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Die Verbandszeitschrift der DLRG Bayern . Ausgabe

Deutsche Lebens-RettungsGesellschaft Landesverband Bayern e. V.

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06 . 2013

B YERN KTUELL

Prävention von Ertrinkungsunfällen:

Aktion „Sichere Schwimmer“ bayern.dlrg.de

Seite 24 - 25

Fotowettbewerb 2014:

Die Bäder müssen bleiben!

Deutsche Meisterschaften im Rettungsschwimmen:

Lebensretter demonstrieren

Schwimmevent der

braucht Euer

DLRG-Bundestagung

auf der Spree

4-5

Extraklasse in Bamberg

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Die DLRG Bayern

bestes Foto!

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Editorial Horst Auer Leiter Verbandskommunikation DLRG Bayern

Die DLRG Bayern - ein einziger Superlativ Wenige Wochen danach bin ich von den Erlebnissen, die ich unter anderem von der Bundestagung und dem Festakt in Schloss Charlottenburg habe, noch immer sehr beeindruckt. Hier hat es die DLRG geschafft, sich äußerst professionell darzustellen. Besonders eindrucksvoll war der Bootskorso, mit dem die DLRG gegen die Bäderschließung demonstrierte. Rund 180 Boote aus ganz Deutschland – darunter mehrere Ortsverbände auch aus Bayern – nahmen daran teil. Ebenfalls dabei war eine vier Meter große Ente. Sie ist das neue Symbol für die Schwimmfähigkeit, da eine Ente nicht untergehen kann. 100 Jahre DLRG wurden so an drei Tagen imposant und nicht minder angemessen gefeiert. Ebenfalls eine fantastische Veranstaltung waren die 41. Deutschen Meisterschaften, die in Bamberg stattfanden. Mehrere Deutsche Rekorde wurden gebrochen, man konnte hochmotivierte Wettkämpferinnen und Wettkämpfer sehen, die mit Eifer und Ehrgeiz voll bei der Sache waren. Ebenso schön waren die Workshops, die während des gleichzeitig stattfindenden Bundeskinder- und Jugendtags stattfanden. Besonders zu erwähnen ist jedoch die DLRG Bamberg-Gaustadt, die in Vorbereitung, Organisation und Durchführung Hervorragendes geleistet hat. Ebenso grandios ist die Aktion Seepferdchen. Die Zahl der abgelegten ersten Schwimmprüfungen ist ein bedeutender Beweis für das Engagement der beteiligten Ausbilderinnen und Ausbilder. Dass auch Soldaten gute Rettungssschwimmer sind, beweist der Artikel auf Seite 18. Und die neu gestartete Aktion „Sichere Schwimmer“, die die DLRG-Jugend in Kooperation mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium und der AOK Bayern durchführt, wird mit Sicherheit ein Meilenstein in der Geschichte der DLRG Bayern werden. Abschließend darf ich Euch und Ihnen allen, liebe Leserinnen und Leser, schon jetzt ein friedvolles und ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise der Liebsten und Nächsten wünschen. Gerade nach so einem ereignisreichen Jahr für viele von Euch und Ihnen kommt die so genannte „stade Zeit“ wie gerufen, um inne zu halten und sich zu entspannen. Für das kommende Jahr wünsche ich viel Schaffenskraft, Zuversicht und Erfolg. Herzlichst

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BAYERN AKTUELL 06 - 2013


Inhalt 2

von Horst Auer, Leiter Verbandskommunikation

BUNDESWEIT

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EDITORIAL

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Bundestagung Die Bäder müssen bleiben - Lebensretter demonstrieren auf der Spree Deutsche Meisterschaften im Rettungsschwimmen Schwimmevent der Extraklasse

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DLRG BAYERN

Gedanken zum Jahresende von Julia von Seiche-Nordenheim Fotowettbewerb 2014 der DLRG Bayern Die DLRG Bayern braucht Euer bestes Foto!

Ausgezeichnet: Helmut Durchholz - besonnen, pünktlich und entspannt

TOPTHEMA: Ausbildung

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500 Lehrscheine für Lehrer - und das in den nächsten zwei Jahren!

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Aktion Seepferdchen - Wettbewerb für Schulen Metropolregion Nürnberg

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Thema Schwimmfähigkeit: Lernen unsere Kinder nicht mehr schwimmen?

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Muslimische Schülerinnen im Schwimmunterreicht:

Was bewirkt das „Burkini-Urteil“ des Bundesverwaltungsgerichtes?

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Soldaten als Rettungsschwimmer - ein Widerspruch in sich?

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Fortbildung der Lehrscheininhaber der Bundeswehr

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Prävention in der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) Beitrag von Gudrun Gamble Kommentar von Patrick Sinzinger Interview mit Udo Hurdes, Einsatztaucher und Referent Tauchen

JUGEND

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Aktion „Sichere Schwimmer“ Auftaktveranstaltung in Hersbruck

06 - 2013

REGIONALES

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DLRG Augsburg/Aichach-Friedberg 90 Jahre DLRG in Augsburg

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DANKESCHÖN an alle Werbepartner, Förderer und Sponsoren

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WEIHNACHTSGRUSS der Landesgeschäftsstelle / Hinweis

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TERMINE, TERMINE, TERMINE...

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IMPRESSUM

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100-Jahr-Feier in Berlin: Beeindruckende Demonstration der DLRG-Lebensretter auf der Spree.

6 Deutsche Meisterschaften im Rettungsschwimmen und BundesKinder- und Jugendtreffen in Bamberg.

Helfende Hand 2013“ - Augsburg braucht Eure Stimme!

DLRG DLRG DLRG DLRG DLRG DLRG DLRG DLRG DLRG

Nürnberg-Roth-Schwabach Impressionen vom Festball Bad Aibling Wieder stirbt ein Hallenbad - DLRG findet Zwischenlösung Ansbach Starkes Boot zum Jubiläum Dechsendorf Spendenübergabe in Fischerdorf Kaufbeuren/Ostallgäu gratuliert Franz-Josef Pschierer Wunsiedel Auftaktübung zur Feuerwehraktionswoche 2013 Furth im Wald Simulierter Tauchgang auf 50 m Tiefe Mühldorf am Inn Woche der Wiederbelebung - 600 Bürger erreicht Kronach 24-Stunden-Schwimmen

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Fotowettbewerb 2014: Die DLRG Bayern braucht Euer bestes Foto. Einsendeschluss ist der 10. Januar.

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Bundesweit

Bundestagung mit perfektem Rahmenprogramm

Die Bäder müssen bleiben! Lebensretter demonstrieren auf der Spree Die diesjährige Bundestagung stand im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums der DLRG. Auf den Tag genau vor 100 Jahren, am 19. Oktober 1913, war die DLRG in Leipzig gegründet worden. Die damals sehr hohen Ertrinkungszahlen - und vor allem der schreckliche Unfall knapp ein Jahr zuvor in Binz auf Rügen - waren der Anlass für die Gründung. Dass daraus 100 Jahre später die größte ehrenamtliche Wasserrettungsorganisation der Welt entstehen würde, hatten die Gründerväter wohl eher nicht gedacht.

D

ie Bundestagung begann mit einem Festakt, in der die Arbeit der DLRG nochmals verdeutlicht wurde. Ob in der Schwimmausbildung, der Rettungsschwimmausbildung, im Wasserrettungsdienst oder im Katastrophenschutz – die DLRG ist bundesweit eine anerkannte Fachorganisation in der Wasserrettung. Kleine Einspielfilme verdeutlichten dies. Eine große Aussprache gab es zum Thema Gleichberechtigung von Frauen in der DLRG. Hier wurde – gleichwohl die Stimmung teilweise angereizt schien - nach langer, konstruktiver Diskussion eine einvernehmliche Entscheidung getroffen. Die DLRG will künftig dafür Sorge tragen, dass Frauen vermehrt in die präsidiale Ebene aufsteigen.

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Bei der Wahl wählten die Delegierten Hans-Hubert Hatje (63) aus Norderstedt am Freitag in Potsdam einstimmig zum Präsidenten. Er folgt auf Dr. Klaus Wilkens (70), der die Wasserrettungsorganisation 15 Jahre lang leitete und nicht wieder kandidierte. Hatje nannte in seiner Dankesrede Aufgaben, die er in seiner Amtszeit realisieren will. „Die DLRG ist national wie international sehr gut aufgestellt. Unser Augenmerk müssen wir deshalb zunächst auf die Personal- und Verbandsentwicklung der DLRG richten“. In der Eröffnungsveranstaltung der Bundestagung hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke das Wirken der DLRG gewürdigt. Wörtlich sagte  der Ministerpräsident: „Seit fast 100 Jahren rettet die DLRG Men-

schen vor dem Ertrinken. Sie macht davon kein großes Aufsehen, bleibt im Hintergrund. Und doch kann der Wert ihres Wirkens gar nicht genügend gewürdigt werden“. Die DLRG feierte am Samstag mit einem Festakt in der Orangerie des Schlosses Charlottenburg mit >>

Die Bundestagung findet alle vier Jahre statt. Sie ist das höchste Gremium der DLRG, verantwortlich für Richtungsentscheidungen und wählt das Präsidium.

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Die Delegation des Landesverbandes Bayern: Präsidentin Julia von Seiche-Nordenheim, Maiko Alpers, Horst Auer, Ingo Flechsenhar, Harald Knopf, Patrick Sinzinger, Sven Slovacek, Franjo Straub, Michael Trifellner. Als Gäste dabei Ehrenpräsident Dieter Hoffmann, Landesgeschäftsführer Bernd Hauke und Dieter Kunad mit Ehefrau Dietlinde.

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Der neu gewählte Präsident der DLRG, Hans-Hubert Hatje, mit der Präsidentin der DLRG Bayern, Julia von Seiche-Nordenheim.

Das neue Präsidium im Bundesverband: Präsident

Hans-Hubert Hatje

Ehrenpräsident

Dr. Klaus Wilkens

Stv. Präsidenten

Jochen Brünger, Achim Haag, Dr. Detlev Mohr, Ute Vogt

Schatzmeister

Joachim Kellermeier

Leiter Ausbildung

Helmut Stöhr

Leiter Einsatz

Hans-Hermann Höltje

Bundesarzt

Dr. Norbert Matthes

Leiter Verbandskommunikation

Achim Wiese

Justiziar

Jürgen Wagner

Bundesvorsitzende der DLRG-Jugend

Kathrin „Joe“ Ripcke

Die Stellvertreter im Internet unter Bundespräsident Joachim Gauck, Schirmherr der DLRG, bei seiner Festansprache.

ihrem Schirmherrn, Bundespräsident Joachim Gauck, den 100sten Geburtstag. Hans-Hubert Hatje betonte, dass die DLRG heute ein Synonym für Sicherheit im und am Wasser ist. Ihre Leistungsfähigkeit habe sie zuletzt beim Hochwasser im Juni 2013 mit 4000 Einsatzkräften in den betroffenen Regionen gezeigt und Menschen in großer Not und Lebensgefahr geholfen. „Trotz ihres Alters ist die DLRG eine junge Organisation, die von einem positiven Miteinander von jungen und älteren Mitgliedern lebt, die mit Leidenschaft bei der Sache sind“, sagte Hatje. Der Schirmherr der DLRG, Bundespräsident Joachim Gauck, würdigte am Samstagvormittag die lebensrettende Arbeit der humanitären Organisation als verantwortungsvolle Leistung für die Gesellschaft. „Das ist nicht selbst-

www.dlrg.de/die-dlrg/kontakt/praesidium-2013.html

verständlich. Ich bin gekommen, um Ihnen allen zu danken, jedem einzelnem Rettungsschwimmer“, sagte der Bundespräsident. Die Festrede hielt der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Prof. Dr. Wolfgang Huber, mit einer mit persönlichen Erfahrungen gespickten Rede. „Das Lob des bürgerschaftlichen Engagements darf nicht zum Alibi für den Rückzug des Staates aus wichtigen Aufgaben werden. Auch wenn er die Lebensrettung einer ehrenamtlichen Organisation überlässt – für die Aufrechterhaltung von Bädern muss er schon selbst sorgen“, forderte Professor Huber die Beibehaltung der staatliche Verantwortung für die Infrastruktur der Bäder ein.

Anschließend demonstrierten rund 180 DLRG-Rettungsboote auf der Spree für den Erhalt und Neubau von Schwimmbädern. „Die Demonstration will die Bevölkerung darüber informieren, dass die Schließung von Bädern zu einem Rückgang der Schwimmfähigkeit der jungen Menschen führt, wenn dieser Trend nicht gestoppt wird“, so der der neue DLRG-Präsident. Den Abschluss der Bundestagung mit den Feierlichkeiten bildete ein Festabend in der Metropolishalle in Babelsberg. Horst Auer

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Deutsche Meisterschaften im Rettungsschwimmen mit Bundes-Kinder- und Jugendtreffen in Bamberg

Bundesweit

Schwimmevent der Extraklasse Vom 31.10. bis zum 03.11.2013 fanden die 41. Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen in der Domstadt Bamberg statt. Ziemlich genau zwei Jahre Planung und mehrere Vorbereitungstreffen des Ausrichters, des DLRG-Ortsverbands BambergGaustadt und der Arbeitsgruppe der Bundesjugend, gingen der Veranstaltung voraus.

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m Vorfeld mussten das Bad, die Unterkünfte für die Teilnehmer/ innen, die Regelverpflegung und das Rahmenprogramm organisiert werden. Für eine Großveranstaltung wurde natürlich auch eine große Anzahl an Freiwilligen benötigt, die größtenteils durch den Ausrichter, von oberfränkischen und bayerischen Gliederungen gestellt worden sind. Im Vorlauf der Veranstaltung waren bereits ab Montag knapp 50 Helferinnen und Helfer auf dem Veranstaltungsgelände unterwegs und haben die Schulen, den Mensabereich und die Veranstaltungshalle für die Schwimmer/innen vorbereitet.

