Page 1

DREIKĂ–NIGSAKTION

4/10

Infobrief

Sternsingeraktion 2011: Wir setzen Zeichen_3 Fata Morgana: Guatemala_4 Guatemala Alternativnobelpreis 2010: Tudo de bom, Dom Erwin Erwin_9

infobrief_10_4_umschlag_v5.indd 1

02.12.2010 23:42:08


Inhalt

2_INHALT & EDITORIAL

3_Sternsingeraktion 2011: Wir setzen Zeichen 4_Fata Morgana Guatemala 6_Stolperstein 7_Alternativnobelpreis 2010: Tudo de bom, Dom Erwin! 8_Albtraum Kinderhandel 9_„Es ist gut, wenn man weiß, was mit seinem Geld passiert“ 10_Die Stimme erheben für Rechtlose

Editorial

11_Impressionen

Verantwortung übernehmen Die Debatten rund um das Krisen-Budget der österreichischen Bundesregierung zeigten uns tagtäglich die öffentliche Verhandlung von Werten und Wertigkeiten. In Zahlen gegossen sind die Prioritäten der Regierung sehr gut sichtbar. Und dabei sticht die Kurzsichtigkeit der aktuellen Politik besonders heraus: Ausgerechnet in Zeiten, in denen das weltweite Wirtschaftssystem wankt, kürzt die Regierung bei jenen Menschen, die vielleicht am stärksten davon betroffen sind – das Budget der Entwicklungszusammenarbeit wurde drastisch reduziert! Dahinter stecken sicherlich keine unverantwortlichen Menschen, aber es zeigt auf, dass diesen Entscheidungsträger/innen leider kurzfristige nationale Vorteile wichtiger sind als eine zukunftsfähige weltweite Gesellschaft. Absolut anders sehen dies zigtausende engagierte Kinder und Erwachsene, die sich in der kommenden Weihnachtszeit erneut für die Sternsingeraktion einsetzen. Sie übernehmen damit selbst Verantwortung für unsere Welt, anstatt die Augen vor globalen Entwicklungen zu verschließen. Wenn sie die Weihnachtsbotschaft in jedes Haus bringen, erinnern sie gleichzeitig daran, dass wir in Österreich nicht abseits von globalen Herausforderungen leben. Ihr Engagement wirkt sich positiv auf über eine Million Menschen in Entwicklungsländern aus. Sie setzen damit ein weithin sichtbares Zeichen von gelebter Solidarität. Diesen (welt)weiten Blick zu fördern, hat sich auch der Infobrief der Dreikönigsaktion zum Ziel gesetzt. Damit dies noch besser gelingt, wird der Infobrief ab der nächsten Ausgabe in neuem Gewand, mit neuem Namen und mit überarbeiteten Inhalten erscheinen. Wir dürfen uns schon darauf freuen! Davor jedoch wünsche ich Ihnen einen Wunder-vollen Advent und eine gesegnete Weihnachtszeit sowie viel Erfolg bei der Sternsingeraktion 2011! Martin Krenn, Bundesvorsitzender der Katholischen Jungschar

infobrief_10_4_umschlag_v5.indd 2

Neue Bildungsmedien bei BAOBAB Praxismappe Globales Lernen Globalisierung verstehen: Menschen – Märkte – Politik Methoden für den Unterricht (Sekundarstufe II) Die umfangreiche Praxismappe bietet Lehrpersonen und Multiplikator/innen vielfältige Methodenvorschläge, die Themen Globalisierung, Weltwirtschaft und das Leben in einer multikulturellen Gesellschaft im Unterricht zu behandeln. 184 Seiten + DVD Story of Stuff + zahlreiche Arbeitsblätter auf der DVD-ROM; € 26,- zzgl. Porto

DVD: Unterwegs in die Zukunft 10 Filme zum Thema „Nachhaltig handeln in einer globalisierten Welt“ Zehn Filme – witzige, provokante Animationsfilme sowie fundierte Dokumentarfilme – bieten zahlreiche Impulse, um Fragen einer anderen Wirtschafts- und Lebensweise zu diskutieren. Das umfangreiche didaktische Begleitmaterial auf der DVD-ROM liefert Impulse zu Themen wie Klimawandel, Agrotreibstoffe, Fairer Handel etc. für den Einsatz in Schule, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung. Kosten: € 40,- zzgl. Porto Bestelladresse: BAOBAB – Globales Lernen Sensengasse 3, 1090 Wien; service@baobab.at www.baobab.at

02.12.2010 23:42:21


STERNSINGER AKTION 2011_3

Sternsingen: Wir setzen Zeichen ... ... ist das neue Motto der Sternsingeraktion. 85.000 SternsingerKinder der Katholischen Jungschar und über 30.000 Jugendliche und Erwachsene setzen nämlich in ganz Österreich ein starkes Zeichen: Ein Zeichen für die Menschen, die wir in ihren Wohnungen und Häusern besuchen. Das 20-C+M+B-11 auf dem Türstock verdeutlicht den Segenswunsch für das Neue Jahr. Ein Zeichen für das Fest der Geburt von Jesus. Zu Weihnachten feiern wir, dass er auf die Welt gekommen ist und uns Menschen gezeigt hat, wie wichtig Nächstenliebe und solidarische Gemeinschaft sind. Ein Zeichen für eine Welt, auf der alle Menschen in Frieden leben können. Mit kräftiger Unterstützung durch die österreichische Bevölkerung spannen die Sternsinger/innen ein Netz der Solidarität um den Globus. Ob Afrika, Asien oder Lateinamerika: In rund 500 engagierten Projekten wird das gesammelte Geld wirksam verwendet. Gemeinsam streben wir die Vision eines erfüllten Lebens für alle Menschen an.

