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Henndorfer Sch端ler helfen Sch端lern in Nigeria

Geschichten Gedichte Lieder

Ein Projekt der Bibliothek und der Musikmittelschule Henndorf


Vorwort Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht und als solches in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 verankert. Bildung ist zudem eine Grundvoraussetzung zur Überwindung von Armut. Werden Menschen Bildungschancen vorenthalten, so trägt dies entscheidend dazu bei, Armut über Generationen hinweg zu verfestigen. Circa 8,1 Millionen Kinder in Nigeria besuchen keine Schule. Damit ist Nigeria trauriger Spitzenreiter weltweit. Nicht nur die Zahl der staatlichen Schulen ist zu gering, um allen Schülerinnen/Schülern Unterricht zu gewährleisten, auch die Qualität des Unterrichts leidet unter den schlechten Bedingungen und den mangelnden Geldern. Zu große Klassen (bis zu 120 Schüler in einer Klasse!) und extrem schlecht ausgebildete Lehrkräfte, die durch ihre geringen Kenntnisse nicht in der Lage sind, Englisch (Amtssprache in Nigeria) auf niedrigstem Niveau zu unterrichten, verwehren den Kindern eine grundlegende und gute Bildung. Offiziell wird für den Besuch der Grundschule in Nigeria kein Schulgeld erhoben – inoffiziell verlangen unterfinanzierte Schulen allerdings Gebühren von bis zu 30 Pfund pro Schulhalbjahr (entspricht etwa 35 Euro), um ihren Unterricht zu gewährleisten. In einem Land, in welchem der Durchschnittslohn bei einem Pfund pro Tag liegt, gibt es nicht viele Eltern, die dieses Schulgeld und Geld für Unterrichtsmaterialien aufbringen können. Die Salzburger „Kajola Community“ www.kajola-community.at ist eine gemeinnützige Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, eine Schule in Ilero, Oyo State in Nigeria zu bauen und auch nichtprivilegierten Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen. Dieses Projekt unterstützen wir mit dem Erlös aus dem Verkauf dieses Hörbuches. Jutta Fuchs Bibliothek Henndorf


Liebe(r)

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Es freut uns, dass du dieses Heft bekommen hast! Denn das bedeutet, jemand hat für den Kauf des Hörbuches Geld gespendet. Das Geld wird für den Bau einer Volksschule in Nigeria verwendet. In Salzburg gibt es eine Organisation, die die Spendengelder einsammelt und beim Schulbau mithilft. Du kannst dir gerne die Website dieser Organisation im Internet ansehen: www.kajola-community.at Die Bibliothek Henndorf und die Musikmittelschule Henndorf wollen diese Organisation unterstützen und haben deshalb ein Hörbuch produziert. Die SchülerInnen haben Geschichten und Gedichte geschrieben, diese wurden in einem Tonstudio aufgenommen und mit Liedern ergänzt. Das Ergebnis kannst du nun sehen und hören! Wir wünschen dir viel Vergnügen mit dem Hörbuch „Kajola“!

Übrigens „Kajola“ ist ein Wort aus dem Yoruba Sprachraum Nigerias und bedeutet „Gemeinwohl“. In Kärnten gibt es dieses Wort auch, nur meint man dort eine „Scheibtruhe“ damit. Wir fanden, das passt prima für ein Schulbauprojekt.


Hast du Nigeria schon auf der Karte entdeckt?


Nigeria ist 11mal so groß wie Österreich.

Nigeria Nigeria ist ein Land, das ist bei uns bestimmt bekannt. Da leben Kinder groß und klein, sie finden es dort fein und das soll auch so sein. Maiduguri, Ilorin und Zaria kennt ihr bestimmt. Abuja ist die Hauptstadt dort, das merkst du dir sofort. Die Kinder haben eine Schule, die ist nicht so ganz die coole. Darum helfen wir ihnen, das ist klar, mit dem tollen Projekt Kajola.

