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Vertiefungsarbeit Dominik Junker Michel Egger


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Inhalt

Einleitung 5 Philosophie 6 Reflektion 8/9 Dokumentation 10 Kundenaquise 15 Inspirationen 16–17 Vorbilder 18–19 Kasper-Florio 20–27 Rechtsformen 28 Geschichte 30 Zukunft 31 Schlusswort 33 Quellenverzeichnis 34


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Einleitung

Wir gründen ein Atelier. Mit diesem Gedanken haben wir lange gespielt und verwirklichen diesen nun tatsächlich. Wenn man mit diesem Gedanken spielt, muss man vieles berücksichtigen und sich über einige Dinge Gedanken machen. Diese Zeit haben wir uns genommen und in Form unserer Vertiefungsarbeit aufs Papier gebracht. Die Gedanken die wir haben, reflektieren wir in den verschiedenen Themen und setzen uns mit diesen auseinander. Um uns klar zu werden wo wir hin wollen ist es sehr wichtig, uns bereits zu einem frühen Zeitpunkt klar zu werden, was wir machen wollen, wie wir das erreichen wollen und was Ziele sind dies zu erreichen. Oft bringt es Klarheit wenn man seine Gedanken fertig formuliert hat, um sie im Ganzen Umfang zu betrachten und Sicherheit zu bekommen. Ob der gewählte Weg schlussendlich richtig ist, wird sich erst nach einiger Zeit herausstellen. Der Gedanke und der Wille bleibt, etwas eigenes auf die Beine stellen zu wollen.


Philosophie

Wir wollen nicht die Grössten werden, sondern die Schönsten bleiben. So bringt es Rosemarie Veltins (1938 – 1994) unserer Meinung nach auf den Punkt. Wenn man nur noch arbeitet, um einem gewissen Ruf oder Lebensstandart zu erreichen, arbeitet man nicht mehr aus eigener Überzeugung sondern macht nur eine grosse An-

markt geht eine gewisse Art von «Monopol» mit der

zahl von Kompromissen, welche die Arbeit nicht erfüllter

Verwendung von Profisoftware verloren. Unzählige Anlei-

machen. Wir möchten nicht nur einen reibungslosen Ab-

tungen kursieren im Internet wie man mit Gestaltungspro-

lauf von Projekten, sondern auch Projekte und Arbeiten

grammen umgeht, aber das es auch um die Gestaltung an

machen, die in ihrer Qualität überzeugen. Wie Mutter

sich geht, ist nicht bewusst. Es erweckt den Anschein, ein

schon immer sagte: «Kauf dir lieber etwas gescheites,

produzierfähiges PDF genügt, ein Produkt zu haben wel-

sonst nervst du dich danach nur, dass es nicht funktio-

ches seinen Zweck erfüllt. Man muss nach unserer Sicht in

niert» Diese Meinung verstreten wir auch mit grafischen

eine andere Richtung denken und den Prozess einer grafi-

Arbeiten. Leider ist es in der heutigen Zeit oft der Fall, dass

schen Gestaltung nicht nur als Mittel zum Zweck ansehen

viele denken, Grafik habe oft mit Ästhetik zu tun. Noch

und die Arbeit nicht nur als Dienstleistung. Es muss auch

mehr denken, sie selbst seien grosse Gestalter oder an ih-

immer mit einem Teil Fachwissen, Geschmack und Erfah-

nen sei einer verloren gegangen. Das es aber bei Grafik

rung verknüpfen sein. Um ein Produkt zu bilden welches

auch um andere Dinge geht wie Informationen in einem

in seiner Form und dem Inhalt bestechen kann, und auch

Medium zu vermitteln welches mit Ideen und visueller

klar macht, warum es so ist wie es sein sollte. Aus diesem

Methodik überzeugt und transparent werden soll, wissen

Grund, sollte man von Anfang an auf Qualität und nicht

viele nicht. Um mit einem Konzept überzeugen zu können

auf Quantität setzen.

benötigt es eine gewisse Entscheidungsmoral und Selbstbewusstsein. Früher war der Beruf des Grafikers oft mit Achtung und Respekt verbunden. Wir sagen nicht man soll bei dem Begriff Grafiker in Angst und Schrecken versetzt werden, aber auch hier soll, wie bei jedem anderen Beruf, eine Anerkennung durch die Erfahrung folgen. Wenn alle Grafiker sein könnten, würde keine Lehre oder ein Studium mit vielen Lernjahren geben müssen. Auch durch die öffentliche Verbreitung von Software auf dem Schwarz-

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DJ

Dominik Junker erblickte am 8. Februar 1991

Dominik ist immer sehr witzig. Wir lachen oft,

das Licht der Welt. Er arbeitet bei «die Gestalter» am Luxu-

oder eigentlich immer wenn wir was gemeinsam unterneh-

shang von St.Gallen, vielleicht mag er auch darum die Far-

men, über Dinge die vielleicht etwas stupide von andern

be Gold so gerne. Dominik ist sehr zielstrebig und weiss

empfunden werden wir aber extrem lustig finden. Wir tei-

was er will. Jedoch denkt er auch gern einen Schritt weiter.

len uns sicher unseren etwas schwarzen Humor. Oft gefal-

Er ist nicht nur grafisch auf einem sehr hohen Niveau, son-

len uns die gleichen Dinge wenn wir irgendwo auf einem

dern auch als Illustrator zeigt er wahres Talent. Professio-

Blog während einer Schullektion herum surfen. Deshalb

nelles Auftreten gegenüber Kunden ist ihm sehr wichtig.

denke ich auch, verstehen wir uns aus grafischer und typo-

Während Präsentationen bringt er alles gerne mit einem

grafischer Sicht so gut. Nun ja das sind genug Gemeinsam-

gewissen Augenzwinkern rüber. Ich mag mich noch zu gut

keiten. In Sachen Musik, Mode und anderen Kleinigkeiten

an den ÜK in Lenk erinnern, während seiner Präsentation

sind wir uns nicht immer so einig. Dominik mag leise In-

vor rund 200 Leuten in einem grossen Saal blieb er total

die/Alternative Töne, er kann aber auch ganz locker das

locker und baute einen Witz nach dem andern ein, nicht

Tanzbein bei einer Elektroparty schwingen. Er trägt oft

nur ich hatte vor lachen Tränen in den Augen. Sein Inter-

schwarz ich zitieren «Grafiker sind Halbgötter in Schwarz».

