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B 7243 F Deutschland

2/2012

Die christliche Zeitschrift f端r die ganze Familie

Familie Mit Kindern das Haus Gottes entdecken

Weltweit

Pakistan: Hilfe kennt keine Konfessionen

Don Bosco Flucht in eine bessere Zukunft

Ein St端ck Heimat in der Fremde Muttersprachliche Missionen in Deutschland


Inhalt

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Kommt rein!

Häuser für Pakistan

In Kirchenräumen können Kinder mit all ihren Sinnen Geschichten über Gott und die Welt erfahren.

Ein Gespräch mit Salesianerpater Miguel Angel über ein Hilfsprojekt fernab jeglicher konfessioneller Grenzen

I m Bl i c k punkt   5 Braucht es eine Migrantenquote? Eine Frage an Bischof Norbert Trelle

Thema   6 Ein Stück Heimat in der Fremde In der Fremde ein neues Zuhause finden und trotzdem den eigenen Wurzeln treu bleiben — Migranten sehen sich oft in einem tiefen inneren Zwiespalt. Für viele von ihnen sind muttersprachliche Missionen ein Ort, an dem sie fernab der Heimat in vertrauter Gemeinschaft ihre Identität bewahren können.

11 Muttersprachliche Missionen in Deutschland Hintergrund: In Deutschland leben rund zwei Millionen katholische Migranten.

Fa m i l i e 14 Kommt rein! Der hohe Turm, die bunten Fenster und das Glockenläuten: Kinder mögen Kirchen. Was sie am Haus Gottes fasziniert.

17 Mit Kindern im Haus Gottes Fünf Tipps für Eltern

18 Kolumne Ü oder U? — Don Bosco magazin-Kolumne von Gesa Rensmann

19 Hier und dort Mein Kleiderschrank

20 Mittendrin

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22 Don Bosco

22 Hilfe braucht auch Respekt 14 Millionen Menschen verloren bei Überschwemmungen im Sommer 2010 im Nordwesten Pakistans ihr Zuhause. Ein Interview mit P. Miguel Angel über die Wiederaufbauarbeit und ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen.

26 Keine Heimat, aber ein Zuhause Ein Besuch in der neuen Gruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Nürnberg

28 Don Bosco aktuell 33 Typisch du! Wer ist der wichtigste Mensch in deinem Leben?

Buntes 34 Kinderseite Steffi und Tobi haben Kinder aus einem anderen Land in Deutschland besucht.

36 Ratgeber Sie fragen, unsere Experten antworten.

37 Preisrätsel Mitmachen und gewinnen!

38 Leser kochen für Leser 39 Service Impressum, Kontakt, Vorschau


Inhalt

„Wie wenig wir auch erreichen — für die, die wir erreichen, ist es eine ganze Menge.“ Seite 23

Liebe Leserin, lieber Leser! Wenn einer auf die Reise geht, dann kann er was erleben! Mit dieser Volksweisheit beginnen so manche Reiseberichte, die Überraschendes oder nicht Erwartetes beinhalten: der lange Stau auf der Autobahn oder die Urlaubsunterkunft, die alles andere als erwartet war. Allerdings enthält die Ursprungsabsicht dieser Aussage weniger einen ironischen Aspekt, sondern zielt viel mehr auf das Bereichernde und Neue ab, das eine Reise eröffnen kann. Fragt man Menschen mit Migrationshintergrund, was sie auf ihrer Reise in unser Land, in unsere Stadt, in unsere Pfarrgemeinden erlebt haben, dann erfährt man überra-

„Heimweh muss schmerzen“, dachte Don Bosco magazin-Redakteurin Angelika Luderschmidt (2.v.l.) vor ihrem Besuch bei einer kroatischen Familie in Karlsruhe. Während sich seine Frau, Kinder und Enkel ein Leben außerhalb Deutschlands kaum noch vorstellen können, möchte Großvater Marko am liebsten gestern wieder zurück nach Bosnien. Ein Stück Heimat erfährt der 66-Jährige in seiner kroatischen Gemeinde in Karlsruhe. Hier fühlt er sich wohl – genau wie seine Familie. Seite 6

schende Geschichten. Meistens beginnen sie mit dem Motiv, warum sie sich auf die Reise weg von ihrem Zuhause gemacht haben, und wie sie hier angekommen und aufgenommen worden sind. Sie erzählen von den Schwierigkeiten, sich im neuen Umfeld zurechtzufinden und auch von der Sehnsucht nach dem, was sie verlassen haben. Und immer wieder erzählen sie, warum ihnen die eigenen Pfarrgemeinden, die wir fremdsprachige Missionen nennen, so bedeutsam sind. Die Pflege der eigenen Sprache, die Feier der Liturgie in der Heimatsprache, die religiöse Erziehung und die Weitergabe der eigenen Kultur sind wesentliche Faktoren, die ihnen weiterhelfen und Kraft geben. Dabei stehen diese fremdsprachigen Missionen nicht isoliert da; sie sind oftmals eingebunden in die Angebote der Pfarrgemeinden vor Ort. So müssen kulturelle Identitäten und Integration in die neue Alltagswelt keine Gegensätze sein, sondern bilden einen spannenden Prozess, bei dem alle viel voneinander lernen können.

Zwölf Jahre arbeitete Christina Tangerding als Redakteurin des Don Bosco magazins und prägte in dieser Zeit die Entwicklung der Familienzeitschrift maßgeblich mit. Mit dieser Ausgabe verabschiedet sich unsere Kollegin aus der Redaktion, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Als freie Journalistin wird sie dem Magazin jedoch weiter die Treue halten. Wir sagen Danke für eine schöne Zeit und wünschen ihr alles Gute für den „Neustart“ und ihre berufliche wie private Zukunft!

Mit besten Grüßen aus der Redaktion Ihr

P. Alfons Friedrich SDB Chefredakteur

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98. Katholikentag in Mannheim Unter dem Leitwort „Einen neuen Aufbruch wagen“ findet von 16. bis 20. Mai der 98. Katholikentag in Mannheim statt. Wie auch beim Ökumenischen Kirchentag vor zwei Jahren diskutieren Christen aus dem ganzen Land kirchliche und gesellschaftspolitische Themen und feiern gemeinsam Gottesdienste. Erwartet werden rund 25.000 Dauerteilnehmer aus ganz Deutschland sowie 30.000 Tagesgäste aus der Region. Veranstalter des Katholikentages ist das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) mit dem jeweils gastgebenden Bistum.

Stefan Vesper (l.), Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, und Fridolin Keck, Generalvikar der Erzdiözese Freiburg, enthüllen gemeinsam das Werbebanner für den Katholikentag.

Einwohnerzahl in Deutschland wächst Die Bevölkerungsstatistiker rechnen für 2011 erstmals seit acht Jahren wieder mit einer steigenden Einwohnerzahl in Deutschland. Am Jahresende lebten laut Statistischem Bundesamt mehr als 81,8 Millionen Menschen in Deutschland, deutlich über 50.000 mehr als im Vorjahr. 2011 sind der Schätzung zufolge mindestens 240.000 Personen mehr aus dem Ausland zugezogen als aus Deutschland fortgezogen.

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875.000 katholische Ordensleute gibt es weltweit, davon sind 740.000 Ordensfrauen und 135.000 Ordensmänner. Laut italienischer Bischofskonferenz lebt nahezu jeder Sechste von ihnen in Italien.


Im Blickpunkt

Kinder von Gutverdienern häufiger in Betreuungsangeboten Gutverdiener nutzen etwa doppelt so häufig Betreuungsangebote für ihre unter dreijährigen Kinder wie Geringverdiener. Dies geht aus dem kürzlich vom Bundesfamilienministerium veröffentlichten Familienreport 2011 hervor. Mögliche Ursachen für diesen Befund sind die zusätzlichen Kosten für Essen oder Ausflüge. Laut Familienreport verliert zudem die Rollenverteilung mit dem Mann als Alleinverdiener weiter an Bedeutung. Demnach sind in 52 Prozent aller Familien beide Elternteile berufstätig. Die große Mehrheit von ihnen hat sich für die Aufteilung VaterVollzeit und Mutter-Teilzeit entschieden.

Texte: KNA, alu; Fotos: KNA-Bild, iStockphoto, bischöfliche Pressestelle

Im Vergleich zu Besserverdienenden nutzen deutlich weniger Geringverdiener Betreuungsangebote für ihre unter dreijährigen Kinder.

Neuer Studiengang Theologie und Wirtschaft Die Universität Erfurt bietet ab kommendem Wintersemester den bundesweit ersten Master-Studiengang „Theologie und Wirtschaft“ an. Die Doppelqualifikation soll Studierende für Aufgaben im „Social Business“ wie der Leitung eines kirchlichen Krankenhauses qualifizieren. Derzeit sind vor allem Betriebswissenschaftler oder Juristen in vielen Führungspositionen in Verwaltung und Management. Allerdings brächten diese häufig nicht genug Kenntnisse über das Selbstverständnis der Kirche mit, begründet Elke Mack, Professorin für christliche Sozialwissenschaften in Erfurt, die Einführung des neuen Master-Abschlusses.

eine frage an ...

Bischof Norbert Trelle: „Braucht es eine Migrantenquote im öffentlichen Dienst?“ Es ist wichtig, dass die Vielfalt der Bevölkerung eines Landes sich auch in der personellen Zusammensetzung des öffentlichen Dienstes widerspiegelt. Die Bundeskanzlerin hat daher Recht, wenn sie dort die Zahl der Mitarbeiter mit Migrationshintergrund erhöhen will. Die andauernde Debatte um Frauenquoten in allen gesellschaftlichen Bereichen zeigt aber, dass das Instrument einer Quotenregelung höchst umstritten ist. In jedem Fall darf die Forderung nach besseren Einstellungschancen für Migranten im öffentlichen Dienst nicht nur appellativen Charakter haben. Es bedarf konkreter Maßnahmen und Initiativen, wie sie die Integrationsbeauftragte ja auch schon vorgestellt hat. Auch kirchliche Dienste haben in dieser Hinsicht noch Nachholbedarf. Wir bemühen uns aber zunehmend, aus den Reihen der katholischen Migranten kompetente Mitarbeiter zu gewinnen. So wird auch der kirchliche Dienst vielfältiger.

Norbert Trelle, Bischof von Hildesheim und Mitglied der Kommission für Migration der Deutschen Bischofskonferenz, nimmt Stellung zur Forderung der Bundesregierung, eine Migrantenquote im öffentlichen Dienst einzuführen.

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Ein Stück Heimat in der Fremde In der Fremde ein neues Zuhause finden und trotzdem den eigenen Wurzeln treu bleiben – Migranten sehen sich oft in einem tiefen inneren Zwiespalt. Für viele von ihnen sind muttersprachliche Missionen ein Ort, an dem sie in vertrauter Gemeinschaft ihre Identität bewahren, sich gleichzeitig aber auch in ihre neue Heimat integrieren können. Das DON BOSCO magazin hat eine kroatische Familie, die sich einen Alltag ohne Gemeindeleben nicht mehr vorstellen kann, zum Sonntagsgottesdienst in Karlsruhe begleitet. Text: Angelika Luderschmidt, Fotos: Ilona Scheffbuch


Thema

Mehr als zehn Jungen und M채dchen versammeln sich jeden Sonntagmorgen in Sankt Michael in Karlsruhe und schl체pfen in ihre Messgew채nder. Alle Generationen sind fest in das Gemeindeleben integriert. Die Kroatische Katholische Mission Mittelbaden ist f체r viele zur zweiten Heimat geworden.