Die Sternsinger/innen stehen den Menschen in Guatemala zur Seite.

infobrief_10_4_v5.indd 1

Ponemos señales … für Menschen in Guatemala Eines der rund 20 Länder, in dem Sternsingerspenden zum Einsatz kommen, ist Guatemala. UNO-Sonderberichterstatter Jean Ziegler stellt 2005 in seinem Bericht über das Land fest: „Guatemala bleibt eines der Länder der Erde mit der ungerechtesten Verteilung der Ressourcen und einer extremen Konzentration von Land und Reichtum.“ Mit Unterstützung aus den Sternsingerkassen gelingt es den Partner/innen der Dreikönigsaktion, dem Unrecht und der Umweltzerstörung entgegenzutreten und ihr Überleben abzusichern.

Dr. Günter Geyer sagt zum Engagement: „Als großes österreichisches Unternehmen unterstützen wir diese ‚grenzenlose‘ Aktion gerne. Es wird dabei gezielt Menschen geholfen, die unsere Hilfe dringend benötigen.“

Wiener Städtische unterstützt Sternsingeraktion Auch die langjährige Partnerschaft der Dreikönigsaktion mit der Wiener Städtischen bewirkt viel Positives. Wiener Städtische-Generaldirektor

Und eins noch Das neue Lesezeichen der Sternsingeraktion zum Verteilen in der Pfarre und zum Verschenken ist unter office@dka.at und im diözesanen Jungscharbüro zu bestellen.

Das Leben der Q’eqchi-Indios sichern Im Nordosten des Landes werden die Q’eqchi-Indios (ein Maya-Volk) stark diskriminiert. Immer wieder wird ihr Recht auf eigenes Land bedroht. Riesige PalmölPlantagen und rücksichtsloser Abbau von Gold und Nickel vernichten den Regenwald. Es fehlt an Nahrung, sauberem Trinkwasser, Schulen und medizinischer Versorgung.

Vom eigenen Land leben Die extrem ungerechte Landverteilung stürzt viele Bauernfamilien in tiefe Armut. Einige Großgrundbesitzer/innen besitzen riesige Plantagen: Den vielen Kleinbäuerinnen und -bauern bleibt nur wenig zum Leben. Unterernährung, Mangelerkrankungen, fehlende Schulbildung und Ausbeutung der Taglöhner/innen sind die drastischen Folgen.

Unsere Projektpartner/innen stehen den Q’eqchi-Indios engagiert zur Seite: Für Ernährung und Gesundheit durch biologischen Landbau und sauberes Trinkwasser Für den Schutz des Regenwaldes durch Wiederaufforstung und Absichern der Wasserquellen Für die Rechte der Indios auf eigenes Land und politische Mitsprache

Unsere Projektpartner/innen stehen den Bauernfamilien tatkräftig zur Seite: Das Recht auf eigenes Land durchsetzen Nahrungsmittel sichern durch ökologische Landwirtschaft und Viehzucht Gesundheit fördern mit sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung

02.12.2010 23:42:49


4_STERNSINGER AKTION 2011

das Militär in Zeiten des Friedens auf den Straßen, fragt sich Don Gaspar. Offiziell tritt das Militär auf, wenn die Gewalt wieder einmal überschwappt und die Menschen nach Sicherheit rufen. Und die Gewalt ist allgegenwärtig.

Armes reiches Guatemala – das Land ist sehr fruchtbar. Aber Guatemala produziert großteils für den Export, und dieses Exportgeschäft ist in den Händen einiger weniger, oftmals multinationaler Konzerne.

Fata Morgana Guatemala „Wenn ich schuldig wäre, müsste ich doch jetzt im Gefängnis sitzen“, antwortet General Efraín Ríos Montt auf die Frage eines amerikanischen Historikers, ob er die Verantwortung als „Gehirn des guatemaltekischen Genozids“ übernehmen würde. Obwohl an Zynismus kaum zu überbieten, ist diese Aussage bezeichnend: Straflosigkeit, Korruption und eine untätige Regierung bestimmen den Alltag in Guatemala. Ríos Montt war von 1982 bis 1983 defacto Präsident von Guatemala. Etwa die Hälfte der von Militärs und Paramilitärs während des 36 Jahre dauernden Bürgerkriegs verübten Massaker fiel in seine kurze Herrschaftszeit. Zur Verantwortung wurde der General, der jetzt einen Sitz im Kongress innehat, nie gezogen. Auch 15 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs werden im ganzen Land noch immer Massengräber geöffnet, die ein stummes Zeugnis von den Massakern geben. Eine wirkliche Aufarbeitung der Gräueltaten hat es bis dato nicht gegeben. Wie Efraín Ríos Montt bekleiden viele Täter von damals noch heute wichtige Ämter im öffentlichen Leben. Don Gaspar Velesco – ein Zeitzeuge – ist damals den Folterknechten entkommen.