Die Schwimmwettkämpfe selbst fanden im Bamberger Hallenbad „Bambados“ statt, das zwar den Wettkämpfern wenig Platz zum Zuschauen bot, dafür aber seine Eignung als Wettkampfbad bestens unter Beweis stellen konnte. Neben den Deutschen Meisterschaften fand zeitgleich das Bundeskinder- und Jugendtreffen (BuKiJu) in der GrafStauffenberg Wirtschafts- und Realschule statt. Zusätzlich waren dieses Jahr 25 internationale Jugendgruppenleiter/innen aus Australien, Bulgarien, Großbritannien, Norwegen und Deutschland vor Ort und konnten einen guten Eindruck über die Ver-

anstaltung erhalten. Im Rahmen des BuKiJu wurde eine Vielzahl an Aktivitäten angeboten. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit, an einem Parcours-Workshop teilzunehmen, sich im Kistenstapeln unter Beweis zu stellen, verschiedene Bastelangebote zu besuchen oder eine der angebotenen Stadtführungen mitzuerleben. Insgesamt waren knapp 2000 Aktive der DLRG-Jugend vor Ort, darunter über 1000 Schwimmer/innen, deren Betreuer und 117 Kampfrichter. Für das leibliche Wohl sorgten rund 150 Mitglieder des Ortsverbands BambergGaustadt. Daneben waren nochmals ca. 100 Helferinnen und Helfer vor Ort. Bei der Abschlussveranstaltung am Samstagabend klang die Deutsche Meisterschaft aus. Dabei wurden die erfolgreichsten Teilnehmer geehrt. Am erfolgreichsten waren die Mädchen der AK 13/14 aus Nieder-Olm/Wörrstadt (Rheinland-Pfalz), die in drei der vier Disziplinen deutsche Rekorde brachen. Dem Organisationsteam der DLRG Bamberg-Gaustadt, all seinen Helferinnen und Helfern sowie den Jugendlichen aus ganz Bayern ist ein großes Lob auszusprechen. Sie alle haben dazu beigetragen, dass diese Großveranstaltung zu einem großen Erfolg geworden ist. Horst Auer

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Bundesweit

Landesverband Bayern

Liebe Mitglieder und Freunde der DLRG! Wir leben in einer Zeit voller Widersprüche: „Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit. Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben. Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn. Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns. Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile.“   Jeder von uns könnte diese Gedankenkette des US-Schauspielers George Carlin noch mit ganz persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen beliebig fortsetzen. Als Titel seines Textes aber wählte George Carlin die Überschrift „Zeit zum Leben und Lieben“. Seinen Appell für mehr Achtsamkeit sich selbst gegenüber und einen liebevollen, wertschätzenden Umgang mit dem Nächsten, den möchte ich Ihnen und uns allen mit auf den Weg geben in eine Adventszeit mit weniger Hektik, eine friedvolle Weihnachtszeit und ein gesundes Jahr 2014.

Foto: Petra Bork - pixelio.de

Ich sage Ihnen und Euch allen Danke für gute Worte, schöne Begegnungen und jegliche Unterstützung und freue mich heute schon auf ein Treffen mit Ihnen im neuen Jahr. Herzlichst, Ihre / Eure

Julia von Seiche-Nordenheim Präsidentin der DLRG Bayern BAYERN AKTUELL 06 - 2013

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DLRG Bayern

Fotowettbewerb 2014 der DLRG Landesverband Bayern Die DLRG Bayern braucht Euer bestes Foto! Wir benötigen für die Erstellung von Werbematerialien aussagekräftige Bilder. Teilnahmeberechtigt sind alle DLRG-Aktiven und Nicht-Mitglieder im Alter ab 14 Jahren. Jede(r) Teilnehmer(in) kann maximal drei Fotos einreichen.

• Wählt die höchstmögliche Auflösung für Eure Bilder (150 dpi, mind. 5 Megapixel) • Jedes Bild bitte mit Namen, Adresse und E-Mail versehen • Kurze Bemerkung zum Foto: Wann und bei welcher Gelegenheit gemacht, usw. Wir brauchen Bilder in folgenden Kategorien: - Tauchen - Boot - Schwimmausbildung - Rettungsschwimmen - Erste Hilfe/Sanitätswesen - Sonstiges, Allerlei, Stimmung Gewinnt viele tolle Preise! Jeder Sieger in den einzelnen Kategorien (die Auswahl findet anonym statt) erhält einen Gutschein im Wert von 50 Euro!

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Die Preisverleihung erfolgt in Abstimmung mit den Preisträgern.

Schickt Eure Fotos auf einer CD an: DLRG Landesverband Bayern e. V. - Fotowettbewerb 2014 Woffenbacher Str. 34 92318 Neumarkt i.d.OPf.

Oder per E-Mail an: fotowettbewerb@bayern.dlrg.de

Achtung:

Mit der Teilnahme am Wettbewerb stimmt Ihr und die Personen auf den Bildern der Veröffentlichung Eurer Fotos zu. Das Recht an dem Foto wird unwiderruflich an den DLRG-Landesverband Bayern abgetreten. Der Einsender ist mit der Verwendung auf Werbematerialien aller Art, Veröffentlichung auf der Homepage der DLRG und auf sozialen Medien einverstanden.

Einsendeschluss: 10.01.2014, 12.00 Uhr. 8

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Ausgezeichnet!

DLRG Bayern

Helmut Durchholz besonnen, pünktlich und entspannt Am 23. September händigte die bayerische Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Emilia Müller, Helmut Durchholz das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus.

S

o würdigte Emilia Müller in Regensburg seine jahrzehntelangen Verdienste um die DLRG: „Jeder Mensch ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Rettungsschwimmer!“ - So lautet das stolze Motto der Deutschen Lebens-RettungsGesellschaft. Die DLRG feiert heuer als größte Wasserrettungsorganisation der Welt stolz ihren 100. Geburtstag. Sie, verehrter Herr Durchholz, gehören schon mehr als die Hälfte der Zeit dazu. Seit mehr als fünf Jahrzehnten sind Sie als Rettungsschwimmer, Rettungsbootsführer, Ausbilder und Vorstandsmitglied im Orts-, Bezirks- und Landesverband aktiv – eine unglaubliche Leistung! Als die DLRG ihre Tätigkeit aufnahm, konnten weniger als drei Prozent der Deutschen schwimmen. Über 5.000 Menschen verloren Jahr für Jahr im Wasser ihr Leben. 2012 ist die Zahl der Ertrunkenen auf unter 400 gesunken. Rund 80 Prozent der Deutschen können schwimmen – auch und gerade dank der unermüdlichen Anstrengungen der DLRG und Menschen wie Ihnen!

Verehrter Herr Durchholz, Sie haben neben Ihrem verantwortungsvollen Beruf als leitender Angestellter unzählige Stunden im Schwimmbecken, am Beckenrand und im Motorboot verbracht, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Sie sind Ihren Vereinskameraden und vor allem dem Nachwuchs der DLRG ein treuer Freund und ein großes Vorbild zugleich. Für Ihre großen Verdienste um die DLRG darf ich Ihnen nun im Auftrag des Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreichen. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung!“ Der Tipp von Helmut Durchholz für lange Schaffensfreude: Bevor Nerven blank liegen - eine Nacht drüber schlafen und dann entspannt alles klären. Text: Michael Trifellner Fotos: Tino Lex

Helmut Durchholz: Engagement in sechs Jahrzehnten

• Eintritt in die DLRG 1955 • Beginn der aktiven Tätigkeit 1956 • Lehrscheininhaber und Fachübungsleiter von 1965 bis 1994

• Erwachsenen-Schwimmausbilder von 1981 bis 1991

• Schatzmeister im Bezirksverband Oberpfalz von 1971 bis 1984

• Schatzmeister und Heimverwalter im Ortsverband Regensburg seit 1989

• Schatzmeister im Bezirksverband Oberpfalz seit 1990

• Revisor im Landesverband Bayern von 1972 bis 1983 und seit 2009

• Einführung eines bayernweiten Kon-

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tenplans für die Buchhaltung seit 2008.

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, umgangssprachlich Bundesverdienstkreuz oder Bundesverdienstorden genannt, ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung der Bundesrepublik Deutschland. Das Bundesverdienstkreuz wird für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet verliehen.

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TOPTHEMA: Ausbildung

DLRG Bayern

500 Lehrscheine für Lehrer und das in den nächsten zwei Jahren! 20 Lehrer-LehrscheinReaktivierungslehrgänge geplant.

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a der von Lehrern während des Sportstudiums erworbene Lehrschein nach vier Jahren abläuft, wollen wir sie zurück ins Boot holen, indem wir die „alten“ Lehrscheine reaktivieren. Ende und Neubeginn Diese Lehrgänge bilden den Abschluss des Projektes „Sicherheit im Schulschwimmen“, bei dem die DLRG eng mit der Laspo (Landesstelle für den Schulsport) zusammenarbeitet. Gleichzeitig sind sie jedoch der Beginn, die Sicherheit und Professionalität im Schwimmunterricht langfristig zu erhöhen. Üben, festigen und automatisieren lebensrettender Maßnahmen im Schwimmunterricht, stehen an erster Stelle jedes Kurses. Courage durch Sicherheit Unsere Absicht ist, die bayerischen Sportlehrer zu ermutigen, wieder vermehrt Schwimmen zu unterrichten. Erhöhung der Handlungsfähigkeit Ermutigung durch Sicherheit Rettungsschwimmen als Lehrbestandteil Mehr Abwechslung durch kurzweiligen und mannigfaltigen Unterricht Davon profitieren nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer, sondern ebenso die Schüler, besonders jene, die ihre Freizeit oft im Bad oder am See verbringen. Durchführung Die Lehrgänge werden vom Reaktivierungsteam, welches jeweils aus zwei von 80 ausgebildeten Multiplikatoren

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und einem Vertreter der Wasserrettungsorganisationen DLRG und Wasserwacht besteht, durchgeführt.

Die Inhalte im Überblick:

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HLW

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Fremd- und Selbstrettung

AED Erste Hilfe Durchführung eines Rettungsschwimmkurses Handhabung von Rettungsgeräten An Land bringen Tauchen Befreiungsgriffe Kleiderschwimmen Kombiübung

Neue Unterrichtsmedien Erstmals zum Einsatz kamen auch die gemeinsam erarbeiteten wasserfesten Übungskarten für den Schwimmunterricht (Auer Verlag). Mit ihnen wird den Teilnehmern veranschaulicht, wie sich der Bereich Rettungsschwimmen auch im Unterricht verwirklichen lässt. >>


TOPTHEMA: Ausbildung

DLRG Bayern

Wir sehen unser Ziel erreicht, wenn sich Multiplikatoren-Teams in jedem Bezirk etabliert haben, die sich eigenständig um folgende Aufgabenbereiche kümmern.

- Lehrscheinverlängerungen - Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen im Bereich Sicherheit und Prävention

- Unterstützung der Lehrer an den Schulen und Koordination mit den Rettungsorganisationen Der Kleidertausch als Wettbewerb kommt immer dann besonders gut an, wenn die Jungs anschließend mit den rosaroten Schlafanzügen der Mädchen das Becken verlassen.

Unser Wunsch ist es, dass zu Schuljahresbeginn an jeder Schule eine Fortbildungsveranstaltung durchgeführt wird. Dirk Steger

Aktion Seepferdchen Ein Wettbewerb für Schulen in der Europäischen Metropolregion Nürnberg

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m 6. November war es wieder soweit. Die Preise für die „Aktion Seepferdchen“ wurden im Freizeitbad Atlantis in Herzogenaurach vom Landrat Erlangen/Höchstadt , Herrn Eberhard Irlinger, persönlich übergeben. Die Europäische Metropolregion Nürnberg erstreckt sich über den Regierungsbezirk Mittelfranken hinaus bis in große Teile aus den Regierungsbezirken Ober- und Unterfranken bis in die Oberpfalz. Also ein sehr großes Einzugsgebiet. Die Europäische Metropolregion Nürnberg versteht den Einsatz für Kinder und Jugendliche als wichtige Investition in die Zukunft. Insgesamt hatten sich im Schuljahr 2012/2013 109 Grundschulen an der Aktion beteiligt. 12.237 Schüler

haben das Seepferdchen abgelegt. „Seepferdchen können Leben retten. Schwimmen fördert Eure Koordination und Euer Gemeinschaftsgefühl untereinander“, gratulierte Landrat Eberhard Irlinger als Schirmherr der Aktion. Sieger geehrt In der Kategorie „Schulen bis 150 Schüler“ hat die Grundschule Neuhof den ersten Platz belegt und

erhielt 500 € Preisgeld. 250 € bekamen die zweitplatzierten Schülerinnen und Schüler der Regionmontanus–Grundschule Königsberg. Der dritte Preis mit 100 € ging an die Chunradus–Grundschule Sindelbach. Die Volksschule Bayreuth – Lerchenbühl hat in der zweiten Kategorie, Schulen von 150 bis 300 Schülern, den ersten Preis und ebenfalls 500 € >> erschwommen. BAYERN AKTUELL 06 - 2013

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TOPTHEMA: Ausbildung

DLRG Bayern Fortsetzung von Seite 11

Die Grundschule Volkach kam auf Platz zwei mit 250 € und die Grundschule St. Georgen aus Bayreuth belegte den 3. Platz und wurde mit 100 € belohnt. Den Sieg in der dritten Kategorie, Schulen mit mehr als 300 Schülern, hat die Balthasar–Neumann–Grundschule in Werneck errungen und wurde mit 500 € belohnt. Ihr folgten die Grundschule Kümmersbruck und die Grundschule Altdorf auf Platz zwei und drei, ebenfalls mit 250 € bzw. mit 100 € Preisgeld. Ziel dieser Aktion ist es, möglichst vielen Grundschulkindern Schwimmen beizubringen. Die Metropolregion hat herausgefunden, dass mehr als ein Drittel aller Schüler in Bayern nach dem Verlassen der Grundschule nicht schwimmen können. In den Ballungszentren oder an Schulen mit hohem Migrantenanteil liegt die Zahl oft über 50 Prozent. Sechs Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres haben in der Region die Lehrer an den Grundschulen beim Schwimmen lehren unterstützt. Die Sparkasse Erlangen unterstützte die Aktion mit den Preisgeldern und übernimmt teilweise die Finanzierung der Freiwilligen. Die Aktion soll nächstes Jahr, dann schon im vierten Jahr, fortgeführt werden. Heinz Kvasnicka

Kommentar der Leitung Ausbildung DLRG Bayern

26.268 Kinder, die in zwei Jahren Schwimmen lernen, eine starke Leistung! Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Region sich dem Thema Schwimmen bzw. der Schwimmfähigkeit von Kindern annimmt. Die Metropolregion Nürnberg hat dies getan und das Projekt in Kooperation mit der DLRG und den Schulen konsequent umgesetzt. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es sind 26.268 kleine Erfolgsstorys, wenn Kinder das Seepferdchen erreichen. Und es ist mehr als „nur Schwimmen lernen“: Erfolg zu haben und Leistung gebracht zu haben, sind wesentliche Erfahrungen, die Kinder mitnehmen. Betreut wird das Projekt im DLRG-Landesverband Bayern durch Heinz Kvasnicka. Jetzt ist es an der Zeit, auch andere Regierungsbezirke mit ins Boot zu holen. Ergebnisse des Wettbewerbs Seepferdchen in der Metropolregion Nürnberg Die Metropolregion Nürnberg legt besonderen Wert auf die Entwicklung ihrer jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger und setzt sich als erstes zum Ziel, möglichst allen das Schwimmen beizubringen. Die Ausgangslage ist, dass rund 30 % aller Schulkinder nicht schwimmen können und die zweithäufigste Todesursache bis acht Jahre der Tod durch Ertrinken ist. Im Schuljahr 2011/12 haben sich 125 Schulen in der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) an dem Wettbewerb „Seepferdchen“ beteiligt. 14.031 Schüler haben das Seepferdchen abgelegt. Eine stolze Zahl! Im Schuljahr 2012/13 haben sich 109 Schulen in der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) an dem Wettbewerb „Seepferdchen“ beteiligt. 12.237 Schüler haben das Seepferdchen abgelegt. Eine stolze Zahl!

