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Deutsches Rotes Kreuz Landesverband Sachsen-Anhalt

Jahresbericht 2010


Editorial

wie auch hinter jedem Leiden immer ein individuelles Schicksal steht, und zwar ganz egal, ob das weit weg oder direkt vor der Haustür ist. Dieses Verständnis von Solidarität wurde auch bei der Hochwasserkatastrophe im Oktober an der Schwarzen Elster deutlich, wo DRKHelfer aus Dessau, Schönebeck, Bernburg und Bitterfeld die örtlichen Einsatzkräfte mit Betreuungs- und Wasserzügen unterstützten, und es zeigte sich zuletzt wieder vor einigen Monaten, als Saale und Schwarze Elster erneut über die Ufer traten. 2010, das war auch das Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung – ein Thema, das uns Liebe Leserinnen und Leser,

unmittelbar betrifft. Jeder fünfte Einwohner von Sach-

beflügelnd, erschütternd, bewegend und selbstbe-

sen-Anhalt gilt als materiell arm; jedes dritte Kind ist auf

wusst – mit diesem Bericht beschließen wir ein Jahr,

Sozialleistungen angewiesen.

das uns besonders in Erinnerung bleiben wird. Freude

Diesen nüchternen Fakten begegnet das Deutsche

und Zuversicht haben es geprägt: Zum zwanzigsten Mal

Rote Kreuz in Sachsen-Anhalt seit Langem mit Akut-

jährte sich der Tag der deutschen Einheit, und auch der

maßnahmen wie Kleiderkammern und Tafeln, aber auch

Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes in Sach-

mit nachhaltigen Hilfs- und Beratungsangeboten. Dass

sen-Anhalt feierte am 4. September 2010 sein zwanzig-

etwa seit 2004 bereits 3.300 Kinder, Eltern und Großel-

jähriges Bestehen.

tern am Familienangebot ELAN des Landesverbandes

Zwei Jahrzehnte unabhängiger Wohlfahrtsarbeit, in de-

teilgenommen haben, bestärkt uns nachdrücklich, auch

nen sich das Rote Kreuz in Sachsen-Anhalt zu einem

in den nächsten Jahren an unserer wertvollen Arbeit

Spitzenverband mit vielen Einrichtungen der Pflege und

festzuhalten.

sozialen Unterstützung sowie des Katastrophenschut-

Nicht zuletzt war 2010 auch das Jahr, in dem sich der

zes und der Rettungsdienste entwickelt hat – darauf

Todestag von Henry Dunant, dem Gründer der interna-

blicken wir mit Stolz zurück. Möglich gemacht haben

tionalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, zum

das über 70.000 fördernde Mitglieder; über 5.000 eh-

100. Mal gejährt hat – ein weiterer Grund, nicht nur mit

renamtliche Helfer und über 4.000 hauptamtliche Mit-

Selbstbewusstsein und Stolz zurück, sondern auch

arbeiter waren und sind mit unermüdlichem Engage-

nach vorn zu blicken und sein Lebenswerk weiterzufüh-

ment in unserer Wohlfahrts- und Hilfsorganisation tätig.

ren – hier in Sachsen-Anhalt wie überall.

Ihnen gebührt unser besonderer Dank. Und auch die

Aus Liebe zum Menschen.

vielen Freiwilligen, die Blut spendeten oder das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen-Anhalt mit Kleidergaben unterstützten, haben dazu beigetragen, dass wir heute mit 21 Kreis- und 112 Ortsverbänden fest in SachsenAnhalt verankert sind und durch zahlreiche Pflege- und Rettungsdienste, Einrichtungen der Kinder-, Jugendund Familienhilfe sowie Angebote zur Bildungs- und Integrationsarbeit punktuell vor Ort für die Menschen da

Roland Halang,

sein können.

Präsident des DRK Landesverbandes

2010 war jedoch auch ein Jahr, das uns aufgewühlt, nachdenklich gestimmt und betroffen gemacht hat: Die verheerenden Naturkatastrophen in Haiti und Pakistan kosteten mehrere hunderttausend Leben und hinterließen unzählige Menschen mittel- und obdachlos. Das Deutsche Rote Kreuz war da: Seine freiwilligen Mitarbeiter haben den Opfern vor Ort geholfen und gezeigt, dass Anteilnahme nicht nur Mitgefühl, sondern vor allem aktives Handeln bedeutet. Ein Handeln, das Mut und Einsatzbereitschaft von jedem Einzelnen fordert. So,

Unser Auftrag

tleister in den Kernstalter und Diens Wir sind aktive Ge völkerungsschutz heit, Wohlfahrt, Be bereichen Gesund ster Zufriedenheit streben nach höch und Jugend. Wir gruppen. unserer Anspruchs Wir sind da, um zu 

2

helfen.

verbandes)

n des DRK Landes

(Aus den Leitsätze


Inhalt

Inhalt Editorial 2

Editorial

15 Erste JugendrotkreuzLandeskonferenz

22 Ein „Rotes Kreuz“ auf jedem dritten Sitz

15 Aktionswoche „Blut + Jung“

23 Beinahe wie eine Familie 23

Jahresrückblick 2010 4

Höhepunkte 2010

Mit gutem Gefühl nach Hause

Jung & Alt 16

Wohlfahrtsarbeit

Kreuz & Quer

DRK-Grundsätze

17

Altenhilfe

24

Altenhilfe

8

17

Freiwilligendienste

24

Öffentlichkeitsarbeit

18

Behinderten- & Suchthilfe

Aus Liebe zum Menschen.

Helfen & Retten 9

Helfen ist unsere Sache

10

Katastrophenschutz

10

Rettungsdienst

11

Bereitschaften

12

Ehrenamt

12

Suchdienst

13

Bergwacht

13

Wasserwacht

18 Evaluation der Bewegungsprogramme des DRK 19 Kinder- & Jugend& Familienhilfe

25

Originelle Spenderwerbung

19

Migration & Integration

Grußworte

20

Kurklinik Arendsee

26

20 Kurberatung Bildung 21 Expertisen bündeln

Jugendrotkreuz

22 50.000 Menschen, die helfen können

14

22 Neue Ordnung in der Sanitätsdienstausbildung

20 Jahre Jugendrotkreuz

Blutspende

Minister des Innern

27 Minister für Gesundheit und Soziales Daten & Fakten 28

DRK im Überblick

30

Impressum

31

Wirtschaftsbericht und Organigramm 3


Hilfsgesellschaft

Wasserwacht

Höhepunkte

2010 Fotoprojekt „Zu Hause in der Fremde“ Eine fotografische Entdeckungsreise durch die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund erwartete die Besucher in einer Wanderausstellung, die im Januar in Halle begann. Sie war das Ergebnis eines Projektes des Deutschen Roten Kreuzes, an dem 19 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 17 Jahren aus Weißenfels, Halle, Sangerhausen, Magdeburg und Stendal teilgenommen hatten. Unter Anleitung des Fotografen Marcus-Andreas Mohr in Zusammenarbeit mit der Jugendwerkstatt „Frohe Zukunft“ Halle und unterstützt von Canon Deutschland hielten sie so ihre derzeitigen und zukünftigen Lebenswelten in Bildern fest. Im Vorfeld hatten sich die Mädchen und Jungen z. B. über ihre Situation in

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der Schule, in der Familie und in der Freizeit unterhalten. Sie tauschten sich dabei auch darüber aus, wie sie sich ihre Zukunft erträumen. Aus den Gesprächen darüber entstanden die Fotos der Ausstellung.

gann Ende Januar in Stendal im E‑Center und in Magdeburg im City Carré wie auch im Allee-Center. Weitere Termine und Orte folgten. Deutschlandweit kamen so 33 Millionen Euro für die Haitihilfe des Roten Kreuzes zusammen.

Spendensammelaktion für Erdbebenopfer in Haiti

Landesjugendmeisterschaften im Rettungsschwimmen

Trümmer, Hunger und Tod hinterließ das verheerende Erdbeben vom 12. Januar in Haiti, das damit eines der ärmsten und labilsten Länder der Welt besonders hart traf. Aus diesem Grund startete das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen-Anhalt Anfang des Jahres eine landesweite Spendensammelaktion. Ehrenamtliche Helfer vom Roten Kreuz standen in vielen Einkaufszentren und sammelten Spenden für die Menschen in Haiti. Die regionale Sammelaktion be-

Der Nachwuchs der Rettungsschwimmer des Deutschen Roten Kreuzes in Sachsen-Anhalt ermittelte am 20. März in Magdeburg seine Landesmeister. Neben den Schwimmwettbewerben, die den Teilnehmern in unterschiedlichen Schwimmstaffeln alles abverlangten, mussten die 150 Kinder in vier- bis sechsköpfigen Teams auch ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in Erster Hilfe vergleichen. In der Altersgruppe der Acht- bis Zehnjährigen gewann 2010 die Mannschaft


Jahresrückblick 2010

der Wasserwacht aus Halle. Bernburg konnte damit seinen Titel der letzten beiden Jahre nicht verteidigen und war diesmal Zweiter. Dritter in dieser Altersklasse wurde die Mannschaft der Wasserwacht aus Magdeburg. Die Mannschaft aus Bernburg verteidigte bei den Kindern von 11 bis 13 Jahren ihren Titel allerdings souverän. Die Magdeburger wurden Zweiter, die Mannschaft der Wasserwacht Oschersleben errang den dritten Platz.

Bei den Einzelstartern dominierten Magdeburg und Halle den Wettbewerb nicht so stark. So belegte zwar, wie in den vergangenen zwei Jahren auch, Anke Palm aus Magdeburg den ersten Platz bei den Damen, bei den Herren gewann jedoch Mathias Weise aus Dessau. Den ersten Platz bei den 14- bis 16-jährigen Jungen erreichte Timm Schwarzbrunn aus Wittenberg, die Mädchenkonkurrenz in dieser Altersklasse besiegte Jana Wahle aus Bernburg.

Wasserwacht maß sich zur Landesmeisterschaft im Rettungsschwimmen

Landesbegegnung von Schulsanitätern und Jugendrotkreuz

Die Rettungsschwimmer der DRKWasserwacht ermittelten am 17. April in Osterburg ihre Landesmeister. Neben den Schwimmwettbewerben, die den Teilnehmern in unterschiedlichen Schwimmstaffeln, beispielsweise im Flossen- und Rettungsschwimmen, Tauchen und Kleiderschwimmen, alles abverlangten, mussten die vier- bis sechsköpfigen Teams und die Einzelstarter auch ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in Erster Hilfe vergleichen. Nachdem sich Magdeburg im letzten Jahr die Siege bei den Damen, in der gemischten Mannschaft, bei den 14- bis 16-Jährigen und mit Anke Palm im Damen-Einzel sichern konnte, musste die Mannschaft der Landeshauptstadt in diesem Jahr zwei Spitzenplätze abgeben. Bei der Damenkonkurrenz unterlag sie mit dem denkbar knappsten Abstand von einem Punkt der Mannschaft aus Halle und in der Altersklasse der 14- bis 16-Jährigen reichte es nur zu einem dritten Platz. Auch hier belegte die hallesche Mannschaft den ersten Platz. Sangerhausen konnte sich den Titel bei der Herrenkonkurrenz vor Magdeburg und Halle sichern.

Ein Junge, der vom Klettergerüst fällt oder ein Mädchen, das sich auf dem Schulhof den Knöchel prellt … Alltägliche Notfallsituationen wie diese, realistisch dargestellt von geschminkten Mimen, hatten 142 junge Nachwuchssanitäter im Alter von 14 bis 17Jahren aus Sachsen-Anhalt am 1. Mai in Jersleben in der Niederen Börde zu meistern. Vielfältig waren auch die Aufgaben der acht Mannschaften: In der Ersten Hilfe reichten sie vom Amoklauf auf dem Schulhof über einen Spielplatzunfall bis hin zu verschiedenen Partyverletzungen. Dabei sollte im Rotkreuz- und im sozialen Bereich vor allem Wissen um die vielfältigen Hilfsmöglichkeiten des Internationalen Roten Kreuzes sowie um die vielseitigen Angebote des Roten Kreuzes in Deutschland und in den Kreisverbänden unseres Landesverbandes unter Beweis gestellt werden. Glückwunsch den Platzierten:1./2. Merseburg-Querfurt vor 3. Dessau. „Hallesches Begegnungsfest“ Zum europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 9. Mai und dem landesweiten Aktionstag lud das Deutsche

Von links nach rechts: Die vierzehnjährige Dariya beteiligte sich am Fotoprojekt „Zu Hause in der Fremde“: Sie interessiert sich sehr für Musik Übergabe des Spendenschecks an das DRK aus der Sammlung für Haiti im Allee-Center Magdeburg Den dritten Platz bei den Landesjugendmeisterschaften im Rettungsschwimmen errangen die Kinder der Wasserwacht aus Magdeburg

Sozialminister Norbert Bischoff (l.) am Body+Grips-Mobil des Jugendrotkreuzes auf dem „Halleschen Begegnungsfest“

Rote Kreuz in Sachsen-Anhalt zu einem integrativen Volksfest für behinderte und nichtbehinderte Menschen nach Halle auf die Peißnitz ein, wo auf und vor der Peißnitzbühne ein buntes Programm geboten wurde. Das Besondere dabei: Viele der Akteure waren behinderte Menschen. Inhaltlich stand an diesem Tag der Begegnung die Integration von Menschen mit Behinderung im Vordergrund. Bereits im zehnten Jahr und zum vierten Mal in Halle bot er Menschen mit Behinderungen einen Rahmen, um so auf ihre Belange hinzuweisen, wenn sie am Leben der Gesellschaft aktiv teilhaben wollen. In einer Atmosphäre, in der die Behinderung von Teilnehmern keinerlei Rolle spielte, hinterließen bei den Besuchern die gemeinsame Arbeit von Menschen mit und ohne Behinderung, die Mischung aus Unterhaltung, Information, Spiel und Spaß sowie die Verortung an einem bekannten öffentlichen Veranstaltungsplatz viele positive Eindrücke von praktizierter Inklusion. Das Fest wurde schätzungsweise von 2.000 Menschen besucht und war damit auch in quantitativer Hinsicht ein Erfolg. Landeswettbewerb der Schulsanitäter und Jugendrotkreuzgruppen in Querfurt Am 12. Juni maßen über 100 Kinderund Jugendliche im Alter von 8 bis 13 Jahren ihre Leistungen beim zweiten gemeinsamen Landeswettbewerb der Schulsanitäter und Jugendrot-