infobrief_10_4_v5.indd 2

Aber der Preis dafür war hoch. Viele Jahre hat er im Wald in improvisierten Camps leben müssen. Immer auf der Flucht. Getrennt von seiner Frau, seiner Familie. Als er nach dem Friedensschluss 1996 in sein Dorf zurückkehrte, musste der Campesino erkennen, dass sein Grund und Boden einen neuen Besitzer gefunden hatte – ein ehemaliger Paramilitär bestellt jetzt seine Felder. Seit damals kämpft Don Gaspar darum, dass seine Geschichte gehört wird, dass die Opfer von damals als Opfer anerkannt werden und dass man einen Genozid Genozid nennen darf. Von Gerechtigkeit und Wiedergutmachung spricht er weniger. So weit, scheint es, wagt er gar nicht zu träumen. Heute hat Don Gaspar wieder Angst und ist zornig. Das Militär ist auf die Straßen zurückgekehrt, zeigt Präsenz. Was macht

Angst hat auch Jenifer Juãrez-Pantó. In dem Barrio, in dem die 14-jährige mit ihrer 17-jährigen Schwester und ihrer Mutter wohnt, sind in den letzten beiden Jahren 15 Menschen ermordet worden. Dort an der Ecke, zeigt sie mit dem Finger, ist ein Jugendlicher erschossen worden. Vom Motorrad aus haben sie ihn abgeknallt. Weil sie geglaubt haben, er sei ein Mitglied der Jugendbande (Mara) „18“. Im Hoheitsgebiet der „Mara Salvatrucha“ reicht das als Todesurteil. Die beiden Maras herrschen mit unglaublicher Brutalität über die Stadt Chimaltenago. Jenifer ist mit Mord, Überfällen und Vergewaltigungen aufgewachsen. Sie hat einen sehnlichsten Wunsch: Sie will in Sicherheit leben. Wenn sie am Morgen aus dem Haus geht, will sie keine Angst um ihre Schwester und ihre Mutter haben müssen. Wie sehr ihr Wunsch von den offiziellen Stellen ernst genommen wird und wo die Prioritäten der Sicherheitskräfte liegen, zeigt ein Spruch, der auf vielen Polizeiautos zu finden ist: „Ich bin stolz darauf, Polizist zu sein und die Touristen zu schützen.“ In jedem feinen Restaurant prangt neben dem Schild mit der durchgestrichenen Zigarette ein zweites mit einer durchgestrichenen Pistole: Nicht nur das Rauchen, auch

TV-Tipp Sternsingeraktion Hilfe unter gutem Stern – Für Gerechtigkeit in Guatemala 1.1., 17.05 Uhr, ORF 2 Leben in Kibera, Nairobi Kenia Orientierung, 19.12., 12.30 Uhr, ORF 2 Radio-Tipp Sternsingeraktion 17.12. Ö1, Praxis um 22.15 Uhr 26.12. Ö1, Erfüllte Zeit um 7 Uhr 29.12., 3.1. und 5.1., Radio Stephansdom jeweils 19.00 bis 19.25 Uhr

02.12.2010 23:42:50


SCHWERPUNKTLAND_5

das Tragen von Schusswaffen ist verboten. Für einen Österreicher eine Skurrilität – in einem Land, in dem täglich rund 20 Menschen ermordet werden, leider bittere Realität. Wer es sich leisten kann, sorgt selbst für seine Sicherheit. Dem Staat vertraut niemand. Guatemala existiert, das ist nicht zu leugnen, aber der Staat kann seine grundlegenden Funktionen nicht erfüllen. Für seine Bürger ist Guatemala eine Fata Morgana – ein Trugbild, in das sie jegliches Vertrauen verloren haben. Die Hoffnungen auf ein neues Guatemala, in dem Sicherheit, Gerechtigkeit und wirtschaftliches Wachstum herrschen, haben sich nach dem Friedensabkommen 1996 kaum erfüllt. Heute ist Guatemala nach Haiti das ärmste Land Amerikas. Missmanagement und Korruption, nicht einge-

löste Wahlversprechen und eine explosionsartige Zunahme der Gewalt machen die Lage schwieriger denn je. Militär und Polizei, Drogenbarone und die Maras vereinen einen Großteil der Macht auf sich. Don Gaspar und Jenifer Juãrez-Pantó haben eines gemeinsam. Ihre Hoffnung sind zivilgesellschaftliche Organisationen – unsere Projektpartner/innen, die mit den Menschen arbeiten, sie ernst nehmen und mit ihnen Seite an Seite für ein besseres Leben streiten. Obwohl er sein ganzes Leben dafür gekämpft hat, wird Don Gaspar ein neues, sicheres Guatemala nicht mehr erleben. Aber seine Kinder und Enkelkinder sollen gemeinsam mit Jenifer einer besseren Zukunft entgegenblicken. 85.000 Sternsingerinnen und Sternsinger stehen ihnen auf diesem Weg zur Seite.

Don Gaspar Velesco wird bei seinem Kampf um die gerichtliche Aufarbeitung der Bürgerkriegsverbrechen begleitet von ACOGUATE – einer Partnerorganisation der Dreikönigsaktion. Die Begleiter/innen, junge Student/innen aus Österreich, leben mit den Zeug/innen in ihren Dörfern und begleiten diese auf ihren Reisen und im alltäglichen Leben.

Jenifer Juãrez-Pantó besucht die Jugendeinrichtung CEADEL – eine Partnerorganisation der Dreikönigsaktion in ihrer Heimatstadt Chimaltenango. Kinder und Jugendliche können dort Kurse besuchen (Computerkurse, Frisörausbildung, Bäckerei usw.), die ihnen helfen, später eine bessere Arbeitsstelle zu finden und den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. CEADEL ist ein sicherer Hafen in ihrem gewaltsamen Alltag.

