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mes s e

landesverband

f o t oa k t i o n

a u s bi l d u n g

rettmobil 2018

manuel gonzalez

#drkweltweit

praxistag

Ein kleiner Rückblick zur Messe Seite 06

zu Visionen im DRKRettungsdienst Seite 18

Fotoaktion im Sommer 2018 Seite 25

Azubis trainieren mit Polizei und Feuerwehr Seite 11

STATUS ZWO Mitarbeitermagazin, Ausgabe 25 des DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe

sichtungstraining mit manv3D

Hintergründe und Möglichkeiten des neuen 3D Programms zum virtuellen Einsatztraining SEITE 08

rettungsdienst beim manv Teil 2 unserer Serie mit aktuellm Update zur Vorsichtung SEITE 20

sanitätsdienst im auslandseinsatz Eine Reportage über den Sanitätsdienst der Bundeswehr SEITE 16

Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe

www.drk-rhein-nahe.de


02

i n h a lt

» S.14

» S.10

» S.20

Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre und danken allen, die bei der Erstellung dieser Ausgabe mitgewirkt haben. Die Redaktion

» S.15

» S.12

STATUS ZWO | Ausgabe 25 - Juli 2018


i n h a lt 03

INHALT     STATUS ZWO                                    04 chefsache aktuell

16 sanitätsdienst im einsatz

Neues aus der Geschäftsleitung. Hier schreibt Jörg Steinheimer persönlich.

Eine Reportage zur sanitätsdienstlichen Versorgung von Soldaten der Bundeswehr im Auslandseinsatz.

05 danke niklas

18 Zukunft rettungsdienst in rlp

Unser Dank gilt dem kleinen Niklas, für eine wirklich tolle Geste!

Im Interview erläutert DRK-Landesvorstand Manuel Gonzalez seine Zuklunftsvisionen für den DRKRettungsdienst in Rheinland-Pfalz.

06 rückblick: rettmobil 2018 Die RETTmobil 2018 war für das DRK erneut ein voller Erfolg. Wir berichten über unsere Messeteilnahme.

08 Sichtung in 3D Unser Sichtungstraining in 3D begeistert immer mehr Menschen. In der STATUS ZWO berichten wir über die Hintergründe des Pilotprojektes MANV3D.

20 rettungsdienst beim manv 2. Teil der Serie mit aktuellem Update zum Vorgehen beim MANV.

25 #drkweltweit / fotoaktion Wir wünschen uns Fotos aus der ganzen Welt des Roten Kreuzes!

10 125 Mädels beim girlsday

26 mitarbeiter in fokus

Was ist inzwischen aus unseren DRK-Girlsdays geworden? Alle Entwicklungen in dieser Ausgabe.

Dienstjubiläen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

11 praxistag rettungsdienst In Nieder-Olm trainierten unsere Auszubildenden mit Polizei und Feuerwehr.

26 essex Unser ESSEX verabschiedet sich von unserem Verwaltungsleiter Willi Kindgen, der in den Ruhestand eingetreten ist.

12 rheinhessen-nahe vor ort Wir berichten über Aktionen und Veranstaltungen.

14 das drk beim rheinland-pfalz tag In Worms präsentierten wir gemeinsam mit anderen DRK Gliederungen das Rote Kreuz in Rheinland-Pfalz.

15 tag der bundeswehr Mit 13.000 Besuchern war der Tag der Bundeswehr in Baumholder ein voller Erfolg. In der Status zwo erfahrt ihr alles zum Programm des DRK.

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chefsache

CHEFSACHE AKTUELL     JÖRG STEINHEIMER                                      Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

eine konstruktive Begleitung Aller mit dem Ziel eines zügigen Inkrafttretens.

der Sommer ist jetzt auch kalendarisch angekommen. Was nicht angekommen ist, ist das mit Spannung erwartete neue Rettungsdienstgesetz für RheinlandPfalz. Dieses lässt leider noch bis nach der Sommerpause auf sich warten. Dann wird es der Entwurf sein, der bis Ende des Jahres die Gremien passieren soll und nicht vor kommendem Jahr in Kraft treten wird. Es wird richtungsweisend für die kommenden Jahre sein und die Ausrichtung des Rettungsdienstes maßgeblich formen.

Mit der ersten Rettungsdienstleiter Gesamttagung in Rheinland-Pfalz hat Manuel Gonzalez als Vorstand des DRK-Landesverbandes eine neue strategische Ausrichtung des DRKRettungsdienstes in RheinlandPfalz angestoßen. Erstmalig würde damit ein gemeinsamer strategischer Prozess angestoßen. Dafür danke

Das neue Rettungsdienstgesetz befasst sich, wie man hört, unter anderem auch mit einer Änderung der Finanzierung von Rettungswachen. Dies hat zur Folge, dass derzeit an vielen Standorten die Bauvorhaben der DRK-Rettungsdienst RheinhessenNahe GmbH ins Stocken geraten sind. Dadurch beeinflusst das neue Rettungsdienstgesetz schon jetzt die Rettungsdienstlandschaft, obwohl es noch nicht einmal im Entwurf vorliegt. Abschließend möchte ich aber ausdrücken, dass ich großes Vertrauen in die Landesregierung habe, dass der Gesetzesentwurf den Rettungsdienst in RheinlandPfalz positiv beeinflussen wird und nicht nur die im Rettungsdienst tätigen Personen, sondern auch die Bevölkerung besser versorgen wird. Deshalb hoffe ich auf eine baldige Veröffentlichung des Entwurfes und

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ich Herrn Gonzalez herzlich und freue mich, dass wir als DRKRettungsdienst Rheinhessen-Nahe ein Teil dieses Prozesses sind und damit die Zukunft nachhaltig mitgestalten können. Was Sie unsere Mitarbeiter direkt betreffen wird, ist die Tatsache, dass letztlich auch in Rheinland-Pfalz Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über vier Tonnen Einzug halten. Diesen Prozess der Umstellung gilt es positiv

zu begleiten. Lesen sie zur weiteren strategischen Gesamtausrichtung mehr in der vor Ihnen liegenden Ausgabe der Status Zwo. Die DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe gGmbH ist wieder viel unterwegs gewesen und hat die Arbeit des DRK-Rettungsdienstes präsentiert und vorgestellt. Ich danke an dieser Stelle allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die neben Ihrer Hauptaufgabe, dem Rettungsdienst, auch das DRK an vielen Orten und auf verschiedensten Veranstaltungen vertreten und vorgestellt haben. Sie tragen mit Ihrem Einsatz bei Messen und bei Veranstaltungen maßgeblich zur positiven Wahrnehmung des Deutschen Roten Kreuzes bei. Vielen Herzlichen Dank dafür. Sollten Sie über den Sommer in den Urlaub fahren, wünsche ich Ihnen gute Reise und vor Allem eine gesunde Heimkehr. Genießen Sie den Sommer in Deutschland und schreiben Sie uns von der Weltgemeinschaft des Roten Kreuzes von Ihren Urlaubsorten. Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß bei der Lektüre unserer Status Zwo und ein kleines Lächeln auf ihrem Gesicht bei der ersten kleinen Geschichte aus dem Leben des DRK-Rettungsdienstes.

Ihr Jörg Steinheimer Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe


danke

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EIN KLEINES DANKESCHÖN     SOLCHE MOMENTE MACHEN UNSEREN BERUF WERTVOLL                                     

In der letzten Zeit häufen sich Berichte über zunehmende Gewalt und Respektlosigkeit gegen Einsatzkräfte. Nicht zuletzt deswegen wurde auch der Verein HELFER sind TABU e.V. gegründet. Nun erreichte uns eine Geschichte unseres Mitarbeiters Johannes König, die zeigt, dass es auch anders gehen kann. So schreibt uns Notfallsanitäter Johannes König: “Während des NEF Dienstes fuhr ich an einer Bäckerei vor, um mir einen Kaffee zu kaufen. Ich stieg mit dem Thermobecher unserer Firma aus dem Auto aus und ein kleiner Junge lief freudestrahlend auf mich zu. Ich fragte ihn ob er sich das Auto anschauen möchte. Freudig schaute er sich alles an und lies sich alles erklären. Sein Vater meinte zu Ihm „der Mann hat sicher Pause“, später „der Mann will bestimmt einen Kaffee trinken“. Mir machte es Spass dem Kleinen das Auto zu zeigen. Es kam

wie es kommen musste und der Melder ging auf. Der Vater fragte mich noch, ob er mir ein frisches Käse-Schinkenbrötchen mit auf den Weg geben dürfte. Als Vegetarier lehnte ich dankend ab und fuhr mit Sondersignal davon. Am Sonntag morgen rief die Rettungswache an und sagte es wäre vom Vater des Jungen ein Kaffeegutschein für mich abgegeben worden. Das hat mich sehr berührt und es macht Freude, dass Mitmenschen unsere Arbeit zu

schätzen wissen.” Wir finden, dass gerade solche Erlebnisse, so selten sie auch sein mögen, unseren Beruf wertvoll machen und zeigen, dass es sich doch lohnt, jeden Tag aufs Neue davon überzeugt zu sein im Zeichen der Menschlichkeit aktiv zu sein.

