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feifr채nkisch (n) Die besten Seiten einer Region voller einzigartiger Genusswelten

Auszug aus dem Original d r uc kkultur s p채thl i n g


Inhalt


Einzigartig köstlich

Seite 12

Aus Tradition dem Geschmack verpflichtet Seite 24

…nauf in die Keller

Wirtshaus-G‘schichten Seite 40

Seite 30

Gans und gar lecker

Wundersame Wasserströme Seite 52

Seite 18

Seite 46

Sandkerwa, Rauchbier und Fischerstechen Von Bauern und Bränden

Seite 60

Genussvoller Gerstensaft

Seite 68

Pfaffenfleck und Bratwurststollen Seite 82

Seite 76

Weihrauch, wenn die Milch verbrennt Blaue Zipfel Seite 96

Seite 90

Die süßesten Früchte

Kerwafreuden Seite 110

Seite 102

Haaß sen sa – kalt wern sa

„Alte Krauterer“ Seite 122

Seite 116

Das schöne Erdäpfeldorf

Das süße Geheimnis im Frankenwald Seite 140

Menschenskinder

Unser täglich Brot Seite 252

Seite 246

Kräfte köstlich bündeln

Seite 128


Oberranken in Zahlen

Bodenfläche in km2

7.231,41

davon landwirtschaftlich genutzt (in Prozent) Einwohner

47,30

1.094.525

Mitglieder in Sportvereinen (in Prozent) Besucher der Luisenburg-Festspiele 2009 Äcker mit Gentechnik bestellt

30,40 141.815

0

Jahr der ersten Bayreuther Festspiele

1876

Anzahl der Bäckereien auf ca. 1,1 Millionen Einwohner Anzahl der Symbole im Wappen von Oberfranken Höchste Erhebung (Schneeberg) in Meter Anzahl der Biersorten in Oberfranken

4

1.053

1.034

Länge des Brauereienwanderweges in km

13

Gründungsjahr des Vereins Genussregion Oberfanken Anzahl der Kirschenbauern in der Fränkischen Schweiz Bäche, in denen Flusskrebse leben

529

30

2007 4.987


Fr채nkische Gasthoffassade


09


Aus Tradition dem Geschmack verpflichtet Alte Rezepturen als köstliche Grundlagen

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Aus Tradition gut. So könnte man es am treffend­ sten beschreiben, was frisch aus Küche und Keller auf die Teller kommt. Bamberger Zwiebeltreterschnitzel, Kulmbacher Lebkuchenbier (nur zur Adventszeit), Kar­ toffelklöße oder Schmätzchen (eine schokoladige Weih­ nachtsspezialität) aus Coburg, feiner Heidelbeerlikör aus Weißenstadt, köstliche Lebkuchen aus Arzberg, Kro­ nacher Bierfleisch, Bamberger Krautbraten, Spulwecken aus Bayreuth … die Liste könnte Seiten in diesem Buch füllen. Doch alle diese Rezepte, ob herb oder süß, sahnig oder sauer, haben eines gemeinsam: Sie entstammen nahezu immer alten Überlieferungen und greifen Rezepturen auf, die schon seit Jahrhunderten von Generation zu Ge­ neration weitergegeben wurden.


Grillhaxe mit grünen Klößen

Fränkische Küchla


Aus Tradition dem Geschmack verpflichtet

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Somit sind all die regionalen Köstlichkeiten auch ein Stück Heimat und damit ein Botschafter ihrer oberfrän­ kischen Abstammung. Das Wissen um solche feinen Brau-, Fleisch-, Brot oder Süßwaren ist es, was die Genussregion Oberfranken so einzigartig macht. Denn die Fülle dessen, was je nach Lage der Orte gebo­ ten wird, ist unermesslich. Am besten, man geht selbst auf Entdeckungsreise, probiert Pfaffenfleck (Gebäck mit Zwiebeln), Königin-Luise-Schinken (im Rotwein und Vanillezucker eingelegt), Bengatzer-Bändel-Bratwurst, Bio-Weiße, Kulmbacher Bierfleisch, Hagebutten-Krap­ fen oder Fichtelgebirgsgeist. Es schmeckt alles himmlisch!