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Jahresrückblick 2010

kreuzgruppen in Querfurt. Der diesjährige Wettbewerb stand unter dem Motto „Es war einmal … – Grimms Märchen in Querfurt“. Die teilnehmenden 17 Mannschaften mussten ihre Kenntnisse zwar vor allem in Theorie und Praxis der Ersten Hilfe beweisen, aber auch Gesundheitserziehung und Umweltschutz gehörten zu den Wettbewerbsaufgaben, die man, um den Spaßfaktor zu erhöhen, märchenhaft angepasst hatte. Die zu versorgenden Verletzten waren deshalb z. B. Hänsel, der sich in den Finger geschnitten hatte, Gretel, die von einer Biene gestochen wurde, und Schneewittchen, die plötzlich keine Luft mehr bekam. Die Mannschaften des JRK aus Merseburg/Querfurt wurden dabei sowohl in der Altersgruppe der sechs- bis zwölfjährigen Kinder als auch der Dreizehnbis Sechszehnjährigen Sieger. Schon in den letzten beiden Jahren belegten sie in beiden Altersstufen den ersten Platz. 20 Jahrfeier der Wasserwacht Am 19. Juni 2010 gab es in Klietz das 20-jährige Jubiläum der Wasserwacht zu feiern. Neben der Verabschiedung des langjährigen Wasserwacht-Landesleitungsmitglieds Detlef Müller und des Landesbeauftragten Motorboot

Klaus-Peter Schultze waren die Klietzer Fährfahrt und das sich anschließende Abendessen Höhepunkte des Festtags. Französische Freiwillige helfen in Halle Vierzehn junge Freiwillige aus Frankreich unterstützten im Sommer vier Monate soziale Einrichtungen. Die jungen Franzosen halfen im Rahmen eines Freiwilligendienstes in den Frankeschen Stiftungen, in der Stiftung Hospital St. Cyraci et Antonii und in den Kindereinrichtungen der SKV Kita GmbH. Organisiert hatte das Austauschprogramm, in dessen Rahmen die Jugendlichen in Halle arbeiteten, der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes gemeinsam mit der französischen Freiwilligenorganisation UnisCite, gefördert wurde es durch das ESFProjekt „amicus“. Erfreuliche Spendenbereitschaft am Sachsen-Anhalt-Tag in Weißenfels Anlässlich des 14. Sachsen-Anhalt-Tags vom 20. bis 22. August spendeten die Besucher für die Flutopfer in Pakistan 500 Euro. Mit Spendenbüchsen hatten Mitarbeiter und freiwillige Helfer des Roten Kreuzes an den DRK-Informationsständen um Hilfe für die betroffenen Pakistaner ge-

beten. Viele der Besucher gaben spontan Beträge, die von wenigen Cents bis zu einigen Euros reichten. Grund genug für das Deutsche Rote Kreuz, Danke zu sagen für diese Spenden. Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes feierte 20-jähriges Bestehen Im Sommer 1990 hatte sich der DRK Landesverband Sachsen-Anhalt aus den ehemaligen Bezirksverbänden Halle und Magdeburg gegründet. Er schloss sich noch im Herbst 1990 gemeinsam mit den fünf anderen aus dem ehemaligen Roten Kreuz der DDR hervorgegangenen Landesverbänden mit dem DRK aus den alten Bundesländern zusammen. Aus diesem Anlass feierte das Deutsche Rote Kreuz am 4. September in Halle mit über 250 Ehrengästen aus Politik und Gesellschaft die Gründung des Landesverbandes vor 20 Jahren. Festredner im halleschen Steintor-Varieté waren der Präsident des RotkreuzBundesverbandes Dr. Rudolf Seiters, der damalige Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer sowie der Präsident des Landesverbandes Roland Halang. Dr. Rudolf Seiters bezeichnete in seiner Rede die Vereinigung der RotkreuzGesellschaften „als gelungenes Werk“.

Links: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident und damaliger Wirtschaftsminister Rainer Haseloff (l.) ging mit seiner Spende beim Besuch der Stände des Deutschen Roten Kreuzes am Sachsen-Anhalt-Tag beispielhaft voran. Hier im Gespräch mit Präsident Halang (2. v. r.) und Landesgeschäftsführer Kleibs (r.) Rechts: Begrüßungsfeier für die französischen Freiwilligen durch die Kinder der SKV-Kita „Am Moritzburgring“

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Jahresrückblick 2010

Die Rotkreuzidee, Menschen nach dem gesamt befanden sich über 100 DRKMaß der Not zu helfen, habe Ost und Helfer mehrere Tage hintereinander im West gleichermaßen fasziniert. Einsatz.

Von links nach rechts: Der DRK-Präsident Roland Halang (2. v. r.) überzeugte sich von der Märchen- und Erste-Hilfe-Kenntnis der Teilnehmer

Bundeswettbewerb des Jugendrotkreuzes in Sachsen-Anhalt

Vier Sozialverbände starten Integrationsprojekt für Migranten

Am 11. September, dem Internationalen Tag der Ersten Hilfe, traten über 200 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet in Arendsee (Altmark) an, um an über 15 Wettbewerbsstationen ihr Können in Erster Hilfe und in anderen Bereichen der Rotkreuzarbeit zu zeigen. Die jungen Helfer im Alter von 13 bis 16 Jahren standen zum Beispiel vor der Herausforderung, mehrere Verletzte einer Rangelei zu versorgen, in einem Rollenspiel den Hilfseinsatz nach einem Erdbeben zu koordinieren und eine Wasseraufbereitungsanlage nachzubauen. Am Ende des Tages konnte die Mannschaft aus Hessen vom Jugendrotkreuz Inheiden die meisten Punkte (831) sammeln. Zweiter wurde die Mannschaft aus Rheinland Pfalz mit 830 Punkten. Der Sieger des letzten Wettbewerbes, die Mannschaft aus Merseburg/Querfurt, wurde mit 807,5 Punkten Dritter. Bislang richtete das DRK in SachsenAnhalt zwei Mal Bundeswettbewerbe des Jugendrotkreuzes aus, 1998 in Bertingen und 2005 in Güntersberge.

Der Landesverband des Deutschen Rotes Kreuzes und drei weitere Verbände haben im September 2010 ein Kooperationsprojekt zur Verbesserung der Erziehungskompetenz von Familien mit Migrationshintergrund in Angriff genommen. Das vom Bund geförderte Projekt „Family–Familia–Famille“ wird drei Jahre lang an zehn Standorten in Sachsen-Anhalt unter dem Motto: „Familie stärken – Integration fördern – Partizipation erhöhen“ den Integrationsprozess insbesondere von Familien mit Migrationshintergrund unterstützen.

Die Saarländische Mannschaft zeigt beim Bundeswettbewerb des Jugendrotkreuzes den Bau einer Wasseraufbereitungsanlage

Deutsches Rotes Kreuz im Hochwassereinsatz an Schwarzer Elster Nachdem am 30. September im Landkreis Wittenberg an der Schwarzen Elster die Hochwasserwarnstufe 4 ausgerufen wurde, arbeitete das Rote Kreuz mit seinen Helfern ununterbrochen vor Ort. Sie waren für die Versorgung von etwa 1.500 Helfern und Bewohnern der überfluteten Gebiete verantwortlich, bereiteten Evakuierungsmaßnahmen vor und wurden zu Deichsicherungsmaßnahmen von der Wasserseite her alarmiert. Ins-

20. Landesversammlung des Deutschen Roten Kreuzes Am 11. Dezember kam die 20. Landesversammlung des Deutschen Roten Kreuzes in Oschersleben zusammen. Als das oberste Beschlussorgan des DRK Landesverbandes ist sie zuständig für wichtige Entscheidungen des Verbandes wie für die Feststellung des Jahresabschlusses und für Satzungsänderungen. Auf der diesjährigen Sitzung standen die Neuwahl zum Präsidium des Landesverbandes im Mittelpunkt sowie die Genehmigung von Ordnungen für die Rotkreuz-Gemeinschaften, hier der Gemeinschaften Bergwacht und Bereitschaften. Nach Ablauf der Amtszeit von vier Jahren stellte sich in diesem Jahr das Präsidium zur Neuwahl. Der bisherige Vizepräsident Michael Spitzmüller und die Landesjustiziarin Ilse Sopp traten nicht wieder zur Wahl an. Für die Position des Vizepräsidenten bewarb sich Dr Manfred Höhne aus Naumburg und

Das zur Landesversammlung 2010 neu- und wiedergewählte erweiterte Präsidium mit Prof. Dr. Walied Abdulla, Dr. Hellmuth Borschberg, Daniela Stötzer, Matthias Nüse, Roland Halang, Bärbel Scheiner, Dr. Manfred Höhne, Marco Hoffmann, Christoph Keil und Rainer Kleibs (v. l. n. r.) Retten mit der Rettungsleine bei den Landesmeisterschaften im Rettungsschwimmen Hochwasserhilfe: Mit den Booten der Wasserwacht konnten die Deiche von der Wasserseite her kontrolliert werden Das Projekt „Family–Familia–Famille“ stärkt in Elternkursen für Migranten die Erziehungskompetenz Unten: Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes Dr. Rudolf Seiters gratuliert in Halle dem Landesverband zum 20. Geburtstag

als Landesjustiziar Dr. Stefan Sasse aus Magdeburg. Zur Wiederwahl stellten sich Landesverbandspräsident Roland Halang aus Bernburg, Vizepräsidentin Bärbel Scheiner aus Halle, Schatzmeister Matthias Nüse aus Magdeburg und Landesarzt Prof. Dr. Walied Abdulla aus Bernburg.

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DRK-Grundsätze

Bildunterschrift bitte noch einsetzen

Leiden ist global, Hilfe muss jedoch vor Ort erfolgen. Im 21. Jahrhundert ist es wichtiger denn je, sich bewusst zu machen, dass hinter den Zahlen und Fakten von Naturkatastrophen, Kriegen und sozialer Ungleichheit immer Einzelschicksale und individuelle Not stehen. Das Rote Kreuz und der Rote Halbmond helfen auf unbürokratische und unabhängige Weise – punktuell, individuell und nachhaltig. Ihre

Genfer Konventionen übertragen haben, erfüllen und

Arbeit folgt bestimmten Grundsätzen, die eng miteinander verknüpft

über die Grenzen von politischen, ideologischen und

sind und heute die gleiche Gültigkeit haben wie vor 150 Jahren, als

religiösen Lagern das humanitäre Völkerrecht vertreten.

die Bewegung entstand. Es sind zeitlose Überzeugungen, die sich aus der Liebe zum Menschen speisen.

Unabhängigkeit Wenngleich die Nationalen Gesellschaften den jewei-

Menschlichkeit

ligen Landesgesetzen unterliegen und eng mit staatli-

Dreh- und Angelpunkt ist der Grundsatz der Mensch-

chen Behörden kooperieren, müssen Rotes Kreuz und

lichkeit. Er bedeutet Engagement – nicht im Dienst

Roter Halbmond als private wie öffentliche Einrichtun-

eines starren, unpersönlichen Normenkataloges, son-

gen eigenständig und unkorrumpierbar sein. Sie wider-

dern zuvörderst im Dienst des Menschen. Das erfor-

setzen sich möglichem Druck durch Politik, Wirtschaft

dert nicht nur akute, sondern auch vorbeugende und

und Medien und handeln frei, um Vertrauen zu stärken

nachhaltige Maßnahmen, die Leben schützen, Leiden

und ihre Glaubwürdigkeit zu bewahren.

mindern und die Würde des Menschen bewahren. Und das erfordert den Optimismus und die Überzeugung,

Freiwilligkeit

durch aktive Taten etwas verändern zu können, die Ge-

Uneigennütziges Handeln aus freiem Willen – nicht aus

meinschaft aller Menschen zu stärken und den Frieden

Gewinnstreben, sondern einzig aus Liebe zum Men-

zu fördern – überall und jederzeit.

schen: Das impliziert der Grundsatz der Freiwilligkeit. Freiwilligkeit rechnet sich nicht unbedingt finanziell.

Unparteilichkeit

Trotzdem zahlt sie sich aus: indem sie inspiriert, mo-

Der Grundsatz der Unparteilichkeit rührt unmittelbar

tiviert und solidarisiert, den Zusammenhalt aller stärkt

an die Wurzeln der Bewegung und durchzieht ihre

und die Würde des Einzelnen schützt.

Geschichte wie ein roter Faden. So, wie Henry Dunant 1859 auf den Schlachtfeldern von Solferino nicht

Einheit

zwischen Freund und Feind unterschied, spielen poli-

Einheit bedeutet Einmaligkeit in der Vielheit. Um effek-

tisches Lager, ethnische Zugehörigkeit, religiöse Über-

tiv arbeiten zu können, kann es in jedem Land nur eine

zeugung, Geschlecht und soziale Stellung der Be-

einzige Nationale Gesellschaft des Roten Kreuzes bzw.

dürftigen auch heute keine Rolle für die internationale

Roten Halbmondes geben. Sie steht allen Mitgliedern

Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Nicht-Diskri-

offen und ist zentral organisiert, sodass die lokalen und

minierung der Hilfsbedürftigen und Verhältnismäßigkeit

regionalen Sektionen zusammen ein Netzwerk bilden,

der Hilfsleistungen stellen Herausforderungen dar, der

das die humanitären Ziele der Bewegung sowohl vor

sie sich immer wieder neu stellen müssen.

Ort als auch landesweit vertritt.

Unsere Orientieru

ng

Wir handeln nach den sieben Grundsätzen der Rotkreuz- und Rothalbmondbew egung: Menschlichkeit, Unparteilic hkeit, Neutralität, Unabhängigk eit, Freiwilligkeit, Einheit und Unive rsalität. Wir sind verlässlich

(Aus den Leitsätzen des

8

.

DRK Landesverban

des)

Neutralität

Universalität

Eng damit verknüpft ist der Grund-

So universal wie die Hilfsbedürftigkeit muss auch die

satz der Neutralität. Rotes Kreuz

Hilfsbereitschaft sein. Deshalb ist Universalität ein

und Roter Halbmond müssen ihre

wichtiger Grundsatz der internationalen Rotkreuz- und

Neutralität bewahren und sich jegli-

Rothalbmondbewegung. Als weltumfassendes Netz-

cher politischer, religiöser und ideo-

werk haben sich alle Nationalen Gesellschaften einer

logischer Stellungnahme enthalten.

gemeinsamen Verantwortung verschrieben: Die Solida-

Nur so können sie ihr Mandat als

rität und Humanität jederzeit und überall zu befördern.

freie Vermittlerinstanz, das ihnen die

Aus Liebe zum Menschen.


Helfen & Retten

Helfen ist unsere Sache Für ihr Engagement und ihr mutiges Handeln haben

sowie bei einem Sondereinsatz in der Dessauer Innen-

die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter der Hilfs-

stadt im November deutlich, als nach dem Fund einer

gesellschaften des DRK Sachsen-Anhalt Respekt und

Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ein Pflegeheim eva-

Anerkennung verdient. Sie stellten auch im Jahr 2010

kuiert werden musste.

unverzichtbare Stützen der Gesellschaft dar und haben

Planvolles und weitsichtiges Handeln stellten auch die

wiederholt deren Funktionieren garantiert – sei es auf

Bereitschaftsdienste am 14. Sachsen-Anhalt-Tag un-

der Straße oder in den Bergen, in den Städten oder auf

ter Beweis: Über hundert DRK-Helfer waren zwischen

dem Wasser. Von Sicherheits-

dem 20. und 22. August

maßnahmen bei Großveranstal-

Schnell, effizient, zuverlässig und professionell:

2010 in Weißenfels im

tungen und akuten Hilfsdiensten

Die Arbeit in den Hilfsgesellschaften des Deut-

Einsatz und sorgten mit

bei Naturkatastrophen über die

schen Roten Kreuzes stellt hohe Anforderungen

flächendeckenden

ehrenamtliche Hilfe bei Unfällen

an ihre Mitglieder. Rettungsdienste, Wasser-

nitäts- und Sicherungs-

und Suchdiensten bis hin zur

und Bergwacht, Katastrophenschutz, Ehren-

maßnahmen dafür, dass

Entschärfung von Konfliktsitu-

amt, Such- und Bereitschaftsdienste sind teil-

das größte Volksfest des

ationen: Die Hilfsgesellschaften

weise zu unmöglichen Zeiten an unmöglichen

Bundeslandes reibungs-

des DRK sind mit ihrer Arbeit fest

Orten im Einsatz, nicht selten geht es dabei um

los verlaufen konnte.

in Sachsen-Anhalt verankert und

Leben und Tod.

