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Dreieich-Zeitung, 21. Juli 2011

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Aus der Welt von Kunst und Kultur „MMK 1991-2011. 20 Jahre Gegenwart“:

Momentaufnahme des Wandels Frankfurt (DZ/mi) – Das Stammhaus plus Dependance Zollamt plus 4.000 Quadratmeter auf sieben Etagen des ehemaligen Degussa-Hauses reichen bei Weitem nicht aus, um 20 Jahre nach der Eröffnung des Museums für Moderne Kunst die komplette Sammlung auszubreiten. „Wir präsentieren 75 Prozent des substanziellen Bestands und nicht mal 40 Prozent von allem“, so MMK-Direktorin Dr. Susanne Gaensheimer. So sind nun 96 Tage lang 1.000 von insgesamt mehr als 4.500 Werken zu sehen – im Tortenstück die Ikonen, im Abrisshaus am Untermainkai die Gegenwartskunst und im ehemaligen Hauptzollamt (bis 11. September) eine Videoinstallation von Peter Welz. Die „noch nie dagewesene Überblicksausstellung“ ist für Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth ein Sinnbild für die Kontinuität des Wandels. Sowohl die Sammlung als auch die Stadt veränderten sich ständig. So wird die temporäre Ausstellungshalle auf dem Areal am Untermainkai, auf dem im Spätsommer der Abriss beginnt, in fünf Jahren ein Bestandteil des MainTorQuartiers. Dass das ehemalige Bürogebäude bislang nur entkernt, aber nicht plattgemacht wurde, ist ebenfalls Gaensheimer zu verdanken, die im Februar den DIC-Vorstandsvorsitzenden Ulrich Höller für ihre Ausstellungsidee begeistern konnte. DIC steht schließlich für Deutsche Immobilien Chancen... In einigen Räumen ist ehemalige Raumstruktur noch gut zu erkennen. Dagegen sind in anderen Gebäudeteilen Innenwände gewichen, um

großräumige Präsentationsflächen unter anderem für die 57 Pinguine von Stephan Balkenhol und die Vasen-Installation „Ghost Gu Coming Down the Mountain“ von Ai Weiwei und Serge Spitzer zu schaffen. Für Gemälde oder empfindliche Papierarbeiten – wie die von Thomas Bayrle oder Christian Boltanski – wurden Kabinette erstellt. Platz nehmen darf man auf Tobias Rehbergers Installation „Mailand, Moskau, Dubai, Singapur, Tokio“. Die einstige Kantine der Dresdner BankZentrale dient nunmehr als Café, das von Ata Macias und Simon Horn betrieben wird. Zugänglich ist das MainTor bis zum 9. Oktober dienstags und donnerstags bis sonntags von 12 bis 18, mittwochs von 12 bis 20 Uhr. MMK und MMK Zollamt öffnen jeweils zwei Stunden früher. Der Eintritt für alle Orte beträgt 12 Euro. Führungen im MMK finden dienstags und donnerstags bis samstags um 15.15 Uhr, mittwochs um 11 und 18 sowie sonntags um 11 Uhr statt. Durch das MainTor führt man mittwochs um 18, samstags um 16 und sonntags um 12.30

Uhr. Dienstags bis freitags um 12.30 und 13 Uhr gibt es Kurzführungen. Die in der Jubiläumsausstellung präsentierten Arbeiten der 150 Künstler sind auch in einem neuen Online-Katalog unter www.mmk-frankfurt.de/ die-sammlung einzusehen. In den kommenden Monaten wird schrittweise die gesamte Sammlung mit Abbildungen, Werkangaben und Kurztexten eingestellt. Für die gezielte Suche nach Künstlern oder Werken stehen alphabethische Recherchefunktionen Michael Beutlers „outdoor-yellow 13“ begrüßt die Besucher im MMK. (DZ-Foto: Mika) zur Verfügung.

