der Giggerl-Kommune, den Narrenstab in Kollnburg. Und in diesem Fasching regieren Prinz Thomas I., der fußballerische Elektroforscher aus dem Bodahaus und Prinzessin Johanna I., kreative Holzhaxnmechanikerin aus dem Voralpenland. Bislang ist es damit in Kollnburg sicher einmalig, dass in einer einzigen Familie Vater und Sohn innerhalb eines knappen Vierteljahrhunderts den Faschingsthron innehatten. Doch die „Boda“, ob männlich oder weiblich, quer durch die Verwandtschaft, sind alles Faschingsnarren. Ob als Gardemädchen oder im Elferrat, als Akteure im Faschingszug oder beim 24-Stunden-Feuerwehrball, immer sind sie voll im Einsatz. Unvergessen ist den Bewohnern des Burgdorfes eine Faschingshochzeit aus dem Jahre 1989, bei

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REPORT der Werner Dietl eine „Hauptrolle“ spielte. Er erinnert sich immer noch gerne an die urige Gaudi von damals. Es sollte eine echte Hochzeit nach niederbayerischem Brauch werden. Bereits Tage vor dem großen Ereignis eilte „Hochzeitslader“ Reinhold Kreusel von Haus zu Haus und verteilte die Einladungen. Bereits am Vormittag des Faschingssonntags ging die Gaudi los: Mit Blasmusik wurde das „narrische Brautpaar“ eingeholt: Bräutigam Marloisius, der Kinderbändiger von der Büchsenmacherei Reichsdorf (Sieglinde Eckl) und die Braut Wernoline, Kurzschlusslady von der Erdbeerhäng in Kollnburg (Werner Dietl). Zum Begrüßungstrunk ging’s in den Burggasthof. Dabei durfte ein Schluck Bier mit sicher leichtem Grausen aus einem Nachthaferl geschlürft werden. Am Kirchenzug bis zum Rathaus hinunter und wieder zurück beteiligte sich natürlich das gesamte Hochzeitsgefolge: Brautmutter Edi Baier, Ehrvater Ferdl Schlecht, Ehrmutter Heinrich

Rechts-Tipp Dr. Karl Rabl Rechtsanwalt Müllerstraße 7 93444 Bad Kötzting

Unsinn am Donnerstag oder Was darf man/frau am 23.02.2017? Ungelogen, es ist wirklich wahr! Ich stand tatsächlich einmal mit einem Mandanten vor Gericht, der einer übermütigen jungen Dame in einem Kaufhaus eine saftige Ohrfeige verabreicht hat, als diese mit einer langen spitzen Schere sein bestes Stück, eine sündhaft teure Seidenkrawatte, malträtiert und – ritsch/ratsch – um 20 cm kürzer gemacht hat. Durfte sie das? Durfte er das? Muss sie ihm die Kosten für eine neue Krawatte erstatten? Muss er ihr ein angemessenes Schmerzensgeld bezahlen? Juristisch hat sie eine fremde bewegliche Sache beschädigt, § 303 StGB, und er eine vorsätzliche Körperverletzung im Sinne

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Stieglbauer, die Kranzljungfrauen Hermann Holzfurtner und Herbert Weindl, Mitglieder der Landjugend als Verwandtschaft, das spezielle Kollnburg-TV und natürlich der „Vollstrecker“ Hans Fraundorfner. Beim Rückzug zum Dorfplatz, wo die Hochzeitszeremonie auf einem Felsen dort durchgeführt werden sollte, blies plötzlich ein heftiger Wind. Größte Mühe hatten die Kranzljungfrauen mit dem Bändigen des fünf Meter langen Schleiers der Braut, der sich immer wieder an Hausvorsprüngen oder Sträuchern verfing. Auch der „Vollstrecker“ hatte große Probleme bei der Ausübung seines Amtes. Der gefürchtete „böhmische Wind“ blies ihm sogar seine Aufzeichnungen im „Besamungsbuch“ durcheinander. Dennoch brachte er das „Brautpaar“ schließlich zum Jubel der Zuschauer unter den Hut und kettete die beiden zusammen. Sogar ein traditionelles „Ofenschüsselrennen“ wurde angerichtet. Allerdings sollte dabei der Letzte den ersten Platz gewinnen. Das Lüngerl als „Hoch-

des § 223 StGB, begangen. Hat er in Notwehr gehandelt, sich also gegen einen rechtswidrigen Angriff verteidigt? Ja, aber nur dann, wenn die Sachbeschädigung rechtswidrig war. Sie sagt: „Beim Weiberfasching werden überall Krawatten abgeschnitten, am unsinnigen Donnerstag ist das erlaubt.“ Stimmt das? So einfach ist es nicht; es kommt – wie wir Juristen sagen – darauf an. Im Rheinland werden den männlichen Jecken von den Damen seit jeher zur Weiberfastnacht die Krawatten abgeschnitten. Dort ist es mittlerweile zur gängigen Rechtssprechung geworden, dass das Tragen einer Krawatte an Weiberfastnacht als konkludente, also stillschweigende, Einwilligung zu qualifizieren ist. Weil die Männer im Rheinland um diesen Brauch wissen und nicht zu erkennen geben, dass sie mit der Schlipsverkürzung nicht einverstanden sind (auch hier gilt: Ein Nein ist ein Nein!), kann eine derartige Einwilligung durchaus angenommen

Alles wiederholt sich: Im Faschingszug 1993 stehen bereits Autobahngebühr und Vignette in der Kritik

Bereits in den 70ern nahm man den Umweltschutz ernst und kritisierte die Schneekanone am Pröller

werden. Dann machen sich die Närrinnen nicht wegen Sachbeschädigung strafbar. Außerhalb der Karnevalshochburgen hingegen muss ein Schlipsträger nicht damit rechnen, dass ihm Frauen die Krawatte abschneiden. Für meinen Mandanten bedeutete dies: Er musste am unsinnigen Donnerstag in einem Kaufhaus im Bayerischen Wald nicht damit rechnen, dass ihm von einer ausgelassenen Dame die Krawatte gekürzt wird. Das Krawatteabschneiden stellt also eine Eigentumsverletzung dar, gegen die er sich zur Wehr setzen durfte. Er musste ihr kein Schmerzensgeld bezahlen; umgekehrt musste sie ihm die Kosten für eine neue Seidenkrawatte erstatten und außerdem die Gerichtskosten und Rechtsanwaltsgebühren tragen. Also: Zu Fragen und Risiken eines Faschingsscherzes fragen Sie nicht Ihren Arzt oder Apotheker, sondern einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens.

Darf „mit Maske“ Auto gefahren werden? Ja, solange es den Autofahrer zumindest nicht in seiner Sicht behindert. Entsprechendes gilt für „Maskeraden“ am restlichen Körper, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Aber: Muss die Kfz-Haftpflichtversicherung leisten, wenn wegen „beschränkter“ Sicht oder pompöser Kleidung ein Unfall passiert ist? Ja, da ein anderer nicht unter der Unvorsichtigkeit eines Autofahrers leiden soll. Allerdings könnte sich die Kaskoversicherung wegen grober Fahrlässigkeit wenig karnevalistisch zeigen. Straffällige Kostüme. Die Verkleidung darf kein öffentliches Ärgernis erregen. Für Kostüme mit exhibitionistischen Zügen drohen mitunter rechtliche Konsequenzen – wie ein Bußgeld oder eine Anzeige. Aber nicht nur Busen-Blitzer können so eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Drei Jahre Haft riskiert, wer Uniformen oder Abzeichen verfassungswidriger oder verbotener Organisationen bzw. Parteien trägt (Nazi-Orden etc.).


REPORT

Nofretete umrahmt von ägyptischen Gottheiten samt Gefolge waren schon zu Gast auf dem Kollnburger Weiberball. zeitsmahl“ schmeckte als kräftige Grundlage für das anberaumte „Schenken“, dem Höhepunkt der Faschings- Hochzeitsfeier. Natürlich hatten sich die Spender ihre Gedanken gemacht, was sie dem Brautpaar darbringen könnten. Da brachte der Ehrvater einen lebenden Gickerl an den Brauttisch und die Kranzljungfrauen gar einen stinkenden Goaßbock. Die Hochzeitsfeier stand damals mit Sicherheit „unter Strom“, ging über in den Großen Handwerkerball und endete erst in den frühen Morgenstunden. „Unter Strom“ steht wahrlich auch die Faschingsregierungszeit von Werner Dietls Sohn Prinz Thomas mit seiner Prinzessin Johanna Heindel. So tanzten die beiden beim Inthronisierungsball am

Faschingszug 1975: Prinzessin und Garde mussten den Prinzen samt Auto aus dem Schnee befreien.