Die hohe Verantwortung,

als verlässliche Partner in Land-

Sa-

die die Hilfsgesellschaf-

und Kreisverbänden präsent. Allein 55 Einsätze hatte die

ten tragen, erfordert nicht nur starke Nerven, sondern

Bergwacht im Jahr 2010 zu verzeichnen, während die

setzt auch eine qualifizierte Ausbildung der einzelnen

2.500 Mitarbeiter der Wasserwacht in den heißen Som-

Mitarbeiter sowie die unbürokratische und schnelle In-

mermonaten an Badeseen und in Schwimmbädern wie-

teraktion der einzelnen Hilfsgesellschaften voraus. Die-

derholt schnelle Hilfe leisten mussten.

sen Herausforderungen haben sich die Hilfsgesellschaf-

Wie wichtig eine gute Vernetzung von Rettungsdiensten

ten des DRK in Sachsen-Anhalt auch im Jahr 2010 auf

und Katastrophenschutz ist, wurde schließlich bei dem

eindrucksvolle Weise gestellt. Dafür ist ihnen mit allem

schweren Verkehrsunfall eines Reisebusses im Februar

Nachdruck zu danken.

9


Helfen & Retten

Zweiten Weltkrieg entdeckt, die es vor Ort zu entschärfen galt. Aus diesem Grund mussten unter anderem ein Pflegeheim mit vielen bettlägerigen Patienten und Hunderte Anwohner des betroffenen Stadtteils evakuiert werden. Auch hier kamen wieder die Formationen der DRK Bereitschaften und des hauptamtlichen Rettungsdienstes zum Einsatz. Neben dem Sanitätszug war auch das Kreisauskunftsbüro des DRK Dessau beteiligt. Der Auftrag bestand darin, die Evakuierung durchzuführen, für die evakuierte Bevölkerung eine Notunterkunft herzurichten und zu betreiben. Auch dieser Einsatz konnte erfolgreich bewältigt werden. Der schnellen Einsatzfähigkeit und dem Zusammenwirken von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Ein-

Katastrophenschutz

satzkräften gehen eine jahrelange gemeinsame und hochwertige Ausbildung und dabei erworbenes Vertrauen zueinander voraus. Der DRK Landesverband

Wie notwendig die Verknüpfung der hauptamtlichen

Sachsen-Anhalt e. V. ist seit geraumer Zeit mit poli-

und ehrenamtlichen Aufgabenfelder ist, zeigte sich im

tischen Vertretern im Gespräch, um die Verzahnung

Jahr 2010 sehr deutlich.

des Katastrophenschutzes und des Rettungsdienstes

Bereits im Februar wurden die DRK Kreisverbände Bit-

voranzutreiben und damit einen funktionierenden Be-

terfeld und Dessau vor eine große Herausforderung ge-

völkerungsschutz in Sachsen-Anhalt dauerhaft zu ge-

stellt. Am 12. Februar 2010 verunglückte ein Dänischer

währleisten.

Reisebus auf der Bundesautobahn 9 zwischen Dessau und Bitterfeld. Der Bus sollDas Deutsche Rote Kreuz hat

te Kinder in die Winterferien

im Jahr 2006 das Komplexe Hil-

bringen. Vor Ort im Einsatz

feleistungssystem

Rettungsdienst

beschlossen

waren sehr schnell der DRK-

und darin seine Mitwirkung im

Rettungsdienst aus Bitterfeld

Menschenleben zu retten und die fachgerechte medi-

Bevölkerungsschutz und in der

und Dessau. Durch den Ein-

zinische Versorgung und Betreuung, um schwere ge-

Katastrophenhilfe der Bundesre-

satzleiter wurden die Schnelle

sundheitliche Schäden abzuwenden, ist Kernaufgabe

publik Deutschland dargestellt.

Einsatzgruppe des DRK Bit-

des Deutschen Roten Kreuzes.

Das Komplexe Hilfeleistungssys-

terfeld, der Sanitätszug des

tem beschreibt die Verknüpfung

DRK Dessau und das Krisen-

Die DRK-Rettungsdienste sind in neun von elf Land-

der vielseitigen Aufgabenfelder

interventionsteam der Stadt

kreisen und zwei von drei kreisfreien Städten im Land

des Roten Kreuzes.

Dessau, in dem das DRK mit-

Sachsen-Anhalt für die Bevölkerung im Einsatz. Mit Ins-

wirkt, nachalarmiert. Die Un-

gesamt über 50 Rettungsstandorten hat das Deutsche

verletzten und leichtverletzten Personen wurden durch

Rote Kreuz im Jahre 2010 weiterhin einen Marktanteil

den Betreuungsdienst des DRK Dessau und durch die

von ca. 50 Prozent in Sachsen-Anhalt.

Helfer des Kriseninterventionsdienstes in einem Des-

Das DRK hat im letzten Jahr immer wieder auf die Verzah-

sauer Hotel betreut und mit Dingen des täglichen Be-

nung von Rettungsdienst und Katastrophenschutz und

darfs versorgt. Bei der Bewältigung des Unfalls waren

auf die notwendige Zuordnung des Rettungsdienstes

82 Helfer mit insgesamt zwei Notarzteinsatzfahrzeugen,

als präklinische, medizinische Vorsorgeleistung in den

acht Rettungswagen, fünf Krankentransportwagen, einem Arzttruppwagen und einem Einsatzleitwagen des Deutschen Roten Kreuzes beteiligt. Traurige Bilanz des schweren Unfalls waren drei Tote und zehn schwerverletzte Personen. Ein ähnlicher Einsatz, der jedoch nicht so dramatisch endete, ereignete sich im November in der Dessauer Innenstadt. Bei Bauarbeiten wurde eine Bombe aus dem

10


Helfen & Retten

§ 27 SGB V aufmerksam gemacht.

renamtlichen Helfer des DRK konnte

Dazu stand der ständige Kon-

über den Regelrettungsdienst hinaus

takt mit der Landesregierung, den

den zwölf Verletzen sofort medizini-

Landkreisen und Kommunen im

sche Hilfe geleistet werden.

Fokus des Jahres 2010.

Auch durch die Zusammenarbeit

Warum die Verzahnung von Ret-

und den Informationsaustausch mit

tungsdienst

Katastrophen-

den DRK Kreisverbänden bei der

schutz so wichtig ist, wurde 2010

Fachtagung Rettungsdienst im April

bei

2010 und der Arbeitsgemeinschaft

vielen

und

Großschadensereig-

nissen deutlich. So u. a. bei dem Massenunfall auf der

Rettungsdienst konnte die Landesregierung über die Si-

Bundesautobahn 9 mit 51 Fahrzeugen, in dem die me-

tuation im Rettungsdienst in Sachsen-Anhalt informiert

dizinische Versorgung der Bevölkerung durch den Re-

werden. An dieser Stelle möchten wir uns bei den DRK

gelrettungsdienst nicht alleine sichergestellt werden

Kreisverbänden für die Zusammenarbeit bedanken.

konnte. Für diesen Massenanfall von Verletzen und

Das Ergebnis der ständigen Gespräche mit der Lan-

Erkrankten wurden der Behandlungsplatz 50 benötigt,

desregierung zeigte sich im November 2010, da verab-

ein Notarzteinsatzfahrzeug, zwei Rettungstransport-

schiedete die Landesregierung im Magdeburger Land-

wagen, ein Arzttruppwagen, zwei Mannschaftswagen,

tag die Änderung des Rettungsdienstgesetzes im Land

ein Funktruppwagen und Gerätewagen SAN sowie ein

Sachsen-Anhalt. Für die Träger des Rettungsdienstes,

leitender Notarzt, ein organisatorischer Leiter Rettungs-

aber auch für das DRK besteht damit Planungssicher-

dienst, 21 Helfer Notfallbegleitung und sieben weitere

heit, da bis Ende 2013 keine Notwendigkeit der Neuver-

Helfer. Dank der technischen Ausstattung und der eh-

gabe von Rettungsdiensten besteht.

Bereitschaften Im Jahr 2010 fand der Sachsen-Anhalt Tag in Weißenfels, im Burgenlandkreis, statt. Da das Deutsche Rote Kreuz im Burgenlandkreis den Rettungsdienst betreibt, bekam der DRK Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. den Auftrag der Staatskanzlei, gemeinsam mit den DRK Kreisverbänden Weißenfels, Naumburg/Nebra und Zeitz den 14. Sachsen-Anhalt-Tag zu planen und durchzuführen. Die Durchführung der Absicherung wurde zum herausra-

Der Sachsen-Anhalt-Tag bietet den

genden Ereignis für die Helferinnen

Hilfsorganisationen des DRK die Mög-

und Helfer der Bereitschaften der

lichkeit, ihre erworbene Ausbildung im

drei Kreisverbände. An insgesamt

Zusammenhang mit der sanitäts- und

deswettbewerbes

fünf Sanitätsstützpunkten waren

wasserrettungsdienstlichen Absiche-

schaften bewiesen. Aus dem

120 DRK-Helfer im Einsatz, um den

rung des größten jährlichen Volksfes-

Landesverband Sachsen-Anhalt

Gästen des Sachsen-Anhalt-Tages

tes in Sachsen-Anhalt anzuwenden.

nahmen zwei Mannschaften an

ein unvergessliches Wochenen-

dem

der

Bereit-

Bundeswettbewerb

teil.

de zu sichern. Insgesamt konnte rund 500 Menschen

Die Gruppe der Wasserwacht Magdeburg belegte den

geholfen werden, die sich bei kleineren, aber auch bei

5. Platz und die des Jugendrotkreuzes Merseburg-

einigen größeren Unfällen verletzt hatten.

Querfurt den 12. Platz. Der 51. DRK-Bundeswettbe-

Bei wunderschönem Wetter verbrachten die ehrenamt-

werb der Bereitschaften fand am 18. September 2010

lichen Helferinnen und Helfer ihre Freizeit mit dem Deut-

in Sondershausen statt. Rund 350 ehrenamtliche Hel-

schen Roten Kreuz, dafür auch an dieser Stelle noch

ferinnen und Helfer aus 18 Landesverbänden, die sich

einmal ein herzliches Dankeschön!

bei den Wettbewerben über die Kreis- und Landesver-

Wie erfolgreich die vertrauensvolle Zusammenarbeit

bandsebene qualifiziert hatten, zeigten in einem Par-

innerhalb der Gemeinschaften des DRK Landesverban-

cours in der Sondershausener Innenstadt, was sie als

des Sachsen-Anhalt ist, wurde anlässlich des 51. Bun-

Lebensretter leisten können.

11


Helfen & Retten

Bedürfnisse der Gemeinschaften auf Landes- und Kreisverbandsebene einzugehen und diese zu fördern. Weiterhin wurde in der Landesgeschäftsstelle der Fachbereich Grundsatzfragen Ehrenamt gebildet. Dieser neue Fachbereich soll den Fachausschuss Ehrenamt begleiten, die Fachbereiche der Gemeinschaften, die Ausschüsse der Gemeinschaften und die Kreisverbände zu den Grundsatzfragen des Ehrenamtes beraten. Weiterhin soll der Fachbereich die Arbeit des Ehrenamtes fördern und das bürgerschaftliche Engagement auf Landesverbandsebene unterstützen. Um den Kreisverbänden und den Gemeinschaften die Möglichkeit zu bieten, nach einheitlichen Vorgaben Auszeichnungen zu schaffen und Vergabebedingungen

Ehrenamt

zu regeln, wurde auf Landesverbandsebene eine Aus-

„… Nach dem Selbstverständnis des Deutschen Roten

versammlung, einstimmig beschlossen wurde.

Kreuzes kommt der ehrenamtlichen Tätigkeit besonde-

Im Jahr 2010 wurden die Ordnungen der Gemeinschaf-

re Bedeutung zu, sie ist auf allen Ebenen zu fördern. …“

ten Bereitschaften und Bergwacht neu gefasst. Dies

(§ 4 [1] der Satzung des Deutschen Roten Kreuzes)

ergab sich daraus, dass die Ordnungen der Gemein-

Um diesen Paragrafen inhaltlich umzusetzen, hat das

schaften auf Bundesebene überarbeitet wurden und

Präsidium des DRK Landesverbandes beschlossen,

alle Gemeinschaften einen einheitlichen und für alle

einen Fachausschuss Ehrenamt im Sinne der Landes-

Gemeinschaften verbindlichen Teil in der jeweiligen

verbandssatzung zu bilden, um auf die ehrenamtlichen

Ordnung erhalten haben.

Suchdienst

Stark sind nach wie vor Anfragen zu Adoptionen, hier

zeichnungsordnung erarbeitet, die im Dezember vom höchsten Gremium des Landesverbandes, der Landes-

Kinder, die ihre leiblichen Eltern suchen, oder aber Personen, die im Nachlass ihrer Eltern Unterlagen finden,

Die Suchdienstaufgaben des DRK sind in Sachsen-

aus denen hervorgeht, dass sie noch Geschwister ha-

Anhalt in 21 Kreisnachforschungsstellen (KNSt) und im

ben. Zum Beispiel suchte ein 57-jähriger Mann seine

Landesnachforschungsdienst (LND) realisiert. Im Be-

kleine Schwester, die nach der Geburt durch den Tod der

reich des Landesauskunftsbüros waren im Jahre 2010

Mutter adoptiert wurde. Durch eigene Nachforschungen

180 Helfer in 17 Kreisauskunftsbüros (KAB) tätig.

und in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt konnten wir

Über 400 Suchanfragen wurden durch den LND auf-

nach einiger Zeit den Kontakt der Beiden ermöglichen.

genommen und bearbeitet. Einige Suchanträge konn-

Bei den Beratungen von Aussiedlungen und Fami-

ten auch durch das Engagement der Mitarbeiter in den

lienzusammenführungen von Deutschen und deren

Kreisverbänden erfolgreich abgeschlossen werden.

