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März | April 2014

DSO -NACH R ICHTE N Chefdirigent und Künstlerischer Leiter T UG AN SOKHIE V

ein Ensemble der

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Eine Publikation des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin

Dann sprühen Funken Johannes Moser im Gespräch —–– S. 3 Die Heroischen Tugan Sokhiev setzt Prokofjew-Zyklus fort —–– S. 5 Französische Friedensbotschaft mit Stéphane Denève —–– S. 6 Letzte Lieder Kent Nagano dirigiert Brahms und Mahler —–– S. 7


Editorial und Kurzmeldungen

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Eine Publikation des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin | dso-berlin.de

Liebe Leserinnen und Leser der DSO-Nachrichten,

INHALT

die Zusammenarbeit des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin mit seinem Chefdirigenten Tugan Sokhiev hat sich rasch zu einer beglückenden Beziehung entwickelt! Vor wenigen Wochen konnten wir eine begeistert aufgenommene ›Auferstehungssymphonie‹ von Gustav Mahler erleben. Im März und April ist Tugan Sokhiev wieder bei seinem Orchester: erst als Moderator eines Casual Concerts, gemeinsam mit dem Cellisten Johannes Moser und Musik aus Russland und Frankreich, dann zusammen mit dem Pianisten Lars Vogt und zwei großen Werken von Beethoven und Prokofjew. Mit diesem Programm gastieren wir Ende April auch im Wiener Musikverein. Ich freue mich außerordentlich, dass mit Sergei Prokofjews ›Iwan der Schreckliche‹ nun auch die erste gemeinsame CD-Veröffentlichung des DSO und seines Chefdirigenten bei Sony Classical erscheint.

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2 Willkommen

Editorial und Kurzmeldungen

3 Dann sprühen Funken

Johannes Moser im Gespräch

4 Mythos, Meer und Musik

Hannu Lintu und Christian Tetzlaff

Das Cello rockt

Kulturradio-Kinderkonzert

5 Die Heroischen

Die kommenden Konzertmonate haben aber noch mehr zu bieten: Kent Nagano widmet sich dem Spätwerk von Brahms und Mahler, Hannu Lintu dirigiert Sibelius, David Afkham Schostakowitsch, und Stéphane Denève erkundet das französische Repertoire; mit den Geigern Leonidas Kavakos und Christian Tetzlaff sowie dem Pianisten Bertrand Chamayou wissen sie großartige Solisten an ihrer Seite.

Tugan Sokhiev und Lars Vogt

Iwan der Schreckliche

CD-Neuerscheinung bei Sony

6 Französische Friedensbotschaft

Stéphane Denève und Bertrand Chamayou

Auch die neue Konzertsaison 2014 | 2015 ist bereits in greifbare Nähe gerückt. Am 15. April werden wir sie der Öffentlichkeit vorstellen. Ausführliche Informationen dazu und vieles mehr finden Sie dann in der kommenden Ausgabe, die am 17. April erscheint. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und Entdecken.

Verborgene Beziehungen

David Afkham und Leonidas Kavakos

7 Letzte Lieder

Kent Nagano dirigiert Brahms und Mahler

Herzlichst, Ihr

Im Memoriam

Das DSO trauert um Gerd Albrecht

8 Konzertkalender

ALEXANDER STEINBEIS Orchesterdirektor des DSO

Alle Konzerte im März und April

Eine neue Heimat für die Kammermusik

›Debüt im Deutschlandradio Kultur‹ am 19.03.

Remix-Wettbewerb: Preisverleihung am 30.03.

Während der Renovierungsarbeiten in der Villa Elisabeth hat die Kammerkonzertreihe des DSO eine vorübergehende Heimstatt im Heimathafen Neukölln gefunden, einem historischen Ballsaal, der noch die Atmosphäre des Alt-Berliner Vergnügungsviertels Rixdorf verströmt. Heute wird er mit einem innovativen Programm bespielt und versteht sich als Volkstheater für sein multikulturelles Umfeld. Marija Mücke und Luiz Filipe Coelho (Violine), Thaïs Coelho (Viola), Leslie Riva-Ruppert (Violoncello) und Salvatore Percacciolo (Klavier) deuten am 23. März den Heimathafen mit doppeltem Hintersinn: Sie spielen Kompositionen brasilianischer Romantiker, die in Italien ausgebildet wurden (zwei Musiker stammen aus Brasilien, einer aus Italien), und das Klavierquintett von Alfred Schnittke, für den es Heimat allenfalls im eigenen Schaffen gab. Das Programm finden Sie unter dso-berlin.de/kammermusik

Seit 1959 bietet die traditionsreiche Reihe ›Debüt im Deutschlandradio Kultur‹ (vormals: ›RIAS stellt vor‹) ein Karrieresprungbrett für Spitzenmusiker. Die Liste der ehemaligen Debütanten ist lang und enthält u.a. Namen wie Jacqueline du Pré und Daniel Barenboim (beide 1963), Jessye Norman (1969) und Simon Rattle (1977), Jewgenij Kissin (1987), Cecilia Bartoli (1988) und auch den DSO-Chefdirigenten Tugan Sokhiev (2003). Am 19. März debütiert der Dirigent Santtu-Matias Rouvali mit der Tondichtung ›Finlandia‹ seines Landsmannes Sibelius und mit Bartóks Tanz-Suite beim DSO. Ihren Einstand als Solistinnen geben zudem die niederländische Cellistin Harriet Krijgh (mit Elgars Violoncellokonzert) und die belgische ARD-Preisträgerin Annelien van Wauwe (mit Coplands Klarinettenkonzert). Mehr unter dso-berlin.de/debuet

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Mi 19. März 20 Uhr | 18.55 Uhr Einführung Philharmonie

Der Erfolg des Remix-Wettbewerbs ›INTO A NEW WORLD — dvořák 24 loops‹, den wir in der vergangenen Ausgabe vorstellten, ist überwältigend: Rund 70.000 User haben sich die Klangbausteine angehört, über 45.000 Loops wurden heruntergeladen, mehr als 200 Wettbewerbsbeiträge wurden bis zum Einsendeschluss am 31. Januar eingereicht und werden nun von einer internationalen Jury bewertet. Dazu gehören Daniel Brandt, Jan Brauer und Paul Frick, die mit ihrem Techno-Projekt Brandt Brauer Frick für die Verbindung elektronischer Tanzmusik mit klassischen Werken stehen, der englische Singer-Songwriter Ben Westbeech, selbst studierter Cellist, und Tobias Rapp, der als Musikredakteur des Nachrichtenmagazins ›Der Spiegel‹ für Unabhängigkeit über alle Genregrenzen hinweg steht. Zudem Cornelius Meister: Der Musikalische Leiter des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien begleitete das Projekt von Anfang an und hat als Dirigent gemeinsam mit dem DSO die Remix-Klangbausteine eingespielt.

