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B 7243 F Deutschland

5/2012

Die christliche Zeitschrift f端r die ganze Familie

Thema

Gestrandet an der Grenze

Weltweit

Flucht in ein neues Leben

Don Bosco

Wegbegleiter in die Welt

Endstation

Sehnsucht Wenn Menschen ihre Heimat verlassen


Inhalt

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6 Begrenzte Hoffnung: Rund 1,5 Millionen Migranten leben inzwischen in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana – und täglich werden es mehr. Viele von ihnen finden nicht das erhoffte Glück und stranden in einem der vielen Armenviertel der Stadt.

I m B l i c k p unkt   5 Wie kann eine Steuer armen Menschen helfen? Eine Frage an MISEREOR-Geschäftsführer Pirmin Spiegel

Thema   6 Gestrandet an der Grenze Einst gekommen, um sich den Traum einer besseren Zukunft zu erfüllen, leben heute tausende Migranten in den Slums von Tijuana (Mexiko). Dort kämpfen sie täglich ums Überleben.

14 Für eine Handvoll Pesos: Drogen, Kriminalität und Armut gehören in der Villa Itatí zum Alltag. Viele Bewohner des größten Slums von Buenos Aires verdienen sich ihren Lebensunterhalt mit dem Sammeln von Wertstoffen.

Don Bosco 22 Flucht in ein neues Leben Mit 22 Jahren floh Charles Taban aus den Kriegswirren im Süd­sudan, um nicht an der Front kämpfen zu müssen. Bald will der Salesianer wieder in seine Heimat zurückkehren, um Flüchtlingskinder zu unterrichten.

26 „Mein Beruf ist meine Berufung!“ Seit neun Jahren betreut Wolfgang Kirchner in Bonn junge Menschen, die ein Jahr ins Ausland gehen und dort in einem Don Bosco Projekt mitarbeiten.

28 Don Bosco aktuell

Fa m i l i e 14 Endstation Sehnsucht Gladys kam aus Paraguay nach Buenos Aires – in der Hoffnung, ein Leben ohne Hunger und Arbeitslosigkeit zu führen. Doch alles kam anders. Ihre Kinder sind im Slum geboren, nennen ihn ihre Heimat. Ein Besuch in der Villa Itatí, dem größten Armenviertel der Stadt.

19 Hier und dort Mein Zuhause

Buntes 33 Typisch du! 34 Kinderseite Steffi und Tobi zu Besuch bei Schülern in Indien

36 Ratgeber Sie fragen, unsere Experten antworten.

37 Preisrätsel Mitmachen und gewinnen!

38 Rezept 39 Impressum

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Inhalt

„In solchen Krisen brauchen die Jugend­ lichen Begleitung.“ Seite 26

Liebe Leserin, lieber Leser! Menschen auf der Flucht – an diese Tatsache hat man sich angesichts der vielen Katastrophen weltweit fast schon gewöhnt. Ob nun durch ökologische, politische oder religiöse Veränderungen ausgelöst, ist mit Blick auf das Leid der Menschen zunächst sekundär. Wer alles verlassen muss, um überleben zu können, fragt nicht nach den Ursachen, sondern schaut nur nach einer neuen Perspektive. Neu anzufangen erweist sich oft als große Herausforderung. Die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern werden häufig mit diesen Herausforderungen konfrontiert. Wer sich auf die Seite derer stellt, die bedürftig sind, kommt gerade an diesen Menschen nicht vorbei. Es gilt, insbesondere für Kinder und Jugendliche lebenswerte Möglichkeiten zu entwickeln. Das beginnt häufig damit, das Erlebte aufzuarbei-

Um sechs Uhr aufstehen, rund um die Uhr mit anpacken und bis spät abends für alle Anliegen ein offenes Ohr haben – unsere Autorin Sandra Weiss hat in Tijuana besonders der Einsatz der Don Bosco Mitarbeiter beeindruckt: „Es ist bewundernswert, was die Salesianer dort mit sehr wenig eigenen Finanzmitteln auf die Beine gestellt haben und wie sie es geschafft haben, in einem so schwierigen Umfeld derart viele Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten zusammenzubringen.“ Seite 6

ten, Unterkunft zu besorgen und schulische und berufliche Perspektiven zu entwickeln. Eine Aufgabe, die fordert und die die nächsten Jahrzehnte an Relevanz nicht verlieren wird. Migration ist eine der größten Herausforderungen für Gesellschaft und Kirche, die – wollen sie glaubwürdig bleiben – sich hier besonders engagieren müssen. Wirklichkeit ist aber auch, dass in vielen Gesellschaften diesem Phänomen nicht umfassend begegnet werden kann. Man ist scheinbar nicht darauf vorbereitet und reagiert häufig mit Verordnungen. Das aber trifft nicht immer die individuelle Not und das Bedürfnis des Einzelnen. In dieser Ausgabe möchten wir Ihnen von Projekten berichten, die sich diesem wichtigen Thema verschrieben haben. Die Don Bosco Familie antwortet mit konkreten Hilfen und umfassenden Programmen, um jungen Menschen eine lebenswürdige Perspektive zu geben. Und die Erfahrungen zeigen, dass ein solcher Weg erfolgreich sein kann.

Über Nacht alles zurücklassen und ins Ungewisse aufbrechen, ohne Geld, ohne Nahrung – knapp zwei Stunden schilderte Br. Charles unserer Redakteurin Angelika Luderschmidt seine mehrmonatige Flucht aus dem Südsudan. „Er konnte sich an jeden Fußmarsch, jede Stadt, jede Begegnung genau erinnern“, sagte sie nach dem Gespräch beeindruckt. Seite 22

Mit besten Grüßen aus der Redaktion in München Ihr

P. Alfons Friedrich SDB, Chefredakteur

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Inhalt

Ein voller Stundenplan, Freizeitstress und steigende Anforderungen am Arbeitsplatz bestimmen in vielen Familien den Alltag: Kinder brauchen jedoch Zeit und wollen ernst genommen werden, so die Botschaft zum Weltkindertag 2012.

Weltkindertag „Kinder brauchen Zeit!“ lautet das Motto des Weltkindertages am 20. September. Damit soll das Recht der Kinder auf Spiel, Freizeit, elterliche Fürsorge und Beteiligung ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. „Kinder wollen ernst genommen werden, und dass man ihnen zuhört. Das braucht Zeit“, sagt Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Wer Kinder stärken will, muss ihre Rechte respektieren und sie als eigenständige Persönlichkeit behandeln.“ Der Weltkindertag wird in über 400 deutschen Städten und Gemeinden mit einem großen Kinder- und Familienfest gefeiert.

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„Ordensgemeinschaften sind in der modernen Gesellschaft unverzichtbar. Denn Zivilisationen und Kulturen können auf Dauer nur bestehen, wenn sie die Fähigkeit zur Selbstbegrenzung haben. Dafür können Orden mit ihrem besonderen Lebensstil ein Vorbild sein.“ Alois Glück, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken


Im Blickpunkt

Hi n t e rgr u n d

Die „Steuer gegen Armut“ Die Kampagne „Steuer gegen Armut“ besteht seit 2009 und wird von 93 Organisationen getragen, darunter kirchliche Hilfswerke, Gewerkschaften, Entwicklungshilfeorganisationen und mehrere Banken. Ziel ist es, alle „spekulativen Finanztransaktionen“ (Spekulationen mit Währungen, Aktien, Derivaten, Rohstoffen, Nahrungsmitteln usw.) ohne Ausnahmen zu besteuern. Gefordert wird, dass Käufer und Verkäufer z. B. bei einem Aktienhandel jeweils eine Steuer in Höhe von mindestens 0,05 Prozent bezahlen müssen. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) könnte die Steuer hierzulande jährlich bis zu 11,2 Milliarden Euro einbringen. Die Gelder sollen dem Kampf gegen Armut sowie den Folgen des Klimawandels und der Finanzkrise in den ärmsten Ländern dienen. www.steuer-gegen-armut.org

Texte: KNA, Redaktion; Fotos: iStockphoto, Misereor

Rekordzahl neuer Flüchtlinge Mehr als 800.000 Menschen mussten im Jahr 2011 aus ihrem Heimatland fliehen. Das gab das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) in seinem Jahresbericht bekannt. Laut Bericht erreichte die Neuanzahl der Menschen, die ihr Land verlassen mussten, seit 2000 einen Höchststand. Weltweit waren im letzten Jahr insgesamt 42,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten von ihnen stammen aus Afghanistan, dem Irak, Somalia und der Demokratischen Republik Kongo.

eine frage an ...

Pirmin Spiegel: 93 Organisationen in Deutschland fordern eine „Steuer gegen Armut“. Wie kann diese Steuer armen Menschen helfen? Jedes vierte Kind unter fünf Jahren in den sogenannten Entwicklungsländern ist unterernährt. Insgesamt leiden fast eine Milliarde Menschen Hunger. Um Armut global zu bekämpfen und den Klimawandel und seine Auswirkungen einzudämmen, sind dreistellige Milliardenbeträge erforderlich – jedes Jahr! Mit der sogenannten Finanztransaktionssteuer (FTS), also der Steuer auf den spekulativ orientierten Wertpapierhandel, würden jährlich Milliarden Euro eingenommen. Die EU-Kommission rechnet EU-weit mit rund 57 Milliarden Euro pro Jahr. Ein Beispiel: Mit den Einnahmen aus einer Minute (!) der EU-FTS könnten 200.000 Kinder gegen Meningitis geimpft werden. Zudem hat die FTS eine regulierende Wirkung und stabilisiert damit die Finanzmärkte. Seit mehr als zehn Jahren kämpft MISEREOR mit vielen anderen gesellschaftlichen Gruppen für die Einführung der FTS. Jetzt stehen wir kurz vor ihrer politischen Umsetzung. Allerdings plädiert die Mehrheit der europäischen Staaten dafür, dass die Einnahmen in die Haushalte der einzelnen Länder fließen sollen. Wir fordern, dass die Steuereinnahmen vor allem für die Finanzierung öffentlicher Güter wie Armutsbekämpfung und Klimaschutz eingesetzt werden. Angesichts globaler Krisen und einer ständig zunehmenden Kluft zwischen Arm und Reich bietet diese Steuer eine einzigartige Chance für eine nachhaltige finanzielle Entlastung und eine gerechtere Gestaltung von Globalisierung.

Pfarrer Pirmin Spiegel ist seit März 2012 Hauptgeschäftsführer des katholischen Entwicklungshilfswerks MISEREOR.

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Begrenzte

Hoffnung Rund 1,5 Millionen Migranten leben mittlerweile in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana – und täglich werden es mehr. Doch der Traum eines besseren Lebens erfüllt sich für die meisten Zuwanderer nicht. Stattdessen kämpfen die Gestrandeten in den stetig wachsenden Armenvierteln täglich ums Überleben. Seit die US-Regierung die Migrationsgesetze verschärfte, gilt die Grenze zwischen Tijuana und San Diego als gefährlichste der Welt. Ein Besuch. Text: Sandra Weiss; Foto: Meinolf Koessmeier

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Thema

Abraham

Miguel

Mit 16 Jahren schaffte es Abraham aus Mexiko zum ersten Mal ins Land der Verheißung. In Alabama (USA) arbeitete er auf dem Feld und lernte seine spätere Frau kennen. Alles lief nach Plan. Bis zu jenem Tag im November 2010. Damals geriet er in eine Polizeikontrolle und wurde abgeschoben. Heute hat der 23-Jährige keinen Kontakt mehr zu seiner Familie und lebt in Tijuana – ohne Geld, ohne festes Zuhause.

Der Zehnjährige lebt seit seiner Geburt in Tijuana. Miguels Eltern kamen vor 30 Jahren aus einem Dorf in den Bergen Zentralmexikos. Statt dem erhofften Glück erntete die Familie viel Leid. Miguels älterer Bruder Gustavo schloss sich einer Gang an und wurde ermordet. Miguel war damals sechs. Heute geht er gerne ins Jugendzentrum der Salesianer. Dort spielt er am liebsten Fußball.

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Zweimal schaffte es Abraham mit Hilfe von Schleppern über die Grenze in die Vereinigten Staaten. Zweimal wurde er aufgegriffen und nach Tijuana deportiert.

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n Tijuana nennen sie alle nur „la línea“, die Linie, und nirgendwo kann man ihr entgehen. Nicht einmal am Strand. Dort besteht die Grenze aus dicken Eisenstäben. Sie reichen 50 Meter weit ins Wasser und teilen selbst noch den Pazifik in erste und dritte Welt. Dazwischen kann man nur eine Hand durchstrecken oder auf die andere Seite blicken. In der Ferne zeichnet sich die moderne Hochhaus-Skyline von San Diego ab. „Vorsicht, Lebensgefahr!“, warnen verblasste Schilder auf Englisch und Spanisch. Bis vor ein paar Jahren konnten sich noch Verwandte von beiden Seiten an dieser Stelle treffen und sich die Hand reichen. Dann

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verschärfte die US-Regierung die Migrationsgesetze. Jetzt ist der Strand auf US-Seite militärisches Sperrgebiet. Ein paar Möwen suchen zwischen angeschwemmtem Müll nach Futter. Einige Kilometer weiter landeinwärts ist die Grenze eine Mauer: hoch und abweisend, mit Stacheldraht gespickt. An manchen Stellen ist sie sogar doppelt – sicher ist sicher. Ein Wellblechzaun auf mexikanischer Seite, dann der Todesstreifen mit Bewegungsmeldern, dann, auf US-Seite, ein drei Meter hoher Stacheldrahtzaun. Und immer wieder Wachtürme, Flutlichtanlagen, weiße Geländewagen der „Border Patrol“ und bedrohlich niedrig fliegende Hubschrauber.