Angehörigen aus den Aussiedlungsgebieten können

Bei besonderen Suchanfragen stellt der LND im Lan-

wir feststellen, dass die Beratung durch ständige Än-

desverbandsbereich eigene Nachforschungen, bzw. in

derungen der Gesetze und der Rechtsprechung eine

enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der KV an,

hohe fachliche Kompetenz und einen intensiven Zeit-

immer unter Berücksichtigung des Datenschutzes.

aufwand erfordert. Bei der Arbeit der KABs hat sich bewährt, dass die KAB-Leiter in ihrem jeweiligen Kreisverband in den Betreuungszügen, SAN-Zügen, etc. einen Aus- bzw. Fortbildungsabend zum Registrierverfahren gestalten. Bei Großveranstaltungen wurden durch einige KABs die Registrierung der Helfer oder Teilnehmer als Übung durchgeführt, wie z. B. zum Sachsen-Anhalt-Tag in Weißenfels.

12


Helfen & Retten

Wasserwacht Die Wasserwacht im DRK Landesverband SachsenAnhalt e. V. umfasste im Jahr 2010 etwa 2.500 Mitglieder. Sie ist in 19 von 21 DRK Kreisverbänden bzw. in elf Landkreisen und drei kreisfreien Städten in SachsenAnhalt vertreten. Vor allem der heiße Sommer 2010 ließ der Wasserwacht keine Ruhepause. Zwischen dem

Bergwacht

Freibad in Dobberkau und dem Auensee in Granschütz sicherten ca. 230 Frauen und Männer, meist Rettungsschwimmer, 33 öffentliche Badestellen und Freibäder ab. Insgesamt wurden dabei mehr als 450 Hilfeleis-

Zu 55 Einsätzen mussten die ehrenamtlichen Retter der

tungen durchgeführt. Diese reichten von Schürf- und

Bergwacht im vergangenen Jahr ausrücken. Im Jahre

Platzwunden versorgen, Hilfe bei Insektenstichen oder

2010 zählten die fünf Bereitschaften der Bergwacht

Kreislaufproblemen bis hin zu Präventionsmaß-

173 Mitglieder. Davon sind 95 aktiv als Retter im Ein-

nahmen und Ratschlägen, wie viel trinken,

satz. Diese Bergwacht-Bereitschaften kümmern sich

nicht in die Sonne legen, T-Shirt anziehen

rund um die Uhr um die Sicherheit der Besucher in un-

und Mütze aufsetzen. Es wurden insgesamt

wegsamem Gelände vor und auf dem Berg.

rund 60.000 Einsatzstunden in Bädern und

Dabei sind Notfälle wie Herzprobleme und Kreislauf-

bei anderen Veranstaltungen geleistet.

versagen die häufigsten Ursachen, wenn die Rettungs-

In Klietz fanden am 19. Juni die Gemein-

kräfte der Bergwacht gerufen werden. Die meisten Un-

schaftsversammlung der Wasserwacht

fälle passierten während der milden Winterzeit.

sowie die damit verbundene Wahl der

Im vergangenen Jahr wurde am 15. Dezember 2010 in

Landesleitung statt. Der Landesausschuss

Thale die Landesleitung der Bergwacht gewählt. Der

der Wasserwacht hat Herrn Marco Hoffmann

Landesausschuss der Bergwacht wählte den bisheri-

als Landesleiter, Tino Kraatz als technischen Leiter

gen stellvertretenden Landesleiter Heiner Jentsch als

und Max Lier als Jugendkoordinator wieder gewählt.

Landesleiter. Neu in die Landesleitung wurden Fried-

Hingegen wurde als stellvertretender Landesleiter An-

helm Cario als stellvertretender Landesleiter sowie Mi-

dreas Kleber für Detlef Müller neu in die Landesleitung

chael Severin als weiteres Mitglied gewählt. Für weitere

gewählt. Auch bei den berufenen Mitgliedern der Lan-

vier Jahre wurde Guido Kriegel als technischer Leiter,

desleitung erfolgte ein Wechsel. Der Landesbeauftrag-

Dr. Frank Lautenschläger als Bergwacht-Landesarzt

te Motorboot Klaus-Peter Schultze wird von Stefan

sowie Mario Natzel als Naturschutzreferent durch den

Hansch ersetzt und die Funktion des Landesbeauftra-

Landesausschuss bestätigt.

gen Tauchen hat Heiner Dietzel übernommen. Für den

Nicht wieder zur Wahl angetreten waren Landesleiter

Schwerpunktbereich Wasserretter / Rettungsschwim-

Andreas Fröhlich sowie der stellvertretende techni-

men ist weiterhin Guido Busse und für den Bereich

schen Leiter Guido Blaschek. An dieser Stelle herzli-

Schwimmen Julia Rensky verantwortlich. Die Landes-

chen Dank für ihre in den letzten Jahren geleistete Ar-

beauftragten vertreten die Wasserwacht des DRK Lan-

beit in der Landesleitung der Bergwacht.

desverbandes auf Bundesebene.

Die neue Landesleitung der Bergwacht (v. l. n. r): Michael Severin, Mario Natzel, Heiner Jentsch, Guido Kriegel und Friedhelm Cario

Besonderer Dank an Klaus-Peter Schultze (l.) und Detlef Müller für ihre Verdienste in der Landesleitung der Wasserwacht

13


Jugendrotkreuz

20 Jahre Jugendrotkreuz in Sachsen-Anhalt Am 30. Oktober fand im Haus des Jugendrotkreuzes in Harzgerode die Feier „20 Jahre Jugendrotkreuz“ statt. Es war eine kleine, aber sehr schöne Runde. Bei der Begrüßung gab es für jeden ein Andenken in Form einer Tasse mit dem Partylogo, die Chronik und natürlich auch ein Gläschen Sekt zum Warmwerden. Eine leckere Kaffeetafel läutete Gesprächsrunden auch mit „Ehemaligen“ wie Thomas Bläsing, Frau Schröder und Frau Heidrich ein. Es war also keine gewöhnliche Feier, das ist es ja nie beim Jugendrotkreuz. Alles stand auf Rückblick und

14

Erinnerung. Anschließend gab es diverse Workshops:

Verabschiedung von Andy Martius als langjähriger JRK-

Man benötigte Kreativität und ein gutes Erinnerungsver-

Landesleiter. Es wurde gestaltet von Inga Pawlowski

mögen, konnte Partylogos auf Kleidung bügeln, einen

und Steffen Klein und war rundherum eine gelungene

Button gestalten, Videoclips erstellen und eine Fotothek

Sache mit viel Spaß und bester Unterhaltung. Doch

stand zur Verfügung. Am Abend

auch das kulinarische Buffet à la

gab es ein abwechslungsreiches

Grill sollte man erwähnen. Noch-

Programm mit einem Wissens-,

mals vielen Dank an Frau Kohl-

und Geschicklichkeitsspiel und

berg, Frau Holzschuh und Herrn

musikalischer Unterhaltung rund

Schilkowski für die tatkräftige

um 20 Jahre JRK und mit der

Unterstützung und Bewirtung.


Jugendrotkreuz

Erste JugendrotkreuzLandeskonferenz in Sachsen-Anhalt Einen Tag nach der JRK-20-Jahre-Party fand im Haus des Jugendrotkreuzes die erste Landeskonferenz statt. Im Beisein von Präsident Roland Halang, dem stellvertretenden Bundesleiter Thomas Grochtdreis und dem Abteilungsleiter Erhard Ewest beschlossen die Delegierten ihre Geschäftsordnung und einen Delegiertenschlüssel. Danach nahmen sie den Bericht der Landesleitung und der Fachbereiche JRK und Jugendbildung entgegen. Schwerpunktthemen waren dabei der Kindersommer, das Bildungsprogramm, die Schularbeit, die Wettbewerbe, die Gremienarbeit auf allen Ebenen sowie die Themen Vielfalt, Haushalt und Öffentlichkeitsarbeit. Bei den anschließenden Wahlen einer neuen Landesleitung wurde mit großer Stimmenmehrheit Christoph Keil (im Bild m.) zum neuen JRK-Landesleiter gewählt. Seine Stellvertreter wurden Michael Meyer (im Bild l.) und Nico Pfeil (im Bild r.). Wahlstimmen als Bundesdelegierte konnten Jule Würkner und Mario Schwabe erhalten.

Aktionswoche „Blut + Jung“ vom 14.–20. Juni Wir freuen uns sehr darüber, dass sich die Kreisverbände Dessau, Bitterfeld, Merseburg-Querfurt, Wittenberg, Weißenfels, Quedlinburg-Halberstadt, Naumburg-Nebra und Wanzleben an der Aktionswoche „Blut + Jung“ beteiligten und jugendgemäße Blutspendetermine für junge Leute anbieten konnten. So wurden Erstspender gewonnen und nicht nur für das Blutspenden, sondern auch für das DRK begeistert. Damit dies weiter unterstützt und fortgeführt werden kann, soll ab 2011 ein JRK-Blutspendeprojekt anlaufen.

15


Jung & Alt

Als anerkannter Wohlfahrtsverband leistet das Rote

Qualifizierung und Evaluierung – mit ausgesprochen

Kreuz wichtige und geschätzte Arbeit. Seine aktiven

positiven Ergebnissen. Die stationären und ambulanten

Mitarbeiter in Sozialarbeit, Altenpflege, Bildungs- und

Altenhilfeeinrichtungen erreichten in Prüfungen durch

Migrationsarbeit sowie Kinder-, Jugend- und Familien-

den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK)

arbeit sind dort tätig, wo sie am dringendsten gebraucht

teilweise überdurchschnittliche Wertungen. Auch in

werden, nämlich in unmittelbarer Nähe zum Menschen.

der Qualitätsentwicklung wurde einiges bewegt, etwa

Als Teil der LIGA vertritt das DRK dabei sowohl auf

durch Weiterbildungsangebote in der Sucht(selbst)hilfe

Landesebene die Interessen der freien Wohlfahrtspfle-

oder die Fortbildung von Leitungskräften in der Kinder-,

ge gegenüber Landespolitik und Landesverwaltung,

Jugend- und Familienhilfe.

wie es auch auf

Die interkulturelle Öffnung weiter voranzutreiben, war

lokaler Ebene als

im Jahr 2010 das besondere Ziel der DRK-Migrations-

Berater von Ver-

und Integrationsfachbereiche. Sie haben sich mit ande-

waltung und Po-

ren Einrichtungen zu einem breit aufgestellten Koopera-

Ob kommunal, regional oder landesweit: Die

litik fungiert und

tionsprojekt zusammengeschlossen, bei dem vor allem

Wohlfahrtsarbeit stellt einen zentralen Bereich

die 21 Kreisver-

Erziehungsfragen und Familienhilfe im Fokus stehen.

der gemeinnützigen Arbeit des Deutschen Ro-

bände und ihre

Das Projekt konnte bereits in fünf Landkreisen vorge-

ten Kreuzes in Sachsen-Anhalt dar.

Einrichtungen un-

stellt werden und lässt vielversprechende Ergebnisse

terstützt.

für die Zukunft hoffen.

Wohlfahrtsarbeit

Die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter verrichten

Eine besondere Herausforderung für das DRK Sach-

einerseits beratende und unterstützende Aufgaben und

sen-Anhalt stellt die 2010 beschlossene Aussetzung

stellen andererseits Schnittstellen zwischen den Men-

der Wehrpflicht dar. Dass man ihr indes optimistisch

schen und Behörden dar – eine Doppelfunktion, die

begegnen muss und auch kann, zeigt nicht zuletzt die

nicht selten auch eine Doppelbelastung ist und die des-

steigende Nachfrage in den Freiwilligendiensten. Auch

halb umso größere Wertschätzung und Anerkennung

im Jahr 2010 waren überdurchschnittlich viele junge

verdient. Für ihr humanitäres Engagement ist ihnen

Leute bereit, sich sozial einzusetzen und Verantwortung

auch in diesem Jahr großer Dank auszusprechen.

zu übernehmen. Es ist diese Freude am uneigennützi-

2010 geht für die Wohlfahrtsorganisationen in Sach-

gen, humanitären Engagement, die das DRK weiterhin

sen-Anhalt ein durchaus erfolgreiches Jahr zu Ende.

stärken und fördern muss und die uns mit Zuversicht in

Für viele Einrichtungen stand es ganz im Zeichen der

die Zukunft blicken lässt.

Unser Wirken in t der Gesellschaf ernehmen e Partner. Wir üb Wir sind verlässlich Gesellschaft. eine lebenswerte des) Verantwortung für DRK Landesverban des n (Aus den Leitsätze 

16


Altenhilfe

den nach der Gesetzesnovellierung z. B. kontinuierlich Schulungen der Mitarbeiter

Das Jahr 2010 war im Bereich der Altenhilfe durch

durchgeführt. Das Ziel dieser

die vom Medizinischen Dienst der Krankenversiche-

Schulungen lag in einer Ver-

rung (MDK) durchgeführten Prüfungen geprägt.

einheitlichung und Anpassung der Pflege und Durchführung

Historisch gesehen ist die regelmäßige Durchführung

der Pflegedokumentation.

dieser MDK-Prüfungen eine absolute Neuheit und wur-

Im Gesamtergebnis können

de mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz von 2008

die DRK Altenhilfeeinrichtungen mit ihrem Bestreben,

eingeführt. Bislang gab es lediglich zufallsbedingte

eine gute Pflegequalität zu erreichen und abzubilden,

oder anlassbezogene Prüfungen von Seiten des MDK.

zufrieden sein. Von den 37 ambulanten Diensten des

Natürlich machten diese Neuerungen im Nachgang

DRK in Sachsen-Anhalt wurden bis Ende des letzten

erhebliche Anpassungen und qualitative Veränderun-

Jahres 27 Einrichtungen geprüft. Hierbei konnte das

gen in der Durchführung der Pflege nötig. Da die Be-

DRK eine Durchschnittsbenotung von 1,95 erreichen.

wertung anhand sogenannter „Transparenzkriterien“

Der Landesdurchschnitt lag Ende des Jahres bei 2,2.

vorwiegend auf den Bereich der Pflegedokumentation

Im Bereich der stationären Altenhilfe wurden bis Ende

ausgerichtet wurde, erlangte diese in den Einrichtungen

des letzten Jahres 29 der 37 stationären Einrichtungen

einen weitaus höheren Stellenwert. Nur mit einer aussa-

des DRK geprüft. Der DRK-interne Durchschnitt lag mit

gekräftigen und in sich abgestimmten Dokumentation

1,7 nur leicht über dem Landesdurchschnitt von 1.5.

ist es sowohl den ambulanten als auch stationären Ein-

Im Jahr 2011 werden die Einrichtungen der DRK-Alten-

richtungen möglich, eine gute Benotung zu erreichen.

hilfe weiterhin bestrebt sein, die Qualitätsentwicklung

Die Altenhilfeeinrichtungen des DRK in Sachsen-Anhalt

voranzutreiben und ihre gute Positionierung im Rahmen

haben sich dieser Herausforderung gestellt. So wur-

der Transparenzberichte zu festigen.

Freiwilligendienste

Die Teilnehmerzahlen aus allen drei Projektmodulen

Die Freiwilligendienste verzeichneten bundesweit in den

auf etwa 220 Teilnehmer sowie 2010–2011 auf durch-

vergangenen Jahren eine stetig steigende Nachfrage.

schnittlich 250 Teilnehmer im gesamten Einsatzgebiet

Auch für den DRK Landesverband Sachsen-Anhalt e. V.