So 23. März 17 Uhr Heimathafen Neukölln (Karl-Marx-Str. 141) Karten zu 15 € AboPlus-Preis, Schüler und Studenten 10 €

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Karten von 10 € bis 30 € | AboPlus-Preis ab 9 €

Die Preisverleihung findet im Rahmen des Casual Concert am 30. März in der Berliner Philharmonie statt. Alle Wettbewerbsbeiträge finden Sie unter dso-berlin.de/remix


hefdirigen v  C

Johannes Moser im Gespräch

DANN SP RÜ H EN F U N KE N

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Der Cellist Johannes Moser im Gespräch über seine Konzerte am 02. + 03.03.

und Künst l

gan Sokhi Tu e

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Johannes Moser studierte bei David Geringas, gewann 2002 den Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau und gehört heute zur Weltspitze des Cello-Fachs. Am 2. und 3. März ist er mit SaintSaëns´ Erstem Cellokonzert beim DSO zu erleben.

scher Leite r eri

Herr Moser, vor zehn Jahren waren Sie in der Reihe ›Debüt im Deutschlandradio Kultur‹ zum ersten Mal beim DSO zu Gast. Wie hat sich Johannes Moser in der Zwischenzeit verändert? Ich habe kürzlich durch Zufall eine alte CD von mir gehört, von vor 12 Jahren, und dachte mir: »Wer ist diese Person?« Denn genauso, wie man sich selbst verändert, so ändern sich auch die Auffassung und das Verständnis von Musik. Das ist ja auch gut so. Es macht mir immer wieder große Freude, ein Stück neu kennenzulernen. Ich schmeiße alle zwei Jahre meine Noten weg, um wie eine Schlange eine Häutung zu vollziehen und mich von dem alten Rest zu befreien.

mit meinen Schulbesuchen angefangen, über die von Yehudi Menuhin gegründete Organisation >Live Music Now<, zunächst nur, um Geld zu verdienen. Aber ich habe schnell gemerkt, dass man mit Musik, wenn Sie Menschen erreicht, viel verändern kann, besonders auch bei den Besuchen in Einrichtungen für Behinderte, im AIDS-Hospiz, im Frauengefängnis — also Orten, an die unsere Gesellschaft Menschen »outgesourced« und verdrängt hat. Weil dabei eine große Echtheit stattfindet, gehe ich auch heute noch gern in Schulen. Wenn Sie mich fragen, wovor ich mehr Respekt habe: Das Saint-Saëns-Konzert zu spielen oder dem Besuch in einer Realschule 9. Klasse, dann ist die Antwort klar ... [lacht] Der Ausgang ist dort absolut offen. Diese Herausforderung hält mich sehr frisch, lässt mich für die Musik kämpfen. Und es ist ein fantastisches Gefühl, wenn auch nur zwei oder drei Schüler danach zu Youtube gehen und das Wort »Cellist« eingeben.

Ca su al Co nc er t

Sie werden nicht nur im Vorfeld der

Mo 03.03.  Konzerte im März an einem der DSO-

Schulprojekte teilnehmen, sondern auch im Casual Concert, das Sie gemeinsam mit Tugan Sokhiev moderieren werden, über die Musik sprechen. Erwachsene gehören viel zu selten zur Zielgruppe der Education-Programme. Deswegen sind mir Gesprächskonzerte dieser Art besonders wichtig. Denn die Fragen, die eine 7. Klasse an mich hat, sind oft auch für Erwachsene interessant. Nur kommt es da fast nie zu einer Situation, in der man diese Fragen stellen kann. Das Interesse ist also durch die Bank vorhanden.

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Mieczysław Weinberg Symphonie Nr. 4 a-Moll Camille Saint-Saëns Violoncellokonzert Nr. 1 a-Moll Albert Roussel ›Bacchus et Ariane‹ Suite Nr. 2 TUGAN SOKHIEV Johannes Moser Violoncello So 2. März 20 Uhr | 18.55 Uhr Einführung Philharmonie Karten von 20 € bis 59 € AboPlus-Preis ab 17 €

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Casual Concert Camille Saint-Saëns Violoncellokonzert Nr. 1 a-Moll Albert Roussel ›Bacchus et Ariane‹ Suite Nr. 2 TUGAN SOKHIEV Johannes Moser Violoncello Mo 3. März 20.30 Uhr Philharmonie Im Anschluss Casual Concert Lounge mit Broken Twin (Live Act) und Johann Fanger (DJ) Karten zu 15 € | 10 € für Schüler, Studenten und im Abonnement Freie Platzwahl

War das auch mit dem Saint-Saëns-Konzert so, das Sie bereits mit 16 Jahren gespielt haben? In der Tat. Man muss immer wieder versuchen, einen neuen, frischen Wind hineinzubringen, sonst wird man museal. Klassische Musik darf nicht nur Reproduktion sein, sondern sollte einen Heute-Bezug haben, den man immer wieder finden muss — auch in der Zusammenarbeit mit den Partnern. Ich habe das Konzert mit Tugan Sokhiev zwar schon einmal in Leipzig gespielt, doch bei jeder Aufführung entsteht eine eigene Version. Und gerade das macht es ja so spannend. Gibt es zwischen dem Solisten und dem Dirigenten auch mal Reibungen, etwa um die Deutungshoheit einer Interpretation? Ja, und das ist doch fantastisch! Wenn es Reibung gibt, dann sprühen Funken. Schwierig ist eine Konzertwoche für mich dann, wenn der Dirigent sagt: »Ich mache alles, was Sie wollen, ich folge.« Das ist nämlich eine Kapitulation. Dann geht es bergab. Gehen wir einmal an den Anfang zurück: Wie fand der kleine Johannes Moser eigentlich zu seinem Instrument? Indem er von der Geige weg will, und zwar händeringend. [lacht] Ich hatte mit fünf Jahren angefangen, kam aber mit der Handhaltung überhaupt nicht zurecht. Und da mein Vater selbst Cellist ist, bot sich der Wechsel einfach an. Als ich das Cello zum ersten Mal angestrichen habe und die tiefen Frequenzen am Bauch spürte, da merkte ich intuitiv, dass ich klanglich zu Hause war.