10. Januar im Bräusaal von den Ballgästen begeistert beklatscht ein Rock-Solo nach dem „Dschungelbuch“ und rissen mit ihrem tanzenden Hofstaat alle in einem Stimmungs-Strom mit. Bis zum Ende des Faschings stehen sicher alle weiter unter Hochspannung. Einen „Kurzschluss“ für den Kollnburger Fasching gibt es erst am Faschingsdienstag beim „Lustigen Kehraus“. Die Geschichte des Kollnburger Faschings ist lang. Ein erster Faschingszug soll bereits im Jahre 1920 aufgestellt worden sein. Vielleicht wollte man sich von den Wunden erholen, die der Erste Weltkrieg auch in dieser Region geschlagen hatte, die Bevölkerung wieder ein wenig aufheitern. Zu Beginn nahm sich der Handwerkerverein der Faschingsbelustigung an. Der „Schuster Girgl“ (Georg Peter) gilt als einer der frühesten Organisatoren eines Faschingszuges. Auf von Pferden gezogenen Leiterwagen stellte man lustige Begebenheiten nach, die sich im Lauf des Jahres im Dorf ergeben hatten. Auch Bürgermeister und Gemeinderäte blieben nicht verschont. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Pferde als „Zugmaschinen“ wurden allerdings ersetzt durch Bulldogs. Wegen der engen Gassen im Burgdorf ist man froh, dass etliche Landwirte noch „Oldtimer“ in ihren Schuppen stehen haben, denn bei den heutigen landwirtschaftlichen „Kraftprotzen“ müssen die Fahrer beim Umzug genau Maß nehmen, um nicht an einer Hauswand anzustreifen oder aber einen Umweg

Der traditionelle Weiberball in Kollnburg ist bekannt für seine phantasievollen Kostümierungen. Männer sind nicht zugelassen! in Kauf nehmen. Geblieben sind die lustigen Ausspielungen auf den Wagen, wobei sich die Darsteller aus jeweils verantwortlichen Vereinen rekrutieren. Nicht nur so mancher Kollnburger bekommt „sein Fett ab“, auch die Bürger der Nachbargemeinden werden „derbleckt“, manchmal nimmt man für seine Späße auch die „große Politik“ aufs Korn. Musikkapellen, die ebenfalls in

Kollnburg Tradition haben, begleiten den Gaudiwurm. Im Mittelpunkt des Zuges aber steht der „Große Prinzenwagen“ mit dem jeweiligen Prinzenpaar und dem gesamten Hofstaat. Denn im Jahre 1952 bereits wurde mit Hans Schießl, dem Kollnburger Ritter, ein erster Faschingsprinz ins Leben gerufen. Ein Jahr später folgte mit Hans Oberberger und Hilde Holzapfel das erste Prinzenpaar.

Da spielt sich die „Musi“ doch gleich viel leichter. Auf dem Feuerwehrball 1972: von rechts: Hannerl Baumgartner auf Josef Dietl, Rita Schroll auf Gust Stöger, Ernst Dietl und Hedwig Bergbauer, Hildegard Rankl solo, Fred Danzer und Maria Schedlbauer. Erinnerung an den 24-Stunden-Ball der Kollnburger Feuerwehr. Er war um das Jahr 1954 aus einer Faschingslaune heraus entstanden. Die Musikanten der Wehr spielten den tanzfreudigen Wehrleuten bis in die Morgenstunden auf. Anderntags mussten die Musiker zu einer Beerdigung. Anschließend schauten sie noch einmal „Beim Bräu“ vorbei. Und tatsächlich gab es noch einige „Übrige“ vom Feuerwehrball tags zuvor. Die freuten sich, von der Musik wieder ins Faschingsleben zurückgeholt worden zu sein und schon war der sogenannte Nachball geboren. Etliche Kollnburger nahmen sich sogar Urlaubstage, um die zwei Faschingstage am Stück durchzustehen. Hilfreich fürs Durchhaltevermögen war die „Wassersupp’n“, die der „Bräu“ um 3 Uhr morgens servierte.

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WISSEN

Zwei Mal im Jahr ist es zum Heulen

Bereits kurz nach Jahresbeginn war es wieder soweit – nahezu flächendeckend heulten die Sirenen zum Probealarm. Das, was bis zum Ende des kalten Krieges zweimal jährlich an Samstagen um 12:00 Uhr praktizierte Übung war, wird auch heute noch bayernweit zweimal jährlich durchgeführt – allerdings entscheiden Kommunen und Kreise selbst, ob sie sich an den Probealarmen beteiligen. Damit soll zum einen sichergestellt werden, dass die Geräte einwandfrei funktionieren, andererseits aber auch, dass die Bevölkerung über die Bedeutung des Sirenengeheuls zur Vorbereitung von Rundfunkdurchsagen sensibilisiert bleibt. Anfang der 50er Jahre wurde der Zivil- und Katastrophenschutz in Deutschland neu organisiert. Ein flächendeckendes, rund 100.000 Sirenen starkes Alarmierungs-Netzwerk entstand und wurde von eigens eingerichteten Warnämtern gesteuert. Die Sirenen waren im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. In den 1990er Jahren wurden dann aus Kostengründen die Warnämter

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stark ausgedünnt. Die Städte und Gemeinden übernahmen die Sirenen, überließen manche den Feuerwehren für deren Alarmierungssystem, nahmen aber auch viele außer Betrieb. Seither gibt es kein flächendeckendes System mit Weckfunktion zur Alarmierung der Bevölkerung mehr. In Bayern sind allerdings alle Orte im Umkreis von 25 Kilometern um ein Kernkraftwerk mit Sirenenwarnanlagen ausgerüstet, um bei ernsten Störfällen die Bevölkerung schnell alarmieren zu können. Diese werden zweimal jährlich getestet. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sucht seither nach einem Ersatz eines Alarmierungssystems, das auch das Wecken der Bevölkerung ermöglicht. Radio- und Fernsehsender sowie Internetdienste sind zwar in der Lage, Warnmeldungen zu verbreiten, scheiden aber für die gewünschte Weckfunktion aus. Außerdem ist bei einem Netzausfall der Betrieb der Geräte in Frage gestellt. Rauchmelder in Häusern und Wohnungen könnten – entspre-

chend ausgerüstet – diese Funktion übernehmen. SMS scheiden aus Kapazitätsgründen aus, weil die herkömmliche Technik 24 Stunden bräuchte um 50.000 Einwohner zu alarmieren. Unter Einbeziehung der UMTS- oder GSM-Netze ließen sich allerdings bereits 80 % der Bevölkerung kostengünstig, schnell und ortsbezogen warnen. Die vorhandenen Warn-Apps KATWARN und NINA werden von Ländern und Gemeinden unterschiedlich genutzt, sodass jeder Smartphone Besitzer beide APPS installieren müsste. Seit 2007 ist das Deut-

sche Institut für Normierung beauftragt, gemeinsam mit der Industrie einen Normenentwurf zu erstellen, der die „Bevölkerungswarnung durch Funkalarm mittels DCF77 ermöglicht. DCF77 ist ein Langwellensender in Mainflingen (Nähe Frankfurt am Main) der die meisten funkgesteuerten Uhren im westlichen Europa mit der in Deutschland geltenden Uhrzeit versorgt. Über ihn könnten dann Radiowecker und jede Art von Funkuhr angesteuert und zur Alarmierung genutzt werden.

(re.) Alarm, der die Bevölkerung veranlassen soll, anlässlich schwerwiegender Gefahren für die öffentliche Sicherheit auf Rundfunkdurchsagen zu achten. Signal: Auf- und abschwellender Heulton von einer Minute Dauer. (li.) Alarm bei Feuer und anderen Notständen, der zur Alarmierung der Einsatzkräfte der Feuerwehren dient. Signal: Dreimal in der Höhe gleichbleibender Ton (Dauerton) von je zwölf Sekunden Dauer, mit je zwölf Sekunde Pause zwischen den Tönen.


REPORT

Bunter Abend des Wald-Vereins 1973 im Hansol-Saal. Von links: Werner Wiesner, Alois Achatz, Rosa Schrötter, Alois Bauer, Sepp Danzer, Oskar Bauer, Alois Danzer, Franz Mothes, Robert Haider, Gerhard Egner, Maria Aschenbrenner, Alois Kollmer, Walter Weber, Pfarrer Jakob Fink, Heinz Schwarz, Martina und Alois Gröller; verdeckt sind Ernst Bräu, Berta Amberger, Roswitha Mühlbauer, Marianne Kopp, Annemarie Wierer und die Geschwister

Die närrischen 70iger Jahre in Arnbruck Von Hans Weiß, Arnbruck Auch in Arnbruck ging es hoch her, zum Beispiel bei der Kath. Landjugend oder beim 1963 gegründeten ZellertalSpielmannszug, der 1964 zum „Zirkus Jedermann“ in den Hansol-Saal geladen hatte, bei dem der „Sterbauer“ Alois Schedlbauer einen viel belachten Auftritt als verspätete Hochzeiterin hatte. Auch die sich hinziehenden Arbeiten beim Bau des Freibads waren ein Thema für den Bürgermeister, dargestellt von Sepp Schrötter, Alois Bauer als Landrat, Röhrlbauer Alois Danzer als Pfarrer, Elisabeth Biller als Faschingsprinzessin und Gerhard Egner als viel redender Hauptlehrer Gustav Lindner. Bei den Bunten Abenden der Landjugend Anfang der Siebziger Jahre sagte Lehrer Rudolf Hiebl das „Ballett der Dorfschönen“ an und Hans Graßl und Wilfried Janich gaben

zwei stramme Bundeswehrrekruten ab. Der Bayer. Wald-Verein mit seinem Vorstand Alois Gröller setzte die Tradition der legendären Bunten Abende fort. 1972, erzählt Gerhard Egner mit Vergnügen, löste die „Orgelinspektion“ wahre Lachsalven aus, als der Organist Venus zornig eine Orgelpfeife nach der anderen herausreißt, in Anwesenheit des Pfarrers, Kirchenpflegers und des Inspekteurs, worauf die Auzinger Moni (damals Mesnerin und Sopranistin im Chor) heftig protestiert. Man versäumte nicht ihre gesanglichen Qualitäten (z. B. das hohe C) und die anderen Mitbürger anschaulich zu persiflieren. Eine Szene spielte 1973 im Hansol-Saal vor dem „Königlich Bayerischen Amtsgericht“ von Georg Lohmeier, das damals im Fernsehen anlief und die Leute hellauf begeisterte. Die Story, die zu verhandeln war: Der „Hotelier und Kegelbahnbesitzer Gohl Hubert“ und der Streit Sepp, sein bester Freund und Niederndorfer

