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Kultur und Geschichte hautnah!

Special: Top-Freibäder Erholung für Alle!

Neuzeitliche Ruine Falkenstein Freilichtmuseum Neuhausen o.E: Militärgeschichtliche Sammlung Kunststiftung Hohenkarpfen

Mobil sein zwischen Alb, Donau und Bodensee

Feines aus der Region: Junge-Donau-Köche

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Keltenpark Heuneburg Römisches Museum Ennetach Mittelalterliches Campus Galli Burgen - Festungen - Schlösser


Donautal Magazin.de

2 DonautalMagazin 2014

Die Junge Donau entdecken!


Wir freuen uns besonders, Ihnen das DonautalMagazin 2014 präsentieren zu können. Wir im DonautalTourismus-Hohenzollern Verein haben nach dem Tod unseres verdienten Vorsitzenden Bernhard Frei eine schwierige Phase des Abschieds, des Gedenkens und der Neuorientierung durchlebt. Umso größer ist unsere Freude, dass wir Ihnen, den Gästen und Bewohnern entlang der Jungen Donau, auf der Zollernalb und im Linzgau die mittlerweile vierte Ausgabe des

DonautalMagazins mit aktuali-

siertem Redaktionskonzept und aufgefrischtem Erscheinungsbild vorlegen können. Durch die Modernisierung und die Einführung eines Titelthemas erhalten die Leser aktuelle Einblicke in die Angebote unserer Partner, denen wir ausdrücklich danken. Ihr Mitwirken stärkt das Standortmarketing für die gesamte Region. Für unsere Mitglieder ist das DonautalMagazin vertriebliche Unterstützung. Den Nutzen haben Sie, die Leser. Sie erhal-

ten Einblicke und Anregungen in den einmaligen Charakter unserer Raumschaft und können aktiv daran teilnehmen. „Kultur und Geschichte hautnah!“ lautet das Motto für 2014 und wir laden Sie herzlich ein, die Schätze entlang der Jungen Donau zu entdecken und zu genießen. Ihre Vorstandschaft im Donautal-Tourismus-Hohenzollern e.V. Der Vorsitzende Günter Irion (Mi.), der Stellvertreter Armin Eha (re.) und Beisitzer Manfred Frei

Wir suchen Gesichter der Region für eine Region mit Gesicht Engagieren Sie sich als Mitglied im DonautalTourismus-Hohenzollern e.V. Wir bieten Ihnen exklusive Vorteile im Einsatz für Ihre Interessen. ++ Sie sind Teil eines starken Verbund aus Tourismus, Gastronomie, Kultur, Medien und Verwaltung, die sich für die Förderung des Tourismus an der Jungen Donau, auf der Zollernalb und im Linzgau einsetzen. ++ Als Mitglied erhalten Sie 20% Rabatt auf Mediendienstleistungen in Magazinen und Internetseiten, die der DonautalTourismus-Hohenzollern e.V. herausgibt. ++ Der Verein vertritt Sie auf Messen und Prospektbörsen und verteilt Ihre Faltblätter und Broschüren. ++ Sie können sich aktiv in die Arbeit des Vorstands und der Arbeitsgruppen einbringen. ++ Durch unsere Mitglieder-Briefe erhalten Sie exklusive Brancheninformationen, Tipps und Hinweise. ++ Sie werden zu den Events des DonautalTourismus-Hohenzollern e.V. eingeladen.

Donautal Tourismus Hohenzollern e.V.

3 Kultur und Geschichte hautnah: DonautalTourismus-Hohenzollern e.V.

Editorial


Keltenmuseum Heuneburg – Heuneburgmuseum

Auf den Spuren der Kelten

4 Kultur und Geschichte hautnah: Herbertingen-Hundersingen

Der antike Geschichtsschreiber Herodot (484-425 v.Chr.) erwähnt den ältesten Ort im heutigen Deutschland: „Der Istros entspringt bei den Kelten und der Stadt Pyrene, strömt mitten durch Europa hindurch“. Herodot überliefert den Namen der Kelten und auch die Erwähnung der Donau (=Istros). Wo aber ist Pyrene? Da die Kelten die Donau von Osten kommend flussaufwärts entdeckten, liegt es nahe, die weithin sichtbare Keltenstadt Heuneburg als Pyrene und damit als ältesten Ort Deutschlands zu identifizieren. Dafür spricht auch die Ausdehnung. In Größe einer Stadt wurden keltische Orte an der Donau nur bei Herbertingen-Hun-

dersingen entdeckt. Heute gehört zur Heuneburg ein weitläufiger Archäopark, der das gesamte keltische Siedlungsareal einschließt. Dazu zählen das Heuneburgmuseum, die Grabhügelanlagen, die Keltenstadt Heuneburg und weitere Fundstätten. Ein acht Kilometer langer archäologischer Wanderweg verbindet den Ortskern von Hundersingen mit der Heuneburg oberhalb des Donauufers. Was heute schon sehr imposant ist, war zur Zeit der Kelten ein ungleich größerer Siedlungsbereich, den die Besucher in einer einzigartigen Verbindung von Geschichte und Natur kennen lernen. Viele Orte des archäologischen Wanderwegs

im Freilichtmuseum, auf den Höhenrücken oder auf den Grabhügeln öffnen weite Blicke über das Donautal. Im Heuneburgmuseum bieten originale Funde jahrelanger Ausgrabungen rund um die Heuneburg, informative Texttafeln sowie eindrucksvolle Inszenierungen einen Einblick in das Alltagsleben, Kunstschaffen und die weitverzweigten Handelsbeziehungen zur Zeit der Kelten. Von Juni bis Mitte Oktober 2014 werden in der Sonderausstellung „Das Asterix-Projekt“ die Ergebnisse eines Kooperationsprojektes mit dem Römermuseum Mengen-Ennetach (s.S.7) und zwei Schulen gezeigt.

Im Heuneburgmuseum präsentiert Museumsleiterin Anja Brauner (u.) Originale aus der Keltenzeit. Zu den Exponaten gehören zum Beispiel Geschirr, Werkzeuge und Kultgegenstände.

Keltenmuseum Heuneburg Binzwanger Straße 14 88518 Herbertingen-Hundersingen Tel. 07586 / 920838 oder 1679 E-Mail: info@heuneburg.de www.heuneburg.de


Keltenstadt Heuneburg-Pyrene

Der älteste Ort Deutschlands

Am Fürstengrabhügel steht eine Skulptur von A. Tatéosslan (li.). Wie ein freigelegter Bohrkern verbindet sie Keltenzeit und Heute. Heuneburg-Leiterin Christiane Schmid-Merkl (u.re.) begrüßt die Gäste zu Führungen.

Freilichtmuseum (und Café) Heuneburg 1-2 88518 Hundersingen Tel. 07586 / 8959405 info@heuneburg-keltenstadt.de www.heuneburg-keltenstadt.de Öffnungszeiten (beide Museen) vom 4. April bis 31. Okt. Di - So, 10.00 bis 17.00 Uhr

und mit der Rekonstruktion eines Steintors durch eine Brücke verbunden. So wird die ursprüngliche Sicherung der Burg wieder erlebbar gemacht. In der Ausstellung „Das Geheimnis der Keltenfürstin“ wird bis 17. Juli der kunstvoll verzierte Goldund Bernsteinschmuck aus dem Prunkgrab gezeigt, das 2010 in einem eingeebneten Grabhügel in der Donauaue gefunden wurde und als archäologische Sensation gedeutet wird. -stb

5 Kultur und Geschichte hautnah: Herbertingen- Hundersingen

Seit diesem Jahr ist das Gelände der Keltenstadt Heuneburg-Pyrene mit neuen Infotafeln ausgestattet. Sie erklären die einzelnen Begebenheiten vor Ort und vermitteln den aktuellen Forschungsstand zu den geschichtlichen und archäologischen Aktivitäten auf dem Burgplateau. In den nachgebauten Werkstätten können die Besucher keltisches Handwerk kennenlernen. Völlig neu gestaltet wurde auch der Eingangsbereich. Ein einst abgetragener Wall wurde wieder hergestellt


Naturlaub und Genuss in geschichtsträchtigem Ambiente auf dem Gutshof Käppeler In der ursprünglichen Atmosphäre des Durchbruchstals mit seinen schroffen Felsen können die Gäste auf vielseitigste Weise familienfreundlichen Urlaub auf dem Bauernhof in denkmalgeschützter Architektur verbringen und Natur, Geschichte und Genuss miteinander verbinden.

6 Kultur und Geschichte hautnah: Beuron-Thiergarten

Das Areal um den Käppeler Hof existiert schon seit etwa 1000 n.Chr. mit dem Namen Weiler, benannt nach der in Blickweite liegenden Höhlenburg. In der dazugehörigen Pfarrei ist die einst romanische Kapelle bis heute erhalten. St. Georg ist die kleinste dreischiffige Basilika nördlich der Alpen. Seinen heutigen Namen verdankt Thiergarten den Grafen von Zimmern, die im 16. Jhd. zur Versorgung der Burg Falkenstein (s.S. 24) ein Wildgehege errichteten. Beim Naturlaub im Gutshof Käppeler finden die Gäste in 16 Ferienwohnungen die Balance aus Erholung und Erlebnis. Wellness pur gibt es in den rustikal-modern eingerichteten Ferienwohnungen, dem Sauna- und Massagebereich oder der Liegewiese di-

Gutshof Käppeler Fam. Käppeler Hofstraße 22 88631 Beuron-Thiergarten Telefon 0 75 70 / 95 19 10 info@gutshof-kaeppeler.de www.gutshof-kaeppeler.de

rekt am Donauufer. Susanne Käppeler bietet mit ihrem engagierten Team „Dienstleistungen für die Rundumversorgung“: für Bewegung sorgen der Fahrradverleih oder die gemeinsame Versorgung der Tiere. Bei „Kind & Pferd“ lernen die Kleinsten die Grundlagen der Pflege und des Voltigierens. Susanne Käppeler bietet auch geführte Wanderungen, z.B. auf den Falkenstein (s.S.24), den Rabenfelsen oder nach Gutenstein. Doch das sind nur einige Beispiele des Programms, das für die Gäste individuell zusammen gestellt wird. Fürs leibliche Wohl sorgen der Brötchen- und Einkaufsservice des Hauses oder auch das Frühstücksbüffet bzw. die Halbpension im Restaurant nebenan.


Liebe zur Natur mit regionalen Köstlichkeiten Bereits mit 10 Jahren entdeckte Armin Eha seine Liebe zum Kochen und zu heimischen Produkten. Damals wilderte er Forellen und briet sie in der freien Natur. Heute unterstützt er Angler (mit Karte), indem er ihnen ihre Fänge im altehrwürdigen Restaurant Käppeler Hof zubereitet.

ten Kürbis oder Beilagen aus Emmer. Immer wieder finden sich auch die Bezüge zum geschichtlichen Hintergrund seiner Gerichte wie in den Alt-Weiler Rahmnudeln oder den jahreszeitlichen Angeboten. Im Herbst kommt dies zur Geltung, wenn das Dammwild aus eigener Zucht oder heimischer Jagd angeboten wird. Wichtig ist Armin Eha immer eine glaubwürdige Verbindung von Gesundheit und Genuss. Nicht ohne Grund lautet sein Motto: „Der Koch kommt vor dem Arzt.“ Zur Vollendung kommt sein Angebot, wenn man an den heißen Tagen in der warmen Abendsonne bis tief in die Nacht auf der Terasse essen kann. -stb

Restaurant Gutshof Käppeler Fam. Armin und Sigrid Eha 88631 Beuron/Thiergarten Telefon 0 75 70 / 4 79 Telefax 0 75 70 / 14 59 armin.eha@gmx.de www.restaurant-gutshof-kaeppeler.de

7 Junge Donau-Köche: Armin Eha

Die Verbindung aus Natur und gutem Essen ist für Sigrid und Armin Eha nur durch regionale Produkte möglich. Sie beziehen dabei ihre Waren nicht nur von den Qualitätsanbietern aus dem Naturpark Obere Donau, sondern züchten und verwerten ihre Angusrinder vollständig direkt in der idyllischen Atmosphäre des Tals. Seinen „Urschwäbischen Rostbraten“ serviert er nach traditioneller Zubereitung flachgeklopft mit Fettkruste. In der kalten Vesperküche gibt es AngusRinderschinken. Die saftigen Wiesen liefern auch das Heu für Spezialitäten wie den Heuduftbraten, den hauseigenen Heuschnaps oder im Frühjahr den pflückfrischen Unkrautsalat. Kreativ und heimatverbunden ist auch seine Fischküche. Die Forellen aus dem Bäratal gibt es hausgeräuchert und Lachs verfeinert er mit einer eigens entwickelten Beize und reicht dazu Senfsoßen, eingeleg-


Zeitreise ins Frühmittelalter mit dem Klosterplan von St. Gallen

8 Kultur und Geschichte hautnah: Meßkirch

Campus Galli zeigt das 9. Jahrhundert

Oben: Schreiner Andreas Herzog schlägt die Tabula; unten: Bauleiter Thomas Fuhrmann (li.) und die Mitarbeiter auf dem Campus Galli empfangen die Besucher.

Wenn auf dem Campus Galli das Klangholz, die sogenannte Tabula erklingt, werden die Mitarbeiter auf dem Gelände beispielsweise zur Mittagspause gerufen. Heute nennt man so etwas landläufig Buschtrommeln. Doch auf dem Campus Galli, wo man die Bau- und Lebensweise des 9. Jahrhunderts nachstellen will, ist es die damals fortschrittlichste Form der Telekommunikation. Und sie funktioniert.

Auch die weiter entfernt arbeitenden Kollegen, z.B. auf den Feldern außerhalb des eigentlichen Baustellengeländes, hören das Klangholz und reagieren auf die verabredeten Zeichen. Die Tabula ist ein Beispiel für die vielen Entdeckungen, die von Mitarbeitern und Publikum gleichermaßen am 40 Jahre dauernden Weg liegen, in denen der Bau einer karolingischen Klosterstadt nach dem Vorbild des berühmten St. Galler Klosterplans umgesetzt werden soll. Dazu gehören jedoch nicht nur die Alltagsgegenstände und Gebäude, sondern auch die Menschen mit ihren Fertigkeiten und Verhaltensweisen, die sie in diesem experimentellen Projekt an die Begebenheiten des 8. und 9. Jhds. angleichen sollen. In der neuen Saison dürfen sich die Besucher unter anderem auf den Bau der Holzkirche freuen. Sie soll an der Stelle errichtet werden, an der später einmal der Altarraum der steinernen Klosterkirche stehen wird. Sicherlich einmalig ist die ungewöhnliche, aber zwangsläufige Entschleunigung, auf die sich Mitarbeiter und Zuschauer einstellen müssen. Wenn also nicht viel zu passieren scheint, sind dennoch alle Beteiligten gefordert. Wer diese Spannung auf dem Campus Galli erleben will, darf gerne mehr Zeit einplanen. -stb Stadt Meßkirch Buchungsstelle Tourist-Info Tel.: 07575 / 206-47 booking@campus-galli.de www.campus-galli.de Die Baustelle liegt an der B 313 zwischen Meßkirch und Engelswies, Abzweigung Langenhart GPS: 48.03297°N, 9.11051°E


Immendingen an der Donauversinkung Schlössergemeinde am neuen Donauuferpark

Bürgermeisteramt Immendingen Bürgerservice Schlossplatz 2 78194 Immendingen Telefon 07462 24228 buergerservice@immendingen.de www.immendingen.de

Das Obere Schloss wurde einst als Wasserschloss erbaut. Seit 1190 sind die ansässigen Adelsgeschlechter nachweisbar. Mit der Industrialisierung kam eine grundlegende Veränderung. 1835 wurde im Gebäude die erste Maschinenfabrik Badens errichtet. 1956 wurde die Gemeinde Immendingen Eigentümer des Kulturdenkmals. Nach grundlegender Sanierung und Umbau befindet sich heute im Oberen Schloss das Rathaus. Das Untere Schloss war von 1504 bis 1834 im Besitz der Herren von Reischach. Die im Oberen Schloss betriebene Maschinenfabrik wurde 1878 in das Untere Schloss an der Donau verlegt. Bis zum Jahre 1989 firmierte die Fabrik unter der Bezeichnung „Immendinger Gießerei und Maschinenfabrik“. Ein neuer Abschnitt begann mit der Schaffung des Donauparks. 2013 wurde mit der Sanierung des Unteres Schlosses begonnen und ein Schlossgarten angelegt. Die Landschaft um Immendingen kann man auf ca. 140 km neu ausgeschilderten Wanderwegen erkunden. Wer nicht zu Fuß auf Entdeckungstour gehen will, kann im Bürgerservice E-Bikes mieten.

Die Donauversinkung – ein besonderes Naturphänomen Das Wasser versinkt, fließt in einem Höhlensystem südwärts und tritt nach durchschnittlich 60 Stunden mit 10.000 Liter pro Sekunde in den 12 km entfernten Aachtopf, Deutschlands größter Quelle. Bei Immendingen wird die erste größere Versinkungsstelle unmittelbar bei der Eisenbahnbrücke im Bereich der Ziegelhütte, gegenüber dem Parkplatz sichtbar. Die Versinkungsstellen sind am im Frühjahr 2014 neugestalteten Donauuferweg gut einsehbar. Beim Weiterwandern streift man sowohl kleinere als auch stärkere Schluckstellen. Im Sommer und Herbst ist der Fluss oft leer. Man kann dann trockenen Fußes über die nackten Kiesbänke und die teilweise mit Gras bewachsenen Flächen des Flussbettes gehen. Doch ein

starker Regen genügt, um in Stunden das Wasser wieder dem Schwarzen Meer statt der Nordsee zuzuführen. -stb

9 Kultur und Geschichte hautnah: Immendingen

Die beiden Immendinger Schlösser haben seit dem Mittelalter viele Veränderungen durchlebt. Doch bis heute prägen sie das Leben in der Gemeinde, obwohl Immendingen vornehmlich für das Naturphänomen der Donauversinkung bekannt ist.