Sie spielen gelegentlich auch ein verstärktes E-Cello, das mit Effektgeräten ergänzt wird. Bereits zwei Komponisten haben in Ihrem Auftrag Konzerte dafür geschrieben. Was unterscheidet es von einem normalen Cello, das man mit einem Tonabnehmer ausrüstet? Der Unterschied liegt darin, dass das E-Cello keinen Korpus hat und somit keine Obertöne produziert, d. h. die Ansprache ist sehr leicht und direkt, weil man nicht das ganze Cello zum Schwingen bringen muss. Das Instrument hat auch keinen Eigenklang. Wenn ich also einen total abgefahrenen Sound aus dem Computer hervorrufen will, ohne den Eigenklang des Cellos, ist man mit dem elektrischen Instrument gut bedient. Im März sind Sie, wie erwähnt, mit dem Ersten Cellokonzert von Camille Saint-Saëns beim DSO zu hören. Wie schreibt er, der ein begnadeter Pianist und Organist war, für das Cello? Wunderbar. Das Konzert ist hervorragend instrumentiert. Heutzutage wird oft viel Probenzeit verwendet, um eine Balance zwischen Solist und Orchester herzustellen, gerade weil jeder Orchestermusiker mit einer solistischen Ausbildung aufwarten kann. Bei Saint-Saëns ist die Behandlung des Orchesters so fein und umsichtig, dass das nicht nötig ist. Gleichzeitig gibt es fulminante Orchestertutti, da lässt er´s dann wieder knallen, aber die Abstimmung mit dem Soloinstrument ist durchweg klug geschrieben. Außerdem ist es ein hinreißendes Stück! Was erwartet den Zuhörer noch? Enorme Spannung zwischen Orchester und Solist, viel Dialog, was ich persönlich sehr aufregend finde. Technisches Feuerwerk im letzten Satz und ein absolut hinreißender langsamer Satz, der so fein und delikat ist und doch einen stark romantischen Gestus hat. Was ich an Saint-Saëns außerdem so toll finde, ist, dass er ein umfassend gebildeter Mensch war. Er hat zudem Theaterstücke geschrieben und sich als Astronom betätigt. Diese Idee des Universalgenies finde ich sehr spannend. Saint-Saëns war so eines. Johannes Moser, herzlichen Dank! DAS GESPRÄCH FÜHRTE MA XIMILIAN RAUSCHER.

An welchem Punkt in Ihrem Leben haben Sie dann gemerkt: Das ist mehr als nur ein Hobby? Es gab zwei Punkte. In der Pubertät war das Cello ein Begleiter, ein Rückzugsraum, das hat mir immer sehr gefallen. Und im Cello-Studium hatte ich eine große Krise, als ich merkte, ich erschaffe nichts. Innerhalb von zweieinhalb Sekunden ist das, was ich spiele, verklungen. Dann habe ich glücklicherweise

Das vollständige Interview finden Sie unter dso-berlin.de/interviews


Hannu Lintu | Kinderkonzerte

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Eine Publikation des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin | dso-berlin.de

MYTHOS, MEER UND MUSIK Hannu Lintu und Christian Tetzlaff am 07.03.

die Sirenen in den Selbstmord getrieben haben. Jörg Widmann entwickelt seine Mythosmusik aus der Stille, dem Schweigen der Sirenen, »das letztendlich noch bedrohlicher als der eigentliche Gesang« ist. Schon Franz Kafka hatte das bemerkt. Widmanns Komposition unternimmt eine faszinierende Klangreise auf einem wundersam flirrenden Geflecht aus Flageoletts und Glissandi, über dem sich der Gesang der Solo-Violine erhebt — unheilvoll, verführerisch, betörend schön. Christian Tetzlaff wird diesen Part übernehmen. Der großartige Geiger ist seit Jahren regelmäßig beim DSO zu Gast. Vor der Konzertpause wird er zudem das Erste Violinkonzert von Karol Szymanowski interpretieren. Was für Figuren, was für Geschichten! Die Mythologie der Antike ist ein buntes und lebenssattes Panoptikum, mit einer Unzahl an Göttern, Helden und Fabelwesen, deren Geschicke in vielerlei Varianten überliefert sind. Kein Wunder, dass diese die Künstler, Dichter und Tonsetzer der vergangenen zwei Jahrtausende in so mannigfaltiger Weise inspiriert haben. Dazu gehören auch der Komponist und Klarinettist Jörg Widmann und seine »Trilogie von Streicherwerken nach griechischen Mythen«: Die ›Insel der Sirenen‹ für Solo-Violine und 19 Streicher erklingt am 7. März. Verführung und Abgrund Die Sirenen, man weiß es von Homer, lockten mit verführerischem Gesang, der von Weltweisheit kündete, alle Schiffer in den Tod, die in die unglückliche Nähe ihrer Insel gerieten. Zwei nur vermochten ihnen zu entkommen: Orpheus, der den Gesang der Vogelwesen mit seinem eigenen übertönte, und Odysseus, der ihren Verlockungen an den Mast gefesselt widerstand. Das Versagen ihrer Künste, so berichtete man später, soll

Titanentöchter Auch Jean Sibelius hatte es die Sagenwelt angetan. Neben zahlreichen Werken, die im finnischen Nationalepos ›Kalevala‹ ihren geistigen Quell haben, schrieb er auch eines, in dem sich Meeres- und Naturerfahrung mit einem antiken Topos verbinden: Die Tondichtung ›Die Okeaniden‹. Die Überlieferung kennt diese als Töchter der Titanen Okeanos und Tethys, des Weltenstroms und der Meeresgöttin. Sie sind — mit etwas gutem Willen und antiker Genealogie — die harmlosen Tanten der Sirenen. In großer Zahl soll es sie gegeben haben, vielen ist das Wasser als Tätigkeitsbereich zugeteilt. »Kalliroe und Amphiro haben das Fließen im Namen«, berichtet der Altphilologe Karl Kerényi, »Plexaura und Galaxaura den aufpeitschenden Wind und die Windstille, Thoe und Okyroe das Schnelle und die Beweglichkeit, Petraia den Felsen, Kalypso die bergende Höhle, Prymno das Heck des Schiffes.« Ein explizites Programm gibt es bei Sibelius allerdings nicht. Er lässt die Tondichtung für sich sprechen — als Naturbild, weniger als Mythenerzählung.

Nordische Klangwelten Absolute Musik hingegen ist die siebte und letzte Symphonie des Komponisten, die den Konzertabend beschließt — einsätzig, nur etwa 20 Minuten lang, trotz oder gerade wegen ihrer Dichte auf dem Höhepunkt seines symphonischen Schaffens. Der Finne Hannu Lintu wird sie dirigieren; er entstammt der legendären Dirigentenschmiede Jorma Panulas und ist seit Beginn dieser Spielzeit Chefdirigent des Finnischen RadioSymphonie-Orchesters. Beim DSO hatte er im Juni 2009 ein glänzendes Debüt mit der Zweiten Symphonie seines Landsmannes Sibelius und überzeugte im Februar 2011 mit Esa-Pekka Salonens Orchestervariationen ›Insomnia‹. Mit dem DSO und Angela Hewitt hat er unlängst eine viel beachtete Schumann-CD eingespielt. MA XIMILIAN RAUSCHER

—–– Jean Sibelius ›Die Okeaniden‹ Karol Szymanowski Violinkonzert Nr. 1 Jörg Widmann ›Insel der Sirenen‹ für Violine und Streichorchester Jean Sibelius Symphonie Nr. 7 C-Dur HANNU LINTU Christian Tetzlaff Violine Fr 7. März 20 Uhr | 18.55 Uhr Einführung Philharmonie Karten von 15 € bis 45 € AboPlus-Preis ab 13 €

DAS CELLO ROCKT Kulturradio-Kinderkonzert am 13.04.