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RETTMOBIL

DRK @ RETTMOBIL IN FULDA  

MESSEAUFTRITT FÜR DAS DRK-GENERALSEKRETARIAT                                    

Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr, durfte der DRKrettungsdienst Rheinhessen-Nahe auch in 2018 wieder das Messekonzept des Messestandes des Deutschen Roten Kreuzes für die DRK-Service GmbH mitentwickeln und den Stand in Fulda betreiben. Doch bevor die Messe starten konnte galt es das Messeteam zusammenzustellen und die einzelnen Aufgaben abzustimmen. Der Leitspruch beim Aufbruch nach Fulda lautete “Wir haben alles dabei, was wir nicht vergessen haben.” Freundlicherweise stellte uns die Mercedes-Benz Niederlassung aus Mainz einen kostenfreien Transporter zur Verfügung. So konnte das komplette Material problemlos nach Fulda transportiert werden. Das Deutsche Rote Kreuz präsentierte sich in diesem Jahr mit dem Thema „Digitalisierung

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in Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz“ und stellte verschiedene Möglichkeiten des Einsatzes digitaler Technik mit dem Schwerpunkt „Virtual Reality“ vor. Am Messestand konnten die Besucher dann gleich mehrere Aktionsangebote erleben. Den meisten Spaß hatten die Messebesucher mit der neuen DRK-Fotobox, die wir eigens für die RETTmobil entwickelt haben. Während den drei Messetagen entstanden so über 1.000 Erinnerungsfotos mit speziellem RETTmobil Motiv des Deutschen Roten Kreuzes. Dabei war es möglich sich sein Erinnerungsfoto direkt auszudrucken und im DRKBriefumschlag mitzunehmen oder es sich zusärtzlich per Email zukommen zu lassen. Die Email, welche versendet wurde enthielt, neben dem DRK-Foto, noch Informationen zur Notfallsanitäterausbildung,

dem DRK-Freiwilligendienst und Angeboten des DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe. Zum Themenbereich Digitalisierung stellten wir unser neues 3D Trainingssystem MANV3D vor (siehe Artikel auf Seite 8). Auch hier nutzten viele Gäste die Möglichkeit, das Pilotprojekt zu testen. Auf einem großen Touchscreen konnten sich Messebesucher in 3D durch ein Einsatzszenario mit mehreren Verletzten klicken und dabei eine Sichtung nach PRIOR Algorithmus durchführen. Ende des Trainings erwartete die Nutzer ein Fragebogen, der die Rückmeldung an die Leitstelle simulierte. Wer sich noch weiter mit dem System beschäftigen wollte, konnte am Messestand eine echte VR-Brille von HTC testen. Hier konnten Patienten gleich per Klick triagiert werden. An dieser Stelle danken wir HTC für die


RETTMOBIL

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Bereitstellung der Hardware. Als Partner konnte das DRK zudem Experten des Forschungsprojektes „Teamwork“ der Universität Paderborn (CIK) gewinnen. Das Forschungsteam präsentierte am Messestand des DRK ein Projekt aus dem Bereich des „Serious Gaming“. An mehreren PC-Stationen konnten Besucher das neuartige Konzept selbst testen. Ziel des Forschungsprojekts TEAMWORK ist es, Einsatzkräfte und Bevölkerung mittels eines innovativen „Serious Gaming“-Konzepts auf komplexe Krisenlagen vorzubereiten. Verschiedene Szenarien werden, basierend auf Erfahrungen aus realen oder potentiellen Krisen, in eine virtuelle Umgebung überführt, simuliert und ausgewertet. TEAMWORK verbindet innovative Aspekte von IT, Training von Einsatzkräften, spielbasierter Wissensvermittlung an die Bevölkerung sowie neue Formen der Entscheidungsunterstützung in komplexen Situationen, um neue und kreative Lösungen sowie Handlungsoptionen für Krisenszenarien zu finden. TEAMWORK wird im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ der Bundesregierung über einen Zeitraum von drei Jahren mit rund 2,1 Millionen Euro gefördert. Bereits zum zweiten Mal veranstalteten wir am Messedonnerstag einen DRKStandabend. Wir haben uns sehr gefreut, dass Prof. Dr. Peter Sefrin als DRK-Bundesarzt zugesagt hat und einen aufschlußreichen Impulsvortrag zum Thema “Gesundheitsversorgung im Alltag und bei Großschadenslagen – Handlungsnotwendigkeiten für den Rettungsdienst “ hielt. Zu Musik von DJ Tom, rheinhessischen Tapas aus eigener Herstellung konnten wir viele Gäste von Feuerwehr, THW, Industrie und Politik begrüßen. Unter anderem haben uns der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes Hartmut Ziebs und THW-Präsident Albrecht Broemme besucht. Auch der DRK-Landesvorstand von RheinlandPfalz, Manuel Gonzalez, stattete uns einen Besuch ab. Wir freuen uns schon auf die nächste RETTmobil vom 15.-17. Mai 2019 in Fulda!

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Zukunft

PILOTPROJEKT MANV3D     EINSATZTRAINING UND SICHTUNG IN 3D                                     

Das Deutsche Rote Kreuz setzt auf Digitalisierung in Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz. Anlässlich der RETTmobil 2018 präsentierten wir in Zusammenarbeit mit dem DRK-Generalsekretariat Lösungen für virtuelles Einsatztraining und neuartige 3D Visualisierungen. Dazu stellt der DRKRettungsdienst Rheinhessen-Nahe ein neues Pilotprojekt vor, welches aus 3D Scans an realistischen Orten eine virtuelle Umgebung erstellt. In dieser können sich Einsatzkräfte dann frei bewegen und beispielsweise eine Sichtung der Einsatzstelle vornehmen. So ist es möglich, jeden erdenklichen Einsatzort in 3D darzustellen und diese Daten dann für die Einsatzplanung, Lageerkundung oder auch Ausbildung zu nutzen. Zur Realisierung konnte das DRK das rheinland-pfälzische

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Unternehmen Nahecopter gewinnen, welches die Erstellung der 3D Inhalte und Luftaufnahmen übernahm. Die Virtualisierung der von Nahecopter erstellen 3D Daten übernahmen die Experten von Tikab aus Schweden. Ein weiteres interaktives Erlebnis bietet der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe mit einer virtuellen 3D Tour durch eine der modernsten Rettungswachen in Rheinland-Pfalz.

im Anschluss verarbeitet werden.

Damit jeder potentielle Einsatzort zu einem 3D Szenario werden kann, ist zunächst ein spezieller 3D Scanner und viel Erfahrung nötig. Der Scanner wird für die Produktion der lückenlosen 3D Daten an verschiedenen Stellen im Objekt positioniert und scannt dann automatisch die Umgebung. Durch die hochauflösenden Scans mit Infrarottechnik entstehen nach und nach 3D Daten des Objektes, welche

Aus nur einem Scanvorgang entstehen so gleich mehrere Nutzungsarten der Daten: • •

• • • • •

virtueller 3D Rundgang für mobile Endgeräte, Computer oder VR-Brillen unbegrenzte Fotos aus jeder Perspektive mit bis zu 36 Megapixeln Auflösung Pläne für Grundrisse und Raumaufteilung 3D Modell des Objektes gespiegelter Deckenplan komplette Vermessung des Objekts schematischer Grundriss mit Bemaßungen 360° Fotos von jedem Scanpunkt