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200 Familien besucht Pater Ivo alleine in den ersten drei Januarwochen: „Ohne tatkräftige Unterstützung seitens der Gemeinde könnte ich das alles nicht schaffen.“

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ominik lacht. Er hat eines der neueren Messgewänder ergattert. Der 9-Jährige gehört zu den jüngsten Ministranten in Sankt Michael, einer Gemeinde im Karlsruher Stadtteil Beiertheim. Zusammen mit seiner Schwester Natalie (12) bricht er jeden Sonntag zeitig von zu Hause auf, um seine kroatischen Freundinnen und Freunde zu treffen. „Praktisch, dass wir genau gegenüber der Kirche wohnen“, sagt Natalie. Dominik ist abgelenkt. Er hantiert an seinen Hosenträgern. Die sollen den grünen Rock oben halten, damit er nicht versehentlich draufsteigt. Gleich beginnt die Messe. Rund 400 Menschen besuchen in Karlsruhe jede Woche den kroatischen Gottesdienst. Bereits eine halbe Stunde eher versammeln sich stets einige ältere Frauen, um das Ave Maria auf Kroatisch zu beten. „Ansonsten unterscheidet sich der Gottesdienst kaum von einem deutschen“, erklärt ein Ministrant fachmännisch und fügt hinzu: „Selbst die Lieder sind gleich, halt einfach nur in einer anderen Sprache.“ Laut Angaben der Diözese Freiburg umfasst die Kroatische Katholische Mission der Salesianer Don Boscos


Thema

porträt

◂ Pater Ivo Nedic´

Mirko Mišic´ liest regelmäßig in Sankt Michael die Fürbitten und engagiert sich seit dessen Gründung 2005 im Gemeinderat.

In Bosnien als viertes von sieben Kindern geboren, studierte Pater Ivo Theologie in Zagreb und wurde dort 1980 zum Priester geweiht. Zehn Jahre führte er eine Gemeinde in Split, kümmerte sich hauptsächlich um drogenabhängige Jugendliche und eröffnete ein Freizeitzentrum, bevor er 1999 nach Ingolstadt versetzt wurde und dort die Kroatische Mission leitete. Seit September 2005 ist Pater Ivo Leiter der muttersprachlichen Gemeinde der Kroaten der Salesianer Don Boscos in Mittelbaden. Zusammen mit drei Mitbrüdern, die wie er aus der Salesianerprovinz Zagreb stammen, hält er die Seelsorge bei den Kroaten in dem großen Gebiet „Mittelbaden“ aufrecht.

in Mittelbaden aktuell rund 12.000 Gemeindemitglieder. All diejenigen – insbesondere die ab dem Jahr 2000 geborenen Kinder –, die eine doppelte Staatsbürgerschaft haben, nicht mitgerechnet. Der Leiter der Mission, Salesianerpater Ivo Nedic, ´ kennt beinahe jeden von ihnen mit Namen. Der Mann mit dem schütteren grauen Haar und der Brille hupt und winkt bei der Autofahrt zur Kirche lachend zum Gruß. 3.000 km bringt Pater Ivo in einem Monat auf den Tacho. Rund 150 Kilometer umfasst das Gebiet um das Seelsorgezentrum in Karlsruhe, in dem der Priester tätig ist. Jeden Sonntag halten er und seine drei Mitbrüder zehn Gottesdienste in der Region Mittelbaden. Unterstützt werden sie von zwei Pastoralreferenten. Der 58-Jährige hat viel zu tun, seitdem 2005 die vier bis dahin selbstständigen kroatischen Missionen Pforzheim-Bruchsal, Karlsruhe, Gaggenau-Rastatt und Offenburg unter den Salesianern Don Boscos zusammengelegt wurden: Katechesen, Seelsorgegespräche, Gemeinderatssitzungen, religiöse Bildungsarbeit und – zu Beginn eines jeden neuen Jahres – zahlreiche Haussegnungen.

Auch in Bruchsal ist das Gemeindeleben rege. Sonntagmittags begleitet stets der Chor die Messe. Das Liedgut ist meist dasselbe wie in deutschen Gottesdiensten – nur der Text unterscheidet sich.

200 Familien hat Pater Ivo alleine in den ersten drei Januarwochen besucht. Der Sonntag beginnt früh. Schon um halb neun sitzen Monika und Mirko Mišic, ´ die Eltern von Dominik und Natalie, in der ersten Reihe der quadratisch angelegten Pfarrkirche. Lautes Stimmengewirr dringt aus der Sakristei. Insgesamt zwölf Kinder und Jugendliche haben sich heute die Messgewänder übergestreift. Nichts Ungewöhnliches in der Kroatischen Gemeinde. Alle Generationen sind fest in das Gemeindeleben integriert. „Die Laienarbeit ist bei uns ganz wichtig. Ohne tatkräftige Unterstützung seitens der Gemeinde könnten wir das alles gar nicht schaffen“, sagt Pater Ivo, während er noch schnell von zwei älteren Damen Zettel mit Terminwünschen für Haussegnungen entgegennimmt. Auch Monika und Mirko helfen gerne. „Das Gemeinschaftsgefühl bei uns ist sehr groß“, sagt Monika und nickt dabei freundlich einem Mann eine Reihe hinter ihr zu. Monika ist in Deutschland geboren. Ihr Mann Mirko ist es nicht. Mit 25 Jahren kam er aus Kroatien hierher, fand zuerst Unterschlupf bei seiner Cousine in der Pfalz,

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Ihr kroatisches Leben beginnt am Wochenende: Nach dem Gottesdienst treffen sich Natalie, Sara, Dominik und David (v.l.) regelmäßig. Gemeinsam besuchen sie auch den Kroatischunterricht und tanzen Folklore.

„Was sollen wir noch in Bosnien? Ich möchte hier bei meinen Kindern und den Enkeln bleiben.“

Seit Jahren ist Familie Mišic´ tief im Gemeindeleben verwurzelt. Die Familie wohnt nur wenige Gehminuten von Sankt Michael entfernt.

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Opa Marko fährt jedes Jahr über mehrere Monate in seine Heimat. Anders als seine Frau würde er gerne wieder in Bosnien leben.


Thema

Hintergrund

Ausländische Katholische Missionen in Deutschland In Deutschland leben rund zwei Millionen katholische Migranten. Viele von ihnen nehmen das Angebot örtlicher Gemeinden an, den Gottesdienst in ihrer Muttersprache zu feiern. Insgesamt gibt es derzeit mehr als 400 muttersprachliche Gemeinden mit jeweils drei bis sieben Gottesdienstorten für 30 Sprachgruppen. 2004 veröffentlichten die deutschen Bischöfe das Papier „Integration fördern, Zusammenleben gestalten“, in dem sie sagten: „Der Umgang zwischen ausländischen und deutschen Katholiken in unseren Gemeinden kann zu einem Motor für ein zukunftsweisendes Zusammenleben in der deutschen Einwanderungsgesellschaft werden.“ Aus demselben Jahr stammt auch die päpstliche Instruktion „Erga migrantes caritas Christi“ („Die Liebe Christi zu den Migranten“). Sie betont das Recht jeden Einwanderers auf ein individuelles Seelsorgeangebot und die Pflicht der heimischen Diözesen, Seelsorge speziell für Migranten anzubieten.

verdiente sich sein Geld als Pizza-Fahrer. Kurz zuvor machte er in Kroatien sein Diplom zum Lebensmittelchemiker. Das war 1990. Seine Eltern sahen die Kriegsgefahr kommen, schickten ihre Kinder zu Verwandten nach Deutschland. Zwei Jahre später zog Mirko nach Karlsruhe und lernte dort Monika kennen. Seinen Akzent hat Mirko nie abgelegt. Natalie und Dominik ärgern ihren Vater manchmal. „Die beiden sagen dann immer ‚He Papa, das sagt man doch nicht so auf Deutsch‘“, erzählt Monika und streicht sich über den Bauch. Im April erwarten sie und Mirko ihr drittes Kind. Mehr als 350.000 kroatische Katholiken leben laut einer Statistik der Bistümer derzeit in der Bundesrepublik. Insgesamt versuchen rund zwei Millionen ausländische Katholiken, in Deutschland eine neue Heimat zu finden. Viele von ihnen besuchen den Gottesdienst in einer der 400 muttersprachlichen Gemeinden. „Ich verinnerliche die Messe besser, wenn ich sie in meiner Muttersprache zelebriere. Auf Kroatisch geht mir das viel mehr ins Herz hinein“, sagt Mirko. Auch heute liest er in Sankt Michael die Fürbitten. Im Gegensatz zu ihrem Mann lebt Monika schon immer in Deutschland. Ihre Eltern Manda und Marko kamen in den 60er-Jahren aus Bosnien nach Karlsruhe, wohnen nur zwei Straßen von ihrer Tochter entfernt.

Einmal im Jahr besucht Pater Ivo alle seine Gemeindemitglieder zu Hause. Auch die Wohnung von Familie Mišic´ hat der Salesianer in diesem Jahr bereits gesegnet.

Fast jeden Tag kommt Oma Manda und kocht für die Enkel. „Marko will wieder zurück nach Hause. Seit er nicht mehr arbeitet, ist ihm hier langweilig“, sagt Monikas Mutter und stellt eine Kanne Kaffee auf den Tisch. Ihr Mann nickt stumm. Er tut sich etwas schwer mit der deutschen Sprache, stattdessen schweigt er lieber. Vergangenen Sommer war Opa Marko drei Monate „zu Hause“ in Bosnien, baute sein beschädigtes Haus wieder auf, traf alte Bekannte, genoss die Landschaft, die er so vermisst. Manda blieb in Karlsruhe. „Viele unserer Verwandten, Nachbarn und Freunde sind nicht mehr dort, wir haben auch kein Vieh mehr“, sagt sie und fügt hinzu: „Damals dachten wir, wir verdienen uns ein bisschen Geld und gehen bald wieder zurück. Dann kamen die Kinder, wir Gastarbeiter bekamen eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung und plötzlich war zu Hause Krieg. Und heute? Was sollen wir noch in Bosnien? Ich möchte hier bei meinen Kindern und den Enkeln bleiben.“ Mehr als ein paar Wochen Bosnien-Urlaub im Jahr kommt für Monikas Mutter nicht mehr infrage. Sie hat in Karlsruhe eine neue Heimat gefunden. Da, wo ihre Familie ist. „Viele ältere Paare trennen sich auch, meist wollen die Väter zurück, die Mütter wollen nicht noch einmal alles aufgeben“, erzählt Monika. Ihr Vater schweigt.

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Thema

Jeden Sonntagmorgen feiern rund 400 Menschen in Karlsruhe gemeinsam den kroatischen Gottesdienst.

Nach der Messe unterhalten sich die Gemeindemitglieder in Karlsruhe und Bruchsal gerne noch vor der Kirche, organisieren Feste oder Chorkonzerte.

So zerrissen die Elterngeneration ist, so verwurzelt sind bereits deren Kinder und Enkel. Natalie und Dominik sprechen untereinander und mit ihren Freundinnen und Freunden aus der Gemeinde Deutsch. Dennoch sollen sie verstehen, wo ihre Eltern und Großeltern herkommen. „Ihr kroatisches Leben beginnt am Donnerstag und endet am Sonntag“, sagt Sandra Kneževic, ´ die nach dem Gottesdienst mit ihrer Familie noch auf einen Kaffee zu ihren Freunden gekommen ist. Ihre beiden Kinder Sara (6) und David (11) ministrieren ebenfalls in St. Michael. Das „andere“ Leben von Sara, David, Natalie und Dominik beginnt am Donnerstag mit dem Kroatischunterricht. Eineinhalb Stunden lernen die Kinder und Jugendlichen dort mehr über Kultur, Sprache und Geografie. Freitags ist Folklore-Tanz, samstags Religionsunterricht, sonntags Gottesdienst. „Das ist wichtig, wir wollen unseren Kindern zeigen, wo unsere Wurzeln sind, denn auch wir sind bereits zu gut integriert“, sagt Sandras Mann. Während die befreundeten Familien Kaffee trinken, ist Pater Ivo bereits auf dem Weg ins 20 Kilometer entfernte Bruchsal. Um 11.45 Uhr beginnt dort die kroatische Messe. Wie in Karlsruhe liegt auch in Bruchsal der Schwerpunkt auf der Kinder- und Jugendarbeit. Seit Februar bieten zwei Mütter eine Folklore-Tanzgruppe für Kinder an. „Wir wollen unsere Kinder von klein auf in die Gemeinde einführen“, sagt Mirko. Ist der Nachwuchs einmal älter, ändert sich das: „Mit den Kindern geht es

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Folklore-Abende, Fußballturniere, Krabbelgruppe, Bibelkreise, Chor: Die Gemeinde ist wie eine zweite Heimat. Hier findet das komplette soziale Leben statt.