Bürgermeister, irrten nach einem ausgiebigen Besuch des Nachtlokals „Metro“ auf der Bahnlinie Richtung Blaibach herum, weil sie den Heimweg nicht mehr fanden. Den Vorsitz führte der Amtsrichter Alois Schedlbauer, assistiert von Staatsanwalt Alois Achatz (in Arnbruck bekannt als Theater-Preiß), Gerichtsschreiber Walter Weber und Gerichtsdiener Josef Danzer, Angeklagter war Alois Danzer, sein Rechtsanwalt Heinrich Sogerer, und Silvia Amesberger, die Zeugin, spielte die Mini-berockte Bardame („no kürzer als a s’Kitterl vo da Heidi“), die während der Verhandlung lustig mit dem Gerichtsdiener schäkerte. Der Streit Sepp als Zeuge: „Da Hubs und i samma oide Spezln, mir hamma scho mitanand Kammer g’fensterlt und Schnaps brennt!“ Die Zeugin fällt dem Hubs gleich um den Hals und handelt sich vom Gerichtsrat eine Rüge ein, worauf sie ihm anbietet, einen richtigen Strip vorzuführen.

Weil der dankend ablehnt, ruft sie bekannte Zellertal-Promis im Publikum auf: „He, Kurtchen, Adi-lein, oh Egon!“ Kernig fällt des Amtsrichters Urteil aus: Tägliches Kegelbahnschrubben und ein 50-Liter-Fass Bier für den Wald-Verein.

Puppen tanzen „Und wennst jetzt a Geld hast, fahr‘ ma alle mitanand ins Metro!“ Begeisterung löste auch der Tanz mit den Schaufensterpuppen aus, schwungvoll aufgeführt von Ernst Bräu, Walter Weber und Werner Wiesner, worauf die Puppen jedoch kapitulierten. Walter Weber und Heinrich Sogerer sangen um den besten Platz auf der Hitparade, bei der auch der Bauer-Bäck als „Heino“ auftrat. Weitere Akteure waren u.a. Oskar Bauer, Alois Bauer (Bäck), Rosa Schrötter, Ernst Haider, Alois Kollmer, Heinz Schwarz, Martha Kellermeier und Pfarrer Jakob Fink. 1974 nahm der Wald-

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REPORT verein die Öl- kriese Ende 1973 zum Anlass, einen Ölscheich in den Geigersaal einmarschieren und dort nach Öl bohren zu lassen, nachdem ein Fakir eine Ölquelle ausgemacht hatte.

Mama geh one

Walter Weber und Heinrich Sogerer bei der Hitparade 1973.

Mit seiner Natter findet der Fakir 1974 die begehrte Ölquelle.

Beim Faschingszug wird der Hobby-Modellfliegerfan Siegfried Weber ausgespielt. Foto: Alois Gröller

Die Ölkrise Ende 1973 beflügelte auch die Fantasie der Faschingsnarren beim Waldvereinsball im Geigersaal 1974. Fotos: Siegfried Weber, Repros: Hans Weiß

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1979 und 1980 hatte der Wanderverein Thalersdorf (heute Heimatverein) zweimal zum Bunten Abend in den Wiesersaal Thalersdorf eingeladen. Ein unvergesslicher Ohrwurm aus der Hitparade: „Mama d‘Leone“. Das Lied beim Wiadara Fernsehen besang eine Arnbrucker Metzgerei und war ein wenig abgewandelt: Mama geh one. Viele Lieder wurden damals umgedichtet und in der Hitparade zum Besten gegeben. Auch das Lied „Im Wagen vor mir fährt ein schönes Mädchen…“; in Thalersdorf hieß das Lied „Im Wagen bei mir fährt ein…..“. Auch der Glas- „Schleifer-Karl“ durfte seine Späßchen mit dem Chef treiben. Alle damaligen Hits mussten herhalten und über regionale Themen berichten. Die dortigen Bunten Abende waren Vorläufer des „Wiadara Starkbierfestes“, das zuletzt 2016 stattfand. In bester Erinnerung sind die Ski-Bälle des Sportvereins, die Frauenbund-Faschingsbälle, Faschingsumzüge, Feuerwehrbälle und Faschingshochzeiten, Damenkränzchen, Kappenabende, die mit fantasievollen Einlagen begeisterten.

Lange Tradition Dass man den Fasching in Arnbruck schon lange vorher ausgiebig zu feiern verstand, davon zeugen die „Narrenbrucker Nachrichten“ aus den frühen Zwanziger Jahren, produziert in der „Schwammerlfabrik“ (heute Gruber). Das ist bald hundert Jahre her, aber der Arnbrucker Fasching lebt auch heute bestens, denn die Feuerwehr lässt heuer mit einer großen Faschingshochzeit eine lange Tradition wieder aufleben. Am Samstag, 11. Februar ist es wieder so weit, dass auf dem Dorfplatz um 11.11 Uhr ein närrisches Paar getraut wird und sich dann bei Mahl und Hochzeitstanz im Saal beim Hansol richtig feiern lässt.

Beim Bunten Abend 1973 verhandelte das Königl. Bay. Amtsgericht den Gastwirt und Kegelbahnbesitzer "Hubs" (gespielt von Alois Danzer, 2. v.l., mit Heinrich Sogerer), dem die Metro Bardame (Silvia Amesberger) den Kopf so verdreht hat, dass er auf dem Heimweg die Straße mit dem Schienenstrang verwechselte. Mit dabei der Gerichtsdiener (Josef Danzer), Rechtsanwalt (Walter Weber) und Richter (Alois Schedlbauer).

1973 – Tanz mit den Schaufensterpuppen; v. l.: Werner Wiesner, Walter Weber und Ernst Bräu

Damenkränzchen mit Watschnbar: Auch dieser Wagen spießte ein lokales Vorkommnis auf.Foto: Alois Gröller

Die Feuerwehr macht Anfang der 80er Jahre eine Faschingshochzeit als Einlage beim Faschingsball. V.l.: Hans Graßl, Hermann Brandl, Klaus Falter, Heinrich Höcherl, Willibald Schötz, Alois Schedlbauer, Braut Günther Wartbichler, Markus Kopp, Bräutigam Hansi Maimer, Günther Raimer, Josef Hutter und Werner Wiesner. Vorne: Willi Schötz im Kinderwagen, Xaver Aschenbrenner, Oskar Bauer, Hochzeitslader Josef Achatz, Karl Wühr und Joachim Müller. Foto: Alois Gröller


REPORT

Bei „Bibi“ am Sonnenhang traten im Faschingsball des Naturvereins die Kostümierten unter dem Motto „Mafiosi“ auf.

Die „Les Humphreis“ 1978 (von links) Karl-Heinz Schreiber, Max Süß, August Lankes, Anton Wiesinger hinten: Jürgen Täuber.

Motto-Bälle begeisterten in Ruhmannsfelden

Südamerikanisch ging es bei „Bibi“ am Sonnenhang im Jahr 1977 zu – das Motto dieses Jahres: „Brasil”(alle Fotos Fam. Wiesinger).

1983 im Segl Saal spielten Gerd Raudzius, Artur Schreiner und Rudi Karl (von links) als „Big Band New Arluis”

Buntes Treiben in Kaikenried Nein, aus der Hand geben wollte Heinrich Stadler die Chronik der Stammtischler aus Kaikenried nicht. Als „Wächter” derselben nimmt er diese Aufgabe besonders ernst. Dennoch ist es Klaus Dieter Neumann gelungen, einige Seiten daraus abzulichten. Einen Ausschnitt zeigen wir Ihnen hier.