MANV3D ist auf jedem mobilen


ZUKUNFT 09

Endgerät oder Computer nutzbar. Dabei kann der Anwender entscheiden, ob er es per ‘touch and walk’ oder als VR Version mit einer Virtual Reality Brille (z.B. Zeiss VR One Plus) nutzt. Eine weitere Variante ist die Virtualisierung und Konvertierung, der vom Scanner aufgenommenen 3D Daten für eine virtual reality Brille. Innerhalb der Anwendung kann der Nutzer dann die Verletzten sichten und mit verschiedenen Markierungen, analog der bekannten Sichtungskategorien I-IV, kategorisieren. Zudem ist es möglich weitere virtuelle Objekte zur Szenerie hinzuzufügen. So entstehen im gleichen Objekt immer verschiedene Szenarien. Das erstmals auf der RETTmobil präsentierte Trainingssystem begeisterte nicht nur viele Besucher, sondern auch Experten aus Notfallmedizin und Bevölkerungsschutz. DRK-Bundesarzt Professor Dr. Peter Sefrin äußerte sich im Nachgang der RETTmobil und nach einem persönliche Systemtest sehr begeistert: “Im Rettungsdienst werden nicht nur intensive Kenntnisse gefordert, sondern auch besonders praktische Erfahrung. Diese muss im Rahmen der Aus- und Fortbildung vermittelt werden. Da das “Objekt” für die praktische Tätigkeit jedoch der Patient ist, verbietet sich ein Üben an ihm. Hier bietet die virtuelle Technik mit dem Schwerpunkt “Virtual Reality” einen neuen Weg der Schulung. Durch die virtuellen Trainingsmöglichkeiten ergeben sich neue Möglichkeiten nicht nur der Schulung von Skills, sondern diese auch in eine Umgebungssituation einzubringen, die sich an realistischen Orten orientiert. So ist mit dem Projekt RTW360° der Innenraum eines RTW vorgegeben, in dem bestimmte Versorgungstätigkeiten durchgeführt werden können. Durch die Flexibilität des Systems ist es auch möglich, verschiedene Szenarien einzuspielen, um so der Realität möglichst nahe zu kommen. Gerade bei der Ausnahmesituation eines Massenanfalls von Verletzten/ Erkrankten sind die echten Übungsmöglichkeiten beschränkt

und wenn dann mit einem erhöhten Aufwand verbunden. Das Projekt “MANV3D” ist eine neue innovative Möglichkeit die Organisastion und Versorgung von Patienten in 3D virtuell umzusetzen, so dass das Gefühl entsteht, die Maßnahmen in Wirklichkeit zu erleben. Ein Konsortium aus IT-Spezialisten hat gemeinsam mit dem DRKRettungsdienst Rheinhessen-Nahe mit seinem Pilotprojekt einen neuen Weg der Schulung im Rettungsdienst aufgezeigt.” Am Rheinland-Pfalz Tag nutzte auch der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) die Gelegenheit das MANV3D System auszuprobieren und hatte gleich mehrere Ideen, diese Technik auch für Projekte des Ministeriums zu nutzen.

Direktlinks: MANV3D Demoversion für Smartphones, Tablets und PCs. Einfach QR Code scannen und direkt kostenlos starten. MANV3D Videoclip Hier zeigen wir die gesamte Anwendung im Film

MANV3D Making Of Video

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G i r l s d ay

125 MÄDELS BEIM DRK-GIRLSDAY

    VERANSTALTUNG HAT WEITERHIN ERFOLG                                     

Auch in diesem Jahr haben wieder rund 125 junge Mädchen ab der siebten Klasse an unseren Girlsday Aktionstagen auf den DRK-Rettungswachen in Mainz, Alzey, Worms, Bad Kreuznach und Idar-Oberstein teilgenommen. Mittlerweile ist der Girlsday im DRKRettungsdienst bereits eine gefestigte Tradition geworden. Dass das Angebot am Puls der Zeit liegt, zeigen die jährlich steigenden Anmeldezahlen. Unser Aktionstag in Mainz war in diesem Jahr bereits innerhalb weniger Tage ausgebucht. Auch in Bad Kreuznach, Alzey und Worms waren die 25 Plätze pro Standort innerhalb zwei bis drei Wochen komplett belegt. Erfreulicherweise steigen auch in IdarOberstein die Anmeldezahlen jedes Jahr weiter an. Aktuell zählt der DRKRettungsdienst Rheinhessen-Nahe

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zu den größten Anbietern von Girlsdayplätzen in Rheinland-Pfalz. “Wir sind uns sicher, dass der DRKGirlsday einen nachhaltigen Effekt auf die Anzahl der Bewerbungen im DRK-Freiwilligendienst und der Notfallsanitäterausbildung hat und zur Lobbyarbeit im DRK-Rettungsdienst

d i e Te i l n e h m e r i n n e n n a c h ihren Erfahrungen gefragt. Die Rückmeldungen der Mädchen zeigen deutlich, dass das Konzept der Aktionstage auf reges Interesse stösst. Besonders positiv wurde das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Girlsday in Verbindung mit praktischen Tätigkeiten und den Fragerunden hervorgehoben. Auch im nächsten Jahr werden wir uns wieder am Girlsday beteiligen. Anmeldungen nehmen wir ab März 2019 über das Portal von girlsday.de entgegen.

beiträgt”, erklärt Jörg Steinheimer seine Motivation zur Teilnahme am Girlsday. Nach jedem Girlsday werden

Video zum DRK-Girlsday 2018:


Praxistag 11

TEAMWORK BEIM PRAXISTAG     AUSZUBILDENDE TRAINIEREN GEMEINSAM MIT POLIZEI                                     

Die Zusammenarbeit mit Einsatzkräften der Polizei und der Feuerwehr bei einem Verkehrsunfall, trainierten unsere Auszubildenden bei einem Praxistag in Nieder-Olm. Für diesen von unseren Praxisanleitern organisierten Tag, waren gleich zwei Szenarien vorgesehen. Im ersten Szenario ging es um die Bewältigung eines größeren Verkehrsunfalls mit eingeklemmten Personen. Im Fokus stand das koordinierte Vorgehen in Abstimmung mit Feuerwehr und Polizei, mit dem Ziel die Patienten möglichst schnell und schonend zu retten und im Anschluss zu versorgen. Das zweite Szenario nach der gemeinsamen Mittagspause war eigentlich in ähnlicher Weise geplant. Doch wie das Einsatzleben so spielt, musste die Feuerwehr Nieder-Olm zu einem Großbrand in Ockenheim

ausrücken und stand damit für die weitere Übung leider nicht mehr zur Verfügung. Kurzerhand entwickelten die Übungsleiter von Rettungsdienst und Polizei ein weiteres Unfallszenario ohne eingeklemmte Personen. Bei diesem Unfallhergang sahen sich die ersteintreffenden Polizisten mit gleich mehreren Verletzten konfrontiert. Auch das ersteintreffende Rettungsteam war zu Beginn mit der Lagebeurtelung und Patientensichtung nach PRIOR® Algorithmus beschäftigt, bevor es dann um die individualmedizinische Versorgung der Patienten ging. Bei PRIOR® handelt es sich nicht nur um einen alltäglich anwendbaren, standardisierten Algorithmus zu initialen Orientierung über eine Vitalbedrohung Betroffener bei MANV. PRIOR® stellt zugleich auch ein medizinisches

Einsatzmanagementtool dar. Darüber hinaus wurde PRIOR® dahingehend entwickelt, dass nicht nur Verletzte der Sichtungskategorie (SK) I sicher identifiziert werden, sondern auch vital bedrohte Betroffene mit nichttraumatologischen Krankheitsbildern der SK I sicher zugeordnet werden können. Neben viele Lerneffekten hatten alle Beteiligten sichtlich Spaß an diesem Praxistag. Alle Akteure waren sich einig, dass solche Praxistage öfter durchgeführt werden sollten und die Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Polizei häufiger trainiert werden müsste. 360° Video zum Praxistag:

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wir vor ort

RHEINHESSENNAHE VOR ORT AKTIONEN & VERANSTALTUNGEN IM ÜBERBLICK

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BERUFSMESSE WORMS Zusammen mit dem Team Freiwilligendienste des DRK-Landesverbandes RheinlandPfalz waren wir in diesem Jahr erstmals auf der Berufsinformationsmesse in Worms. Mit vollem Programm wie Fotobox, VR-Rettungswagen und jeder Menge Informationen zur Notfallsanitäterausbildung und zum DRK-Freiwilligendienst war es am Messestand nie langweilig und wir konnten viele junge Menschen begeistern.

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ARBEITEN 2030 Das Zentrum für Gesellschaftliche Verantwortung hatte in Mainz zur Tagung rund um das Thema “Arbeiten 2030 - Entdeckungsreise in die digitale Arbeitswelt von morgen” eingeladen. Hier stellten wir als Leiter eines Workshops die Möglichkeiten der Digitalisierung in der Aus- und Fortbildung vor. Die rund 100 Gäste hatten Gelegenheit, den VR-Rettungswagen und unser MANV-3D System zu testen und zeigten sich danach sehr erstaunt.