Drei Generationen, ein Zuhause: Manda und Marko (v.l.) kamen in den 60er-Jahren nach Karlsruhe. Wie ihre Kinder sind auch ihre Enkel Natalie und Dominik in Deutschland geboren. Schwiegersohn Mirko und Tochter Monika erwarten bald ihr drittes Kind.

leichter. Wir können sie für die Kirche und das Gemeindeleben begeistern“, sagt Pater Ivo. Nach dem Gottesdienst um 13 Uhr tagt in Bruchsal der Gemeinderat. Fast alle Mitglieder sind um die 40 Jahre alt. Pater Ivo kennt wie in Karlsruhe alle Anwesenden mit Namen, begrüßt jeden Einzelnen herzlich mit einem festen Händedruck. Anders als in Karlsruhe, wo es erst seit 2005 einen Gemeinderat gibt, liegt die Organisation des Gemeindelebens in Bruchsal mittlerweile fest in der Hand der zweiten Generation: Folklore-Abende, Fußballturniere, Krabbelgruppe, Bibelkreise, Chor. „Die Gemeinde ist wie eine zweite Heimat für mich. Hier ist mein komplettes soziales Umfeld“, sagt der Gemeinderatsvorsitzende in hörbar badischem Akzent. Hinter ihm an der Wand des Raumes hängt eine kroatische Fahne. An diesem Sonntag stimmt die Bevölkerung in Kroatien in einer Volksabstimmung über einen EU-Beitritt ab Herbst 2013 ab. „Ein spannender Tag“, sagt Pater Ivo und gibt sich zuversichtlich. Er wird Recht behalten: Mehr als zwei Drittel Kroaten werden mit „Ja“ stimmen. „Ich bin irgendwie beides, aber ein bisschen mehr deutsch“, sagt ein kleines Mädchen achselzuckend auf die Frage, was sie denn eigentlich sei, Kroatin oder Deutsche. Ihre Mutter ruft ihr aus der anderen Seite des Raumes etwas auf Kroatisch zu. Plötzlich klingelt das Handy der Tochter. „Geh doch bitte, bitte ran“, singt eine Piepsstimme unaufhörlich. Kichernd verlässt das Mädchen den Raum.

geschichte

Wie alles begann ... 1875 schickte Don Bosco erstmals Priester ins Ausland. Der Vorschlag zur Entsendung selbst kam vom Erzbischof von Buenos Aires, der Don Bosco um Hilfe bat. Die sechs entsandten Salesianerpriester und vier Salesianerbrüder sollten in der Hauptstadt Argentiniens die Leitung einer Pfarrei übernehmen, in der damals auch viele italienische Auswanderer wohnten. Zu ihren Aufgaben gehörte zudem die Weiterführung eines Kollegs für arme und verlassene Jugendliche. Als erster Missionsort der Salesianer von großer Bedeutung, sind heute in Argentinien über 600  Salesianer tätig. In Deutschland selbst kümmern sich Salesianer an vielen Orten um Menschen, die hierzulande eine neue Heimat suchen. Neben der italienischen Mission in Essen und der italienischen katholischen Gemeinde in Frankfurt feiern auch in Rosenheim, VillingenSchwenningen, Pforzheim, Karlsruhe und Mainz Patres und ihre Gemeinde auf italienisch Gottesdienst. Polnische Missionen gibt es etwa in Berlin und Rosenheim. Und neben der Region Mittelbaden befinden sich auch in Nürnberg, Ingolstadt, Bamberg und Saarbrücken Kroatische Katholische Missionen.

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Foto: gettyimages

Kommt rein!


Familie Kinder mögen Kirchen. Der hohe Turm, die bunten Fenster und das Glockenläuten wecken ihre Neugier. Sie wollen wissen: Was ist das? Wer wohnt da? Was bedeuten die Gegenstände? Religionspädagogin Margret Färber beschreibt, was Kinder am Haus Gottes fasziniert.

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s ist Samstagvormittag, Simon und Anne sind mit ihrer Mutter in der Fußgängerzone unterwegs und wollen Kleidung kaufen. Sie kommen an dem großen Platz vor der Kirche vorbei. Da beginnen die Glocken zu läuten, es ist elf Uhr. „Kommt, lasst uns reingehen“, schlägt die Mutter vor. „Habt ihr Lust?“ Die drei öffnen die schwere Tür und treten ein. Plötzlich ist es dämmrig und kühl. Der Lärm der Straße ist kaum noch zu hören, und ein ganz besonderer Duft liegt in der Luft. Die Kinder gehen nach vorne und betrachten die großen, bunten Fenster, durch die das Sonnenlicht fällt. Dann erkunden sie die Heiligenfiguren, die an den Seitenwänden des Kirchenschiffs auf Säulen stehen. Die Mutter gibt Simon und Anne flüsternd Auskunft über alles, was sie wissen wollen. Zwanzig Minuten lang erforschen die Kinder fasziniert die Figuren, Bilder und Gegenstände. Dann geht es wieder nach draußen, hinein in den Trubel der Stadt. Kleinkinder erobern Stück für Stück ihr Umfeld und bewegen sich zunehmend selbstständiger und vertrauter in ihrem Aktionsradius. Neben Kindertageseinrichtung, Ärzte- und Geschäftshaus, Feuerwehr, Rathaus und vielem anderen mehr gehört auch die Kirche zur Umgebung. Das Kirchengelände ist ein Begegnungsplatz. Hier laufen die Hauptverkehrsadern entlang, hier treffen sich Menschen auf ihren alltäglichen Gängen. Die Kirche und der Kirchplatz mit Sitzbänken, Grünflächen und Infokästen sind ein Treffpunkt für Jung und Alt, für verschiedene Generationen, mitunter auch für Lebende und Verstorbene: Ist die Kirche umgeben von einem Friedhof, wird erlebbar, wie auch die Verstorbenen Teil unseres jetzigen Lebens sind. Das Kirchengebäude wirkt nicht allein durch seine Größe auf die Kinder, sondern befindet sich in den meisten Fällen auch an einem zentralen Ort. Auf Luftaufnahmen lässt sich gut erkennen, dass die Kirche buchstäblich der Mittelpunkt eines Dorfes oder eines Stadtviertels ist. Diese Positionierung trifft auch eine Aussage über die Bedeutung der Kirche für die Menschen: Sie stellen das in den Mittelpunkt, was ihnen wichtig und besonders wertvoll ist. Nicht eine Fabrik, ein Büro oder ein Geschäft halten das Wohngebiet zusammen, sondern es gibt gewissermaßen einen geistigen Mittelpunkt. Das sogenannte Haus Gottes hat den ersten Platz.

Kirchengebäude stellen einen Gegenpol, eine Alternative zum üblichen Umfeld dar: laut – leise, hektisch – ruhig, grell – gedämpft, eng – weit. Waren Kirchen früher oft auch Wehr- und Schutzräume gegen feindliche Eindringlinge, finden heute Menschen hier Schutz vor Reizüberflutung und Leistungsansprüchen. Hier ist jeder willkommen, kann ausruhen, still werden, muss nichts tun und leisten, sondern darf einfach da sein. Kinder können hier einen potenziellen Rückzugsort, einen geschützten Raum kennenlernen. Kinder sind von Anfang an religiös. Auf ihre Weise sind sie auf der Suche nach dem Sinn. Kirchenräume als materialisierte Glaubenserfahrungen und -hoffnungen können hier Antwortspuren aufzeigen. Sie drücken mit ihrer Architektur, mit Bildern, Skulpturen, Fenstergestaltungen und Gegenständen aus, was Menschen früher und heute mit Gott erfahren und sich erbitten. Symbole, biblische Geschichten und kirchliche Traditionen begegnen dem Kirchenbesucher auf Schritt und Tritt und laden ein, diese Hintergründe zu erschließen und sich selbst dazu in Beziehung zu setzen. Die Gestaltung des sakralen Raumes setzt zum Teil religiöses Wissen voraus, sie ermöglicht aber auch eine sinnliche Erschließung.

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➜ Für Erzieher, Lehrer, Katecheten

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Familie

5 Tipps

für Eltern

Mit Kindern im Haus Gottes

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Bringen Sie Kirchengebäude ins Blickfeld Ihres Kindes • Bei Autofahrten: Wer sieht zuerst den Kirchturm? • Zählen lernen: Wie häufig schlägt die Glocke? • Vergleichen: Was sind die größten Gebäude in unserem Wohnviertel? Welches hat die höchsten Fenster? Finden Sie Anlässe, mit dem Kind die Kirche auch außerhalb von Gottesdiensten zu besuchen Rund um den Geburtstag: Stellen Sie eine Kerze auf mit den Worten „Danke, dass es Nina (Jonas ...) gibt!“. Rund um den Namenstag: Finden Sie eine Darstellung des Namenspatrons. Freude und Sorge: Lassen Sie Ihr Kind eine Kerze entzünden und ein Gebet sprechen.

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Lassen Sie Ihr Kind den Unterschied zwischen draußen und drinnen spüren • Die Kirchentür öffnen: Wieviel Kraft, evtl. Hilfe, benötigt Ihr Kind?

• Fühlen: Wie ist die Temperatur im Kirchenraum im Vergleich zu draußen? • Auf Töne lauschen: Was ist hier noch von draußen zu hören? Wie klingt die Orgel, wie das Glockengeläut an verschiedenen Orten? Folgen Sie dem Interesse Ihres Kindes • „Magst du mir zeigen, was du schon in dieser Kirche kennst?“ • „An welchem Platz in der Kirche bist du gern?“ • „Was möchtest du dir genauer anschauen?“ Lassen Sie den Kirchenbesuch nachklingen • Singen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind zum Abschied in der Kirche ein Lied. • Füllen Sie mit Ihrem Kind Weihwasser für daheim ab. Gestalten Sie gemeinsam aus lufttrocknender Modelliermasse eine Schale für dieses Wasser und segnen Sie damit Ihr Kind am Ende des Tages. • Ihr Kind malt ein Bild von dem Gegenstand, den es sich intensiv angeschaut hat.

Margret Färber ist Religionspädagogin, Sozialpädagogin und Gestaltseelsorgerin. Sie arbeitet als Bildungsreferentin in der Ehe- und Familienseelsorge/Kindergartenpastoral und in der Frauenseelsorge.

Biblische Erzählungen und Heilige werden buchstäblich sichtbar, bunt und als reales Gegenüber erlebbar, das zu einer Begegnung einlädt. Kirchenräume sind Orte, an denen auf viele Weise und für alle Sinne Geschichten von Gott und der Welt erzählt werden. Kinder sind empfänglich für die Besonderheit eines Raumes, für Stimmungen, Farben und Formen. Sie sind oftmals unmittelbar ansprechbar für das Unsagbare, das im Kirchenraum spürbar wird. Sie haben den „siebten Sinn“ für die unsichtbare Welt. Das mit dem Turm und durch die Größe weithin sichtbare Gebäude sowie die besondere und kostbare Ausstattung signalisieren ihnen auf implizite Weise, dass hier ein Schatz, etwas Besonderes und Wertvolles bewahrt und gefunden werden kann. Landläufig wird von der Kirche als dem Haus Gottes gesprochen. Kinder haben mitunter die konkrete Vorstellung, Gott wohne darin, wie in einer üblichen Wohnung. Der Raum versucht, mit seinen Mitteln etwas von Gottes Größe, Herrlichkeit und Barmherzigkeit widerzuspiegeln.