Sachsen-Anhalt. Davon entfielen auf die Möglichkeit

sind steigende Zahlen im diesem Bereich zu verzeichnen.

„FSJ statt Zivildienst“ in beiden Zyklen jeweils ca.

Die Teilnehmer des FSJ Zyklus 2009/2010 wurden aus

50 Teilnehmer und auf das Projekt „Freiwilligendienste

800 Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt. Be-

machen kompetent“ 20 Teilnehmer.

trachtet man den Rückgang der Schulabgängerzahlen

Im Vergleich zum vorhergehenden Berichtszeitraum

in Sachsen-Anhalt, ist festzustellen, dass der Bewerber-

konnte wiederum eine Steigerung erreicht werden. Dies

zulauf im Vergleich zu anderen Trägern des Freiwilligen

wurde durch eine intensive, hochvernetzte Zusammen-

Sozialen Jahres immer noch als hoch einzuschätzen ist.

arbeit aller Beteiligten erreicht. So trugen über den Ein-

Den Bewerbern konnten differenzierte, zielgruppen­

satzzeitraum eine sensible, passgenaue pädagogische

orientierte Einsatzmöglichkeiten für Jugendliche an­

Begleitung der Jugendlichen durch den Träger sowie die

geboten werden. Sie durften wählen zwischen dem

begleitend stattfindenden Seminare zu dieser positiven

Freiwilligen Sozialen Jahr als Möglichkeit der beruf-

Entwicklung bei.

lichen Orientierung, der Möglichkeit „FSJ statt Zivil-

Die quantitative Steigerung der Einsatzplätze und der

dienst“ und dem Projekt „Freiwilligendienste machen

Teilnehmerzahlen resultiert aus einem Grundbedürfnis

kompetent“. Mit dem Projekt „Freiwilligendienste ma-

bei vielen jugendlichen Bewerbern: Sie wollen ein Ori-

chen kompetent“ bot sich für junge Menschen ohne

entierungs- und Bildungsjahr nach der Schule absolvie-

oder mit niedrigem Schulabschluss oder mit Migrati-

ren, die Verantwortung für das eigene Leben und auch

onshintergrund die Chance, sich in einem Freiwilligen-

soziale Verantwortung übernehmen.

dienst mit einer 3-monatigen Vorqualifizierung sozial

Pläne für mehrere Projekte im Bereich „Internationale

zu engagieren. Von dieser Möglichkeit partizipierten

Freiwilligendienste“ konnten durch das Team „Freiwilli-

20 Jugendliche.

gendienste“ konzipiert und initiiert werden.

beliefen sich für den Freiwilligen-Zyklus 2009–2010

17


Jung & Alt

Fortbildungsreihe richtete sich an Menschen mit seelischen Behinderungen infolge Sucht, die seit mindestens zwei Jahren abstinent leben und ihre regionale Selbsthilfegruppe regelmäßig besuchen. Mit dem beschriebenen Kurs sollten sozial engagierte Menschen zu einer qualifizierten ehrenamtlichen Tätigkeit befähigt werden. Nach Abschluss der Ausbildung sind sie in der Lage, Mitglieder der Selbsthilfegruppen zu begleiten, Menschen bei suchtmittelbedingten Problemen zu beraten, Hilfe in sozialen Belangen zu gewähren und schulische Aufklärungsarbeit zu leisten. Die Fortbildungsreihe, die im Oktober des Jahres 2010 begann und im März 2011 endete, bestand aus insgesamt neun Modulen.

Behinderten& Suchthilfe Im Jahr 2010 novellierte das Land Sachsen-Anhalt das bestehende Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG LSA) vom 20. November 2001 unter Berücksichtigung

Acht

des Behindertengleichstellungsgesetzes des Bundes

nastik-, Tanz- und Wassergymnastikgruppen an einer

(BGG) und der UN-Behindertenrechtskonvention.

deutschlandweiten Studie zur Bewegung im Alter. Be-

Dieser umfangreiche Prozess wurde durch den DRK

auftragt durch den DRK Bundesverband erforscht das

Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. intensiv auf

Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg seit

LIGA-Ebene begleitet, wo er derzeit den Vorsitz im

April 2010 in der Studie „Evaluation der Bewegungs-

LIGA-Fachausschuss „Behindertenhilfe“ innehat. Durch

programme des Deutschen Roten Kreuzes“ die Aus-

den neuen Gesetzesentwurf sollte die Situation von

wirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit

Unser Umg ang miteinande r Wir stehen für gegensei tigen Respekt un d Wertschät zung. Wir können aufeinander zählen. (Aus den Le itsätzen des

DRK Landes

verbandes)

DRK Kreisverbände beteiligten sich mit Gym-

Menschen mit Behinderung im

von Senioren.

Vergleich zur alten Rechtslage

Viele Kreisverbände des DRK im Landesverband Sach-

nicht verschlechtert, sondern ver-

sen-Anhalt bieten regelmäßig wöchentlich Bewegungs-

bessert werden. Darüber hinaus

programme für die Bevölkerung an. Diese werden vor

bietet die Schaffung von Barrie-

allem von älteren Frauen und Männern gern genutzt. Mit

refreiheit in allen Lebensbereichen

diesen Programmen möchte das Deutsche Rote Kreuz

die Grundvoraussetzung für eine

einen Beitrag zur Förderung der Kompetenz wie auch

aktive und selbstbestimmte Teilha-

der sozialen Teilhabe leisten. Die Erfolge der Bewe-

be am Leben in der Gemeinschaft.

gungsprogramme könnten noch weiter ausgebaut wer-

Die Einrichtungen aus dem Bereich

den, wenn es gelingt, differenzierte Aussagen über die

der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung

Effekte der Programme zu erhalten. Darüber hinaus sol-

nutzten auch im Jahr 2010 die Förderinstrumente der

len Perspektiven für die Übernahme der Kosten durch

„Aktion Mensch“. Zur Umsetzung der vielfältigen Vor-

Krankenkassen entwickelt und geprüft werden.

haben unterstützte sie der DRK Landesverband Sachsen-Anhalt als Beratungs- und Prüfinstanz nachhaltig. Zum 31.12.2010 ließ sich ein bewilligtes Gesamtvolumen von rund 1,4 Millionen Euro verzeichnen. Die Förderung reichte von kleineren Projekten über Anschub­ finanzierungen bis hin zu größeren Baumaßnahmen. Schwerpunkt im Bereich der Sucht(selbst)hilfe war die Neuauflage der Suchtkrankenhelferausbildung. Die

18

Evaluation der Bewegungsprogramme des DRK


Jung & Alt

Migration & Integration Das Jahr 2010 war insbesondere geprägt durch Aktivitäten im Bereich der interkulturellen Öffnung. Unter Mitwirkung einer Arbeitsgruppe, denen Mitarbeiter aus DRK Kreisverbänden und dem DRK Landesverband angehörten, wurde an einer „Rahmenkonzeption interkulturelle Öffnung

Kinder- & Jugend& Familienhilfe

im DRK Landesverband Sachsen-Anhalt“ gearbeitet. Diese Rahmenkonzeption bestätigten die Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzenden der DRK Kreisverbände und das Präsidium des DRK Landesverbandes beschloss sie. In der Rah-

Seit Mitte 2008 gibt es die Richtlinie über die Gewährung

menkonzeption wird auf Fragen der Organisa-

von Zuwendungen zur Förderung von Projekten zur Ver-

tions- und Personalentwicklung eingegangen, die

besserung der vorschulischen Bildung durch Qualifizierung

deutlich machen, dass die interkulturelle Öffnung

des Betreuungspersonals. Eine Zertifizierung der Kinderta-

eine Führungsaufgabe ist und alle haupt- und eh-

geseinrichtungen nach dieser Richtlinie wurde bisher nur

renamtlichen Bereiche der DRK-Arbeit berührt.

von wenigen Einrichtungen in Anspruch genommen.

Unabhängig von der Anzahl eigener Angebote

Um eine größere Resonanz der Kindertageseinrichtungen

zur Integration von Menschen mit Migrationshin-

auf die Qualifizierungsinitiative zu erreichen, hatte sich das

tergrund weisen der demografische Wandel und

Ministerium für Gesundheit und Soziales 2010 an die LIGA

die damit notwendige Zuwanderung sowie der

gewandt. In mehreren Gesprächsrunden hatte die LIGA auf

Fachkräftemangel dahin, eigene Maßnahmen zu

Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Qualifizierungs­

ergreifen, die helfen, diesen gesellschaftlichen

initiative hingewiesen. Der DRK Landesverband Sachsen-

Entwicklungen zu begegnen.

Anhalt hat diesen Prozess aktiv begleitet.

Auch zur eigenen interkulturellen Qualifizierung und

Mit Einführung des § 2a Schwangerschaftskonfliktgesetz

auf der Grundlage der Bewilligung des Bundesam-

seit dem 1. 1. 2010 sind Ärzte dazu verpflichtet, die schwan-

tes für Flüchtlinge und Migration begann das Pro-

gere Frau bei positiven pränatalen Befund auf ihr Recht auf

jekt „Family–Familia–Famille“ im September 2010.

eine psychosoziale Beratung hinzuweisen und gegebenen-

Dieses Kooperationsprojekt mit dem Landesnetz-

falls Kontakt zu einer Beratungsstelle herzustellen.

werk der Migrantenselbstorganisationen Sachsen-

Um den Frauen eine adäquate psychosoziale Beratung

Anhalts und in dessen Auftrag mit dem Multikul-

bieten zu können, mussten sich die Beraterinnen mit die-

turellen Zentrum Dessau dient der Verbesserung

sem Thema auseinandersetzen und die Konakte zu Gynä-

der Erziehungskompetenz der beteiligten Familien.

kologen ausbauen. Im Rahmen des Qualitätszirkels, der

Innerhalb des Projektes werden Kooperations-

durch den DRK Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. be-

beziehungen zwischen den Migrantenselbstor­

gleitet und koordiniert wird, hat man sich mehrfach mit die-

ganisationen und dem Roten

sem Thema auseinandergesetzt und die Universitäts-Klinik

Kreuz erprobt, Elternkursleiter

in Magdeburg und Halle (Saale) sowie die entsprechenden

für das Familienbildungspro-

humangenetischen Beratungsstellen kontaktiert.

gramm „Starke Eltern – star-

Die Fortbildung „Das Zürcher Ressourcenmodell und sei-

ke Kinder“ des Deutschen

ne Anwendung für Leitungskräfte“ fand im Jahr 2010 zum

Kinderschutzbundes ausge-

zweiten Mal statt und traf auf reges Interesse in Kinderta-

bildet und Familien in der

geseinrichtungen, in Einrichtungen der stationären Jugend-

Erziehungsarbeit unterstützt.

hilfe sowie auch in Einrichtungen der Behindertenhilfe.

Ein Projektbeirat wurde be-

Insgesamt 15 Leitungskräfte und stellvertretende Leitungs-

rufen und in fünf Landkreisen

kräfte aus diesen Bereichen haben 2010 dreimal drei Tage

konnte

am Zürcher Ressoucenmodell teilgenommen und dieses

mille“ schließlich vorgestellt

erfolgreich abgeschlossen.

werden.

„Family–Familia–Fa-

19


Jung & Alt

Kurklinik Arendsee DRK Vorsorge- und Rehabilitationsklinik für Mutter/ Vater und Kind Im Jahr 2010 wurden wieder deutlich mehr

Ende des Jahres 2010 konnte nach der Bewilli-

Kuranträge von den Krankenkassen abgelehnt,

gung von Bundesfördermitteln mit dem Ausbau des

obwohl es seit April 2007 einen gesetzlichen An-

3. Obergeschoss als Großraumappartement für Fa-

spruch auf eine Mutter/Vater-Kind-Kurmaßnahme

milien mit sechs bis zehn Kindern beginnen, die nun

bei medizinischer Notwendigkeit als Pflichtleistung nach

auch in Arendsee komfortabel kuren sollen. Außerdem

§§ 24 und 41 SGB V gibt.

konnten neue Kontakte zu Krankenkassen, zu Bera-

Die Kurklinik Arendsee hat auch 2010 alle Anstrengun-

tungsstellen sowie zu ambulanten Einrichtungen und

gen unternommen, ihr Profil als professionell arbeitende

Institutionen aufgebaut werden, die ebenfalls mit Müt-

und spezialisierte Einrichtung für Mütter und Väter in Er-

tern, mit Vätern und Kindern arbeiten.

ziehungsverantwortung zu schärfen. Inzwischen wird die Kurklinik bundesweit als ein anerkanntes Kurhaus mit Schwerpunkt AD(H)S wahrgenommen. Erfolgreich wur-

Kurberatung

den auch die neuen „AD(H)S Teeniekuren“ 2010 ange-

Die Anzahl der Kurberatungen durch die DRK-Bera-

nommen.

tungs- und Vermittlungsstellen in Sachsen- Anhalt ist

Um die fachlichen Kompetenzen der Klinik bekannt zu

zum Vorjahr von 1.600 auf 2.048 deutlich angestiegen.

machen, wurden weitere Schwerpunktkonzepte zu den

Zur Beantragung sind davon aber nur 16 Fälle mehr als

Themen: „Adipositas bei Erwachsenen“, „Angehörige

im Jahr 2009 gekommen.

Suchtkranker“ und „Vater-Kind Kur“ vorbereitet, die nun

Die Ablehnungsquote bei Mutter/Vater-Kind-Kurmaß-

umgesetzt werden.

nahmen hat dagegen mit 38 Prozent den Höchststand

Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit der Kurklinik stell-

seit 2006 in Sachsen-Anhalt in den DRK Beratungsstel-

te die Qualitätssicherung dar. Angestrebt wird 2011, die

len erreicht. Dadurch konnten insgesamt weniger Müt-

Einrichtung nach DIN EN ISO 9001:2008 mit integriertem

ter/ Väter und Kinder tatsächlich eine Kur antreten.

Arbeitsschutz (BGWqu.int.as) zu zertifizieren. Ein erfreuliches Ergebnis erzielte die Spendensammlung für ein neues großes Spielgerät, den „Kletterwirbel“ für die Kinder der Kurklinik, der dank der vielen Spenden Anfang 2011 aufgestellt werden konnte. Der 60. Jahrestag des Müttergenesungswerkes war für die Kurklinik Anlass, ein großes Familienfest mit vielen

Anzahl der Beratungen Vermittelte Mütterkuren Vermittelte Mutter/Vater-Kind-Kuren Umleitungen der Krankenkassen in andere Einrichtungen Ablehnungen

21 2.048 1 350 73 213

Attraktionen für Jung und Alt und einem Tag der offenen

Widersprüche bei Ablehnungen in %

53

Tür zu veranstalten. Viele Besucher aus der Region, so

Erfolgreiche Widersprüche in %

48

aus Politik und Wirtschaft sowie Familienangehörige der

20

1. D  RK-Beratungs- und Vermittlungsstellen in Sachsen Anhalt

bundesweit angereisten Kurgäste, feierten mit den Kli-

2. D  urchgeführte Mutter/Vater-Kind-Maßnahmen in der Kurklinik Arendsee

nikmitarbeitern und dem Landesgeschäftsführer Rainer

Mütter

Kleibs sowie der Vizepräsidentin Bärbel Scheiner ein be-

Väter

eindruckendes Hoffest.