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BERUFSMESSE KIRN Traditionell beteiligen wir uns an der Berufsmesse in Kirn. Besonders in der strukturschwachen Region ist die Notfallsanitäterausbildung eine sichere Zukunftsperspektive für junge Menschen. die Kollegen der Rettungswache Kirn informierten auch zum Freiwilligendienst im DRK und erläuterten die Tätigkeiten von Notfallsanitätern.

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wir vor ort 13

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BRK MÜNCHEN AUF I N F O R M AT I O N B E SUCH Der Kreisverband München des Bayerischen Roten Kreuzes besuchte uns im Juni einen ganzen Tag lang, um sich die Strukturen und Abläufe beim DRK-Rettungsdienst RheinhessenNahe anzuschauen und mit uns ins Gespräch zu kommen. Nach einer Gesprächsrunde in der Verwaltung in Mainz besuchten die Kollegen unser Logisitkzentrum in Sprendlingen und die Integrierte Leitstelle in Bad Kreuznach. Nach einem tollen Tag freuten wir uns sehr über die Einladung nach München.

O(P)PENRUN Fünfzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezwangen die Laufstrecke des Op(p)en-Runs in Oppenheim. Bei dem Benefizlauf waren über 1.000 Läufer am Start und bewältigten Strecken von fünf bis 21 Kilometern. der Erlös ging in diesem Jahr an die Jugendabteilung des FSV Oppenheim und an den Förderverein Tumor- und Leukämiekranke Kinder Mainz e.V. Mit dem „erlaufenen“ Geld wird die Stiftung wieder wichtige Projekte für die kleinen Patienten und ihre Familien umsetzen.

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TAG DER OFFEENEN TÜR RW BAUMHOLDER Am Tag der offenen Tür der DRKRettungswache Baumholder war jede Menge los. Gemeinsam mit der Feuerwehr Baumholder gestalteten die Kollegen eine abwechslungsreichen Tag für viele Gäste und ließen Besucher in die Rettungswache schnuppern. Dort konnten die Gäste den virtuellen Rettungswagen ausprobieren und Fragen zum Rettungsdienst stellen. Vor allem die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr machte den Tag zu einem großen Erfolg.

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DRK-LANDESVERBAND ERÖFFNET SIMULATIONSZENTRUM Als Gäste durften wir bei der Einweihung des Simulationszentrums im DRK-Bildungsinstitut in Nackenheim dabei sein. Am Beispiel einer Allergischen Reaktion konnten zwei unserer Mitarbeiter gleich eine Live-Simulation mit anschließendem Debriefing erleben. Das Simulationszentrum bietet die Möglichkeit, an Vollsimulatoren, welche neben Atmung und Kreislauf auch die Wirksamkeit von Medikamenten simulieren können, realitätsnahe Szenarien zu trainieren. „Mit dem neuen Simulationszentrum schaffen wir eine hochgerüstete Trainingstechnik für unsere notfall- und rettungsmedizinische Ausbildung,“ informierte Manuel Gonzalez, Vorstand des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz.

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wir vor ort

RHEINLAND-PFALZ TAG IN WORMS

    DRK RHEINLAND-PFALZ ZEIGT ROTKREUZWELT IN WORMS                                    

Der Rheinland-Pfalz Tag in Worms war für das Deutsche Rote Kreuz eine vielseitige Veranstaltung, bei der sich nicht nur der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe, sondern auch viele andere DRK Organisationen präsentierten. So zeigte die DRKRettungshundestaffel aus Alzey ihr Können bei mehreren Vorführungen mit den Rettungshunden. Das Jugendrotkreuz RheinlandPfalz begeisterte vor allem die jüngeren Besucher mit stylischen Airbrushtatattoos aus allerlei verschiedenen Vorlagen. Als Rettungsdienst informierten wir zur Ausbildung zum Notfallsanitäter und dem DRK-Freiwilligendienst, sowie möglichen Ausbildungen im DRK in Rheinland-Pfalz. Große Begeisterung rief unsere neue DRKFotobox hervor, welche an den drei

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Tagen pausenlos im Einsatz war. Eigens für den Rheinland-Pfalz Tag hatten wir ein besonderes Fotolayout gestaltet, welches als Rahmen für ein Erinnerungsfoto diente. Da war es nicht verwunderlich, dass auch einige prominente Persönlichkeiten

vor der Fotobox posierten und ihr persönliches DRK Foto gleich mit nach Hause nahmen. Zu den Gästen beim DRK zählten auch Innenminister Roger Lewentz, Andreas Hitzges vom

rheinland-pfälzischen Innenministerium und einige Bundestagsabgeordnete. Natürlich statten auch die beiden DRK-Landesvorstände Anke Marzi und Manuel Gonzalez, sowie nunser Geschäftsführer Jörg Steinheimer, den Aktiven einen Besuch ab. Das DRK Bildungswerk aus Worms bot Kaffee und Kuchen an und erläuterte die Ausbildungsund Fördermöglichkeiten im Berufsbildungswerk. Die gesamte Bandbreite der Ausbildungen in Rettungsdienst und Katastrophenschutz zeigte das DRK Bildungsinstitut aus Mainz. Hier konnten die Besucher einen Rettungswagen besichtigen und das Notarzteinsatzfahrzeug erkunden. Der Rheinland-Pfalz Tag war somit eine tolle Veranstaltung für das gesamte Rote Kreuz in Rheinland-Pfalz.


wir vor ort 15

TAG DER BUNDESWEHR

    DRK PRÄSENTIERT EHRENAMT UND RETTUNGSDIENST                                    

Beim Tag der Bundeswehr, welcher in diesem Jahr auch in Baumholder stattfand, durfte das Deutsche Rote Kreuz als Partner der Bundeswehr im Sanitätsdienst natürlich nicht fehlen. An sechzehn Standorten hatte die Bundeswehr Bürgerinnen und Bürger zu einem groß angelegten Aktionstag eingeladen, um die Vielfalt an Leistungen und Angeboten der Bundeswehr zu demonstrieren. Gemeinsam mit dem DRKKreisverband Birkenfeld zeigten wir auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern das gesamte Hilfeleistungspotential des Roten Kreuzes im Bereich des Gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes. So konnten Besucherinnen und Besucher einen “Behandlungsplatz

7” in einem Schnelleinsatzzelt bestaunen oder einen Gerätewagen SAN -Bund erkunden. In einem weiteren Zelt bestand die Möglichkeit unseren virtuellen Rettungswagen und das Sichtungssystem MANV3D zu testen. Vor allem

Bundeswehrangehörige zeigten großes Interesse an dem digitalen Sichtungstraining. Unsere Fotobox war mit einem Veranstaltungslayout für den Tag der Bundeswehr

bestückt und lieferte den rund 13.000 Besuchern viele tolle Erinnerungsfotos. Natürlich nutzten wir auch die Gelegenheit, den Sanitätsdienst der Bundeswehr mit Feldlazartett und Sanitäsfahrzeugen zu besuchen und den fachlichen Austausch zu pflegen. In Zukunft besteht eventuell die Möglichkeit enger mit dem Standort Baumholder zusammenzuarbeiten und gemeinsame Fortbildungen anzubieten. Wie der Santätsdienst der Bundeswehr im Einsatz funktioniert und welche Strukturen bei Auslandsseinsätzen bereitgehalten werden, erläutert der Artikel auf der nächsten Seite.

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rettungsdienst

SANITÄTSDIENST DER BUNDESWEHR     EIN EINBLICK IN DIE VERSORGUNG IM EINSATZ                                    In Krisengebieten über die ganze Welt verteilt aber auch zur Unterstützung in Deutschland befinden sich Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Mit modularen Sanitätseinrichtungen gewährleisten sie schnell die medizinische Versorgung.

