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Inhalt Seite 4

Wahl-Infos

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Interview Ullrich Sierau

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Interview Joachim Pohlmann

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Interview Mario Krüger

Seite 12

Interview Helmut Manz

Seite 14

Interview Petra Zielazny

Seite 16

Interview Norbert Weikert

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Rat der Stadt Dortmund

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Bürgerinitiativen „Vor Ort“

Seite 22-41 Dortmunder Stadtbezirke Seite 42

Wie reagiert man auf eine Abmahnung?

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Wegweiser durch die Verwaltung

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Vorworte

Liebe Leserinnen und Leser, soeben halten Sie die erste Sonderausgabe „Wir in Dortmund“ der InStadtmagazine in den Händen. Besonders ist nicht nur das Thema „Politik“, sondern auch die Tatsache, dass dieses Magazin in ganz Dortmund erscheint. Während wir uns in unseren regulären acht Stadtmagazinen alle zwei Monate den lokalen Themen wie Politik, Kultur, Sport, Vereinsleben, Kirchengemeinden, Schulen, Kitas und anderen Einrichtungen des täglichen Lebens widmen, geht es auf den folgenden 48 Seiten um die bevorstehende Kommunalwahl. Denn es stehen entscheidende Wochen an: Am 30. August wird nicht nur ein neuer Oberbürgermeister bzw. eine neue Oberbürgermeisterin gewählt, sondern auch ein neuer Stadtrat und zwölf neue Bezirksvertretungen. Die Plakate der Parteien und Initiativen säumen die Straßen unserer Stadt und künden von der bevorstehenden Wahl. Da in den nächsten Jahren wichtige Entscheidungen in Dortmund getroffen werden müssen, handelt es sich bei der Kommunalwahl um ein Ereignis, dessen Bedeutung hoch einzuschätzen ist. Doch welche Entscheidungen werden das sein und welche Kandidat/ Innen werden diese dann zu treffen haben? Reserveliste, Direktkandidaten, Wahlkreise etc. Es ist für die Bürgerin und den Bürger nicht immer leicht nachzuvollziehen, wer wofür und warum kandidiert. Grund genug für uns zu versuchen, soweit wie möglich darüber zu informieren und damit zu einer hohen Wahlbeteilung beizutragen. Ihr Reiner Schwalm (Herausgeber) info@in-stadtmagazine.de

Liebe Dortmunderinnen und Dortmunder, das Herzstück dieser Sonderausgabe sind die Interviews mit den sechs OB-Kandidaten. Diese Interviews fanden an Orten statt, die sich die Interviewten selbst aussuchen sollten, um schon hiermit ein Statement zu ihrer Person abzugeben. Bei den Interviews ging es uns nicht in erster Linie um den/die Politiker/in, sondern um den Menschen hinter der Partei und dem Wahlprogramm. Wir haben nicht nur interessante und sympathische Menschen kennengelernt, sondern auch Orte besucht, die wir teilweise noch nicht kannten und vielleicht auch nie kennengelernt hätten. Und so, wie meine Kollegin und ich die Politiker/in kennengelernt haben, möchten wir Ihnen diese vorstellen. Von unseren Stadtmagazinen sind Sie es gewohnt, dass wir uns um die Dinge kümmern, die in den Stadtteilen bzw. in den Stadtbezirken passieren. So ist es auch in diesem Sonderheft. Jeder der zwölf Dortmunder Stadtbezirke wird mit seinen schönen und schlechten Seiten vorgestellt. Dazu gibt es jeweils eine Auflistung der Kandidat/Innen für die Bezirksvertretungen. Um den Rat nicht ganz außer Acht zu lassen, haben wir Stellungnahmen der Ratsfraktionen eingeholt und zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. Leider antworteten uns nicht alle Fraktionen. Die Arbeit an diesem Sonderheft war teilweise mehr als anstrengend und manchmal nervenaufreibend. Doch eines ging nie verloren: der Spaß! Ich hoffe, dass Sie beim Lesen diesen Spaß bemerken und entdecken, wie interessant spannend und wichtig Lokalpolitik ist. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und rufe Sie auf: Gehen Sie wählen und treffen Sie die richtige Entscheidung. Welche das ist, dabei soll Ihnen unser Magazin behilflich sein. Ihr Stephan Kottkamp (Chefredakteur) s.kottkamp@in-stadtmagazine.de

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Wahl-Infos Liebe Leserinnen und Leser, am 30. August 2009 finden Kommunalwahlen statt. Hierbei entscheidet sich, wer in Zukunft die Verantwortung in Dortmund tragen soll. Sie stimmen dafür, welcher Oberbürgermeister bzw.

schädlich sein. Deshalb sollten alle Bürgerinnen und Bürger am 30. August von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und wählen gehen. Wer nicht wählen geht, unterstützt indirekt und zumeist unbeabsichtigt radikale und ex-

WER DARF WÄHLEN?

WEN DARF ICH WÄHLEN?

Wahlberechtigt sind alle Deutschen und alle EU-Bürgerinnen und EU-Bürger, die - 16 Jahre alt sind - mindestens seit dem Tag vor der Wahl in dem Wahlgebiet ihren Wohnsitz haben - nicht vom Wahlrecht (aus welchen Gründen auch immer) ausgeschlossen sind.

Sie dürfen - die/die Oberbürgermeister/in - eine/n Kandidaten/in für den Stadtrat - und die Bezirksvertretung wählen.

WIE GEHT DAS? Vier Wochen vor der Wahl haben Sie Post von der Dortmunder Stadtverwaltung bekommen. Hierbei handelt es sich um die Wahlbenachrichtigung. Darauf stehen der Wahltermin sowie

WIE WÄHLE ICH?

welche Oberbürgermeisterin und welche Parteien in den nächsten Jahren die Geschicke unserer Stadt in den Händen halten. Auch auf Ihre Stimme kommt es an. Eine Wahlbeteiligung wie bei der Europawahl kann für eine Demokratie auf lange Sicht nur

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treme Parteien. Dies ist nicht im Sinne unserer Stadt und unserer Demokratie. Verschenken Sie Ihre Stimme nicht. Nur so können Sie dafür sorgen, dass Ihre Interessen vor Ort am besten umgesetzt werden können. Also, gehen Sie wählen!

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Adresse und Öffnungszeiten des Wahllokals. Sollten Sie keine Wahlbenachrichtigung erhalten haben, empfiehlt es sich, bei der Stadt nachzufragen, ob Sie ordnungsgemäß im Wählerverzeichnis eingetragen sind.

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Gegen Vorlage Ihres gültigen Ausweises erhalten Sie Ihre drei Stimmzettel. Sie dürfen auf jedem Wahlzettel jeweils nur ein Kreuz machen! Eine weitere Kennzeichnung des Stimmzettels darf nicht erfolgen. Dann falten Sie den Zettel so, dass niemand Ihre Entscheidung sehen kann und werfen ihn schließlich in die Wahlurne. Achtung: Es ist möglich, unterschiedliche Parteien bzw. Initiativen zu wählen. Achtung: Auf jedem Wahlschein haben Sie jedoch nur eine Stimme!


Mehr Jobs schaffen, Mittelstand st채rken.

Dr. Annette Littmann

Dortmund nach vorn. FDP Die Liberalen

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Interview Ullrich Sierau „Zur Entspannung verbringe ich mal ein paar Stunden im Garten, mache Touren ins Sauerland zum Wandern oder jogge mit meiner Frau - die läuft mir dabei allerdings immer weg“, lächelt Ullrich Sierau, Stadtdirektor und Planungsdezernent der Stadt Dortmund, und bietet uns einen Kaffee an. Wir befinden uns an einem für uns ungewöhnlichen Ort, denn wir sind zum ersten Mal in einem Wahlkampfbüro. Für Ullrich Sierau ist es wohl momentan so etwas wie das zweite Zuhause und da er sich zur Zeit intensiv

auf eine mögliche Rolle als Dortmunder OB vorbereitet, hat er dieses in der Innenstadt gelegene Zwei-Raum-Büro mit großem Besprechungstisch und arbeitsamer Atmosphäre als Treffpunkt für unser Interview gewählt. Viel Zeit für Freizeit bleibt ihm nicht, am liebsten verbringt er diese kostbaren Momente dann aber mit seiner Frau und den beiden kleineren Kindern. Seine älteste Tochter studiert in einer anderen Stadt und ist auch nicht auf den derzeitigen Wahlplakaten „Unser Dortmund unsere Familie“ zu sehen.

„Zusammenhalt ist wichtig“ Dort zeigt sich Ullrich Sierau, dessen Mutter schon früh gestorben ist, nicht nur bei seinem liebsten Hobby, dem Fahrradfahren, sondern auch als Familienmensch durch und durch. „Wir bringen die Stadt gemeinsam nach vorne“, ist die Botschaft, die er damit vermitteln möchte. Für ihn ist Zusammenhalt besonders wichtig - der Zusammenhalt der Fami6

Ein „Macher“ auf zwei Rädern mit Bezug zu Natur und Familie Ullrich Sierau auf den Spuren der Römer und Walhaie lie und der der Stadtgesellschaft. Keine Frage, dass seine engsten Angehörigen die Entscheidung für das Amt des OBs zu kandidieren, zweifellos mittragen. Der Spagat zwischen Karriere und Privatleben gelingt ihm bisher sehr gut: „Ich möchte kein Karriereknecht sein. Politik ist zwar eine ernste Angelegenheit, soll aber auch Spaß machen und mit Leidenschaft verbunden sein.“ Diese Leidenschaft begleitet Ullrich Sierau schon seit über 30 Jahren - 1973 trat er in die SPD ein. Zu dieser Zeit interessierte er sich auch schon für Stadtplanung und engagierte sich während seiner Schulzeit in einer Bürgerinitiative für das Ziel, die Infrastruktur der Stadt Wolfsburg zu verbessern. „Wolfsburg - warum Wolfsburg?“ kommt die Frage auf. Geboren in Halle an der Saale, wuchs er in Wolfsburg auf, besuchte nach der Grundschule das Gymnasium und kam 1976 dann zum Studium der Raumplanung nach Dortmund. „Denn die Universität in Berlin war mir zu inselig und die in Trier-Kaiserslautern zu weit weg.“, erläutert Sierau. Zahnarzt oder Stadtplaner Kurze Zeit liebäugelte er damit, sich um Wurzelbehandlungen und Kariesprophylaxe zu kümmern, wie sein Onkel, der Zahnarzt war. Er entschied sich dann aber doch zum raumplanerischen Studium in der Bierstadt Dortmund - ohne zu ahnen, dass ein Ullrich Sierau rund zwei Jahrzehnte später Planungsdezernent dieser Ruhrgebietsstadt sein würde. Während seines Studiums verbrachte er einige Zeit im Ausland, genauer gesagt in Oxford und beschäftigte sich auch dort mit dem „Planning“. Er erinnert sich: „Die angelsächsische Forschung war Anfang der 80er Jahre fortschrittlicher als hierzulande und ich wollte mal über den Tellerrand gucken.“ Auch sonst ist er ein weitgereister Mann: er hat viele Reisen nach Asien und Afrika unternommen. Dass dies nicht (nur) zum Vergnügen war, zeigt seine Ehrenmitgliedschaft in einer wir

afrikanischen BlumenarbeiterGewerkschaft „Uganda Horticultural & Allied Workers‘ Union“ (UHAWU). Demnächst wird auch eine Kooperation mit einer Farm in Kenia angestrebt, um ein Netzwerk für einen Direktvertrieb fair gehandelter Blumen aufzubauen.

„Verantwortung für die Welt“ „Man darf sich nicht aus der Verantwortung für die Welt stehlen“, kommentiert Ullrich Sierau sein internationales Engagement. „Ich kann nicht verstehen, wie man sich im Ausschuss zum Beispiel über ein falsch gesetztes Komma echauffieren kann, während es auf der Welt noch tagtäglich Kinderarbeit und zahlreiche Aidsopfer gibt.“ Das Wohlergehen des Menschen allgemein liege ihm am Herzen, da macht er keine Kompromisse. Er spricht von Verantwortungsethik und von Transparenzherstellung, die man als Politiker und als Mensch leisten sollte. Große Worte - aber Sierau ist (auch) ein Mann der Taten, ein „Macher“ eben. Und gerade deswegen strebt er Positionen an, durch die er etwas verändern kann. So sieht er nicht nur im Städtebau seine Erfüllung, sondern möchte als OB auch gesellschaftliche Arbeit leisten und aktiv Interessenkonflikte gestalten oder am besten minimieren. „Die globalen und lokalen Herausforderungen der Zeit erfordern geradezu Sozialdemokrat zu sein“, ist sich Sierau sicher. Man müsse sich gegen den neoliberalen Kurs „Privat vor Staat“, dessen Ergebnis die derzeitige Finanzkrise sei, wehren. Die SPD stehe für Solidarität und: „Wir kümmern uns um eine soziale Stadt“, verspricht er zuversichtlich.

„Bildung ist einer unserer Schätze“ Den Bildungsstreik, den Studenten und Schüler kürzlich bundesweit organisierten, könne dortmund

er sehr gut nachvollziehen. „Die Bildung ist einer unserer Schätze - in Bildung muss und sollte man mehr investieren, besonders in Zeiten der Wissensgesellschaft“, so konstatiert Sierau. „Das Anliegen der Studenten und Schüler ist absolut berechtigt und ich finde es gut, dass sie sich für ihre Rechte engagieren. Allerdings kann ich den Vandalismus, der mit der Protestaktion im Dortmunder Rathaus einherging, nicht gutheißen.“ Zum Thema Bildung - wie bildet sich denn ein OB-Kandidat der SPD weiter? Wieviel Zeit bleibt fürs Lesen, für Theater- oder Museumsbesuche zum Beispiel? Auf dem Nachttisch von Ullrich Sierau liegt derzeit „Was zu tun ist - eine Agenda für das 21. Jahrhundert“ von Thomas L. Friedman - ein durchaus anspruchvolles und informatives Buch über die problematischen Konsequenzen der Globalisierung für die Menschheit. Aber auch an regional geprägter Literatur findet er Gefallen - so liest er gerne die GrappaKrimis, die im Dortmunder GrafitVerlag erscheinen. Um sich auf dem Laufenden zu halten, liest er täglich die lokalen Zeitungen und schaut auf die Internetseite „Ruhrbarone“, wo Journalisten aktuelle Nachrichten über und aus dem Revier bloggen. Die Gelegenheit kulturelle Bildung zu genießen, ergibt sich bei vielen offiziellen Terminen. Aber auch privat besucht er gern das Hansatheater, das Naturkundemuseum und als nächstes ist ein Besuch der Ausstellung zur Varusschlacht in Haltern geplant. Ob er einen Hang zu römischen Kaisern, Legionen und überhaupt der Altphilologie habe? Stolz erwähnt Sierau sein großes Latinum, das er damals mit Begeisterung gemacht habe. „Das Erlernen von Latein schult das strukturierte Denken“, weiß er aus eigener Erfahrung zu berichten. Und auch ein großes Interesse am alten Rom hätte sich bei ihm durch den Lateinunterricht entwickelt. Also würde er an einem VHS-Kurs zur römischen Geschichte teilnehmen, wenn ihm die Zeit das erlaube? Und Sierau, der früher


selbst VHS-Kurse zur Kommunalpolitik in Do-Hombruch und DiaVorträge über seine Reisen gehalten hat, überrascht mit folgender Antwort: „Entweder würde ich einen Ayurveda-Wellness-Kurs oder einen Schreiner-Kurs machen.“ Politik ohne Zweifel? Sierau blickt auf eine konstante politische Karriere zurück, deren Höhepunkt das Amt des Oberbürgermeisters sein könnte. Gab es nie einen Moment des Zweifelns? „1979 schockierte auch mich der NATO-Doppelbeschluss und als Befürworter der damaligen Friedensbewegung fragte ich mich: Bin ich in der richtigen Partei?“, erinnert er sich nachdenklich. Doch seine sozialdemokratische Grundüberzeugung war stark stärker als jeglicher Zweifel. Als eine Art politisches Vorbild nennt er zögerlich Willy Brandt, dessen Mut und Leidenschaft ihn selbst zu politischem Engagement motivierte. „Auf kommunaler Ebene fällt mir spontan Henning Scherf, Regierender Bremer Bürgermeister a. D., ein“, fügt Sierau hinzu. Kommen wir nun von den bewunderten Politikern zur Konkurrenz: was macht ein Ullrich Sierau besser als Joachim Pohlmann? „Erst einmal habe ich Respekt vor jedem, der die Bereitschaft zeigt sich einzubringen. Aber ich glaube, Herr Pohlmann hat das harte politische Geschäft unterschätzt und ist von den für ihn neuen Anforderungen überrascht worden“, beschreibt er seinen Eindruck. Aber Pohlmann hätte das Ganze auch nicht wirklich richtig einschätzen können, da ihm dafür die langjährige Erfahrung in der Politik fehle. Sierau ist es wichtig ehrlich, glaubwürdig und standhaft zu sein - auch wenn es um die Flughafendiskussion geht, wobei die SPD für eine längere Betriebszeit plädiert. Pohlmann habe noch keine ‚Chance‘ gehabt, sich unbeliebt zu machen. „Wenn man aktiv in der Politik mitmischt, kann man es nicht jedem recht machen“, resümiert Sierau.

„Du machst das richtig“ Ab und zu telefoniert er mit dem früheren Oberbürgermeister

Günter Samtlebe, der dieses Amt über 26 Jahre ausübte und erst kürzlich konnte Sierau sich über dessen Lob „Du machst das richtig.“ freuen. Um Rat fragt er häufiger auch seine Frau und ebenso fungieren gute Freunde manchmal als Ansprechpartner für politische Angelegenheiten. Eine andere Idee: Was wäre, wenn so einer wie der allseits beliebte BVB-Trainer Jürgen Klopp in der Politik was zu sagen hätte? Sierau lacht und meint: „Der Klopp ist ein toller Typ und hätte bestimmt gute Ideen, was man besser machen könnte. Aber man sollte es nicht übertreiben. Auch wenn Klopp ein absoluter Sympathieträger ist - Fußball ist Fußball und Politik ist Politik.“ Als treuer BVBFan ist Sierau überzeugt, dass der BVB am Ende dieser Saison an der Tabellenspitze steht. „Freiburg wird uns das pünktlich zum 100. Geburtstag schenken“, gibt er sich optimistisch.

„Mein Schwiegersohn! Mein Schwiegersohn!“ Uns interessiert, wo und mit wem er das Championsleague-Finale 1997 gesehen hat. Die Erinnerung daran ist noch ganz wach, so scheint es und Sierau erzählt eine lustige Anekdote: „Das ChampionsleagueFinale habe ich bei einem Freund in Eichlinghofen gesehen. Und als Lars Ricken direkt nach seiner Einwechslung beim ersten Ballkontakt dem BVB zum 3:1 verhalf, schrie mein Freund ganz euphorisch: „Mein Schwiegersohn! Mein Schwiegersohn!“ Die Erklärung folgt prompt: Die Tochter von Sieraus Freund war damals mit Lars Ricken befreundet. Was wünscht sich Ullrich Sierau, wenn er 80 ist? Auch etwas Sportliches? Irgendwie schon, denn er antwortet: „Mit 80 Jahren möchte ich in der Metropole Ruhr die Olympischen Spiele eröffnen.“

„Mehr Zeitzeugen sprechen lassen“ Nun kommen wir zu einem sehr unerfreulichen, aber leider aktuellen Thema: Rechtsradikalismus in Dortmund. „Nach dem Überwir

fall der Rechtsradikalen auf die diesjährige Maikundgebung ist es nötig zu reagieren. Wir müssen für eine Stadt der Vielfalt und des Respekts kämpfen - weggucken geht nicht!“, verdeutlicht Sierau. Man müsse die Jugendarbeit weiter ausbauen und „mehr Menschen, die unter dem Faschismus gelitten haben, sprechen lassen.“ Sein eigener Großonkel, der später Chefredakteur bei der DPA wurde, stenografierte die Reichskonferenzen von Goebbels und hatte die Dokumente als Beweismaterial vergraben. Dieser Einsatz imponiert Sierau und er möchte unbedingt eine Intensivierung der rechtsradikalen Gewalt in Dortmund verhindern. Ansonsten zeigt er sich tolerant: „Meine Kinder könnten auch anderen Parteien als der SPD beitreten, solange es keine extremistischen sind. Mein Sohn - der ist jetzt 11 - liest regelmäßig Zeitung und ist schon sehr politikinteressiert.“, freut er sich.

„Westfälischniedersächsisch stur“ Nach einer seiner Schwächen gefragt, reflektiert Sierau, dass er ziemlich „westfälisch-niedersächsisch stur“ sein kann. Andererseits kann man diesen Charakterzug doch manchmal eventuell auch als Vorteil, nämlich als Durchsetzungsvermögen ansehen - vermuten wir. „Und eine Schwäche für Lasagne oder Fisch mit Sahnesoße habe ich auch“, schmunzelt er und berichtet noch, dass er wenn auch selten - gerne selbst kocht: am liebsten Kassler überbacken. Seine Frau entlastet ihn enorm, denn Sierau ist nur wenige Stunden am Tag zuhause. Dafür hat er es eingerichtet wenigstens dortmund

einen Abend in der Woche etwas früher nach Hause zu kommen, so dass seine Frau „dann Freizeit machen kann“. Einen Walhai für den begeisterten Taucher Die gemeinsamen Urlaube genießt die Familie sehr - fernab vom Heimatort ist auch mal genug Zeit zum Erholen. Sierau mag Korsika - er war auch schon mal auf Tahiti, auf den Seychellen und ist sogar durch Nepal zum Mount Everest getourt. „Australien oder Neuseeland würden mich auch reizen“, lässt er uns wissen. Zudem sehnt er sich noch nach zwei ungewöhnlichen Trips: einmal über den Himalaya von Nepal nach Tibet und einmal mit einer Karawane vom Norden Kenias durch die Sahara zu ziehen. Seiner Frau wird er sicher auch irgendwann den Wunsch erfüllen, nach Bali zu fliegen. Denn Flugangst hat er nicht und der richtige Ort für seine Leidenschaft unter Wasser wäre es auch: Ullrich Sierau, der früher mal Leistungsschwimmer war, taucht für sein Leben gern - ein Hobby, das er übrigens mit dem OB-Kandidaten der Grünen, Mario Krüger, teilt. „Einer meiner großen Träume ist es, einmal einen Walhai zu sehen“, schwärmt er. Nun - vor dem Walhai kommt mit Sicherheit die Wahl Ende August. Und Sieraus Wunsch den nächsten Geburtstag als Oberbürgermeister der Stadt Dortmund mit Freunden und Familie zu feiern, dürfte wohl auch realistischer sein. Aber das macht nichts - der Walhai kann warten. Und wer sich im Haifischbecken der Politik seit so vielen Jahren behauptet, der wird sich auch bei einer Begegnung mit einem Walhai bewähren. 7


Interview Joachim Pohlmann „Der ‚Alte Markt’ liegt mitten in der Stadt, hier ist es schön, das Leben pulsiert.“ Joachim Pohlmann genießt das südliche Flair, er liebt es, hier zu sitzen und die flanierenden Leute zu beobachten. Deshalb sitze ich nun mit dem

„Schatz, wir müssen reden!“ Mit Joachim Pohlmann mitten in der Stadt und bat seine Lebensgefährtin um ein Gespräch: „Schatz, wir müssen reden!“ Nach drei Tagen stand seine Entscheidung fest. Es folgte die Tour durch die verschiedenen Parteigremien, während der er eine stark engagierte Annet-

parteilosen und heute zunächst sonnenbebrillten Oberbürgermeister-Kandidaten von CDU und FDP in einem Cafe auf einem der lebhaftesten Plätze in der City. In letzter Zeit haben die Möglichkeiten zur Entspannung dieser Art bei Pohlmann jedoch stark abgenommen. „Wenn ich mal einen freien Abend habe, bin ich froh, einfach die Beine hochzulegen“, erzählt er von den Anstrengungen des Wahlkampfes.

te Littmann und einen ebenso engagierten Erich G. Fritz hinter sich wusste. Bei einer geheimen Abstimmung innerhalb der FDP wurde Joachim Pohlmann einstimmig angenommen und war rund 50 Jahre nach seiner Ankunft in Dortmund OB-Kandidat in der Westfalenmetropole.

Vor einem Jahr hätte er sich den Sommer 2009 wohl vollkommen anders vorgestellt. Angefangen hat seine politische Karriere erst vor sechs Jahren, als er bei der Gründung des ‚Forums Phoenix’ mitgewirkt hatte und dort fortan als Kassierer tätig war. Dass aus dieser Tätigkeit eine Kandidatur als Oberbürgermeister resultieren würde, fand bis vor einigen Monaten in seinem Denken nicht statt. „Von dritter Seite“ habe man ihn gefragt, ob er sich so was vorstellen könne. Unbelastet und unpolitisch waren die Attribute, die Erich G. Fritz und Annette Littmann ihm seinerzeit attestierten. Als die Überlegungen ernster wurden, kam er eines Tages nach Hause

Geboren ist Joachim Pohlmann in Bremen. Seine Mutter Dortmunderin, sein Vater Bremer, kam er als kleines Kind ins Ruhrgebiet. Wie viele andere Jungs wollte er Lokführer werden. „Oder Schreiner. Holz ist ein wunderschöner Stoff und man hat ein Ergebnis, das man fühlen kann“, beschreibt er seine kindlichen Berufswünsche.

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mann. Der will Oberbürgermeister werden. Der wird grad interviewt.“ Man (er)kennt ihn also.

auf dem ‚Alten Markt’ verbringen, kommt Pohlmann immer wieder auf ihn zu sprechen.

Während seiner Schulzeit kam Pohlmann mit Politik nie direkt in Kontakt. Willy Brandt hat ihn damals beeindruckt, die Ostpolitik und die damit verbundene Aufbruchstimmung. Dementsprechend hielt er sich an die Losung der damaligen Zeit und wählte Willy. Pohlmanns Bruder war bis vor fünf Jahren sogar Mitglied der SPD, er selbst war zwar politisch interessiert, aber nicht in einer Partei organisiert. Dies änderte sich vor rund drei Jahren, als ihn ein Freund mit zu einer FDP-Veranstaltung nahm und Pohlmann schließlich auch Mitglied wurde. Nach neun Monaten beendete er seine Mitgliedschaft, „Partei ist nix für mich, schon aus Zeitgründen.“

So verreist er oft und gerne nach Südfrankreich, wo sein Bruder ein kleines Haus besitzt. „Direkt am Fuße des Mont Ventoux, die Radsportfreunde werden diesen Berg kennen.“ Vor einigen Jahren war er mal mit Freunden („Nur Männer. Stellen Sie sich mal vor, wenn ihre Frau mitten im Abenteuerurlaub abends plötzlich nach dem Fön fragt...“) zum Segeln auf Tahiti.

Vorbild großer Bruder Nach dem Abitur begann Joachim Pohlmann an der Bochumer RuhrUni ein Lehramtsstudium der Fächer Französisch und Geschichte. Das Interesse an Geschichte hatte er bereits als Kind, die Affinität

Da er eine enorme Erwartungshaltung hatte, wurde der Urlaub eine Enttäuschung. „Dort ist vieles künstlich und das Meer ist fast leer gefischt“, beschreibt er seine Erlebnisse in der Südsee. Da es ihm im Urlaub auf Bequemlichkeit und einen hohen Erholungswert ankommt, zieht es Pohlmann aber auch gerne und häufig in die Nähe von Niebüll, in ein 200-Seelen-Dorf, in dem ‚Tatort’-Kommissar Hans-Jörg Felmy bis zu seinem Tod gelebt hat. Den ‚Tatort’ schaut Pohlmann sich auch heute noch gerne an. Er erinnert sich dabei an seine Kind-

Das Kind im Manne

Das Kind im Manne hat er sich bis heute bewahrt. Zu seinem nächsten Geburtstag würde er sich wünschen, eine Stunde mit einem echten Bagger in einer Sandgrube zu buddeln. Am Nachbartisch flüstert (etwas zu laut) ein Mann seiner Frau zu: „Das ist der Pohlwir

zu Frankreich stammt von seinem Vater. Pohlmanns Bruder – selbst Jurist - war es dann, der ihn dazu bewog, das Lehramtsstudium abzubrechen und Jura in Angriff zu nehmen. Überhaupt ist ihm sein großer Bruder (er ist elf Jahre älter) sehr wichtig. Während der drei Stunden, die wir zusammen dortmund

heit und an seine Mutter, mit der er früher regelmäßig spannende Sonntagabende vor dem TV verbrachte. Die Weiterentwicklung der Charaktere hat ihm dabei immer besonders gut gefallen. Im Kino hat er sich neulich ‚Crank II’ angesehen, mit einer seiner zwei Töchter, die ein absoluter Film-


Freak ist und ihn gelegentlich mit ins Kino „schleppt.“ Seine beiden Töchter seien in vielen Dingen vollkommen unterschiedlich, erzählt er. Und mittlerweile trennen die beiden zudem noch viele Kilometer, da die Ältere seit kurzer Zeit in Wien studiert. Mit seiner Lebensgefährtin guckt er sich auch schon mal Filme mit Julia Roberts an, doch sein Geschmack geht eher in Richtung Quentin Tarantino. Zudem greift er zur Entspannung sehr gerne zu Büchern von Gabriella Wollenhaupt, begleitet die Kommissarin Maria Grappa durch die Bierstadt und erkennt dabei den ein oder anderen realen Dortmunder Akteur wieder. Auch die ‚Eifel-Krimis’ von Jacques Berndorf, ebenfalls aus dem GrafitVerlag, haben es Pohlmann angetan. Und wenn er mal eine gute Story mit einer gehörigen Portion Sarkasmus lesen möchte, dann schmökert er in Werken von Raymond Chandler und bewundert die Fähigkeit des Autors, Dinge auf den Punkt zu bringen.

