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Leadership in Energie- und Umwelttechnik

ECO WORLD MAGAZINE

Österreichische Post AG Info. Mail Entgelt bezahlt

www.eco.at Einzelpreis € 5,– Ausgabe 7, November 2009

Marktchancen

Mehr-Wert

Mobilitätsplan

Die 60 wichtigsten Marktchancen für den Erfolg der Umwelttechnikbranche, S. 4

Know-how aus der Steiermark macht aus Abfall eine wertvolle Rohstoffquelle, S. 10

Schladming bereitet die erste klimaneutrale internationale Großveranstaltung vor, S. 12


 

WORLD magazine

Inhaltsverzeichnis Liebe Leserinnen, liebe Leser

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Seite 4 Die 60 wichtigsten Markt­ chancen für die Umwelttechnik

Seite 6 Branchennews: ein­fach steirisch, intelligent gemacht

Seite 8 Innovation serienmäßig: immer mehr steirische „Green Jobs“

Seite 9 Originell und ökologisch – Lifestyle aus der Steiermark

Seite 10 Steirisches Know-how für internationale Recyclinglösungen

Seite 12 Schi-WM 2013 in Schladming als Vorbild für grüne Events

Seite 13 Öko-Wasserstoff als zusätzlicher Treibstoff

Seite 14 Aktuelle Projekt-Highlights aus der ECO WORLD STYRIA

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Der globale Wandel ist in vielerlei Hinsicht voll im Gange: die Wirtschaft, das Klima und die sozialen Gefüge. Die Menschen suchen neue Lösungen für ein lebenswertes Umfeld. Die Nationen suchen in Kopenhagen eine neue Klima-Partnerschaft. Die Unternehmen sehen große Herausforderungen wie Chancen. Daher haben wir für Sie – gemeinsam mit 25 international tätigen Experten und sieben Leitmagazinen der Energie- und Umwelttechnik –  die wichtigsten Trends und Geschäftschancen bis 2015 im ECO FUTURE RADAR priorisiert (S. 4).   Zu einem globalen Thema immer größeren Ausmaßes zählt der Müll, bei welchem steirische Unternehmen Pioniere und Trendsetter auf dem Weg hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft sind (S. 10).   Und ein ambitioniertes Ziel verfolgt die alpine Schiweltmeisterschaft in Schladming 2013, die zur ersten klimaneutralen Wintersportgroßveranstaltung der Welt werden soll (S. 12). Wir wünschen Ihnen eine spannende und informative Lektüre.

Impressum

Ihr Bernhard Puttinger, CEO für das Team der ECO WORLD STYRIA

Herausgeber: Umwelttechnik-Netzwerkbetriebs GmbH, Reininghausstraße 13, 8020 Graz, Österreich, Tel.: +43 316/40 77 44-0, office@eco.at, www.eco.at. Produktion: Corporate Media Service GmbH, Arche-Noah-Gasse 8–10, 8020 Graz, Tel.: +43 316/90331-0, office@cm-service.at, www.cm-service.at. Leitung der Redaktion: Mag. Birgit Brettenthaler. Mitarbeiter dieser Ausgabe: Mag. Helmut Römer, Michael Jäger. In Kooperation mit dem Team der ECO WORLD STYRIA. Lektorat: Efi Papst. Cover: iStockphoto.com/BettinaSampl; KK; m4!. Layout: m4! Mediendienstleistungs GmbH & Co KG, www.m-4.at, Lisa Thalhammer; Hersteller: Niederösterreichisches Presshaus. Papier: RePrint, Lizenz 544.070: Nordischer Schwan. Ausgabe 7, November 2009, Auflage: 50.000 Stück. Hinweis: Für eine leichtere Lesbarkeit wurde auf eine explizite geschlechtsspezifische Schreibweise verzichtet. Die gewählte Schreibweise gilt für Männer und Frauen.

Fotos: Enbasys, Schiffer, Dresscode21, Montanuniversität Leoben, Tourismusverband Schladming-Rohrmoos, JOANNEUM RESEARCH, ECO WORLD STYRIA (2)


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World-News 1 „Smart cities“ reduzieren energie Im Zuge des „Europäischen Strategieplans für Energietechnologien“ will die EU 30 so genannte „schlaue“ Modellstädte nominieren, die ihre Elektrizität aus der Sonne, dem Wind sowie dem eigenen Müll gewinnen und damit wegweisend für eine Reduktion des Energieverbrauchs in Europa sind – bis 2020 soll ein Fünftel der Energie aus Windkraft, 15 % aus Photovoltaik und 14 % aus Biomasse kommen. Die Erkenntnisse aus diesen „smart cities“ sollen aber auch dazu genutzt werden, europäischen Firmen einen Vorsprung im Zukunftsmarkt der Energietechnologien zu sichern. http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE58F0IU20090916

2 bioenergie aus Biomasse Nach anderthalb Jahren Bauzeit ging im September im deutschen Güstrow mit dem NAWARO BioEnergie Park die weltgrößte „Bioerdgasanlage“ ans Netz. Die Anlage verfügt über eine Leistung von 55 Megawatt. Nach der endgültigen Fertigstellung Anfang 2010 werden pro Jahr 46 Mio. Kubikmeter aufbereitetes Biogas in das öffentliche Gasnetz eingespeist und damit ca. 160 Mio. Kilowattstunden Strom und 180 Mio. Kilowattstunden Wärme erzeugt – genug, um den Energiebedarf einer Kleinstadt mit rund 50.000 Einwohnern zu decken. http://nawaro.ag/de