Thema

Geografie der Gestrandeten Die 3.200 Kilometer lange Grenze zwischen Mexiko und den USA ist eine der bestbewachten der Welt. Sogar aus der Luft ist sie zu sehen: eine Trennlinie, wie mit dem Lineal gezogen. Dahinter, auf mexikanischer Seite, ein Sammelsurium von staubigen Häusern und Hütten, die sich wie zufällig dahingeworfene Streichholzschachteln über die hügelige Wüstenlandschaft erstrecken. 1,5 Millionen Gestrandete leben hier laut dem letzten Zensus. Und täglich werden es mehr. Die, die auf die andere Seite wollen. Und die, die von der anderen Seite deportiert wurden. Abraham Nicolás war 16, als er zum ersten Mal nach Tijuana kam. Eine Woche dauerte seine Reise aus Yucatán im Südosten Mexikos bis nach Tijuana in den äußersten Nordwesten – rund 5.000 Kilometer legte er als blinder Passagier auf einem Güterzug, als Anhalter oder mit billigen Überlandbussen zurück. Abraham war jung, abenteuerlustig und wollte anders leben als sein Vater, der die elfköpfige Familie mit mühseliger Landarbeit gerade so über die Runden brachte. Das war vor

sieben Jahren, als die Grenze noch porös und der Schlepper noch billig war. Abraham schaffte es im ersten Anlauf ins Land der Verheißung. Er lernte Englisch, arbeitete auf dem Feld, dann auf dem Bau und lernte in Alabama seine spätere Frau kennen. Auch sie war eine „Illegale“ aus Honduras. Der gemeinsame Sohn Jesús wurde geboren. „Ich hatte ein Auto, ein Handy und eine Wohnung. Wir konnten ab und zu essen gehen oder ins Kino und uns neue Klamotten kaufen“, schwelgt Abraham in Erinnerungen. Sein Traum hatte sich verwirklicht. Bis zu jenem Tag im November 2010. In einer Verkehrskontrolle wurde er herausgefischt, weil ein Scheinwerfer nicht funktionierte. Abraham hatte zwar einen Führerschein – aber auch ein Vorleben: Anzeigen wegen Schlägereien, diverse Verkehrsdelikte, eine Festnahme wegen Marihuana-Besitzes. „Abschiebehaft“ lautete das Urteil der Migrationsbehörde. Mit Handschellen und Fuß-

Als Freiwilliger hilft Abraham bei den Salesianern in der Küche aus und darf dafür in der Einrichtung schlafen.


Thema

Migrantenzentrum „Padre Chava“ in Tijuana Rund 1.000 Menschen erhalten jeden Morgen im neu gebauten Migrantenzentrum „Padre Chava“ in Tijuana ein warmes Essen. Im Schnitt verarbeiten die Freiwilligen für jedes Essen 70–120 kg Huhn, 85 kg Maisfladen (Tortillas), 30–35 kg Reis, 35 kg Bohnen. Einschließlich der Kosten für Strom, Wasser, Gas und das Wegwerfgeschirr, das aus hygienischen Gründen benötigt wird, kostet jedes Essen zwischen 12.000 und 15.000 Pesos (rund 730–910 Euro). Die 40 Helfer arbeiten alle ehrenamtlich.

fesseln wurde Abraham ins Flugzeug gesetzt, danach mit einem Minibus an die Grenze gefahren und mit nichts als einem Deportationsbefehl in der Tasche ausgesetzt im Niemandsland zwischen dem US-amerikanischen und dem mexikanischen Grenzposten in Tijuana. Orientierungslos stolperte er über die Grenzbrücke. In Tijuana, wo die Nächte klirrend kalt und die Tage glühend heiß sind, schlief er unter Brücken, in billigen Absteigen oder in der Kanalisation. Er schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch, wie so viele andere Abgeschobene auch. Er sparte sich jeden Groschen vom Mund ab, um zu seiner Familie zurückzukehren. Einmal hatte er es schon fast geschafft, doch kurz vor Alabama wurde der Minibus mit den Migranten bei einer Straßenkontrolle entdeckt. 3.000 Dollar hatte er dem Schlepper bezahlt. Abraham wurde zum zweiten Mal deportiert und erhielt als „gefährlicher Volksfeind“ zehn Jahre Einreiseverbot. Heute ist Abraham 23 Jahre alt und weiß nicht weiter. Seinen vierjährigen Sohn hat er seit zwei Jahren nicht mehr gesehen, seine Frau will nichts mehr von ihm wissen, zu seiner mexikanischen Familie hat er keinen Kontakt mehr. Zwei Jahre ohne Halt. Abraham ist ein Gestrandeter, ein Grenzgänger zwischen den Welten. Da, wo er sich zu Hause fühlt, darf er nicht hin. Da, wo er herkommt, fühlt er sich nicht zu Hause. Solange sie Geld in die Heimat überweisen, sind Migranten die Helden. Einmal abgeschoben kosten sie die Familie Geld und sind eine Last. Tausend Mal hat er seine wilden Jugendjahre seither bereut. Aber es ging nur weiter bergab. Seine Papiere gingen bei dem rastlosen Leben auf der Straße verloren. Seither ist Abraham Freiwild für die Polizei. Mehrmals nahm sie ihn schon fest. Wenn er gerade Geld hatte, konnte er sich freikaufen, sonst musste er zwei, drei Tage im Knast verbringen. Nun sitzt er in der Küche der Salesianer im Zentrum von Tijuana und schält Ananas für das Armenfrühstück. Schon bald nach seiner Abschiebung hörte der 23-Jährige von anderen Deportierten von der Speisung der Salesianer und ist seitdem Stammgast. Seit ein paar Monaten hilft er als Freiwilliger mit und darf dafür nachts in der Einrichtung schlafen. „Hier bin ich sicher vor der Polizei und helfe den anderen Migranten“, sagt er. Außerdem hat er etwas zu tun: kochen, putzen, Essen austeilen, reparieren. Fast tausend Menschen pro Tag verköstigt die Einrichtung, die nur einen Steinwurf vom wichtigsten Grenzübergang entfernt ist. Doch nicht nur ein warmes Essen gibt es hier von acht bis elf Uhr morgens, sondern auch Kleider und Schuhe. Man kann sich die Haare schneiden, kleine Wehwehchen versorgen lassen oder kostenlos mit Angehörigen in den USA telefonieren.


Thema

»Unsere Arbeit ist präventiver Natur. Der Drogenhandel ist allgegenwärtig. Die Jugendzentren der Salesianer bieten offene Räume, in denen sich die Kinder und Jugendlichen entfalten können.« Als Leiter von sechs Jugendzentren setzt sich Pater Raul in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana für junge Menschen ein. Das ausführliche Interview mit P. Raul lesen Sie im Internet unter www.donbosco-magazin.de

40 Helfer sorgen für den reibungslosen Ablauf. Kein Freiwilliger, nicht einmal die Leiterin Margarita Andonaegui, bekommt ein Gehalt. Angefangen hat das Projekt vor 15 Jahren mit der Verköstigung von acht Straßenkindern, die immer vor dem Büro der Salesianer schliefen. Es wurden immer mehr, je undurchlässiger die Grenze wurde. „Und wie durch ein Wunder haben wir es immer geschafft, alle zu verköstigen und genügend Freiwillige zu bekommen“, sagt der Salesianerpater Ernesto Hernández, der für die Armenspeisung zuständig ist. Solidarität hat Hernández von vielen Seiten erfahren: von Don Bosco Mission aus Deutschland genauso wie von der Zentralregierung in Mexiko-Stadt, die das neue, größere Gebäude vor zwei Jahren mitfinanziert hat, von ortsansässigen Firmen, Privatleuten und Restaurants, von der staatlichen Menschenrechtskommission – ja sogar von ausgewanderten Migranten, denen hier einmal geholfen wurde, und die nun selbst Säcke mit Bohnen und Reis schicken.

„Migranten gelten hier als Kriminelle“ Dem Bürgermeister hingegen, der Tijuana als moderne, saubere Stadt darstellen will, ist die Einrichtung ein Dorn im Auge. Regelmäßig macht die Stadtpolizei Jagd auf die Gestrandeten. „Migranten gelten als Kriminelle“, seufzt Padre Ernesto, „dabei ist die Innenstadt viel sicherer geworden, seitdem sie nicht mehr hungern müssen.“ Doch wegen dieses Stigmas achtet Hernández besonders auf die Einhaltung strikter Regeln. Die Schlange, die

sich schon ab sechs Uhr früh vor dem Gebäude bildet, ist ruhig und geordnet. Wer krakeelt, raucht oder unter Drogen steht, wird fortgeschickt. Abraham ist einer der Ordner. Das gibt ihm das Gefühl, aufgehoben und nützlich zu sein. Inzwischen hat er mit Hilfe der Salesianer eine neue Geburtsurkunde beantragt. Der erste Schritt zum Neuanfang. Miguel könnte der nächste Abraham werden. Oder es könnte ihm ergehen wie seinem großen Bruder, der seit vier Jahren auf dem Friedhof liegt. Mit 16 wurde Gustavo entführt, gefoltert und dann erschossen. An einem Sonntagabend wurde er zuletzt gesehen; vor dem Supermarkt in der Vorstadt Sánchez Taboada, keine zehn Minuten von zu Hause entfernt. Am Montag fand die Polizei seine Leiche zusammen mit 14 weiteren Toten nahe des Grenzstreifens. „Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe. Ich habe mich doch immer um ihn gekümmert, geschaut, dass er nachts nach Hause kommt“, sagt seine Mutter Silvia Lara mit Tränen in den Augen. Tagsüber arbeitet sie als Putz- oder Bügelfrau bei bessergestellten Familien. Im Wohnzimmer erinnert ein verblichenes Foto an den pubertierenden Teenager: weite, tief sitzende Hose, die Baseballkappe falsch herum ins Gesicht gezogen, drei Finger abgespreizt: das Zeichen der „Cholos“, eine der vielen kriminellen Jugendbanden von Tijuana. Seine Mutter bekam nicht mit, als er irgendwann anfing, die Schule zu schwänzen. Die Lehrer sagten nichts, der Junge wurde immer wortkarger. Es war die Zeit, als sich zwei Drogenkartelle eine erbitterte Schlacht um Tijuana lieferten. Jeden Tag starben 15 oder 20 Menschen. Die Gerichtsmediziner kamen gar nicht mehr nach. Auch im Falle von Gustavo wurde nie ermittelt. Sie solle das Ganze besser auf sich beruhen lassen, sagte der Po-

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Miguel liebt Fußball. Beim letzten Turnier der SalesianerJugendzentren gewann er als Torschützenkönig einen Pokal.

lizeichef der fragenden Mutter. Silvia gehorchte. „Wenn ich nicht lockerlasse, womöglich selbst recherchiere, dann wird alles nur noch schlimmer. Und ich habe ja noch die beiden großen Mädchen und ihn hier“, sagt die 48-Jährige und deutet mit einem kleinen Kopfnicken in Miguels Richtung. Architekt soll er einmal werden, wenn es nach seinem Vater geht. Vor allem aber: ein guter Mensch. Jetzt rennt der kleine Junge wieselflink hinter dem Ball her, umdribbelt zwei größere Gegner und haut das Leder mit einem knallharten Schuss ins Netz. Miguel reißt die Arme in die Höhe und macht einen freudigen Luftsprung. Tor Nummer fünf für den Mittelstürmer. Damit geht sein Team Domingo Savio beim Turnier der Salesianer-Jugendzentren in Führung. Und der Zehnjährige mit dem Bürstenhaarschnitt ist Torjäger Nummer eins. Beim letzten Turnier hat Miguel mit seinen gerade einmal 1,27 Metern als bester Torschütze einen Pokal gewonnen, fast so groß wie er selbst. Auf den ist er stolz wie Oskar. Sonst ist er eher ein mittelmäßiger Schüler, der oft schwänzt, im Kunstunterricht lieber seine Banknachbarn anmalt und in Spanisch fünfmal auf die Toilette rennt. Einer, der seinen eigenen Willen hat und oft rebelliert. Miguel liebt dicke Autos, Kampfhunde und Narcocorridos, die schmissigen Balladen, in denen die Heldentaten der Drogenmafia besungen werden.

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Verlorene Illusionen Miguels und Gustavos Eltern kamen vor 30 Jahren aus einem ärmlichen Dorf in den Bergen Zentralmexikos. Sie suchten Arbeit. Damals war die Grenzstadt, in der schon Gangsterboss Al Capone Zuflucht gefunden hatte, die Vergnügungsmeile halbwüchsiger US-Amerikaner. Bars, Kasinos und Bordelle reihten sich auf mexikanischer Seite aneinander. Die Investoren saßen meist in den USA, viele gehörten der Unterwelt an. In Tijuana waren Alkohol und Drogen billiger, die Frauen schöner, und die gut geschmierte Polizei schaute weg. Der Tourismus boomte, die Grenze war unbefestigt. Miguels Vater Gustavo Morales fand Arbeit als Tagelöhner auf dem Bau. Hüben wie drüben, die Formalitäten spielten keine Rolle. Das sprach sich rasch herum. Hunderttausende strömten aus den ärmeren Gegenden Mexikos an die Grenze. Von nicht einmal 20.000 Einwohnern in den 30er-Jahren wuchs die Stadt auf mittlerweile 1,5 Millionen. Die Lebenssituation war damals völlig chaotisch: Es gab keine Wasser- und Stromanschlüsse, keine Straßen, keine Grundbücher. Jeder baute irgendwo eine Hütte aus dem Material, das er gerade fand. Die porösen Hügel wurden mit alten Autoreifen befestigt. Einen zweiten Boom brachte der 1994 in Kraft getretene Freihandelsvertrag zwischen den USA, Kanada und Mexiko. Danach siedelten sich hunderte von Fertigungsbetrieben, sogenannte Maquilas, in Tijuana an, wo die Arbeitskraft billiger, die Steuern niedriger, die Behörden bestechlicher und die Arbeits- und Umweltgesetze laxer


Thema

Die sechs Jugendzentren der Salesianer in den Armenvierteln Tijuanas

Vor vier Jahren hat die Familie Gustavo verloren. Miguels Bruder schloss sich einer Jugendgang an und wurde erschossen. Der Mord an dem damals 16-Jährigen wurde nie aufgeklärt.

waren. Wieder ein Boom in der Grauzone. Wieder saßen die großen Profiteure auf der anderen Seite der Grenze. Danach kam der dritte Boom – diesmal komplett illegal: Durch die Befestigung der Grenze wurde es immer lukrativer, Drogen, Waffen und Menschen zu schmuggeln. Dieser Boom machte noch weniger Menschen reich – und er brachte noch mehr Mord und Leiden. Das Viertel Sánchez Taboada sieht immer noch nicht viel besser aus als vor 20 Jahren. Aber wenigstens gibt es jetzt das Jugendzentrum und die Grundschule der Salesianer. Genau auf der Anhöhe zwischen zwei Stadtvierteln. Dort, wo sich früher die verfeindeten Jugendbanden bis aufs Blut bekämpften. Die Zugehörigkeit zum Viertel, das

Die Salesianer unterhalten in den Armenvierteln Tijuanas sechs Jugendzentren, in denen rund 6.000 Kinder aus schwierigen Verhältnissen betreut werden. In zwei der Zentren gibt es auch eine Grundschule. Dort werden rund 200 Kinder unterrichtet. Im Gegensatz zu staatlichen und privaten Schulen nehmen die Salesianer auch Kinder ohne Papiere auf und kümmern sich um deren amtliche Registrierung. Die Zentren leben von Spenden und dem Engagement der Nachbarn. Viele ehrenamtliche Betreuer sind ehemalige Schüler, die inzwischen das Abitur machen oder studieren. Die Salesianer gehörten zu den ersten, die sich der Migrations- und Gewaltproblematik annahmen. In diesem Jahr feiern sie das 25-jährige Bestehen ihrer Sozialpastorale in Tijuana.