Zentraler Auftrag des Sanitätsdienstes der Bundeswehr ist, die Gesundheit der Soldatinnen und Soldaten zu schützen, zu erhalten und wiederherzustellen. Dies sowohl im Einsatz als auch in der Heimat. Im Rahmen der Auslandseinsätze der Bundeswehr wird für die dort eingesetzten Soldaten eine sanitätsdienstliche Betreuung sichergestellt, die im Ergebnis einer Versorgung in Deutschland entspricht. Um diese Versorgungsqualität zu gewährleisten, werden in Abhängigkeit von Auftrag und Risiko, Einsatzraum sowie Möglichkeiten zur multinationalen sanitätsdienstlichen Zusammenarbeit und medizinischen Kapazitäten des Einsatzlandes sanitätsdienstliche

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Fähigkeiten definiert. Die Rettungskette und Behandlungseinrichtungen

ihre

Die modularen Containerund Zeltmodule können zu Rettungsstationen, Rettungszentren und Einsatzlazaretten für die sanitätsdienstliche Behandlung von Patienten in den Einsatzgebieten zusammengefügt werden. Das breite Spektrum an Modularen Sanitätseinrichtungen mag für den Außenstehenden verwirrend sein. Doch dahinter steckt ein klares Konzept – die Rettungskette. Für die Rettungskette im Einsatz sind nach gültigem NATO-Standard verbindliche Vorgaben hinsichtlich der

Zeitlinien der Behandlung von verwundeten Soldatinnen und Soldaten festgelegt: a) Erweiterte Erste Hilfe Maßnahmen: Blutungsstillung und Atmungskontrolle innerhalb der ersten zehn Minuten nach Verwundung. b) Damage Control Resuscitation (DCR): Beginn mit ersten notfall – und intensivmedizinischen Maßnahmen (eingeschlossen Bluttransfusion) zur Schadensbegrenzung und Stabilisierung innerhalb einer Stunde nach Verwundung. c)Damage Surgery (DCS):

Control Beginn mit


rettungsdienst 17 lebensrettenden chirurgischen Eingriffen zur Schadensbegrenzung und Stabilisierung innerhalb der ersten zwei Stunden nach Verwundung.

mehr als einem Jahr sind grundsätzlich feste Infrastrukturen vorgesehen, um dem Verschleiß der modularen Einsatzelemente vorzubeugen.

Die Einhaltung dieser Zeitlinien, die auf den Erkenntnissen vieler Einsätze sowie internationaler Erfahrungen in der Trauma-Versorgung basieren, ist entscheidend für das Überleben und die Begrenzung gesundheitlicher Spätfolgen eines verwundeten Soldaten. Diese aus den präklinischen und klinischen Erfordernissen abgeleiteten zeitlichen Vorgaben sind zudem wichtige Grundlagen für die taktische und operative Einsatzplanung. Die sehr unterschiedlichen Bedingungen in den Einsatzgebieten der Bundeswehr sowie eine meistens eingeschränkte Sicherheitslage haben zur Folge, dass die Rettungskette im Einsatz keine vollständig spiegelbildliche Abbildung der rettungsdienstlichen Ablauforganisation in Deutschland darstellen kann. Der jeweiligen Einsatzlage angepasst, kann der Rettungsweg eines Verwundeten unterschiedliche Wege über eine Reihe von Sanitätseinrichtungen aufsteigender Leistungsfähigkeit nehmen (Abb.1). Die Rettungskette funktioniert im Einsatz über einen entsprechend flexibel ausplanbaren Verbund von Transportmitteln und in ihrer Leistungsfähigkeit abgestuften medizinischen Behandlungseinrichtungen.

Behandlungsebene 1

Einsatzdauer und Reaktionszeit entscheidend Je nach Einsatzdauer und Reaktionszeit im Vorfeld kommen neben den mobilen Sanitätselementen weitere Sanitätseinrichtungen zum Einsatz. Für schnell ablaufende Operationen gibt es luftverlegbare, zeltgestützte Einrichtungen (LSE), die nur kurzzeitig eingesetzt werden, in der Regel lediglich über begrenzte medizinische Eingriffsmöglichkeiten verfügen und gegebenenfalls durch Elemente der containerisierten modularen Einrichtungen (MSE) oder gar feste Infrastruktur ersetzt werden. Containerisierte Behandlungseinrichtungen sind für einen Einsatz von bis zu zwölf Monaten konzipiert. Ab einer Einsatzdauer von

Schwerpunkt bei der Behandlungsebene 1 ist die allgemein- und notfallmedizinische Versorgung. Das heißt, die qualifizierte Aufrechterhaltung und Sicherung der Vitalfunktionen mit Hilfe moderner notärztlicher Verfahren wird hier gewährleistet. Im Falle eines Weitertransports dient die Rettungsstation zur Stabilisierung des Patienten. Aufgrund der hohen Anforderung an Mobilität sind hier Einrichtungen gefragt, die einen möglichst kleinen logistischen Fußabdruck hinterlassen. Für diese Anforderungen wurden die Rettungsstation und die Luftlanderettungsstation konzipiert. Die Rettungsstation besteht aus einem Container, einem Container Versorgungspalette, einem aufblasbaren Zelt sowie der dafür erforderlichen Transportkomponente. Die Rettungsstation gibt es als geschützte und ungeschützte Variante. Diese ist innerhalb einer Stunde einsatzbereit. Sie kann selbstständig oder innerhalb des Gesamtsystems einer modularen Sanitätseinrichtung verwendet werden. Sämtliche zur Aufgabenerfüllung auf dieser Behandlungsebene notwendigen medizinischen Geräte werden in der Rettungsstation mitgeführt und benötigen keinen weiteren Transportraum. Diese Konfiguration ist auch als eine rein zeltgestützte luftbewegliche Variante (LLRS) möglich. Behandlungsebene 2 Zur Behandlungsebene 2 gehören das Rettungszentrum und das Luftlanderettungszentrum. Sowohl die containergestützte als auch die zeltgestützte Konfiguration sind in einer leichten und einer verstärkten Variante möglich. Insbesondere das Rettungszentrum leicht (RZ le) wurde bei zahlreichen Auslands-, Katastrophen- oder anderen Hilfseinsätzen der Bundeswehr eingesetzt. In ihm erfolgt durch ca. 48 Soldatinnen und Soldaten die

chirurgische Akutversorgung, intensivmedizinische Überwachung sowie die Überwachung und Pflege der Patientinnen und Patienten nach Operationen. Der medizinische Standard ist dabei vergleichbar mit einem Deutschen Kreiskrankenhaus. Bereits eine Stunde nach Eintreffen am Einsatzort können im RZ le erste Patienten aufgenommen werden, und innerhalb von nur sechs Stunden ist die volle Einsatzbereitschaft hergestellt. Das RZ le kann flexibel zu einem größeren Rettungszentrum erweitert werden. Das Namenskürzel „leicht, le“ darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass zum Aufbau und Transport bei dieser Variante mehrere Lastkraftwagen sowie ein Kran mit mindestens 20 Tonnen Nutzlast benötigt werden. Bereits die zeltgestützte Konfiguration des Luftlanderettungszentrums leicht (LLRZ le) bringt stattliche 80 Tonnen auf die Waage. Behandlungsebene 3 Das Einsatzlazarett ist quasi die Königsklasse der MSE und wird durch die Erweiterung eines Rettungszentrums (Behandlungsebene 2) um fachärztliche, pflegerische und OP-Kapazitäten erreicht. Ein Einsatzlazarett ist aufgrund seiner personellen und materiellen Ausstattung zur multidisziplinären Diagnostik und Therapie befähigt. Das Einsatzlazarett ist in zwei Konfigurationen möglich. Diese unterscheiden sich aber lediglich in ihrer Pflegekapazität von 72 bzw. 180 Betten. Behandlungsebene 4 Ergänzt wird die Rettungskette noch durch die Behandlungseinrichtung 4. In erster Linie stehen mit der vierten Behandlungsstufe Bundeswehrkrankenhäuser zur Verfügung. Es werden auch zivile Krankenhäuser genutzt und Rehabilitationseinrichtungen beansprucht. Nach Rückführung des Patienten aus einem Einsatzgebiet erfolgen in diesen Einrichtungen alle notwendigen weiteren medizinischen Behandlungen und Therapien. Quelle: PIZ Sanitätsdienst der Bundeswehr

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landesverband

1. GESAMTTAGUNG RETTUNGSDIENST  

ZUKUNFTSFÄHIGKEIT DES RETTUNGSDIENSTES IM FOKUS                                    

Große Resonanz gab es anlässlich der 1. Gesamtleitertagung Rettungsdienst des DRK in Rheinland-Pfalz, zu der Vorstand Manuel Gonzalez eingeladen hatte. Neben der Vorstandskollegin Anke Marzi nahmen an der Tagung in Mainz alle Rettungsdienstgeschäftsführer und Leiter Rettungsdienst des DRK in RheinlandPfalz teil. Zugegen waren auch Vertreter der Leitstellen und Fachreferenten sowie Gäste. In der Folge baten wir den Landesvorstand zu einem Interview zur Zukunft des DRK-Rettungsdienstes in Rheinland-Pfalz. Herr Gonzalez, wie beurteilen Sie die aktuelle Situation des DRKRettungsdienstes in Rheinland-Pfalz? “Die derzeit vielfach beschriebenen aktuellen Problemstellungen in der Notfallversorgung die sich u.a. aufgrund der Veränderungen der