esse an Grafik oder allgemein visuellen Dingen ist sehr gross. Er iniziert immer wieder gerne eigene Projekte wie z.B. die Arial Serif mit der er an der Tÿpo St.Gallen für Aufsehen gesorgt hat. Nicht nur bei Peter Renn, der sein Specimen der Schrift kurzer Hand in sein Sakko verschwinden lassen hatte, sondern auch bei den andern Besuchern. Die 30 Exemplare waren innert wenigen Minuten vergriffen. Dominik mag starke Farben und florale Muster, diese ins-

Eine Reflektion zu schreiben über jemanden mit dem man gerne herumalbert ist nicht sehr einfach aber vielleicht sind genau diese Dinge eine gute Grundlage für unsere Freundschaft. Dominik wird seinen Weg gehen, ob bei United Colors of Benetton in Treviso, oder sonst irgendwo in der grossen grafischen Welt, da bin ich mir sehr sicher.

pirieren ihn bei seine tägliche Arbeit als Grafiker. Farben machen einen grossen Teil seiner Arbeiten aus, auf seiner vor kurzem online gegangen Webseite, spielt er mit Farben, welche sich pro Projekt ändern.

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ME

Michel Egger ist 20 Jahre jung, wurde am 1. Ja-

die nach der Handschrift vom deutschen Philosoph Ste-

nuar 1993 geboren, soviel ich weiss. Er arbeitet bei der

fan George gezeichnet wurde. Michel inspiriert sich auch

Werbeagentur «VITAMIN 2» in St. Gallen und wird dort

an älteren Werken der Grafik und der Typografie. Zeitge-

seine Lehre abschliessen. Jung, motiviert und zielgerichtet

nössische Grafiker die ihn immer wieder inspirieren sind

verfolgt er seine Arbeit als Grafiker. Er lässt sich dabei oft

unter anderem das deutsche Grafiker Büro «Mirko Bor-

von neuen Trends inspirieren und freut sich immer wieder

sche» mit Sitz in München, als auch das Berliner Studio

an einem schön gestalteten Medium. Vor allem die Grafik

«Hort» welches von Eike König geleitet wird. Nach der

im HipHop Bereich, scheint es ihm sehr angetan zu haben.

Ausbildung zum Grafiker würde er sehr gerne in einem

Mit seiner ersten Schrift «H.O.V.A Grotesk» bildet er eine

bekannten Studio ein Praktikum absolvieren, wie ich es

Art Hommage an das gleichnamige Lied H.O.V.A vom be-

von ihm gehört habe. Auch ein Studium an der zHdK wäre

kannten Rapper Jay-Z. Um eine kurze Erklärung zu dem

für ihn denkbar, an dem er seine Kenntnisse in der Visuel-

Begriff H.O.V.A geben zu können, beziehe ich mich auf den

len Kommunikation oder der Schriftgestaltung vertiefen

Songtext des Liedes. «H to the izz-O, V to the izz-A» was

könnte. Was aber eine wichtige und sehr positive Erkennt-

auch immer dies heissen möchte.

nis von ihm ist, dass er nicht stehen bleiben möchte. Er

Michel arbeitet gerne mit Humor und ist dabei sehr experimentierfreudig. Neue Schriften begeistern ihn ebenso wie Techniken des Renderings oder Videozusammenschnitte von zeitgemässen Musikkünstlern. Auch eine weitere Schriftenarbeit von ihm namens ME (was für Michel Egger steht und gleichzeitig einen guten Beschreib an den Verfasser gibt) Vutura (was sich auf eine geometrisch aufgebaute Schrift namens Futura bezieht) ist eine Anlehnung an die geometrische serifenlose Schrift Futura, welche von Paul Renner gestaltet wurde. Die Schrift, die er selbst auf seiner Webseite verwendet, ist eine sehr interessante Form einer serifenlosen Grotesk aus dem Jahre 1907

will herumkommen, neue Orte sehen ob im In- oder Ausland. Diese bringen immer einen frischen Wind und neue Inspirationen in den Kopf. Ich schätze Michel sehr als Grafiker und bin mir sicher, dass er seinen Weg finden wird in der grafischen Branche. Ob in München oder Berlin spielt dabei keine Rolle.


Dokumentation

Seit knapp vier Monaten mieten wir ein kleines Atelier an der Landhausstrasse 4 in St.Gallen. Das Atelier erwies sich nach langer Suche mit vielen UPs und DOWNs als perfekt. Bei der Besichtigung des Ateliers oder besser gesagt des Kellerabteils, vollgestellt mit Malerwerkzeug, alten Matrazen und zugemülltem Boden war es schwierig sich vorzustellen zu können, das daraus etwas Schönes entstehen könnte. Doch nach knapp einem Monat, bei der Abnahme war die Euphorie gross. Aus dem dunklen voll gestopften Kellerloch wurde ein kleiner aber feiner lichtdurchfluteter Raum mit zwei grossen Fenstern, hoher Decke, Waschbecken und Stromanschluss, alles was man braucht um kreativ arbeiten zu können. Nach der Abnahme des Ateliers ging es ziemlich schnell, sich um die Einrichtung Gedanken zumachen. Wir beide freuten uns sehr darüber. Wir hatten die selbe Vorstellung, wie alles aussehen sollte. An einem Samstagnachmittag schnappten wir uns den Kombi von Michels Vater und fuhren mit 100 Sachen und 100 Ideen im Kopf über die Autobahn in Richtung IKEA. Dort kauften wir grosse Dinge wie Tischbeine jedoch auch kleines wie Kaffeetassen und Handtücher. Im nahe gelegenen Baumarkt holten wir uns Spanholzplatten, welche wir als Tischplatten verwendeten. Natürlich kauften wir nicht alles Neu, die Stühle zum Beispiel fand Dominik in seinem Keller, wunderschöne alte Konferenz Stühle aus den 70er Jahren. Der Aufbau und das zusammenschrauben der Tische war schnell erledigt.