Verbundensein mit der Bande, waren der einzige Halt für Jugendliche, deren Mütter den ganzen Tag über in der Maquila schufteten, deren Väter sich auf die andere Seite der Grenze abgesetzt hatten, deren Stiefväter sie misshandelten. Nun spielen rund 500 Jugendliche im Zentrum Fußball und Volleyball, tanzen, lernen und singen. Noch immer hat jedes Viertel seine eigene Identität, noch immer sind die Drogenbanden omnipräsent. Aber sie sind diskreter geworden. Und das Salesianerzentrum ist nicht nur eine von allen respektierte, neutrale Zone, sondern auch eine Chance auf ein anderes Leben für Jungs wie Miguel, die auf einer dünnen Linie balancieren.


Endstation

Sehnsucht

Gladys kam vor elf Jahren aus Paraguay nach Argentinien – ihrem damaligen Mann zuliebe. Verbessert hat sich ihre Lebenssituation nicht: Auch heute lebt die fünffache Mutter noch im Elendsviertel von Buenos Aires. Für ihre Kinder ist die „Villa“ ihr Zuhause. Sie kennen es nicht anders.


Familie

In der Hoffnung auf ein besseres Leben landen jährlich tausende Migranten in den Armenvierteln von Buenos Aires. Auch Gladys kam aus Paraguay, um sich mit ihrer Familie in Argentinien eine bessere Zukunft aufzubauen – und scheiterte. Für ihre Kinder ist der Slum ein Stück Heimat. Hier sind sie aufgewachsen, hier haben sie ihre Freunde. Ein Besuch in Villa Itatí, dem größten Armenviertel der Stadt. Text: Anke Spiess; Fotos: Markus Matzel

D

er Himmel über Buenos Aires ist fast schwarz an diesem frühen Morgen. Die ganze Nacht hat es geschüttet. Es regnet immer noch, als uns Carlos Romanín, Mitarbeiter bei Don Bosco, von unserer Unterkunft im Zentrum abholt. Eine gute halbe Stunde ist das größte Armenviertel von Buenos Aires, Villa Itatí, entfernt. „Die Villa entstand vor 45 Jahren“, erzählt Carlos, der hier nur „Coco“ genannt wird. Inzwischen leben mehr als 45.000 Menschen in Itatí. Fast ein Drittel sind Migranten, die sich in Argentinien eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder erhoffen. Die meisten kommen aus Paraguay, Bolivien, Brasilien und Mexiko. Der Großteil ist über die „Grüne Grenze“ gekommen. „Probleme mit Aufenthaltsgenehmigungen gibt es kaum, denn mit dem ersten in Argentinien geborenen Kind hat die ganze Familie das Recht zu bleiben“, erklärt Coco und steigt ins Auto.

Der Hoffnungslosigkeit entfliehen Mit seinem Geländewagen geht die Fahrt schaukelnd und rumpelnd in die Villa. Der Regen hat die buckeligen Erdwege in knöcheltiefen Matsch verwandelt. Coco grüßt ein paar Jugendliche, die uns Fremde misstrauisch beäugen. Ein junger Mann läuft hektisch hin und her. „An seinem gehetzten Blick und seinen nervösen Zuckungen sieht man, dass er auf Droge ist“, erklärt Coco und fügt hinzu: „Hier in Itatí werden viele unterschiedliche Drogen genommen. Schon Kinder fangen damit an. Gerade ist Boxiran in Mode, ein Spezialkleber, den die Jugendlichen schnüffeln.“ Der Kleber nimmt den Hunger und jegliche negative Gefühle. Viele junge Slumbewohner schnüffeln, um für ein paar Stunden der Hoffnungslosigkeit zu entfliehen.

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Familie

Und dann wäre da noch Paco, eine der gefährlichsten Drogen auf Kokainbasis. „Wer diese Droge nimmt, lebt nicht mehr lange“, sagt Coco und erzählt weiter: „Die Kids sterben schon nach drei Monaten. Sie und ihre Familien gehen durch die Hölle.“ Die Droge ist heimtückisch. Sie raubt den Schlaf und macht extrem abhängig. Die Kinder beklauen selbst ihre Familien, um an den Stoff zu kommen. Don Bosco hat mit dem „Centro de la Noche“ in Buenos Aires eine Anlaufstelle für Jugendliche eingerichtet. Hier können sie nach Einbruch der Dunkelheit herkommen, können etwas essen und werden betreut. Beschäftigung ist wichtig, dadurch werden die Jugendlichen abgelenkt und denken nicht ans Schnüffeln. Die Häuschen aus Kartonage, Holzbrettern und Wellblech, die immer wieder am Wegesrand auftauchen, halten dem Dauerregen kaum stand. „Hier leben keine Migranten“, erklärt Coco, „diese Baracken gehören Argentiniern.“ Im Gegensatz zu vielen Einheimischen legen die meisten Zuwanderer großen Wert darauf, ein richtiges Haus aus Stein zu haben. „Vor allem Paraguayer erkennt man daran, dass sie zuerst ein solides Haus bauen, wenn sie nach Itatí kommen“, sagt Coco und deutet auf einige Steinhäuser am Hang. Sie sind die Konstrukteure,

Das „Centro de la Noche“, ein Jugendzentrum der Salesianer Don Boscos, ist jeden Abend gut gefüllt. Dort bekommen die Mädchen und Jungen eine warme Mahlzeit und spielen miteinander.

Die Cartoneros gehören zum Stadtbild von Buenos Aires. Manche ziehen mit Pferdewagen los, andere haben nur einen Einkaufswagen.

die Maurer und Elektriker und gelten als fleißig. Von vielen Einheimischen werden sie missgünstig beäugt. „Warum geht es denen besser als uns Argentiniern?“, denken viele. Die Bolivianer sind dafür bekannt, dass sie kleine Verkaufsstände eröffnen und dort Obst und Gemüse feilbieten. Fast alle hier, egal ob Argentinier oder Migranten, sind Müllsammler, ziehen mit ihren Karren in die Hauptstadt, um dort Wiederverwertbares einzusammeln.

Für eine Handvoll Pesos Bei Don Bosco versucht man, die Menschen in ihren Möglichkeiten zu fördern. So unterstützen die Salesianer eine Kooperative mit 2.000 Mitgliedern, die die gesammelten Kartons, Plastikflaschen, Blechdosen und Glasflaschen reinigt, sortiert, zerkleinert und weiterverarbeitet und die Materialien verkauft. Der sonst übliche Zwischenhandel ist dadurch ausgeschaltet, sodass die Verkaufserlöse der Kooperative selbst zugutekommen. Für ein Kilo gemahlene Plastikspäne bekommt die Kooperative 2,80 Pesos, umgerechnet rund 50 Cent. Heute allerdings arbeitet niemand. Der Regen war einfach zu heftig, alles ist nass geworden. Auch die Müll-


Familie

Im nördlichen Teil des Slums leben paraguayische und bolivianische Familien. Fast alle verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Sammeln von Wertstoffen.

sammler sind in der letzten Nacht nicht ausgeschwärmt, und sogar die Metallwerkstätten, in denen 20 Jugendliche ausgebildet werden, sind wegen Regens geschlossen. Coco nimmt uns mit in den Teil des Viertels, in dem es zumindest eine befestigte Hauptstraße gibt. Hier haben sich paraguayische und bolivianische Familien angesiedelt. Die meisten kamen, um ihren Traum von einem besseren Leben im reichen Argentinien zu verwirklichen, einige aber auch wegen des besseren Gesundheitssystems. „Es gibt einen regelrechten Gesundheitstourismus“, erklärt Coco. Viele Einwanderer, die sich in Buenos Aires behandeln ließen, landen später für immer in der Villa. Hier lebt auch die Paraguayerin Gladys Teresa Cordillera. Mit 23 lernte sie ihren späteren Mann kennen und verliebte sich. Er war auf Besuch in ihrem Ort, hatte aber vorher schon einmal als paraguayischer Einwanderer in Itatí gewohnt. Dorthin wollte er zurück. Das Leben in Argentinien sei so viel einfacher und die Zukunft rosig, versprach er ihr. Das war vor 20 Jahren. Heute ist Gladys 43 und lebt immer noch in der Villa, dem Elendsviertel. Stolz zeigt Gladys ihr Steinhaus. Anfangs waren es nur zwei Zimmer. Mit den Kindern kam später ein ganzes Stockwerk dazu. Mühsame Überredungs- und Beschwichtigungsversuche hat sie das bei ihrem Mann gekostet – wie so vieles in den ersten Jahren. Denn der Mann, der sie nach Itatí brachte, war Alkoholiker, nahm Drogen und arbeitete nicht. Es gab viel Streit. Vor allem als ihre vier Töchter noch klein waren, war Gladys oft verzweifelt, sehnte sich zurück in ihre Heimat Paraguay. Dort ging es ihr besser. Zumindest gab es immer genug zu essen und sie hatte ihre Familie. Oft wollte sie zurück, doch die Reise wäre zu teuer gewesen und außerdem waren da schon die Kinder. In der Villa spürte sie die Vorbehalte der argentinischen Bewohner, die mit Neid dem Bau des Steinhauses zusahen. Eigentlich habe sie heute fast nur mit anderen Paraguayern zu tun, sagt die energiegeladene Frau, die vor Kurzem noch einen

Sohn bekommen hat. Sie arbeitete hart, sammelte Müll in Buenos Aires, schlug sich als Zimmermädchen durch, bis sie irgendwann ihrem Mann ein Ultimatum stellte: „Entweder Alkohol und Drogen oder ich!“ Er entschied sich für sie, änderte sein Leben und ging arbeiten. Von da an ging es bergauf. Die Familie konnte sich endlich etwas leisten: ein Bett, Geschirr und sogar ein paar Hühner. „Ich habe die erste Zeit nur wegen meines Glaubens überlebt“, sagt die lebhafte Frau und fügt rasch hinzu: „und weil ich meinen Mann so geliebt habe.“ Gladys wusste, warum ihr Mann trank und Drogen nahm: weil er sich schämte, ihr und den Kindern kein besseres Leben bieten zu können, und weil er die Trostlosigkeit des Slums nicht aushielt. Die meisten Slumbewohner bleiben ihr Leben lang in der Villa. Daran änderten bisher auch die Projekte der Salesianer Don Boscos nichts. Die Salesianer unterstützen mit Hilfe der Bonner Don Bosco Mission in Itatí einen Kindergarten und bieten verschiedene Berufsqualifizierungskurse, zum Beispiel als Gärtner, Schreiner oder Metallarbeiter, an. Trotzdem schafft es nur eine Handvoll Jugendliche, die Villa gegen ein besseres Leben einzutauschen. Auch die vier Töchter von Gladys teilen dieses Schicksal. Zwar haben sie eine Schulbildung, aber für eine gute Arbeitsstelle reicht das nicht. Sie leben vom Müllsammeln.

Einmal Slum, immer Slum Gladys bringt uns zu einer Nachbarin, ebenfalls Paraguayerin. Alicia ist nicht zu Hause. Die alleinerziehende Mutter ist schon früh aufgebrochen, um in der Hauptstadt Plastik zu sammeln. Neun Personen leben in dem kleinen Häuschen von Alicia: ihre sechs Kinder, zwei Enkel und der Freund der ältesten Tochter Zoyla Elisabeth. Die 28-Jährige hat vor fünf Monaten ihr zweites Kind bekommen. Seitdem geht sie nicht mehr arbeiten. Sie ist froh, dass sie Kindergeld vom Staat bekommt. 180 Pesos (etwa 30 €) seien das im

Die Arbeit der Salesianer Don Boscos in Argentinien Bereits 1877 begannen die Salesianer Don Boscos mit ihrer Tätigkeit in Argentinien. Heute wirken rund 600 Salesianer in 117 Einrichtungen an 76 verschiedenen Standorten des Landes. Eine davon ist das „Centro de la Noche“ in Buenos Aires. Die Don Bosco Einrichtung liegt im Bahnhofsviertel, einer Gegend, wo Gewalt, Drogen und Prostitution stets präsent sind. Am späteren Abend sind die Türen des bunt bemalten Hauses für Jugendliche geöffnet, die entweder kein Zuhause haben oder nicht mehr dorthin zurück wollen. Im „Centro de la Noche“ können sie schlafen, bekommen eine Mahlzeit und verbringen ihre Abende mit Betreuern.

