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Die Junge Donau und die Zollernalb entdecken!

Bier-Region Junge Donau Natürlich genießen mit regionalen Produkten Den Süden schmecken bei heimischen Wirten

Wanderparadies Südwestalb

Kultur in Kunst- und Freilichtmuseen

500

Jahre

Reinheitsgebot

Faszination Geo: Naturund Kulturdenkmale


Donautal Tourismus Hohenzollern e.V.

Inhaltsverzeichnis

Stars aus der Region.................................................................................................................................... 4

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DonautalMagazin 2016/17

Bierregion Junge Donau Die Junge Donau ist Biersüden...................................................................................................................................................... 6 Mittelalter. Mönche. Maische....................................................................................................................................................... 8 Die fürstlich Fürstenbergische..................................................................................................................................................... 11 Adler-Blicke für Genießer............................................................................................................................................................ 12 Zwiefalter: Benediktinische Brautradition................................................................................................................................... 12 Bier und Leviten für alle.............................................................................................................................................................. 13 Flüssiggold braucht Heimat, Zeit und Charakter......................................................................................................................... 14 Fahren Sie mal hin - Brauereien sind Erlebnisorte...................................................................................................................... 15 Das „Beercastle of Sigmaringen“: von Friedrich, Fritz, Frederick und Fred................................................................................. 17 In und um Tuttlingen: Ungewöhnlich hohe Brauereidichte......................................................................................................... 18 La Sicilianas Tagblatt: „Hier kommt Alex..:“................................................................................................................................. 18 Brauhaustradition neu belebt..................................................................................................................................................... 19 Donaubergland ist Donaubierland.............................................................................................................................................. 20 Querschnitte im Tourismus-Marketing........................................................................................................................................ 21 Natur genießen mit Streuobstwiesen......................................................................................................................................... 22 Der Hofladen mit Metzgerei........................................................................................................................................................ 23 Natürlich genießen mit Donautal Tpuristik.................................................................................................................................. 24 Ein feines Stück Oberschwaben................................................................................................................................................... 25 Restaurant Wiesengrund, Immendingen-Zimmern..................................................................................................................... 26

Schmeck den Süden-Gastronomen Landgasthof zur Traube............................................................................................................................................................... 27 Restaurant Gutshof Käppeler, Beuron-Thiergarten..................................................................................................................... 28 Landgasthof Sonne, Wurmlingen................................................................................................................................................ 29


Kunst und Kultur in der Region Das Künstlerhaus Scharf Eck, Fridingen....................................................................................................................................... 30 Die Kreisgalerie Schloss Meßkirch............................................................................................................................................... 31 Das Kunstmuseum Albstadt........................................................................................................................................................ 33 Der langsame Pfeil der Schönheit, Kunststiftuing Hohenkarpfen................................................................................................ 34 Das Gewandhaus in Inneringen................................................................................................................................................... 36 Das Museum im Kräuterkasten in Albstadt................................................................................................................................. 37 Campus Galli, Meßkirch: Das Mittelalter lebt............................................................................................................................. 38 Freilichmuseum Neuhausen ob Eck: Die historische Schweinehut............................................................................................. 39 Zauebrhafte Waldbühne, Sigmaringendorf................................................................................................................................. 40 Kloster Inzigkofen im Fürstlichen Park......................................................................................................................................... 41 Das Gewerbemuseum in Spaichingen......................................................................................................................................... 42 Handwerkermarkt in Beuron....................................................................................................................................................... 43

Faszination Geo

Gasthaus Adler, Heudorf: Dorftreffpunkt mit Ambiente ............................................................................................................ 57 Geschichte und Natur entdecken in Meßkirch, Sauldorf und Leibertingen................................................................................ 58 Ab Tuttlingen auf die Fernwege: Der Albsteig............................................................................................................................. 60 150 Jahre Wellingtonie in Tuttlingen........................................................................................................................................... 61 Dran am Trauf: Der Klippenecksteig............................................................................................................................................ 62 Toptrend E-Bikes.......................................................................................................................................................................... 64 Donaubergland ist Best of Wandern........................................................................................................................................... 65 Kraftstein-Runde und Donaufelsen-Tour..................................................................................................................................... 66 Wanderparadies Donaubergland................................................................................................................................................ 67 Der Natura Trail rund um den Schaufelsen................................................................................................................................. 68 In und um Sigmaringen: Wandern in der Stadt........................................................................................................................... 69 Impressum................................................................................................................................................................................... 70

Malbüchle zum Abholen: „Mal dein Tal“

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in Malbüchle für Kinder können am Minigolf in Hausen im Tal oder im Talhof in Beuron-Langenbrunn abgeholt werden. Unter dem Titel „Mal Dein Tal“ können Kinder das Heft beispielsweise bei Familienessen an ihrem Platz ausmalen oder sich während Schlechtwettertagen in den Ferienzimmern sinnvoll beschäftigen. Zugleich will man den Kindern die Vielfalt von Landschaft, Kultur und Freizeitaktivitäten in der Region näher bringen. Das Malbüchle wird gratis abgegeben. Der Donautal Tourismus Verein bittet um Spenden, die für weitere touristische Initiativen eingesetzt werden sollen. „Mal dein Tal“ kann bei der Donautal Touristik im Minigolf in Hausen im Tal gegenüber dem Freizeitzentrum an der Nepomuk-Brücke oder im EBike-Center auf dem Talhof in Beuron-Langenbrunn abgeholt werden. www.donautal-touristik.de und www.e-bike-donautal.de

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In der Top-Wanderregion

DonautalMagazin 2016/17: Inhaltsverzeichnis

Im Land des Löwenmenschen..................................................................................................................................................... 44 Höhlen und Höhen zwischen Donau und Heuberg..................................................................................................................... 45 Der Höhlentag im Donaubergland............................................................................................................................................... 46 Die Kolbinger Höhle..................................................................................................................................................................... 47 Nusplingen: Versteinerte Schönheit des Vergänglichen.............................................................................................................. 48 Donaueschingen, die Stadt an der Donauquelle......................................................................................................................... 49 Einzigartig: Flussbett ohne Donau............................................................................................................................................... 50 Natur und Kultur im Tal der Lauchert.......................................................................................................................................... 52 Im Donautal: Panoramawandern mit Einblicken......................................................................................................................... 54 Das Freizeitzentrum Hausen........................................................................................................................................................ 56


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ie Vielfalt schwäbischen Genießens lässt sich kaum beschreiben. Das steht doch in gewissem Widerspruch zum Geiz und der Lustfeindlichkeit, die dem Landstrich zwischen dem nördlichen Albtrauf und der am südlichen Ende gelegenen Donau nachgesagt werden.

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Regionale Produkte genießen

Prägend für diese karge Haltung ist sicherlich auch der Boden. „Viele Steine gab‘s und wenig Brot“, heißt ein berühmtes Zitat bei Ludwig Uhland. Und dennoch ist es die Eigenheit der Geologie und ihre Auswirkungen auf die Schöpfung von Lebensmitteln und anderen Gütern, die das ganz Besondere dieser Region ausmachen und auch ihren heutigen Wohlstand begründet haben. Das DonautalMagazin stellt einige dieser regionalen Produkte vor.

Eine besondere Rolle kommt derzeit dem Bier zu. 500 Jahre Reinheitsgebot sind ein Meilenstein in qualitätsorientierter Gesetzgebung für Lebensmittel. Es handelt sich aber auch um ein Jubiläum, das den gebrauten Getreidesaft als Kulturgut zu feiern weiß. Dabei gibt sich die Junge Donau als – typisch schwäbisch? – zurückhaltend und zugleich erstaunlich bedeutsam zu erkennen.

Stars


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Regionale Produkte genieĂ&#x;en

aus der Region


Die Junge Donau F

1516

ür viele Bierliebhaber ist die Sache klar: Tier des Jahres 2016 ist nicht der Kater, sondern der Zapfhahn und die beste Biersorte ist und bleibt das Freibier. Trotz der Freude über das 500jährige Jubiläum des Reinheitsgebotes bleibt das Brauen an der Jungen Donau und auf der Zollernalb eine bierernste und auhc spannende, erlebnisreiche und genussvolle Angelegenheit. Es lohnt sich, ihr auf den Grund zu gehen. Es gibt zwischen Donaueschingen, Albstadt und Zwiefalten viel zu erfahren aus den Geschichten der vergangenen Jahrhunderte rund ums Bierhandwerk und die heute lebendige Biervielfalt. Sie bereichert die Produkte, Gastronomien und Aktivitäten.

Der Originaltext des Reinheitsgebots

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ir wöllen auch sonderlichen / das füran allenthalben in unsern Stetten / Märckthen / unnd auf dem Lannde / zu kainem Pier / merer Stückh / dann allain Gersten / Hopffen / und Wasser / genommen und gepraucht sölle werden.

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500Jahre Reinheitsgebot

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en Titelhelden des Jahres, das bayerische Reinheitsgebot von 1516, sollte man in Ehren halten, aber auch nicht allzu hoch hängen. Denn bereits 24 Jahre zuvor wurde das schwäbische Reinheitsgebot verabschiedet: 1492 war die Einführung der Kehrwoche. Die Zutaten waren und sind: Bäsa, Kuddrschauffl, Schrubbr ond Oimr. Außerdem ist Bier nicht erst seit 500 Jahren in aller Munde, sondern seit über 15000 Jahren. Im ausgehenden Mittelalter gab es längst Bier und es ging im Reinheitsgebot eigentlich nur teilweise ums Bier. Natürlich fällt auf, dass nur drei statt vier Zutaten zugelassen wurden, deshalb hier die Antworten auf klassische Seinsfragen zum Reinheitsgebot:

Weshalb nur Gerste und Hopfen? Die wichtigste Zutat ist ab 1516 die Gerste, die man als einziges Getreide für das Brauen von Bier mälzen durfte. Das Reinheitsgebot wurde nicht nur zum Schutz der Qualität eines beliebten Volksgetränkes erlassen. Es ging auch nicht darum, Gestenmalz als einziges Getreide zuzulassen, um aus Erfahrung gewonnene Qualitäten abzusichern. Dieses Bestreben mag es gegeben haben, doch der Hauptgrund für den Erlass war, andere Getreidesorten für die Versorgung mit Brot oder anderem Bedarf zu schützen. Und man wollte die „Bieranarchie“ bekämpfen, sprich: der Panscherei ein Ende setzen. Kräuter, Blüten, Rinde, Tollkirschen oder Ochsengalle wurden zugesetzt, um schlechtes Bier geschmacklich zu übertünchen.

500

Jahre

Reinheitsgebot

Warum steht Hefe nicht im Reinheitsgebot? „Heute back ich, morgen brau ich…“, heißt es im Märchen Rumpelstilzchen. Hier wird auf die Zunft der Bäcker angespielt, die ab im Mittelalter zu den besten Brauern zählten. Dieser Ruf hing ihnen aber nicht nach, weil sie das beste Bier brauten, sondern weil sie am wenigsten misslungene Maische wegschütten mussten. Denn Brauen war damals eine Art Glücksspiel. Man wusste noch nicht, dass Hefe die Gärung auslöst. Deshalb steht sie auch nicht im Reinheitsgebot. Maische begann zu gären, wenn Hefen in der Luft herumschwirrten. In den Backstuben war dies wahrscheinlicher, weshalb Bäcker das Glück erzwingen konnten. Nach wie vor ist Hefe das entscheidende Geheimnis. Zahllose Arten (und damit zukünftige Biersorten) sind noch gar nicht entdeckt.


Bestaubt sind unsere Bücher, der Bierkrug macht uns klüger. Das Bier schafft uns Genuss, die Bücher nur Verdruss!

Die Junge Donau ist Biersüden

ist Biersüden

Anmerkung: Lesen schadet dennoch nicht!

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Johann Wolfgang von Goethe


Mittelalter. Mönche. Maische Wer kennt sie nicht? Bierfilzlmönche mit dickem Wanst, Krug in der Hand und breitem Lächeln. „Flüssiges bricht das Fasten nicht“, lautet ein bekannter Fastenspruch. Bier hat(te) in Klöstern tatsächlich einen hohen Nährwert. Gleichzeitig war Bier oft auch deshalb so gesund, weil es mit dem Einmaischen erhitzt wurde und dem im Mittelalter häufig verschmutzten Wasser hygienisch weit überlegen war. Die Klöster haben die Geschichte des Bieres entscheidend mitgeprägt. Mönche haben nicht nur das handwerkliche Wissen über das Brauen weiterentwickelt, sondern in Chroniken und Urkunden auch überliefert.

Ausschnitt der Originalurkunde von 764, die zugleich der älteste Nachweis für Geisingen ist.

„de crano ad cirvisa“

764

Die Entwicklung des Bierwissens durch die Entdeckung bisher unbekannter Quellen sowie der Einsatz neuer Zutaten und Technologien sorgen für einen beständigen Wandel rund ums Einmaischen. Der aktive Umgang mit der Geschichte und die Verwurzelung in der Region ge-

hört auch zu den Inspirationsquellen der heutigen Brauer, wenn sie ihre Rezepte entwickeln oder alte Sorten neu interpretieren. Die Junge Donau spielt bei den Überlieferungen eine bedeutende Rolle. Die ältesten mittelalterlichen Textquellen zum Bierbrauen stammen aus dem 8. Jahrhundert. Aus Urkunden weiß man, dass 764 im

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as Klischee vom biertrinkenden, wohlbeleibten Kuttenträger wird gerne als Urbild der Bierkultur vermarktet. Es war tatsächlich so, dass die Klöster im Mittelalter zunehmend das Heft des Brauens in die Hand nahmen, nachdem diese Aufgabe zu großen Teilen in Frauenhand lag. Sudkessel gehörten einst zur Aussteuer. Zuvor bestand aber die geistliche Hürde, ob Bier

817

Bier und Klöster

Heidnisches Gesöff oder göttlicher Trunk? als „heidnisches Gesöff“ im christlichen Umfeld gänzlich verboten gehört. Auf dem Konzil in Aachen im Jahre 817 wurde es für den kirchlichen Gebrauch freigegeben. Die Klöster wurden zu Wissenszentren, die das Brauhandwerk entsprechend entwickeln konnten. Bier diente damals als Grundnahrungsmittel und wurde für den Eigenbedarf und für Bedürftige abgegeben. Erst später entwickelte sich daraus ein Geschäft.

Kloster St. Gallen gebraut wurde. Das dazugehörige Biergetreide („de crano ad cervisa“) wurde von Geisingen in das Bodenseekloster geliefert. Die Urkunde wurde verfasst, weil die dazugehörige Mühle an das St. Galler Kloster geschenkt wurde, wodurch für die Junge Donau der Anbau von Braugerste belegt ist.


Stiftsbibliothekar Dr. Cornel Dora zeigt die Brauereien im Klosterplan an.

Mitte stellt die Feuerstelle dar, in dessen Ecken sich vier Sudpfannen befanden. In diesem Raum wurde auch die Maische in die Läuterbottiche umgefüllt (vermutlich durch die vier anderen Kreise dargestellt). Dann wurde ein zweiter Raum daneben eingezeichnet, die den Gär- und Lagerraum darstellen. Die Sudpfannen und Bottiche waren damals viel kleiner, weil das Bier frisch zubereitet und auch frisch verbraucht wurde. Es wurde vermutlich kontinuierlich nach Bedarf produziert, weil das Bier nicht lange haltbar war.

Was vom Abt zugemessen wurde

1050

Ein wichtiger Mönch für die Überlieferung der Geschichte des Bieres im Kloster St. Gallen, das im gesamten erweiterten Bodeseeraum sehr großen Einfluss hatte, ist Ekkehard IV. Leider kursiert sein Name immer in Verbindung mit dem Amt des Abtes, das er jedoch nie inne hatte. Ekkehard IV. war Chronist des Klosters. Er bekam von seinem Abt Radpert den Auftrag, die

Geschichte des Klosters zu dokumentieren und fortzuschreiben. Erst nach seinem Tod wurden die Schreiber der Chroniken anonymisiert, was auch eine Ursache für seine Bekanntheit darstellt. Seine „Casus St. Galli“ war gemeinsam mit der Vita von Ekkehard II. Anregung für den Roman „Ekkehard“, den Joseph Victor von Scheffel 1855 schrieb. Ekkehard IV. hat auch viele heute skurrile anmutende Geschichten

überliefert. Im Rahmen der kirchlichen Gehorsamspflicht oblag es dem Abt festzulegen, wieviel Bier seine Mitbrüder maximal trinken sollten. Abt Radpert in St. Gallen hat dazu großzügig und unzimperlich verfügt: die Mönche sollen pro Tag höchstens fünf Zumessungen Bier erhalten. Bis heute ist jedoch nicht abschließend geklärt, ob die Zumessung (= eine Maß) seinerzeit einen oder zwei Liter betrug.

Bier in mittelalterlichen Quellen

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er St. Galler Klosterplan ist die älteste erhaltene Architekturzeichnung

des Mittelalters. Enstanden ist sie auf der Insel Reichenau nach 819. Dort wurde der Klosterplan im Auftrag von Abt Haito entwickelt, der ihn seinem Amtsbruder Abt Gozbert von St. Gallen zur Verfügung stellte. Im Plan integriert sind auch drei Brauereien, in denen unterschiedliche Sorten für unterschiedliche Gruppen (Höhere Herren, einfache Mönche und Pilger) gebraut wurden. Die Darstellungen der drei Brauereien sind sehr ähnlich und geben eine Vorstellung von den damaligen Werkstätten. Das Quadrat in der

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819

Drei Brauereien im St. Galler Klosterplan


Wir im Süden:

Brauen mit Leidenschaft. Entdecken und schmecken Sie über 730 Jahre Bierkultur – bei einem Besuch im Fürstenberg Brauwerk. Einfach per Telefon oder Mail anmelden: 0771-86 206 / service@fuerstenberg.de

Unser Fürstenberg: Bierkultur seit 1283.


Die Fürstlich Fürstenbergische Salvator, das Kanzler Otto von Bismarck zu seinem Haustrunk machte. Doch damit nicht genug. Als erster Brauer gelang es ihm, ein Bier nach Pilsner Brauart herzustellen. Nicht zuletzt wegen der Herkunft der Sorte und der böhmischen Besitztümer des Fürstenhauses nannte er sein 1893 entwickeltes Pils „Bohemia“. Der Namen wurde später zwar wieder aufgeben, aber der Siegeszug des Premium Pilsners war nicht aufzuhalten. Der Erfolg für Fürstenberg erreichte 1900 seinen Höhepunkt, als Kaiser Wilhelm II. nach einem Besuch in Donaueschingen vom Fürstenberg-Bier derart begeistert war, dass er es zum „Tafelgetränk Seiner Majestät“ erhob. Mit dem Triumph in Berlin war die sonstige Vermarktung eher ein Selbstläufer. In ganz Europa wurde Fürstenberg getrunken. Das 20. Jahrhundert war wegen der Kriege zunächst schwierig, aber nach den 1950ern erlebte man einen neuen Aufschwung. Um die Zukunft der Fürstlich Fürstenbergischen Brauerei zu sichern, erfolgte vor gut zehn Jahren die Eingliederung in einen Konzern. Es gibt also Gründe

genug, anlässlich des 500jährigen Jubiläums des Reinheitsgebotes die Bierkultur zu feiern. In der Fürstenberg-Brauerei tut man dies mit der Eröffnung des neuen Brauwerkes und der Neuauflage des „Bohemia“, mit dem durch den Einsatz besonderer Hopfennoten an das Urpils des Hauses erinnert und gefeiert wird.

