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Dreieich-Zeitung, 20. Juni 2013

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Regionales Schobbeschicht mit Kult-Status

Christian Röthe PRAXIS FÜR IMPLANTOLOGIE & KIEFERCHIRURGIE

Das 40. Langener Ebbelwoifest sorgt für Ausnahmezustände Langen (hs) – Das Ebbelwoifest ist nicht nur nach Meinung von Joachim Kolbe „das wichtigste Fest für die Stadt“. Auch die meisten anderen Langener stufen den Stellenwert der in diesem Jahr zum 40. Mal vom Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) organisierten „Stöffche-Sause“ ebenso hoch ein wie der Leiter des kommunalen „Kultur“-Fachdienstes. Manche ordnen ihre Urlaubsplanung dem Termin der örtlichen „Nationalfeiertage“ unter, andere Ex-Langener, die es in die Fremde verschlagen hat, quartieren sich für die Dauer des feucht-fröhlichen Treibens in der Altstadt bei Freunden oder Verwandten ein, und ein Zeitgenosse, den es mit seiner jungen Familie nach Jahren in der Ebbelwoi-Diaspora Berlin wieder von der Spree an den Sterzbach zieht, hat den Umzug extra auf Donnerstag gelegt – damit er danach ordnungsgemäß vier Tage lang der ebenso anstrengenden wie unterhaltsamen „Schobbeschicht“ nachgehen kann. Kurz und gut: Das von Freitag (21.) bis Montag (24.) über die Bühne gehende Ebbelwoifest ist nach wie vor Kult.

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aher ist es auch nur zu verständlich, dass sich die Stadt allen Sparzwängen zum Trotz mit einem fünfstelligen Betrag an dessen Durchführung beteiligt. Allerdings konnte auch dieses stolze Sümmchen nicht verhindern, dass die Scherer-Halle in diesem Jahr nur eine bescheidene Nebenrolle im Reigen der Heckenwirtschaften, Fahrgeschäfte sowie Imbiss-, Losund Schießbuden spielen wird. Der Grund: Die Stadt konnte die kultige Immobilie erst sehr spät von ihrem Frankfurter Besitzer mieten, weil er zuvor auf eine Dauernutzung durch einen anderen Interessenten spekuliert hatte. Als dieser Deal jedoch platzte, konnte die Kommune nicht mehr den notwendigen Bauantrag für die „richtige“ Nutzung des Objektes beim Kreis Offenbach stellen. „Deshalb können wir nun nur im Eingangsbereich gegenüber dem Alten Rathaus eine Heckenwirtschaft samt Cocktailbar

anbieten“, spricht Joachim Kolbe davon, dass diese „Bonsai-Version“ sicher „nicht die beste Lösung, aber besser als gar keine ist“. Da hat der Fachdienstleiter sicher recht, zumal in der Phalanx der heimeligen Hinterhöfe und gemütlichen Heckenwirtschaften wie schon im Vorjahr drei absolute Ankommer der Vergangenheit fehlen werden: „Goranschs Garten“, „Werkhof im Torbogen“ und „Altvater“. Um ein Haar wäre auch das Hoftor beim „Metzger-Fritz“ verschlossen geblieben, doch kurz vor ultimo hat sich Uli Zeller, der Pächter des Stadthallen-Restaurants, dazu entschlossen, diesen Traditionshof zu übernehmen. Mit einer neuen Zapf-Crew wartet zudem das zuvor vom Team des „Kultürchen“ bewirtschaftete ehemalige „Altstadtstübbche“ auf, und in der Kirchgasse wird obendrein eine neue Heckenwirtschaft an den Start gehen. „Wir haben uns stabilisiert“, freuen sich der VVV-Vorsitzende Walter

