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2013 /// wirtschaft /// mecklenburg-vorpommern

Foto: TVB Mecklenburg-Vorpommern, René Legrand

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einen wichtigen Einkommenszweig der landwirtschaftlichen Betriebe dar. Hier den Vergleich zu Osttirol zu ziehen, bringt wenig. McPomm, wie das nördlichste Neue Bundesland umgangssprachlich auch genannt wird, ist ein Flächenland, das einfach zu erschließen und zu beackern ist, mit Betriebsgrößen, die berglandwirtschaftliche Möglichkeiten weit hinter sich lassen. Auf diesen Feldern scheint es mir nicht zielführend zu sein, Antworten auf die schwierigen Fragen bergbäuerlicher Strukturen zu finden. Im Bereich der Bio-Landwirtschaft hingegen könnte dies leichter fallen, wobei aber auch hier die Vorteile klar bei McPomm liegen. Wo extensive Tierhaltung auf weiten Flächen betrieben werden kann, wo Bio-Rinderzucht in Rinderherden von 80 Stück aufwärts verteilt über etliche Hektar Land möglich ist und hohe Stückzahlen geringe Stückkosten bedeuten, dort lässt sich leichter ein Einkommen erwirtschaften, als in Osttiroler Ställen. So können von den Produzenten Liefer- wie Versorgungssicherheit, zwingende Voraussetzungen für langfristige

Kooperationen, garantiert werden. Die von den Vordenkern als Chance erkannte enge Zusammenarbeit von hochwertiger Landwirtschaft und Tourismus wird in McPomm vorexerziert. Ziegenkäsespezialitäten, das Fleisch besonderer Rinderund Schweinerassen sowie fast schon vergessen geglaubte Obst- wie Gemüsesorten finden sich auf den Speisekarten der regionalen Hotellerie und Gastronomie wieder. Und nicht nur dort. Die Wochenmärkte in Berlin und Hamburg werden um dieses Angebot ebenso bereichert wie die dortige Spitzengastronomie. Momentan quellen die Wochenmärkte in der Erntesaison über und bieten zu beachtlichen Preisen eine bisher nicht gekannte Vielfalt von Gemüsesorten an. Hier trifft das Angebot den Geschmack einer gesundheitsbewussten und genussorientierten Käuferschaft, die zunehmend auf fleischreduzierte Ernährung setzt. Mit Vergleichen muss man vorsichtig sein, besonders wenn die Fragen schwierig und einfache Antworten oft die falschen sind. Äpfel und Birnen sollte man nicht verwechseln und wahllos

Die Mecklenburgische Seenplatte ist mittlerweile ein gefragtes Reiseziel.

miteinander vermischen. Aber mit entsprechendem Know-how, einer abgestimmten und durchdachten Rezeptur und einem ausgewogenen Mischverhältnis, kann man sie in einen Topf werfen. Dann folgt ein wichtiger Gärungs- und Reifeprozess, der unangenehme Begleiterscheinungen haben kann und ständig überprüft werden muss. Am Ende eines anspruchsvollen Destilliervorgangs kann so wunderbar Gehaltvolles entstehen. Wie beim Pregler. Oder eben beim Vor- wie Nachdenken.

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Dolomitenstadt - Das Magazin 03/2013  

Spannende Reportagen, tolle Bilder, volles Programm - Das Beste aus Lienz und der Region.

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