Kinder

759 35 1.224


Bildung

Expertisen bündeln Ob die Qualifizierung zur Heimleitung, Pflegedienstleitung oder Praxisanleitung, ob die Ausbildung zur staatlich anerkannten Altenpflegerin, zur Jugendgruppenleiterin oder zur Ausbilderin der Ersten Hilfe, ob Ge-

Die neue Abteilung Bildungswerk ist seit Februar 2010 am Start.

sundheitstipps für Grund- und Sekundarschulen oder die Vermittlung der Wurzeln der Rotkreuz- und Rothalb-

veranstaltungen zu zentralen Rot-Kreuz-Themen. Diese

mondbewegung – diese und viele weitere Bildungsan-

sollen die Wichtigkeit der eigenen Tätigkeit hervorhe-

gebote vereinen sich in der neuen Abteilung Bildungs-

ben und die Identität mit dem Roten Kreuz als Arbeitge-

werk. Diese Organisationseinheit des Landesverbandes

ber und Einsatzfeld stärken.

besteht seit dem 1. Februar 2010 und zählt insgesamt

Sämtliche Bildungsbereiche sind von den enormen ge-

zehn Mitarbeiterinnen. Alle haben mit Bildung zu tun.

sellschaftlichen Entwicklungen in unserem Bundesland

Fachlich zur Abteilung gehören die Berufsfachschule

betroffen, hauptsächlich von der demografischen. So

Altenpflege sowie die Fachbereiche Aus-, Fort- und

war das Bildungswerk des Deutschen Roten Kreuzes in

Weiterbildung, Jugendbildung und Breitenausbildung.

2010 mit der Entwicklung von Modellen für die künftige

Enger inhaltlicher Austausch besteht außerdem mit der

Umsetzung der Breitenausbildung beschäftigt. Die Ab-

Landesrettungsschule der DRK- und ASB-Landesver-

stimmung dazu wird sich 2011 fortsetzen.

bände.

Die Qualität und Schülerzahl unserer Berufsfachschu-

Die ersten elf Monate Bildungswerk wurden intensiv ge-

le Altenpflege konnte entgegen dem Markttrend hoch

nutzt, um die interne Kommunikation aufzubauen. Das

gehalten werden. Trotz Fachkräftemangel und einer

Zusammenwachsen des Teams trägt Früchte, denn es

Zunahme von Auszubildenden, die sich in unterschied-

führt zu einer Bündelung des gemeinsamen Wissens

lichsten Problemlagen befinden, läuft der Schulbetrieb

und zur Vereinheitlichung von Standards. So wurde das

hochwertig.

Gesamtbildungsangebot des Landesverbandes neu

Mit all diesen Schritten wurden die besten Grundlagen

systematisiert, um es auch nach außen besser präsen-

geschaffen, um im kommenden Jahr die Angebotspa-

tieren zu können.

lette zu erweitern und noch treffsicherer zu machen. Vor

Bedeutsam für die Mitarbeiterinnen des Landesver-

allem soll dabei die Berufsfachschule Altenpflege zur

bandes ist die konzeptionelle Planung von Vertiefungs-

Zertifizierungsreife gebracht werden.

21


Bildung

Neue Ordnung in der Sanitätsdienstausbildung Seit 25. November 2010 gibt es eine neue Ausbildungsordnung für den Sanitätsdienst. Die vom Präsidialrat des DRK-Bundesverbandes beschlossene neue Ordnung regelt bundesweit die Grundsätze der Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Sanitätsdienstausbildung. Damit ist das große Bestreben verbunden, eine einheitliche Qualität der Bildung im Deutschen Roten Kreuz herzustellen. In der Sanitätsdienstausbildung erweitern potenzielle Retter, aufbauend auf der Ersten Hilfe, ihre Kenntnisse

50.000 Menschen, die helfen können

und Fertigkeiten. Die Sanitäter sind dann in der Lage,

Die Anzahl der Aus- und Fortbildungen in Erster Hilfe ist 2010 wieder angestiegen. Die meisten Unfälle ereignen sich im privaten Bereich in der eigenen Wohnung und der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz oder bei Freizeitaktivitäten. Nur selten ist ein „Profi“ – ob Krankenschwester, Rettungssanitäter oder gar ein Arzt – sofort vor Ort. Aber gerade die ersten

in Sanitätswachdiensten oder bei der Gefahrenabwehr

Handgriffe sind wichtig, oft lebenswichtig, wenn drin-

mitzuwirken. Die Organisation regelmäßiger Fortbildun-

gend Hilfe benötigt wird.

gen durch das DRK stellt sicher, immer mit dem aktu-

Im Jahr 2010 bildete das Deutsche Rote Kreuz in Sach-

ellsten Wissen helfen zu können und eigene Geschicke

sen-Anhalt rund 50.000 Menschen in der Ersten Hilfe

zu trainieren.

aus. Unsere Hilfsorganisation zeigt den Teilnehmern, dass Erste Hilfe unverzichtbar und vor allem leicht erlernbar ist. Die praxisorientierten Erste-Hilfe-Lehrgänge sind der erste Schritt zu mehr Sicherheit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Kursteilnehmer lernen,

22

Ein „Rotes Kreuz“ auf jedem dritten Sitz

wie man Verletzte bis zum Eintreffen der Rettungskräfte

Steigende Teilnehmerzahlen aus den eigenen Reihen.

versorgt. Das DRK empfiehlt, die erworbenen Kenntnis-

Vor wenigen Jahren musste man die Mitarbeiter des

se alle zwei Jahre aufzufrischen.

Roten Kreuzes in einigen Aus-, Fort- und Weiterbil-

Interessierte finden individuelle, auf verschiedene Be-

dungsveranstaltungen des DRK Landesverbandes

dürfnisse abgestimmte Angebote. Dazu gehören nicht

noch suchen. Nur etwa jeder fünfte Nutzer stammte

nur der bekannte Kurs für Führerscheinanwärter, son-

aus den DRK-Kreisverbänden unseres Bundeslandes.

dern auch Auffrischungsseminare sowie spezielle Ers-

Dies hat sich gewandelt. Bei Qualifizierungen im So-

te-Hilfe-Trainings für Eltern, Erzieher, Einsatzkräfte der

zialpflegerischen Bereich könnte nun auf jeden dritten

Feuerwehren und Sportgruppen. Auch der Umgang mit

Sitzplatz ein imaginäres Rotes Kreuz gepinselt werden,

modernen Defibrillationsgeräten kann beim DRK erlernt

denn ein Drittel der Teilnehmer stammt jetzt aus den

werden. Alle unsere Lehrkräfte wurden dafür ausgebil-

eigenen Reihen. Dies zeigt uns, dass das Vertrauen in

det, die Anwendung sogenannter „Automatischer Ex-

die Qualität unserer Dienstleistungen weiter zunimmt.

terner Defibrillations-Geräte“ umfangreich zu vermitteln.

Im Jahr 2010 gab es wieder zahlreiche berufsbegleiten-

Dies ist in der Ersten Hilfe ab 2011 Pflicht. Die Ausbilder

de Bildungsangebote, die sich über mehrere Monate

können nun die Funktionsweise solcher Apparate erläu-

erstrecken. So dürfen sich einerseits Absolventen nun

tern und den praktischen Einsatz demonstrieren.

zum Beispiel „Heimleiter“, „Pflegedienstleiter“, „Wohn-


Bildung

bereichsleiter“ oder „Praxisanleiter“ nennen, andere da-

eröffnen. Zurzeit werden insgesamt 80 Schüler in der

gegen haben sich erst frisch an neue Bildungsthemen

Einrichtung zum Altenpfleger ausgebildet.

herangewagt. Während die Langzeit-Qualifizierungen gut ausgelastet sind, mussten leider einzelne Tages- und Kurzzeitveranstaltungen abgesagt werden. Hier hatten sich nicht ausreichend Teilnehmer gefunden. Davon unberührt waren Schulungen zu nationalen Expertenstan-

Mit gutem Gefühl nach Hause

Veränderungen durch das Pflege-Weiterentwicklungsge-

Das Body+Grips-Mobil ist die mobile Gesundheitsaktion des Jugendrotkreuzes.

setz im Fokus.

Seit Juli 2010 absolviert Victoria Münch ihr Freiwilliges

Verbandsintern ist es wieder gelungen, eine Qualifizie-

Soziales Jahr (FSJ) in der Geschäftsstelle des DRK Lan-

rung zum „Suchtkrankenhelfer“ durchzuführen. Sie wird

desverbandes. Für zwölf Monate ist sie als Koordinato-

von der „Aktion Mensch“ zu 100 Prozent gefördert. Wün-

rin für das Projekt „Gesund mit Grips“ verantwortlich.

schenswert wäre, dass sich in Zukunft noch mehr ehren-

Dabei wird davon ausgegangen, dass Körper, Geist

amtliche Helfer für diese interessante und wichtige Ausbil-

und Seele eine Einheit bilden. Dieses Anliegen soll spie-

dung begeistern lassen, denn nur dann kann es gelingen,

lerisch an Kinder und Jugendliche vermittelt werden.

dass kein Platz bei diesem wertvollen Bildungsangebot

Das ist für eine „FSJ-lerin“ eine sehr verantwortungs-

unbesetzt bleibt. Die potenziellen Suchtkrankenhelfer,

volle Herausforderung. Sie organisiert

die sich bisher für den Kurs entschieden haben, investie-

und koordiniert nicht nur die Einsätze,

ren ihre Freizeit, um sich fachlich auszutauschen und um

sondern tourt auch mit dem großen Mo-

ihre Kenntnisse auf diesem Gebiet zu erweitern. Mit dem

bil durch ganz Sachsen-Anhalt. Auf jeder

Lehrgang sind sie sehr zufrieden.

Fahrt lernt sie Orte kennen, von denen ihr

dards in der Pflege. Außerdem standen die wichtigsten

manche nur vom Hörensagen oder über-

Beinahe wie eine Familie

haupt nicht bekannt waren.

Die Berufsfachschule Altenpflege weist konstante Schülerzahlen auf.

an Grund-, Sekundar-, mitunter an Son-

So mancher Schüler taucht gern einmal in der Anonymi-

Helfer eingewiesen. Dazu zählen Mitarbeiter der Schu-

tät unter. Doch in der Berufsfachschule Altenpflege des

len, Lehrer, ältere Schüler und auch Eltern. Danach

Deutschen Roten Kreuzes mit ihren drei Schulklassen ist

wird gemeinsam ein Parcours aufgebaut, Materialien

das gar nicht so leicht. Hier kennt die Schulleiterin noch

werden übergeben und der Projekttag eröffnet. Meh-

jeden mit vollen Namen und weiß auch von so manchen

rere Themengebiete können in der Spiel-Lern-Strecke

Problemen, die die Lernenden mit sich herumtragen. Das

behandelt werden. Im Sekundarschul-Parcours sind

ist beinahe wie in einer Großfamilie.

das Bewegung, Ernährung, Ich und Du, Sexualität und

Diese Übersicht und gute Betreuung zahlt sich aus. So

Sucht. In kleinen Gruppen und sehr lebendig absolvie-

haben insgesamt 26 Absolventen mit guten Noten ab-

ren die Schüler die verschiedenen Stationen.

geschlossen und auch Arbeit in ihrem Beruf gefunden.

Jede Schule ist anders und auf jede Schule muss sich

Die Qualität und Nachhaltigkeit der Ausbildung zeigt sich

Victoria Münch wieder neu einstellen. Das ist auch der

auch daran, dass jedes Jahr ehemalige Absolventen zu

Grund für die vielen verschiedenen und beeindrucken-

Aufstiegsqualifizierungen in die Bildungseinrichtung de-

den Erfahrungen, die sie bisher in ihrer Zeit beim DRK

Hauptsächlich geht es um Projekttage derschulen und Gymnasien. Zuerst werden vor Ort die

legiert werden. Durch die Gewinnung neuer Ausbildungs-

sammeln konnte. „Nach jedem ereignisreichen Tag mit

betriebe und die Pflege bewährter Kooperationen ist es

Spaß, Action und Freude gehe ich auch selbst mit gu-

wieder gelungen, eine Klasse mit 24 Auszubildenden zu

tem Gefühl nach Hause“, sagt sie.

23


Kreuz & Quer

Öffentlichkeitsarbeit Ohne Öffentlichkeitsarbeit – keine Aufmerksamkeit. Diese überspitzte These hat das Deutsche Rote Kreuz wieder ins Positive gekehrt. Einige Fakten dazu: Es waren 180 Veröffentlichungen über die Arbeit des DRK Landesverbandes zu lesen. 20 Millionen Leser, Hörer und Zuschauer wurden mit den Medien des Landes erreicht. Es wurden insgesamt 200.000 Besuche auf der WebAuftritt eines ungarischen Kinderchors im Altenpflegeheim „Käthe Kollwitz“ in Halle-Neustadt

Altenhilfe Das Jahr 2010 war im operativen Altenhilfebereich des DRK Landesverbandes Sachsen-Anhalt e. V.

seite des Landesverbandes verzeichnet. Die Spendenwerbung um Hilfe für die Erdbebenkatas­ trophe in Haiti am Anfang des Jahres erwies sich als äußerst erfolgreich. Wichtige Themen des Roten Kreuzes, wie Rettungsdienst und Freiwilligendienste, konnten in den Medien aktiv besetzt werden.

geprägt durch die Integration des Ambulanten So-

Im Berichtszeitraum feierte der Landesverband seinen

zialen Dienstes (ASD) in die Strukturen des LVSA.

20. Geburtstag. Mit einer Festveranstaltung am 4. Sep-

Zum 1. 1. 2010 hat der Landesverband die Trä-

tember in Halle und guter Medienresonanz konnte sich

gerschaft des ASD vom DRK Kreisverband Halle-

der Landesverband der Politik, Verwaltung und ande-

Saalkreis-Mansfelder Land e. V. übernommen. Ab

ren Partnern präsentieren.

diesem Zeitpunkt sind der ASD, das Betreuungs-

Mit weit mehr als 200.000 Besuchern war der 14. Sach-

zentrum, ein Entlastungsangebot für Menschen mit

sen-Anhalt-Tag in Weißenfels wieder die mit Abstand

Demenz sowie das Altenpflegeheim Käthe Kollwitz

größte Veranstaltung, auf der das Rote Kreuz 2010 sei-

unter dem Namen „DRK Altenhilfe Halle (Saale)

ne Leistungsfähigkeit zeigen konnte.

„präsent. Hintergrund für diese strategische DRK-

Viele andere Gelegenheiten, um sich der Bevölkerung

Entscheidung war, die Dienstleistungskette Alten-

zu präsentieren, wurden genutzt, wie der Tag der Be-

hilfe am Standort Halle (Saale) für den Kunden aus

gegnung, die Landeswettbewerbe von Wasserwacht

einer Hand anzubieten zu können.

und Jugendrotkreuz und als Höhepunkt, der Bundes-

So wurde das Dienstleistungsspektrum im Alten-

wettbewerb des Jugendrotkreuzes im September in

hilfebereich um den Menübringdienst und den

Halle.