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Versorgungsstrukturen und mangelnder sektoraler Vernetzung der Akteure in der Akut- und Notfallversorgung aber auch aufgrund eines erkennbaren veränderten Patientenverhaltens ergeben, können vom DRK-Rettungsdienst in RheinlandPfalz weitestgehend bestätigt werden. Beispielhaft sei hier die Fehlleitung von Patientenströmen oder die Nutzung des Rettungsdienstes für Bereiche der Gesundheitsversorgung, für die andere Beteiligte besser geeignet wären, aber durch die Integrierte Leitstellen nicht eingesetzt werden können, genannt. Zu dieser Situation sind wir als größter Leistungsanbieter in Rheinland-Pfalz aufgefordert Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und uns in die Erarbeitung von zukunftsfähigen Konzepten einzubringen. Dabei dürfen wir uns nicht zuviel Zeit nehmen, denn die Herausforderungen im Rettungsdienst müssen zeitnah bewältigt werden. Für

uns als DRK ist der Rettungsdienst die bedarfsgerechte, hilfsfristorientierte und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit den Leistungen der Notfallrettung – mit und ohne Notarzt – und des Krankentransportes als medizinisch-organisatorische Einheit der Gesundheitsfürsorge und Gefahrenabwehr. Die Einheit aus Notfallrettung und qualifiziertem Krankentransport und Zivil-/ Bevölkerungsschutz bzw. Katastrophenschutz bilden eine starke Einheit mit dynamischen und adaptiven Einsatz- und Versorgungsstrategien. Dies muss auch in Zukunft so bleiben. ” Wie beurteilen Sie als DRKLandesvorstand die Bestrebungen zur europaweiten Ausschreibung von rettungsdienstlichen Leistungen? “Rettungsdienst als mobiler Teil der


landesverband 19

Akut- und Notfallversorgung und der Gefahrenabwehr muss unabhängig von stationären oder ambulanten Versorgungsstrukturen als eigeständiger Sektor erhalten bleiben und verstanden werden. Eine bessere sektorale Vernetzung des Rettungsdienstes mit allen Akteuren der Akut- und Notfallversorgung steht dem nicht entgegen. Die im europäischen und nationalen Recht geschaffene Position der Notfallrettung und des qualifizierten Krankentransportes im Sinne der Bereichsausnahme muss gestärkt und darf keinesfalls durch Systemänderungen wieder in Frage gestellt werden.” Die Position der Leitstellen wird häufig diskutiert und es gibt Überlegungen die Aufgaben der Leitstellen hinsichtlich der Vernetzung von verschiedenen Gesundheitsdiensten zu erweitern. Wie sehen Sie die Zukuinft der Leitstellen? “Die heutige Integrierten Leitstellen müssen erhalten aber stärker als bisher mit der gesamten Notfallversorgung vernetzt werden. Hierfür müssen Kompetenzen ausgeweitet und ausreichend Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Die Schaffung voll integrierter, regionaler Leitstellen, die über eine bundeseinheitliche Rufnummer erreichbar sind und je nach Patientenanliegen die individuelle beste Versorgungsoption wählt, bietet neue Chancen, neben einer besseren Versorgungsqualität, die Strukturen der medizinischen Kompetenzen auszubauen und den Wirkungsgrad des Rettungsdienstes in den Leitstellen zu stärken. Auf die Art und Anzahl der Hilfeersuchen bei den voll integrierten Leitstellen hat diese keinen unmittelbaren Einfluss. Den Disponenten muss aber die rechtssichere Möglichkeit gegeben werden, an andere Beteiligte an der Notfallversorgung zu verweisen und besser noch, diese zu informieren/ zum Einsatz zu bringen. IT-gestützte Versorgungspfade, stark qualifizierte Mitarbeiter/innen in den Leitstellen und Rettungsdienste sind weitere Voraussetzungen.” Ihre Postion, dass rettungsdienstlich qualifiziertes Personal auch zu Hausbesuchen

entsendet werden aknn, hat für einige Diskussionen bei Mitarbeitenden im Rettungsdienst gesorgt. Können Sie Ihre Idee näher ausführen? “Meine Haltung zu diesem Thema ist ganz klar. Keineswegs sollen Rettungsmittel von der Leitstelle zu Hausbesuchen bei Patienten mit nicht akuten Erkrankungen entsendet werden. Dies gehört nicht zu den Aufgaben des Rettungsdienstes. Jedoch kann entsprechend qualifiziertes Personal, welches sich nicht im Dienst des Regelrettungsdienstes befindet, sondern in einem erweiterten ambulanten Versorgungsystem integriert ist, situationsklärend zu Hausbesuchen entsendet werden. Gerade dies würde dazu beitragen, dass die Ressource Rettungsdienst sparsamer zum Einsatz käme. Das so entstehende Versorgungsprinzip eines „first look at patient“ kann insbesondere in den Regionen ohne bzw. mit schwacher hausärztlicher Struktur mit telemedizinischer Unterstützung eingesetzt werden. Das Modell des Gemeindenotfallsanitäters ist hier ein gutes Beispiel. Zusätzlich wäre eine solche Aufgabe auch eine Perspektive für ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst. “ Viel diskutiert wird in diesen Zeiten auch die Verzahnung von ehrenamtlichem Engagement im Bevölkerungsschutz und die hauptamtliche Tätigkeit

im Rettungsdienst. Welche Möglichkeiten gibt es, hier weiter zusammenzuwachsen? “Eine starke Verzahnung und der Ausbau der Strukturen des Bevölkerungsschutzes stärkt nicht nur die Symbiose zwischen Haupt- und Ehrenamt. Die Einbindung von „Helfervor-Ort-Systemen, „Mobile RetterKonzepte“ und weitere ehrenamtliche Angebote und Dienste sind nur wenige ausbaufähige Beispiele komplementärer Strukturen im Rettungsdienst, die die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Leistungsfähigkeit des komplexen Hilfeleistungssystems besichern. Zudem möchte ich alle Ehrenamtlichen ermuntern, sich mit Ihrem DRKRettungsdienst vor Ort zu vernetzen und gemeinsame Veranstaltungen, Übungen und Ausbildungen anzustreben, um bei Einsätzen noch besser und vor allem persönlicher zusammenzuarbeiten. Den hauptamtlich beschäftigten im Rettungsdienst möchte ich an dieser Stelle ans Herz legen, sich einmal die Arbeit der DRK-Bereitschaften anzuschauen. Hier agieren häufig sehr engagierte Teams und freuen sich über jede Unterstützung. Auch ein projektbezogenes Engagement von Hauptamtlichen, etwa bei großen Sanitätsdiensten, ist möglich. Hier müssen beide Bereiche stärker zusammenwachsen.” Wir danken für das Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.

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Katastrophenschutz

SERIE: MANV IM RETTUNGSDIENST     TEIL 2 / SICHTUNG DURCH RETTUNGSDIENSTPERSONAL                                    In

dieser Ausgabe der STATUS ZWO setzen wir die Serie zum Thema “Rettungsdienst bei Einsätzen mit mehreren Verletzten (MANV) fort. Ganz akuell bringt uns unser Kollege Johannes König auf den neuesten Stand in Sachen Vorgehensweise und Algorithmen.

Im ersten Teil der Serie ging es um die ärztliche Sichtung mit den 4 Sichtungskategorien und der Kennzeichnung für Tote (5 Stufen) als ärztliche Maßnahme. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der praktischen Umsetzung des Sichtungsvorganges, insbesondere auf die Möglichkeiten einer Vorsichtung durch rettungsdienstliches Personal. Dabei wird auf die Nutzung des Sichtungsmaterials, den sogenannten MANV Mappen und auf die Maßnahmen die das nichtärztliche Personal des ersteintreffenden Fahrzeugs bei einem MANV ergreifen kann. In der Frühphase einer

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Großschadenslage oder Katastrophen gibt es in der Regel ein Missverhältnis zwischen den verfügbaren rettungsdienstlichen Ressourcen und der Anzahl der Betroffenen oder Verletzten. Hierbei ist die Einhaltung individualmedizinischer Versorgungsstandards vorübergehend nicht möglich. Um in den Situationen des oben beschriebenen Ressourcenmangels die kritisch kranken Patienten möglichst schnell zu identifizieren, ist es nicht immer möglich, auf das Eintreffen einer ausreichenden Anzahl qualifizierter Ärzte zur

Sichtung zu warten. Vielmehr gilt es, so früh wie möglich eine vorläufige Behandlungs- und/oder Transportpriorität festzulegen, um die nachstehenden Rettungsmittel möglichst effektiv für die Betroffenen einsetzen zu können und bereits in einer frühen Phase abschätzen zu können, was an weiteren Kräften erforderlich ist. Man kann das Ganze überschreiben mit dem Schlagwort „Finde die Roten“. Die sogenannte Vorsichtung kann von besonders qualifiziertem Rettungsdienstpersonal, Notarzt, Notfallsanitäter, Rettungsassistent übernommen werden.