Foto: Archiv - DLRG Neumarkt

Das Ganze in Kooperation mit dem DLRG-Landesverband Bayern.

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Danke an Heinz Kvasnicka, der das Projekt zusammen mit Eva Gebauer betreut und begleitet hat.


Brisantes Thema „Schwimmfähigkeit“

Lernen unsere Kinder nicht mehr schwimmen? Ein Interview mit Patrick Sinzinger, Leiter Ausbildung der DLRG Bayern.

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err Sinzinger, nicht ohne Emotionen verfolgen wir das Thema Schulbildung, Pisa Studie und mit einhergehend der Abbau von Lehrerstellen, der Ausfall von Unterrichtsstunden, und sehr oft ist es der Schwimmunterricht, der ausfällt. Da sind Berichte von der Abnahme der Schwimmfähigkeit unserer Kinder doch wie Wasser auf die Mühlen der Kritiker des Schulunterrichts. Wie ist ihre Meinung dazu? Patrick Sinzinger: Zur Schulstundendiskussion kann ich persönlich nicht viel beitragen. Aus Gesprächen mit den Pädagogen weiß ich, dass sie zum einen über eine Mehrbelastung berichten und zum anderen darlegen, dass sie in ihrer Stundenanzahl vom Kultusministerium limitiert werden. Ich habe auch schon gehört, dass Lehrer zwischen zwei Schulen pendeln um Unterricht zu geben. Das scheint oft in ländlichen Gebieten der Fall zu sein und ist sicherlich dem demografischen Wandel und den Bemühungen geschuldet, wohnortnahe Schulstandorte zu ermöglichen. Dass dies immer ein Kompromiss ist und daher einiges auf der Strecke bleibt, ist wohl jedem klar. Zurück zum Schwimmen: Wie ist die aktuelle Situation, was das Schwimmen bei Kindern im Allgemeinen betrifft? Es kursieren Zahlen, dass ein Drittel aller Zehnjährigen nicht mehr schwimmen kann? Wie war das früher? Patrick Sinzinger: Eine einfache Antwort mit ja oder nein kann ich da

nicht bieten. Das würde weder den Kindern noch den Lehrkräften gerecht werden. Zunächst einmal muss man die Aussage differenzieren: Wir von der DLRG gehen davon aus, dass ein Drittel aller Fünftklässler keine guten oder sicheren Schwimmer sind. Ich betone: Gut und sicher! Viele Kinder können gerade mal die Grundqualifikation des Seepferdchens nachweisen. Aber der Fähigkeitsnachweis, 25 Meter zu schwimmen, vom Beckenrand ins Wasser zu springen und aus schultertiefem Wasser einen Ring herauf zu tauchen plus die Kenntnisse der Baderegeln qualifiziert einfach nicht zu einem sicheren Schwimmer. In den Lehrplänen ist Schwimmen als fester Bestandteil des Lehrstoffes verankert, die Schulen müssen dies auch verbindlich umsetzen, nur wird es ihnen dabei nicht gerade leicht gemacht. Ein absoluter Missstand ist das Fehlen geeigneter Schwimmbäder, viele Städte und Gemeinden kommen ihren vertraglichen Verpflichtungen zum Erhalt oder gar Ausbau der Hallenbäder als Sportstätten nicht nach. Die Folge ist, die Schulen müssen Anfahrten zu entlegenen Schwimmbädern organisieren, dies wirkt sich natürlich auf die verfügbare Schwimmzeit nachteilig aus. Dann sind die Schwimmgruppen mit teilweise über 32 Kindern, die durch eine einzige Lehrkraft betreut werden,

DLRG Bayern zu groß. Hierbei einen schwachen Schwimmer zu fördern und einen guten Schwimmer zu fordern ist schier unmöglich. Den Schulen fehlen aber die Mittel, weiteres Assistenzpersonal anzustellen, daher will die DLRG Bayern, insbesondere die DLRGJugend, in unserem neuen Projekt „Sicherer Schwimmer“ den Beweis antreten, dass man mit Unterstützung der DLRG im Schulschwimmunterricht unsere Kinder zu sicheren Schwimmern machen kann. Unser Aufruf an die Städte und Gemeinden ist daher: Erhaltet und baut die Schwimmbäder aus! Wir müssen Bewegungsangebote für unsere Kinder schaffen, das ist mit Spaßbädern nicht zu erreichen. Richtiges und sicheres Schwimmen kann man nur unter kundiger Anleitung erlernen. Und Schwimmen ist nicht Radfahren, um die Fähigkeiten zu >> erhalten muss man trainieren.

Schwimmfähigkeit

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Gemäß einer Emnid-Studie im Auftrag der DLRG können insgesamt 33.9 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland gar nicht oder nur schlecht schwimmen. Besonders wichtig wäre der Schwimmunterricht unter dem Gesichtspunkt der Schwimmfähigkeit in der Grundschule (Jahrgangsstufen 1 bis 4).

V.l.n.r. : D. Steger/Referent DLRG und Schule LV Bayern, H. Repser/Ministerialrätin im Bayer. Staatsministerium für Unterricht und Kultus, E. Schwitulla/Bayerische Landesstelle für den Schulsport, P. Sinzinger/Leiter Ausbildung DLRG Bayern, J. Kipfstuhl/Stv. Vors. DLRG-Jugend Bayern, J. von Seiche-Nordenheim/Präsidentin DLRG Bayern.

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DLRG Bayern

Brisantes Thema „Schwimmfähigkeit“

Fortsetzung von Seite 13

Wann ist das beste Alter, um schwimmen zu lernen? Patrick Sinzinger: Ab dem fünften Lebensjahr empfehlen wir die Teilnahme am Grundkurs zum Seepferdchen-Abzeichen. Natürlich mit der Absicht, dass die Kinder dabei bleiben und mindestens das Deutsche Jugendschwimmabzeichen der Stufe Bronze erlangen.

Wie hat sich die Einstellung zum Schwimmen und zum Schwimmen lernen allgemein verändert? Patrick Sinzinger: Grundsätzlich nicht. Viele Eltern sehen die Notwendigkeit, dass ihre Kinder Schwimmen lernen und sind auch sehr engagiert dabei, zumindest ist dies das Bild, das wir in der DLRG haben. Aber durch verknappte Wasserflächen und eng begrenzte Schwimmbadzeiten haben wir teilweise Wartezeiten von bis zu einem Jahr! Unsere Kurse sind ständig ausgebucht.

Haben Eltern ihren Kindern früher selbst das Schwimmen beigebracht? Waren Kinder häufiger in Schwimmvereinen? Patrick Sinzinger: Wir haben in Deutschland eine sehr ausgeprägte Vereinskultur und es stimmt, früher haben alle mitgeholfen, dem Nachwuchs das Schwimmen beizubringen. Nur sprechen wir derzeit von einem gesellschaftlichen Wandel: Die Eltern sind sehr stark im Arbeitsleben eingebunden, unsere Kinder haben auch schon einen Fulltime Job als Schüler, wo kaum noch Raum für familiäre oder Vereinsaktivitäten bleibt. Hier muss ein Umdenkprozess stattfinden, sonst werden wir in fünf bis zehn Jahren einen sehr hohen Preis dafür zahlen müssen.

Ist Schwimmen heute ein Sport wie jeder andere, den man eben erlernen kann oder nicht? Patrick Sinzinger: Schwimmen ist ein Sport, den man nur durch sach- und

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fachgerechte Anleitung erlernen kann. Aber eine Sportart wie jede andere ist sie sicher nicht. Wenn ich nicht Fußball spielen kann, mag das möglicherweise unangenehm sein, wenn ich nicht schwimmen kann, ist das tödlich im wahrsten Sinne des Wortes!

Wie schnell kann man ertrinken? Patrick Sinzinger: Drei Minuten reichen aus, um dauerhafte Schäden davon zu tragen, jede weitere Minute mindert meine Chance zu überleben. Das war jetzt etwas drastisch formuliert, aber sehr wahr. Oft wird es gar nicht bemerkt, wenn ein Mensch ertrinkt. Untersuchungen haben gezeigt, dass viele Menschen und noch viel weniger Kinder um Hilfe rufen

können, sie gehen einfach unter. Dann spielen da noch Vorerkrankungen eine nicht unwesentliche Rolle, Schädigungen im Herz–Kreislaufsystem oder fehlende körperliche Fitness tun das Ihrige. Und da sind wir wieder im Teufelskreis, mangelnde Bewegung führt zu geringer körperlicher Fitness und in Folge dessen zu Schädigungen des Herzkreislauf–Systems.

Gibt es Zahlen, bei wie vielen Schwimmunfällen Kinder betroffen sind? Patrick Sinzinger: Ja, die DLRG macht hier seit Jahren sorgfältige wissenschaftliche Erhebungen. Wir wissen die Monate, die Örtlichkeiten und das Lebensalter. Aber es werden keine Erhebungen zur Ursache des >>


Brisantes Thema „Schwimmfähigkeit“ Ertrinkungsunfalles gemacht. Auch werden jene nicht als Ertrinkungsopfer erfasst, die z.B. nach Ablauf einer bestimmten Frist im Krankenhaus in Folge eines Ertrinkungsunfalles versterben.

Sie erwähnten vorhin, dass ein Kind mit dem Seepferdchen kein sicherer Schwimmer ist. Macht dann die Ausbildung überhaupt Sinn? Patrick Sinzinger: Auf jeden Fall, im Rahmen der Seepferdchen Ausbildung werden die Kinder spielerisch an das Element Wasser herangeführt. Dann werden die Grundlagenkenntnisse zu den Grundschwimmarten vermittelt, darauf bauen wir dann später auf.

Bei vielen Eltern und Großeltern herrscht die Meinung vor, man macht das Seepferdchen, „man schwimmt sich praktisch frei“ und das war es dann.

Sie werden aber zugeben, dass sie nicht jeden Schwimmschüler zum Leistungsschwimmer oder gar Rettungsschwimmer bringen können. Patrick Sinzinger: Wir können es versuchen. Nein jetzt mal im Ernst. Patrick Sinzinger: Ich meine das Ernst, unser Ziel als DLRG ist es, jeder Bürger ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Rettungsschwimmer. Jeden, der Spaß daran hat, möchten wir fördern und fordern und das Ziel, einem Menschen zum sicheren Schwimmer zu bringen und damit die Lebensqualität enorm zu steigern, können sie uns doch nicht vorwerfen. Jetzt klingen die Berichte von Bäderschließung und die Statistiken zur Schwimmfähigkeit sehr düster. Gibt es Hoffnung?

Patrick Sinzinger: Ja auf jeden Fall, hierbei sei z.B. auf das Projekt Seepferdchen in der Metropolregion Nürnberg hingewiesen. (siehe Bericht Seite 11 - 12), ein Gemeinschaftsprojekt der Verwaltung, der Schulen mit den Lehrern und Eltern zusammen mit der DLRG. Da wurde nicht lange diskutiert oder mit Schuldzuweisungen gearbeitet. Da wurde das Problem erkannt, angegangen und gemeinsam gelöst. Hier können sich gerne andere ein Beispiel nehmen. Es bedarf auch keiner großen Sponsoring Verträge oder staatstragender Entscheidungen, gesunder Menschenverstand und der Wille etwas zu bewegen, reichen aus.

Ein Wort zum Schluss, was möchten Sie den Lesern von BAYERN AKTUELL mit auf den Weg geben? Patrick Sinzinger: Erhaltet unsere Schwimmbäder! Wehrt euch, wo immer ein Bad geschlossen werden soll, kämpft mit der DLRG um den Erhalt und die Sanierung unserer Schwimmbäder.

Foto: Archiv DLRG Bayern - Mühldorf a.I.

Patrick Sinzinger: Nein sicher nicht, das wäre ja genauso, wenn man in der Schule nach den Grundrechenaufga-

ben aufhören würde, dann kann man zwar das kleine Einmaleins, das war es dann aber auch.

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Muslimische Schülerinnen im Schwimmunterricht

DLRG Bayern

Was bewirkt das „Burkini-Urteil“ des Bundesverwaltungsgerichtes? Mehr rechtliche Klarheit, aber auch zusätzliche pädagogische Herausforderungen für eine sensible Abwicklung des Schwimmunterrichts mit muslimischen Schülerinnen: Das sind die Folgen des neuen Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 11.09.2013 (BVerwG 6 C 25.12). Das Urteil bezieht sich zwar auf den schulischen Schwimmunterricht, ist aber auch für uns in der DLRG interessant.

Das ist neu

Der Grund für den Schwenk

Die bisherige Haltung des Bundesverwaltungsgerichts zum gemeinsamen Schwimmunterricht für muslimische Schülerinnen hat die Schulpraxis geprägt.

Er beruht auf einer geänderten Sachlage, wie auch auf einer neuen rechtlichen Abwägung. Anders als früher ist das Schwimmen im „Burkini“ in vielen Schwimmbädern mittlerweile erlaubt. Damit wird dem religiösen und oft auch kulturellen Anliegen, sich vor anderen weitgehend verhüllen zu wollen, hinreichend Rechnung getragen. Das sieht beispielsweise auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland ebenso.

Nach dem vorherigen Grundsatzurteil vom 25.08.1993 (BVerwG 6 C 8/91) hatten religiös argumentierende Schülerinnen (nur) ab der Pubertät das Recht, die Befreiung vom koedukativen Schwimmunterricht zu verlangen. Sie beriefen sich auf eine Auslegung des Islam, die es ihnen verbiete, sich in den in Deutschland üblichen Badeanzügen vor Angehörigen des anderen Geschlechts zu zeigen. Manche sehr patriarchalischtraditionell gesonnenen muslimischen Vereinigungen boten seither Formulare für Befreiungsanträge an. Diese Befreiungsmöglichkeit ist nun entfallen, soweit es für Schülerinnen möglich ist, in einem Badeanzug, der den ganzen Körper außer Gesicht, Händen und Füßen verhüllt („Burkini“), am Unterricht teilzunehmen. Der Stoff solcher „Burkinis“ ist so beschaffen, dass er auch im nassen Zustand die Körperkonturen nicht abbildet.