Fürstenberg, älteste bestehende Brauerei

ie ist die älteste existierende Brauerei an der Jungen Donau: die fürstlich Fürstenbergische Brauerei in Donaueschingen wurde mit Hilfe des Brauprivilegs gegründet, das Graf Heinrich von Fürstenberg von König Rudolf von Habsburg erhielt, als die Fürstenberger 1283 die Landgrafschaft Baar mit „Tunôeschingen“ zum Lehen erhielten. Für das Hochmittelalter ist das eher ungewöhnlich, waren die Braurechte meist in Händen der Klöster und Fürstäbte. Es handelte sich über viele Jahrhunderte eher um eine kleine Brauerei. Nach der Verlegung des Hauptsitzes von Heiligenberg nach Donaueschingen zogen mit Fürst Joseph Wilhelm Ernst zu Fürstenberg Expansionsbestrebungen ein, der eine größere Brauerei baute. Bis heute steht sie am gleichen Standort. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert ist das Schicksal der Fürstenberg-Brauerei eng verwoben mit Josef Munz. Der talentierte Braumeister trat 1882 in die Brauerei ein. Schon zwei Jahre später eroberte er das Berlin des deutschen Reiches. Zuerst mit dem

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1283

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Traditionsbrauerei an der Donauquelle


Eine der ältesten ehemaligen Brauereiwirtschaften

Adler-Blicke für Genießer

12 Zwiefalter Klosterbräu Adler. Leibertingen

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as Gasthaus Adler in Leibertingen ist bekannt für seine stilvolle Einrichtung, seine gute Küche und seine gepflegte Gastfreundschaft mit ihren genussreichen Einblicken. Wenig bekannt ist, dass es sich um einen der ursprünglichen Brauereigasthöfe aus dem Mittelalter handelt, die noch heute existieren. Dort, wo sich heute das Café Augenblicke und der Restaurantkeller Weinblicke befinden, wurde im Mittelalter eine Brauerei errichtet. Dazu gehörte auch der bis heute existente Eiskeller des Anwesens. Mit Hilfe dendrochronologischer Untersuchungen konnte man den Keller auf das Jahr 1478 datieren. Im Café Augenblick mit seiner schönen Einrichtung im Landhausstil genießen Gäste heute Kaffee und hausgemachte Kuchen von Inhaberin Claudia Biselli-Veeser. Einst standen hier Sudpfanne und Läuterbottich. Im darunter liegenden Gewölbekeller lassen sich

1478 Gruppen in der besonderen Atmosphäre des mittelalterlichen Ambientes die Menüs von Peter Veeser bei vielseitigen Weinblicken munden. Ursprünglich war dies – so die Vermutung – der Gärkeller der Brauerei. Die Geschichte des Brauhauses im Leibertinger Adler endete 1903. Dann bezog man das Bier von der Brauerei Pfauen in Tuttlingen, heute von der Hirschbrauerei in Wurmlingen.

Gasthaus zum Adler Claudia Biselli-Veeser, Peter Veeser Kreuzbühl 1, 88637 Leibertingen Tel: 07466 / 318 www.adler-leibertingen.de

Klösterliches Brauhandwerk pflegen

Zwiefalter: benediktinische Brautradition

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1521

n der ehemaligen Benediktinerabtei in Zwiefalten sind zwar kein Mönche mehr beheimatet, die Tradition des Brauens dagegen ist erhalten geblieben. Nachdem anfänglich seit 1521 innerhalb der Klostermauern gebraut wurde, verfügte Abt Beda Sommerberger 1724, ein eigenes Brauhaus außerhalb der Klostermauern zu bauen. Dieser Standort hat sich nicht mehr geändert. Nach der Säkularisierung des Klosters 1803 mündete das Intermezzo der königlich-württembergischen Nachfolger in den Verkauf an die Familie Baader. Sie führt seit 1827 in privatwirtschaftlicher Regie den Betrieb mittlerweile in der sechsten Generation. Das klösterliche Erbe pflegt man nicht nur im Brauhandwerk, sondern auch in der Festkultur. Alle zwei Jahre finden die Zwiefalter Klosterbräu-Festspiele statt, in denen auf unterhaltsame und turbulente Weise die klösterliche Tradition, die Geschichte der Brauerei und die goldenen Regeln des Brauens erzählt werden.

Dass Gesinnung alleine nicht genügt, weiß man natürlich auch in Zwiefalten. Deshalb legt man größten Wert auf die Auswahl der Zutaten. Die Basis bildet hierbei das Brauwasser aus der hauseigenen Quelle, die von den Wassern aus der Schwäbischen Alb stammen und wegen der reinigenden Wirkung des Gesteins von besonderer Klarheit und Weichheit sind. Bei den Braugetreiden baut man auf integrierten und kontrollierten Anbau von Partnerlandwirten aus dem Biosphärengebiet der Schwäbischen Alb. Das garantiert höchste Qualität und Ereignisse wie der im Jubiläumsjahr eingefädelte Glyphosat-Skandal entlockt den Verantwortlichen bei Zwiefalter nicht viel mehr als ein Lächeln. Nachhaltigkeit lohnt sich also auch beim Brauen. Das Jubiläumsjahr feiert man hier mit der neuen Sorte „Urweizen“, das in offener Gärung gereift ist.


Bier und Leviten für alle

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er wortgewaltige und humorvolle Wiener Hofprediger Abraham a Santa Clara, dessen Geburtshaus und Gedenkstätte in Kreenheinstetten stehen, hat Ende des 17. Jahrhunderts die Bibel durchsucht. „In ganzer heiliger Schrift geschieht gar keine Meldung von dem Bier“, schreibt Abraham. Dennoch schätzte er Bier, nicht zuletzt als Getränk für das gesamte Volk, die heilsame Wirkung und die dahinter stehende Bescheidenheit, die er im Vergleich mit Wein ausmachte: Hause alten zu Zwief „Obschon das Bier mitsein dem und Weinden sich in keine Kompetenz mit einem ihr werdeteinlasset

und demselben gern den Vorsitz gönnet, dennoch wird es mehrmal von den verständigen Medicis manchem Patienten zugelassen, [...] welches destomehr die Ehr des Biers, und folgsam des Bierbräuers, vergrößert. Neben der Wertschätzung der vergorenen Weizen- und Gerstensäfte forderte er trotz der Leiden seiner Zeit gewissenhaftes Arbeiten mit Bier. Entsprechend groß war getreu seiner Art Abrahams Schelte, wenn ein Bier nicht nach den Regeln der Kunst gebraut wurde: Ruhm „Bei manchem Bräuer aber findet man - so kraftloses Bier, dass köstli

l forthin in mit Fleiß und Hingabe und m unserer Brauerei. Sein klares, edles Nass ist Köstlichkeiten. Vor den Toren des Klosters wurde uns eide weit und breit gedeiht. Ehrt dieses Land und bestellt Der Hopfen ist die Seele des Bieres. Er schenkt hon Schwester Hildegard von Bingen wusste um die Andacht dafür Sorge, dass Malz und Wasser sich durch gewissenhafte Verkostungen vom Gelingen der erem Eisgalgen und lagert sie dann im kühlen Grund äus zum vorzüglichen Bier erfordert einen festen ne, um den Fortschritt stetig zu überprüfen und betet für m lasset dem Bier immer genügend Zeit zum Reifen. pfen unsere wichtigste Zutat. Erst wenn das Bier den Brüder und Gäste. Füllt es in reine Fässer, gebet ihnen schänke. Bewahrt die Tradition des Bierbrauens in und Braumeister, die euch nachfolgen werden. Arbeitet d lasst die Menschen im Umland daran teilhaben.

Gutes bleibt.

die Regentropfen, sofern sie ihren Weg nur über die Dachschindeln nehmen, eine bessere Kraft in sich haben.“ Auch den Gastwirten redete er ins Gewissen: „Allen Wirten, welche nicht nur allein wider ihr Gewissen die Gäste weit ärger rupfen als die Gänse, [...] einen sauren Wein und schlechtes Bier verkaufen. Allen diesen wird Gott am Jüngsten Tag eine harte scharfe Zeche machen.“ Abraham a Sancta Clara Gedenkstätte Kontakt: Berta Rudolf Kirchplatz 3 • 88637 Leibertingen Tel. 07570 / 414, Eintritt frei

Seit 1521 braut man in Zwiefalten ein ganz besonderes Bier:

Zwiefalter Klosterbräu. M it kristallklarem Brunnenwasser, selektierter

Alb-Braugerste, feinstem Tettnanger Hopfen und viel Zeit werden in der traditionsreichen Klosterbrauerei bis heute Bierspezialitäten gebraut, wie man sie in unserer modernen Zeit nur noch selten findet.

J eder Sud steht für das traditionelle Brauhandwerk nach dem überlieferten Erbe der Benediktiner und ist etwas ganz Besonderes.

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1699

Abraham a Sancta Clara


Hirschbrauerei in Wurmlingen

Flüssiggold braucht Heimat, Zeit und Charakter

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ie Hirschbrauerei in Wurmlingen ist eigentlich mehr Seinswelt als Unternehmen. Kein Wunder also, dass man sich auch über die kommerziellen Notwendigkeiten hinaus für Vereine, Sport, Kultur und Tourismus engagiert. Hier ist man der wichtigste Partner im Donaubierland. Diese Regionalmarke wurde eigens zum 500jährigen Jubiläum des Reinheitsgebotes kreiert und drückt weit mehr aus als für diese Feierlichkeiten ein Marketing-Gag zu sein.

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HIrschbrauerei Wurmlingen

1782

Unbestritten nimmt Bier an der Jungen Donau in Geschichte und Gegenwart eine herausragende Rolle ein. Querschnitte mit Branchen und Unternehmen wie der Donaubergland Tourismus Marketing GmbH zu suchen, bei denen Marktaktivität und Kulturidentität eine geschwisterliche Rolle spielen, drängt sich also förmlich auf. Angefangen hat all dies, als 1782 der damalige Wirt namens Ludwig Eble aus der Schildwirtschaft eine Brauereiwirtschaft macht. Dieser Schritt verschaffte ihm zügig so viel Anerkennung, dass er von der Abtei St. Blasien als Architekturberater nach Grafenhausen gerufen wurde, um die Gaststätte zum Rothen Haus ebenfalls um eine Brauerei zu erweitern. Entgegen der zeitlich befristeten Verträge behielt man Ludwig Eble kurzerhand als Chefbrauer und Pächter. So entstand die spätere Badische Staatsbrauerei Rothaus. Die noch junge Brauerei in Wurmlingen blieb dennoch bis heute im Besitz der Familie, deren Name durch Verschwägerung von Eble zu Zepf und zu Honer und Lemke wechselte. Tradition, Handwerk und Regionalität sind die drei wichtigsten Leuchttürme, um das mittelständische Un-

ternehmen in Zeiten rückläufigen Konsums zukunftsfähig zu halten. Experimentierfreude und Erfindungsreichtum gehören auch dazu. Man sucht laufend nach neuen Bierprodukten und schafft es immer wieder, sogar neue Zielgruppen für das Traditionsgetränk zu gewinnen, die bisher mit Bier wenig am Hut hatten.


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Fahren Sie mal hin Brauereien sind Erlebnisorte! Die Hirschbrauerei in Wurmlingen ist bekannt für Brauseminare, die im heimelichen Biermuseum stattfinden. Brauwissen wird am selbstgemachten Bier erworben. Auch Bierkunst kann man hier bewundern. Bei den Führungen erfährt man nicht nur viel über das Brauen, sondern auch über die Geschichte des Hauses. Die Brauereigaststätte bietet regionale Gerichte und Vesper für ihre Bierpilger.

Hirsch-Braue­rei Honer Fried­rich­stra­ße 34, 78573 Wurm­lin­gen Te­l. 07461/942-0 www.hirschbrauerei.de

2006 errichtete die Hirschbrauerei vor Ort ein Ensemble von Angeboten, um Bier erlebbarer zu machen. Die Bierwelt von Hirsch besteht aus Sudhaus, Brauereigaststätte, Biermuseum, Shop und Biergarten. Sie sind die Bühne für Führungen, Menüs, Vesper und Brauseminare, um Gastfreundschaft, Genuss und Bildung der Bierkultur zu leben.

In Blickweite des Sigmaringer Schlosses kann man bei einer Führung durch das Haus das Brauhandwerk und die Produkte des Hauses kennenlernen und im Shop auch erwerben. Ein besonderes Highlight ist das deutschlandweit einzigartige Zündapp-Museum. Die Sammlung der Kultmarke und der Brauereigasthof stellen ein einzigartiges Ensemble dar.

Brauerei Zoller-Hof Leopoldstr. 40, 72488 Sigmaringen Tel. 07571/721-0 www.zoller-hof.de In Zwiefalten gegenüber dem Münster bietet die Brauerei Führungen im Haus an. Auch in der Klosterbräu Gaststätte werden die Spezialitäten ausgeschenkt.

Zwiefalter Klosterbräu Hauptstr. 24, 88529 Zwiefalten Tel. 07373/200-0 www.zwiefalter.de Im Brauhaus Zollernalb kann man die Tradition der Brauereigasthöfe neu erleben. Im Gastraum stehen die kupfernen Braukessel, die auch als Kulisse dienen.

Brauhaus Zollernalb Bahnhof 4, 72458 Albstadt-Ebingen Tel. 07431/9482-941 www.brauhaus-zollernalb.de

Erlebnisorte regionale Brauereien

Raum und Zeit für Bierbotschaften

Fürstlich Fürstenbergische Brauerei Postplatz 1-4, 78166 Donaueschingen 0771/86-0 www.fuerstenberg.de

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2006

Bei Führungen durch die Brauerei lernt man nicht nur die modernen Betriebsabläufe kennen, sondern erfährt im Hausmuseum auch viel über die Geschichte der Brauerei und des Brauhandwerks. Im neuen Brauwerk können Besuchergruppen Feste feiern und/oder ihr eigenes Bier brauen. Zur Brauerei gehört auch ein Andenken-Shop.


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1845

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Die Brauerei Zoller-Hof und das „Beer Castle of Sigmaringen“

Von Friedrich, Fritz, Frederick und Fred

des „Alten Fritz“ bierfreundlich. Dennoch verließ Friedrich Müller wie viele andere das Land in Richtung Amerika. Er hieß fortan Frederick Miller und wurde mit der Gründung der „Milwaukee Brewery“ der zweitgrößte Bierproduzent in Amerika. Die Ursprünge wurden 1955 im brauereieigenen Imagefilm „The Beer Castle of Sigmaringen“ beworben. Garniert mit Donautal-CanyonPanorama schlug man eine Brücke zwischen Old Europe und New World. Auf die geschichtlichen Fakten nahm man im Nachkriegsdeutschland wenig Rücksicht. Das Schloss ist im Film ein zünftiger Bierkeller mit singenden Mädchen und Fässer rollenden Trachtenträgern. Heute lächelt man über diese Anachronismen und sucht dennoch Wege, die Tradition aufzugreifen. Mit Kreativität und mehr Authentizität nimmt sich neuerdings Zoller-Hof dieser Geschichte an. Im Konzept wechselseitiger Regionalität versucht die Sigmaringer Brauerei, sich mit der neuen Sorte „Old Fred“ auf dem amerikanischen Markt zu positionieren. Man setzt dabei auf die regionale und geprüfte Qualität der Zoller-Hof-Brauerei, die in typischen Ale-Flaschen angeboten wird. Hier in der Region setzt man neben den klassischen Sorten Pils, Export und Weizen auf Dunkles und Zwickel.

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Die Vorgeschichte: Die Fürstenfamilie betrieb im 19. Jahrhundert im Schloss Sigmaringen eine eigene Hofbrauerei. Kurz nachdem Carl Fidelis Graf vor den Toren der Stadt die heutige Brauerei Zoller-Hof gründete, berief der letzte amtierende Fürst Karl Anton 1849 den aus Riedlingen stammenden Braumeister Friedrich Müller ans „Bierkäschtle“. 1850 war es mit der fürstlichen Autonomie vorbei. Überall in Hohenzollern wurde von den Kanzeln verkündet: „Erstens: Wir sind ab heute preußisch. Zweitens: Wir haben es um unserer Sünden willen nicht besser verdient.“ Die Sigmaringer Linie der Hohenzollern wurde in Preußen eingegliedert. Fürs Bier-Image war es wenig schädlich, denn Preußen war nicht zuletzt dank

Brauerei Zoller-Hof, Sigmaringen

erne denkt man bei Zoller-Hof an das Sigmaringer Schloss mit seiner imposanten Gestalt auf dem Donaufelsen und an die fürstliche Familie der Hohenzollern. Auch wenn man im guten Einvernehmen lebt und Zusammenhänge bestehen, war und ist die Brauerei Zoller-Hof ein Familienunternehmen, das seit 1845 eigene Wege zu gehen weiß. Ein Beispiel hierfür ist das hauseigene Zündappmuseum, mit dem der Kultmarke ein einzigartiges Denkmal gesetzt wurde. Aktuell treibt das Unternehmen jedoch eine Geschichte um, die man beispielhaft für die Entwicklung von Bieren und Marken für neue Märkte vorstellen kann. Wer heutzutage neue Sorten erfinden will und in seine Geschichtsbücher schaut, kann auf inspirierende Folien stoßen.


1889 / 2010

Tuttlingen und Umgebung

Ungewöhnlich hohe Brauereidichte

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te der Brauereiregion in Ehren hält. Doch seit 2010 gibt es im Stadtteil Möhringen das Brauwerk Salvermoser. Es ist ein Beispiel für die vielen kleinen Brauereien, die derzeit neu entstehen - meist im Zuge der Entwicklung von Craft-Bieren.