„Ich muss noch fahren!“ Seit Kurzem ist Pohlmann stolzer Besitzer einer Kochjacke. Er bezeichnet sich als einen „Kochbuchkocher“, der am liebsten Pasta und französische Spezialitäten kocht. Früher hat er gerne die Kochshow mit Alfred Biolek gesehen, heute findet er Tim Mälzer und Jamie Oliver gut. „Die kochen einfache Sachen, die aber trotzdem gut schmecken.“ Zu gutem Essen darf es im Sommer gerne ein deutscher Weißwein und im Winter ein Rotwein aus Spanien sein. Bier mag er überhaupt nicht. „Auf Veranstaltungen nippt er gezwungenermaßen am Glas und entkommt dem Hopfensaft danach mit dem Hinweis: „Ich muss noch fahren!“ Das tut er fast ausschließlich mit dem Auto, obwohl in seiner Garage eine Schopper steht, die er gerne durch die Dortmunder Vororte gelenkt hat. Mittlerweile hat einer seiner zwei Stiefsöhne die Maschine und Pohlmanns Lederjacke okkupiert. „Die habe ich

immer voller Stolz getragen, darin hat man so breite Schultern“, lächelt er. Mit den Stiefsöhnen sitzt er am Wochenende vor dem Fernseher und schaut sich die Spiele des BVB an. Ins Stadion geht Pohlmann selten, leidet und fiebert aber trotzdem mit. Jürgen Klopp findet er großartig. „Der verkörpert Intelligenz, hat aber die Bodenhaftung nicht verloren.“ Klopp könne mit den Fans auf der Südtribüne, mit Intellektuellen, aber auch mit Managern aus der Wirtschaft reden. „Er ist ein absoluter Marketing-Experte.“ Ansonsten heißt es bei Pohlmann immer häufiger: „No sports!“ Früher hat er „selten und schlecht Golf gespielt“, danach ging er joggen, aber zu wenig. Heute zieht er sich lieber in seinen Garten, seine Oase zurück.

„Vieles macht einen unheimlich betroffen“ Gelegentlich hat Pohlmann Mühe, seine Parteilosigkeit zu vermitteln. Einigen Leuten bereitet es Probleme, dass er nicht parteilich identifizierbar ist – was er aber auch unter keinen Umständen sein möchte. Der Parteien-Proporz ist ihm zuwider; Posten, die ihm für die Zeit nach einer etwaigen verlorenen Wahl angeboten wurden, lehnte er dankend ab. Wenn er am Abend des 30. August nicht der strahlende Gewinner und künftige Dortmunder Oberbürgermeister sein wird, dann sitzt er ab dem 1. September wieder in seiner Kanzlei. Zumal es auch Unterschiede zwischen Pohlmann und den Parteien gibt, die ihn in seiner Kandidatur unterstützen. „Herr Drabig hat mich sogar mal gelobt“, flüstert er mir etwas geheimnisvoll zu. Egal, wie die Wahl ausgeht, Pohlmann hat vieles gelernt. „Man erfährt so viel Neues, das einen unheimlich betroffen macht.“ Betroffen macht ihn momentan auch die schwere Erkrankung eines alten Schulfreundes. Bei ihm holte er sich immer den Rat, den er jetzt manchmal sehr gut gebrauchen könnte. „Er ist so eiwir

ner, der mir in den Hintern tritt, wenn es nötig ist.“ Ein Problem für die WählerInnen sieht Joachim Pohlmann in der Tatsache, dass es zwischen ihm und Ullrich Sierau viele Schnittstellen gibt. „Wir unterscheiden uns eher in unserer Person, in den Ansätzen Politik zu machen.“ Er glaubt, besser mit Menschen umgehen zu können, als sein Hauptkonkurrent. „Integrieren statt polarisieren“, erinnert sein Politikverständnis ein wenig an Johannes Rau. Brücken statt Gräben war dessen Losung und Pohlmann, der den Posten des OB mit dem des Bundespräsidenten vergleicht – wenngleich ein OB faktisch mehr Macht besitze – glaubt, dass es in der Politik genug Spalter gibt. Er möchte authentisch bleiben, egal wie hart es im Wahlkampf während der zahlreichen Podiumsdiskussion manchmal zugeht. „Ich bin lieber ehrlich, als ein Phrasendrescher!“

„Am Flughafen muss etwas passieren!“ Woher nimmt er trotz der Umfragewerte den Optimismus? „Ich spüre in der Stadt dieses Gefühl, so kann es nicht weitergehen. Auch unter den Genossen gibt es viele, die das denken!“ Mal angenommen, Pohlmann wird OB, aber im Rat gibt’s eine rotgrüne Mehrheit – wird schwierig, oder? Das stimmt. Aber ich setze einfach darauf, dass es gewisse Berührungspunkte zwischen Rot und Schwarz gibt.“ Dann seien die Fachleute gefragt. „Ich möchte einen Rat der Vernunft“, entwirft dortmund

Pohlmann sein Modell der Zukunft und erteilt parteipolitischen Manövern sogleich eine Abfuhr. In der Zukunft muss auch eine Entscheidung in Sachen Flughafen fallen. „Man muss etwas tun“, ist seine klare Aussage. „Es gibt drei Möglichkeiten: Abriss, Beibehaltung des Status Quo oder eine wie auch immer geartete Veränderung.“ Er plädiert für eine Betriebszeitenverlängerung um eine Stunde und dafür, dies fünf Jahre lang auszuprobieren. Einen Ausbau der Start- und Landebahn lehnt er aus Kostengründen strikt ab.

Tahiti in Dortmund? Wenn er 80 ist, kümmert er sich um seine Enkel und bleibt geistig rege. „Vielleicht habe ich dann ein Haus in der Toskana oder in Südfrankreich, wo ich in Ruhe lesen und malen kann“, skizziert er seinen perfekten Lebensabend. Zum Abschluss des Interviews stelle ich an meinen Unterarmen einen veritablen Sonnenbrand fest und merke, dass wir uns nun wohl in der ganz heißen Phase des Wahlkampfes befinden. Joachim Pohlmann zeigt mir noch ein Hemd, das er sich zuvor für die Feier eines Freundes gekauft hatte. Es ist rosa und Pohlmann möchte dazu eine dunkelblaue Jeans tragen. Modisch liegt er damit ganz weit vorne, anders als in den Ranglisten der Demoskopen. Bleibt für Joachim Pohlmann zu hoffen, dass der 30. August kein zweites Tahiti für ihn wird. 9


Interview Mario Krüger Der Eine: „Wat macht ihr denn da? Enten zählen?“ Der Andere: „Ne, Kaulquappen!“ Ein Dialog, den man vermutlich nur im Ruhrgebiet aufschnappen kann. Der Eine ist ein vitaler älterer Herr, der sich während seines Sonntagnachmittag-Spazierganges sichtlich darüber wundert, dass auf einer kleinen Landzunge am See im Naturschutzgebiet ‚Hallerey’ drei Männer an einem CampingTisch sitzen und picknicken. Der Andere ist Mario Krüger, OB-Kandidat von Bündnis90/Die Grünen und hat sich als Ort für das Interview diesen lauschigen Platz ausgesucht. „Ich bin hier ganz in der Nähe aufgewachsen, in der Bergarbeitersiedlung im Jungferntal. Während meiner Ausbildung zum Technischen Zeichner an der Planetenfeldstraße bin ich jeden Tag mit dem Fahrrad hier durchgefahren“, begründet Krüger die Wahl des Ortes. Bei frischem Kaffee und Keksen plaudert er los und erzählt von seiner Kindheit, von seinem Vater, der als Hauer bei Hoesch gearbeitet hat und von der Entscheidung seiner Eltern, ihn erstmal ‚nur’ auf die Realschule zu schicken aus Angst, ihn auf dem Gymnasium nicht unterstützen zu können. Geboren ist Mario Krüger in Hagen – also um die Ecke könnte man meinen. Weit gefehlt, bei Krügers Geburtsort handelt es sich um ein kleines 600-Seelen-Dorf in der Nähe von Bad Segeberg. „Zwei Kreuzungen, eine Telefonzelle und zwei kleine Lebensmittelläden“ beschreibt er die ländliche Idylle im hohen Norden. Ein bis zwei Mal pro Jahr macht er sich noch auf den Weg, um seine Familie dort zu besuchen und die schleswig-holsteinische Gelassenheit zu genießen. Nach seiner Ausbildung in Marten zog es Krüger nach Hamm, wo er sein Fachabitur baute und anschließend an der Fachhochschule in Köln Versorgungs- und Umwelttechnik studierte. Er ist stolz darauf, sein Studium komplett 10

Ein Picknick mit einem Grünen im Grünen Mario Krüger möchte der erste grüne Dortmunder OB werden selbst finanziert zu haben, berichtet er von diversen studentischen Aushilfstätigkeiten.

„Die Grünen sind eine offene Partei!“ Auch damals zog es Krüger immer wieder ins ‚Hallerey’. Gemeinsam mit dem B.U.N.D. kämpfte er um den Erhalt des Naturschutzge-

bietes und begann sich politisch zu engagieren. Umwelt, Frieden und Frauenrechte – das waren die Themen, die ihn damals beschäftigten. Ende der 70er Jahre wirkte er mit, als bei den Grünen parteiliche Strukturen aufgebaut wurden. Ab 1984 fungierte er als Fraktionssprecher seiner Partei in der Bezirksvertretung Lütgendortmund, bevor er von 1989-94 als einziger Grüner in Huckarde tätig war. Seit 1994 sitzt er schließlich im Rat. Während er Willy Brandt und dessen visionäre Politik Anfang der 70er Jahre bewunderte, war die SPD spätestens unter Helmut Schmidt kein Thema mehr für den jungen Krüger. „Willy Brandt ist an seiner eigenen Partei gescheitert“ skizziert er das, was ihn schließlich endgültig bei den Sozialdemokraten abgeschreckt hat. Heute gäbe es in der SPD zu starre Strukturen, die jungen Leuten kaum eine Chance lassen, wir

ihre Vorstellungen einzubringen - ganz im Gegensatz zu den Grünen. Dort können auch NichtMitglieder aktiv mitarbeiten; jeder, der sich engagieren möchte, ist willkommen. Zudem kann die Grüne-Jugend in Dortmund einen Mitgliederzuwachs verzeichnen, weiß er zu berichten. Mit skurrilen und provokanten Aktionen werde dort Politik gemacht, die auch junge Menschen anspreche.

Ob er sich vorstellen könne, dass sich seine Kinder oder Enkel in einer anderen Partei engagieren? „Wenn es die CDU wäre, müsste ich mich fragen, was ich in der Erziehung falsch gemacht habe; bei der SPD würde ich es tolerieren, spätestens nach zwei Jahren würden sie ohnehin wieder zurückkommen“, grinst Krüger und unterstreicht noch mal die erwähnten starren Strukturen beim Koalitionspartner.

Ein Tag mit Enkelin Julia Apropos Familie: Mario Krüger ist ein richtiger Familienmensch. Er lebt mit seiner Frau, seinen drei Töchtern und deren Partnern sowie bald zwei Enkelkindern zusammen. Da wundert es nicht, dass er sich zu seinem nächsten Geburtstag einen freien Tag wünscht, den er gerne mit seiner Enkelin Julia auf dem Robinsondortmund

Spielplatz im Westfalenpark verbringen möchte. Ohne den Rückhalt seiner Familie könnte er die Belastungen, die sein politisches Engagement plus seines VollzeitJobs als Ingenieur bei einem bundesweit tätigen Ingenieur-Büro für Krankenhaustechnik mit sich bringt, auch gar nicht tragen. „Die Familie nimmt teil“, beschreibt er die nötige Rückendeckung. Zudem hat er in Daniela Schneckenburger, der Landesvorsitzenden der NRW-Grünen, eine gute Freundin, mit der er sich nicht nur über politische Themen austauscht. Anregungen und Kritik holt er sich auch bei der GrünenJugend und bei Thomas Quittek, dem Vorsitzenden des B.U.N.D. Bevor er für sich Entscheidungen trifft, führt er mit mehreren Personen einen Findungsprozess durch und wägt Pro & Contra ab. Bei Freunden, die mit Politik nichts zu tun haben, wird dieses Thema aber komplett ausgeklammert. Wenn Krüger mal ein wenig Zeit hat, erwischt man ihn häufig mit einem Buch aus dem Grafit-Verlag. Vor allem die „Grappa“-Romane von Gabriella Wollenhaupt haben es dem Grünen-Fraktionssprecher angetan. „Der Lokalkolorit ist einfach klasse!“ In der Tat, wer sich in Dortmund und der lokalen Politik auskennt, der wird zahlreiche Parallelen zwischen Realität und Fiktion erkennen. Ins Kino schafft Krüger es sehr selten. Filme, die er sich gerne anschauen möchte, verpasst er regelmäßig. Was er nicht verpasst, ist der Urlaub mit der ganzen Familie. Dann zieht es ihn in den Mittelmeerraum und besonders gerne nach Kroatien. Dort taucht er dann unter und erkundet die mediterrane Unterwasserwelt. Um die nötige Fitness zu erreichen, die er für die Tauchgänge braucht, fährt er häufig mit dem Rad. Er bezeichnet sich selbst als körperlich ganz gesund. Überhaupt hat Krüger einen starken Bezug zum Wasser. Nicht


nur, dass wir uns während des Gesprächs in unmittelbarer Nähe des Wassers befinden, Krüger nennt zudem ein 800l-Aquarium sein Eigen, um das er sich in seiner freien Zeit kümmert. Neben den Fischen gehören darüber hinaus noch Wellensittiche zum Krügerschen Heim-Zoo.

Heja BVB, heja BVB... Während eine Libelle unsere Köpfe umschwirrt, kommen wir auf ein Thema zu sprechen, das bei Krüger ein Leuchten in den Augen verursacht: die schwarzgelbe Leidenschaft hat ihn schon früh gepackt; heute ist er Besitzer einer Dauerkarte und verpasst – wenn möglich – kein Spiel. Den Gewinn der Champions League 1997 erlebte er in der City auf dem Friedensplatz. Die Atmosphäre von damals ist ihm auch heute noch in seiner Erinnerung sehr präsent. Seit Jürgen Klopp Trainer ist, mache es wieder Spaß die Spiele zu sehen, glaubt Krüger fest daran, dass es in dieser Saison zu einem UEFACup-Platz reichen wird. An Klopp schätzt er dessen Energie und Leidenschaft, am Erreichen eines Zieles zu arbeiten und alles dafür zu tun. In der Politik freilich kann er sich einen Typen wie Klopp nicht vorstellen. Dafür seien die Rahmenbedingungen einfach zu schwierig. Trotz oder gerade wegen der gemütlichen Szenerie am See im ‚Hallerey’ müssen wir auch über ein Thema reden, das in Dortmund so stark polarisiert und die Gemüter erhitzt, wie kaum ein anderes: der Flughafen. Mario Krüger ist Mitglied in der „Schutzgemeinschaft Fluglärm“ und erklärter Gegner eines Ausbaus des Airports im beschaulichen Wickede („Mit mir wird es keine Erweiterung in welcher Form auch immer geben!“). Ganz anders sieht es beim Koalitionspartner aus. Vor einigen Monaten hatte Krüger die koalitionäre Situation beim Thema Flughafen dementsprechend mit der Metapher von zwei ungebremst aufeinander zufahrenden Zügen veranschaulicht. Keine gute Ausgangslage für eine Fortführung

der rot-grünen Koalition im Rat, oder? Krüger, der sich privat und beruflich als einen ruhenden Pol beschreibt, der selten frustriert ist, beruhigt und glaubt, bei der SPD inzwischen einen Prozess des Umdenkens erkennen zu können. Ergo, es wird spannend bleiben... Von diesem unschönen Thema zu einem noch viel unschöneren. Spätestens seit dem Nazi-Überfall auf die Mai-Kundgebung wird wohl auch dem größten Ignoranten klar geworden sein, dass Rechtsradikalismus ein echtes Problem in dieser Stadt ist. Krüger bedauert, dass es bislang nicht gelungen sei, eine Gegenbewegung aufzubauen, hofft aber darauf, dass die Vorfälle vom 1.

gte Nazi-Demo ruft er dazu auf, die öffentlichen Räume zu zu machen. „Ich weiß von der Bezirksvertretung Brackel, dass sie mehrere Plätze angemietet hat,

nokrat.“ Und was macht er besser als Joachim Pohlmann? „Alles!“ Lediglich in einer Sache könne er mit dem Juristen Pohlmann wohl nicht mithalten, „aber mein juristischer Sachverstand heißt Wilhelm Steitz.“ Auch deshalb ist Schwarz-Grün in Dortmund kein Thema. Zwar ist Krüger ein Stratege, doch würde er diese Fähigkeit lieber während eines Schach-Kurses an der VHS anwenden und seine Kenntnisse auffrischen, als sich über die Dortmunder Farbenlehre den Kopf zu zerbrechen.

Mai hierfür einen Auslöser darstellen können. Er berichtet vom „Aktionsplan gegen Rechts“ und fordert dazu auf, in die Schulen zu gehen und das Thema in den Unterricht einzubauen. „Junge Leute sind oft orientierungslos in Sachen Ziele und Beruf.“ Es sei schwierig einen Ausbildungsplatz zu bekommen, was viele dazu veranlasse, einfach in den Tag hinein zu leben. Krüger glaubt, dass die Jugendlichen wieder lernen müssten, Werte zu schaffen. „Etwas mit den eigenen Händen bauen, sich handwerklich betätigen, etwas schaffen.“ Man brauche Räume für junge Leute, in denen sie sich mit oder ohne Anleitung entfalten können. Mit Blick auf die für Anfang September angekündiwir

um einen Auflauf der Rechten zu verhindern.“ Auch viele andere Organisationen haben solche Aktionen geplant.

„Ich kann zuhören und ich bin kein Technokrat!“ Wenn Mario Krüger eines Tages nicht mehr in der Politik sein wird, kann er sich vorstellen, zu den Wurzeln zurückzukehren und sich wieder beim B.U.N.D. zu engagieren. Doch bis dahin wird wohl noch einige Zeit vergehen. Schließlich hat Krüger noch vieles vor und gibt selbstbewusst zu Protokoll, was er besser machen würde als ein Oberbürgermeister Sierau. „Ich kann zuhören, für mich läuft Kommunikation beiderseitig und ich bin kein Techdortmund

Um aber auch darüber auf dem Laufenden zu bleiben, was in den anderen Fraktionen passiert, klickt er gerne mal auf deren Internetseiten und informiert sich über die dortigen Geschehnisse. Zudem nutzt er häufig die Seiten von Zeitungen bzw. Magazinen, wie „Der Westen.de“ oder „SpiegelOnline“. Nach gut zwei Stunden hat Mario Krüger viel von sich erzählt und wir haben viel über ihn erfahren. Während wir die Picknick-Utensilien einsammeln und in seinem Auto verstauen, erzählt er noch von seiner Zeit im Studentenwohnheim in KölnRodenkirchen, wo er mit Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern gelebt hat. Damals lernte er viel über fremde Kulturen und die Situation in Ländern wie dem Iran, Afghanistan oder der Sowjetunion. Letzte Frage: Was machen Sie, wenn Sie 80 sind? „Dann sitze ich mit meinen Urenkeln in einem Schaukelstuhl am Mittelmeer!“ Der Mann ist eben die Ruhe selbst. 11


Interview Helmut Manz Der Sommer zeigt sich endlich mal von seiner schönsten Seite und die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Wir befinden uns im Biergarten des „Cafe Killefitt“ auf dem Nordmarkt, einem Platz also, an dem angeblich gar keine Interviews geführt werden können,

Ein Gespräch am Rande der Gesellschaft Helmut Manz und seine Liebe zum Nordmarkt am Nordmarkt’ als es zwischen Mitgliedern des kommunistischen ‚Kampfbundes gegen den Faschismus’ sowie des sozialdemokratischen ‚Reichsbanners’ auf der einen Seite und der SA auf der anderen Seite zu schweren Kämpfen kam, in deren Folge

Antifa als Nestbeschmutzer da, weil sie Dinge anspricht, die einfach Realität sind. Man darf Bote und Botschaft nicht verwechseln!“

Ein Baden-Württemberger in der Nordstadt Da sich Helmut Manz als echter Nordstädter sieht, ist die Platzwahl zugleich ein Statement, ein Bekenntnis zum Dortmunder Norden. Dabei kommt er aus dem Süden – nein, nicht aus Hörde oder Hombruch, sondern aus Tübingen.

wie mir mein Gegenüber zuvor telefonisch mitgeteilt hatte. Bei meinem Gegenüber handelt es sich um Helmut Manz, den Oberbürgermeister-Kandidaten der Partei „Die Linke“. Sehr bewusst hat er sich für diesen Ort entschieden und zwar aus zweierlei Gründen: zum einen, um zu zeigen, dass der Nordmarkt nicht das ist, „als das er verleumdet wird“. Manz prangert die „Verteufelung von Menschen“ und den Stempel „Angstraum“, den man dem Nordmarkt gerne aufdrückt, an. Oft werde davon gesprochen, dass man ihn säubern und aufwerten müsse, dabei handele es sich doch einfach um ein Stück des Dortmunder Nordens. „Armut bekämpfen und nicht Arme“, fordert Manz ein Umdenken. Arme seien nicht per se kriminell und auch das Biertrinken auf der Straße stelle keinen Straftatbestand dar. Der andere Grund für seine Platzwahl ist ein historischer. Der Norden war immer rot, die Nazis hatten hier zunächst keine Chance. Im Jahre 1932 kam es an dieser Stelle zur so genannten ‚Schlacht 12

zwei Menschen starben und zahlreiche weitere verletzt wurden. In den folgenden Jahren wurde der Nordmarkt von den Nazis in Horst-Wessel-Platz umbenannt und erhielt erst nach Ende des Krieges wieder seinen ursprünglichen Namen. Traurige Berühmtheit erlangte der Nordmarkt zudem durch den Mord an ‚Opa Wille’. Dieser war Schließer auf Zeche ‚Minister Stein’ und Gewerkschafter. Als er sich weigerte den Hitlergruß zu zeigen, wurde er von den Nazis erschlagen. Vor einigen Jahren gab es die Überlegung, einen Teil der Burgholzstraße nach ihm zu benennen und ihn damit zu ehren; doch die Bezirksvertretung Innenstadt-Nord lehnte dies ab. Das gegenwärtige Problem des Rechtsradikalismus in Dortmund sieht Manz als teilweise hausgemacht. Es werde häufig verharmlost, Verbrechen von Nazis werden als unpolitische Taten hingestellt, um das Image der Stadt nicht zu beschädigen. „Verbote allein helfen nicht, man darf den Nazis keinen Raum bieten. Manchmal steht die wir

Aufgewachsen ist er dann im schönen Heidelberg, bevor er mit 16 Jahren nach Dortmund kam. Hier machte er sein Abitur am Stadtgymnasium und genoss die humanistische Bildung in vollen Zügen. Anschließend studierte er an der Ruhr-Uni in Bochum Philosophie und Geschichte, machte seinen Abschluss aber an der Universität Groningen (NL). Nach Beendigung seines Studiums engagierte er sich im Vorstand des Kulturzentrums ‚Langer August’, dem ersten Schwulenzentrum Deutschlands. Heute ist er hauptberuflich Politiker, arbeitet zusammen mit Sahra Wagenknecht und kümmert sich um europapolitische Themen. Es wird im Wahlkampf übrigens keine eigene Homepage von Helmut Manz geben, auf denen die Linken ihren Kandidaten präsentieren werden. „Eine Personalisierung ist nicht gewünscht. Wir wollen mit Inhalten überzeugen und keinen Personenwahlkampf aufziehen.“ Eine Kandidatur als Oberbürgermeister sei dennoch sinnvoll, einfach aus Gründen der Präsenz und der Popularität. „Wenn ich nicht als OB kandidieren würde, würden wir jetzt nicht hier sitzen und uns unterhalten, oder?“ Da hat er wohl Recht. Helmut Manz war nicht immer ein Roter, angefangen hat er 1984 als Grüner. Erst zehn Jahre später dortmund

wechselte er zur damaligen PDS. „Die Grünen haben ihren Weg verlassen“, schildert er seine damaligen Beweggründe zum Parteiaustritt. Es war der Öko-Sozialismus, der ihn einst für die Grünen begeisterte, genauer gesagt „die Verknüpfung verschiedener Interessen.“ Nur mit zwei Flügeln kann man fliegen ist Manz’ Credo. „Die Grenzen der Gemeindeordnung dürfen nicht die Grenzen des Denkens darstellen!“ Er hält den „systemkritischen Stachel“ für absolut notwendig und bezeichnet sich selbst als „den besseren Grünen.“ In seiner Jugend bewunderte er Künstler wie Heinrich Böll oder Joseph Beuys und Politiker wie Bastian, Kelly, Dittfurth und Bahro. „Das war ein anderer Typ von Politikern“, erinnert er sich an vergangene Zeiten der bundesrepublikanischen Politikgeschichte. „Heute will man nur nicht anecken und das nennt man dann das Profil schärfen. Das Ergebnis sind aalglatte Typen!“

„Hier klappt Multi-Kulti!“ Manz holt sich in politischen Fragen gerne Rat von vielen Leuten. Ihm ist es wichtig, dass er zur Meinungsbildung mehrere Ansichten aus unterschiedlichen Perspektiven kennenlernt. Erst daraus ergeben sich andere Fragestellungen, die einen weiterbringen. „Planung entsteht aus Perspektiven.“ Und genau dort sieht er das Problem in der Nordstadt. „Sierau hat als Planungsdezernent den Blick von oben. Er plant ein Dortmund für Leute, die hier gar nicht wohnen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Menschen in der Nordstadt stören.“ Kaum hat er diesen Satz zu Ende gesprochen, fährt ein Streifenwagen quer über den Nordmarkt. Manz deutet mit dem Zeigefinger darauf und lächelt verkniffen: „Das ist Wahlkampf a la Sierau.“ Dabei sei die Nordstadt ein vorbildlicher Integrationsstadt-


teil. „Hier klappt Multi-Kulti“, berichtet er mit einer gehörigen Portion Nordstadt-Lokalpatriotismus. Wenn Helmut Manz einen VHS-Kurs belegen würde, dann würde er sich für etwas Kreatives entscheiden. Malen oder Zeichnen machen ihm Spaß. „Wenn ich in Sitzungen bin, zeichne ich gerne mal meine Konzeptpapiere voll.“ Selbst hat er auch schon Kurse an der Volkshochschule gegeben. Als in den 90er Jahren das Buch ‚Sofies Welt’ von Jostein Gaarder die BestsellerListen stürmte, konnte man bei Manz im Kurs etwas tiefgründiger über das Thema Philosophie diskutieren. So beweglich Manz im Kopf ist, so wenig hat er momentan Zeit, sich sportlich zu bewegen. Dies liegt daran, dass er im März Vater einer Tochter geworden ist. Die kleine Günes (türkisch für Sonne) ist rund drei Monate zu früh auf die Welt gekommen und musste in der Klinik erstmal aufgepäppelt werden. „Mittlerweile geht es ihr aber richtig gut“, freut sich der stolze Papa. Seine Frau kommt ursprünglich aus der Türkei und lebt nun seit zehn Jahren in Deutschland. Nachdem sie in ihrer Heimat Flugblätter zum 1. Mai verteilt hatte, musste sie fliehen. Es droht ihr Haft. Die Tatsache, dass Helmut Manz mit einer Türkin verheiratet ist, macht ihn in der Nordstadt zum „Schwager aller Türken“, lächelt er und verrät mir, wo man das beste Adana Kebap (seine Leibspeise) bekommt. Da er mit seiner Frau nicht in die Türkei reisen kann, zieht es die beiden (und ab sofort die drei) grundsolide an den Bodensee.