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Familie

Monat, sagt sie. Das Geld fließt in die Haushaltskasse der Familie, denn das, was ihre Mutter mit ihrer Arbeit verdient, reicht nicht. Manchmal, so sagt Zoyla, hätten sie am Tag nur 20 Pesos, etwa 3,50 € für Essen. „Dann gibt es für die ganze Familie eben nur Milch mit Nudeln.“ Zoyla und ihre erwachsenen Schwestern Paula und Daniela haben zwar die Schule besucht, finden aber nur selten Arbeit. „Wenn du aus Itatí kommst, winken die Patrones gleich ab“, sagt die 22-jährige Paula. Manchmal haben sie Glück und finden einen Job als Altenbetreuerin, Putzfrau oder Verkäuferin in einer Bäckerei, aber meistens ist das nur für ein paar Monate. Dann stehen sie wieder auf der Straße. Sie haben sich an dieses Leben gewöhnt, sie kennen es nicht anders. Ihre Mutter Alicia wünscht sich sehr, eines Tages wieder zurück in ihre Heimat Paraguay zu gehen. „Aber das sind nur Träume“, sagt Zoyla mit trauriger Stimme. „Wir sind hier stecken geblieben und müssen das Beste daraus machen.“ Sie und ihre Schwester wollen auch gar nicht nach Paraguay, für sie ist Villa Itatí ihre Heimat. Hier haben sie ihre Wurzeln und ihre Freunde. Der einzige Traum, den Zoyla hat, ist, dass sie vielleicht mal

ko n ta k t Wenn Sie mehr über die Einrichtungen und Projekte in diesem Heft erfahren wollen, wenden Sie sich bitte an Anne Sauff von Don Bosco Mission: Don Bosco Mission Sträßchensweg 3, 53113 Bonn Tel.: 0228 / 539 65 20 info@donboscomission.de www.donboscomission.de

Carlos, MItarbeiter von Don Bosco, wird im Armenviertel Villa Itatí von allen nur „Coco“ genannt.

genug Geld haben, um ihr Häuschen an einem besseren Ort in Itatí zu bauen. Denn hier gibt es kein Wasser. Mühsam müssen die Ältesten jeden Tag das Wasser in Eimern von einer Wasserstelle holen – 20 Minuten brauchen sie für einen 20-Liter-Eimer. Im Haus von Alicia wird dennoch viel gelacht. Alle halten zusammen, jeder packt mit an und teilt, um die Familie über Wasser zu halten. Die Familie fühlt sich sogar ein bisschen privilegiert, immerhin hat sie ein Schwein. „Alicia ist nach Argentinien gekommen, um es einmal besser zu haben“, sagt Zoyla über ihre Mutter, „aber Argentinien ist nicht das Paradies, das sie sich ausgemalt hat. Hier geht es jeden Tag ums Überleben.“ Gladys mahnt zum Aufbruch. Coco wartet, und sie muss noch einiges für einen Gottesdienst am Sonntag organisieren. Auf dem Rückweg ist sie still. „Immer wenn ich an meine Heimat Paraguay denke, wird mir schwer ums Herz“, erklärt sie ihr Schweigen. „Irgendwann“, so verrät sie, „will ich zurück in mein Dorf und dort ein schönes Leben führen.“ Vielleicht dann, wenn alle Kinder groß sind. Bevor sie ins Auto einsteigt, sagt Gladys leise: „Zumindest begraben werden möchte ich in Paraguay.“

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Hier und dort „Wir wohnen hier in der Mühle schon zwei Jahre. Vorher haben wir in einem ganz normalen Haus gewohnt. Ich bekomme oft Besuch von meinen Freundinnen. Die finden es total aufregend hier. Wir haben vier Stockwerke, in die man über eine Leiter kommt. Türen haben wir eigentlich nur eine – unsere Haustür.“

Foto: Fotolia

Marlene (9) wohnt mit ihren Eltern in einem kleinen Ort an der Küste Ostfrieslands in einer denkmalgeschützten Windmühle.

Mein Zuhause

Foto: Florian Kopp, Don Bosco Mission

„Ich freu mich sehr, dass wir wieder ein richtiges Zuhause haben und nicht mehr im Zelt schlafen müssen. Ich mag es, dass es hier so schön kühl und trocken ist. Auch viele unserer früheren Nachbarn sind zurückgekommen. Ihre Häuser wurden auch wiederaufgebaut.“ Latifah (7, links), ihr Vater und ihre Geschwister am Tag der Einweihung ihres neuen Hauses in Raheem-Jo-Dero, einem Dorf in der pakistanischen Provinz Sindh. Zuvor lebte die Familie zwei Jahre in einem Zelt. Ihr altes Haus wurde bei der Flutkatastrophe 2010 komplett zerstört.

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Was sind schon ein paar Kwacha?

Text: Clemens Tangerding; Foto: Don Bosco Mission

Neufraunhofen bei Landshut: Josef Schmid hält 25 Milchkühe auf seinem Bauernhof. Das Futter für die Tiere stammt von seinen eigenen Feldern. Zukaufen muss er nichts. Großbetriebe dagegen beziehen ihr Mastfutter hauptsächlich aus Südamerika. Das kostet weniger, als es selbst zu produzieren. Ihre Milch ist daher günstiger als die vom Bio-Bauern Schmid. Viele Menschen kaufen seine Milch trotzdem. Was sind schon ein paar Cent? Nichts. Ein Markt in Sambia: Die Frau betrachtet die angebotenen Waren. Wahrscheinlich kann sie längst nicht mehr so viel von ihrem Geld kaufen wie noch vor Kurzem. Die Preise für Nahrungsmittel erreichten 2010 und 2011 Rekordhöhen. Die Öffentlichkeit in den westlichen Ländern bekam davon nicht viel mit. Sie war viel zu sehr damit beschäftigt, über die Ursachen und Auswirkungen der weltweiten Finanz­ krise zu diskutieren. Dabei trug der Zusammenbruch der Banken mit dazu bei, dass die Frau heute weniger Lebensmittel kaufen kann als vor der Krise. Als die Finanzinstitute in Schwierigkeiten gerieten, steckten viele Anleger ihr Kapital in Anleihen von Agrarrohstoffen. Die Preise für Brot und andere Nahrungsmittel schossen in die Höhe, auch in Sambia. Aber was sind schon ein paar Kwacha? Viel.

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mittendrin

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Don Bosco

Flucht

in ein neues Leben Im Alter von 22 Jahren floh Charles Taban aus den Kriegswirren im Südsudan über Uganda nach Kenia – eine abenteuerliche und gefährliche Flucht, die ihn schließlich zu den Salesianern führte. Heute, vierzehn Jahre später, studiert er in Sizilien Theologie, um Priester zu werden. Danach will er wieder zurück in den Südsudan, um Flüchtlingskinder zu unterrichten. Denn – und davon ist Br. Charles überzeugt – seine Heimat ist nur zu retten, wenn in Bildung investiert wird. Text: Angelika Luderschmidt; Fotos: Engelbert Reineke, Don Bosco Mission

Mehr als ein halbes Jahr dauerte die Flucht von Charles Taban, bis er in ein Projekt der Salesianer Don Boscos kam und seinen Schulabschluss nachholte. Heute studiert der 36-Jährige Theologie in Sizilien.


Der Südsudan wird auch der Brotkorb Afrikas genannt. Der Boden ist fruchtbar, die klimatischen Verhältnisse sind günstig. Doch der fast 50-jährige Krieg hat die Bauern vertrieben. Das Wissen um landwirtschaftliche Methoden ging verloren. Die schlechten Bedingungen im Land treffen vor allem die Kinder. Nirgends sonst ist die Schulbildung so schlecht wie im Südsudan.

K

eine Nahrung, kein Wasser, kein Geld – wie viele Tage er genau unterwegs war, das weiß Bruder Charles Taban heute nicht mehr. 14 Jahre ist es her, dass Charles aus seiner Heimat Südsudan floh. Damals war er 22 und ließ in einer Nacht-und-Nebel-Aktion alles zurück: seine Familie, seine Freunde, sein Zuhause, sein vertrautes Umfeld. Mit sechs anderen jungen Männern machte er sich auf den Weg ins Ungewisse, einfach nur weg, um nicht kämpfen zu müssen. Damals herrschte Krieg im Sudan, ein grausamer, ein schmutziger Krieg, der am Ende rund zwei Millionen Opfer fordern sollte und zu dem Zeitpunkt bereits seit mehr als 15 Jahren wütete. Fast Charles‘ ganzes Leben lang. Der Auslöser für einen der längsten Bürgerkriege Afrikas: 1983 wurde die lang ersehnte Teilautonomie der Südprovinzen wieder aufgehoben und flächendeckend die islamische Rechtssprechung (Scharia) eingeführt. Der Konflikt zwischen der Sudanesischen Regierung und Rebellengruppen, die sich für einen unabhängigen Staat Südsudan einsetzten, flammte wieder auf und sollte mehr als zwei Jahrzehnte dauern. Erst 2005 unterzeichneten der Norden und Süden einen Friedensvertrag, der dem Süden Autonomie zusicherte. Mit großer Mehrheit sprach sich der Süden in einer Volksabstimmung Anfang

Der Krieg im Sudan kostete am Ende rund zwei Millionen Menschen das Leben. 2011 für die Unabhängigkeit aus, und im Juli 2011 entstand als bisher jüngster Staat der Erde der Südsudan. Wenn Br. Charles heute erzählt, klingen seine Schilderungen wie das Drehbuch eines Actionfilms. Obwohl manche Erinnerungen verblasst sind, weiß er jede der vielen Stationen seiner Flucht noch genau: Zuerst landeten er und die anderen in einer Stadt, die von Rebellen besetzt war, ca. 50 Kilometer nördlich seines Heimatdorfs. Abermals wollte man ihn und die anderen zwingen, zu kämpfen. Die Gruppe bettelte, wieder fortgehen zu dürfen. Jemand half ihnen – wie so oft auf der Flucht. Nach mehreren Wochen durften sie die Stadt verlassen. „Wir mussten weiter, wir hatten gar keine andere Wahl. Aber diesmal wussten wir, wohin wir wollten“, erzählt Br. Charles Taban. Ihr Ziel: Uganda. In der Hauptstadt Kampala, so erzählte man ihnen, gäbe es Arbeit. Doch wie sollten sie die Hunderte von Kilometern bis dorthin zurücklegen? Ohne Geld eine schier unlösbare Aufgabe.

Plötzlich stand Charles alleine da. Die anderen jungen Männer gaben auf und kehrten um, entkräftet, hungrig, desillusioniert. Doch er wollte nicht. „Das hätte doch so ausgesehen, als kapitulierte ich“, sagt Br. Charles im Rückblick. Seinen eigenen ganz privaten Krieg gegen Hunger, Kälte und Schmerz wollte er nicht verlieren. Er musste weiter. Jemand nahm ihn im Auto mit, nachdem ihm Charles bei Ankunft in Kampala Geld versprochen hatte, eine verzweifelte Lüge. Unterwegs dann der schwere Unfall: Der Fahrer stand unter Drogen, verlor die Kontrolle über den Wagen. Taban landete mit Kopfverletzungen im Krankenhaus. Dort kümmerten sich Don Bosco Schwestern um ihn. „Nach einigen Tagen Behandlung haben sie mir Geld für ein Busticket nach Kampala gegeben, einfach so“, sagt Br. Charles und lächelt. Auch in Kampala blieb er nicht lange. Wenige Tage später stand er schon wieder an einer Bushaltestelle und machte sich von Uganda auf zu einer zwölfstündigen

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Don Bosco

Busreise Richtung Kenia – stehend, weil das Geld für einen Sitzplatz nicht reichte. In Nairobi, so wusste Taban aus seiner Schulzeit bei den Salesianern, gäbe es zwei Bischöfe, die ihm helfen könnten. Und tatsächlich: Nach mehrtägigem Herumirren auf der Suche nach Nahrung und einem warmen Schlafplatz brachte man ihn zu den Salesianern Don Boscos in ein Projekt für Straßenkinder. „Dort nahm ich zum ersten Mal wieder Kontakt zu meinen Eltern auf“, erzählt Taban, die Hände vor der Brust gefaltet. Sieben Monate waren inzwischen vergangen. Nun schien Taban endlich angekommen, konnte den Highschoolabschluss nachmachen. 2001 hatte er das ersehnte Zeugnis in der Hand. Der junge Südsudanese

»In der Bildung liegt die Zukunft des Sudan.« Charles Taban

einen Pass noch die Perspektive auf Ausbildung haben. Doch viel Zeit für die rund 400 „Darfur Boys“ blieb ihm nicht. Zu viel Verwaltungskram war zu bewältigen, der allein auf seinen Schultern lastete. Charles fühlte sich überfordert, machte Fehler. Ihm fehlte die nötige Ausbildung für solch administrative Aufgaben. Die Salesianer sahen, dass sie dem Neuling vielleicht zu viel zugemutet hatten, und gönnten ihm eine Pause. Statt zu verschnaufen, zog es Charles wieder in seine Heimat Südsudan. Dort schien ihm die Situation der

fasste einen Entschluss: Er wollte Salesianer werden, um Kindern und Jugendlichen zu helfen, die in einer ähnlichen Lage waren wie er. „Ich wollte dahin, wo die Not am größten ist, zu den jungen Flüchtlingen“, sagt Taban und greift sich an das Kreuz, das an einem blauen Band um seinen Hals hängt. Drei Jahre später schloss sich der Kreis. 2007 kam er in das Land zurück, aus dem er einst geflohen war. Charles ging nach El Obeid in den Nordsudan. Dorthin kommen Jugendliche aus dem Flüchtlingslager Darfur, die weder

Sudan

L ä n d er p r o f i l Südsudan

Äthiopien

Süd-sudan

a m er i k a

Juba

e u r o pa Kongo

Hauptstadt Bis zur Teilung im Juli 2011 war der Gesamtsudan der flächenmäßig größte Staat Afrikas. Seit der Unabhängigkeit ist Juba die Hauptstadt und der Regierungssitz des Südsudan. Einwohnerzahl ca. 10 Millionen Landessprache Laut der Übergangsverfassung ist Englisch die einzig offizielle Amtssprache; alle einheimischen (Stammes-)Sprachen sind jedoch ebenfalls als Landessprachen anerkannt, daneben wird auch Sudan-/Dschuba-Arabisch im ganzen Land gesprochen.

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Kenia Uganda

afrika

asien

australien S ÜD a m er i k a

Religionen/Kirchen überwiegend Christentum (Katholiken, Anglikaner, Protestanten) sowie lokale Religionen/Volksreligionen und Islam


Links: In den Flüchtlingscamps im Norden starteten die ­Salesianer eine Schuloffensive. Heute sind die Camps geschlossen, die Menschen in den Süden zurückgekehrt. Rechts: Schüler, wie hier in Wau, träumen davon, ihr Land wieder aufzubauen.