In dem Barrio, in dem die 14-jährige Jenifer mit ihrer 17-jährigen Schwester und ihrer Mutter wohnt, sind in den letzten beiden Jahren 15 Menschen ermordet worden. Unter allen nicht im Krieg befindlichen Regionen ist Mittelamerika diejenige mit den meisten Verbrechen, sagt ein Bericht der UNO.

infobrief_10_4_v5.indd 3

02.12.2010 23:42:51


6_STOLPERSTEIN

„Mein Leben kann ich mit dem Amazonas vergleichen: Ruhe und Sturm, Ebbe und Flut. Ich bin traurig und fröhlich, bedrückt und dann wieder glücklich über so manche Veränderung. Wenn auch kleine Erfolge, sind es immer Lichtblicke. Ich spüre die Ohnmacht angesichts so vieler Ungerechtigkeit und bin empört über all die Ausbeutung und Plünderung der Menschen und ihrer Mit-Welt. Dann wieder begeistert mich diese und jene Initiative, die bezeugt: Das Reich Gottes beginnt hier und jetzt!“ Dom Erwin Kräutler

Weltnews Österreich: Todesstoß für EZA Nach einem Budget-Gespräch mit Außenminister Spindelegger zeigt sich Erwin Eder, Geschäftsführer der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, erschüttert: „Die Budgetkürzungspläne für das Außenministerium führen de facto zu einer Zerschlagung der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit in Österreich.“ Um diesen „dramatischen außenpolitischen Sündenfall“ zu verhindern, fordert Eder einen Krisengipfel mit Bundeskanzler, Finanzminister, Außenminister und Vertreter/innen von Hilfswerken, Wirtschaft und Wissenschaft. Die vom Außenminister vorgelegten Zahlen übertreffen die schlimmsten Erwartungen. Kein anderer Bereich ist so stark von Kürzungen betroffen wie der von der Austrian

infobrief_10_4_v5.indd 4

Development Agency (ADA) abgewickelte Kernbereich der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Das ADA-Budget soll bis 2014 um ein Drittel reduziert werden. Da strukturelle Veränderungen nur nach und nach umsetzbar sind, könnten in erster Linie Hilfsprojekte betroffen sein. „Die Hungernden in den Entwicklungsländern zahlen nun für die Spekulationsverluste von Hypo-AlpeAdria & Co“, ist Eder fassungslos. Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar spricht sich vehement gegen jegliche Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit aus. Österreich war schon bisher gemeinsam mit Griechenland und Italien Entwicklungshilfe-Schlusslicht unter den EU-15 und stand damit als eines der reichsten Länder der Welt permanent im der internationalen Kritik. Eder befürchtet, dass das nun angekündigte „Kurz-und-klein-

Schlagen“ des ADA-Budgets eine schwere internationale Imageschädigung für das Land bedeuten würde. Das könnte auch den Wirtschaftsstandort nachhaltig schädigen und zum Abzug von UNO-Einrichtungen führen. Umfragen zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der Österreicher/innen bereit ist, mehr für die Entwicklungszusammenarbeit zu tun. Auch der Anstieg der Entwicklungshilfe-Spenden der letzten Jahre verdeutlicht die Solidarität der Bevölkerung. Umso unverständlicher ist die Haltung der verantwortlichen Politiker/innen. Eder ist überzeugt, dass die Kürzungen auch dramatische Folgen für das Solidaritätsbewusstsein des Landes haben würden: „Heutzutage gilt: Zeig mir deine Entwicklungshilfe, und ich sag dir, wie solidarisch deine Gesellschaft mit Schwächeren umgeht.“

02.12.2010 23:42:52


GLOBAL – LOKAL_7

Tudo de bom, Dom Erwin! Alternativ-Nobelpreis für Bischof Erwin Kräutler Am 6.12.2010 wurde Dom Erwin Kräutler, dem brasilianischen Bischof aus Vorarlberg und zugleich langjährigen Projektpartner der Dreikönigsaktion, große Ehre zuteil. Ihm wird in Stockholm der Alternative Nobelpreis dafür verliehen, dass er sich nun schon seit Jahrzehnten für die Anliegen der indigenen Bevölkerung Brasiliens einsetzt – in den letzten Jahren vor allem im Kampf gegen das MegaKraftwerk „Belo Monte“ (siehe Infobrief 3/2010). Wir wünschen ihm alles Gute und werden ihn und seine konsequente Arbeit auch weiterhin tatkräftig unterstützen. Unsere Fragen hat er so beantwortet ... Zur Existenzbedrohung der indigenen Völker: Eine Zukunft haben die Indios nur, wenn ihre Verfassungsrechte respektiert werden, allen voran das Recht auf Land. Politiker/ innen, Großgrundbesitzer/innen, Bergwerksgesellschaften, Holzunternehmen oder internationale Konzerne sehen aber ihre wirtschaftlichen Interessen gefährdet. Ihrer Ansicht nach behindern die Indios den „Fortschritt“, und sie lassen nichts unversucht, um die Indios und ihre Mitstreiter/innen einzuschüchtern, mit Gewalt anzugreifen oder gar zu töten.