Anschluss verpasst? Mobilität auf der Schiene im Landschaftspark Junge Donau

10 Mobilität: Landschaftspark Junge Donau

Das interkommunale Großprojekt „Landschaftspark Junge Donau“ übt den Schulterschluss zwischen Bürgern und Verwaltung und will Grenzen zwischen Regierungsbezirken, Landkreisen, Städten und Gemeinden überwinden. In über 100 Projekten wird der einmalige Lebensraum entlang der Donau zwischen Donaueschingen und Sigmaringen mit seinen landschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Ressourcen besser begreifbar und nutzbar. Seit Ende 2013 werden für zentrale Themen Leitbilder geschaffen und die ersten Projekte umgesetzt. Beim hochaktuellen Thema Mobilität engagiert sich die Interessengemeinschaft für den ländlichen Raum zwischen zeitgemäßer Vernetzung und entschleunigtem Verständnis des Nahverkehrs. Mobilität im Schienenverkehr betrifft Einheimische und Gäste gleichermaßen. Als Pendler oder Freizeitreisende geraten sie mitten in die teils schwierigen Bedingungen des Öffentlichen Nahverkehrs zwischen Donaueschingen und Sigmaringen. Dessen Rolle hat der Landtagsabgeordnete Martin Hahn fokussiert: „Mobilität im ländlichen Raum ist zentrales Thema zur Erhaltung der Lebensqualität.“ Es ist also nur konsequent, wenn der Landschaftspark Junge Donau Mobilität als Leitthema seiner Arbeit platziert. Zu den konkreten Schritten gehört die Beteiligung der kommunalen Vertreter an der Interessengemeinschaft Donaubahn, die eine Optimie-

rung des Zugverkehrs zwischen Ulm und Immendingen bzw. den Anschluss an Freiburg verfolgt. In der Gründungsresolution wurden so wichtige Ziele formuliert wie ein abgestimmter Fahrplan mit Einstundentakt der Donaubahn zwischen Sigmaringen und Immendingen sowie deren Anbindung an die Schwarzwaldbahn und die SBahn nach Donaueschingen. Gelänge dies, erreichte man eine hohe Standortstärkung. Der Beuroner Bürgermeister Raphael Osmakowski-Miller unterstreicht die Rolle einer guten Bahnanbindung: „Zuganbindung ist für die Ansiedlung von Familien von hoher Bedeutung. Man kann hier in wunder-

schöner Landschaft leben und mit der Bahn gleichzeitig in 20 Minuten in Sigmaringen oder Tuttlingen sein.“ Wobei Schnelligkeit nicht einmal die entscheidende Rolle spielen muss. „Es geht nicht primär darum, möglichst schnell von Ulm nach Freiburg zu kommen, sondern auch die Bedürfnisse zwischen diesen Haltepunkten einzubinden“, betont Projektsprecher Michael Beck. Dazu gehören die Reaktivierung stillgelegter Haltepunkte und mehr FahrradMitnahmemöglichkeiten. Ein Angebot in diese Richtung ist der Donautal-Express, der im Sommer zwischen Blumberg und Sigmaringen an nahezu allen Haltepunkten stoppt, einen

Heißes Eisen, heiße Öfen: aus den unvereinbaren Bedürfnissen der Gäste und Einheimischen entstehen Diskussionen, wenn der Geräuschpegel durch Motorräder im Naturpark Obere Donau zunimmt.

Mit der Gründung der IG Donaubahn wurden die Weichen gestellt für eine verbesserte Mobilität auf der Schiene zwischen Ulm und Donaueschingen.


Leitbilder im Landschaftspark Junge Donau

Mobilität

eigenen Fahrrad-Transportwagen unterhält und dennoch in etwa zwanzig Minuten von Beuron nach Tuttlingen fährt. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung können sich Betroffene und Interessierte auf der Internetseite des Landschaftsparkes Junge Donau oder bei den regelmäßigen Informationstreffen einbringen. Dieses politische Experiment liefert aus erster Hand Darstellungen von Hürden, wie sie z.B. bei der Nutzung von Strecken über die Grenzen von Verkehrsverbünden hinaus entstehen. Elke Hitzinger beschreibt die Situation: „Ich bin oft auf der Zugstrecke Sigmaringen-Tuttlingen unterwegs. Das Problem ist, dass die beiden Verkehrsverbünde Naldo und TUTicket aufeinanderprallen und ich den vollen DB-Preis zahlen muss. Die günstigen Preise der beiden Verbünde

kann ich leider nicht nutzen, da die Zeit fehlt, in Beuron eine Karte zu ziehen (z.B. Tageskarten TUTicket und Naldo 7,60 € günstiger). Das geniale System Travel&Touch, mit dem ich mich übers Handy einloggen kann, wird aber wiederum nicht von TUTicket unterstützt.“ Bei der Finanzierung steht man auch vor Herausforderungen. Viele verschiedene Regionen sind an den Geldern interessiert, die das Land für den Schienenverkehr ausgibt. Damit die Donaubahn hier eine starke Lobby bekommt, haben die Städte, Landkreise und Regionalverbände zwischen Donaueschingen und Ulm die IG Donaubahn gegründet, Marcel Herzberg vom Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg die Geschäftsführung übertragen und auch schon Kontakte zu Abgeordneten und Ministerien geknüpft. -stb

Naherholung und Landschaft

Kunst, Kultur und Architektur

Europa

Demografiewandel

Auf Informationstagen und durch mediale Öffentlichkeitsarbeit bringen Projekt-Sprecher OB Michael Beck, Tuttlingen (li.), und sein Team den Bürgern die Idee des Landschaftsparks Junge Donau nahe. Die Einwohnerschaft soll so für eine Beteiligung gewonnen werden. Im öffentlichen Pendelverkehrs ist die Bevölkerung am stärksten betroffen.

Mehr Infos zur IG Donaubahn: www.regionalverband-sbh.de

Infoportal zur Bürgerbeteiligung: landschaftspark-jungedonau.de

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IG Landschaftspark Junge Donau Sprecher OB Michael Beck Rathausstr. 1 78532 Tuttlingen


Das Bäratal (li.) und das Donautal in Mühlheim liefern reizvolle Blicke

Wanderparadies Donau-Heuberg

Naturerlebnisse an Schlössern, Burgen und Kapellen Erholung pur zwischen Alb und Bodensee gibt es im Verbund der Gemeinden Fridingen und Mühlheim an der Donau, Kolbingen, Renquishausen, Bärenthal, Irndorf und Buchheim. Auf diesem Heubergabschnitt erwartet die Besucher ein dichtes Geflecht von eindrucksvollen Wanderwegen. Sie verbinden die Täler und die bewaldeten Höhenzüge des Heubergs mit zahlreichen Natur- und Kulturdenkmälern. Das Erholungsgebiet DonauHeuberg liegt mit seinen Schönheiten direkt am Donauberglandweg, der als mehrtägige Tour von Gosheim bis nach Beuron führt. Doch die einzelnen Orte bieten auch zahlreiche Wege für Tagestouren.

12 Wandern im GVV Donau-Heuberg

Die Namen der Wege verraten bereits etwas über den Charakter einer Route: Kapellen-Rundweg, Glaube-Kunst-Natur-Weg, EuropaWeg, Panoramaweg, Kreuzwiesenweg heißt es da unter anderem und es bedarf einiger sprachlicher Phantasie, um der Vielfalt des Gebotenen gerecht zu werden. Das verbandseigene Wanderportal informiert dabei vorab über den Verlauf der Wege, ihre Länge und das Höhenprofil. Garantiert ist für jedes Bedürfnis ein geeigneter Weg

Die Ruine Kallenberg bei Buchheim

dabei. In den Ortschaften und ihrer Umgebung finden sich zahlreiche Natur- und Kulturdenkmäler, die die Naturerlebnisse bereichern und etwas über die Geschichte der Region erzählen. Wer sich Erholung abseits der großen Touristenströme wünscht, wird hier auf seine Kosten kommen. Bärenthal und das Bäratal sind zu allen Jahreszeiten ein Geheimtipp. Auf den Bären-Wegen sind die Gäste eingeladen, durch Schluchten und das (nebelige) Tal vorbei

Das Felsentor bei Bärenthal

an Naturdenkmälern wie dem Felsentor oder dem Lengenfels die Gegend zu erkunden. Zum Ort gehört auch die Kapelle Maria Mutter Europas (s.S.62), die jedes Jahr Zehntausende Wallfahrer anzieht. Buchheim ist Heimat des Aussichtsturms Langer Hans, von dem man an klaren Tagen ein einmaliges Alpenpanorama erspähen kann. Auf einem Felsvorsprung befindet sich auch die Ruine Kallenberg, die neben dem Falkenstein (s.S.24) die bedeutendste Ruine im Donautal ist.

Die Kolbinger Höhle


Fridingen ist eine kleine, geschichtsträchtige Stadt, die sich mit den Ruinenresten Altfridingen in die 100 (!) Felsenund Höhlenburgen zwischen Tuttlingen und Sigmaringen einreiht. Im schmucken Ortskern finden sich neben dem Rathaus das Scharf Eck mit dem Hans-Bucher-Museum, das Heimatmuseum und die barocke Anna-Kapelle, die früher als Einsiedelei diente und heute am Annatag im Juli Ziel einer Prozession ist. An der Donauversickerung muss der Europastrom das letzte Mal sein Wasser an den Rhein abgeben. Irndorf mit seinen Rundwanderwegen führt seine Gäste zu besonderen Highlights. Besonders wohl dürften sich hier Botaniker fühlen, denn das Irndorfer Hardt mit seinen Dolinen und dem alpinen Klima beheimatet seltene Pflanzen und bietet einen ungewöhnlichen Landstrich in einer bemerkenswerten Landschaft. Südwärts finden Gäste dann den Felsengarten mit seiner für diese Region untypischen Flora. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch der Eichfelsen, der den vermutlich meistfotografierten Ausblick auf das Donautal bietet. Kolbingen liegt auf einem schönen Höhenplateau zwischen dem Donau-, Bära- und Lippachtal und bietet auf seinen Wanderwegen immer wieder besondere Blicke in den Naturpark Obere Donau. Bekannt ist der Ort für die Kolbinger

Höhle, der einzigen TropfsteinSchauhöhle der Südwest-Alb. Die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins betreut das imposante Naturdenkmal. Mühlheim hat ein weithin bekanntes Wahrzeichen: das Schloss der Herren von Enzberg thront hoch über dem Donautal mitten in der Oberstadt, wo sich auch das kunst- und kulturgeschichtliche Museum befindet. Wanderer finden hier zahlreiche Wege mit Panoramaausblicken zum Beispiel bei der ehemaligen Wallfahrtskirche Maria Hilf. Renquishausen befindet sich ebenfalls auf dem Plateau

der Albhochfläche und bietet durch seine Höhe einen weiten Blick bis zu den Alpen. Die Judas-Thaddäus-Kapelle wird von Einheimischen und Gästen gerne besucht.

Gemeindeverwaltungsverband Donau-Heuberg Verkehrsamt Fridingen Kirchplatz 2 78567 Fridingen a.D. 07463 / 837-0 www.donau-heuberg.de

13 Wandern im GVV Donau-Heuberg

Die Judas-Thaddäus-Kapelle in Renquishausen (li.) und der Lengenfels bei Bärenthal (re.); Im Hintergrund die Höhlenburg der Ruine Kallenberg


Premiumwandern im Donautal, Schmeiental und im Tal der Lauchert

14 Premiumwandern: Sigmaringen

Die DonauFelsenLäufe bieten ein Wandererlebnis der besonders eindrucksvollen Art

Sigmaringen ist aufgrund des Hohenzollern-Schlosses sowie seiner interessanten Geschichte als ehemalige Landeshauptstadt Hohenzollerns und Residenzstadt seit jeher ein beliebtes Tagesausflugs- und Urlaubsziel für geschichts- und kulturinteressierte Besucher. Durch die im vergangenen Jahr stattfindende Gartenschau veränderte sich die Hohenzollernstadt an der Donau zudem nachhaltig – neue Parkanla-

gen, Freizeitanlagen wie beispielsweise eine Skateranlage mit Beachvolleyballfeldern, ein Schaukelweg, eine Hängebrücke sowie eine Spielelandschaft sind im Zuge der Gartenschau neu entstanden und haben den Uferbereich der Donau nochmals deutlich aufgewertet.

Outdoortown Sigmaringen

Neu in Sigmaringen sind seit Juni fünf Premiumwanderwege namens DonauFelsenLäufe. Wanderer finden mit den


F ünf T ouren mit lichem P rofil

unterschied -

Mit sechs bis 13 km Länge und unterschiedlichen Höhenprofilen bieten die fünf Touren für jeden Geschmack etwas: die Wegeprofile wechseln stetig von schattigen Waldwegen über sonnige Wiesen bis zu schmalen Pfaden entlang der Flüsse, gekrönt von faszinierenden Aussichten in die malerische Landschaft.

Auskünfte, Karten und Broschüre: Tourist-Information Sigmaringen Leopoldplatz 4 72488 Sigmaringen Tel. 07571 / 106-224 tourismus@sigmaringen.de www.sigmaringen.de

15 Premiumwandern: Sigmaringen

DonauFelsenLäufe bestens ausgeschilderte Wanderwege in einer imposanten und abwechslungsreichen Landschaft, gepaart mit zahlreichen kulturellen Sehenswürdigkeiten, vor. Die fünf neuen Wanderwege verlaufen durch das Donautal, das Schmeiental und das Tal der Lauchert und bieten ein umfangreiches Angebot mit Ruhebänken, Liegen und Vesperinseln – ideale Voraussetzungen für eine gemütliche Brotzeit.


Premiumwege DonauWellen

16 Premiumwandern: Donaubergland

Wandergenuss im Donaubergland

Im vergangenen Jahr stand im Donaubergland noch der Donauberglandweg vom Lemberg bei Gosheim ins Obere Donautal nach Beuron im Mittelpunkt. Im Wettbewerb „Deutschlands schönster Wanderweg“ wurde die Etappentour mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Neu in diesem Jahr sind die „Donauwellen“ genannten fünf Rundwanderwege. Freilich denkt man dabei zuerst an die beliebte Leckerei aus der Kuchentheke und nicht sofort an wunderbare Wanderungen mit traumhaften Aussichten zwischen Berg und Tal. Ein Widerspruch besteht hier jedoch nicht. Schließlich sind die Premiumwege ohne Zweifel Leckerbissen und der höchste zu erklimmende Gipfel jeder Tour ist bekanntlich die Einkehr. Da darf dann guten Gewissens noch eine Donauwelle in den Magen wandern. Für die neuen Kreationen konnte Donaubergland auch wichtige Marken der Region als Wegepaten gewinnen. In der Zutatenliste dienen diese Liaisons jedoch weniger der Finanzierung komplizierter Wandermenüs. Vielmehr geht es um eine gemeinsame Wahrnehmung von Verantwortung in der Region. So will man den Standort für Wirtschaft und Tourismus gemeinsam stärken. Klippeneck-Steig, Donaufelsen-Tour, Eichfelsen-Panorama, Kraftstein-Runde und Donauversinkung heißen die fünf Gänge des Tourenmenüs, die sich in Länge und Profil auf die unterschiedlichen körperlichen Bedürfnisse und Möglichkeiten der Genießer einstellen. Zu Tisch sitzt der Wanderer, der auf seinem Teller von der Natur und der örtlichen Gastronomie genussreiche Erholung serviert bekommt. Die Premiumwege DonauWellen führen an vielen

Entlang der Donau bieten sich im Tal und in den Klippen immer wieder faszinierende Naturschauspiele und Ausblicke. Ruinen und Burgen wie das Schloss Bronnen (o.) fügen sich harmonisch in die Landschaft ein.

Stellen auf naturbelassenen Wald- und Wiesenwegen durch wertvolle Landschafts- und Naturschutzgebiete, durch schützens- und erhaltenswerte Lebensräume von Tieren und Pflanzen des Naturparks Obere Donau. Zum vollendeten Genuss wird daher der Verbleib auf den ausgeschilderten Wegen empfohlen. -stb

Klippeneck-Steig Klippeneck (Denkingen) - Dreifaltigkeitsberg (Spaichingen) - Klippeneck Länge: 9,3 km; Wegepatenschaft: Aesculap AG, Tuttlingen


Unsere Sahnestücke

Klippeneck-Steig 9,3 km/3:30 h

Eichfelsen-Panorama 12,5 km/4:00 h

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Donaufelsen-Tourr

© Kartografie KOMPASS-Karten GmbH, Lizenz-Nr. 26-0414-LAB

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Jägerhaushöhle Knopfmacherfelsen

Schloss Bronnen

Backdauer: 15,4 km/5:00 h Niedrigster (Hitze-)Punkt: 611 m Höchster Kraftstein-Runde (Hitze-)Punkt: 785 m 10,7 km/3:00 h

Althau

Kalorienverbrauch: Donaufelsen -Tour

4 bis 5 Donauwellen *

Backvorgang

15,4 km/5:00 h

Knopfmacherfelsen – Stiegelesfels – Laibfelsen – Ziegelhütte – Ruine Donauversinkung Kallenberg – Schloss Bronnen – 13 km/4:00 h Jägerhaus – Knopfmacherfelsen

Genusscharakter November 2008

Neues KOMPASS-Logo von Agentur MetaDesign, Berlin

DTP Kompass_4c.eps

DTP Kompass_Sc.eps Für Siebdruck oder ähnliches.

DTP Kompass_SW.eps

Die DonauWelle pur! Längste DonauWellen-Tour, mit der Möglichkeit zu höchstem Kalorienverbrauch; verziert mit Schloss Bronnen und Ruine Kallenberg; geprägt von mehreren Aufund Abstiegen in einem der wohl schönsten Teile des Durchbruchtals der Jungen Donau und zahlreichen Aussichtspunkten

Internet Kompass_rgbMaster.eps

Office_Präsentation Kompass_CO.bmp Für Powerpoint

Schokoguss

Office_Print Kompass_CO.wmf Für Worddatei zum Einbauen.