Jugendlichen am ausweglosesten. Rund 90 Kilometer nördlich seines Geburtsorts, in Tonj, unterrichtete er Kinder an einer Schule der Don Bosco Schwestern. „Es war schön, wieder zu Hause zu sein. Die Arbeit war unglaublich erfüllend“, sagt Br. Charles heute. In Tonj, merkte er schnell, kann er etwas ausrichten, kann die Jugendlichen formen, ihnen den Weg in ein gelingendes Leben zeigen. Jeden Abend verbrachte er Zeit mit den Flüchtlings- und Rückkehrerjungen, redete und spielte mit ihnen. Auch ihr aggressives Verhalten, ihre Wut konnte er verstehen. Im Juni 2011 brach er auf nach Sizilien. Ein neuer Lebensabschnitt begann: die Vorbereitung auf das

Seit der Unabhängigkeit streiten sich der Südsudan und Sudan um die Grenzziehung und die reichhaltigen Ölvorkommen. Dies führt immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Nach insgesamt fast 40 Jahren Bürgerkrieg ist der Südsudan auf internationale Hilfe angewiesen. Im jüngsten Staat der Erde muss die gesamte Infrastruktur neu aufgebaut werden. Es fehlt nicht nur an Schulen, Straßen, Krankenhäusern, kommunalen Verwaltungseinrichtungen und sauberem Trinkwasser, sondern auch an dem nötigen Know-how und Fachkräften. Zudem müssen jährlich hunderttausende zurückkehrende Binnenflüchtlinge wiedereingegliedert werden. 90 Prozent der Bevölkerung im Südsudan leben nach UN-Schätzungen von weniger als umgerechnet einem US-Dollar pro Tag. Ein Großteil der Bevölkerung ist auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Eine Privatwirtschaft konnte sich der junge Staat bisher noch nicht aufbauen. Fast alle Produkte bezieht der Südsudan über die Nachbarländer Uganda und Kenia.

Don Bosco

Priesteramt, das Studium der Theologie. „Das war schon komisch, dass ich auf einmal wieder die Rolle wechselte und wieder Schüler war. Kurz zuvor war ich noch der Chef, stand vor der Klasse, nun musste ich zuhören, was dort vorne jemand zwei bis drei Stunden erzählte“, sagt Br. Charles und lacht herzlich. Läuft alles nach Plan, wird er sein Studium 2015 beenden. Dann will er wieder zurück in den Südsudan und dort Jugendliche unterrichten. Mehr als 4,5 Millionen Menschen wurden während der Bürgerkriege aus ihren Heimatdörfern im Südsudan vertrieben. Seit 2009 sind bereits 2,2 Millionen von ihnen zurückgekehrt, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Dabei ist die Situation im Südsudan katastrophal. Nur ein Drittel der Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Müttersterblichkeit im Südsudan ist die höchste der Erde. In der ganzen Welt gibt es laut eines UNESCO-Berichts keine schlechtere Schulbildung. In den Ferien reist Bruder Charles regelmäßig nach Hause in den Südsudan. Seine elf Geschwister und Eltern berichten ihm dann von der Lage vor Ort. Ihre Schilderungen bestärken ihn in seinem Wunsch, zurückzukehren und zu helfen. Charles Taban will wieder Jugendliche unterrichten, damit sie eine Chance haben, der Armut zu entfliehen. Und nicht zuletzt, damit seine Heimat eine Zukunft hat. Br. Charles rückt sein übergroßes Jackett zurecht und sagt: „Ich werde bald wieder unterrichten. Denn in der Bildung liegt die Zukunft des Sudan.“

Salesianer Don Boscos und Don Bosco Schwestern im Südsudan Mit dem Ende des Bürgerkriegs 2005 kehrten hunderttausende Flüchtlinge aus dem Norden und aus den angrenzenden Ländern zurück in den Süden – in ein Land ohne jede Infrastruktur. An vier Standorten (Wau, Tonj, GumbaJuba und Maridi-Manguo) unterstützen die Salesianer den Wiederaufbau im Bereich der Pastoral, der Jugendarbeit, dem Gesundheitswesen, der Landwirtschaft und insbesondere in der Grund-, Sekundar- und Berufsbildung. Die Don Bosco Berufsschule in Wau ist eine der wenigen Orte für eine fundierte berufliche Ausbildung im Land. All dies geschieht größtenteils in Zusammenarbeit mit den Don Bosco Schwestern, die auch in Tonj, Wau und Juba aktiv sind. Weitere Gesundheitszentren und Schulen sind im Aufbau oder in Planung.

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Mein

Beruf ist meine Berufung! Seit neun Jahren betreut Wolfgang Kirchner in Bonn junge Menschen, die ein Jahr lang ins Ausland gehen, um sich dort in Projekten der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern um benachteiligte Kinder und Jugendliche zu kümmern. Fast ein Jahr bereitet Kirchner die Freiwilligen auf diese Aufgabe vor. Das DON BOSCO magazin hat ihn bei der großen Entsendungsfeier begleitet. Text: Angelika Luderschmidt; Fotos: Andreas Mesli

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W

o ist Wolfgang?“ „Hat jemand Wolfgang gesehen?“ „Ich hol mal eben Wolfgang.“ „Wooolfgaaang!“ Rund 100 Gäste – Volontäre, Eltern, Geschwister – sind an diesem warmen Sommertag zur großen Entsendungsfeier in die Don Bosco Mission nach Bonn gekommen. Und alle wollen etwas von Wolfgang Kirchner. Kirchner braucht an diesem Tag eine gute Kondition: Er wird viele Hände schütteln, viel laufen, viel reden und sogar tanzen. Kirchner ist bei Don Bosco Referent und Koordinator für Freiwilligendienste und hat auf die Entsendungsfeier der Volontäre lange hingearbeitet. Viel Organisation, viele Telefonate und viel bürokratischer Papierkram liegen hinter ihm. Insgesamt vier Seminare hat er mit den 28 jungen Frauen und Männern bereits abgehalten, um sie bestmöglich auf ihren einjährigen Auslandsaufenthalt vorzubereiten. Innerhalb eines knappen Jahres hat der dreifache Fa-


Don Bosco

olfgang ist für uns so etwas wie ein Papa, weil er sich um »Walles kümmert und sich um uns sorgt.« Maximilian, Don Bosco Volunteer

milienvater zu allen seinen „Schützlingen“ durch persönliche Gespräche und Begegnungen eine enge Beziehung aufgebaut. „Wolfgang ist für uns so etwas wie ein Papa, weil er sich um alles kümmert und sich um uns sorgt“, sagt Maximilian, während er sich ein Glas Wasser einschenkt. Er und die anderen Volontäre tragen heute alle knallrote T-Shirts mit der Aufschrift „Come to Bosco“. Später werden sie feierlich verabschiedet, bevor sie in Kürze die Reise in ihr Projektland antreten, um zwölf Monate lang in einer Don Bosco Einrichtung mit anzupacken. Für die jungen Frauen und Männer zwischen 18 und 26 Jahren ist das ein großer Schritt: zum ersten Mal weg von zu Hause, weg von der Familie und den Freunden. Nach der offiziellen Begrüßung schlüpfen die Volunteers leise zur Terrassentür hinaus. Für sie beginnen nun in einem Nebenraum die Gruppengespräche mit den Projektreferenten für die Kontinente Afrika, Asien und Lateinamerika. Maximilian hat noch ein Einzelgespräch, in dem er letzte Fragen zu seiner Arbeit im Projekt und der Situation vor Ort stellen kann. Eigentlich fühlt sich Maximilian aber schon sehr gut vorbereitet, „dank Wolfgang“. Der 19-jährige Abiturient wird in wenigen Wochen zu den Philippinen aufbrechen und sich dort um Jugendliche kümmern, die wegen unterschiedlicher Straftaten eigentlich ins Gefängnis müssten. Bei den Salesianern Don Boscos bekommen sie eine zweite Chance, können dort ihren Schulabschluss nachholen. Ausnahmsweise ist Kirchner heute nicht bei den Gesprächen dabei. Stattdessen bittet er alle Eltern im Saal, Platz zu nehmen. Er schiebt mit dem Zeigefinger seine runde Nickelbrille ein Stück nach oben und nickt einer Mutter freundlich zu, die gerade einen Stuhl zu einem Tisch trägt.

Neunmal hat Kirchner bereits die Entsendungsfeier in der Don Bosco Mission in Bonn mitorganisiert. Immer war dieser Tag ein Tag des Aufbruchs in die Welt, aber auch ein Tag des Abschiednehmens. 2003 kam er nach Bonn und baute den Volontärsdienst professionell auf. Er machte sich stark dafür, dass die Volontäre erst gegen Ende der Vorbereitungszeit mitgeteilt bekamen, in welches Land und Projekt sie gehen würden. „Es gibt die Projektpartner, die Volontäre, die Eltern und allen muss man irgendwie gerecht werden. Das ist oft ein Balanceakt“, definiert Kirchner seine Aufgabe und fügt hinzu: „Ein halbes Jahr Minimum braucht man schon, um die Jugendlichen kennenzulernen, damit man dann das passende Projekt für sie finden kann.“ Der 53-Jährige hat sich ganz der Begleitung der jungen Menschen verschrieben, um sie, wie er sagt, „für die Herausforderung eines Freiwilligendienstes fit zu machen“. Für Kirchner ist die Arbeit mit jungen Menschen mehr Berufung als Beruf. Seit neun Jahren ist er die Konstante bei Don Bosco Mission – für das Haus, für die Mitarbeiter, aber auch für die Freiwilligen selbst: „Ich bin ihr ständiger Begleiter, vom ersten Anruf und der Einladung zum Kennenlernen bis zu ihrer Rückkehr.“ Möglich ist das, weil ihm die Kollegen den Rücken freihalten. Versicherungsschutz, Malaria-Prophylaxe, mögliche Gefahren, blonde Haare, die vielleicht doch besser schwarz gefärbt werden sollen, damit die Tochter in Schwarzafrika nicht zu sehr auffällt – Kirchner beantwortet geduldig alle Fragen der beunruhigten und mitunter von ihren Kindern nicht allzu gut informierten Eltern. Der gebürtige Thüringer schafft Vertrauen, beruhigt, klärt auf. Insgesamt eineinhalb Stunden dauert die Fragerunde, bevor alle in die angrenzende St. Winfried Kirche aufbrechen.

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Don Bosco

lar bin ich für die jungen Leute auch ein bisschen »KPsychologe. Ich habe sozusagen von allem etwas.«

28 junge Frauen und Männer feiern in Bonn ihre Entsendung. Auf der Weltkarte vor ihnen ist eingezeichnet, in welche Länder sie bald aufbrechen werden. Auch von Benediktbeuern aus starten parallel 25 Volontäre in die Welt.

Kirchner saust voran, verteilt Liederbücher, bespricht mit der Gruppe der Musiker unter den Volontären die Reihenfolge der Lieder. Später wird er als Kommunionhelfer neben Pater Stefan Stöhr stehen, der extra aus München angereist ist, um den Gottesdienst zu halten.

Wolfgang Kirchner

Dann der Höhepunkt der Messe: Die Volunteers bekommen die zuvor gesegneten Entsendungsmedaillen mit dem Konterfei Johannes Boscos überreicht. Und wieder ist es Wolfgang Kirchner, der eine zentrale Aufgabe übernimmt: Er ruft jeden der 28 Freiwilligen mit Namen auf und bittet sie nach vorne, ein emotionaler und dennoch stiller Moment, der so gar nichts erzwungen Feierliches oder gar Pathetisches hat. Vor dem Altar hat Kirchner eine Weltkarte aufgestellt. Auf ihr kleben die Fotos aller Volunteers. Bei Deutschland steckt ein Reißnagel, der viele Fäden hält. Die Enden der Fäden zeigen auf das Land, in dem der jeweilige Volontär ein Jahr lang leben wird. Swasiland, Kolumbien, Indien – wie Sonnenstrahlen zeigen die Fäden in unterschiedliche Richtungen. Später wird die Collage vor Kirchners Büro hängen. So hat er die jungen Menschen trotz tausender Kilometer Distanz immer im Blick. Immer griffbereit in seiner Hosentasche hat Kirchner sein Handy. Das Telefon ist nie ausgeschaltet, auch nachts nicht. Kirchner ist für die Volontäre stets erreichbar, ist da, wenn’s brennt. „Ich weiß, dass ich Wolfgang immer anrufen kann, wenn’s Probleme gibt. Das ist ein gutes Gefühl“, sagt Katharina. Die 20-Jährige wird in wenigen Tagen nach Kolumbien aufbrechen.

Don Bosco Aktuell

Europäische Jugendwoche München Wer hat mich geprägt? Was ist mir wichtig im Leben? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich Anfang August 45 Jugendliche aus neun Nationen Europas im Rahmen der Europäischen Jugendwoche, die bereits zum 22. Mal von der Jugendbildungsstätte Aktionszentrum der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern ausgerichtet wurde. Erstmals fand die Jugendwoche jedoch nicht in Benediktbeuern statt. Aufgrund von Umbauarbeiten wichen die Teilnehmer ins Münchener Salesianum aus, wo die Jugendlichen in verschiedenen Workshops zum Thema „I am what I am“ arbeiteten und daraus Impulse für das eigene Leben bekommen. Im Mittelpunkt der Tage standen neben den Workshops vor allem der kulturelle Austausch

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und das Kennenlernen unterschiedlicher Lebensentwürfe. Die Teilnehmer nahmen dabei verschiedene Perspektiven ein und stärkten so ihre eigene Wahrnehmung von Toleranz und gegenseitigem Verständnis.