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Die weiteren von der klagenden Schülerin vorgetragenen Argumente wogen nur gering: Die Möglichkeit unerwünschter Körperkontakte mit Schulkameraden lässt sich durch umsichtige Lehrkräfte und eigenes Verhalten minimieren. Den Anblick von Klassenkameraden in Badehosen muss man angesichts der Lebensverhältnisse in Deutschland ertragen. Die Schule bildet insofern die alltägliche Lebensumwelt ab, die man nicht in allen Facetten gutheißen, mit der man aber umzugehen lernen muss. Dass der „Burkini“ ein hässliches Kleidungsstück sei, konnte gleichfalls nicht durchschlagen, ging es doch hier um die von der Schülerin nun einmal erwünschte Möglichkeit zur Verhüllung.

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Der Burkini Der Burkini (auch Burqini oder Bodykini) ist ein zweiteiliger Schwimmanzug für muslimische Frauen. Er ist aus Elastan gefertigt, hat eine integrierte Kopfbedeckung und erfüllt die Anforderungen des Hidschab. Der Begriff „Burkini“ (bzw. „Bodykini“) ist ein Kofferwort aus Burka (bzw. Body) und Bikini. Foto/Text: wikipedia.de

Andererseits ist die Bedeutung des Schwimmunterrichts für alle Schülerinnen und Schüler noch gestiegen, wenn immer weniger Kinder das Schwimmen von den Eltern oder in Vereinen erlernen. Das Bundesverwaltungsgericht bewertete nach alledem den staatlichen Auftrag gewichtiger als die entgegenstehenden religiösen Interessen der Schülerin. Gefühle respektieren, Lösungen suchen Künftig werden muslimische Schülerinnen auch im Pubertätsalter und danach am Schwimmunterricht teilnehmen müssen, sofern sie einen „Burkini“ tragen können. Das erfordert besondere Sensitivität im Umgang mit dem körperlichen Schamgefühl, das keineswegs nur religiös begründet wird, sondern einer stark verwurzelten orientalischkulturellen Sozialisation entspricht, die sich deutlich vom deutschen Durchschnitt unterscheidet. Übrigens gilt das in gleicher Weise im Hinblick auf den Umgang mit Angehörigen >>


DLRG Bayern desselben Geschlechts. Auch hierbei zeigt man sich beispielsweise beim gemeinsamen Umkleiden nicht nackt vor den anderen. Insgesamt sollte vor allem eines vermieden werden: Schülerinnen zwischen die Mühlsteine von vehement verfolgten Erwartungen religiöser Eltern und zwangsweise durchgesetzten Prinzipien eines ungezwungenen Umgangs mit Körperlichkeit und dem anderen Geschlecht geraten zu lassen. Oft genug finden sich pragmatische, den konkreten Gegebenheiten angepasste Lösungen. Fazit Muslimische Schülerinnen können sich auch in und nach der Pubertät nicht mehr vom gemischtgeschlechtlich angebotenen Schwimmunterricht befreien lassen, wenn sie daran in einem Ganzkörperbadeanzug („Burkini“) teilnehmen können. Für eine verträgliche Abwicklung des Unterrichts ohne Ausgrenzung ist es erforderlich, ungewollte Körperkontakte mit Mitschülern durch entsprechende Arrangements

zu verhindern, beispielsweise beim Schlange stehen vor dem Sprungbrett. Oft führt eine Mischung von religiöser Überzeugung und migrationsspezifischen Ängsten vor dem Verlust der eigenen Identität zum Rückzug aus alltäglichen Begegnungen. Hier hilft nur eine Mischung aus sensiblem Eingehen auf persönliche Anliegen und Befürchtungen. Das Tragen des „Burkinis“ genießt den Schutz der Religionsfreiheit nach deutschem Verfassungsrecht. Bei vielen Schülerinnen und Schülern aus Familien mit Migrationsgeschichte ist die Schamschwelle bei körperlicher

Entblößung niedriger als im deutschen Durchschnitt. Darauf müssen auch wir in der DLRG sensibel Rücksicht zu nehmen.

Dr. Dr. h.c.Helmut Wittmann, Ministerialdirigent a.D

(Bearbeitete Fassung eines Beitrags von Professor Dr. Mathias Rohe in „Schulverwaltung in Bayern“, Heft 12/2013 mit freundlicher Genehmigung des Verlags Carl Link, Kronach)

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Prof. Dr. Mathias Rohe, Jurist und Islamwissenschaftler, ist im Fachbereich Rechtswissenschaften der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg tätig und Direktor des Erlanger Zentrums für Islam und Recht in Europa. Literatur: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge/Deutsche Islam Konferenz (BAMF/DIK), Muslimisches Leben in Deutschland, Nürnberg 2009 Website der Deutschen Islam Konferenz: www.deutsche-islam-konferenz.de

Foto: DLRG-Bundesverband

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Eigene Ausbilderstruktur bei der Bundeswehr

DLRG Bayern

Soldaten als Rettungsschwimmer ist das ein Widerspruch in sich? Die Praxis steht im Vordergrund.

Beim Rettungsworkshop wurde die praktische Anwendung von Rettungsgeräten oder Alternativen erprobt.

„E

in Soldat, der nicht schwimmen kann, ist ein ganz armes Schwein“, mit diesen Worten eröffnete einst der General der Infanterie, Brigadegeneral Berger, eine Rede, in der er die Soldaten der Infanterieschule aufforderte, die Ausbildung zum Rettungsschwimmer zu wagen. Für viele Bürgerinnen und Bürger ist es eine ganz neue Erkenntnis, dass die Bundeswehr eine eigene Ausbilderstruktur für die Rettungsschwimmerausbildung aufgebaut hat. Die Sportlehrer des Landeskommandos Süddeutschland organisieren die Fortbildung der bundeswehreigenen Lehrscheininhaber, die übrigens bis vor einigen Jahren noch in Kooperation mit dem DLRG-Landesverband Bayern und der bayerischen Wasserwacht ausgebildet wurden. Die Lehrscheininhaber organisieren die Ausbildung an ihren Standorten bzw. Dienststellen.

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Die Bundeswehrführung schreibt vor, dass jede Dienststelle mindestens vier Soldaten zu Rettungsschwimmern ausbilden und mindestens einen Lehrscheininhaber in ihren Reihen haben muss. Die Lehrscheininhaber der Bundeswehr dürfen unabhängig von der DLRG in ihren Einheiten tätig werden und dort eigenständig die Ausbildung durchführen, gleichwohl sind sie zur Zusammenarbeit mit der DLRG angehalten. Sobald ein Soldat die Rettungsschwimmerabzeichen als Bandschnalle an der Uniform tragen möchte, muss eine DLRG-Gliederung den Rettungsschwimmerpass ausstellen, da nur dieser die Trageberechtigung darstellt.

Im Übrigen können die Kosten für die Ausbildung im Rettungsschwimmen durch die Bundeswehr übernommen werden und Ausbilder im Rettungsschwimmen, die Mitglied der DLRG sind, können ihren Mitgliedsbeitrag erstattet bekommen. Soldaten, die am Wasserrettungsdienst Küste teilnehmen, können bis zu zehn Tage Sonderurlaub pro Jahr erhalten. >>

Die Teilnehmer.


DLRG Bayern

Fortbildung der Lehrscheininhaber der Bundeswehr im Landeskommando Süddeutschland Hilfsmittel können erprobt und angewendet werden.

Stetten am kalten Markt , 04. - 07.11.2013

Ein Event für die Lehrscheininhaber

der Bundeswehr in Süddeutschland ist die Fortbildung: Hier gibt es die Möglichkeit, Kameradinnen und Kameraden zu treffen, mit denen man ggf. gemeinsam die Ausbildung zum Lehrschein durchlaufen hat, Erfahrungen auszutauschen oder neuen Input für die Ausbildung zu erhalten. Auch für die Ausbilder der Bundeswehr ist eine Fortbildung alle vier Jahre vorgeschrieben, was nicht immer ganz einfach ist. Da stehen die zahlreichen Auslandseinsätze, Ausbildungsvorhaben der Dienststellen und die normale Arbeit am Standort, die eine pünktliche Teilnahme nicht immer möglich machen. Dennoch erkennen die Dienstellenleiter die Bedeutung der Rettungsschwimmausbildung an und ermöglichen den Lehrscheininhabern die Teilnahme. Im Jahr 2013 war es an der DLRG Bayern die Fortbildung zu leiten und fachlich sowie inhaltlich zu gestalten. Der Standort Stetten a.k.M. bietet hier nahezu perfekte Möglichkeiten: Vom Schwimmbad, Hörsaal und von den Übernachtungsmöglichkeiten bis hin zur einmaligen Lage des Standortes

Stetten, der jedem Teilnehmer keine andere Wahl lässt, als sich ganz auf die Ausbildung zu konzentrieren. Auch die hervorragende Unterstützung der Sportlehrer des Landeskommandos Süddeutschland, die sich ebenfalls mit ihrem sportpädagogischen Knowhow in die Ausbildungsgestaltung einbringen, runden das Gesamtkonzept ab. Nun werden sich einige fragen, was denn die Inhalte einer 30 Unterrichtseinheiten umfassenden Fortbildung bei der Bundeswehr sind. - Schwimmen im Kampfanzug? Muss die Helmabnahme beim Kleiderschwimmen geübt werden? Nein, ganz im Gegenteil, es zählen ausschließlich die zivilen Anforderungen.

- Leistungssteigerung im Schwimmen

Im konkreten Beispiel bedeutet dies:

Der Lehrgang wurde in Kooperation mit der Wasserwacht, den Sportlehrern des Landeskommandos Süddeutschland und der DLRG Bayern durchgeführt.

- Eine Auffrischung in Erste Hilfe, durchgeführt durch einen Lehrrettungsassistent

- Erfahrungsaustausch in der praktischen Ausbildung

- Schulung zum AED-Anwender - Lehrunterlagen, Neuerungen, Bezugsquellen und Handhabung

- Weiterentwicklungen in Rettungsgeräten sowie deren praktischer Anwendung

- Feedback der eigenen Fähigkeiten im Schwimmen

- Nachweis der Präventions- und Rettungsfähigkeit

- Gefahren am und im Wasser - Integration von Menschen mit Behinderung

- Ausarbeitung der Prüfungsordnung Schwimmen und Rettungsschwimmen

- Anwendung der neuen Online – Fragebögen

- Fortbildung im Tauchen, Tauchtechnik und Leistungssteigerung im Tauchen

Wer sich diese Inhalte anschaut weiß, dass die Ausbildung bei der Bundeswehr auf hohem Niveau durchgeführt wird und kann Vertrauen haben in die Fähigkeiten der Ausbilder sowie in die Leistungsfähigkeit der Rettungsschwimmer bei der Bundeswehr. Patrick Sinzinger BAYERN AKTUELL 06 - 2013

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Hilfe nach dem Einsatz

DLRG Bayern

Prävention in der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) «Prävention, die – Wortart: Substantiv, feminin Bedeutung: Vorbeugung, Verhütung Herkunft: französisch prévention < spätlateinisch praeventio = das Zuvorkommen» Quelle: www.duden.de

D

ie DLRG ist eine einsatzorientierte Hilfsorganisation, daher wird oft die Frage nach der Häufigkeit von PSNV-Einsätzen gestellt. Im Grunde genommen ist die Anzahl der Einsätze aber der falsche Gradmesser, denn Einsatzkräfte, die über mögliche einsatzbezogene Belastungsreaktionen umfassend informiert und gut geschult sind, haben ein viel geringeres Risiko eine posttraumatische Belastungsstörung (auch PTSD – Posttraumatic Stress Disorder genannt) zu entwickeln. Beharrlich hält sich auch die Vorstellung, dass PTSD nur auftritt bei Soldaten in Kriegsgebieten oder bei Polizisten und Feuerwehrleuten, die Extremsituationen durchleben, wie zum Beispiel den Einsturz des World Trade Centers. Aber tatsächlich kann PTSD jeden Einzelnen von uns treffen – es müssen nur verschiedene Faktoren aufeinander treffen. Belastende Erlebnisse, die unter normalen Umständen angemessen verarbeitet werden würden, können anhaltend traumatisieren, wenn weitere Stressfaktoren (wie z.B. Beziehungsprobleme, Geldsorgen, berufliche Probleme) vorliegen. Prävention in der PSNV setzt genau hier an, bei der Vermittlung von Grundlagenwissen über Stress: Wie entsteht Stress? Welche Stressarten

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gibt es? Wie kann sich Stress auswirken? Woran erkennt man eine Belastungsreaktion? Wie kann man Stress vorbeugen? Es ist wichtig zu vermitteln, dass Belastungsreaktionen ganz normale Reaktionen auf eine abnormale Situation sind: «Normal ist... dass außergewöhnliche Belastungen den Menschen aus der Bahn werfen können – bedingt durch die Natur des Menschen. Professionell ist...verantwortlich mit diesen Auswirkungen bei sich und den Kameraden umzugehen.» Quelle: Präsentation „Prävention im Einsatzwesen“, LMU München, in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Professionell umgehen sollten wir aber nicht nur mit den Auswirkungen, in erster Linie sollten wir dafür Sorge tragen, dass unsere Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse verfügen, belastende Einsätze oder Situationen ohne psychische Schäden zu überstehen. Prävention in Bezug auf Stressreaktionen muss so selbstverständlich werden, wie technische Übungen.

Also „Prävention ja bitte!“ – Aber wie? Obwohl die DLRG in Bayern in Sachen PSNV Vorreiter innerhalb der DLRG ist, stehen wir im Vergleich zu anderen Hilfsorganisationen noch am Anfang. So werden ab 2014 zwei Unterrichtseinheiten „Prävention PSNV“ Bestandteil der Grundausbildung bei den bayerischen Freiwilligen Feuerwehren. Dies ist sicher mit bedingt durch die enge Zusammenarbeit der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried mit der Fakultät für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im DLRG Landesverband Bayern werden an erster Stelle die bereits ausgebildeten Peers eine wichtige Rolle spielen. Sie können diese Präventions-Ausbildungen innerhalb ihrer Gliederungen durchführen. Langfristig müssen aber, analog zu den Ansätzen der Feuerwehr, Wege gefunden werden, alle Einsatzkräfte routinemäßig auf diesem Gebiet zu schulen. Um allen Mitgliedern, die Bedarf haben, die erforderliche Unterstützung zu gewähren und ihnen die Grundlagen der Stressbewältigung mit auf den Weg in den nächsten Einsatz zu geben - egal ob Hochwasserkatastrophe oder Schwimmbadunfall.