Ein Mann mit analytischem Weitblick In seiner Jugend hat Helmut Manz Hockey gespielt. „Ich war Torwart und hab es immerhin bis in die Regionalliga geschafft.“ Nach einer Knieverletzung musste er mit dem Hockey aufhören, was ihm seinerzeit ausgesprochen schwer gefallen sei. Den analytischen Blick des Hockeyspielers projiziert er heute gerne auf die Spiele

Milks. Daraus leitet er ab, dass man heutzutage und in unserer Gesellschaft einfach auch mal mehr Optimismus brauche. Im Gegensatz zu Sierau und den anderen etablierten Politikern („Mario Krüger lasse ich da mal etwas außen vor“) besitzt Manz nach eigener Aussage ein soziales Problembewusstsein.

des BVB. „Ich sehe mir gerne die Borussia in einer Kneipe am Borsigplatz an und nehme die Stimmung auf.“ Aber anders als die meisten anderen Fans versucht Manz, das Spiel zu lesen und taktisch zu verstehen. Der neue Trainer gefällt ihm sehr gut und Manz glaubt, dass der BVB auf dem richtigen Weg ist. „Jürgen Klopp ist ein echter Typ.“ Er habe die Ecken und Kanten, die den meisten Politikern heute abhanden gekommen seien. Momentan treibt er kaum noch Sport. Seitdem er seine Tochter umsorgt, ist er froh, wenn er mal schlafen kann. „Ein Kind und der Wahlkampf halten einen fit“, verrät er das Geheimnis seiner guten Form. Wenn es die Zeit zulässt, geht er gerne ins Kino, am liebsten in kleine Programmkinos wie das Roxy an der Münsterstraße. Dort sah er zuletzt den schwedischen Film „Wie im Himmel“. Darin geht es um einen weltberühmten Dirigenten, der nach einem Kollaps in sein Heimatdorf zurückkehrt. Als er dort das Amt des Kantors antritt, findet er über seine Leidenschaft für die Musik auch zu den Menschen zurück. Bei seiner Arbeit mit einem bunt zusammengesetzten Chor entfaltet sich vor ihm allmählich ein ganzer Mikrokosmos menschlicher Sorgen und Nöte. Als ich diese Inhaltsangabe des Films einige Tage nach dem Interview im Internet recherchiere, überlege ich, ob es Parallelen zwischen diesem Dirigenten und Helmut Manz gibt. Nun gut, Manz macht keine Musik, sondern beschäftigt sich mit der vermeintlich trockenen Politik. wir

Manz hatte auch keine ernsthafte Erkrankung, die ihn in die Nordstadt verschlug. Manz ist auch nicht weltberühmt, aber er hat einen Blick, der weit über den Tellerrand hinausgeht und dabei die kleinen Probleme vor der Haustür jedoch nicht außer Acht lässt. Und Manz hat in der Nordstadt ebenfalls einen Mikrokosmos menschlicher Sorgen und Nöte entdeckt – Sorgen und Nöte, die er in anderen Gegenden von Dortmund vielleicht nicht so konzentriert hätte entdecken können. Beeindruckt hat ihn zudem ein

Film über Harvey Milk, den er kürzlich im Fernsehen geschaut hat. Harvey Milk war Bürgerrechtler und der erste bekennende homosexuelle Stadtrat in Los Angeles. Im Jahre 1978 wurde er in seinem Büro erschossen, sein Mörder bekam nur sieben Jahre Haft. Das Urteil glich einem Skandal und hatte schwere Ausschreitungen zur Folge, welche zu regelrechten Straßenschlachten und Überfällen auf Treffpunkte von Schwulen und Lesben führten. „Gemeinsam sind wir Minderheiten eine Mehrheit“, zitiert Manz den wohl bekanntesten Satz dortmund

Es gelte, Probleme zu erkennen und dann auch zu benennen. „Sierau sagt, in Dortmund sei alles gut und was nicht gut ist, das ist auf einem guten Weg“, beschreibt Manz den Blick für die soziale Realität in der Stadt, der dem jetzigen Planungsdezernenten abhanden gekommen sei. Beispiel Sozialticket: anstelle einer sachlichen Diskussion werde mit dem Thema Sozialneid geschürt. „Es kommt häufig vor, dass Leute mir sagen, ein Leben mit Hartz IV sei doch gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt, welche Hilfen man bekommt. Ich antworte darauf immer gleich. Wenn es so toll ist, dann hör doch

auf zu arbeiten und leb mal von Hartz IV.“ Meistens wirke dieses Argument. Was macht Helmut Manz, wenn er 80 ist? „Dann tingel ich durch Schulen und erzähle den Kindern, wie es damals im Kapitalismus war!“ Er lacht, meint es aber wohl ernst. Ist Helmut Manz ein Intellektueller? „Jein! Im negativen deutschen Sinne, weltfremd im Elfenbeinturm sitzend, eher nicht. Im positiven französischen Sinne schon eher. Man muss immer global denken, auch wenn es um kommunale Themen geht.“ 13


Interview Petra Zielazny

„Zu den Menschen gehen und sagen, dass wir keine Spinner sind!“ Mit Petra Zielazny im Westfalenpark mals einen starken Bezug zur Sozialdemokratie. In ihrer Familie galt das Motto: „Wir sind Arbeiter, wir wählen SPD!“ Prinzipiell fand Petra Zielazny das auch nicht schlecht, aber sie wollte lieber eine kleine Partei unterstützen. Und da es die Grünen noch nicht gab, blieb nur die FDP. „Die passte eigentlich überhaupt nicht zu meinem Gedankengut.“

Die gute alte Bimmelbahn tuckert an diesem schwülen Julitag gemütlich über die gewohnten Gleise und befördert Großeltern mit ihren Enkeln sowie verliebte junge Pärchen durch den Westfalenpark. Währenddessen sitze ich mit der Oberbürgermeister-Kandidatin der Bürgerliste/Freie Wähler im Schatten des Florians und trinke ein kaltes Wasser. Petra Zielazny ist für Journalisten ein Glücksgriff. Es gibt diese Interviews, bei denen man trotz langwieriger Dialoge bzw. Monologe hinterher nicht viel schlauer ist als vorher. Und es gibt diese Gespräche... – Petra Zielazny redet und redet und redet... oder besser, sie sagt etwas. Eine Eigenschaft, die nicht allen Politikern zu eigen ist. Schon früher kam sie häufig mit ihren Großeltern hierher, erinnert sie sich an ihre Kindheit. Und später hat sie hier ganz in der Nähe mal gewohnt. Im Westfalenpark kann sie entspannen und auftanken, erklärt sie mir die Gründe ihrer Wahl des Interview-Ortes. Die gebürtige Lünerin ist alleine bei ihrer Mutter aufgewachsen. Sie besuchte zunächst das „Mädchenpensionat“ Geschwister-Scholl-Schule und war dort das „kleine Arbeiterkind in einer Akademiker-Klasse.“ Dies spürte sie besonders, als sie wegen angeblichen Abschreibens in einer Latein-Arbeit einen Tadel bekam, während die eigentliche ‚Täterin’ – Tochter eines Arztes – mit einer 2 belohnt wurde. Ihr Ge14

rechtigkeitsempfinden war zutiefst erschüttert. Erst durch die Freundschaft zur Tochter eines Apothekers baute Petra Zielazny langsam aber sicher Selbstbewusstsein auf. Von ihrer Mutter hatte sie gelernt: „Wer kämpft, erreicht etwas!“ Ein Motto, das sie sich bis heute bewahrt hat.

„Geh doch mal da hin“

fachwirtin wurde prompt zur Kassiererin gewählt, ein Posten, den sie aktuell noch immer bekleidet. In Aplerbeck, der Keimzelle des Vereins, erreichte die Bürgerliste bei der letzten Kommunalwahl gut 6%. „Wo man uns kennt und weiß, dass wir keine Spinner sind, können wir gute Erfolge vorweisen“, gibt sie sich selbstbewusst und optimistisch, das anvisierte Ziel von mehr als drei Sitzen im nächsten Stadtrat und den damit verbundenen Fraktionsstatus zu erreichen.

Ihr politisches Interesse ließ dann aber wieder nach und erwachte erst vor elf Jahren wieder zum Leben. Damals las sie in der Zeitung einen Aufruf der Bürgerliste. Ihrem Mann, ein fleißiger Leserbriefschreiber (die IN-Stadtmagazine können das bestätigen), der sich gerne postalisch an Bundespolitiker wendet, hielt sie diesen

„Purer Idealismus ist es, der unsere Mitglieder antreibt.“ Jeder, der sich politisch engagiert, habe zunächst Ideale, die aber in großen Parteien mit der Zeit verloren gehen. „Da muss man sich anpassen“, beschreibt Zielazny einen Umstand, der bei der Bürgerliste nicht anzutreffen ist. „Bei uns hängen alle die Plakate auf, aber

Aufruf unter die Nase und forderte ihn auf: „Wenn du zu allem etwas zu sagen hast und dich engagieren willst, dann geh doch mal da hin!“

mein Mann ist mein bester Wahlkämpfer“, sagt sie und lächelt dabei voller Stolz auf ihre kleine Familie.

Das gemeinsame Lernen mit der Freundin zahlte sich in Form guter Noten aus und so wechselte sie alsbald auf das Gymnasium. Ihre Jahrgangsstufe war die erste, die in den Genuss der reformierten Oberstufe kam, doch merkte sie dort immer wieder, dass ihre Herkunft irgendwie störte. Anstatt sich unterkriegen zu lassen, kämpfte Petra Zielazny und biss sich durch. Als eine Mitschülerin wiederholt von einer Lehrerin schikaniert wurde, setzte sie sich für diese ein und legte sich mit der Lehrerin an. Sie hatte Mut bewiesen, gekämpft und gewonnen – die Lehrerin zeigte sich einsichtig und unterließ fortan ihre Angriffe. Schließlich wählte man sie sogar zur Klassensprecherin, was ihr heutzutage im Beruf und in der Politik von großem Nutzen ist. Zu dieser Zeit begann Zielazny, sich für Politik zu interessieren. Sie las regelmäßig den Spiegel und war beeindruckt vom Kanzler Helmut Schmidt: „Er war und ist ein unglaublich intelligenter Kopf.“ Überhaupt hatte sie dawir

Und so entstand der erste Kontakt zur Bürgerliste, der sich über die Jahre hinweg immer weiter intensivierte und nun in der Kandidatur zur Oberbürgermeisterin seinen (vorläufigen) Höhepunkt erreicht. Damals bestand die Bürgerliste, die bis heute darauf besteht, keine Partei, sondern ein Verein zu sein, aus rund 25 Leuten. Die Bankdortmund

Die Idee zur OB-Kandidatur Zielaznys stammt vom Vorsitzenden der Bürgerliste Thomas Reinbold. „Du kannst reden, du siehst gut aus“, lautete seine Begründung. In der Tat, wer die quirlige Aplerbeckerin lediglich von Plakaten kennt, wird auf der Straße an ihr vorbeigehen, ohne von ihr Notiz zu nehmen. Im Gegensatz zum Foto, das momentan


Dortmunds Straßen säumt, ist Petra Zielazny eine ausgesprochen natürliche Frau, eine attraktive Erscheinung. Anfangs war sie bei dem Gedanken, zu kandidieren schon etwas skeptisch, zeigte sich aber doch recht schnell interessiert und erkannte darin eine spannende Herausforderung. Die Tatsache, dass sie im beruflichen Kontext bereits Seminare geleitet hat, gibt ihr bei Podiumsdiskussionen die nötige Sicherheit. Allerdings wird sie bei weitem nicht zu allen Podiumsdiskussionen und zu anderen Veranstaltungen im Vorfeld der Wahl eingeladen; daher hält sich ihr Wahlkampf-Stress noch in Grenzen. Als besonders anspornend empfand sie die Reaktion ihres Chefs auf ihre Kandidatur: „Dann muss ich Sie ja fünf Jahre freistellen!“ Er würde es wohl bedauern, aber doch auch gerne tun. Wenn sie mal freie Zeit hat, greift sie gerne zu richtigen Wälzern. Die ‚Buddenbrooks’ hat sie kürzlich gelesen und sich anschließend den Film im Kino gesehen. „Das Buch ist besser“, fällt ihr Fazit aus. Sie habe den Roman früher schon mal gelesen und nun bei der zweiten Lektüre bemerkt, dass sie mittlerweile eine ganz andere Leseweise besitzt. Auch im Theater liebt sie vor allem die klassischen Stücke, bei denen sie mit dem Reclam-Heft auf den Knien die Texte nachlesen kann. Werktreue ist ihr wichtig. Ihre Hochzeitsreise nach Bali war für Petra Zielazny bislang der Traumurlaub schlechthin. Überhaupt zieht es sie immer wieder ans Wasser, egal ob kalt oder warm; zudem geht es im Winter in die Berge zum Skifahren. Auch Städtereisen stehen gelegentlich auf dem Programm. An der VHS würde sie gerne mal einen Italienisch-Kurs belegen, da ihr das ‚La dolce Vita’ so gut gefällt. Ihre Liebe zu Italien findet sich auch in der Küche wieder. „Pasta in allen Variationen und mit Garnelen sind total lecker.“ Aber auch mit gutbürgerlichen Düften lockt sie ihre Familie an den Esstisch und genießt dabei die heimelige Atmosphäre.

Mutter und Tochter sowie beste Freundinnen Wenn sie in politischen Fragen Rat sucht, wendet sie sich gerne an Arbeitskollegen. „Man muss Unbeteiligte fragen, das verhindert einen Tunnelblick.“ Ebenso bespricht sie solche Themen mit ihrer Tochter. Jessica ist 27 Jahre alt und studiert in Dortmund Philosophie und Theologie auf Lehramt.

zehn Jahren geht sie häufig mit ihrem Mann ins Stadion und genießt die Atmosphäre eines BVB-Spiels. „Wir fahren dann richtig mit den Fans in der Straßenbahn. Das gehört einfach dazu.“ Einen Typen wie Jürgen Klopp könnte sie sich auch gut in der Politik vorstellen. „So einer ist eigentlich für jeden Bereich geeignet“, lobt sie den mittlerweile nicht mehr ganz neuen Trainer

„Besser das Sozialticket als eine Erweiterung des Flughafens!“ Neben ihrer Tätigkeit bei der Ärzte- und Apothekerbank und ihren Verpflichtungen bei der Bürgerliste ist Petra Zielazny zudem noch Mitglied im Aufsichtsrat des Flughafens. „Die Leute bereuen schon, dass ich da drin sitze“, beschreibt sie die Auswirkungen ih-

Auch Petra Zielazny wollte früher mal Lehrerin werden, hat sich dann aber doch für die Bank entschieden. Sie ging tagsüber in der Bank arbeiten und musste abends neben Kindererziehung und Küche noch fleißig für ihr Studium büffeln, das sie jeden Samstag – und manchen Mittwoch - zur Bankakademie führte. Die Energie, die für solch eine Anstrengung nötig ist, hat Petra Zielazny sich augenscheinlich bis heute bewahrt. So wie sie im Interview von ihrer Jessica spricht, gewinnt man den Eindruck, dass es sich bei den beiden nicht nur um Mutter und Tochter handelt, sondern um beste Freundinnen. Und so wünscht sich die leidenschaftliche Mutter und Ehefrau zum nächsten Geburtstag nicht nur Gesundheit für ihre Familie, sondern auch, dass ihre Tochter weiterhin Spaß an ihrem Studium hat und es erfolgreich abschließen wird. Und falls Jessica mal Interesse an einer anderen Partei hat, dann wird das von ihr toleriert werden... Haustiere gibt es im Hause Zielazny momentan nicht. Die Katze ist vor Kurzem gestorben und ohnehin hat die Prokuristin Angst vor Tieren. „Ich mag Tiere, aber ich hatte in der Kindheit keinen Bezug zu ihnen und heute auch nicht.“ Wenn ihr Mann auf Dienstreise war und die Katze mal allzu traurig geguckt hat, dann hat die ansonsten alles andere als ängstlich wirkende Frau sich doch überwinden können und den haarigen Mitbewohner gestreichelt. Weniger Berührungsängste zeigt sie auf ganz anderem Terrain. Seit wir

der Borussia. „Er kann Menschen für eine Sache begeistern, das ist wichtig!“ Und genau darin sieht sie die Rolle des zukünftigen Oberbürgermeisters. Es gehe um Ideen, um Visionen, darum Menschen zu begeistern und mitzunehmen. „Vielleicht ist Klopp so etwas wie der Obama der Bundesliga“, lacht Petra Zielazny. Apropos Obama, auch von ihm ist sie schwer beeindruckt und wenn man einem Kollegen Glauben schenken möchte, dann ist Zielazny vielleicht selbst ein bisschen Obama. Thomas Reinbold hatte sie gebeten, einen Text für ihre Homepage zu schreiben. Sie setzte sich eines Abends an den Schreibtisch und die Worte begannen zu fließen. Als sie das Ergebnis besagtem Kollegen vorlegte, antwortete der spontan: „Obama!“ Die Visionen und die Art und Weise, wie sie ihre Ziele formuliert hatte, erinnerten ihn an den amerikanischen Präsidenten und dessen Gabe, Menschen zu begeistern. dortmund

rer ablehnenden Haltung gegenüber einem Ausbau des Airports. „Wir sind und bleiben generell gegen eine Erweiterung. Der Flughafen sei gut für die Region, behaupten die Befürworter ständig, aber Dortmund muss dafür zahlen“, sieht sie darin eine Landesaufgabe. „Das kann gar nicht gut gehen“, erklärt sie mit Blick auf die immer schlechter gewordenen Rahmenbedingungen, insbesondere durch das Diktat der Billig-Airlines. Es seien keine Gewinne in Sicht, eher im Gegenteil: „Wenn ich dusche oder das Licht anschalte, bezahle ich die Schulden vom Flughafen.“ Den Vorteil gegenüber ihren männlichen Konkurrenten sieht sie in ihrer sozialen Kompetenz. „Menschen auf einen Weg mitnehmen, das können Frauen einfach besser als Männer!“ Wie schätzt Petra Zielazny ihre Chancen am 30. August ein? „Mit 18% könnte man OB werden“, weist sie auf die Abschaffung der Stichwahl hin. Und überhaupt, in der Bundesliga gewinnt manchmal der Letzte gegen der Ersten. Warum sollte das nicht auch in Dortmund passieren!? 15


Interview Norbert Weikert Das abschließende Interview unserer Reihe anlässlich der OBWahl führte uns zu Norbert Weikert von der Freien Bürgerinitiative (FBI). Diese Initiative wurde von dem durchaus umstrittenen Detlef Münch gegründet, der bereits einen langen Marsch durch die Dortmunder Parteienlandschaft von den Grünen bis zur Bürgerliste hinter sich gebracht hat. Trauriger Höhepunkt war dabei sicher seine Mitgliedschaft in der Partei ‚Rechtsstaatlicher Offensive’, die er auf seiner Homepage als seinen größten politischen Fehler bezeichnet. Hoffen wir mal, dass es sich dabei nicht um ein Lippenbekenntnis, sondern um wahre Einsicht handelt. Trotzdem oder gerade deshalb wollen wir dem Kandidaten der FBI auf den Zahn fühlen und herausfinden, was hinter Detlef Münchs Initiative und insbesondere hinter dem Menschen Norbert Weikert steckt. Die gewisse Portion Kritik, die man ohnehin immer im Gepäck haben sollte, wiegt diesmal etwas mehr als bei den anderen Interviews. Norbert Weikert sieht heute aus, als käme er gerade aus dem Urlaub. Braungebrannt und mit einem strahlenden Lächeln empfängt er uns an der Haus-

tür. Schnell hat seine Frau einen starken Kaffee gemacht und los geht’s... „Sehen Sie, ich bin beruflich stark eingespannt und freue mich, wenn ich mich in meiner Woh16

„Laub und alte Männer muss man aus dem Haus fegen!“ Sterneküche bei Weikerts in Kirchhörde nung entspannen kann. Hier fühle ich wohl, hier werde ich von meiner Frau verwöhnt, hier geht’s mir gut und ich kann neue Reserven tanken!“ Und das kann man recht schnell nachvollziehen, wenn man die Wohnung von Norbert Weikert und seiner Frau

drei Jahren nach Dortmund. Zunächst wohnte er im Kreuzviertel und besuchte die Peter-FischerSchule. Während seine Mutter es gerne gesehen hätte, wenn er Pastor geworden wäre, brachte ihn ein Lehrer auf die Ingenieurswissenschaften, was ihn an die FH

betritt. Zwischen antikem Mobiliar herrscht eine anheimelnde Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt.

Dortmund führte. Nach seinem Studium mit einem 1er-Abschluss fig er bei ‚Edelstahl Aplerbeck’ an, wo er schon zuvor in den Semesterferien gejobbt hatte. Dort habe er viel fürs Leben gelernt, blickt Weikert zufrieden auf diese Zeit zurück. Nichtsdestotrotz begann er kurze Zeit später ein Pädagogik-Studium an der Uni Dortmund und ist stolz darauf, einen Leistungsnachweis zu besitzen, der von Rita Süßmuth unterschrieben wurde. Bis 1994 war Weikert lediglich passiv an Politik interessiert. Er hatte einfach keine Zeit. In den 70er Jahren hat er Willy gewählt und später Helmut Schmidt bewundert. „Ich schätze diese Gradlinigkeit, diesen Realitätssinn und sein ‚Hamburgertum“, lächelt Weikert spitzbübisch. „Ich habe SPD gewählt bis ich angefangen habe, zu denken“, lacht er laut auf.

Weikert ist studierter Ingenieur und seit einiger Zeit – etwas unfreiwillig – auch Unternehmer. Er leitet eine kleine Firma mit zwölf Angestellten und einem Lehrling. „Wir sind der Club der alten Säcke“, lacht er und erklärt, wie es zu dem Titel kam. Nachdem der Chef der Firma plötzlich und un-

erwartet verstarb, drohte dem Betrieb die Auflösung. Weikert schloss sich mit einigen Kollegen zusammen und übernahm die Firma. Der gebürtige Bürenbrucher, ein Stadtteil von Ergste, kam mit wir

„Bei wichtigen Dingen muss der Bürger mitentscheiden!“ Vor anderthalb Jahren unterhielt er sich mit Detlef Münch und fragte ihn, was in Dortmund mit der Politik los sei. In einem Wohndortmund

gebiet sollte ein Supermarkt gebaut werden und Weikert wehrte sich. „Bei wichtigen Dingen muss der Bürger mitentscheiden“, plädiert er für mehr bürgerschaftliche Partizipation. Zuvor war er rund fünf Jahre in der CDU. Grund dafür war eine Erkrankung, wegen der er viel Zeit zu Hause verbringen musste. Seine Frau konnte es nicht mit ansehen, wie ihr Mann in der Wohnung seine Zeit vergeudete und schickte ihn mit den Worten: „Geh doch mal zur CDU“ aus dem Haus. „Laub und alte Männer muss man aus dem Haus fegen“, lacht Weikert laut auf. Das tat er dann auch und ließ sich bereits ein halbes Jahr später in den Vorstand der Ortsunion Kirchhörde wählen. Zudem fungierte er in der Bezirksvertretung Hombruch als ‚Sachkundiger Bürger’. Kurz nach dem Regierungsantritt von Angela Merkel trat er aus der CDU aus und verlor dadurch natürlich sämtliche Ämter innerhalb der CDU und schied aus allen Gremien aus. Politik faszinierte ihn trotzdem weiterhin, „weil man mit Menschen in Kontakt kommt.“ Auf die Frage, über wen er lachen kann, antwortet er: „Über mich selbst!“ Und genau deshalb ginge es ihm gut. „Wir lachen über Günna, weil wir uns selbst erkennen“, gefällt ihm die humorvoll verpackte Kritik. „Kritik ist wichtig, schließlich zeigt sie uns, was verbesserungswürdig ist.“ Zur Schulzeit war Norbert Weikert der Mann fürs Grobe, ein beinharter Verteidiger auf dem Fußballfeld. Sein Interesse am Fußball hat jedoch nachgelassen, so dass er sich zwar über Siege des BVB freue, aber das Geschehen ansonsten eher beiläufig beobachtet. Jürgen Klopp hat es ihm aber angetan: „Er hat eine feste Vorstellung, von dem was der Verein erreichen will und beweist eine große Fachkenntnis“, spart Weikert nicht mit Lob. „Klopp hat es geschafft, 20 Primaballerinas unter einen Hut zu kriegen.“ Selten findet man Norbert Weikert vor dem Fernseher, da er dies


als es um die Frage der OB-Kandidatur ging. Ob er das denn wirklich machen wolle, fragte er ihn sein Freund. Schließlich handele es sich um eine große Bürde, die er auf sich nehmen würde. Trotzdem riet er ihm nicht ab, sondern unterstützt ihn tatkräftig.

als verlorene Zeit ansieht. Lieber greift er zu einem Buch. Momentan liest er zwei Bücher parallel. Paul Krugman ‚Die neue Weltwirtschaftkrise’ und Peter Zudeick ‚Tschüß, Ihr da oben’.

Teil deutlich über denen in den Nachbarstädten läge.

Nach anfänglichen Vorurteilen schwingt er heutzutage auch gerne und regelmäßig den Golfschläger. Ein Freund hatte ihn zu einem Schnupperkurs überredet und seitdem trifft man ihn häufig auf der Anlage St. Barbara. Nach einem Jahr hat er bereits ein Handicap von 47 – „das ist hervorragend!“ Sein Trainer nennt ihn ein Naturtalent, einen ungeschliffenen Diamanten. Die Übernahme von 51 Mio. € Schulden des Klinikums durch die Stadt Dortmund hält er für Wahnsinn. Stattdessen hätte man eine Teilprivatisierung vornehmen müssen stellt Weikert seine Position unmissverständlich dar. Auch beim Thema Flughafen nimmt er eine ablehnende Haltung ein. Er zählt die Verluste auf, die der Airport alljährlich einfährt und fragt sich, wo bei den Verantwortlichen das betriebswirtschaftliche Denken geblieben ist.

Von zwei unschönen Dortmunder Themen zum vermutlich hässlichsten Dortmunder Thema. „Ich lehne das braune Pack ab“, macht Norbert Weikert deutlich, was er von Rechtsradikalen hält. Man müsse sich um die Jugend kümmern und sie sich nicht selbst überlassen.

Am Flughafen arbeiteten viele niedrig bezahlte Menschen, die neben ihrem Einkommen noch auf weitere Unterstützung angewiesen seien. Deshalb möchte er den Flughafen am liebsten zum Geschäftsflughafen zurückbauen und stattdessen auf dem riesigen Gelände Kleinbetriebe ansiedeln. Es gäbe dort eine sehr gute Anbindung, die für Gewerbetreibende durchaus attraktiv sei. Problematisch sieht er nicht nur in diesem Zusammenhang die Höhe des Dortmunder Hebesatzes, der zum

„Ich lehne das braune Pack ab!“

Die Neonazis bilden dann so was wie eine Auffangstation und ködern die Jugendlichen mit Angeboten, die die bürgerlichen Organisationen nicht mehr anbieten. Gleichzeitig bemängelt er, dass viele Eltern unter Zugzwang geraten, wenn beide Teile arbeiten gehen müssen. „Wir brauchen ausreichende Betreuung in Kitas auch über den Mittag hinaus. Was nützt uns ein Phoenix-See, wenn wir unsere Kinder nicht anständig versorgen können?“ „Die Rechtsradikalen bekommen in Dortmund viel zu viel Resonanz und Beachtung“, regt Weikert zu einem Umdenken an. Ein regelmäßiger Prozess der Ignoranz, sprich eine Nicht-Beachtung brauner Demos wäre für ihn eine mögliche Alternative, um das Problem in den Griff zu bekommen. Wenn Norbert Weikert mal einen Rat braucht, holt er sich diesen bei einem alten Studienkollegen, der mittlerweile als Studienrat arbeitet. Früher verband die beiden eine tiefe gegenseitige Antipathie, welche jedoch einer Freundschaft gewichen ist. Diesen Freund bat Weikert auch um seine Meinung, wir

So richtig in seinem Element ist Weikert, wenn er in der Küche steht. Seit er in einem Dortmunder Restaurant bei einem Sternekoch hobbymäßig das Kochen erlernt hat, verbringt er gerne Zeit am Herd. „Am liebsten koche ich Ossobuco, ein italienisches Gericht mit Kalbfleisch“, schwärmt Weikert. Er empfindet Kochen als relativ einfach, nur gute Zutaten zu bekommen sei schwierig. Deshalb bringt er sich von Reisen stets Zutaten mit, die er in Dortmund nicht kaufen könnte.