Rechts: Die Pfauen-Brauerei baute 1883 ein neues Kühlhaus. Oben: Das Heimatmuseum in Fridingen zeigt eine alte Bierstube

Biervielfalt in Tuttlingen

„Hier kommt Alex“, ... heißt ein Hit der Toten Hosen. Mit den Düsseldorfer Alt-Punks hat Alex Giammarinaro zumindest die Liebe zum Bier gemein. Während sich jedoch die Toten Hosen meist auf Biervernichtung konzentrieren, hat sich Alex der geschmacklichen Qualität verschrieben. Er ist Biersommelier und bietet seinen Gästen im La Siciliana‘s Tagblatt in der Tuttlinger Bahnhofstraße etwa 100 verschiedene Biersorten aus aller Welt an. Die Küche seiner Eltern Helga und Gaspare ist original italienisch. Wein und Bier leben hier in friedlicher Koexistenz. Eigentlich kein Wunder, denn Bier hat im Zweifelsfall mehr Aromen zu bieten als der im Ansehen höher stehende Wein. In seinem neuen Regal hat er alle Sorten aufgestellt, die er bisher verkostet und angeboten hat: fast 400 Flaschen zählt seine Sammlung, die auch für Marketing- und Etikettenliebhaber eine spannende Ausstellung bietet. Erstaunlich ist, dass er zu fast jedem Bier eine Geschmackserinnerung und eine Beschreibung parat hat. In den Ruf, eines der neuen Craftbeer-Lokale zu sein, will er aber nicht kommen. Er sieht ausdrücklich kein Gegenspiel von Standardund Spezialsorten oder von regio-

2016

La Sicilianas Tagblatt, Tuttlingen

Brauereien an der Jungen Donau

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nde des 19. Jahrhunderts gab es an der Jungen Donau und den benachbarten Tälern eine beachtenswerte Brauereidichte. Aus allen Orten mit ihren vielen Sudkesseln sticht die Tuttlinger Kernstadt anno 1889 mit ihren rund 12.000 Einwohnern und 42 Brauereien besonders heraus. Hauptursache war die Industrialisierung und die hohe Anzahl der Einpendler. Damals gab es keine Kantinen und täglich mussten tausende Beschäftigte der Medizintechnikund Schuhfabriken versorgt werden. Damit lag Tuttlingen auf Augenhöhe mit Städten wie Dortmund, das jedoch rund 90.000 Einwohner zählte. Anschließend starben peu à peu die meisten Brauereien aus. 1996 war es die Pfauen-Brauerei, die als letzte in der Stadt ihre Pforten schloss. Als einzige größere Brauerei hat sich die Hirschbrauerei behauptet, die im hauseigenen Museum die Geschich-

nalen und internationalen Bieren. Im Gegenteil. Es geht ihm um Vielfalt und Sensibilisierung. Deshalb bindet er auch Standardsorten in seine Tastings ein. Bei den begleiteten Verkostungen stellt er immer sechs verschiedene Biere vor. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Pilsbieren liegen ihm genauso am Herzen wie internationale (Craft-)Biere. Spezialbiere haben zwar wegen der hohen Anschaffungs- und Lieferkosten ihren Preis, aber Alex‘ Gäste schätzen das Angebot und lassen sich gerne neue Geschmäcker empfehlen.

Etwa 400 verschiedene Bierflaschen kann man bei Alex bewundern.

La Sicilianas Tagblatt Bahnhofstr. 43 • 78532 Tuttlingen Tel. 07461 / 9692166 www.lasiciliana-tuttlingen.jimdo.com Di-Do 11-14 + 17-23 Uhr, Fr 11-14 + 1724 Uhr, Sa 14-24 Uhr, So 13-22 Uhr


2011

Im Brauhaus Zollernalb, Albstadt

schon die Einwohnerzahl spricht, aber auch die touristische und kulturelle Anbindung der Stadt. Seine Standardbiere sind nicht in Flaschen erhältlich, sondern werden nur vom Fass ausgeschenkt. Dazu werden regionale Spezialitäten gereicht und regelmäßig Musik-Events veranstaltet. In der 0,7 l-Flasche kann man seine Spezialsorten Albator, Weizenbock und India Pale Ale kaufen.

dt

.

www.brauhaus-zollernalb.de

in A s t a lb

BAHNHOF 4, 72458 ALBSTADT-EBINGEN, FON 07431-9482941

facebook.com/BrauhausZollernalb

Als Dominik Reger den Entschluss fasste, eine eigene Brauerei aufzubauen, trat er in die Fußstapfen seines Großvaters, der einst die Lindenbrauerei in Meßstetten betrieb. Die Marke ist nach wie vor als Getränkemarkt bekannt, wo man auch mitten auf der Zollernalb ausgewählte Bierspezialitäten bekommt. Für seinen neuen Brauereigasthof wählte Dominik Reger 2011 Albstadt als Standort, für den

Brauhaus Zollernalb, Albstadt

Brauhaus-Tradition neu belebt


Branchenfokus Regional- und Tourismusmarketing

Donaubergland ist Donaubierland

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as 500jährige Jubiläum des deutschen Reinheitsgebotes von 1516 ist Anlass, dem Getränk zu huldigen, das in der ganzen Welt, in Europa und an der Jungen Donau eine so außerordentliche Rolle spielt. Die Verankerung in der Region demonstriert man in besonderer Weise mit der touristischen Marke Donaubierland, die in einer Kooperation der Donaubergland Tourismus Marketing GmbH, der Hirschbrauerei in Wurmlingen, verschiedener Gastronomen und anderer „Bierbetroffener“ kreiert wurde. Dies ist nicht nur eine Tugend aus der Not, weil man im Gegensatz zu anderen Destinationen in Baden-Württemberg keinen Wein anbaut. Mit dieser Initiative signalisiert man die geschichtliche Bedeutung des Bieres und tritt ein für regionale Qualität der Produkte. Die Zusammenarbeit zwischen Produzenten, Politik und Tourismus in der Vermarktung der Aktivund Genussregion Donaubergland steht exemplarisch für Querschnitte in der Strategiebildung. Während der zentrale Feier anlässlich des 500jährigen Jubiläums des deutschen Reinheitsgebotes in Baden-Württemberg präsentierten die „Brauer mit Leib und Seele“ während ihres traditionellen Weizenbieranstich ihre Qualitätsvorstellungen für regionale Biere. Der vergorene Getreidesud – auch flüssiges Brot genannt - wurde in seiner Vielfalt zur Verkostung angeboten und demonstrierte seine Verankerung als Jahrtausende altes Kulturgut. Die Verbindung von Kultur, Kulinarik und Marketing pflegt Donaubergland auch bei den „Donauwellen“. Die Marke der fünf Premium-Wanderwege lässt die Liebe zum Wandern nicht nur durch den Magen gehen.

20 Donaubierland

Mit dem Tettnanger Hopfen hat das Land ein eigenes regionales Anbaugebiet, das sich auch auf dem großen Bierfest im Freilichtmuseum Neuhausen präsentiert hat.


Donauwellen bewegen die Region

Auch zu den Themen Bier und Donauwellen hat Donaubergland Postkartenmotive entworfen, die sich großer Beliebtheit erfreuen und durch Ihren Humor Menschen für die Region begeistern.

Donaubergland Tourismus Marketing GmbH Seltenbach 1 • 78532 Tuttlingen Tel. 07461 / 78016-75 www.donaubergland.de

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Premiumwandern auf Donauwellen

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ie Zusammenarbeit mit mittelständischen Unternehmen in der touristischen Vermarktung ist im Donaubergland nicht mehr ganz neu. Beim Aufbau und der Pflege der Premiumwanderwege Donauwellen ging ging man strategische Partnerschaften mit regionalen Unternehmen ein, die üblicherweise wenig mit Tourismusmarketing zu tun haben. Dennoch beteiligen sich die Aesculap AG am „Klippeneck-Steig“, Karl Storz Endoskope am „EichfelsenPanorama“, Daimler an der „Donauversinkung“, Werma Signaltechnik an der „Kraftstein-Runde“ und die Hammerwerk Fridingen an der „Donaufelsen-Tour“. Parallel dazu wurde eine Studie erstellt, welche gesundheitlichen Vorteile das Wandern bringt. Hier lässt sich eine der Interessenlagen erkennen. Premiumwege können durch unternehmerische Patenschaften in die betriebliche Gesundheitsfürsorge eingebunden werden. Betriebsinterne Wandergruppen stärken den Teamgeist ebenso wie die Pflege der Wege, wie sie beispielsweise vorbildlich von Lehrlingen des Hammerwerkes ausgeübt wird. Die Qualität und Vielfalt des Freizeitangebotes spielt generell im ländlichen Raum eine große Rolle, schließlich befinden sich Unternehmen auch im ständigen Wettbewerb um Fachkräfte. Da sind Personalverantwortliche auch gefragt, neben hervorragenden Bedingungen am Arbeitsplatz auch ein attraktives „Drumherum“ bieten zu können.


Work-Life-Balance in Kulturlandschaften

Natur genießen mit Streuobstwiesen

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Naturpark Obere Donau

ie Vermarktungsgenossenschaft des Naturparks Obere Donau (BODEG) wurde mit dem Umweltpreis der Sparkassenstiftung der Landesbank Kreissparkasse ausgezeichnet. Die Kurzbegründung auf der Urkunde lautet: „Kreative Streuobstprodukte für eine höhere Wertschöpfung aus heimischen Streuobstwiesen“. Dahinter steckt tatsächlich mehr, was man nicht nur am hervorragenden Naturpark Apfelsaft oder Apfelmost-Essig schmecken kann. Bei Streuobstprodukten beginnt die Qualität regionaler Produkte bereits im Boden und wird durch

Streuobstwiesen im Naturpark sind nicht zuletzt ein kleines Paradies für Fotografen. Christiane Schneck hat beispielsweise auf ihren Bildern ein altes Ruhebänkle und die Apfelblüte eindrucksvoll eingefangen.

die Pflege der einmaligen Kulturlandschaft zu einem komplexen Wertschöpfungssystem. Die Forstwirtschaft-Studentin Samantha Giering hat in ihrer Bachelorarbeit die bis dahin teilweise undokumentierten Fakten zusammen getragen. Momentan liefern 35 Partner von 1.500 Streuobstbäumen, hierunter 1.200 Apfel- und Birnbäumen, Streuost an die BODEG. Die neue Sortenbestimmung ergab eine beeindruckende Artenvielfalt von alleine 100 Apfelsorten. Der für Streuobstwiesen typische Verbund mit dem dazugehörigen Grünland bietet eine reiche Struktur. Ökologisch wichtig sind beispielsweise die 500 Baum-

höhlen, in denen Vögel, Siebenschläfer, Hornissen und andere Arten nisten können. Dabei geht es nicht um Naturromantik. Bei der Nutzung des Streuobstes spielen die Bewohner eine entscheidende Rolle. Die Vögel in diesem Lebensraum sorgen durch das Fressen von Schädlingen dafür, dass dieses Ökosystem pestizidfrei bewirtschaftet werden kann. Für die Menschen bedeutet das: Bewahrung alter Kulturlandschaften als Arbeits- und Erholungsgebiet und qualitativ hochwertiges Obst. Die Potentiale sind noch lange nicht ausgeschöpft. Samantha Gierings Arbeit dient auch der Erforschung der Nutzungseignung. So will man


Im Haus der Natur werden nicht nur Apfelsäfte und -essige angeboten, sondern auch Filz- und Imkerprodukte.

Der Hofladen mit Metzgerei

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er Qualität schätzt, ist meist bereit, etwas weitere Wege zu gehen. Ein Geheimtipp für diese Spezies ist der Hofladen auf dem Bäumlehof in Leibertingen. Dort erhält man Bioland-Fleisch- und Wurstwaren, die aus der eigenen Viehzucht und Schlachterei kommen. Wenn man den Hofladen betritt. fühlt man sich an die kleinen Metzge-

reien „von früher“ erinnert. Der feine Geruch der Wurstwaren, dem Geräucherten, den Gewürzen und Kräutern gibt ehrliche Signale für die hohe Qualität der angebotenen Leckereien. Damit die Kunden aber nicht nur Metzgerwaren kaufen können, gibt es im Hofladen von Christine Keller auch noch vielerlei andere gute Dinge zu kaufen: Brot, Teigwaren, Eier, Süßwaren und auch Bücher und Geschenke bekommt man hier. Der Bäumlehof befindet sich außerhalb von Leibertingen beim großen Windrad. Bitte beachten: der Hofladen ist nur am Samstag Vormittag geöffnet.

Bäumle-Hof

Christine Keller Bäumlehof 1 • 88637 Leibertingen Tel. 07466 / 1292 bioladen.chris-keller@outlook.de geöffnet Sa 8.00-12.30 Uhr

23 Bäumlehof, Leibertingen Haus der Natur, Beuron

Haus der Natur Wolterstraße 16 • 88631 Beuron 07466 / 9280-0 www.naturpark-obere-donau.de geöffnet Mo-Fr 9-17 Uhr, 1.4.-31.10. auch Sa, So und Feiertag 13-17 Uhr

in Zukunft die Produktion sortenreiner Destillate oder weiterer Essig-Variationen voranbringen. Dies ist auch für die Obstbauern attraktiv, denn die BODEG bezahlt pro Doppelzentner vier Euro über dem jahresüblichen Marktwert. Das kann je nach Ertrag einen Aufpreis von 100% oder mehr ausmachen. Im Sinne wirtschaftlicher Vernunft unterliegt die BODEG aber auch gewissen Zwängen, denn einerseits muss man auf dem Markt mit vielen Billigprodukten bestehen, andererseits müssen aber auch Gewinne erwirtschaftet werden, um die Kosten und Investitionen finanzieren zu können. Dies funktioniert immer besser, denn Verbraucher sind zunehmend bereit, für regionale und naturbelassene Produkte den entsprechenden Wert zu bezahlen. Es bleibt also zu hoffen, dass das Bewusstsein für Ökoprodukte weiter steigt und kreative Produzenten die Palette der Angebote weiter entwickelt.


Natürlich genießen mit Donautal Touristik

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Donautal Touristik, Hausen im Tal

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onautal Touristik in Hausen im Tal ist weithin bekannt. Gegenüber dem Freizeitzentrum thront das Gasthaus am Minigolf auf halber Höhe zwischen Donau und den Felsen der Hausener Zinnen. Die einheimischen Gäste nennen den Ort einfach „Minigolf“, womit das augenscheinlichste Angebot von Cornelia Süßmuth und ihrem Team beschrieben wird. Zur naturnahen Erholung gehören aber auch die Bogenschießanlage und der Bootsverleih, mit dem man das Durchbruchstal der Donau aus ganz neuen Blickwinkeln erleben kann. Nach außen hin nicht so prominent, aber nicht weniger interessant ist das kleine Restaurant am Minigolf. Hier setzt Günter Irion konsequent seine Küchenphilosophie um. Konkret bedeutet das: Es werden regionale Produkte verwendet, wenn möglich in Bio-Qualität. Und er macht einfache, sommerliche Gerichte, die man woanders häufig gar nicht mehr erhält. Zum Beispiel ein Rote mit Kartoffelsalat. Die beliebte Wurst ist aber nicht aus dem 10er-

Pack vom Discounter, sondern vom Bäumle-Hof, der alle BiolandFleischprodukte liefert (s.S.25). Das Brot kommt aus dem Holzofen in Gutenstein. Weitere Spezialitäten des Hauses sind Linsen von der Schwäbischen Alb („Albleisa“) oder die hausgemachten Maultaschen. Die gibt es klassisch und als vegetarische Variante. Auch hier verwendet Günter Irion konsequent regionale Erzeugnisse, um die Füllung und die Teigplatten mit seiner neuen Nudelmaschine herzustellen. (Sogar die ist aus der Region.) Für Kuchenfreunde gibt es Donauwellen und andere Leckereien vom regionalen Bäcker. Die Devise „nur Regionales“ gilt auch für die angebotenen Getränke. Da wundert es nicht, wenn auf der Karte des Gasthaus am Minigolf der pestizidfreie Naturpark-Apfelsaft und Biere von Zwiefalter Klosterbräu zu finden sind, die ausschließlich zertifiziertes Getreide zum Brauen verwendet. Ähnliches gilt für alle anderen Speisen und Getränke. Ergo: Der Besuch lohnt sich.

Donautal Touristik Kreenheinstetter Str. 10 88631 Beuron Tel.: +49 (0)7466 / 1525 www.donautal-touristik.de


sondern ein Gesamtpaket mit Maßnahmen zur Nachhaltigkeit entworfen. Dazu gehören zertifizierte Rohstoffe, Wasser aus der hauseigenen Johannesquelle und Strom aus dem betriebseigenen Donau-Wasserkraftwerk. Bis zu 400.000 Eier werden täglich kurz vor der Verarbeitung aufgeschlagen. Man setzt auch auf ältere Sorten wie Dinkel, den man selbst anbauen will. Das Nachhaltigkeitskonzept beschränkt sich aber nicht auf eine gläserne Produktion, sondern bezieht auch Umweltprojekte, sportliche und kulturelle Förderung sowie hohe ethische Standards ein. Wer die Buck-Markenwelt kennen lernen will, kann nicht nur in das Gaggli Nudelhaus direkt am Werk fahren, sondern auch an einer Führung durch die Produktion teilnehmen. Das Nudelhaus ist übrigens an sich schon ein architektonischer Blickfang.

NudelHaus

Mühlstrasse 8-10 88512 Mengen-Ennetach www.gaggli-nudelhaus.de Tel. 07572/759-444 Fax. 07572/759-5940 Öffnungszeiten NudelLaden: Mo-Fr 9-13 Uhr + 14-18 Uhr, Sa 9-13 Uhr Führungen NudelProduktion: Nach Voranmeldung von Montag bis Donnerstag möglich!

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Das Leiterwägele im Gaggli-Nudelhaus in Mengen-Ennetach ist mehr als eine nostalgische Reminiszenz an frühere Zeiten. Es ist Symbol für die Besinnung auf die Ursprünglichkeit in der Nudelproduktion. Hierfür hat der bekannte und beliebte oberschwäbische Nudelhersteller ein langfristiges Konzept entwickelt, um die Nachhaltigkeit der Produktion und ihre gesellschaftliche Verankerung zu sichern. Die Familie Buck betreibt ihr Nudelwerk seit über 85 Jahren und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Gaggli, Dorfmühle, Bucki und Tulpen heißen die bekannten Marken. Schwäbische und süddeutsche Nudelliebhaber aller Altersstufen haben die Ennetacher Teigwaren zur beliebtesten Sorte in Süddeutschland gemacht. Für die Qualität ihrer Produkte hat man nicht nur den Vertrieb mit dem Gaggli-Nudelhaus vor Ort entwickelt,

Gaggli Nudelhaus, Mengen-Ennetach

Ein feines Stück Oberschwaben


Immendingen-Zimmern

Restaurant Wiesengrund

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Wiesengrund, Immendingen-Zimmern

eit Spätsommer 2015 haben Kevin und Alexandra Kossel das Restaurant Wiesengrund nahe der historischen Holzbrücke in Immendingen-Zimmern eröffnet. Sehr schnell wurde auch hier deutlich, wie groß das Interesse an regionaler und saisonaler Küche ist. Trotz des hohen Zulaufs pflegt Kevin Kossel auch die Nähe zu saisonalen Speisen. „Ich wechsle alle vier Wochen komplett die Karte“, erzählt er. Sie erhält dann einen aktuellen Titel: „Winterzauber“, „Frühlings Erwachen“ oder „Sommertraum“ heißen dann die Wegweiser durch die Zeiten des Jahres. Regionale Rezepte interpretiert er auf seine persönliche Weise. Beispiel:

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Kossels Wiesengrund Kirchgasse 9, 78194 Immendingen Tel. 07462 / 269 1171

Seine hausgemachten Maultaschen mit Kalbfleisch sind eine seiner Herzkammern für verschiedene Variationen. Mal in der Brühe, mal auf einem Spinatbett, mal gebraten mit Zwiebeln und Ei oder in exquisiten Arrangements mit Poularde, tomatisiertem Gemüse und asiatischen Frischkäse-SpinatWasabi-Teigtäschchen. Trotz der Verschmelzung mit internationalen Einflüssen betont Kevoin Kossel: „Ich möchte ausgewogen aus und für die Region kochen“. Zu den Besonderheiten im Wiesengrund zählt auch das Getränkeangebot. Einmalig in der Region ist der Ausschank von FarrenbräuBier. Die kleine Brauerei befindet sich in der Nachbarschaft und Spirituosen stammen aus der HegauBrennerei Maier. Da braucht man die guten badischen Weine fast nicht mehr erwähnen.