Gudrun Gamble


DLRG Bayern Kommentar der Leitung Ausbildung DLRG Bayern

PSNV geht uns alle an! Die vorliegenden Berichte und die Erfahrungen der letzten Jahre haben bewiesen: Ohne Betreuung geht es nicht. Oft höre ich das Argument „Wer hat denn meinen Großvater betreut, als der aus dem Krieg heim kam? NIEMAND!“ Das ist richtig, aber ist das Erlebte an unseren Großeltern spurlos vorüber gegangen? Nein! Aus eigenem Erleben und aus Erzählungen weiß ich, dass es gerade in den ersten Jahren nach dem Krieg viele Probleme gab. Menschen die sich in der Welt nicht mehr zurecht fanden, immer wieder die gleichen „alten Geschichten“ erzählten oder eben bis ins hohe Alter gar nicht darüber sprachen. Und nicht selten vertrauten sie sich erst kurz vor ihrem Tod ihren Verwandten an. Im hier abgedruckten Interview wird sehr anschaulich vermittelt, dass die DLRG eine vielschichtige Organisation ist und dass gerade der Prävention ein hoher Stellenwert eingeräumt werden muss. Von einem Gedanken müssen wir uns gleich verabschieden: Psychosoziale Notfallversorgung ist kein „reines Einsatzgeschehen“. Sie ist für alle Mitglieder, ganz gleich wo sie in der DLRG eingesetzt sind, von signifikanter Bedeutung. Es spielt hierbei keine Rolle, ob es zu einem potenziell belastenden Ereignis bei der Anfängerschwimmausbildung, bei einer Jugendfreizeit oder im Katastrophenschutz-Einsatz gekommen ist. Ein Betreuungsangebot muss allen gemacht werden. In diesem Sinne ist PSNV eine interdisziplinäre Breitenaufgabe, die im Schwerpunkt bei der Prävention ansetzt, über die akute Betreuung bis zur Nachsorge geht und dadurch eine eigene Einheit darstellt. Patrick Sinzinger

Interview mit Udo Hurdes, DLRG Bamberg-Gaustadt, Einsatztaucher und Referent  Tauchen im LV Bayern: Udo, Du wurdest während des Hochwasser-Einsatzes in Fischerdorf/Niederbayern als Peer eingesetzt, was aber erst einmal so nicht geplant war. Wie kam es dazu, was waren die Gründe und wie waren Deine Eindrücke? Was war hier Dein Aufgabengebiet und welche Erfahrungen hast Du dabei gemacht?

Meine

Aufgabe war es, Personen aus dem überfluteten Fischerdorf zu evakuieren. Die Ereignisse, die jeder einzelne von uns miterleben musste, waren sehr heftig. Man musste sich in die Lage der Bewohner versetzen, sie hatten mit einmal alles verloren, ihre Häuser, ihre komplette Existenz! Wut, Trauer, Leid, Verzweiflung und viel Schmerz, damit wurden wir konfrontiert, eine nicht ganz so einfache Situation. Mit Eintreffen der FFWFischerdorf wurde dann die Lage noch um einiges schlimmer. Eigentlich sollten sie uns bei der Arbeit unterstützen, aber uns wurde in diesem Augenblick bewusst, dass aus Rettern ganz schnell Betroffene werden können, schließlich lagen auch ihre eigenen Häuser im Überflutungs­gebiet. Wenn man so etwas miterlebt, wie Menschen in sich zusammenbrechen, Kameradinnen und Kameraden, die zur Rettung gekommen sind und dann selbst Hilfe benötigen, dann trifft einen das mit der vollen Härte, die so ein KatS-Einsatz zu bieten hat. Ein weiteres belastendes Ereignis war die Zwangstötung von ca. 100 Rindern. Die armen Tiere, eingesperrt in einen großen Stall, hatten keine Chance. Viele von ihnen waren bereits ertrunken, für den Rest gab es keine Rettungsmöglichkeit. Ihre Augen waren durch das kontaminierte Wasser entzündet und zugeschwollen, im Umkreis von mehr als einem Kilometer nur Wasser. Ein Veterinär, der sich mit Hilfe der Bundeswehr auf einem Boot vor Ort ein Bild von der Lage machte, hat die Situation als hoffnungslos eingestuft und die Erschießung der Tiere ange­ordnet. Der Jäger und ein DLRGBootsführer, die diese undankbare Aufgabe erledigen mussten, wurden von mir als Peer betreut. Diese Aufgabe hatte uns drei mehrfach bis an die Belastungsgrenze gebracht. Der Jäger wollte jeweils einen gezielten Schuss setzen, damit die Tiere nicht unnötig leiden. Für den Bootsführer war es nicht einfach in dem Stall umherzufahren, immer in Gefahr gegen irgend >> BAYERN AKTUELL 06 - 2013

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DLRG Bayern

Psychosoziale Notfallversorgung Interview mit Udo Hurdes, DLRG Bamberg-Gaustadt

Fortsetzung von Seite 21

Was macht Einsätze dieser Art aus Deiner Sicht so belastend?

etwas unter Wasser zu stoßen oder von einem Rind, das in Panik war, gekentert zu werden. Ich habe die Munition verwaltet und sie dem Jäger einzeln übergeben, so konnte ich ihn besser beobachten und wenn es die Situation erfordert hat, dann sind wir aus dem Stall hinaus gefahren, um kurz Pause zu machen und über diese Geschehnisse zu reden.

Der Katastrophenschutz hat viele Gesichter. Es gibt immer neue Situationen, die einen sehr schnell an die Belastungsgrenze bringen. In einer Woche Einsatz haben wir vieles erleben müssen. Und als ich meine Kolleginnen und Kollegen beobachtet habe, musste ich feststellen, dass ausgeglichene Menschen einfach anders aussehen!

Wie hast Du die Belastung für Dich persönlich empfunden? Ich war als Strömungsretter vor Ort und wurde dann zum Peer. Der Grund dafür war sehr einfach, es gab außer mir keinen anderen Peer. Sehr schnell wurde mir klar, dass auch ich nur begrenzt belastbar bin, so etwas kann man schwer beschreiben.

eer? Was ist ein P

sondern der Abkürzung, e in ke t is r Pee Person, druck für eine englische Aus e kommt, selben Grupp die aus der tellter. In der n Gleichges sozusagen ei der Peer für ention steht Kriseninterv rater. be alen Krisen einen kollegi

in das Hochwassergebiet von Sachsen-Anhalt. Aufgrund Deiner Erfahrungen in Niederbayern wurde dieser Wasserrettungszug mit einem Peer ergänzt, der ausschließlich zur Betreuung von Einsatzkräften vorgesehen war – ein absolutes Novum innerhalb der DLRG Bayern. Wie hat sich dieser Einsatz für die betreffenden Peers und die Einsatzleitung dargestellt?

Da war das volle Spektrum gefragt. Ohne die Ausbildung zum Peer hätte ich in Fischerdorf nie gewusst, wie man in solchen Situationen richtig mit den betroffenen Personen umgeht. Früher wurden Betroffene sofort nach Hause geschickt, heute weiß ich was richtig ist. Man muss solche Geschehnisse auch selbst verarbeiten können. Das war für mich relativ leicht zu lösen: ich bin einfach zu einem Peer und habe mit ihm darüber geredet.

Unser Zugführer war zufällig aus dem Ortsverband Bamberg-Gaustadt. Natürlich hat er das ganze Geschehen in Fischerdorf mitbekommen. Als Verantwortlicher eines kompletten Zuges stellte sich für ihn gar nicht die Frage. Er hat einen Peer angefordert und die Situation im Einsatzgebiet hat diese Entscheidung absolut gerechtfertigt. Obwohl es in Schönebeck nur wenige Einsätze gab, hatten wir wieder reale Ausfälle in den eigenen Reihen zu verzeichnen, von Nerven­zusammenbruch bis hin zum Verdacht auf Herzinfarkt. Es war alles dabei, so etwas kann keiner unter den Teppich kehren. Mich würden hier die Berichte aus den anderen Zügen interessieren, ich glaube, dass die Dunkelziffern weit höher liegen als wir ahnen.

18 Stunden nach Deiner Rückkehr aus dem Einsatz in Fischerdorf bist Du als Gruppenführer mit dem Wasserrettungszug Oberfranken

Was habt Ihr in BambergGaustadt unternommen in Bezug auf Einsatznachsorge nach den Hochwasser-Einsätzen?

Welche Kenntnisse, die während Deiner Peer-Ausbildung vermittelt wurden, waren für Dich während und nach Deinem PSNV-Einsatz besonders hilfreich?

Da waren wir in unserem Ortsverband in besten Händen. Bei uns gibt es Peers, die sich sofort nach Ankunft um uns gekümmert haben. Ich möchte mich an dieser Stelle für die super Debriefings von den Peers aus Bamberg-Gaustadt bedanken.

Wie wurden diese Nachbesprechungen von den Teilnehmern aufgenommen? Jeder war dankbar, dass man seine Geschehnisse erzählen konnte, um das Erlebte dadurch besser verarbeiten zu können. Diese Möglichkeit war neu >> und umso hilfreicher.

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DLRG Bayern Die DLRG Bamberg-Gaustadt verfügt ja über eine beachtliche Anzahl an Peers. Was würdest Du anderen Gliederungen mit auf den Weg geben, bei denen das Thema „Peer/ PSNV“ noch nicht „angekommen“ ist? Die DLRG erfindet den Peer nicht neu! Sie reagiert endlich und gibt uns die Möglichkeit, die Ausbildung zum Peer zu machen. Ich kann nur jedem empfehlen, zumindest das Seminar Ia zu besuchen. Ob man geeignet ist weiterzumachen oder nicht, wird dabei jeder für sich selbst herausfinden.

Was wünscht Du Dir persönlich für die Zukunft in Sachen PSNV / Peer in der DLRG? Die DLRG Bayern im Hochwassereinsatz (Juni 2013,Deggendorf - Natternberg).

Oft haben Einsatzkräfte ja die Befürchtung, von Kameraden als nicht belastbar oder sogar als „Weichlinge“ angesehen zu werden, wenn sie Peer-Betreuung in Anspruch nehmen. Was ist Deine Meinung dazu? Ich glaube, das ist nur bei uns in der DLRG so, der Peer ist hier noch nicht bekannt. In anderen Rettungsorganisationen gibt es den Peer schon sehr lange. Bei der Polizei wurde er schon in den 70er Jahren ins Leben gerufen. In Fischer­dorf habe ich die Erfahrung mit der FFW gemacht. Die wussten ganz genau, welchen Stellenwert die PSNV hat. Ich habe mich auch bei den Rettungs­sanitätern in Bamberg umgehört, wie sie ihre schweren Einsätze verarbeiten. Das hat mich total beeindruckt. Zunächst erledigen sie ihren Job am Einsatzort. Danach fahren sie nicht zurück zur Wache, sondern in die Leitstelle. Dort warten bereits die Peers und die Mannschaft wird ab dem Beginn ihrer Betreuung durch Kolleginnen und Kollegen ersetzt.

In der PSNV wird dem Thema „Prävention“ eine sehr große Rolle zugeschrieben. War die PräventionsAusbildung in den Peer-Seminaren, aber auch bei Euch OV-intern, hilfreich für Dich? Prävention: vorbeugende Maßnahmen, das rechtzeitige Erkennen, Leistung zur Verhütung von Krankheiten. Ich habe da einen sehr guten Vergleich. Der moderne DLRG‘ler ist vielschichtig, soll heißen: ein Taucher ist oft auch Bootsführer oder ein Sanitäter ist auch Strömungsretter usw. Aber eines kann niemand. Keiner kann beides gleichzeitig sein, darum ist ein Peer in seiner Rolle erst mal nur Beobachter und schreitet dann selbständig ein, wenn es erforderlich wird. Ihn zusätzlich mit einer zweiten Aufgabenstellung zu beschäftigen, ist nicht möglich. Diese Erfahrung habe ich aus den KatS-Einsätzen gelernt. Die PSNV muss eine für sich selbständige Einheit bilden, die immer mit der Führungsebene im Kontakt steht. Der Peer lernt Dinge zu erkennen, die andere übersehen!

Schön wäre es, wenn man überall auf einen Peer zugreifen könnte, wenn in jeder DLRG-Gliederung mindestens ein Peer verfügbar wäre.

Ein letztes Wort, was möchtest Du uns noch sagen? Falls Betreuung benötigt wird: Es gibt eine Telefonnummer, über die jeder Kontakt zu einem Peer herstellen kann – nutzt diese Möglichkeit:

PSNV-Hotline DLRG Bayern: 0 91 81 / 32 01-333

E-Mail-Kontakt: psnv@bayern.dlrg.de

Wir bedanken uns für das Gespräch und Deinen beeindruckenden Erfahrungsbericht.

Das Interview übermittelte uns Gudrun Gamble

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Jugend

Prävention von Ertrinkungsunfällen

Aktion „Sichere Schwimmer“ Auftaktveranstaltung in der Fackelmann Therme Hersbruck

DLRG, Bayerisches Gesundheitsministerium und AOK Bayern starten neue Aktion „Sichere Schwimmer“ in der Grete-Schickedanz Grundschule Hersbruck.

I

n Bayern ertrinken jährlich etwa 80 Menschen. Die abnehmende Schwimmfähigkeit in der Bevölkerung ist mit ein Grund dafür. Fast ein Drittel aller schulpflichtigen Kinder können nicht oder nicht richtig schwimmen. Die DLRG-Jugend Bayern startet deshalb gemeinsam mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium und der AOK Bayern das Pilotprojekt „Sichere Schwimmer“ an zehn ausgewählten bayerischen Grundschulen. An der Grete-Schickedanz Grundschule Hersbruck wird nun ein besonderer Schwimmunterricht durchgeführt. „Speziell ausgebildete DLRGSchwimmtrainer unterstützen die Lehrkräfte im Schwimmunterricht“, sagt Thomas Meier, DLRG-Schwimmtrainer der Grundschule Hersbruck. Die Kinder erlernen das Schwimmen durch die

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individuelle Betreuung schneller und nachhaltiger. Ziel ist, dass die Grundschüler am Ende des Schuljahres das Jugendschwimmabzeichen in Bronze ablegen. Zudem trainieren sie dadurch ihre Beweglichkeit,

eigene Bewegungsmuster und ihr Koordinationsvermögen. Die Aktion „Sichere Schwimmer“ ist einer von vier Bausteinen des Bayerischen Programms zur Prävention von Ertrinkungsunfällen, welches vom


Jugend

Thomas Meier mit den Wasserratten der GreteSchickedanz-Grundschule in Aktion.