3 grösster windpark der welt Der größte Windpark der Welt hat vor kurzem seinen Betrieb im texanischen Roscoe aufgenommen. Auf 400 km2 hat der Betreiber E.ON in zweijähriger Bauzeit 627 Windräder mit Anlagen der Hersteller Mitsubishi, General Electric und Siemens errichtet. Sie erbringen eine installierte Leistung von rund 780 Megawatt, womit Strom für mehr als 230.000 Haushalte erzeugt werden kann. Mit der Fertigstellung des Windparks baut E.ON seine weltweiten Windkraftkapazitäten auf 2.600 Megawatt aus. Ziel ist es, bis 2015 bis zu 10.000 Megawatt zu erreichen. www.eon.com

4 Kalifornien wird grün Bis 2020 müssen Kaliforniens Kraftwerke Strom zu einem Drittel aus erneuerbaren Quellen erzeugen, fordert Gouverneur Arnold Schwarzenegger und setzt damit einen deutlichen Impuls in Richtung Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung nicht nur für Kalifornien, sondern für die ganzen USA. Denn der bevölkerungsreichste Bundesstaat hat in Fragen des Klimaschutzes eine Vorreiterrolle inne: Begrenzungen für Autoabgase oder Vorschriften für die Energieeffizienz von Gebäuden wurden bereits national und international kopiert. http://gov.ca.gov

Fotos: iStockphoto.com/johnbloor; pckane, Nawaro Bioenergy Park, E.ON

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Welche Marktpotenziale für Umwelttechnik gibt es in den sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China)? Tatsache ist, dass die aufstrebenden Volkswirtschaften den Umwelttechnik-Boom anheizen. Laut der Unternehmensberatung Roland Berger war 2007 der weltweite Markt für Green Tech mit 1.400 Mrd. Euro bereits größer als der des Maschinenbaus. Welche Marktauswirkungen haben diese Entwicklungen, welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich daraus? Ein anderes Beispiel: Fast alle Energieexperten prognostizieren stark steigende Energiepreise, und die Internationale Energieagentur IEA hält Ölpreise von 200 Dollar in den nächsten fünf Jahren für möglich. Ist dies nun der Todesstoß für die Wirtschaft oder die Chance für einen groß angelegten Einstieg in Zukunftstechnologien? Denn gerade Krisen bewirken oft, dass man einen Schritt vom kurzfristigen Tagesgeschäft zurücktritt und die langfristige Unternehmensstrategie überdenkt. Die Umwelttechnik ist ein weltweit stark wachsender Wirtschaftszweig mit sehr viel Innovationskraft. Die Elektrifizierung des Verkehrs wird neue Technologien hervorbringen und die Unternehmen werden ihre Prozesse im Bereich Umweltverträglichkeit und Energieeinsatz optimieren. Und durch die Umsetzung der EU-Richtlinie „Erneuerbare Energie“ wird es zu einem Technologieschub kommen. Auf welche Trends soll man nun setzen, und wo sind die Chancen für wirtschaftlichen Erfolg besonders groß?

ECO FUTURE RADAR Die 60 relevantesten Marktchancen für den wirtschaft­ lichen Erfolg der Umwelttechnikunternehmen in den nächsten fünf Jahren sind im ECO FUTURE RADAR zusammengefasst. AUTOR: Helmut Römer

25 Experten, 7 Leitmedien, 60 Zukunfts­ faktoren Genau hier setzt das ECO FUTURE RADAR an. 25 internationale Top-Experten aus allen Spar­- ten der Umwelttechnik haben für ECO WORLD

Fotos: Helmut Römer, iStockphoto.com/rotofrank, KK, ECO WORLD STYRIA


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Trends & Chancen fĂźr grĂźne Technologien 17.08.200

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STYRIA die Trends aus den Be­reichen Um­- welt, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Technologie gesammelt und hinsichtlich der Marktauswirkungen priorisiert. Darauf aufbauend wurden die 60 interessantesten Markt­chancen in der Umwelttechnik identifiziert, bewertet und Handlung­sempfehlungen ent­wickelt. Das ECO FUTURE RADAR unterstĂźtzt die Unternehmen somit bei ihrer Strategie- und Jahresplanung. Durch die Experten-Beurteilung des externen Unternehmensumfeldes verbunden mit einer internen Stärken-Schwächen-Analyse im Vergleich zum Mitbewerb kĂśnnen so strategisch Optionen entwickelt werden. Ziel sind die Entwicklung der zu den eigenen Stärken passenden Strategie und die Umsetzung der nĂśtigen MaĂ&#x;nahmen. „Die Chancen liegen auf der StraĂ&#x;e, man muss sie nur nutzen“, sagt der KWB-GeschäftsfĂźhrer Erwin Stubenschrott.

Top-5-trends der umwelttechnik 1. Volatil steigende Ölpreise: auf $ 100 jedenfalls, auf $150 wahrscheinlich, auf $ 200 denkbar 2. Umsetzung der EU-Richtlinie Erneuerbare Energie fßhrt zu Technologie- Entwicklungsschub 3. China und ErdÜl exportierende Länder investieren in Umwelttechnologien 4. Unternehmen optimieren Prozesse im Bereich Energieeinsatz und Umwelt- verträglichkeit 5. Elektrifizierung des Individualverkehrs und Integration ins Stromnetz

Steiermark als Trendschmiede fĂźr Umwelt­ technik Bereits sieben Leitmedien in Europa und den USA setzen auf die Inhalte des FUTURE RADARs und publizieren exklusive Details. Denn das ECO FUTURE RADAR ist auch fĂźr bran­chen­- fremde Technologieunternehmen ei­ne An­­lei­- tung zum wirtschaftlichen Erfolg in der Umwelt­ technik. Und fĂźr bestehende Green-Tech- Unternehmen bietet es einen raschen Ăœberblick Ăźber wichtige Umfeldentwicklungen. Damit bietet die Steiermark als Trendschmiede fĂźr Umwelttechnik ein wichtiges Strategietool fĂźr grĂźnes Wachstum. Tipp: Das ECO FUTURE RADAR 2010-2015 (38 Seiten, broschiert) plus praktischem Strategietool ist um â‚Ź 250,– exkl. USt bei ECO WORLD STYRIA in Deutsch oder Englisch erhältlich (Mail: office@eco.at oder per Telefon +43 316 40 77 44).

