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GZA/PP 8044 ZÜRICH, POST CH AG

DIE HILFE Freiwillige Fluntermer unterrichten Flüchtlinge 5

DIE ZENTRALE Im Bircher-Benner-Bau bildet die «Zurich» ihre weltweiten Kader aus 9

FLUNTERMER

DIE QUARTIERZEITSCHRIFT FÜR FLUNTERN

RUTH HOLZER

Hüterin der Kinderträume

Seite 8

10 | OKTOBER 2017

DIE DIREKTORIN Regine Sauter leitet die Zürcher Handelskammer 4


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en gebot i r e F zialan ber S p e . Dezem 1 bis 3 2017

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I N DI E SE R AUSGA BE

Fluntern und die Welt

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eit ihrem Zuzug nach Zürich lebt Regine Sauter im Quartier. Fluntern hat ihr Glück gebracht: 2012 wurde sie zur Direktorin der Zürcher Handelskammer bestimmt und 2015 für die FDP in den Nationalrat gewählt. Als Handelskammerdirektorin vertritt sie die wirtschaftspolitischen Interessen von über 1100 Unternehmen aus allen Branchen in den Kantonen Zürich, Schaffhausen und Zug. Das hat natürlich Signalwirkung in die Welt hinaus, wie Sie auf Seite 4 erfahren. Gleiches gilt für das Zurich Development Center in der ehemaligen Bircher-Benner-Klinik an der Keltenstrasse. Das einmalige Ensemble von fünf historischen Liegenschaften, kombiniert mit moderner Architektur, wirkt für die Zurich-Angestellten identitätsstiftend. Gelungene Architektur und gute Raumge-

staltungen schaffen eine nachhaltige Stimmung, die im Fall des Zurich Development Center ausländische Mitarbeiter aus Fluntern nach Hause mitnehmen. Das Zurich Development Center hat kürzlich eine Auffrischung erfahren (Seite 9). Für «Zürich in der Welt draussen» sorgte einst auch Franz Carl Weber, der nach den Expansionen in den 1970er-Jahren die Kinderherzen im Ausland eroberte. Sogar in den USA, wo 1974 zwölf FAO-Schwarz-Filialen in die Franz-Carl-Weber-Gruppe integriert wurden. Seine Enkelin, Ruth Holzer, führt seit bald 30 Jahren das Zürcher Spielzeugmuseum an der Fortunagasse. Die Fluntermerin hat die Spielzeuge in den Genen, wie Sie auf Seite 8 feststellen werden. Noch heute wird von Fluntern aus die Welt erobert, denn im Heubeeribüel-Schulhaus

stechen Piraten im Musical «Die Schatzsuche» in See (Seite 14). Aber die Welt kommt auch nach Fluntern: Das Generalkonsulat von China feierte den Jahrestag der Volksrepublik im «The Dolder Grand» mit einem grossen Empfang (Seite 13). Das Schlusswort hat vor diesem Hintergrund James Branch Cabell: «Der Optimist erklärt, dass wir in der besten aller Welten leben, und der Pessimist fürchtet, dass dies wahr ist.» Anton Ladner Redaktionsleiter

I N H A LT

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People: FDP-Nationalrätin Sauter führt die Zürcher Handelskammer

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Gesellschaft: Die Fluntermerin Ruth Holzer ist die Seele des Zürcher Spielzeugmuseums

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Politik: Die Nachbarschaftshilfe Fluntern hat sich etabliert Politik: «Fluntern hilft» ist dank vieler Freiwilliger ein Erfolg

Institutionen: La sesta volta – der Konzertzyklus «Prima Volta» geht im Lokal ins sechste Jahr

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Institutionen: Im Schulhaus Heubeeribüel stechen Piraten in See

Fifa Inside: Open House am 30. September und 1. Oktober

Institutionen: Geburtstagsfeier der Volksrepublik China im «The Dolder Grand»

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Wirtschaft: Das Zurich Development Center in der ehemaligen Bircher-BennerKlinik wurde aufgefrischt

Foto Titelseite: DBFP

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Zoo: Ungebetene Gäste und was sie auf dem Gelände alles anrichten

Impressum Fluntermer, 62. Jahrgang. Erscheint monatlich. www.fluntermer.ch | Herausgeber: Dornbusch Medien AG, 5405 Baden, www.dornbusch.ch. Verleger: Fabian Egger. Redaktionsleiter: Anton Ladner. Mitarbeiter dieser Ausgabe: Petra Müller-Schmid, John Micelli, Emanuel Femminis, Alexandra Neumann. Layout: Larissa Hauger. Lektorat: Thomas Klaus. Druck: Sihldruck AG, Zürich. Anzeigen: www.fluntermer.ch/werben. Kundendienst: kundendienst@dornbusch.ch. Redaktion: redaktion@fluntermer.ch. Agenda: agenda@fluntermer.ch. © 2017. Alle Rechte bei der Dornbusch Medien AG. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen keine Gewähr. ISSN 2504-2459. Der «Fluntermer» wird als Organ genutzt von: Quartierverein Fluntern, Quartiertreff Lokal, katholische Kirche St. Martin, reformierte Kirche Fluntern.

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PEOPL E

Die Botschafterin der Zürcher Wirtschaft FDP-Nationalrätin Regine Sauter wohnt seit 1999 in Fluntern und engagiert sich als Direktorin der Zürcher Handelskammer auf kantonaler und nationaler Ebene für den Wirtschaftsstandort Zürich.