Lili Weißenbacher


AYUDA Es war einmal ein Junge, der hieß Ayuda und wohnte mit seinen Eltern in einer großen Stadt. Doch weil sein Vater einen neuen Beruf gefunden hatte musste die Familie in ein kleines Dorf ziehen. Dem Jungen passte das überhaupt nicht, denn er wollte nicht von seinen Freunden weg. Doch leider konnte er das nicht entscheiden. Die Mutter sagte: „Du wirst bestimmt ganz tolle neue Freunde finden.“ Also zogen sie drei Wochen danach in das kleine Dorf Mabula. Dort ging er in eine kleine Schule, in der es nur vier Klassen gab. Ayuda ging in die 2. Klasse. Die Kinder schienen ihm nett, aber das änderte sich in der Pause ganz schnell. Alle hänselten ihn. Nach der Schule ging er weinend nach Hause.

Jarah Anditsch Nadine Lechner

Das ging eine Woche so und Ayudas Mutter sagte immer: „Kopf hoch, das wird schon noch.“ Aber es hänselten ihn immer noch alle. Eines Nachts hatte Ayuda einen Traum: Er ging in den Garten. Dort sah er eine Fee. Sie sagte: „Morgen wird jemand Hilfe brauchen. Du musst ihm helfen und ihr werdet beste Freunde.“ Am nächsten Morgen in der Schule dachte Ayuda die ganze Zeit über seinen Traum nach. In der Pause sah er aus dem Fenster. Er beobachtete Michaela, ein wunderhübsches Mädchen. Sie wurde von zwei Jungen verprügelt. Ayuda rannte auf den Pausenhof und stellte sich dazwischen. Er schrie: „Lasst sie in Ruhe! Habt ihr denn nichts Besseres zu tun?“ Die beiden Jungen starrten Ayuda verdutzt an. Ehe sie etwas sagen konnten, nahm er Michaela bei der Hand und die beiden rannten weg. Michaela dankte Ayuda von Herzen und mit der Zeit wurden die beiden dicke Freunde.


WOLKEN WOLKEN OHNE LIEBE KENNEN EINANDER NICHT Johanna Kattner


Ein Pessimist und ein Optimist reden miteinander P:

Ich bin so untalentiert, ich komm´ mir vor, wie ein Trottel.

O:

Ach, red´ doch keinen Stuss.

P:

Ich sag´ doch nur die Wahrheit.

O:

Nein!

P:

Doch!!

O:

Nein!!!

P:

Doch!!!!

O:

Nein!!!!!

P:

Doch!!!!!!

O:

Wenn du so redest, kommst du mir vor wie ein Trottel!

P:

Sag´ ich doch!

Kiki Loibl


Ein besonderer Ort Es sind Dünen, die mutig auf uns herab ragen, das Meer, das uns mit großen, blauen Augen ansieht, Musiker, die mit ihren Schuhen am Asphalt stöckeln, Tücher, die im Wind uns etwas zuflüstern, eine herzliche Gastfreundschaft, die uns immer begleitet, Stimmen, die bitten und danken, Muster, eingewebt in buntem Stoff, weite Felder und Ebenen, in allen Farben, ein Kübel voll feinem Sand, die Sonne, die langsam am Horizont verschwindet, ein Reich voll Fantasie und Vertrauen. Elena Daluna Leitenbauer


Stimmen im Ohr Stimmen flüstern in mein Ohr: Sei vernünftig! Sei vorsichtig! Und pass ja auf! Stimmen flüstern in mein Ohr: Sei liebevoll! Sei zärtlich! Und liebe dich selbst! Stimmen flüstern in mein Ohr: Sei glücklich! Sei lustig! Und lache viel! Stimmen flüstern in mein Ohr: Woher weißt du, dass das das Richtige ist? Ich antworte: Weil das mein Herz mir sagt! Christina Mayrhofer