Das Überleben der indigenen Völker ermöglichen.

infobrief_10_4_v5.indd 5

Zum geplanten Mega-Kraftwerk „Belo Monte“ und zum Alternativnobelpreis: „Belo Monte“ ist für mich der Todesstoß ins Herz Amazoniens. Es warten derzeit noch 15 Verfahren auf eine Gerichtsentscheidung. Wie es ausgehen wird, kann ich nicht sagen. Die Verleihung des Alternativen Nobelpreises kam jedenfalls gerade richtig. In Brasilien wurde geschrieben, „der unerbittliche Gegner von ‚Belo Monte‘ hat den alternativen Nobelpreis erhalten, weil er sich für die indigenen Völker, für Amazonien und für die Menschenrechte einsetzt“. Daher denke ich, dass es im rechten Augenblick gekommen ist, und bin dankbar dafür. Zu den möglichen Gefahren seines Engagements: „Man kann nicht Gott und dem Teufel gleichzeitig eine Kerze anzünden“, sagt ein brasilianisches Sprichwort. Angesichts der vielen Gefahren, die auf die Indios hereinbrechen, kann ich nicht schweigen und tatenlos bleiben. Mit dieser meiner Positionierung habe ich mir nicht überall Freunde gemacht. Im Rückblick bereue ich jedoch keine meiner Aussagen und Schritte. Ich habe immer darum gebetet, dass mir der liebe Gott die Gnade schenke, am rechten Ort zur rechten Zeit das rechte Wort zu sagen.

Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar ist eng mit Dom Erwin verbunden.

Zum Lernen von den indigenen Völkern: Die Begegnung mit anderen Kulturen birgt eine große Bereicherung in sich. Wenn Politiker/innen der Industrienationen angesichts des augenscheinlichen Klimawandels plötzlich in Panik geraten, haben sie zu lange die Warnungen der indigenen Völker überhört und deren sorgsamen Umgang mit Gottes Schöpfung übersehen. Zur Unterstützung durch die Dreikönigsaktion: Die Projekte der Dreikönigsaktion zielen vor allem auf strukturelle Veränderungen, um die Benachteiligten aus ungerechten Verstrickungen zu befreien. Und dafür danke ich. Mein ganz besonderer Dank gilt den Kindern, die von Haus zu Haus gehen und so manche Anstrengung auf sich nehmen. Sie verkünden die Frohe Botschaft von der Liebe Gottes, die Herzen zum Teilen bewegt für das Überleben der Indios in Würde und Gerechtigkeit. Zu den geplanten Kürzungen bei der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit: Ich bin davon überzeugt, dass Österreich mehr tun kann und tun sollte. Es ist das Mindeste, die Herzen zu öffnen und den anderen die Hand zu reichen. Im Vergleich mit anderen Staaten können wir uns nicht leisten, hier noch zu kürzen. Im Portugiesischen würde man sagen: „Vergonia“, die Schamesröte, steigt einem bei so geizigem Verhalten ins Gesicht.

02.12.2010 23:42:53


8_GLOBAL – LOKAL

Österreich ist ein Transit- und Zielland im großen Gefüge des Menschenhandels.

Albtraum Kinderhandel Linda wuchs in einem kleinen Dorf in Nigeria auf und lebte in armen Verhältnissen. Als sie 14 wird und von einer Frau einen Job als Putzfrau im reichen Europa angeboten bekommt, ist Linda überglücklich. Zunächst muss sie sich einem okkulten „Juju”-Ritual unterziehen und Treue und Verschwiegenheit schwören, dann folgt die gefährliche Reise mit den Schleppern. In Wien angekommen, erklärt ihr ihre „Madame“ – eine nigerianische Zuhälterin –, dass sie „Schulden“ von € 50.000 hat, die sie als Sexarbeiterin abarbeiten muss. Linda wird anfangs geschlagen und gezwungen, Drogen zu nehmen, damit sie gefügiger wird. Später muss sie ihre Kunden selbst auf der Straße anwerben. Das ist nur einer von zahlreichen Fällen von Kinderhandel in Österreich. Kinderhandel geschieht meist zum Zweck der sexuellen Ausbeutung oder der Arbeitsausbeutung. (Das umfasst auch betteln gehen, Haushaltshilfe, landwirtschaftliche Arbeit etc.) Österreich ist ein Transit- und Zielland im großen Gefüge des Menschenhandels. Menschenhandel steht an der Spitze der drei größten internationalen Verbrechen – gefolgt von illegalem Drogen- und Waffenhandel. Schätzungen zufolge erwirtschaftet Menschenhandel mehrere Milliarden Dollar pro Jahr. 79 % des Menschenhandels weltweit geschehen zum Zweck der sexuellen Ausbeutung.

infobrief_10_4_v5.indd 6

Kinder sind besonders gefährdet, Opfer zu werden, da sie in der Regel leichter manipulierbar und davon zu überzeugen sind, den Anweisungen von Erwachsenen folgen zu müssen. Oft fühlen sie sich auch gezwungen oder verpfl ichtet, ihrer Familie zu helfen, und manchmal werden sie sogar von den eigenen Familienmitgliedern ins Ausland geschickt, um Geld zu verdienen. Straßenkinder, Kinder in Flüchtlingslagern und Kinder, deren Familien- und Gemeinschaftsleben auseinandergebrochen ist und die niemanden haben, der sich um sie kümmert, sind besonders gefährdet. So ist auch die Arbeit der DKA – die Stärkung von marginalisierten Gemeinschaften, Unterstützung und Ausbildung von Kindern in schwierigen Lebenssituationen und dergleichen, ein Weg, um Kinder nicht in diese Ausbeutungsspirale geraten zu lassen.