Italienische Instrumentennamen kann man sich merken wie italienische Nudelsorten: Tortelli, Tortellini, Tortelloni — gefüllte Nudeln in normal, klein und groß. Dem entsprechen bei den Streichinstrumenten Viola, Violine und Violone — Bratsche, Geige und Kontrabass. Das Cello heißt eigentlich Violoncello, und das bedeutet wörtlich »kleiner Violone«, also kleiner Kontrabass oder »kleine große Viola«. Zu kompliziert? Also einfacher! Das Cello ist ein tiefes Instrument in der Streicherfamilie, tiefer und größer als Geigen und Bratschen, aber nicht ganz so tief und groß wie der Kontrabass. Mal schmachtet es als Soloinstrument voller Sehnsucht — etwa im berühmten Stück ›Der Schwan‹ aus dem ›Karneval der Tiere‹ von Camille Saint-Saëns —, mal ist es mit seinen Pulsschlägen der Motor im Orchester oder im Streichquartett, und mal mit der Bassstimme auch ganz einfach nur das Fundament, die Grundlage des Klangs. Cellisten lieben es, sich in tiefe Töne richtig hineinzulegen. Aber genauso stolz sind sie darauf, dass man auf dem Cello auch sehr hoch spielen kann. Ein Cello kann so tiefe Töne hervorbringen wie eine Männerstimme und so hohe wie eine Kinderstimme. Die Kunst für Cellisten besteht darin, sich wie Turner schnell und elegant zwischen hoch und tief zu bewegen. Aber rocken, so richtig rocken? Kann ein Cello das auch, so wie eine E-Gitarre? Ja, kann es! Es kann auch jodeln und tanzen. Und es kann auch elektrisch verstärkt sein!

All das wird DSO-Cellistin Adele Bitter im nächsten Kulturradio-Kinderkonzert vorführen, denn da gibt es ein ganz besonderes Stück zu hören: das Cellokonzert von Friedrich Gulda. Der war ein bedeutender Pianist und hat von 1930 bis 2000 gelebt. Berühmt wurde Gulda, weil er Mozart und Jazz mühelos verbinden konnte, aber auch für die Art, wie er Musik von Ludwig van Beethoven gespielt hat. Und darum wollte der Cellist Heinrich Schiff gerne mit Gulda die Sonaten und anderen Cellostücke von Beethoven aufnehmen. Doch Gulda wollte nicht, denn er hatte diese Stücke schon früher mit einem anderen Cellisten eingespielt. Stattdessen komponierte Friedrich Gulda für Heinrich Schiff ein Cello-konzert. Dieses Cellokonzert ist anders als alle anderen! Denn schon nach ein paar Takten merkt man: Wir sind nicht in der »Klassik«, sondern in der Rockmusik — mit Schlagzeug und fetzigen Rhythmen vom Cello und vom Blasorchester, das wie eine Jazzband klingt. Aber plötzlich verschwindet das, und die Musik klingt wie im Urlaub in Österreich, wie Blasmusik in den Alpen. Und das werden nicht die letzten Überraschungen bleiben ... Vor dem Konzert lassen Euch die Musikerinnen und Musiker des DSO beim Open House wie immer ihre Orchesterinstrumente ausprobieren. CHRIST IAN SCHRUFF

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›Das Cello rockt‹ Friedrich Gulda Konzert für Violoncello und Blasorchester HEINZ RADZISCHEWSKI Adele Bitter Violoncello Christian Schruff Moderation So 13. April 12 Uhr Konzert | 10.30 Uhr Open House Haus des Rundfunks, Großer Sendesaal Für Kinder ab 6 Jahren. Karten zu 4 € | Erwachsene 10 €


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Tugan Sokhiev | CD-Neuerscheinung

Zar Iwan IV. einte das Land, machte Russland groß und stark, aber er sicherte sein Regime durch Gewalt und Terror. ›Der Schreckliche‹ starb 1584 so wie er herrschte: durch Mord. Sergei Eisenstein drehte über Iwan Grosny 1942-45 einen Film in zwei Teilen. Zu beiden schrieb Sergei Prokofjew die Musik und setzte damit eine kongeniale Partnerschaft fort, die 1938 mit Eisensteins Historienepos ›Alexander Newski‹ begonnen hatte. Aus dem ›Newski‹-Material hatte Prokofjew eine Kantate geformt, bei ›Iwan Grosny‹ war ihm das nicht mehr vergönnt. Abram Stasewitsch, der Dirigent der Filmmusikeinspielung, stellte aus Prokofjews Filmmusik posthum ein Oratorium zusammen.

hefdirigen v  C

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und Künst l

gan Sokhi Tu e

>Iwan der Schreckliche< CD-Neuerscheinung bei Sony

DIE HEROISCHEN

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Tugan Sokhiev und Lars Vogt am 19. + 21.04. Die Nummer scheint Symbol. Beethovens Fünftes Klavierkonzert und Prokofjews Fünfte Symphonie sind große Werke, ihrem Umfang und Auftritt nach. Beethovens Opus 73 steht in Es-Dur, der Tonart der ›Eroica‹. Prokofjews Opus 100 wurde schon bald als Fortsetzung von Alexander Borodins ›Helden-Symphonie‹ wahrgenommen. Tugan Sokhiev und das Deutsche Symphonie-Orchester gehen mit dem heroischen Doppel nach den Berliner Konzerten auf Reisen: Sie gastieren im Wiener Musikvereinssaal. Solist ist hier wie dort Lars Vogt. Beethovens Letztes Vogt hat in den 24 Jahren seit seinem Preisgewinn in Leeds, dem entscheidenden Anschub seiner internationale Karriere, ein reiches Repertoire eingespielt — von der Klassik bis zur aktuellen Moderne, von Solowerken bis zu den großen Konzerten für Klavier und Orchester. In seiner Diskographie fällt ein hoher Anteil an Werken der Klassik und an Kammermusik auf. Er ist ein Künstler der Differenzierungen und genauen Schattierungen. Beethovens Fünftes Klavierkonzert kommt das zugute. An seinem heroischen Grundzug lässt der Orchestereinsatz nach der virtuos-freien Einleitung des Klaviers keinen Zweifel. Marschcharaktere beherrschen den Kopfsatz, auch dann, wenn sie leise, zurückgenommen erklingen oder Trauerflor umhängen. In diesen Veränderungen, in den Wandlungen des Heroischen ins Lyrische aber ist das Gespür für die feinen Unterschiede gefragt, im Verhältnis der drei Sätze zueinander nicht minder. In wechselnden Stilisierungen des Gesangs trägt der zweite die Spannung zwischen Einzelnem und Gemeinschaft aus, das Finale lebt die Freude im virtuellen Tanz zwischen Carmagnole und Furiant, französischer Revolution und böhmischem Volksfest aus. Prokofjews Ruhmreiche In den Erkundungen des russisch-slawischen Repertoires legt Tugan Sokhiev einen Schwerpunkt auf Prokofjews Œuvre. Nach vielen musikalischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit dem Schaffen Schostakowitschs erscheint eine konzentrierte Beschäftigung mit dem älteren Kollegen überfällig, denn Prokofjew wird nicht nur kontrovers beurteilt, die Kenntnisse über ihn erweisen sich oft als unsicher und lückenhaft. Sokhiev nahm sich zunächst weniger bekannte Werke vor, nun wendet er sich einem der populärsten zu, der Fünften Symphonie, die Prokofjew 1944 »als Symphonie der Größe des menschlichen Geistes, als Lobgesang auf den freien und glücklichen Menschen« konzipierte. In Russland wurden Symphonien nie als reines Spiel der Formen, sondern immer als Werke aufgefasst, die etwas sagen wollen. Welche Wege musikalische Themen nehmen, wie sie sich verändern und zueinander verhalten, wurde traditionell als erzählender oder dramatischer Prozess miterlebt. Die Fünfte stellt in dieser Hinsicht hohe Aufgaben und manche Rätsel. Wie wird Tugan Sokhiev, der mit der russischen Tradition ganz ursprünglich vertraut ist, sie lösen? Seine letzten Aufführungen mit dem DSO unterstrichen in aller kreativen Deutlichkeit, dass er großen, zu Klassikern gewordenen Werken eine signifikant eigene Lesart abgewinnt, die stets schlüssig und konsequent bleibt und die übergeordneten Zusammenhänge nicht verliert. Für Prokofjews Fünfte weckt dies hohe Erwartungen. HABAKUK T R ABER