Baden-Württemberg im Zeichen der Löwen

Gasthäuser ziert dann das Qualitätszeichen „Schmeck den Süden Gastronomen“. Die zertifizierten Gerichte werden dann in der Speisekarte in Anlehnung an das Landeswappen mit einem, zwei oder drei Löwen gekennzeichnet. Über die kulinarische Qualität sagen die Löwen nicht unbedingt etwas aus, sie erzählen in erster Linie von der regionalen Herkunft der Zutaten. Die Anzahl der Löwen richtet sich dabei nach der Anzahl der zertifzierten Speisen. Drei Löwen gibt es aber nur, wenn man mindestens neun Gerichte auf der Karte hat und zusätzlich baden-württembergische

Weine anbietet und sich damit auch als „Haus der baden-württembergischen Weine“ auftritt. Um Marketing geht es dabei auch. Die MBW versucht, die Schmeck den Süden Gastronomen bekannt zu machen, indem sie einen kostenlosen Gastroführer vertreibt, der einmal jährlich neu aufgelegt wird und im ganzen Ländle verteilt wird. Im Internet ist die Initiative mit einem Rezepte-Newsletter und einer Suchmaschine für „Schmeck den Süden Gastronomen“ präsent. Unser Essen-gehen-Surftipp: www.schmeck-den-sueden.de

Kreenheinstetten

Landgasthof Traube

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elmut Gröner und sein Landgasthaus zur Traube in Leibertingen-Kreenheinstetten gehören zu den Vorreitern der „Schmeck den Süden Gastronomen“ an der Jungen Donau. Als engagierter Anhänger regionaler Küche richtet er viele Gerichte nach badischen Traditionen aus. In der Traube gilt das aber nicht nur für die Speisen und Getränke. Der Landgasthof ist auch das Geburtshaus des Wiener Hofpredigers Abraham a Sancta Clara. Die 400 Jahre alte Gaststube gibt es bis heute und bietet eine gemütliche Atmosphäre für das regelmäßig angesetzte Wirtshaussingen. Anzeige

„Mir henn koin Rase, mir henn a Wies“, sagt Helmut Gröner und kann deshalb Salate mit eigenen Kräutern und Blumen servieren.

Landgasthaus Zur Traube Fam. Helmut Gröner Abraham-a-Sancta-Clara-Str. 12 88637 Kreenheinstetten Tel. 07570 / 440 www. traube-kreenheinstetten.de Montag und Mittwoch Ruhetag

Landgasthaus Traube, Kreenheinstetten

Die Philosophie der „Schmeck den Süden“ - Gastronomen ist einfach und genial zugleich: durch die Kooperation von heimischer Landwirtschaft und Gastronomie sollen auf den Tellern der Gäste ausschließlich qualitativ hochwertige Produkte aus der Heimat landen. Heimat meint in diesem Fall das Land Baden-Württemberg. Wirte, auf deren Tellern also Gerichte landen, bei denen sämtliche Zutaten (mit Ausnahme der Gewürze) aus dem Ländle stammen, können ihre Speisekarte über die Gemeinschaftsmarketing Baden-Württemberg (MBW) zertifizieren lassen. Diese

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chmeck den Süden, 1996 ins Leben gerufen, ist ein Label vom Hotel und Gaststättenverband DEHOGA und vom Ministerium Ländlicher Raum. Weit über 300 Gastronomen haben sich unter diesem Zertifikat zusammen geschlossen, um Gästen die Vorzüge regionaler Produkte nahe zu bringen.

Schemck den Süden-Gastronomen

Mit Gastronomen den Süden schmecken


Beuron-Thiergarten

Restaurant Gutshof Käppeler

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Restaurant Gutshof Käppeler, Beuron-Thiergarten

er Käppeler Hof liegt im Durchbruchstal inmitten einer Donauschleife und dem Rabenfelsen direkt am Donauradwanderweg. Das wildromantische Ambiente wird vervollständigt durch ein Wildgehege, die Höhle der Weiler Burg, einem eigenen Garten am Donauufer und der St. GeorgsKapelle. Sie ist die kleinste Basilika nördlich der Alpen. Dieses Umfeld ist wie geschaffen für Sigrid und Armin Eha, um ihrem Herzensanliegen nach Speisen mit Zutaten aus regionaler Erzeugung und saisonal variierender Karte nachgehen zu können. „Schmeck den Süden“ ist für sie das geeignete Zertifikat, um nachhaltige und heimatverbundene Gastfreundschaft auf den Teller zu bringen. Zehn bis 15 Löwen-Gerichte befinden sich auf der Speisekarte des Restaurants.

Auf einer Wandertour gibt der Rabenfels eine wunderbare Aussicht auf den Käppeler Hof, wo man im Schatten der Treppengiebel auf der Terrasse sitzen kann.

Er verwendet im Herbst das Wild vom Käppeler Hof oder macht hausgerauchte Forellenfilets. Auch bei den vegetarischen Angeboten ist er kreativ: Gemüseteller mit Nudeln an Apfelsoße und Salat. Vielfältige Gerichte aus Limousin-Rindfleisch stellen auf der Speisekarte den Löwenanteil: Rindsbouillion mit Flädle, luftgetrockneten Schinken, Beinscheiben, Siedfleisch, Geschnetzeltes, Schmorbraten, Rouladen, Steaks, Filets oder den Urschwäbischen Rostbraten. Den verdankt er seiner Leidenschaft, in alten Kochbüchern zu stöbern, wo er immer wieder Rezepte und Anregungen findet. -stb Urschwäbischer Rostbraten – Symbol für die Küchenphilosophie Armin Ehas

Restaurant Gutshof Käppeler Fam. Armin und Sigrid Eha Hofstraße 20 • 88631 Thiergarten Tel. 07570 / 479 • armin.eha@gmx.de www.restaurant-gutshof-kaeppeler.de Dienstag Ruhetag


Wurmlingen

Landgasthof Sonne

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Mitten in Wurlingen laden die Steinseifers in ihr Restaurant und auf die Terasse. Zu den Geheimtipps der vielseitigen Karte gehört die „Rinderleber wie der Chef sie mag“.

Landgasthof Sonne Fam. Elke und Frieder Steinseifer Obere Hauptstrasse 1 78573 Wurmlingen Tel. 07461 / 71102 www.sonne-wurmlingen.com geöffnet tägl. 11:30-14:00 und 17:0024:00 Uhr, Do Ruhetag, Fr ab 17:00 Uhr

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Regionale Frische braucht Interesse und Beweglichkeit beim Einkauf. Deshalb nutzt Chefkoch Frieder Steinseifer meist seinen Ruhetag, um sich nach neuen Möglichkeiten umzusehen. Dazu fährt er an den Bodensee oder auf die Schwäbische Alb und spricht mit den Produzenten vor Ort. So lernt der Siegerländer die Menschen und die Region immer besser kennen und lässt sich inspirieren. Schließlich ist Einkaufen auch ein Ausflug in schöne Landschaften. Elke und Frieder sind auch glaubwürdige Vertreter einer ehrlichen Küche. Das bedeutet, dass man mit Herz und Engagement kocht und sich auch auf die Finger schauen lässt. Wer also einen Blick hinter die Kulissen werfen will, ist auch zum Kibitzen in der Küche willkommen.

Landgasthof zur Sonne, Wurmlingen

it der Sonne in Wurmlingen hat Schmeck den Süden ein neues begeistertes Mitglied bekommen. Das Konzept dahinter kann man in der Speisekarte nachlesen: hier gibt es beispielsweise Kraftbrühe mit Kräuterflädle, Badisches Schneckenragout, Zwiebelsuppe von der HöriBülle, Alblamm, Rumpsteak vom Staufenrind, Cordon Bleu mit Schwarzwälder Schinken und Heumilchkäse oder Gerichte mit Bodensee-Fischen.


Kunst, Kultur, Museen

Kunst und Kultur in der Region B edeutsame Kunst zu schaffen oder auszustellen ist kein Privileg der großen Städte. Immer wieder kommt es zu besonderen Schöpfungen im ländlichen Raum. Anscheinend fern der zeitlichen Strömungen zeigen Künstler ihr Können im Umfeld des eigenen Lebensraumes. Heimattümmelei steht dabei nicht auf der Agenda, wenn es um geistreiche Werke und Sammlungen geht. Im DonautalMagazin stellen wir verschiedene Museen vor, die durch das persönliche Umfeld ihrer Künstler jeweils einen ganz eigenen Charakter entwickelt haben, mal an der Jungen Donau in Fridingen, mal an der Grenze zwischen Heuberg und Linzgau in Meßkirch, mal auf

der Zollernalb in Albstadt, mal in der Baar auf dem Hohenkarpfen oder im Laucherttal in Inneringen. Besonders prägend für die Vorstellung von Lebenswelten sind dabei immer die Einflüsse von Kulturlandschaften, die Künstler, Sammler und Museumsmacher gleichermaßen herausfordern. Die unmittelbaren Einflüsse von Geschichte und Arbeit werden in den Museen unter offenem Himmel sichtbar. Während auf dem Campus Galli in Meßkirch Reminiszenzen an die Karoligerzeit des frühen Mittelalters lebendig werden sollen, widmet sich das Freilichtmuseum in Neuhausen ob Eck den landwirtschaftlichen und handwerklichen Lebenswelten des 18. und 19. Jahrhunderts. Hier

wird der gesellschaftliche Wandel von Heimat im ländlichen Raum der letzten 150 bis 250 Jahre besonders spürbar. Eines ist allen Museen gemein: sie sind gleichermaßen unterhaltsam und lehrreich. Oft korrellieren sie mit den örtlichen Heimatmuseen, in denen sich die konkreten Ereignisse der Weltgeschichte vor Ort spiegeln. Besuchenswert sind sie ohne Ausnahme.

Tipp

Sie wollen außerhalb der teilweise eingeschränkten Öffnungszeiten einen Besuch machen? Die Leiter in den Museen und die Mitarbeiter in den Gemeinden freuen sich über Besucher und öffnen ihre Türen auf Anfrage auch außerhalb der regulären Zeiten.

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Scharf Eck, Fridingen

Die Buchers in Fridingen

Das Künstlerhaus Scharf Eck

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ines der urigsten Wirtshäuser weitum ist das „Scharf Eck“ im kleinen Donaustädtchen Fridingen. Seit 1856 besteht die traditionsreiche Gastwirtschaft in einem der schönsten und ältesten Fachwerkhäuser der Stadt. Hier lebte über drei Generationen hinweg die Künstlerfamilie Bucher. Seit 2007 sind die oberen Etagen des Hauses als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich. Vor allem wird hier an den letzten Bewohner des Scharf Eck, den Maler Hans Bucher (1929-2002), erinnert. Zu sehen sind seine im Originalzustand belassenen Wohn- und Atelierräume sowie eine Ausstellung mit einer wechselnden Auswahl aus seinem weit über 1000 Bilder umfassenden künstlerischen Nachlass. Hans Bucher ist hauptsächlich als der Maler des Donautals bekannt geworden. Nach dem Studium an der Kunstschule im ehemaligen Kloster Bernstein bei Sulz sowie an den Kunstakademien in Stuttgart und München kehrte er 1955 in seine Heimatstadt zurück, wo er bis zu seinem Tod als Künst-

ler, Malermeister und Restaurator tätig war. In seinen expressiv-realistischen Bildern hat Hans Bucher die Tradition der zu seinen Lebzeiten längst totgesagten Freiluftund Landschaftsmalerei lebendig gehalten und sogar zu einer eindrucksvollen Spätblüte geführt. Das Gesamtkunstwerk Scharf Eck bietet einen unvergesslichen Einblick in die Denk- und Lebenswelt dieses künstlerischen Nonkonformisten. Ein eigener Raum ist der Erinnerung an seinen Onkel Franz Xaver Bucher (1899-1959) gewidmet, der als virtuoser Zeichner und Karikaturist Aufsehen erregte. Künstlerhaus Scharf Eck Am oberen Tor 3 • 78567 Fridingen geöffnet Mai bis Okt. Sa, So und Feiertage 14-18 Uhr. Eintritt frei. Führungen nach Vereinbarung Tel. 07463/83728


Die Kreisgalerie Schloss Meßkirch

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Kunstsammlung und Kreisgalerie gewinnen ihr besonderes Profil durch Sammlungsschwerpunkte zu dem aus Mengen stammenden Kubisten und Pionier des modernen Holzschnitts Gottfried Graf (1881-1938), dem in Sigmaringendorf aufgewachsenen Bildhauer Anton Hiller (18931985) sowie dem in Herkunft und Jugend eng mit Sigmaringen und dem oberen Donautal verbundenen Maler Albert Birkle (1900-1986). Im Sonderausstellungsbereich der Kreisgalerie im Schloss-Obergeschoss wollen jährlich drei bis vier Wechselausstellungen zur Kenntnis der oberschwäbischen Kunstgeschichte

beitragen wie auch aktuelle bildnerische Positionen aus der Region der Öffentlichkeit vermitteln. Gruppenausstellungen mit thematischem Fokus werden dabei ebenso angeboten wie Einzelausstellungen zum Lebenswerk anerkannter Künstler. Über den engeren Kunstbereich hinaus finden sich im Programm auch Ausstellungen zur Druckgrafik und Fotografie sowie zu archäologischen, historischen und volkskundlichen Themen. Zu den Sonderausstellungen werden vielfach Sonderführungen und Galeriegespräche, zumeist sonntags um 15 Uhr, angeboten.

Wechselausstellungen 3.7. - 9.10.2016: Evangeliare, Stundenbücher, Heldendichtung. Schätze der mittelalterlichen Buchkunst aus zehn Jahrhunderten. Faksimile-Ausstellung mit Katalog 30.10.2016 - 5.2.2017: Das KünstlerEhepaar Edith und Berthold Kösel Öffnungszeiten:

Freitag-Sonntag und feiertags 13-17 Uhr Anzeige

Landratsamt Sigmaringen Stabsbereich Kultur und Archiv Leopoldstraße 4, 72488 Sigmaringen Tel. 07571/102-1141 E-Mail: kreisarchiv@LRASIG.de www.landkreis-sigmaringen.de/kreisgalerie www.schloss-messkirch.de

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Abbildung links: Der Evangelist Lukas, aus: Lorscher Evangeliar, 810, (Vorlage: Faksimile Verlag Luzern 2001, Original: Vaticana Rom, Pal. Lat. 50); Abbildung rechts: Edith Kösel: Mädchen mit schwarzem Hut und geblümtem Kleid auf rotem Stuhl, Öl auf Leinwand, o.D. (um 1973) (Vorlage: Kunstsammlung Landkreis Sigmaringen)

Kreisgalerie Schloss Meßkirch

ntegriert in das Kultur- und Museumszentrum Schloss Meßkirch hat die Kreisgalerie im Südflügel der Schlossanlage seit März 2006 auf zwei Etagen und einer Gesamtfläche von ca. 450 qm ihren Standort gefunden. Die Dauerausstellung im Erdgeschoss birgt in sechs Abteilungen ca. 150 ausgewählte Werke aus den Kunstsammlungen des Landkreises Sigmaringen und des Zweckverbandes Oberschwäbische Elektrizitätswerke OEW mit einer Bandbreite von der gotischen Plastik und barocken Altartafelbildern bis zu Werken der klassischen Moderne und zeitgenössischer Kunstschaffender. Die in ihren Anfängen auf die bemerkenswerte Sammeltätigkeit des Saulgauer Landrats Karl Anton Maier in den 1950er Jahren zurückgehende und seit den 1980er Jahren durch den Landkreis Sigmaringen unter qualitativen Gesichtspunkten systematisch ausgebaute Kreiskunstsammlung versteht sich als Dokumentation des kreisweiten und regionalen Kunstschaffens in seiner historischen wie gegenwärtigen Vielfalt.


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Zu Hause in der textilen Welt Regional verwurzelt, weltweit zu Hause – dafür steht Groz-Beckert. Als international führender Anbieter von industriellen Maschinennadeln, Präzisionsteilen, Feinwerkzeugen und Systemen setzen wir höchste Ansprüche an Qualität und Präzision unserer Produkte und Services. Mit rund 7.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie circa 70.000 Produkttypen für die Bereiche Stricken und Wirken, Weben, Filzen, Tuften, Kardieren und Nähen sind wir der ideale Partner in der Textilindustrie. Wir begleiten Sie zu Ihren Zielen – seit 1852. www.groz-beckert.com


Das Kunstmuseum Albstadt

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ie bisherige „Galerie Albstadt, Städtische Kunstsammlungen“ kann bereits auf über 40 Jahre Ausstellungstätigkeit zurückblicken. Als KUNSTMUSEUM der Stadt ALBSTADT geht das Haus nun ins fünfte Jahrzehnt seines Bestehens. Das Kunstmuseum Albstadt zählt zu den bedeutendsten kommunalen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg, insbesondere durch seine international renommierte Sammlung mit rund 450 Arbeiten auf Papier von Otto Dix und seinen reichen Bestand aus Gemälden und Zeichnungen von Christian Landenberger, der um 1900 deutschlandweit als Freilichtmaler und Vertreter des Deutschen Impressionismus geschätzt war.

Daniel Bräg, KALTLANDSCHAFT (Ausstellungsansicht) Foto: Tom Fährmann, München

Zum 125. Geburtstag von Otto Dix (1891-1969) wird die Ausstellungsreihe ‚Dialog mit Dix‘ mit der in Düsseldorf lebenden israelischen Künstlerin Zipora Rafaelov (* 1954) fortgesetzt. Die Stiftung Sammlung Walther Groz hat die besondere Bedeutung des Museums als Graphische Sammlung begründet. Das beeindruckende Spektrum Dresdner Kunst von Ludwig von Hofmann über Otto Gussmann, die Künstlergruppe Brücke, Otto Dix, Otto Lange bis hin zu Zeitgenossen wie A.R. Penck oder Max Uhlig hat der Albstädter Sammlung internationales Renommee eingebracht. 40 Jahre nach dieser grundlegenden Stiftung zeigt das Kunstmuseum Albstadt „MEISTERWERKE – reihenweise! Aus der Sammlung Walther Groz“. Als jüngstes Kind des Museums lädt der „junge kunstraum“ Familien mit Kindern zu ganz besonderen Begegnungen mit originaler Kunst: beim spielerischen Sehen und Entdecken. In der Werkstatt ‚mini-mal‘ kann auch selbst gezeichnet, gemalt und nach Herzenslust gestaltet werden.