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Der weithin sichtbare Turm kann daran erinnern, dass Gott immer wieder in das Blickfeld gelangen und im Alltag vorkommen will. Er schlägt seine Wohnung mitten unter den Menschen auf (Offb 21,3). In barocken Kirchen zeigen unzählige Engel die Präsenz Gottes an. Die Weite und Höhe des Gebäudes laden ein, den Kopf zu heben und über sich selbst hinauszuwachsen. Sie erzählen: Gott selbst ist es, der „meinen Schritten weiten Raum verschafft“ (Psalm 18,37). In Nischen und Seitenkapellen kann ich mich bergen wie unter seinem Schutz und Schirm. Sie machen die Worte des Beters zu einer leiblichen Erfahrung: „Herr, du mein Fels, meine Burg, meine Feste, in der ich mich berge“ (Psalm 18,3). Gott kann grundsätzlich an jedem Ort erfahren werden, an jedem Ort kann zu ihm gebetet werden. Die Kirche ist jedoch zum einen ein besonderer Versammlungsund Gebetsraum für Christen. In der Gemeinschaft der Glaubenden ist Gott gegenwärtig: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20). Zum anderen wird in katholischen


Fotos: privat; Fotolia

Kirchen durch den geweihten Altar, durch die Feier der Eucharistie und durch die Aufbewahrung der konsekrierten Hostien Gottes Gegenwart in besonderer Weise ein Ort geschaffen. Kindern kann hier Zugang zu einem Raum ermöglicht werden, der religiöse Erfahrungen zwar nicht hervorrufen, aber dafür sensibilisieren kann. Je jünger Kinder sind, je weniger ihnen bereits eine religiöse Sprache zur Verfügung steht, desto mehr sind äußere Merkmale für sie mit einem eindeutigen Signal verknüpft. Bestimmte Orte, bestimmte Zeiten, Symbole und Klänge strukturieren ihren Alltag, geben Sicherheit und Heimat. Der Besuch einer Kirche zeigt ihnen an, dass es jetzt um „das Heilige“, das „große Geheimnis“ – um Gott – geht. Auch Kleinkinder lernen schnell, dass bestimmte Orte auch bestimmte Verhaltensweisen erfordern: Im Wartezimmer des Arztes verhalte ich mich anders als auf dem Spielplatz; im Wald anders als im Puppentheater. Sie können bei aller Experimentierfreude und Offenheit auch respektvolle Verhaltensweisen kennenlernen und einüben, die der Würde des Kirchenraumes angemessen sind. Kirchen sind keine Mausoleen, die für alle Zeit eine frühere Epoche mit ihren zeitbedingten spezifischen Frömmigkeitsvorstellungen und -formen eingefroren haben und nun bestaunt werden können. Die Kirche ist ein lebendiges Haus. Kinder sind auch heute eingeladen, ihr Leben, ihren Glauben, ihre Sorgen und Hoffnungen einzubringen. Kinder können erleben, dass die Höhe- und Tiefpunkte des Lebens hier einen Ort und eine Ausdrucksmöglichkeit haben. Die zahlreichen Kerzen, die als Fürbittgebet entzündet werden, sind hier nur ein beredtes Beispiel. Kindern wird mit der Erschließung des Kirchenraumes eine „gute Adresse“, eine Anlaufstelle für ihre Erfahrungen eröffnet. Auch sie sind „lebendige Steine“ der Kirche und dürfen hier ihre Spuren hinterlassen.

In Kirchenräumen können Kinder mit allen Sinnen viel von Gott und der Welt erfahren.

Die Kirche ist der Versammlungsort der Gemeinde. Kinder erfahren, dass sich hier zum Gottesdienst alte und junge Menschen, Gesunde und Kranke, Arme und Reiche treffen und gemeinsam beten und die Sakramente feiern. Kirchenerkundungen finden zwar außerhalb des Gottesdienstes statt, doch ist es sinnvoll, dass die Kinder den Raum auch als Ort der betenden Gemeinde bei einem Gottesdienst erleben. Anne und Simon haben bei ihrem kleinen Abstecher am Samstagvormittag hautnah erfahren, was eine Kirche ausmacht. Dass sie ein Raum des Hörens, des Sehens, des Riechens, des Tuns, des Denkens und Glaubens ist. Dass der Raum selbst wie eine Brücke zwischen Himmel und Erde erscheint.

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Die wichtigsten Stationen im Leben Jesus und ihre Bedeutung für uns heute. ISBN 978-3-7698-1925-0

Bücher von Don Bosco gibt es in jeder Buchhandlung oder direkt bei: Don Bosco Medien GmbH, Sieboldstr. 11, 81669 München, Tel.: 089/ 48008 330, service@donbosco-medien.de


Familie

Kolumne von Gesa Rensmann: überLeben in der Familie

J

ahrelang lebt man so vor sich hin, bis man eines Tages plötzlich erkennen muss, dass man nun auch zu den „Üs“ gehört. Es trifft einen ganz unvermittelt, man geht an einem Plakat vorbei, auf dem in großen Lettern die Einladung zur nächsten Ü30-Party prangt. Und man fängt an zu rechnen. Ich selbst habe ungefähr zehn Jahre lang entschlossen alle Ü30-Partys ignoriert, indem ich mir einredete, dass da ohnedies nur die „armen Sitzengebliebenen“ hinrennen. Außerdem war ich sehr mit Familiengründung beschäftigt und da setzt man mit dem ersten Kind ganz von selbst mal eine Zeit lang (ungefähr fünf Jahre) bei allen Veranstaltungen nach 20.00 Uhr aus. Aber jetzt mit Ü40 kommt es hammerhart. Die runden Geburtstage, zu denen ich eingeladen werde, mehren sich und viele aus meinem Bekannten- und Freundeskreis feiern ihren 50. Geburtstag. 50!!! „Bei dir ist das ja noch ganz lang hin“, tröste ich mich dann immer. Dennoch mag ich gern mitfeiern, um heimlich schon mal zu beobachten, wie die Leute dann so ausschauen. Vor Kurzem waren wir bei unserer lieben Nachbarin eingeladen, um gemeinsam mit ihr, ihrer Familie und Freunden in ihr halbes Jahrhundert reinzufeiern. Unsere Nachbarin ist eine sehr attraktive und gepflegte Frau, sie

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Gesa Rensmann (43) ist Lektorin in einem Fachverlag für Frühpädagogik und Religion. Mit ihrem Mann Kruno Ilakovac (40) und ihren beiden Kindern Jakob (8) und Ines (4) lebt sie in der Nähe von München. Im DON BOSCO magazin berichtet sie regelmäßig aus ihrem familiären Alltag.

Illustration: Mele Brink

Ü oder U?

hat zwei Jungs von dreizehn und sechzehn Jahren und einen ausgesprochen freundlichen Mann an ihrer Seite. Augenscheinlich bekommt ihr das Familienleben gut. Als ich Kind war, sahen die Leute mit 50 anders aus. Die waren alt. Sie erschienen mir nicht nur so, weil ich Kind war. Nein, die gleiche Beobachtung kann man auch heute noch in Ländern machen, in denen der Wohlstand nicht zu Hause ist und das alltägliche Leben viel weniger Gestaltungsfreiheit und Selbstbestimmung vorsieht. Wenn ich mit meinem Mann in seiner Heimat Kroatien unterwegs bin, fällt mir immer auf, wie viel älter die Leute dort mit Ü50 aussehen. Die Gäste auf der Party der Nachbarin waren überwiegend zwischen 40 und 50 – mein Mann und ich eingeschlossen. Die Band „My Generation“ spielte Livemusik aus den 60er-, 70er- und 80er- Jahren, der Saal rockte. Die Ü40er hopsten über die Tanzfläche, sangen laut die bekannten Hits vergangener Zeiten mit und waren genau richtig in Raum und Zeit. Und ich? Ich war mittendrin und fand es gut. Und während alle mitjolten zu „Brown sugar“ (Kennen Sie nicht? Dann sind Sie entweder U40 oder Ü60. Tut mir leid für Sie.), flog mir plötzlich der Gedanke zu, wie ich eigentlich meinen 70. Geburtstag feiern will. Laut neuesten Auswertungen ist die Lebenserwartung der Männer mittlerweile auf 78 Jahre angestiegen, das heißt: Auch wenn man sehr großzügig rechnet und mehrere Augen zudrückt, kann ich die Rolling Stones schon nicht mehr zu meiner Seventy-Jubelfeier einladen. Ob es dann also immer noch Livebands gibt, deren Mitglieder ungefähr halb so alt sind wie die meisten meiner Grufti-Gäste, aber die Rock-Oldies dennoch bereitwillig und mit Herzblut spielen? Nachlese: Am Morgen nach der Party ist die Familie im Wohnzimmer versammelt. Unser Sohn betrachtet uns skeptisch und fragt: „Wann wart ihr gestern zu Hause?“ „Na, so gegen eins“, antworte ich. „Und was habt ihr da gemacht?“, will er wissen. Mein Mann grinst und ruft: „Mama hat getanzt und zwar so!“ Er packt mich und wirbelt mich ein bisschen durchs Wohnzimmer. Und was machen unsere Kinder? Sie lachen sich kaputt. So gehört sich das.


Hier und dort

In dem Schrank sind alle meine Jeans, T-Shirts, Pullis und Tücher. Ich besitze nur dieses eine Kleid, das habe ich zu meinem Realschulabschluss angehabt. So richtig schick mache ich mich nur bei besonderen Anlässen und ab und zu für Partys. Maria (17), Berufsschülerin, wohnt mit ihrer Familie in Werl.

Fotos: Bernd Weisbrod; Nitsche

Mein Kleiderschrank

Unser Kleiderschrank ist diese Stange hier über dem Bett. Für einen Schrank haben wir keinen Platz. Das Zimmer gehört dem Unternehmen, für das wir arbeiten. Außer uns wohnt noch eine Freundin hier. Weil wir Schichtdienst haben, sind wir selten alle gleichzeitig zu Hause. Lujen Thai Dang und Nguyen Huu Van (beide 20) leben als Wander­ arbeiterinnen in Saigon, Vietnam.


Freude auf Knien

Text: Clemens Tangerding; Foto: Lothar Wagner

In der Fußball-Bundesliga hat sich ein Torjubel eingebürgert. Nach dem Treffer nimmt der Stürmer Anlauf, geht in die Knie und rutscht dann so weit es geht über den Rasen Richtung Fans. Da posiert er dann, reißt die Arme hoch und lässt sich bejubeln. In der Zwischenzeit gleiten auch seine Mitspieler heran. Meistens geht das gut. Am lustigsten für die Zuschauer ist es, wenn der eine den anderen umfegt. Arjen Robben vom FC Bayern beherrscht die Freude auf Knien am besten von allen Bundesligaspielern. In einem katholischen Gottesdienst in Robbens Wahlheimat wird man das nicht finden: Freude auf Knien. Wie soll man auch jubeln, während der Körper angewinkelt auf einer harten Holzplanke liegt? Im Stadion sind Schienbeinschoner erlaubt, im Gottesdienst nicht. In der Pfarrkirche St. Augustinus in Freetown haben die Kirchenbänke gar kein Holzbrett für die Knie. Außerdem lassen sie sich im Gegensatz zu ihren deutschen Artverwandten mit einem Ruck verschieben. Dann ist mehr Platz zum Tanzen da. Das ist oft nötig. Während des Gottesdienstes entstehen aus den Liedern spontane Tänze, und aus den Tänzen entspringt Jubel. Da der Tanz nicht so anstrengend ist wie das Gebet auf Knien, dauert der Gottesdienst dort drei Stunden. Auch deshalb kommen die Gemeindemitglieder gerne in die Kirche in der Hauptstadt von Sierra Leone: Musik und Tanz erleben sie oft ausschließlich bei der Messe. Vom Entertainment im katholischen Gottesdienst lassen sich übrigens auch Muslime begeistern. In Deutschland können sich mehr Menschen Opern- oder Konzertbesuche leisten, um ihre Freude an der Musik auszuleben. Nur: Kommt da richtig Freude auf? Wohl nicht so wie am Sonntag in St. Augustinus in Freetown – oder wie im Stadion, wenn Robben mal wieder einen versenkt hat.