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Ludwig van Beethoven Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur Sergei Prokofjew Symphonie Nr. 5 B-Dur TUGAN SOKHIEV Lars Vogt Klavier Sa 19. + Mo 21. April 20 Uhr | 18.55 Uhr Einführung Philharmonie Karten von 20 € bis 59 € AboPlus-Preis ab 17 €

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Das Programm ist am 23. und 24. April auch im Wiener Musikverein zu erleben. musikverein.at

Tugan Sokhiev rückte Prokofjews hochdramatische, kraftvolle, fantastische Musik ins Zentrum seiner ersten Saison — glänzend besetzt mit Olga Borodina (Mezzosopran), Ildar Abdrazakov (Bass), dem Rundfunkchor Berlin und dem Staats- und Domchor Berlin. »Glanzvoller kann man diese Partitur kaum aufführen«, urteilte damals der ›Tagesspiegel‹ und Andreas Göbel vom rbb-Kulturradio sekundierte: »Ein beeindruckender Abend, der lange in Erinnerung bleibt«. Als erste gemeinsame Veröffentlichung des DSO und seines Chefdirigenten Tugan Sokhiev ist ein Mitschnitt von Prokofjews ›Iwan der Schreckliche‹ nunmehr auf CD erhältlich. DIE CD ERSCHEINT AM 28. FEBRUAR BEI SONY CL ASSICAL.

Sokhiev wird Musikdirektor am Bolschoi-Theater

Tugan Sokhiev wurde am 20. Januar mit sofortiger Wirkung zum neuen Musikdirektor des BolschoiTheaters und Chefdirigenten des Bolschoi-Orchesters in Moskau ernannt, als Nachfolger von Vasily Sinaisky, der die Position von 2010 bis 2013 innehatte. Das legendäre Bolschoi-Theater ist neben dem Mariinski-Theater in St. Petersburg das führende Haus für Oper und Ballett in Russland. Seine große Geschichte reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin gratuliert seinem Chefdirigenten Tugan Sokhiev sehr herzlich.


Stéphane Denève | David Afkham

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Eine Publikation des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin | dso-berlin.de

FRANZÖSISCHE FRIEDENSBOTSCHAFT Stéphane Denève und Bertrand Chamayou am 29.03., Casual Concert am 30.03. sich der Komponist formal auf die Wiener Klassik, begibt sich aber durch die bis zur Polytonalität erweiterte Harmonik in die musikalische Moderne.

Der programmatische Blick des Deutschen SymphonieOrchesters Berlin ist — neben weiteren Schwerpunkten — auch stets nach Frankreich gerichtet. Das Repertoire der »Grande Nation« ist reich an musikalischen Schätzen, bekannten und weniger im Fokus stehenden. So stellten Marc Minkowski und Jérôme Pernoo 2013 Offenbachs fulminantes Violoncellokonzert erstmals in der Philharmonie vor, DSO-Chefdirigent Tugan Sokhiev bringt am 2. und 3. März den Komponisten Albert Roussel dem Berliner Publikum näher, und am 29. und 30. März steht wiederum ein rein französisches, sehr abwechslungsreiches Programm auf dem Spielplan. Klassische Moderne Dirigent Stéphane Denève hat sich in der Vergangenheit als Bewahrer und Verfechter französischer Werke verdient gemacht; nicht etwa aus patriotischem Sendungsbewusstsein, sondern aus tiefer Überzeugung vom Gehalt der Werke. Genau wie Tugan Sokhiev richtet der Chefdirigent des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR dabei im Symphoniekonzert am 29. März sein Augenmerk auf Albert Roussel. In dessen Dritter Symphonie, die er als Auftragswerk zum 50-jährigen Jubiläum des Boston Symphony Orchestra schrieb, besinnt

Aufrüttelnder Appell »Ich wollte in diesem Werk die Auflehnung des modernen Menschen gegen die Glut der Barbarei, der Dummheit, des Leidens, des Maschinismus, der Bürokratie symbolisieren, die uns seit einigen Jahren bestürmt«, sagte Arthur Honegger über seine Dritte Symphonie ›Liturgique‹. Dabei entstand keine gefällige Friedensbotschaft, sondern ein Werk, das den Schrecken in Honeggers Empfindungen Ausdruck verleiht und erst gegen Ende der Komposition eine Vision des Friedens am Horizont erscheinen lässt. Neben Ravels ›Boléro‹, seinem wohl bekanntesten Stück, stehen César Francks Symphonische Variationen für Klavier und Orchester auf dem Programm. Für den Klavierpart, der wechselweise Teil und Gegenspieler des Orchesters ist, konnte mit Bertrand Chamayou der perfekte Solist gewonnen werden. Der zweifache Gewinner des ›Gramophone Editor’s Choice‹ und des ›Victoire de la musique‹ besticht durch sein tiefes musikalisches Verständnis in symphonischen und kammermusikalischen Zusammenhängen.

Ca su al Co nc er t

Einen Tag später dirigiert und moderiert Stéphane Denève Honegger und Ravel auch im Rahmen des Casual Concerts. Mit dem Elan des ›Boléro‹ und dem Tiefsinn der Symphonie ›Liturgique‹ führt er das neugierige Publikum eloquent durch den Abend, bevor Live Act und DJ in der Casual Concert Lounge auch das Foyer der Philharmonie mit Leben füllen.