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Foto: zVg

2015 wurde Regine Sauter – nachdem sie luntern ist mein Zuhause, ich füh- In Zürich kommt hinzu, dass der Formalisle mich hier sehr wohl. Wenn ich mus zulasten der Wirtschaftsfreundlichkeit elf Jahre im Zürcher Kantonsrat gewirkt hatin meine Strasse einbiege, fällt zunimmt.» Die Zürcher Handelskammer te – in den Nationalrat gewählt, wo sie der mir auch heute noch die Ruhe dieses Wohn- bietet neben der Interessenvertretung für Kommission für soziale Sicherheit und Gequartiers auf.» Regine Sauter zog vor 18 Jah- exportierende Unternehmen auch die Be- sundheit angehört. «Das Soziale liegt mir ren von Bern nach Fluntern und lebt seither glaubigungen des Schweizer Ursprungs an. am Herzen, ebenso wie die Wirtschaft. Oft an der gleichen Adresse. Damals arbeitete «Wir beglaubigen pro Jahr über 50 000 wird zu wenig berücksichtigt, dass nur eine sie nach Studium und Promotion in St. Gal- Dokumente.» Die dritte Dienstleitung der starke Wirtschaft soziale Sicherheit ermöglen (Staatswissenschaften) in Bern bei einer Organisation ist die Schiedsgerichtsbarkeit, licht», gibt sie zu bedenken. Regine Sauter Agentur für Kommunikationsberatung. Zu- die auch ausländische Unternehmen sitzt zudem in mehreren Stiftungs- und Beivor war sie beim Generalsekretariat der FDP schätzen. Oft wird in Verträgen zur Streit- räten und ist Verwaltungsrätin der OpernSchweiz als Politische Sekretärin mit den beilegung ein Schiedsverfahren und als haus Zürich AG. Ihren Ausgleich zu ihrem Schwerpunkten Sozial- und Gesundheits- Schiedsort Zürich vereinbart, weil dadurch «fast 200-Prozent-Pensum» findet sie in politik tätig. Nach Zürich zog sie, weil sie In- Diskretion, Effizienz und kurze Verfahrens- der Kultur und – ab und zu – in den Ferien in Italien. n formationsbeauftragte der Direktion für dauer gewährleistet werden. Soziales und Sicherheit des Kantons Zürich wurde. Später übernahm sie die Leitung des Departementsstabs Soziales der Stadt Winterthur. FDP-Nationalrätin «Nicht gottgegeben» Regine Sauter: «Das Soziale liegt Seit 2012 wirkt die 51-Jährige als Direktorin mir am Herzen.» der Zürcher Handelskammer an der Löwenstrasse, mitten in der Urbanität, die sie liebt. «Ich mag die Lebendigkeit einer Grossstadt.» Als Direktorin der Handelskammer, die als Verein organisiert ist, bündelt sie die Interessen der Wirtschaft, um sie gegenüber der Öffentlichkeit mit einer Stimme zu vertreten. Dabei besteht das Ziel darin, die Standortvorteile zu bewahren und auch zu verbessern. «Zürich profitiert dank Forschungseinrichtungen wie ETH oder Universität von einem innovativen Klima, was wiederum Magnetwirkung erzeugt. Diese Kultur der Innovation führt auch zu Spinoffs, von denen anschliessend viele sehr erfolgreich sind», sagt Regine Sauter. Als weitere Pluspunkte Zürichs fügt sie an: die Lage im Zentrum Europas, der international ausgerichtete Flughafen, die hohe Lebensqualität. «Aber das ist nicht gottgegeben», warnt sie. Die bisher guten Rahmenbedingungen seien zunehmend gefährdet, zum Beispiel durch die Annahme der Initiative gegen die Masseneinwanderung im Februar 2014 oder die Ablehnung der Unternehmenssteuerreform III vergangenen Februar. «Unternehmen wollen Sicherheit, das ist ein entscheidender Faktor für die Standortswahl.


I NST I T U T ION E N

Die Plattform läuft Die organisierte Nachbarschaftshilfe Fluntern stösst im Quartier auf eine gute Resonanz. So das Fazit nach den ersten sechs Monaten Dienstvermittlung.

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ir sind sehr gut gestartet», sagt Chantal Langner, Vermittlerin des neu gegründeten Vereins Nachbarschaftshilfe Fluntern. Seit dem 1. April koordiniert Chantal Langner in einem 15-Prozent-Pensum die Anbieter von Diensten und die Nutzer dieser Angebote. Es gibt Bedürfnisse, und sie können recht gut abgedeckt werden. Inzwischen hat sie 34 Helfer in ihrem Computer erfasst und geprüft, um deren Dienste zu vermitteln. Der Schwerpunkt der Angebote liegt auf Begleiten, Einkaufen, Kochen, Wohnunghüten und gesellschaftlicher Betreuung. Vor allem Personen im Alter von 60 Jahren plus möchten sich helfend engagieren. Aber Chantal Langner hat auch Einsätze eines 12-Jährigen und eines Gymnasi-

Vermittlerin Chantal Langener und der Werbeflyer.

asten sowie von Personen mittleren Alters im Angebot. «Den Jungen konnte ich bereits erfolgreich vermitteln», erzählt sie, «und er freut sich über sein Taschengeld.» Der Verein zählt 21 Nutzer, welche die Nachbarschaftshilfe aufgrund verschiedener Bedürfnisse kontaktiert haben, sei es Katzen Pflanzen füttern, Pfl anzen hüten, Spiegel aufhängen oder Begleitung zum Arzt. Dennoch wäre Chantal Langner über weitere Nutzer sehr erfreut. Der kürzlich verteilte Flyer der Nachbarschaftshilfe Fluntern hat zu einem grossen Rücklauf geführt. «Das hat mich positiv überrascht», sagt die 38-jährige Vermittlerin. Der Verein hat bereits 75 Mitglieder (40 Franken für Einzel- und 50 Franken für Familien/Paarmitgliedschaft). Chantal Langner macht die Aufgabe spürbar

Freude: «Ich bin begeistert, denn ich konnte interessante Menschen kennenlernen, gute Gespräche führen, und die Vermittlungsarbeit sorgt bei allen Beteiligten für positive Gefühle.» Chantal Langner ist am Montag (13-15 Uhr) und am Donnerstag (9-11 Uhr) telefonisch unter Tel. 079 617 92 40 erreichbar oder während dieser Zeit im Lokal zu sprechen. Weitere Informationen unter www.nachbarschafthilfe.ch/Fluntern. n

P OL I T I K

«Fluntern hilft» organisiert seit März 2016 Gratisdeutschkurse für Asylsuchende im Gemeindesaal der Grossen Kirche Fluntern. Jetzt wirken auch Jugendliche aus dem Quartier als Helfer mit.