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Mit der Aufteilung des Raumes was wo stehen sollte, taten wir uns noch etwas schwer. Bis wir uns endlich einig und zufrieden waren, hatten wir das Atelier bereits gefühlte 56mal im Kopf eingerichtet und 3mal komplett umgestellt. Uns war es wichtig, dass wir nicht einfach ein durch gestyltes Atelier einrichten sondern ein Ort an dem man sich wohlfühlt und kreativ arbeiten kann. Sicherlich gibt es auch noch Dinge, für die uns jetzt ganz am Anfang noch das nötige Kleingeld fehlt. Dinge wie z.B. eine Kaffemaschine oder ein Sofa wollen wir uns aber in naher Zukunft anschaffen. Am Anfang beim Einzug dachten wir, man benötige kein Internet, es sei sicher schön ohne zu arbeiten doch schnell mussten wir feststellen, dass wir doch sehr auf Internet angewiesen sind. Wir beschlossen uns dazu, einen Brief ans schwarze Brett im Hausflur zuhängen. In diesem Brief machten wir die Bewohner darauf aufmerksam, dass wir neu im Haus sind und hier ein Atelier mieten und ob sich jemand vorstellen könnte mit uns WLAN zuteilen. Knapp zwei Wochen später meldete sich eine nette junge Frau aus dem zweiten Stock und bot uns an, für einen kleinen Monatsbeitrag von 10 Franken das Internet mitbenutzen zu dürfen. Et voilà!


Corporate Design

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Prozess


Sehr geehrter Herr/Frau Muster Wir sind Dominik Junker & Michel Egger. Wir machen Grafik im Print und im Onlinebereich. Wir produzieren Plakate, Magazine, B端cher, Flyer, Corporate Designs, Webseiten, Applikationen und brechen dabei die Grenze des Konventionellen. Kommunikation ist in unserer Hinsicht ein Mittel, welches man nutzen muss um sich zu entablieren. Man muss sich eine einzigartige Stimme verschaffe um nicht in Vergessenheit zu geraten. Wir w端rden Sie gerne pers旦nlich kennenlernen und Ihnen zeigen, was wir unter guter Kommunikation verstehen. Liebe Gr端sse Dominik Junker & Michel Egger 14


Kundenaquise

Der Begriff «Kundenaquise» kommt vom lateinischen «quaerere» was so viel bedeutet wie «erwerben». Bei der Kundenaquise unterscheidet man zwischen der «Kaltaquise» und der «Warmaquise». Der Unterschied besteht darin, dass bei einer Warmaquise Beziehungen verwendet werden, zu denen man einen persönlichen Bezug hat oder Jemanden kennt, der den potenziellen Kunden kennt. Bei der sogenannten Kaltaquise handelt es sich darum, Kunden anzuschreiben welche man ohne persönliches Netzwerk versucht zu gewinnen. Welches sind aber die spannenden Kunden, für die man gerne arbeitet und mit denen man sich gut versteht? Und wie findet man heraus, ob diese auch einen Grafiker benötigen? Haben diese überhaupt das Bedürfnis nach guter Grafik oder sind sie bestens bedient, wenn sie ihre Plakate selber im Powerpoint gestalten können? Es gibt unzählige Thesen im Internet welche Tipps aufzeigen, wie man an die gewünschten Kunden kommt. Punkte die oft genannt werden sind: — Man soll aufrichtig und mit einem klaren Ziel auf potenzielle Kunden zugehen. Dabei soll man nicht aufdringlich wirken, sondern selbstsicher und entschlossen. – Wenn ein Kunde Begeisterung zeigt, soll man nicht kalt weiterfahren, man soll sich auf Gespräche einlassen und kommunizieren was man bietet. – Man muss sich bewusst sein, dass die Aquise nichts schlechtes ist. Nur wenn man eine positive Haltung gegenüber dem Gewinnen von neuen Kunden hat, kann man diese auch überzeugen.

Die richtigen Leute für die Zusammenarbeit findet man nur auf eine Art miteinander Reden. Merkt man schon in einem ersten Gespräch das man nicht auf der selben Wellenlänge ist, darf man auch offen kommunizieren, dass die Zusammenarbeit nicht funktionieren wird. So hintergeht man den Kunden, und noch viel wichtiger, sich selbst nicht. Eine Arbeit welche auf die Dauer keine Früchte trägt, verleidet mit der Zeit und macht auf Dauer keinen Spass, hier folgt die Demotivation. Eine ehrliche Art zahlt sich schlussendlich ausDie Zeit soll nicht mit anstrengenden Diskussionen vergeudet werden, lieber in die Aquise

– Oft negativ sind «neunmalklugen» Sprüche

von wünschenswerten Kunden investieren. Das ist der

wie; «Und was Sie von unserem Angebot haben?» …Diese

Vorteil den man als Zweimann-Büro hat, nämlich der, dass

sollte man vermeiden. Eine ehrliche und aufgeschlossene

man nicht jeden Wunsch erfüllen muss, um den Mitarbei-

Art wirkt viel positiver als chinesisch Fachsimpeln.

tern und sich selbst gerecht zu werden.


Inspirationen

Ein weiteres Büro mit sehr spannenden Arbeit ist auch für mich das Büro OK–RM aus London. Die Abkürzung OK kommt vom Namen Oliver Knight und RM von Rory McGrath, beides Visuelle Gestalter, Gründer und ein Paar zugleich. Ein breites Spektrum von Arbeiten erstreckt

In der Zeit des Internets ist es sehr einfach ge-

sich in ihrem Portfolio. Von Nike, der Schuhmarke bis zum

worden, sich Inspirationsquellen zu verschaffen, der Da-

Kaleidoskop Magazin, ist Teil von ihren Arbeitgebern. Sie

tenaustausch zwischen Studierenden und Profis erfolgt

zeichnen sich vor allem durch starke visuelle Auftritte aus,

mühelos. Der Austausch ist somit garantiert sofern man

besonders im Umgang mit zeitgenössischer Typografie.

diesen wünscht. Auch das Medium E-Mail beseitigt eine

Ihre Arbeiten bestechen oft durch eine hohe Affinität zur

Grenze um nach Kritik zu fragen und fördert das Austau-

Qualität und bilden vollkommen geschlossene Konzepte

schen untereinander stark. Zeitgenössiche Grafiker besit-

welche in sich sehr gut funktionieren. Sie zeigen oft, wie

zen alle eine Webseite und somit ist man mit wenigen

viel man aus einem Papier, einer Farbe oder einer Schrift

Klicks schnell vertraut mit den Ideen und Philosophien

herausholen kann, wie oft man etwas für sich sprechen las-

anderer. Einer meiner persönlichen, zeitgenössischen

sen kann und wie man dem Betrachter einen gewissen

Lichtblicke am Grafiker-Horizont ist der Schriftgestalter

Raum zur eigenen Interpretation lässt. Die Farben sind

Radim Pesko, welcher meiner Meinung nach, die zeitge-

immer sehr stimmig zu einander. Die beiden verwenden

nössischen Meilensteine in der Typografie bestreitet. Laut

oft klare Farben, wie Grün, Rot, Blau und Gelb. Aber auch

seiner Webseite lebt er zur Zeit in Amsterdam und in Lon-

Naturfarben und Pastelltöne gehören zu ihrer Handschrift.

don. Das ist aber auch schon das einzig wenige was man

Ein wahrer Augenschmaus, ihre Arbeiten zu betrachten.