Nach Poppenlaue und Nesselwängle Apropos Urlaub, Weikert hat zwei Orte, an die es ihn und seine Frau immer wieder zieht. Einerseits nach Nesselwängle an der deutsch-österreichischen Grenze und nach Poppenlaue bei Bad Kissingen. In Nesselwängle wohnt er dann in einem Haus mit sechs Suiten, die alle ein bestimmtes Motto besitzen. „Wir nehmen das Zar-

Nikolaus-Zimmer, in dem sich die Original-Betten des Zaren befinden.“ Unter der hauseigenen Kapelle hält ein reich ausgestatteter Weinkeller den ein oder anderen guten Tropfen bereit. Klingt alles unheimlich teuer, ist es aber nicht. Als Weikert mir den Preis verrät, überlege ich schon den kürzesten Weg nach Nesselwängle, denn dortmund

selbst für einen Journalisten ist so eine Suite erschwinglich. Nach Poppenlaue zieht es Weikert vor allem wegen eines Hobbys. Er ist passionierte Jäger und bezeichnet sich selbst als „Topfschießer“, das heißt, er erlegt nur das, was er dann auch verzehren kann. Bis vor Kurzem hatte er immer seinen Hund Maximilian dabei, den er immer „schrecklich verwöhnt“ hat. Doch Maximilian ist mittlerweile gestorben und schaut jetzt von einem Bild an der Wohnzimmerwand auf sein Herrchen. An der VHS würde Norbert Weikert gerne mal einen Kurs belegen, um seine Computer- und Internetkenntnisse auszubauen. Ebenso käme ein Italienisch-Kurs in Frage, da er das früher mühsam Erlernte mittlerweile fast gänzlich vergessen hat. Zu seinem nächsten Geburtstag wünscht er sich schlicht und einfach Gesundheit. Und wenn er in knapp 20 Jahren seinen 80. feiert, dann geht er in Rente. Bis dahin hat der Mann noch einiges vor. Ob Norbert Weikert ein Rechtspopulist ist, wie es manchmal heißt, vermag ich nach diesem Gespräch nicht zu beurteilen; seine geäußerten Positionen liegen jedenfalls nicht außerhalb des gemäßigten Spektrums. Ziel des Interviews

war es, den Menschen hinter dem Kandidaten zu zeigen. Das vorliegende Portrait gibt den Menschen wider, den ich in wenigen Stunden kennengelernt habe. Eine abschließende Beurteilung kann und will ich nicht abgeben. Dies bleibt jedem selbst überlassen. 17


Rat der Stadt Dortmund Glaubt man den Umfragen, dann ist die Entscheidung über die Mehrheitsverhältnisse im Rat noch offen. Je nach Auftraggeber variieren die Prozentzahlen ganz erheblich und lassen uns alle gespannt auf den Wahlabend warten. Im Folgenden eine kleine Hilfe zur Orientierung unter der Fragestellung, worauf es nach Ansicht der Parteien in den nächsten fünf Jahren in Dortmund ankommen wird: Ernst Prüsse, Fraktionsvorsitzender der SPD, unterteilt seine Erwartungen in drei Bereiche. „Dortmund wird sich in den nächsten fünf Jahren rasant weiter entwickeln“ lautet seine erste Aussage. Dazu zählt er die Eröffnung des umgestalteten U-Turms (2010) und die Fertigstellung des Phoenix-Sees sowie des ECE-Einkaufszentums (2011). Ein Jahr später werde das DFB-Fußballmuseum in Betrieb gehen und Gäste aus dem In- und Ausland anziehen. Zudem wird die Umwandlung von „Kampstraße und Brüderweg zum attraktiven Boulevard“ abge-

schlossen werden. Nur die SPDFraktion biete Gewähr dafür, dass die Projekte wie geplant realisiert werden. „Deshalb kommt es in den nächsten fünf Jahren darauf an, dass eine starke und erfahrene SPD-Fraktion die Eckpunkte der Dortmunder Politik bestimmt“, schlussfolgert Prüsse. Dortmund werde aber auch vor großen sozialen Herausforderungen stehen. Der Aktionsplan ‚Soziale Stadt‘ müsse fortgeschrieben werden und Maßnahmen für besonders betroffene Stadtteile aufzeigen. „Auch zukünftig soll es den Dortmund-Pass geben, der ermäßigten Eintritt in städtische Einrichtungen erlaubt.“ Ebenso solle das Sozialticket fortgesetzt werden. Elternbeiträge für Kinderbetreuung müssten sozial gestaffelt und bezahlbar bleiben. Zudem wolle man ein bürgerfreundliches Organisationsmodell für die JobCenter finden, das den Hilfeempfängern Zugang zum Arbeitsmarkt und finanzielle Unterstützung aus einer Hand sichert. Daher komme es darauf an, dass die SPD-Fraktion, die in der Vergangenheit ihre soziale Kompetenz bewiesen habe, im Rat die Richtung vorgibt. Das Meistern großer finanzieller Herausforderungen stehe Dortmund darüber hinaus bevor. In Folge der Weltwirtschaftskrise

sinken die Einnahmen und steigen die Sozialausgaben. Der städtische Haushalt werde stark belastet, doch habe die SPD auch in schwierigen Zeiten für einen ausgeglichenen Haushalt gesorgt. Dortmund sei damit weiterhin in der Lage, Infrastrukturinvestitionen zu realisieren, doch dafür brauche es eine SPD-Fraktion, „die in der Vergangenheit sozial ausgewogene und finanziell ausgeglichene Haushalte beschlossen hat“, endet Prüsses Stellungnahme. Naturgemäß ganz anders beurteilt Frank Hengstenberg, Fraktionsvorsitzender der CDU, die Aussichten für Dortmund. „Der Abbau der Arbeitslosigkeit ist das Wichtigste“, begründet er seine Forderungen nach Unterstützung der Zukunftsbranchen und nach Mobilisierung von Flächenreserven für die Ansiedlung mittelständischer Unternehmen. Das Klinikum müsse als Maximalversorger erhalten bleiben, für die Sanierung sei jedoch eine Teilprivatisierung ernsthaft zu prüfen. „Unser Ziel ist es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.“ Die CDU wolle Schluss machen mit der „Schuldentreiberei.“ Dazu müssten Infrastruktur und Serviceangebote an den Bedarf ange-

Unser Dortmund – unser Zuhause.

Am 30. August ist Kommunalwahl. Infos unter:

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dortmund

passt werden. Handlungsbedarf sieht Hengstenberg zudem beim Umgang mit dem städtischen Personal. Es solle ein Personladezernat geschaffen und Führungskräfte „nur nach rein sachlichen Kriterien“ ausgewählt werden. Am Herzen liegt ihm die Instandsetzung von Schulgebäuden, inklusive einer ansprechenden Gestaltung der Pausenhöfe und einer angemessenen Ausstattung mit neune Medien. „Als Kern unserer Gemeinschaft wollen wir die Familien nachhaltig stärken.“ Jeder Stadtbezirk müsse mindestens eine Kindertagesstätte mit langer Öffnungszeit bekommen und Familien mit Kindern sollten in städtischen Einrichtungen weniger bezahlen, so Frank Hengstenberg weiter. Zudem fordert er ein flächendeckendes Frühwarnsystem für vernachlässigte Kinder. „Sicherheit ist ein Grundbedürfnis“, daher will die CDU den städtischen Anteil an den Ordnungspartnerschaften ausbauen und zusätzlich einen hauptamtlichen, uniformierten Ordnungsdienst schaffen. Ebenso wolle seine Partei den Weiterbau der OW III a nach Unna und den der NS IX zur Uni, sowie die Untertunnelung der B1 vorantreiben. Der Ausbau des Gardenkamp sei jedoch verzichtbar. Last but not least möchte er dem Flughafen Luft verschaffen und die Betriebszeit auf 23 Uhr verlängern – plus Verspätungsregelung bis 23.30 Uhr. Mario Krüger, Fraktionsvorsitzender von B90/Die Grünen, misst vier Themenblöcken größte Bedeutung bei. Die Bekämpfung von Armut steht dabei an erster Stelle. Die Schere zwischen Arm und Reich werde immer größer, fast jeder sechste Dortmunder sei auf staatliche Zuschüsse angewiesen. „Drei von zehn Kindern leben in Familien ohne ausreichendes Erwerbseinkommen. Ich will Armut nicht hinnehmen, sondern bekämpfen!“ Dazu gehöre neben dem Erhalt des Sozialtickets auch die bessere Integration von Migranten. Mit dem Orkan Kyrill und dem ‚Jahrhundert-Regen’ hat der Klimawandel auch in Dortmund Einzug gehalten, warnt Krüger. Er glaubt daran, dass „eine 100%ige Stromversorgung für


Dortmund aus erneuerbaren Energien ist möglich“ ist, während die CDU weiterhin auf Atomkraft setze und die SPD den Bau neuer Kohlekraftwerke befürworte. Neben der Rekommunalisiserung der DEW21 müsse zudem das von den Grünen initiierte Energiesanierungsprogramm für städtische Gebäude forciert werden. Ökologisch wichtige Freiflächen wie Groppenbruch und Buddenacker sollen erhalten bleiben. Um das finanzpolitische und ökologische Desaster am Flughafen nicht fortzusetzen, positioniert er sich ganz deutlich gegen eine Ausweitung der Betriebszeiten und unterscheidet sich hierbei eindeutig von Sierau und Pohlmann. „Bildung fängt weit vor der Schule an“, unterstreicht Mario Krüger seine Forderung, das Ausbauprogramm für die U3-Betreuung zu intensivieren, anstatt in Prestigeobjekte zu binden. „Die Verzögerungen beim Bau der fünf neuen Kindertageseinrichtungen im Dortmunder Norden sind nicht hinnehmbar“, sieht er die Schuld beim Planungsdezernenten Ullrich Sierau. „Wir müssen umsteuern, Verkrustungen aufbrechen“, lautet Mario Krügers Motto für die Arbeit der kommenden Jahre.

auch ist!) wichtiger ist als Arbeitsplätze“ lehnt sie ab. Des Weiteren müssten Steuern und Gebühren gesenkt werden, um den Standort Dortmund attraktiver zu machen. Da die Gewerbesteuer im Umland oftmals niedriger liege, erwägen einige Dortmunder Unternehmen eine Teil-Verlagerung, so Littmann. Verstärkte Investitionen in Bildung und Ausbildung ist ein weiterer Schwerpunkt ihrer Agenda. Sanierung der Gebäude, gute Übermittagsbetreuung und kulturelle oder sportliche Angebote am Nachmittag sind hierbei zu nennen. Da Kinder bis acht Jahren soviel lernen, wie später nie wieder müsse gerade in dieser Altersgruppe etwas getan werden. Kindergärten und Grundschulen könnten hier wertvolle Anregungen geben. „Derzeit rutscht Dortmund quasi unaufhaltsam in ein Finanzdebakel hinein“, prophezeit Annette Littmann. Da helfe nur: Verwaltung wirtschaftlicher machen, Verlustlöcher stoppen, die Wirtschaft beleben, Jobs schaffen. Was sie nicht will: Den Flughafenausbau („Kostet zu viel, bringt zu wenig“), neue kostspielige Leuchttürme und Rathausaffären, die Dortmunds Ruf bundesweit ramponieren.

Die Fraktionsvorsitzende der FDP, Annette Littmann, formuliert ihr Ziel in dem Satz: „Den Bürgern muss es besser gehen, dann geht es auch der Stadt besser!“ Um diese Gleichung zu realisieren, müsste die Arbeitslosigkeit sinken. „Dazu bedarf es Platz für Unternehmen“, mahnt sie, mehr Wirtschaftsflächen zu schaffen. Das Politik-Verständnis herrschender Parteien, „denen das Kleingarten-Idyll (so schön es

Mit einem 10-Punkte-Programm wartet Thomas Reinbold, Vorsitzender der Bürgerliste, auf. „Viele BürgerInnen haben das Vertrauen in die etablierten Parteien verloren“, beschreibt Reinbold die Dortmunder Politik-Verdrossenheit. Die Bürgerliste stehe für eine sachbezogene und parteiunabhängige Politik ausschließlich zum Wohle des Bürgers, fährt er fort. „Wir setzen uns ein für ein familienfreundliches Dortmund“,

fordert er bessere Kitas, Schulen, Freizeittreffs und Spielplätze. Die Armut müsse verringert und die Integration behinderter Menschen verbessert werden. „Die Rückführung ins Berufsleben sollte durch spezielle von der Stadt geförderte Maßnahmen angestrebt werden.“ Schuldenabbau, Ausbau der Ordnungspartnerschaften und die Integration ausländischer Mitbürger stehen ebenfalls im 10-Punkte-Programm der Bürger-

liste. Der Erhalt von ökologisch wertvollen Freiflächen und durchdachte Verkehrskonzepte sind für Thomas Reinbold genauso wichtig, wie die Rettung des Klinikums als Maximalversorger durch eine Teilprivatisierung. Eine Erweiterung des Flughafens wird von der Bürgerliste vehement abgelehnt. „Wir wollen die Umwandlung der Stadtverwaltung zu einem bürgernahen Dienstleister“, formuliert er einen weiteren Wunsch.

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Bürgerinitiativen „Vor Ort“ „Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen“ sang Xavier Naidoo vor einigen Jahren. Das dachten sich auch eine Hand voll Dortmunder Bürgerinnen und Bürger und vereinten sich unter dem Namen „Vor Ort“. Der einende Aspekt ist vielfältig, jedoch grundsätzlich negativ. Man ist gefrustet, man ist ohnmächtig, man ist – teilweise sogar in der Existenz – bedroht. Man wird nicht ernst genommen und möchte nun gemeinsam an einem lebenswerten Dortmund arbeiten. Alle TeilnehmerInnen engagieren sich in einer Bürgerinitiative bzw. von nun an in einer Bürgerinitiative und im Zusammenschluss Dortmunder Bürgerinitiativen. Doch der Reihe nach... Ende April erschien in einer Dortmunder Tageszeitung ein Artikel, in dem die Wirtschaftförderung und die IHK den Industriestandort Dortmund durch den Protest zahlreicher Bürgerinitiativen gefährdet sahen. Udo Mager, Chef der Wirtschaftförderung, vermisste die Orientierung am Gemeinwohl und glaubte zu wissen, dass lautstarke Minderheiten den Eindruck der Mehrheit erweckten und gleichsam Mehrheitsinteressen torpedierten. Es dürfe bei der Ansiedlung von Firmen keine weitergehenden Einschränkungen durch heranrückende Wohnbebauung geben, forderte Reinhard Schulz, Haupt-Geschäftsführer der IHK, ein klares Bekenntnis der Politik zum Industriestandort Dortmund, das auch bei Widerständen gültig ist. Auf dieses Bekenntnis musste er nicht lange warten. Jutta Starke, wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, führte die industriefeindliche Haltung auf die Indidvidualisierung der Gesellschaft zurück. Mit anderen Worten: die Bürgerinnen und Bürger sind Egoisten, die sich um das Wohl der anderen nicht kümmern. Oder um es noch kürzer zu machen: die Bürgerinnen und Bürger sind unsozial! Nettes Kompliment, das die gewählte Vertreterin der Bürgerinnen und Bürger an ihre potentiellen Wählerinnen 20

„Gemeinsam sind wir stark!“ Dortmunder Bürgerinitiativen schlossen sich zusammen und Wähler verteilt. Sie regte darüber hinaus für die Zeit nach der Kommunalwahl eine parteiübergreifende Initiative an, um für die Unternehmen eine Lanze zu brechen. Schließen sich jetzt die Parteien gegen die Bevölkerung zusammen? Interessante Aussichten für Dortmund. Aber natürlich erst nach der Wahl...

Politik und Bevölkerung seit geraumer Zeit und fast täglich. Im Osten Dortmunds kämpfen wackere Brackeler für ein „Lebenswertes Brackel“ und gegen die Ansiedlung der TEDI-Europa-Logistikzentrale, die auf einem 12,5 ha großen Gelände am Brackeler Hellweg errichtet werden soll. Da zugleich ein 24-Stunden-Betrieb geneh-

Jutta Starke als Geburtshelferin von „Vor Ort“

migt wurde, darf man mit täglich 300 LKWs rechnen, die sich ihren Weg durch Brackel suchen müssen und werden. Das heißt für die Brackeler, dass auch ihre Nachtruhe durch Schwerlastverkehr erheblich gestört werden wird. Von der Luftverschmutzung ganz zu schweigen. Die Bürgerinitiative fragt nun: warum wird TEDi nicht, wie ursprünglich geplant, auf dem Gelände der Westfalenhütte expandieren? Die zugesagten Arbeitsplätze blieben erhalten und die Waren müssten nicht vom Hafen durch die halbe Stadt gebracht werden. Kürzere Wege sind gleichbedeutend mit weniger Schadstoffimmissionen! Ähnlich laut geht es auch im Umfeld des Werkes ‚Rothe Erde’ zu. Das Werk wird in nächster Zeit eine erhebliche Aufstockung der Produktion erfahren und in Folge dessen einen enormen Anstieg der Schwerlastverkehre. Diese Verkehre müssen dann wohl oder übel mitten durch ein Wohngebiet, in etwa vergleichbar mit dem Klinikviertel geleitet werden. Ergo

Jutta Starke sollte sich überlegen, ob sie es nicht mal als Hebamme versuchen könnte. Denn im Juni entband sie als fleißige Geburtshelferin unbeabsichtigt den Zusammenschluss Dortmunder Bürgerinitiativen „Vor Ort“. Und dieser erfreut sich seitdem bester Gesundheit, ist lebhaft, kreativ und wächst und gedeiht ganz prächtig. Das erste Treffen des Zusammenschlusses fand Mitte Juni statt und machte deutlich, dass die Probleme über das ganze Stadtgebiet verteilt zu finden sind. Von Dorstfeld bis Brackel und von Brechten bis Aplerbeck gibt es gute Gründe für bürgerschaftliches Engagement und bürgerlichen Protest. Ein kurzer Überblick: Die „Schutzgemeinschaft Fluglärm e. V.“ ist mittlerweile beinahe so alt wie der Westfalenpark, das Problem aber leider noch immer aktuell. Über das Thema Flughafen muss an dieser Stelle wohl nicht viel gesagt werden, schließlich beschäftigt es die Dortmunder wir

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wird es dort sehr eng, sehr laut und sehr schadstoffhaltig. Die BI ‚Rothe Erde’ geht nun seit einigen Monaten dagegen vor und fordert eine Verlegung des Lieferverkehrs auf die Schiene bzw. auf andere Straßen, die das Wohngebiet nicht direkt kreuzen. Trotz zahlreicher Gespräche in so genannten Konsultationskreisen ist die BI bislang nicht weiter gekommen und hofft nun, im Zusammenschluss stärker Gehör zu finden. Ein ewig junges Thema sind auch die geplante Bebauung des kleinen Dorstfelder Parks und die BI „Dorstfeld Aktiv“, die sich bislang erfolgreich dagegen wehrt. Dort am Dorstfelder Hellweg soll ein REWE errichtet werden, um die laut Masterplan Einzelhandel vorhandene Versorgungslücke zu schließen. Missachtet werden dabei einige nicht unwichtige Aspekte. Neben einem wertvollen Baumbestand, der vernichtet werden müsste, wird hier eine weitere Grünfläche versiegelt. In Zeiten globaler Erderwärmung und nach den Erfahrungen des Hochwassers vor einem Jahr eine unverständliche und unverträgliche Entscheidung. Des Weiteren befindet sich nur 100m vom kleinen Park entfernt eine Immobilie, die bis vor einigen Jahren einen EDEKA-Markt beheimatete. Die bisherigen drei Interessenten bemängelten jeweils die schlechte Erreichbarkeit und die wenigen Parkplätze. Doch hierfür gäbe es Lösungen, wie „Dorstfeld Aktiv“ mehrmals klar gemacht hat. Last but not least die Krönung der Bürger-Missachtung. Familie Hock kaufte sich vor ca. zehn Jahren ein schickes Grundstück an der Hugo-Pork-Straße und baute sich ein ebenso schickes Häuschen darauf. Zu diesem Zeitpunkt stand jedoch bereits fest, dass ein gewaltiges Stück ihres Gartens nicht mehr lange wird Garten sein können. Denn dort, wo heute Blumen blühen und die zwei keinen Kinder der Hocks spielen, werden demnächst die Bagger rollen und dann mehrere Jahre lang sieben Tage die Woche und


24 Stunden am Tag bauen... Und nach Abschluss der Arbeiten bietet sich den Hocks der Blick auf die Tunnelausfahrt Semerteichstraße-Nord, die nur fünf Meter von ihrem Haus entfernt entsteht. Warum kaufen die sich denn so ein Grundstück könnte man nun fragen. Weil sie nichts davon wussten! Nun ja, das Planungs-

wenn Anfang September die Verhandlung in Münster beginnt (die IN-Stadtmagazine werden darüber berichten). Neben den genannten Bürgerinitiativen gehören auch noch die „Interessengemeinschaft Deusen/ Lindenhorst“, die BI „Rhader Hof“ und die BI „Brechtener Heide“ dazu.

Konstituierung eine Art Vorsitzende ist und den Zusammenschluss mit ihrer reichlichen Erfahrung leitet. Und „Vor Ort“ tat etwas: man organisierte eine Podiumsdiskussion der Oberbürgermeister-Kandidaten und wollte ihnen dabei auf den Zahn fühlen. „Wie können bestehende Strukturen verändert werden, um eine notwendige Partizipation der Bevölkerung zu realisieren“ war die Frage, unter der Moderator Tom Soer von der Weststadt Akademie, Essen durch den Abend führte. Das Reinoldinum am Schwanenwall war mit

überflüssig werden. Mario Krüger plädiert auf eine frühe Einbeziehung des Bürgers bei Planungsvorhaben. Stadtdirektor Ullrich Sierau hält Bürgerinitiativen für „das Salz in der Suppe“ und möchte, dass es noch mehr davon gibt.

gut 100 Zuhörern bis auf wenige Plätze voll besetzt und bot einen angemessenen Rahmen für die Veranstaltung. Gekommen waren Ullrich Sierau (SPD), Mario Krüger (Grüne), Helmut Manz (Die Linke), Petra Zielazny (Bürgerliste)

dort konstruktive Kritik geübt wird und alternative Vorschläge gemacht werden. Auch von den OBKandidaten kamen interessante Ideen, die es gilt, umzusetzen. Gandhi hat mal gesagt, dass auch der längste Marsch mit einem

und Norbert Weikert (FBI). Joachim Pohlmann (CDU und FDP) fehlte entschuldigt. Helmut Manz möchte ein OB sein, dessen Tür jedem Bürger offen steht und den man auf Probleme ansprechen kann, während Petra Zielazny sich wünscht, dass Politik den Bürgerwillen so gut vertritt, dass Bürgerinitiativen

kleinen Schritt beginnt; diesen ersten kleinen Schritt ist „Vor Ort“ gegangen. Und um mit Xavier Naidoo zu enden: „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer...“ Doch das Ziel des Weges ist klar festgesteckt und der Weg wird gegangen, egal wie lange es dauert!

Die intensive Diskussion machte deutlich, dass auf Seiten der Bevölkerung viel Frust vorhanden ist und dass es viel zu tun gibt, um dies zu ändern. Zudem wurde deutlich, dass „Vor Ort“ keine Ansammlung von Nörglern ist, die gegen etwas sind, sondern dass

„Vor Ort“ fordert Transparenz und Mitbestimmung

amt der Stadt Dortmund hatte den Besitzer der Grundstücke, die Harpen AG, gebeten, die interessierten Käufer über die geplante B1-Untertunnelung mitsamt der Ausfahrt Semmerteichstraße-Nord zu informieren. Dies ist jedoch nie geschehen! Natürlich behauptet Harpen, dass den Käufern mündlich mitgeteilt wurde, was auf sie zukommen würde. Wer Familie Hock kennenlernt, merkt schnell, dass es sich bei ihnen nicht um naive Einfaltspinsel handelt, sondern um patente Leute, die mitten im Leben stehen. Um Leute, die sich kein Grundstück

kaufen würden, das wenige Jahre später enteignet werden wird. Die Klärung der Angelegenheit wird wohl vor Gericht stattfinden,

Transparenz und Mitbestimmung sind die Begriffe, um die es den Bürgerinitiativen geht. Man möchte von einer Baumaßnahme nicht erfahren, wenn der Bagger bereits vor der Tür steht, sondern rechtzeitig informiert werden. Bei Entscheidungen, die den Alltag hautnah tangieren, darf der Bürgerwille nicht erst im Nachhinein erfragt werden, lautet eine weitere Forderung. Man war sich an diesem JuniAbend schnell einig, dass etwas getan werden müsse. „Solange die Einsicht in die Verantwortung für eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadt, den dringlichen Gesundheitsschutz und die Lebensqualität ihrer Bürger (und die Erfordernis einer darauf abgestimmten Planung) fehlt, haben

Bürgerinitiativen mehr als eine Berechtigung – sie haben sogar eine Verpflichtung“, so Ursula Wirtz, die bis zur ordentlichen wir

Ankündigung: Das nächste Treffen von „Vor Ort“ wird am Montag, dem 24. August um 19 Uhr ‚vor Ort’ im Dorstfelder Park stattfinden. Interessierte sind herzlich eingeladen. dortmund

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Stadtbezirk Aplerbeck Der erstmals im Jahre 899 urkundlich erwähnte Ort Aplerbeck wurde 1929 nach Dortmund eingemeindet. Neben dem Stadtteil Aplerbeck besteht der Stadtbezirk zudem aus den Stadtteilen Berghofen, Schüren, Sölde, Sölderholz und Lichtendorf und ist geprägt durch großzügige Wald- und

Schul- und Bildungslandschaft Aspekte einer neuzeitlich ausgerichteten Kommunalpolitik zeigen sich u. a. daran, dass Aplerbeck ein umfangreiches Angebot an schulischen Einrichtungen zu bieten hat. Bezirksbürgermeister Sascha Mader (CDU) möchte das Thema Schule zu einem „Schwerpunkt meiner Politik“ machen. So strebt er u. a. den Neubau eines Pavillon-Ersatzgebäudes an der ‚Gelben Schule’, eine räumliche Erweiterung für das Gymnasium an der Schweizer Allee und die Errichtung einer Mensa für das Schulzentrum in Aplerbeck an. 2010 soll am Apolloweg eine neue Fabido-Kindertageseinrichtung realisiert werden. Bei diesen Forderungen rennt er bei Claudia Schare offene Türen ein. „Kinderbetreuung in hoher Qualität schon ab dem ersten Lebensjahr“, formuliert die SPDKandidatin Schare den Wunsch vieler Eltern. Einen Neubau der Kita an der Schweizer Allee for-

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Freiraum-Strukturen. Neben ausgedehnten Wohngebieten verfügt der Stadtbezirk über einen überdurchschnittlich hohen An-

teil an Ein- und Zweifamilienhäusern. „Attraktive Neubaugebiete haben zahlreiche junge Familien nach Aplerbeck gezogen,

dert Fritz Goersmeyer von den Grünen. Zudem sei eine Erneuerung von Spielgeräten zügig anzugehen.

auch die Quartiersversorgung in Aplerbeck-Nord müsse durch die Ansiedlung eines Discounters verbessert werden.

Hertie ging, Kaufland kommt

Verkehr und Infrastruktur

In den letzten Monaten fiel, als ‚Hertie’ seine Pforten schloss, ein dunkler Schatten auf den Stadtbezirk. Es drohten der Verlust von Arbeitsplätzen und eine Lücke in der sonst so guten Einkaufssituation. Mit Hilfe der kommunalen Politik konnte ein Nachfolger gefunden werden, der plant, im Oktober 2010 eine Filiale von ‚Kaufland’ zu eröffnen und das Personal so weit es geht zu übernehmen (die IN-Stadtmagazine berichteten). Sascha Mader möchte versuchen, diesen Termin auf den Sommer vorzuziehen und in der Zwischenzeit die ehemaligen ‚Hertie’-Mitarbeiter fortzubilden, um ihnen so den Übergang zu erleichtern. Ähnlich sieht dies Müller-Späth. Er fordert des Weiteren, die verkehrlichen Rahmenbedingungen zur Ansiedlung von ‚Kaufland’ neu zu definieren und dann zügig umzusetzen. Aber

Stefan Magerstedt (FDP) fordert die Aufstellung eines klaren Infrastrukturkonzepts. Konkret möchte er an der Kreuzung Rodenberg-/ Schüruferstraße einen Kreisverkehr errichten, um den dortigen Rückstau zu reduzieren. Eine Aufwertung des Stadtteils Schüren möchte er durch den Bau eines Wohngebietes neben dem Gewerbegebiet Kohlensiepen-/ Meinbergstraße erreichen. Die Infrastruktur für Menschen mit eingeschränkter Mobilität müsse verbessert werden, fordert Claudia Schare. „Gute Busverbindungen, Barrierefreiheit und das Gefühl von Sicherheit“ seien wichtige Voraussetzungen für die Teilhabe am Dorfleben.

wir

Freizeit und Kultur Der Zustand der Sportstätten bereitet Sascha Mader Sorgen. „Während wir bei der Schulsa-

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die die lokalen Vereine und Kirchengemeinden beleben“, wie Claudia Schare (SPD) weiß. Die Unterstützung örtlicher Kindertageseinrichtungen, aber auch die Verschönerung von Spielplätzen und der Ausbau von Treffpunkten für Jugendliche sollten nach Meinung der SPD-Spitzenkandidatin für die Bezirksvertretung zu den primären Aufgaben der Politik gehören. Henning Müller-Späth von der Bürgerliste/Freie Wähler spricht sich ebenfalls hierfür aus und sieht darin „das Gebot der Stunde.“

nierung in den letzten fünf Jahren deutliche Fortschritte machen konnten, ist dies aufgrund fehlender Investitionen noch nicht ausreichend der Fall.“ Zukünftige Sanierungen von Sportplätzen müssten sich am Wunsch der Vereine nach Kunstrasen orientieren, formuliert der Bezirksbürgermeister seine Ziele. Um eine effiziente Nutzung der Sportstätten zu erreichen, möchte Stefan Magerstedt, dass sich die BV mit den Vereinen an einen Tisch setzt und Pläne ausarbeitet. Kultur soll für die Grünen wohnortnah stattfinden. So soll die „Stadtteilbücherei ein Ort kulturellen Austausches sein“, stellt Fritz Goersmeyer seine Ideen vor.

Umwelt Der Erhalt von Günflächen und Naturschutzgebieten steht für Claudia Schare neben dem „Kampf gegen den Flughafenausbau“ ganz weit oben auf der To-Do-Liste der nächsten fünf Jahre. Es verwundert nicht, dass die Grünen ebenso denken: „Keinen


Meter mehr am Flughafen – und auch keine Minute länger!“, lautet Goersmeyers klare Aussage. Ohne saubere Luft und gutes Wasser gebe es keine Lebensqualität, lehnen die Grünen eine weitere Versiegelung von Flächen möglichst ab. Stefan Magerstedt weist beim Thema Umwelt noch auf die Problematik der Mobilfunkmasten hin: „Aus gesundheits- umweltpolitischer Sicht ist ein Ausbau der vorhandenen Masten der Errichtung neuer Masten vorzuziehen.“

Der Ort Brackel liegt direkt am alten Hellweg und wurde 1918 nach Dortmund eingemeindet. Der heutige Stadtteil mit seinen 21.979 Einwohnern ist zugleich Bestandteil und Namensgeber des Stadtbezirks Brackel mit insgesamt 54.622 Einwohnern. Zum Stadtbezirk Brackel gehören zudem die Stadtteile Asseln, Wambel und Wickede. In Brackel gibt es bereits wenige Meter vom Hellweg entfernt Straßen mit einem geradezu dörflichen Charakter und zahlreichen liebevoll renovierten Fachwerkhäusern.