45 Jugendliche aus neun Ländern nahmen an der Europäischen Jugendwoche in München teil.

„Die Jugendlichen stehen gerade in einer wichtigen Phase ihres Leben – und vor allem vor vielen Entscheidungen, die ihr Leben prägen“, sagt Francesco Bagiolini, Referent im Aktionszentrum in Benediktbeuern, der zusammen mit seiner Kollegin Angelika Mühlbauer und anderen Helfer/innen des AZ die Workshops begleitete. „Wir möchten den jungen Menschen die Möglichkeit geben, ihre eigene Sicht auf Werte zu reflektieren und daraus Perspektiven für ihre Zukunft zu entwickeln“, so Bagiolini. Zum Abschluss der Jugendwoche, die im Rahmen des EU-Programms „Jugend in Aktion“ gefördert wurde, beschrieben die Jugendlichen für den „Youth Pass“, eine Art Teilnahmezertifikat, was sie im Zuge des Projekts getan und was sie während der Woche gelernt haben. kh


Don Bosco

Für die jungen Frauen und Männer ist gerade die Anfangszeit fern der Heimat nicht leicht. Ein anderes Klima, eine andere Kultur, eine andere Sprache, fremde Menschen. „Die ersten zwei Monate passiert erst mal nix, wenn sie in einem Projekt sind. Da ist alles neu und schön. Und dann merken sie auf einmal, es gibt auch Krisen. In der Situation brauchen die Jugendlichen Begleitung“, sagt Kirchner. Sein Gefühl, ob es jemandem schlecht geht, trügt ihn fast nie. Bevor er zur Don Bosco Mission kam, leitete Kirchner im Bistum Erfurt ein Jugendbildungshaus und leistete als einer der ersten nach dem Mauerfall in den neuen Bundesländern Jugendsozialarbeit. Nach seinem Studium der Theologie und Philosophie studierte der heute 53-Jährige später auch noch Sozialpädagogik. „Klar bin ich für die jungen Leute auch ein bisschen Psychologe. Ich habe sozusagen von allem etwas“, sagt Kirchner und lacht. Den Eltern gibt er am Ende noch mit auf den Weg: „Ich möchte Sie bitten, dass Sie loslassen können. Besuchen Sie bitte Ihre Kinder nicht an Weihnachten. Lassen Sie ihnen Zeit, im Projekt anzukommen.“ Eine Mutter am Nebentisch wischt sich hastig eine Träne von der Wange. Im Anschluss an das Mittagessen versammeln sich alle im Garten. Auf dem gepflasterten Weg zum Haupthaus der Don Bosco Mission verschwimmen die roten Konturen. Die jungen Frauen und Männer in ihren roten T-Shirts fallen sich um den Hals und bilden einen großen Kreis. Eine junge Frau beginnt zu singen, alle anderen steigen mit ein, klatschen, stehen auf einem Bein.

Plötzlich zischt etwas Rotes an den lachenden Eltern und Geschwistern vorbei, die sich nach und nach um die Singenden versammeln. Es ist Wolfgang Kirchner, der sich prompt zwischen zwei Jugendliche stellt und in die Choreografie und den Sprechgesang miteinsteigt. Kurze Zeit später steht er in der Mitte des Kreises und stimmt zu einem Kanon an. Während er sich selbst im Kreis dreht, zeigt Kirchner mit der Hand auf einzelne Jugendliche, um ihnen den richtigen Einsatz zu geben. An ihren Einsatzorten müssen die jungen Frauen und Männer bald selbst den richtigen Ton finden. 

Don Bosco Volunteers Don Bosco Volunteers ist Teil des Netzwerks der Salesianer Don Boscos in Deutschland. Mit Don Bosco Volunteers machen jährlich rund 50 Jugendliche zwischen 18 und 28 Jahren einen Freiwilligendienst in Projekten im Ausland. Das weltweite Netzwerk der Salesianer Don Boscos hilft benachteiligten Kindern und Jugendlichen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Der Freiwilligendienst kann im Rahmen unterschiedlicher Programme durchgeführt werden. So ist Don Bosco Volunteers etwa anerkannter Träger im weltwärts-Programm der Bundesregierung sowie im internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD). Mehr Informationen unter www.donboscovolunteers.de

Don Bosco Aktuell

Aufbruch in die Welt Benediktbeuern Neben den 28 Volunteers, die von der Don Bosco Mission in Bonn entsendet wurden (s.o.), feierten auch 25 Volunteers aus Bayern und Baden Württemberg ihren Aufbruch ins Ausland. Sie wurden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendbildungsstätte Aktionszentrum in Seminaren intensiv auf ihren Einsatz vorbereitet und werden nun ein Jahr lang in Projekten der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern weltweit mitarbeiten und in den Bereichen Freizeitgestaltung, Erziehung, Nachhilfe, Förderunterricht und Berufsausbildung tätig sein. Im Rahmen ihrer Vorbereitung leisteten die Volunteers auch ein Praktikum in verschiedenen Einrichtungen der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos.  lud

Termine ■ Trauerarbeit mit jungen Menschen Thema: „Plötzlich bist du nicht mehr da...“ Leitung: Dr. Hannes Wechner, Innsbruck Ort: Josefstal, Studienzentr. ev. Jugendarbeit Termin: 12.–14.11.2012 Kosten: 177,20 € (EZ), 152,40 € (DZ) Informationen und Anmeldung: Jugendpastoralinstitut Don Bosco jpi.sekretariat@pth-bb.de; Tel. 08857/88-281 In diesem Jahr entsendete die Jugendbildungsstätte Aktionszentrum Benediktbeuern 25 Volunteers.

Jubiläen 25 Jahre Profess SDB: P. Antonio Federico (Karlsruhe, 08.09.) 65 Jahre Profess SDB: P. Ernst Postulka (Köln, 10.10.)

■ Besinnungswochenende der Don Bosco Familie Thema: „Ein Hirte kam auf die Erde“ Leitung: P. Reinhard Gesing SDB Ort: Rimsting, Termin: 26.–28.10.2012 Informationen und Anmeldung: Gaby Bauer SMDB, Tel. 09531/944223 gabiotto.bauer@t-online.de

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Don Bosco

Freiwilliges Soziales Jahr

Erfolgreicher Auftakt Vor einem Jahr begannen 29 junge Frauen und Männer – erstmals unter der Trägerschaft der Deutschen Provinz – ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in einer Don Bosco Einrichtung. Der Start des ersten Jahres verlief äußerst positiv.

Die FSJler beim Abschlussseminar im Juli in Berlin

München Am 1. September 2011 starteten 29 junge Männer und Frauen ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in zehn deutschen Einrichtungen der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern. Zum ersten Mal bot die Deutsche Provinz das FSJ in eigener Trägerschaft an und kann nun nach einem Jahr ein sehr positives Fazit ziehen. Mit dem Angebot eines eigenen FSJ wurde den jungen Menschen nicht nur die Chance geboten, sich sozial zu engagieren und zugleich im Geiste Don Boscos zu leben und zu wirken. Die FSJler konnten in die-

sem Jahr des begleiteten Engagements auch sich selbst und ihre Fähigkeiten besser kennenlernen. Innerhalb eines Jahres arbeiteten die FSJler im Alter zwischen 16 und 22 Jahren in Einrichtungen der Jugendbildung, des Jugendwohnens, der Jugendhilfe und der Pflege mit. Außerdem nahmen sie an sechs Seminaren teil. Begleitet wurde die Gruppe von Claudia Mayer, der FSJ-Referentin, Nils Flitter SDB und Lisa Gut, ehemalige Volontärin. Das Fazit: Das salesianische FSJ ist für die Teilnehmer eine große Bereicherung! Die FSJler arbeiten und leben mit viel Motivation und Begeisterung in ihrer jeweiligen Einrichtung und lernen während der Seminare viele andere Mitarbeiter und Häuser kennen. Dem sehr positiven Start in das erste FSJ-Jahr folgt der zweite Jahr-

gang. Von 35 freien FSJ-Stellen sind schon zwei Drittel besetzt. Überaus erfreulich ist, dass drei neue Einrichtungen – Helenenberg, Bonn und Chemnitz – hinzukommen. Daneben können zum 1.9.2012 auch zehn Bundesfreiwilligendienststellen angeboten werden. Weitere Informationen zum FSJ und BFD bei den Salesianern Don Boscos finden Sie im Internet unter: www.mach-was-sinnvolles.de. cm

„Wenn wir an unser FSJ zurückdenken, denken wir an eine sehr gute, sehr kollegiale Zusammenarbeit!“ Carolin und Benedikt waren FSJler im Aktionszentrum in Benediktbeuern.

Don Bosco Aktuell

20-jähriges Jubiläum Burgstädt Vor 20 Jahren begannen die Salesianer Don Boscos mit der Ausbildung benachteiligter junger Menschen in Dittersdorf bei Zschopau. Aus diesem Grund fanden am 13. Juni ein feierlicher Gottesdienst sowie ein Festakt in Burgstädt statt.

Altbischof Joachim Reinelt feierte gemeinsam mit Jugendlichen und Mitarbeitern einen Gottesdienst.

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Altbischof Joachim Reinelt feierte gemeinsam mit Jugendlichen, Mitarbeitenden und Gästen eine Heilige Messe in der Katholischen Kirche St. Michael in Burgstädt. Zu Beginn des Gottesdienstes unternahmen Auszubildende und Mitarbeitende eine Zeitreise von 1992 bis zur Gegenwart und erinnerten an Meilensteine in der Einrichtung. Im Anschluss an die Heilige Messe fand in der Einrichtung der Don Bosco Jugend-Werk GmbH Sachsen ein Festakt statt, in dem Auszubildende den Festgästen ihre Bereiche auf kreative Art und Weise präsentierten. Der Provinzial der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos, P. Josef Grünner, übergab im Rahmen dieses Festaktes den Mitarbeitenden, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Dienstjubiläum feiern, eine Urkunde sowie die silberne Anstecknadel mit dem Logo der Salesianer. Jens Klafki

Strom aus Windkraft Essen Seit Mitte Juni ist ein Windgenerator mit einer Nennleistung von 200 Watt auf einem ehemaligen Flutlichtmast am Rande des Hart- Am DGB Essen wird nun Strom sportplatzes des aus Windkraft gewonnen. Don Bosco Gymnasiums (DBG) installiert. Damit können ca. 200 kWh an elektrischer Energie pro Jahr aus Windkraft gewonnen werden. In Kürze sind die Anlagendaten im Internet verfügbar, sodass das Thema „Regenerative Energie“ praxisnah im Unterricht behandelt werden kann.  pi


Don Bosco

Come to Bosco

Großes Jugendtreffen in Don Boscos Heimat Geselliges Beisammensein, Grillen, Zelten, Ausflüge auf den Spuren Don Boscos – auch das zweite Jugendtreffen „Come to Bosco!“ auf dem Colle Don Bosco nahe Turin war ein voller Erfolg und eine gelungene Einstimmung auf den 200. Geburtstag Don Boscos im Jahr 2015.

Turin Auch dieses Jahr war Come-to-Bosco wieder ein großes Ereignis: Über 500 Jugendliche aus Deutschland und Österreich kamen zusammen, um am Colle Don Bosco, dem Geburtsort des hl. Johannes Bosco nahe Turin, gemeinsam mit Freunden, Betreuern, ehrenamtlichen Mitarbeitern und Salesianern Don Boscos ihre Ferien zu verbringen. Beim Jugendtreffen in der Heimat Don Boscos, von 9. Juli bis 26. August, wurde gezeltet oder in den Schlafsälen des „Casa Zatti“ übernachtet, zusammen gekocht und gegessen, gefeiert, gespielt und Ausflüge unternommen. Ehrenamtliche Mitarbeiter und Salesianer Don Boscos führten die Teilnehmer durch Valdocco, wohin Johannes Bosco 1846 sein Oratorium brachte. Auch am Colle Don Bosco boten die Salesianer Don

Boscos den Jugendlichen die Möglichkeit, auf Don Boscos Spuren zu wandeln und sein Geburtshaus, den Tempio, die große Don Bosco Kirche, und die Seiltänzer-Statue zu bestaunen. Auch die Erholung und Zeit zur Verarbeitung der vielen Eindrücke salesianischer Geschichte kamen nicht zu kurz: Ausflüge zum Strand in Alassio boten die Chance zu baden. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter und Salesianer bereiteten außerdem spirituelle Impulse sowie Gottesdienste für alle Gruppen vor. Zum ersten Mal gab es dieses Jahr das „Don Bosco Caching“, eine moderne Art der Schnitzeljagd, bei der die Teilnehmer noch mehr über den Ordensgründer erfahren und anhand von GPS-Koordinaten und QR-Codes das Gelände auf dem Colle erforschen konnten.

Über 500 Jugendliche verbrachten in diesem Jahr ihre Ferien am Colle Don Bosco.