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ür Mitinitiantin Dominique Landolt ist das Projekt «Fluntern hilft» ein voller Erfolg. Gut siebzig Asylsuchende reisen nach Fluntern, um jeweils am Mittwochnachmittag während zwei Stunden einen Deutschkurs zu besuchen. Anschliessend wird den Gästen ein Zvieri serviert. «Die Mehrheit kommt aus Eritrea und dem Tibet, etwa 60 Prozent davon sind Männer», erklärt Dominique Landolt. Die Deutschschüler seien hochmotiviert. Viele von ihnen besuchten jeden Tag bis zu drei Gratisdeutschkurse an verschiedenen Standorten in der Stadt. In Fluntern engagieren sich gut vierzig Freiwillige für die

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Ein Projekt verleiht Flügel

Kursbesucher, aufgeteilt in die drei Teams ist eine wichtige Unterstützung für die InteUnterricht, Zvieridienst und Kinderbeauf- gration, aber auch eine grosse Bereicherung sichtigung. Unterrichtet wird bis zum für die Freiwilligen», sagt Dominique LanSprachniveau B2. «Wir unterstützen auch dolt. Es seien schon viele engere Beziehundie Teilnahme an der TELC-Prüfung mit gen zu den Asylsuchenden entstanden, was entsprechenden Vorbereitungen und teil- zu Unterstützung auch bei der Wohnungsweiser Übernahme der Prüfungsgebüh- und Arbeitssuche geführt habe. Der Name ren», sagt die Mitinitiantin. Seit Kurzem hel- des Angebots «Fluntern hilft», das von fen Jugendliche aus dem Quartier bei der den beiden Kirchen im Quartier unterstützt Kinderbetreuung mit, was die Kinder der wird, ist somit längst Programm. Kursteilnehmer besonders schätzen. Ursula Wer sich für eine Mitarbeit interessiert, erKnirsch, mitzuständig für die Koordination hält bei der reformierten Kirche Fluntern der Kinderbetreuung, betont, dass den- Auskunft. Für Kinderbetreuung direkte Konnoch weitere Freiwillige gesucht werden, taktaufnahme: ursula.knirsch@gmx.ch. n um eine gewisse Flexibilität zu bieten. «Das

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N EU E S VOM LOK A L

Gute Zahlen

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Fotos: zVg

iese Feststellung ist keine Überraschung: Das Sommerfest des Lokals vom 24. Juni war ein Erfolg. Das Wetter spielte mit, die Quartierbewohner erschienen zahlreich, die Stimmung war grossartig und das kulinarische Angebot Festzeltstimmung auf der Strasse vor dem Lokal. stiess bis zu später Stunde auf breite Nachfrage. Das Lokal-Fest hatte in diesem Jahr das Motto «lokal verborgene Talente», kon- Körpereinsatz; ebenso der Abbau und das verkraften war. Die moderaten Konsumkret Menschen mit Können für eine Darbie- Einlagern im Keller der Grossen Kirche Flun- preise erlauben nämlich nur eine kleine tung und der Lust, ein tolerantes Publikum tern. Ohne die zahlreichen Helferinnen und Gewinnmarge, die dennoch sämtliche Orzu begeistern. Den Hauptakt meisterten Helfer hinter der Risottokanone, der Grill- ganisationskosten decken sollte. Allein die «Les Menteurs» überzeugend. Die Show- station, dem Crêpesstand und der grossen technische Infrastruktur – von der Stromband aus der Zürcher Medien- und Werbe- Bar wäre dieses Sommerfest nicht durch- versorgung über Lautsprecher bis zur Beszene sorgte zusammen mit dem Quintett führbar. Ein Quartierfest als partizipativer leuchtung – ist mit erheblichen Kosten ver«Late Release» ohne Gage dafür, dass Anlass, bei dem mehr als nur konsumiert bunden. Der Gewinn aus dem diesjährigen auch in diesem Jahr das Lokal-Fest ein Hö- wird, sondern alle einen Beitrag leisten Sommerfest wird für das Lokal-Fest 2018 hepunkt des Quartierlebens wurde. Das können, das ist Fluntern «at its best»: Dank zurückgestellt. Und wenn am nächsten Fest wurde nur dank unzähliger Stunden von der mehreren 100 Stunden Gratiseinsatz noch etwas mehr von dem Barangebot gefreiwilligen Helfern und dem treuen Spon- stimmte auch die ökonomische Seite, resul- trunken wird, dann ist der Erfolg schon fast sor Mobiliar Versicherung möglich. Denn al- tierte doch ein Überschuss von 3000 Fran- gesichert – wie auch immer das Wetter lein die Errichtung des Strassenzelts erfor- ken, nach dem in den zwei Vorjahren ein spielen wird. n dert neben konzeptionellem Denken viel Verlust von insgesammt 14 000 Franken zu

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Reb-, Züri- und Uetliberg Der Umstrittene

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icht nur die Planung zum Hochschulquartier ist zurzeit heftig umstritten, seit langen Jahren war es auch jene zur Verkehrsführung am Vorderberg und der damit einhergehenden Chance einer Zentrumsbildung für das Quartier. Die Überzeugung des Vorstandes des Quartiervereins war dabei stets, dass ein hartnäckiges Einbringen unserer Anliegen mehr bringt als ein möglichst lautstarkes Auftreten. Natürlich ist das umstritten, und damit sein Präsident, dessen Aufgabe es ist, die Positionen des Quartiervereins nach aussen zu vertreten. Ebenfalls umstritten ist die Initiative von Zunft, reformierter Kirche und Quartierverein Fluntern zur Wiederanpflanzung des historisch gewachsenen Rebbergs am Kirchenhügel. Seit Jahren versuchen diese, den geschichtsträchtigen Blickfang im Quartier als identitätsstiftenden und verbindenden Ort wieder auferstehen zu lassen. Leider bleibt auch er – weniger in Fluntern selbst, als bei den Behörden der Stadt – umstritten.