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Er wurde zum Symbol einer ganzen Branche, war zeitweise bekannter als so mancher Bundesminister und kümmerte sich um die Sorgen und Nöte von Senioren, Familien und Junggesellen. Von 1972 bis 2009 war er aus den Werbeblocks der deutschen Fernsehprogramme nicht wegzudenken. Herr Kaiser, später Günther Kaiser erreichte im Jahr 2002 einen Bekanntheitsgrad von 86 %. Herr Kaiser war Versicherungsvertreter einer Versicherung, die heute längst von einem anderen Konzern übernommen wurde und die auch in unserer Geschichte keine Rolle spielt. Es war der Beginn der Präsenter-Werbung, die mit immer der gleichen Figur und Standard-Aussagen das Image von Firmen oder Marken verstärken oder bilden sollte. Versicherungen sind, wie kaum eine andere Branche darauf angewiesen, dass ihre Mitarbeiter glaubwürdig, seriös und kompetent erscheinen und auch sind. Dafür tut die Branche einiges und manche Unternehmen legen sich auch heute noch

Seit 1. Januar Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen: Caroline Rabenbauer bleibt der väterlichen Branche treu. Fotos Klaus-Dieter Neumann heit beitragen kann, das macht mich stolz“ - schwärmt die frisch gebackene Fachwirtin. Dass die Ausbildung heute noch wichtiger ist, als zu Zeiten Herrn Kaisers, das erkennt der Laie schon beim Abschluss seiner Kfz.-Versicherung. Längst gibt es nicht nur die Wahl zwischen Voll- oder Teilkasko – das individualisierte Leistungspaket schützt heute des Deutschen liebstes Kind. Genauso wichtig ist der richtige Schutz des Eigenheims, der durch die stets steigenden Unwetterkatastrophen immer bedeutender wird. Und bei den Versicherungen, die Risiken, gleich welcher Art absichern sind Profis gefragt, die ihren Job erlernt und durch ihre Ausdauer auch bewiesen haben, dass ihnen diese Arbeit ernst ist. Die Grundlagen hat Caroline Rabenbauer

Leitplanken für die Lebenssicherheit auch in Zukunft wichtig dafür richtig ins Zeug. Dazu zählt auch die Bezirksdirektion der Zurich-Versicherung in Viechtach. Bereits 1980 trat Alfons Rabenbauer seinen Weg in der Zurich-Versicherungsgruppe (damals noch Deutscher Herold) an. Als er 1985 sein erstes Büro in der Ringstraße eröffnete, legte er zugleich den Grundstein für ein Unternehmen, das in der Branche schnell für Furore sorgen sollte. Sein Einfluss in dem Versicherungskonzern, der zu den führenden Versicherungen im Sach- und Lebensversicherungsgeschäft in Deutschland zählt, wuchs zusehends und führte dazu, dass sich die Agentur mit dem Titel Bezirksdirektion schmücken darf. Der 1996 erfolgte Umzug in die Nußberger Straße, unter der die Versicherungsprofis auch heute noch zu finden sind, brachte auch räumlich die Erweiterung, die notwendig geworden war, nachdem auch das Team stets gewachsen war. Seit 1987 zählt Helmut Rabenbauer zu den Begleitern des Chefs, 1998

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verstärkte Max Kernbichl die Truppe. Als im September 2009 die Tochter Caroline Rabenbauer ins Unternehmen eintrat und im Oktober 2012 ihre Ausbildung zur „Kauffrau für Versicherungen und Finanzen“ abschloss, machte sich Alfons Rabenbauer erstmals Hoffnungen auf eine langfristig angelegte Nachfolgeregelung. Mit ihrer jetzt erfolgreich abge-

legten Prüfung zur „Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen“ hat Caroline Rabenbauer diese Hoffnungen noch ein Stück weit mehr erfüllt. Die 26jährige Caroline liebt den Umgang mit Menschen. „Zu sehen, dass man Kunden die richtigen Sicherheits-Leitplanken empfohlen hat, dass man ein Stück weit zu ihrer finanziellen Lebenssicher-

schon längst gelegt. Nach der Pflicht kommt jetzt die Kür, das heißt, noch mehr Kundekontakte, noch mehr Verantwortung und noch mehr Beratungskompetenz. All das soll dazu führen, dass der Traum des Vaters in Erfüllung geht und in einigen Jahren die Bezirksdirektion von der Tochter Caroline übernommen wird.

Freuen sich über den Zuwachs an Beratungskompetenz. Allen voran Alfons Rabenbauer (Mitte), der mit seiner Tochter die Nachfolge gesichert sieht. Max Kernbichl (Rechts), und Helmut Rabenbauer.


KULTUR

Teisnach, oder: Hollywood ist überall Das, was da so spielerisch einfach daherkommt, ist für die Schauspieler alljährlich eine Höchstleistung. An fünf Abenden im Januar zeigte das diesjährige Ensemble der Teisnacher Theatergruppe, wie sie ihre Zuschauer begeistern können. Doch noch lange bevor die Protagonisten ihre Rollen einstudieren, Szene für Szene üben, Gestik und Mimik abstimmen und die einzelnen Abschnitte des Stückes wieder und wieder spielen, beginnt für den Intendanten die Vorbereitung. Da müssen Stücke gelesen, Verlage angefragt, Charaktere ausgewählt und mit Schauspielern besetzt werden. Auf insgesamt 25 Schauspieler kann Christian Blüml (54) dabei zurückgreifen – nicht jede oder jeder kommt alle Jahre zum Einsatz. In diesem Jahr waren es gerade einmal elf Schauspieler die im Theaterstück „Hollywood in Hollerbach“ zum Einsatz kamen. Das Lustspiel in drei Akten, das Toni Lauerer geschrieben hat, begeisterte nicht nur Einheimische – auch Feriengäste kamen als Zuschauer in die Mehrzweckhalle nach Teisnach. „Es war eine gute

Mischung, rund die Hälfte waren Hiesige, der Rest Fremde.“ - weiß Christian Blüml zu berichten. Den künstlerischen Leiter gibt er mittlerweile seit einigen Jahren. Bei der Auswahl der Stücke kann er sich aber auch auf einen Kreis Vertrauter aus dem Verein verlassen. Eigentlich hatten in den siebziger Jahren Landjugend und KAB das Theaterspiel in Teisnach eingeführt. „Irgendwann hat das dann der Spielmannszug der FFW übernommen,“ – erzählt Blüml. Bis zu fünfzig Personen helfen vor der Bühne an den Abenden, an denen die Aufführungen stattfinden und garantieren damit, dass die Besucher rundum versorgt werden. Vom Einlass, der Garderobe bis zur Bedienung – denn an den Theater-Abenden wird auch bewirtet. Seit 1982 gehören die Vorführungen der Theatergruppe des Spielmannszuges der FFW Teisnach zum Programm des Marktes. Es war die 28. Aufführung des Vereins in dem die Truppe dem Motto des 1974 gegründeten Spielmannszuges treu blieb, das da lautet: „Unser Ziel, allzeit gut Spiel“.

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KULTUR

„Hollywood in Hollerbach“ war die 28. Aufführung der Teisnacher Theatergruppe. In fünf Aufführungen durften und mussten die Protagonisten zeigen, was sie können – und haben. Hier begrüßt Christian Blüml die Zuschauer, die aus dem gesamten Landkreis angereist waren und sich über so manchen Sketch amüsierten.

Das Ensemble 2017 der Theatergruppe des FFW-Spielmannszuges Teisnach: Vorne, sitzend, von links, Michael Holzfurtner, Julia Gierl, Matthias Wittenzellner. Hintere Reihe, von links Christian Blüml, Bianca Pinzl, Thomas Schmidt, Birgit Hollmayr, Beate Altmann, Claudia Wallner, Lothar Geiger, Christian Dankesreiter (alle Fotos: Klaus-Dieter Neumann)

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KULTUR

Die Filmleut, sind im Dorf, in dem es wie überall in Bayern auch einen zünftigen Ratsch gibt (oben). Unten: Zwei die auf Rache sinnen, Sepp Dimpfl und sein Spezi (li.). Die Maske muss sein, gutes Aussehen ist schon der halbe Auftritt danach wird ausg’richt (re.).

Klimawochen

im Landkreis Regen bis Dienstag, 7. März „Sichtbare Folgen des Klimawandels im Nationalpark, Donnerstag, 23. Februar, 19.30 Uhr

Dr. Claus Bässler von der Nationalparkverwaltung refertiert über „sichtbare Folgen des Klimawandels im Nationalpark.“ Der Referent setzt sich wissenschaftlich mit den Folgen vor Ort auseinander, bringt den Klimawandel mit der Vorverschiebung der Vegetationsperiode in Verbindung und zeigt Reaktionen auf die Pilz-, Tier- und Pflanzenwelt in unserer Region.

„Warum wir den Klimawandel verhindern müssen“, Donnerstag, 2. März, 19.30 Uhr

Jörg Sommer, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Umweltstiftung, wird darüber sprechen, „warum wir den Klimawandel verhindern müssen, wie wir es können und wie eine klimafreundliche Welt aussieht.“ Er ist Journalist, hat über 180 Bücher veröffentlicht und ist aktiv in zahlreichen Beiräten und Gremien. Er war Mitglied in der Findungskommission „Atomendlager“. In seinem Vortrag erläutert er das Klimaschutzabkommen von Paris, wo die Stärken liegen, welche Risiken es birgt, welche Herausforderungen auf die Weltgemeinschaft zukommen und stellt Visionen vor, wie eine klimafreundliche Zukunft gestaltet werden kann.