Metzger und „Brunnewirt“ Heinz-Georg Sehring, dass der Abwärtstrend der jüngeren

Jeans-Power bitte aktuelle Angebote beachten Vergangenheit in Bezug auf die Anzahl der Heckenwirtschaften gestoppt werden konnte. Auf jeden Fall kann die „Schobberobber“-Fraktion bei der 40. Auflage des Ebbelwoifestes in fast ebenso vielen (mehr oder weniger) urigen Lokalitäten in der Altstadt einkehren, die nicht nur für Metzger und Sehring das „Rückgrat jedes Ebbelwoifests“ darstellen und dieses so positiv von vergleichbaren Veranstaltungen unterscheiden. Weil er das weiß, geht im Übrigen auch wieder der „Brunnewirt“ mit gutem Beispiel voran und öffnet wie im Vorjahr mit seiner Familie und dem Team der „Langener Blumenstubb“ die Hofreite an der Wassergasse 2

für alle „Stöffcheholics“. Sie und die weniger durstigen Bummelanten können sich jedoch nicht nur auf die verschiedenen „Auf- und Abfüllstationen“ im historischen Kernquartier der Sterzbachstadt freuen, sondern auch auf einige Fahrgeschäfte. Dazu zählen beispielsweise die „Hayner Reitschul’“, jenes um 1900 gebaute doppelstöckige Nostalgie-Karussell, das auf dem Schneidhiwwelplatz seine Runden dreht, sowie das neben dem Festzelt stehende Riesenrad mit 35 Metern Durchmesser. Ferner sorgen am südlichen Ende der Festmeile die „Belustigungsanlage Brasil“ – laut Ankündigung ein „Funhouse“ mit Spaßparcours, rollenden Tonnen und Wackeltreppe – sowie der „Scheibenwischer“ („Jumper“), der „Taumler“ vor der Stadtkirche und die „Drop Zone“ an der Frankfurter Straße mit der Möglichkeit des freien Falls aus 21 Metern für Unterhaltung. Verbilligte Fahrchips für all diese Fahrgeschäfte, die den ganzen Tag gelten, gibt’s am Montag von 13 bis 15 Uhr. Ansonsten wird das Langener „Fest aller Feste“, bei dem natürlich auch wieder das gute Stöffche statt profanen Wassers aus dem Vierröhrenbrunnen rinnt, in den gewohnten Bahnen verlaufen: Als offizieller Auftakt der Riesensause zu Ehren der „Krönung aller

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Durstlöscher“ fungiert am Freitag um 18 Uhr der Ebbelwoi-Anstich am Vierröhrenbrunnen durch „Brunnewirt“ Sehring. Ab 19 Uhr gibt die Gruppe „Orange Box“ im Festzelt am Alten Rathaus Gas. Gegen 22.30 Uhr wird ein Brillantfeuerwerk den alten Ortskern illuminieren. Am Samstag (und auch am Sonntag) lockt von 14 bis 22 Uhr der Bachgassenmarkt, um 15 beginnt das Singen der Langener Chöre im Kirchhof und eine Stunde später steigt das Platzkonzert des Orchestervereins am Vierröhrenbrunnen. Der unbestrittene Höhepunkt der vier Feiertage für passionierte Schobbepetzer folgt ab 17 Uhr auf der Bühne vor dem Brunnen: die „Ebbelwoi-Daaf“ (unser Bild) sowie die Krönung des „EbbelwoiKönigs“ und der Prinzen. Ab 19 Uhr gibt die Formation „„Haribo und die Gummibär-

chen“ im Zelt deutsche Schlager zum Besten. An gleicher Stätte geht am Sonntag ab 10.30 Uhr die beliebte „Ebbelwoi-Staffel“ über die Bühne, und ab 15 Uhr beschallen die „Zwoa Spitzbuam“ das Festzelt. Ebenda steht am Montag ab 10 Uhr der Frühschoppen mit dem TV-Blasorchester auf dem Programm. Dabei werden Langener Vereine, die einen runden Geburtstag feiern, (der Männerchor „Liederkranz“ blickt auf sein 175-jähriges Bestehen zurück, die Schützengesellschaft hat 150

Jahre auf dem Buckel), besonders gewürdigt. Schließlich greift ab 19 Uhr das „SoulTrio“ im Festzelt zu den Instrumenten, mit dessen Auftritt das diesjährige Ebbelwoifest mal wieder viel zu früh ausklingen wird. (Foto: Jordan)

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