über ihn herausfindet, geschweige denn von ihm weiss. Auf seiner Webseite kann man etwa Sieben der Zehn Schriften kaufen, die anderen behaltet er noch vor und zeigt sie grosszügig dem Publikum. Vor allem die Schriften «Larish Alte» und «Larish Neue» haben bei mir eingeschlagen wie eine Bombe. Sie haben beide einen extrem starken Charakter und sind gleichzeitig aber nicht zu aufdringlich um sie nicht als Buchschrift verwenden zu können. Die Schriften sind extrem sauber gezeichnet und der Glyphensatz (die Anzahl der Schriftzeichen) ist sehr gut ausgebaut. Man spürt bei der Arbeit mit diesen Schriften ihre enorme Qualität die ihn treibt.

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HORT

ZAK Group

HORT, dieser Name weckt Assoziationen zum

Aus aus einer längeren Zusammenarbeit ent-

Kinderhort. Das war auch die Idee von Eike König, dem

stand 2005 die Zack Group. Gegründet von zwei jungen

Gründer von Hort. Er wollte jungen kreativen Gestaltern

Grafikern Zak Kyes und Grégory Ambos. Die Agentur be-

Raum geben um kreativ und völlig frei zu arbeiten. Am An-

findet sich in London, dem momentanen Mekka für zeitge-

fang befand sich das Büro in Frankfurt, doch seit 2007 ist

nössische Grafik. Zak Group arbeitet international und

es in Berlin situiert, genauer gesagt im momentanen

national, mehrheitlich im kulturellen Bereich, für Archi-

Trendviertel Kreuzberg. Rund 10 Grafiker arbeiten bei

tekten Autoren etc.. Hauptsächlich arbeiten sie im Printbe-

Hort, zwei davon sind jeweils Praktikanten aus aller Welt.

reich. Eine meiner Lieblingsarbeiten ist die Taipeh

Die Praktikas bei Hort sind jeweils sehr beliebt. So beliebt

Biennale von Zak Group. Ziel dieses Projektes war es die

dass man sich nur während zwei Monaten (März und Sep-

Mischung aus der Lateinischen Schrift wie wir sie kennen

tember) bewerben kann. In dieser Zeit gehen oft mehrere

mit den chinesischen Schriftzeichen, bei welcher jedes

hundert Bewerbungen ein. Die Berliner Agentur ist be-

Zeichen eine Art Bild oder Symbol zeigt. Durch duplizie-

kannt für ihre experimentellen Arbeiten. Sie arbeiten oft

ren der Buchstaben entstand ein völlig neues Schriftbild,

sehr analog, also mit Collagen aber auch unterschiedlichs-

welches Stark an die Chinesischen Zeichen erinnert. Das

ten Maltechniken. Dies deshalb, weil Eike König noch zur

ganze Projekt wurde schwarz/weiss gehalten, da es sich

alten Garde gehört, also zur Sorte jener Grafiker die ohne

um eine Kunstbiennale handelt, welche den Künstlern

Computer gelernt haben. Als eine der Hauptagenturen für

Raum für ihre Werke geben soll.

Nike, den Sportartikelhersteller, haben sie sich in der Szene einen Namen gemacht. Beim stöbern auf Blogs findet man oft Arbeiten von Hort. Eike König selbst ist ein Socialmedia Junkie, er hält seine Follower über soziale Netzwerke immer auf dem laufenden. Anhand von ihm spiegelt sich auch gut wieder, wie viel in der heutigen Zeit, Soziale Netzwerke zum Erfolg eines Grafikers oder einer Agentur beitragen. Eine meiner Lieblingsarbeiten von Hort ist die Nike VS. Kampagne. Die Kampagne ist sehr grafisch und arbeitet mit der Nike CI/CD Schrift Futura Black Condensed. Die Schrift wurde für die Kampagne als Gegenelement zu den Bildern in einen starken Kontext gestellt. Typografie und Bild ergeben schlussendlich ein harmonisches Gesamtbild.


Vorbilder

Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist es, Vorbilder zu haben. Sei es für die Arbeiten, Inspirationen oder dem Umgang mit Grafikdesign. Jeden Tag entdeckt man neue Büros, verlinkt auf Webseiten und sieht neue Dinge die einen inspirieren. Aber manchmal hat man eins, zwei Seiten, auf die man immer wieder zurückkehrt, da einem die Arbeiten in allen Bereichen ansprechen. Ein solches Büro ist für mich «heydays» aus Norwegen, genauer aus Oslo. Das Team, bestehend aus 5 Personen, fabriziert für nationale und internationale Unternehmen Grafik-, Print-, Web- und Mobile-Produkte. Die fünf Männer namens Mathias Haddal Hovet, Lars Kjelsnes, Martin Sanne Kristiansen, Stein Henrik Haugen und Thomas Lein sind Grafiker und Interaktions-Designer. Ihr grosser Erfolg kam vor etwa vier Jahren, im Jahre 2009, als sie diverse Awards, vor allem gleich drei mal am «Visuelt Award» in Oslo gewonnen haben. Sie kombinieren moderne Gestaltung mit einer hohen Begeisterung zur mobilen und interaktiven Welt. Dies geschieht aber zugleich, mit einer enormen Kompetenz und hoher Sauberkeit. Webseiten die sie programmieren, funktionieren bis aufs Detail perfekt und Applikationen erscheinen penibel genau. Sie bringen alles unter ein Dach, was die Qualität enorm steigert. Vielleicht einen Award zu gewinnen oder Produkte so abliefern zu können wie «Heydays» das machen, wäre ein grosser und schöner Schritt für das Büro DJ ME. Auch hier sehen wir, wie wichtig der Anspruch an Qualität ist, und wie weit man mit ihm kommen kann. Was auch sehr wichtig ist und wie man es an ihrem Beispiel gut erkennen kann, ist eine moderne und funktionierende Webkompetenz. Diese kann sich schnell verbreiten und wird vor allem auch von potenziellen Kunden als wichtig betrachtet. Oft denkt man sich gerade im Internet, dass gut funktionierende und klare Webseiten ein grosser Pluspunkt sind für das eigene Image. Oft ist eine Webseite auch ein Anhaltspunkt, bei welchem man sagen kann, dass man auch etwas in dieser Art möchte und nachher weiter gehen kann um mehr für den Auftraggeber ausführen zu können. Auch Auszeichnungen, Preise und Awards können helfen an die gewünschten Leute zu kommen. Nicht nur um sich selbst besser zu fühlen, sondern um zu Verknüpfen, sich aus zu tauschen und neue Bekanntschaften zu machen. Es ist ein stets wachsender Beruf dieser Grafiker. Man braucht eine gewisse Zeit um sich zu etablieren, zu lernen und zu wissen, in welche Richtung man gehen möchte. Und um dies herauszufinden ist es wichtig, fleissig an einem Ziel zu arbeiten. Auch wenn man anfangs Mühe damit hat. Aber wie man so schön sagt, sind noch keine Meister vom Himmel gefallen.