Podiumsdiskussion „Klimaschutz - und was machen wir?“, Dienstag, 7. März, 19.30 Uhr

Die Diskussionsrunde bildet den Abschluss der Klimawochen. Diskussionsteilnehmer sind Michael Adam - Landrat Regen, Dr. Werner Konrad - Stadtpfarrer Viechtach, Dr. Bernhard Widmann - Leiter TFZ-Straubing, Heinrich Schmidt - Vorsitzender Naturpark Bayerischer Wald. Die Moderation übernimmt Manuela Lang. Die Podiumsdiskussion soll zeigen, was zum Klimaschutz in der Region bereits getan wird, welche Maßnahmen getroffen werden müssen und was jeder einzelne selbst dazu beitragen kann.

Die Ausstellung Klimafaktor Mensch ist im katholischen Pfarrsaal Viechtach zu sehen

Für Gruppen und Schulklassen werden auf Anfrage (Tel. 09942-3657) Führungen angeboten. Dabei klärt Arbeitskreisleiter Dr. Wolfgang Schlüter über die wissenschaftlichen Fakten auf und zeigt die absehbaren Folgen, wie sie im neusten Klimareport des International Panel of Climate Change (IPCC) unmissverständlich dargelegt sind. Veranstalter im Rahmen des Klimanetzwerks Agenda 21 Arbeitskreis „Energie & Verkehr“ im Landkreis Regen (federführend); Umweltstation Viechtach, Naturpark Bayerischer Wald; Bayer. Landesamt für Umwelt (LfU); Ausschuss “Mission, Entwicklung, Bewahrung der Schöpfung“ des Pfarrgemeinderats der katholischen Kirche Viechtach; Arbeitskreis Umwelt (AKU); Katholische Erwachsenbildung (KEB)

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Die kleine

FOTO-schule Von „A“ wie Auslöser bis „Z“ wie Zoom – es gibt viel zu wissen, bevor das erste Bild gelingt. Diese Kolumne will in kleinen, verständlichen Schritten erklären, was wichtig ist, wenn man mehr als nur Bilder knipsen will. Wichtig für den Anfänger ist es, die Grundbegriffe zu kennen und zu wissen, welcher Griff das Werkzeug wie verändert.

Fotografieren mit der Blendenautomatik

Beim Fotografieren mit der Blendenautomatik stellen Sie Ihre Kamera auf das Symbol "S", "T" oder "TV". Was geschieht jetzt? Die Kamera wählt sich automatisch zur eingestellten Verschlusszeit eine Blende aus. Je nach eingestelltem ISO-Bereich erhalten Sie nun eine Kombination aus allen drei Werten. Was passiert nun? Wird im Sucher oder Display angezeigt, dass sich die Einstellungen im korrekten Bereich liegen (z.B. grüne Anzeige oder der Belichtungspunkt) kann das Motiv fotografiert werden. Korrigieren können Sie über Belichtungszeit oder ISO-Einstellungen. Für welche Motive eignet sich die Blendenautomatik? In der Sportfotografie oder bei Motiven in Bewegung. Hier brauchen Sie schnelle Verschlusszeiten, um ein scharfes Bild zu erhalten. Jede Bewegung wird scharf abgebildet. Bei langen Verschlusszeiten, um etwa fließendes Wasser weich abzubilden, ist ein Stativ unerlässlich, um die starren Motivteile scharf abzubilden. Übrigens: Objektive mit langen Brennweiten brauchen sehr kurze Verschlusszeiten. Bei 400mm Brennweite sollte die kürzeste Verschlusszeit nicht unter 1/500 Sekunde liegen. Die „Eselsbrücke“: Die kürzeste Verschlusszeit = die Brennweite des Objektives. Jetzt fehlt nur noch die Übung. Viel Spaß bei den ersten Versuchen beim Fotografieren mit der Blendenautomatik.

Foto: Dirk Donath Sie sind zweifellos die fotografischen Schützlinge des VIT-JournalFotografen Klaus Dieter Neumann und wenngleich der nicht immer persönlich mit dabei sein kann, wenn die drei Rollstuhl-Fotografen der Lebenshilfe, Förderstätte Viechtach, auf Achse sind, so informiert er doch regelmässig über deren Tun. Dieses Mal begleitete Betreuer Dirk Donath Karoline und Sebastian zum DFB-Pokalspiel des FC-Bayern gegen Wolfsburg (Alexander konnte wegen Erkrankung nicht dabei sein). Drei Karten für Rollstuhlfahrer inklusive deren Begleitpersonen hatten die jungen Fotografen über den Behindertenbeauftragten des Landkreises Regen, Helmut Plenk kostenlos erhalten. Für den erkrankten Alexander durfte der ebenfalls auf den Rollstuhl angewiesene Jan das DFB-Pokalspiel in der Allianz-Arena verfolgen. Der FC Bayern zeigte sich großzügig und spendierte die Eintrittskarten. Für die drei behinderten jungen Leute ermöglichte der Verein so einen unvergesslichen Abend. Dass sie den Bayern-Stars ganz nahe kamen, dafür sorgte auch das Foto-Equipment mit dem sie auch in der Lage waren, sich einen Manuel Neuer einmal ganz heran zu ziehen oder aber auch die gewaltige Kulisse in der Arena einzufangen. Karoline und Sebastian bei der Arbeit (oben).

Foto: Karoline

Fortsetzung: die Königsdisziplin „Fotografieren im manuellen Modus"

Die Kleine Fotoschule präsentiert der Viechtacher Klaus-Dieter Neumann, VIT-Journal-Fotograf.

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Foto:. Sebastian


REPORT

Alle Fotos: Klaus Dieter Neumann

An der Zelle Gottes nagt der Zahn der Zeit Rund 1.200 Einwohner weist die Gemeinde Gotteszell heute auf. Genügend um ein Gemeinwesen aufrecht zu erhalten, wo Sport, Vereine und das gesellige Miteinander ihre Heimat finden, aber zu wenig, um ein kulturelles Gut wie den heutigen Rest der Klosteranlage zu erhalten. Tragisch, denn das Kloster, dessen Gründung auf das Jahr 1285 zurückgeht, war nicht nur Keimzelle des Ortes, es war auch der Namensgeber von Gotteszell. Das ursprüngliche „Außenkloster“ von Aldersbach erhielt im Jahr 1320 einen eigenen Abt und damit seine Selbständigkeit. Es begann die Blütezeit des klösterlichen Gemeinwesens, das

Freilegungen im gesamten Trakt des Konventgebäudes. Oben: Ein zugemauerter Türbogen wird sichtbar. Mitte: Stuckarbeiten zierten einst die Mauerkanten. Sie wurden ebenso verputzt, wie filigrane Malereien an Deckengewölben der Zimmer.

mit seinen Stallungen, Kellern, Vorratslagern und Handwerkshäusern zur ansehnlichen Größe wuchs und ein Geviert bildete, das dem heutigen Ortskern entspricht. Der „Klosterring“ bezeichnet noch heute das innere Straßen-Quadrat und die drei Tore, durch die das Kloster zu befahren war, sind noch heute die Aus- und Zufahrten des alten Gotteszell. Als im Jahr 1803 das Kloster durch die Säkularisation aufgehoben und der Wald- und Grundbesitz zu Staatseigentum wird, gelangen auch viele Gebäude in Privatbesitz. Der Trakt des ehemaligen Klosters, das heute mit seiner ganzen Dominanz den Ort überstrahlt – die „Hoftstube“ (siehe Foto oben), wurde zum Schulhaus umfunktioniert und blieb dies auch bis ins Jahr 1955.

Der Freundeskreis Als Leerstand ging das Gebäude in Privatbesitz über und wurde 2014 von der Gemeinde erworben. Am 19. April 2015 gründe-

te sich um Konrad Winkler und Wolfgang Achatz der „Freundeskreis Kloster Gotteszell e.V.“ mit 35 – heute bereits mit 70 Mitgliedern. Der gebürtige Münchner Winkler, der bereits vor 30 Jahren seine Liebe zum Bayerwald entdeckt hatte, erwarb bereits 1984 in Gotteszell ein Grundstück, baute ein Haus und wohnt seit acht Jahren mit seiner Frau hier. Winkler erkannte im Konventgebäude des alten Klosters das Stein gewordene Zeugnis seiner neuen Heimat.

Spenden willkommen Seither erforschten er und die Mitglieder des Fördervereins die Klostergeschichte. Sie beraten unterstützend bei der Renovierung und entwickeln Konzepte für die spätere Nutzung des Gebäudes. Sie sammeln und werten aus, dokumentieren und machen das Wissen um die Klostergeschichte der Öffentlichkeit zugänglich. Das alles ist zeitraubend und kostet Geld. Aus diesem

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REPORT

Konrad Winkler,Vorsitzender und Wolfgang Achatz, Mitglied des Vorstandes des Fördervereins beraten über Nutzungskonzepte. Grund sind Spenden, aber auch Mitglieder herzlich willkommen. Den Förderverein erreichen interessierte Leser per Mail unter: kontakt@kloster-gotteszell.de über www.kloster-gotteszell.de oder per Telefon: 09929 95 86 86.