„Man kann sich selbst fragen, wie oft hat man ein bettelndes Kind auf der Straße gesehen und dabei an Menschenhandel gedacht?“ Katrin Lankmayer von ECPAT Österreich weist darauf hin, dass die Sensibilisierung der Öffentlichkeit ein solcher Schritt sein kann. Bettelnde Kinder sind häufig gehandelte Kinder, und die Erwachsenen, bei denen sie sitzen, nicht immer ihre Eltern. Verdächtiges sollte man an die Menschenhandel-Hotline 01/2483685383 melden (bzw. per Mail an menschenhandel@bmi.gv.at), dann wird dem Fall nachgegangen. Zurzeit gibt es lediglich in Wien 18 Betreuungsplätze für „gehandelte Kinder“ in der „Drehscheibe Augarten“, im übrigen Österreich gibt es gar keine Einrichtungen. Diese Kinder brauchen aber spezialisierte Unterstützung und Betreuung. Sie brauchen Zeit, um Vertrauen zu fassen, sind häufig traumatisiert und haben große Hemmungen, ihre Geschichte zu erzählen. Auch die Berufsgruppen, die mit den Kindern zu tun haben können (Polizei, Jugendwohlfahrt, Ausländerbehörden, Justiz etc.) erkennen oft gar nicht, dass es sich um ein Opfer von Kinderhandel handelt. Hier ist auch die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren und mehr Sensibilisierung nötig. Die Kampagne „Stoppt Sexhandel mit Kindern und Jugendlichen“ von ECPAT und „The Body Shop“ setzt genau bei diesen Problemen an. Jede/r Einzelne kann zu einer Veränderung beitragen, indem er/sie z.B. in einer „The Body Shop“-Filiale oder auf www.thebodyshop.com/stop die kampagnenbegleitende Petition unterschreibt. ECPAT Österreich (www.ecpat.at) bietet außerdem Trainings für Schulen, Jugendgruppen und Erwachsene, wenn man sich noch genauer mit dem Thema befassen will. Und noch eine Idee zu Weihnachten: „Soft Hands – Kind Heart“ – die Erlöse des Verkaufs dieser „The Body Shop“-Handcreme kommen der Arbeit von ECPAT zugute. Vom Verkaufspreis von € 10,der „Soft Hands – Kind Heart Handcreme“ (erhältlich in „Body Shop“-Filialen) gehen € 6,32 an ECPAT, um die

Aber auch bei bereits gehandelten Kindern in Österreich gibt es viele kleine Hebel, an denen man effektiv ansetzen kann, um zumindest das Schicksal von einigen zu verändern.

wichtige Arbeit im Kampf gegen Kinderhandel zu unterstützen.

02.12.2010 23:42:54


ETHISCHES INVESTMENT_9

Ethische Veranlagung: Geld nicht in bestimmte Vorhaben investieren, die sozialen, ökologischen oder kulturellen Aspekten widersprechen!

„Es ist gut, wenn man weiß, was mit seinem Geld passiert“ Das Bankhaus Schelhammer & Schattera ist langjähriger Sponsor und Kooperationspartner der Dreikönigsaktion und erfahren in ethischer Veranlagung. Auch der Katholischen Jungschar ist der ethische Umgang mit Geld ein zentrales Anliegen (Policy-Paper unter www.dka.at). Zu diesem wichtigen Thema sprachen wir mit Vorstandsdirektor Günter Bergauer. Wie würden Sie einem Laien/einer Laiin ethische Veranlagung beschreiben? Jede Geldanlage muss gewissen Anforderungen entsprechen, was Ertrag, Risiko und Verfügbarkeit angeht. Wir aber setzen noch das Thema Ethik dazu. Das heißt, wir wollen anhand von bestimmten Ausschlusskriterien das Geld nicht in bestimmte Vorhaben investieren, die sozialen, ökologischen oder kulturellen Aspekten widersprechen. Unternehmen, die beispielsweise Kinder beschäftigen, würden aus sozialen Gründen nicht berücksichtigt werden. Was ist der Hintergrund für das Bankhaus Schelhammer & Schattera, ethische Veranlagungen anzubieten? Der Hintergrund hat mit den Eigentümern zu tun. Das Bankhaus Schelhammer & Schattera ist Österreichs einzige Kirchen-

infobrief_10_4_v5.indd 7

bank. Darüber hinaus ist im Leitbild die christliche Soziallehre hinterlegt, also das menschen-, wirtschafts- und gesellschaftsgerechte Arbeiten und Wirtschaften. Daher war von Beginn an wesentlich, dass sich unsere Aktivitäten in diese Richtung – eben in sozialen und ökologischen Fragen – in allen Entscheidungsbereichen bewegen. Es hat auch mit Verantwortung zu tun, die das Bankhaus für seine Kunden, Geschäftspartner, Eigentümer und Mitarbeiter im hohen Maße wahrnimmt. Gibt es noch weitere positive Aspekte für Personen, die sich für eine ethische Veranlagung entscheiden? Selbstverständlich. Ethische Veranlagungen entwickeln sich von ihrem Ertrag und ihrem Risiko her nicht schlechter als nicht ethische. Außerdem ist es gut, wenn man weiß, was mit seinem Geld passiert; also das Gestaltenkönnen oder zumindest das Wissen darüber, dass meine Spareinlage in einer Form verwendet wird, die sich nicht gegen Dinge richtet, die mir selbst nicht recht wären. Wie zum Beispiel die Geldleihe an einen Waffenproduzenten. Wenn versucht wird, Transparenz zu schaffen, bringt das Mehrwert und Nutzen, im Sinne einer doppelten Dividende.