Bayerischen Gesundheitsministerium im Rahmen der Initiative „Gesund. Leben.Bayern.“ gefördert wird. „Ich habe die Schirmherrschaft sehr gerne übernommen, weil Schwimmen eine der gesündesten Sportarten ist und

die beste Lebensversicherung gegen das Ertrinken darstellt. Schwimmen trainiert außerdem den gesamten Körper und bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung“, so die Schirmherrin des Präventionsprogramms, Gesundheitsministerin Melanie Huml. „Wir fördern das Pilotprojekt, da Kinder, die frühzeitig schwimmen lernen, weniger gefährdet sind zu ertrinken“. „Aus den gleichen Gründen engagiert sich die AOK Bayern bei dem Pilotprojekt. Eine gute Schwimmausbildung legt darüberhinaus bereits im frühen Kindesalter

den Grundstein für ein bewegtes Leben und hilft Volkskrankheiten wie Adipositas oder Diabetes effektiv vorzubeugen“, so Norbert Kettlitz von der Direktionsleitung der AOK Mittelfranken. Weitere Informationen unter

www.sichere-schwimmer.de

Von links: Direktor AOK Mittelfranken Norbert Kettlitz, Gesundheitsministerin Melanie Huml, Ehrenpräsident der DLRG Bayern Dieter Hoffmann, Stellv. Vorsitzender der DLRG-Jugend Bayern Florian Döres, Präsidentin der DLRG Bayern Julia von Seiche-Nordenheim.

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DLRG Augsburg/Aichach-Friedberg

Regionales

100 Jahre DLRG 90 Jahre DLRG in Augsburg U

nter diesem Motto stand die Jubiläumsveranstaltung unseres Kreisverbandes, die wir am Samstag, den 14. September 2013, auf dem WillyBrandt- Platz in Augsburg veranstaltet haben. Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl hat die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen und diese mit einer Festansprache um 11 Uhr offiziell eröffnet. Herzlichen Dank an Dr. Gribl, auch für das Wohlwollen, mit dem er DLRG-Projekte begleitet und unterstützt. Aus Kissing war Bürgermeister Manfred Wolf anwesend, was uns aufgrund unserer langjährigen guten und partnerschaftlichen Zusammenarbeit sehr gefreut hat. Als Vertreter des DLRG-Bezirks Schwaben war Willi Leichtle gekommen. Wir danken auch Stefan Kiefer, dass er unserer Einladung gefolgt ist.

100 Jahre DLRG auf dem Willy-Brandt-Platz in Augsburg.

Im Anschluss an den offiziellen Teil zeigten die Aktiven das breite Aufgaben- und Leistungsspektrum des DLRG-Kreisverbandes Augsburg/ Aichach-Friedberg e. V. Zunächst stellte die Rettungshundestaffel ihre Arbeit vor. Dann folgte eine Demonstration der Trockentauchausrüstung mit Vollgesichtsmaske und Tauchertelefon. Wir hatten extra einen Pool auf

Aquafitness mal anders.

dem Willy-Brandt-Platz aufgebaut, um auch Aktionen im Wasser zeigen zu können. Das hatte allerdings nichts mit „Beachparty-Feeling“ zu tun, denn das Wasser aus dem Hydranten war eiskalt. Deshalb wurde auch bei der Aquafitness mit StrömungsretterAnzügen gearbeitet. Weiter ging es mit einer Vorführung der HLW. Außerdem hatte unsere Strömungsretter-Gruppe im Kanal vor der City-Galerie eine Installation zum Thema Strömungs-

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rettung aufgebaut. Abgerundet wurde das Angebot durch die DLRG-Jugend mit einem Mal-Tisch, unserer Fahrzeugschau und dem Infostand. Die Vorführungen wiederholte man im Laufe des Tages dann noch zweimal. Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit. Regenschauer führten dazu, dass nicht so viele Besucher der City Galerie stehen blieben. Trotzdem haben sich gute Kontakte ergeben und wir wurden gesehen. Herzlichen Dank an alle >>


Regionales

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„Helfende Hand 2013“

Aktiven, die im Vorfeld und auch bei der Veranstaltung selber mitgeholfen haben. Ihr habt wieder gezeigt, dass Ihr ein super Team seid und wir uns auf Euch verlassen können. Der gemütliche Ausklang des Tages fand dann in der Einsatzzentrale im Rahmen des Aktiven-Essens und der Helfer-Party Katastrophenschutz statt. Danke an Armin Voß, das war eine tolle Idee mit dem Gockelwagen und ein gelungener Abschluss. Historisches Wir haben in Augsburg das Thema 100 Jahre DLRG aber auch zum Anlass genommen, uns mit der Frage nach unseren eigenen Wurzeln zu beschäftigen. Wie lange gibt es die DLRG eigentlich schon in Augsburg? Wie hat das in Augsburg alles angefangen? Wer waren die ersten Aktiven? Wir sind immer davon ausgegangen, dass die DLRG in Augsburg seit 1923 als Bezirk Schwaben existiert und als DLRG Augsburg 1931 gegründet wurde. Unsere Quelle hierfür ist “Der Lebensretter - Nachrichtenblatt der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft e. V.” Nr. 1, Jahrgang 1923, Dresden, Mai 1923. Beim Studium der Quellen sind wir dann zu überraschenden Ergebnissen gekommen. Im Stadtarchiv Augsburg hat sich ein Exemplar des „Mitteilungsblatt 3 - November 1921 - Deutsche LebensrettungsGesellschaft e. V.“ erhalten. Die Besonderheit für die Geschichte der DLRG in Augsburg zeigte sich dann im Innenteil des Faltblattes. Unter der Überschrift „Achtung! Bezirkseinteilung!“ wird auf die Überlastung der Bundesgeschäftsstelle hingewiesen und darum gebeten, das Tagesgeschäft über die Bezirke abzuwickeln. Der Kontakt zum zuständigen Bezirksleiter kann von den Bezirken dann individuell eingetragen werden. In dem in Augsburg vorhandenen Exemplar findet sich der Originalstempelabdruck von Josef Greiner

als Bezirksleiter in Augsburg. (siehe Abbildung) In dem Schreiben von Josef Greiner an den Städtischen Beirat für Leibesübungen, z. Hd. Herrn Rechtsrat Seufert vom 5. II. 1922 - Angelegenheit: Förderung des Rettungswesens, das ebenfalls in diesen Akten enthalten war, heißt es dann: „Seit Oktober 1921 mit der Bezirksleitung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft für Augsburg und den Regierungsbezirk Schwaben und Neuburg u. seit l. Febr. mit der Gauwerbeleitung Gau IV (Südbayern) Kreis V. - D.S.V. – betraut, gestatte ich mir die ergebenste Bitte um tatkräftige Förderung des Schwimmrettungswesens.“ Damit haben wir den Nachweis, dass die DLRG als Organisation bereits seit 92 Jahren in Augsburg tätig ist. Aber auch in Augsburg gibt es bereits seit 1913 Mitglieder von Schwimmvereinen, die sich von der DLRG zu Rettungsschwimmern und Lehrscheininhabern ausbilden ließen, wie z. B. Josef Hummel. Die Wasserrettung in Augsburg ist jedoch wesentlich älter. Dies belegt z.B. folgendes Dokument aus dem Stadtarchiv Augsburg: “Königliche Baudirektion der Stadt Augsburg - Act über Gegenstände die Rettungsanstalt für Ertrunkene betreffend. Ao 1811 1817. No 1 bis 26”. Im ersten Schreiben der Sammlung vom 12. Juli 1811 geht es um die Einrichtung eines Rettungskastens mit Brachitom und einem Respirationsinstrument des Hanauer Arztes Kopp. Dieser Rettungskasten soll auf einen Wagen gesetzt und bei der Polizei für den Einsatz deponiert werden. An den früheren Standorten (Arbeitshaus und Pfeiffermühle) sollen keine Rettungskästen mehr aufgestellt werden. Soviel als kurzer Einblick. Weitere Einzelheiten sind unserer Sonderausgabe der „Patschnassen Nachrichten“ (www.augsburg.dlrg.de) zu entnehmen.

Dagmar Leeb

Wir brauchen Eure Stimme

D

ie Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen (ARGE), in der sich die großen Augsburger Hilfsorganisationen, u. a. auch die DLRG zusammengeschlossen haben, hat sich mit einem innovativen Konzept um den Förderpreis „Helfende Hand 2013“ beworben. Die ARGE setzt sich insbesondere für die Anliegen des Ehrenamtes und die Verbesserung der Anerkennungskultur durch Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein. Dabei ermöglicht die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen es, mit „einer Stimme“ zu sprechen und auch Vorhaben zu verwirklichen, die für eine einzelne Organisation zu umfangreich wären. Ein konkretes Beispiel ist das Projekt „Rettet die Retter“. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die kollegiale Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen. Konkurrenzkampf und Dumping-Preise gibt es nicht. Die benötigten Dienste werden gerecht unter den beteiligten Organisationen aufgeteilt oder in gemischten Teams absolviert. Stimmt einfach bis zum 18.12.2013 im Internet auf www.helfendehand-foerderpreis.de für das Projekt „Zusammen in die Zukunft“ ab und bestätigt Eure Auswahl per E-Mail. Helft alle zusammen, damit das Augsburger Projekt den Publikumspreis „Helfende Hand 2013“ gewinnt. Die DLRG ist doch eine „große Familie“. Wenn jeder von Euch abstimmt und auch Personen aus seinem Umfeld darum bittet abzustimmen, dann sind wir wohl kaum zu schlagen. Herzlichen Dank aus Augsburg für Eure Hilfe und Unterstützung.

Dagmar Leeb BAYERN AKTUELL 06 - 2013

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Regionales

DLRG Kreisverband Nürnberg-Roth-Schwabach

Impressionen vom Festball

Der Ehrengästetisch mit Jörg Laubenstein (verdeckt) in Begleitung, Innenminister Joachim Herrmann mit Frau, Wolfram und Ute Gäbisch, Sebastian Brehm (CSU-Stadtratsvorsitzender), Ingrid und Heinz Kvasnicka sowie Frau Gsell (Ehefrau von Dr. Klemens Gsell, Bürgermeister der Stadt Nürnberg), mit dem Rücken zur Kamera: Sigrid Duske-Fragner, Ehrenvorsitzendes des DLRG-Bezirksverbands Mittelfranken.

Die DLRG in Nürnberg: Eine tragende Säule des Hilfeleistungssystems seit 100 Jahren.

„D

ie DLRG ist eine der tragenden Säulen in unserem erfolgreichen bayerischen Hilfeleistungssystem.“ Mit diesen Worten unterstrich Innenminister Joachim Herrmann, der die Schirmherrschaft für das Nürnberger Jubiläumsjahr übernommen hatte, die wichtige Rolle der DLRG bei der Rettung von Menschen. „Dieser Dienst an unserer Bevölkerung verdient umso größere Anerkennung, als er ehrenamtlich und ausschließlich in der Freizeit stattfindet,“ würdigte Herrmann in seiner Rede das Engagement der Wasserretter. Rund 175 Mitglieder, Freunde und Förderer der DLRG in Nürnberg waren am Abend des 19. Oktober 2013 in das Gesellschaftshaus Gartenstadt gekommen, um im Rahmen des Festballs mit Aktivenessen „100 Jahre DLRG in Nürnberg“ zu feiern, das sich zu Ende neigende Jahr, aber auch ein Jahrhundert DLRG-Geschichte Revue passieren zu lassen. Durch den Abend führte das

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Moderatoren-Duo Patrick Kutscheidt und Ric Detloff. Fast auf die Minute pünktlich konnte Harald Finsterer zu 18 Uhr den Countdown einer rückwärts laufenden Uhr auf der Präsentationswand starten, gefolgt von Bildern eines Feuerwerks mit der musikalischen Untermalung durch „We are the champions“ der Gruppe Queen. Patrick und Ric begrüßten alle Anwesenden, insbesondere unsere Ehrengäste aus der Politik, Joachim Herrmann mit Frau, den Bürgermeister der Stadt Nürnberg, Dr. Klemens Gsell mit Frau, sowie den CSU-Stadtratsvorsitzenden Sebastian Brehm. Herrmann nutzt vor seiner Rede die Gelegenheit, sich bei allen anwesenden Einsatzkräften der diesjährigen Hochwassereinsätze persönlich zu bedanken. Anschließend an seine Festrede zeichnete er sechs Aktive mit dem Ehrenzeichen am Bande des Freistaates Bayern für (mindestens) vierzigjährige Dienstzeit bei der DLRG aus: Wolfram Gäbisch, Karl-Heinz Holluba, Jochen Kußberger, Ingrid und Heinz Kvasnicka sowie Rolf Niebelschütz. Jörg Laubenstein, Kreisverbandsvorsitzender und LV-Vizepräsident, hob in seiner Rede die positive Entwicklung des Kreisverbands in den letzten

Jahren hervor. Wesentliche Gründe sieht er zum einen im DLRG-Zentrum, das durch die Vereinigung von Vereinsheim und Fahrzeughalle einen Treffpunkt für alle Aktiven darstellt. Zum anderen gelingt es uns durch den breiten Fächer an Angeboten von Anfängerschwimmkursen und Jugendarbeit bis zur SEG 50plus mit deren eigenen Wasserzeiten nahezu alle Altersgruppen anzusprechen. Dr. Klemens Gsell überbrachte die Glückwünsche der Stadt Nürnberg und dankte ebenfalls für das ehrenamtliche Engagement der Wasserretter im vergangenen Jahrhundert. Zwischen den Reden sowie den nachfolgenden Ehrungen stellten Patrick und Ric die Anfänge der DLRG vor einhundert Jahren vor sowie die Vielfalt der Aktivitäten in der Jetztzeit. Ein dritter Vortrag widmete sich aus aktuellem Anlass den Hochwassereinsätzen in Rosenheim, Deggendorf sowie Schönebeck; die Bilder veranschaulichten deutlich, unter welchen herausfordernden Bedingungen hier jeweils gearbeitet werden musste und weckten Verständnis, warum die Strömungsretteranzüge nach dem Einsatz im ölhaltigen Wasser nicht >> mehr zu gebrauchen waren.