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Das ist auch die Gestaltung mit der er in die

Im Zeitalter von Blogs, Twitter und Hashtags vergisst man oft wer eigentlich diejenigen waren die den

Grafik Geschichtsbücher einging. Seine bekanntesten Ar-

Grundstein gelegt haben für die Grafik wie wir sie heute

beiten sind die jenigen für das Helmhaus Zürich, CWS

kennen und schätzen. Schweizer Grafik ist seit eh und je,

Apparate oder die Tonhallen-Gesellschaft Zürich. Diese

auf Top Niveau und auf der ganzen Welt sind Grafiker aus

Plakate gelten auch heute noch als Non-Plus-Ultra. Sein

der Schweiz sehr gefragt. Einer der Pioniere der Schwei-

wohl bekanntestes Projekt sehen hingegen die Meisten

zer Grafik war klar Josef Müller Brockmann. Josef Müller

von uns Tag für Tag. Müller Brockmann bekam die grosse

Brockmann wurde am 9. Mai 1914 in Rapperswil geboren.

Aufgabe den gesamten Auftritt der Schweizer Bundes-

Er war nicht nur Grafiker und Typograf sondern auch Au-

bahn zu gestalten. Dazu gehören nicht nur Aufgaben wie

tor und Lehrer an verschiedenen international hochste-

das Logo, sondern auch Piktogramme welche man in den

henden Schulen. Der Beginn seiner Karriere war von Ups

Bahnhöfen der Schweiz findet, sondern auch die gesam-

und Downs sehr geprägt. 1930 begann er seine Lehre zum

ten Züge und Ortstafeln. Die gesamte Gestaltung folgt ei-

Grafiker in Zürich. Zwei Jahre später, 1932 brach er aber

nem Raster. Der Raster ist auch der Grund dafür, weshalb

diese wieder ab. Von da an arbeitete er bei verschiedenen

der ganze Auftritt der SBB so harmonisch und als gesam-

Lehrern wie Ernst Keller und Alfred Willimann an der

tes wunderbar funktioniert. Spannend finde ich es, dass

Kunstgewerbeschule Zürich. Bereits zwei Jahre später

man beim stöbern auf Blogs oder beim schlendern durch

entschloss er sich auf eigenen Beinen zu stehen und wur-

die Stadt, immer wieder Einflüsse in heutigen Plakaten

de freischaffender Gestalter und Illustrator im Raum Zü-

sieht welche Josef Müller Brockmann gestaltet hat.

rich. Seine Entscheidung habe er nicht bereut. Wenige Jahre später folgten schon grosse Aufträge wie der Ehrenpavillon der Schweizer Universitäten. Kurz darauf musste er seine Karriere als Grafiker für einige Jahre an den Nagel hängen da der zweite Weltkrieg über Europa hineinbrach. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges 1945 nahm er seine Tätigkeit als Gestalter wieder auf. Mehr und mehr wendete er sich von der Illustration ab hin zur sachlich- konstruktiven Gestaltung.

Mir persönlich gefallen die Arbeiten sehr, da sie extrem zeitlos, reduziert und typografisch sehr stark sind. Auch in der heutigen Zeit in der Trends alle zwei Monaten wechseln, sind seine Arbeiten immer noch unschlagbar.


Kasper-Florio Arbeiten

Eine meiner Lieblingsarbeiten von Rosario und

Das Kunstmuseum St.Gallen organisiert zwei-

Larissa ist eine neuere welche die beiden für das Buch na-

mal im Jahr, jeweils im März und im November die Nacht-

mens «GLORY GLORY» gemacht haben. In diesem Buch

schicht. Eine Mischung aus Kunstveranstaltung und Party.

geht es darum, dass jeder eingeladene Grafiker/Künstler

Oft spielen DJs und Bands aus der Region. Es wird getanzt

ein Poster frei in Verbindung zu Fussball machen konnte.

diskutiert und den Abend genossen. Schon mehrmals hat

All diese Einreichungen wurden dann als Buch publiziert.

Kasper-Florio den Flyer für diese Veranstaltung gestalten

Die Idee von Rosario und Larissa war es den Schlachtruf

dürfen. Mein absoluter Favorit ist jedoch der Flyer für die

der Fans «If you all hate (Name) clap your hands» so aufs

Nachtschicht N°6. Ein extrem reduzierter und abstrahier-

Papier zu bringen, dass der Betrachter den eigenen Frei-

ter Flyer. Auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Zahlen-

raum hat, den Namen zu wählen, also dient eine weisse

abfolge, welche von 1-5 und von 18-24 geht. Doch bei

Fläche auf dem schwarzen Plakat als Platzhalter für den

genauerem betrachten fällt auf, dass die Zahlen eine Art

Namen. Somit wird der Betrachter dazu aufgefordert, et-

Uhr bilden. Diese Uhr zeigt die Zeit an, in der die Veran-

was mit dem Plakat zu machen, ohne aktiv eingreifen zu

staltung statt findet, eben die Nachtschicht. Der Flyer ist

müssen. Die zweite Arbeit für das selbe Buch spielt mit den

zweifarbig gehalten, zwei harmonische Farben, welche

akustischen Schwierigkeiten die man an einem Fussballs-

trotzdem in einem starken Kontrast zueinander stehen.

piel hat. So haben die zwei das Plakat mit missverstande-

Das Blau steht für den Tag und die Zeit um Mitternacht

nen Sätzen geschrieben; «Teh referee ass got six toasts has

und das Rot für die Morgen- und Abenddämmerung. Auf

god six toes(?) End his mudder and is his brother.» Auf die-

der Rückseite findet man nochmals alle Informationen

se Weise lässt man auf eine spielerische und sympathische

über die Veranstaltung. Hier werden die Informationen im

Art verstehen, dass man das Gegröle der Fussballfans

Uhrzeigersinn abgebildet so das es für den Betrachter ein-

selbst nicht versteht und die meisten anderen auch nicht.

facher ist, die Infos in einem Fluss zu lesen.