Katastrophenschutz

Aufgaben der ersteintreffenden Rettungsmittel bei MANV-Lagen Der Alarmplan Gesundheit Rheinhessen, welcher sich derzeit in der Überarbeitung befindet, trägt dem oben beschriebenen Problem Rechnung, indem er bereits in der aktuell gültigen Fassung in A.5.2 Leitender Notarzt/Organisatorischer Leiter, i m 4 . A b s a t z f o l g e n d e n Te x t enthält: “Bis zum Eintreffen der Abschnittsleitung Gesundheit (ALG) übernimmt der ersteintreffende Notfallsanitäter oder Rettungsassistent die Funktion des kommissarischen OrgL, der ersteintreffende Notarzt übernimmt die Funktion des kommissarischen LNA (gekennzeichnet mit einer weißb l a u - k a r i e r t e n We s t e m i t d e r Aufschrift „aktuell Vorsichtung, RANFS Vorsichtung NA).“ Ebenso ist das Skript „Vorsichtung durch ersteintreffende Rettungsmittel“ Anlage des Alarmplans Gesundheit und wird Bestandteil der SOP „Sonderlagen MANV, mehrere Verletzte, Crime etc.“ und ist dort in dem Infopunkt, quasi dem I-Button hinterlegt ab der kommenden Version. Der ersteintreffende N o t a r z t , N o t f a l l s a n i t ä t e r, Rettungsassistent hat im Wesentlichen folgende Aufgaben: • Erste Rückmeldung, • Lage auf den ersten Blick, • Übernahme der kommissarischen Abschnittsleitung, • R ü c k s p r a c h e m i t d e n beteiligten BOS, • Sichtung und Bewertung der Lage (G.E.F.A.H.R.), • Rückmeldung der Lage an die Rettungsleitstelle, integrierte Leitstelle, • Nachforderung weiterer Kräfte, • Einweisung und Einteilung nachfolgender Rettungsmittel, vorläufige Raumordnung, Beginn der Vorsichtung.

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Die MANV-Mappen beinhalten alles, was die Besatzung des ersteintreffenden Rettungsmittels zur Vorsichtung benötigt.

MANV-Mappen In jedem Fahrzeug ist zwischen den Sitzen eine MANVMappe abgelegt. Diese MANVMappe ist vom Personal des ersteintreffenden Fahrzeugs mitzunehmen. Der ersteintreffende Notfallsanitäter/Rettungsassistent bzw. der ersteintreffende Notarzt zieht die blau-karierte Jacke „Vorsichtung“, welche sich in der Mappe befindet, an. Die MANVMappen sind befüllt mit: • einem Klemmbrett, • e i n e m e i n l a m i n i e r t e n Vo r s i c h t u n g s a l g o r i t h m u s m i t Strichliste und Basisinformation zur Vorsichtung Rückseite, • wasserfester Filzstift, • Sichtungsweste blau-weiß mit Aufschrift „Vorsichtung Notarzt, Vorsichtung RTW“, • Wendltubus 28 und 32, • 4 Verbandspäckchen, • Sichtungsbänder rot, gelb, grün mit Barcode und Abreißsticker, individuell vornummeriert je 10 Stück, • 2 Tourniquets. Eintreffen der Abschnittsleitung Gesundheit Nach Eintreffen von LNA und OrgL übernehmen diese die Leitung des Abschnittes Gesundheit. In der Regel wird man die kommissarische Abschnittsleitung

weiter mit einbinden und ihnen Unterabschnitte übertragen oder bestimmte Funktionen, wie z. B. Krankenwagenhalteplatz, F o r t f ü h r u n g d e r ( Vo r ) - o d e r Sichtung, Übernahme der Einteilung der nachfolgenden Kräfte etc. Vorsichtungsalgorithmus Prior „Primäres Ranking zur initialen Orientierung im Rettungsdienst“. Dieser Vorsichtungsalgorithmus hatneben verschiedenen anderen, wie Start, Start M usw. Er hat den Vorteil, dassan mit Hilfe dieses Algorithmus nicht nur die roten Patienten bei traumatischen Ereignissen schnell identifizieren kann, sondern auch für andere Lagen, Vergiftungen, Intoxikation, GI-Infekte und Ähnliches genutzt werden kann und hier eine schnelle Einteilung in die reduzierte Anzahl der Sichtungsgruppen ermöglicht. Wir unterscheiden Sichtungskategorien: Sichtungskategorie 1 SK Sichtungskategorie 2 SK II: Sichtungskategorie 3 SK III:

drei I: rot; gelb; grün.

Prior-Algorithmus Grundregeln der Vorsichtung Zunächst sind unmitelbar Sichtungsteams zu bilden, die sich wie folgt zusammensetzen:

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Katastrophenschutz

PRIOR Algorithmus

PRIOR-Algorithmus zur Vorsichtung CBRN/MANV

ja

Eigenschutz

LNA/OrgL

Kontaminierte Betroffene entkleiden (lassen)

erforderlich bzw. alarmiert?

nein

A

ja

bewusstlos nein

B

ja

Atemstörung

• Atemwege freimachen • Seitenlage • starke Blutung stoppen

LSM • Atemwege freimachen • starke Blutung stoppen

nein

C

LSM

Kreislaufstörung

ja

LSM • starke Blutung stoppen

nein

D

Bewusstseinsstörung

SK I SK I SK I

ja

SK I

ja

SK I

nein

E

Starke Schmerzen am Körperstamm nein

ja

liegend kann nicht ohne Hilfe gehen

nein

SK III Patientenerfassung als Strichliste oder Nummer

Rufname

Übergabe ALG

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SK II


Katastrophenschutz

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PRIOR Verlaufsbeschreibung

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   

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Katastrophenschutz

Verletztenanhängekarten eine entsprechende Sichtung vorgenommen und die Dokumentation begonnen werden. Es bietet sich an zunächst bei Rot vorgesichteten Betroffenen zu beginnen

Die neue Standardarbeitsanweisung des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst tritt ab dem 01.07.2018 in Kraft und kann dann auf jedem Smartphone genutzt werden. Notarzt und Notfallsanitäter/ Rettungsassistent oder Notfallsanitäter/Rettungsassistent u n d R e t t u n g s s a n i t ä t e r. D e r Höchstqualifizierte sichtet und führt Sofortmaßnahmen durch, der Teampartner dokumentiert und kennzeichnet in maximal 60 Sekunden pro Patient. In unklaren Fällen dringliche Kategorie wählen. Die erfasste Sichtungskategorie wird auf dem einlaminierten Vorsichtungsalgorithmus dokumentiert mittels eines Strichs im vorgekennzeichneten Feld. Alsdann wird das Vorsichtungsbändchen um das Handgelenk, den Fuß oder eine andere gut sichtbare Stelle am Patienten befestigt. Das Wesentliche bei der Vorsichtung ist, dass diese ohne Hilfsmittel durchgeführt werden kann. Man verlässt sich lediglich auf seine eigenen Sinne und nimmt eine Abschätzung v o r. G e g e b e n e n f a l l s w e r d e n lebensrettende Sofortmaßnahmen, wie Blutstillung mittels Tourniquet oder Druckverband, Sicherung der Atemwege durch den Wendltubus oder das Verbringen in die stabile Seitenlage durchgeführt. Merke: Die

Vo r s i c h t u n g s b ä n d e r

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ersetzen nicht die Dokumentation und Registrierung mit den bundeseinheitlichen Verletztenanhängekarten, eine ausgefüllte Sichtungskarte ersetzt jedoch immer ein (eventuell noch vorhandenes) Vorsichtungsband! Sichtung: Sobald entsprechend qualifizierte Ärzte eingetroffen sind kann mit den auf den N N E F, E LW, LNAund OrgL-KdoW vorgehaltenen

Fazit: Für die Abschnittsleitung Gesundheit stellt das Einrichten der kommissarischen ALG und e i n e e i n g e l e i t e t e Vo r s i c h t u n g eine wesentliche Grundlage für die Fortführung der Lage dar. Den dadurch kommt es bereits in einer Frühphase des Geschehens zur Etablierung von Strukturen und einer frühzeitigen Identifizierung v o n e r h e b l i c h Ve r l e t z t e n / Erkrankten. Dies ermöglicht eine unmittelbare qualifizierte Nachforderung, Einleitung der medizinischen Behandlung sowie Übergabe des Schadenskontos an die Abschnittsleitung Gesundheit. Der Erfolg und letztendlich das Überleben von Patienten hängt maßgeblich von der Q u a l i t ä t d e r Vo r s i c h t u n g u n d ersten Rückmeldung des ersteintreffenden Rettungsmittels ab. Gerade im Hinblick auf die “golden hour” ist bei Einsätzen mit Massenanfall von Verletzten keine Zeit zu verlieren.