24.7.2016 bis 2.7.2017: junger kunstraum SPIELZEUG I SPIELRAUM Eine Ausstellung zum spielerischen Sehen und Mitmachen, für Kinder ab 4 Jahren und Familien 25.9.2016 bis 8.1.2017 DIALOG MIT DIX: ZIPORA RAFAELOV Frauen – Kinder – Blumen – Selbst. Die israelische Künstlerin (*1954), Trägerin des Rheinischen Kunstpreises 2014, stellt sich mit ihren filigranen Cut-outs der Zeichenkunst von Otto Dix (1891-1969). 6.11.2016 bis 29.1.2017 KERSTIN FRANKE-GNEUSS 9. Felix Hollenberg-Preis: In Erinnerung an den großen Malerradierer um 1900 wird das Radierwerk der Dresdner Künstlerin Kerstin Franke-Gneuß (*1959) gewürdigt. 18.12.2016 bis 12.3.2017 MEISTERWERKE reihenweise! Aus der Sammlung Walther Groz. Zeichnerische und druckgraphische Folgen und Mappen vom berühmten BrückeKatalog 1910 über Max Beckmanns „Day and Dream“ bis hin zu Werken von Gerhard Altenbourg, Dietrich Klinge, Jürgen Palmtag, Rudolf Schoofs u.a. 22.1. bis 26.3.2017 ALB-STADT-ALB: Ava Smitmans Werke aus einem einjährigen Kunstprojekt 2015/16 in und um Albstadt im Dialog mit Werken der Museumssammlung zum Landschaftsbild der Schwäbischen Alb. Die Ausstellung hat weitere Schauplätze in mehreren Stadtteilen Albstadts. 19.2. bis 18.6.2017 HERMANN STENNER (1891-1914) Im Zentrum der Ausstellung stehen die Jahre 1910/11, in denen Hermann Stenner von München an die Akademie nach Stuttgart wechselte, um bei Christian Landenberger zu studieren. Im Herbst 1911 wurde er in die Klasse von Adolf Hölzel aufgenommen – abermals mit markanten Veränderungen in der Entwicklung seines vielversprechenden Talents. 9.4. bis 2.7.2017 MARIA CASPAR-FILSER (1878-1968) UND KARL CASPAR (1879-1956) Zwei Künstler zwischen Alb und Alpen am Beginn der Moderne in Deutschland. Anzeige

KUNSTMUSEUM der Stadt ALBSTADT Kirchengraben 11 • 72458 Albstadt Tel. 07431 / 160-1491 • Fax 160-1497 www.kunstmuseumalbstadt.de www.jungerkunstraum.de

Kunstmuseum Albstadt

Abb. o.: Caspar Obach, Stadt Ebingen (Südseite), Lithographie, koloriert, 1844, Foto: Kunstmuseum Albstadt Abb. u.: Otto Dix, Ursus, 1928/29, Aquarell, (Sammlung Walther Groz), © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Vorschau

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Unter dem Motto ‚Tradition und Neubeginn‘ reflektiert das Kunstmuseum Albstadt sein vor vierzig Jahren angelegtes Sammlungsprofil und baut zugleich auf den Glauben an die Kraft der Erneuerung in einer auf freiheitliches Denken hin angelegten Kunst. In der Abteilung „Das Landschaftsbild der Schwäbischen Alb“, die ihresgleichen sucht, steht derzeit der Baum im Blickpunkt – von Matthäus Merian bis hin zu Formulierungen der Gegenwartskunst – und als Gast der Münchner Künstler Daniel Bräg (* 1964) mit seiner Installation Kaltlandschaft. Auch die Erinnerung an den großen Maler-Radierer Felix Hollenberg durch die Vergabe eines Preises für aktuelle Druckgraphik trägt der künstlerischen Kraft zum Neubeginn Rechnung.


Der langsame Pfeil der 30 Jahre Kunstverein Schwarzwald-Baar-Heuberg

30 Jahre Landschaft und Kunst auf dem Hohenkarpfen

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30 Jahre Kunststiftung Hohenkarpfen

eist zweimal im Jahr, an Palmsonntag und an einem Sommersonntag, werden die Wechselausstellungen in der Kunststiftung auf dem Hohenkarpfen bei Hausen ob Verena eröffnet. Herausragend sind hier Ort und Werke im buchstäblichen Sinne. Der 912 m hoch gelegene Kunstkegel hat sich seit seiner Gründung in Kopf und Herz der Kunstfreunde ebenso eingepflanzt wie im Landschaftsbild der Baar. Am Anfang stand die Schenkung eines umfassenden Konvoluts von Darstellungen des Lebens der Menschen und der Landschaft in der Hochbaar von der Hand des Zeichners und Buchillustrators Ernst Rieß (1884-1962), der aus Hausen ob Verena stammt. Das führte zur Gründung der Kunststiftung Hohenkarpfen ebenso wie zu der eines Kunstmuseums, das der regionalen Kunstgeschichte im Südwesten Deutschlands gewidmet ist. Im Juni 1986 ist das Kunstmuseum Hohenkarpfen im denkmalgeschützten Ökonomiegebäude des früheren Meierhofs eröffnet worden. Es widmet sich breitgefächert der Aufarbeitung kunsthistorischer Strömungen und Ausstellungen der Landschaftsmalerei im deutschen Südwesten.

links: Ernst Rieß (1884–1962): Abhang, um 1928; rechts: Emil Kiess (*1930) Claude Monet im Garten, 1983, beide Kunstmuseum Hohenkarpfen

Landschaftsmalerei im Südwesten bildet auch den thematischen Schwerpunkt der museumseigenen Sammlung, die in den drei Jahrzehnten stetig gewachsen ist. Ihren Zuwachs verdankt sie insbesondere Ankäufen des Landes Baden-Württemberg und anderer

Institutionen, die dem Museum Werke überlassen haben. Auch zahlreiche private Schenkungen einzelner Werke oder ganzer Konvolute gehören dazu. Neben Ernst Rieß sind Felix Hollenberg, Hugo Geissler und Emil Wachter mit Ansichten der näheren Umgebung

des Hohenkarpfen vertreten. Die Sammlung umfasst darüber hinaus zahlreiche Werke der Akademien in Karlsruhe und Stuttgart. Die Tradition der Stuttgarter Akademie ist mit Gemälden von Gottlieb Friedrich Steinkopf, Robert von Haug, Adolf Hoelzel, Heinrich


Altherr und Oskar Schlemmer vertreten, die der Karlsruher Akademie mit Ernst Würtenberger, Walter Conz und August Babberger. Die nach-expressionistische Generation dokumentieren Werke von Franz Frank, Alfred Lehmann, Peter Jakob Schober und Hans Fähn-

le. Den regionalen Aufbruch nach dem Zweiten Weltkrieg in der sogenannten Bernsteinschule markieren Werke von Paul Kälberer, HAP Grieshaber und Emil Kiess. Karl Caspar, Wilhelm Geyer und Jakob Bräckle repräsentieren die oberschwäbische Kunstlandschaft.

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Kunststiftung Hohenkarpfen Kunstverein Schwarzwald-Baar-Heuberg 78595 Hausen ob Verena Tel.: +49 (0)7424/4017 www.kunststiftung-hohenkarpfen.de Geöffnet von Palmsonntag bis Sonntag vor Martini von Mi. bis So. und an Feiertagen von 13.30 bis 18.30 Uhr

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oben: Jakob Bräckle (1897–1987), Drainage, 1934; unten: Felix Hollenberg (1868–1945): Albdorf – Hausen ob Verena, 1919

Landschaft und Kunst im Südwesten

Schönheit


Exklusiv und ausdrucksstark

Das Gewandhaus in Inneringen

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Gewandhaus, Inneringen

n der Ferienregion „Im Tal der Lauchert“ (S. 52) finden Gäste und Einheimische im wahrsten Sinne des Wortes ein besonderes Schmuckstück. „Kleider machen Leute“, lautet eine zeitlose Erkenntnis, die im Gewandhaus in Inneringen eindringlich vorgeführt wird. Die durch ihre Hinterglasmalereien bekannte Künstlerin Ilse Wolf und ihre Tochter Katja Morrison haben hier den Moden vergangener Epochen ein Denkmal gesetzt. Einmalig an diesem Projekt ist die Verbindung von Mode und Malerei, denn auch die gesamte Ausstattung der Räume wurde von den beiden Künstlerinnen geschaffen. So entstand in dreijähriger Arbeit ein Kleinod der Schneider- und Malkunst, das die gesamte Region um eine Attraktion bereichert. Im Haus tritt man immer durch den Wechsel des Raumes in eine neue Epoche ein. An jedem Kostüm aus dem höfischen Leben kann man die aufwändige und liebevolle Umsetzung des exklusiven und kreativen Konzeptes der beiden Künstlerinnen bewundern. Das Gewandhaus-Museum ist zwischen Ostern und November jeden Sonntag von 13:30 bis 17:00 Uhr geöffnet.

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GEWANDHAUS Museum Sigmaringer Straße 9 72513 Inneringen Tel. 07577 / 860 9276 gewandhaus-inneringen@gmx.de www.gewandhaus-inneringen.de


30 Jahre Vor- & Frühgeschichte und Naturkunde

Das Museum im Kräuterkasten in Albstadt

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Der Themenpfad Kälberwiese

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o mancher Spaziergänger könnte sich schon über einige kunstvoll bearbeitete Hölzer am Traufgang Ochsenberg-Tour nahe der Kälberwiese gewundert haben: Ein – von Wanderern gern als Liege genutzter – Baumstamm hat die Form einer großen Welle, während zwei weitere „Einbäume“, also ausgehöhlte Stämme wie gestrandete Kanus in einem Bett aus weißen Steinen liegen. „Das sind symbolische Verweise auf vor- und frühgeschichtliche Zeiten und das Jura-Meer...“, erklärt Susanne Goebel. Die Museumsleiterin hatte vor einigen Jahren die Idee für diese ungewöhnliche „Außenstelle“ des Museums im Kräuterkas-

ten. Mittlerweile wurden die beiden Stationen noch ergänzt durch ein kleines Amphitheater, sowie durch ein als Schulprojekt entstandenes inszeniertes „Keltisches Hügelgrab“ mit angedeutetem Holzsarg unter einem Steinhügel. Weitere Stationen zur geschichtsträchtigen Region sind bereits in Arbeit. Man darf also gespannt sein. Anzeige

Stadt Albstadt/Museum im Kräuterkasten Im Hof 19, 72458 Albstadt-Ebingen Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag, Sonn- und Feiertag 14.00 - 17.00 Uhr Führungen nach Vereinbarung Tel. 07431 / 160-1232 oder -1204 museen@albstadt.de www.museen-albstadt.de

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Tipp: Geschichtsträchtiges am Wegesrand

Museum im Kräuterkasten, Albstadt

as Museum präsentiert auf drei Etagen zwei Sammlungsbereiche: Vor- und Frühgeschichte auf der Ebinger Alb sowie die naturkundlichen Sammlungen zu Geologie und einheimischer Tierwelt mit eindrucksvollen Fossilien. In einem Rundgang wird die geschichtliche und kulturelle Entwicklung von der Altsteinzeit bis zum frühen Mittelalter dokumentiert. Hervorzuheben sind die Funde aus bronze- und eisenzeitlichen Grabhügeln sowie die reichen Grabbeigaben der Alemannen- und Merowingerzeit. Das Museum ist in einem denkmalgeschützten ehemaligen Fruchtkasten untergebracht und wurde Mitte 2007 zur Infostelle des Geoparks Schwäbische Alb ernannt.


Campus Galli: Das Mittelalter lebt

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Campus Galli, Meßkirch

ereits im vierten Jahr öffnet Campus Galli das Fenster zu längst vergangenen Zeiten, als man noch in mühsamer Handarbeit die Äcker bestellen musste, als jeder Balken und jeder Stein von Hand behauen und mit Ochsenkraft transportiert wurde.

Campus Galli lässt den Alltag des frühen Mittelalters vor ca. 1200 Jahren wieder auferstehen. Besucher erleben eine einzigartige Stimmung ohne Motorenlärm, ohne Hektik des 21. Jhd.s, aber mit vielen fleißigen, ausdauernden Handwerkern und Landwirten, die mit geschulten Händen all das produzieren, was im 9. Jhd. zum Bau eines Klosters benötigt wurde, das neben mehreren Kirchen auch Ställe, Werkstätten, Gärten und vieles mehr enthielt. Auf dem Abbundplatz werden Balken aus ganzen Baumstämmen gehauen um eine erste Kirche aus Holz zu errichten. Die letzten eichenen Balken wurden auf die Kirche gehievt und der Dachstuhl gerichtet. Erleichterung machte sich breit, als nach Wochen der Vorarbeit endlich der Zimmermann hoch oben stand und seinen Richtspruch von einer Wachstafel ablas. Jetzt werden die Fachwerkwände mit Bohlen geschlossen und das Dach mit Holzschindeln gedeckt, wofür mindestens 15.000 Schindeln benötigt werden. Auch einen Boden und einen Blockaltar wird die Kirche bekommen. Campus Galli präsentiert sich außerdem mit einem neu gestalteten Eingangsbereich mit Museumsshop, in dem Handwerkserzeugnisse, regionale Produkte, kleine Geschenke und Literatur angeboten werden.

Die Kirche auf dem Marktplatz mit Markt und Gastronomie bilden das Zentrum des Campus Galli in der Mitte zahlreicher Handwerker- oder landwirtschafticher Stationen auf dem Rundweg

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Tourist-Information Meßkirch Hauptstraße 25-27 • 88605 Meßkirch Tel. 07575 / 206-46 www.messkirch.de www.campus-gali.de


Im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck

Die historische Schweinehut

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Futter suchen zu lassen. Besonders interessant zu beobachten ist, wie sich die Weide und der Wald unter dem Einfluss der Schweinehut entwickeln. Sollte man unbedingt ansehen. Das Freilichtmuseum bietet laufend

kulturelle Veranstaltungen. Zu den großen Festen gehören der Fuhrmannstag im Juli, der Volksmusiktag im September und die Kirbe im Oktober. Fast täglich finden Kurse, Konzerte und vieles mehr statt.

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Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck Museumsweg 1 • 78579 Neuhausen o.E. Tel. 07461 / 926 3204 info@freilichtmuseum-neuhausen.de www.freilichtmuseum-neuhausen.de Geöffnet von April bis Ende Oktober Di-So von 9-18 Uhr (Einlass bis 17 Uhr)

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Die Grundlage bildet die seit dem Karolingerreich im 8. Jahrhundert gebräuchliche Dreifelderwirtschaft. Diese Form der Dorfflur-Bewirtschaftung rekonstruiert das Freilichtmuseum seit vielen Jahren im Bereich seiner Schaufelder. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts konnten die Bauern dazu übergehen, ihre Tiere ganzjährig im Stall zu halten und zu füttern. Bis dahin suchten die Schweine im Frühjahr auf brachliegenden Äckern oder im Herbst auf abgeernteten Feldern ihr Futter in der Natur. Immer aber standen sie unter der Führung eines Schweinhirten, dem alle Bauern ihre Schweine anzuvertrauen hatten. Der Hirte selbst unterlag einem strengen Flur- und Hutzwang, der die Bewirtschaftung der Felder und das Weiden der Tiere aufs Genaueste reglementierte. Diese Hutweidewirtschaft (von „unter Obhut weiden“) wird im Freilichtmuseum nachgelebt, vermittelt und wissenschaftlich untersucht. Ab Mitte Mai geht die Schweinehirtin jeden Tag um 14.00 Uhr mit ihrer Herde über das Gelände des Freilichtmuseums, um die Tiere auf ausgesuchten Weiden und im Wald ihr

Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck

u den großen Themen unter den vielen historischen Rekonstruktionen und ihrer kulturellen Pflege auf dem weitläufigen Gelände im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck gehört eine kleine Herde Schwäbisch-Hällischer Landschweine, die unter den Bedingungen des 18. Jahrhunderts gehalten wird.


Freilichttheater in Sigmaringendorf

Zauberhafte Waldbühne

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bgelegene schwäbische Orte stehen nicht unbedingt im Ruf, wichtige Kleinzentren von Kunst und Kultur zu sein. Anders ist das in Sigmaringendorf. Die Menschen hier lieben und pflegen den Glanz, das Märchenhafte und manchmal auch das Gruselige. Die glitzernden Skulpturen der Bildhauerin Sylvia Reiser laden in ihr Haus und ihren Garten nach „Sigmaringendorf an der schönen goldenen Donau“ ein. Eines ihrer Werke steht in der gleichnamigen Donau-Lauchert-Halle. Hier finden Konzerte, Ausstellungen und Feste statt. Jahrhundertealt ist die Fasnet um den Strohmann, die Treiber und die Butzen.

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Waldbühne SIgmaringendorf

Die Donau-LauchertHalle und die Skulptur von Sylvia Reiser sind nach den beiden Flüßen im Ort benannt.

Eine weitere Besonderheit stellt die Waldbühne dar. Sie wird vom örtlichen Theaterverein betrieben und hält jedes Jahr aufs Neue große Teile der Bevölkerung in Bewegung, sei es als Mitspieler, sei es als Publikum. Mit jährlich zwei Stücken pflegt man ein ordentliches Pensum für ein Amateurtheater. Das lohnt sich nicht nur wegen der ungewöhnlichen Unterhaltung in der Natur, sondern auch wegen der pädagogischen Ziele in der Gemeinschaft. Rolf Wenhardt, Ehrenpräsident des Landesverbandes Amateurtheater Baden-Württemberg, sagt über die Waldbühne: „Nicht hoch genug anzurechnen ist dieses Engagement der Bühne und der Verantwortlichen für das Heranführen von Kindern und Jugendlichen ans Theater sowohl auf der Bühne als auch im Publikum“. Auf der Bühne geht es wie im großen

Theater um die Faszination des Lebens, die Liebe und um Macht. Das Ensemble bedient sich immer wieder großer Stoffe, um spannende Geschichten auf den Waldboden zu zaubern, der die Welt bedeutet. Berührungsängste mit Sprache und Bewegung kennt man hier nicht. Unter den Stücken sind beispielsweise Romeo und Julia, Don Camillo und Peppone, Jedermann, Ein Sommernachtstraum oder 2016 Dracula. Kinder- und Jugendtheater machen die Sigmaringendorfer seit 1979, so dass hier auch Ronja Räubertochter, Pippi Langstrumpf oder 2016 die Schöne und das Biest über die Naturbühne springen. Erwachsenenstücke gibt es schon seit 1928, so dass man sich schon jetzt auf das 90jährige Jubiläum vorbereitet. Anzeige

Gemeinde Sigmaringendorf Hauptstraße 9 • 72517 Sigmaringendorf www.sigmaringendorf.de Theaterverein Waldbühne e.V. Rulfinger Str. 1 • 72517 Sigmaringendorf Reservierung/Info: 07571 / 3520 www.waldbuehne.de


Einmalig lehrreich und schön

Kloster Inzigkofen im Fürstlichen Park

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löster bewahren üblicherweise ihren Geist, selbst wenn sie längst nicht mehr Heimstatt von Gemeinschaften sind. Zugleich waren und sind Klöster immer auch Bildungsstätten. In Inzigkofen ist die weithin bekannte Volkshochschule in den Klostermauern einmalig in der Erwachsenenbildung. Sie wartet mit einem breiten Kursangebot bis hin zu beruflicher Fortbildung auf. Übernachtet wird in den Zellen der Nonnen, Verpflegung gibt es ebenfalls vor Ort. Zugleich ist das Kloster Ziel für Freunde von Parks und botanischen Anlagen.

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Gemeinde Inzigkofen Ziegelweg 2 • 72514 Inzigkofen www.inzigkofen.de Volkshochschule Inzigkofen Parkweg 3 • 72514 Inzigkofen Tel.: 07571/73980 www.vhs-inzigkofen.de

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Im Frühjahr ist der Park auch Bühne für die Märzenbecherblüte (o.) und lockt zu Spaziergängen über die Teufelsbrücke und zum Amalienfelsen (re.).