Doch auch das Weinmachen ist ein sehr langwieriger Prozess, einer, der viel Musse, Ruhe und aktives Nichtstun erfordert. Gespräche, so sagt man, helfen selbst da. In diesem Sinne führen wir auch dieses Jahr am 22. Oktober 2017, ab 11.45 Uhr wieder ein Wümmetfest auf der Kirchenterrasse oberhalb des noch nicht gepflanzten Rebberges durch und laben uns an göttlichem Wein und irdischem Käse. Zumindest das ist unbestritten. Martin Schneider

Der Neue

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er Quartierverein Fluntern hält die Traditionen hoch – und freut sich, auch dieses Jahr die Ehrung des Quartiersiegers vom Knabenschiessen 2017 vorzunehmen. Der neue beste Schütze des Quartiers Fluntern heisst Léopold de Buman. Zusammen mit dem Präsent der Schützengesellschaft Zürich werden wir ihm mit einem weiteren Geschenk zu seiner tollen Leistung am Fusse des Uetlibergs gratulieren.

Agenda Nicht verpassen – vormerken! Online-Agenda auf www.fluntermer.ch Montag, 25. September: «Die Berthold-Kontroverse – ein Werkstattgespräch mit Wilhelm Natrup», 19 Uhr, im Lokal, Voltastrasse 58 Sonntag, 22. Oktober: Wümmetfest, ab 11.45 Uhr, vor der Kirche Fluntern Freitag, 10. November: RäbeliechtliUmzug, 18 Uhr, beim Schulhaus Fluntern Donnerstag, 30. November: Adventsapéro, ab 18 Uhr, unter den Arkaden am Vorderberg Fluntern

Augenöffner

Lorenzo Käser

Wo wartet und weilt man vis-à-vis diesem Wappen?

Ärgernis in Blau und Gelb

Auflösung der Bildrätsel: QuartiervereinWebsite www.zuerich-fluntern.ch und Vitrine bei der Vorderberg-Tiefgarage, am Erscheinungsdatum des nächsten Heftes.

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Impressionen vom Winzerapéro und Wümmetfest 2015.

ufgrund von Hinweisen besorgter Dies würde gleichzeitig die höchst gefährliAnwohner, die sich über die Ver- che Lücke zwischen Trottoirkante und warschiebung der Tramhaltestelle Volta- tendem Tram beheben, denn bei kurzen strasse beschwerten, hat der Quartierver- Tramzügen zwängten sich wiederholt Autoein den Verantwortlichen von Stadtrat und fahrer vorbei und gefährdeten völlig unverVerkehrsbetrieben Zürich ein Schreiben zu- antwortlich die ein- und aussteigenden gestellt, mit folgenden Forderungen und Passagiere. Schliesslich soll die verstärkte Themen: Die unzumutbare Ein- und Aus- nächtliche Lärmbelastung in unmittelbarer stiegshöhe ab Strassenniveau bei der Hal- Wohnumgebung durch Einsatz moderner testelle Richtung Zürichberg soll durch eine Cobra-Tramzüge vermindert werden. Trottoirverbreiterung angepasst werden.

nde dieses Monats beerdigt die Post ihre Filiale Zürichberg am Toblerplatz. Inwiefern sich das Rumpfangebot der neuen Postagentur im Lebensmittelgeschäft Pick Fresh an der Zürichbergstrasse 64 bewähren wird, werden wir kritisch beobachten. Der Vorstand des Quartiervereins

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GE SE L L SC H A F T

Grande Dame der beseelten Dinge Die Fluntermerin Ruth Holzer leitet seit 36 Jahren das Zürcher Spielzeugmuseum an der Ecke Rennweg/Fortunagasse. Sie hat die Spielzeuge in den Genen, denn ihr Grossvater war Franz Carl Weber.

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m kleinen Reich unter dem Dachstock an der Fortunagasse eröffnet sich ein Universum, das bei näherer Betrachtung immer grösser wird. Denn im Spielzeugmuseum entführen einen die Exponate in Welten, die weit in der Kindheit zurück-

Zürcher Spielzeugmuseum Fortunagasse 15, 8001 Zürich. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 14 bis 17 Uhr, Samstag 13 bis 16 Uhr. Eintritt: 5 Franken. www.zuercher-spielzeugmuseum.ch

liegen: in die Dampfmaschinenwelt, jene der Eisenbahnen oder jene der Sasha-Morgenthaler-Puppen. Der allgegenwärtige Geist dieses Reichs ist Ruth Holzer, Stiftungsratspräsident und Leiterin des Museums. Sie organisiert die Wechselausstellungen – zurzeit die Reise durchs All («Space Toys») –, sichert die Finanzen und kümmert sich um Exponate. Im vergangenen Jahr haben rund zehntausend Personen das Spielzeugmuseum besucht. In der «Langen Nacht der Museen» im vergangenen September strömten 1000 Besucher ins Museum. «Ich habe nur wenige ehrenamtliche Helferinnen, aber ich wäre froh, wenn ich mehr hätte», sagt Ruth Holzer, die praktisch an jedem Wochentag in ihrer Sammlung anzutreffen ist. Das Museum wird mit Beiträgen des Spielwarengeschäfts Franz Carl Weber und der Stadt Zürich unterstützt, es ist aber auch auf die Zuwendungen von Sponsoren

und des Gönnervereins angewiesen. Oft führt Ruth Holzer Besucher durchs Museum – nicht wie eine Wissenschaftlerin, sondern locker und mit erstaunlicher Begeisterung für die einzelnen Spielzeuge. Es gibt Menschen, die unabhängig von ihrem Alter ihr Leben lang jugendlich bleiben. Ruth Holzer ist einer von ihnen, wohl weil sie durch die Spielwaren mit der Kinderwelt verbunden geblieben ist. Sie hat 2400 Objekte katalogisiert, darunter viele Raritäten. Den Grundstock der Sammlung hat ihre Mutter angelegt. 1979 wurde eine Stiftung für ein Spielzeugmuseum ins Leben gerufen, das im Franz-Carl-Weber-Geschäft an der Bahnhofstrasse untergebracht war. 1981 wurde das Museum in der Fortunagasse 15 eingerichtet, wenige Schritte vom Franz-Carl-Weber-Hauptsitz entfernt, der vier Häuser an der Bahnhofstrasse (Nummer 60 und 62) und am Rennweg («Zum Rebstock» und «Zum Granatapfel») umfasste. 1984 ging die Spielwarengruppe mit sämtlichen Liegenschaften an die Denner-Gruppe von Karl Schweri über. Das Filialnetz umfasste damals 39 Verkaufspunkte in der Schweiz. 2006 wurde die Spielwarenkette an den französischen Spielwarenkonzern Ludendo verkauft. Im Januar 2017 zog Franz Carl Weber von der Bahnhofstrasse/Rennweg an den Bahnhofplatz um.