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Arthur Honegger Symphonie Nr. 3 ›Liturgique‹ César Franck Symphonische Variationen für Klavier und Orchester Albert Roussel Symphonie Nr. 3 g-Moll Maurice Ravel ›Boléro‹ STÉPHANE DENÈVE Bertrand Chamayou Klavier Sa 29. März 20 Uhr | 18.55 Uhr Einführung Philharmonie Karten von 20 € bis 59 € | AboPlus-Preis ab 17 €

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Casual Concert Arthur Honegger Symphonie Nr. 3 ›Liturgique‹ Maurice Ravel ›Boléro‹ STÉPHANE DENÈVE So 30. März 20.30 Uhr Philharmonie Im Anschluss Casual Concert Lounge mit OSCA (Live Act) und Johann Fanger (DJ) Karten zu 15 € | 10 € für Schüler, Studenten und im Abonnement Freie Platzwahl

So 30.03. 

PAOLO OLLIG

VERBORGENE BEZIEHUNGEN David Afkham und Leonidas Kavakos am 10.04.

Dieses Programm gibt zunächst einmal Rätsel auf. Für sein zweites Konzert am Pult des DSO hat der junge deutsch-persische Dirigent David Afkham, dessen steiler Karriereweg ihn ab Herbst 2014 auf den Chefposten des Spanischen Nationalorchesters führen wird, zwei grundverschiedene Werke des 20. Jahrhunderts ausgewählt. Anton Webern gilt als Vater der »seriellen Musik«, der die gesamte Nachkriegs-Avantgarde huldigte, von Boulez bis Stockhausen, von Messiaen bis Nono. Dmitri Schostakowitsch dagegen betrieb die Erneuerung der großen Symphonik auf den Spuren Gustav Mahlers, schwor innerhalb klassischer Formen der Tonalität nie ganz ab. Und doch ist der Bezugspunkt zwischen beiden Komponisten ausgerechnet Mahlers Ausdrucksmusik — auf kleinste Formen eingedampft, zersplittert und zerfasert beim einen, neoklassisch gebrochen, in Ironie und Groteske noch gesteigert beim anderen. Die Tradition hinter ihren spezifischen Formen von Modernität benennt das Violinkonzert von Johannes Brahms. Leonidas Kavakos, oft und gern gesehener Gast beim DSO, wird beweisen, wie unsinnig Hans von Bülows Ausspruch war, dies sei ein Konzert gegen statt für die Violine. Expression pur Auch die Avantgarde kennt große Gefühle. Weberns Orchesterstücke op. 6, 1909 entstanden und 1928 überarbeitet, können als Vorklang der Katastrophe des Ersten Weltkriegs gedeutet werden. Dafür liefert die »freie Atonalität« ganz neue, unerhörte Klänge. Die äußerste Verknappung der Form spitzt die Spannung noch zu — die Stücke dauern jeweils nur wenige Minuten, Nr. 3

umfasst gerade einmal elf Takte. Arnold Schönberg bewunderte die Fähigkeit seines Schülers Webern, »einen Roman durch eine einzige Geste, ein Glück durch ein einziges Aufatmen« auszudrücken — so stürzt der Hörer taktweise von flüchtig aufscheinender Harmonie in grellste Dissonanzen, von banger Erwartung und aufkeimender Hoffnung in ihre brutalste Zerschlagung. Nr. 4 ist ein nicht enden wollender Trauermarsch, der mit tiefem Glockengeläut und Trommelwirbel unerbittlich in die Schreckensvision der Blechbläser-Aufschreie führt.

Maskierung der Auslöschung Eine »muntere kleine Symphonie« wolle er schreiben, teilte Schostakowitsch 1971 seinen Studenten mit. Doch ironische Doppelbödigkeit hatte die Musik des sowjetischen Komponisten immer mehr geprägt, der von der stalinistischen Nomenklatura teils verfolgt, teils gehätschelt wurde. So maskierte das Heitere bei ihm oft das

Bittere: Tod und Resignation wurden dem Schwerkranken immer mehr zum zentralen Thema. Die Fünfzehnte beginnt mit einem hellen Glockenschlag, gefolgt von einem munteren Flötenmotiv — Zirkusmusik. Irgendwann entpuppt sie sich als ein Zitat aus Rossinis ›Wilhelm Tell‹ — Sinnbild der Banalität, mit der Schostakowitsch zeitlebens zu kämpfen hatte? Beißend schrille Formen nimmt es an, kehrt im auffallend kurzen Scherzo wieder. Zwei langsame Sätze bilden dazu den ernsten Kontrast; angefüllt mit Zitaten aus Schostakowitschs eigenen Symphonien, mit Beethoven-Anklängen und dem Zitat der »Todverkündigung« aus Wagners ›Götterdämmerung‹ ziehen sie schmerzhafte Lebensbilanz. Die abschließende Heiterkeit ist auf ihr Skelett reduziert: Zum Schluss klappert nur noch das Xylofon, knöcherne Klänge, in denen sich das Zitatmaterial, die abendländische Tradition, die Existenz des Komponisten auflösen. ISABEL HERZFELD

—–– Anton Webern Sechs Stücke für Orchester op. 6 (1928) Johannes Brahms Violinkonzert D-Dur Dmitri Schostakowitsch Symphonie Nr. 15 A-Dur DAVID AFKHAM | Leonidas Kavakos Violine Do 10. April 20 Uhr | 18.55 Uhr Einführung Philharmonie Karten von 15 € bis 45 € | AboPlus-Preis ab 13 €


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LETZTE LIEDER

In Memoriam Gerd Albrecht

Kent Nagano am 05. + 06.04. mit Brahms und Mahler

ausgewählter ›Ungarischer Tänze‹ entgegen. Den Solopart gestaltet die schwedische Mezzosopranistin Ann Hallenberg; im zweiten Teil des Abends tritt der Tenor Christian Elsner an ihre Seite.