Volkshochschule und Fürstlicher Park Inzigkofen

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uf dem Klosterareal befindet sich ein Kräutergarten, der jeden Sommer viele Besucher anlockt. Das Kloster selbst kann nach Anmeldung auch besichtigt werden. Eingebettet ist es in die herrliche Umgebung des Fürstlichen Parks, der nach Pflegemaßnahmen mit freigelegten historischen Sichtachsen, frei gestellter Teufelsbrücke und Eremitage völlig neue Ein- und Ausblicke ermöglicht, ergänzt durch das Kloster- und das Bauernmuseum in der historischen Zehntscheuer und dem berühmten Amalienfelsen am Premiumwanderweg Kloster-Felsenweg.


125 JAhre Ortsgrupppe des Schwäbischen Albvereins

Gewerbemuseum Spaichingen

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Das Gewerbemuseum in Spaichingen

as Gewerbemuseum ist das museale Herzstück Spaichingens zur Stadtgeschichte. 2016 steht ganz im Zeichen des 125jährigen Jubiläums der Ortsgruppe Spaichingen des Schwäbischen Albvereins. Unter dem Motto „Heimat – Natur – Wandern“ wird die reichhaltige Geschichte der Ortsgruppe ausgestellt, die neben dem Wandern wichtige Aufgaben im Rahmen der Landschaftspflege, des Naturschutzes und der Brauchtumspflege erfüllte.

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Württemberg viele Verschönerungsvereine – auch in Spaichingen. Sie verschönerten die Ortsbilder, erhielten Baudenkmäler und erschlossen Schönheiten der Landschaft. Aus den Verschönerungsvereinen entlang des Albtraufs trafen sich am 13. August 1888 in Plochingen zwölf Männer, die den Schwäbischen Albverein gründeten. Im Jahre 1889 traten in Spaichingen drei Männer diesem Albverein bei und riefen 1891 eine Spaichinger Ortsgruppe ins Leben. Sie verbesserte die Wanderwege und nahm deren Bezeichnung in Angriff. Nach der Fertigstellung der Fahrstraße auf den Dreifaltigkeitsberg wurde der ehemalige Reutebrunnen umgestaltet und zu Ehren des regierenden Königs in Karlsbrunnen umbenannt. An Ostern 1921 folgte im Messmerhaus auf dem Dreifaltigkeitsberg eine Jugendherberge. 1945 wird durch die Militärregierung jede Vereinstätigkeit verboten. Otto Göser beginnt im Geheimen die alten Vereinsmitglieder zu versammeln und auch neue zu werben. Als die Ortsgruppe 1949 ihre Tätigkeit wieder aufnehmen darf, treten sofort 39 Mitglieder in den Albverein ein. Zum Gedenken an den Forstmeister Ulrich wird 1974 der Ulrichs-Hain angelegt und der Ortsgruppe zur Betreuung übergeben. Im selben Jahr wird auch zum ersten Mal das Waldfest auf dem Tanzplatz am Dreifaltigkeitsberg durchgeführt. Im Jahr 2016 feiert die Ortsgruppe Spaichingen ihr 125-jähriges Jubiläum mit einer Ausstellung im Gewerbemuseum. Sie zeigt umfangreiches Fotomaterial, alte Wanderkarten und andere Exponate.

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Stadt Spaichingen Gewerbemuseum Bahnhofstraße 5 • 78549 Spaichingen geöffnet Sonntag 14 - 17 Uhr Gruppenanmeldung: 07424 / 501445 www.gewerbemuseum-spaichingen.de


Beuron

Arche-Pfad und Handwerkermarkt

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Gemeinde Beuron Kirchstr. 17 • 88631 Beuron Tel. 07579 / 9210-0 www.beuron.de

steht auch im jährlichen Handwerkermarkt im Mittelpunkt. Ende Juni, Anfang Juli machen hier ein Wochenende lang Handwerker Station und bieten nicht nur ihre regionalen Produkte an, sondern schaffen mit ihren Ständen und Zelten eine besondere Atmosphäre. Ein Mittelalter-Lager ergänzt das besondere Wochenende. Und wer länger bleiben will, kann sich am Klosterparkplatz auf dem neuen Wohnmobilstellplatz niederlassen.

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Die Stationen des Arche-Pfads sind immer leicht zu erkennen. Auf großen Findlingen befindet sich ein symbolisches Modell der Arche Noah. Die insgesamt acht Tafeln greifen unterschiedliche Episoden der biblischen Geschichte auf und schlagen einen Bogen in die Lebensmöglichkeiten einzelner Arten durch die Artenvielfalt und ihre Verhaltensweisen. Die Natürlichkeit von Produkten

Arche-Pfad und Jandwerkermarkt, Beuron

und um das Kloster Beuron hat die Gemeinde Beuron in den vergangenen Jahren einige Neuheiten zu bieten, die den Aufenthalt in einer der kleinsten und zugleich berühmtesten Gemeinden in Baden-Württemberg angenehmer denn je machen. Vor fast 1000 Jahren wurde das Kloster gegründet und seit über 150 Jahren leben hier Benediktiner-Mönche vor Ort. Ergänzend zum geistlichen Angebot der Abtei gibt es auch den Arche-Pfad, ein Spazierweg durch und um das Klosterdorf, das die Geschichte der Arche Noah nacherzählt. Als Lob der Schöpfung und als Sinnbild des Artenschutzes führt er ausgehend vom Haus der Natur (wo man auch gut parken kann) über die Felder und entlang der Klostermauern durch den gesamten Ort.


Im Land des Löwenmenschen

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er Löwenmensch aus dem Lonetal bei Ulm gehört zu den ältesten bekannten Kunstwerken überhaupt. Dieser Umstand unterstreicht die menscheitsgeschichtliche Bedeutung der Schwäbischen Alb und der „Ursueben“, die hier einst einwanderten. Kein Wunder also, dass der Tourismusverband der Schwäbischen Alb seine Gäste mit dem Motto „Komm in das Land des Löwenmenschen“ einlädt. Er stammt zwar vom anderen Ende der Donauhochalb und nicht aus dem Südwesten an der ganz Jungen Donau, doch auch hier symbolisiert er wie kein zweiter den Charakter der Region und ihrer vielfältigen Geologie.

44 Geotourismus

Faszination Geo

Dass Geophänomene mitunter mehr sind als nur etwas heftigere Abweichungen von den gleichförmigeren lokalen Bedingungen, zeigt so manche Diskussion, die sie erzeugen können. Einige markante Beispiele: Donaueschingen und Furtwangen behaupten beide, die Donauquelle zu beherbergen. In Immendingen und Möhringen unterscheidet man sich in der Frage, ob das sommerliche Verschwinden der Donau Donauversinkung oder Donauversickerung heißt. In Beuron wiederum gibt

es den Spaltfelsen, dessen abgespaltener Felsen schon vor langer Zeit aus Sicherheitsgründen abgesprengt wurde. Wer sich auf der Südwestalb und der Jungen Donau mit Geologie beschäftigt, landet mitten in den faszinierenden Feinheiten der Region, wo es nach wie vor eine Menge zu erforschen gibt. Wer dabei auf Eindeutigkeiten hofft, wird voraussichtlich enttäuscht werden. wer auf Spannung setzt, kann befriedigt werden. Wer Fragestellungen angeht, wird man schnell feststellen, dass

geographische, geschichtliche oder sprachliche Perspektiven in der Bewertung solcher Sachverhalte stark von einander abweichen und nicht unbedingt die Objektivität haben, die man vielleicht von ihnen erwartet. Und je nach Interessenlage oder unvollständigen Recherchen kommen auch eher polemische als klärende Beiträge zustande. Das ist aber nicht weiter dramatisch, denn die Faszination der geologischen Phänomene entlang der Jungen Donau kommt nicht aus den Widersprüchen, sondern aus der Ungewöhnlichkeit und der Ästhetik, die die Natur hier bereit hält. Die Weite der Baar, die Eigentümlichkeit des Versickerungstales, die Kargheit der Albhochfläche auf der Südwestalb, die Ursprünglichkeit des Durchbruchstals und die anschließende erneute Öffnung des Donautals in die oberschwäbische Hügellandschaft zeigt gemeinsam mit besonderen Geo-Phänomenen wie Bäumen, Kratern, Dolinen und den klassischen Höhlen den einmaligen Reichtum, den Freunde geologischer Phänomene vorfinden. Hierbei ist noch nicht einmal die botanische und zoologische Vielfalt berücksichtigt, die nicht zuletzt durch diese geographischen Bedingungen in besonderer Weise ausgelöst wird.


Von tiefen Höhlen und weiten Höhen

Zwischen Donau und Heuberg

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ei geologischen Phänomenen und Sehenswürdigkeiten denkt man vielleicht zunächst an Höhlen. Daran ist freilich nichts auszusetzen, doch beweist das Erholungsgebiet Donau-Heuberg, wie vielfältig der geologische Reichtum in der Region ist. Das Erholungsgebiet Donau-Heuberg ist durch seine zahlreichen Naturdenkmale wie geschaffen für ausgiebige Geo-Touren.

Die Ruine Kallenberg Das Bild im Hintergrund gehört zur Bronner Höhle unterhalb des gleichnamigen Schlosses. Sie ist eine der Sehenswürdigkeiten in Fridingen. Des Weiteren gibt es in Fridingen die Donauversickerung, wo das Phänomen bis jetzt das letzte Mal stattfindet, ehe sich die Donau dann in Richtung Schwarzes Meer macht. Zuvor kam sie aus Mühlheim, wo am Donauberglandweg die Felsenhöhle liegt. Diese kann am Höhlentag an Christi Himmelfahrt und nach Anmeldung besichtigt werden. Von hier kann man weiterwandern zur Kolbinger Höhle, welche die größte Schauhöhle im Südwesten der Schwäbischen Alb ist (s.S.46). Geht man von hier Richtung Renquishausen, kann man die weiten Plateaus der Albhochfläche bewundern und ins Tal der Bära einscheren. Wenn man

Bärenthal Richtung Osten verlässt, gelangt man zum Felsentor, einer imposanten Felsformation auf halber Höhe. In Irndorf wartet mit dem Irndorfer Hardt ein geologisch-botanisches Unikum. Trotz der Höhe unter 1000 m herrscht ein alpines Klima. Grund dafür sind Dolinen, welche die Umgebung durch die Kälte aus dem Innern der Alb beeinflussen. Das Hardt hat ein besonders abwechslungsreiches Landschaftsbild und eine aus dem lokalen Klima gewachsene Flora. Eine weitere Attraktion ist der Felsengarten am Premiumweg Eichfelsen-Panorama (s. S. 54). Die Kallenberghöhle in Buchheim gehört zur Felsenburg Kallenberg und bildet ein bedeutendes Ruinenensemble an der „Côte d‘Azur“ des Mittelalters, wie die Burgenregion an der Jungen Donau auch genannt wird.

Das Felsentor in Bärenthal Anzeige

GVV Donau-Heuberg Kirchplatz 2 78567 Fridingen / Donau Telefon 07463 / 837-0 www.donau-heuberg.de

Gemeindeverwaltungsverband Donau-Heuberg

Das Irndorfer Hardt

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Die Felsenhöhle in Mühlheim


Der Höhlentag im Donaubergland

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enschen sind fasziniert von Höhlen und haben sie zu allen Zeiten unterschiedlich genutzt. Heute sind Höhlen meist beliebte Ausflugsziele für geologisch Interessierte. Früher waren sie auch Wohnstatt, Herrschaftssitz, Versteck oder Kulisse für Legenden und Sagen. Vor dem Hintergrund dieser Menschheits- und Naturgeschichte kann man beim Donaubergland-Aktionstag am 28. August 2016 unter fachkundiger Führung den Bedeutungen der einzelnen Höhlen nachspüren oder die Naturdenkmale als kulturelle Veranstaltungsorte entdecken.

Die Kallenberg-Höhle ist eines der Ziele beim Donaubergland-Höhlentag; Foto: Kreisarchiv Tuttlingen

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Geogebiet Donaubergland

Geopark Infostellen Beim Höhlentag am 28. August 2016 wird die Kolbinger Höhle um eine Geopark-Infostelle erweitert und damit direkter in den nationalen Geopark Schwäbische Alb eingebunden, der auch seit kurzem anerkannter UNESCO-Global Park ist. Weitere Geopark-Infostellen finden sich im Donaubergland im Trossinger Museum Auberlehaus und im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck. Anzeige

Der Experimentalmusiker Martin Bürck verzaubert musikalisch die Kolbinger Höhle beim Höhlentag während der Führungen.

Donaubergland Tourismus Marketing GmbH Seltenbach 1 • 78532 Tuttlingen Tel. 07461 / 78016-75 www.donaubergland.de


Die Kolbinger Höhle

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miteinander verbindet (s.S.67). Am Parkplatz befindet sich auch ein großer Spielplatz. Unterwegs kann man spielerisch sehr viel über die Pflanzen und Tiere im Wald lernen, wandelt durch einen Märchenwald und streift vorbei an Wildgehegen. Hier kann man entdecken, wie Tiere durch ihre Laufwege oder ihre Ernährungsgewohnheiten eine Kulturlandschaft beeinflussen. An der Höhle kann man sein eigenes Vesper mitbringen, grillen oder in die Kolbinger Felsenhütte einkehren, die jährlich zur Märzenbecherblüte im benachbarten Hintelestal öffnet. Ein Rundum-Familienangebot für Wanderer und Radfahrer mitten in den Schönheiten der Natur.

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Gemeinde Kolbingen Hauptstraße 3 • 78600 Kolbingen Tel. 07463 / 97083 www.kolbingen.de www.albverein-kolbingen.de

Die Kolbinger Höhle

Der Waldlehrpfad (o.) bietet Lehrreiches und Überraschendes rund um das Thema Wald. In der Kolbinger Felsenhütte (u.) am Eingang zur Höhle kann man einkehren.

Das Kolbinger Felsentor

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ie Gemeinde Kolbingen beherbergt ein einmaliges Naturdenkmal, das von der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins gepflegt wird. Die Kolbinger Höhle ist die größte Tropfsteinhöhle auf der Südwestalb und kann von Karfreitag bis Ende Oktober an Wochenenden und Feiertagen besichtigt werden. Im Winter dient die Höhle als Quartier für Fledermäuse, die sich hierhin während der kalten Jahreseit zurückziehen. Während der Führungen berichten die ausgebildeten Höhlenführer nicht nur von den geologischen Besonderheiten ihres 330 m langen Denkmals, sondern können auch so manche Legende erzählen. Viel zu erzählen hat auch der Walderlebnispfad, der die Höhle und den zwei Kilometer entfernten Parkplatz am Donauberglandweg


Nusplinger blaue Lagune: Fossilienfunde von Weltrang

Versteinerte Schönheit des Vergänglichen

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Nusplingen: Fossilienfunde

er die Zollernalb über den Lochen in Richtung Donautal überquert, kommt unweigerlich nach Nusplingen. Neben der bedeutenden romanischen Kirche St. Peter und Paul genießt der Ort in geologischer Hinsicht Bedeutung von Weltrang. Im 19. Jahrhundert eröffnete man hier einen Steinbruch zur Gewinnung von Dachplatten. In den Nusplinger Plattenkalkablagerungen kamen sensationelle Fossilienfunde ans Tageslicht. Heute arbeitet hier das Naturkundemuseum Stuttgart federführend an der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Funde. Zu ihnen gehören Tintenfische, Haie, Meerengel, Fische, Flugsaurier, Krebse, Ammoniten oder Farne.

Zwar sind die wissenschaftlichen Grabungen öffentlich nicht zugänglich, aber vor Ort wurde eigens ein Klopfplatz für Gäste eingerichtet. Die gemachten Funde dürfen mitgenommen werden. Ergänzend zum Klopfplatz können die Gäste auf einem geologischen Lehrpfad ihr Wissen auffrischen. Führungen gehören ebenso zum Angebot wie die Geopark-Infostelle. Landschaftlich hat Nusplingen außergewöhnlich viel zu bieten. Erholung und Naturnähe kann man im Naturschutzgebiet Westerberg und auf dem 50 km langen lokalen Wanderwegenetz genießen. Im Umfeld der ökologisch gepflegten Heckenlandschaft mit den charakteristischen Steinriegeln können seltene Tier- und Pflanzenarten entdeckt werden.

Links: Versteinerung eines sterbenden Fisches; oben: der geologische Steinbruch, wissenschaftliche Grabungsstätte des Naturkundemuseums Stuttgart

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Gemeinde Nusplingen Marktplatz 8 • 72362 Nusplingen Telefon: 07429 / 93109-20 Internet: www.nusplingen.de


Donaueschingen und der Ursprung Europas

Die Stadt an der Donauquelle

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n der jüngst mit großem Aufwand sanierten Donauquelle spiegeln sich die Stadtkirche St. Johann und die berühmte Skulptur, die so sinnhaft für die Rolle des Europaflusses steht: „Mutter Baar weist ihrer Tochter Junge Donau den Weg in die Ferne“, heißt das Ensemble an der Quellfassung in der Residenzstadt. Die Donauquelle im Fürstlich Fürstenbergischen Park am Rande des Schwarzwalds ist ganzjährig eine Reise wert. Der Zauber der Karstaufstoßquelle fasziniert Jung und Alt aus nah und fern. Die spannende Geschichte der Donauquelle lockt Jahr für Jahr zigtausende Besucher. Doch so hochkultiviert sie zu allen Jahreszeiten einlädt, sie ist auch ein besonderes geologisches Phänomen.

geologischen Garten am Bahnhof machen. Dort kann man anschaulich erfahren, welche Gesteinsarten rund um Donaueschingen aufeinander liegen.

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Tourist-Info Donaueschingen Karlstraße 58 • 78166 Donaueschingen Tel.: +49 (0)771 857-221 tourist.info@donaueschingen.de www.donaueschingen.de

An der Quelle: Donaueschingen

Die Donauquelle erstrahlt Tag und Nacht in neuem Glanz. Foto oben: Stadt Donaueschingen, Tobias Raphael Ackermann, Foto unten: Heinz Bunse

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Ursprünglich floss der sogenannte Donaubach am Fürstlich Fürstenbergischen Schloss vorbei und vereinigte sich mit der Brigach im Schlosspark, der wegen seiner zahlreichen aktiven Karstaufstoßquellen auch als Sumpfgebiet bezeichnet wird. Diese vielen Karstquellen treten an den Schwellen von Muschelkalk und Keupergesteinsschichten ans Tageslicht, die sich unter der Erdoberfläche in der Baar zwischen Schwarzwald, Schwäbischer Alb und Hegau auftürmen. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts residieren die Fürsten zu Fürstenberg in Donaueschingen. Bei der Urbarmachung des Rieds begradigte man die Brigach und legte den einst längeren Donaubach auf kürzestem Weg von der Quelle in die Brigach. Vermutlich ahnte man damals nicht, dass diese Maßnahmen zu nicht endenden Humoresken um den Standort der Donauquelle führen. Der Merkvers „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg“ trägt bei der Beschreibung der Donau nicht unbedingt zur Klärung bei, denn entscheidender ist der heute unterirdisch fließende Donaubach. Die Donauquelle und die gesamte Stadt liefern zahllose Geschichten, die man bei den Stadtführungen in Donaueschingen erleben kann. Überall in der barocken Residenzstadt geht es um eine legendäre Quellkönigin, römische Geschichtsschreiber, fürstliche Familien, kaiserliche Besuche, ein höfisches Zimmermädchen oder Genüsse mit und ohne Bier. „Die Donauquelle“, „Donaueschingen märchenhaft“, „Naturerlebnis Schlosspark“ oder „Licht- und Schattenspiele“ heißen einige der Führungen. Und wer mehr über den Gesteinsreichtum der Stadt und der Baar erfahren will, sollte einen Abstecher in den


Einzigartig:

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Die Donauversinkung in Immendingen

ährlich wiederholt sich an der Jungen Donau zwischen Immendingen und Tuttlingen-Möhringen ein einmalige Naturschauspiel. Die Donau verschwindet komplett im Erdreich und hinterlässt ein trockenes Flussbett, auf dem Wasserpflanzen wachsen und in den Böschungen kann Treibgut von unten betrachtet werden. In den Phasen, in denen die Donau hier Wasser führt, fließt sie an einzelnen Stellen sogar rückwärts. Wie kann es sein, dass ein so wasserreicher Fluss komplett verschwindet? Dieses Ereignis entlang der Donau nennt man - ja, wie eigentlich? Mitunter wird darüber diskutiert, ob dieses Geophänomen Donauversinkung oder Donauversickerung heißt. Hier wird diese Frage nicht abschließend beantwortet werden können. Fakt ist jedoch: beide Begriffe werden gebraucht und meinen den selben geologischen Vorgang. Immendingen trägt die Bezeichnung Donauversinkung sogar im Ortsnamen, in Möhringen spricht man von der Donauversickerung.