Wie wichtig ist eine Initiative wie das Future Radar, bei der viele ausgewiesene Experten aus der Umwelttechnik kßnftige Entwicklungen einschätzen? Erfahrungsaustausch ist sehr wichtig, um sich in unserer hochkomplexen, informationsgeladenen Welt zu orientieren. Denn speziell im relativ reifen mitteleuropäischen Umweltmarkt sollte man auf Trends und Märkte schnell, aber richtig reagieren. Natßrlich bringt jeder Experte seine persÜnliche Einschätzung ein. Wie auch bei der Vergabe des europäischen Umweltpreises, dem EEP-Award, kristallisieren sich die Mega-Trends jedoch stets heraus. In welcher Form sollen die Unternehmen diese Trends aufnehmen? Trends geben immer nur eine relativ grobe Richtung an. Wer ihnen folgt, wird sich nicht verirren, aber direkt zum Ziel fßhren sie auch nicht. Auf dem Weg dorthin muss jedes Unternehmen noch eigene Markt­ erfahrungen sammeln. Die Themen Energie und Effizienz sind die treibenden Kräfte im Themenfeld Umwelt. Ohne sie und ihren direkten Zusammenhang zu Produktionskosten, politischer Unabhängigkeit und Klimawandel wäre es nicht zu einer solchen Renaissance des Umweltschutzes ge­kom­men.

Dipl.-Geol. Oliver Gehrmann ist Chefredakteur des deutschen UmweltMagazins und einer der 25 Experten fĂźr das ECO FUTURE RADAR.


 

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EnergieTechnik biogas aus biertrebern Den natürlichen Fermentationsprozess der Bio­ gaserzeugung aus Biertrebern macht sich die steirische Anlagenbaufirma enbasys gmbh zunutze. Ihre ENBAFERM-Biogasanlage er­- zeugt in der deutschen Staatsbrauerei Wei­- h­enstephan hochwertiges Biogas aus Braue­r­eireststoffen, wodurch das für die Bierproduk­ tion benötigte Heizöl wirtschaftlich ersetzt wird. Der „Biogasreaktor“ ist mobil und kann auch an andere Standorte verlegt werden. www.enbasys.com

Einfach steirisch. AUTORIN: Birgit Brettenthaler

ENergie aus Abfall Mit einer Energy-from-Was­te-Anlage im englischen Cleve­land gelang es der AE&E Group, erstmals auf dem wichtigen Zukunfts­markt Groß­britanniens Fuß zu fassen und ihre Vorreiterrolle in der thermi­schen Abfallbehandlung weiter auszubauen. Die erste von drei aktuellen AE&E-Anlagen in Großbritannien hat eine Ab­fallkapazität von 136.000 Tonnen pro Jahr und versorgt mehr als 10.000 Haushalte mit klimaschonender Energie aus Abfall. www.aee-group.com

Auf dem holzweg Über Holzressourcen verfügt die Stei­­er­mark ausreichend, allein die Ver­­sorgung gestaltet sich aufgrund der noch nicht voll entwickelten Infrastruktur als schwierig. Re­gionale Bio­ massehöfe sollen deswegen als bäuerliche Ver­­marktungs­schiene den Markt für Biomas­ se­­brenn­stof­fe bele­ben und darüber hinaus als Ener­gie­dienst­leis­ter den Ver­brauch fossiler Brenn­stoffe reduzie­ren. Drei Biomassehöfe sind bereits umgesetzt, weitere sind in Pla­ nung. www.biomassehof-stmk.at

Klein, aber fein Mit dem Prototypen einer möglichst kleinen Biomassevergasungsanlage stellt die Christof Group ein neues System zur kostenredu­ zierten und nachhaltigen Energieproduktion vor. Das Holzgaskraftwerk auf Basis einer Kraft-Wärme-Koppelung soll nicht nur zur Wärmeversorgung genutzt werden, sondern auch zur Produktion von Strom, der je nach Bedarf selbst genutzt oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. www.christof-group.com

Fotos: Enbasys, AE&E, Biomassehof, Christof Group, iStockphoto.com/SusanneB, Saubermacher, KK, Gussmagg


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umwelttechnik Wasser marsch Schätzungen zufolge werden 2050 40 % der Erdbevölkerung an akuter Wasserknappheit leiden. Lösungen zum Erhalt der na­­tür­li­chen Trinkwas­serreserven sind also dringend ge­ fragt. Das Kom­pe­tenznetzwerk Wasserressour­ cen GmbH „Waterpool“ hat mit „PiReM“ Pipe Rehabilitation Management ein innovatives Softwaretool geschaffen, das die Instandhal­ tung der Wasserversorgung technisch und wirtschaftlich optimiert und damit die Wasser­ versorgung sichert. www.pirem.de

Säuberungsaktion Für eine lebenswerte Umwelt tritt der Entsor­ gungsprofi Saubermacher ein und macht da­- bei auch vor unwegsamem Gelän­de nicht halt: Saubermacher-Abfallexperten sammel­ ten im Zuge einer Mont-Blanc-Be­steigung 75 kg Müll ein, darunter vor allem Dosen, Ausrüstungsgegenstände und Kleidung. Die Säuberungsaktion auf dem höchsten Berg Europas soll Bewusstsein für die zunehmende Verschmutzung der Bergwelt schaffen. www.saubermacher.at