Tränen die trauern Tränen die trauern Umgeben von Mauern So traurig wie Weiden Wie kann man es vermeiden Augen die glänzen feucht Atem der stoßweise keucht Zerrissen in Herz und Seele Wie ein Schnitt durch die Kehle Schluchzer laut aus dem Mund Erzählen von der traurigen Kund` Wir haben alles verloren Nun sind wir verdorben Wasser rinnt die Wange entlang Die Trauer ist wie ein Bann Wie kann man Freude wieder kriegen Und damit die Trauer besiegen Auf einmal Augen hell wie die Sonne Ihre Seele strahlt vor Wonne Sie sieht die Welt in anderer Sicht Aber sie ist nur ein kleiner Wicht Sie kommt dir entgegen Lächelt ganz verwegen Wovon wir auch sprechen Wir werden sie nicht brechen Munter spaziert sie durch die Welt Tut das was ihr gefällt Einem jeden ist jetzt klar Wovon ich rede Es ist: DIE FREUDE DES LEBENS

Christina Mayrhofer


Der bunte Bauernhof In den nigerianischen Nationalparks kann man Elefanten, Affen, Antilopen, Löwen, Büffel und Flusspferde beobachten.

Ich sah ´mal eine rote Kuh, die machte gar nicht „Muh!“ Sie machte auch nicht „Wau!“, sondern sagte laut: „Miau!“. Die rote Kuh, die sagte: „Mäh! Findest du meine roten Flecken schä?“ Ich sagte: „Nein! Warum sollten deine Flecken schön sein?“ „Also, ich finde meine Flecken fein!“ Beleidigt ging die Kuh weg und setzte sich in braunen Dreck. Dann kam ich zu einem grünen Schwein, das war nie ganz allein, denn es hatte sieben Kinderlein. Die Kinderlein waren glücklich und zufrieden und lebten zusammen in Frieden. Amen!

Benjamin Laabmayr Leonhard Feldinger Samuel Markel


Im Regenwald Affengekreische überall, ein seltsamer Klang.

© Helga Bansch

Die Pflanzen riesengroß, manche überwuchert von Moos. Dann, ein leises Tapsen, vielleicht von einer der Großkatzen. Plötzlich, ein großer Fluss Doch ein Haufen Krokodile! Welch ein Verdruss! Eine Schlange gleitet vorbei, auf der Astgabelung ein Papagei. Unten, im Dickicht, ein Wildschwein, der Tiger auf dem Weg in sein Heim. An Felsen hängen Kletterpflanzen, um die Moskitos tanzen. Dort ist es so wunderschön!

Nina Fuchs


Rache ist kein Zuckerschlecken Eine leichte Herbstbrise wehte mir ins Gesicht. Es war Anfang Oktober. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was mich erwarten würde. Ich wusste nicht, wo ich war. Mein Gefühl sagte mir, dass ich beobachtet wurde. Ich hatte den Drang mich umzudrehen, aber es würde fatale Folgen für mich haben. Mein Name war in der ganzen Stadt bekannt. Damit hatte ich mir nicht nur Freunde gemacht. Jetzt war ich irgendwo und alles nur, weil mir mein Chef, Kommissar Chemley, einen Auftrag gegeben hatte. Ich sollte meinen Erzfeind ausfindig machen und ihn beschatten. Nach Aussagen meines Chefs hatte sich mein Erzfeind in den letzten Wochen von der Welt zurückgezogen. Und ich sollte herausfinden, was er vorhatte. Eine alte, verlassene Lagerhalle befand sich direkt vor mir. Der graue Betonklotz wirkte düster auf mich. Vorsichtig schlich ich mich hinein. Es war stockfinster. Auf einmal fiel hinter mir die schwere Eisentüre ins Schloss. Ein leises Klicken und die Tür war ver-

schlossen. Ich rüttelte vergebens an der Tür. Plötzlich spürte ich etwas Kaltes, Hartes in meinem Rücken. „Hände hoch und keine Tricks!“, sagte eine raue Männerstimme. Ich hob die Hände und drehte mich langsam um. Das Licht ging an. Ich blinzelte. Nachdem ich mich an das grelle Licht gewöhnt hatte, sah ich meinen Erzfeind, Ray Thunder. Er stand etwas entfernt und richtete eine Pistole auf mich. „Hallo, Schnüffler! Nett, dass du mir Gesellschaft leistest!“, sagte Ray mit gehässiger Stimme. „Na, was hast du dieses Mal vor?“, fragte ich mit gelassener Stimme. Früher war Ray ein ehrlicher Bürger und Geschäftsmann gewesen. Bis zu dem Tag, als sein Bruder, Croy Thunder, einen großen Auftrag annahm und damit sehr viel Geld verdiente. Eigentlich war der Auftrag für Ray bestimmt. Aber weil dieser sich gerade im Ausland befunden hatte, konnte er den Auftrag nicht annehmen. Er schwor sich, dass er seinen Bruder in den Ruin stürzen würde. Rays kantiges Gesicht, das mit Nar-