Abgesehen davon, dass das Abtauchen die Diskussion um den Anfang der Donau unfreiwillig befeuert, geschieht das Auf und Ab und Hin und Her der Donau bei niedrigem Wasserstand sichtbar an Schlucklöchern entlang der Uferböschung. Hier entsteht ein Sog, der in Wirbeln und glucksenden Abflüssen das Wasser nach unten in die Gesteinsmassen zieht. Sogar bereits vorbei geflossenes Wasser wird manchmal erfasst und lässt die Donau rückwärts fließen. Dahinter steckt ein gigantisches, sich laufend vergrößerndes unterirdiAnzeige:

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Der Vulkankrater Höwenegg


Flussbett ohne Donau

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Das letzte Schluckloch vor der Versinkung

Stadt Tuttlingen • Tourismus Rathausstraße 1 • 78532 Tuttlingen Tel. +49 (0)7461 / 99 340 touristik@tuttlingen.de www.tuttlingen.de

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sches Höhlensystem, das sich im Laufe von Jahrmillionen zwischen verschiedenen Weißjurabanken gebildet hat. In Zwischenräumen löst das Donauwasser täglich ca. 11.000 Tonnen Kalk und vergrößert so permanent die unterirdischen Hohlräume und damit auch die Aufnahmekapazität des Donauwassers. In diesem Gebilde fließt das Donauwasser entlang der europäischen Wasserscheide etwa 60 Stunden lang unter der Erde. Dann stößt es 175 Höhenmeter tiefer im Aachtopf wieder auf und macht diesen zur größten Quelle Europas. An der Donauversickerung befindet sich auch der Premiumwanderweg „Donauversinkung“. Er ist wie gemacht für geologisch Interessierte, schließt der Rundweg Richtung Hattingen auch den Kratersee Höwenegg und verschiedene Dolinen ein. Entlang der Wegstrecke am Ufer befinden sich immer wieder Rastplätze und Schautafeln mit Erläuterungen. Sie beantworten spannende Fragen: „Was macht ein Fisch ohne Wasser?“ oder „Welchen Kampf führen Donau und Rhein?“ Alles absolut sehenswert.

Die Donauversickerung in Tuttlingen-Möhringen

Die Donauversickerung bietet zu allen Jahreszeiten einmalige Naturschauspiele.


Natur und Kultur im Tal der Lauchert

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is heute gehört das Tal der Lauchert zu den Geheimtipss an der Jungen Donau. Die Nebentäler der Lauchert und Fehla entwickeln einen ganz eigenen Reiz zwischen naturbelassener Mäanerlandschaft und kultivierter Terassenlandschaft. Zwischen schroffen Felswänden, flachen geböschten Hängen und ausgedehnten Wiesen schlängelt sich die Lauchert in zahllosen Schleifen über die Schwäbische Alb. Erholungssuchende und sportlich Aktivefinden hier einzigartige Möglichkeiten.

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Geheimtipp Laucherttal

Entlang der Lauchert – von der Quelle in Burladingen-Melchingen bis zur Mündung in die Donau in Sigmaringendorf – durchfließt die Lauchert und ihre Nebenflüsschen in zahllosen Mäandern eine Landschaft, die reich an Naturerlebnissen und Zeugnissen einer bewegten Vergangenheit ist. Wachholderhänge, Heckenriegel, Acker- und Wiesenflächen sowie stattliche Wälder einerseits, aber auch die Hochflächen auf der Alb prägen das wechselvolle Landschaftsbild. Hier gibt es unberührte Natur und herzliche Gastlichkeit auf der Schwäbischen Alb. Burladingen mit seinen Stadtteilen an der Quelle der Lauchert bietet regelmäßig verschiedene Themenführungen und –spaziergänge in einzigartiger Flora und Fauna, Archäologie und Geologie. Kunst und Kultur bietet das weit über die Region hinaus bekannte Theater Lindenhof. Auch das Dorfmuseum und die bekannte Albmühle der Walz-Schwestern laden zu Besichtigungen ein. In Gammertingen laden das Speth`sche Schloss (heute Rathaus), das städtische Museum im „Alten Oberamt“, die Stadtpfarrkirche St. Leodegar und die St. Mi-

chaelskapelle zur Besichtigung ein. Auf den „Stadthistorischen Rundgängen“ erlebt und entdeckt man die Stadt zu Fuß auf zwei Routen. Ein besonderes Freizeitvergnügen für die ganze Familie ist der Besuch der Alb-Lauchert-Schwimmhalle, der Freizeitanlage an der Lauchert (mit Kneippbecken, Barfußpfad, Grill- und Spielplatz, Keltischem Baumhoroskoppfad, uvm.) sowie der Themenspielplatz „Mensch und Wasser“.


sich die Lauchert kurz vor Sigmaringen-Jungnau einen Weg durch den Fels, den faszinierendsten Teil des Laucherttales: das Bittelschießer Täle. Sein schluchtartiger Charakter und seine wilde Ursprünglichkeit begeistern nicht nur Wanderer.

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Ferienregion Im Tal der Lauchert Touristinformation Hohenzollernstraße 5-7 72501 Gammertingen Tel. 07574 / 406-136 Fax 07574/406-199 E-Mail: info@laucherttal.de Internet: www.laucherttal.de

Natur und Kultur in der Ferienregion im Tal der Lauchert

nutzt. Funde aus den Veringer Höhlen zeigt das Heimatmuseum im denkmalgeschützten Rathaus von 1503. Das Strübhaus im malerischen Ortskern zeigt die Lebenswelt einer Künstlerfamilie und ihrer Malerei im 16. Jahrhundert. Auf ihrem Weg zur Donau schuf

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Im benachbarten Fehlatal befindet sich das „Alte Schloss“ mit seinen sagenumwobenen Burgresten. Die Ruine Vorder- und Hinterlichtenstein sowie das Schlössle in Neufra lohnen die Erkundung ebenso wie ein Abstecher nach Hettingen mit seinem imposanten Schloss. In unmittelbarer Nähe ist in in der ehemaligen Zehntscheuer das Fastnachtsmuseum „Narrenburg“ mit wechselnden Sonderausstellungen untergebracht. Im Hettinger Stadtteil Inneringen befindet sich ein weiteres Museum: das Gewandhaus (S. 36). Die Geschichte der Menschheit verdichtet sich in Veringenstadt. Der neue Höhlenrundweg lässt die Vorgeschichte, die Bronzeund die Eisenzeit lebendig werden. Höhlenforscher haben über 40 Höhlen in Veringenstadt aufgespürt. Aufrecht begehbar sind nur die größten, zu denen Sie der Höhlenrundweg führt. Diese Höhlen wurden seit Urzeiten von großen und kleinen Tieren, aber auch von Steinzeitmenschen be-


Im Herzen des Donautals

Fantastisches Panoramawandern

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Donauwelle Eichfelsen-Panorama

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er Premiumwanderweg Eichfelsen-Panorama spielt auf den berühmtesten Aussichtspunkt im Donautal an. Vom Eichfelsen hat man einen atemberaubenden Blick in das Donautal in Richtung Sigmaringen, über dem das Schloss Werenwag thront. Besonders beeindruckend daran ist, dass er zu allen Jahres- und Tageszeiten laufend neue Bilder liefert. Der Eichfelsen ist für viele das Symbol schlechthin für die gesamte Schwäbischen Alb und die Besonderheiten der JurakalkFelslandschaft. Als Startpunkt gibt es mehrere Möglichkeiten und der Rundweg ist in beide Richtungen begehbar. Beginnt man auf dem Parkplatz am Kloster in Beuron, steigt man zunächst nach der historischen Holzbrücke auf den Talkamm. Auf mehreren Felsen hat man immer wieder fantastische Ausblicke auf das Kloster Beuron und die zerklüftete Felslandschaft, die einst Meeresboden war und durch die die Donau im Laufe der Jahrtausende den Schwäbischen Grand Canyon gegraben hat. Die einstige Flusslandschaft enthält viele weitere geologische Highlights.

Auf dem Rückweg vom Eichfelsen, ehe man wieder ins Tal hinuntersteigt, durchquert man den Felsengarten. Dieser Lehrgarten gibt Aufschluss über die Artenvielfalt der Flora auf den Felsköpfen und in den Hängen des Donautals. Nach der Durchquerung des Tals umläuft man St. Maurus, die Außenstelle des Klosters mit seinen Wirtschaftsgebäuden und der Kapelle von kunstgeschichtlich weltweiter Bedeutung. Gegenüber St. Maurus gibt es eine schöne Bucht mit Uferzugang, ehe man auf zwei Höhlen stößt. Die erste heißt Rote-Brunnen-Höhle, wird


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Gemeinde Beuron Kirchstr. 17 • 88631 Beuron Tel. 07579 / 9210-0 www.beuron.de

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tershöhle befindet, wo die Mönche in schwierigen Zeiten Zuflucht fanden. Die Prägungen durch das Kloster und Episoden rund um die Natur, Geschichte und Kunst, die sich entlang des EichfelsenPanoramas ereigneten und noch immer stattfinden bringen Wanderern auf der 12,5 km langen Strecke das Durchbruchstal in einmaliger Weise nahe.

Premiumwandern in Beuron

im Volksmund aber Maurushöhle genannt. Sie ist nur im vorderen Bereich begehbar, führt aber im unzugänglichen Teil weit in den Berg hinein. Ein bekanntes Symbol auf dem Weg zurück zum Kloster Beuron ist der Petersfelsen, unter dessen Kreuz sich die Pe-


Das Freizeitzentrum Hausen

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Das Freizeitzentrum, Beuron/HAusen im Tal

in lang gehegter Wunsch hat sich in der Gemeinde Beuron im Ortsteil Hausen im Tal erfüllt. Mit der Eröffnung des neuen Spielplatzes hat man nicht nur für die ortsansässigen Kinder einen attraktiven Freizeitort geschaffen, sondern auch das touristische Angebot attraktiv erweitert.

Kein Wunder also, dass auch aus den Nachbarorten Eltern mit ihren Kindern an die Spielgeräte rund um den strahlenden roten Kletterkegel Ausflüge machen. Zwischen den Felsen der Hausener Zinnen, der Nepomuk-Brücke über die Donau und der Schlossruine gibt es reichlich Platz zum Wohlfühlen. Der große Parkplatz bietet eine optimale Anfahrtmöglichkeit und auch die Versorgung vor Ort ist optimal. An der Grillstelle am Kanu-Einstieg kann man Mitgebrachtes genießen und der Minigolfplatz mit seinem Gasthaus (s.S.24) komplettieren das Angebot vor Ort.

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Gemeinde Beuron Kirchstr. 17 • 88631 Beuron Tel. 07579 / 9210-0 www.beuron.de


Gasthaus zum Adler, Meßkirch-Heudorf

Dorftreffpunkt mit Ambiente

Gasthaus zum Adler Stortzingen 3 • 88605 Meßkirch Tel. 07575 / 9279150 www.adler-heudorf.de

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Gasthaus zum Adler, Meßkirch-Heudorf

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ndrea und Michael Nipp haben den Adler in Heudorf in den vergangenen Jahren zum geschmackvollen Ziel für Liebhaber guten Essens und familienfreundlicher Atmosphäre entwickelt. Direkt am Beuroner Jakobsweg gelegen empfängt ein großer Biergarten mit Spielplatz die Gäste. Das großzügige Areal wird auch im Winter bei offenem Feuer genutzt, beispielsweise für Aperitifs bei Betriebsfeiern. Die Devise des Hauses „Genießen. Erleben. Wohlfühlen“ gilt das ganze Jahr und spiegelt sich im geschmackvollen Ambiente des Restaurants und ums ganze Haus. Dies gilt erst recht auf dem Teller. Michael Nipps Philosophie verbindet schwäbische mit mediterraner Küche, die für Liebhaber einfacher Kost ebenso etwas bietet wie für Gourmets auf Entdeckungsreise. Deftiges wie z.B. Kutteln, der „Dreierloi“-Wurstsalat sowie der klassische Zwiebelrostbraten sind auf der Speisekarte immer zu finden. Dennoch scheut sich der Chef des Hauses nicht vor der Zubereitung auch von ausgefallenen Gerichten, wie z.B. dem Straußenfilet. Auf der Weinkarte finden sich regionale Weine. An Sonn- und Feiertagen servieren die Nipps hausgemachte Kuchen und Torten. Und wer die gute Küche auch im Alltag genießen will, kann auf den Mittagstisch zurückgreifen, der im Newsletter bekannt gegeben wird.


Wandern in Meßkirch, Sauldorf und Leibertingen

Geschichte und Natur entdecken

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Wandern in Meßkirch, Sauldorf und Leibertingen

er gerne Geologie und Geschichte mit Wandern verbindet, sollte einmal die Wanderwege der Tourismusgemeinschaft Meßkirch - Sauldorf - Leibertingen in Augenschein nehmen. Die Wege wurden neu konzipiert und ausgeschildert. Von der Meßkircher Innenstadt aus kann man alle Ziele in ausgedehnten Tagestouren oder auch in kürzeren Rundwegen erwandern.

Meßkirch selbst ist bekannt für seine bewegte Geschichte und die Persönlichkeiten aus dem „Badischen Geniewinkel“, wie die Stadt und ihre Umgebung auch genannt wird. Sie lädt ein zu einem Besuch des Renaissance-Schlosses. Im einstigen Stammschloss der Herren von Zimmern entstand die berühmte Zimmersche Chronik. Heute befinden sich hier das Martin-HeideggerMuseum, das Oldtimer-Museum im Marstall und die Kreisgalerie Sigmaringen (s.S.31). Die Stadtkirche St. Martin ist nicht nur wegen ihrer barocken Ausstattung einen Besuch wert. In der Fassade befindet sich bis heute eine Kanonenkugel aus der Schlacht bei Meßkirch, als der Landstrich zwischen Boll und Rohrdorf in die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen napoleonischen und österreichischen Truppen verwickelt wurde. Der Sieg der Franzosen verhalf „Moeskirch“ zu einem Eintrag auf dem Arc de Triomphe in Paris. In der Pfarrkirche von Rohrdorf befindet sich die einzige bildliche Überlieferung zur Schlacht - eine Votivtafel aus Dankbarkeit für weitere Verschonung. In Rohrdorf befindet sich auch die Benzenburg, einstige Stammburg der Herren von Rohrdorf. Das weitläufige Areal liegt auf der Route zum Campus Galli, der die karolingische Geschichte in der Umsetzung des St. Galler Klosterplans aufgreift (s.S.38). Auch Leibertingen hat historisch und geologisch Einiges zu bieten. Mit der Festung Wildenstein beheimatet

Der „Badische Geniewinkel“ ist Geburts- oder Wirkungsort vieler berühmter Persönlichkeiten. Zu ihnen gehören unter anderem Froben Christoph von Zimmern, der Meister von Meßkirch, Abraham a Sancta Clara (re.), Conradin Kreutzer, Martin Heidegger, Conrad Gröber und Arnold Stadler.


sie die Fluchtburg der Zimmern, die sich hoch über dem Donautal majestätisch über mehrere Felsdornen erhebt und eine der wenigen vollständig erhaltenen Burganlagen im Durchbruchstal ist. Auch der Teilort Kreenheinstetten hat mit Abraham a Sancta Klara einen großen Sohn. Eine für ihn errichtete Gedenkstätte (s.S. 13) befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Geburtshaus des Wirtssohns, das bis heute ein Landgasthof ist (s.S.26). Der einstige kaiserliche Hofprediger von Wien ist berühmt für seine geschliffene Predigten. A propos Rhetorik. Auch der Sauldorfer Teilort Rast nennt einen großen Schriftsteller seinen Sohn.

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Tourist-Information Meßkirch Hauptstraße 25-27 • 88605 Meßkirch Tel. 07575 / 206-46 www.messkirch.de

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Der Büchnerpreis-Träger Arnold Stadler (* 1954) lebt hier und mit ein bisschen Glück kann man ihn im Dorf treffen. Sauldorf selbst bietet mit den Sauldorfer Baggerseen einen Wanderweg durchs Naturschutzgebiet. Ideal für Ruhesuchende. In Meßkirch gibt es oberhalb der Teilorte Igelswies und Menningen ein besonderes Fleckchen zu bewundern. Im Felsentäle warten schöne, moosbewachsene und von Farnen besiedelte Felsformationen mitten im Wald. Wie so vieles in der Ferienregion erzeugen sie eine einmalige Stimmung im Auge des Besuchers.

NAtur und Geschichte zu Fuss erkunden

Oben: An der Burg Wildenstein warten fantastische Ausblicke ins Donautal. Rechts: die Sauldorfer Seen; unten: das Felsentäle bei Meßkirch bietet ein einmaliges Naturschauspiel.


Wandern auf den Fernwegen

Der Albsteig

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iese Stadt überrascht, liest man immer wieder in Tuttlingen. Dies gilt auch, wenn es um die beiden großen Fernwanderwege der Schwäbischen Alb geht. Der Südrandweg (HW 2) und der Albsteig (HW 1) treffen hier (wieder) aufeinander. Die beiden Fernrouten rahmen sozusagen die wanderbare Alb ein. Traditionell geht man sie von Donauwörth im Nord-Osten bis in die Südwestalb nach Tuttlingen, wo sie an der Donaupromenade wieder zusammen treffen. „Die Pfeilspitze zeigt immer nach Tuttlingen“ wird das Wegzeichen mit dem roten Dreieck beschrieben. Dennoch ist diese Richtungsangabe kein Dogma und man kann durchaus auch in Tuttlingen starten.

Der Südrandweg führt von der Donaupromenade meist entlang der Donau bis nach Ulm und Donauwörth. Der Nordrandweg heißt seit 2012 unter Federführung der Schwäbische Alb Tourismus „Albsteig“. Er gilt als der beliebtere der beiden Hauptwege, was zumindest angesichts der Schönheit des Durchbruchstals für viele fragwürdig scheinen könnte.