Als Johannes Brahms im Frühjahr 1896 die Arbeit an den ›Vier ernsten Gesängen‹ abschloss, war ihm der Tod kein Fremder mehr. Seine Schwester, die Freunde Elisabeth von Herzogenberg und Hans von Bülow waren bereits von ihm gegangen. Clara Schumann, die große Liebe seines Lebens, sollte bald den Folgen eines Schlaganfalls erliegen, und auch ihm selbst war nurmehr ein letztes Jahr vergönnt. Eine nachdenkliche Zeit, auch in künstlerischer Hinsicht. »Tief innen im Menschen spricht und treibt oft etwas, uns fast unbewusst, und das mag wohl bisweilen als Gedicht oder Musik ertönen«, schrieb Johannes Brahms im Juli 1896 an Claras Tochter Marie Schumann, als er ihr seine ›Vier ernsten Gesänge‹ übersandte, als »Totenopfer für ihre geliebte Mutter«. Erlösung und Liebe Mit diesem späten, kurzen, großen Zyklus erreicht das Brahms’sche Liedschaffen seinen Höhepunkt, aber auch sein Ende. Ungewöhnlich ist die Kombination aus Bibeltext, Prosa und Sololied, aber auch das thematische Triptychon von Sterben, Tod und Liebe. Es ist das Leid im Leben, das Anlass zur Klage bietet; der Tod bringt hier eher die Erlösung (»O Tod, wie wohl tust du!«). Doch was zunächst betrüblich beginnt (»Denn es gehet dem Menschen wie dem Vieh; wie dies stirbt, so stirbt er auch«), schwingt sich im vierten Gesang auf zu einem geradezu versöhnlichen Lobpreis: »Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größeste unter ihnen.« Am 5. und 6. April erklingen die Gesänge in einer Orchesterfassung von Detlev Glanert. Kent Nagano, der ehemalige Chef- und heutige Ehrendirigent des DSO, hat sich dabei für eine ungewöhnliche Kombination entschieden. Der Lebensklage der ›Vier ernsten Gesänge‹ setzt er, immer abwechselnd, die Lebensfreude

Kent Nagano | In Memoriam Gerd Albrecht

Melancholie und Schönheit Auch Gustav Mahler schuf aus individueller Leidenserfahrung große, universelle Kunst. Für ihn war 1907 ein Schicksalsjahr, in dreifacher Hinsicht: Nicht ganz freiwillig nahm er seinen Abschied vom Amt des Hofoperndirektors; er musste den Tod seiner Tochter Anna Maria verkraften, und bei ihm selbst diagnostizierte man eine schwere Herzerkrankung. In dieser schweren Zeit, vier Jahre vor seinem eigenen Tod, fiel ihm der Band ›Die chinesische Flöte‹ von Hans Bethge mit Nachdichtungen chinesischer Lyrik in die Hände. »Er dichtete die verschwebende, verwehende, unaussprechliche Schönheit der Welt, den ewigen Schmerz und die ewige Trauer und das Rätselhafte alles Seienden«, schrieb Bethge über den chinesischen Dichter Li Tai Po. Aus dessen Werk stellte Mahler den Großteil des Textmaterials für eine Vertonung zusammen, die ungewöhnlich schnell zu dem Amalgam von Symphonie und Liederzyklus verschmolz, das wir als ›Lied von der Erde‹ kennen — einem grandiosen Klagegesang über Vergänglichkeit und Verlust, Einsamkeit und die verflossenen Freuden des Lebens. Harter Tobak, das wusste Mahler selbst, als er den Dirigenten Bruno Walter fragte: »Ist das überhaupt zum aushalten? Werden sich die Menschen nicht danach umbringen?« Die Antwort lautet: Nein! Denn Melancholie, Trauer und Verzweiflung haben ihren Widerklang in Musik von solcher Eindringlichkeit gefunden, dass man sie immer wieder hören möchte. MA XIMILIAN RAUSCHER

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Johannes Brahms ›Ungarische Tänze‹ Johannes Brahms ›Vier ernste Gesänge‹, bearbeitet für Mezzosopran und Orchester Gustav Mahler ›Das Lied von der Erde‹ für Mezzosopran, Tenor und Orchester KENT NAGANO Ann Hallenberg Mezzosopran Christian Elsner Tenor Sa 5. + So 6. April 20 Uhr | 18.55 Uhr Einführung Philharmonie Karten von 20 € bis 59 € | AboPlus-Preis ab 17 €

Das DSO trauert um Gerd Albrecht, der Anfang Februar im Alter von 78 Jahren nach schwerer Krankheit in Berlin starb. Eine intensive Zusammenarbeit verband den Dirigenten mit dem Orchester. Sie begann 1963 mit seinem Berlin-Debüt in der Reihe ›RIAS stellt vor‹. Als der gebürtige Essener dann 1972, nach Positionen als GMD in Lübeck und Kassel, die Erste Kapellmeisterstelle an der Deutschen Oper Berlin übernahm, folgte eine regelmäßige Kooperation mit dem damaligen RSO Berlin. Sie erstreckte sich über drei Jahrzehnte.

Bedeutende Werke NS-verfolgter Komponisten, allen voran Erich Wolfgang Korngolds und Franz Schrekers, verdanken Gerd Albrecht ihre Rückkehr ins Konzertrepertoire. Er engagierte sich für die Musikvermittlung, nicht nur mit der im Fernsehen übertragenen Reihe ›Wege zur Neuen Musik‹. Er gab Dirigierkurse, verfasste Bücher und leitete Konzerte für Kinder und Jugendliche, gründete als Generalmusikdirektor in Hamburg das ›Klingende Museum‹. Den Kanon der überlieferten klassischen und romantischen Werke betrachtete Gerd Albrecht nie als abgeschlossen. Er hinterfragte die Tradition und rückte unbekannte Seiten von Komponisten wie Schumann oder Humperdinck ins Bewusstsein. Sein künstlerischer Werdegang führte ihn als Chefdirigenten zum Tonhalle-Orchester Zürich, als GMD nach Hamburg, als ersten ausländischen Chefdirigenten zur Tschechischen Philharmonie, danach auf Chefposten beim Yomiuri Nippon Symphony Orchestra und dem Dänischen Radio-Sinfonieorchester in Kopenhagen. Beim RSO | DSO Berlin hatte Gerd Albrecht nie eine formelle Position inne. Die Zusammenarbeit beruhte aber auf einer hohen Übereinstimmung der künstlerischen Interessen. Sie trafen sich im Engagement für neue und verdrängte Musik, in der Einschätzung, wie wichtig differenzierte Vermittlungsformen für die musikalische Bildung und damit die Reichhaltigkeit der Musiklandschaft sind. Der Tod Gerd Albrechts ist ein großer Verlust für das deutsche und das internationale Musikleben.

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Konzertvorschau | Letzte Meldung | Impressum

Eine Publikation des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin | dso-berlin.de

Letzte Meldung: Konzert des Abonnentenorchesters am 08.03.