DJ

ME

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Interview


Interview

ME: Was waren UPs und Downs wärend der Gründung? KF: Eine richtige Gründung gab es nicht für unser Studio, das Ganze war ein schleichender Prozess. An der Unterstrasse in St.Gallen befindet sich

Downs sind immer wieder administrative Dinge, welche

das Atelier von Kasper-Florio. Ein heller, grosszügiger

wir bis heute noch nicht so gerne machen. Doch auch das

Raum, eingerichtet mit schönen schlichten Möbel bietet

gehört dazu. Zum Glück kommen diese aber in unserem

Platz um kreativ arbeiten zu können. Kasper-Florio setzt

Fall nicht so oft vor. Ein UP ist sicherlich das Gefühl,

sich zusammen aus Larissa Kasper und Rosario Florio. Sie

selbstständig zu sein. Was wir extrem daran schätzen ist,

arbeiten seit rund 13 Jahren zusammen und sind ein Paar.

Verantwortung zu übernehmen für alles was man dem

Ihre Arbeiten sind sehr reduziert und typografisch. Sie ar-

Kunden zeigt. Das gefällt uns sehr gut.

beiten hauptsächlich in den Feldern Musik, Mode und Kultur. Man findet ihre Arbeiten auf unzähligen Grafik-

DJ: Wie aquiriert

und Designblogs. Mit Rüeblitorte beginnen wir das Inter-

ihr?

view…

Wir haben das grosse Glück, dass sich vieles er-

DJ: Was war der Beweggrund ein eigenes Büro zu gründen?

geben hat in den vielen Jahren in denen wir zusammen arbeiten und wir uns ein Stück weit etabliert haben, mit unserer Arbeit. Vieles läuft bei uns über Mund-zu-Mund und Weiterempfehlungen funktionieren regional sehr gut.

KF: Wir arbeiten seit langem zusammen, Larissa

Vieles läuft auch über unsere Website, diese ist eigentlich

befand sich damals im Studium an der ZHdK und ich war

unser Hauptaquisemittel. Viele Kunden kommen auch zu

festangestellt in St.Gallen. Wir haben viel am Abend und

uns, weil sie die gleichen Vorstellungen haben oder die sel-

am Wochenende gemeinsam an grösseren und kleineren

ben Ansichten mit uns teilen, das ist schön. So kommen

Projekten gearbeitet. Irgendwann kam der Zeitpunkt an

Kunden zu uns, Aufgrund deiner Kompetenzen und nicht

dem wir merkten, dass es nicht mehr verantwortbar wäre

weil die Mutter ihres Bruders mit ihrer Schwester im Turn-

100% angestellt zu sein. Es war lange ein Ziel von uns, ge-

verein ist.

meinsam was auf die Beine zustellen. Schon lange hatten wir den Wunsch, selbst entscheiden zu können und nicht über 10 Etagen zum Chef rennen zu müssen, um ein Feedback einzuholen. Wir wollten unsere eigenen grafischen Ansichten vertreten können. «Je länger man in unserem Beruf arbeitet, um so mehr entwickelt man eigene Philosophien und Methodiken wie man an Projekte heran geht.»

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Rüebli

Rüebli

Rüebli

Torte

Torte Rüebli

Rüebli

Torte

Torte

Torte

Torte

Torte


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DJ: Setzt ihr stark auf Feedbacks von anderen? KF: Wir finden es extrem wichtig auf Reaktionen und Diskussion von anderen zu achten, vor allem von Personen die nicht jeden Tag in Berührung mit Grafik ME: W  as ist eure Auffassung von Grafik? KF: Grundsätzlich zeichnet sich in unseren Arbeiten sehr gut ab, in welche Richtung wir arbeiten. Unsere Arbeiten spielen oft mit Typografie und oft auch sehr minimalisiert. Uns ist es wichtig das unsere Arbeiten auf eine direkte Art und Weise kommunizieren. Wir haben schon öfters gehört das unsere Arbeiten sehr monochrom

sind so wie wir. Jedoch während dem Prozess vertrauen wir einander genug um sagen zu können, was für uns richtiger ist. Es gab schon Fälle bei denen wir Feedback gehört haben, was nicht so positiv war. Dem nehmen wir uns natürlich an, aber unsere Art und Herangehensweise wird sich dadurch nicht komplett ändern. Der Austausch ist uns jedoch sehr wichtig vor allem bei uns in der Bürogemeinschaft.

sind oder im Graubereich und das stimmt auch: «Wir hassen Farben :¬)» Das wichtigste unserer Meinung nach, ist dass man immer auf das individuelle Projekt eingeht und sich die Frage stellt: Was muss kommuniziert werden!

ME: Was sind eure Lieblingsdrinks? Larissa mag Gin Tonic mit Pfeffer, wenn ich ganz verzweifelt bin ein Negroni. Rosario mag Appenzel-

DJ: Habt ihr euch gewisse Eckpunkte gesetzt oder arbeitet ihr völlig frei? KF: Den «9—5» Tagesablauf gibt es sicherlich nicht, aber einen gewissen Rhythmus muss man schon haben, vor allem wenn man selbstständig ist. Wir müssen für Kunden und Lieferanten zu Bürozeiten erreichbar sein. ME: H  abt ihr Konflikte bei der Gestaltung untereinander? KF: Gewisse Konflikte die braucht es, aber wir haben die gleiche oder ähnliche Denkart. Das ebnet natürlich den Weg zum Ziel. Wenn wir beide an einem Projekt arbeiten beginnen wir meistens mit einer Recherche, oft zeichnet es sich schon nach kurzer Zeit ab in welche Richtung es gehen soll. Oft ist es auch so, dass wir gemeinsam an einem Computer sitzen, während die eine Person etwas ausprobiert, sieht oft die andere Person den nächsten Schritt. So entstehen oft gute Dinge.

