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über ethnischen Sport. Denken Sie, dass sich die Kyûdô-Welt seit Inagaki senseis Tod verändert hat?

Ich denke, dass dies im Allgemeinen eine Man sollte im Gedächtnis behalten, dass unzureichende Umgebung ist. Aber, hier „Naturkatastrophen immer dann geschekann man vielmehr trotz kalter Winter im hen, wenn man die Gefahr vergessen hat bzw. nicht an sie denkt.“ Warmen bequem trainieren.

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Es ist eine Tatsache, dass eine große Stütze fehlt. Die Menschen, die uns als Beispiel dienten oder Rückhalt gaben, Ihre letzten Tage in Europa werden unsind verstorben. Das ist für uns ein Un- glücklicherweise von den entsetzlichen glück, ein schwerer Schlag. Ereignissen in Japan überschattet. Ihre Heimatregion Sendai ist davon stark betroffen. Was erwarten Sie bei Ihrer RückSie haben nun fast ein Jahr in Europa ver- kehr, was werden Ihre unmittelbaren Aufbracht und einige Clubs in verschiedenen gaben sein? Ländern besucht. Wie ist allgemeiner Eindruck vom Kyûdô in Europa und wie ha- 1 Das Begreifen der tatsächlichen Schäben Sie ihr eigenes Kyûdô in dieser Zeit den ist eine Aufgabe für die Zukunft. erfahren? Das schließt sowohl Menschen als auch 1 Die Zeit der Übermittlung für das euro- Dinge ein – was blieb erhalten und was päische Kyûdô ist zu Ende und die Zeit der ging verloren? Durch das, was man davon Ausbreitung hat begonnen. Die Verhält- tatsächlich versteht, kann man die Dinge nisse in den Clubs unterscheiden sich in abschätzen, die man in der Zukunft tun großem Maße. Dies gründet unter ande- könnte. rem in der Denkweise des Dôjô-Leiters oder Lehrers, des Schießplatzes und des Nur das kann man momentan tun. Materials sowie in der Anzahl der Schützen. Viele Personen praktizieren Kyûdô Im Angesicht der Zukunft müssen wir alle eher als japanische Bewegungskultur zusammenarbeiten, um wieder so glückdenn als Wettkampf. Viele Clubs besitzen lich zu werden wie vor der Erdbebenkatakein dôjô, sondern nutzen Sporthallen, strophe. um ihr Training durchzuführen. Dort gibt Derselbe Fehlschlag darf sich nicht wiees keine feste Einrichtung, das azuchi be- derholen. steht aus Polyurethan-Schaum und Papier.

Lieber Herr Kurosu, es ist völlig klar, dass Kyûdô in solchen Zeiten nicht die oberste Priorität darstellen kann! Der Deutsche Kyudo Bund hat mich gebeten, Ihnen gegenüber seine Anteilnahme am Leid in Japan auszudrücken. Wir prüfen derzeit, wie wir ganz konkret helfen können. Wie es sicher in allen Vereinen der Fall war, haben auch wir uns immer gefreut, wenn Sie im Alster Dojo zu Gast waren. Viele unserer kyudôka haben die Gelegenheit genutzt und sich spezielle Korrekturen geben lassen – die so über einen längeren Zeitpunkt verfolgt werden konnten. Dafür möchten wir Ihnen danken. Alles Gute für Ihre Rückkehr und den hoffentlich gut voranschreitenden Neuaufbau in Ihrer Heimat. kps

Kurosu sensei in Bad Dürkheim und in Oslo

100 Jahre Prof. Genshiro Inagaki 2011 5

ZANSHIN I-2011  

Das Deutsche Kyudo Magazin (DKyuB e.V.) German Kyudo Magazine

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