KONZERTE März So 02.03. 20 Uhr Philharmonie

Weinberg Symphonie Nr. 4 a-Moll Saint-Saëns Violoncellokonzert Nr. 1 a-Moll Roussel ›Bacchus et Ariane‹ Suite Nr. 2 TUGAN SOKHIEV Johannes Moser Violoncello

Mo 03.03. 20.30 Uhr Philharmonie

Casual Concert Saint-Saëns Violoncellokonzert Nr. 1 a-Moll Roussel ›Bacchus et Ariane‹ Suite Nr. 2 TUGAN SOKHIEV Johannes Moser Violoncello

Im Anschluss

Casual Concert Lounge mit Broken Twin (Live Act) und Johann Fanger (DJ)

Fr 07.03. 20 Uhr Philharmonie

Mi 19.03. 20 Uhr Philharmonie

Sibelius ›Die Okeaniden‹ Szymanowski Violinkonzert Nr. 1 Widmann ›Insel der Sirenen‹ für Violine und Streichorchester Sibelius Symphonie Nr. 7 C-Dur HANNU LINTU Christian Tetzlaff Violine Debüt im Deutschlandradio Kultur Sibelius ›Finlandia‹ Elgar Violoncellokonzert e-Moll Copland Klarinettenkonzert Bartók Tanz-Suite SANTTU-MATIAS ROUVALI Harriet Krijgh Violoncello Annelien van Wauwe Klarinette

So 23.03. 17 Uhr Heimathafen Neukölln

Kammerkonzert Gomes, Oswald, Schnittke ENSEMBLE DES DSO

Sa 29.03. 20 Uhr Philharmonie

Honegger Symphonie Nr. 3 ›Liturgique‹ Franck Symphonische Variationen für Klavier und Orchester Roussel Symphonie Nr. 3 g-Moll Ravel ›Boléro‹ STÉPHANE DENÈVE Bertrand Chamayou Klavier

So 30.03. 20.30 Uhr Philharmonie

Casual Concert Honegger Symphonie Nr. 3 ›Liturgique‹ Ravel ›Boléro‹ STÉPHANE DENÈVE

Im Anschluss

Casual Concert Lounge mit OSCA (Live Act) und Johann Fanger (DJ)

April Sa 05.04. So 06.04. 20 Uhr Philharmonie

Do 10.04. 20 Uhr Philharmonie

Fr 11.04. 22 Uhr

So 13.04. 12 Uhr Haus des Rundfunks

Sa 19.04. Mo 21.04. 20 Uhr Philharmonie

Brahms ›Ungarische Tänze‹ Brahms ›Vier ernste Gesänge‹, bearbeitet für Mezzosopran und Orchester Mahler ›Das Lied von der Erde‹ für Mezzosopran, Tenor und Orchester KENT NAGANO Ann Hallenberg Mezzosopran Christian Elsner Tenor Webern Sechs Stücke für Orchester op. 6 (1928) Brahms Violinkonzert D-Dur Schostakowitsch Symphonie Nr. 15 A-Dur DAVID AFKHAM Leonidas Kavakos Violine Kammerkonzert ›Notturno‹ ENSEMBLE FAROU BERLIN Das Konzert ist ausverkauft. Kulturradio-Kinderkonzert Gulda Violoncellokonzert HEINZ RADZISCHEWSKI Adele Bitter Violoncello Christian Schruff Moderation Beethoven Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur Prokofjew Symphonie Nr. 5 B-Dur TUGAN SOKHIEV Lars Vogt Klavier

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Seit mittlerweile 10 Jahren gibt es das Abonnentenorchester des DSO. Einzigartig in Berlin, bietet es musikalisch ambitionierten Abonnenten und Freunden des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin die Gelegenheit, unter professioneller Anleitung anspruchsvolle Konzertliteratur einzustudieren und aufzuführen. Heinz Radzischewski (im Hauptberuf stellvertretender Solotrompeter beim DSO) hat das Projekt ins Leben gerufen und leitet das Orchester bis heute. Auch andere DSO-Musiker sind regelmäßig mit von der Partie — als Gastsolisten oder Dozenten einzelner Stimmgruppen. Und auch Chefdirigent Tugan Sokhiev leitet einmal in der Saison eine Probe. Mehrere Konzerte im Jahr dokumentieren die Erfolge der gemeinsamen Arbeit. Zu einer schönen Tradition hat sich das Konzert zu Gunsten der Stiftung Lebenshilfe Berlin entwickelt, das diesmal am 8. März im Großen Sendesaal im Haus des Rundfunks stattfindet. Auf dem Programm stehen die Ouvertüre zu Mozarts ›Der Schauspieldirektor‹, das Dritte Klavierkonzert von Beethoven (Solistin: Sevimbike Elibay) und Dvořáks Symphonie Nr. 8. Karten zu 10 € sind beim Besucherservice erhältlich.

Kammerkonzerte Die ausführlichen Programme und Besetzungen finden Sie unter dso-berlin.de/kammermusik Konzerteinführungen Zu allen Symphoniekonzerten in der Philharmonie — mit Ausnahme der Casual Concerts — findet jeweils 65 Minuten vor Konzertbeginn eine Einführung mit Habakuk Traber statt.

K ARTEN, ABOS UND BERATUNG Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Besucherservice des DSO Charlottenstraße 56 | 2. OG 10117 Berlin | Am Gendarmenmarkt Öffnungszeiten Mo bis Fr 9 – 18 Uhr Tel 030. 20 29 87 11 | Fax 030. 20 29 87 29 tickets@dso-berlin.de

IMPRESSUM Deutsches Symphonie-Orchester Berlin im rbb-Fernsehzentrum Masurenallee 16 – 20 | 14057 Berlin Tel 030. 20 29 87 530 | Fax 030. 20 29 87 539 dso-berlin.de | info@dso-berlin.de

DAS VOLLE PROGRAMM Szene

Der perfekte Ein- oder Ausklang ist 3 Minuten von der Philharmonie entfernt. QIU Lounge im The Mandala Hotel am Potsdamer Platz Potsdamer Strasse 3 | Berlin | 030 / 59 00 5 00 00

5. + 6. April 2014 9 bis 18 Uhr www.berliner-staudenmarkt.de

Orchesterdirektor Alexander Steinbeis (V. i. S. d. P.) Orchestermanager Sebastian König Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Benjamin Dries Redaktion Maximilian Rauscher, Benjamin Dries Redaktionelle Mitarbeit Paolo Ollig Branding | Marketing Jutta Obrowski Abbildungen | Fotos Frank Eidel (S. 1), Verena Eidel (S. 2 links), Christian Ruvolo (S. 2 Mitte), Andreas Meier | Drews Design (Grafik S. 2 rechts), Uwe Arens (S. 3), Kaapo Kamu (S. 4 oben), Dorothee Mahnkopf (Grafik S. 4 unten), David Beecroft (S. 5 links), Sony Classical (S. 5 rechts oben), Alexey Vikhrov | CC-BY-3.0 [creativecommons.org/licenses/by/3.0] via Wikimedia Commons (S. 5 rechts unten), Drew Farrell (S. 6 oben), Chris Christodoulou (S. 6 unten), Benjamin Ealovega (S. 7 links), Matthias Heyde (S. 7 rechts) Art- und Fotodirektion .HENKELHIEDL Redaktionsschluss 13.02.2014 Änderungen vorbehalten © Deutsches Symphonie-Orchester Berlin 2014 Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der Rundfunk Orchester und Chöre Gmbh Berlin. Geschäftsführer Thomas Kipp Gesellschafter Deutschlandradio, Bundesrepublik Deutschland, Land Berlin, Rundfunk BerlinBrandenburg


DSO-Nachrichten 03/04 2014