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mittendrin


Hilfe braucht auch

Respekt

Starke Überschwemmungen führten im Sommer 2010 im Nordwesten Pakistans zu einer humanitären Katastrophe: Mehr als 14 Millionen Menschen verloren ihr Zuhause, mindestens 1.700 kamen ums Leben. Die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen konzentrierte sich auf das nordwestliche Punjab. In der Provinz Sindh am Indischen Ozean dagegen kam kaum Hilfe an. Deshalb entschlossen sich die Salesianer Don Boscos, die in der Stadt Lahore eine Berufsschule betreiben, die Menschen dort zu unterstützen.

Salesianerpater Miguel Angel erzählt, wie die Hilfsaktion vor über einem Jahr begann, was seitdem erreicht wurde und wie ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen in Pakistan gelingen kann. Interview: Andreas Unger; Fotos: Florian Kopp

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Don Bosco

Durch die verheerende Flutkatastrophe im Sommer 2010 verloren mehr als 14 Millionen Menschen in Pakistan über Nacht ihr Zuhause. Tausende Menschen flüchteten sich in provisorisch errichtete Zeltstätte ohne Strom und fließend Wasser. In den darauffolgenden Wochen erkrankten zahlreiche Menschen an verseuchtem Wasser.

DON BOSCO magazin: Als Sie im Sommer 2010 zum ersten Mal in die überschwemmte Provinz Sindh kamen, was haben Sie gesehen? P. Miguel Angel: Wir sahen überall Wasser. Wir sahen Menschen, die dringend Essen und Kleidung brauchten. Wir sahen Menschen, die damit zurechtkommen mussten, das Wenige, was sie besaßen, auch noch verloren zu haben. Viele lebten in Zelten, ohne Privatsphäre, ohne Würde. Wir sahen Tausende von Menschen, denen es so ging. Unsere erste Frage war: Was können wir ausrichten mit den paar Häusern, die wir bauen? Unsere Antwort: Wie wenig wir auch erreichen – für die, die wir erreichen, ist es eine ganze Menge. Wie sind Sie vorgegangen? Zusammen mit der Armee haben wir uns die Lage angesehen und uns für das Dorf Raheem-Jo-Doro entschieden. Das Problem war, dass unser Budget für etwa 50 Häuser reichte, aber über 100 Familien ein neues Zuhause brauchten. Deshalb haben wir von den „Sisters of the Presentation“ und von den Jesuiten Unterstützung bekommen. Alles, was von Seiten Don Boscos kam, haben wir aus Deutschland erhalten. Aber Sie haben nicht nur durch Geld geholfen. Richtig. Unsere Berufsschule in Lahore ist ein „Technical Center“. Unsere Schüler und Absolventen sind Elektriker, Schreiner und Schweißer. Sie wollten wir dabei auch einsetzen. Dabei haben wir sie gut bezahlt – schließlich sind ihre Familien von ihren Einkommen abhängig. So war allen gedient: Die Hilfsbedürftigen bekamen neue Häuser, die Berufsanfänger sammelten Berufserfahrung,

die älteren Absolventen hatten gute Jobs. Und die Häuser waren günstig, weil wir uns teure Subunternehmer gespart haben. Sie haben als Christen in einer Region geholfen, in der hauptsächlich Muslime leben. Kam es deshalb zu Spannungen? Die Menschen in Sindh sind uns wirklich dankbar. In sechs Monaten vor Ort haben Christen und Muslime zusammengearbeitet. Es gab keinen einzigen Fall von Gewalt, Diskriminierung oder anderer Konflikte. „Harmonie“ war das Wort, das dieses Projekt definiert hat. Die Schwierigkeiten kamen vor allem von Seiten der Großgrundbesitzer. Denn die Menschen, denen wir Häuser gebaut haben, werden künftig weniger abhängig von ihnen sein. Sie werden selbst Eigentümer ihrer Häuser sein. Ein weiteres Problem war die Energieknappheit – immer wieder fiel der Strom aus. Schließlich hat uns die Armee geholfen, die in Pakistan auch in der Zivilgesellschaft eine wichtige Rolle spielt. Sie haben sogar eine Moschee finanziert – ungewöhnlich für ein christliches Hilfsprojekt. Wir wussten: Hilfe braucht auch Respekt. Wenn wir der muslimischen Bevölkerung helfen wollen, müssen wir auch ihren Glauben unterstützen. Außerdem ist die Moschee mehr als ein Ort zum Gebet; er ist sozialer Mittelpunkt. Hier diskutieren die Menschen über Politik und

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Die Salesianer Don Boscos entschlossen sich, dort zu helfen, wo internationale Hilfsorganisationen nicht hinkamen. Mit Spendengeldern aus Deutschland bauten Berufsschüler aus Lahore in der Provinz Sindh mehr als 50 Häuser.

Sechs Monate arbeiteten Christen und Muslime Hand in Hand zusammen, bis die Häusersiedlung fertig war. Und auch die Armee half mit, den obdachlosen Familien eine neue Bleibe zu errichten.

über Alltägliches, hier verhandeln sie Familiendispute, hier kommen sie zur Ruhe. Auf diese Bedürfnisse mussten wir eingehen. Am Anfang habe ich mich tatsächlich gefragt: Müssen ausgerechnet wir ihnen eine Moschee bauen? Aber dann habe ich realisiert: Wenn uns dasselbe passiert wäre und Muslime uns helfen würden, würden wir es nicht mögen, wenn sie sagten: Wir bauen euch Häuser, aber eine Kirche könnt ihr vergessen. Die Menschen haben verstanden: Der einzige Grund, warum wir gekommen sind, ist, um ihnen Gutes zu tun. Nehmen Sie auch im Don Bosco Technical Center muslimische Schüler auf? Unsere Berufsschule liegt in Lahore im Stadtviertel Yuhannabad, der mit 50.000 Menschen größten christlichen Gemeinde in Pakistan. 90 Prozent unserer Schüler sind Christen, zehn Prozent Muslime. Die Jungs kommen alle aus sehr armen Familien aus ganz Pakistan. Außerdem haben wir viele Waisen. Wir betreiben außerdem das größte christliche Internat des Landes. 150 von unseren insgesamt etwa 250 Schülern wohnen hier. Zunächst hatten wir geplant, auch Muslime hier wohnen zu lassen, aber leider hat uns ein lokaler Imam angedroht, alles abzubrennen, wenn wir das tun. Wir sind in diesem Land eben eine Minderheit.

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Wie funktioniert das Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen in der Berufsschule? „Gegenseitigkeit“ ist für uns hier ein Schlüsselwort: Der Glaube unserer muslimischen Schüler wird respektiert, und das Gleiche verlangen wir auch umgekehrt. Bei unserer täglichen Morgenversammlung beten wir als katholisches Zentrum und verlangen von den muslimischen Schülern, dass sie dabei anwesend sind – aber natürlich nicht, dass sie mitbeten. Das ist ein Zeichen des gegenseitigen Respekts. Dies ist ein katholischer Ort, er wird hauptsächlich von Katholiken finanziert und betrieben, und dafür danken wir. Wir beten das Ave Maria, das Vaterunser, singen die Nationalhymne und haben dann den drei, vier Minuten langen „Good Morning Talk“. Dabei geht es allgemein um menschliche Werte. Der Unterricht beginnt zu einer Zeit, zu der die muslimischen Schüler ihre Morgengebete bereits verrichtet haben. Die Gebete zwischen 12 und 17 Uhr können sie nicht absolvieren, denn dann ist Schulzeit. Sie können sie aber zu Hause nachholen. Was wir ihnen hier nicht erlauben können, ist, innerhalb des Grundstücks zu beten. Denn es gibt ein Gesetz, wonach Muslime, wenn sie irgendwo miteinander beten, das Recht haben, an diesem Ort eine Moschee zu bauen. Meine Erfahrung ist: Solange man die Menschen hier respektiert, respektieren sie dich.


Don Bosco

Tadschikistan

L ä n d er p r o f i l Pa k i sta n

Afghanistan

Islamabad

a m er i k a

Hauptstadt Islamabad

Pakistan

e u r o pa

Einwohnerzahl ca. 180 Mio.

Indien

asien

Landessprache Urdu, Englisch und mehrere Regionalsprachen

a fr i k a australien

Religionen/Kirchen Muslime (96%), Christen (1,5%), Sikhs, Hindus

S Ü D a m er i k a

„Gegenseitigkeit“ ist das Schlüsselwort der Salesianer Don Boscos in Pakistan. So können Muslime und Christen ihren Glauben leben und den der anderen respektieren. In Lahore unterhalten die Patres eine große Berufsschule. In Quetta, an der Grenze zu Afghanistan, gibt es eine große Primar- und Sekundarschule, die sich besonders in der Mädchenförderung engagiert.

Abends werden erwachsene Analphabeten unterrichtet. Außerdem unterstützen die Salesianer Don Boscos mehrere kleine Schulen für afghanische Flüchtlingskinder. An beiden Standorten gibt es Unterstützung für besonders arme Familien. Schon mehrfach wurde Don Bosco in Pakistan in der Nothilfe aktiv. Etwa bei dem Erdbeben 2005 oder bei der Flutkatastrophe 2010.

Sie sind seit fast zehn Jahren in Pakistan – wie haben Sie sich in dieser Zeit verändert? Ich habe viel mehr graue Haare bekommen (lacht). Und ich habe Falten um die Augen, aber nicht in meiner Seele. Ich habe mehr Leben in mir als noch vor zehn Jahren, ich fühle mich jünger und enthusiastischer hinsichtlich meiner Berufung als Priester und Missionar. Pakistan ist ein Land, in dem man seine Hinwendung zum Leben kontinuierlich erneuern muss. Wenn das Leben immer auf Messers Schneide steht, sieht man mehr. Man dankt Gott jeden Tag für dieses Leben, und es ist keine leere Formel.

Kontakt Wenn Sie mehr über die Arbeit der Salesianer Don Boscos in Pakistan wissen wollen, wenden Sie sich bitte an Projektreferentin Cornelia Brenig von Don Bosco Mission: Cornelia Brenig Don Bosco Mission Sträßchensweg 3, 53113 Bonn Tel.: 0228 / 539 65 76, brenig@donboscomission.de

In der Berufsschule betet Miguel Angel jeden Morgen mit seinen christlichen Schülern. Auch die muslimischen Schüler sind bei der Morgenversammlung immer mit dabei. Die Beziehung aller ist geprägt von Toleranz und gegenseitigem Respekt.

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Don Bosco

Don Bosco Fest 2012

Unterwegs mit jungen Menschen Die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern haben ihren Ordensgründer gefeiert. Rund um den 31. Januar, den Gedenktag des heiligen Johannes Bosco, begingen sie das Fest traditionell mit Gottesdiensten, Theateraufführungen und anderen Veranstaltungen.

In Bonn und München war Br. Charles Taban aus dem Südsudan zu Gast. Er sprach zum Thema „Mobilität junger Menschen – eine weltweite Herausforderung“.

