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2013 /// leben /// wohnen im süden

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Aloisia Ceklan ist seit 17 Jahren Bewohnerin eines Lienzer Stadtviertels, das für manchen Bürger anderer Stadtteile so unbekannt ist, als wäre es auf einem anderen Kontinent. Und wenn man's genau nimmt, ist vieles an der Südtiroler-Siedlung auch wirklich anders. Schon die Geschichte des Areals ist ungewöhnlich. 1939 „optierten“ viele Südtiroler – von den Nazis motiviert – für eine Auswanderung (Details auf Seite

29) und in der Folge entstanden auch in Lienz die charakteristischen aneinandergereihten Häuser an Straßen, die nach Südtiroler Kriegshelden benannt sind: Haspinger, Speckbacher, Innerkofler. Beeindruckende 240 Wohnungen schlichten sich in den Langbauten aneinander, mit einigen architektonischen Besonderheiten, die heute nicht mehr denkbar wären. „Da schauen beispielsweise die Hälfte der

Wohnungen nach Norden“, erzählt Architekt Reinhard Madritsch, der sich vor zwei Jahren an einem Wettbewerb beteiligte, den die „Neue Heimat Tirol“ als genossenschaftlicher Eigentümer ein wenig unterschwellig ausgeschrieben hatte. Zwar fand im Pfarrsaal der Familienkirche – eine „Landmark“ im Viertel – eine Infoveranstaltung statt, aber irgendwie wollte wohl niemand so recht daran glauben, dass „die Siedlung“

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Dolomitenstadt - Das Magazin 03/2013  

Spannende Reportagen, tolle Bilder, volles Programm - Das Beste aus Lienz und der Region.

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