Office_Print Kompass_SW.wmf Für Fax oder sonstige einfärbige Worddateien

Zahlreiche Donau-Aussichtsfelsen, NSG Stiegelsfelsen, Bachtal, Bronner Höhlen, Jägerhaushöhle, Donauübergang Jägerhaus

Donaufelsen-Tour Knopfmacherfelsen - Stiegelesfels (Fridingen) - Ruine Kallenberg (Buchheim) - Schloss Bronnen - Jägerhaus (Fridingen) - Knopfmacherfelsen; Länge: 15,4 km; Wegepatenschaft: Hammerwerk Fridingen GmbH

Eichfelsen-Panorama Kloster Beuron - Rauher Stein - Eichfelsen (Irndorf) - St. Maurus - Donau - Petershöhle (Beuron) - Kloster Beuron Länge: 12,5 km; Wegepatenschaft: KARL STORZ GmbH & Co. KG, Tuttlingen

Aussicht

Feuerstelle

Gastronomie

Bahnhof

Sehenswürdigkeit

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17 Premiumwandern: Donaubergland

Skihang Antoni

2000 kcal

© Kartografie KOMPASS-Karten GmbH, Lizenz-Nr. 26-0414-LAB

1550 kcal


Kraftstein-Runde Risiberg (Dürbheim) - Rußberg - Kraftstein (Mühlheim) - Risiberg Länge: 10,7 km; Wegepatenschaft: WERMA Signaltechnik GmbH & Co. KG, Rietheim-Weilheim

Kostenloses Informationsmaterial erhalten Sie hier:

Donauversinkung Donauversinkung-Hegaublick-Höwenegg-Donauversinkung, Länge: 13 km

Marketing & Tourismus GmbH Am Seltenbach 1 78532 Tuttlingen Tel. 07461 / 7801675 info@donaubergland.de www.donaubergland.de

18 Premiumwandern: Donaubergland

www.donau-wellen.de

www.donaubikeland.de

Einst Berg für Burgen, ist der heutige See auf dem Höwenegg nach dem Abbau von Basalt entstanden.


präsentiert in Hausen im Tal die

Deutsche Meisterschaft

Nordic Walking

im Halbmarathon über 21,0975 km sowie den

2. Beuroner Nordic Walking Natur-Erlebnis-Lauf

Spitzensport und Freizeit mitten in der schönen Donautal-Landschaft

Sa, 18.10.2014

13.00 Uhr: Start Deutsche Meisterschaft 13.15 Uhr: Start Natur-Erlebnis-Lauf 18.00 Uhr: Siegerehrung, anschliessend Party

Freizeitzentrum Beuron/Hausen im Tal Kreenheinstetter Str., 88631 Beuron Parkplätze und Wohnmobilstellplätze ausreichend vorhanden

www.nw.donautalmagazin.de

19

Fr, 17.10.2014

Festzelt am ganzen Wochenende 18.00 Uhr: Settele Spätzles-Fescht


Renaissance-Schloss im badischen Geniewinkel

Wer Meßkirch besucht, kommt nicht nur in die Stadt von Campus Galli, sondern auch in den badischen Geniewinkel, an dessen Anfang einer hohen kulturellen Entwicklung in der Neuzeit das Adelsgeschlecht der Grafen von Zimmern steht. Doch die Stadt kann mit noch mehr bekannten Persönlichkeiten aufwarten.

20 Kultur und Geschichte hautnah: Meßkirch

Das Adelsgeschlecht der Zimmern prägen insbesondere durch das Renaissance-Schloss bis heute das Stadtbild mit seinem Kultur- und Museumszentrum. Das Schloss Meßkirch entstand in seiner heutigen Gestalt zwischen 1557 und 1563. Es gilt als die früheste Vierflügelanlage der Renaissance nördlich der Alpen. Der nördliche Flügel blieb unausgeführt, hier steht als Überbleibsel eines früheren Baukomplexes bis heute das 1492 entstandene so genannte „Schlössle“. Glanzstück des Schlosses ist der 31 Meter lange Festsaal mit seiner 1563 entstan-

denen Kassettendecke, einer der ältesten in Deutschland. Er wird vielfältig genutzt für private und öffentliche Anlässe. Beauftragt wurde der Schlossbau durch Graf Froben Christoph von Zimmern, der als Verfasser der berühmten Zimmerischen Chronik auch ein einmaliges literarisches Zeitzeugnis hinterlassen hat. Zum Museumszentrum gehören die Galerie des Landkreises mit wechselnden Ausstellungen (s.S.46) sowie ein Museum für den bekanntesten Sohn der Stadt, den Philosophen Martin Heidegger. Doch auch die Spuren von Prof. Bernhard Welte,

Erzbischof Conrad Gröber, dem Komponisten Konradin Kreutzer oder dem heiligen Heimerad findet man überall in der „Stadt der kurzen Wege“, in der man alle wichtigen Punkte im Radius von einem Kilometer erreichen kann. In der Remise befindet sich das Museum der Oldtimerfreunde Meßkirch, das unter anderem einen original Veritas-Sportwagen ausstellt, der im Meßkirch der Nachkriegszeit erfolgreich hergestellt wurde. Unter den lebenden Bürgern halten heute Anita und Alexandra Hofmann die Fahnen der Stadt hoch. -stb

Eine Zeichnung aus der Zimmernschen Chonik (li.) zeigt den Hausherrn Froben Christoph und seine Gattin Kundigunde. Der Schloss-Saal ist ideale Kulisse für kulturelle Veranstaltungen. Ein Höhepunkt ist das jährliche Klavierkonzert mit der Pianistin Henriette Gärtner (u.).

Tourist-Information Schlossstraße 1 88605 Meßkirch Tel. 07575 / 206-46 info@messkirch.de www.messkirch.de


Die Krone des Donautals

Kultur- und Tourismusverein Leibertingen e.V.

Rathausstr. 4 88637 Leibertingen Tel.: 07466 / 9282-0 (Fax -99) info@leibertingen.de www.leibertingen.de

einem Netzrippengewölbe, ein Kleinod der Festung. Eine äußerst gelungene Kopie des „Wildensteiner Altars“ vom Meister von Meßkirch ist der Mittelpunkt in dem kleinen Gotteshaus. Der dreiteilige Flügelaltar zeigt auf dem linken Seitenflügel Gottfried Graf von Zimmern und auf dem rechten Seitenflügel seine Ehefrau

Apollonia von Henneberg. Im Mittelteil befindet sich Maria mit dem Jesuskind, umgeben von 14 Heiligen. Es handelt sich nicht um die 14 Nothelfer, vielmehr sind es Hausheilige. Die Festung Wildenstein ist an zahlreiche Wanderwege angeschlossen und bietet Grillplätze und ein Wildgehege in unmittelbarer Nähe. -hg

Veranstaltungs-Tipps

18.7.2014, 19.30 Uhr: Aus der Zimmernschen Chronik, Lesung mit Prof. Werner Mezger, musikalische Begleitung Spielleut G‘hörsturz 21.9.2014, 11.00 Uhr: Wildensteiner Jahrmarkt mit altem Handwerk, mittelalterlichen Spielen und kulinarischen Leckerbissen.

Gottfried Werner von Zimmern, der im 16. Jahrhundert der Festung Wildenstein ihr heutiges Gepräge gab, hat sich mitsamt dem Wappenlöwen der Zimmern auf einem Innenflügel des Wildensteiner Altars in der Burgkapelle vom Meister von Meßkirch verewigen lassen.

21 Kultur und Geschichte hautnah: Leibertingen

Mit der Festung Wildenstein begegnet uns die imposanteste Höhenburg, die das Donautal inmitten ihrer herrlichen Landschaft zu bieten hat. Ihr heutiges Erscheinungsbild haben wir ebenfalls den Grafen von Zimmern zu verdanken. Der Chronik nach errichtet Gottfried Wilhelm von Zimmern, der Bauherr, Leimsieder und Eigenbrödler, anstelle der geplanten Neustadtanlage zunächst die Burgvorbauten. Mit den Herren von Zimmern ist insbesondere Gottfried Werner von Zimmern zu nennen, der in der Zeit von 1520 bis 1550 die Burg zur Festung ausbauen ließ. In dieser Zeit hat die Burg auch öfter als Zufluchtsort gedient. Zunächst während der Pestepidemie 1518/1519, danach während der Zeit der Bauernaufstände und wieder während des Schmalkaldischen Krieges. Durch List, so berichtet die Chronik, wurde im August 1642 von Hohentwieler Truppen kurzfristig die Burg besetzt. In den östlichen Wehrgang eingebunden ist die Burgkapelle aus dem 16. Jahrhundert, mit


22 Kultur und Geschichte hautnah: Beuron-Thiergarten

Die Ruinen Unter- und Ober-Falkenstein bergen viele Geheimnisse und sind nicht nur wegen ihrer Einbettung in die reizvolle Landschaft des Durchbruchstals der Donau von besonderer Attraktivität. Hoch über dem Donautal wurden im 16. Jahrhundert die Burgen Wildenstein und Falkenstein von den Meßkircher Grafen von Zimmern ererrichtet. Über Europa und Süddeutschland fegte damals der Sturm aus Dreißigjährigem Krieg, Reformation und Pest. In der Zimmernschen Chronik des Grafen Christoph Froben sind viele Episoden um Feste und Fäuste, Staats- und andere Affären, Moral und Morde überliefert. Die beiden Ruinen verdienen aufgrund ihrer geschichtlichen, kulturellen und architektonischen Bedeutung das bestmögliche Engagement zu ihrer Erhaltung. Beide Burgen gehören zu den sogenannten Felsenburgen, allerdings mit unterschiedlicher Ausprägung. Bei der auf einem Felssporn über dem Donautal vorgelagerten Burgruine Un-

ter-Falkenstein wurde die Architektur unnmittelbar in den Fels eingearbeitet. Durch eine dendrochronologische Untersuchung von erhaltenen Eichenbalkenresten konnte die Entstehungszeit der Burg in die Zeit um 1150 datiert werden. Sie ist somit die einzige noch bekannte Ruine des frühen Hochmittelalters überhaupt. Die Kernburg der Ober-Falkenstein sitzt auf einem über 40 Meter langen und 20 Meter breiten Felssockel. In ihren Anfängen stammt sie aus dem Mittelalter, doch aus dieser Epoche sind kaum Reste erhalten. 1516 erwirbt Gottfried Werner von Zimmern den Falkenstein als freies Eigentum und verkauft das Schloß knapp zehn

Jahre später an seinen Bruder Johann Werner. Während des Burgensterbens in der frühen Neuzeit geschah etwas Ungewöhnliches. Die Grafen von Zimmern bauten eine mittelalterliche Burg in ein Renaissance-Schloss um. Man wollte in schwierigen Zeiten einen sicheren Rückzugsort haben. Nachdem das Zimmern-Geschlecht 1594 keine Erben mehr hat, fallen die Burgen den Grafen von Helfenstein-Wiesensteig zu. Diesen widerfährt das selbe Schicksal 1627, wodurch die Fürsten zu Fürstenberg den Falkenstein erben, dessen Eigentümer sie bis heute sind.

Imposant erheben sich die Mauerreste am ehemaligen Ostturm, an dessen Stelle eine Wendeltreppe errichtet wurde


Wie ein Schiff auf Fels gebaut: OberFalkenstein wurde im 16. Jahrhundert auf einem nahezu eben gehauenen Felsen errichtet. Damit ist die Burg auch ein einzigartiges Architekturdenkmal, das der Architekt Wilfried Pfefferkorn in seinen Zeichnungen dokumentiert hat (rechts).

Die Zimmern vergaben auch viele Aufträge für Altarmalereien an den bis heute nicht eindeutig identifizierten, aber weltberühmten Meister von Meßkirch. Für das Schloss Falkenstein entstanden in seiner Werkstatt die Tafeln für einen Anna-SelbdrittAltar, der auch im Inventar von 1625 gelistet wird, wo es heißt: „Ein kunstlich gemahlte Althar Tafell. Hl. Anna bildtnuß, die Flügel mitt vil underschidlichen Patronen gemahlt und gezierth.“ ist aber auch eine dokumentarische Quelle für geschichtliche Vorgänge. Von der Falkenstein sind ebenfalls einige Episoden überliefert. Christoph Froben von Zimmern berichtet, unter welchen Umständen Gottfried Werner Freiherr von Zimmern das Schloss Falkenstein an der Donau von Wolf von Bubenhofen gekauft hat. Wolf von Bubenhofen kam aufgrund seines Lebenswandels in Nöte und bot die Burg zunächst Sixt von Hausen an, der aber nichts damit zu tun haben wollte. Auch die Verhandlungen mit Freiburger Kartäusermönchen scheiterten. Der verbliebene Verhandlungspartner Gottfried Werner von Zimmern erhielt den Zuschlag und baute mit Johann Werner die Burg komplett um. Die Zimmern schufen sich einen Rückzugsort in Zeiten von Krieg und Pest. Zugleich wurde Ober-Falkenstein als Lustschloss genutzt. Die Burgruine entstand im 12. Jahrhundert und ist somit die einzige erhaltene Burgruine aus dieser Zeit.

23 Kultur und Geschichte hautnah: Beuron-Thiergarten

li.: Eine Tafel aus dem Falkensteiner Altar. In der Darstellung des heiligen Georg wurde vermutlich auch der Hausherr Johann Werner von Zimmern porträtiert.


24 Kultur und Geschichte hautnah: Beruon-Thiergarten

oben: Das Blatt aus der Zimmernschen Chronik zeigt einen Fahnenträger des Hauses mit dem Wappen des Adelsgeschlechtes.

Doch das Burgleben war nicht immer amüsant, wie die Erzählung Christoph Froben von Zimmerns über die Ermordung des Burgvogtes Bernhart zeigt, die hier in einem Ausschnitt nacherzählt wird: Wie sich allerlei Sachen zu Heinstetten, Gutenstein und an andern Orten in der Herrschaft Meßkirch begaben

Eine kurze Zeit davor, ehe dann Herr Gottfried Werner das Schloss Falkenstein an sich gebracht hat, hat Wolf von Bubenhofen einen Vogt, genannt Bernhart, auf dem Schloss gehabt. Derselbe Bernhart hatte seine Frau aus Kreenheinstetten, genannt Engele Stüberin. Es begab sich, dass er mit seinem Schwiegervater Ulrich Stübern, der damals in Kreenheinstetten saß, wegen einiger unnachbarlicher Ansprachen zu Unfrieden wurde, dass er dem Schwiegervater auf Leib und Gut absagte. Der fürchtete ihn so übel, dass er einen Söldner von Gutenstein, genannt Lude Seger, der

ein Zimmermann und ein starker, gerader Mann war, bestellte, er solle ihm den Schwiegersohn umbringen. Darum gab er ihm vier Gulden. Derselbe Lude empfing das Geld, nahm sich in acht, und als einmal Bernhart unter Falkenstein an der Steige gegen den Weiler mit einem jungen Buben Holzscheite aufrichtete und also auf dem Beig stand, war der Lude zugegen, hinter einem Baum verborgen. Der schoss mit einer Pirschbüchse, traf ihn unter dem Arm, so dass er gleich herab fiel und tot war. Er wurde in Heinstetten begraben. Auf solchen Mord, wer den begangen, wurde viel Kundschaft gemacht, aber es blieb eine gute Zeit verschwiegen, so dass aus der Sache kein Urteil gesprochen werden konnte. Nun hat aber der Mörder, Lude Seger, einen Nachbarn zu Gutenstein, genannt Paule Plank, der war ein Taglöhner und gleichergestalt ein ansehnlicher und starker Mann. Sie hatten beide ihre Häuser daselbst nah beinander, und wie sie Nachbarn, auch beide starken Leibes, also hatten sie auch viele Mordssachen und andere böse Stücke miteinander vollbracht. Es begab sich ungefähr ein Jahr danach, dass ein Landsknecht aus Frankreich kam, genannt Barthel Preisinger, gebürtig von Gutenstein, der hat etliches an Geld heim gebracht. Auf den Barthel machten Lude Seger und auch sein Gesell, der Paule Plank, ihre Kundschaft, und als derselbe einmal nach Meßkirch ging und sie vom Geld bei ihm erfuhren, machten sie beide sich auch auf den Weg, und als der gute Barthel nicht fern vom Hohen Kreuz war, da griffen sie ihn gleich absichtlich an und ohne jedes Erbarmen schlugen sie ihn zu Tod. Sie plünderten ihn aus, liefen mit dem Geld davon wieder nach Gutenstein, den Leib ließen sie im Holz liegen. Noch desselbigen Abends wurde der Leib also tot und übel zerschlagen und zugerichtet von Etlichen aus Stetten am kalten Markt gefunden und erkannt. Die gingen eilends nach Gutenstein und berichteten dem Amtmann, auch anderen, wie sie den entleibten Barthel gefunden haben. Dieweil es aber so spät war, ließ der Amtmann die Sache in selbiger Nacht auf sich beruhen...

Wie die Geschichte weiter ging und ob die beiden Mörder ihrer gerechten Strafe zugeführt werden konnten, kann man auf den Infotafeln nachlesen, die von der Aktion Ruinenschutz oberes Donautal vor Ort errichtet wurden. Der Verein entstand in den frühen 1970er Jahren und verfolgte die Idee, die mächtige Burg Falkenstein auszugraben und zu sanieren. Bald begannen in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt die Grabungs- und Sanierungsarbeiten, die bis 1990 andauerten. Es erfolgten regelmäßige Maßnahmen zur Erhaltung des Geländes. 2010 wurde im Südturm die Aussichtsplattform restauriert und anschließend die innere südliche Zwingermauer und Teile der südlich gelegenen Wirtschaftsgebäude ausgegraben und saniert. Seit 2013 werden die Arbeiten fortgesetzt. Die Ergebnisse aus archäologischer, kultureller und architektonischer Sicht werden den Besuchern seither auf mehreren Informationstafeln rund um die Ruine Ober-Falkenstein präsentiert. Wer sich den Falkenstein erwandert, wird von den benachbarten Aussichtfelsen mit herrlichen Ausblicken belohnt und kann an der schattigen Grillstelle in Blickweite des imposanten Nordturms Rast machen. Verschiedene Wandertouren verbinden den Falkenstein mit dem Rabenfelsen, der St. Georgs-Basilika in Thiergarten (s. S.8), dem Restaurant Käppeler Hof (s.S.9) oder den Schaufelsen und die Neidinger Mühle. Für eine Ganztagestour bietet sich an, auch die Ruine Hausen einzubeziehen.