Regionales

Das Organisationstrio

als „Bicki“ bekannt, engagierte sich jahrelang insbesondere im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit für Vereinszeitung sowie die Pflege unserer Homepage bis zur Systemumstellung auf Typo3 im Frühjahr 2013. Als gewissenhafter Schriftführer und stellvertretender Vorsitzender sorgte er jahrelang für aussagekräftige Vo r s t a n d s p r o t o k o l l e sowie die Pflege von Geschäftsordnung und der Sammlung von Vorstandsbeschlüssen. Auch die Mitgliederverwaltung und Registrierung von Rettungsschwimmabzeichen waren bei ihm in stets gründlich arbeitenden Händen.

Mit einer besonderen, da noch sehr jungen und seltenen Ehrung konnten wir unserer Kreisverbandsvorsitzenden Jörg Laubenstein überraschen: Die Landesleistungsnadel der DLRG LV Bayern Die Moderatoren e.V. für die Durchführung von Projekten mit signifikanter Bedeutung für die DLRG Mit dem Verdienstzeichen der DLRG, gab es für ihn für seine Bemühungen der zweithöchsten Ehrungsmöglichund sein Engagement rund um unsekeit der DLRG auf Bundesebene, konnrer DLRG-Zentrum in der Erlenstraße. ten wir das langjährige Engagement Gerne hatte ich die Vorbereitung dieser von Erich Biebel sowie Prof. Dr. Mattwie auch der anderen Ehrungen überhias Bickermann ehren. Erich ist seit nommen, insbesondere die Laudatio Jahrzehnten ein treuer DLRG-Kamefür Jörg geschrieben und vorgetrarad, der seit der Gründung der SEG gen; die Tatsache, dass Jörg im Vorfeld 50plus in 2008 diese bis zum Sommer nichts von der Ehrung erfahren hatte, 2013 leitete, jahrelang die Einlasskonstellte für mich das i-Tüpfelchen da. trolle Montags in der Schwimmstunde Katzwang verlässlich machte und Jörg Laubenstein rundete den offizusammen mit seiner Frau Elsbeth die ziellen Teil mit seinem Dank an die DLRG wiederholt großzügig finanziell drei Haupt-Organisatoren Patrick Kutunterstützte. Matthias, vielen besser

scheidt, Harald Finsterer und Claudia Knoblich ab. Mit nur einem akademischen Viertelstündchen Verspätung waren wir noch fast im Zeitplan, als die Band „ARROWS“ gegen 20:15 Uhr zum ersten Tanz einlud. Der gemütliche Teil des Abends konnte beginnen. Zahlreiche Paare nutzten das Angebot, die Kalorien des Abendessens gleich wieder purzeln zu lassen. Andere bevorzugten es, die Zeit für gute Gespräche zu nutzen. Unser frisch verheiratetes Ehepaar Patrick und Marion Kutscheidt hatten Gelegenheit, ihren Hochzeitstanz nachzuholen. Stana Charalambidis, die an diesem Tag Geburtstag hatte, wurde mit einem entsprechenden Ständchen begrüßt. Kurz nach 22 Uhr ging es zum Endspurt des Abends. Das jüngste anwesende Mitglied, Lara Heuler, zog als Glücksfee fast 90 Losnummern in Rekordzeit, die für vielfältige Preise standen. Diese waren uns von verschiedenen Firmen und Personen gespendet worden, jeder Gast hatte kostenlos ein Los bekommen. Allen Spendern einen herzlichen Dank! Text: Claudia Knoblich Fotos: Harald Birth (und andere)

Innenminister Joachim Herrmann (re.) dankte jeder_ Hochwassereinsatzkraft persönlich.

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DLRG Ortsverband Bad Aibling

Regionales

Wieder stirbt ein Hallenbad DLRG findet Zwischenlösung

Nach dem ersten Schreck war dem DLRG Ortsverband klar, dass schnellstmöglich nach Trainingsalternativen gesucht werden musste. Zum Glück konnten diese auch gefunden werden und das Training kann reduziert weitergehen: Die Schönklinik in Bad Aibling stellte kurzfristig ihr Hallenbad zur Verfügung und alle 14 Tage fahren unsere Jugendlichen und Erwachsenen nach Bernau. Natürlich ist dies nur ein Notbehelf und die Kapazitäten im Klinikhallenbad sind beschränkt. Auch ist die Wassertemperatur mit 32,5 °C nicht für ein ordentliches Training geeignet. - Aber besser als gar nichts. Leider können wir nur den aktuell aktiven Mitgliedern eine Trainingsmöglichkeit anbieten und Anfragen potenziell neuer Mitglieder müssen vertröstet werden. Deshalb wird auch der Kampf um ein neues Hallenbad in Bad Aibling von unserem Ortsverband unterstützt.

Die DLRG Bad Aibling engagiert sich für den Bau eines neuen Hallenbades.

W

ie bereits seit längerer Zeit bekannt, sind die Tage des Hallenbades Prantseck in Bad Aibling gezählt und den Bau eines neuen Schul - und Sportbades zu bewerkstelligen gestaltet sich schwierig. Die lokale Politik ist bisher zu keiner Einigung gekommen, obwohl sinnvolle und machbare Pläne für ein neues Sportbad vorliegen. Wie immer wird über die Finanzierung debattiert und keiner kann oder will Verantwortung übernehmen. Stattdessen werden sinnlose Standortdebatten geführt und

nach Alternativen gesucht, die letzten Endes nicht mit dem Charakter eines Sportbades harmonieren. Anfang Oktober teilte der Eigentümer (Seraphisches Liebeswerk*) mit, dass das Hallenbad auf Grund von Einsturzgefährdung sofort zu schließen ist. Mit dieser Entwicklung hatte keiner der Verantwortlichen in Bad Aibling gerechnet. Das Vorgehen des Eigentümers hinterlässt einen faden Beigeschmack, da das Sanierungs-Gutachten schon im April gemacht wurde.

Spontan hat unsere Jugend nach Bekanntwerden der Schließung eine Aktion ins Leben gerufen und sammelt Unterschriften, die das Anliegen, den Neubau eines Bades, unterstützen. Wollen wir hoffen, dass dieses ehrenamtliche Engagement, welches vehement von vielen Politikern gefordert wird, nicht auf der Strecke bleibt. Und Rettungsschwimmen lernen ohne ausreichende Trainingsmöglichkeiten - das geht nun mal nicht! Holger Lindner

*) Das Seraphische Liebeswerk ist das Kinderhilfswerk des Kapuzinerordens.

DLRG Ortsverband Ansbach

Starkes Boot zum Jubiläum

I

hr 50-jähiges Gründungsjubiläum feierte die DLRG Ansbach auf der Badehalbinsel Absberg am Kleinen Brombachsee mit einer Leistungsschau und einer Ausstellung „Wasserrettung im Wandel der Zeit“. Das neue Motorrettungsboot „Faster 650 Cat“ wurde gesegnet, getauft und vorgeführt. Am Abend feierten 400 Gäste mit der DLRG Ansbach bei der „Mallorca-Party“ bis in den frühen Morgen. Die DLRG Ansbach verfügt heute über knapp 250 Mitglieder, drei Fahrzeuge und drei Rettungsboote. Sie betreut zwei Rettungsstationen und wirkt im Katastrophenschutz mit. Bastian Glückselig

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DLRG Ortsverband Dechsendorf

Regionales

Spendenübergabe in Fischerdorf

I

n der letzten Ausgabe der Bayern Aktuell haben wir über das Benefizkonzert für die niederbayerischen Hochwasseropfer in Dechsendorf berichtet. Schnell waren sich alle Beteiligten einig, dass das Geld den aktiven Mitgliedern der FFW Fischerdorf zugutekommen soll, die durch die Flutkatastrophe selbst vom Helfer zum Opfer wurden. Mit einer kleinen Delegation waren die Mitwirkenden des Konzerts am 3.Oktober nach Fischerdorf gefahren, um den Scheck zu überreichen. Aber auch, um sich einen Eindruck zu verschaffen, was dort in der Zwischenzeit passiert ist. Es sind schon allein die nüchternen Zahlen, die einen zusammenzucken lassen. 200 von 400 Häusern müssen abgerissen werden. Selbst die Häuser, bei denen die Besitzer schon bis zu 100.000 Euro für Renovierungsarbeiten hineingesteckt haben, werden dem Abrissbagger zum Opfer fallen. Es sind die Nachwirkungen einer Katastrophe, die die Fischerdorfer im Mai regelrecht überrollte. Siegfried Pfeffer steht vor dem Gerätehaus der ortsansässigen Freiwilligen Feuerwehr. „Wir hatten damals vier Stunden Zeit, um unser Dorf zu verlassen“, erklärt er den Gästen aus Dechsendorf.

„Es sieht aus wie in einem Kriegsgebiet“...

„Es sieht aus wie in einem Kriegsgebiet“, ist einer der ersten Eindrücke bei

den Besuchern. Häuser, die bis auf eine Höhe von zwei Metern vom Putz befreit sind. Sandsäcke, die in den Gärten gestapelt sind. Eine unglaubliche Anzahl von Häusern, die abgerissen werden oder der Schutt anzeigt, dass dies bereits geschehen ist. „Da sind die 2.300 Euro, die wir hierher bringen, nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt einer der Musiker. Die Feuerwehrleute aus Fischerdorf sehen das allerdings anders. Viele kleine Beträge werden irgendwann auch einmal ein großer Betrag. – „Wir brauchen jeden Cent“, erzählen die Vorstandsmitglieder beim Treffen mit den mittelfränkischen Schecküberbringern. Wer bei der Tour dabei war, weiß, dass dieses Benefizkonzert noch nicht alles war. Stellvertretend für die Gruppe schrieb die Band nochmals an die Feuerwehr Fischerdorf: „Es war sehr beeindruckend, wie Ihr zusammen steht und wie viel Ihr aushalten müsst. Eure Leistung und Ausdauer bei der Bewältigung dieser für Euch alle sehr schweren Zeit nötigt einem einen riesen Respekt ab. Ja, wir waren sehr betroffen, den Zustand Eurer Häuser zu sehen. Es ist unvor-

Oberes Bild: Eine Delegation aus Vertretern der DLRG Dechsendorf, Bandmitgliedern und dem Festwirt übergibt den Scheck an die Aktiven der FFW Fischerdorf. Unteres Bild: Der Zustand der Häuser in Fischerdorf schockierte die DLRG-Besucher.

stellbar, dass bei Euch einfach 200 Häuser abgerissen werden. - Wir werden uns auch weiterhin Gedanken machen, wie wir Euch helfen können. Nach diesem Besuch haben wir einen noch näheren Bezug und sind richtig froh, das Geld bei Euch platziert zu haben.“ Christina Löslein

DLRG Kreisverband Kaufbeuren/Ostallgäu - Wir gratulieren:

Franz-Josef Pschierer Staatssekretär im bayerischen Wirtschaftsministerium Er ist langjähriges Beiratsmitglied beim Kreisverband Kaufbeuren/Ostallgäu. Der Landtagsabgeordnete Franz-Josef Pschierer ist zum Staatssekretär im bayerischen Wirtschaftsministerium berufen worden. Wir gratulieren ihm an dieser Stelle sehr herzlich zu diesem großen Erfolg und der Anerkennung seiner politischen Arbeit, die mit der Berufung als Mitglied der Staatsregierung einhergeht. Franz-Josef Pschierer steht der DLRG nahe, ist er doch bereits seit mehr als 15 Jahren Mitglied des Beirates im DLRG-Kreisverband Kaufbeuren/Ostallgäu und bringt stets ein offenes Ohr für die Belange der DLRG mit. Für seine Tätigkeit als Staatssekretär wünschen wir ihm allzeit eine glückliche Hand! W. Seibt

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DLRG Kreisverband Wunsiedel

Regionales

Auftaktübung zur Feuerwehraktionswoche 2013

I

m Rahmen der Zusammenarbeit bei der SEG Betreuung im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge nahm die DLRG bei der Auftaktübung in Selb teil. Das Szenario dieses Jahr war die Evakuierung des Selber RosenthalTheaters. Am 21. September 2013 um 14:30 Uhr ging der Alarm bei der Integrierten Leitstelle Hochfranken ein, mit der Meldung: „Brand im Zuschauerraum“. Im Theater befanden sich über 150 Personen, die zur Lesung des Autors Rainer König gekommen waren. Unter den Gästen auch viele Vertreter der Politik, stellvertretend der Landrat Dr. Karl Döhler genannt. Der Alarm ging an die Feuerwehr sowie an den Rettungsdienst. Die alarmierten Einheiten rückten umgehend zur Einsatzstelle aus. Einige Zuschauer wurden bereits durch das Personal vor Ort aus dem Gebäude evakuiert. Die restlichen Zuschauer evakuierten Helfer der Feuerwehr aus dem Theater. Das Team der SEG Betreuung bestehend aus DLRG Wunsiedel und BRK Marktleuthen richteten umgehend zwei Registrierstellen für die Betroffenen ein. Das BRK aus Kirchenlamitz baute ein Zelt auf, in dem Heißgetränke durch die DLRG ausgeschenkt wurden; des Weiteren bestand die Möglichkeit sich hier aufzuwärmen. Die Helfer der Betreuung hatten alle Hände voll zu tun. Schließlich ging es darum in kurzer Zeit alle Zuschauer zu registrieren. Viele Besucher waren etwas verwundert, warum hier die Wasserretter mit eingesetzt sind. - Wir konnten hier einige Aufklärungsarbeit und nette Gespräche mit der Bevölkerung, aber auch mit Vertretern der Politik führen. Die Zusammenarbeit bei dieser Übung zwischen der Feuerwehr und Hilfsorganisationen war wieder vorbildlich. Es ist ein gutes Miteinander im Landkreis Wunsiedel.

Alexander Nelkel Teamwork DLRG und BRK bei der Registrierung der Betroffenen.

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DLRG Ortsverband Furth im Wald

Regionales

Simulierter Tauchgang auf 50 m Tiefe

Der Berliner Tauchturm in der beeindruckenden Außenansicht.