ler mit Eis. Früher trank ich aber viel Vodka-Red Bull um wach zu bleiben beim auflegen. Bier geht aber immer :¬)


DJ: Habt ihr oft Meinungsverschiedenheiten mit Kunden? KF: Glücklicherweise noch nicht sehr oft. Sicherlich wird in der Detailgestaltung diskutiert über Kleinigkeiten wie Logogrösse und so weiter. Aber im Grossen und Ganzen können wir unsere Kompetenzen immer gut verkaufen. Es ist auch schon vorgekommen das wir während einer Präsentation vor dem Kunden gedacht haben, DJ: Gibt es Aufträge die ihr nicht

dass das Projekt nicht so gut angekommen sei, doch meis-

annehmen würdet?

tens dann ist der Kunde zufrieden. Wir präsentieren immer nur eine Variante. Wir finden, lieber nur eine Variante präsentieren, hinter der wir voll und ganz stehen können und von der wir selbst auch überzeugt sind. Wir verkaufen nicht nur unsere Grafik sondern auch unsere Kompetenz und unsere Beratung, dass muss man dem Kunden von Anfang an kommunizieren.

KF: Ja das gibt es ganz bestimmt, sicherlich sind das Dinge die nicht unsere Meinung vertreten. Dinge die man nicht gern macht, bringen oft auch kein positives Ergebniss. Schlussendlich sind wir ein Dienstleister mit einer gewissen Philosophie. ME: Habt ihr noch

DJ: Gibt es Wunscharbeiten oder wünscht

Tipps für uns?

ihr euch mehr Arbeit von bestimmten Kunden?

KF: Macht weiter so!

KF: Das gibt es natürlich immer. Aber schön wäre es in gewissen Bereichen noch mehr Arbeit zu gewin-

DJ ME: Danke euch für das super Interview.

nen. Dies sind in unserem Fall sicherlich, Musik, Buch-

KF: Danke euch, und danke für die Rüeblitorte.

projekte und kulturelle Projekte. Das sind Medien bei denen von unserer Seite ein starkes Interesse besteht. Wir finden, hier sind auch unsere Stärken. ME: H  ättet ihr gerne mal einen Wikipediaeintrag? KF: Ja wer hätte das nicht gern, grundsätzlich ist es ja nur Positiv, da man dann in gewissen Bereichen was dazu beigetragen hat das nennenswert ist. Momentan sehen wir aber keinen Grund dazu einen Wikipediaeintrag zu bekommen.

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Rechtsformen

Fakten: Von 2004–2006 wurden jährlich rund 12’000 Firmen in der Schweiz neu gegründet. Ungefähr 95% aller neu gegründeten Unternehmen beschäftigen im Durchschnitt 1–4 Mitarbeitende, was ungefähr 80% aller Beschäftigten in neu gegründeten Unternehmen ausmacht. Überlebensrate: Studien haben gezeigt, dass weniger als drei von vier Firmen das zweite Jahr überleben, dass heisst sie gehen Konkurs. Nach fünf Jahren geht immer noch jede Es gibt im schweizerischen Privatrecht folgende Rechtsformen für Firmen. Diese werden in vier Grundteile aufgeteilt: –Einzelunternehmen,

–Personengesellschaf-

ten, –Kaptialgesellschaften und –Übrige. Weitere Unterteilungen

von

Personengesellschaften

sind:

zweite Firma konkurs. Auch zeigte die Studie, das es einfacher ist für Firmen im industriellen und gewerblichen Bereich, als für Firmen im Dienstleistungssektor. Jedoch Firmen die bestehen bleiben, beschäftigen nach fünf Jahren durchschnittlich 52% mehr Personal.

-einfache Betreibungen und Konkurse:

Gesellschaften, -Kollektivgesellschaften und -Kommanditgesellschaften. Weitere Unterteilungen von Kapitalgesellschaften sind:

Zwischen 2003 und 2006 haben die Zahlen der Konkurseröffnungen, Zahlungsbefehle und Pfändungs-

-Aktiengesellschaft, -Kommanditaktiengesell-

vollzüge stets zugenommen. 2007 blieben die Zahlen un-

schaft, -Gesellschaft mit beschränkter Haftung und -Inves-

gefähr stabil und es meldeten rund 10’700 Unternehmen

tmentgesellschaft für Kollektive Kapitalanlagen. Und die

Konkurs an. 2003 – 2007 entstanden jährlich konkursbe-

letzte Unterteilung von Übrigen sind: -Genossenschaft,

dingte Verluste in der Höhe von 3 bis 4.5 Milliarden Fran-

-Verein und -Stiftung. Auf der rechtlichen Ebene ist jede

ken.

Rechtsform bemächtigt, Dienstleitungen zu erbringen.

«Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH); ist im

Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Registereintrag

schweizerischen Gesellschaftsrecht eine personenbezogene

im Handelsregister als Einzelfirma bei einem Umsatz von

Rechtsform mit eigener Rechtspersönlichkeit, in der die

weniger als CHF 100’000 im Jahr freiwillig ist.

Haftung der Gesellschafter auf das Gesellschaftskapital beschränkt ist.» Eine Aktiengesellschaft (AG) ist eine privatrechtliche Vereinigung. Es handelt sich um eine Kapitalgesellschaft, bei der das Grundkapital in Aktien zerlegt ist. Die Aktiengesellschaft ist eine international bedeutsame Unternehmensform.

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Geschichte

Past Um der Gründung von Werbeagenturen auf die

Es erweckt auf jeden Fall den Eindruck, dass

Spur zu kommen, muss man ein wenig recherchieren.