Als Dachstudio geeignet und als künftiges Büro des Vereins vorgesehen...

der Hausschwamm eingenistet hat. Die Öffentlichkeit ist damit erst ausgeschlossen. Veranstaltungen und Ausstellungen, die Geld in die Kasse des Vereins bringen sollten, sind somit im Konventgebäude des ehemaligen Klosters nicht mehr möglich. Der Freundeskreis ist dringend auf Spenden angewiesen, verkauft Zeichnungen von Erwin Hofstetter und Holzschnitte von Günther Urban. (Spendenkonto siehe letzte Seite). Noch heute bezeichnet der „Klosterring“ die innere Umfah-

... mit einem herrlichen Panoramablick über Gotteszell.

Selbst die vom Vorbesitzer verbauten Fenster müssen allesamt wieder entfernt werden. Sie entsprechen nicht den Bauvorschriften.

Kunst-Kahlschlag in fast allen Räumen. Gemälde wurden übermalt, hinter Trockenbau-Wänden verbaut oder entfernt.

Ein Gutachten attestiert, dass die Gewölbe in den Räumlichkeiten nicht mehr genug Stabilität aufweisen.

Einer jener Räume, die über 150 Jahre als Klassenzimmer genutzt worden war. Auch hier sind umfangreiche Arbeiten erforderlich.

Doch bei allem Enthusiasmus, den die Förderer für ihre Aufgabe empfinden, müssen sie auch mit Rückschlägen zurechtkommen. So hat ein Gutachten ergeben, dass die Gewölbe nicht mehr stabil genug sind und sich

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REPORT Atelier, Studio oder luxuriöses Loft, das zimmermannsmäßige Satteldach lässt der Phantasie freien Lauf. Auch hier gilt, wie in allen anderen Stockwerken des Gebäudes, es muss erst investiert werden, bevor genutzt werden kann. Dem Förderverein läge deshalb viel daran, eine institutionelle Nutzung zu erreichen, die eine langfristige Bindung garantiert. Lokale, regionale Archive oder fachorientierte Dokumenten-, Urkundenund Aktensammlungen wären die Wunschmieter der Förderer. Werden Sie Mitglied im Förderverein oder unterstützen Sie die Aufgaben des „Freundeskreises Kloster Gotteszell“ mit einer Spende. IBAN: DE91 7415 1450 0023 1857 96

rungsstraße des Klosterviertels. Der historische Ortskern lässt das Ausmaß des Zisterzienserklosters auch heute noch deutlich

Immer wieder neue Funde erkennen. Immer wieder finden die Mitglieder des Fördervereins steinerne Zeugen der klösterlichen Geschichte. Rechts unten ein Teil eines Grabsteines aus dem Kreuzgang, der in einer Wegpflasterung verbaut worden war. Bei allem Denkmalbewusstsein lässt der Förderverein auch

die zukünftige Nutzung nicht aus dem Auge. Architekten haben ein Nutzungskonzept mit zwei Varianten erarbeitet. Diese sehen ein Kulturzentrum oder eine Symbiose aus Kultur und Wohnen vor. Zunächst aber gilt es, zwei naheliegende Ziele zu verwirklichen. Die mit dem Kreisbaumeister abgesprochne Notsicherungsmaßnahme soll in Auftrag gegeben und das Flachdachgebäude der ehemaligen Metzgerei erworben und abgerissen werden. 100.000 Euro kostet es, die Gewölbe zu fixieren, für den großen Rest soll es Zuschüsse geben.

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SPORT

… und jetzt Profi Von Hans Friedl Die Rede ist von Lukas Mühl aus Kasberg bei Rinchnach. Der Traum von Millionen fußballbegeisterten Mädchen und Jungen, hat sich für den 20jährigen Waidler erfüllt. Großes Talent, Ehrgeiz, Disziplin, Entbehrung und die ihm ureigene Ruhe und Besonnenheit sind beste Voraussetzungen und Eigenschaften, die Lukas in sich vereint. Natürlich ist, wie bei so vielen im Leben, das Quäntchen Glück vonnöten, keine größeren Verletzungen zu haben, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und im richtigen Verein zu sein. All das hört sich aber leichter an, als es dann in der realen Wirklichkeit tatsächlich ist. Es gehört mehr dazu, sich im harten Profi-Geschäft durchzusetzen. Die viel umjubelten Sporthelden müssen sich täglich dem immensen Leistungsdruck der Konkurrenz, dem harten Training und der hohen Erwartungshaltung von tausenden Fans stellen und sich beweisen. Wer dies kann hat sich redlich verdient, den Erfolg seiner Arbeit zu genießen. Lukas hat gezeigt wie es geht. Über die Schülermannschaft des TSV Regen kam er schon als 14jähriger ins Fußballinternat des 1. FC Nürnberg. Dort durchlief er alle Nachwuchsmannschaften und war auch als Spielführer fester Bestandteil der renommierten und anerkannten Talentschmiede des Clubs. Nach einem halben Jahr der Bewährung und Weiterentwicklung in der U-23-Regionalligamannschaft des 1. FCN holte der aktuelle Trainer Alois Schwartz den jungen 1,90 Meter großen Modellathleten als Innenverteidiger in die erste Mannschaft des Traditionsvereins. Es wäre nicht Lukas, hätte er nicht auch noch diese hohe Hürde genommen. Mittlerweile gehört er zur Stammformation des Vereins und hat auch den Sprung in die U-20-Nationalmannschaft geschafft. Ein Traum hat sich erfüllt und erfüllt gleichwohl jeden, der Lukas kennt und ihn auf seinem harten erfolgreichen Weg begleitet hat und weiter begleiten wird. Wir wünschen dem sympathischen Waidler weiterhin viel Glück und Erfolg bei der schönsten Nebensache der Welt – „Fußball“.

Bereits in sehr jungen Jahren deuten sich bei Lukas Erfolg und „Sixpack“ an. (Fotos: privat)

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REPORT

Anton Kopp Sie sorgen dafür, dass bei der Ortsmeisterschaft des Naturvereins Ruhmannsfelden alles klappt. Hintere Reihe (alle stehend) von links: Anton Wiesinger – August Lankes – Karl Zahlauer – Petra Raudzius – Heike Dachs – Karl-Heinz Ernst – Michael Schreiner - Anton Kopp. Vordere Reihe (alle sitzend) Christian Staudinger (mit Tochter Mia) – Karin Wiesinger – Arthur Schreiner – Matthias Schreiner. Anton Kopp (kleines Bild) sorgt als Streckenmeister, dafür, dass die Riesenslalom-Strecke sauber ausgesteckt ist. (Fotos: Klaus-Dieter Neumann)

Ortsmeisterschaft des Naturvereins Ruhmannsfelden Nicht oft hatte der Wettergott in den letzten Jahren ein Einsehen und gar selten schickte er einem g‘führigen Schnee auch noch eine stabile Wetterlage samt Sonnenschein und blauem Himmel hinterdrein wie in diesem Jahr. Als am Sonntag, 29. Januar zum ersten Mal seit 2010 die Ortsmeisterschaft des Naturvereins Ruhmannsfelden am Osterbrünnl in Ruhmannsfelden stattfand, gab‘s Kaiserwetter. Das freute nicht nur die Organisatoren (Bild oben), sondern auch die Sportler und die vielen hundert Zuschauer die ihre Lokalmatadore kräftig anfeuerten.

rene Skifahrer Anton Kopp vom Naturverein ausgesteckt hatte. Kinder, Schüler, Jugendliche, Damen, Herren und Mannschaften traten um den Titel des Ortsmeisters 2017 an, um einen vom Naturverein gestifteten Siegerpokal im Empfang nehmen zu dürfen. Eines hatten alle, ob kleines Ski-Zwergerl, aktiver Sportler oder rüstiger Senior zu bewältigen: Am Rennhang am Osterbrünnl gibt es keinen Lift.

Kein Lift

Kurzfristig abgesagt Es blieb ihnen das Schicksal aus dem Jahr 2011 erspart, als die komplette Organisation bereits stand und nur wenige Tage vor dem Veranstaltungstag die Schneeschmelze begann und der Wettbewerb abgesagt werden musste. Dieses Mal kamen die rund 100 Aktiven und die vielen Zuschauer voll auf ihre Kosten. 85 Meter Höhenunterschied sind vom Start bis zur Ziellinie zu überwinden, 275 Meter lang war die Riesenslalom-Strecke, die der ehemalige Rennläufer und erfah-

Hier spiegelt sich die Ortsmeisterschaft in der Skibrille eines Aktivisten. Bei Kaiserwetter säumten Hunderte von Zuschauern die Strecke am Osterbrünnl in Ruhmannsfelden.

Der kräfteraubende Aufstieg musste zu Fuß absolviert werden. Seit den sechziger Jahren trägt der Naturverein diesen beliebten Wettbewerb aus. Waren anfangs die Winter noch schneesicher, kam es – vor allem in den letzten Jahren – immer wieder zu längeren Pausen, so dass nicht mehr zweifelsfrei festgestellt werden kann, zum wievielten Mal „der Berg heuer gerufen hatte.“ Mit der diesjährigen Ortsmeisterschaft hat der Naturverein einmal mehr seine Vielseitigkeit unter Beweis gestellt. Die Organisatoren können mit Recht stolz auf diesen Höhepunkt im jährlichen Veranstaltungskalender sein.

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REPORT

Bei der Zeitnahme geht es um hundertstel Sekunden.