Das Geld in Nigeria sieht anders aus als in Österreich und heißt auch nicht „Euro“ sondern „Naira“. 1 Naira sind 100 Kobo.

ben übersät war, blickte mich mit finsteren Augen an. Ein Gesicht, wie man es in einem Horrorfilm fand, stand lebendig vor mir. Ray fuhr fort: „Wie du weißt, findet morgen die Siegerehrung für meinen Bruder für das größte Unternehmen statt. Ich werde mich an meinem Bruder rächen. Vor Sonnenaufgang werde ich bei ihm einbrechen und all seine Ersparnisse mitnehmen. Dann werde ich nach Hawaii reisen und es mir gut gehen lassen. Und das Beste ist: Mein Bruder bezahlt alles!“ Ray holte aus seiner Manteltasche ein langes Seil und sagte: „Umdrehen! Hände hinter den Rücken!“ Ray drehte mir die Hände auf den Rücken und war dabei mich zu fesseln. Erst wehrte ich mich noch dagegen, aber Ray war stärker als ich. Schließlich gab ich auf. Als er mir die Hände gefesselt hatte, lachte er: „Bye, bye, Schnüffler! Ich schick dir eine Ansichtskarte von Hawaii.... Mist, wo sind meine Autoschlüssel?“ Er

ging nach hinten in die Halle, um sie zu suchen. Auf einmal fiel mir ein, dass ich mein Taschenmesser in der Hosentasche hatte. Mühevoll gelang es mir, mein Taschenmesser in meiner rechten Hosentasche zu erreichen. Unauffällig schnitt ich die Seile durch. Danach schnappte ich mir die Pistole, die Ray beim Fesseln meiner Hände auf eine Kiste gelegt hatte. Vorsichtig schlich ich mich an Ray heran. „Game over!“, rief ich. Nachdem ich Ray überwältigt und gefesselt hatte, rief ich die Polizei. Als diese Ray Thunder festgenommen hatte, kam mein Chef, Kommissar Chemley, mit Croy Thunder, Rays Bruder, der sich bei mir bedanken wollte. Als Belohnung schenkte mir Croy einen Urlaub auf Hawaii.

Alina Haas


Freundschaft

Im Sommer gehen wir meistens schwimmen und auch schöne Lieder singen. Im Winter springen wir in den Schnee und meine Freundin tut sich weh. In Nigeria gibt es nur zwei Jahreszeiten: die Regenzeit und die Trockenzeit.

Ich helfe ihr dann aufzustehen. „Jetzt können wir nach Hause gehen.“ Im Herbst spielen wir im Blätterhaufen, die Buben fangen an zu raufen, sie müssen danach ganz schön schnaufen und dann nach Hause laufen. Im Frühling gehen wir Blumen pflücken und unsere Köpfe damit schmücken. Freundschaft ist das A und O! Das wissen wir doch sowieso!

Jemima Keimer


Was macht eine Kindheit aus?