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Handarbeit in Lauenstein


Carolin Pruy


Menschenskinder Carolin Pruy

Genussvolle Verse und Strophen Carolin Pruy belebt die alte Tradition des Wirtshaussingens

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Im Wirtshaus wurden früher die Geschäfte gemacht. Per Handschlag und bei einem frischen Bier. Es galt das gesprochene Wort. Bei gutem Essen und Trinken fanden die Menschen zueinander und nutzten die Kulinarik als Grundlage für das Miteinander. Genau das fasziniert ­Carolin Pruy, die als Volksmusikberaterin beim Baye­ rischen Landesverein für Heimatpflege Tradition und Brauchtum betreut und mit neuem Leben erfüllt. „Singen ist Genuss“, sagt sie mit ihren noch nicht einmal 30 Lenzen und „Singen über Genuss ist purer Genuss.“ Ein schöner Satz, der das auf den Punkt bringt, was im Mittelpunkt ihrer täglichen Arbeit steht – Musik machen, darüber sprechen, das Spiel mit Instrumenten lehren oder den Menschen Volksgut ans Herz legen. Die studierte Musikpädagogin weiß, wovon sie spricht, denn sie lebt ihren Beruf. Spielt Gitarre, Akkordeon und Geige und singt. Natürlich. Gerade in Oberfranken


Menschenskinder Carolin Pruy

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ist dies sehr interessant, erzählt sie und lacht. Warum? „Weil da viele Mundartgrenzen laufen, starke regionale Unterschiede spürbar sind – Sechsämterland, Franken­ wald, Fichtelgebirge, Fränkische Schweiz, Coburger Land, Kulmbacher Land oder Hochfranken – und viele konfessi­ onelle Prägungen vorherrschen.“ „Von der Goschn weg“ wird bei ihren Singabenden regio­ nales Liedgut gepflegt. Bekannte Weisen, längst vergesse­ ne und natürlich Lieder, die die Jahreszeit prägen. „Jedes Singen ist anders, weil die Menschen anders sind, die Stim­ mungen, die Anlässe und die Abende. Das macht den Reiz des Volksmusiksingens aus“, freut sie sich und zupft an der Geige. Das Wirtshaussingen ist ein lebendiges Relikt. Kein Abend ist wie der andere.„Und manchmal geht es ganz schön rund“, lacht die gebürtige Hirschauerin. Doch ihre wahre Passion ist das musikalische Leben in der Wirts‘stubn. Dafür ist sie geboren. Und das merkt man. Vor allem dann, wenn sie die Stimme erhebt. Finden kann man Carolin Pruy


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Die Heilige K端che Pater Benedikt, Vierzehnheiligen


Menschenskinder Pater Benedikt

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Doch das sind die Ausnahmen. Sonst leben die Brüder schlicht und einfach. Von Produkten aus dem eigenen Klostergarten, wo es fast alles gibt, und aus der Region. „Genuss steht bei uns nicht im Vordergrund“, betont Pater Benedikt und schiebt hinterher „aber schmecken darf es natürlich.“ Am Tisch kommen die Brüder zusammen, sonst bleibt vor allem in den Sommermonaten häufig nur wenig Zeit für Gespräche. Schließlich betreuen die Ordensleute die rund 750.000 Besucher und Wanderer, die Jahr für Jahr nach Vierzehnheiligen kommen. „Genuss lebt von Verzicht. Und genau deshalb können viele Menschen gar nicht mehr genießen“, erzählt er weiter, während wir durch den Wein­ keller gehen, den Klostergarten (mit herrlichem Ausblick, ehemaliger Kegelbahn und eigener Imkerei) betrachten, ehe es in den Felsenkeller geht, wo Kartoffeln, Gemüse, Äpfel und vieles mehr gelagert werden.


Pater Benedikt Grimm


Bier darf in Oberfranken nirgends fehlen


Kräfte köstlich bündeln Wie aus Oberfranken eine Genussregion wurde

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Am Anfang stand natürlich – wie immer – ein Ge­ spräch, daraus wurden viele Gespräche. Es entstanden ­Visionen, Ideen und Ordner voller Arbeit. Das war 2007 und 2008. Inzwischen ist daraus der Verein Genussregi­ on Oberfranken geworden, der von Autobahnschildern ebenso grüßt wie von Wandkalendern oder von Veranstal­ tungen im Europäischen Parlament. Oberfranken und das, was es zu bieten hat, sind Dank des Vereins-Engagements ein Thema geworden, das viele Menschen beeindruckt und herausfordert. Ganz im Sin­ ne dessen, was der Verein will: Förderung und Bewahrung der Kultur, der Traditionen und der Vielfalt der regio­ nalen Lebensmittel. Somit trägt die Genussregion Ober­ franken wesentlich dazu bei, dass zum Teil jahrhunderte­ alte Rezepturen erhalten werden, das Wissen um wertvolle Lebensmittel weitergereicht und oberfränkische Tiere und Pflanzen nicht verloren gehen. Ein Ansinnen, das unserer Heimat dient. Denn Heimat ist Leben, Heimat ist Zu­ kunft. Auch in Oberfranken.


fei(n) fränkisch ist eine Hommage an eine Gegend, deren Reize und Besonderheiten sich oftmals erst auf den zweiten Blick entfalten. Eine persönliche Genussreise ohne Anspruch auf Vollständigkeit, sondern einzig getrieben von der Vision, eine Auswahl der besten Seiten Oberfrankens darzustellen. Wolfgang Judas

www.feinfraenkisch.de


fei(n) fränkisch - Genussreise durch Oberfranken