Aktive Sicherheit: Die Bergwacht-Gruppe Ruhmannsfelden.

Strohballen schützen vor Verletzungen.

Die erste Ortsmeisterschaft seit 2010 lockte viele Zuschauer an.

Die Sieger von links: Ortsmeister 2017: Marc Aichele – Ortsmeisterin 2017: Christiane Steinbauer, beide aus Ruhmannsfelden – Kinder 2017: Valentin Bobenhausen, mit elf Jahren der Schnellste in seiner Altersklasse (Foto Mitte: Heike Dachs) Die Mannschaftssieger mit Organisatoren: Anton Kopp, August Lankes, Werner Troiber, Artur Schreiner, und die Sieger im Mannschaftswettbewerb vom WSV Patersdorf, Andreas Draxinger, Helmut Marchl, Katrin Hagengruber, Christian Biermeier (Fotos links und rechts: Karl Zahlauer) Alle Siegerinnen und Sieger aus der Ergebnisliste: Kinder 3 /Mädchen: Vroni Wittenzellner – Kinder 3 / Knaben: Maximilian Schreiner – Kinder 4 / Mädchen: Elina Aichele – Kinder 4 / Knaben: Julian Marchl – Schüler 1 /Mädchen: Jana Marchl – Schüler 1 / Knaben: Valentin Bobenhausen – Schüler 2 / Mädchen: Julia Hof – Schüler 2 / Knaben: Luca Draxinger – Jugend 1 / Knaben: Lisa Stoiber – Jugend 1 / Knaben: Andreas Zellner jr. – Jugend 2 / Knaben: Paul Wühr – AK 6 Damen: Christl Schreiner – AK 6 Herren: Artur Schreiner – AK 5 Herren: Karl Zahlauer – AK 4 Herren: Hans Koppera – AK 3 Damen: Christiane Steinbauer – AK 3 Herren: Michael Schreiner – AK 2 Damen: Nicole Rebhahn-Löw – AK 2 Herren Marc Aichele – AK 1 Damen: Susanne Zahlauer – AK 1 Herren: Christopher Karl – AK 0 Damen: Katrin Hagengruber – Mannschaften: WSV Patersdorf.

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REPORT

Im Geschwindigkeitsrausch am Osterbrünnl unterwegs. Wenngleich nicht immer stilsicher, so ist doch jede/r Skifahrer/in hochmotiviert im Kampf um Punkte und Ränge. Die Ortsmeisterschaften des Naturvereins Ruhmannsfelden finden seit den 60iger Jahren statt, konnten aber wegen Schneemangels seit 2010 heuer erstmalig wieder durchgeführt werden. (Fotos: Klaus-Dieter Neumann)

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KULTUR

Pirogue heissen die Holzboote. Sie sind das einzige Fortbewegungsmittel am „Canales des Pangalanes“

„Saaalaahmaa!“ Madagaskar Von Corinna Lichtenegger Von Wien nach Istanbul über Port Louis nach Antananarivo. Warme, schwüle Luft, fremde interessante Gerüche sind ein erster Eindruck. Getümmel an allen Ecken. Eine Traube voller Menschen quetscht sich in den kleinen Eingangsbereich des Flughafens. Aufgeregt halten sie Schilder mit Namen in die Luft und versuchen bei jedem Öffnen der Tür des Sicherheitsbereiches einen Blick auf die „Wasa" zu erhaschen. „Wasa" ein Wort, das uns übrigens während der kompletten Reise in Madagaskar Tag für Tag begleiten wird. Ob das wohl alles gut geht? Spontan und auf eigene Faust einen Flug in die Ferne gebucht, um dem kalten, nassen Wetter im Bayerischen Wald zu entkommen und um wieder ein-

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mal ein Abenteuer zu erleben. Jetzt standen wir da auf dem Flughafen der Hauptstadt von Madagaskar. Und ja: es klappte! Auch der Shuttle Service, der uns die knapp 300 Kilometer bis nach Manambato bringen sollte, war da und fand uns. Eine herzliche Begrüßung einer jungen

Frau mit den Worten „Welcome to Madagascar" waren die ersten Worte, die uns in diese Reise starten ließen. Wir hatten schwer zu tun mit unserem Gepäck, um durch das Gedränge zu kommen. Große Augen blickten uns an und auch dieses Mal überkam mich sofort das Gefühl, in eine ande-

Eine der „gut ausgebauten“ Hauptverbindungsstraßen in den Süden.

re Welt eingetaucht zu sein. Die Leidenschaft, die das besondere Reisen eben ausmacht. Ich spreche nicht von Urlaub mit einem All-Inclusive Angebot, begleiteten Reisegruppen und einem durchorganisierten Tag. Jeder der den Individualtourismus vorzieht, weiß was mit dieser Leidenschaft gemeint ist. Mit dem Taxi begann der restliche Teil der Anreise. Sechs Stunden sollte die Fahrt dauern, eine weitere Stunde mit dem Boot auf dem Pangalanes Kanal, bis zur Unterkunft die sich im absoluten Dschungel befindet. Die ersten zwanzig Kilometer führten uns durch Tana, ganze drei Stunden dauerte es, um durch die engen Straßen zu kommen. Straßen, auf denen mehr Leben stattfand als Verkehr, mit Menschen, die große Körbe auf den Köpfen trugen, an allen Ecken und Enden Verkaufsstände


KULTUR

Das Bild oben gewährt einen Einblick in das Vollsortiment einer Apotheke. Der Weg in eines der städtischen Krankenhäuser dauert auf der Insel immer eine Tagesreise.

Der Transport von Gütern bleibt in erster Linie der Muskelkraft überlassen. Einfache Fahrzeuge zur Unterstützung gibt es nur in den Städten. Alle Fotos Corinna Lichtenegger

mit Lebensmitteln, Kleidung und Allerlei, „Taxi Brousse“, das motorisierte Fortbewegungsmittel der Einheimischen, die grundsätzlich überfüllt waren, verlangsamten die Fahrt ungemein. Eine Stadt voller Chaos und nur dieser einzige Weg der an die Ostküste führt. In Madagaskar gibt es generell zu allen Küstenstädten nur eine Hauptverbindung, die wenigstens einigermaßen geteert ist und Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h erlaubt - zumindest manchmal.

24 Stunden Anreise Mittlerweile wurde es dunkel und uns überkam die Müdigkeit der bereits über 24 Stunden andauernden Anreise. Ein kleines Nickerchen konnte nicht schaden. Dem Fahrer vertrauen wir. Wenn hier jemand Auto fahren kann, dann ein Einheimischer. So gönnten wir uns ein wenig Schlaf bis das Auto ins Stocken geriet und plötzlich ganz zum Stillstand kam. Wohl wieder ein Unfall mit einem Taxi Brousse, die rasant über die kurven-

reichen und hügeligen Straßen brettern. Die Hoffnung, es würde gleich weitergehen war ein Irrtum. Zwei Lkw’s waren ineinander gekracht und blockierten die komplette und einzige Straße. Die Madagassen blieben ganz ruhig. Warten sind sie gewohnt und es bleibt nichts anderes übrig als zu hoffen, dass die Straße innerhalb eines Tages wieder befahrbar ist. Diese Nacht verbrachten wir im Auto, begleitet vom Geschnatter der Gänse, dem Gegackere der Hühner, die auf dem Dach der Autos transportiert werden, und dem leisen Plappern der Malagasy, die sich mit einem Ratsch die Zeit vertrieben. Die warmen Sonnenstrahlen und startende Motoren ließen uns aufwachen, nach vielen Stunden ging es endlich weiter. Atemberaubende Landschaften, Bananenstauden und Lianen-Gewächs verwandelten die Hügel des Dschungels zu einem Urwald. Jetzt sahen wir auch, wie die Einheimischen außerhalb der Städte leben, kleine Holzhütten mit Dächern aus Palmblättern, Männer und Frauen, die hart und körperlich auf

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KULTUR

Reisterrassen, wohin man blickt. Sie verwöhnen das Auge mit ihrem satten, frischen Grün. ihren Feldern arbeiten, die Kinder entweder groß genug um sich selbst zu beschäftigen oder auf den Rücken der Mütter in Tüchern eingewickelt. Ein muskulöser Typ trug einen Zentner-Sack Kohle auf den blanken Schultern an uns vorbei, ein neuer Eindruck jagte den anderen. Endlich in Manambato angekommen, konnten wir in das kleine Motorboot steigen um die Fahrt auf dem Pangalanes bis zu unserem „Dschungelcamp“ zu erleben. Alleine die Anreise machte uns bewusst, dass Madagaskar ein ganz besonderes Fleckchen Erde ist. Der „Canales des Pangalanes“, eine 645 Kilometer lange Wasserstraße, die die einzige Ver-

bindung zur nächsten größeren Stadt bietet, ist die Lebensader dieser Inselregion. Subtropische Pflanzen säumten die Ufer, kleine Sandbänke mit Dorfbewohnern wechselten sich ab. Dörfler wuschen Wäsche und Geschirr, fingen Fische und Krabben oder faulenzten. Das einzige Fortbewegungsmittel ist die Pirogue -ein längliches, schalenartiges Holzboot-das aus einem Baumstamm geschlagen wird und mit einem Paddel zu steuern ist. Und immer wieder uns von winkenden Einwohnern „Salama Wasa" zugerufen. Nach unzähligen Stunden im Flugzeug, im Auto und zu guter Letzt im Boot, sahen wir bereits voller Vorfreude in der

Hier leben die ärmsten der Armen, einfachste Unterkünfte bilden das Dach über den Kopf.