Welche Auswirkungen haben die Wirtschaftsund Finanzkrise auf Schelhammer & Schattera? Von unseren Ergebnissen lässt sich durchaus ablesen, dass sich in der Krise diese Veranlagungen stabiler zeigen. Für das Bankhaus ist zu sagen, dass 2008 gut abgeschlossen werden konnte. Das Bankhaus hat weder Staatshilfe noch Haftungen oder sonstiges anfordern müssen. Es zeigt sich, dass das ethische Wirtschaften auch dazu führt, dass man in Krisen resistenter ist. Wie wird ein Fonds zu einer ethischen Veranlagung? Die Superior Ethik Fonds sind ein Beispiel für ethische Veranlagung. Im Fonds sind Wertpapiere beinhaltet, die nach einem Prinzip ausgewählt werden. Nach den Ausschlusskriterien, die von einem Ethikbeirat vorgeschlagen werden, erfolgt die Analyse. Eine Spezialfirma analysiert Länder und Firmen. Danach wird die Beurteilung vorgenommen. Dann kommt es zu einem Anlageuniversum, das unseren Fondsmanagern als Grundlage gilt. Die Fondsrechnung wird darüber hinaus noch von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer testiert. Wir bedanken uns herzlich für das interessante Gespräch!

02.12.2010 23:42:55


10_PARTNER/IN UNTER GUTEM STERN

Die Stimme erheben für Rechtlose Trotz ihrer Jugend ist die Sopranistin Constanze Klug „Wiederholungstäterin“: Bereits zum zweiten Mal hat sie gemeinsam mit Freund/innen ein Benefizkonzert für Notleidende in Brasilien organisiert. Für den Infobrief erzählt die Sängerin, wie ein Konzert wie „Mozart & Co“ zustande kommt, welcher Aufwand dahintersteckt und was sie motiviert, ihre Stimme für Menschen im Süden unserer Welt zu erheben.

Am einfachsten ist die Frage nach der Motivation zu beantworten: Ich war viele Jahre Jungscharkind und Gruppenleiterin und daher sehr oft sternsingen. Wenn man eine Gesangsausbildung macht, ergibt sich irgendwann die Frage, wann man wo ein Konzert singen möchte, um das Gelernte auch einmal präsentieren zu können. So war es naheliegend, die wunderbare Musik auch für einen guten Zweck zu singen und natürlich für die Organisation, der ich schon seit vielen Jahren verbunden bin. Zwischen Idee und Konzertabend liegt meistens eine ganze Wagenladung voll kleiner und größerer Vorbereitungsteilchen. Bereits vor mehr als einem halben Jahr beschlossen meine Freundin Generose Sehr und ich, ein Benefizkonzert zugunsten eines Landlosenprojektes der Dreikönigsaktion zu geben (bereits das zweite dieser Art). Schnell waren der Bariton Guy Putz und der Pianist Péter Kövári auch bereit, mitzumachen, und schon vor dem Sommer wurde der Termin festgelegt. Nachdem wir alle im September von diversen musikalischen Sommeraktivitäten und Urlauben zurückgekehrt waren, begannen das Überlegen und die Suche nach dem Repertoire für das Konzert. Und es ist immer gleich – am Anfang die Sorge, ob man denn genug zusammenbekommt und am Ende muss dann immer, knapp vor dem Konzert-

infobrief_10_4_v5.indd 8

tag, ein beträchtlicher Teil wieder gestrichen werden, weil das Programm sonst viel zu lang wäre.

Der Reinerlös von „Mozart & Co“ unterstützt landlose Bauernfamilien im Nordosten Brasiliens bei ihrem Kampf um ein eigenes Stück Land, damit sie ihre Familien ernähren können. Kennwort: „Mozart & Co“ Empfänger: Katholische Jungschar Österreichs,

Sind einmal die Ideen, was man denn gern singen würde, gesammelt, geht es ans Ausprobieren: Was davon geht schon gut? Wofür muss ich noch üben? Schaff ich‘s, diese Arie bis dahin zu lernen? Passen meine Stücke überhaupt halbwegs zusammen? Neben den Solostücken suchen alle dann fieberhaft nach Ensembles – Duette und Terzette. Gar nicht so leicht für diese Besetzung (1x Sopran, 1x Mezzosopran und 1x Bariton)! Fündig wurden wir dann bei Mozart – der Namensträger unseres Konzerts hat anscheinend für jede Besetzung komponiert. Danke schön! Nun folgt die Probenzeit, die, im Gegensatz zum Konzertprogramm, tendenziell eher kürzer als länger wird. Aber trotz Konzerttournee und Urlaub einerseits und Krankheiten (immer ist im Herbst jemand krank!) andererseits wurde intensiv geprobt – mal in der einen Wohnung, zwischendurch in Proberäumen der Universität, dann wieder in einer anderen Wohnung. Die Nachbarn sind zum Glück sehr tolerant. Mit dem Näherrücken des Konzerttages gewinnt das gewählte Programm langsam an Form und wird in eine Reihenfolge gebracht, die sicherstellen soll, dass die Stücke einer-

Dreikönigsaktion Bank: Bank für Tirol und Vorarlberg Kontonummer: 130.211.100 BLZ: 16 300 BIC: BTVAAT22 IBAN: AT79 1630 0001 3021 1100 Registrierungsnummer: 1210

seits zusammenpassen und andererseits genügend Abwechslung bieten. Außerdem braucht jede/r Sänger/in zwischendurch eine kleine Pause und ist froh, wenn er/sie nicht fünf Stücke hintereinander singen muss. Langsam stellt sich auch das Lampenfieber ein. Texte werden im Geiste noch einmal durchgesprochen, um auch ja keine wichtigen Stichworte zu verpassen, die Reihenfolge wird ein letztes Mal kontrolliert, damit niemand zur falschen Zeit auf die Bühne läuft. Dann füllt sich der Saal langsam mit Besucherinnen und Besuchern und die letzten ruhigen Minuten verstreichen. Wenn die Begrüßung vorbei ist und der Moderator (Fabio Polly) das erste Stück ansagt, geht es richtig los – der Nervenkitzel, der das Aufder-Bühne-Stehen so spannend macht, setzt ein. Und alle geben, was sie zu geben haben!