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Der Albsteig in Tuttlingen

Schöne Aussichten

Der Hauptgrund ist aber ein anderer. Immer und immer wieder kommt man in den Genuss der herrlichen Weitsichten, die sich von den Erhöhungen der aufgetürmten Jurakalk-Hochebene eröffnen. Dieses Phänomen erlebt man auch in Tuttlingen schnell, wenn man von der Donaupromenade über die Brückenstraße geradewegs nach oben läuft und auf dem Kapf die ersten Aussichten aufs Eltatal erhält. Später stößt mitten in die sprichwörtlichen Highlights in der Region der zehn Tausender, wo die Alb am höchsten ist. Auf diesen Höhen sieht man auch die ersten Zeugenberge, den Lupfen und den Hohenkarpfen am Übergang in die Baar. Zeugenberge nennt man die vor dem Albtrauf stehenden Berge, die früher Teil des Gebirges waren und durch Erosion isoliert wurden. Der beliebteste von ihnen dürfte der Zoller mit der Burg Hohenzollern sein, den man im Verlauf des Albsteigs passiert. Wer von Tuttlingen auf die Alb steigt, sollte einen Tag zusätzlich im Weltzentrum der Medizintechnik einplanen. Die Stadt

Wenn Gebäude Geschichten erzählen: das Tuttlinger Haus

überrascht immer wieder durch ein starkes kulturelles Programm. Das Tuttlinger Haus beispielsweise steht exemplarisch für die Veränderungen, die das Stadtbild seit dem Stadtbrand von 1803 erfahren hat. Durch verschiedene Sanierungen und die Neugestaltung des Donauufers hat die Stadt erheblich an Charme gewonnen.

Wer also wissen will, warum man sich einen Tuttlinger Hut nicht aufsetzen kann, sollte unbedingt etwas länger bleiben. Anzeige:

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Der Tuttlinger Mammutbaum

150 Jahre Wellingtonie

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inen besonderen Spazier-Tipp bietet die Stadt Tuttlingen an. Anlass ist der Geburtstag des Mammutbaums in Richtung Neuhausen ob Eck. Um zu ihm zu kommen, parkt man am besten am Parkplatz Ehental an der B311 Richtung Neuhausen, gleich nach der Steigung linker Hand. DEin rund eineinhalbstündiger Spaziergang führt durch den Wald, ehe sich plötzlich auf einer Lichtung dick und mächtig ein 48 Meter hoher Mammutbaum auftut.

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Wie kommt dieses Gehölz, das man eigentlich eher in Nordamerika vermuten würde, ausgerechnet hier her? Das lässt sich aus der Geschichte Württembergs erklären. Deshalb weiß man auch, dass dieser Baum 2016 150 Jahre alt wird. Es war König Wilhelm I. von Württemberg, der Tuttlingen zu diesem botanischen Kuriosum verhalf. Wegen ihrer Größe und Resistenz gegen Waldbrände ließ sich der König ein Pfund Samen schicken. Die Setzlinge wurden auf die verschiedenen Forstdienststellen des Königreiches verteilt – unter anderem nach Tuttlingen. „Sequia gigantea“ ist der wissenschaftliche Name des königlichen Jubilars, im Volksmund heißt er aber Wellingtonie, benannt nach dem Duke of Wellington, jenem Feldmarschall, der in der Schlacht von Waterloo Napoleon in die Knie zwang.

Mammutbaum Wellingtonie in Tuttlingen

Von königlichen Gnaden


Der Dreifaltigkeitsberg: weithin sichtbarer und bekannter Wallfahrtsort.

In Spaichingen und Denkingen

Dran am Trauf: der Klippenecksteig

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Spaichingen: Klippenecksteig

uf der Wegbeschreibung des Premium-Rundweges Klippenecksteig, der zu den Donauwellen im Donaubergland gehört, sind einige Aussichtspunkte eingezeichnet. Genau genommen ist der Klippenecksteig eine einzige Ansammlung von Panoramablicken. In permanent wechselnden Perspektiven bekommen die Wanderer wunderschöne Ausblicke vom höchsten Trauf der Schwäbischen Alb weit über den Schwarzwald und in Richtung Neckartal.

Der Klippenecksteig hat aber weit mehr zu bieten als die Weitblicke vom Albtrauf. Besonders markant und schön können Wanderer auf diesem Rundweg beispielsweise ein für die Schwäbische Alb typisches Naturphänomen beobachten: oben die waldige, karge Hochfläche, deren Vegetation stellenweise alpinen Charakter annimmt, 300 Meter tiefer dagegen am Fuß des Traufes die typischen Streuobstwiesen, die auf der Albhochfläche üblicherweise nicht mehr gedeihen können. Sie prägen das Landschaftsbild insbe-

sondere im Frühjahr während der Blüte und im Herbst, wenn während des „Indian Summer“ die Laubbäume zu gelben und roten Farbtupfern werden. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Artenvielfalt, den Vogelschutz und

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Stadt Spaichingen Marktplatz 19 • 78549 Spaichingen Tel. 07424 / 9571-0 www.spaichingen.de

Streuobst gehört zum Gesicht der Schwäbischen Alb

die ökologische Landwirtschaft. Streuobst ist auch die Quelle vieler regionaler Produkte. Der Spaichinger Dreifaltigkeitsberg bietet sich als Startpunkt für die Tour rund ums Klippeneck an. Alternativ kommt das Schützenhaus


Auf dem Klippeneck warten ein Grillplatz und der Charme der Albhochfläche.

Wer diese Tour an heißen Tagen macht, darf unterwegs immer auch auf eine Erfrischung hoffen. Nicht nur die Gastronomien am Wegesrand, sondern auch die Denkinger Wassertretanlage und der Katzenbrunnen bei der Not-

helfer-Kapelle liefern das begehrte kühle Nass. Es gibt auch einige Grillstellen entlang des Weges. Doch nicht nur Freunde der Natur kommen beim Klippenecksteig auf ihre Kosten. Immer wieder stößt man auf geschichtliche Hintergründe. Der prominenteste dürfte im Gedenken an die Heubergbahn bestehen. Heute nicht mehr sichtbar, verband sie einst Spaichingen und Denkingen mit den Gemeinden auf dem Heuberg. Info-Material kann bei den Rathäusern oder bei Donaubergland angefordert werden. Anzeige:

Der Denkinger Katzenbrunnen bringt an heißen Tagen eine Erfrischung.

Gemeinde Denkingen Hauptstraße 46 • 78588 Denkingen Tel. 07424 / 9706-0 www.denkingen.de

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in Denkingen in Frage. In beiden Orten spürt man die geistliche Prägung der Region, wenn man vorbei an Kirchen, Kapellen und Wegzeichen die beiden Kreuzwege passiert. Einige von ihnen sind auch künstlerisch beeindruckend.

Denkingen: Klippenecksteig

Alle drei Jahre im Herbst zieht es tausende Besucher zum traditionellen Albabtrieb nach Denkingen, wenn unzählige Schafe vom Klippeneck ins Tal ziehen.


Toptrend E-Bikes

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-Mobility mit ihrem ganzen Facetten-Reichtum fasst immer stärker Fuß. Die Bergstrecken zwischen Donautal, Südwestalb und BodenseeHinterland sind wie gemacht für den eingebauten Rückenwind der Hightec-Räder. Die Reichweiten der Akkus machen das Nachladen heutzutage fast unproblematisch. Umso einladender sind die Angebote der Anbieter. Ein E-Bike, Pedelec, E-Trike oder Segway kann man kaufen oder auch ausleihen. Wer ein- und aufsteigen will, ist gut beraten, erst einmal eine Probetour zu machen. Durch die Schönheiten der Landschaft und der Sehenswürdigkeiten in der Region kann man das auf besonders angenehme Weise mit einem Ausflug verknüpfen. Und man wird bei jedem Anbieter Überraschungen erleben, wie kretiv heutzutage der Radbau ist.

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Donaubergland ist Best of Wandern

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Im Best-of-Wandern-Testcenter im Talhof Donautal in BeuronLangenbrunn wartet eine breite Auswahl an Ausrüstung auf ausprobierende Gäste.

Best of Wandern im DOnaubergland

inen weiteren Schritt in die Vernetzung europäischer Wanderregionen und ihrer Freunde hat das Donaubergland unternommen. Der Marketingverbund von Wanderregionen aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien und Luxemburg verzahnt dabei seine Aktivitäten mit namhaften Herstellern von Wanderausrüstung und Reiseveranstaltern. Im Donaubergland konnte deshalb im Talhof in Beuron-Langenbrunn ein Best-of-Wandern-Testcenter eingerichtet werden. Hier können interessierte Wanderer Ausrüstung kostenlos ausleihen und ausprobieren. An der Kooperation beteiligt sind darüber hinaus das Hotel Traube Revital in Wurmlingen, das Hotel Hofgut Hohenkarpfen, das Légère Hotel Tuttlingen, das HotelGasthof Rössle in Frohnstetten, das Hotel Gästehaus Theresia in Mühlheim, das Hotel Restaurant Sonne in Fridingen, das Hotel Berghaus Knopfmacher, das Gasthaus Jägerhaus, der Landgasthof Bären in Trossingen-Schura und das Landhotel Brigel-Hof in Meßkirch-Langenhart. Diese haben eigene Wanderarrangements mit Übernachtungen für die Gäste geschnürt.


Premium-Wandern in Wellen

Kraftstein-Runde und Donaufelsen-Tour

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m Landkreis Tuttlingen und in den Gemeinden im Donautal hat sich in den vergangenen Jahren das Donaubergland als Top-Wanderregion in Deutschland etabliert. Die gleichnamige Tourismus-Organisation hat hier ihre besondere Kreativität unter Beweis gestellt. Sie hat den Qualitätswanderweg „Donauberglandweg“ und die Premium-Wanderwege „Donauwellen“ entwickelt, zertifiziert und vermarktet. Kein Wunder also, dass das Donaubergland nun auch in die Kooperation der 13 „Best of Wandern“-Regionen in Mittel-Europa aufgestiegen ist.

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Premiumwege Donauwellen

Premiumwandern ist in! Die Wege nicht nur für geprüfte Wanderqualität, sondern sind als Halb- oder Ganztagestouren immer auch für Vereins-, Betriebsund Familienausflüge geeignet. Im Donaubergland gibt es fünf: „Eichfelsen-Panorama“ (s.S.54), „Klippeneck-Steig“ (s.S.62) und „Donauversinkung“ (s.S.50) sowie die „Kraftstein-Runde“ und die „Donaufelsen-Tour“. Die „Donaufelsen-Tour“ wurde 2015 bei der Wahl von Deutschlands schönstem Wanderweg auf Platz 4 gewählt. Bereits die Nominierung adelte den einmaligen Premiumweg. Er führt auf und ab entlang der Donau zwischen Fridingen, Buchheim und Beuron,

wo das Durchbruchstal mit einmaligen Ausblicken in die felsige Landschaft, ruhige Waldzonen, Höhlen und Ruinen lockt. Die Ursprünglichkeit dieser Landschaft entfaltet sich besonders im farbenfrohen Herbst und lässt bei Wanderern keine Wünsche offen. Mehrere Gasthäuser empfangen die Gäste mit Donauwellen und anderen regionalen Spezialitäten. Die „Kraftstein-Runde“ dagegen ist eher noch ein Geheimtipp. Rund um die gleichnamige Ruine führt sie zwischen Dürbheim und Mühlheim/Donau entlang der Albhochfläche, durch das Ursental und auf den Risiberg. Hier und auf dem benachbarten Rußberg kann man bei regionaler Küche einkehren.


Fantastische Ausblicke von der Traufkante, Foto: Donaubergland

Der Donauberglandweg

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er lieber auf mehrtägige Etappenwanderungen geht, wird im Donaubergland ebenfalls hervorragend bedient. Der Donauberglandweg vom Gosheimer Lemberg bis nach Beuron war der erste Qualitätsweg auf der Schwäbischen Alb überhaupt und markierte den Anspruch dieser Landschaft, eine der schönsten Wanderregionen Deutschlands und Europas zu sein. Der Weg führt aus der „Region der zehn Tausender“, wie das Dach der Schwäbischen Alb auch genannt wird bis in den schwäbischen Grand Canyon des Durchbruchstals der jungen Donau. Vom höchsten Berg der Alb über die südwestliche Traufkante führt auf 60 km Länge von atemberaubenden Weitsichten bis in den

Schwarzwald durch typische Albhochflächen zunächst ins Lippach-, dann ins Donautal. Unterwegs stößt man auf Wallfahrtskirchen und Kreuzwege, Höhlen und Brunnen, Schutzgebiete und Biotope, Schlösser und Ruinen und wiederum fantastische Aussichten in die Felsenlandschaft des Donaudurchbruchs. Üblicherweise werden vier Tage für diese Tour angesetzt, aber auch abweichende Planungen sind möglich. Und wer einen längeren Wanderurlaub machen möchte, kann ab Beuron auf dem DonauZollernalb-Weg weiterwandern. Anzeige

Donaubergland Marketing und Tourismus GmbH Seltenbach 1 • 78532 Tuttlingen Tel. 07461 / 78016-75 www.donaubergland.de

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Preisgekröntes Wandern in Etappen

Qualitätswandern auf dem Donaubergladnweg

Wanderparadies Donaubergland


„Das obere Donautal“ und der Alpenbock

Der Natura Trail rund um den Schaufelsen

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atura Trails sind keine eigens zertifizierten Wege, sondern meist eine Zusammenstellung bestehender und erschlossener Wander-, Rad- oder Bootstouren, die eine besonders hohe Wertigkeit hinsichtlich ihrer ökologischen Wissensvermittlung haben und sich als Beitrag zum Erhalt von Landschaft und biologischer Vielfalt verstehen, um die Geheimnisse der Natur zu entdecken. Einer dieser Trails führt in einer Wanderung rund um den Schaufelsen zwischen Neidingen und Thiergarten. Idealer Ausgangspunkt und Ziel dieses Rundwegs ist das Naturfreundehaus „Donautal“ in Stetten akM, das von der Ortsgruppe Tuttlingen betrieben wird. Die Naturfreunde sind auch die Initiatoren dieses Projektes.

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Natura TRail, Stetten/Beuron

Die Ruine Oberfalkenstein

Der Trail „Das obere Donautal“ bietet mitten im Natura 2000-Vogelschutzgebiet Südwestalb zahlreiche Einblicke in die natürliche Vielfalt des Durchbruchstals. Naturfreunde treffen unterwegs auf drei Waldtypen und Totholz-Areale, die Lebensraum für seltene Insektenarten bieten. Prominentester Besiedler ist der Alpenbock, der sich in diesen Gehölzen entwickeln kann und hier den einzigen Lebensraum in ganz Baden-Württemberg gefunden hat. Das Flussbett der Donau und die Felsköpfe im Tal sind Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten, die teilweise aus der Eiszeit stammen.


In und um Sigmaringen

Wandern in der Stadt

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bis zum Ganztagesausflug mit Einkehr ist für jedes Wanderinteresse ein geeigneter Weg dabei. Allen gemeinsam ist das eindrucksvolle Erlebnis in wildwüchsiger Natur und mäandernden Tälern, wo sich zwischen Höhen und Tiefen die botanischen Schönheiten dieser einmaligen Region erkunden lassen. Doch auch die Innenstadt mit ihrem berühmten HohenzollernSchloss ist mindestens einen Besuch wert. Das Donauufer hat sich

dank der Gartenschau zu einem schmucken Naherholungs-Areal mit großem Kinderspielplatz herausgeputzt und lädt zu zahlreichen Aktivmöglichkeiten ein. Und die Restaurants, Cafés und Läden freuen sich auch auf Gäste. Anzeige:

Stadt Sigmaringen • Tourist Info Leopoldplatz 4 • 72488 Sigmaringen Telefon 07571 / 106 224 tourismus@sigmaringen.de www.sigmaringen.de

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Ein gewichtiger Vorteil dieser Konstellation besteht in den direkten Busverbindungen im Stadtverkehr und Wanderer aus Freiburg, Stuttgart oder Ulm haben direkten Zuganschluss. „Witbergrunde“, „Kloster-Felsenweg“, „Donaufelsengarten“, „Bettelküchenfährte“ und „Wilde Täler – Fürstliche Höhen“ heißen die vom deutschen Wanderinstitut zertifizierten Rundwege in und um Sigmaringen. Von der kleinen Tour

Wandern in Sigmaringen

tädte im ländlichen Raum bieten oft einen großartigen Vorzug: einmalige Landschaften gehören unmittelbar zum Einzugsgebiet. In der Kreisstadt Sigmaringen gilt dies in besonderer Weise, schließlich gehören Teile des Donau-, Lauchert- und Schmeientals zum Stadtgebiet. Dort hat man mit den Premiumwanderwegen DonauFelsenLäufe ein fantastisches Angebot geschaffen.


Impressum

Das Titelbild zeigt Biersommelier Alex Giammarinaro mit seiner Frau Melanie in Immendingen am Donauwehr.

Donautal Tourismus

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Hohenzollern e.V.

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Herausgeber vertreten durch den Vorstand 1. Vors. Günter Irion Kreenheinstetter Str. 10 88631 Beuron vorstand@donautalmagazin.de www.donautalmagazin.de 100 Verlag Adlerplatz 12 95 88605 Meßkirch office@blanzelot.de 75 www.blanzelot.de Redaktion: Stefan Blanz Assistenz: Heidi Kirchmaier 25 Auflage 20.000 5 Bildnachweise

Soweit nicht anders angege0 ben stammen die Fotos aus den Archiven der Inserenten und Blanzelot Kreativproduktion Partnerliste

Das DonautalMagazin entsteht in Samstag, 7. Mai 2016 16:44:42 Kommunikationspartnerschaften mit den Dachmarken Junge Donau, Tourismus Marketing Baden-Württemberg und Schwäbische Alb Tourismus

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Impressum und Dank

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Inserenten Campus Galli Donaubergland Tourismus Marketing DonautalTouristik E-Bike-Center Donautal e-motion technologies Ferienregion Im Tal der Lauchert Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck Gaggli Nudelhaus Gasthaus zum Adler, Heudorf Gemeinde Beuron

Gemeinde Denkingen Gemeinde Immendingen Gemeinde Inzigkofen Gemeinde Kolbingen Gemeinde Nusplingen Gemeinde Sigmaringendorf GVV Donau-Heuberg Gasthaus zum Adler, Leibertingen Kreisgalerie Schloss Meßkirch Kunstmuseum der Stadt Albstadt Kunststiftung Hohenkarpfen La Sicilianas Tagblatt, Tuttlingen Landgasthof Sonne, Wurmlingen Landgasthof zur Traube Landkreis Sigmaringen, Kreisarchiv Museum im Kräuterkasten in Albstadt Naturpark Obere Donau e.V. Restaurant Gutshof Käppeler

Restaurant Wiesengrund, Zimmern Siggis Radshop Stadt Donaueschingen Stadt Sigmaringen Stadt Spaichingen Stadt Tuttlingen Tourismus-Gemeinschaft Meßkirch Leibertingen Sauldorf Sponsoren Brauhaus Zollernalb, Albstadt Fürstenberg, Donaueschingen Hirschbrauerei, Wurmlingen Groz-Beckert, Albstadt Geberit, Pfullendorf Naturpark-Express, Beuron Zoller-Hof, Sigmaringen Zwiefalter Klosterbräu, Zwiefalten


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DonautalMagazin 2016  

Die Bierregion Junge Donau Wanderparadies Südwestalb Schmeck den Süden-Gastronomen Geotpurismus zu Natur- und Kultrdenkmalen

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