Eine lange Familientratition

Fotos: DBFP

Ruth Holzer vor der Sonderausstellung «Space Toys» in ihrem Museum.

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Begonnen hatte diese Erfolgsgeschichte mit Ruth Holzers Grossvater, der von Nürnberg nach Zürich zu seinem Bruder zog und 1881 an der Bahnhofstrasse 48 ein Geschäft eröffnete. Erst mit der Errichtung des neuen Hauptbahnhofs 1871 kam es an der Bahnhofstrasse zu einer Bauentwicklung, die eine wahre Prachtstrasse hervorbrachte. Franz Carl Weber arbeitete und wohnte an der Bahnhofstrasse, wo Ruth Holzer jeweils am Samstag mit ihren Eltern zu Kaffee und Kuchen erscheinen musste. «Das war jeweils eine langweilige Angelegenheit, weil ich Einzelkind war», erinnert sich Ruth Holzer. Für eine lebensprägende Liebe für Spielzeuge hat die Verbindung zum Grossvater aber ausgereicht. n


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Der neu gestaltete Eingangsbereich.

W I RT SC H A F T

Fluntern für die ganze Welt Das Zurich Development Center in der ehemaligen Bircher-Benner-Klinik und weiteren vier historischen Bauten hat vor Kurzem eine Auffrischung erfahren. Die Ausbildungsstätte mit Hotelbetrieb soll konzernumfassend moderne Swissness ausstrahlen.

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rst auf den zweiten Blick offenbaren sich dem Besucher die architektonischen Qualitäten. Von der Keltenstrasse her erscheint die frühere BircherBenner-Klink, das ehemalige Sanatorium «Lebendige Kraft» aus dem Jahr 1904, als gut unterhaltene Liegenschaft. Die Südansicht zeigt jedoch eine faszinierende Integration von moderner Architektur und schützenswerter Bausubstanz. Das klassizistische Wohnhaus von Maximilian BircherBenner und drei Chalets wurden zu einem Hotelbetrieb umfunktioniert und unterirdisch mit dem Klinikbau verbunden. Die Vorgärten dieser perfekt renovierten Häuser bilden das Dach eines Neubaus für das Auditorium und 14 Arbeits- und Lernräume sowie die Freizeitbereiche Fitness und Wellness. Kurz: Der ganze Hang unterhalb der Bircher-Benner-Klink wurde zu einem Center verbunden. Das Zurich Development Center ist deshalb ein Paradestück einer sensiblen Transformation mit Wow-Effekt.

Ort mit Ausstrahlungskraft Der Wunsch nach einer konzerneigenen Ausbildungsstätte entstand durch die Übernahme der Finanzdivision der British American Tobacco im Herbst 1998, wodurch damals die Zurich Financial Services Group entstand. Die Ausbildungsstätte in Fluntern sollte die neue Konzernidentität vermitteln und stärken. Die Planung und der Bau dauerten lediglich 18 Monate, dass Center wurde im Oktober 2000 eröffnet. Zurich-Sprecher Frank Keidel betont: «Es ist ein Lern-, Entwicklungs- und Begegnungs-

zentrum für die Zurich Versicherung, ausgerichtet auf die geschäftliche, aber auch persönliche Entwicklung.» Die identitätsstiftende Komponente wirkt auch nach 17 Jahren immer noch nachhaltig, wie Yves Leuenberger, als Group Residence Manager verantwortlich für das Development Center, erklärt. «Die Mitarbeiter im Ausland kommen sehr gerne hierher und sind begeistert.» Die Kombination von altem Schweizer Stil, idyllischer Lage im Grünen mit herrlicher Sicht auf die Alpen und Hightech bringt zweifellos jeden Besucher ins Staunen. Vor Kurzem wurden in den 83 Gästezimmern (davon 66 Einzelzimmer) die Spannteppiche durch Parkettböden ersetzt und die Lobby neu gestaltet. Highlights sind das neu gestaltete Restaurant «Maximilian Bircher» mit dem kleinen Speisesaal «Andy Warhol», wo insgesamt bis zu 150 Gäste verpflegt werden können. Pro Jahr werden 3500 Essen serviert und in den Arbeits- und Lernräumen 1500 Anlässe organisiert, was mit 11 000 Übernachtungen zu einer guten Belegung der Gästezimmer führt. «Wer nach Zürich kommt, schläft wenn immer möglich hier. Wir bieten einen Viersterne-Superior-Service», erklärt Leuenberger, der für den Betrieb über 39 externe und 15 interne Mitarbeiter verfügt. Die Neugestaltung, realisiert von Innenarchitekt Andreas Ramseier, steht auch für die Innovationskraft der Zurich, die Mitarbeitende aus aller Welt in Zürich, wo der globale Versicherer 1872 gegründet wurde, erfahren sollen. n

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I NST I T U T ION E N

Jahr für Jahr zum ersten Mal Der Konzertzyklus «Prima Volta» hat sich im Quartier in den letzten sechs Jahren zu einer Institution etabliert. Geprägt hat ihn Moderator Till Löffler, der seit vier Jahren durch das Programm führt, musikhistorische Hintergründe ausleuchtet und hier eine kleine Zwischenbilanz zieht.