Grafiker doch ein Traumberuf sein könnte, wenn man sich

Doch schnell finden sich Eckpunkte, an denen man her-

selbstständig macht.

ausfindet, wann die ganze Geschichte der Grafiker begonnen hat. Grundsätzlich kann man sagen, dass die erste Gründung einer Werbeagentur im Jahre 1920 stattfand. Diese wurden «Advertising Service Agencies» genannt. Bekannte Agenturen zu dieser Zeit war die Lintas (Lever International Advertising Service), und die «werbebau» vom Bauhaus beeinflusst und war die erste moderne Werbeagentur in Deutschland. Seit 1950 beginnen die Gründungen von Werbeagenturen ins unermessliche zu steigen. Früh wird bekannt, dass in der Werbebranche mit viel Fleiss und ein wenig Glück, Geld verdient werden kann. So sieht man an bekannten Werbeagenturen in Zürich; z.B Jung von Matt oder Wirz, dass sich das Geschäft auch immer noch lohnt, siehe Anzahl Agenturen (24 auf der ganzen Welt JvM). Wie in so manchen schon abgenutzten Klischees findet man auch in der Serie MadMen immer wieder den Anschein, in Werbeagenturen werde nur gekokst und getrunken. Auch viele Agenturen im 2013 sagen oft, dass die besten Ideen immer dann kämen, wenn man

Oft wird auch der Anschein erweckt, dass einmal zum Erfolg gekommen, immer wieder tolle Aufträge kommen, bei denen man sich verwirklichen kann und dabei sogar noch Geld verdient. So sieht man z.B bei berühmten Grafikern und ihren Arbeiten, dass oft immer grössere Aufträge kamen. Siehe z.B Peter Behrens, der aus seiner Kunst hinaus, später als Grafiker für AEG (erstes Corporate Design) gearbeitet hat. Auch grosse Namen, wie Massimo Vignelli, Erik Spiekermann oder Stefan Sagmeister arbeiten schon seit dekaden für verschiedene Internationale Unternehmen. Es entsteht das Bild, dass Erfolg besonders in der grafischen Industrie, immer mit Folgeaufträgen verknüpft ist. Ein schwieriger, anstrengender und holpriger Weg, dies heraus zu finden. Er ist mit viel Arbeit und Kampfgeist verknüpft, eigentlich etwas was erst nach der Jugend kommt, da man noch so viele andere Dinge zu erledigen hat. Vielleicht auch eine Sache die sich ergibt, mit Glück oder Unglück.

gar nicht daran denkt und locker bei einem Bier sitzt. Auch zahlreiche Filme wie z.B der Film «39.90» oder original «99 Franc», der im Jahre 2009 entstand handeln davon. Er spielt in einer der erfolgreichsten Werbeagenturen namens «Young & Republican». Das Leben des Werbers wird somit auf schnelle erfolgreiche Ideen, Alkhohol, Kokain und Frauen reduziert. Vielleicht ist es das auch.

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Zukunft

Future Wie die Zukunft unseres gemeinsamen Projektes aussehen wird, steht noch in den Sternen. Wir sind uns jedoch einig, dass das von uns in Angriff genommene Projekt enormes Potenzial hat. Wir beide geben uns alle Mühe um unser Baby auf die richtige Bahn zubringen. Sei es mit selbst initiierten Projekten oder Projekte für reale Kunden. Wir beide haben den selben Anspruch an Grafik und wir hoffen das wir auch diesen so vertreten und verkaufen können. In Zukunft wird es sicherlich so ein, dass wir unsere erarbeitete mögliche Kundenliste erweitern. Auf dieser Liste findet sich vieles; von Architekten über Coiffeurs bis zu kulturellen Institutionen alles mögliche. Uns war es wichtig, nicht einfach Jeden anzuschreiben sondern Firmen und Einmannbetriebe, deren Arbeiten uns gefallen und welche wir schätzen. Ein nächster Schritt wird sein, in einem von uns verfassten Brief, die Firmen/ Institutionen anzuschreiben. Wir wollen auf uns aufmerksam machen und gleichzeitig einen Einblick in unsere Arbeit gewähren, dies über unsere einfache Webseite. Wir beide sind sehr motiviert und wir wissen was wir wollen, und das ist sicherlich ein wichtiges Fundament.


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Schlusswort

«Heute nun sah ich mich endlich, endlich vor die Notwendigkeit des Beweises gestellt, nicht mehr Knecht, sondern Herr meiner Selbst zu sein.» schreibt Karl Mey, der Schriftsteller. Der Grund, etwas selbst in die Finger nehmen zu wollen, dort anzupacken wo man möchte, und die Dinge so zu machen, wie sie einem Richtig erscheinen, sind Gründe um einen Ort zu finden, an dem man dies auch praktizieren kann. Das war der Beweggrund für uns, ein eigenes Atelier zu gründen. Es ist jedoch ein Punkt, an dem etwas beginnt und etwas endet. Um das, was dazwischen ist scheren wir uns ab sofort um es in die Bahn zu lenken, wie wir es für richtig halten. Wir wissen nicht ob es einfach wird, oder wir uns viele Bürden aufbauen, aber der Drang etwas eigenes zu schaffen, an einem Ort der uns gefällt und wir uns wohl fühlen ist grösser als die Angst, dass etwas nicht so funktioniert, wie es sollte oder einfacher wäre. Die Notwendigkeiten, die es für den Anfang benötigt, sehen wir als selbstverständlich und sind froh, wenn wir jenseits vom stressigen Alltag an Projekten arbeiten können, welche uns entsprechen und niemand anderem gefallen müssen. Wenn wir das Schaffen als Werk und nicht als unser täglich Brot anschauen können, ist uns dies Brot genug.


Quellenverzeichnis

Seite 15: Aquise aus Wikipedia – http://de.wikipedia.org/wiki/Akquise Stand 9. Oktober 2013 Seite 16: Radim Pesko – http://www.radimpesko.com Stand 12. Oktober 2013 Seite 16: OK–RM – http://www.ok-rm.co.uk Stand 12. Oktober 2013 Seite 17: HORT – http://www.hort.org.uk Stand 18. Oktober 2013 Seite 17: Zak Group – http://zakgroup.co.uk Stand 18. Oktober 2013 Seite 18: HEYDAYS – http://heydays.no Stand 20. Oktober 2013 Seite 19: Josef Müller Brockmann Ein Pionier der Schweizer Grafik / Lars Müller Publishers – Seite 257 Seite 18: Interview Kasper-Florio, Larissa Kasper und Rosario Florio von http://www.kasper-florio.ch 26. September 2013 an der Unterstrasse 34 Seite 28: Eric Dieth, Gesellschaftsrecht - kompakt; Basel, 2009, S. 151 http://de.wikipedia.org/wiki/Aktiengesellschaft_(Schweiz) Seite 30: Werbeagenturen http://de.wikipedia.org/wiki/Werbeagentur Stand 30. Oktober 2013

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DJME.CH

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DJ ME Vertiefungsarbeit