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Sa., 8. August 2015

Aktuelles – Landkreis-Anzeiger Bündnis 90/Die Grünen

Erste Beschlüsse zum Ziel „Keine Nichtschwimmer mehr in Unterschleißheim“ Auch heuer können wir wieder in Presse, Funk und Fernsehen verfolgen, wie insbesondere die DLRG und die Wasserwacht darauf aufmerksam machen, dass immer weniger Kinder schwimmen können. Dieses Problem gibt es schon seit länge-

rer Zeit und daher habe ich bereits im August des vergangenen Jahres einen Antrag im Stadtrat eingebracht, dass die Stadt Maßnahmen ergreifen möge, um die Anzahl der Nichtschwimmer/-innen in Unterschleißheim zu reduzieren. Erfreut stelle ich fest, dass dieser Antrag nun zu zwei ersten Beschlüssen geführt hat – wenn auch nach unangemessen langer Bearbeitungszeit. 1. Im Sehbehindertenzentrum (SBZ) werden die Kapazitäten der Schwimmhalle besser genutzt und mit freien Schwimmtrainern koordiniert, um ab Herbst 2015 zwei Kurse für Nichtschwimmer anzubieten. Die Organisation übernehmen die Schwimmtrainer/-innen selbst. Pro Kurs werden die Personalkosten von der Stadt mit je 250 € bezuschusst. Ein Teil der Kosten wird über eine Kursgebühr eingenommen. 2. Für den Schwimmunterricht der Grundschulen wird eine zusätzliche Übungsleitung bereitgestellt, um während des Unterrichts parallel mit den Nichtschwimmern zu üben. Auch hier werden die Personalkosten von der Stadt pro geleistete Stunde bezuschusst. Die geschätzten Kosten sind gering, sie belaufen sich 2015/16 für drei Grundschulen insgesamt auf ca. 6.000 €. Eventuell wird ein Teil des Zuschusses vom Staatlichen Schulamt erstattet. Nicht erfreut bin ich darüber, dass mein Antrag erst jetzt, nach schleppender Bearbeitungsdauer von 10 Monaten, zum Beschluss vorgelegt wurde und daher die Maßnahmen erst nach der diesjährigen Badesaison wirksam werden können. Ich halte auch die Reaktion der weiterführenden Schulen, dass sie keinen Bedarf für Schwimmkurse für ihre Schülerinnen und Schüler sehen, für verantwortungslos. Nach den Erfahrungen mit den Grundschulen muss es aus meiner Sicht Nachholbedarf auch bei älteren Kindern geben. Ein weiterer Punkt des Antrags wurde in der Beschlussvorlage völlig ignoriert. Es gibt auch viele Erwachsene, die nicht schwimmen können. Die Verwaltung

legte hier keinerlei Vorschläge vor, wie dieser Personenkreis motiviert werden kann, Schwimmen zu lernen. Auch bei diesem Problem sollte sich die Stadt stärker engagieren. Jürgen Radtke Stadtrat Bündnis 90/Die Grünen, Fraktionsvorsitzender

Die Deutsche Bahn verkauft den Alten Bahnhof Schleißheim an den Meistbietenden und schmettert öffentliche sowie gemeinnützige Interessenten ab! „Es ist schon ein Schlag ins Gesicht!“, sagt der Historiker Andreas C. Hofmann, Vorsitzender des Vereins Verrückter Alter Bahnhof Oberschleißheim (VABOSH), wenn er auf die Pläne der Deutschen Bahn (DB) angesprochen wird, den Alten Bahnhof im kommenden September an den Meistbietenden zu verkaufen. Anfang Juni vermittelte der Landtagsabgeordnete Ernst Weidenbusch (CSU) noch einen Termin mit Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel, um die Petition zur Rettung des Alten Bahnhofs zu übergeben. Diese endete im Januar und hatte über 1.000 Unterstützer erreicht. Die DB sagte den Termin damals ab, da der Verrückte Alte Bahnhof Oberschleißheim — wie ihn der Volksmund nennt — zum Verkauf stünde. Man möchte sich an die zuständige Vertriebsstelle ‚DB Immobilien Region Süd‘ wenden, hieß es. War dies nun der lang ersehnte Durchbruch? Der hoffnungsvolle Versuch, den Alten Bahnhof zu öffentlichen und gemeinnützigen Zwecken zu erwerben, wurde zu einer Odyssee. „So viel Ignoranz vor den Anliegen der Bevölkerung und vor der eigenen Geschichte habe ich noch nie erlebt“, poltert der mit den Gesprächen beauftragte Inhaber des Oberschleißheimer Eisenbahnparadies’, der VABOSH-Vizevorsitzende Walter Klar: Es sei extrem schwierig gewesen, den zuständigen Referenten Winfried Unglert zu erreichen und zu einer belastbaren Aussage in dieser Sache zu bewegen. Nachdem Klar es geschafft hatte, zeigte sich Unglert in keiner Weise kooperativ, sondern fundamental ablehnend: Der Bahnhof müsse auf Kosten des Käufers planungsrechtlich entwidmet werden, betriebsintern sei eine Veräußerung eigentlich nicht von hoher Priorität und zum Schluss gelte nur das höchste Kaufgebot. Also doch! Der Meistbietende erhält den Zuschlag. Aber steckt hinter dieser Verhinderungspolitik ein Muster? „Ich war doch etwas skeptisch, als die Petitionsübergabe abgesagt wurde und es hieß, der Bahnhof stünde zum Verkauf“, erinnert sich die Geschäftsführende VABOSH-Vorsitzende, die Architektin Anke Schuster. Es ist nicht das erste Mal, dass VABOSH Gespräche mit der Deutschen Bahn führt und diese äußerst unerfreulich verlaufen. Bereits seit 2008 steht VABOSH mit dem Konzern in Kontakt und läuft immer wieder gegen eine Wand. Dass sich dies nun trotz Hilfe aus der Landespolitik und mit über 1.000 Unterstützern im Hintergrund wiederholt, wirft kein gutes Licht auf die DB, deren alleiniger Anteilseigner immerhin der Bund ist. „Es ist ein Stück aus dem Tollhaus, dass ein von uns Bürgerinnen und Bürgern finanziertes Unternehmen sich gegen eine Bürgerinitiative stellt und jegliche Anzeichen von Bürgernähe vermissen lässt“, resümiert Klar. Andreas C. Hofmann

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Lohhofer & Landkreis Anzeiger 3215  

Neueste Nachrichten aus den Städten Unterschleißheim und Garching sowie den Gemeinden Oberschleißheim, Haimhausen, Eching und Neufahrn

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