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Dreieich-Zeitung, 21. Juli 2011

Motor-Journal

Rhein-Main Ziffern und Zeichen auf Fahrzeugreifen:

R, Y, E, TWI, SSR, RFT... (DZ/av) – Die Flanken von Fahrzeugreifen sind mit einer Reihe von Zahlen und Ziffern versehen. Nur die wenigsten Autofahrer können mit den Hieroglyphen, bei denen Millimeter-, Zoll- und Prozentangaben wild durcheinander gemischt sind, etwas anfangen. Der ACV Automobil-Club Verkehr gibt Hilfen zur Entschlüsselung. Über Größe, Bauart, zulässige Höchstgeschwindigkeit und maximale Traglast informiert eine lange Ziffern-Buchstaben-Kombination, wie zum Beispiel 195/65 R 15 91 H. Die erste Zahl gibt dabei die Reifenbreite in Millimetern an. Das Breitenspektrum bei Pkw-Reifen reicht in der Regel von 125 Millimeter bis 335 Millimeter. Die Zahl hinter dem Schrägstrich gibt das Verhältnis der Reifenhöhe zur Breite in Prozent an. „65“ bedeutet demnach, dass die Höhe des Reifens 65 Prozent von der Reifenbreite beträgt. Der darauffolgende Buchstabe beschreibt die Bauart. Bei PkwReifen sind die Karkassfäden unter der Lauffläche radial angeordnet - daher das Kürzel „R“ für radial. Die gleichzeitige Montage von Radial- und

Diagonalreifen an einem Fahrzeug ist nicht erlaubt - inzwischen fahren ohnehin kaum nur noch wirkliche Oldtimer auf Diagonalreifen. Die „15“ weist in diesem Beispiel auf einen Felgendurchmesser von 15 Zoll hin. Hinter der Größenangabe findet sich die maximale Tragfähigkeit des Reifens. Die „91“ steht für 615 Kilogramm. Bei der Reifenwahl ist es wichtig, den in den Fahrzeugpapieren angegebenen Wert nicht zu unterschreiten. Ein höherer Wert ist hingegen erlaubt. Der Lasten-Index beginnt bei 30 für 106 Kilogramm und endet bei Pkw und Vans derzeit mit der Zahl 124 für 1.600 Kilogramm. Wichtig ist auch der Kennbuchstabe für die Geschwindigkeitskategorie. So können Reifen mit dem Kürzel „H“ bis 210 km/h, solche mit der Kennung „Y“ bis zu 300 km/h gefahren werden. Sind Reifen mit einem niedrigeren Last-Geschwindigkeitsindex als die zugelassenen montiert, erlischt die Fahrzeugzulassung - und damit auch der Versicherungsschutz. Die einzige Ausnahme machen Winterreifen: Bei ihnen darf die Geschwindigkeits-Kennung niedriger als die der Sommerreifen sein wenn der Fahrer durch einen

Aufkleber auf die niedrigere Geschwindigkeit hingewiesen wird. Viele Reifen verfügen in den Hauptrillen der Lauffläche über Verschleißanzeiger. Auf ihre Position weist der Schriftzug „TWI“ (Treadwear Indicator) oder ein kleines Herstellerlogo hin. An den markierten Stellen befinden sich in den Haupt-Profilrillen 1,6 Millimeter hohe Erhebungen. Spätestens wenn das Profil bis auf die Höhe dieser Stege abgenutzt ist, müssen die Reifen ausgetauscht werden, da die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe unterschritten wurde. Der Reifenhersteller Continental rät jedoch, nicht so lange zu warten: „Winterreifen sollten mindestens vier Millimeter Restprofil haben, Sommerreifen mindestens drei Millimeter, um auch bei widrigen Wetterbedingungen sicher fahren zu können.“ Jeder Reifen muss über ein ECE-Prüfzeichen verfügen. Dabei handelt es sich im Regelfall um ein „E“, eingefasst von einem Kreis und einer Ziffer. Auf der Seitenwand findet man auch das Produktionsdatum, verschlüsselt in der vierstelligen DOT-Nummer. Die ersten beiden Stellen geben die Produktionswoche

an, die letzten beiden das Jahr. Spätestens nach zehn Jahren sollten Pneus, die regelmäßig genutzt werden, ausgetauscht werden. Bei Reifen an Wohnwagen mit der 100-km/h-Freigabe dürfen die Reifen nicht älter als sechs Jahre sein. An neueren Fahrzeugen kommen häufig Reifen mit Notlauf-Eigenschaften zum Einsatz. Diese sind je nach Hersteller unterschiedlich gekennzeichnet, etwa mit „SSR“ (Self Supporting Runflat Tire) oder mit RFT (Run Flat Tyre). Diese Pneus können bei Luftverlust über eine Distanz von rund 80 Kilometern mit maximal 80 km/h bis zur nächsten Werkstatt weitergefahren werden. Bei manchen Reifen findet sich an der Seite ein Pfeil neben den Bezeichnungen „Rotation“, „Drehrichtung“ oder „Direction“. Diese Pneus sind aufgrund ihrer Profilgestaltung laufrichtungsgebunden. Neun von zehn Fahrzeugbesitzern rüsten ihren Pkw in der kalten Jahreszeit mit Winterreifen aus. Das zeigt eine Studie des Goodyear-DunlopKonzerns. Weitere acht Prozent fahren mit Ganzjahresreifen, so dass tatsächlich nur noch ein ganz kleiner Rest aller deutschen Autos im Win-

ter auf Sommerreifen rollt. Fraglich ist nur, was eigentlich ein Winterreifen ist. In der jetzt gültigen Straßenverkehrsordnung ist zwar festgelegt, dass bei Schneeglätte, Schneematsch, Reif- und Eisglätte Winterreifen aufgezogen werden müssen. Doch was ein Winterreifen ist, ist nicht eindeutig definiert. Experten vertreten jedoch eine klare Meinung: „Die M+SMarkierung auf der Reifenflanke reicht alleine sicher nicht aus.“ Nur mit dem Schneeflockensymbol sind Autofahrer auf der sicheren Seite. Das beweisen eindrucksvoll auch Bremsversuche, bei denen auf einer Gleitfläche die Reibungsverhältnisse einer schneebedeckten Fahrbahn simuliert werden. Ein mit Winterpneus bereifter Kompaktklassewagen kommt bei einer Eingangsgeschwindigkeit von rund 70 km/h nach etwa 60 bis 65 Metern zum Stehen; ein baugleiches Fahrzeug ist auf chinesischen Billigreifen mit M+SSymbol regelmäßig über die 100 Meter lange Gleitfläche hinausgerutscht. „Das zeigt deutlich, Winterreifen sind im Winter die sichereren Reifen“, kommentierte Dr. Rainer Landwehr, Vorsitzender der Geschäftsführung der Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH. Und noch einen, ebenfalls durch Fahrversuche belegten Tipp hat der Reifenmann parat: „Wenn Winterreifen weniger als vier Millimeter Restprofil haben, sind sie zu wechseln.“ Nur mit ausreichend Profil ist die Sicherheit garantiert. Spätestens ab November 2012 sollen Verbraucher neben der Kraftstoffeffizienz auch über die Sicherheitseigenschaften und die Fahrgeräusche von Reifen durch eine neue Kennzeichnung der Reifeneigenschaften informiert werden. Allerdings bietet das neue Label für Winterreifen nur eine eingeschränkte Aussagekraft, da Wintereigenschaften nicht abgebildet werden.

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