Die Aktiven in der Aktion Ruinenschutz


Familie Sessler Neumühle 1 88631 Beuron-Thiergarten Tel.: 07570 / 959-0 (Fax: -34) mail@neumuehle.de geöffnet von 11 bis 22 Uhr durchgehend warme Küche Donnerstag Ruhetag

Der Gasthof Neumühle bietet seinen Gästen regionale Spezialitäten, die saisonal aus frischen Produkten zubereitet werden. Bekannt und beliebt ist das Familienteam um Küchenchef Wolfgang Sessler für seine Wildgerichte aus heimischer Jagd und für ihre einmalige Einrichtung des Saales und der Stube mit Kachelofen aus traditionellem Töpferhandwerk.

Oben: Bei den Ausgrabungen wurden Scherben von Kachelöfen mit dem Allianzwappen der Adelsfamilien von Zimmern und von Henneberg gefunden.

Wer von der südlichen Vorburg ins Donautal schaut, erkennt schnell den wunderschön gelegenen Gasthof Neumühle, der nicht nur optisch eine starke Nähe zur Falkenstein aufweist. Denn als der Ober-Falkenstein 1717 wegen Unbewohnbarkeit aufgegeben wird, bricht man die Burg ab. Die Steine wurden verwendet, um die Neumühle zu errichten. Sie befindet sich seit 1919 in Besitz der Familie Sessler, die dort den beliebten Gasthof aufgebaut hat und heute in vierter Generation von Wolfgang Sessler geführt wird.

Aktion Ruinenschutz Oberes Donautal e.V. c/o Roland Schlaich Hardtstr. 20/1 72510 Stetten a.k.M.

Veranstaltungs-Tipp

Im Schatten der Burg Falkenstein am Nordturm erwartet die Besucher ein romantischer Grillplatz.

Bürgermeisteramt Beuron Kirchstr. 18, 88631 Beuron Tel. 07579/92100 info@beuron.de www.beuron.de

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24. Aug. 14, ab 10.00 Uhr: Naturerlebnistag im Naturpark Obere Donau Mit der Aktion Ruinenschutz, den Vasallen von Hohenberg, den Spielleut G‘hörsturz und Raija an der Ruine Ober-Falkenstein

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Vermieter-Netzwerk aus Fachhändlern mit Übernachtungsmöglichkeiten für Mehrtagestouren

Mit dem E-Bike über den Heuberg ins Donautal Vergleichbare Angebote bedeuten nicht immer Konkurrenz, sondern manchmal auch Ergänzung. Das beweisen drei E-Bike-Zentren in der Region. Peter Seifert vom Mobilitäts-Zentrum Bahnhof Balingen, Ralf Gagstatter von E-Motion-Technologies in Rietheim-Weilheim und Manfred Frei vom E-Bike-Center Donautal in BeuronLangenbrunn schaffen durch ihre Kooperation Synergien für ihre Kunden und Gäste. Das Paket aus Produktmanagement, Tourenentwicklung, Transfers, Support und Übernachtungsangeboten lässt viele Herausforderungen für Einzel- oder Gruppenreisenden gar nicht erst entstehen.

Balingen: Touristische Schnittstelle zwischen Ballungszentren und ländlichem Raum Es war nicht Eisenbahnromatik, die den Diplomhydrologen Peter Seifert veranlasste, einen Bahnhof zu erwerben, sondern die Idee mittels eines Blockheizkraftwerks Strom zu erzeugen. Das Kraftwerk stellt seinen Strom auch für das neu errichtete Mobilitäts-Center zur Verfügung, in dem E-Bikes verliehen, gewartet und auch verkauft werden. Das Stichwort „Nachhaltig-

E-Bike-Center Bahnhof Balingen

keit“ als Überschrift dieser Maßnahmen, schlägt sich dann auch auf die Produktpalette nieder. Qualitativ hochwertige E-Bikes sind im Programm, die dem Nutzer einen langen Nutzen garantieren. Aus dem eigenen Bekanntenkreis kennt er die Erfahrung mit billigen E-Bikes, die dann nach kurzer Zeit von den Nutzern frustriert in den Keller gestellt werden, die dann für diese Art der Fortbewegung nicht mehr zu begeistern sind. Touristisch sieht er für Balingen ausbaufähiges Potential. Hierher kann man gut mit dem Zug aus Stuttgart oder Tübingen anreisen und interessante Touren starten. „Unser Mobilitäts-

Center bietet Planungshilfen und den Verleih von E-Bikes an. Auch mal inklusive des passenden Werkzeugs, um im Geopark Dautmergen nach Fossilien zu suchen.“ Die Vernetzung mit den Kollegen in Rietheim und Beuron ist hier hilfreich, beispielsweise um große Gruppen mit Rädern ausstatten zu können. Und im Winter wird aus dem BikeLaden ein Repaircafé, in dem dann zum Beispiel ein Handwerker im Ruhestand einem Besucher hilft, ein Kabel am Bügeleisen auszutauschen. Ein kleiner Akt, von dem im Elektrogeschäft heutzutage wegen der Lohnkosten meistens abgeraten wird.

26 Mobil mit E-Bikes & Co.: Balingen

Die Ferienregion zwischen Balingen, Tuttlingen und Beuron lädt ein zu EBike-Touren durch die herrlichen Bergund Talwege zwischen Donau und Heuberg.

E-Bike Center Donautal E-Motion Technologies Rietheim-Weilheim La-Gare-Balingen GmbH E-Bike-Center im Bahnhof Balingen Bahnhof 1 • 72336 Balingen Tel. 07433 / 2780-262 (Fax -263) e-bike-center@bahnhof-balingen.de www.bahnhof-balingen.de


Rietheim-Weilheim: High-Tech-Mobilität ohne Grenzen haben an der frischen Luft und in der schönen Landschaft rund um die Täler des Faulenbachs und der Prim. Wer mehrtägige Touren unternimmt, kann bei e-motion in Rietheim zwischen Tuttlingen und Spaichingen mit Leihrädern starten oder Zwischenstation machen. Dort werden die Räder versorgt und Ralf Gagstatter kooperiert mit den örtlichen Gastronomen, wenn es um die Beschaffung eines Übernachtungsdomizils geht. Auch für große Gruppen stehen durch die Kooperation mit den MobilitätsZentren in Balingen und Beuron immer ausreichend e-Bikes für den Verleih zur Verfügung. Und

seine Marken- und Produktwelt bietet für jedes Interesse das geeignete e-Bike: Ob City, Comfort, Touring, Trekking, Sport, Speed oder Design, den Bedürfnissen und Geschmäckern sind hier kaum Grenzen gesetzt. Doch die Produkte sind nicht alles. Um das Niveau seiner herstellerunabhängigen Beratung auf aktuellem Zuschnitt zu halten, gehören Fortbildungen zum regelmäßigen Investitionsprogramm für Ralf Gagstatter und sein Team. Zum Service gehören auch der Verkauf von Zubehör und Finanzierungsangebote beim Kauf eines e-Bikes.

Fachkompetenz für E-Mobilität unter freiem Himmel liefert Ralf Gagstatter mit seinem Team. Segways (li.) können für repräsentative Zwecke ausgeliehen werden, entweder für Touren oder als betreuter Parcours.

Premium Shop Baden-Württemberg Süd Dipl.- Ing. Ralf Gagstatter Bulzingerstr. 49 78604 Rietheim-Weilheim Tel. 07424 / 9575 09 tut@emotion-technologies.de www.emotion-tut.de geöffnet Mo-Sa 13.00 - 18.00 Uhr

27 Mobil mit E-Bikes & Co.: Rietheim-Weilheim

E-Bikes, Pedelecs, Segways, eDreiräder. Bei e-motion Technologies in Rietheim-Weilheim gibt es alles, was Freiluft-Mobilität mit Elektromotoren verbindet. Kopf dieses Experten-Zentrums ist Ralf Gagstatter, seines Zeichens Ingenieur und passionierter Vertreter seiner Zunft im Großraum Tuttlingen und darüber hinaus. In seinem Shop verkauft er nicht nur alle e-Bike und Pedelec-Modelle seines Mobilitätsangebots, sondern lädt Einheimische und Gäste auch zu Touren mit dem Segway ein. So kann man die verschiedenen Fortbewegungsarten kennen lernen und in der Gruppe Spaß


Flotte Flotte: auch für große Gruppen stehen im Talhof E-Bikes zum Ausleihen bereit.

E-Bike-Center Donautal: E-Bikes und Verleih mit Rundumversorgung

28 Mobil mit E-Bikes & Co.: Beuron

Manfred Frei und seine Familie können ihr Angebot mitten in einer der schönsten Regionen Deutschlands machen. Kein Wunder also, dass das E-Bike-Center in Beuron-Langenbrunn in den Talhof integriert ist, zu dem auch Übernachtungsangebote für Gruppen und eine Ferienwohnung gehören. Ein idealer Standort zum Ankommen, sei es auf einer mehrtägigen Tour als Übernachtungs- und Servicestation, als Basisdomizil für Tagestouren oder als Anlaufstation für Touren mit geliehenen Rädern. Hierfür steht eine ganze Flotte bereit und durch

die Kooperation mit den Kollegen von e-motion in Rietheim und dem Mobilitäts-Zentrum Bahnhof Balingen können auch Großgruppen versorgt werden. Den Transfer der Räder, der Fahrer oder des Gepäcks ermöglicht Manfred Frei mit seinem hauseigenen Transporter. Bei den Produkten setzt Manfred Frei auf Qualität und Kompetenz. Deshalb konzentriert er sich auf den Hersteller Flyer aus dem Emmental. „Diese E-Bikes verschmelzen Schweizer Präzision mit deutscher Ingenieurskunst“. Flyer stattet seine E-Bikes mit den aktuell leistungsstärksten

Motoren von Panasonic und Bosch aus. Um die Qualität zu zeigen, bietet er Interessierten regelmäßig Ausfahrten ins Flyer-Werk nach Huttwil an. Sein Angebot ergänzt er mit Zubehör aller Art und einer hauseigenen Servicewerkstatt. Der gelernte Landmaschinenmechaniker-Meister steht aber nicht nur für optimale Funktionalität seiner Produkte, sondern auch für kompetente und umfassende Beratung. Ausführlich erklärt er die Vorzüge der Flyer-E-Bikes inklusive kostenloser Probefahrt. Ein Ausflug ins Donautal lohnt sich also immer. -stb

_next generat!on

Bike Center

Donautal

Manfred und Ulrike Frei Talhof 2 88631 Beuron-Langenbrunn Tel. 07579 / 9339009 info@e-bike-donautal.de www.e-bike-donautal.de


Der Talhof im Donautal

_Gruppenpension für bis zu 50 Personen _Scheune für bis zu 120 Personen für Hochzeiten, Tagesgruppen, Probenwochenenden, Veranstaltungen, Familienfeiern _Ferienwohnung für 2-6 Pers. _Wohnmobilstellplatz _Mietwagen-Service

Familienfeste und Kindergeburtstag mitten in der Natur feiern _Platz für die ganze Familie NEU! _Spielplatz _Grillstation _Dinocars zum Ausleihen _Hol- und Bringservice für Personen, Bikes und Dino-Cars mit unserem Bus

Ulrike und Manfred Frei Talhof 2 • 88631 Beuron-Langenbrunn Telefon 07579 933143 E-Mail info@talhof-donautal.de Internet www.talhof-donautal.de

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Der Talhof im Donautal


Gedenkstätte im Kreenheinstetten für den kaiserlichen Hofprediger Abraham a Sancta Clara

Gedenken an den Wortgewaltigen

30 Kultur und Geschichte hautnah: Kreenheinstetten

Im Geburtsort Abrahams befindet sich im ehemaligen Ökonomiegebäude des Dorfpfarrers („Pfarrscheuer“) direkt neben der Kirche und dem Denkmal Abrahams ein museales Kleinod. Leben und Werk des sprachgewaltigen Barockpredigers und -schriftstellers werden gezeigt. Die wichtigsten Lebensstationen und die geschichtlichen Rahmenbedingungen seines Wirkens sind in Text und Bild dargestellt. Originaldrucke aus der Lebenszeit Abrahams, Nachdrucke und Plagiate geben einen Eindruck von seiner großen schriftstellerischen Begabung und literarischen Bedeutung. Kernstück der Sammlung ist das Taufbuch der Pfarrgemeinde, in dem über den späteren Ordens-

Anfragen für Besichtigungen an Berta Rudolf unter 07570/414 Abraham a Sancta Clara Gedenkstätte Kirchplatz 3 88637 LeibertingenKreenheinstetten Eintritt: frei

mann vermerkt ist, dass er am 3. Juli 1644 auf den Namen Hans Ulrich Megerle getauft wurde. Im Jubiläumsjahr 2009 (300. Todestag am 01.12.1709) wurde eine Hörstation installiert, an der Texte von Abraham a Sancta Clara abgerufen werden können. Besichtigungen sind jederzeit nach Vereinbarung möglich. Auf Wunsch werden auch auf die Besuchergruppe zugeschnittene Führungen angeboten mit unterhaltsamen Kostproben aus dem reichhaltigen und humorvollen Werk Abraham a Sancta Claras. Eine Kostprobe: in einer seiner Predigten stellte er die Sittlichkeit am Hofe in Frage, indem er behauptete, sämtliche Jungfrauen Wiens könne man in einem Schubkarren vor die Stadt fahren. Die Empörung war groß, worauf Abraham nur erwiderte, dass er ja nicht gesagt habe, wie oft man fahren müsse. -br


Helmut Gröner, Kreenheinstetten Landgasthaus Zur Traube

Badische Küche im traditionellen Wirtshaus

Seine Speisekarte bietet saisonal immer wieder Außergewöhnliches. Im Frühjahr gehören Gänseblümchen auf den Salat. Woher er die nimmt? Ganz einfach: „Mir henn koin Rase, mir henn a Wies!“ Frische verbreiten auch sein Putenschnitzel im Kräuter-Ei-Mantel oder seine Lammkoteletts mit Kräuterkruste. Als Vorspeise empfiehlt er gerne seine „baddische Zwieblsupp“ und im Herbst serviert er mit seiner Familie Spezialitäten vom Wild aus der Region. Und eines gibt es bei Helmut Gröner immer gratis: sein unverwüstliches Lächeln.-stb

Landgasthaus Zur Traube Fam. Helmut Gröner Abraham a Sancta Clara Str. 12 88637 Kreenheinstetten Tel. 07570-440 (Fax -625) traube-groener@t-online.de www. traube-kreenheinstetten.de Montag Ruhetag

31 Junge Donau-Köche: Helmut Gröner

Die gute alte Zeit gab es vielleicht nie, aber „manches früher war einfach gut“, sagt Helmut Gröner und lässt in seiner Traube viel Platz für Traditionen. Dies gilt nicht nur für die Küche, wo er altbekannte Gerichte auf der Speisekarte führt. Schon die alte Wirtsstube im Geburtshaus von Abraham a Sancta Clara ist mit ihrer Holzvertäfelung, dem alten Ofen und dem Herrgottswinkel immer einen Besuch wert. Regelrecht gestürmt wird sie an den Abenden, an denen Helmut Gröner die alte Tradition des Wirtshaussingens wieder eingeführt hat. Einfach gerüstet mit einem kopierten Liederbuch, einer Zeitungsankündigung und Adolf Riester an der Quetschkommode hat er seine Einladung ausgesprochen. Wie groß der Wunsch nach unkomplizierter Geselligkeit bei einem rustikalen Vesper und einem guten Glas badischen Wein oder einem frisch gezapften Bier ist, sieht man an seinen singenden Gästen, von denen viele von außerhalb nach Kreenheinstetten kommen.


Heimat ohne Folklore!

32 Kultur und Geschichte hautnah: Was ist Heimat?

Ein Standpunkt von Bernd Langner

Heimat ist buchstäblich in aller Munde. Wo kürzlich noch »Bio« draufstand, klebt heute »Heimat« als Etikett. Landlust ist die Devise! Besonders bei Lebensmitteln kauft man heute nicht mehr umwelt- oder gesundheitsbewusst, sondern heimatbewusst. Da spielt es keine Rolle, dass die Produkte natürlich stets dieselben sind. Aber ist Heimat wirklich so beliebig austauschbar? Ist Heimat ein geeignetes Vehikel für zeitgeistige Marketingstrategien? Ist die Frage »Was ist Heimat?« schon beantwortet, wenn man auf die Hochglanzbilder der Werbung blickt? Ja, was ist eigentlich Heimat? Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn sich Werbung, Tourismus, Gastronomie oder Freizeitkultur dieser Marke bedienen. Aber besteht darin nicht auch eine Gefahr? Die Gefahr nämlich, dass Heimatbegriff oder Heimatgefühl

auf blühende Obstbäume, Kühe auf grünen Wiesen, gut gelaunte Menschen vor prall gefüllten Käsekörben oder Wandern im Weinberg reduziert werden. Vielleicht denken wir auch mal daran, dass es Menschen gibt, die keine Heimat haben, ihre Heimat verlassen mussten, sich in ihrer willkommenskulturschwangeren neuen Heimat auch wieder an den Rand gedrängt sehen und mit dieser Form von Werbefolklore nichts anfangen können. Welcher Heimatbegriff gilt dann? Haben die, denen es gut geht oder die schon immer da waren, ein Vorrecht auf Heimat? Es ist doch interessant, dass Heimatvereine häufig in die erzkonservative Ecke gestellt, wenn nicht sogar mit braunem Gedankengut in Verbindung gebracht werden, während die Produktwelt neuerdings vor lauter Heimat zu platzen droht. Dabei sind es gerade diese

Dr. Bernd Langner ist Geschäftsführer des Schwäbischen Heimatbundes und Verfechter eines modernen und offenen Heimatbegriffs.