Kinder der heutigen Zeit haben meist die neuesten Sachen, doch sind sie trotzdem nicht zufrieden und glücklich. Zum Kindsein gehört Zuneigung, Vertrauen und auch Verantwortungsbewusstsein der Eltern dazu. Viele Eltern glauben, dass man sich das alles erkaufen kann und sehen gar nicht, wie es den Kindern dabei geht. Sie denken nicht darüber nach, ob es den Kindern in der Schule gefällt oder ob sie auch Freunde haben. Wenn das Kind einmal weint, dann kaufen die Eltern wieder ein neues T-Shirt oder ein neues Spielzeug und glauben, dass alles wieder geregelt ist. Doch gerade solche Situationen merken sich die Kinder. Manchmal bekommen sie auch Albträume. Sie wollen es den Eltern aber nicht sagen, weil sie Angst haben, dass sie die Eltern traurig machen. Da kann es dann nur helfen, mit der ganzen Familie über die Probleme zu reden. Da manche Eltern nicht da sind, geschieht das oftmals nicht und die Familie bricht auseinander. Es ist zwar sehr traurig, aber wahr. Schauen Sie Ihr Kind einmal an und spielen Sie mit ihm und der Familie. Das macht Spaß, bewirkt viel und kostet wenig. Nur Zeit. Zum Glück habe ich Eltern, die da sind, die sich auch mal Zeit nehmen zum Spielen, Reden und Lachen.

Karoline Altmann


Was ich von meinen Verwandten zum Geburtstag bekam Von Christoph und Laly Rumkugeln von Casali, von Tante Ivi eine saftige Kiwi, von Tante Nixi ein Buch von Pixi, von Philipp und Kehau einen kleinen Wau wau. Von Tante Michele aus Amerika, die dies in einem Schaufenster sah, ein großes, grünes Kleid, das fand ich sehr gescheit. Maria und die Zwillinge schenkten alte Schillinge. Von der reichen Tante Anett ein großes Himmelbett. Von Benji und Alice – Das war ziemlich mies – ein altes Portrait, ganz ohne Schmäh, sehr hässlich das Ding, bis ich zu lachen anfing. Am nächsten Tag in der Schule kam meine Tante Jule, die schenkte mir ein Ei und sagte, dass das mein Frühstück sei. Lea Malzl

Ich rief: „Jetzt muss ich aber gehen!“ Und sagte allen: „Auf Wiedersehen!“


Freundschaft

Freunde, die lachen, haben nicht viel zu machen. Freunde, die lieben, sind älter als sieben. Freunde, die helfen, sind besser als Elfen. Freunde, die sich zu viel unterhalten, bekommen beim Mund ganz viele Falten. Freunde, die sich bekriegen, werden niemals siegen. Freunde, die sich hassen, werden sich bald verlassen. Freunde, die am Himmel fliegen, werden bald am Boden liegen. Freunde, die auf Bäume klettern, werden bald herunterbrettern. Freunde sind wichtig! Freundschaft ist richtig! Tamara Leimüller Lisa Nowy Marcel Stöckl


Von Sonnenhausen in die weite Welt

Die kleine Maus Lisa hatte einen riesengroßen Wunsch: Sie wollte einmal um die ganze Welt reisen, doch für so eine kleine Maus war das fast unmöglich. Niemand im Dorf Sonnenhausen glaubte, dass sie das schaffen könnte, sogar sie selbst zweifelte daran.

Die Hauptstadt von Nigeria heißt Abuja.

Mit ihrem Freund Manuel schlich sie sich in den Laderaum eines Flugzeugs und flog als blinder Passagier nach Amerika. Dort mussten sie die endlos scheinende Golden Gate Bridge überqueren. Mit einem Luxusschiff fuhren die beiden weiter nach Australien. Dort hätte sie beinahe ein Strauß gefressen. Mit letzter Kraft schleppten sich die beiden Mäusefreunde an Bord eines Frachtschiffes. Total seekrank kamen sie in Asien an. Um ihre Reise fortsetzen zu können, mussten sie sich unter der Chinesischen Mauer durchgraben. Lisa und Manuel hatten nun genug Abenteuer erlebt und wollten nur mehr zurück nach Sonnenhausen. Wie man sich vorstellen kann, schafften sie auch das. Zuhause wurden sie wie Helden empfangen und in den Maus-News konnte man alles über die Weltreise nachlesen.

Lydia Raudaschl


Ein Pralinenberg im Garten

Ich hab in meinem Garten ganz viele Blumenarten. Manche sind so klein wie vom Floh ein Bein. Doch manche sind so groß, dass ich nicht mehr weiß: Wohin mit ihnen bloß? Dann denk ich mir oft: Statt Blumen Pralinen! Ein Pralinenberg im Garten,

©

Florian Marquart

das wäre doch ganz prima! Doch zu bekäm ich meine Hose nimmer.