02.12.2010 23:42:55


Impressionen aus Guatemala Rund die Hälfte der Bevölkerung in Guatemala lebt von der Landwirtschaft. Die meisten Bäuerinnen und Bauern betreiben eine Subsistenzlandwirtschaft, viele von ihnen müssen aber noch ein zusätzliches Einkommen als Arbeiter/innen auf großen Plantagen verdienen.

2.

1.

Die extrem ungerechte Landverteilung in Guatemala ist auch ein wesentlicher Grund für viele Menschenrechtsverletzungen. Die Bauernvereinigung Sociedad Civil para el Desarrollo de Colomba SCIDECO unterstützt zahlreiche Bauernfamilien bei ihrer Arbeit und der Wahrung ihrer Rechte. 3. 1) In der Finca La Florida wird Land sowohl gemeinschaftlich als auch individuell bewirtschaftet. Alle Gemeinschaftsflächen werden ausnahmslos biologisch bebaut. 2), 3), 4) Auf den Gemeinschaftsflächen werden Kaffee, Cashew- und MacadamiaNüsse, Bananen, Pfeffer und Honig produziert. 5) Für den Eigenbedarf werden Mais, Bohnen, Soja und Obst angebaut, damit die Familien genug zu essen haben. 4.

6) Außerdem werden von den Bauernfamilien ein kleines Wasserkraftwerk, eine Kaffeetrocknungsanlage, eine Wassermühle und ein Sägewerk betrieben. 7) Als zusätzliche Einkommensquelle haben die Familien den Ökotourismus entdeckt.

5.

6.

infobrief_10_4_umschlag_v5.indd 3

Rechte: Klaus Zeugner

7.

02.12.2010 23:42:23


Adressen P.b.b. GZ 02Z031829 M, Verlagspostamt 1160 Wien, Erscheinungsort: Wien

 Dreikönigsaktion der KJSÖ Wilhelminenstraße 91/2 f, 1160 Wien Tel.: 01/481 09 91, Fax: 01/481 09 91 - 30 E-Mail: office@dka.at

 Katholische Jungschar der Erzdiözese Wien Stephansplatz 6/6.18, 1010 Wien Tel.: 01/515 52 - 3396, Fax: 01/515 52 - 2397 E-Mail: dlwien@jungschar.at

 Katholische Jungschar der Diözese Graz-Seckau Bischofplatz 4, 8010 Graz Tel.: 0316/80 41 - 279 E-Mail: dka@graz-seckau.at

 Katholische Jungschar der Diözese St. Pölten Klostergasse 15–17, 3100 St. Pölten Tel.: 02742/324 - 3361, Fax: 02742/324 - 3369 E-Mail: dka.ka.stpoelten@kirche.at

 Katholische Jungschar der Diözese Eisenstadt St.-Rochus-Straße 21, 7000 Eisenstadt Tel.: 02682/777 - 289, Fax: 02682/777 - 294 E-Mail: Markus.Mersits@martinus.at

 Katholische Jungschar der Diözese Linz Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz Tel.: 0732/76 10 - 3342, Fax: 0732/76 10 - 3779 E-Mail: dka@dioezese-linz.at  Katholische Jungschar der Erzdiözese Salzburg Kaigasse 26, 5020 Salzburg Tel.: 0662/80 47 - 7580, Fax: 0662/80 47 - 7589 E-Mail: kath.jungschar.sbg@kirchen.net  Katholische Jungschar der Diözese Innsbruck Riedgasse 9, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/22 30 - 4662, Fax: 0512/22 30 - 4689 E-Mail: dka@dibk.at

Impressum: Hrsg. u. Verleger: Katholische Jungschar Österreichs, Wilhelminenstraße 91/2 f, A-1160 Wien Redaktion: Christian Herret Mitarbeit: Georg Bauer; Julia Günther, Martin Krenn, Ute Maierhofer, Annemarie Klug Layout: helmut@habiger.at Korrektorat: Coralie Riedler Fotos: Dreikönigsaktion, Ehrenhauser, Herret, Zeugner, Photocase, Kubelka Herstellung: Druckerei Schmitz ZVR 405326502

www.dka.at

 Katholische Jugend & Jungschar der Diözese Feldkirch Unterer Kirchweg 2, 6850 Dornbirn Tel.: 05522/34 85 - 7133, Fax: 05522/34 85 - 7135 E-Mail: dka@kath-kirche-vorarlberg.at  Katholische Jungschar der Diözese Gurk-Klagenfurt Tarviser-Straße 30, 9020 Klagenfurt Tel.: 0463/58 77 - 2480, Fax: 0463/58 77 - 2399 E-Mail: ka.kjs-dka@kath-kirche-kaernten.at

Vertrauen Serviceline: 050 350 350 www.wienerstaedtische.at

IHRE SORGEN MÖCHTEN WIR HABEN

infobrief_10_4_umschlag_v5.indd 4

02.12.2010 23:42:32

Infobrief 4/10  

Der Infobrief der Dreikönigsaktion, Hilfswerk der Kath. Jungschar, gibt Informationen über die aktuelle Arbeit des Hilfswerk und unserer Pro...

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you