Flasche zu Flasche 1999 eröffnete die damals erste PET-BOTTLE TO BOT­TLE-Anlage für le­bens­­mitteltaugliches Re­gra­nulat. Jetzt wird sie nachgerüs­tet und damit zur modernsten PET-Aufbereitungsanla­ ge Europas. Maßgeblich beteiligt da­ran ist die Firma BT-Wolfgang Binder, die die Tro­- c­k­enaufberei­tung der Kunst­­­stoff­sor­tier­anlagen lieferte. Ihre Marke RED­WAVE ga­rantiert durch spezielle Sensortechnologie, dass die hohen Qualitätsansprüche in der Sortierung erfüllt werden. www.btw-binder.com

saubere sache Eine einzigartige Öko-Auto­wasch­an­lage be­- treibt die Firma Gussmagg in Pi­schels­­dorf. 90 % des Wasserbedarfs werden mit Re­gen- und Recyclingwasser gedeckt. Er­hitzt wird es durch Solar- bzw. Pelletstechnik. Ein neues Baukas­ten­system spart bis zu zwei Drittel der Putzchemie ein, die aus nachwach­senden Rohstoffen stammt. Zusätzlich wurde eine An­ lage installiert, die Wärme aus dem Abwasser zurückgewinnt. Ziel ist es, bald gänz­lich energieautark zu sein. www.gussmagg.at

Intelligent gemacht.


 

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energietechnik

Stärkefeld Umwelttechnik Steirische Unternehmen lieben ihre Ideen: Beflügelt von der Wirtschaftsstrategie „Innovation serienmäßig“ ist auch das Land Steiermark (im Bild Landesrat Christian Buchmann) im Schwerpunkt Umwelttechnik stark unterwegs. Denn die Zahl der sogenannten Green Jobs ist im Vorjahr um 18 Prozent gestiegen.

Innovative und mutige Unternehmen, erstklassig ausgebildete Mitarbeiter, die hohe Forschungs- und Innovationsrolle und nicht zuletzt ein zukunftsorientiertes Wirtschaftsressort sind die Gründe für das überproportionale grüne Wachstum der Steiermark. AUTOR: Michael Jäger Wenn in unseren Breiten aus revolutionären Ideen zukunftsträchtige Innovationen und in weiterer Folge sichere Arbeitsplätze entstehen, stecken mit hoher Wahrscheinlichkeit mutige, investitionsfreudige steirische Unternehmer mit zündenden Ideen und „Hirnschmalz“ dahinter. Doch kein Erfolg kommt aus dem Nichts. Eines der Erfolgsrezepte ist auch die mit 4,3 % europaweit überdurchschnittlich hohe Forschungs- und Entwicklungsquote. Die Steiermark ist damit das innovationsfreudigste Bundesland und übertrifft zudem die von der EU für 2010 angepeilte Forschungs- und Entwicklungsquote von drei Prozent deutlich. In der Steiermark arbeiten übrigens Wirtschaft und Wissenschaft in nicht weniger als 25 Kompetenzzentren gemeinsam an innovativen Zukunftsprojekten. Als „kräftiger Turbo-Motor“ hinter diesen er-

Foto: Schiffer

freulichen Trends und Zahlen fungiert das Wirt­schaftsressort von Landesrat Christian Buchmann, der mit der Wirtschaftsstrategie „Innovation serienmäßig“ zukunftsorientiert unterwegs ist. In besagter Wirtschaftstrategie ist die Energie- und Umwelttechnik als eines der Stärkefelder definiert. Die Formel I = E + U (Innovation ist Erfindung plus Umsetzung) hat sich auf lange Sicht bewährt. Und sie zeigt, dass die Unternehmen auf dem Gebiet der Energie- und Umwelttechnologie diese Formel auch mit Erfolg in der wirtschaftlichen Praxis umsetzen. Die Zahl der soge­nannten Green Jobs ist im Vorjahr immerhin um stolze 18 % gestiegen. „Innovation ist der natürliche Feind der Krise“, ist Buchmann felsenfest überzeugt und will damit auch Unternehmen in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten Mut machen. „Wir werden auch in Zukunft die steirischen Unter-

nehmen auf ihrem Wachs­tumsweg tatkräftig unterstützen und begleiten“, so Buchmann. Der „Klimabonus“ des Landes Steiermark ist ein ökonomisch-ökologisch wichtiger Schritt in diese Richtung und fördert die Entwicklung zukunftsweisen­der klimarelevanter Produkte oder den Einsatz eben solcher Technologien in einem Betrieb. Und mit der neuen Lehrstellenförderung „Green Jobs“ sollen bis Ende 2010 rund 600 Lehrplätze geschaffen werden. Nicht nur bei der Erfindung und Umsetzung innovativer Ideen ist die Steiermark heute an vorderster Front zu finden. Auch was das Arbeiten in Clustern und Netzwerken betrifft, ist man bestens aufgestellt. Das UmwelttechnikNetzwerk ECO WORLD STYRIA hat sich mit seinen 148 Mitgliedsunternehmen zum größten Umwelttechnik-Netzwerk/-Cluster Österreichs entwickelt.


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lifestyle Aus alt wird neu

ökologie in mode Man nehme qualitativ hochwertige Be­- klei­­dung, innovatives Design und ökologi­ sches Verständnis, und heraus kommt Dress­­- code21. Das Grazer Modelabel setzt mit sei­­nem Businessshirt sowohl in Sachen Out­- fit als auch Nach­haltig­keit neue Impulse. Die elegan­te Alternati­ve zum steifen Hemd wird aus umwelt­scho­nen­den funktio­nalen Na­­turfasern in der Steiermark pro­du­ziert. Und da auch der einengende Wärmefaktor Krawatte wegfällt, spart man sich im Sommer noch dazu einiges an Kühlleistung. Aber da­mit nicht genug, ist man bei Dress­­- code21 stets auf der Suche, wie man den Prozess von der Idee über das Design bis hin zur Herstellung und zum Recycling noch effizienter und nachhaltiger machen kann. www.dresscode21.com