Martina Wieneroiter Patricia Eppl


Annas Ananas

Sprachen in Nigeria: Housa, Yoruba, Igbo und 400 weitere Sprachen und Dialekte.

Anna war nass. Anna aß Mamas Ananas. Anna mag Ananas. Anna sah Mama. Annas Mama war bös´. Annas Ananas war Mamas Ananas. Anna zahlt Mamas Ananas.

Tamara Ruech Bianca Brandstätter


Herr Olawunmi erzählte uns, dass es in manchen Schulgebäuden hineinregnet und dann erscheinen die Lehrer nicht zum Unterricht.

Wie schön die Schule sein kann Es war einmal ein kleiner afrikanischer Junge, der saß unter einem Zitronenbaum und dachte über seine Zukunft nach. Wie würde es ihm wohl einmal gehen, wenn er erst erwachsen ist? Das wusste er noch nicht. Nach ein paar Stunden schlief er ein. Er träumte von sich selbst: er saß in einem großen, schönen Schloss. Der Tisch war reichlich mit Essen gedeckt und die Gläser waren mit frischem Wasser gefüllt. Als er davon essen und trinken wollte, fiel ihm eine Zitrone auf den Kopf und er wachte auf. Er dachte: „Ach, wie schön wäre es gewesen, davon zu speisen.“ Dann war es ein paar Minuten still, nur ein kleines, leises Seufzen hörte man im Hintergrund. Als er heimkam, stand ein Tisch in seinem Heim. Er war mit afrikanischen Köstlichkeiten gedeckt und seine Familie saß rundher-

um. Sein kleiner Bruder, seine vier Schwestern und natürlich seine Eltern. Nach dem Essen ging er in die Schule. Dort traf er wie immer sehr viele Kinder. Früher waren die Klassenräume immer sehr kaputt und es war eng im Raum. Doch dank Kajola ist es nun sehr schön in die Schule zu gehen, denn jetzt kommen die Lehrer auch, wenn es regnet. Denn in der Schule wurden Fenster eingebaut. So regnet es nicht mehr in die Klassenzimmer und Kinder und Lehrer bleiben trocken. Also gab es nun endlich Unterricht. Nach der Schule trommelten sie, sangen und machten schöne Musik. Und wenn Kajola nicht gestorben ist, dann freuen sich die Kinder noch heute.

Romina Roman


© Max (Art3fact)

Lola und Lora Es war einmal ein Mädchen, das lebte in Indien. Lola kam aus dem Süden des Landes und man sah ihr eine armgebliebene Gegend an. Ich weiß nicht wo, vielleicht an den Knochen der Wangen oder an ihrem Mund, aber ihr Gesicht wirkte fahl. Sie war sicher einst ein hübsches Mädchen gewesen, doch die Armut hatte ihr zu schaffen gemacht. Ihre Haare wirkten matt und ein verbitterter Zug war um ihren Mund. Doch mitten aus dem ungepflegten Gesicht strahlten zwei geheimnisvolle Augen heraus. Ihr Farbton war smaragdgrün und sie wurden von dichten, schwarzen Wimpern umrahmt. Lola trug stets eine Blume im Haar. Diese Blume war keine gewöhnliche Blume, nein! - Es war die Blüte einer Zauberhibiskus. Diese Blüte führte Lola immer zu demjenigen, der in diesem Moment ihre Hilfe am nötigsten hatte. Lola spürte immer genau, wenn jemand ihre Hilfe brauchte, denn dann ließ die

Blüte immer feinen Goldstaub auf ihr Haar rieseln. So fand sie Lora. Eines schönen Dschungelmorgens, die Sonne war gerade aufgegangen, trat Lola aus der kleinen Strohhütte, die sie bewohnte, heraus. Die ersten Sonnenstrahlen berührten Lolas dunkle Haut und ein leichtes Prickeln verbreitete sich in ihrem Körper. Lola schloss die Augen. Sie genoss eine Weile die Sonne auf ihrer Haut, doch dann machte sie die Augen wieder auf und nahm einen Wasserkrug. Sie ging in die Richtung des Flusses, der nahe an ihrem Dorf vorbeifloss. Der Fluss war ein wunderschöner Ort. Das türkisblaue Wasser wurde am Ufer von Palmen und Farnen umrahmt. Exotische Blumen und farbenfrohe Schmetterlinge waren überall anzutreffen. Lola ging gerade einen Trampelpfad entlang, als sie eine Bewegung ihrer Zauberhibiskus am Kopf spürte. Dann sah sie auch schon den Goldstaub rieseln.