Begeisterte Jugendliche tanzten beim Don Bosco Fest in Stuttgart auf der Bühne. Rund 250 Gäste feierten hier ein fröhliches Fest zu Ehren Don Boscos.

unter viele Mitglieder der großen Don Bosco Familie, aber auch Freunde, Förderer und Ehrengäste aus Kirche und Politik, kamen an den rund 40 Standorten in Deutschland und in der Schweiz zusammen. In vielen Gottesdiensten erinnerten die Festprediger an Don Boscos Einsatz für arme und benachteiligte junge Menschen und zeigten auf, wo heute Engagement im Geiste des Ordensgründers notwendig ist. Vielerorts wurde ein buntes Rahmenprogramm geboten, zu dem vor allem auch Jugendliche beitrugen. In Bonn kamen darüber hinaus auf Einladung von Don Bosco Mondo insgesamt 31 Jugendliche aus elf Nationen zu einer knapp einwöchigen Jugendkonferenz zusammen, um sich über Migration und Mobilität auszutauschen und Handlungs-

möglichkeiten auszuarbeiten. Die Jugendkonferenz stand unter dem Motto „Tolerance, Respect, Acceptance“. Da wir an dieser Stelle nicht über alle Feiern im Einzelnen berichten können, verweisen wir auf die umfangreiche Berichterstattung unter www.donbosco.de.  kh

Foto: Engelbert Reinecke

München Mehrere Hundert Gäste, dar-

Gemeinsam überlegten die Teilnehmer der Bonner Jugendkonferenz, wie es gelingen kann, Jugendliche zu integrieren und Diskriminierung entgegenzuwirken.

Don Bosco Aktuell

Gestärkt ins neue Jahr Calhorn Fast schon traditionell haben sich Ende vergangenen Jahres 34 am Glauben interessierte junge Menschen von 27. bis 30. Dezember zum Thema „Ich gebe Euch Zukunft und Hoffnung“ in Calhorn getroffen, um sich gemeinsam über ihren Glauben auszutauschen und gestärkt ins neue Jahr zu gehen. Jeder Tag begann mit einer Einstimmung in der Kapelle und endete mit einem Abendimpuls, der „Guten Nacht“. Zudem gab es die Möglichkeit, an Workshops teilzunehmen und rund um die Uhr mit Patres und Referenten das Gespräch zu suchen. Während für die einen besonders das Arbeiten in verschiedenen Workshops tiefe Erfahrungen bot, waren es für andere die Gespräche untereinander über persönliche Fragen und Ansichten. Hier-

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für boten sich gemütliche Orte im Haus Don Bosco und lange Spaziergänge in ländlicher Umgebung an. Abschalten, zur Ruhe kommen, Stille finden – die Teilnehmer erlebten eine „gemeinschaftliche Erfahrung von gelebtem Glauben“. Anja Boklage, Michael Schumacher

Mehr als 30 Teilnehmer nahmen bei den Jugendexerzitien zwischen den Jahren in Calhorn teil.

Salesianer Don Boscos weltweit Rom Zu Beginn des Jahres veröffentlichte das Generalat der Salesianer Don Boscos die aktuellen Zahlen der salesianischen Kongregation. Demnach gibt es weltweit 15.439 Ordensmitglieder, darunter 414 Novizen und 121 Bischöfe. Im Jahr 2011 waren die Salesianer Don Boscos in 131 Ländern tätig. Die zahlenmäßig größte Provinz in Bezug auf Professen und Novizen ist die Ursprungsprovinz in Italien, Piemont mit Aostatal, mit 520 Mitgliedern. Die Provinz mit den wenigsten Mitbrüdern – insgesamt 37 – ist Ungarn. Bezogen auf die Länder wirken in Indien die meisten Mitbrüder: Dort sind es 2.537. Dagegen ist die kleinste Präsenz in Namibia mit zwei Mitbrüdern. Dort sind die Salesianer seit fast 15 Jahren tätig.  ANS


Don Bosco

don bosco mondo

Neuer Name – gleiches Ziel Aus Jugend Dritte Welt wurde Anfang 2012 Don Bosco Mondo. Als kleiner Förderverein 1980 gegründet, unterstützt die anerkannte Nichtregierungsorganisation heute Bildungsprojekte der Salesianer Don Boscos in mehr als 90 Ländern.

Bonn Seit dem 28. Januar heißt die traditionsreiche Hilfsorganisation „Jugend Dritte Welt“ Don Bosco Mondo. „Unser Ziel bleibt dasselbe: Durch Bildung und Ausbildung helfen wir gesellschaftlich benachteiligten Jugendlichen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa, ein eigenständiges und würdevolles Leben zu führen“, erklärt der Vorsitzende Alexander Knauss. Die Hilfsorganisation war 1980 als kleiner Förderverein der Bonner Gemeinde St. Winfried durch den Salesianerpater Karl Oerder gegründet worden, um die weltweiten Bildungsprojekte der Salesianer Don Boscos zu unterstützen. Heute umfasst der Kreis der Unterstützer über 30.000 Einzelspender,Kirchengemeinden in ganz Deutschland sowie zahlreiche institutionelle Partner, Vereine, Stiftungen

und Unternehmen. Längst ist aus dem zu Anfang rein ehrenamtlich getragenen Verein eine international anerkannte Nichtregierungsorganisation geworden, die allein 2011 über zehn Millionen Euro für soziale Bildungsprojekte in aller Welt mobilisieren konnte. „Mit der Umbenennung in Don Bosco Mondo möchten wir den partnerschaftlichen Ansatz unserer Projektarbeit stärker zum Ausdruck bringen“, betont Geschäftsführer Christian Osterhaus. Mondo ist italienisch und bedeutet Welt. „Wir unterstreichen damit unser Engagement für die Eine Welt und die globale Verantwortung, die uns in Deutschland mit den Menschen aller Länder verbindet.“ Über konfessionelle und weltanschauliche Grenzen hinweg unterstützt der Verein die Arbeit der Salesianer Don Boscos in rund

Don Bosco Mondo: Mit dem neuen Namen hat die ­Organisation auch ein neues Logo bekommen.

90 Ländern auf dem Gebiet der schulischen Bildung, beruflichen Ausbildung, durch Not- und Katastrophenhilfe, soziale Jugendhilfe und Entwicklungsarbeit. Bildung ist dabei der Schlüssel, um Armut zu überwinden und Zukunftsperspektiven gerade auch für benachteiligte Jugendliche zu schaffen.  Christian Osterhaus

Don Bosco Aktuell

Personalien ■ Prof. P. Dr. Markus Graulich (47, re. im Bild), bisher stellvertretender Kirchenanwalt in der Apostolischen Signatur im Vatikan, wurde vom Hl. Vater zum Richter am obersten Gericht im Vatikan bestellt. Gleichzeitig wurde er zum

Prälaten ernannt. P. Graulich ist zum Jahrsanfang von der Apostolischen Signatur an die Rota gewechselt. Seine Lehrtätigkeit an der Päpstlichen Universität der Salesianer (UPS) behält er zunächst bei. ■ Professor P. Dr. Norbert Wolff (49), Kirchenhistoriker an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern, ist für den Zeitraum von 2012 bis 2015 zum stellvertretenden Leiter des Istituto Storico Salesiano in Rom ernannt worden. Seine bisherigen Aufgaben wird er beibehalten. Wie der Generalobere Don Pascual Chávez in seinem Ernennungsschreiben erklärte, soll das historische Forschungsinstitut mit Blick auf das Jubiläum im Jahr 2015 personell verstärkt werden. Neben drei hauptamtlichen Mitgliedern, gehören dem

Institut sieben nebenamtliche Mitglieder an, zu denen Norbert Wolff gehört. Zu den Aufgaben der Institutsmitglieder gehören die Herausgabe der wissenschaftlichen Zeitschrift Ricerche Storiche Salesiane, die Veröffentlichung wichtiger Quellen zur Ordensgeschichte, die Vorbereitung des Don Bosco Jubiläums und die Organisation von Kongressen.

Jubiläen 50 Jahre Profess: P. Klaus-Peter Dewes (Sannerz, 25.03.); P. Udo Ostrop (Benediktbeuern, 25.03.); P. Othmar Preis (Trier, 25.03.); P. Ferdinand Lohbusch (Essen, 25.03.); P. Klaus Wehinger (Jünkerath, 25.03.) 50 Jahre Priester: P. Josef Schwarz (Jünkerath, 19.03.)

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Don Bosco

Don Bosco Stiftungszentrum

Großes Treffen des Stiftungszentrums

Das diesjährige Stiftertreffen findet im Zentrum für Umwelt und Kultur im Kloster Benediktbeuern statt.

Benediktbeuern Das alljährliche Treffen für Stifter, Freunde und Interessenten des Don Bosco Stiftungszentrums findet in diesem Jahr am Samstag, dem 12. Mai, von 10 bis etwa 16 Uhr statt. Veranstaltungsort ist das „Zentrum für Umwelt und Kultur“ (ZUK) im Kloster Benediktbeuern. Das Motto der ganztägigen Veranstaltung lautet „Einfach näher dran“. Teilnehmer können sich dort mit Gleichgesinnten austauschen und erhalten Einblick in die Entwicklung des Don Bosco Stiftungszentrums sowie die Stiftungsund Projektarbeit. Es werden vier geför-

derte Projekte aus dem In- und Ausland vorgestellt. Zudem können die Teilnehmer anhand eines praktischen Beispiels erfahren, was der Don Bosco Projektservice ist und wie er funktioniert. Daneben wird auch über die Stifterreise 2011 nach Turin berichtet, die die Teilnehmer an die Wirkungsstätte Don Boscos führte. Für ein interessantes Rahmenprogramm ist ebenfalls gesorgt: Nach dem Mittagessen gibt es eine naturkundliche Führung auf dem Gelände des Klosters Benediktbeuern. Am Vor- und Folgetag des Stiftertreffens gibt es traditionell ein kulturell und musikalisch ansprechendes Rahmenprogramm. Neben Stiftern sind auch deren Freunde, Förderer und Interessenten herzlich eingeladen – sowohl zum Treffen am Samstag als auch zum Programm am Freitag und Sonntag. Anmeldung und Zimmerreservierung Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es beim Don Bosco Stiftungszentrum unter Telefon 089/744 200 270 oder per

E-Mail unter info@donbosco-stiftungszentrum.de. Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung unter den genannten Kontaktdaten bis zum 1. Mai erforderlich. Teilnehmer, die einen längeren Anfahrtsweg haben, können im Kloster Benediktbeuern übernachten. Zimmerreservierungen sind ebenfalls unter den oben genannten Kontaktdaten bis zum 1. Mai möglich.

Wenn auch Sie sich für die Gründung einer eigenen Stiftung interessieren oder ein Projekt unterstützen möchten, wenden Sie sich bitte an: Don Bosco Stiftungszentrum Landshuter Allee 11, 80637 München Tel.: 089 / 744 200 270 Fax: 089 / 744 200 300 stiftungszentrum@donbosco.de www.donbosco.de/stiftungszentrum

Don Bosco Aktuell

Termine ■ Exerzitien der Don Bosco Familie Thema: „Ich bin der Gute Hirte“ (Joh 10,11) Ort: Kevelaer Termin: 15.03. bis 18.03. 2012 Referenten: Sr. Rita Breuer, Magdeburg; P. Anton Dötsch, Essen Informationen und Anmeldung: Priesterhaus Kevelaer, Tel.: 02832 / 93380 ■ Studienwochenenden der Don Bosco Familie Thema: „Ich bin der Gute Hirte“ (Joh 10,11) Referenten: Winfried Voggeser, ISS; Anja Leuwer SMDB Ort: Rottenbuch Termin: 09.03. bis 11.03. 2012

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Informationen und Anmeldung: Institut für Salesianische Spiritualität iss@donbosco.de; Tel.: 08857 / 88-224

Verstorben Sr. Claudia Doppelfeld Noviziat (1957-1959), Tätigkeiten in Kindergärten in Rottenbuch (1959-1962), Gelsenkirchen(1962-1965), Oberhaunstadt, Benediktbeuern (1965-1966), Köln (1966-1971) und München (1971-1972) Werklehrerin an der Sonderschule in Rottenbuch(1974–1997) Fahrdienste in Rottenbuch (1997-2007) Geboren: 16.03.1937 in Stadtkyll (Eifel) Profess: 05.08.1959 Verstorben: 27.12.2011

Come to Bosco 2012 Turin Um die Heimat Don Boscos besser kennenzulernen und mehr über seinen Einsatz für junge Menschen zu erfahren, sind Jugendliche zwischen dem 09.07.2012 und dem 26.08.2012 nach Oberitalien eingeladen. Salesianer Don Boscos, Don Bosco Schwestern und Volontäre bieten kostenlos deutschsprachige Führungen zu den Stätten Don Boscos. Daneben gibt es ein spirituelles Programm und Gesprächsrunden. Kostengünstige Übernachtungen sind am Colle don Bosco in Selbstversorger-Unterkünften oder auf dem Zeltplatz möglich. Nähere Informationen im Internet unter: www.come-to-bosco.eu


Typisch

du!