Wohnen und Arbeiten Die größten Wohnbauflächen Dortmunds wurden in den letzten Jahren im Stadtbezirk Brackel ausgewiesen, weiß Ulrich Begemann von den Grünen. „Die letzten Freiflächen dürfen wir nicht versiegeln“, so seine Schlussfolgerung. „Das bedeutet konkret die Freiflächen im Wickeder Süden nicht umzuwandeln, wie es die CDU fordert. Die geplanten Flächen am Buddenacker wollen wir nicht ausweisen.“ Denn dies würde den dörflichen Charakter der Hellwegvororte gefährden. Außerdem sollten Wirtschaftsflächen nur ausgeweitet werden, wenn dies ökologisch verträglich sei und tatsächlich Arbeitsplätze schaffe. Adolf Heinrich Weintz (CDU) plädiert dafür, „den zukünftigen Freiflächenverbrauch auf ein Nötiges zu reduzieren, da wir viele Neu-

Sascha Mader weist darauf hin, dass der Umbau der Emscher zwischen Marktplatz und Rodenbergstraße im Frühjahr 2010 beendet sein müsse. Einig sind sich die Parteien in dem Punkt des Umgangs mit den knappen finanziellen Ressourcen. Den Bürgern zuhören und die tatsächlichen Notwendigkeiten zu ermitteln, glaubt Magerstedt den richtigen Weg gefunden zu haben. Claudia Schare will nicht nur zuhören, sondern sich auch kümmern.

Kandidaten für die Bezirksvertretung Aplerbeck: CDU: 1. Sascha Mader, 2. Ingeborg Milde, 3. Volker Mais SPD: 1. Claudia Schare, 2. Jürgen Schädel, 3. Barbara Mielicki B90/Die Grünen: 1. Barbara Blotenberg, 2. Fritz Goersmeyer, 3. Derick Meßling FDP: 1. Stefan Magerstedt, 2. Christian Geschkat, 3. Christian Schultz Die Linke: 1. Gülizar Genc, 2. Peter Beyger Bürgerliste/Freie Wähler: 1. Henning Müller-Späth, 2. Christoph

Olszewski, 3. Volker Zielazny FBI: 1. Irmgard Münch, 2. Doris Laumann, 3. Gisela Henne Sitzverteilung nach der Wahl 2004; in Klammern die Sitzverteilung nach der Wahl von 1999): Gesamt: 19; CDU: 7 (8), SPD: 7 (7), Grüne: 3 (2), FDP: 1 (1), Bürgerliste: 1 (1) Bezirksbürgermeister: Sascha Mader (CDU) 1. Stellv. Bez.Bürgermeisterin: Elke Rohr (SPD) 2. Stellv. Bez.Bürgermeister: Derick Meßling (Grüne)

Stadtbezirk Brackel

Der Mittelpunkt Brackels besteht aus der Ev. Kirche mit dem Fachwerkhaus Beckhoff. Hier wurde neben einem Cafe und einem

Dritte-Welt-Laden auch eine Märchenbühne errichtet. Der Stadtbezirk Brackel hat noch mehr zu bieten: So gelang es, auf dem Ge-

lände des ehemaligen Dortmunder Flughafens, der hier bis 1960 beheimatet war und im gleichen Jahr in Dortmund-Wickede seine „neue Heimat“ fand, ein Industrie- und Gewerbegebiet und einen reizvollen 18-Loch-Golfplatz zu installieren. Auch das neue Trainingszentrum von Borussia Dortmund wurde hier im Jahre 2006 eröffnet.

baugebiete ausgewiesen haben und daneben schon eine erhebliche Flächeninanspruchnahme durch Gewerbegebiete besitzen.“ Gleichzeitig ist für ihn die weitere Ausweisung bzw. Umwandlung von Mischgebieten nötig, „um leben und arbeiten auf einem Grundstück zu ermöglichen“. Eine Möglichkeit zur Schaffung neuer Arbeitsplätze sieht Hannes Fischer von den Linken darin, auch im Stadtbezirk Brackel neue Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie zu bauen.

Umwelt Adolf Heinrich Weintz schlägt vor, ein Baumpflanzungsprogramm in Brackel zu starten. „In Neubaugebieten müssen wir Regenwassernutzung, Energie- und Wärmeversorgung sinnvoll regeln“, fordert Ulrich Begemann. „Entsprechende Ansätze im Neubaugebiet Hohenbuschei bewir

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grüßen wir.“ Von der planenden DSW21 werden weitergehende Konzepte für eine dezentrale Wärme- und Energieversorgung, z.B. Kraft-Wärme-Kopplung erwartet. Ergänzend betont Hannes Fischer: „Der unbedingte Schutz des Naturschutzgebietes Hohenbuschei, der Erhalt des Landschaftsschutzgebietes Brackeler Feld und die naturnahe Ausgestaltung der Halde Schleswig und deren Anbindung an den Brackeler Ortskern sind für uns wichtige Aufgaben.“

Infrastruktur und Verkehr Einigkeit herrscht zwischen den Parteien beim Thema Flughafen: so wird der weitere Ausbau des Flughafens einheitlich abgelehnt. Desweiteren spricht sich Ulrich Begemann gegen einen Weiterbau der L663n bzw. OWIIIa durch die Naturschutzgebiete im Wickeder Ostholz aus. „Schneller, umweltfreundlicher und günstiger geht es, wenn wir vorhandene Straßen im Süden nutzen: die neue Westtangente Asseln, die Aplerbecker

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Straße und den Osterschleppweg.“ Adolf Heinrich Weintz bevorzugt andere Maßnahmen, um die Verkehrsproblematik in Brackel zu entschärfen: den Bau der L663 bzw. OWIIIa über Wickede hinaus bis nach Unna voranzutreiben, die Ausweisung weiterer Tempo-30-Zonen und Minimierung der Einflüsse durch den Schwerlastverkehr. Gegen einen Ausbau der OWIIIa/ Brackelerstr. in östlicher Richtung setzt sich Hannes Fischer ein. Er hält eine Südanbindung an die B1/A40 hier für sinnvoll. Karin Stoll von der Bürgerliste statt neuer Gewerbeflächen, z.B. Buddenacker, die frei stehenden Gewerbeflächen neu zu vermarkten. „Für die damit verbundenen LKW-Verkehre muss zwingend ein Verkehrskonzept erarbeitet werden, damit diese die Wohngebiete umfahren.“

Jugend und Freizeit Für eine Optimierung und finanzielle Besserstellung der Jugend-

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einrichtungen tritt Adolf Heinrich Weintz ein. Außerdem sollten seiner Meinung nach die Spielplatzgeräte gepflegt bzw. bei Bedarf ausgetauscht werden, die Kleinkindbetreuung (U 3) in Kindergärten ausgebaut und die Öffnungszeiten der Jugendfreizeitstätten ausgeweitet werden. Auch der Auffassung von Ulrich Begemann, dass die offensive Jugendarbeit des Jugendamtes durch ‚Streetworker’ fortgeführt werden solle, schließt sich Weintz an. Desweiteren schlägt Begemann die Förderung besonderer Jugendangebote, wie Mitternachtsturniere und Jugendpartys, vor. Auch glaubt er: „Die Kinder im Stadtbezirk brauchen interessant gestaltete Spielflächen und mehr Spielstraßen.“ Besonders am Herzen liegt Weintz „die Sanierung der Sporthallen (IKG und Geschwister-Scholl-GS) und die weitere Entwicklung der Sportstätten, dazu zählen mindestens drei weitere Rasenplätze und die Erhaltung des Brackeler Schwimmbades.“

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Kandidaten für die Bezirksvertretung Brackel: SPD: 1. Karl-Heinz Czierpka, 2. Thomas Wesnigk, 3. Anette Schulte CDU: 1. Ulf Katler, 2. Wolfgang Stut-Schilp, 3. Jendrik Suck B90/Die Grünen: 1. Ulrich Begemann, 2. Claudia Plieth, 3. Björn Bozic FDP: 1. Hans Werner Balster, 2. Beate Herweg, 3. Udo Angermann Die Linke: 1. Hannes Fischer, 2. Utz Kowalewski, 3. Andrea Thiem Bürgerliste: 1. Karin Stoll, 2. Angelika Sieckmann, 3. Horst Hamm Sitzverteilung nach der Wahl 2004; in Klammern die Sitzverteilung nach der Wahl von 1999): Gesamt: 19; CDU: 6 (8), SPD: 8 (8), Grüne: 2 (2), FDP: 1 (0), Bürgerliste: 1 (1), DVU: 1 (0) Bezirksbürgermeister: Karl-Heinz Czierpka (SPD)


Im heutigen Stadtteil Eving mit seinen 21.283 Einwohnern begann im Jahre 1870 mit der Teufe der Schächte der Steinkohlenbergwerke Zeche Hardenberg und Minister Stein die Hinwendung zur modernen Industriegesellschaft. Das Gelände in und um Eving herum wurde vom Mittelalter bis zur Industrialisierung überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Die Stilllegung der Zechen im Jahre 1987 bedeutete zugleich das Aus für etwa 5.000 Arbeitsplätze. Auf

Stadtplanung Brechten/Holthausen und Eving/ Lindenhorst können unterschiedlicher nicht sein. „In Eving wohnen mehr Kinder und Jugendliche als im Dortmunder Durchschnitt, mehr Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, mehr Arbeitslose und auch etwas mehr SGB-IIEmpfänger/Innen. “, fasst Gisela Sichelschmidt von den Grünen zusammen. Folglich ist Sichelschmidt überzeugt, dass gute neue Wohnungen besser in integrierten Lagen gebaut werden sollten, um Freiräume zu erhalten. „In der Brechtener Heide und in Brechten-Ost wurden beschlossene Ausweisungen als Wohnbauflächen zurückgenommen – unser Erfolg.“ Auch Wolfgang Mertens (Bürgerliste) lehnt eine zusätzliche Versiegelung der bestehenden Freiflächen ab. Zudem regt er an den denkmalgeschützten Wehrturm der alten Kirche in Lindenhorst

Kandidaten für die Bezirksvertretung Eving: SPD: 1. Helmut Adden, 2. Barbara Hackert, 3. Hans Jürgen Unterkötter CDU: 1. Monika Lehrke, 2. Anke Kopkow, 3. Andre Buchloh B90/Die Grünen: 1. Gisela Sichelschmidt, 2. Christian Krause, 3. Klaus Sichelschmidt FDP: 1. Hans Tokarski, 2. Maximilian Kreipe, 3. Katrin Schlegel Die Linke: 1. Turabi Karabulut, 2. Nurhan Can, 3. Thomas Nückel Bürgerliste: 1. Wolfgang Mertens,

Stadtbezirk Eving

dem ehemaligen Betriebsgelände von Minister Stein entstand

keinem kontrolliertem Verfall zu überlassen, sondern zu dessen Erhalt beizutragen.

Umwelt und Verkehr „Eving und Brechten haben zunehmend Probleme mit dem Autolärm. Deshalb muss der Lärmschutz an der A2 verbessert werden und der Lkw-Verkehr muss raus aus den Wohngebieten“, äußert sich Detlef Münch (FBI). Auch Wolfgang Mertens möchte sich für weniger Belastung der Bevölkerung durch Umleitung des Schwerlastverkehrs aus den Wohngebieten einsetzen. „Wegen der Feinstaub- und Lärm-Belastungen aus dem Lkw-Verkehr haben wir uns als Grüne immer wieder für alternative Verkehrskonzepte eingesetzt, z.B. die verstärkte Auslastung der Schienenanbindungen sowie eine enge Kontrolle der zulässigen Richtwerte.“, ergänzt Sichelschmidt. Es seien zur Entlastung noch weitere Park&Ride-Anlagen, vor allem in Brechten, zu errichten.

2. Heike Eul, 3. Johannes Entrup FBI: 1. Detlef Münch, 2. Irmgard Treffer, 3. Wolfgang Bäse

in den letzten Jahren die „Neue Mitte Eving“. Das weithin bekann-

Nahversorgung und Kultur „Wir setzen uns für kleinteilige, wohnortnahe Versorgungsstrukturen ein. So haben wir uns für die Erhaltung des Bezirkshallenbades und der Stadtteilbibliothek im Zentrum von Eving eingesetzt.“, berichtet Sichelschmidt. Zudem wären ein Kulturzentrum und ein aktiveres Vereinsleben eine Bereicherung für den Stadtteil Eving.

Soziales und Schule Zum Thema Bildung und Soziales sind verschiedene Konzepte vertreten: So fordert Wolfgang Mertens den verstärkten Einsatz

te Wahrzeichen ist der sanierte Hammerkopfturm der ehemaligen Zeche. Der Stadtbezirk Eving umfasst neben dem Namensgeber die Stadtteile Brechten, Holthausen, Lindenhorst und Kemminghausen. Bemerkenswert ist die Dynamik, die innerhalb der ehemals stark industriegeprägten Bezirksstruktur den Wandel zum Standort moderner Dienstleistungen begleitet.

von Streetworkern, aber auch vermehrte Kontrollen an Schulen, in Parks und den bekannten sozialen Brennpunkten. „Nur so kann es zu einer Minimierung der Drogen-, Alkohol- und Gewaltproblematik im Stadtbezirk kommen.“, erklärt er. Gisela Sichelschmidt ist es hingegen wichtig, den Offenen Ganztag an den Schulen weiter auszubauen. Sie betont: „Nun müssen wir uns stark machen für den Ganztag auch an weiterführenden Schulen, mit einer Mensa, Aufenthaltsräumen und zusätzlichem Personal.“

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handelt es sich um die Schwarzwaldklinik Ripoldsau Trägergesellschaft mbH, die eine Reha-Klinik, ein Vier-Sterne-Hotel, ein Ärztehaus, ein Restaurant und ein Wellness-Zentrum errichten möchte.

Stadtbezirk Hombruch Der im Süden unserer Stadt gelegene Ort Hombruch wurde urkundlich erstmals 1395 erwähnt und 1929 nach Dortmund eingemeindet. Der heutige Stadtbezirk Hombruch zählt knapp 60.000 Einwohner und ist damit der größte in Dortmund; er setzt sich zusammen aus den zahlreichen Stadtteilen Barop, Bittermark, Brünninghausen, Eichlinghofen, Großholthausen, Kirchhörde, Kleinholthausen, Kruckel, Löttringhausen, Lücklemberg, Menglinghausen, Persebeck, Renninghausen, Salingen und Schnee. Eine über Dortmund hinausreichende Bedeutung erhält der Stadtbezirk durch die TU Dortmund und den Technologie-Park. Nicht zuletzt verfügt Hombruch über ein lebhaftes und ausgewogenes Vereinsleben, insbesondere auch in sportlicher Hinsicht. Neben attraktiven Wald- und Freiraumstrukturen verfügt Hombruch über eine abwechslungs-

reiche Einzelhandelslandschaft und ist seit der Stilllegung der ‚Hoesch-Röhrenwerke AG’ quasi industriefrei. Anziehungspunkte für Menschen weit über den Stadtbezirk hinaus, sind der Dortmunder Zoo und gleich daneben der wunderschöne Botanische Garten Rombergpark. Dort liegen zudem die Überreste des Gutes Brünninghausen, um das es im letzten Jahr eine emotionale Auseinandersetzung zwischen der Stadt Dortmund und einer Bürgerinitiative um den agilen Emeritus Walter Neuhaus gab (die IN-Stadtmagazine berichteten wiederholt und ausführlich). Es ging um den geplanten Abriss der alten Gebäude, deren histo-

rischer Wert unterschiedlich eingeschätzt wurde. Nachdem die Bürgerinitiative „Gut Brünninghausen“ eine enorme Öffentlichkeit erzeugt hatte – u. a. wurden über 4.000 Unterschriften gesammelt - gab Planungsdezernent Ullrich Sierau mit den Worten: „Die haben Recht!“ nach und stoppte den Abriss zumindest vorläufig. Der Rat der Stadt entschied schließlich, dass der Erhalt des Gutes wünschenswert sei; es folgte ein so genannter wettbewerblicher Dialog, in dessen Verlauf ein Investor gefunden wurde. Der Vertrag mit diesem Investor sollte am 17. August 2009 unterschrieben werden – leider einige Tage nach Redaktionsschluss dieses Heftes. Bei dem Investor

Soziales, Schul- und Bildungslandschaft Der weitere Ausbau der Offenen Ganztagsschulen ist der SPD ein Anliegen, das in der nächsten Legislaturperiode fortgesetzt werden soll. Hierzu gehören aber auch eine bessere Ausstattung der Pausenhöfe mit Spielgeräten, so Steinmann weiter. Und ein Ausbau der Schulwegsicherung. Semmler sieht das ähnlich und plädiert auf eine Erweiterung der Oplketalgrundschule inklusive einer Sanierung Turnhalle. Die Turnhalle der Kirchhörder Grundschule nennt er obendrein, ebenso wie die Schaffung besserer Fachräume an den weiterführenden Schulen. Zudem setzt sich die CDU den Bau einer Mensa am Schulzentrum Hombruch als Ziel. Des Weiteren wird eine Ausweitung des Kita-Angebots angestrebt, in dessen Rahmen die Möglichkeit ‚privater’ Tagesmütter stärker genutzt werden sollte. Das liberale Motto auf vielen gelben 26

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Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 50 Mio. €. Beim Neubauprojekt soll darauf geachtet werden, dass möglichst viel von der alten Bausubstanz erhalten wird. Walter Neuhaus von der Bürgerinitiative wünscht sich hingegen den Erhalt aller verbliebenen Gebäude, anstatt wie anscheinend geplant nur zweier – Rentei und Kuhstall. Wie es in dieser Angelegenheit weiter geht, werden Sie in der nächsten Ausgabe unserer Stadtmagazine erfahren, die im September erscheinen wird. Doch schon jetzt lässt sich sagen, dass Dortmund der Bürgerinitiative „Gut Brünninghausen“ zu Dank verpflichtet ist, denn ohne deren Engagement wäre der alte Gutshof längst dem Erdboden gleichgemacht. Auch Hans Semmler (CDU) begrüßt den Erhalt des Gutes und verweist auf den Verdienst der Bürgerinitiative.

Plakaten lautet: „Besser lernen in besseren Schulen“ und findet seinen Widerhall im Statement von Mauritz Faenger, dem Spitzenkandidaten der FDP in Hombruch. Für ein gutes Lernklima seien ein vernünftiger baulicher Zustand und eine ordentliche Ausstattung der Klassenräume unabdingbar, so Faenger. Markus Happe (Bürgerliste) fordert ebenfalls, die baulichen Voraussetzungen für den Ganztagsbetrieb zu schaffen. Zudem möchte er, dass Finanzmittel für Unterrichtsmaterialien und externe Dozenten bereitgestellt werden, damit „starke und qualitativ gute Standorte“ für die Schülerinnen und Schüler entstehen. Die Stadtteilbibliothek und die Einrichtung eines sozialpsychiatrischen Dienstes für Kinder stehen in diesem Bereich ebenfalls noch auf der Agenda der Hombrucher CDU. Barbara Brunsing, Spitzenkandidatin der Grünen, erscheint die „Initiierung eines Aktionsplans ‚Soziales Hombruch’ wichtig, um


Stärken und Schwächen einzelner Bereiche des Stadtbezirkes herauszuarbeiten“ und dementsprechend Schieflagen zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen.

Verkehr Eines der umstrittensten Themen in Hombruch ist der Ausbau des Vogelpothsweg/Gardenkamp, den die SPD weiterhin vehement fordert. Dem erteilt die FDP eine klare Absage. Der Ausbau des Gardenkamps sei genauso abzulehnen wie die endgültige Schließung der Universitätsstraße. Auch die Linke und ihr Spitzenkandidat Stefan Müller erachten den Ausbau des Gardenkamp als „sinnloses Straßenbauprojekt“ und versichern, dass es so was mit ihnen nicht geben werde. Vielmehr sollte eine Verbesserung der Fahrradmobilität und des ÖPNV-Angebots angestrebt werden. Den Bedarf eines Neubaus, einer Sanierung, einer Umgestaltung etc. sieht die SPD zudem an der Hagener- (fußgänger- und radfahrerfreundlich), der Stockumer- (städtebauliche Gestaltung) und der Baroper Straße (Beruhigung) sowie der Straße Am Ostberg (Abbindung). Eine Verlängerung der H-Bahn bis zum Parkhaus Barop (bei diesem Punkt besteht zwischen SPD und CDU Einigkeit) und einen Ausbau auf zwei Spuren zwischen dem Campus Süd und dem Campus Nord, fordert Steinmann des Weiteren. Die CDU drängt beim Thema Verkehr primär auf die Errichtung von Lärmschutzwänden entlang der A45. Doch auch der Weiterbau der Universitätsstraße und eine Verbesserung der Parkplatzsituation im Hombrucher Ortskern sollen angegangen werden. Die Beseitigung von Straßenschäden steht auf der Liste der FDP ganz oben: „Die ständige Flickschusterei an Schlaglöchern ist auf lange Sicht teurer und für die Verkehrsteilnehmer sehr viel ärgerlicher als die Runderneuerung der Altbestände“, so Mauritz Faenger. Als abschreckendes Beispiel nennt er die Hagener Straße in Kirchhörde, auf der er zudem ein Tempolimit von 30km/h fordert; allerdings nicht „an der Grundschule nordwärts bis zur Postfiliale.“

Freizeit, Kultur und Sport „Die Ausstattung aller Fußballplätze mit Kunstrasen“, möchte Ulrich Steinmann erreichen. Zudem solle die alte Menglinghauser Schule für Vereine gesichert werden. Hans Semmler möchte das noch nicht fertig gestellte Froschloch unterstützen und wünscht dem Naturbad besseres Wetter als in diesem Jahr. Der CDU liegen die bestehenden Jugendfreizeitstätten Eichlinghofen und Hombruch am Herzen, ebenso die Kinder- und Jugendtreffs in Persebeck und Renninghausen. In Löttringhausen wäre ein eigener Kinder- und Jugendtreff ebenfalls wünschenswert, so der CDUMann. Die Linke möchte sich für eine Neunutzung des ‚Luna’ und generell für mehr und verbesserte Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche und Kinder einsetzen.

Einzelhandel und Infrastruktur Die Problematik der Ansiedlung eines REWE in Lücklemberg wird von der FDP aufgegriffen. Das Projekt sei gegenüber der Stadtteilstruktur völlig überdimensioniert, betont Faenger.

Kandidaten für die Bezirksvertretung Hombruch: CDU: 1. Hans Semmler, 2. Hans Jürgen Grotjahn, 3. Rosemarie Wille SPD: 1. Ulrich Steinmann, 2. Michael Meurer, 3. Christine Gousis Bündnis90/Die Grünen: 1. Barbara Brunsing, 2. Oliver Körting, 3. Susanne Lohse FDP: Mauritz Faenger, 2. Dr. Michael Hantschel, 3. Dietmar Behm Die Linke: 1. Stefan Müller, 2. Hasan Ilgün, 3. Hagen Dorgathen Bürgerliste: 1. Markus Happe, 2.

Marcus Radtke, 3. Michael Jung FBI: 1. Norbert Weikert, 2. Dr. Jarowit Piotrowski, 3. Margot Weikert Sitzverteilung nach der Wahl 2004: Gesamt: 19 CDU: 8 SPD: 7 Grüne: 3 FDP: 1 Bezirksbürgermeister: Ulrich Steinmann (SPD)

An anderer Stelle unterstützt er die Stärkung der Zentren und begrüßt den Masterplan Einzelhandel. Hans Semmler fordert ebenfalls den Erhalt der ortsnahen Einkaufsmöglichkeiten. Eine Attraktivierung des Hombrucher Wochenmarktes durch das Stadtbezirksmarketing erachtet er als wichtig. Die Bürgerliste möchte eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Gewerbetreibenden, Gewerbeverein und Bezirksvertretung realisieren, um die Hombrucher Fußgängerzone zu erhalten und zu stärken, so Markus Happe. Stefan Müller (Linke) beklagt ein Defizit an Nahversorgungseinrichtungen vor allem in Eichlinghofen, dem Uni-Umland und bald auch in Schönau und am Krückenweg. Die Grünen fordern ein „umfassendes Konzept zur ökologischen Sanierung städtischer Gebäude“, so die Spitzenkandidatin Barbara Brunsing. „Hierzu zählen auch Ansätze zur Förderung regenerativer Energien.“ wir

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die Stadtteile Wellinghofen, Höchsten, Hacheney, Benninghofen, Loh, Holzen, Sommerberg, Syburg und Wichlinghofen.

Stadtbezirk Hörde Das Dorf Hörde wurde erstmals im Jahre 1198 urkundlich erwähnt. Seit 1340 durch Konrad von der Mark mit Stadtrechten versehen, wurde Hörde am 1. April 1928 nach Dortmund eingemeindet und ist heute mit 23.156 Einwohnern (2007) zugleich ein Stadtteil des gleichnamigen Stadtbezirkes mit insgesamt 53.640

Die Bewohner dieser Stadtteile leben in einem Stadtbezirk voller Kultur und Sehenswürdigkeiten, interessanter Bauwerke und einem breit gefächerten Sportund Vereinswesen. Einwohnern (2007). Das weithin bekannte Wahrzeichen ist die Hörder Burg.

Zum Stadtbezirk, der im schönen und grünen Dortmunder Süden liegt, gehören neben Hörde selbst

Mit kulturellen Highlights wie das Hörder Hansa Theater oder das Cabaret Queue.

meister vielfältige Impulse für die Hörder Kernstadt.

Nach der Schließung der beiden ThyssenKrupp Stahl (zuvor Hoesch Stahl) AG-Werke Hermannshütte (Phoenix-Ost) und Phoenix (-West) wurde Hörde zu einem bundesweiten Modell für einen

zirksbürgermeister Manfred Renno (SPD) und die hiesigen Kommunalpolitiker sind zu recht stolz darauf, dass in ‚ihrem’ Hörde so viel bewegt wird. „Eine der größten Baustellen Europas ist sicherlich das Phoenix-Gesamtgelände mit seinen insgesamt 2.000.000

stärkt werden. Zusätzliche Angebote - beispielsweise aus den Bereichen Textilien, Sport und Elektronik - sollen den Einkaufsstandort wieder attraktiver machen. Ein City-Management wird in den nächsten fünf Jahren Kaufleute, Gewerbetreibende und Im-

positiven Strukturwandel. Die hierzu notwendigen Maßnahmen und werden von den hiesigen Politikern unterstützt. Einwohner und Gäste Hördes sind seit Jahren Zeugen der Umwandlung von einem Ort „im Schatten der Schwerindustrie“ hin zu einem modernen, Freizeit orientierten Stadtteil mit einem Phoenixsee und zukünftig zahlreichen Hightech-Unternehmen. So wurde bereits vor einiger Zeit eines der Zentren für Microsystemtechnik mit Erfolg angesiedelt. Hördes Be-

Quadratmetern“, so Renno, „insbesondere in Verbindung mit der Emscher-Renaturierung.“ Hier werden in den nächsten Jahren allein ca. 12.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Um die Fläche zu erschließen und die große Zahl von zukünftig dort arbeitenden Menschen auch „logistisch zu bewältigen“, haben es die Grünen erreicht, dass eine Trasse für die Stadtbahn angelegt wird. Doch allein von der Zahl 12.000 neue Arbeitsplätze „inspiriert“ erwartet nicht nur der Bezirksbürger-

Beispiel der Umbau bzw. die Umgestaltung des Bahnhofes und dessen Umgebung, wobei das bisherige Bahnhofsgebäude wohl einem Rewe-Markt und einer Ladenzeile Platz machen soll.

Der Phoenix-See und die Phoenix-Zukunftsstandorte

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Die Hörder Kernstadt Sehr positiv ist, dass in nächster Zeit im Ortskern Hördes Entwicklungen realisiert werden, die seit langem anhängig sind. So zum

Zusätzlich wird das alt eingesessene Hörder Bauunternehmen Freundlieb in der Nähe der Burg auf einem etwa 4.000 m2 großen Grundstück seine neue Firmenzentrale errichten. Nicht zuletzt durch das geplante neue Parkhaus soll der Hörder Einzelhandel gedortmund

mobilienbesitzer unterstützen. Für die Hörder Innenstadt werden für einschlägige Maßnahmen Finanzmittel in Höhe von 27 Millionen Euro bereit gestellt, die – ergänzt durch zusätzliche private Investitionen – zu einer noch wesentlich höheren Gesamt-Investitionssumme ansteigen werden. Das Hauptproblem der Hörder Geschäftsleute ist – nüchtern betrachtet – die Nähe zur Dortmunder City mit ihrer Vielfalt an preisgünstigen Warenangeboten. Und


Die neue Feuerwache und weitere Projekte „in Vorbereitung“ Einige durchaus wünschenswerte bzw. unbedingt erforderliche Projekte im gesamten Stadtbezirk Hördes sind derzeit in Bau, wurden zum Teil bereits fertig gestellt bzw. sind in Vorbereitung.

Phoenix-West | Foto: www.phoenixdortmund.de

vor allem: Hörder Bürger können, wenn sie wollen, in nur 10 Minuten U-Bahn-Fahrt von der Schlanken Mathilde bis zur Kampstraße fahren. Der Osten- und Westenhellweg mit all den dortigen Anbietern ist nur um die Ecke. Ergänzend zur weiteren Optimierung des Hörder Stadtkerns fordert Dr. Jürgen Eigenbrod von der CDU die sicherlich ebenfalls weitgehend unstrittige Erhöhung der Aufenthaltsqualität im Stadtteil, etwa durch die Schaffung von attraktiven Ruhezonen, sowie die seit Jahren verschleppte Lösung des öffentlichen WC-Problems und nicht zuletzt auch die Förderung/ Unterstützung von kulturellen Einrichtungen.