Was des einen Müll, ist des anderen Schatz. Und so entstehen bei heidenspass Schmuck aus alten Alukapseln, Schalen aus Schallplatten oder Taschen aus Fahrradschläuchen. Das Arbeitsprojekt für Jugendliche entwickelt immer neue Produkte und produziert in der Steiermark mit möglichst geringem Verschleiß von Ressourcen. www.heidenspass.cc

Lifestyle ganz in Grün AUTORIN: Birgit Brettenthaler

sonniger biergenuss Fünf Sorten Bier braut der Gleisdorfer Pri­vat­ brauer Walter Neuwirth und nutzt dazu die Kraft der Sonne. Große, speziell von der Firma AEE Intec ange­fer­tigte Flach­kollektoren er­möglichen das Erreichen des hoh­en Tem­ pe­­r­­aturniveaus, das für den Brau­vorgang benö­tigt wird. www.bauernhof-neuwirth.at

Naturidyll Almenland Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sind oberstes Gebot im Almenlandhof in Fladnitz. Das mit dem Umweltzeichen Tou­rismus aus­ge­zeichnete Landhaus lebt eine positive Energiebilanz, ist mit einer energetisch hoch­ effizienten Gebäudehülle ausgestattet und bezieht den benötigten Strom aus ei­nem nahe gelegenen Biomasse­ heizwerk. So­wohl Möbel als auch Böden sind aus unbehan­deltem Mas­­siv­holz gefertigt. Auf den Tisch kommt nur das Beste aus der Region, bio­ogisch produziert von lokalen An­bietern. Und so manches Schman­kerl stammt sogar aus dem hauseigenen Biogarten. Prädikat: Beispielgebend. www.almenlandhof.at

Fotos: Heidenspass, Dresscode21, Met-Bräu VertriebsGesmbH, Steiermark Tourismus/Reinhard Lamm, Almenlandhof


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Mehr-Wert aus Rest-Stoffen

Am „Polymer Competence Center Leoben“ wird intensiv an Bio-Polymeren als Kunststoff-Ersatz geforscht. Sie bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen und

CLARITY von Binder&Co trennt durch modernste sensorgestützte Sortiersysteme Altglas farblich in höchster Qualität – auch hitzebeständiges

sind vollständig biologisch abbaubar.

Sonderglas und Glaskeramik.

Abfall war früher ein eher anrüchiges Thema. Heute versteht man darunter eine wertvolle Roh­stoffquelle. Auf Basis der europaweit höchsten Recyclingquote von erstmals 70 % stehen Recycling-Innovationen aus der Steiermark auch in diesen Zeiten hoch im Kurs. AUTOR: Helmut Römer

In den letzten Jahren erreichten die Rohstoffpreise ungeahnte Höhen, und die Altstoffpreise zogen mit. Der Preis für gemischten Schrott vervierfachte sich zwischen Juni 2006 und Juni 2008 auf € 270 je Tonne. Durch die Krise brach der Preis bis März 2009 zwar auf € 40 ein, allerdings prognostizieren fast alle Experten langfristig wieder eine Rohstoffknappheit. Aufstrebende Wirtschaftskräfte wie China haben längst begonnen, sich den globalen Zugriff auf Rohstoffe zu sichern. Trotz Preis- und Erlösflaute sollte Europa nicht an etablierten Recyclingformen zweifeln, sondern vielmehr die Sekundärrohstoffquellen sichern, um langfristig nicht unter Rohstoffarmut und Importpreisen leiden zu müssen. Übrigens: In der Steiermark setzen die Unternehmen der Abfallwirtschaft

jährlich 500 Millionen Euro um und investieren 150 Millionen Euro in zukunftsweisende Technologien. Wandel zur Stoffflusswirtschaft „Abfallwirtschaft“ ist eigentlich der falsche Begriff. Schon längst hat sich in der Steiermark der Wandel zur „Stoffflusswirtschaft“ vollzogen, die für Müllvermeidung, Abfalltrennung, Recycling, energetische Verwertung etc. steht. Mit der europaweit höchsten Recyclingquote von erstmals 70 % wird der überwiegende Großteil der Reststoffe mehrfach genutzt. Darin finden sich Altspeiseöl, Elektrogeräte, Kunststoffe, Papier, Biomüll und verschiedenste Verpackungen. All diese Stoffe können gesammelt, wiederverwertet oder in anderer Form genutzt

Fotos: Montanuniversität Leoben, Binder&Co, Komptech/Fachabteilung 19D, Mayr-Melnhof Karton AG

werden. Mit weltweit 500 Milliarden Kunststofftragtaschen pro Jahr wird übrigens eine unglaubliche Müllmenge produziert. Abhilfe schaffen die Produkte des „Verpackungszentrums Graz“, die verrottbare Biokunststoffe aus Bioabfällen und Schaumstoffe auf Algenbasis anbieten. Kunststoff-Wiederverwertung 120 Millionen Tonnen Kunststoffe werden pro Jahr global produziert, eine Menge, die in kubikmetergroßen Würfeln aneinandergereiht dreimal um die Erde reichen würde. Österreich hat daran einen Anteil von einer Million Tonnen. Ein Teil dieser Kunststoffe wird von der Wildoner Firma „Ecoplast“ verarbeitet, die aus Altkunststoffen ein Granulat zur Wie-


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umwelttechnik

Komptech entwickelt weltweit Anlagen für die mechanische und biologische Abfallaufbereitung. Speziell für die Verarbeitung von holziger

Mayr-Melnhof recycelt in Frohnleiten Getränkeverpackungen. Vier Fünftel der Gesamtfaserstoffmenge für den speziellen MM-Karton

Biomasse wurden zuletzt Neuheiten vorgestellt.

stammen übrigens aus Altpapier.