Wie ticken junge Menschen? Was denken sie? Welche Wünsche haben sie? Das DON BOSCO magazin fragt bei Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern nach.

Wer ist der wichtigste Mensch in deinem Leben?

Oliver Klemcke (25), Praktikant im Don Bosco Zentrum Berlin Meine Partnerin. Ich bin seit vier Jahren mit ihr zusammen, ich kann ihr vertrauen, sie hat auch in schweren Zeiten hinter mir gestanden und sie hat mir verziehen.

Martina Noé (24) aus Italien wohnte ein halbes Jahr im Wohnheim Ermelinda der Don Bosco Schwestern in München Kein einzelner Mensch, sondern meine ganze Familie, weil sie mir Halt gibt. Auch wenn wir manchmal streiten – im Grunde halten wir immer zusammen und versuchen, zusammen alle Probleme zu überwinden.

Carolin Bickert (19), Praktikantin in der Villa Lampe in Heiligenstadt Der wichtigste Mensch in meinem Leben ist meine beste Freundin, weil sie immer für mich da ist – ganz egal, ob es mir gerade gut oder schlecht geht.

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Hallo Kinder! Vor ein paar Tagen habe ich von einer Schule hier in Deutschland gelesen, in die Kinder aus über 30 verschiedenen Ländern gehen. Puh, dachte ich, das muss ganz schön schwierig sein, sich dort zu unterhalten, wenn alle Kinder in ihrer eigenen Sprache sprechen. Aber so ist das gar nicht, denn die meisten dort sprechen richtig gut Deutsch. Außerdem kommen oft gar nicht die Kinder selbst aus einem anderen Land, sondern ihre Eltern oder Großeltern sind Migranten. Das bedeutet, dass sie schon vor längerer Zeit aus einem anderen Land nach Deutschland gezogen sind, um Arbeit zu finden oder weil sie aus ihrer Heimat fliehen mussten. Habt ihr in eurer Klasse auch Freunde, die eigentlich aus einem anderen Land kommen und die manchmal ein bisschen andere Gewohnheiten haben als ihr? Vielleicht sprechen die Kinder zu Hause in einer anderen Sprache oder sie gehören einer anderen Religion an. Zum Glück aber können sie genauso wie ihr die deutsche Schule besuchen, denn trotz der Unterschiede haben sie hier ein neues Zuhause gefunden. Diesmal habe ich bei Kindern nachgefragt, warum es bei ihnen zu Hause ein bisschen anders ist als bei anderen Kindern in ihrer Klasse. Und sie haben mir erzählt, warum sie sich trotzdem richtig wohl hier fühlen. Lest selbst! Eure

Steffi & Tobi Natasa oder Natascha? Beides stimmt! Einmal ist es die serbische, einmal die deutsche Schreibweise.

Wir sprechen zu Hause Serbisch. Das ist die Sprache, die man in Bosnien spricht, wo meine Eltern herkommen. In der Schule und mit meinen Freundinnen spreche ich Deutsch. Manchmal vermische ich auch die Wörter. Dann sage ich zum Beispiel nicht Schokolade, sondern Schokolada, weil man das in Bosnien so ausspricht. Und wenn ich in Bosnien bin, rutscht mir ab und zu ein deutsches Wort raus. Meine Freundin Alina aus meiner Klasse fragt mich oft nach serbischen Wörtern. Und sie will serbische Lieder von mir lernen. Dann bringe ich ihr Kinderlieder bei. Mein Papa mag es nicht, wenn wir zu Hause Deutsch sprechen. Er denkt, dass wir dann die serbische Sprache vergessen. Ich schreibe aber fast nur auf Deutsch, weil ich das ja in der Schule lerne. Ich finde es gut, dass ich Serbisch sprechen kann. Sonst würde mich in Bosnien keiner verstehen.

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Natasa, 6 Jahre, aus München. Ihre Eltern stammen aus Bosnien und sind in Deutschland aufgewachsen.

Texte: Stefanie Singer; Illustrationen: Liliane Oser, Fotos: Christina Tangerding

Natasa spricht mit ihren Eltern Serbisch


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Buntes Thema

Shirana mag persisches Essen Wenn wir Persisch kochen, riecht es immer gut. Die Namen sind komisch. Mein Lieblingsessen heißt Gormesabsi. Das ist Lammfleisch mit viel Grünzeug und Bohnen. Manchmal helfe ich, wenn Mama oder Papa kochen. Papa misst alles ab und ich darf es dann reintun und umrühren. Etwas Besonderes sind auch diese kleinen roten Dinger, die ganz lecker sind. Auf Deutsch heißen sie Berberitzen. Wenn man davon viele in den Mund stopft, schmeckt es ganz sauer. Bei meiner Oma im Iran gibt es auch besonderes Sprudelwasser. Das schmeckt nicht jedem. Wenn ich bei meiner Oma bin, kocht entweder sie oder der Bruder von meiner Mama. Da gibt es dann Kukusabsi. Das ist so ähnlich wie Quiche. Das wird mit vielen Gewürzen und Ei gemacht und wir essen es mit frischem Joghurt. Aber natürlich essen wir auch viele deutsche Sachen. Und auch Donuts oder Pizza. Nur Brotzeit gibt es bei uns nicht so oft, weil wir meistens kochen.

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Shirana, 7 Jahre, aus München. Ihre Eltern sind im Iran geboren. Sie leben seit mehr als zehn Jahren in Deutschland. Ihr Vater hat zuvor mehrere Jahre in den USA und in den Niederlanden gewohnt und gearbeitet.

So schreibt Shirana ihren Namen auf Persisch.

Mitmachen und gewinnen

Länder-Quiz

Kennst du dich gut aus in der Welt? In unserem Rätsel geht es um unterschiedliche Länder und deren Sitten und Bräuche. Hinter jeder Antwort stehen mehrere Buchstaben. Wenn du alle Fragen richtig beantwortest und die Buchstaben der Reihe nach zusammensetzt, erhältst du das Lösungswort.

1. Welches Essen stammt aus Italien? a) Schnitzel (EI) b) Fischstäbchen (ST) c) Pizza (EU)

Lösungswort: __________ Schreibe die Lösung in eine E-Mail oder auf eine Postkarte und schicke sie bis zum 31. März 2012 an: Don Bosco magazin • Kinderrätsel • Sieboldstr. 11 81669 München • magazin@donbosco.de

2. Welche Sprache spricht man in Paris? a) Englisch (SE) b) Griechisch (AU) c) Französisch (RO)

3. Welche Farben hat die türkische Flagge? a) Rot und Weiß (PA) b) Grün und Blau (NT) c) Gelb und Schwarz (ES)

Unser Preis: Zu gewinnen gibt es zwei Mal das Buch „Wenn die Welt ein Dorf wäre…“ aus dem Verlag Jungbrunnen. „9 Bonbons“ lautete das Lösungswort aus dem letzten DON BOSCO magazin. Je ein Set Gebetskarten für Grundschulkinder haben Jonas Kahn aus Verlburg (Günching), Julie Yvars aus Leipzig, Simon Weixler aus Durach, Jakob und Amelie Mendel aus Kleineibstadt und Manuel Lellmann aus Polch gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

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Ratgeber

le b e n s fr a ge n

Wie kann ich meiner Enkelin helfen? Meine 15-jährige Enkelin wurde an der Schule mit Drogen erwischt. Ich bin bestürzt. Mein Sohn und meine Schwiegertochter machen sich Vorwürfe und denken, dass sie sich in den letzten Monaten zu wenig um ihre Tochter gekümmert haben. Ich mache mir sehr große Sorgen, dass meine Enkelin auf die schiefe Bahn gerät. Was kann ich tun, um sie davor zu bewahren? Emmi N., Koblenz Sr. Elisabeth Siegl: Zunächst einmal ist es gut, dass Ihre Enkelin „erwischt“ wurde. Dadurch ist der mögliche Drogenkreislauf unterbrochen und ihre Enkelin hat ein deutliches Signal bekommen, dass sie so ihr Leben aufs Spiel setzt. Ich denke, im Weiteren ist es wichtig, eine vertrauensvolle Beziehung zu Ihrer Enkelin zu schaffen. Ihre Enkelin muss einen Platz haben, an dem sie ihre Sorgen und Nöte heraussagen kann. Sie braucht eine Person, die ihr

zusagen kann, was sie für Fähigkeiten und Talente hat, und dass sie wertvoll ist, so wie sie ist. Je nachdem wie gut Ihre Beziehung zu Ihrer Enkelin ist, können Sie ungezwungene Begegnungen und Gespräche mit ihr suchen, sodass eine vertrauensvolle Basis möglich wird und sie sich öffnen kann. Vielleicht ist das zu ihrer Großmutter sogar leichter als zu den Eltern. Vertrauen Sie Ihrer Intuition und sprechen Sie das an, was Sie für richtig halten! Wenn Ihnen Ihre Enkelin am Herzen liegt, wird sie das sicher spüren.

Sr. Elisabeth Siegl (36), Theologin, arbeitet als Religionslehrerin an der Don Bosco Schule in Vöckla­bruck und war lange pädagogische Mitarbeiterin im Don Bosco Haus Wien.

Ich möchte als Rentner Jugendliche unterstützen Ich (67) habe selbst in meiner Jugend viel Unterstützung von der Kirche bekommen. Jetzt in der Rente möchte ich gerne etwas für junge Menschen tun. Finanziell kann ich nicht allzu viel geben. Wie kann ich Jugendliche sonst unterstützen? Karl-Heinz Z., München P. Franz-Ulrich Otto: Zunächst ist es schön zu hören, dass Sie in Ihrer Jugend viel Unterstützung von der Kirche erfahren haben. Noch erfreulicher ist die Tatsache, dass Sie nun in Ihrer Rentenzeit gern etwas für junge Menschen tun möchten. h a b e n s i e e i n e fr a ge ? Sie könnten überlegen, Sie fragen – unsere Experten antworten! wie Sie Ihre beruflichen Unser Beraterteam ist für Sie da und Erfahrungen in irgendeibeantwortet Ihre Fragen zu den Themen ner Weise für junge MenGlauben, Religion, Erziehung, Jugend und Familie. Schreiben Sie uns: schen nutzen können. So könnten Sie beispielsweiDon Bosco magazin se eine Art Patenschaft Ratgeber, Sieboldstr. 11, 81669 München leserfragen@donbosco.de für einen benachteiligten Jugendlichen übernehAusgewählte Fragen und Zuschriften werden men. Sie würden mit ihm wir an dieser Stelle mit Ihrer Zustimmung veröffentlichen; ansonsten bleiben Sie anonym. seinen Berufswunsch, seine Erwartungen und

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die Anforderungen des Berufs besprechen. Oder Sie sind für einen Jugendlichen ansprechbar in allen Fragen, die sich um seine Ausbildung oder um sein persönliches Leben drehen. Dabei müssen Sie nicht in allen Bereichen Fachmann sein, sondern können auch auf andere Personen hinweisen, die über entsprechendes Fachwissen zu bestimmten Fragen verfügen. Andere Möglichkeiten gibt es sicherlich in verschiedenen Einrichtungen der Jugendhilfe, so zum Beispiel im Bereich der Jugendberufshilfe oder auch in Jugendwohnheimen. Fragen Sie in der Einrichtung konkret nach und überlegen Sie mit der Leitung, in welcher Weise Sie sich mit Ihrem beruflichen Hintergrund für junge Menschen einbringen können. Dabei denke ich an ganz unterschiedliche Dinge wie Pfortendienst, Ansprechpartner im Freizeitbereich oder, wie oben beschrieben, als Pate. 