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Ferne die kleinen Dschungelhütten näherkommen. Die sollten für die nächsten Tage unser Zuhause werden. Abgeschnitten von der Außenwelt, gelegen an einem Kanal, der mehr an ein sehr ruhiges und glasklares Meer erinnerte, konnten wir uns akklimatisieren und Einblicke in das Leben der Malagasy erhalten. Die Hütten, die auch hier nur ein Dach

3 Stunden Strom aus Palmenblättern hatten, waren mit einem Bett, einer kleinen Bank und sogar mit einem Bad mit kaltem Wasser ausgestattet. Strom gab es nur abends für drei Stunden, wenn es dunkel wurde. Eigentlich alles was man braucht. Das Leben selbst findet draußen statt. Ivan, der Gästebetreuer führte uns durch die Anlage. Er freute sich über unser Kommen, als würden wir uns schon Jahre kennen. Von einem Urlauber erfuhren wir von der Möglichkeit, einen einheimischen Guide für eine Rundreise durch Madagaskar zu buchen. Diesen ursprünglichen Plan hatten wir fast schon aufgegeben, denn die Infrastruktur der Insel ist nur wenig ausgeprägt. Busse gibt es nicht, der Zug fährt nur einmal wöchentlich und Mietautos werden von den

Agenturen nicht ohne Fahrer an Touristen verliehen. Also lernten wir den Guide, Adafi, kennen. Er fuhr, für die madagasischen Verhältnisse ein bequemes Auto und sprach ein sehr gutes Englisch. Wir baten ihn, sich eine Tour zu überlegen und uns ein Budget zu nennen. Auf einem A5 Zettel schrieb er einige Zeilen für die Route „kalkulierte“ seinen Preis. Für 180 € wollte er uns zwölf Tage seine Heimat zeigen. Schon am übernächsten Tag holte er uns frühmorgens ab. Adafi, ein äußerst zuverlässiger und bemühter Guide, bereicherte unsere Reise durch Madagaskar um viele eindrucksvolle Momente. Noch heute denken wir gerne zurück und sind froh, ihn kennengelernt zu haben. Die Orientierung auf der Insel ist kein leichtes Unterfangen. Gute Straßenkarten gibt

Schwierige Orientierung es kaum, die Wege und Straßenpisten sind nicht ausgeschildert. Die Route führte uns zurück von der Ostküste in das Landesinnere, vorbei an Antananarivo, Richtung Süden bis zum Anja Community Reserve und am Ende in das subtropische Ranomafana bevor wir dann wieder die zwei-


KULTUR tägige Rückreise in die Hauptstadt antreten mussten.Alles was das Land hergibt wird angebaut und von kleinen Händlern an den Straßen verkauft. Gegarter Mais, Skorpione und Tenreks, (= einem Igel ähnelnden Säugetier), werden ganz selbstverständlich angeboten. Immer wieder unterbrachen wir die Fahrt, um uns das Treiben auf der Straße anzusehen. Dann begann es zu regnen, nein, es schüttete aus Eimern. Die Unterkunft erreichten wir nur mühsam. Routiniert hat-

BRAUCHTUM

Warten auf Kundschaft. (oben) Über einfache Leitern erreicht man das Obergeschoss in den landesüblichen Wohnhäusern. (links außen) Der Guide Adafi – für Selbstbucher hier seine Kontaktdaten: Adafi Randrianarijaona adafirandrianarijaona@ gmail.com Tel +261 34 12 536 17 oder +261 33 84 860 23 Organisateur de Voyage de Madagaskar (rechts) breitestes Lächeln. Ein schönes und zugleich sehr ernüchterndes Erlebnis, das zugleich die herrschende Armut verdeutlicht und uns zutiefst beschämte. Von diesem Tag an kauften wir Kugelschreiber und Seifenstücke und verteilten sie bei jedem unserer Stopps an die Kinder, die uns immer winkend und lachend entgegen kamen und „Salama Wasa" riefen. Von Adafi erfuhren wir, dass dieser Ruf nichts anderes bedeutet wie „Hallo Weiße!“ Ab diesem Moment grüßten auch wir mit „Saaalaahmaa“ kichernd und schmunzelnd wurde zurück gegrüßt. Eine kleine Aluminiumfabrik, in der die typischen Kochtöpfe hergestellt werden, war in Antsirabe unser nächstes Ziel. In einem kleinen Innenhof dienten Feuerstellen im Freien um das Metall zu schmelzen. Lediglich mit Hilfe einer langen Zange wurden die Behälter mit der rotglühenden, zähen Flüssigkeit in Formen entleert. Ein Arbeiter drückte diese dann barfuß gegen den Boden. Keinerlei Schutzkleidung, Handschuhe oder gar Schuhe schützten die

Männer vor lebensgefährlichen Verbrennungen. Neben einer kleinen Hütte mit Schweinen und Hühnern, saßen Frauen am Boden, die winzige Rückstände von Aluminium aus der Asche sortierten und wieder zurück zum Schmelztiegel brachten. Kinder spielten neben ihren Eltern und in all der giftigen Luft und brütenden Hitze. Nebenan lautes Schnarren. Männer wie Frauen, schweißgebadet, die mit primitiven Feilen die Ränder der Töpfe und Deckel in Form brachten saßen in der prallen Sonne.

Ein Euro am Tag Mit weniger als einem Euro pro Tag müssen die Malagasy auskommen, 80 Prozent leben ohne Strom und fließendem Wasser. Trotzdem sind die Malagasy ein sehr glückliches und zufriedenes Volk. Noch nie begegnete uns in Europa so viel Herzlichkeit, Gastfreundschaft und vor allem Dankbarkeit für das Bereisen ihres Landes. Nach ein paar Tagen im Regenwald in Ranomafana, das so viel heißt wie heißes Wasser,

endlos vielen Tieren die man voller Begeisterung betrachtet oder voller Ekel verabscheut, wussten wir, dass sich unser Abenteuertrip dem Ende zuneigt. Zwei Tage dauerte die Rückfahrt, die letzten 400 km bis Tana, die letzte Unterkunft in der Residence Paloma. Die Herberge verdiente ihren hoheitlichen Namen. Marie Jo, die Hausherrin, Witwe eines ehemaligen Ministerpräsidenten. Einsam in einer riesigen Villa, die sie gerne mit Touristen teilt, um etwas Gesellschaft zu haben. Es verwöhnte uns eine Köchin, die uns abends ein Drei-Gänge-Menü auf den Tisch zauberte und eine Haushälterin, die auf das Klingelläuten der Madame alle Wünsche erfüllte. Zwei Fahrer und sieben Gärtner, die das Anwesen hegten und pflegten, gehören zum Personal. Hier ist also die wohlhabende Gesellschaft. Fast befremdlich und unwohl fühlten wir uns plötzlich in einem umzäunten Haus mit Gittern vor den Fenstern und allerlei Klimbim. Einzig die Waschmaschine fehlte, auch hier wurde draußen in großen Plastikkübeln

ten die Angestellten der Pension die Wege zu den Zimmern mit Holzlatten ausgelegt. Der Niederschlag war so heftig, dass durch die ganze Unterkunft ein kleiner reißender Bach schoss. Völlig erschöpft und froh über eine warme Dusche, und etwas mehr Komfort als im Dschungel, schliefen wir sofort ein. Am nächsten Morgen setzten wir die Fahrt fort. Reisterrassen soweit das Auge reicht, sattes Grün und rote Erde. Eine raue Landschaft, die doch wieder ganz sanft wirkte. Man konnte nicht genug davon sehen. 80 Prozent der madagassischen Tier- und Pflanzenwelt kommen ausschließlich auf der Insel vor. Das wohl bekannteste Tier ist der Lemur, besser bekannt als King Julien im Film Madagaskar. Tatsächlich trifft man diese putzigen Tierchen überall an, mit etwas Glück sind sie relativ zahm und schnappen einem die Bananenstückchen aus der Hand. Adafi bat mich, den Kindern am Straßenrand einen Kugelschreiber zu schenken Die dankten mir dies mit strahlenden und funkelnden Kinderaugen, und zeigten ihr mit Seife und Wasser gewaschen. Hinter der Umzäunung das wahre Leben: Fast zerfallene Baracken mit Nutztieren, die die Wohnräume mit ihren Haltern teilen, mit einem Brunnen für frisches Wasser und das Nötigste zum Überleben. Eine unvergessliche Reise, die unser Leben bereicherte. Eine Vielzahl an Erlebnissen. Eine Reise „back-to-the-roots“ – zurück zu den Wurzeln. Weg von all dem unsagbaren Überfluss, in dem wir heutzutage leben und den wir gar nicht mehr zu schätzen wissen. Eine Reise, die erdet und zeigt was wirklich wichtig ist, um glücklich zu sein: Zufriedenheit!

(Bild: ohne Worte)

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VIT-Journal Ausgabe 13/14  

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