Vereine, die ein sehr vielschichtiges, sehr differenziertes Heimatbild vermitteln. Ihnen geht es nämlich nicht um eine Kultur, an der nur die teilnehmen können, die sich gefälligst anpassen, sondern um einen sich ständig wandelnden Prozess des Gebens und Nehmens und des Formens, aus dem heraus »Heimat« täglich auf’s Neue entsteht. Nicht derjenige handelt verantwortungsvoll, der meint, die Grenzen von Heimat bestimmen zu dürfen und damit ausgrenzt. Verantwortung und Größe zeigt derjenige, für den Heimat nichts Statisches ist. Wie wäre es damit: Lassen Sie uns 10 Cent eines jeden Bergkäses und 1 Euro jeder Bierkiste dafür einsetzen, dass Heimat als Menschenrecht anerkannt wird – eine Heimat für alle! Immer! Überall! -bl

Moor erleben

im Naturschutzzentrum Wilhelmsdorf

en rlage hnkunden gegen Vo und Ba lt BODO- -Ticket) erha sweises eine is. (Ba-Wültigen Fahraun Eintrittspre des gü igung auf de Ermäß

Riedweg 3 – 5 | 88271 Wilhelmsdorf Telefon 07503 739 www.naturschutzzentrum-wilhelmsdorf.de Dienstag bis Freitag .................13:30 – 17:00 Uhr Samstag, Sonn- und Feiertag ...11:00 – 17:00 Uhr

Schwäbischer Heimatbund e.V. Weberstraße 2 • 70182 Stuttgart Tel. 0711 / 23942-0 (Fax -44) info@schwaebischer-heimatbund.de www.schwaebischer-heimatbund.de

in den Sommerferien an Wochenenden ....................10:00 – 18:00 Uhr Weihnachten und Silvester/Neujahr geschlossen


?

Das Freilichtmuseum In Neuhausen ob Eck nähert sich modern und stückweise dem Begriff Heimat zwischen gestern Und morgen. Ist Heimat da, wo die Kirche im Dorf gelassen wird und Hochzeiten noch ein Happy End sind? Oder ist das auch nur ein Bild von früher, das damals schon keine Gültigkeit hatte? Fragen dieser Art durchziehen die Auseinandersetzung mit dem Begriff Heimat, die im Freilichtmuseum in zunehmend ortlosen Zeiten auf originelle und umfassende Weise geführt wird. Auch führende Heimat-Künstler schreiten in Wort und Bild zur Tat, unter ihnen Stefan Strumbel oder Arnold Stadler (s.S.47). Die Ausstellung „Heimat 3.0“ wird 2014 durch eine zweite ergänzt. In „Heimatstücke“ waren die Besucher aufgefordert, ihren Beitrag im Museum einzureichen und das Thema um ihr persönliches Heimatempfinden zu erweitern. Der Schafstall wartet 2014 unter dem neuen Label KISS mit der neu eingeführten Filmnacht auf. Immer am ersten Mittwoch im Monat werden 3mal Filme zum Thema Heimat und 3mal mit historischen Kostbarkeiten gezeigt. in der Reihe KISS am Sonntag gibt es Vorträge zu aktuellen Themen wie der Rechtsmedizin, dem 100jährigen Erinnern an den ersten Weltkrieg oder die Fasnet. Nach wie vor werden auch die traditionellen Angebote wie die Kirbe oder der Rundgang durch Architektur, Handwerk, Landwirtschaft und Handel vergangenener Zeiten präsentiert. Und wer vor Ort heiraten will, kann dies auch tun. Programm anfordern und Besuch machen lohnen sich also immer. -stb

Mühlheimer Straße 78579 Neuhausen ob Eck geöffnet bis 2. November 2014 Dienstag bis Sonntag, 9 -18 Uhr, an Feiertagen auch montags Programm auch im Internet: freilichtmuseum-neuhausen.de

33 Kultur und Geschichte hautnah: Neuhausen ob Eck

Kultur im Schafstall wird KISS


Spielend durchs Leben Die Spielleut G‘hörsturz aus Spaichingen begeistern das Publikum in der Region mit derben und humorvollen Liedern aus vergangenen Zeiten

34 Kultur und Geschichte hautnah: Spaichingen

„Leute, holt die Wäsche rein, die Komödianten kommen“, hieß es früher, wenn sich wanderndes Theatervolk und Musikanten den Stadtund Dorfgrenzen näherten. Die Spielleut G‘hörsturz können heute mit weitaus mehr Offenheit rechnen, wenn sie als Vaganten durch die Lande tingeln. Doch damals wie heute nehmen die Musiker gerne die Münzen, die mehr oder weniger spärlich im Hut landen, der dem Publikum unter die Nase gehalten wird, um einen materiellen Beweis für sein Wohlwollen zu erheischen. Der Unterschied zu früher: keiner der Spielleute muss seinen Lebensunterhalt davon bestreiten.

„Jahresringe“ heißt die neue und erste CD der Spielleut G‘hörsturz. Das deutet bereits etwas an von der musikalischen Reife, die sich die elf Mitglieder mit ihren Instrumenten, Stimmen und Tänzen in den letzten zwölf Jahren angeeignet haben. Bei genauerem Hinhören entpuppt sich die Gruppe auch als

Die Wallfahrtskirche auf dem Dreifaltigkeitsberg oberhalb Spaichingens. Hier sind die Musiker, Sänger und Tänzer von G‘hörsturz zu Hause.

durchaus mitten im Leben stehend. Die meist neuzeitlichen Lieder mit ihren frechen Texten sind zuweilen recht direkt und wen wundert‘s? Es geht um Liebe, Tod, Politik und andere Schwächen des menschlichen Lebens. An Theatralik fehlt es auch nicht und die besungenen Unzulänglichkeiten lösen sich im

Unterschied zur Politik zum Glück meistens in einem Lachen auf. Die Menschen zu amüsieren ist das einfache, aber klare Ziel der elf Musiker. Die Liste der von ihnen bearbeiteten Instrumente ist vielseitig und ungewöhnlich. Sind Flöte, Dudelsack oder Gitarre üblicherweise bekannt, gehören


Die neue CD bestellen unter

www.ghoersturz.de Chalumeau, Gaita, Rauschpfeife, Schalmei, Cister, Drehleier, Bouzouki oder Xaphoon für die Meisten zu den exotischen Instrumenten. Bei den Auftritten der Spielleut G‘hörsturz kann man sie allesamt kennenlernen. Mit ihrem Karren bereisen sie ganz Baden-Württemberg. Meist sind sie auf Mittelaltermärkten anzutreffen, wie den Ritterspielen in Horb oder dem Zunftmarkt in Reutlingen. Fest eingeplant ist auch immer die traditionelle Kirbe im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck (s.S.35) und während des Naturpark-Erlebnistages im Oberen Donautal gastieren sie auf dem Falkenstein (s.S.24). Sie begleiten aber auch private Geburtstage oder Hochzeiten oder amüsieren die Gäste bei geschäftlichen Events. Der ungewöhnlichste Auftritt findet ohne Zweifel beim Balinger Auto-Team statt, wenn die Musiker das Publikum auf der Bühne in der Werkstatt erfreuen, wo sonst ölverschmierte Blaumänner an Hebebühnen ihre Arbeit machen. Nicht unterschätzen sollte man das Lagerleben, das insbesondere bei den mehrtägigen Aufenthalten gepflegt wird und dem Publikum Gelegenheit gibt, mit den Spielleut G‘hörsturz ins Gespräch zu kommen. - stb

Auftritte 2014 in der DonautalMagazin-Region: 28.-29.6. Mittelaltermarkt Eigeltingen 18.7. Burg Wildenstein 31.8. Ober-Falkenstein 4.-5.10. Kirbe Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck

Auto-Team GmbH Wasserwiesen 31 72336 Balingen Telefon 07433/90970-0 www.auto-team.de

Veranstaltungstipp in Spaichingen

Raija ist mit ihren grammen für Kinder Erwachsene aktiv gute Hexe, Tänzerin Feuerkünstlerin.

Pround als und

Kulturarbeitskreis Bahnhofstraße 5 78549 Spaichingen info@spaichingen.de www.spaichingen.de

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26.9.14, 20:00 Uhr, Kabarett: Bernd Kohlhepp: „Hämmerle trifft Elvis“


Inzigkofener Spuren der Amalie Zephyrine

36 Kultur und Geschichte hautnah: Inzigkofen

Amalie Zephyrine zu Salm-Kyrburg (1760-1841) ist bis heute in Hohenzollern bekannt. Am prominentesten geschieht dies in Inzigkofen, wo sie den Fürstlichen Park anlegte und der Amalienfelsen nach ihr benannt wurde. Der Legende nach ist sie von diesem Donaufelsen in den Tod gestürzt. Verstorben ist sie aber friedlich in Sigmaringen. Legendär ist sie dennoch.

Amalie stammte aus deutschem Adel, geboren wurde sie in Paris. Nach Hohenzollern kam sie durch die Heirat mit dem damaligen Prinzen und späteren Fürsten Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen. Doch kurz nach der Geburt des Sohnes floh sie zurück ins mondäne Paris. In den Wirren der Französischen Revolution verlor sie ihren Bruder, kam aber auch in Kontakt mit Napoleon. Diese Begegnung ist bis heute von großer Bedeutung. Durch ihren Einfluss gestand ihr Napoleon die Selbstständigkeit der beiden hohenzollerischen Fürstenhäuser in Hechingen und Sigmaringen zu. Die Fürstentümer wurden somit nicht in das Königreich Württemberg eingegliedert und machten Ihren Mann zum ersten Souverän von Hohenzollern-Sigmaringen. Man musste auch keine

Steuern abführen oder Soldaten für den Napoleonischen Russlandfeldzug stellen. Amalie kehrte sogar ins Hohenzollerische zurück, wo sie zunächst im Kloster in Inzigkofen lebte, das ihr Mann mit anderen Gebieten in der Region zum Ausgleich für den Zuschlag seiner niederländischen Besitzungen an Frankreich erhielt. Amalie ließ den Fürstlichen Park mit der Teufelsbrücke anlegen, der im Rahmen des Landschaftsparks Junge Donau eine aktuelle Belebung erfährt. Park und Kloster lohnen sich nicht nur wegen Amalie für reizvolle Wanderungen. Im ehemaligen Augustinerchorfrauen-Stift warten weitere Naturereignisse, das Bauern- und Klostermuseum und ein Kräutergarten auf Gäste. Das Kloster ist auch reizvoller Standort des Volkshochschulheimes. -stb

Amalie Zephyrine lebte im säkularisierten Kloster

Führungen im Fürstlichen Park und im Kloster sowie weitere Informationen Bürgermeisteramt Inzigkofen Ziegelweg 2 • 72514 Inzigkofen Tel: 07571 / 7307-0 (Fax -25) post@inzigkofen.de www.inzigkofen.de Volkshochschulheim e.V. Parkweg 3 • 72514 Inzigkofen Tel: 07571 / 7398-0 (Fax -33) info@vhs-heim.de www.vhs-heim.de


Licht- und Schattenspiele an der Quelle Europas

Das blaue Rathaus: Symbol der Stadtgeschichte(n), die Martina Wiemer unterhaltsam nahe bringt

Die Erlebnisführungen können gebucht werden bei der Tourist-Info Donaueschingen Karlstraße 58 78166 Donaueschingen Telefon 0771 857-221 (Fax -228) tourist.info@donaueschingen.de www.donaueschingen.de

Nach Donaueschingen gelangt man zuweilen mit abenteuerlichen Schicksalen. 1906 tobt der große Stadtbrand und löst gefräßige Zerstörung aus. Donaueschingen ersteigt „Durch aller Hilfe“, wie es bis heute am Eingang zum Blauen Rathaus heißt, wie Phönix aus der Asche. Hilfreich ist der damals einsetzende Katastrophentourismus, der nicht nur Geld, sondern auch Kaiser Wilhelm II. nach Donaueschingen bringt. In seinem Gefolge ist das Dienstmädchen Martina, das sich an der Donauquelle in einen Gesellen verliebt und Dank der Gnade ihres Herrn in Donaueschingen bleiben darf. In die Figur dieser Dienstmagd schlüpft Martina Wiemer, wenn sie auf ihrer Stadtführung in der Abenddämmerung mit Kostüm und skurrilen Requisiten den Gästen und Einheimischen

die Geschichte der Stadt vorstellt. Die dreht sich freilich ganz um die Donauquelle, an der Mutter Baar ihre Tochter Donau durch ganz Europa schickt und zur Lebensader zahlloser Völker und Kulturen in zehn Ländern wird. „Black to Black“ lautet die Devise grenzüberschreitender Projekte zwischen Schwarzwald und Schwarzem Meer. Die ersten Schritte geht man in Donaueschingen mit, wenn man von der Donauquelle entlang der Brigach an den Zusammenfluss kommt, der das berühmte Sprichwort geformt hat: „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg“. Weitere Erlebnisführungen bringen den sehenswerten Reichtum der Fürstenberg-Stadt nahe. Auch an Tratsch und Erkenntnissen, die in keinem Geschichtsbuch stehen, fehlt es dabei nie. -stb

37 Kultur und Geschichte hautnah: Donaueschingen

Die Erlebnisführungen „Donaueschingen – Licht- und Schattenspiele“ und „Die Donau - von der Quelle bis zum Zusammenfluss“ zeigen Kultur und Geschichte(n) auf besondere Weise.


Geschichte des Militärs in wechselvoller Zeit

38 Kultur und Geschichte hautnah: Stetten am kalten Markt

Die Militärgeschichtliche Sammlung der Bundeswehr zeigt das Leben der Soldaten am Standort Stetten am kalten Markt in den Epochen seit dem wilhelminischen Kaiserreich bis heute, aber auch zivile Nutzungen. Mittelpunkt der Sammlung ist ein Flugkörper von weltgeschichtlicher Bedeutung. Das Feuerwehrmuseum ergänzt die sehenswerte Sammlung.

Lothar Sieber steuerte den ersten senkrechten bemannten Raketenflug der Welt am 1. März 1945.

Das Herzstück in der Militärgeschichtlichen Sammlung in der alten Offizierspeiseanstalt des Truppenübungsplatzes Heuberg der Bundeswehr in Stetten am kalten Markt bildet ohne Zweifel die Bachem BA 349A. Berühmt ist die Rakete unter dem Namen NATTER. Als Replik in der Original-Abschussrampe steht sie für den ersten bemannten, senkrechten Raketenstart der Welt. Er fand am 1. März 1945 statt und endete mit einem Absturz. Der Pilot Lothar Sieber verlor sein Leben. Das Thema wird ergänzt durch weitere Originalteile, Schriftstücke und Fotos, die Sammlungsleiter Marcus Klotz durch seine umfangreiche Sachkenntnis ergänzt und die Fragen der Gäste gerne beantwortet. Die Ausstellung bietet geschichtlich, militärisch oder technisch Interessierten einmalige Einblicke in den Bau der Natter und die Ereignisse um den ungewöhnlichen Flugkörper, der Freund und Gegner gleichermaßen anzog. Politische Fortbildung für die gesamte Bevölkerung Die Sammlung dient der politischhistorischen Bildung der Soldaten, ist aber auch für die zivile Öffentlichkeit und Schulklassen zugänglich. Den Besuchern werden aus der Geschichte des Militärs am Standort anschaulich Maßstäbe zur politischen Einschätzung der Gegenwart vermittelt. Wichtiges Anliegen ist auch die Unterscheidung nahe zu bringen, dass militärische Traditionen keine eigene Epoche darstellen, sondern in die einzelnen geschichtlichen Epochen eingebettet sind und die Entwicklung der gesamten Gesellschaft in diesem Bereich dokumentieren. Im Mittelpunkt stehen dabei der Alltag der Soldaten und die technischen Entwicklungen seit etwa 1900. Durch die Errichtung des Truppenübungsplatzes wurde aus dem bäuerlich-kargen badischen Marktflecken ein bis heute bedeutender Militärstandort.


Marcus Klotz, der die Sammlung konzipiert und aufgebaut hat, erläutert den Besuchern Hintergründe zu den Ausstellungsstücken.

Feuerwehrmuseum Das Gebäude der Militärgeschichtlichen Sammlung beherbergt auch das Feuerwehrmuseum der Gemeinde Stetten am Kalten Markt. Seine Aufgabe ist die Pflege und Erhaltung von Gegenständen der persönlichen Ausrüstung der Feuerwehren aus Württemberg, Baden und Hohenzollern. Aber auch Regionen wie Preußen, Sachsen, RheinlandPfalz und Bayern, sowie das benachbarte Ausland sind vertreten. Helme, Mützen, Uniformen, Beile, Dolche und Säbel, sowie zahlreiche Ehrenzeichen und Auszeichnungen aus dem Feuerwehrwesen sind zu sehen. Historische Gerätschaften wie Ledereimer usw. haben sich um die alte Saug- und Druckpumpe aus dem Jahre 1867 versammelt. -stb

Bürgermeisteramt Rathausplatz 1 72510 Stetten a.k.M. Tel. 07573/9515-0 (Fax -55) post@stetten-akm.de www.stetten-akm.de Militärgeschichtliche Sammlung und Feuerwehrmuseum Zugang über Soldatenheim „Haus Heuberg“ Hardtstraße 47 72510 Stetten a.k.M. www.mgs-stetten.de Öffnungstage 2014 22.6., 13.7., 27.7., 10.8., 24.8., 14.9., 28.9. jew. 10-17 Uhr; Führungen auf Anfrage unter Tel. 07573 / 9589415 Veranstaltungstipps 16. Juli 2014, 19.30 Uhr Ausstellungseröffnung „1914 – Auftakt zu einem blutigen Jahrhundert“ mit Vortrag „Der Truppenübungsplatz und das Lager Heuberg im Ersten Weltkrieg“ 18.-20. Juli 2014 Sammlungsfest mit Militärfahrzeugtreffen

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2014 = 100 Jahre Erster Weltkrieg Im laufenden Jahr beteiligt sich die Militärgeschichtliche Sammlung an den Gedenkveranstaltungen zum Kriegsausbruch. „1914 – Auftakt zu einem blutigen Jahrhundert“ lautet der wenig beschönigende Titel der Ausstellung, die am 16. Juli eröffnet wird. Ergänzt durch einen Vortrag wird die Rolle des Truppenübungsplatzes im Lager Heuberg im Ersten Weltkrieg aufgezeigt, der den Besuchern die „Blutmühlen des Stellungskrieges, der Industrialisierung des Krieges sowie dessen Folgen“ vermittelt, wie es in der Ankündigung heißt.