Ungefähr 8,1 Millionen Kinder in Nigeria besuchen keine Schule! Zum Vergleich: Österreich hat ca. 8,3 Millionen Einwohner

Auf einmal hörte sie Schreie. Sie waren laut und voller Schmerzen. Es klang wie ein angsterfüllter, klagender Schrei eines Vogels. Lola folgte dem Schrei. Sie kam zu einer Stelle, an der der Farn niedergedrückt war. Lola hatte Recht behalten. Es war ein Vogel – genau genommen, ein roter Papagei. Er schien sich am Flügel verletzt zu haben. Lola untersuchte den Vogel vorsichtig. Tatsächlich! Es sah so aus, als hätte ein Tiger den Vogel angefallen. Er hatte lange Kratzspuren und eine kleine Bisswunde am Flügel. Lola hob den Papagei behutsam auf und trug ihn in ihre Hütte. Sie säuberte die Wunden mit Flusswasser und strich dann mit Farnblättern leicht Orchideennektar darauf. Dann wickelte sie Lianen um die Wunden und fixierte das Ganze mit Kletten. Lola legte den Papagei in ein

Farnnest und ließ ihn nicht aus den Augen. Als sie den Vogel so betrachtete, kam ihr der Name Lora in den Sinn. Ja, Lora sollte dieser Papagei ab nun heißen. Lola pflegte Lora viele Sonnenauf- und untergänge und freundete sich mit ihr an. Lora hatte Lola gern und konnte inzwischen sogar sprechen. Trotzdem war Lora nicht glücklich. Ihr fehlte die Freiheit und die Wildnis. Lola merkte, dass etwas nicht stimmte mit Lora und redete mit ihr. Lora wollte wieder in den Wald. Lola konnte das verstehen und ließ den Papagei in seine geliebte Freiheit. Lora war wieder glücklich und flog in den Sonnenuntergang. Und ab und zu besuchte sie das Mädchen mit den smaragdenen Augen in ihrer kleinen Strohhütte. Christina Mayrhofer


Schreibwerkstatt mit


Petra Nagenkรถgel


Manche Texte entstanden


aus Improvisationen


Fotoshooting


Vortrag von Jubril Olawunmi


Bei den Tonaufnahmen


Zwischen Konzentration


und Entspannung


Nachwort Das Hörbuch „Kajola“ ist in unzähligen Stunden entstanden. Die SchülerInnen haben an einer Schreibwerkstatt und bei einem Schreibwettbewerb teilgenommen. Herr Jubril Olawunmi hat die Musikmittelschule Henndorf besucht und in einem Diavortrag die Bildungssituation in Nigeria, als auch das Schulbauprojekt erklärt. Die ZuhörerInnen erkannten, ein Schulbesuch ist nicht überall auf der Welt selbstverständlich und einen eigenen Sitzplatz in der Schulklasse zu haben, ist für manche Kinder dieser Welt ein Privileg. Nach der Auswahl der Texte für das Hörbuch, begannen die Tonaufnahmen. Hierbei wurde die Schulbibliothek in ein Tonstudio verwandelt. Für die Aufnahmen wurde von den SchülerInnen höchste Konzentration und Ausdauer verlangt, welche sie mit Bravour gemeistert haben. Die Produktion dieses Hörbuches wäre nicht möglich gewesen, ohne die vielen Personen, die voller Engagement hinter diesem Projekt standen. Ihnen gebührt ein großer Dank! Henndorf im Mai 2012