P. Franz-Ulrich Otto (61), Theologe und Sozialpädagoge, war bis vor einigen Monaten Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit in Deutschland und mehrere Jahre Stadtjugendseelsorger in Essen.


?? Buntes

?

r ät s el

Fremde Worte Keine Angst, Sie müssen hier keine Fremdwörter übersetzen – nur die Buchstaben jedes Wortes in die richtige Reihenfolge bringen. Die Umschreibungen hinter den „Fremdwörtern“ helfen Ihnen dabei. Wenn Sie alle Begriffe richtig zusammengesetzt haben, ergibt sich in der farbig markierten Spalte von oben nach unten gelesen das Lösungswort (Umlaute werden ae, oe, ue geschrieben).

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Rätsel: Claudia Klinger

1. GHULLEFTINC – Jemand, der aus seiner Heimat fliehen muss 2. NALSUAD – Nicht der eigene Staat 3. MEILAIF – Vater, Mutter und Kind 4. RURNSGUP – Herkunft, Beginn 5. TAHEMI – Ort, an dem man zu ­Hause ist 6. REICHESTUND – Ungleichheit, Verschiedenheit 7. OINGTRANTIE – Eingliederung in eine Gesellschaft oder Kultur 8. TARGNIME – Auswanderer 9. ZWERLUN – Teile des Baumes, die in der Erde stecken 10. GETSATEABRIR – Ausländer, der vorübergehend in einem anderen Land arbeitet

?

Miträtseln und gewinnen!

Lösungswort 1

?

2

3

4

5

6

7

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9

10

Schreiben Sie Ihre Lösung auf eine Postkarte oder in eine E-Mail und schicken Sie diese bis zum 31. März 2012 an: DON BOSCO magazin, Sieboldstr. 11, 81669 München, magazin@donbosco.de

Herzlichen Glückwunsch! Das Lösungswort aus unserem letzten Preisrätsel lautete „Spätzünder“. Über je eine Box Inspirationskarten von Elli Michler „Wünsche für ein Leben voller Glück“ können sich Johannes Stockdreher aus Krefeld, Heidi Mendel aus Bad Königshofen, Josefine Müller aus Dahlem, Rita und Helmut Herde aus Varel und Moritz Bachmaier aus Hörlkofen freuen.

Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir fünf Mal den Don Bosco Fächer von Hubert Klingenberger „Was ich wirklich wirklich will“.

* unverbindliche Preisempfehlung

Me d i e n t i p p s d er R e d a k t i o n Innehalten – zu sich kommen – Gott finden In seiner ebenso pointierten wie symbolhaften und meditativen Sprache ermutigt Elmar Gruber den Betrachter, dass es sich lohnt, nie aufzuhören mit der Suche nach einem Leben voll Sinn und Glück, nach einem Weg zu Gott. Diese Inspirationskarten sind bestens geeignet für Besinnungstage und zur Fastenzeit.

Interreligiöse Jugendarbeit konkret Das Praxisbuch bietet Ideen für kleinere und umfangreichere Projekte sowie Theorie und Praxis interreligiöser Jugendarbeit. Der Materialteil liefert konkrete Vorschläge zum Ablauf, Informationstexte und Impulse, Gebete, Kopiervorlagen und Kontaktadressen.

Gebete für Wüstentage, von Elmar Gruber, 32 Karten mit Begleitheft, Format: 13 x 9 cm, farbig illustriert, € 9,95 / sFr* 15,90, Don Bosco, 2012

Treffpunkt Weltreligion, von Marianne Meyer u.a., 176 Seiten, kartoniert, Fotos, € 16,90 / sFr* 24,50, Don Bosco 2012

Diese Produkte gibt es in jeder Buchhandlung oder direkt bei der Don Bosco Medien GmbH, Tel.: 089/48008-330, service@donbosco-medien.de, www.donbosco-medien.de

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Leseraktion le s er k o c he n für le s er

Spinatknödel Ein einfaches Rezept für junge Köchinnen und Köche 1.

2. „Ich liebe Spinat und esse immer drei Knödel. Das Rezept ist recht einfach. Das koche ich auch manchmal für meine Freundinnen. Der besondere Pfiff: Mit frisch gehobeltem Parmesan schmeckt es fast wie im Restaurant.“ Laura Rehbichler (14) , Schülerin aus Wien

Nachdem Milch und Eier miteinander verrührt sind, kräftig mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskatnuss würzen.

Zutaten für 12 Knödel: • 3 Eier • ¼ Liter Milch • 1 Packung tiefgekühlter passierter Spinat (600 g) • 400 g Brötchenwürfel • 1 Prise Muskatnuss • Salz und Pfeffer nach Belieben • Zerlassene Butter • Parmesan

Anschließend das Ganze mit dem Spinat und den Brötchenwürfeln vermischen.

4.

3.

Aus der Masse gleichmäßig große Knödel formen.

Zubereitung: Milch und Eier in eine Schüssel geben und verrühren, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskatnuss würzen. Den aufgetauten Spinat hinzugeben. Brötchenwürfel untermischen. Das Ganze eine Weile ziehen lassen. Aus der Masse Knödel formen. Die Knödel in leicht

kochendem Salzwasser bei mittlerer Hitze (ohne Deckel) 15 Minuten kochen. Mit zerlassener Butter und frisch gehobeltem Parmesan servieren. Tipp: Besonders gut schmeckt dazu ein grüner Salat mit Walnussöl und Balsamicoessig.

Nach Belieben mit zerlassener Butter, gehobeltem Parmesan und grünem Salat servieren. Guten Appetit!

Essen kann viel mehr sein als reine Nahrungsaufnahme. Sich zum ­Essen zu verabreden oder gemeinsam zu kochen, ist für viele Anlass, Kontakte zu pflegen, sich auszutauschen und in entspannter Atmos­ phäre Zeit mit der Familie, Freunden oder auch Geschäftspartnern zu verbringen. Kochen Sie auch gerne? Egal ob Vorspeise, Hauptgang oder süße Leckerei zum Schluss – schreiben Sie uns Ihr Lieblings­

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rezept, wann und für wen Sie es am liebsten kochen und schicken Sie uns Fotos davon an folgende Adresse: DON BOSCO magazin, Leseraktion, Sieboldstr. 11, 81669 München, magazin@donbosco.de Eine Auswahl der besten Rezepte und Bilder werden wir hier oder auf unserer Homepage veröffentlichen.

Fotos: Sophie Wöginger

Schreiben Sie uns Ihr Lieblingsrezept


Service

Don Bosco: Jubiläum 2015 Im Jahr 2015 feiern die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern den 200. Geburtstag ihres Gründers Johannes Bosco. Zur Vorbereitung auf das große Jubiläum bringt das DON BOSCO magazin eine neue Serie, die online zu lesen ist. „Don Bosco – Gegenstände, die ihm wichtig waren“ Jetzt unter www.donbosco-magazin.de Im zweiten Teil schreibt Br. Jean-Paul Muller, Generalökonom der SalesianerKongregation in Rom, über: Der Globus – Symbol weltweiter Verbundenheit

Die Ausgabe 3/2012 erscheint Anfang Mai.

Im nächsten Heft lesen Sie:  ie Geschichte • D meiner Oma Eine Reise in die Vergangenheit auf den Spuren der eigenen Identität • F amilie Glückliche Kindheit: Eltern erinnern sich  ier und dort • H Mein Schulweg

Herzlichen Glückwunsch! Impressum Das DON BOSCO magazin erscheint in der Don Bosco Medien GmbH. Verlag und Redaktion: Don Bosco Medien GmbH, Sieboldstraße 11, 81669 München, Tel.: 089 / 48008 360, redaktion@donbosco.de, www.donbosco-magazin.de Herausgeber: Salesianer Don Boscos St.-Wolfgangs-Platz 10 81669 München Tel.: 089 / 48008 421 provinzialat@donbosco.de

Fotos: P. Gregor Gugala SDB; Fotolia

Don Bosco Schwestern Kaulbachstraße 63 80539 München Tel.: 089 / 38 15 80 31 provinzialat@donboscoschwestern.de Chefredakteur: P. Alfons Friedrich SDB Redaktion: Katharina Hennecke, Claudia Klinger (in Elternzeit), Christina Tangerding, Angelika Luderschmidt, Sophie Wöginger Verwaltung: Angela Gully Titelfoto: Ilona Scheffbuch Alle nicht gekennzeichneten Fotos stammen aus den Archiven der Don Bosco Medien GmbH und der beiden Ordensgemeinschaften. Layout: ReclameBüro, München, Gabriele Pohl und Margret Russer Satz: Don Bosco Kommunikation GmbH, München, Joe Möschl Druck: Bonifatius GmbH, Paderborn

B 7243 F Deutschland

Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags gestattet. Dies gilt auch für die Aufnahme in elektronische Datenbanken und Vervielfältigungen auf CD-ROM. Der gesamten Auflage liegt im Direktversand eine Beilage des St. Benno Verlags bei. Teilen der Auflage ist die Broschüre ECHO beigelegt.

Jürgen Keim ist der Gewinner unserer Aktion „Leser werben Leser“ und gewinnt eine Wochenendreise für zwei Personen nach Berlin.

Provinzialat der Salesianer Don Boscos Adressverwaltung St.-Wolfgangs-Platz 10 81669 München Tel.: 089 / 480 08-457 adressverwaltung@donbosco.de Das DON BOSCO magazin beteiligt sich an der Initiative GOGREEN der Deutschen Post. Dabei wird gemessen, wie viel CO2 beim Transport der Zeitschrift entsteht – und entsprechend in ausgewählte Klimaschutzprojekte investiert. Wir übernehmen Verantwortung, weil wir die Schöpfung schätzen und sie schützen wollen.

Südafrika vor der WM Mokoena träumt von einer besseren Zukunft

Familie So gelingt der Gottesdienst-Besuch mit Kindern

Kinderseite Katholisch – evangelisch, was unterscheidet uns? Die zum Ausgabe en isch Ökumen ag Kirchent

Der

Glaube, der mich trägt

Das DON BOSCO magazin erscheint 2012 im 117. Jahrgang. Das DON BOSCO magazin erscheint zweimonatlich. Es wird gegen Entgelt abgegeben.

Abo-Service

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Die christliche Zeitschrift für die ganze Familie

Korrektur Auf Seite 33 der Ausgabe 1/2012 des Don Bosco Magazins ist uns ein Fehler unterlaufen. Auf dem abgebildeten Foto in der Rubrik „Typisch du!“ ist nicht, wie fälschlicherweise ausgewiesen, Maximilian Rahn abgebildet, sondern Tobias Kutschker. Tobias absolviert eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann im Don Bosco Supermarkt in AschauWaldwinkel und ist im letzten Lehrjahr. Maximilian Rahn macht eine Ausbildung in Mediengestaltung im Berufsbildungswerk Aschau-Waldwinkel. Wir entschuldigen uns für das Versehen!

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Don Bosco Shop Geschenkideen

Don Bosco für Kinder Der heilige Don Bosco wird in diesem Mini-Büchlein (Format: 12 x 12 cm, geheftet, farbige Illustrationen, 24 Seiten) verständlich und liebevoll mit bezaubernden Illustrationen und einer ansprechenden und kindgerechten Sprache dargestellt, die nicht nur Kinder erfreut. Das kleine Büchlein ist praktisch mitzunehmen, zu verschicken und zu verschenken. Das ideale Geschenk für Kinder von drei bis acht Jahren (und ihre Eltern), denen Sie Don Bosco näherbringen möchten.

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