Schulwesen / Bildungsarbeit Baulich betrachtet ist es endlich bald so weit: Das Hörder PhoenixGymnasium erhält - wie seit langem gewünscht - bald eine neue Sporthalle. Im Auge behalten werden sollte unbedingt auch eine möglichst umfassende Sanierung aller Schulen. Ob allen Schülern im Stadtbezirk täglich kostenlos Obst zur Verfügung gestellt werden sollte, wie es DIE LINKE fordert, ist sicherlich nicht unbedingt ein pädagogisches Problem.

Jugendarbeit und Senioren

Völlig zu recht und im großen politischen Einvernehmen weist Bezirksbürgermeister Renno auf die zu erwartenden steigenden Verkehre ins neue Hörder „Seeviertel“ hin. Um diese zu bewältigen, wird insbesondere die funktionale und gestalterische Anpassung der Fassstraße unabdingbar sein. Die fußläufige Anbindung ans Seequartier wird über die Hermannstraße erfolgen. Zusätzlich wird nördlich zum bestehenden Parkhaus eine Querung mittels Brücke angestrebt.

In Hörde und den anderen Teilen des Stadtbezirks sollte die Förderung der Jugendarbeit die Regel bleiben. Wichtig wäre, wie u. a. auch Rolf Schröder von der Bürgerliste fordert, der Erhalt und Ausbau der Jugendfreizeitstätten. Eine Modernisierung und bei Bedarf auch der Ausbau von Kindertagesstätten sollte ebenfalls im Spektrum der Überlegungen einen festen Platz einnehmen. Ob in Hörde, wie es auch Thomas Kaeder von der FDP fordert, ein Bezirksjugendrat geschaffen werden sollte, der Kindern und Jugendlichen die Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben ermöglichen soll, wird sicherlich zunächst politisch diskutiert und danach gegebenenfalls entschieden werden.

Ergänzend hierzu werden noch weitere Parkflächen geschaffen werden. So unter anderem rund um das Hörder Zentrum und den Phoenix-See. Hierzu gehört auch das neue Parkhaus an der Seekante sowie im Bereich der geplanten Einzelhandelsbereiche Tiefgaragen und weitere Parkhäuser mit einigen hundert Einstellflächen. Zusätzlich fordern die Grünen, dass die vorhandene Umweltzone erweitert werden muss.

Nicht zuletzt für die Senioren ist der Stadtbezirk Hörde durchaus attraktiv. Medizinische „Dienstleister“ wie Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken usw. sind in ausreichender Menge vorhanden. Neben einer größeren Fußgängerzone und der zukünftigen Flaniermeile am See sollte auch eins nicht vergessen werden: Das Seniorenbüro in der Bezirksverwaltungsstelle, das den Senioren mit Rat und Tat zur Seite steht.

Verkehr und Mobilität

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regeln sein.Insbesondere auch dann, wenn es sich um Maßnahmen handelt, die mit zu erwartenden positiven Auswirkungen ökonomischer Art einhergehen – wie etwa die angestrebte baldige Überplanung des Geländes der ehemaligen Zeche Crone.

Hierzu gehören, so erklärt Bezirksbürgermeister Manfred Renno die in der Bezirksvertretung angedachten Planungen – exemplarisch genannt – neben den Phoenix- und „Kernstadt“-Projekten vor allem die derzeit in Bau befindliche und dringend erforderliche neue Hörder Feuerwache an der Zillestraße, ebenso moderne Lebensmittelgeschäfte etwa in Holzen und auf dem Höchsten und – speziell für die nächsten Jahre vorgesehen – Maßnahmen zur Sicherung der Nahversorgung in Wellinghofen und nicht zuletzt für das Wohngebiet zwischen Entenpoth und Niederhofener Straße im Stadtteil Hörde.

Kandidaten für die Bezirksvertretung Hörde: SPD: 1. Manfred Renno, 2. Anja Buschhoff, 3. Michael Zier CDU: 1. Friedrich-Wilhelm Weber, 2. Petra Kamolla, 3. Helmut Broich Bündnis 90/Die Grünen: 1. Klaus Tillmann, 2. Hartmut SchulzeVelmede, 3. Christian Krummacher FDP: 1. Thomas Kaeder, 2. Fabian Klatt, 3. Christian Stallmeister Die Linke: 1. Torsten Behrendt, 2. Hans-Otto Wolf, 3. Bernd Obergassel Bürgerliste: 1. Rolf Schröder, 2. Dr. Thomas Reinbold, 3. Ulrike Kaltenbach

Dass auch strukturelle Maßnahmen in den eher südlichen Stadtteilen des Stadtbezirks erforderlich sein könnten, wie von Dr. Jürgen Eigenbrod von der CDU gefordert, die Erhaltung und Pflege von Ortskernen etc., wird wohl weitgehend einvernehmlich zu

Sitzverteilung nach der Wahl 2004; in Klammern die Sitzverteilung nach der Wahl von 1999): Gesamt: 19; CDU: 7 (9), SPD: 7 (7), Grüne: 2 (2), FDP: 1 (0), Bürgerliste: 1 (1), PDS-Offene Liste: 1 (1) Bezirksbürgermeister: Manfred Renno (SPD)

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zur Naherholung – den Rahmer Wald, den Revierpark Wischlingen oder dem Deusenberg. Die1980 stillgelegte Zeche Hansa und ihre ehemalige Kokerei sind inzwischen als Industriedenkmäler der Öffentlichkeit übergeben worden

und beherbergen NRWs größten Klettergarten. Die Parteien vor Ort sind sich größtenteils einig, dass Huckarde ein besonders schöner Stadtteil ist, in dem es sich lohnt zu leben. Bezirksbürgermeister Harald Hudy

(SPD) betont, dass in den letzten Jahren vieles erreicht wurde, aber trotzdem noch eine Menge zu tun ist. Dies sieht auch Annegret Meyer, Spitzenkandidatin der CDU so. „Die Fraktion der CDU will aktiv an einer positiven Weiterentwicklung mitwirken.“ Überhaupt lässt sich feststellen, dass die Zusammenarbeit der Parteien in Huckarde außergewöhnlich gut funktioniert. „Durch diese Zusammenarbeit sind wichtige Entscheidungen zum Wohl der Bürger/ innen gemeinsam beschlossen worden“, beschreibt Günter Scheller, FDP-Fraktionsvorsitzender die gute interfraktionelle Kooperation.

tei ‚Die Linke’ bemängelt, dass der Betreuungsschlüssel in den Kitas viel zu niedrig ist und dass die Schulen besser ausgestattet werden müssten. Ursula HawighorstRüßler, B90/Die Grünen fordert

den bedarfsgerechten Ausbau und die Sanierung von Spielplätzen. Zudem sollten so genannte ‚Jugendbuden’ aufgestellt. Bei diesen ‚Jugendbuden’ handelt es sich um außerhalb von Wohnbebauung gelegenen robusten Holzhäusern, in denen sich Jugendliche ohne Aufsicht treffen können. „Dort werden Anwohner nicht gestört“, weiß Annegret Meyer (CDU).

ßen und Gehwegen eine zentrale Aufgabe der nächsten Jahre. Hier sei in der letzten Legislaturperiode schon vieles erreicht worden, doch stehen weitere Projekte an. Annegret Meyer (CDU) fordert, dass endlich ein Verkehrskonzept für Kirchlinde erstellt wird und wünscht sich des Weiteren die Sperrung der Deusener Straße für LKW über 7,5t.

Voller Stolz ist man in Huckarde über die Schaffung des ‚Jugendforums’. „Dort sind Jugendliche aktiv an politischen Entscheidungen beteiligt und können eigene Anträge formulieren.

Der weitere Ausbau von Fahrradwegen ist allen Huckarder Politikern ein großes Anliegen. Die Einmütigkeit der Antworten lässt hoffen, dass hier in den nächsten Jahren einiges passieren wird.

Stadtbezirk Huckarde Nachdem das Industriezeitalter im Örtchen Huckarde im Jahre 1855 mit der Gründung der Zeche Hansa begonnen hatte, wurde der heutige Stadtbezirk Huckarde 1914 in die Stadt Dortmund eingemeindet. Neben dem Stadtteil Huckarde besteht der Stadtbezirk zudem aus den Stadtteilen Deusen, Rahm, Jungferntal, Kirchlinde, Hangeney und Wischlingen. Hier im Nord-Westen unserer Stadt findet man trotz einer recht dichten Besiedlung ausreichend Flächen

Kinder und Jugendeinrichtungen Der Kinder- und Jugendbereich ist ebenfalls in allen Parteien ein wichtiges Thema. Kirsten SenkelMeier, Spitzenkandidatin der Par-

Diese und andere Maßnahmen im Jugendbereich sollen weiter ausgebaut werden“, berichtet Bezirksbürgermeister Harald Hudy. Die Grünen würden das Forum gerne ausweiten und den Jugendlichen ein eigenes Antrags- und Rederecht in der Bezirksvertretung einräumen.

Verkehr und Mobilität Günter Scheller (FDP) kritisiert die Parkplatzsituation am Huckarder Marktplatz als „nicht ganz glücklich“ und glaubt, dass diese neu geregelt werden müsse. Auch die CDU möchte dort wieder mehr Parkplätze schaffen. Die Grünen sehen dies ganz anders. Sie wollen sich für „die Beibehaltung des Marktplatzes in Huckarde ohne zusätzliche Parkplätze“ einsetzen. Hudy (SPD) sieht in der Renovierung von Stra30

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Bildung und Schulen Einigkeit herrscht beim Thema Sanierung von Schulen: dabei steht die Widey-Grundschule ganz oben auf der Liste. Eine „energieeffiziente“ (Grüne) und „behindertengerechte“ (CDU) Sanierung der Schulen und Sportanlagen im Stadtbezirk soll in den nächsten Jahren angegangen werden. Ein wichtiges Thema ist zudem die U3-Betreuung. Meyer möchte hier zusätzliche Plätze schaffen, um Eltern die Möglichkeit zu geben, einem Beruf nachzugehen. Jedoch müsse diese Betreuung auch finanzierbar sein, fordert Scheller. Senkel-Meier findet es traurig, mit ansehen zu müssen, dass es in Kirchlinde Klassen mit 30 Kindern oder mehr gibt.

Einzelhandel Uwe Frintrop (Bürgerliste) fragt sich, warum „ohne jede Not


zwei neue Supermärkte an der Rossbachstraße und am Bärenbruch geplant“ werden. Den relativ gesunden Einkaufszentren in Huckarde und Kirchlinde werde dadurch das Wasser abgegraben und zudem entstünden erhebliche Verkehrsprobleme.

darin ebenfalls eine massive Gefährdung der Zentren.

Freizeit und Kultur Das Thema Freizeit und Kultur steht ebenso bei allen Parteien auf der Agenda.

die Aufstellung von Mehrgenerationen-Bewegungsgeräten auf Spielplätzen (Hawighorst) sowie die Wiederherrichtung des Hallenbades in Deusen (Scheller) sind Vorhaben, die Huckarde gut zu Gesicht stehen würden

nahe Politik umsetzen kann. Eine Kooperation zwischen Huckarde und den angrenzenden Stadtbezirken vermisst Frintrop (Bürgerliste). Ein langfristiges und verantwortungsvolles Handeln werde dadurch blockiert. An einer Huckarder Identität fehle es überhaupt nicht. „Im nächsten Jahr werden wir’s allen zeigen“, verweist Frintrop auf die 1150-Jahr-Feier.

Die Aufwertung des Rahmer Waldes und der Ausbau der Mountainbike-Strecke am Deusenberg (Hudy), die Förderung von (inter) kulturellen Veranstaltungen und

Partizipation

Auch Ursula Hawighorst-Rüßler lehnt die Ansiedlung von neuen Discountern oder Lebensmittelmärkten am Ortsrand ab und sieht Kandidaten für die Bezirksvertretung Huckarde: SPD: 1. Harald Hudy, 2. Zita Ottmüller, 3. Gerhard Hendler CDU: 1. Annegret Meyer, 2. Claudia Brückel, 3. Inge Heinze B90/Die Grünen: 1. Ursula Ha-

wighorst-Rüßler, 2. Thomas Althoff, 3. Hasan Eker FDP: 1. Günter Scheller, 2. KlausDieter Kanus, 3. Heribert Küter Die Linke: 1. Kirsten Senkel-Meier, 2. Rainer Kaschke, 3. Martin Pausch

Bürgerliste: 1. Uwe Frintrop

Die Geschichte der so genannten Nordstadt, die als Stadtbezirk Innenstadt-Nord aus den Stadtteilen Hafen, Nordmarkt und Borsigplatz besteht, begann 1847 mit dem Bau der ‚CölnMindener-Eisenbahn’. Geprägt wurde das Stadtbild in erster Linie durch die Westfalenhütte und den Dortmund-Ems-Kanal. Während der Zeit des Nationalsozialismus bildete die Nordstadt das Zentrum des sozialistischen und kommunistischen Widerstands. Die ‚Schlacht vom Nordmarkt’ ist sicher vielen geschichtsbewussten Dortmundern ein Begriff, ebenso das Schicksal von ‚Opa Wille’. Im Krieg wurden 90% der Nordstadt zerstört, doch brachte das Wirtschaftwunder auch dort eine Phase der Prosperität. Heute leben in

Phrasen... „Die Nordstadt benötig Stabilisierung durch sozialen Wandel“, lautet die etwas verklausulierte Heilsformel der SPD. Alle Nordstädter sollten ihre Ziele gemeinsam formulieren und durchsetzen, so Siegfried Böcker weiter. Die CDU und ihr Spitzenkandidat für die Bezirksvertretung, Gerhard Meißner werden dort schon konkreter: „Qualifizierte Stadtpolizei in ausreichender Zahl, um die Durchsetzung ordnungsrechtlicher Maßnahmen durchführen

Senkel-Meier plädiert auf kommunaler Ebene für mehr Bürgerbefragungen und hofft, dass sie in den nächsten fünf Jahren eine bürger-

Sitzverteilung nach der Wahl 2004; in Klammern die Sitzverteilung nach der Wahl von 1999): Gesamt: 19; SPD: 9 (9); CDU: 5 (7), Grüne: 2 (1), FDP: 1 (0), Bürgerli-

ste: 0 (1), DVU: 1 (1), PDS-Offene Liste: 1 (0), Bezirksbürgermeister: Harald Hudy (SPD)

Stadtbezirk Innenstadt-Nord

der Innenstadt-Nord, die als größtes zusammenhängendes Altbaugebiet des Ruhrgebiets gilt, über 50.000 Menschen zahlreicher Nationalitäten und Religionen – eine Mischung, die das besondere Flair dieses Bezirkes ausmacht. Die Nordstadt kämpft aber auch wie kein anderer Dortmunder Stadtbezirk mit den Folgen des Nieder-

gangs der Montanindustrie, den man gemeinhin auch Strukturwandel nennt. Die vorhandenen sozialen Probleme sollen von Seiten der Stadt bekämpft werden, wie man seit geraumer Zeit hört. Drogen, Prostitution und Kriminalität – ein Kreislauf, der politisch schwer zu durchbrechen sein wird. Neben Schwierigkeiten

zu können“, steht für die CDU an erster Stelle. Dazu gehöre auch die Bekämpfung von Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit. „Integration kann nur durch konsequente Forderung und Förderung von Sprachkompetenz erfolgen“, phrasiert Meißner.

der FDP. Ein frommer Wunsch, wenn man bedenkt, dass bis Weihnachten noch vier Monate sind. Nachvollziehbarer und hoffentlich realistischer ist da schon die Forderung nach einer Sanierung der maroden Schulgebäude in der Nordstadt.

Schule und Bildung

Dies sieht auch Hans-Georg Schwinn von den Grünen so: „Die Sanierung der Schulgebäude wurde in den letzten 40 Jahren katastrophal vernachlässigt“, bemängelt er die Zustände hofft

Den Einsatz von ehrenamtlichen Übersetzern zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern wünscht sich Maria Souhali, Platz 1 auf der Liste wir

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haftet der Nordstadt zudem ein Image-Problem an. Verfall-Viertel und sozialer Brennpunkt sind nur zwei der negativen Bezeichnungen, die sich die Nordstadt gefallen lassen muss. Dass dort ein enorm abwechslungsreiches und lebendiges Kulturleben stattfindet, dass Multi-Kulti dort tatsächlich funktioniert, dass die Adjektive tolerant und weltoffen hier zu Hause sind, wird weniger oft vernommen. Und überhaupt ist die Nordstadt in vielen Statistiken an der Spitze: Arbeitslosigkeit, Kinderarmut, HartzIV- und Sozialhilfeempfänger etc...

aber gleichzeitig auf Besserung und eine Auflösung des Sanierungsstaus in Folge des Konjunkturpakets II. Heinrich Mödder (Bürgerliste) postuliert eine sozialpädagogische Begleitung von Jugendlichen mit geringer Bildung während ihrer Schulzeit. „Damit könnten die zahlreichen Ausbildungsabbrüche vermieden werden.“ Siegfried Böcker (SPD) fordert den kostenlosen Besuch des Kindergartens für alle Kinder ab drei Jahren, um die Sprachkompetenz zu erhöhen. Ein interkonfessi31


oneller Religionsunterricht durch staatlich ausgebildete Lehrer darf es dazu auch noch sein. Momentan warten in der Nordstadt übrigens rund 450 Kinder auf einen Kita-Platz... Eine interessante Idee kommt von den Grünen: regelmäßiger Radverkehrsunterrichtunterricht ab Klasse 1 unter Anleitung des ADFC.

für den Phoenix-See wird. Von der Linken kommt zudem die Forderung nach Denkmälern für Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Es gebe zwar Erinnerungen an die Opfer der Nazis, doch sollte man auch derer gedenken, die den Widerstand organisiert und angetrieben haben, so Cüneyt Karadas.

Soziales, Freizeit und Kultur

Verkehr

„Wir brauchen mehr Streetworker, die sich vor Ort um die Menschen kümmern und Kontakte herstellen“, glaubt die Linke. „Es ist wichtig, den Jugendlichen und den freien Initiativen notwendige Spiel- und Proberäume zu geben, in denen sie ihre Fähigkeiten und Kompetenzen entdecken und entwickeln können“, fährt die Bürgerliste auf der sozialpädagogischen Schiene. Maria Souhali (FDP) erachtet eine besser Vernetzung von Schulen und Migrantenorganisationen für notwendig, um die Integration zu optimieren und so das Potential kultureller Vielfalt besser zu nutzen.

Meißner (CDU) regt an, den Busbahnhof im Zuge des Neubaus des Hauptbahnhofes in die Nordstadt zu verlegen und damit neue Chancen zu schaffen. Cüneyt Karadas (Die Linke) wünscht sich eine Verkleinerung der Umweltzone, um den LKW-Verkehr aus der Nordstadt zu verbannen. Klingt paradox, ist aber so: da die Gewerbegebiete innerhalb der Umweltzone liegen, dürfen LKWs diese als Lieferverkehr befahren.

Bei den Grünen lautet die Forderung, mehr niederschwellige Angebote für soziale Randgruppen. „Dazu gehören unter anderem eine erweiterte Öffnungszeit des Drogenkonsumraumes und der Bau eines Sozialgebäudes für die Prostituierten an der Ravensbergerstraße“, so Hans-Georg Schwinn. Die SPD möchte die Kultur zum Imageträger der Nordstadt machen. „Kultur am Wasser“, heißt das Konzept der Sozialdemokraten für die Freizeitentwicklung am Hafen mit einer Flaniermeile, Geschäften und Gastronomie. Wenn das mal keine Konkurrenz

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Eine Umleitung über die A45 und B236 erscheinen den Linken sinnvoller. Böcker (SPD) betont die Notwendigkeit der Nordspange von der Westfalenhütte bis zur Emscherallee und möchte zudem eine besser organisierte Radverbindung zwischen Borsigplatz und Hafen. Da immer mehr Studierende und Dozenten in der Nordstadt wohnten, brauche man einen Schnellbus nach Eichlinghofen zur TU, so der Sozialdemokrat weiter.

Zeit, dass hier endlich mal durchgegriffen wird. Verbietet den Alkoholkonsum auf der Straße – reicht doch schließlich, wenn die Kinder sowas bei ihren Eltern beobachten können. Versteckt oder verdrängt Obdachlose, Drogenabhängige und Prostituierte und tut so, als ob das mit unserer Gesellschaft nichts zu tun hat. Bekämpft ruhig weiterhin die Symptome und ignoriert die Probleme, die dahinter stecken. Arbeitslosigkeit, Depression, Alkohol – wenn es doch nur ein Klischee wäre. Es ist ein wahres Trauerspiel, wenn man bedenkt, wie die Nordstadt einmal war. Während die Fassaden der Häuser noch von einer Kandidaten für die Bezirksvertretung Innenstadt-Nord: SPD: 1. Siegfried Böcker, 2. Brigitte Jülich, 3. Sascha Straub CDU: 1. Gerhard Meißner, 2. Thomas Bahr, 3. Gerda Horitzky Bündnis90/Die Grünen: 1. HansGeorg Schwinn, 2. Dirk Logermann, 3. Heinz-Peter Krüger FDP: Maria Souhali, 2. Dr. Patrick Gau, 3. Gunther Schlegel Die Linke: 1. Cüneyt Karadas, 2. Helmut Manz, 3. Helin DilmacDogan Bürgerliste/FreieWähler: 1. Heinrich Mödder, 2. Nigar Dibekci

Ein Kommentar von Stephan Kottkamp: Ja, ja, die böse Nordstadt, das Schmuddelkind der Westfalenmetropole Dortmund, das Gegengewicht zum Phoenix-See. Und da der Durchschnitts-Nordstädter angeblich nicht so trocken ist, wie der besagte See, wird es

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bürgerlichen und wohlhabenden Vergangenheit zeugen, wird heute der Aufkauf und evtl. der Abriss verwahrloster Gebäude gefordert. Fragt denn mal jemand nach dem Grund der Verwahrlosung? Die großen Parteien stehen bislang ratlos vor einem Scherbenhaufen und wedeln hilflos mit dem Besen, um diesen wegzufegen. Echtes Engagement, geschweige denn realistische und zielführende Ideen, wie dieser Scherbenhaufen konstruktiv wieder zusammengesetzt werden könnte - Fehlanzeige. Die Tube Klebe zum Zusammenzusetzen wird wohl nicht favorisiert; dann doch von einigen eher der Besen. Sitzverteilung nach der Wahl 2004: Gesamt: 19 SPD: 8 CDU: 4 Bündnis90/Die Grünen: 3 Bürgerliste: 1 FDP: 1 PDS/Offene Liste: 1 DVU: 1 Bezirksbürgermeister: Siegfried Böcker (SPD)


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Die Innenstadt-Ost gehört mit rund 50.000 Einwohnern zu den größten, wenngleich flächenmäßig zu den kleinsten Dortmunder Stadtbezirken. Sie wird gebildet aus den Stadtteilen Kaiserbrunnen, Ruhrallee, Körne und Westfalendamm. Die überwiegend urbanen Wohnviertel verfügen über Einkaufsstraßen von lokaler und stadtweiter Bedeutung. Zum Bezirk gehören zudem das Gerichtsviertel und die Staatsanwaltschaft Dortmund.

Stadtbezirk Innenstadt-Ost

Weitere wichtige und bekannte Orte sind das Gebäude des ehe-

maligen Landesoberbergamtes und der historisch bedeutsame

Ostfriedhof sowie der Westfalenpark, der just in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert. Der Stadtbezirk ist verkehrlich sehr gut erschlossen und wird durch zahlreiche Bus-, Stadtbahnund S-Bahnlinien versorgt. Mit der B1 führt eine der am stärksten frequentierten Straßen unseres Landes direkt durch den Stadtbezirk.

Wohnen und Schicksale jüdischer Fami- und einen behindertengerechten Senioren würde bei vielen Ein„Wir wollen ein Stadtbezirk für lien enthalten, als Teil des Bürger- Aufzug für die U-Bahn-Station richtungen ein Fortbestehen kaum mehr möglich sein.“ Jung und Alt sein“, hebt Roswitha steiges vor Häusern, in denen von Märkische Straße. Decking-Hartleif (CDU) hervor. den Nazis ermordeten Menschen Senioren Um diese ausgewogene Bevölke- gelebt haben. Kandidaten für die BezirksvertreMehr Investition in eine mobili- tung Innenstadt-Ost: rungsstruktur zu erreichen, müsse tätsgerechtere Umwelt wünschen SPD: 1. Udo Dammer, 2. Carsten der Anteil jüngerer Familien in Bildung und Jugend der Innenstadt-Ost gesteigert wer- Einig sind sich die Vertreter von sich auch Klaus Wlost und Karl Wember, 3. Albert Pitz den. Deshalb sollten ausreichend SPD, CDU und den Grünen, dass Krämer (Linke). Neben einer flä- CDU: Roswitha Decking-Hartleif, Barrierefreiheit Grün- und Spielflächen für Yoga_in_Dortmund.qxp:Musterseite-einfach Kin- die Sanierung von Schulen fortge- chendeckende Dirk Hartleif, 3. Rosemarie Bartelt qx 12.05.2009 14:43 2. Uhr Seite 1 der gesichert werden. Auch Klaus setzt werden sollte. Udo Dammer wünscht sich Karl Krämer unan- Bündnis 90/Die Grünen: 1. ChrisWlost möchte mehr für die Klei- möchte sich noch dafür einset- gemeldete Kontrollen in Pflege- tiane Gruyters, 2. Matthias Dudnen tun, so erklärt er: „Saubere zen, dass „das erfolgreiche Kon- heimen und bei Pflegediensten. de, 3. Alexandra Evers und auf den neuesten Stand der zept aufsuchender Jugendarbeit Außerdem findet Wlost: „Es FDP: 1. Karl Erfmann, 2. Berthold Technik gebrachte Kinderspiel- weiterhin gefördert und so auch sollten mehr Angebote zum frei- Budde, 3. Björn Oste plätze und die Intensivierung der für die nächsten Jahre gesichert willigen Engagement eingestellt Die Linke: 1. Karl Krämer, 2. ThoPatenschaften für alle Kinderspiel- wird.“ Mit Christiane Gruyters und auf die Bedürfnisse der äl- mas Zweier, 3. Peter Nunhofer plätze sind für mich selbstver- ist er sich einig, dass das Projekt teren Generation zugeschnitten Bürgerliste: 1. Klaus Wlost, ständlich.“ Zudem plädiert er für „Westfalenparkkarten für Kids“ werden.“ 2. Dieter Kusch, 3. Inge Surmann eine Wiedereinführung der sog. (freier Eintritt für Kinder aus der Ein wichtiger Schwerpunkt sei Sperrmülltage, um eine zuneh- Innenstadt-Ost) verlängert werden bürgerliches Engagement in sozi- Sitzverteilung nach der Wahl mende Vermüllung des Stadtbe- soll. Zudem schlägt Gruyters vor, alen Diensten, Sportvereinen und 2004: Schule für Hatha-Yoga zirks zu vermeiden. Udo Dammer die Schulhöfe den ganzen Tag zu Schulen und „hier zeigen unsere Gesamt: 19; SPD: 7, CDU: 7, GrüSenioren gesteigertes Interesse ne: 3, FDP: 1, PDS/Offene Liste: 1 (SPD) schlägt die Umsiedlung des öffnen. 2009-06 und leben soziales Engagement.“ Bezirksbürgermeister: Udo DamBerufskollegs und des Kinder- und Abschließend bekräftigt Wlost: mer (SPD) Jugendtheaters in die City vor, um Infrastruktur und Verkehr dadurch ein hochwertiges Wohn- Zum Bereich „Infrastruktur und „Ohne solche Ehrenämter für die quartier am nördlichen Rand des Verkehr“ bemerkt Roswitha DeWestfalenparks zu schaffen. Eine cking-Hartleif: „Wir müssen dafür weitere Idee zur Förderung von Sorge tragen dass die B1-Unterattraktivem Wohnen im Stadtbe- tunnelung tatsächlich umgesetzt zirk stammt von Christiane Gru- wird.“ Zugleich fordert sie eine yters (Grüne): Es sollten Woh- Sanierung der Straßen, die teils nungen mit viel Grün-, Spiel- und in einem erbärmlichen Zustand www.yoga-in-dortmund.de · Gruppen- und Einzelunterricht Aufenthaltsflächen z.B. auf den seien. „Für den ruhenden Ver· Yoga für Anfänger und Übende aller Stufen Ost- und Südbahnhofgeländen kehr kämpfen wir hartnäckig für · Yoga für Erwachsene allen Alters oder dem Stadtwerke-Betriebshof Anwohnerparkzonen rund um · Kinderyoga · Yoga für werdende Mütter entstehen. Des Weiteren weist sie Ruhrallee und Polizeipräsidium.“, · Yoga für den Mann darauf hin, dass die Ideenwerk- betont Udo Dammer. Auch ist ihm stätten unterstützt werden sollten, der Ausbau der Semerteichstraße „um die Menschen an der Gestal- zur verkehrlichen Entlastung des www.abtauchen-wohlfuehlen.de tung des Wohnumfeldes zu be- Körner Nordens und des KaiserMassagen & Bewusstseinsarbeit/Coaching, teiligen.“ Als sehr unterstützens- straßenviertels wichtig und er beAuszeit für Menschen mit Stress-Symptomen, wert erwähnt Gruyters die Aktion fürwortet die Einrichtung weiterer Esalen-Massagen, Büro- und Thai-Massagen, Schwangerschafts-Massagen, Seminare ‚Stolpersteine‘. Als Erinnerung an Kreisverkehre statt stauträchtiger die Verbrechen der Nationalsozi- Ampelanlagen. Desweiteren forLabor PHOENIX · Konrad-Adenauer-Allee 10 · 44263 Dortmund PHOENIX-West alisten liegen diese Stolpersteine dert Dammer barrierefreie HalSEMINARE · VERANSTALTUNGEN · RAUMVERMIETUNG mit Messingplatten, die Namen testellen der Stadtbahnlinie U43 wir

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der alten Wallanlage sowie die politischen Einrichtungen. Südlich der Innenstadt befinden sich urbane Wohnquartiere, wie das Klinik- und das Kreuzviertel mit ihrem ganz besonderen Flair.