Hausnotruf erweitert. Bei Letztem konnte das DRK Altenhilfe Halle (Saale) mit dem ortansässigen Woh-

Kein Zweifel, die Arbeit des Roten Kreuzes ist im Land an-

nungsunternehmen HA-Neuer im vierten Quartal

erkannt und stößt auf großes Interesse bei den Menschen.

2010 ein Hausnotrufprojekt erfolgreich umsetzen. Ausbildung ist uns wichtig Das zeigt sich daran, dass im Jahr 2010 sechs junge Frauen ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Altenpflegerin beginnen konnten, womit die Ausbildungsquote gegenüber dem Vorjahr verdreifacht wurde. Im Altenpflegeheim „Käthe Kollwitz“ war es möglich, zum zweiten Mal in Folge den „Grünen Haken“ für „Verbraucherfreundlichkeit – Lebensqualität im Altenheim“ von der Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung (BIVA) e. V. zu erhalten.

24

Die Auszubildenden des Jahres 2010 neben dem Landesgeschäftsführer Rainer Kleibs


Blutspende

Originelle Spenderwerbung

Anhalt täglich 600 Blutkonserven benötigt werden und dass diese z. B. bei Unfällen und für Krebspatienten eingesetzt

Die Sonne steht schon etwas tiefer am Nachmittag des

werden, erhält Kathrin Richly

18. Juni. Vor dem „Pferdestall“ in Wittenberg ist buntes

positive Resonanz. Auch eine

Treiben zu sehen. Viele Menschen sind gekommen, ge-

Aktion wie „Blut + Jung“ schafft

hen ein und aus. Doch nein, kein Pferdeflüsterer ist dort

Bewusstsein.

zugange, sondern das Jugendrotkreuz-Team um Thomas

Dass die Spenderwerbung erfolgreich ist, zeigt auch der

Vier, dem Kreisleiter des Jugendrotkreuzes Wittenberg.

Termin im Juni 2010. „Es ist ein gutes Gefühl, anderen

Es nimmt an der Aktion „Blut + Jung“ teil, der bundeswei-

durch eine Blutspende helfen zu können“, verrät die

ten Aktion der Blutspendedienste und des JRK. Das be-

22-jährige Spenderin Christina Kolbe, im Hintergrund

deutet, Jugendrotkreuzler waren erstmals für den gesam-

sind karibische Klänge zu hören. Sie spendet schon zum

ten Ablauf eines Blutspendetermins mit verantwortlich.

dritten Mal, ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Tobias nimmt

Unter dem Motto „Strandgeflüster“ haben sie sich dafür

zum zweiten Mal an einem Spendetermin teil. An sei-

wirklich etwas Außergewöhnliches einfallen lassen: als

nem alkoholfreien Cocktail nippend, bestätigt Andreas

Spendelokal den Jugendtreff „Pferdestall“. Davor gibt es

Elvert (22 Jahre) bereits seine sechste Blutspende. Aber

einen „Strand“ mit echtem Sand, einladende Liegestüh-

auch Interessierte, wie die 21-jährige Susan Eick, sind

le, schattenspendende Sonnenschirme, Cocktails und

an diesem Nachmittag herzlich willkommen: „Vielleicht

ein sommerliches Buffet. Und natürlich – Würstchen und

spende ich beim nächsten Mal auch.“

Steaks vom Grill! „Alles super“, freut sich Thomas Vier, der sich auch sonst mit seinem Team bei verschiedenen Projekten und Veranstaltungen engagiert. Ziel dieser Aktion war es, mithilfe von jungen Rotkreuzlern mehr junge Spenderinnen und Spender zu gewinnen. „Es geht uns dabei vorrangig um Erstspender und Spender, die schon einige Zeit nicht mehr gespendet haben“, betont er. Das meint auch Kathrin Richly, die zuständige Gebietsreferentin beim DRK-Blutspendedienst NSTOB. Seit einiger

Entwicklung Sachsen-Anhalt 150.000 120.000

den auf. Wenn die jungen Leute hören, dass in Sachsen-

136.333

135.934

134.935

14.849

13.167

2009

2010

Spendenwillige

90.000 60.000 30.000

Zeit ist sie in den Beruflichen Schulen und Hochschulen der Region unterwegs und klärt dort über das Blutspen-

131.082

0

Erstspender 15.023

2007

15.736

2008

25


Grußworte

Minister des Innern des Landes Sachsen-Anhalt

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes,

Sicherheit der Besucher in unwegsamem Gelände vor und auf Bergen. Das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen-Anhalt hat auch

der Landesverband Sachsen-Anhalt des Deutschen

im Jahr 2010 wieder unter Beweis gestellt, dass es ein

Roten Kreuzes konnte im vergangenen Jahr sein

engagierter und gut ausgerüsteter Partner im Hilfe-

20. Jubiläum feiern. Zu diesen 20 Jahren engagierter

leistungssystem unseres Landes ist. Nicht zuletzt bei

und erfolgreicher Arbeit gratuliere ich nachträglich! Ihr

einer Reihe von Großschadensereignissen, wie dem

überzeugendes Engagement hat sich auch im Jahr

Massenunfall auf der Bundesautobahn 9 mit 51 Fahr-

2010 fortgesetzt.

zeugen, bei dem die medizinische Versorgung der Be-

Über 80.000 hauptamtliche Mitarbeiter und ehrenamt-

völkerung nicht allein durch den Regelrettungsdienst

liche Helfer leisteten in 20 Kreisverbänden und einem

sichergestellt werden konnte. Dank der technischen

Regionalverband mit 112 Ortsvereinen ihren Dienst an

Ausstattung des DRK und dem Einsatz seiner ehren-

der Gesellschaft. So beispielsweise in der Berg- und

amtlichen Helfer konnte über den Regelrettungsdienst

Wasserwacht, im Katastrophenschutz, in der Aus-

hinaus den zwölf Verletzen sofort medizinische Hilfe

landshilfe und der Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Dies

geleistet werden.

verdient Dank und Anerkennung.

Weitere schwerwiegende Einsätze waren das schwere

Der DRK Landesverband stellt eine Vielzahl von

Unglück eines dänischen Reisebusses, der im Februar

Helfern bei den Katastrophenschutzeinheiten vieler

ebenfalls auf der A 9 verunglückte und der Einsatz im

Landkreise und kreisfreien Städte in

Oktober an der Schwarzen Elster, die

Sachsen-Anhalt und ist damit ein zu-

über die Ufer trat.

verlässiger Partner im Katastrophen-

All diese Einsätze wurden auch von

schutz unseres Landes. Ihre Hilfsor-

ehrenamtlichen

ganisation unterstützt die Arbeit im

Dies macht uns einmal mehr be-

Katastrophenfall mit Sanitäts- und

wusst, welch hohen Wert das Ehren-

Betreuungszügen sowie mit Ret-

amt darstellt. Es ist keinesfalls selbst-

tungshundestaffeln. Insgesamt mehr

verständlich, dass Menschen ihre

als 1.200 Helfer des Deutschen Ro-

Freizeit für Einsätze und Weiterbil-

ten Kreuzes sind im Jahr 2010 im Be-

dungsmaßnahmen opfern. Sie, liebe

reich des Katastrophenschutzes tätig

Mitglieder des DRK Landesverban-

gewesen. Auch in der Wasser- und Bergwacht sind Helferinnen und Helfer des DRK

Helfern

geleistet.

des Sachsen-Anhalt, haben im Jahr Holger Stahlknecht, Minister des Innern des Landes Sachsen-Anhalt

aktiv. Der Wasserwacht ließ vor allem

2010 abermals Menschen in Not geholfen, Gefahren bekämpft und dies mitunter auch dann, wenn Sie sich

der heiße Sommer 2010 keine Ruhepause. Zwischen

dafür selbst in Gefahr begeben haben. Dafür zolle ich

Freibad Dobberkau und dem Auensee in Granschütz

Ihnen Respekt!

sicherten über 230 Frauen und Männer die öffentli-

Das DRK hat in 2010 immer wieder auf die Verzahnung

chen Badestellen und Freibäder ab. Insgesamt mehr

von Rettungsdienst und Katastrophenschutz hingewie-

als 450 Hilfeleistungen wurden durchgeführt. Sie reich-

sen. In einer kleinen Novelle des Rettungsdienstgeset-

ten vom Versorgen von Schürfwunden bis zu Präven-

zes für Sachsen-Anhalt hat dies bereits seinen Nieder-

tionsmaßnahmen. So wurden insgesamt beachtliche

schlag gefunden.

60.000 Einsatzstunden geleistet. Daneben mussten die ehrenamtlichen Retter der Berg-

Liebe Mitglieder des DRK Sachsen-Anhalt, für die Zu-

wacht des DRK Landesverbandes im vergangenen Jahr

kunft wünsche ich Ihnen Gesundheit, Kraft und weiter-

zu 55 Einsätzen ausrücken. Zu den fünf Bereitschaften

hin Begeisterung für Ihr Engagement beim DRK.

der Bergwacht zählten 2010 173 Mitglieder, von denen 95 aktiv als Retter im Einsatz waren. Die Bergwachtbereitschaften kümmern sich rund um die Uhr um die

26

Holger Stahlknecht


Grußworte

Minister für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes,

Die Kinderbetreuung ist ein weiteres Gebiet, auf dem das DRK ein wichtiger Partner ist. Mit dem Landesverband verfügt Sachsen-Anhalt über einen Träger von

mit dem vorliegenden Jahresbericht wird auch für 2010

Kindertageseinrichtungen, der sich für die Weiterent-

wieder deutlich, dass das DRK in Sachsen-Anhalt ein

wicklung der Kita-Landschaft besonders engagiert.

verlässlicher, engagierter sozialer Träger ist.

In den vergangenen Jahren stand immer wieder die

Das zeigt sich auf dem Gebiet der Jugendfreiwilligen-

Lebenssituation von Kindern, die Verbesserung ihrer

dienste, wo sich das DRK hohe Ziele gesteckt hat.

Bildungschancen und die Vermeidung von Kinderar-

So stellt es neben den vom Land geförderten Plätzen

mut im Fokus. Weil die soziale Herkunft in Deutsch-

im Freiwilligen Sozialen Jahr immer eine erhebliche

land noch immer maßgeblich über den Schulerfolg

Zahl finanzierter Plätze für junge Men-

von Kindern entscheidet, müssen

schen zur Verfügung. Die Einsatzfel-

wir allen jungen Menschen gleich

der reichen dabei von Sozialstationen

gute Voraussetzungen für den Start

über Krankenhäuser, Altenpflegehei-

in ein selbstbestimmtes Leben er-

me und Jugend- und Freizeitheime

möglichen. Der primäre Ort für die

bis hin zu Einrichtungen des Katast-

Vermittlung frühkindlicher Bildung ist

rophenschutzes. Diese Vielfalt macht

die Familie. Da Familien zunehmend

einen Träger attraktiv, wie man an der

dieser Aufgabe nicht im erforderli-

hohen Zahl der Bewerber jedes Jahr

chen Maße gewachsen sind, werden

aufs Neue sehen kann.

Kindertageseinrichtungen in den ers-

Ebenso von Bedeutung ist das En-

ten Lebensjahren für Kinder zu einem

gagement des DRK im Bundespro-

wichtigen Ort, an dem frühkindliche

gramm „Freiwilligendienste machen kompetent – Gemeinsam Perspekti-

Norbert Bischoff, Minister für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt

ven schaffen“, mit dem jungen Men-

Bildung vermittelt und erfahrbar wird. Wir werden deshalb die Rahmenbedingungen für eine gute Bildung

schen, die keinen oder einen niedrigen Schulabschluss

u. a. durch einen Ganztagsanspruch und eine ganztä-

besitzen, ohne Ausbildungsstelle sind oder eine Ausbil-

gige Förderung für alle Kinder weiter verbessern. Wir

dung nicht beendet haben, gefördert werden. Durch die

wollen auch das Personal in den Kindertageseinrich-

Kombination von berufsvorbereitenden Angeboten mit

tungen weiter qualifizieren. Dafür steht unter anderem

einem Freiwilligendienst können sie die Brüche in ihrer

das ESF-Förderprogramm „Projekt zur Verbesserung

Bildungsbiografie schließen. Nachweislich tragen die

der vorschulischen Bildung durch Qualifizierung des

Tätigkeiten als Helfer in der Altenpflege, den Rettungs-

Betreuungspersonals“. Auch hier hat sich der DRK

diensten, den Werkstätten für behinderte Menschen,

Landesverband als zuverlässiger Partner eingebracht

den Kindertagesstätten, den Behindertenfahrdiensten

und wird sich weiterhin als zielführend und qualitätsför-

oder in den Krankenhäusern dazu bei, dass diese jun-

dernd erweisen.

gen Leute das Gefühl haben, gebraucht zu werden.

In diesem Sinne – auf eine erfolgreiche Zusammenar-

Zudem kann das DRK selbst davon profitieren, wenn

beit mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie

junge Menschen sich danach für einen sozialen Beruf

Freiwilligen des Deutschen Roten Kreuzes.

und eine weitere Arbeit im DRK entscheiden. Ab Juli 2011 kommt mit dem neuen Bundesfreiwilligendienst, der den bisherigen Zivildienst ablöst, auch auf

Norbert Bischoff

das DRK in Sachsen-Anhalt eine große Herausforderung zu. Die bisherigen Zivildienstplätze müssen nun mit Freiwilligen neu besetzt werden. Das erfordert hohen Überzeugungsaufwand und viel Werbung. Doch auch dies wird das DRK Sachsen-Anhalt, wie alles andere bisher auch, gut meistern.

nis

stverständ

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sozialer sod handeln in un d an rb Ve und ger für Qualität gemeinnützi Wir stehen . ng Wir sind ein tu klung or ic w w nt Weiterent ftlicher Vera auf ständige t wie wirtscha el zi ln de . Unser Han Kompetenz verbandes) DRK Landes serungen.  es itsätzen des und Verb (Aus den Le 

27


Daten & Fakten

Deutsches Rotes Kreuz in Sachsen-Anhalt im Überblick Präsidium des DRK Landesverbandes Präsident Vizepräsidentin Vizepräsident Schatzmeister Landesjustitiar/in Landesarzt Landeskonventionsbeauftragter Landesgeschäftsführer

Roland Halang Bärbel Scheiner RA Michael Spitzmüller (bis 11.12.2010) Dr. Manfred Höhne (ab 11. 12. 2010) Matthias Nüse RA llse Sopp (bis 11.12.2010) Dr. Stefan Sasse (ab 11.12. 2010) Prof. Dr. Walied Abdulla Dr. Hellmuth Borschberg Rainer Kleibs

Die Landesleiter der Gemeinschaften gehören ebenfalls dem Präsidium an. Landesleitung Bergwacht Landesleiter Stellv. Landesleiter

Andreas Fröhlich (bis 15. 12. 2010) Heiner Jentsch (ab 15.12.2010) Heiner Jentsch (bis 15.12.2010) Friedhelm Cario (ab 15.12.2010)

Landesleitung Wasserwacht Landesleiter Stellv. Landesleiter

Marco Hoffmann Detlef Müller

Landesleitung Jugendrotkreuz Landesleiter

Andy Martius (bis 31.10.2010) Christoph Keil (ab 31.10.2010)

Marco Döring (bis 31.10.2010) Michael Meyer (ab 31.10.2010) Nico Pfeil (ab 31.10.2010)

Landesleitung Bereitschaften Landesbereitschaftsleiterin Stellv. Landesleiter Stellv. Landesbereitschaftsleiterin

Schiedsgericht Vorsitzender Stellv. Vorsitzender

Daniela Stötzer Tobias Heinicke Antje Winkler

RA Dr. Jörg J. Kronenberg RA Peter Groß

Einrichtungen des DRK Landesverbandes Altenhilfe Halle

Standort Halle

„Kurklinik Arendsee“ DRK Vorsorge- und Rehabilitationsklinik für Mutter und Kind

Standort Arendsee

Staatlich anerkannte Ersatzschule Berufsfachschule Altenpflege

Standort Halle

Landesschule des DRK Landesverbandes Sachsen-Anhalt

Standort Halle

Landesnachforschungsdienst

Standort Magdeburg

Haus des Jugendrotkreuz

Standort Harzgerode

Zusammenstellung der Auszeichnungen 2010

Korporative Mitglieder/Beteiligungen Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt e. V.