derverwertung herstellt. Wichtig dabei ist die automatisierte sortenreine Trennung mit Maschinen, wie sie die Firmen Binder+Co oder BT-Wolfgang Binder aus Gleisdorf herstellen. Die Anlagen werden zur Kunststoff-, Papier-, Glas- und Mineraliensortierung eingesetzt. Sie erkennen vollautomatisch sowohl die Farben als auch die Art und Beschaffenheit der verschiedensten Materialien und sortieren diese mit höchster Präzision. Weitere Innovationen aus der Steiermark Moderne Kunststoffe bestehen aus unterschiedlichsten Materialien. Ein an der Montanuniversität Leoben entwickelter Elektroabscheider erkennt die verschiedenen elektrischen Ladungen und trennt Kunst- und Mineralstoffe in verschie-

dene Fraktionen. In Leoben wird auch intensiv am Recycling von Sondermetallen wie Titan, Tantal oder Wolfram geforscht. Ein neues Projekt der Montanuni ist die Verwendung von bisher deponiertem Ausbruch aus dem Tunnelbau als Rohstoff. Glimmer wird beispielsweise in der Farbindustrie benötigt, Gesteinsmehl in der Landwirtschaft, und Kalk kann an Hüttenwerke geliefert werden. Intelligente Strategien für die Zukunft „Abfall ist der Rohstoff der Zukunft“, ist Wilhelm Himmel überzeugt, „und wir sind ganz vorne dabei.“ Der Leiter der Fachabteilung „Abfall- und Stoffflusswirtschaft“ der Steirischen Landesregierung hat diese Entwicklung mitgestaltet: von den Demos gegen neue Deponien

in den 1990er-Jahren über den Beginn der Biomüll-Sammlung 1990 und die VerpackungsVerordnung 1993 bis zur Deponie-Verordnung 2004, wonach keine Abfälle mehr auf die Deponie kommen dürfen, die einen Heizwert haben oder biogen sind. Und es gibt zahlreiche weitere intelligente Strategien zur Abfallvermeidung und Wiederverwendung, etwa die Initiative „G´scheit feiern“ für nachhaltige Fest­veranstaltungen, wodurch seit 2001 1 300 000 kg Abfälle vermieden wurden. Die Ergebnisse der steiermarkweiten Altspeiseölsammlung kann übrigens jeder Besucher der Landeshauptstadt Graz erleben, denn der da­ raus gewonnene Biodiesel betreibt die Stadtbusse. Somit wird aus Reststoffen spürbarer Mehr-Wert.


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umwelttechnik Die alpine Schi-WM 2013 in Schladming/Steiermark will neue Maßstäbe für grüne Großveranstaltungen setzen. Neben den sportlichen Bewerben und dem Kampf um Gold, Silber und Bronze steht Umwelt-Technik ganz oben auf der SchladmingAgenda.

Schladming bereitet die erste klimaneutrale internationale Wintersportgroßveranstaltung vor. Das Mobilitätskonzept setzt unter anderem auf Elektrofahrzeuge.

Die Umwelt(technik)-Ski WM 2013 Mit der Schi-WM 2013 soll weltweit erstmals eine Wintersport-Großveranstaltung klimaneutral durchgeführt werden. „Wir in Schladming spüren die Folgen des Klimawandels früher als andere Regionen. Der Klimaschutz hat daher für die Schi-WM 2013 eine ganz besondere Bedeutung“, betont der Schladminger Bürgermeister Jürgen Winter. Bei der WM soll in der Region eine Kombination aus Elektrofahrzeugen, Biogas-Zubringerbussen und biogasbetriebenen Pistenraupen und Skidoos ein starkes Zeichen für den Umweltschutz setzen. 12.000 Tonnen CO2 einsparen „Der Elektromobilität gehört die Zukunft. Wir stehen mit ihr im Energie- und Verkehrsbereich vor einem Paradigmenwechsel. Schladming kann mit dem Projekt Vorbild für andere werden“, bekräftigt der Bürgermeister. Bei der zweiwöchigen Veranstaltung werden täglich bis zu 60.000 Besucher erwartet. Die

Fotos: Lang, © Tourismusverband Schladming-Rohrmoos

dadurch verursachten zusätzlichen 12.000 Tonnen CO2-Ausstoß in der Region gehen vor allem auf den motorisierten Individualverkehr zurück. Allein durch energetische Gebäudesanierungen könnten binnen vier Jahren bis zu 4.000 Tonnen CO2 wieder eingespart werden. Das Ziel ist, auf diesen Zeitraum gerechnet und durch unmittelbar in der Region umgesetzte Maßnahmen die Schi-WM CO2-neutral zu bilanzieren. Neben dem Verkehrskonzept und dem Baubereich wird der Einsatz von Erneuerbaren Energien forciert. Begleitend dazu gibt es zur Bewusstseinsbildung Schulprojekte und Stromsparkampagnen. Musterregion für Energieund Ressourceneffizienz In weiterer Folge will sich Schladming zur Musterregion für Energie- und Ressourceneffizienz weiterentwickeln. „Unter breiter Bürgerbeteiligung werden derzeit unterschiedlichste Strategien erarbeitet“, sagt die Nachhaltig-

keitskoordinatorin Nina Rantschl. Nachhaltige Mobilitätskonzepte, die Verwendung von regionalen Produkten und Abfallvermeidung stehen bei den Veranstaltungen an erster Stelle, und im Bereich Energieeinsparung sind ebenfalls zahlreiche Maßnahmen geplant. Das Interesse der Betriebe vor Ort ist groß: So informierten sich Ende September an die 100 regionale Unternehmerinnen und Unternehmer über Wege zur Energie- und Ressourceneinsparung. „Alle Sparten der Wirtschaft und vor allem die Umwelt werden profitieren“, ist der steirische Umweltlandesrat Johann Seitinger überzeugt: „Die Spanne reicht von Gebäudesanierungen über die Installation von Biomasseheizungs-Anlagen und Sonnenkollektoren bis zum Angebot von regionalen Lebensmitteln.“ Die Schi-WM 2013 wird zu einem „Green Event“. Laut Schätzungen könnte die Hälfte des Energiebedarfs eingespart werden und der Rest aus alternativen Quellen kommen.