„Questa è la mia casa“ – „Dies ist mein Haus“, sagte einst Don Bosco. Auch der „Colle“ ist ein offener Ort, an dem die Teilnehmer sich schnell zu Hause fühlten und der auch diesen Sommer wieder vom Lachen und der Freude der Gruppen aus Passau, Chemnitz, Bamberg, Würzburg und vielen anderen Orten erfüllt war. Das Jugendtreffen auf dem Colle Don Bosco war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg und eine gelungene Einstimmung auf den 200. Geburtstag Don Boscos im Jahr 2015.  ssch

Don Bosco Aktuell

Priesterweihe von Helmut Zenz SDB Benediktbeuern Helmut Zenz (43), aus Obing (Lkr. Traunstein) stammender Salesianer Don Boscos, hat am 23. Juni 2012 in der Basilika St. Benedikt zu Benediktbeuern das Sakrament der Priesterweihe empfangen. Die Weihe spendete der emeritierte Rotterdamer Bischof Dr. Adrianus van Luyn SDB. In seiner Predigt erwähnte van Luyn mehrfach den Wunsch des alttestamentlichen Königs Salomo, ein hörendes Herz zu haben. Dies bedeute nicht einfach nur, Worte vernehmen zu können, sondern, sich aktiv um Verständnis zu bemühen. Der Ordensgründer Don Bosco habe ein hörendes Herz gehabt. Er habe großes Vertrauen auf Gott gesetzt und sei daher in der Lage gewesen, auf die konkreten Bedürfnisse und Nöte junger Men-

schen einzugehen. Das Leben und Wirken des Neupriesters solle nach dem Beispiel Don Boscos von der Liebe zu Gott und zum Nächsten geprägt sein. P. Helmut Zenz hatte nach dem Studium der Theologie und der Politikwissenschaft an der Universität Eichstätt fünf Jahre lang als Religionslehrer gearbeitet, bevor er in die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos eintrat. Am 8.9.2005 legte er auf dem Colle Don Bosco (Italien) seine ersten Gelübde ab. Danach war er in Benediktbeuern, Jünkerath und Ensdorf in der Jugendbildungsarbeit tätig. Sein Diakonatspraktikum absolvierte er in der Pfarrei Buxheim bei Memmingen. Im August übernahm er die neue Aufgabe als Einrichtungsleiter in der Jugendbildungsstätte Jünkerath. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst durch einen Chor von Studieren-

P. Helmut Zenz (2. v. re.) bei der Priesterweihe in Benediktbeuern, hier zusammen mit P. Claudius Amann, Pfarrer Martin Klein, Provinzial P. Josef Grünner, em. Bischof Adrianus van Luyn und P. Reinhard Gesing (v.l.).

den der beiden Benediktbeurer Hochschulen unter der Leitung von Prof. P. Dr. Josip Gregur SDB. pm

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Don Bosco

Don Bosco Stiftungszentrum

„Aufbruch Ost“ – Stifterreise 2012 Die Stifterreise führte dieses Jahr vom 4. bis zum 7. Juni in den Osten Deutschlands. Die entscheidenden Impulse zum salesianischen Aufbruch nach der Wende kamen vom Generalobern Don Juan Vecchi, Pater Johannes Schoch, Bruder Reinhold Kurtz, Pater Johannes Schreml und dem damaligen Provinzial Pater Herbert Bihlmayer und seinem Rat. Für die Pioniere bedeutete das: Mut zum Aufbruch! Thema und Programmschwerpunkte der Reise waren daher: Einrichtungen zur Ausbildung von Jugendlichen kennenlernen, die die Salesianer dort nach der Wende aus dem Nichts schufen. Die Früchte dieser salesianischen Pionierleistung konnte eine 17-köpfige Gruppe aus der Stifterfamilie betrachten. Während der Reise wohnte die Gruppe im Hotel Don Bosco in Burgstädt, einer Ausbildungseinrichtung der Don Bosco Jugendwerk-GmbH Sachsen. Die Salesianer bauten das ehemalige Fabrikgelände nach und nach um und errichteten Schulungsräume und Werkstätten. Gesamtleiter Jens Klafki sowie Direktor P. Heinz

Bewegend war auch die Eucharistiefeier am letzten Tag, die Pater Bihlmayer und Pater Menz für die verstorbenen Stifter und Stifterinnen feierten. Den Abschluss bildete die Fahrt nach Annaberg mit Führung durch die berühmte Kirche. Der Termin für die nächste Stifterreise ist von 1. bis 4. Juli 2013. Ziel ist Wien. Auf der Stifterreise in die neuen Bundesländer lernte die Gruppe unterschiedliche Einrichtungen zur Ausbildung von Jugendlichen kennen.

Menz führten die Stifter durch die unzähligen Werkstätten. Was die Jugendlichen dort produzieren, wird gleich hier verwendet, die Schränke für die Räume, die Brote für Hotel und Eigenbedarf. In Chemnitz, dem nächsten Reiseziel, kümmern sich die Salesianer unter der Leitung von Pater Johannes Kaufmann im Don Bosco Haus um vernachlässigte Kinder. Die Salesianer geben ihnen eine Heimstatt, in der sie auch agieren können und ganz stolz als kleine Akrobaten in ihrem Zirkus „Birikino“ auftreten.

Wenn auch Sie sich für die Gründung einer eigenen Stiftung interessieren oder ein Projekt unterstützen möchten, wenden Sie sich bitte an: Don Bosco Stiftungszentrum Landshuter Allee 11, 80637 München Tel.: 089 / 744 200 270 Fax: 089 / 744 200 300 stiftungszentrum@donbosco.de www.donbosco.de/stiftungszentrum

Don Bosco Aktuell

„Engel der Kulturen“ Köln Der Davidsstern der Juden, der Halbmond der Muslime, das Kreuz der Christen – die Symbole der drei Religionen haben die Künstler Georg Merten und Carmen Dietrich aus Burscheid am Innenrand eines Metallreifens angebracht. Das so geschaffene Kunstwerk trägt den Namen „Engel der Kulturen“. Am 15. Juni trafen sich die Künstler vor dem Don Bosco Club in Köln mit Jugendlichen und Mitarbeitern, um die große Version des Engelrings zur Keupstraße zu rollen. Vor der Ömerül-Faruk-Moschee empfingen Mitglieder der islamischen Gemeinde den Zug. Der Imam der Moschee, Hoca Zekai Aydin, und P. Hatto v. Hatzfeld, Pfarrvikar der katholischen Pfarrgemeinde St. Clemens und Mauritius, hielten Reden. Dritte und letzte Station war der Wie-

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P. Hatto v. Hatzfeld (li.) und Imam Hoca Zekai Aydin (re.) begleiten den „Engel der Kulturen“ durch Köln.

ner Platz in Mülheim. Beim dortigen Jugendkunstfestival wurden zwei Gebete um Frieden – aus der christlichen und der islamischen Tradition – gesprochen. Anschließend führte Künstler Georg Merten einigen Teilnehmer die Hand am Schweißgerät, um aus einer Metallplatte den Engelring für die nächste Aktion herauszubrennen. Auf

diese Weise soll eine Kette wachsen, die sich durch Deutschland zieht und auch darüber hinaus reicht. Diese Kette soll an den Auftrag aller Religionen zu einem friedlichen Zusammenleben erinnern und den Dialog fördern. Sache der Kölner war es nun, „ihren“ Engelring am 19. Juni in Brüssel zu überreichen. Dort wurde er in den Boden vor der Kapelle des Europaparlaments eingelegt. Br. Günter Schulz, im Don-Bosco-Club Köln für das Projekt verantwortlich, zog ein positives Fazit: „Wir haben uns mit Jugendlichen gemeinsam auf den Weg gemacht. Sie sollten spüren, dass jeder auch im Club ein ‚Engel‘ sein kann, indem er sucht, die anderen zu verstehen, und sich für ein gutes Zusammenleben einsetzt. Den anderen zu verstehen, das heißt bei uns hier auch, für die unterschiedlichen Kulturen offen zu sein.“ HvH/GS


Typisch

du!

Wie ticken junge Menschen? Was denken sie? Welche Wünsche haben sie? Das DON BOSCO magazin fragt bei Jugendlichen in Einrichtungen der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern nach.

Was bedeutet Heimat für dich?

Heimat bedeutet für mich, nach Hause zu kommen und dort auf meine Eltern und meine Schwester zu treffen. Ich fühle mich daheim, wenn sie sich um mich sorgen, mich fragen, wie mein Tag war, wenn sie mich bei all meinen Problemen unterstützen und mich motivieren, immer weiterzumachen. Ich fühle mich geborgen, weil mich meine Familie ohne Einschränkung liebt – auch mit all meinen Fehlern. Paul Paillacho (27) stammt aus Ecuador und arbeitet in einem Projekt der Salesianer Don Boscos für Straßenkinder in Quito.

Von meinem Zimmer kann ich das Meer sehen und wenn ich aus dem Fenster schaue, beruhigt mich das irgendwie. Der Spielhof, auf dem ich mit den Jugendlichen oft bin, gibt mir Energie für jeden Tag. Typische Gerüche aus der Küche und der blaue Himmel hier erinnern mich an mein Zuhause. Das ist schön! Donatella Inferrera (25) arbeitet in einem Oratorium in Messina (Italien) und kümmert sich dort um die Freizeitgestaltung.

Heimat ist für mich weder ein Land noch ein Haus. Ich bin ein Kind zweier Welten, und deshalb ist für mich meine Heimat da, wo meine Familie ist. Ich habe meine leibliche und meine „zusammengebastelte“ Familie, und zwar verteilt auf zwei Kontinente. Ob in Kenia oder in Deutschland – Hauptsache, meine Familie ist bei mir. Caroline Ngunga (25) lebt seit sechs Jahren in Köln. Ihre beiden Schwestern leben ebenfalls in Deutschland. Caroline stammt aus Nairobi/Kenia, wo ihre Eltern und der Rest der Familie leben.


Hallo Kinder! In den Ferien habe ich gemeinsam mit Kindern aus der Nachbarschaft Schultüten gebastelt. Sie sind wirklich schön geworden. Tobi war auch dabei und hat seine eigene Tüte bekommen – natürlich in blau und gefüllt mit Bananen. Die isst er besonders gern. Wusstet ihr eigentlich, dass fast 70 Millionen Kinder weltweit gar nicht in die Schule gehen? Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Entweder können sich ihre Eltern die Schulgebühr nicht leisten, oder die Kinder müssen oft arbeiten, um Geld für die Familie zu verdienen und haben deshalb gar keine Zeit für Schule. Es kann aber auch sein, dass es dort, wo sie leben, überhaupt keine Schule gibt. Heute möchte ich euch deshalb von einem ganz besonderen Projekt erzählen, das auch mit Hilfe vieler Kinder aus Deutschland entstanden ist: der Bau einer Grundschule, mitten im Dschungel, in einem kleinen Dorf in Indien. Die Schule trägt den Namen KNISTERschool und zwar deshalb, weil der Initiator, also der, der die Idee zum Bau vorantrieb, so heißt. Ihr kennt ihn vielleicht, denn KNISTER hat schon viele Bücher geschrieben, zum Beispiel das von der „Hexe Lilli“ oder „Yoko. Mein ganz besonderer Freund“. Helfen kann großen Spaß machen, das haben auch die Kinder gemerkt, die für den Bau der Schule Geld gesammelt haben. Seht selbst, wie die Schule entstanden ist und wie die Kinder dort leben! Viel Spaß dabei wünschen euch

Steffi & Tobi Hier entsteht die »KNISTERschool« 1.

Noch dient eine Hütte als Schule

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Seit Kurzem gibt es in Ottongkhua eine kleine und einfache Schule, die von den Salesianern Don Boscos errichtet wurde. Doch bald können die rund 80 Kinder in ein richtiges Schulgebäude umziehen, das gerade im Bau ist.

Wo Schule nicht selbstverständlich ist Das ist die Dorfgemeinschaft von Ottongkhua im Nordosten Indiens. Hier wohnen die Lower Wanchos, ein Stamm, der noch ganz einfach lebt. Die Menschen dort haben weder Strom noch fließend Wasser und viele können nicht lesen und schreiben.

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Beten vor dem Unterricht Der Schultag beginnt in Ottongkhua immer mit einem Morgengebet auf dem Dorfplatz.


5.

4.

6.

Frühsport für mehr Konzentration Und um richtig wach und fit für den Tag zu werden, machen die Kinder auch noch ein wenig Frühsport.

Selbst gebaute Bambusbänke

Ein neues Schulhaus

Danach geht es in den Unterricht. Schaut mal, die Tische und Bänke der provisorischen Schule sind aus Bambus und wurden von den Eltern hergestellt.

Hier entsteht das neue, stabile Schulhaus. Mittlerweile ist der Bau schon abgeschlossen. In dem Gebäude können bald 350 Kinder in sieben Klassenräumen unterrichtet werden.

7.

Kinder helfen Kindern

Texte: Stefanie Singer; Angelika Luderschmidt; Illustrationen: Liliane Oser, Fotos: Don Bosco Mission, KNISTER

Hier seht ihr KNISTER in einer Düsseldorfer Schule. Gemeinsam mit der Stiftung „UNESCO – Bildung für Kinder in Not“ und der Don Bosco Mission sammelte er Geld für den Bau der Schule. Geholfen haben ihm dabei auch viele Schülerinnen und Schüler aus Deutschland: Ganz nach dem Motto „Kinder helfen Kindern“ haben fast 10.000 Grundschüler an Spendenläufen teilgenommen. Ihr seht: Viele helfende Hände können ganz schön viel bewirken!

Wortsalat

»

Buntes Thema

Mitmachen und gewinnen

Oje, Tobi musste niesen und hat alles durcheinandergepustet. Kannst du die Buchstaben wieder so in die richtige Reihenfolge bringen, dass ein Wort entsteht? Ein Tipp: Wir suchen einen Ort zum Lernen, an dem sich viele Kinder versammeln.

E RZ L E N M K A I S M S

Lösungswort: _______________________

Schreibe das Lösungswort in eine E-Mail oder auf eine Postkarte und schicke sie bis zum 30. September 2012 an: Don Bosco magazin • Kinderrätsel • Sieboldstr. 11 81669 München • magazin@donbosco.de

Unser Preis:

Zu gewinnen gibt es fünf Mal das Buch „Arabesk. Die Abenteuer eines ritterlichen Pferdes: So ein verflixtes Turnier“ von KNISTER „Tobi“ lautete das Lösungswort aus dem letzten DON BOSCO magazin. Je einen lustigen „Zungenbrecher-Fächer“ haben Florian aus Falkenstein, Lukas aus Dingolfing, die Gruppe „Wölfe“ der Grundschule Wolfstein in Neumarkt, Katja aus Schüller und Mia aus Overath gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

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Ratgeber

le b e n s f r a g e n

Soll ich bei kurzen Strecken auf das Flugzeug verzichten? Ich (47) achte normalerweise darauf, umweltbewusst zu leben. Allerdings nehme ich für meine häufigen Besuche in Mitteldeutschland immer das Flugzeug, weil die Zugfahrt viel länger dauern würde. Außerdem kostet das Ticket oft weniger als eine Fahrt mit der Bahn. Kann ich dieses Verhalten als Christ verantworten? Fritz Z., Wien P. Erich Modosch: Verantwortlich mit der Umwelt umzugehen, wird sicher für uns alle eine Überlebensfrage werden. In diesem Fall muss ich aber mehrere „Güter“ gegeneinander abwägen: Umwelt, Beziehung und Zeit und auch die Kosten. Bei den Kosten sind auch versteckte Kosten zu berücksichtigen. Umweltverschmutzung geschieht mehr oder weniger bei den meisten Transportmitteln, denn auch Strom muss zuerst einmal produziert werden, und ob die Bahn mit Energie aus erneuerbaren Energieträgern fährt, – wer weiß das so genau. Vielleicht bleibt die „Zeit“ als ein-

ziges Entscheidungskriterium übrig. Und wenn diese Zeit knapp ist, dann wird sie wohl entscheidend sein, falls die anderen Kosten ungefähr gleich sind. Auf den Punkt gebracht: Als Christ muss ich nicht nur eines, z.B. die Umweltschädigung, als Kriterium einsetzen, sondern mit anderen Kriterien abwägen, und da könnte es auch sein, dass zum Erreichen eines Zieles etwas Anderes manchmal leidet. Was sicher falsch wäre: immer nur die für sich billigere oder bequemere Variante zu nehmen, denn diese geht häufig auf Kosten anderer Menschen. 