10 Jahre Stadtgalerie Neu-Isenburg:

„Latte bewusst hoch angesetzt“

Neu-Isenburg (DZ/ba) – Vor mehr als zehn Jahren aus der Taufe gehoben wurde die Stadtgalerie Neu-Isenburg. „Einige Neu-Isenburger hatten sich über lange Zeit für eine kommunale Galerie eingesetzt“, erinnert das städtische Kulturbüro. Zu den Initiatoren hätten allen voran Wilhelm Krahn, der Inhaber der Gessmann-Galerie, und Walther Zimbrich, Mitbetreiber der Galerie „Patio“ und selbst Künstler, gezählt. Einen UnDZ-AKTUELL terstützer des Projektes habe man im damaligen BürgerMuseumsdamen im Städel meister Oliver Quilling gefunErzhausen – Die Museumsdamen besuchen am Mittwoch Löwenkeller-Bilanz: (31. August) das alte DegussaGebäude in Frankfurt, wo das Museum für Moderne Kunst „Unbekannte Werke“ aus sei- Neu-Isenburg (DZ/ba) – Mit nem Bestand präsentiert. der ersten Spielzeit sehr zuTreffpunkt am Erzhäuser frieden sind die Initiatoren Bahnhof ist um 13 Uhr, An- der Kleinkunstbühne im meldungen nimmt Dorothee Haus zum Löwen. „Wir waKrüger, Telefon (06150) 7010, ren fast immer ausverkauft. Das ist ein Zeichen dafür, dass entgegen. wir mit unseren Veranstaltungen das kulturelle Angebot in der Stadt bereichern konnten“, zieht der für das Marketing zuständige Nick Timm Bilanz. Zehn Veranstaltungen im Jahr bieten die Macher an. Der für die Programmgestaltung verantwortliche Wolfgang Lamprecht: „Das gibt uns die Chance, bei der Auswahl der Künstler auf hohe künstlerische Qualität zu achten. Unser Ziel ist es, dass die Besucher auch dann kommen, wenn die Künstler weniger bekannt sind, weil sie si-

den. „Als Glücksfall erwiesen sich der Umbau des Alten Stadthauses und der Leerstand der Räume im 1. und 2. Obergeschoss. Lichtdurchflutete Räume in einem offen gestalteten Gebäude mit interessanter Architektur wurden vom Betreiber, der Gewobau, für die Kunst zur Verfügung gestellt“, erläutert das Kulturbüro. Über das inhaltliche Konzept der Stadtgalerie im Bürgeramt in der Schulgasse 1 sei man sich sehr rasch einig gewesen. So sollte der Schwerpunkt der Ausstellungen auf der aktuel-

Fast immer ausverkauft cher sind, dass ihnen Unterhaltung auf hohem Niveau geboten wird.“ Mit seinem Programm „Frankfort is kaa Lumpenest“ eröffnet der Komödiant Michael Quast am 29. September die nächste Spielzeit. Am 26. Oktober singt der Schauspieler Philippe Higuet Chansons von Jacques Brel, „die in einen dramatischen Monolog eingewoben sind“, heißt es in der Ankündigung. Und am 26. November kommt die junge Liedermacherin und Pianistin Anna Piechotta aus Hannover, die ihre „hintergründigen und skurrilen Lieder“ singt und spielt. Karten kosten 18 Euro im TicketCenter in der Hugenottenhalle, Telefon (06102) 77665, www.ticketcenter.de.

len bildenden Kunst liegen. Die Räume sollten für Ausstellungen der Werke vom überregional bekannten Künstlerinnen und Künstlern genutzt werden. Das Kulturbüro: „Hier wurde die Latte bewusst hoch angesetzt. Möglichkeiten für Menschen, die in ihrer Freizeit kreativ tätig sind, bestehen in Neu-Isenburg viele. Ansätze zur Förderung auf Vereinsebene ebenfalls. Räume für professionell Kunstschaffende gab es auf städtischer Ebene jedoch bis dato nicht.“ Fester Bestandteil des Galerie-Programmes sei es, dass die Arbeiten von Künstlern präsentiert würden, die aus Neu-Isenburg kommen, hier gelebt haben oder zur Kommune in „partnerstädtischer Verbindung“ stehen. Arrangiert werden pro Jahr zwei Ausstellungen, die von ver-

schiedenen Veranstaltungen begleitet werden. Angeboten werden öffentliche Sonderführungen, Gruppenführungen nach Vereinbarung oder Führungen für Kinder, Stadtrundgänge mit Galeriebesuch und die Aktion „Wege zur Kunst.“ „10 Jahre Stadtgalerie – eine Bilanz, die sich angesichts wunderbarer Ausstellungen und hochkarätiger Künstler sehen lassen kann“, urteilt das Kulturbüro. Auch die derzeit laufende Ausstellung mit Bildern von Julia Belot erfreut sich großen Zuspruchs – Grund genug für eine Verlängerung der Präsentation bis zum 1. August. Besucht werden kann die Ausstellung montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 12 Uhr. Die Ausstellung wird neu zusammengestellt und es werden ab sofort neue Arbeiten gezeigt.

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