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ine Konzertbühne kann manch- die Reihe seit vier Jahren künstlerisch leitet Tangos, welche von argentinischen Arranmal Distanz zwischen Musizie- und nun in seine fünfte Saison startet. Für geuren eigens für das Galatea-Quartett adrenden und Publikum schaffen ihn ist dieser Publikumsmix ideal. Löffler aptiert wurden. Vier weitere Konzerte finund zu Berührungsängsten führen», sagt war bis 2005 Dauergast am Staatstheater den im November, Januar, Februar und März Till Löffler. Ganz anders ist das bei der Kam- Stuttgart als musikalischer Leiter, Kompo- statt. Sie sind so abwechslungsreich, dass mermusikreihe «Prima Volta» im Lokal nist und Regisseur und wirkte bis 2009 als die klassische Definition von Kammermusik Fluntern, welche Till Löffler moderiert: Sie Lehrbeauftragter an der Hochschule für herausgefordert wird. Besucher können bietet Musikgenuss auf Augenhöhe. Den Musik und darstellende Kunst Stuttgart. Seit über die Website www.prima-volta.ch PlätBesuchern werden zudem Einblicke in die 2009 ist er Dozent an der Zürcher Hoch- ze reservieren und den Newsletter abonnieMusik gewährt, die in grossen Konzerthal- schule der Künste für Komposition und Mu- ren. Dieser transportiert, ebenso wie die len oft verborgen bleiben. Das erlaubt inten- siktheorie. Website, viele Zusatzinformationen zu den Zum Saisonauftakt spielt am 24. Oktober Konzerten und vermittelt auch die Sicht der sive Musikerlebnisse auf hohem Niveau. Entsprechend gut besucht sind die Konzerte. das Galatea-Streichquartett sein Pro- Künstler auf die Werke, die sie interpretieren. «Besonders erfreulich ist, dass wir sowohl gramm «Tangoserenade». Es wird eine Be- Die Konzerte finden jeweils dienstags um ein treues Stammpublikum haben, wie auch gegnung zwischen Ludwig van Beethovens 20 Uhr statt. Der Eintritt ist frei – es gibt eine wechselnde Besucher», sagt Till Löffler, der F-Dur-Streichquartett und verschiedenen Kollekte. n

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Gisela Tschudin, Pfarreibeauftragte, Römisch-katholische Pfarrei St. Martin

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Foto: Pixabay

ie haben Sie es mit dem Herbst? Bei mir kommen farbenfrohe Bilder hoch von Weinlese, reifem Obst und Gemüse, Wanderungen im Gebirge und bunten Wäldern. Herbst ist Zeit zum Genuss, aber auch Zeit zum Dank. So feiert die Kirchgemeinde Fluntern am 1. Oktober den Erntedank in einem Familiengottesdienst. Ein Anlass, der dank dem Wandel Flunterns zum Familienquartier viel häufiger stattfinden kann und der durch seine Grösse den sonntäglichen Gebrauch der Grossen Kirche über die letzten zehn Jahre mehr als verdoppelt hat. Die dadurch entstandenen «freien Sonntage» in der Alten Kirche werden nun von der eritreisch-orthodoxen Gemeinde genutzt, die ihre Gottesdienste im eher schlichten Raum farbenfroh schmückt. Kirche wäre nicht Kirche, wenn sie nicht ein offenes Ohr für Vertriebene hätte. Nicht nur die Eritreer schätzen dies, sondern auch die Besucher und Besucherin-

nen des Deutschkurses für Flüchtlinge, der ohne das Engagement von Freiwilligen aus dem Quartier nicht möglich wäre. Die Verbindung von Dankbarkeit, Wertschätzung und bunter Vielfalt ist zwar kaum eine saisonbedingte Angelegenheit. Trotzdem hat der Herbst eine gewisse Affinität dazu, besonders dann, wenn sich – wie im vergangenen Jahr – ein Regenbogen über die farblich eher nüchterne Grosse Kirche legt. Andreas Wildi

Antrittspredigt von Andreas Brülisauer und Rumäniensammlung

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ereits zwei Monate hat unser neuer Mitarbeiter, der Theologe Andreas Brülisauer, nun schon in unserer Pfarrei gearbeitet. Er war mit den Kindern und Jugendlichen im Ferienlager, hat mit dem Religionsunterricht angefangen und beim Pfarreifest die Kinderattraktion betreut. Er hat Haus- und Krankenbesuche gemacht und Andachten im Alterszentrum Doldertal gefeiert. Am Wochenende vom 30. September und 1. Oktober hält er jetzt in beiden Gottesdiensten erstmals die Predigt, was die offizielle Amtseinführung bedeutet. Als langjähriges Mitglied einer Ordensgemeinschaft schätzt er den gregorianischen Choral. Darum wird die Choral-Schola von St. Martin ausnahmsweise am Samstagabend und am Sonntag gregorianische Weisen singen. Am Sonntag gibt ein Apéro nach dem Gottesdienst Gelegenheit, mit dem «Neuen» ins Gespräch zu kommen.

Am Samstag, dem 28. Oktober zwischen 10 und 15 Uhr können Sie auf dem Parkplatz am Ende der Ackermannstrasse Kleider, Schuhe, Heimtextilien, Betten, medizinische Hilfsmittel und Hygieneartikel, Schulmaterial, Spielwaren sowie Fahrräder und Kinderwagen abgeben – bitte sauber und intakt. Etwa alle sechs Wochen wird im Zwischenlager in Murg ein Sattelschlepper mit Hilfsgütern beladen. Das Hilfswerk Papageno führt in Sibiu nicht nur das Verteilzentrum Dress-In, wo Arme sich mit den benötigten Gütern eindecken können und das auch staatliche Pflegeheime, Spitäler und Schulen mit Material versorgt, sondern auch ein Zentrum für Gassenkinder, ein Gesundheitszentrum und in Zusammenarbeit mit der orthodoxen Kirche eine Notküche. Freiwillige verteilen von da aus warme Mahlzeiten an Kranke und Betagte. Gisela Tschudin