Tauchen im Tauchturm der DLRG Berlin eine bemerkenswerte Erfahrung

K

ürzlich fanden in Berlin die Feier-

lichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der DLRG in Berlin statt. Selbstverständlich war auch die Further DLRG mit dabei. Da sich in Berlin-Spandau ein besonderer „Indoortauchplatz“ befindet, nutzte die Technische Leiterin der Further Lebensretter, Christina Wallner, gemeinsam mit vier weiteren Further Aktiven die Gelegenheit zu einem Taucherlebnis der besonderen Art. Im weltweit einzigartigen Tauchturm der DLRG Berlin steigt man im Rahmen eines simulierten Tauchgangs auf eine Wassertiefe von 50 m ab und erlebt die besonderen Bedingungen, die in diesen Tiefen herrschen. Das Haus zu dem Tauchturm wurde von Architekt Ludwig Leo Ende der 60iger Jahre projektiert und schließlich Anfang der 70iger umgesetzt. Der erste Tauchgang erfolgte 1974. Beim „Schiff an Land“ soll die Dreiecksform des Gebäudes an das Segel eines Segelbootes erinnern und der Antennenmast an den Schornstein eines Schiffes. Die Form weckt seither das Interesse vieler Architekturbegeisterten. Die Tauchturmanlage besteht aus insgesamt drei Druckkammern (Behandlungskammer, Kammerschleuse und Druckkammer über Tauchturm). In der Druckkammer werden die Taucher mittels Druckluft simuliert auf eine Tiefe von 42 m gebracht. Drei Kompressoren sorgen für die riesigen Luftmengen, die hierzu benötigt werden: Für einen Tauchgang auf 50 m werden z.B. 60.000 l Druckluft benötigt. Grundsätzlich kann hier jeder Sporttaucher, Berufstaucher oder Einsatztaucher auf 50 Meter abtauchen, sofern er bestimmte Bedingungen erfüllt. Diese Voraussetzungen wurden natürlich zu Beginn auch von den Further Tauchern überprüft. Für die erfahrenen DLRG-Einsatztaucher aus dem Further Ortsverband Christian Wallner, Josef

Die Further Tauchgänger.

Schmucker, Josef Brey, Fritz Zeitler und Alexander Engert nur eine Formsache. Ein professionelles Team steht stets für die Betreuung bereit und achtet auf die Gesundheit und Sicherheit der Tauchgänger. So findet alles stets unter ärztlicher Aufsicht statt, zumal ja die 50 m Wassertiefe bereits die Gefahr des Tiefenrausches in sich birgt. So wurden die fünf Further beispielsweise auch im Nachgang des Tauchens im Abstand von einer Stunde vom Arzt untersucht. Die Druckkammerfahrer selbst sind langjährige Sport- oder Einsatztaucher der DLRG.

nun die restlichen 8 m auf die simulierten 50 m abtauchen. Um den Körper an die verschiedenen Druckverhältnisse anzupassen, waren immer wieder Dekompressionspausen einzulegen. Unten auf 50 m angelangt, galt es unter Anleitung verschiedene Übungen zu absolvieren. Für die Further eine bemerkenswerte Erfahrung und ein ganz besonderes Taucherlebnis. Heinz Winklmüller Die Betreuungszentrale.

Nach der Verbringung der Taucher in der Druckkammer auf 42 m Tiefe stiegen Christian Wallner, Josef Schmucker, Josef Brey, Fritz Zeitler und Alexander Engert von der Turmkammer aus in das Wasser und konnten BAYERN AKTUELL 06 - 2013

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DLRG Kreisverband Mühldorf am Inn

Regionales

Der einzige Fehler ist, nichts zu tun Woche der Wiederbelebung - 600 Bürger erreicht alarmierend niedrig. Gründe dafür sind oftmals die Angst, etwas falsch zu machen und eine unzureichende Ausbildung in Erster Hilfe.

I

m Rahmen der deutschlandweiten Aktion „100 Pro Reanimation“ hat der DLRG Kreisverband Mühldorf an drei Veranstaltungen rund 600 Landkreisbürger erreicht. Wenn eine Person einen plötzlichen Herzstillstand hat, können sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen Leben retten. Jeder kann und sollte diese durchführen. Ziel der Woche der Wiederbelebung war es, das Bewusstsein für die lebensrettenden Fähigkeiten jedes Einzelnen zu schärfen

und über die lebensentscheidenden Sofortmaßnahmen zu informieren. Der plötzliche Herztod ist mit schätzungsweise 80.000 bis 100.000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Jeden kann es treffen. Die Betroffenen sind auf schnelle Hilfe angewiesen. Doch die Bereitschaft von Laien, Wiederbelebungsmaßnahmen nach einem plötzlichen Herzstillstand durchzuführen, ist in Deutschland mit 15 % im internationalen Vergleich

Einladung zum 32. Drei-Königs-Schwimmen in Würzburg am 6. Januar 2014 *) Start:

Langstrecke ca. 5 km von Randersacker an der alten Fähre Kurzstrecke ca. 2,5 km vom Graf-Luckner Weiher

Ziel:

Würzburg, Löwenbrücke

Web:

www.bez-unterfranken.dlrg.de

E-Mail:

dreikoenig@bez-unterfranken.dlrg.de

DLRG Bezirksverband Unterfranken, Seilerstraße 5, 97084 Würzburg * )Terminänderung ist witterungsbedingt möglich!

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Alexander Fendt

DLRG Bezirksverband Unterfranken

Jeder Teilnehmer, der die Strecke durchschwommen hat, erhält eine Urkunde. Infos, Ausschreibung und Teilnahmebedingungen unter:

Dabei sind die Maßnahmen zur Wiederbelebung eines Menschen einfach. Man kann dabei nichts falsch machen. Der einzige Fehler ist, nichts zu tun. „Prüfen, Rufen, Drücken“ lautet die Devise: Prüfen, ob die bewusstlos zusammengebrochene Person noch reagiert und atmet. Unter 112 den Rettungsdienst rufen. Fest, mindestens 100-mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. Trainierte Ersthelfer sollten zusätzlich die Mund-zu-Mund-Beatmung im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu zwei Beatmungen durchführen. Diese Maßnahmen verdoppeln bis verdreifachen die Chance, dass der Betroffene überlebt.


DLRG Kreisverband Kronach

Regionales

Wasserratten waren 24 Stunden in ihrem Element Kürzlich veranstaltete der DLRG-Kreisverband Kronach wieder sein beliebtes 24-Stunden-Schwimmen. Ab Freitag 17 Uhr zogen Wasserratten jeden Alters einen ganzen Tag lang ihre Runden im 25-Meter-Becken des „Crana Mare“.

S

amstag, kurz vor 17 Uhr. Im „Crana Mare“ ist Endspurt angesagt. Noch immer sind die Bahnen gut belegt. Zahlreiche Schwimmer befinden sich in den letzten Minuten des 24-Stunden-Schwimmens ins Wasser. Ob Delphin, Rücken oder Kaul: Es bleibt nur noch wenig Zeit, die persönliche Rekordmarke zu knacken. Sein angestrebtes Ziel von 35 zurückgelegten Kilometern hat Dominik Richter zwar nicht ganz erreicht. Für einen souveränen ersten Platz in seiner Altersklasse 16 bis 65 Jahren reicht es aber „locker“ und nicht nur das: Der Pressiger schafft mit 25.550 Metern die Gesamtbestleistung aller 371 Teilnehmer. Das Gewinnen ist der 16-Jährige schon gewöhnt. Ein Mal nahm er bereits am 12-Stunden-Schwimmen teil und jetzt zum zweiten Mal - nach 2011 - am 24-Stunden-Schimmen. Jedes Mal gewann er in seiner damaligen Altersklasse.

Heuer startete er zum ersten Mal in der Altersklasse ab 16 Jahren und auch dieses Mal stand er zum Schluss ganz oben auf dem Treppchen. Schwimmen und Spaß Die Bahnen konnten der eigenen Zeit entsprechend und zeitunabhängig egal ob in „aller Herrgottsfrühe“ oder um Mitternacht - gezogen werden. Auch Pausen waren jederzeit möglich. Heuer legten 371 Schwimmer von fünf bis 94 Jahren insgesamt 1.564 Kilometer zurück. Die Bestleistung bei den Damen schaffte Eva Büchner mit 20.650 Metern. Die fleißigsten Teilnehmer aus den verschiedenen Wettkampfklassen wurden vom stellvertretenden Landrat Gerhard Wunder mit Siegerpokalen bedacht. Neben viel Musik sorgte auch ein schönes Rahmenprogramm für beste Unterhaltung.

Leistungen gesteigert Obwohl man die Teilnehmeranzahl des letztmals 2011 stattgefundenen 24-Stunden-Schwimmens von 403 Schwimmern nicht ganz erreichte und auch mehrere Leistungsträger fehlten, wurden sogar 45 Kilometer mehr als beim letzten Mal geschwommen. „Es waren zwar weniger Schimmer im Wasser. Dafür hat aber die Anzahl derer, die zehn, 15 oder 20 Kilometer zurückgelegt haben, zugenommen“, freute sich die stellvertretende Technische Leiterin, Kerstin Deuerling. Heike Schülein 

Alle Ergebnisse gibt es im Internet unter

www.kronach.dlrg.de

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Ein herzliches DANKESCHÖN an alle Werbepartner, Förderer und Sponsoren Viele großzügige Sponsoren und Spender haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Arbeit unseres Landesverbandes auch im Jahr 2013 in bewährter Form fortgeführt werden konnte. Ihnen allen, wenn auch nicht namentlich genannt, gilt unser aufrichtiges Vergeltsgott! Julia von Seiche-Nordenheim Präsidentin der DLRG Bayern

Landesverband Bayern

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2014 wünschen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DLRG-Landesgeschäftsstelle Bayern

Die Landesgeschäftsstelle ist

vom 23. Dezember 2013 bis 6. Januar 2014 geschlossen! 36

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Dezember 2013 Januar 2014

13.-15.

Alternative Aktionen im Schnee - Yeti-Wochenende, Immenstadt/Diepolz (LV-Jugend)

14.

Fortbildung Einsatzleiter Wasserrettung, Neumarkt (LV)

14.-15.

Einsatzleiter Wasserrettung, Neumarkt (LV)

04. - 05. Erste-Hilfe/SAN Fortbildung, Burgebrach (LV) 17. - 19. Jugendleiter Gruppenarbeit, Rohr/Ndb. (LV-Jugend) 17. - 19. Kinder- und Jugendgerechte Schwimmausbildung 1 und 4, Rohr/Ndb. (LV-Jugend) 26.

Ausbildung zum Kampfrichter der Stufe F1 der DLRG-Jugend Mittelfranken, Erlangen

01. - 02. Vorstandssitzung der DLRG-Jugend Bayern, Neumarkt (LV-Jugend) 07. - 09. Jugendleiter Gremienarbeit - JULEICA-Teillehrgang, Memmingen (LV-Jugend)

Februar 2014

2014

Termine, Termine, Termine...

2014

Feuchtfröhlich

07. - 09. Kinder- und Jugendgerechte Schwimmausbildung 2, Memmingen (LV-Jugend) 08. - 09. Lehrgang Psychologischer Ersthelfer in der Krisenintervention PEER I b und II b, Neumarkt (LV) 09.

Kampfrichterausbildung Stufe E1 und E2, Neumarkt (LV)

15.

Präsidiumssitzung der DLRG Bayern, Neumarkt (LV)

Termine ohne Gewähr. Aktueller Stand siehe Internet: www.bayern.dlrg.de

21. - 23. Grundlagen der Animation im Breitensport, Rohr/Ndb. (LV-Jugend) 22.

Fortbildung Einsatzleiter Wasserrettung, Neumarkt (LV)

22. - 23. Führen und Leiten in der Jugendarbeit, Rohr/Ndb. (LV-Jugend)

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe BAYERN AKTUELL ist am 06.01.2014 BAYERN AKTUELL 06 - 2013

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Impressum

A

B YERN KTUELL

BAYERN AKTUELL

erscheint zweimonatlich für die rund 32.000 DLRG-Mitglieder in Bayern. Es wird an alle Gliederungen der DLRG in Bayern, an ausgewählte Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft sowie an alle Landtagsabgeordnete und an alle Gemeinden, in deren Bereich DLRG-Gliederungen wirken, versandt.

Herausgeber:

Präsidium der Deutschen Lebens-RettungsGesellschaft (DLRG) Landesverband Bayern e.V.

Vereinsregister: VR 6061 Verantwortlicher Redakteur/V.i.S.d.P.: Redaktion:

Horst Auer

Carolin Richard, Michael Förster, Bernd Hauke

Redaktionsanschrift: DLRG Landesverband Bayern e.V. BAYERN AKTUELL Woffenbacher Straße 34 92318 Neumarkt i.d. OPf. Telefon: 09181-3201-0 Telefax: 09181-3201-500 E-mail: bayernaktuell@bayern.dlrg.de Internet: www.bayern.dlrg.de

Fotosatz, Layout und Gestaltung: Carolin Richard Druck: HB Offsetdruck GmbH, Industriestr. 34, 97437 Haßfurt Hinweise: Obwohl auf den Fotos gezeigte Personen nicht immer mit vorschriftmäßiger persönlicher Schutzausrüstung bekleidet sind, hält die Redaktion den Abdruck der Bilder zur Illustration von Berichten für erforderlich. Eingesandte Texte und Bilder müssen den Hinweisen für Autoren und Fotografen entsprechen. Diese sind im Internet veröffentlicht unter www.bayern.dlrg.de/fuer-mitglieder. Die Redaktion behält es sich vor, Texte von Manuskripten zu ändern und zu kürzen. Eine Gewähr, dass nicht angeforderte Beiträge veröffentlicht werden, besteht nicht.

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Die Christoph Metzelder Stiftung hilft Kindern, um ihnen eine aussichtsreiche Zukunft zu ermöglichen. Mehr Infos unter: www.wuensche-gesichert.de Die wesentlichen Anlegerinformationen, die Verkaufsprospekte und die Berichte erhalten Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank. Oder von der DekaBank, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de

DekaBank Deutsche Girozentrale


Hey! Das Leben ist ein Abenteuer! Wir kümmern uns um das nötige Stück Sicherheit. www.versicherungskammer-bayern.de Wir sind Partner der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

Jeden Tag hält das Leben neue Abenteuer für Sie bereit. Egal ob große, kleine, lustige oder herausfordernde – je sicherer Sie sich fühlen, desto mehr können Sie es genießen. Deshalb kümmern wir uns um das nötige Stück Sicherheit. Unsere besondere Sicherheit entsteht durch eine Kombination aus Nähe, Erfahrung, Solidität und Service: Sicherheit durch Nähe Unsere bayerischen Wurzeln und über 4.000 Beratungsstellen machen uns zu Ihrem echten Nachbarn. Sicherheit durch Erfahrung Unsere Wurzeln reichen bis 1811 zurück: Seitdem haben wir viel erlebt und gelernt. Dieses wertvolle Wissen setzen wir für Ihr Wohl ein. Sicherheit durch Solidität Als öffentlicher Versicherer in Bayern und der Pfalz stehen wir für Zuverlässigkeit und Stabilität. Sicherheit durch Service Unsere Überzeugung: Bei jedem Kontakt spüren Sie, dass wir uns um Ihre Belange kümmern, als ginge es um unsere eigenen. Und so erhalten Sie genau die Sicherheit, die Sie für Ihr Abenteuer Leben brauchen.


Bayern Aktuell 6/2013