Geschichtsträchtige Donaupromenade mit weltoffenem Flair Tuttlingen ist für viele überraschungen gut

40 Kultur und Geschichte hautnah: Tuttlingen

Die Ruine Honberg thront über der Stadt als Wahrzeichen für die lange Geschichte Tuttlinges. Die Burg stammt zwar aus dem 15. Jahrhundert, doch die Überlieferung der Stadt beginnt bereits Ende des 8. Jahrhunderts. Die erhaltene Ruine ist jedes Jahr die Kulisse für den Honberg-Sommer. International bekannte Künstler ziehen tausende Fans an, die unter freiem Himmel die Sommernächte genießen. Ähnlich ist es an der heute so gepflegten Donaupromenade direkt in der Tuttlinger Innenstadt, die schon immer das Interesse auf sich gezogen hat. Das überrascht, denn im 19. Jahrhundert hatten die


seinswandel in der Bevölkerung: „An der gestauten Donau oberhalb des Wehrs kam es zur ersten Zuwendung zum Wasser. Vorher gab es hier nur Hochwasser, Dreckwasser und Stinkwasser.“ Heute bezieht man die Interessen von Naturschutz, Landschaftspflege oder Naherholung in das Nutzungskonzept der Donau ein. Dank der engagierten Beteiligung ortsverbundener Unternehmen entwickelt sich die Tuttlinger Innenstadt immer mehr zum attraktiven Einkaufs- und Freizeitraum. Das gilt auch für die örtliche Gastronomie. Strandflair bietet die Donaupromenade mit ihren Einkehrmöglichkeiten. Nach

der Arbeit oder einem Spaziergang servieren die Sommerlounge Golem und der Irish Pub im Erdgeschoss des Kinos an der Donaupromenade um die Groß Bruck auf ihren Terrassen frisches Food und coole Drinks. In weltoffenem Ambiente kann man für kurze Zeit den Alltag vergessen und mit der Donau die Gedanken in die Ferne schweifen lassen. Vielleicht kann man Gedanken an Reisen zu den berühmteren Donauabschnitten in Bayern, Österreich oder Ungarn mit dem serbischen Dichter Miodrag Pavlović, der seit vielen Jahren in Tuttlingen lebt, entgegnen: „Warum bleiben wir nicht hier?“ -stb

Golem - Sommerlounge Stuttgarter Str. 8/2 78532 Tuttlingen Bei schönem Wetter geöffnet von Montag bis Sonntag von 11:00 bis 23:00 Uhr! Fürstenberg’s Irish Pub In Wöhrden 3 78532 Tuttlingen tel. 07461 / 9654801 info@irish-pub-tut.de www.irish-pub-tut.de Öffnungszeiten Mo-Do: 11:00 – 01:00 Fr-Sa: 11:00 – 03:00 So: 15:00 – 01:00

41 Kultur und Geschichte hautnah: Tuttlingen

Gerber entlang der Donau an der Gerberwiese, der Unteren Vorstadt oder in Wöhrden ihre Werkstätten. Sie schütteten ihre wenig nasenfreundlichen Brühen in die Donau. Am Ufer lebten auch andere, Wasser nutzende Zünfte wie die Färber, Müller oder die Messerschmiede, die in den 1860er Jahren die MedizintechnikÄra in Tuttlingen einläuteten. Mit der einsetzenden Industrialisierung, welche das Tor ins Durchbruchstal zum Weltstandort machte, wurde die Donau mit den Villenbauten entlang der Linden-Allee an der Weimarstraße entdeckt. Architekt Günter Herrmann erzählt über den Bewusst-


Der Berg der Ästheten

42 Kultur und Geschichte hautnah: Hausen ob Verena

Die Kunststiftung Hohenkarpfen widmet sich seit vielen Jahren der gegenständlichen Kunst im Südwesten Deutschlands. Inhaltlich legt sie besonderen Wert auf die Landschaftsmalerei. Mindestens zweimal jährlich lädt sie die Bevölkerung zu ihren aktuellen Ausstellungen ein. 2014 werden seit April der Maler Werner Rohland (1899-1974) und ab dem Sommer der Maler und Holzschnitzer Fritz Lang (1877-1961) gezeigt. Wer Künstler aus dem deutschen Südwesten entdecken will, sollte unbedingt die Kunststiftung Hohenkarpfen besuchen. Wenn man den Hohenkarpfen betritt und die Freude der Menschen an der Kunst erkennt, spürt man etwas von ihrer Sehnsucht, in Skulpturen, Malereien oder Zeichnungen Existenzielles über das Leben zu erfahren. Die Ausstellungen und die eigene

Sammlung sind geprägt von stilund schulbildenden Landschaftsmalern, die an den Kunstakademien in Karlsruhe, Stuttgart und München ausgebildet wurden. Ausstellungen für Exponierte Viele von ihnen gehören durch ihre Art aber nicht unbedingt zu den Vertretern bestimmter Schulen. Häufig sind sie Grenzgänger mit besonderen Lebensläufen. Kunst-

vermittlung lautet der Auftrag der Stiftung, dem sie durch Ausstellungen und Atelierbesuche gerecht wird. In diesem Jahr werden zwei Künstler vorgestellt. Im Sommer wird eine Ausstellung über Fritz Lang eröffnet und seit April wird die Ausstellung „Werner Rohland - Figuren Räume Landschaften“ gezeigt. Werner Rohland steht für „das Neuerwachen des Kunstschaffens im Oberland“, so der Vorstandsvorsitzende Professor Friedemann Maurer. Von besonderer Bedeutung sind für das Werk Werner Rohlands zwei Aspekte. Da ist zunächst die Debatte zwischen den Anhängern gegenständlicher und ungegenständlicher Kunst. Gegenständliche

Dr. Stefan Borchardt konzipiert die Ausstellungen; links: Werner Rohland: „Im Ardéche (La Maliène), 1971


Kunst schien nach den rassistischen Kunstexzessen im Nationalsozialismus undenkbar. Rohland gehört nicht zu den Wortführern, doch sein Werk bildet einen Höhepunkt in dieser Auseinandersetzung. Und da ist seine Liebe zur französischen Kunst, die er während seiner Kriegsgefangenschaft entdeckt. In seine geistige Ahnengalerie gehören Künstler wie Oskar Kokoschka oder Lovis Corinth, doch er findet in der französischen Kunst wesentliche Impulse: „Die Deutschen überlassen sich zu sehr ihrem Temperament“, schreibt er später. In seinen Arbeitsprozessen führt er Deutsches und Französisches zusammen. Erregung führt zum Motiv, während die Arbeit in der Ruhe geschieht. Er wird so der „Maler der intimen Atmosphären, einfach und mächtig in der Farbe“, wie es Kustos Dr. Stefan Borchardt zusammenfasst. Werner Rohland blieb Zeit seines Lebens bescheiden: „Alles, was ich geschaffen habe, habe ich von anderen gelernt. Ich habe es lediglich anders gesehen.“ -stb

Ausstellung bis 20. Juli geöffnet Mi. bis So. und an Feiertagen: 13.3018.30 Uhr

Hofgut Hohenkarpfen 78595 Hausen ob Verena Tel. 07424/4017 museum@kunststiftunghohenkarpfen.de www.kunststiftunghohenkarpfen.de Nächste Ausstellung 27. Juli - 9. Nov. 2014 Zwischen Alb und Afrika Die Bildwelten des Malers und Holzschneiders Fritz Lang

Oben: Werner Rohland beim Zeichnen in seinem Atelier in Tiefenbach, 1951; Unten: Der Vorstandsvorsitzende der Kunststiftung Hohenkarpfen, Prof. Friedemann Maurer (Mitte) mit den Söhnen von Werner Rohland

43 Kultur und Geschichte hautnah: Hausen ob Verena

Die Ausstellung „Werner Rohland - Figuren, Räume, Landschaften“

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Religiöse Kunst in Oberschwaben

44 Kultur und Geschichte hautnah: Kreisgalerie Schloss Meßkirch

In der von der Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur initiierten und von acht öffentlichen und privaten Museen und Galerien zwischen Alb und Bodensee getragenen Ausstellungsreihe „Kunst Oberschwaben 20. Jahrhundert“ ist in der Kreisgalerie Schloss Meßkirch bis 24. August 2014 die Schau „Moderne und Glauben: Religiöse Kunst“ zu sehen. In der Kunst des 20. Jahrhunderts blieb die Auseinandersetzung mit religiösen Themen und christlichen Motiven eine wichtige Bildaufgabe. Im Mittelpunkt stand dabei die existenziell motivierte Suche nach einer neuen Geistigkeit und einer zeitgemäßen Glaubwürdigkeit. Auch und gerade in Oberschwaben beschäftigten sich zahlreiche Künstler intensiv und durchgängig mit Fragen des Glaubens. Mit über 90 ausgewählten Werken von 31 Künstlerinnen und Künstlern vermittelt die Schau einen breitgefächerten Überblick über die künstlerischen Positionen und Ausdrucksformen in der oberschwäbischen Kunst vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die ausgestellten Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Skulpturen, Glasfenster und Fotografien schlagen den Bogen über knapp 140 Jahre religiöses Kunstschaffen vom Historismus bis Öffnungszeiten 11. Mai bis 24. Aug. 2014, jew. Freitag bis Sonntag sowie feiertags 13 – 17 Uhr Sonderführungen Sonntag, 22. Juni 2014, 15 Uhr, mit Kurator Dr. Andreas Gabelmann Sonntag, 6. Juli 2014, 15 Uhr, mit Dr. Michael Kessler, Vorsitzender des Kunstvereins der Diözese Rottenburg-Stuttgart Katalog Sonderpreis von 18 Euro in der Ausstellung, und für 19,80 Euro im Buchhandel: Andreas Gabelmann u. Edwin Ernst Weber: Kunst Oberschwaben 20. Jahrhundert. Moderne und Glauben: Religiöse Kunst. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2014, ISBN 978-3-89870-8432, 216 Seiten, 91 ganzseitige Abbildungen, 20 Bilder zum Text Landratsamt Sigmaringen Stabsbereich Kultur und Archiv Leopoldstraße 4 72488 Sigmaringen Tel. 07571/102-1140 (Fax -1199) www.kunst-oberschwaben.de

zur Konzeptkunst unserer Tage. Nach Erneuerungsversuchen der Beuroner Malermönche vollzog sich der Aufbruch in die Moderne mit dem Expressionismus, der in Oberschwaben mit der Stilströmung des Expressiven Realismus während der 1920er und 1930er Jahre eine zeitlich verzögerte, gemäßigte Ausprägung erfuhr. Ein weiterer Schwerpunkt religiöser Kunst liegt nach 1945, als viele Künstler im zeittypischen Spannungsfeld zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion agierten. Mit kirchlichen Aufträgen erlebte die religiöse Kunst in den 1950er bis 1970er Jahren einen vorerst letzten Aufschwung. Mit Malern und Bildhauern wie Albert Burkart, Hilde Broër, Otto Dix, HAP Grieshaber, Emil Kiess, Desiderius Lenz, Pietra Löbl, Willibrord Verkade und vielen anderen beleuchtet die Ausstellung den Wandel der religiösen Kunst von der tradierten Vermittlung christlicher Heilsbotschaft über zeit- und gesellschaftskritische sowie philosophisch-transzendente Ansätze bis zum autonomen Selbstausdruck des Künstlers. Damit erschließt die Ausstellung erstmalig ein bedeutendes Kapitel oberschwäbischer Kunstgeschichte im 20. und frühen 21. Jahrhundert. Im Vergleich zu benachbarten Akademiestädten und urbanen Regionen fällt in Oberschwaben die lange Fortdauer des religiösen Paradigmas bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts auf: Mit den

Pionieren Karl Caspar und Willibrord Verkade kommt vor dem Ersten Weltkrieg die künstlerische Moderne in religiösem Gewand nach Oberschwaben. Mit diesen beiden sowie später vor allem Wilhelm Geyer und Albert Burkart besitzt die religiöse Kunst eine über die Region hinausreichende Strahlkraft. Die Gründe dürften in der gesellschaftlich-kulturellen „Verspätung“ Oberschwabens liegen, dessen ländlich-katholische Prägung bis in die 1970er Jahre anhielt, weiter in der katholischen Sozialisation und persönlichen Kirchennähe vieler Künstler und nicht zuletzt in der lange fortbestehenden Bedeutung der Kirche und religiös interessierter Privatleute als Auftraggeber, Käufer und Sammler. Abbildungen links: Karl Caspar: Drei Frauen am Grabe, Öl auf Leinwand, 1921 oben: Albert Birkle: Kreuzigung (Kruzifixus), Öl auf Leinwand, um 1923/24


Arnold Stadler zum 60. Geburtstag

“Es gibt keine Provinz, es gibt nur Welt, aber das habe ich nicht gewusst.” So beschreibt Arnold Stadler seine Weltsicht und vermisst in seinen Romanen die Landschaften und Seelen von Schwäbisch-Mesopotamien, dem Zweistromland zwischen Donau und Rhein, wo der Bodensee nicht mehr ist als die große Ausbuchtung eines Flusses. Stehende Gewässer liegen ihm nicht. Stillstand in Orten auch nicht. Sein Heimatort Rast hat den denkbar ungeeignetsten Namen für Stadlers Lebensmittelpunkt. Doch im Landgasthof beim schwäbischen Wurstsalat, da fühlt er sich wohl. Sein Blick schweift dann durch die Stube, während er sich erzählen lässt, wer von den Gästen nun zu welcher Familie im Dorf gehört und wer die Tochter oder der Sohn von wem ist. Mit genauem Blick auf die Menschen schreibt er - mal in seinen Erinnerungen, mal in deren Leiden - mit seinen Heimatromanen gegen den Heimatverlust an. Immer wieder beschäftigen ihn die Minderwertigkeitsgefühle der Landbevölkerung wie bei einem Kirchenchor-Ausflug in den 1960er Jahren: „Der Name, der alte Bus, die Nummer: und drinnen wir. Nur wenn wir unter uns waren, schämten wir uns nicht. Sonst fremdelten wir wie Kleinkinder in ein paar bestimmten Monaten, wir aber ein Leben lang“, heißt es in „Ein hinreissender Schrotthändler“. Heimat ist für Stadler Lebenselixier und Erdung. In „New York machen wir das nächste Mal“ lässt der Erzähler den Protagonisten Roland reflektieren: „Damals war die Sehnsucht seine Zukunft, so wie die Vergangenheit nun sein Heimweh war.“ „Das Urbild von Größe gibt für mich der Raster Kirchturm ab“ bekennt er sein Heimatdorf als Kristalisationspunkt. Die großen Denker der Region wie der Philosoph Martin Heidegger oder der Hofprediger Abraham a Sancta Clara gehören zu seinen geistigen Bezugspersonen. Die Beschäftigung mit den Menschen seiner Heimat ist aus Anhänglichkeit geschehen. „Ich wollte mich nicht über die Menschen lustig machen, sondern ich habe sie ernst genommen, wahrgenommen“, sagt der Büchner-Preisträger. Unverhohlen zettelt Arnold Stadler eine Don-Quijoterie an, damit die Würdigung seines literarischen Lebenswerkes nicht zum gesellschaftlich-repräsentativen Genrebild degeneriert. Energisch reitet er dann dem politischen Publikum entgegen und lanciert eine Attacke gegen die Ignoranz der Energiewende, die in Gestalt von Windrädern die Landschaft seiner Heimat zerstören - dabei “luftet’s do gar net”. Vehement wehrt er sich gegen diese „Windkraftmonster“. Die Landschaft sei das wertvolle, zu schützende Kapital der Region. Es könne einem die „Schwarzwaldtannen-Schwermut“ befallen, bei dieser fortschreitenden Verwüstung unseres gemeinsamen Lebensraumes. „Ich sehe meine Aufgabe darin, das zur Sprache zu bringen.“ Sein neuer Roman soll den Titel „Brandstiftung“ erhalten. -imi/stb Herzlichen Glückwunsch zum 60. Geburtstag, lieber Arnold Stadler!

Gemeindeverwaltung Sauldorf Hauptstr. 32 88605 Sauldorf Tel. 07578 / 925-0 www.sauldorf.de

45 Kultur und Geschichte hautnah: Sauldorf

Der Ruhelose aus Rast


An der schönen goldenen Donau Ein Atelierbesuch bei Sylvia Reiser

Kultur und Geschichte hautnah

46 Kultur und Geschichte hautnah: Sigmaringendorf

Als ich von Westen kommend nach Sigmaringendorf hinein fahre, entdecke ich schnell das Haus von Sylvia Reiser. Gold glänzend steht am Straßenrand eine Skulptur und markiert: hier lebt kein gewöhnlicher Mensch. Und weil das so ist, frage ich mich, wie so a Ogwehnliche direkt an der grauen Unwirtlichkeit einer Durchgangsstraße im ländlichen Raum leben kann? Doch bereits an der Fassade deutet sich an, welche Bestimmung dieses Haus hat. Vier Reliefs zeigen die freien Künste Musik, Architektur, Malerei und Bildhauerei. Als ich durch die Tür trete, öffnet sich ein wahrer Schatz an gestalterischen Reichtümern. Der Weltwechsel ist spätestens dann vollzogen, wenn man den Garten betritt, der sich vom Haus den Hang hinunter bis zum Donauufer erstreckt. Er strahlt eine lichtdurchflutete Leichtigkeit aus und hier glänzen nicht nur Sylvia Reisers Kunstwerke in der Sonne, sondern auch Lotusblumen, eine Buddha-Statue oder die Orangerie mit Mandala. Es sind alles Zeichen eines weltoffenen Geistes, der sich in der Lebensfreude und Gastfreundlichkeit der gelernten Juristin einlöst. Meine Pläne für unsere Verabredung scheinen dagegen fast martialisch: Ich schlage Begriffe vor. Sie schlägt zurück. Mit Sätzen. Ein friedliches Wortgefecht.

Die Grenzen von Kunst und Leben sind bei Sylvia Reiser fließend. Neben fast frei schwebenden Skulpturen existieren von ihr geschaffene Lampen, der World Music Award, Schmuck oder andere alltägliche Dinge nebeneinander. Die Einheit von Kunstwerk und Gebrauchsgegenstand symbolisiert ein allzeit gedeckter Tisch, der die Besucher einlädt, Gast zu sein. Gäste aus der ganzen Welt haben hier schon Platz genommen, unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck. In ihren Werkstätten zwingt Sylvia Reiser schwere und schier unbezwingbare Edelstahlplatten mit verschiedenen Techniken und abschließender Galvanisierung mit 24-karätigem Gold in eine schwungvolle Leichtigkeit. Die Formen ihrer Skulpturen wirken auf den ersten Blick gegenstandslos, doch bei genauerer Betrachtung erkennt man die assoziierten Gegenstände, die sich skizzenhaft mit ihren Konturen zu erkennen


Glaube?