ur sieben Wochen dauert das Quartal zwischen den Sommerund den Herbstferien. Trotzdem scheint der Sommer schon weit weg: Die Kinder haben sich an die Schule oder an neue Klassen gewöhnt, Jugendliche an ihre Lehrstelle; und bei der Arbeit gab es nach dem reduzierten Ferienbetrieb viel zu tun. Darum freuen sich viele darauf, dass es mit den Herbstferien nochmals eine Atempause gibt vor der intensiven Zeit im November und Dezember. Eine Atempause der besonderen Art durften die Seelsorger und Seelsorgerinnen der Stadt Zürich erleben: Anlässlich des 600. Geburtstags von Bruder Klaus lud der katholische Stadtverband sie alle zu einer Wallfahrt nach Flüeli-Ranft ein. Wohlgemerkt: nicht nur die katholischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, sondern auch Pfarrer und Pfarrerinnen aus der reformierten, christkatholischen und den orthodoxen Kirchen. Bei strömendem Regen wanderten sie von St. Niklausen in den Ranft und später weiter nach Flüeli. Eine szenische Lesung eines möglichen Dialogs zwischen Niklaus von Flüe und seiner Frau Dorothea erlaubte eine behutsame Annäherung an das Geheimnis des Schweizer Nationalheiligen. Am berührendsten aber war der Friede in der Ranftkapelle, wo nichts zu hören war als das Rauschen des Bachs und des Regens. Denen, die im Herbst nicht verreisen, sei ein Ausflug in den Ranft wärmstens empfohlen. n

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Die chinesische Generalkonsulin Yanping Gao im Ballsaal des «The Dolder Grand»

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Huanying guanglin – willkommen! Die chinesische Generalkonsulin Yanping Gao hat zur Feier des 68. Jahrestages der Volksrepublik China am 22. September in den Ballsaal des «The Dolder Grand» eingeladen. Es herrschte Grossandrang.

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ssen steht über allem wie der wirtschaft der Welt. In den vergangenen Himmel», sagen die Chinesen. zehn Jahren habe die chinesische Wirtschaft Deshalb wurde zur Feier der um 239 Prozent zugelegt. Und die DiplomaGründung der Volksrepublik China vor 68 tin reichte gleich ein konkretes Beispiel Jahren ein Koch aus China zur Bewirtung der nach: «Chinas E-Commerce-Plattform AliGäste im «The Dolder Grand» eingeflogen. baba verzeichnete am 11. November beim Doch bevor das Buffet eröffnet wurde, ‹Singles’ Day›-Einkaufsfest einen Tagessprach die Generalkonsulin über die Bezie- umsatz von über 17 Milliarden US-Dollar, hung zwischen China und der Schweiz vor fast doppelt so viel wie der des ‹Black Fri400 Gästen aus Kultur, Wirtschaft und Poli- day› in den USA.» Die Generalkonsulin vertik, darunter Barbara Janom Steiner, Regie- mittelte auch eine politische Botschaft: rungspräsidentin des Kantons Graubünden, «China handelt stets als entschlossener und Fredy Fässler, Regierungspräsident des Bewahrer, Gestalter und Mitwirkender des Kantons St. Gallen. China, so die Gastgebe- Friedens, sowohl regional als auch weltrin, sei inzwischen die zweitgrösste Volks- weit.» Dann kam sie auf Zürich zu sprechen: «Die China Construction Bank hat ihre Niederlassung in Zürich eröffnet und die Industrial and Commercial Bank of China wird dies ebenfalls bald tun. Air China eröffnete im vergangenen Juni ihren Linienflug zwischen Peking und Zürich.» Und über eine Million Chinesen pro Jahr hätten in den letzten drei Jahren die Schweiz besucht. Die promovierte Juristin Yanping Gao leitet seit Januar 2016 das chinesische Generalkonsulat in der Enge. Zuvor war sie als Botschafterin von China in Israel auf Posten. Sie ist verheiratet und Mutter einer Tochter. Gerne betonen die Chinesen, dass das erste industrielle Joint Venture in China mit Schweizern gegründet worden sei und dass die Schweiz die erste Industrienation war, welche die chinesische Marktwirtschaft an400 Gäste folgten der Einladung des erkannt habe. n chinesischen Generalkonsulats.

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I NST I T U T ION E N

Piraten stechen in See Die zweite und dritte Klasse im Schulhaus Heubeeribüel bringt Anfang Oktober das Musical «Die Schatzsuche» zur Aufführung.

Foto: Patrizia Mauriello

D

ie «Esmaralda» sticht von Flun­ tern aus in See, um die Welt in Angst und Schrecken zu versetzen. Denn an Bord sind Piraten, die auf Beute aus sind, sich allerdings auch schnell lang­ weilen. Das ändert sich auf einen Schlag, als sie auf eine Flaschenpost stossen. Doch Piraten können nicht lesen. Zum Glück ha­ ben sie drei gefangene Prinzessinnen an Bord, denen Buchstaben keine Rätsel auf­ geben. Mehr wird an dieser Stelle nicht ver­ raten. Alle Kinder der zweiten und dritten Klasse kommen bei diesem Musical zum Einsatz. Deshalb gibt es laut Skript der Klas­ senlehrerin Irène Bühler neben dem Kapi­ tän auch eine Frau Kapitän und eben drei Prinzessinnen. Das beeindruckende Büh­

Aufgeregte Stille: Hauptprobe vor den Kindergärtlern.

nenbild haben die Schüler ausgedacht und fügung. «Sie lernen dabei, sich deutlich realisiert – mit viel Raffinesse. So kommt zu artikulieren, und gewinnen Selbstbe­ ein Ventilator zum Einsatz, um die raue See wusstsein», erläutert Irène Bühler die päd­ ins Klassenzimmer zu zaubern. Für die In­ agogische Absicht. Das Musical wird am szenierung und die Proben des Musicals, 2. Oktober und am 3. Oktober im Schulhaus das eine knappe Stunde dauert, haben Heubeeribüel aufgeführt, ist aber nicht die Schüler lediglich fünf Wochen zur Ver­ öffentlich. n

F I FA I NSI DE

Open House auch bei FIFA Mancher mag so seine Mühe mit der früh einsetzenden Dämmerung haben, doch es hat auch einen Vorteil: Man kann zu einer humanen Zeit in die beleuchteten Stuben und Büroräume von schönen Häusern gucken. Legales Spannern also.