Stadtbezirk Innenstadt-West Der Stadtbezirk Innenstadt-West kennzeichnet sich durch die Zugehörigkeit vieler wesentlicher Einrichtungen der Verwaltung und der Kultur aus.

Nicht zu vergessen die Westfalenhallen, das altehrwürdige Stadion ‚Rote Erde’ und die Heimat der Borussia, das Westfa..., ‚tschuldigung, der ‚Signal-Iduna-Park natürlich.

Hierzu gehören das historische Zentrum unserer Stadt inmitten

Rheinische Straße und U-Turm Eines der größten Projekte im Stadtbezirk wenn nicht sogar in ganz Dortmund, ist die Neugestaltung der Rheinischen Straße inklusive des Thier-Geländes und des U-Turms. Bezirksbürgermeister Hans-Ulrich Krüger (SPD) misst dem Bereich eine enorme Bedeutung bei. Mit den Anwohnern sollen Maßnahmen formuliert und umgesetzt werden, mit

denen man die Lebensqualität im ganzen Viertel steigern möchte. Bernd Tücking (CDU) plant die Aufwertung der Rheinischen Straße zudem durch die Ansiedlung attraktiver Geschäfte und Gastronomiebetriebe. Insbesondere der westliche Teil der Rheinischen Straße benötige die Aufmerksamkeit, betont Svenja Noltemeyer von den Grünen. „Die Bezirksvertretung muss die Entwicklung

hier sorgsam beobachten und womöglich auf Nachbesserungen dringen“, weist sie darauf hin, dass die städtebaulichen und organisatorischen Instrumente der letzten Legislaturperiode keine Erfindungen der BV waren, sondern Initiativen der Verwaltung. Der Umbau der Rheinischen Straße von drei auf vier Fahrspuren sei von den Grünen mitgetragen worden, betont die junge Politikerin selbstbewusst.

Sicherheit „Zum Thema Sicherheit gehört das konsequente Vorgehen gegen die Skinhead-Szene“, fordert HansDieter Pohlschröder von der Bürgerliste. Auch die CDU und die Grünen sehen hier Handlungsbedarf. Tücking: „Unser Stadtbezirk darf sich nicht zum Mittelpunkt von Rechtsradikalen entwickeln!“ Und Noltemeyer ergänzt: „Wir werden das Thema nicht aus den Augen lassen und aktiv angehen.“ Gerade das Sicherheitsgefühl der älteren Generation müsse deutlich verbessert werden, sieht Tücking Anlass zu einer Verbindung von polizei- und ordnungsrechtlicher Präsenz mit bürgerschaftlichem Engagement.

Verkehr „Die Renovierung und Instandsetzung der S-Bahnhöfe, insbesondere des Turmbahnhofs in Dorstfeld als Verknüpfungspunkt“, stehen auf der Agenda der SPD wie HansUlrich Krüger formuliert. „Wie können wir den CO2-Ausstoß verringern“, lautet die Frage, die sich die Grünen stellen. Man wolle sich dabei nicht mit der Zuständigkeit von Bundes- und Landesebene herausreden, sondern auf lokaler Ebene handeln. Die CDU möchte durch die Einführung des 36

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‚Grünen Pfeils’ den Verkehrsfluss verbessern und sinnvolle Planungen von Radwegen ohne Hindernisse durchführen lassen. Zudem wünscht man sich eine Entzerrung der Parkplatzsituation im Klinik- und Kreuzviertel durch die Einführung von ‚Schrägparkplätzen’, wo die Möglichkeit dazu bestehe.

Einzelhandel Ein besonders langwieriges Thema ist die Ansiedlung eines Vollversorgers in Unterdorstfeld. Der geplante REWE im kleinen Park auf dem Frerich-Gelände am Dorstfelder Hellweg wartet bereits seit drei Jahren auf ‚Grünes Licht’. „Die ca. 70%ige Versiegelung von 6.000 qm baumbestandener Wiese neben einem mehrere Hektar großen Park wird das Kleinklima der bebauten Umwelt kaum spürbar verschlechtern.“ Dieser Satz stammt nicht etwa von einem IHK-Vertreter oder von REWE selbst, sondern von Svenja Noltemeyer, der Spitzenkandidatin der Grünen für die BV Innenstadt-West. „Die Versiegelung der Frerich-Wiese (es handelt sich hierbei offiziell um einen Park, Anm. der Redaktion) gegenüber dem Schulte-Witten-Park ist zudem das Ergebnis einer unerhört gründlichen und umfangreichen Abwägung der einander gegenüberstehenden Belange, Grün einerseits und Nahversorgung andererseits. Wir Grünen haben diese Abwägung gewissenhaft nachvollzogen und unterstützen das Ergebnis: den Bau eines Vollversorger-Supermarktes“, so Svenja Noltemeyer. Dem geneigten Leser stellen sich hierbei zwei Fragen: Einerseits, wenn die Entscheidung für den Bau eines Supermarktes das Ergebnis einer


„unerhört gründlichen und umfangreichen Abwägung“ ist, dann lautet die logische Ableitung, dass die Ratsfraktion der Grünen, die sich mehrheitlich gegen die Bebauung stellt, weniger gründlich und umfangreich abgewogen zu haben. In der Ratssitzung Ende Juni wurde die Entscheidung geschoben, da die SPD-Fraktion alleine für den Bau votierte. Andererseits: ist die Tatsache, dass in Unterdorstfeld beides – die Erhaltung des Parks und ein Vollversorger – möglich ist, bei den Abwägungen übersehen worden? In den letzten Monaten gab es drei Interessenten, die in einer Immobilie, die sich nur 100m vom Park entfernt befindet, einen Vollversorger-Supermarkt einrichten wollten. Der erste beginnt mit K, der zweite mit E und der dritte mit N. Gescheitert sind die Verhandlungen zwischen dem Spar- und Bauverein (Eigentümer der Immobilie) und dem jeweiligen Interessenten stets nach einem Gespräch mit dem Stadtplanungsamt, teilte uns der Prokurist Klaus Bunte mit.

Die Hindernisse zur Ansiedlung lägen im Mangel an Parkplätzen und in der Erreichbarkeit der Immobilie begründet. Doch hier scheint Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. Denn die CDU und die Bürgerliste fordern einmütig die „Öffnung des Dorstfelder Hellwegs aus Richtung Stadt für PKWs.“ Dies würde die Erreichbarkeit der Immobilie enorm verbessern und evtl. dafür sorgen, dass im sonst durch die Folgen der industriellen Zeit geprägten Dorstfeld eine Grünfläche erhalten bliebe.

Kinder, Jugendliche und Senioren Bernd Tücking (CDU) möchte sich für offene Ganztagsschulen einsetzen und hier vor allem die baulichen Voraussetzungen am Leibniz-Gymnasium schaffen. Zudem sollten attraktivere Spielplätze mit besseren und zeitgemäßeren Spielgeräten geschaffen werden. „Einen Jugendtreff auf dem Schulhof Teutoburgerstraße mitsamt einem Bolzplatz“, fordert Tücking

generell mehr Einbindung von Jugendlichen. Darüber hinaus unterstützt er die Einrichtung von so genannten ‚Jugendbuden’. Hans-Ulrich Krüger (SPD) sieht die dringende Notwendigkeit des Neubaus eines pädagogischen Zentrums für das Schulzentrum Kreuzstraße. Im Schulzentrum ‚Hallerey’ wünscht er eine Ballsporthalle (4-fach-Turnhalle), um einen qualitativ ausgewogenen Schulsport zu ermöglichen. Zugang zu dieser Halle sollte auch der Vereinssport aus den umliegenden Stadtteilen erhalten. HansDieter Pohlschröder (Bürgerliste) werde seine ganze Aufmerksamkeit der Bereitstellung von ausreichenden Angeboten – sportlicher und kultureller Art – für alle Altersgruppen widmen, teilte er mit. Eine Seniorenbürgerstunde, sowie die Förderung und Unterstützung altersgerechten Wohnens liegen der CDU am Herzen. Die SPD möchte des Weiteren versuchen, durch eine Sanierung des Hallenbades West am Kortental die Besucherzahl auf dem bestehenden

hohen Niveau zu halten. Eines haben die Parteien gemeinsam, sie möchten die Lebensqualität in der Innenstadt-West erhöhen. Wem und ob überhaupt dies gelingen wird und welche Maßnahmen dazu sinnvoll sind, das wird sich in den nächsten Jahren zeigen müssen. Kandidaten für die Bezirksvertretung Innenstadt-West: SPD: 1. Hans-Ulrich Krüger, 2. Olaf Meyer, 3. Erika Ballhausen CDU: 1. Bernd F. Tücking, 2. Jörg Tigges, 3. Emanuel Katsougris Bündnis 90/Die Grünen: 1. Svenja Noltemeyer, 2. Ulrich Fibitz, Iris Waidelich FDP: 1. Matthias Schmidt, 2. Dr. Gerhard Reil, 3. Stefan Mertens Die Linke: 1. Nazli Ghanoui, 2. Rainer Wisnewski, 3. Thomas Arndt Bürgerliste: 1. Hans-Dieter Pohlschröder, 2. Wolfgang Warscheid, 3. Monika Olszewski Sitzverteilung nach der Wahl 2004: Gesamt: 19; SPD: 7, CDU: 5, Grüne: 4, FDP: 1, DVU: 1, PDS/ Offene Liste: 1 Bezirksbürgermeister: Hans-Ulrich Krüger (SPD)

Die eigentliche Geschichte des Ortes Lütgendortmund beginnt im Jahre 1858 mit der Inbetriebnahme der Zeche Zollern, in dessen Folge ein starker Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen war. Die Eingemeindung nach Dortmund vollzog sich schließlich 1928. Heute gehören zum Stadtbezirk die Stadtteile Marten, Oespel, Kley, Bövinghausen, Somborn, Holte und Westrich. Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg brachte Lütgendortmund einen wirtschaftlichen Aufschwung, der sich nicht nur durch die Montanindustrie, sondern vor allem durch das Brauereiwesen auszeichnete. 1969 zog die Ritterbrauerei in die neu erbaute Braustätte am Lütgendortmunder Hell-

weg ein und fusionierte 25 Jahre später zur Union-Ritter-Brauerei. Mittlerweile wurde der BrauereiStandort aufgegeben, was die wirtschaftlichen Entwicklung des Stadtteils verschlechterte. Derzeit arbeiten viele Lütgendortmunder

in den Opel-Werken im benachbarten Bochum-Langendreer, deren Zukunft momentan aber auch eher ungewiss ist. Der Stadtbezirk Lütgendortmund verfügt über eine gute Verkehrsanbindung, sehenswerte Plätze und

ein abwechslungsreiches Vereinsleben. Bereits seit 1907 besteht im Volksgarten die Möglichkeit, die Seele baumeln zu lassen und die Natur zu genießen. Doch manchmal bedeutet Natur auch Zerstörung – und das haben die menschen im Stadtbezirk, insbesondere in Marten, vor gut einem Jahr hautnah zu spüren bekommen. Wir alle erinnern uns noch gut an den 26. Juli, als der so genannte ‚Jahrhundert-Regen’ über Dortmund niederging und innerhalb weniger Stunden zahlreiche Existenzen beinahe zerstörte.

Anmerkung der Redaktion: Da wir von der SPD, der CDU und der FDP keine Stellungnahmen bekamen, kommen im folgenden die Grünen und die Bürgerliste in den Genuss, ausführlicher ihre Positionen darstellen zu können. Frank Meyer, Spitzenkandidat der

Grünen, teilt seine Ziele in sechs Bereiche, mit denen er die Lebensqualität im Stadtbezirk steigern möchte. Regeneration und Erholung seien dabei in der heutigen Gesellschaft von großer Bedeutung, weshalb die Möglichkeiten dazu auch in unmittelbarer Nähe vorhanden sein

sollten. “Daher müssen bestehende Naturflächen ohne wenn und aber erhalten werden“, macht Meyer seine grüne Position deutlich. In dem Zusammenhang müssten beim Thema ‚Bebauung Rhader Hof’ seine Alarmglocken schrillen. Dort ist geplant, eine Wohnsiedlung direkt

an ein Naturschutzgebiet zu bauen. Die kürzlich gegründete Bürgerinitiative ‚Rhader Hof’ versucht nun, dies zu verhindern, stößt bei den großen Parteien aber auf taube Ohren. Eine weitere Geschichte im Dortmunder Westen, die für kopfschütteln sorgt. Alerdings ist Flächenversiegelung ja

Stadtbezirk Lütgendortmund

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momentan schwer in Mode – siehe Dorstfeld. Anscheinend hat man aus den Ereignissen im letzte Juli nicht viel gelernt. Die Bürgerliste und ihr Spitzenkandidat Reinhard Gallen fordern nicht nur in diesem Zusammenhang „bürgernahe Entscheidungen bei wichtigen Planungen, von denen die Menschen des Stadtbezirks betroffen sind. Das heißt, dass zu Themen besonderer Bedeutung Einwohnerversammlungen vor Ort abgehalten werden, auf denen sich interessierte Bürger informieren und diskutieren können. Das Aushängen der Pläne im Amtshaus ist nicht ausreichend!“ Auch die Freie Bürgerinitiative (FBI) sieht die innerstädtischen Wälder primär als Naherholungsgebiete, die unter besonderem Schutz stehen sollten, so die Spitzenkandidatin Annette Siebert-Münch.

Last but not least, möchte sich Frank Meyer für die Durchführung von Ortsmärkten einsetzen. Zudem unterstützt er die Ansiedlung von Lebensmittelgeschäften in den kleineren Vororten des Stadtbezirks.

Kandidaten für die Bezirksvertretung Lütgendortmund: SPD: 1. Heiko Brankamp, 2. Ellen Gensmann, 3. Andreas Lieven CDU: 1. Karin Neumann, 2. Klaus Murawski, 3. Jürgen Schröder Bündnis 90/Die Grünen: 1. Frank Meyer, 2. Gottfried Perz, 3. Dr. Hartmut Przygoda FDP: 1. Rolf Schlosser, 2. Judith Wiemer, 3. Dr. Elmar Böhlen Die Linke: 1. Ahmet Sahin, 2. Nursen Konak, 3. Rolf Dückering Bürgerliste: 1. Reinhard Gallen, 2. Marc-Rüdiger Ossau, 3. Hartmut Reinbold FBI: 1. Annette Siebert-Münch, 2. Silke Hagemeier, 3. Simone Siebert

In der Angelegenheit ‚Rhader Hof’ wird in der nächsten Ausgabe der IN-Stadtmagazine ein ausführlicher Bericht folgen.

Sitzverteilung nach der Wahl 2004: Gesamt: 19; SPD: 9 CDU: 5 Grüne: 2 FDP: 1 Bürgerliste: 1 DVU: 1

linie ‚Cöln-Mindener-Eisenbahn‘ wurde gebaut und von 1873 an wurde die inzwischen stillgelegte Zeche ‚Adolf-von-Hansemann‘ abgeteuft. 1913 entstand auf

Beschluss der damaligen Bürgervertretung die heutige ‚Mitte Mengedes’, der Marktplatz, der Saalbau und die Feuerwache, die südwestlich des alten Ortskerns

neu errichtet wurden. Das Jahr 1928 brachte für Mengede die Eingemeindung nach Dortmund. Mengede stellt heute mit seinem stillgelegten Bergwerk und dem Volksgarten einen beliebten Teil der ‚Route der Industriekultur’ dar. Auch sonst gibt es im Dortmunder Nordwesten ein umfangreiches kulturelles Angebot und aktives Vereinsleben. Exemplarisch sollte man die seit 30 Jahren bestehende ‚Karnevalsgesellschaft Blau-Rot’ erwähnen. Außerdem ist noch das im Jahre 2005 kreierte Mengeder Musikfestival, an dem sogar Bundespräsident Horst Köhler teilnahm, zu nennen.

Zukunft soll noch einiges umgestaltet werden: die Zuwegungen zum Mengeder Bahnhof, der Busbahnhof am Saalbau und das Amtshaus. Auch Gerhard Kuck, Spitzenkandidat der CDU, fordert den Bahnhofsumbau. „Außerdem

muss die Ortskernumgestaltung mit Maßnahmen zur Sicherung der Nahversorgung und der Erreichbarkeit von medizinischen und behördlichen Dienstleistungen begleitet sein“, ergänzt er. Karl-Heinz Hubbert (FDP) würde die Verlegung des Busbahnhofes sowie die Inangriffnahme der Bahnhofssanierung sehr begrüßen. Uwe Lagoda (Die Linken) spricht sich zudem für einen Ausbau des ÖPNV in Mengede aus: „Der Volksgarten sollte an den ÖPNV angeschlossen werden und

Frank Meyer plädiert auf eine Verbesserung der Betreuung und (Aus-) Bildung von Kindern und Jugendlichen, sowie eine bessere Ausstattung der entsprechenden Einrichtungen. „In den Schulen sollte grundsätzlich ein Schulfrühstück angeboten werden“, formuliert er einen Wunsch, bei dem er sicher vielen Menschen aus der Seele spricht. Für die Senioren im Stadtbezirk möchte er generationsübergreifende Wohnprojekte initiieren und damit den älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Am Herzen liegen Frank Meyer ebenfalls die Mobilität, insbesondere ein gutes Netz von Fahrradwegen und ein gut funktionierender ÖPNV. Reinhard Gallen (Bürgerliste) fordert hierbei einen barrierenfreien Zugang an den Stadtbahnhaltestellen Marten-Süd und Walbertstraße. Ei-

nen kleinen, aber sicher sinnvollen Wunsch wird die Bezirksvertretung Reinhard Gallen bestimmt erfüllen (können): eine große Uhr im Bereich des Umsteigepunktes von S- auf U-Bahn oder Bus! Auch die Integrationsförderung von Menschen mit Migrationshintergrund müsse ein Ziel grüner Politik sein, so Meyer. Sprachkurse und ein Austausch auf kultureller Ebene erscheinen ihm hier sinnvoll.

Stadtbezirk Mengede Der Stadtbezirk Mengede zählt zu den ältesten Regionen im Emscherraum und wurde erstmals im Jahre 890 urkundlich genannt. Zum Stadtbezirk gehören die Stadtteile Schwieringhausen, Groppenbruch, Ellinghausen, Nette, Westerfilde, Oestrich und Bodelschwingh, in denen insgesamt 38.178 Einwohner zu zählen sind. Im Jahre 1848 begann für den Ort das Industriezeitalter: die noch heute bestehende Bahn-

Verkehr und Infrastruktur „Im Stadtbezirk ist in den letzten Jahren insbesondere die Infrastruktur des öffentlichen Personennahverkehrs angepackt worden“, betont der Mengeder Bezirksbürgermeister Bruno Wisbar (SPD). In

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es sollte auch nach 20 Uhr Busfahrten nach Bodelschwingh geben.“ Auch eine senioren- und behindertengerechte Stadtgestaltung soll dazu beitragen, „dass sich die MitbürgerInnen wohl und sicher fühlen“, findet Isabella Knappmann (Bündnis90/Die Grünen). Karlheinz Rehr (Bürgerliste) befürwortet ebenfalls, dass sämtliche öffentliche Gebäude für Menschen mit Behinderungen barrierefrei zugänglich sein sollten. Auch Bruno Wisbar hält behin-


dertengerechte Zuwegungen im ganzen Stadtbezirk, z.B. Bürgersteigabsenkungen, für notwendig.

Schulen und Jugend Einig sind sich die Vertreter aller Fraktionen, dass der Ausbau der offenen Ganztagsschulen fortzuführen sei. Dabei sollte nach Meinung von Karlheinz Rehr das gemeinsame Mittagessen an allen Grundschulen, die am Programm der offenen Ganztagsschule teilnehmen, angestrebt werden. Uwe Lagoda schlägt zudem mobile Spielstätten, längere Öffnungszeiten der Jugendfreizeitstätte (JFS) auch in den Sommerferien sowie Elterncafes an den Grundschulen vor. Herbert Paschke (FBI) ist überzeugt, dass die örtlichen Sportvereine besser gefördert werden müssten, um eine gute Jugendbetreuung leisten zu können. „Außerdem müssen durch Einbrüche und Vandalismus besonders gefährdete Schulen effizienter überwacht werden.“ Vielleicht könnten solche Taten vermindert werden, indem die Betreuung der Jugendlichen allgemein in den Problemwohnbezirken verbessert wird. Man könne Jugendtreffs installieren, so die Idee von Karl-Heinz Hubbert (FDP).

Freizeit und Erholung Isabella Knappmann ist sich sicher, dass ein breites Angebot nicht-kommerzieller Freizeitangebote, so z.B. die Realisierung des Skater-BMX-Parks im Stadtbezirk, die Basis für ein lebendiges Gemeinwesen bildet. Auch Bruno Wisbar fordert den Neubau einer Skaterbahnanlage und, wie Gerhard Kuck, den Umbau der Sportanlagen - „zumindest einen Sportplatz mit Kunstrasen“. Des Weiteren befürwortet Wisbar den Ausbau der Naherholungsund Naturschutzgebiete. Beim Bau der Hochwasserrückhaltebecken sei darauf zu achten, so Wisbar weiter, „dass der Erdaushub und Abtransport für die Mengeder Bevölkerung so weit wie möglich umweltverträglich durchgeführt wird.“ Außerdem sei zu berücksichtigen, dass die Bürger/Innen nachher auch den Erholungs- und Freizeitwert haben, der von der Emschergenossenschaft versprochen wurde. Kuck ist zudem der Meinung, für den Ortsteil Nette solle ein Park errichtet werden.

Wohnen und Arbeiten Zur Wohnsituation im Stadtbezirk Mengede äußert sich Karlheinz Rehr folgendermaßen: „Die Bürgerliste setzt sich für eine Steigerung der Umwelt- und Wohnqua-

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lität durch Erhalt von Freiflächen und Erholungsgebieten ein.“ Daher wird von ihm eine Bebauung des Groppenbruch strikt abgelehnt. Durch Unterstützung von Bewohner- und Mieterinitiativen und durch Sicherung und Erhalt eines bezahlbaren Mietwohnungsstandes soll nach Ansicht von der Grünen-Spitzenkandidatin Isabella Knappmann die Attraktivität des Stadtbezirks gesteigert werden. Weiterhin sollte die Ansiedlung von Kleingewerbe auf Industrie- und Zechenbrachen und der Erhalt bzw. die Schaffung eines vielfältigen, wohnortnahen Beschäftigungsangebotes angestrebt werden. Uwe Lagoda von den Linken betont, dass die Wohnungssituation in Mengede durch den Rückkauf der unter Zwangsverwaltung stehenden ehemaligen DoGeWoWohnungen verbessert werden könnte und er hofft, dass mit der Schaffung neuer Ausbildungsplätze die Förderung des Handels und Gewerbes einhergehe. Für Bruno Wisbar ist eindeutig, dass es mehr altengerechte Wohnungen und mehr Wohnraum im Ein- und Zweifamilienhausbereich in Mengede geben muss. Arbeitsplätze seien durch Gewerbeansiedlung auf zur Zeit nicht genutzten ausgewiesenen Gewerbegebieten, z.B. Gelände Knepper, Nickel & Eggeling,

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Zeche Westhausen, zu schaffen. „Vorrangig sind die Lebens- und Wohnverhältnisse in den sozialen Brennpunkten Westerfilde und Nette zu verbessern“, erklärt Gerhard Kuck. Dabei könnte ein Quartiershausmeister für Nette und ein eventueller Abriss von nicht mehr benötigtem Wohnraum hilfreich sein. Kandidaten für die Bezirksvertretung Mengede: SPD: 1. Bruno Wisbar, 2. Werner Locker, 3. Gudrun Feldmann CDU: 1. Joachim Farnung, 2. Patrick Bartsch, 3. Gerhard Kuck Bündnis 90/Die Grünen: 1. Isabella Knappmann, 2. Manfred Jockheck, 3. Sabine Jockheck FDP: 1. Karl-Heinz Hubbert, 2. Elke Hofmann, 3. Marcel Plutta Die Linke: 1. Uwe Lagoda, 2. Wilfried Ziesmann, 3. Gotthart Stuhm Bürgerliste: 1. Karlheinz Rehr, 2. Claudia Mertens, 3. Danuta Entrup FBI: 1. Herbert Paschke, 2. Geelke Braun Sitzverteilung nach der Wahl 2004: Gesamt: 19; SPD: 8, CDU: 6, Grüne: 2, FDP: 1, DVU: 1, PDS/ Offene Liste: 1 Bezirksbürgermeister: Bruno Wisbar (SPD)

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Stadtbezirk Scharnhorst Der Stadtbezirk Scharnhorst ist heute - nach Hombruch - der zweitgrößte Dortmunder Stadtbezirk und hat 45.464 Einwohner. Zu diesem Stadtbezirk gehören neben Alt-Scharnhorst die Stadtteile Scharnhorst-Ost, Derne, Hostedde, Kirchderne, HusenKurl, Lanstrop sowie Grevel und Fleier. Das heutige Alt-Scharnhorst erhielt seinen Namen von

Verkehr und Infrastruktur Scharnhorst - ein Stadtbezirk im Grünen - „wären da nicht die beiden riesigen Industriebrachen Westfalenhütte und Gneisenau“, beschreibt Markus Scheffler von den Grünen die Lage. Wolfgang Sträter (Bürgerliste) bemängelt in diesem Zusammenhang die ungenügende Kooperation verschiedener Stadtbezirke: „So sind Verkehrskonzepte ohne die Bezirke Eving oder Brackel, bzw. Innenstadt nur Flickwerk, wenn es z.B. um die Flächen

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der 1871 errichteten Zeche, die nach General Scharnhorst benannt worden ist. Ein eigener Stadtteil Scharnhorst entstand im

Jahr 1918, als Wambel und Brackel nach Dortmund eingemeindet wurden. Alt-Scharnhorst hat 8.422 Einwohner und ist verkehrs-

der vormaligen „Westfalenhütte“ geht.“ Außerdem lehnt er den Ausweis neuer Gewerbegebiete und die damit verbundene Zerstörung von Naherholungszonen ab. Weiterhin ist für Thomas Offermann (CDU) die Beseitigung des Bahnüberganges Husener Str., mit der damit zusammenhängenden städtebaulichen Entwicklung des Husener Ortskerns von großer Bedeutung. Um den Bereich HusenKurl und die Hellwegschiene zu entlasten, spricht sich Offermann für den Weiterbau der OWIIIa aus. Diesen Ausbau favorisiert

Thomas Gerber (FDP) ebenfalls. Zudem fordert er den vollständigen Autobahnanschluss an die A2. „Kirchderne und die Straße ‚Im Karrenberg‘ wollen wir vom belastenden Lkw-Durchgangsverkehr befreien“, verlangt Markus Scheffler (Grüne).