SR, lacht: Eigentlich bin ich eine Landpomeranze, ich fühl mich sauwohl hier in Sigmaringendorf. Aber es ist immer ein Durcheinander. Wenn ich meine Reisen zu meinen Ausstellungen in Shanghai, Peking, Dubai oder New York plane, will ich eigentlich gar nicht fort gehen. Wenn ich dann unterwegs bin, will ich wieder kaum mehr heim kommen, weil ich mich eigentlich rund um den Globus zu Hause fühle. Es ist so etwas schönes, auf der ganzen Welt Kollegen zu treffen und gemeinsam auszustellen. That‘s beautiful life! Ich werde häufig eingeladen, in China oder im arabischen Raum dauerhaft zu leben. Aber ich kann in diesen fremden Welten nicht leben und bin deswegen sporadisch in China oder im arabischen Raum und lebe hier. SR: In Sigmaringendorf sind meine Wurzeln, da bin ich aufgewachsen. Es ist hier einfach toll. Man hat die Natur, man kann hier zur Ruhe kommen, man hat hier sehr kurze Wege zum Einkaufen oder in die Werkstatt. Und wenn ich nach Amsterdam fahre, muss ich nur zweimal umsteigen, wenn ich auf der anderen Straßenseite in den Zug einsteige.

Heimat?

Kultur und Geschichte hautnah: Sigmaringendorf

Gold?

Reisen?

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geben. Jede Skulptur ein Original, gezeichnet mit dem Schweißbrenner. Im Sylvias Wohntauchbad aus Gold, Weiß und Blau kommt mir der banale Satz in den Sinn: „Das Landleben ist schön.“ Als wir an ihrer Hausbar einen Kaffee trinken, will ich es dann aber doch genauer wissen und beginne meinen Begriffsbeschuss. SR: Bei den Vernissagen zu meinen Ausstellungen gebe ich immer eine mystische Performance, die unter die Haut geht und meine Beziehung zu Gold erklärt. Gold symbolisiert die Werthaltigkeit meines Lebens und das aller anderen Lebewesen. SR: Ich führe ein spirituelles Leben und meditiere viel. Das macht mich frei für meine Arbeit in der Kunst. Manche leben ja und sind quasi von ihren Gedanken gemartert. Durch das Meditieren kann ich das „ausklicken“. Dazu gehört auch, ungebunden zu sein. Damit meine ich auch die Zugehörigkeit zu bestimmten Religionsgemeinschaften. Für mich ist das Thema Gott dennoch eines der wichtigsten Themen. Ich bin dankbar, dass ich überhaupt hier lebe. Und Dankbarkeit ist natürlich verknüpft mit einer gewissen Gottverbundenheit.


48 Kultur und Geschichte hautnah: Sigmaringendorf

Männer?

SR, winkt: Weiter, nächste Frage. Lacht: Also, ich bin seit 13 Jahren glücklicher Single und muss ein freier Vogel sein für meine Kunst. Da kann ich mich nicht in eine Abhängigkeit begeben. SR: Ich bin hier die verrückte Künstlerin. Die Leute nennen mich Goldmarie. Ich suche damit eine Mischung aus Negieren und Kultivieren. Aber ich bin nicht umsonst hierher zurück gekommen. Nachdem ich zwanzig Jahre weg war, bin ich ganz toll aufgenommen worden. Das Haus habe ich von meiner Großmutter bekommen, die mich stets Goldschatz nannte. Dies ist ein Künstlerhaus. Früher wohnte

Landleben?

hier Karl Nägele, der sehr viele religiöse Skulpturen machte. Jetzt lebt das Haus wieder nach seiner ursprünglichen Bestimmung. SR: Einfach der Fluss. Die Einrichtung des Hauses ist nach Feng Shui erfolgt und energetisch wesentlich durch die Donau bestimmt. Die Großmeisterin kam damals und sagte: dieses Haus braucht ungewöhnlicherweise viel Metall, also logisch für mich: meine Skulpturen. Es werden hier noch mehr aufgestellt. Zur Zeit habe ich jedoch einen Engpass. Aber ich bin schon wieder kreativ und mache neue Skulpturen. Die Technik darf man aber nicht hinterfragen, darüber spreche ich nämlich nicht. -stb

Donau?


Atelier Sylvia Reiser Bahnhofstraße 19 72517 Sigmaringendorf Telefon: 07571 / 63623 www.sylviareiser.de Bürgermeisteramt Sigmaringendorf Hauptstraße 9 / Wilhelm-Lehmann-Platz 72517 Sigmaringendorf Tel. 07571 / 7305-0 www.sigmaringendorf.de Veranstaltungstipps Donau-Lauchert-Halle 28.6., 20.00 Uhr: Frühjahrskonzert 22.11., 20.00 Uhr: Jahreskonzert

Naturtheater Waldbühne Rulfinger Straße 1 72517 Sigmaringendorf

Für die Sigmaringendorfer Donau-Lauchert-Halle schuf Sylvia Reiser die gleichnamige Skulptur einer Symbiose im Mikrokosmos. Sie sagt dazu: „Die Vereinigung von Donau und Lauchert kann im Einzelnen gesehen als ein kleiner Teil unserer Schöpfungsgeschichte betrachtet werden. Aus dieser Vereinigung, das heißt: aus dieser „Symbiose“ ist die Entstehungsgeschichte der Gemeinde herzuleiten, die zur Grundlage für weiteres Leben geworden ist. Dieses sich kontinuierlich weiter entwickelnde Leben ist Sinngehalt unserer Schöpfung.“

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Spielzeit 2014 Ronja Räubertochter von 7.6. bis 3.8. Die Päpstin von 5.7. bis 7.9. Ghostriders 20.6., 19.00 Uhr Aufführungstermine, Eintrittspreise und Kartenvorverkauf unter Tel. 07571 / 3520 oder www.waldbuehne.de


„Freiheit leben“ Der neue Gedenkpfad, die Ausstellung und das Buch „Lager Mühlau 1942-1955“ bringen nahe, dass Freiheit ein hohes Gut ist und gepflegt werden muss. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit Geschichte, damit die nachfolgenden Generationen in Zukunft „Freiheit leben“ können, wie eines der beiden Kunstwerke heißt, die auf dem Gelände entlang des Gedenkpfades aufgestellt wurden.

50 Kultur und Geschichte hautnah: Tuttlingen

Er ist einer der lebendigsten Orte der Stadt: Tausende von Schülern besuchen Tag für Tag das Schulzentrum in der Mühlau. Vier Gymnasien sind hier untergebracht. Dass es einmal anders war, war schon fast in Vergessenheit geraten. Nur ein kleiner Gedenkstein erinnerte daran, dass sich hier von 1942 bis 1955 das Lager Mühlau befand. Jetzt hat die Stadt Tuttlingen die Geschichte aufbereitet. Das Lager Mühlau existierte zwar nur 13 Jahre, doch in dieser Zeit waren hier vier Menschengruppen untergebracht, die auf verschiedene Weise um ihre persönliche Freiheit gebracht wurden oder Not leiden mussten. Ursprünglich wurde das Lager Mühlau während der nationalsozialistischen Diktatur als Barackenlager für rund 660 Zwangsarbeiter errichtet. Die meist aus der Ukraine deportierten Menschen wurden unter unwürdi-

Rathaus Tuttlingen Rathausstraße 1 78532 Tuttlingen www.tuttlingen.de Gedenkpfad Schulzentrum Mühlau Mühlenweg 78532 Tuttlingen Ausstellung Heimatmuseum Fruchtkasten „Lager Mühlau 1942 - 1955“ bis 14. September geöffnet; dienstags, donnerstags, samstags und sonntags jew. 14 bis 17 Uhr. Tel. 07461 / 151 35 www.lager-muehlau.de

gen Bedingungen interniert und geschunden. Sie mussten trotz Mangelernährung und unter Waffenaufsicht in Tuttlinger Betrieben Zwangsarbeit leisten. Es ist nicht dokumentiert, wie viele Menschen dabei ihr Leben verloren. Nach der Befreiung durch die Alliierten wurde das Lager als Durchgangslager für Kriegsgefangene genutzt. Im „Dépôt de Transit No 2“ wurde zwischen 1945 und 1948 entschieden, ob ehemalige Wehrmachtssoldaten freigelassen oder nach Frankreich in Kriegsgefangenschaft gebracht wurden. 300.000 Soldaten erhielten hier ihre Entlassungspapiere. Anschließend wurden die Baracken

zum Kreisdurchgangslager für Flüchtlinge und Heimatvertriebene, die hier eine erste Anlaufstelle fanden, um sich dann neu anzusiedeln. Die vierte Menschengruppe bestand aus “Displaced Persons“ - jenen Heimatlosen, die nach ihrer Befreiung nicht in ihre Herkunftsländer zurückkehren konnten. Mit dem Gedenkpfad, zu dem auch die beiden Skulpturen „Weder offen noch zu“ sowie „Freiheit leben“ zählen, ist es gelungen, die Erinnerung an diese Zeiten wieder aufleben zu lassen. Er lädt ein zu einem Spaziergang im Geiste von Versöhnung, Frieden und Freiheit für alle Völker und Generationen. -stb

Die Skulptur „Weder offen noch zu“ von Madeleine Dietz markiert die Stelle, wo einst die Gefangenen die Transportzüge verließen.


Wir im Süden:

Auf einen schönen Sommer im Donautal.

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Freibäder Special

09.05.14 10:02

Sommer. Sonne. Hitze. Erfrischung ist dann angesagt und bekanntlich helfen da Flüssigkeiten. Viele behelfen sich mit innerer Sofortabkühlung durch Mineralwasser, Bier, Limonade oder Eis. Wird es aber richtig warm, helfen massive Kühl-

mittel von außen. Duschen ist zwar praktisch, aber ein Besuch im Freibad ist doch weitaus angenehmer, sportlicher und entspannender. Und dort gibt es beide Formen der Abkühlung. Wenn dann noch Ruhezonen oder Spiel- und Freizeit-

angebote dazu kommen, steht der Erfrischung für alle nichts mehr im Wege. Diese Vorzüge bieten auch die Bäder in der DonautalMagazin-Region. Wir stellen Ihnen die Freibäder in Trossingen, Illmensee und Sigmaringen vor. -stb

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Ab ins NAss!


NAturfreibad Troase – Badespass ohne ChemIe in der puren Natur

52 Freibäder Special: Trossingen

Die Troase in Trossingen ist das erste ökologisch gestaltete und zertifizierte Naturbad in der Region. Für Qualität braucht es weder Chlor noch Desinfektionsanlagen, sondern das Wasser wird durch Regenerationsbereiche und Pflanzenfilter gereinigt. Auch wenn es für alle Personen gedacht ist: das natürliche Wasser reizt die Binde- und Schleimhäute nicht und ist deshalb ideal für

Das erste Naturbad in unserer Region!

Öffnungszeiten:

50 m Schwimmbecken, Erlebnisbecken mit Kiesstrand, bis Mitte September 9.00 – 20.00 Uhr Sprungfelsen, Sprungbaum, Felseninsel, Hängebrücke, Einlass bis 19.00 Uhr Naturbad Trossingen Seilbahn, Planschbecken für Kleinkinder, Matschplatz, Spielgrotte, Bouleplatz und 83 m Wasserrutsche. www.troase.de geöffnet von Mai bisInfos: Mitte Sept. eheizt! arb täglich von 9.00 bis 20.00 Uhr sol NEU: Schwimmerbecken Erwachsene 3,00 € Ermäßigt 2,00 € Kinder bis einschl. 6 Jahre frei Familie 7,00 €

ntag 04. Ma Stadt neröffnung,Uhr,Son SaisoTrossingen tung durch den SchwimmsportBewir 10:30 ab Tür en mit einem Tag der offen Steppachhalde 53 nomie. astro SEN-G TROA die und in rvere and. förde e Unterhaltung mit der XXL-B nstich, anschließend musikalisch 78647 Trossingen 11:00 Uhr Fassa n“. Nachmittags „Kaffee & Kuche Tel. 07425 / 7501 www.trossingen.de i 2014

Stadtverwaltung Trossingen Bürgerbüro ∙ 78647 Trossingen Tel. 07425/25-144 bis -147

empfindliche Menschen. Vergnügliche Abkühlung an den heißen Tagen bieten das 50mSchwimmbecken, das Erlebnisbecken mit Kiesstrand, der Sprungfelsen, der Sprungbaum und die Hängebrücke. Für die Kleinsten gibt es ein Planschbecken, für die großen Kinder allen Alters einen Matschplatz und nicht verpassen darf man die 83 m Wasserrutsche, die sich harmonisch in das Gelände

einfügt. Auch die Seilbahn, die Kletterstämme, das BeachVolleyball-Feld, die Boule-Anlage oder die Spielgrotte sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Und die Troase wäre nicht in Trossingen, wenn es hier keine Musik gäbe. Vom 31. Mai bis 8. Juni verwandelt sie sich in eine WolfgangseeKulisse und wird zur Bühne für das Operetten-Spektakel „Zum Weißen Rössl“.


Erfrischendes Badevergnügen im Seefreibad Illmensee Wenn die Tage heißer werden, gibt es nichts Schöneres als in frisches, klares Wasser zu tauchen. Also nichts wie hinein in das Seefreibad in Illmensee. Jeder findet hier auch seine Attraktion rund um das Wasser. Ob eine rasante Fahrt auf der Wasserrutsche, einen gewagten Sprung ins kühle Nass, einem Erkundungsspaziergang im Naturlehrpfad rund um den See, eine Bootstour auf dem See, der Illmensee bietet vielseitige Möglichkeiten.

keiten. Auch der Aussichtspavillon auf dem Höchsten mit Blick zum Bodensee sowie den Schweizer und Österreichischen Alpen ist einen Ausflug wert. Ebenfalls auf dem Höchsten gibt es den Schwäbisch-Alemannischen Mundartweg mit Promipfad sowie einen herrlich angelegten Duft- und Kräutergarten.

Seefreibad Ilmensee geöffnet tägl. 10.00 - 20.30 Uhr Erwachsene 2,50 € Familie 5,00 € Weitere Informationen bei Gemeinde Illmensee Kirchplatz 5 88636 Illmensee Telefon (07558) 92070 www.illmensee.de

53 Freibäder Special: Illmensee

Gerade für Familien bietet sich das Seefreibad an und stimmt auch die Kleinsten fröhlich. Der 2013 neu errichtete Kinderspielplatz lässt die Augen strahlen und die Zeit vergessen. Hier kann ein Ausflug an den See zum Erlebnis werden. Der Illmensee ist außerdem ein Angelgewässer und bietet Hobbyanglern idyllische Angelmöglich-


54 Freibäder Special Sigmaringen

Badefreuden mitten im Sigmaringer Donauufer-Freizeitareal

Wer ein Freibad mitten in der Natur sucht sollte einmal das Freibad in Sigmaringen besuchen. Die ruhige Idylle an der Donau ist perfekt, um sich einmal vom stressigen Alltag loszulösen und wieder Energie zu tanken. Im Sigmaringer Freibad kommen die Badegäste voll auf ihre Kosten, denn es bietet seinen Besuchern eine besondere Attraktion: eine 80 Meter lange Riesenrutsche, die Spaß bringt und nicht nur Kinder begeistert! Ein Bodenluftsprudler, die Tri-Strahlanlage sowie der 3-Meter hohe Sprungturm bringen ebenfalls Badevergnügen. Großzügige Liege- und Spielwiesen bieten Gelegenheit zum Sonnenbaden oder zum Entspannen – der alte Baumbestand spendet kühlen Schatten. Die Wasserbecken werden mit Biogaswärme beheizt. Das sichert eine konstante angenehme Wassertemperatur. Aktiv fit halten können Sie sich beim Schwimmen im beheizten, ca. 25° warmen 50 m Becken oder bei einer Trainingseinheit Tischtennis oder

Beach-Volleyball. Im Sommer 2014 gibt es Aqua-Fit-Kurse mit Ganzkörpertraining zu flotter Musik im Wasser. Es ist für Jung und Alt geeignet. Auch für das leibliche Wohl wird im Freibad Sigmaringen bestens gesorgt. Für den kleinen und großen Hunger zwischendurch bietet das Kiosk-Team ein reichhaltiges Angebot an Speisen und Getränken. Für die Besucher sowohl mit Auto als auch mit dem Fahrrad gibt es ausreichend kostenlose Abstellmöglichkeiten.

Freibad Sigmaringen geöffnet täglich 9.00 - 20.00 Uhr (Juni/Juli bis 21.00 Uhr) Frühschwimmen mit Saisonkarte: Mo-Fr 6.30 - 8.30 Uhr Erwachsene 3,00 € Ermäßigt 1,70 € Info-Tel. 07571 / 63474

Fürst-Wilhelm-Str. 15 72488 Sigmaringen Tel. 07571 / 106-333 service-center@sigmaringen.de www.stadtwerke-sigmaringen.de


„Salve!“ im Römermuseum am rätischen Donau-Limes Vor ca. 2000 Jahren lagerten 500 römische Soldaten an der Donau. Das Römermuseum in Mengen-Ennetach befindet sich in etwa an dem Ort, wo im 1. Jahrhundert ein römisches Kastell zur Bewachung des Limes errichtet wurde. Die Original-Funde bilden das Kernstück der Sammlung und der archäologische Wanderweg verbindet den Ennetacher Kastellberg mit dem Museum.

Ausgezeichnetes Mitmachmuseum Mit Multimedia-Angeboten, Spielen, Kostümen zum Ausprobieren und Veranstaltungen bietet das Team um Museumsleiterin Judith Seifert seinen Besuchern spannende Möglichkeiten, in die Epoche der Antike einzutauchen. Üblicherweise kommt das Bild von der Antike in den Köpfen der Menschen aus Hollywoodfilmen oder Comics.