P. Erich Modosch (70), Theologe und Sozialpädagoge, ist Pfarrer in Mieders (Tirol), Berater im Schülerwohnheim der ­Salesianer Don Boscos in Fulpmes und Klagenfurt.

Ist es richtig, dass unsere Kinder alleine zur Schule gehen? Unsere Töchter (6 und 8) gehen jeden Tag alleine von der Schule nach Hause. Auch zu Freundinnen und zum Klavierunterricht und Turnen gehen sie selbstständig. Ich habe häufig Angst, dass ihnen etwas zustößt. Wäre es doch besser, sie auf jedem Weg zu begleiten? Maria S., Würzburg Sr. Susanne Stachl: Viele Kinder gehen bereits im Grundschulalter täglich Wege alleine. Das kommt ihrer Selbstständigkeit und ihrem Selbstvertrauen zugute. Allerdings geht es vielen Eltern genauso wie Ihnen: Ihnen ist nicht wohl bei der Sache und sie befürchten, dass den Kinhaben sie eine frage? dern unterwegs etwas Sie fragen – unsere Experten antworten! passieren könnte. Und Unser Beraterteam ist für Sie da und in der Tat können unterbeantwortet Ihre Fragen zu den Themen wegs die verschiedensten Glauben, Religion, Erziehung, Jugend und Familie. Schreiben Sie uns: Probleme auftreten. Da ist vielleicht ein bedrohDon Bosco magazin licher Hund oder eine Ratgeber, Sieboldstr. 11, 81669 München leserfragen@donbosco.de gefährliche Person, die ihren Weg kreuzen kann. Ausgewählte Fragen und Zuschriften werden In einer solchen Lage ist wir an dieser Stelle mit Ihrer Zustimmung veröffentlichen; ansonsten bleiben Sie anonym. das Kind dann auf sich allein gestellt und muss an-

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gemessen reagieren können. Sicher haben Sie am Anfang die betreffenden Wege mit den Kindern geübt und sind sie gemeinsam abgegangen. Sie können auch noch weitere Hilfestellungen geben: Suchen Sie einen Weg, auf dem die Kinder möglichst wenige Straßen oder unübersichtliche Stellen überqueren müssen und trainieren Sie mit ihnen richtiges Verhalten sowie den Einsatz einer „Extraportion Aufmerksamkeit“ an kritischen Kreuzungen etc. Verhalten auch Sie sich im Straßenverkehr vorschriftsmäßig. Ihr eigenes Verhalten hat Vorbildfunktion für Ihre Kinder. Vielleicht finden sich andere Kinder, mit denen Ihre Kinder den Weg gemeinsam gehen können. Dann sind Ihre Töchter in kritischen Situationen nicht auf sich alleingestellt. Und zu guter Letzt: Geben Sie Ihrem Kind ein Handy mit, das es auch bedienen kann. Weiß es einmal nicht mehr weiter, kann es Sie um Rat fragen.

Sr. Susanne Stachl (43), Psychologin mit Schwerpunkt Schulpsychologie, ist Leiterin der Don Bosco Berufsfachschule für Kinderpflege der Regens-Wagner-Stiftung in Rottenbuch.


?? Buntes

?

r ät sel

Brücken bauen

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Rätsel: Claudia Klinger

Setzen Sie die Begriffe aus der Liste unten so in die leeren Kästchen ein, dass jeweils mit dem Wort davor und mit dem Wort dahinter ein sinnvolles neues Wort entsteht (z.B. passt zwischen PREIS- und -HAFT der Begriff RÄTSEL und bildet so die Worte PREISRÄTSEL und RÄTSELHAFT). Haben Sie alle Begriffe eingefügt, ergeben die Buchstaben in den farbig markierten Feldern von oben nach unten gelesen das Lösungswort. PILGER

WEISER

einzusetzende Begriffe:

HAUT

FROH

FARBEN – INSEL – LAND – PASS – VOLL –

WELT

BLICK

WEG – WEH – WEIT – WORT – ZIEL

TRAUM

STAAT

Lösungswort

LEBENS

LOS

FERN

MUT

HEIMAT

FLUCHT

HOFFNUNGS

KOMMEN

FREMD

SCHATZ

REISE

KONTROLLE

Schreiben Sie das Lösungswort auf eine Postkarte oder in eine E-Mail und schicken Sie diese bis zum 30. September 2012 an: DON BOSCO magazin, Sieboldstr. 11, 81669 München, magazin@donbosco.de

?

Miträtseln und gewinnen! Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir fünf Mal den Bildband „Kinder einer Welt“ von Walter Möbius.

Herzlichen Glückwunsch! Das Lösungswort aus unserem letzten Preisrätsel lautete „Familientreffen“. Über je einen Bild- und Meditationsband „Religion nebenan. Bilder spiritueller Vielfalt“ von Regina Maria Suchy und Cornelius Bohl können sich Gabriele Martin-Schoppel aus Bamberg, Viktoria Eder aus Königssee, Christian Waigel aus Markt Rettenbach, Nicole Kock aus Wewelsfleth und Jarek Borodziej aus Fischbach freuen.

* unverbindliche Preisempfehlung

Me d i e n t i p p s d er R e d a k t i o n Glaubenswahrheiten mit Leben füllen Viele Menschen finden heute keinen persönlichen Bezug mehr zu den Glaubenswahrheiten, die die Kirche verkündet. Elmar Gruber traut diesen Glaubenssätzen dennoch zu, dass sie zu einer tragenden Kraft im Leben der Menschen werden können – wenn sie von jedem Einzelnen selbstständig und aus der Hoffnung auf den rettenden Gott heraus mit Leben gefüllt werden. Mit seinen eigenen Erfahrungen macht der 2011 verstorbene Pfarrer seinen Lesern Mut.

Inspirationskarten für Jugendliche Vielen Jugendlichen fällt es schwer, in Worte zu fassen, was sie im Innersten bewegt. Die neuen Foto-Inspirationskarten helfen Gruppenleitern und Lehrern, zwanglos mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen – über die Dinge, die den jungen Leuten wirklich wichtig sind: Werte, Sehnsüchte, ihre Vorstellungen vom Glauben und von dem, was im Leben trägt. Die Fotos und Texte stammen von Jugendlichen und bieten authentische Gesprächsimpulse.

Traumgedanken – Glaubensvisionen, von Elmar Gruber, 96 Seiten, kartoniert, Fotos, € 16,90 / sFr* 24,50, Don Bosco 2012

Was (mich) trägt, 32 Karten, Format: 13 x 9 cm, farbig illustriert, mit 16-seitigem Begleitheft, € 9,95 / sFr* 15,90, Don Bosco 2012

Diese Produkte gibt es in jeder Buchhandlung oder direkt bei der Don Bosco Medien GmbH, Tel.: 089/48008-330, service@donbosco-medien.de, www.donbosco-medien.de

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Leseraktion leser k o c he n f ü r leser

Schinkentaschen Herzhaftes aus dem Kärntner Lavanttal 1.

„Zu den Teigtaschen passt besonders gut ein frischer, grüner Salat.“ Don Bosco magazin-Leserin Ingrid Walzl (51) schickte uns dieses raffinierte Rezept, das auch ihrem Mann Gerhard (60) ausgezeichnet schmeckt.

Zutaten für 8 bis 9 Taschen Hefeteig • ½ Würfel Hefe • 0,2 l Milch • 1 Ei • ½ Teelöffel Salz • 50 g Margarine • 300 g Mehl

2.

Füllung • 300 g Schinken, in Würfel geschnitten • 1 Becher Creme fraiche • 2 EL Petersilie gehackt • 2 EL Schnittlauch geschnitten • Pfeffer • 2 hart gekochte Eier geschnitten

Den Hefeteig zubereiten und anschließend ein paar Stunden kaltstellen. Den Teig zu einem Rechteck ausrollen. Kalte Margarine auf den Teig reiben und dann wie einen Strudel zusammenrollen. Danach wieder kühlstellen. Die Zutaten für die Füllung kleinschneiden und miteinander

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vermengen. Den Teig dünn ausrollen, in Quadrate schneiden und die Füllung daraufgeben. Die Teigecken zur Mitte klappen und mit dem Finger fest eindrücken. Die Teigtaschen auf ein gefettetes Blech legen, mit Ei bestreichen und für ca. 25 Minuten backen.

Fotos: privat

Zubereitung:


Service

Don Bosco: Jubiläum 2015 Im Jahr 2015 feiern die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern den 200. Geburtstag ihres Gründers Johannes Bosco. Zur Vorbereitung auf das große Jubiläum bringt das DON BOSCO magazin eine Serie, die online zu lesen ist. „Don Bosco – Gegenstände, die ihm wichtig waren“ Jetzt unter www.donbosco-magazin.de Im fünften Teil schreibt P. Franz Schmid SDB über: Er lebt mit der Jugend – Guiseppe und seine Fensterscheiben

Herausgeber: Salesianer Don Boscos St.-Wolfgangs-Platz 10 81669 München Tel.: 089 / 48008 421 provinzialat@donbosco.de Don Bosco Schwestern Kaulbachstraße 63 80539 München Tel.: 089 / 38 15 80 31 provinzialat@donboscoschwestern.de Chefredakteur: P. Alfons Friedrich SDB Redaktion: Katharina Hennecke, Claudia Klinger (in Elternzeit), Angelika Luderschmidt, Hannah-Magdalena Pink, Sophie Wöginger, Markus Schauta Verwaltung: Angela Gully, Katharina Dietler Titelfoto: Meinolf Koessmeier Alle nicht gekennzeichneten Fotos stammen aus den Archiven der Don Bosco Medien GmbH und der beiden Orden. Layout: ReclameBüro, München, Gabriele Pohl und Margret Russer Satz: Don Bosco Kommunikation GmbH, München, Joe Möschl Druck: Bonifatius GmbH, Paderborn

Im nächsten Heft lesen Sie: Frohe Botschaft Die besondere Weihnachtsausgabe des DON BOSCO magazins Weihnachten ist die Zeit der Briefe und Karten, der frohen Botschaften und guten Wünsche an Familie und Freunde. Was war für Sie eine frohe Botschaft in diesem Jahr? Schreiben Sie uns per Brief oder E-Mail bis zum 30. September: Don Bosco Medien GmbH, Redaktion, Sieboldstr. 11, 81669 München redaktion@donbosco.de Wir freuen uns auf Ihre „vorweihnachtliche“ Post!

Neues Unterrichtsmaterial über Johannes Bosco

Impressum Das DON BOSCO magazin erscheint in der Don Bosco Medien GmbH. Verlag und Redaktion: Don Bosco Medien GmbH, Sieboldstraße 11, 81669 München, Tel.: 089 / 48008 360, redaktion@donbosco.de, www.donbosco-magazin.de

Die Ausgabe 6/2012 erscheint Anfang November.

Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags gestattet. Dies gilt auch für die Aufnahme in elektronische Datenbanken und Vervielfältigungen auf CD-ROM. Teilen der Auflage liegen im Direktversand Werbebeilagen des St. Benno-Verlags (Vivat!) und der Don Bosco Mission Bonn sowie der Informationsdienst ECHO der Don Bosco Schwestern bei. Das DON BOSCO magazin erscheint 2012 im 117. Jahrgang. Das DON BOSCO magazin erscheint zweimonatlich. Es wird gegen Entgelt abgegeben.

Abo-Service Provinzialat der Salesianer Don Boscos Adressverwaltung St.-Wolfgangs-Platz 10 81669 München Tel.: 089 / 480 08-457 adressverwaltung@donbosco.de

Die Don Bosco Mission in Bonn hat eine Unterrichtsreihe über Don Bosco und die weltweite Jugendarbeit konzipiert. Das Material ist modular aufgebaut und orientiert sich an den Lehrplänen der Klassen 1 bis 6. Anhand vieler spannender Beispiele erfahren Schülerinnen und Schüler mehr über die Umsetzung des pädagogischen Ansatzes Don Boscos in 130 Ländern der Erde und werden angeregt, sich selbst sozial zu engagieren. Das Unterrichtsmaterial kann kostenlos im Internet unter www.donboscomission.de/schule oder telefonisch unter 0228/539 65 73 in Bonn bestellt werden.

Das DON BOSCO magazin beteiligt sich an der Initiative GOGREEN der Deutschen Post. Dabei wird gemessen, wie viel CO2 beim Transport der Zeitschrift entsteht – und entsprechend in ausgewählte Klimaschutzprojekte investiert. Wir übernehmen Verantwortung, weil wir die Schöpfung schätzen und sie schützen wollen.

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Mach was Sinnvolles! Werde Don Bosco Volunteer Mit Don Bosco ins Ausland. Die Salesianer Don Boscos setzen sich weltweit für eine lebenswerte Zukunft von Kindern und Jugendlichen ein. In mehr als 130 Ländern arbeiten sie rund um den Globus mit und für junge/n Menschen in sozialen Brennpunkten. In unserem Freiwilligendienst im Ausland geht es nicht um „coole Auslandsaufenthalte“ oder romantisch-exotische Abenteuer, sondern um die Begegnung mit Menschen einer anderen Kultur.

Du bist motiviert und engagiert Du bist zwischen 18 und 28 Jahre alt Du hast zwölf Monate Zeit und Lust, dich im Ausland zu engagieren Du bist erfahren im Umgang mit Kindern und Jugendlichen Du bist neugierig auf eine andere Sprache, Religion und Kultur

Bewirb dich bis 31. Oktober auf www.donboscovolunteers.de Wir sind anerkannter Träger verschiedener Freiwilligendienste (z. B. Weltwärts, IJFD, EFD). in deinem Lies mehr, was dich wartet. Freiwilligendienst er nder.de Auf www.strassenki willigen bloggen unsere Frei ihre Erfahrungen.

Don Bosco Volunteers Sträßchensweg 3 D-53113 Bonn

Don Bosco Magazin  

Die christiliche Zeitschrift für die ganze Familie

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