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Foto: Fifa

m 30. September und 1. Oktober stehen im Rahmen vom Open House Zürich bereits zum zweiten Mal Schaulustigen über 80 architektonisch interessante Gebäude in der und um die Karrer, und er bewarb sich zusammen mit Stadt offen. Victoria Thornton hat den Anlass der offe­ Christoph Kretz mit dem Standort Zürich. nen Häuser 1992 in London ins Leben geru­ Und so zeigen sie nach dem grossen Erfolg fen. Sie wollte damit die Stadtbewohner zu des letzten Jahres wiederum herausragen­ einer Diskussion über Architektur und Städ­ de Architektur aus den verschiedensten teplanung anregen, da diese deren Lebens­ Zeitepochen. Auch die FIFA und das FIFA qualität beeinflusst. Das gefiel Raphael World Museum öffnen ihre Türen und freu­

en sich auf den Besuch von zahlreichen Neugierigen, alle sind von 10 bis 18 Uhr herz­ lich eingeladen. In gewissen Gebäuden finden Führungen statt, der Eintritt ist überall kostenlos. Wei­ tere Informationen unter: www.openhouse-zuerich.org. n


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3. Welche Objekte haben besonderes Wertsteigerungspotenzial? Von Interesse sind Möbel mit Designernamen, obwohl diese damals keine zentrale Rolle gespielt haben; ausserdem Stücke, welche hochwertig verarbeitet sind und eine spannende, zeittypische Formgebung haben.

Auch die Möbelhäuser haben auf Retro umgestellt. Leichtere Möbel scheinen wieder ein Bedürfnis zu sein.

4. Wer kauft heute Retromöbel? Bei uns kaufen Leute ein zwischen 35 und 80 Jahren, die Wert auf hochwertige Möbel in Topzustand legen.

2. Was zeichnet Mid-CenturyObjekte aus? Die Stile der 50er sind verspielt, bunt und mit Messing. Die der 60er sind reduziert, streng in der Formsprache, oft mit Nussbaum oder Teakholz.

5. Welche Zukunft haben MidCentury-Möbel? Professionell restaurierte Möbel aus dieser Zeit werden eine rosige Zukunft haben und noch sehr lange Freude bereiten.

ZO O

Die ungebetenen Besucher

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ie Füchse haben Fluntern schon lange erobert. Sie überqueren locker die Strassen, bleiben stehen und schauen ohne Scheu um sich. Haben sie sich auch den Zoo zum Selbstbedienungsladen gemacht? Der Zoo Zürich habe nebst den erwünschten auch ungebetene Besucher, sagt Zookurator Robert Zingg. «Das sind zum Beispiel Krähen, Marder oder Füchse. Während Füchse mit einem täglich kontrollierten fuchssicheren Zaun ferngehalten werden, können Krähen und Marder am Zutritt nicht gehindert werden.» Schäden entstünden durch die Zerstörung von Eiern und das Töten insbesondere von Enten, Gänsen und Hühnervögeln. «Gravierende Schäden können entstehen, wenn es – was sehr selten der Fall und meist mit einer menschlichen Unachtsamkeit verknüpft ist – einem Fuchs gelingt, in den Zoo zu gelangen», sagt Zingg. Dieser könne nämlich auch grössere Vögel reissen. Zur Schadens-

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abwehr werden Fallen gestellt, den Entenvögeln Nester auf Inseln angeboten, Hühner nachts eingesperrt oder Volieren mit einem Elektrozaun gesichert. «Wird ein Fuchs auf dem Zoogelände gesichtet, wird er bejagt.» Eine andere Gefahrenquelle stellen weit kleinere Tiere als Überträger von Krankheiten und Parasiten dar, zum Beispiel Kakerlaken und Kleinsäuger. «Mäuse, insbesondere Hausmäuse, finden in Tieranlagen ein ansprechendes Futterangebot vor und wissen sich schnell zu vermehren. Ihre Bekämpfung ist eine Daueraufgabe, eine möglichst geringe Dichte das Ziel», erklärt der Zoologe. «So schön auch die von aussen einfliegenden Stock- und Mandarinenten sind, ist das Risiko aber gross, dass sie Krankheiten wie die Aviäre Influenza, die Vogelgrippe, einschleppen könnten.» Der Zoo bietet ein vielfältiges Futterangebot, und so lebt er auch «zwischen den Gehegen». n

Foto: Abdenbi Sarroukh

Foto: zVg

1. Warum haben Möbel der 1950erund 60er-Jahre ein Comeback?

F LU N T E R N – M E I N A R BE I T S PL AT Z

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msél ist Fotografin, Psychologin und Schriftstellerin, die sich regelmässig an ihrem Zweitwohnsitz in Tanger mit Inspirationen auflädt, um sie zu Hause in Flunten zu verarbeiten. Amsél, ein anagrammierter Name aus ihrem Vornamen Selma, hat nach dem Fotoband «Tanger Trance» ihren ersten Roman veröffentlicht. In «Wiedersehen in Tanger» verlieben sich zwei Freundinnen, eine Ornithologin und eine Botanikerin, in den gleichen Mann, was zu einer unheilvollen Dreiecksbeziehung führt. Amsél beschreibt vor dem marokkanischen Hintergrund den urmenschlichen Widerspruch von Bindungssehnsucht und Freiheitstreben. Die Mutter dreier Kinder zwischen 17 und 32 Jahren lebt seit 20 Jahren in Fluntern. «Es ist ein Privileg, hier zu wohnen, das ich geniesse.» Aber es zieht sie regelmässig weg. In Tanger hat sie ihre zweite Heimat gefunden. «Ich brauche diese Spannung von verschiedenen Kulturen und Lebenskonzepten.» Im Fall von Amsél führt das zu einer sprühenden Lebendigkeit. Am 29. Oktober liest Amsél um 18 Uhr aus ihrem Buch an der Freiestrasse 139 (www.sofalesungen.ch). Eines ist sicher: Man wird bei dieser Lesung nicht einschlafen, denn Text wie Autorin sind spannend. n

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