Bis zum Eintreffen von Schnelleinsatzgruppen und den damit verfügbaren Behandlungskapazitäten und Materialreserven muss sichergestellt sein, dass die vorhandenen Ressourcen sinnvoll genutzt werden.


fotoaktion 2 5

FOTOAKTION #DRK WELTWEIT

SOMMERAKTION: ZEIGT UNS DAS ROTE KREUZ IN DER WELT

Sommerzeit ist Urlaubszeit. In der Vergangenheit haben wir bereits mehrfach zur Fotoaktion #UrlaubsRTW aufgerufen und viele tolle Fahrzeugbilder aus aller Welt erhalten. Mit #DRKweltweit möchten wir nun zu einer neuen Aktion aufrufen und hoffen erneut auf eine hohe Beteiligung aller Leserinnen und Leser. Wir wünschen uns Fotos, auf denen das Rote Kreuz oder der Rote Halbmond zu erkennen ist. Das können Gebäude, Fahrzeuge oder auch nette Kollegen aus Deutschland oder anderen Ländern sein. Schwerpunkt der Aktion wird das Fotonetzwerk Instagram sein. Hier folgen uns auf unserem Instagramkanal instagram.com/drk.rettungsdienst bereits fast 2.000 Menschen. Mit der Fotoaktion werden es sicher noch viele mehr. Doch wie geht das eigentlich mit Instagram? Ganz einfach - versprochen! Jeder Besitzer eines Smartphones

kann sich kostenlos die Instagram App herunterladen und sich dort anmelden. Hat man nun das Motiv seiner Wahl gefunden nimmt man mit

einem Hashtag (#) markiert sein. Für unsere Fotoaktion findet der Hashtag #DRKweltweit Anwendung. Zusätzlich wäre es toll, wenn im Beschreibungstext des Fotos noch @drk.rettungsdienst eingefügt wird. Dann werden wir direkt über das neue Foto benachrichtigt. Das Foto wird dann in unsere Instagramseite kopiert und wir posten es unter Angabe von Aufnahmeort und dem Namen des Fotografen. Wir wünschen allen eine tolle Sommerzeit und freuen uns auf viele Fotos aus der ganzen Welt.

der Smartphonekamera ein Foto auf und postet es auf Instagram. Damit wir die Fotos auch unserer Aktion zuordnen können, muss das Foto mit

Datenschutzhinweis: Mit der Teilnahme an der Fotoaktion erklärt sich der Einsender durch Nutzung des Hashtags #DRKweltweit mit dem Repost des Fotos auf @ drk.rettungsdienst bei Instagram einverstanden. Die 12 Fotos mit den meisten Likes werden in der nächsten Ausgabe der Status zwo veröffentlicht.

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jubilare

MITARBEITER I M FOKUS    DIENSTJUBILÄEN                                    

30 25 20 15 TIM DREGER OLIVER FLOHR MARTIN GERBER ESTHER MARIA SCHMELL PHILIP MICHEL FLECK TOBIAS HUB VERENA ERNST

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OSWALD HERR, RETTUNGSASSISTENT Oswald Herr arbeitet schon seit dreißig Jahren beim Roten Kreuz und ist heute als Rettungsassistent auf der Integrierten Leitstelle in Bad Kreuznach eingesetzt. Neben seiner hauptamtlichen Tätigkeit engagiert er sich ehrenamtlich im DRK Ortsverein Hackenheim und im Führungsstab der Kreisverwaltung Bad Kreuznach. FRANK ALBERT, NOTFALLSANITÄTER Seit 30 Jahren ist Frank Albert bereits im Deutschen Roten Kreuz aktiv. Auf der DRK-Rettungswache Ingelheim arbeitet er als Notfallsanitäter in Teilzeit. NICOLE SPECKENHEUER, RETTUNGSLEITSTELLE MAINZ

JOHANNES KÖNIG, NOTFALLSANITÄTER STEFAN SITSCHEWSKI, NOTFALLSANITÄTER RETTUNGSWACHE BAD SOBERNHEIM RENÉ MAEDER, NOTFALLSANITÄTER LOGISTIKZENTRUM SPRENDLINGEN

10

5

SIMONE WEINSHEIMER JENS GRÜNAGEL CHRISTIAN ZITOUN SOPHIE CLAUSSEN MATTHIAS WEBER BERNHARDT SCHMIDT GERNOT HASELOFF ANDREAS CONRAD SARAH-CHRISTIN HOFFMANN MARCO STROBEL DOMINIK SCHNIER CHRISTINA LOOS MORITZ BOTT MARTIN LÖHR MANUEL MERTINEZ-CENDON


editorial

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UNSER ESSEX

    DE WILLI IS WEG!                                      Transportscheine zur Verzweiflung gebracht, abber es war halt sein Job, zu gucke, dass die Kohle enoi kommt. Un das se zusamme gehalte werd, wenn se do is. Mancher hat sicher gedacht, dass der wie Dagobert Duck jeden Morje in soim Tresor en Bad in de Euros nemmt, des war sicher nit so. Abber wenn es um die Worscht ging, hat er meistens e Idee gehabt, woher mer noch e paar Mark zusammekratze kann.

Gude! De Willi is weg! De Willi war e Ewichkeit in unserm Lade gewese, so ab de frühe 1980er. Da ware viele Mitarbeiter vun de RHN noch garnit uff de Welt… Der hat mit unserm vorherische Chef zusamme aus em kleene Kniddelverein, der es DRK damals war, en stattliches Unternehme gemacht. Un hat des mit unserm neue Chef zusamme weiter ausgebaut. De Willi war so en Kümmerer. Der hot aach mal en Schraubezieher in de Hand gehabt, um en Schrank zu repariere oder en Wasserhahn abzudichte, weil des Geld fer de Handwerker kann mer aauch spare, wann mer´s selber mache kann. Vielleicht hat oder andere

er den weche

ääne dene

Un jetz isser weg, still un leise, ohne Tamtam un akademisch Feier. Man munkelt, er det jetz fleisich an soim Händicäp abbeite. Also nit, dass er sich was getan hätt oder was Schlimmes passiert wär: do geht’s eher um e grosse, grüne Wiese mit viele Löcher, wo mer, mehr oder wenischer erfolgreich, klaane Bällcher enoi schlägt un versucht, de Albatros zu mache…

IMPRESSUM HERAUSGEBER: DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe V.i.S.d.P.: Jörg Steinheimer REDAKTION: Thomas Adrian Philipp Köhler Monika Kauhausen Daniel Schon LAYOUT: Philipp Köhler DRUCK: Mit freundlicher Unterstützung der Flyeralarm GmbH FOTOS: Köhler/DRK Bundeswehr Privat Pixabay / geralt Pixabay / pascaltreichler

Machs gut, Willi, viel Spass bei doiner Rente. Un zieh immer e Kapp uff beim Golfe, sonst vebrennste Dir de Berzel…

KONTAKT: DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe Redaktion STATUS ZWO Lotharstraße 11-13 55116 Mainz

Dein Essex

mitarbeiterzeitschrift @drk-rhein-nahe.de Telefon: 06131 57075-0 Fax: 06131 57075-79

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STATUS ZWO - Unser Mitarbeitermagazin - Ausgabe 25 | 07/2018  

Mitarbeitermagazin des DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe aus Mainz. Themen im Heft: - Sichtungstraining mit MANV3D - Rettungsdienst beim...

STATUS ZWO - Unser Mitarbeitermagazin - Ausgabe 25 | 07/2018  

Mitarbeitermagazin des DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe aus Mainz. Themen im Heft: - Sichtungstraining mit MANV3D - Rettungsdienst beim...

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