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Perspektive Wasserstoff

EnergieTechnik

Die „Dritte Österreichische Wasserstoff-Konferenz“ befasste sich in Graz vor allem mit der Herstellung von „Öko-Wasserstoff“ aus erneuerbarer Energie und mit Neuentwicklungen beim Einsatz in Fahrzeugen.

„Sinnvoll ist der Einsatz von Wasserstoff nur dann, wenn die Produktion auf erneuerbarer Energie beruht“, brachte Univ.-Prof. Josef Spitzer vom Institut für Energieforschung der JOANNEUM RESEARCH die Sache auf den Punkt. Die Vorteile von Wasserstoff liegen zum einen in der Vielzahl von Möglichkeiten der Er­ zeugung durch Thermolyse, Elektrolyse, Photolyse oder die Umwandlung von Biomasse, zum anderen an der emissionsfreien Nutzung. Dem gegenüber steht der Primärenergieaufwand zu seiner Herstellung, Speicherung und Verteilung. Die international verfolgten Energiestrategien (USA, Japan, EU) schließen Wasserstoff als einen mittel- bis langfristig möglichen Energieträger ein. Es ist zu erwarten, dass Wasserstoff in der nationalen, europäischen und globalen Energiewirtschaft zukünftig Bedeutung erlangen wird. Schon jetzt wird er als Autoantrieb oder zur Erzeugung von Wärme und Strom eingesetzt. Für die Zukunft ist eine Vielzahl von

Foto: JOANNEUM RESEARCH

DI. Wolfgang Jilek (Landesenergiebeauftragter Stmk) Prof. Dr. Josef Spitzer (Inst. Für Energieforschung, JOANNEUM RESEARCH) Dr. Manfred Klell (HyCentA)

Verwendungsmöglichkeiten denkbar, z. B. als mobile Energiequelle für Mobiltelefone oder Notebooks. Trotz aller Forschungsleistung: „Eine Umstellung der Gesellschaft in Rich­tung weniger Energieverbrauch ist unumgänglich, wenn man den Klimawandel in den Griff kriegen will“, betont der Landesenergiebeauftragte der Steiermark, DI Wolfgang Jilek. Und auch eine weitere Botschaft gibt es für den Konsumenten: Energie wird in Zukunft sicher deutlich teurer werden. Auch in Österreich ist dieses Thema fixer Bestandteil der Energieforschung;

österreichische Demonstrationsprojekte zeigen den praxisnahen Einsatz von Wasserstoff-Technologien, z. B. die Öko-Wasserstoff-Tankstelle der Zukunft, die derzeit in Graz errichtet wird und mit einer Elektrolyseanlage arbeitet. Denn ein Schwerpunkt ist der Automobilsektor. So hat die HyCentA Research GmbH in Graz einen Mercedes Benz E 200 NGT von Erdgas- auf Wasserstoffbetrieb umgerüstet. Der große Vorteil: Es werden weder Stickoxide noch Kohlenwasserstoffe noch Feinstaub ausgestoßen. Um die mittel- und langfristig gegebenen Chancen nutzen zu können, sind im Bereich der For­- schung, Weiterentwicklung und Demons­tration von Öko-Wasserstoff-Technologien jedenfalls weitere Anstrengungen notwendig. In Österreich wird die Wasserstoff-Forschung derzeit u. a. in den Forschungsförderungsprogrammen „Austrian Advanced Automotive Technology“ (A3 plus) und „Neue Energien 2020“ des Ministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie gefördert.


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umwelttechnik

Der Name ist Programm – ECO WORLD STYRIA

Zukunftswerkstätten

Immerhin beträgt der Umwelttechnik-Um­- satz der ECO-Unternehmen rund 2,67 Mrd. Euro, was rund 8 % des Bruttoregio­nal­pro­- duktes sind und eine 4–5fache Konzentra­tion der Steiermark im Vergleich zur EU dar­stellt. Was aber macht diese Region zu einer ECO WORLD im wahrs­ten Sinne des Wortes? „Die vielen, dynamisch wach­- senden Tech­no­lo­gieführer haben die Stei- ­ermark zum Green Valley Europas gemacht“, so bringt es Bern­­­hard Puttinger von ECO auf den Punkt. Und dazu soll ECO die helfende Hand sein: Das Leistungspaket der ECO nutzen 93 % der Unternehmen und bewerten es aktuell mit der Schul­note 1,4 mit „Sehr Gut“.

Firmenbesuche

Im Schwerpunkt „Innovation“ unterstützt ECO als persönlicher Businesspartner bei einzel­- be­trieb­lichen Projekten, wie z. B. bei der Ent­wick­lung konkreter F&E-Projekte und Ko­- ope­ra­tio­nen wie z. B. gerade im Recyc­- ling-Bereich. Zahl­rei­che themenspezifische „ECO Busi­ness Clubs“ sowie das ECO Future Radar halten für die Ma­nagement­- ebene Impulse, kon­krete Ge­schäfts­chan­cen und Expertendis­kussionen be­reit. Die Fir­men profitieren wei­ters von den gu­ten Kon­tak­- ten der ECO innerhalb der Umwelt­tech­nik­- szene, von der strategi­schen Pro­jektent­wick­- l­ung bis hin zu einzelbetriebli­chen Re­­- cher­chen. Um die Wettbewerbsfäh­ig­keit der Unternehmen zu steigern, setzt ECO im