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Wohnen und Umwelt „Die große Hochhaussiedlung Scharnhorst-Ost weist mit rund 20% die höchste Arbeitslosenquote in Dortmund außerhalb der Nordstadt auf. Fast 35% der Menschen leben von Hartz-4.“,

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technisch gut an das Netz des öffentlichen Nahverkehrs angebunden. Zu Scharnhorst-Ost mit seinen 12.565 Einwohnern ist zu sagen, dass im Jahre 1965 auf dem Gelände östlich der Flughafenstraße eine neue Großwohnsiedlung entstand, die insbesondere auch für kinderreiche Familien gedacht war. Speziell in der heutigen Zeit sind hier sowohl eine gute Verkehrsanbindung als auch gute Einkaufsmöglichkeiten vorhanden, die den täglichen Bedarf komplett abdecken.

weiß Matthias Storkebaum von den Linken. Thomas Offermann (CDU) fordert ganz allgemein „die Beseitigung der Armut im Bereich Scharnhorst-Ost“. Differenzierter beschreibt Scheffler die Situation der Großsiedlung: „ScharnhorstOst gilt einerseits als Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf und ist Teil des Aktionsplans Soziale Stadt. Auf der anderen Seite investieren die sieben Wohnungsbaugesellschaften viel in den Erhalt der Bausubstanz und für das Wohnumfeld.“ So sei der Stadtteil Scharnhorst-Ost auch vierzig


Jahre nach seiner Gründung besonders für kinderreiche Familien ein attraktiver Lebensort. Thomas Gerber ist hingegen überzeugt, dass die Großsiedlung langfristig zurückgebaut werden müsse. Im Bereich Umwelt wünscht sich Matthias Storkebaum eine Weiterentwicklung der Naturräume im Dortmunder Osten zum „Grünen Band Dortmund-Ost“. Dabei sollten die Gebiete vom Lanstroper See, über den Kurler Busch und das Naturschutzgebiet „Alte Körne“ bis hin zum Wickeder Ostholz miteinbezogen werden. Markus Scheffler lobt die Entstehung des Landschaftspark Gneisenau als neues Naherholungsgebiet. „Für die weiteren, noch belasteten Flächen der Kokerei wollen wir durchrechnen lassen, ob sich in der Südhanglage ein Solarkraftwerk realisieren lassen könnte.“

Freizeit und Bildung Thomas Gerber befürwortet längere Öffnungszeiten der Jugendfreizeitstätte Scharnhorst. „Präventiv müssen die Freizeit- und Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche verbessert werden und Problembereiche durch auf-

suchende Jugendarbeit entschärft werden, damit Quartiere nicht sozial kippen.“, ist die Auffassung von Norbert Kovac (FBI). Neben der Unterstützung der Aktivitäten freier Träger, wie z.B. Vereinen, fordert Wolfgang Sträter mehr Engagement der Stadt. Außerdem bedauert er „die Schließung erfolgreicher kleinerer Hauptschulen“. In diesem Zusammenhang weist Markus Scheffler allerdings darauf hin, dass die Hauptschule Derne z.B. nur noch sieben Anmeldungen für einen neuen Jahrgang erhalten hat. Deswegen hält er es für sinnvoll, dass die Schüler/Innen zur Hauptschule an der Gleiwitzstraße geleitet werden. Er ergänzt: „Hier gibt es die Chance - verbunden mit der benachbarten Realschule - ein tragfähiges Ganztagsangebot weiter zu entwickeln - mit der langfristigen Perspektive des Aufbaus einer integrierten Stadtteilschule.“ Zum Thema Bildung wünscht sich Thomas Offermann die Umsetzung folgender Ziele: die weitere Sanierung der Schulen und die qualitative Ausweitung der Ganztagsbetreuung. Außerdem sollte es, laut Offermann, mehr Plätze in der U3-Betreuung sowie flexiblere Öffnungszeiten in den Kitas geben. Kandidaten für die Bezirksvertretung Scharnhorst: SPD: 1. Rüdiger Schmidt, 2. Heike Gottwald, 3. Heinz Pasterny CDU: 1. Udo Wortmeier, 2. Werner Gollnick, 3. Michaela Bierhoff Bündnis 90/Die Grünen: 1. Markus Scheffler, 2. Raphael Frebel, 3. Wolfram Frebel FDP: 1. Thomas Gerber, 2. Helmut Abraham, 3. Gerhard Görtz Die Linke: 1. Matthias Storkebaum, 2. Wilhelm Auffahrt, 3. Renate Kowalewski Bürgerliste: 1. Wolfgang Sträter, 2. Joachim von Danwitz, 3. KarlHeinz Leßmann FBI: 1. Norbert Kovac, 2. Franziska Perlowski Sitzverteilung nach der Wahl 2004: Gesamt: 19; SPD: 9, CDU: 6, Grüne: 1, FDP: 1, DVU: 1, PDS/ Offene Liste: 1 Bezirksbürgermeister: Heinz Pasterny (SPD)

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Wie reagiert man auf eine Abmahnung? Interview mit dem Dortmunder Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz Dr. Mirko Möller Redaktion: Herr Dr. Möller, wir haben den Eindruck, dass die Problematik der Abmahnungen in der letzten Zeit sehr viel mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt ist. Ist dies zutreffend?

Dr. Möller: Ja, das ist zutreffend. Durch die rasante Verbreitung des Internets und der zahlreichen dort vorhandenen Marktplätze kommt es zur Begegnung von Personen, die im echten Leben niemals aufeinander getroffen wären. Das Internet eröffnet enorme Möglichkeiten: So ist es möglich, einen Online-Shop mit einem Warenangebot von mehreren tausend Artikeln zu installieren. Ein solcher Shop kann auch durch eine einzelne Person betrieben werden. Bei der Eröffnung eines realen Kaufhauses mit einem vergleichbaren Warenangebot wäre es wohl keine Frage, dass man

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bereits bei der Planung für die verschiedenen Bereiche Fachleute hinzuzieht. Beim Online-Geschäft ist dies jedoch nicht stets der Fall.

Redaktion: Ist es möglich, das Risiko einer Abmahnung durch vorherige rechtliche Beratung auszuräumen?

Dr. Möller: Nein, dieses Risiko lässt sich niemals ganz ausräumen. Gerade bei Internet-Sachverhalten ist es so, dass es meist eine sehr weite örtliche Zuständigkeit der Gerichte gibt - den sog. fliegenden Gerichtsstand. Dies bedeutet, dass sich ein Kläger frei aussuchen kann, bei welchem Gericht er Klage erhebt. Er wird dies jeweils bei dem Gericht tun, bei dem er die größten Erfolgsaussichten sieht. Hierdurch setzt sich stets die strengste Bewertung durch, auch wenn diese

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in den Augen Vieler absurd erscheint. Gleichwohl ist es so, dass sich eine gute Beratung durch einen erfahrenen Rechtsberater in jedem Fall auszahlt, weil sich das Risiko hierdurch doch immerhin ganz deutlich verringern lässt.

jedem Fall empfehlenswert, dies möglichst frühzeitig zu tun.

Redaktion: Was gibt es denn überhaupt für Möglichkeiten, auf eine Abmahnung zu reagieren?

Dr. Möller: Die Möglichkeiten Redaktion: Sollte man denn in jedem Fall einen Rechtsanwalt beauftragen, wenn man bereits abgemahnt wurde?

Dr. Möller: Diese Frage lässt sich so pauschal nicht beantworten. Auch im Bereich der Unterlassungsstreitigkeiten gilt, dass man solche Auseinandersetzungen zumindest außergerichtlich durchaus selbst führen kann. Zu empfehlen ist dies allerdings nur dann, wenn man über entsprechendes Wissen verfügt. Wenn man sich dazu entschließt, einen Anwalt hinzuzuziehen, dann ist es aber in

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sind so vielfältig, dass sie praktisch überhaupt nicht mit wenigen Worten zu beschreiben sind. Auf der einen Seite besteht natürlich die Möglichkeit, dem Unterlassungsbegehren dadurch nachzukommen, dass die geforderte Unterlassungserklärung, die dem Abmahnschreiben meist – aber nicht immer – als Entwurf beigefügt ist, abzugeben. Aber Vorsicht: Häufig enthalten diese vorformulierten Erklärungen noch weitere Erklärungen, zu deren Abgabe kein Anlass besteht. Dann gibt es natürlich noch die entgegengesetzte Möglichkeit, überhaupt


keine Erklärung abzugeben. Hier muss man allerdings zusätzlich entscheiden, ob die Ansprüche ausdrücklich zurückgewiesen werden sollen – etwa durch einen Rechtsanwalt, um den Abmahnenden zu signalisieren, dass der Abgemahnte nicht vor einer Auseinandersetzung zurückschreckt –, oder ob es im Einzelfall zweckmäßiger erscheint, auf das Abmahnschreiben überhaupt nicht zu reagieren. Daneben gibt es damit noch zahlreiche Reaktionsmöglichkeiten, die irgendwo zwischen diesen beiden Extremen liegen: So kann etwa eine inhaltlich eingeschränkte oder anderweitig umformulierte Unterlassungserklärung abgegeben werden. Eine Unterlassungserklärung kann aber auch unter ausdrücklichem Hinweis darauf, dass eine Rechtspflicht hierzu nicht anerkannt wird, abgegeben werden, um eine unnötige gerichtliche Auseinandersetzung zu vermeiden. Letzteres kann sich unter Umständen dann empfehlen, wenn der Abgemahnte keinerlei Interesse an der weiteren Begehung der ihm vorgeworfenen Handlungen hat, gleichwohl aber die von dem Abmahnenden geltend gemachten Kosten nicht erstatten will. Im Falle wettbewerbsrechtlicher Abmahnungen ist es durchaus auch üblich, so genannte Schutzschriften bei Gericht zu hinterlegen. Häufig ist es auch wo, dass sich der Abgemahnte gar nicht so sehr gegen die Unterlassungsverpflichtung zur Wehr setzen will, sondern lediglich gegen einen möglicherweise überhöhten Zahlungsanspruch. Hier kann es unter Umständen zweckmäßig sein, eine selbst formulierte Unterlassungserklärung abzugeben und zugleich die zu erstattenden Kosten selbst zu berechnen bzw.

durch den eigenen Rechtsanwalt berechnen zu lassen und nur diese nach Übersendung eines entsprechenden Ankündigungsschreibens zu erstatten. Bei einer solchen Reaktion muss sich der Abmahnende dann gut überlegen, ob er wegen der verbleibenden Kosten tatsächlich das Risiko einer Klage in Kauf nehmen will.

2008 für bestimmte Fälle urheberrechtlicher Abmahnungen: Sind die Voraussetzungen des entsprechenden Tatbestandes erfüllt, so kann der Abmahnende höchstens 100 € Kostenersatz verlangen. Ob diese Voraussetzungen allerdings im Einzelfall erfüllt sind, bedarf der Prüfung. Da die im Gesetz vorgesehenen Kriterien

einer privaten Internet-Seite oder die Verwendung eines fremden Fotos in einem privaten Angebot einer Internet-Auktion.

Redaktion: Herr Dr. Möller, jede Münze und jede Abmahnung hat ja zwei Seiten. Was ist demjenigen zu raten, der – etwa im Internet – feststellt, dass Dritte massiv seine Rechte verletzen?

Redaktion: Müssen die Kosten Dr. Möller: Das Internet ist –

einer Abmahnung stets erstattet werden? Gibt es da nicht zumindest der Höhe nach eine Begrenzung?

Dr. Möller: Grundsätzlich müssen nur die Kosten einer berechtigten Abmahnung erstattet werden. Dies war schon früher auf Grundlage der Vorschriften der sogenannten „Geschäftsführung ohne Auftrag“ anerkannt. Der dahinter stehende Gedanke ist derjenige, dass die Abmahnung zumindest auch im Interesse des Abgemahnten erfolgt, weil diesem damit die Möglichkeit eingeräumt wird, eine Auseinandersetzung außergerichtlich beizulegen. Zwischenzeitlich ist der so genannte Aufwendungsersatzanspruch in verschiedenen Spezialgesetzen ausdrücklich geregelt. Was die Höhe des Anspruchs betrifft, so richtet sich diese grundsätzlich nach den tatsächlich entstandenen Kosten. Diese wiederum werden sich regelmäßig aus dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) ergeben. Da die Anwaltsgebühren nach dem RVG jeweils vom Gegenstandswert bzw. Streitwert abhängen und diese Werte bei Unterlassungsstreitigkeiten oft recht hoch angesetzt werden, stehen hier häufig erhebliche Kosten im Raume. Eine Begrenzung der Höhe dieses Erstattungsanspruches gibt es seit September

Dr. Mirko Möller

recht „weich“ formuliert sind, ist nicht damit zu rechnen, dass sich irgendein Abmahner freiwillig mit der Erstattung des solchermaßen begrenzten Betrages begnügt.

Redaktion: In welchen Fällen kommt die gesetzliche Begrenzung in Betracht?

Dr. Möller: Es muss sich zunächst einmal um eine nur unerhebliche Rechtsverletzung außerhalb des geschäftlichen Verkehrs handeln. Ferner muss der entsprechende Fall – so das Gesetz – „einfach gelagert“ sein. Man kann sich unschwer vorstellen, dass man trefflich darüber streiten kann, wann eine Rechtsverletzung als nur „unerheblich“ oder wann ein Fall als „einfach gelagert“ anzusehen ist. Immerhin benennt die Gesetzesbegründung jedoch einige Beispiele, etwa das öffentliche Zugänglichmachen eines Stadtplan-Ausschnittes auf

anders als teilweise behauptet – kein rechtsfreier und auch kein vollständig anonymer Raum. Zwischenzeitlich gibt es auch genügend Rechtsanwälte, die sich der besonderen Herausforderungen und Probleme angenommen haben und die erforderlichen technischen Kenntnisse und das Know-how für die Verfolgung entsprechender Ansprüche besitzen. Man kann daher nur dazu raten, hier so schnell wie möglich fachliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Da das Internet schon wegen zahlreicher Archiv- und Cache-Server nicht „vergisst“, ist hier regelmäßig auch ein sehr schnelles Handeln geboten. Das mit der Inanspruchnahme rechtlichen Beistandes verbundene Kostenrisiko wird hier dadurch ein wenig relativiert, dass der Rechteinhaber im Falle einer erfolgreichen gerichtlichen oder außergerichtlichen Geltendmachung regelmäßig auch Kostenerstattungsansprüche geltend machen kann. Herr Rechtsanwalt Dr. Mirko Möller ist Partner der Dortmunder Kanzlei Schlüter Graf & Partner. Er ist Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz und für Handelsund Gesellschaftsrecht. Kontakt: moeller@schlueter-graf.de oder über www.mirko-moeller.de.

Was ist eine Abmahnung? Unter einer Abmahnung versteht man ein Schreiben, mit welchem der Empfänger auf ein rechtswidriges Verhalten hingewiesen wird und mit welchem diesem zugleich die Möglichkeit eingeräumt wird, eine gerichtliche Auseinandersetzung durch Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung zu vermeiden. Hierzu wird in der Abmahnung regelmäßig eine Frist

gesetzt. Außerdem finden sich häufig vorformulierte Unterlassungserklärungen oder Kostennoten als Anlage zu Abmahnschreiben. Grundsätzlich ist es jedoch so, dass es Sache des Abgemahnten ist, zu entscheiden, ob er überhaupt eine Erklärung abgibt und welchen Inhalt diese gegebenenwir

falls hat. Es ist daher auch nicht zwingend, dass der Abmahnung eine vorformulierte Unterlassungserklärung beigefügt wird. Wenn in einem Abmahnschreiben behauptet wird, dass der Abgemahnte dazu verpflichtet sei, eine Unterlassungserklärung abzugeben, so ist dies falsch. Gibt der Abgemahnte die geforderte Erklädortmund

rung jedoch nicht ab, so muss er damit rechnen, dass der Abmahnende seine vermeintlichen Ansprüche gerichtlich geltend machen wird. Diesbezüglich muss der Abgemahnte also das Risiko einschätzen, in einem etwaig eingeleiteten gerichtlichen Verfahren zu unterliegen. 43


8. Dortmunder Theaternacht 2009 – mit Abschlussprogramm auf dem Gelände von PHÖNIX West Bei der 8. Dortmunder DEW Theaternacht, die am 29. August 2009 stattfindet, werden nicht nur die zahlreichen freien Theaterspielstätten und Theatergruppen teilnehmen, sondern auch das Musiktheater, das Ballett, das Schauspiel sowie das Kinder- und Jugendtheater des Theater Dortmund.

Abendveranstaltungen zur Verfügung stehen, ist ein Last-MinuteService in den einzelnen Häusern eingerichtet.

Die Theatercafés Die Cafés aller beteiligten Theaterhäuser sind ab 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn geöffnet und halten neben der üblichen Getränkeauswahl auch ein abwechslungsreiches Sortiment kleiner Speisen bereit.

Die mitwirkenden Häuser und Ensembles bieten dem Publikum bereits ab dem frühen Nachmittag die Möglichkeit, einen Einblick zu gewinnen: Mit öffentlichen Proben, Unterrichtsdemonstrationen, Schnupperkursen und je nach Standort charakteristischen Angeboten.
 Für das Nachtprogramm ist auch diesmal ein Ort gefunden worden, der eine spannende Auseinandersetzung und Bespielung verspricht – PHOENIX West, künstlerisch bereits seit einigen Jahren in den Fokus gerückt durch verschiedene großartige Medienkunst-Ausstellungen in der PHOENIX Halle. Ein ungewöhnlicher Ort für die theatrale Bespielung und Aneignung, auf den ersten Blick ähnlich befremdlich und abweisend wirkend wie die alten Stahlwerke. Einige Theaterhäuser, Ensembles und Festivals bieten spezielle Programmangebote für diesen Ort, an dem die Besucher sowohl von Halle zu Halle wandeln, als auch die Attraktionen auf dem Freigelände wahrnehmen können. Ein Highlight dieser Theaternacht wird die spektakuläre Performance
„ÜBERFLUSS“ des BÄNGDITOS THEATERS, eines international bekannten Straßentheaters aus Hamburg, das bereits in ganz Europa und in Nordamerika aufgetreten ist. Es geht um das Thema WASSER und um einen SPRINGBRUNNEN: 
Dieser Springbrun-

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Leibliches Wohl auf PHOENIX West Für Speisen und Getränke sorgt das Team von Tante Amanda.

nen hat es in sich und entlädt poetische Momente genauso wie irrwitzige Explosionen zu einem bildreichen, fantasievollen, inspirierenden Spektakel an sein Publikum.
 Das prall gefüllte Programm der 8. Dortmunder DEW21 Theaternacht wird ein erster Höhepunkt theatraler Vielfalt der neuen Theatersaison 2009/2010 sein und einen Vorgeschmack auf das Kulturhauptstadtjahr 2010 in Dortmund bieten.
 Sie sind herzlich eingeladen!

Theaternacht-Karten Die Karten für die 8. Dortmunder DEW21 Theaternacht erhalten Sie ausschließlich im KulturInfoShop im Karstadthaus an der Kampstra-

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ße (Tel. 0231/ 50-27710) zum Einheitspreis von 15,- Euro inkl. VVK und DSW-Kombiticket. Die Karten werden ausgestellt für eine Abendveranstaltung, für die Sie sich im Vorfeld entscheiden müssen. Bei den Nachmittagsprogrammen, Late-Night-Parties und öffentlichen ist der Eintritt frei, ebenfalls die Abschlussveranstaltung auf PHOENIX West. Kindertheaterkarten im Kinderund Jugendtheater kosten 4,50 Euro. Diese berechtigen nicht zum Besuch einer Abendveranstaltung. Da es auch in Kindervorstellungen ein begrenztes Platzangebot gibt, sichern Sie sich beim Kartenkauf einen Sitzplatz. Sollten noch freie Plätze bei

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Die 8. Dortmunder DEW21 Theaternacht steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Gerhard Langemeyer, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, wird unterstützt von RWE Westfalen-Weser-Ems, DEW21-Dortmunder Energie und Wasserversorgung GmbH, Sparkasse Dortmund, DoGeWo21, Emschergenossenschaft / Lippeverband, LEG, Fachhochschule Dortmund, EDG - Entsorgung Dormund GmbH, Radeberger Gruppe KG, B+B Veranstaltungstechnik GmbH und dem Architekturbüro Stadtbildplanung Dortmund. Gefördert durch das Kulturbüro der Stadt Dortmund, Wirtschaftsförderung Stadt Dortmund und mit freundlicher Unterstützung der Bezirksvertretung Hörde und StadtbezirksMarketing DortmundHörde. Leitung u. Redaktion: Horst Hanke-Lindemann - Theater Fletch Bizzel, Foto: Wolfgang Flamisch / Studio Flamisch. Programmänderung vorbehalten. Weitere Infos unter: www.dortmunder-theaternacht.de


Noch Gruppenplätze frei Die Pflege und Betreuung demenzkranker Menschen erfordert viel Einfühlungsvermögen, Zeit und Geduld. Bei der täglichen Versorgung geraten Angehörige oft an ihre psychischen und physischen Belastungsgrenzen. Schon seit Oktober 2006 gibt es im Werkund Begegnungszentrum Hörde (Eckardtstr. 4a) ein Betreuungsangebot, das genau hier greift. An mittlerweile drei Tagen pro Woche übernehmen geschulte, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Versorgung und Betreuung der demenziell erkrankten Menschen.

Betreuungsangebot für demenziell erkrankte Patienten

In geselliger Atmosphäre stehen gemeinsames Mittagessen und Kaffeetrinken, Singen, Spielen und leichte Bewegungsübungen auf dem Programm. Die Gäste, wie sie genannt

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werden, erfahren wiederkehrende Abläufe, die sich an ihren eigenen Bedürfnissen, Gefühlen und Fähigkeiten orientieren. Pflegenden Angehörigen und Familienmitgliedern stehen so

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wöchentlich einige Stunden Freiraum zur Verfügung. Die Hin- und Rückfahrt zur Betreuungsgruppe kann organisiert werden. Diakonische Dienste übernehmen das Angebot komplett Waren die Betreuungsgruppen bislang ein Kooperationsprojekt der Stadt Dortmund und der Diakonischen Dienste Dortmund gGmbH, so werden sie seit kurzem allein von der Diakonie organisiert. Lediglich bei der Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie beim regelmäßig stattfindenden Angehörigengesprächskreis ist die Stadt noch beteiligt. Derzeit werden Betreuungsgruppen an drei Werktagen pro Woche angeboten, nämlich montags von 11.00 bis 16.00 Uhr, dienstags von 14.00 bis 18.00 Uhr und donnerstags von 11.00 bis 16.00 Uhr. Jede Gruppe besteht aus sechs bis acht Personen und wird von drei bis vier ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern betreut, von denen mindestens eine/r eine Ausbildung im Bereich der Alten- und Krankenpflege absolviert hat. „Dass der Bedarf an solchen Angeboten vorhanden ist, zeigt uns das große Interesse“, so Birgit Kangowski, Fachbereichsleiterin der Diakonischen Dienste Dortmund. “Wir haben unser Angebot sehr schnell von einem Betreuungstag pro Woche auf die jetzt drei ausgeweitet. Einige Betreuungsplätze stehen jedoch noch zur Verfügung.“ Kostenübernahme durch Pflegekasse möglich Die Kosten für die Gruppenbetreuung liegen - je nach Stundenzahl - zwischen 20 und 25 EUR zzgl. 3 EUR Verpflegungspauschale. „Seit der Pflegeversicherungsreform von Sommer 2008 steht Menschen mit demenziellen Erkrankungen statt bisher EUR 460 im Jahr nun EUR 100 bis 200 monatlich für Betreuungsleistungen sog. niederschwellige Leistungen - zur Verfügung“, erklärt Frau Kangowski. Diese Beiträge können nicht nur für die häusliche Betreuung der kranken Menschen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflegedienste genutzt werden, sondern auch für die Gruppenangebote. Mit Blick auf den Migrationshintergrund ist zukünftig geplant, das Angebot auf fünf Tage auszudehnen, um auch Familien aus der Türkei, Portugal und anderen Ländern sowie Spätaussiedlern Hilfen bei der Betreuung demenzkranker Angehöriger anbieten zu können. Informationen zum Betreuungsangebot erteilt Fachbereichsleitung Birgit Kangowski unter Tel. 0231 / 9430-423.

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Sonderveröffentlichung

Wegweiser durch die Verwaltung

Kleinstunternehmer und Mittelständler, die ihren Betrieb erweitern oder neu ausrichten möchten, haben in Dortmund eine feste Anlaufstelle: Das Dienstleistungszentrum Wirtschaft (DLZW). Von Baugenehmigungen und Existenzgründungen über Immobilienvermittlung und Brandschutzberatung bis hin zu Umweltangelegenheiten und Verkehrsgenehmigungen – die Mitarbeiter des DLZW helfen kompetent und schnell weiter. Der umfassende Service kommt aus einer Hand – und ist frei von bürokratischen Hürden. 2002 wurde das DLZW als jüngster Geschäftsbereich der Wirtschaftsförderung Dortmund gegründet. Zunächst als Pilotprojekt im Rahmen der Mittelstandsoffensive „move“ des Landes Nordrhein-Westfalen gestartet, entwickelte es sich schnell zur zentralen Anlaufstelle für kleine und mittlere Unternehmen in Dortmund. In der zentral gelegenen Berswordthalle am Südwall berät das Team des DLZW jeden Monat rund 500 Kundenkontakte. In Fragen zu Bau- und Verkehrsgenehmigungsverfahren, vorbeugendem Brandschutz, bei Vermittlungen von Gewerbeflächen und Immobilien, bei kommunalen Ausschreibungen, Baustellenbetreuungen, Sondernutzungen,

Umweltangelegenheiten, Basisberatung bei Existenzgründungen und Gewerbeanmeldungen ist das DLZW die erste Anlaufstelle. Geschäftsleute, vom Gründer, der sich in Dortmund selbständig machen möchte, bis hin zum Unternehmer, der den Schritt in neue Geschäftsfelder wagt, können sich direkt an das Dienstleistungszentrum Wirtschaft wenden. Gemeinsam mit den Beratern des DLZW entwickeln sie dann genau auf sie zugeschnittene Handlungskonzepte. Mit seiner ämterübergreifenden, lösungsorientierten Arbeitsweise führt das DLZW die Unternehmen dabei schnell und unbürokratisch durch die behördlichen Instanzen. Zudem nutzt es seine Erfahrung, um Prozesse in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen verwaltungsintern zu optimieren und damit Amtsvorgänge zu beschleunigen. Auf diese Weise konnten bereits einzelne Verfahren, wie beispielsweise die Gewerbeanmeldung im Gastronomiebereich, deutlich vereinfacht werden. Der Service des DLZW wird durch die bundesweite Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie (EUDLR) gestärkt. Die EU-DLR-Forderung nach einem einheitlichen Ansprechpartner für Dienstleister, aber natürlich auch für Dienstleister aus dem Inland, wurde in Dortmund mit dem DLZW bereits umgesetzt. Weitere Anforderungen aus der EU-DLR, wie zum Beispiel die elektronische Verfah-

Wir sind Montag und Dienstag ab 7.30 Uhr und Mittwoch bis Freitag ab 7.00 Uhr für Sie da.

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rensabwicklung sind in Vorbereitung. Ansprechpartner vor Ort Durch sein umfassendes Angebot hat sich das DLZW als wichtiger Lotse für den Mittelstand etabliert. Mit seiner stadtbezirksorientierten Firmenbetreuung ist es noch näher an die Kunden gerückt: Seit August 2005 stehen den Unternehmen in allen zwölf Dortmunder Stadtbezirken feste Ansprechpartner zur Verfügung (s. Infokasten). Sie kennen die spezifischen Gegebenheiten vor Ort ganz genau, arbeiten in lokalen Netzwerken mit und können die Betriebe umso passgenauer und wirkungsvoller unterstützen. Sie engagieren sich für stadtbezirksbezogene Projekte und unterstützen die Betriebe im Rahmen des Stadtbezirkmarketings. Zudem sind sie feste Partner beim Ladenflächenmanagement und vermitteln im Bezirk Gewerbeimmobilien. Gleichzeitig vertreten die Berater des DLZW das gesamte Angebot der Wirtschaftsförderung Dortmund auf Stadtbezirksebene, kooperieren mit der Bezirksvertretung und Bezirksverwaltung und bilden die Schnittstelle zur Stadtverwaltung. Ausgezeichnete Mittelstandsfreundlichkeit Mit dem DLZW hat die Stadt Dortmund einen entscheidenden Schritt zur Mittelstandsfreundlichkeit gemacht. Zudem zählt Dortmund – als erste Großstadt

bundesweit – zu den Gründungsmitgliedern der „Gütegemeinschaft Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltungen e.V.“. Der Verein vergibt das RAL-Gütezeichen „Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung“ an Städte und Kreise, die 13 Gütekriterien erfüllen, darunter die Nennung fester Ansprechpartner und die schnelle Bearbeitung von Anfragen. Auch Dortmund hat seine Verwaltung überprüfen lassen – und erhielt für die überzeugende Mittelstandsfreundlichkeit 2007 das RAL-Gütezeichen. Infokasten Alle Ansprechpartner des DLZW in den Stadtteilen im Überblick: Aplerbeck Marita Köhler, Tel. 0231 - 50 298 17, Brackel Herbert Heymann, Tel. 0231 - 50 298 24, Eving Barbara Bahrenberg, Tel. 0231 - 50 298 68, Hombruch Achim Holtrup, Tel. 0231 - 50 253 25, Hörde Claudia Pieper, Tel. 0231 - 50 298 19, Huckarde Dieter Eichmann, Tel. 0231 - 50 224 08, Innenstadt-Nord Susanne Fohr, Tel. 0231 - 50 292 36, Innenstadt-Ost Detlev Lachmann, Tel. 0231 - 50 298 18, InnenstadtWest Dieter Eichmann, Tel. 0231 - 50 224 08 Jürgen Steinfelder, Tel. 0231 - 50 298 22, Lütgendortmund Andreas Eller, Tel. 0231 - 50 258 62, Mengede Marita Krause, Tel. 0231 - 50 298 17 Elke Wissing, Tel. 0231 - 50 298 23, Scharnhorst Michael Bonefeld, Tel. 0231 - 50 298 20 Helmut Leblang, Tel. 0231 - 50 298 21

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Die ganze Schönheit entdecken Bang & Olufsen im Hansa-Carré Markt 10-12 44137 Dortmund Tel.: 02 31 / 9 09 89 66 Fax: 02 31 / 9 09 89 67 www.bang-olufsen.com

Die ganze faszinierende Welt der dänischen Premiummarke Bang & Olufsen vereint das Dortmunder „Bang & Olufsen-Studio im Hansa-Carré“ auf 140 Quadratmetern. Ästhetisches Design, innovative Technik und einen Hauch Extravaganz finden hier Kunden, die sich für Seh- und Hörgenuss vom Feinsten begeistern.

Seit über 20 Jahren ist das Dortmunder „architecta designcenter“ Kennern hochwertigster Küchen ein Begriff. Als reines Poggenpohl-Exklusivstudio gehört es zudem seit Kurzem zu den international handverlesenen Geschäften, die die Porsche Design Küchen ausstellen – und selbstverständlich auch verkaufen – dürfen.

architecta designcenter Märkische Straße 57 44141 Dortmund

Die ganze Schönheit entdecken

Grafikdesign Schwalm, Do

Tel.: 02 31 / 55 17 99 Fax: 02 31 / 55 17 98 www.hhkt.de

Politik in Dortmund 2009  
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