Stellv. Landesleiter

Ehrenmedaille des DRK Landesverbandes Sachsen-Anhalts

Sitz Halle

Landesrettungsschule der DRK- und ASB-Landesverbände Sachsen-Anhalt gGmbH

Sitz Halle

lntegra Weißenfelser Land gGmbH

Sitz Weißenfels

Elbe-Havel-Werkstätten gGmbH

Sitz Havelberg

Projekt 3 e. V. PSlnet e. V.

2010 Margot Mahlfeld

KV Wanzleben

Danny Seume

KV Köthen

Marco Döring

Landesverband

Horst Georgas

KV Halle-Saalkreis-Mansfelder Land

Christina Junge

KV Wernigerode

Sitz Sangerhausen

Dorit Behrends

KV Wanzleben

Sitz Sangerhausen

Günter Latuske

KV Östliche Altmark

Helga Schubert

KV Halle-Saalkreis-Mansfelder Land

Andy Martius

Landesverband

Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes Klaus-Peter Schultze

28

KV Naumburg/Nebra


Daten & Fakten

Mitgliederübersicht Anzahl Kreis- und Regionalverbände

2010 21

darin erfasste Mitglieder

Fördermitglieder des DRK

70.217

Aktive Mitglieder gesamt

5.515

darin erfasste Mitglieder

1.056

Einrichtung

Rettungshundestaffeln

180 4 53

davon Angehörige des Jugendrotkreuzes Angehörige Bergwacht

173

Sozialstationen

37 37

Angehörige Wasserwacht

2.087

Altenpflegeheime

Mitglieder Bereitschaften

1.277

Werkstätten für Menschen mit Behinderung

Arbeitskreise Sozialarbeit

668

Kindertageseinrichtungen

2 37

Schwangerschaftsberatungsstellen

8

Suchtberatungsstellen

4

18

Schuldnerberatungsstellen

1

darin erfasste Mitglieder

538

Migrationsberatungsstellen

7

Schnelle Ersatzgruppen

8

Mutter-Kind-Kureinrichtung

1

darin erfasste Mitglieder

149

Ehe-, Lebens-, Familien- und Erziehungsberatungsstellen

1

Frauen- und Kinderschutzhäuser

1

Katastrophenschutz Sanitätszüge

Betreuungszüge darin erfasste Mitglieder Katastrophenschutz-Wasserrettungszüge darin erfasste Mitglieder Kreisauskunftsbüro

DRK Kreisverbände/Regionalverband Altmark West Bahnhofstraße 59 38486 Klötze Telefon: 03909/20 45 Telefax: 0390/37 18 Waltraud Zander Kreisgeschäftsführerin Lothar Görg Vorsitzender Bernburg im Salzlandkreis Semmelweisstraße 27/28 06406 Bernburg Telefon: 03471/32 70 Telefax: 03471/32 71 50 Verena Benicke Kreisgeschäftsführerin Edith Völksch Vorsitzende Bitterfeld Mittelstraße 31a 06749 Bitterfeld Telefon: 03493/37 62 0 Telefax: 03493/37 62 20 Matthias Martz Kreisgeschäftsführer Dr. Wolfdietrich Vetter Vorsitzender

10 185 9 172 17

Kleiderkammern

36

Mehrgenerationshäuser

2

Suppenküchen

7

Kinder- und Jugendheime

7

Börde Klinggraben 7a 39340 Haldensleben Telefon: 03904/72 507-0 Telefax: 03904/72 507-20 Ralf Kürbis Vorstandsvorsitzender Rosemarie Kaatz Präsidentin

Magdeburg-Jerichower Land In der Alten Kaserne Nr. 13 39288 Burg Telefon: 03921/63 59 0 Telefax: 03921/63 59 11 Frank Ruth Vorstandsvorsitzender des Präsidiums Andy Martius Vorsitzender

Dessau Amalienstraße 138 06844 Dessau Telefon: 0340/26 08 40 Telefax: 0340/26 08 42 6 Antje Klotsch Kreisgeschäftsführerin Dr. med. Joachim Zagrodnick Vorsitzender

Köthen Siebenbrünnenpromenade 4/5 06366 Köthen Telefon: 03496/40 50 50 Telefax: 03496/40 50 51 Jeannette Wecke Kreisgeschäftsführerin Dr. Gerd Gruse Vorsitzender

Halle-Saalkreis-Mansfelder Land Händelstraße 23 06114 Halle Telefon: 0345/29 17 80 Telefax: 0345/29 17 89 9 Helga Schubert Vorstandsvorsitzende Uwe Lühr Präsident

Merseburg-Querfurt Döcklitzer Tor 21 06268 Querfurt Telefon: 034771/60 30 Telefax: 034771/60 32 2 Dr. oec. Rüdiger Lippa Kreisgeschäftsführer Maritta Morgner Vorsitzende

29


Daten & Fakten

Naumburg/Nebra Jägerstraße 28 06618 Naumburg Telefon: 03445/71 33 0 Telefax: 03445/71 33 23 Dr. Steffen Lorenz Kreisgeschäftsführer MR Dr. Manfred Höhne Vorsitzender

Sangerhausen Am Schartweg 11 06526 Sangerhausen Telefon: 03464/61 61 0 Telefax: 03464/61 61 24 Simone Klass Kreisgeschäftsführerin Dipl.-Med.Günter Dienemann Vorsitzender

Weißenfels Leopold-Kell-Straße 27 06667 Weißenfels Telefon: 03443/39 37 0 Telefax: 03443/39 37 26 Evelin Simon Kreisgeschäftsführerin Martin Neumann Vorsitzender

Östliche Altmark Moltkestraße 33 39576 Stendal Telefon: 03931/64 65 0 Telefax: 03931/64 65 26 Frank Latuske Vorstandsvorsitzender Dr. Dieter Denck Vorsitzender Präsidium

Schönebeck Böttcherstraße 3a 39218 Schönebeck Telefon: 03928/48 40 0 Telefax: 03928/48 40 18 Guido Jurczyk Kreisgeschäftsführer Thomas Warnicke Präsident

Wernigerode Lindenallee 25 38855 Wernigerode Telefon: 03943/55 34 60 Telefax: 03943/55 34 79 Erich Goedecke Kreisgeschäftsführer Dr. Volkmar Thiele Vorsitzender

Quedlinburg-Halberstadt Ballstraße 22 06484 Quedlinburg Telefon: 03946/77 00 0 Telefax: 03946/77 00 20 Michael Funke Kreisgeschäftsführer Henning Rühe Vorsitzender

Staßfurt-Aschersleben Bodestraße 35 39418 Staßfurt Telefon: 03925/37 21 0 Telefax: 03925/37 21 32 Thomas Marchewka Kreisgeschäftsführer Fred Hänsel Vorsitzender

­Wittenberg Am Alten Bahnhof 11 06886 Wittenberg Telefon: 03491/46 50 Telefax: 03491/40 24 93 Karsten Pfannkuch Vorstand Dr. med. Joachim Kluge Vorsitzender Präsidium

Salzwedel Ackerstraße 24 29410 Salzwedel Telefon: 03901/86 10 Telefax: 03901/86 12 3 Angela Reinecke-Fienhold Vorstandsvorsitzende Fred Schlademann Präsident

Wanzleben Lindenpromenade 14 39164 Wanzleben Telefon: 039209/63 90 Telefax: 039209/63 93 6 Guido Fellgiebel Kreisgeschäftsführer Dr. med. Arthur Vorwallner Vorsitzender

Zeitz Geußnitzer Straße 61 06712 Zeitz Telefon: 03441/31 08 31 Telefax: 03441/31 08 32 Ingo Gerster Vorstandsvorsitzender Sigrid Kasprzyk Präsidentin

Impressum

Redaktion: Dirk Rohra, Referent Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Fundraising

12, 14, 15, 23, 24, 25); Christian Schwier, Fotolia (S. 23); Siebert, DRK SachsenAnhalt (S. 7); Siewert, DRK (S. 22); Walter, DRK Sachsen-Anhalt (S. 3, 7, 10, 11, 22); Winter, DRK (S. 10); Zelck, DRK (Titel, S. 3, 8, 9, 16, 17, 18, 20, 21, 22, 23)

Layout: Birte Janzen

Herausgeber: Deutsches Rotes Kreuz Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. Rudolf-Breitscheid-Straße 6 06110 Halle (Saale) Telefon: (03 45) 50 08 50 Telefax: (03 45) 2 02 31 41 Internet: www.sachsen-anhalt.drk.de E-Mail: info@sachsen-anhalt.drk.de oeffentlichkeitsarbeit@sachsen-anhalt.drk.de Verantwortlich für den lnhalt: Rainer Kleibs, Landesgeschäftsführer

30

Texte: jeweilige Abteilungen und Referate, Dirk Rohra, Stephanie Bremerich Lektorat: Erdmute Hufenreuter Druck: LASERLINE Druckzentrum Berlin Fotos: DRK-Bildarchive; Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes SachsenAnhalt; Ministerium des Inneren des Landes Sachsen-Anhalt Fotografen: Citoler, DRK (S. 11); Dietrich, DRK Sachsen-Anhalt (S. 20); Frenkel, American Red Cross (Titel); Guarian, DRK (S. 3); Kokic, IKRK (S. 4); Kruck, DRK SachsenAnhalt (S. 13); Kunze, DRK Sachsen-Anhalt (S. 13, 14, 15); Pellegrini, IKRK (S. 12); Dirk Rohra, DRK Sachsen-Anhalt (S. 3, 4, 5, 6, 7,

Weitere informationen über die Arbeit des DRK Landesverbandes Sachsen-Anhalt e. V. können beim Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Fundraising in der Landesgeschäftsstelle, o.g. Adresse, gern angefordert werden. Redaktionsschluss: 23. April 2011 Unabhängig vom biologischen und sozialen Geschlecht wird in diesem Jahresbericht zur besseren Lesbarkeit in der Regel die männliche Form verwendet.


Wirtschaftsbericht

Vorläufiger Jahresabschluss 2010 (Stand: 18.05.2011) Bilanz per 31.12.2010

Gewinn- und Verlustrechnung 2010

Aktiva

31.12.2010

31.12.2009

Erträge

Anlagevermögen

13.132 T€

13.398 T€

Mitgliederbeiträge, Spenden

513 T€

463 T€

58 T€

40 T€

3.574 T€

3.267 T€

5 T€

4 T€

Zuwendungen für satzungsgemäße Aufgaben

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

655 T€

666 T€

Erträge aus Zweckbetrieben

6.447 T€

6.496 T€

Erträge aus Vermögensverwaltung

108 T€

112 T€

Wertpapiere, Kassenbestand, Bankguthaben

859 T€

775 T€

Sonstige Erträge

357 T€

289 T€

31.12.2010

31.12.2009

13 T€

4 T€

14.722 T€

14.887 T€

1.208 T€

1.262 T€

31.12.2010

31.12.2009

Materialaufwand und bezogene Leistungen

Eigenkapital (inkl. Rücklagen)

4.093 T€

4.027 T€

Personalaufwand

7.281 T€

6.382 T€

Sonderposten

6.958 T€

7.083 T€

Abschreibungen

400 T€

504 T€

246 T€

238 T€

Mittelzuweisungen an DRK-KVs und Dritte

134 T€

140 T€

3.347 T€

3.468 T€

1.910 T€

1.604 T€

78 T€

71 T€

14.722 T€

14.887 T€

66 T€

552 T€

Beteiligungen Vorräte

31.12.2010

Aufwendungen

Rechnungsabgrenzungsposten

Passiva

Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten

Sonstige Aufwendungen (inkl. Steuern) Jahresüberschuss

31.12.2009

Organigramm des DRK Landesverbandes Sachsen-Anhalt Sekretariat

Landesgeschäftsführer

Kurklinik Arendsee

Referat Personal- und Rechtswesen Hilfsgesellschaft, Gemeinschaften, Jugendrotkreuz

Betriebswirtschaft u. Unterstützung

Bildungswerk

Sozialarbeit

Sekretariat

Sekretariat

Sekretariat

Sekretariat

Rettungsdienst, Wasserund Bergwacht

Rechnungswesen und Risikomanagement

Personalentwicklung, Aus-, Fort-, und Weiterbildung

Altenhilfe

Ehrenamt, Bevölkerungsschutz, Bereitschaften

Budgetierung und Controlling

Breitenbildung, Verbreitungsarbeit

Kinder-, Familien-, und Jugendhilfe

Jugendbildung (seit 1. 3. 2010)

Behinderten- und Suchthilfe

Betriebsteil Altenpflegeschule

Gesundheitsförderung

Landesnachforschungsdienst

Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising, Marketing und Werbung

VeranstaltungsManagement Facilitymanagement, Einkauf, EDV Jugendrotkreuz

Betriebsteil Landesschule

Bereich Altenhilfe

Betriebsteil Altenpflegeheim Käthe Kollwitz

Betriebsteil Betreuungszentrum

Betriebswirtschaft und Verhandlung

Betriebsteil Ambulanter Sozialer Dienst

Abteilungen Betriebsteile

Migration und Integration

Haus des Jugendrotkreuzes Wohnheim

Projekte Projekt Freiwilligendienst

Unsere Mitarbeiterorient

Fachbereiche Beteiligungen

Landesrettungsschule

ierung

Projekt ELAN

Wir tragen Sorge für die persönlich e, methodische und fachlich e Entwicklung un serer ehrenund hauptamtliche n Mitarbeiter. Wir legen Wert auf den Arbeitssc hutz und die Förde rung der Gesundheit unse rer Mitarbeiter.  (Aus den Leitsätzen des

DRK Landesverban

des)

Projekt FFF

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Jahresbericht 2010 des DRK Landesverbandes Sachsen-Anhalt  

Die Arbeit des Roten Kreuzes im letzten Jahr, kompakt zusammengefasst im Jahresbericht 2010

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