Fotos: iStockphoto.com/lopurice; AVTG; phototropic; Reinhold_Foeger, ECO WORLD STYRIA (5)

Pressekonferenzen

Schwerpunkt „Know-how“ auf Aus- und Wei­- terbildung für den Be­reich der „Green Jobs“. Die passen­den Qua­lifizie­rungsmög- lich­keiten für ihre Mit­ar­bei­ter fin­den die Un­- ternehmen im ak­tu­el­len Kurs­finder (www. kursfinder.at), einer Über­sicht aller öster­rei- chi­schen Aus- und Weiterbildun­gen für die Energie- und Umwelttechnik. Gemein­sam mit ECO erstel­len die Unternehmen Quali­- fizierungspläne, wel­che nun für KMUs mit 60 % gefördert werden. Für Lehr­linge in der Umwelttechnik stellt das Land Steier­mark verdop­pelte Unter­stützung bereit. Und Stu- dien­anfän­ger er­halten heuer erstmals ein so- ge­­nan­n­tes ECO Erst­se­mestri­gen­pa­ket, das die gu­ten Jobchan­cen und die kon­­kre­­ten


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EnergieTechnik

In der Steiermark, am Nabel Europas, findet sich eine der dich­tes­ten und innovativsten Unternehmenskonzentrationen Europas für Energie- und Umwelttechnik. Und ECO WORLD STYRIA bietet Rückenwind für zukunftsweisendes Wachstum.

Messen

Ansprech­part­­ner in der stei­­rischen Umwelt- t­ech­nik aufzeigt. Kontak­te zu pflegen, am Puls der Unterneh­men zu sein und zu wissen, was die­se ge­ra­de am meisten beschäftigt, gehört zu den wich­­tigs­ten Aufgaben des ECO-Teams. Auch des­halb fanden in den Som­­mermonaten ausführli­che Einzelge­sprä­- ­che in den Mitglieds­un­terneh­men statt, aus denen maß­geschnei­derte Projekte ent­wick­- elt werden. Und der Durchblick im „Förder­- dschun­gel“ fällt den ECO-Mitglieds­unter- neh­men leicht, denn alljährlich stehen ihnen die relevan­-ten Fördergeber Rede und Antwort, und in der „Förderlandkarte“ finden sie die 100 wichtigsten Förderungen auf einen Blick.

Fachseminare

Wo Neues entsteht, wird auch Neuland erschlossen, um Produkte zu vermarkten. Im Vor­­jahr gab es alleine über die drei ECO- Print­medien ECO ProductGuide, ECO World Ma­ga­zine und ECO Future Radar mehr als 150.000 Kun­denkontakte. ECO- Delegationsempfänge in den Unternehmen von Brasilien bis Kana­da, von Irland bis Korea sind an der Tages­ord­nung. Darüber hinaus beteiligen sich auch immer mehr ECO-Unternehmen an Delegationsreisen in Zielmärkte wie z. B. China, internationalen Messen oder Konferenzen. Eine davon nächstes Jahr nach Graz zu holen ist mit der Eurosun 2010 bereits gelungen. Dies mag etwas Rückenwind für den weiteren Ausbau

Business Clubs

des Exports sein, die Exportquote stieg ja zuletzt auf durchschnittlich 79 %. Auf dem Heimmarkt sorgt insbesondere das von ECO abgewickelte Programm WINenergy! für Umsetzungen von Energie­ effizienzmaßnahmen in 100 Unternehmen. Aber auch alle steiri­schen Gemeinden machen in den kommenden Monaten den von ECO koordinierten „Klima- und UmweltQuickCheck“, welcher konkrete Maß­nah­ men für intelligente Energie- und Umwelttechnik-Lösungen in den Kommunen bereithält. Mit diesem Projektportfolio will ECO dazu beitragen, Wirtschaft und Klima weiterhin zu stärken. www.eco.at 


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news

Wussten Sie’s? urin für den tank

erste grüne börse

Solarschiff ahoi

Forschern der Ohio University ist es ge­lungen, aus Urin Treibstoff herzustellen. Mithilfe eines besonders günstigen Katalysa­tors wird Urin in Wasser­stoff umgewandelt, der zum Antrieb von Autos dienen könnte. Auch eine Verwendung der Methode zur besseren Rei­nigung von Abwässern ist denkbar. www.ohio.edu

Sie zielt exklusiv auf junge, öko­logisch ausge­- richtete Unternehmen ab, soll deren Liquidität sichern und bis Jahresende 10.000 professionelle Investoren haben – die Rede ist von Greendaq, der ersten globalen „grünen“ Bör­- se. Zentrale Anlagebereiche sind Biokraftstoff- und Solartechnologien. www.greendaq.com

Bis zu 60 Passagiere transportiert die Solon und benötigt mit 1.600 Watt lediglich die Leis­­­ tung eines Toasters. Das Ber­liner Ausflugsschiff wird ausschließlich mit So­larstrom angetrieben. Dieses Boot bewies schon mit der ersten rein solar­versorgten Atlantiküberquerung seine Praxistauglichkeit. www.solarwaterworld.de

Jileks Cartoon

Müll ahoi Mit einem Katamaran aus 12.000 PET- Flaschen will Bankiersspross David de Rothschild über den Pazifik se­geln. Unterwegs wird die „Plastiki“ auch das „Great Eastern Pacific Gar­bage Patch“ anlaufen, ein Müll­feld mitten im Meer. Aktuelle Bil­der sollen den Menschen die Folgen ihrer Ab­fallproduktion zei­gen. Um selbst möglichst we­nig Müll zu machen, ver­ sorgt sich der Ökoabenteurer mit Hy­­drokulturen und Fischfang selbst. www.theplastiki.com

Fotos: iStockphoto.com/Jan-Otto, KK, Solarworld, AP Photo/Ben Margot,


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