Allen voran Herrn Christoph Matl, mein Ansprechpartner in der Schule, der auch die Lieder auf der CD zur Verfügung gestellt und diese mit den SchülerInnen einstudiert hat. Herr Matl war auch verantwortlich für die Schreibwerkstatt, den Schreibwettbewerb und die Tonaufnahmen. Ein herzliches „Danke“ auch an Herrn Ing. Rupert Pichler von Pan Sound, dem es während der Aufnahmen immer wieder gelang das Beste aus den SchülerInnen herauszuholen. Bedanken möchte ich mich auch bei dem Lehrerkollegium und dem Direktor der Musikmittelschule, der Gemeinde Henndorf, meinem Bibliotheks-Team und den Sponsoren des Hörbuchprojektes, für die zahlreiche Unterstützung. Dr. Reinhard Ehgartner, Geschäftsführer des Bibliothekswerks Salzburg, war eine große Hilfe beim Druck dieses Heftes – danke dafür! Der größte Dank gebührt jedoch den Schülerinnen und Schülern der Musikmittelschule Henndorf! Ohne euch wäre das Hörbuch gar nicht erst möglich gewesen! Jutta Fuchs Bibliothek Henndorf


Inhalt der CD 1

Orombo (Lied aus Nigeria) und Nigeria

1:50

Lili Weißenbacher Christoph Matl (Arrangement)

2

Wie schön die Schule sein kann

1:42

Romina Roman

3

Brumm tata

2:03

Christoph Matl (Text u. Musik)

4

Lola und Lora

4:02

Christina Mayrhofer

5

Spring in your heart

3:25

Christoph Matl (Text u. Musik)

6

Von Sonnenhausen in die weite Welt

1:09

Lydia Raudaschl

7

Andantino

1:22

Fernando Carulli (1770–1841)

8

Im Regenwald

0:38

Nina Fuchs

9 10

Wolken ohne Liebe

1:06

Johanna Kattner

Annas Ananas

0:16

Bianca Brandstätter, Tamara Ruech

11

Bunte Blätter

3:03

Christoph Matl (Arrangement)

12

Was macht eine Kindheit aus

1:28

Karoline Altmann

13

Freundschaft

0:41

Tamara Leimüller, Lisa Nowy, Marcel Stöckl

14

Menuett

1:33

Jean Leclerc (1630)

15

Was ich zum Geburtstag bekam

1:08

Lea Malzl

16

Laila (Weise aus Ungarn)

1:55

Christoph Matl (Arrangement)

17

Ein besonderer Ort

0:46

Elena Daluna Leitenbauer

18

Tränen die trauern

1:05

Christina Mayrhofer

19

When I look out of my window

3:10

Tamara Leimüller (Text u. Musik), Lena Aigner ( beide 13 J.)

20

Ein Pessimist und ein Optimist

0:36

Kiki Loibl

21

That´s what I wanna be

2:29

Christoph Matl (Text u. Musik)

22

Rache ist kein Zuckerschlecken

4:48

Alina Haas

23

My life is too short

3:01

Tamara Leimüller (Text u. Musik)

24

Stimmen im Ohr

0:32

Christina Mayrhofer

25

Freundschaft ist das A und O

0:33

Jemima Keimer

26

Una Palomita (Lied aus Argentinien)

2:19

Christoph Matl (Arrangement)

27

Ein Pralinenberg im Garten

0:30

Marti na Wieneroiter, Patricia Eppl

28

Der bunte Bauernhof

0:42

Benjamin Laabmayr, Leonhard Feldinger, Samuel Markel

29

I´m gonna sing to my Lord

2:09

Christoph Matl (Text u. Musik)

30

Ayuda und Orombo

2:28

Jara Anditsch, Nadine Lechner


Impressum

„Kajola“ ist eine Gemeinschaftsproduktion der Bibliothek und Musikmittelschule Henndorf f.d.I.v.: Jutta Fuchs • Bibliothek Henndorf Hauptstraße 63 • 5302 Henndorf

Das Projekt wird gefördert durch „culture connected“ des bm:ukk

Layout:

Österreichisches Bibliothekswerk

Kajola  

Henndorfer Schueler helfen Schuelern in Nigeria

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