War es wirklich so? Liefen die Kelten in gestreiften Hosen herum und aßen Wildschwein? Sahen alle römischen Soldaten gleich aus? Um das herauszufinden riefen das Römermuseum Mengen-Ennetach und das Heuneburgmuseum (s.S.4) mit zwei Schulen das „Asterix-Projekt“ ins Leben. Die Ergebnisse aus Geschichte und Alltag der Römer und Kelten werden vom 1. Juni bis zum 12. Oktober in den Sonderausstellungen der beiden Museen präsentiert. Der hauseigene Museumsshop und das Café Domus ergänzen das Angebot und das benachbarte Nudelhaus bietet ungewöhnliche Einkaufsmöglichkeiten.

Mitmach-tipps 28.6., 11-17 h, Familientag: „Wir werden Legionär!“ 13.7., 11-17 h, Das Asterix-Projekt, Aktionstag Militär 27.8., 11-17 h, Familientag: „Wir sind kleine Archäologen!“ 14.9., Tag des offenen Denkmals: Farbe; 14 h: Kinderaktion 28.9., 14-17 h, Für Kinder: Antike Salbenküche 15.10., 19-22 h, Culinaria Romana – Römisch Kochen 9.11., 14 h, St. Martin – ein römischer Legionär und Heiliger

Kastellstrasse 52 • 88512 Mengen-Ennetach Tel. 07572/76 95-06 (Fax -05) info@roemermuseum-mengen.de www.roemermuseum.mengen.de

Museumsleiterin Judith Seifert

55 Kultur und Geschichte hautnah: Mengen-Ennetach

2014: Das Asterix-Projekt Kommt!


Doris G. Auer findet Freiheit im Wesen der Natur

56 Kultur und Geschichte hautnah: Doris Auer

Auf ihren Spaziergängen in und um Sigmaringen findet Doris G. Auer nicht nur in der wechselvollen Landschaft Motive für ihre Fotografien. Entlang der mal ruhigen, mal wild-romantischen Donau entdeckt sie kleine und große Flügelwesen. Sie entdeckt in der Natur eine brillante Gestalterin, mit einer Formen- und Farbenvielfalt, deren Anblick die Seele bereichern. Das DonautalMagazin hat mit ihr gesprochen und preisgekrönte Momente kennen gelernt.

Schmackhaft wie ein Hummer: eine rote Libelle an der Donau

Begegnet man Doris Auer, ist man zunächst überrascht, denn sie fotografiert erst seit Mai 2012. Auslöser war in einer Orientierungsphase das Bedürfnis, etwas für sich selbst zu tun. Seit ihrer Kindheit hat sie einen starken Bezug zur Natur. Diese Verbundenheit wollte sie festhalten. Also kaufte sie sich ihre erste Kamera. Seither funktioniert Spa-

ziergängerin sein nicht mehr ohne Fotografin sein. „Man muss schon selbst in die Natur hinausgehen und sie entdecken, immer wieder aufs Neue. Ich persönlich suche am liebsten Plätze auf, an denen Wasser auf Land trifft und wo Wasser in Bewegung ist“, sagt Doris Auer. Eine große Rolle spielt dabei die Donau: „Nichts hat unsere Heimat

so sehr geformt und geprägt. Man denke nur an unser herrliches Oberes Donautal, die Auswaschungen aus dem Kalkstein oder die satten Auwiesen. Aber die Donau formt nicht nur die Landschaft, sondern sie bildet so viele verschiedene Lebensräume. Die Gesichter der Natur und Landschaft sind hier beinahe unerschöpflich.“


Start-Ziel-Sieg Sie ging ihrem künstlerischen Hobby noch kein Jahr nach, als im Frühjahr 2013 der Fotowettbewerb „Unser Landkreis Simaringen“ ausgeschrieben wurde. Die Einwohner sollten ihre Region in den Fokus nehmen. „Die Aufmachung des Wettbewerbs hat mich sehr angesprochen und etwas zögerlich habe

ich mich zur Teilnahme entschieden“, erzählt sie dazu. Das Zaudern war ziemlich unnötig, denn sie wurde der unbekannte Star des Wettbewerbs. Von knapp 600 eingereichten Bildern wurden 21 von einer sechsköpfigen Jury prämiert, fünf davon waren von Doris Auer, darunter das Siegerbild, das als einziges die volle Punktzahl erreichte.

57 Kultur und Geschichte hautnah: Doris Auer

Oben: das Siegerfoto beim Wettbewerb „Unser Landkreis Sigmaringen“


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Kultur und Geschichte hautnah: Doris Auer

Drachenfliegerin? In Doris Auers Wasser-LandBewegungs-Räumen lebt auch ihr Lieblingsmotiv. „Meine hochverehrten Libellen“ nennt sie respektvoll die Insekten, die für viele eher befremdlich-bedrohlich über die Wasseroberfläche surren. Für Doris Auer ist es „speziell bei den Libellen die blanke Bewunderung für die Akrobatik der wahren Flugkünstler. Es schwingt immer auch ein bisschen Sehnsucht mit nach dieser wahrscheinlich aufregendsten Art der Fortbewegung.“ So rückt sie begeistert auf der Suche nach Ausschnitten aus alltäglichen Anblicken mit dem Tele den Libellen auf die Pelle. Sie entdeckt so neue Sichtweisen: „Fotografie ermöglicht mir, meinen Blick zu erweitern und zu ergänzen und die Natur bietet mir unendlich viele Details, die ich mit der Kamera zu entdecken versuche.“

Engel der Natur Doris Auer ist fasziniert von den Empfindungen, die sie bei der Beobachtung von geflügelten Wesen hat. Sie staunt über die makellose Eleganz im Flug und darüber, dass die Natur selbst unförmigen Lebewesen den Weg in die Luft freimacht. Fotografieren ist für Doris Auer letztlich sonderbar. „Einerseits gibt es mir Ruhe, andererseits

finde ich es spannend und aufregend. Es lässt mich meine Umgebung beinahe vergessen und doch bin ich eins mit ihr. Auf jeden Fall vergesse ich regelmäßig die Zeit. Tatsächlich ist es am ehesten ein Gefühl wie Verliebtsein“, beschreibt sie ihr eigenes Schweifen mit den Augen.“ Die Motive in der Natur und Landschaft sind hier unerschöpflich, wenn man alleine


Unser Landkreis Sigmaringen

Doris Auer www.auer-photography.de

„Machen Sie mit!“ – Am Anfang dieses Bildbandes stand der Fotowettbewerb „Unser Landkreis Sigmaringen“, der alle Einwohner und Gäste einlud, sich mit ihren Fotos zu beteiligen. Zahlreiche

Landrat dirk Gaerte (HrsG.)

länderkreis. Entlang der Oberen Donau auf der Schwäbischen Alb, in Oberschwaben und im Bereich nördlicher Bodensee pulsiert das vielfältige Leben während der regulären vier Jahreszeiten und auch „der fünften“, der Fasnet. Das am Wegesrand gesehene Ereignis wird durch die Kameras der Hobby-Fotografen zur Wahrheit jenseits der Hochglanzmotive und manchmal auch zu einem Stück heile Welt,

B: 8 H: 34

9 783839 214848

trachter aus nah und fern eröffnet sich so eine ganz persönliche PerISBN 978-3-8392-1484-8

ISBN 978-3-8392-1484-8

das den Alltag auf ganz besondere Weise in Szene setzt. Dem Be-

B: 33,5 H: 8,6

Landrat dirk Gaerte (HrsG.)

Unser Landkreis Sigmaringen Der Dreiländerkreis im Fokus seiner Einwohner

Fotografen zeigen ihre Verbundenheit und Heimatliebe zum Drei-

spektive auf den Landkreis Sigmaringen.

B: 33,5 H: 8,6

B: 8 H: 34

Bildband „Unser Landkreis Sigmaringen“ Versandkostenfrei bestellen unter www.dreilaenderkreis.de

59 Kultur und Geschichte hautnah: Doris Auer

an die Vielzahl der Baggerseen denkt oder die Täler der Donau und der Lauchert, welche atemberaubende Ausblicke gewähren. Jeder Schritt in dieser üppigen Natur inspiriert Doris Auer, sei es die Küchenschelle im Morgentau, die schwebende Möwe über der Donau oder eben ihre Lieblingsmotive, die Libellen, auf der Jagd am Laizer See.


Wallfahren zur Kapelle Maria Mutter Europas

60 Kultur und Geschichte hautnah: Bärenthal

Glaube, Kunst und Natur auf dem Gnadenweiler

Seit ihrer Weihe im Juni 2007 hat die Kapelle Maria Mutter Europas auf dem Gnadenweiler zwischen Bärenthal, Irndorf und Schwenningen einen nicht für möglich gehaltenen Zuspruch erfahren. Jährlich folgen Zehntausende der Einladung von Pater Notker Hiegl, das von Altbürgermeister Roland Ströbele und ihm initiierte Marienheiligtum zu besuchen. Der Benediktinermönch hat sein Wirken der Erhaltung des Christentums in Europa verschrieben, denn „der europäische Zug hat in der Mitte drei Waggons: einen mit Katholiken, einen zweiten mit Protestanten und im dritten sind die orthodoxen Christen. Leider sind es die Schlafwagen“, predigt er gerne in seinen Andachten und Führungen für die Gäste aus aller Welt. Er will die Menschen mit dem ihm eigenen Frohsinn wieder für den christlichen Glauben gewinnen.

Wallfahrtskapelle und Rosenkranzbruderschaft Maria Mutter Europas P. Notker Hiegl OSB Erzabtei St. Martin Abteistr. 2 88631 Beuron Tel. 07466 17-0 www.maria-mutter-europas.de

Das Flehen nach Erlösung und die Freude am Glauben spiegeln sich nicht nur in den Gottesdiensten, Prozessionen und Festen, denen er in der Kapelle vorsteht. Das Gotteshaus wurde vom Breisacher Künstler Helmut Lutz entworfen. Er zeigt, dass traditioneller Glaube und moderne Kunst kein Widerspruch sein müssen. Mit neuem Blick schlägt er den Bogen der Schöpfung zwischen Altem und Neuem Testament. Das fasziniert die Menschen, die sich so auf andere Weise an der biblischen Bildsprache erfreuen. Neben den Gottesdiensten und Gruppenangeboten sind jederzeit Einzelgäste in der ganztags geöffneten Kapelle willkommen. -stb


Man müsste Klangräume bespielen können Mit der neu gegründeten Akademie Alb-Bodensee in Meßkirch öffnet Waldemar Gorzawski neue Wege zu Musik, Literatur und Bildender Kunst in der Region. derung hochbegabter Kinder und Jugendlicher sowie die Verbindung von Musik, Literatur und Bildender Kunst. Wechselnde Ausstellungen, jetzt die Skulpturen von Eddy Michelberger, machen das Benefiziatenhaus zusätzlich attraktiv, das auch für Seminare und Events angemietet werden kann. Sollte der hauseigene Konzertsaal – einst Arbeitszimmer von Pfarrer

Waldemar Gorzawski (li.) konnte die Professoren Hans-Walter Berg (re. vo.) als musikwissenschaftlichen Beirat und Tomislav N. Baynov als künstlerischen Beirat gewinnen.

Veranstaltungstipp 2. Meßkircher Musikwochen Fr., 3. bis So., 5., So., 19. und So., 26. Oktober 2014, veranstaltet von der Stadt Meßkirch in Zusammenarbeit mit Prof. Tomislav Baynov (Musikhochschule Trossingen) Akademie für Musik & Kultur Kirchstr. 1 88605 Meßkirch Tel. 07575 / 2872 Fax: 07575 / 4281 www.akademie-bodensee.org

Karl-Michael Klotz – für Aufführungen zu klein sein, weicht man einfach ins benachbarte Schloss aus. Musikalisch wichtigste Partner in der Akademie sind Prof. Berg und Prof. Baynov von der Musikhochschule Trossingen. Der international bekannte Pianist und Komponist Tomislav Baynov leitet auch die herbstlichen „Meßkircher Musikwochen“ im Schloss Meßkirch. -stb

61 Kultur und Geschichte hautnah: Meßkirch

Nach der Sanierung des barocken Benefiziatenhauses direkt gegenüber der Stadtkirche hat hier die Akademie Alb-Bodensee e.V. ihren Sitz gefunden. Auf Initiative des Bildungswerkleiters Waldemar Gorzawski gewinnt damit Meßkirch ein weiteres Highlight, in dem internationale Meisterkurse und Kammerkonzerte stattfinden können. Zum Konzept gehören die För-


Impressum Herausgeber

Donautal Magazin.de Die Junge Donau entdecken!

Wir danken unseren Unterstützern, Kooperations- und Werbepartner im DonautalMagazin 2014

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Abraham a Sancta Clara-Gedenkstätte, Kreenheinstetten 32 Aesculap AG, Tuttlingen U4/68 Akademie Alb-Bodensee e.V., Meßkirch 65 Aktion Ruinenschutz Obere Donau e.V., Stetten a.k.M. 26/27 Auto-Team Opel Hyundai, Balingen 36 Buck GmbH & Co. KG, Mengen 6 Donaubergland GmbH, Tuttlingen 18-20 Donautal-Touristik, Beuron-Hausen im Tal 63 Auer Photography 58-61 E-Bike-Center Donautal, Manfred Frei, Beuron 30 E-Bike-Center im Bahnhof Balingen, Peter Seifert 28 e-motion technologies, Rietheim-Weilheim, Ralf Gagstatter 29 Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck 35 Fürstenbergs Irish Pub, Tuttlingen 43 Fürstlich Fürstenbergische Brauerei GmbH & Co. KG 53 Gasthof Rössle, Frohnstetten 63 Geberit, Pfullendorf 57 Gemeinde Beuron 21, 24-27 Gemeinde Herbertingen, Heuneburgmuseum 4 Gemeinde Illmensee 55 Gemeinde Immendingen 11 Gemeinde Inzigkofen 38 Gemeinde Sigmaringendorf 48-51 Gemeinde Stetten am kalten Markt 40/41 Gemeindeverwaltungsverband Donau-Heuberg 14/15 Gesellschaft für Archäologie e.V, Keltenstadt Heuneburg 5 Golem Sommerlounge, Tuttlingen 43 Gutshof Käppeler, Susanne Käppeler, Beuron-Thiergarten 8 Hirschbrauerei, Wurmlingen 64 Karl Storz GmbH & Co. KG, Tuttlingen U3/67 Klostermarkt, Meßkirch 64 Kultur- und Tourismus-Verein Leibertingen e.V. 23 Kunststiftung Hohenkarpfen, Hausen ob Verena 44/45 Landgasthaus „Zur Traube“, Fam. Gröner, Kreenheinstetten 33 Landkreis Sigmaringen, Archiv und Kultur 47 Naturschutzzentrum Pfrunger-Burgweiler Ried, Wilhelmsdorf 34 Restaurant Käppeler Hof, Fam. Armin Eha 9 Schwäbischer Heimatbund e.V., Stuttgart 34 Seelsorgeeinheit Beuron 62 Spielleut G‘hörsturz, Spaichingen 37 Stadt Donaueschingen, Tourist-Information 39 Stadt Mengen, Römermuseum 7 Stadt Sigmaringen, Tourist-Info 19-21 Stadt Spaichingen 36/37 Stadt Trossingen, Troase 54 Stadt Tuttlingen 52 Stadtwerke Sigmaringen, Bäder 56 Stiftung des Landesnaturschutzverbandes Ba.-Wü. e.V. 63 Sylvia Reiser, Bildhauerin, Sigmaringendorf 48-51 Talhof, Ulrike und Manfred Frei, Beuron 31 Tourismus-Gem. Meßkirch, Leibertingen, Sauldorf 10, 22, 32, 47

Donautal Tourismus Hohenzollern e.V.

durch den Vorstand 1. Vors. Günter Irion Kreenheinstetter Str. 10 88631 Beuron vorstand@donautaltourismus.de www.donautalmagazin.de Verlag

Adlerplatz 12 88605 Meßkirch office@blanzelot.de www.blanzelot.de Redaktion: Stefan Blanz Kundenberatung: Heidi Kirchmaier Autoren Stefan Blanz (stb), Bernd Langner (bl), Heinrich Güntner (hg), Isabell Michelberger (imi), Berta Rudolf (br) Bildnachweise / Fotografen Dankbarerweise mitgewirkt: Gemeinde Herbertingen (4), Römermuseum Mengen-Ennetach (7), Gutshof Käppeler (8, 2 x u.l.), Restaurant Käppeler HOf (2 x o.re.), Stiftsbibliothek St. Gallen (10 o.), Fotofreunde Tuttlingen, Isabel Krichel-Bonstein und Oliver Bonstein (10), Gemeinde Immendingen (11, 2 x li.), IG Landschaftspark Junge Donau (13), GVV DonauHeuberg (14 o.r., 15 o.li.), Wikimedia (14 u.l.i., 15 hi.), Stadt Sigmaringen (16/17), Donaubergland GmbH (18,19,20), Hermann-Peter Steinmüller (21), Tourismusgemeinschaft Meßkirch/Leibertingen/Sauldorf (Brender 22 u., Achim Mende 23 o.,), Württembergische Landesbibliothek (22 re, 26.), Aktion Ruinenschutz, Roland Schlaich (25 o., 27 u.), e-motion technologies Ralf Gagstatter (29 u.+re.), Markus Pulm (31), Berta Rudolf (32), Schwäbischer Heimatbund (34), Gerhard Strohm (37 o.), Gemeinde Inzigkofen (38), Holger von Briel (39 u.), Marcus Klotz (41 u.), Stadt Tuttlingen (42, 43 hi.), Irish Pub Tuttlingen (43 u.), Kunststiftung Hohenkarpfen (45 Mi.), Landratsamt Sigmaringen (46), Isabell Michelberger (47), Sylvia Reiser (51 o.), Janikspatz (53), Stadt Trossingen (54), Gemeinde Illmensee (54), Stadtwerke Sigmaringen (56), Doris Auer (58-61), Margarete Rataijak (65); alle anderen Fotos aus dem Blanzelot Archiv, das auch die Rechte Dritter wahrnimmt. Druck Wir machen Druck GmbH, Backnang Auflage 20000 Mediadaten ab Herbst 2014 unter: www.donautalmagazin.de Titelthema für die Ausgabe 2015: „Outdoor! Aktiv unter freiem Himmel“ Erscheinungstermin: 1. März 2015

Donautalmagazin 2014  

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