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Berichte

Zurück zu den Wurzeln K Ö LN Ein Rückblick des Vizepräsidenten Wettkampf Seit November 2009 haben wir mit gutem Erfolg viele Kaderseminare nach dem vorgestellten Konzept „Sei Sha Hittchû“ veranstaltet, davon zwei der Kaderseminare mit unseren japanischen Lehrern: das Kader- und Trainer-Seminar mit Herrn Sato in Bingen im Sommer 2010 und ein Kader-Seminar mit Herrn Kurosu in Frankfurt im Herbst. Q Dieses Jahr im August wird es ein weiteres Kader- und Trainer-Seminar mit Herrn Sato in Rottweil geben. Hierbei sollen neben der allgemeinen WettkampfVorbereitung auch die mentalen Aspekte der Vorbereitung stärker in den Fokus gestellt werden. Es folgen noch zwei Kaderseminar in diesem Jahr: im September in Berlin und im November in Karlsruhe. Die Kaderarbeit nach dem Konzept des „korrekten Schießens“ gedeiht gut. Die Atmosphäre im Kader ist konstruktiv und fruchtbar. Die Resonanz aus dem Kader ist positiv. Innerhalb der Kaderseminare fanden auch Sichtungen von jungen Nachwuchs-Wettkämpfern statt, die sehr engagiert bei den weiteren Trainings dabei waren und sich gut ins Kader integriert haben. Techniktraining, unter Wettkampfbedingungen, Treffsicherheit üben, Taihai und konzentriertes Schießen zogen sich als roter Faden mit intensiven Korrekturen durch alle Seminare. Die Vorbereitung des Kaders zur Europameisterschaft durch die B-Trainer Roland Pohl und Sven Zimmermann war sehr intensiv und erfolgreich. Dank den Beiden für die hervorragende Arbeit. Die Kader-Aktivitäten gipfelten dann in der Europameisterschaft in Wien im Mai, bei der die deutschen Wettkämpfer den 2. Platz im Team belegen konnten. Da viele der deutschen Schützen – aber auch viele der anderen älteren Nationen

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wie Frankreich oder England – bei der EM deutlich unter Trainingsniveau geschossen haben, tauchte auch die Anregung eines mentalen Trainings inkl. professioneller Unterstützung auf. Diese ist durchaus berechtigt und richtig. Jedoch: In Anbetracht der Größe unseres Verbandes und der Zeit, die jeder auch noch so Engagierte, bereit und in der Lage ist zu investieren, stellt sich die Frage: Können wir das und wollen wir es auch? Denn schließlich sind wir keine Profis, sondern üben Kyudo in unserer Freizeit. Erfolgreich konnten wir auch die Deutschen Meisterschaften ausrichten. Ich finde es sehr erfreulich, dass doch immer mehr Kyudoka sich diesen Wettkämpfen stellen. Genaueres darüber ist im Bericht von Christiane Schöniger und Michael Brettschneider zu lesen. An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei Christiane Schöniger und Michael Brettschneider für ihren unermüdlichen Einsatz beim Organisieren der Kyu-, Enteki- Einzel-, Mannschaftsund Sempai-Meisterschaften bedanken. Und natürlich auch bei Helmut Niemann und Anne Engin, die mich bei der Betreuung der Kaderschützen hilfreich unterstützt haben. Mein Dank gilt auch Andreas Naumann, der sich um alle Belange der Bundesliga kümmert.

im Wettkampf gelassener mit seinen Unzulänglichkeiten umgehen. Man muss sie natürlich ernst nehmen und daran arbeiten, aber es ist eher schädlich, sich von ihnen herunterziehen zu lassen. Niemand ist fehlerlos oder ohne tiefe und lange Täler durchschreiten zu müssen, je zur Meisterschaft gelangt. Von Inagaki Sensei weiß ich, dass er viele Jahre hayake geschossen hat und auch lange Jahre Probleme mit seiner Rechten hatte. Nur durch unbeirrtes und korrektes Üben nach den Grundsätzen seiner Schule kann man seine „Angewohnheiten“ überwinden. Durch das Arbeiten an den eigenen schlechten Angewohnheiten muss man sich über das eigene Handeln bewusst werden und dieses immer wieder hinterfragen und mit den Grundsätzen der eigenen Schule abgleichen, das heißt immer wieder zurück zu den Wurzeln, zurück zum Geist des Anfängers, zu der arglosen Art zu lernen und zu üben. Dann ist es auch nicht wichtig, welche Erfolge man erreicht hat oder welchen Status man in der Kyudo-Welt einnimmt. Wichtig ist, wenn man an der shai steht und es nichts mehr gibt außer dem Mato und einem selbst, die Dinge so zu tun wie sie sein sollen. Aber das ist nicht einfach.

Was ich mir wünsche: Ich sehe meine Aufgabe in erster Linie nicht in der Organisation und Abwicklung Ausblick: Wettkampf ist von je her ein wichtiger Be- der nationalen Meisterschaften oder in standteil des Kyudo und wird es sicher der Verwaltung von Statistiken und Ordimmer bleiben, nicht nur trotz der geisti- nungen – das kann jeder halbwegs erfahgen Aspekte des Kyudo, sondern gerade rene Wettkampfleiter auch tun, und viele von Euch können sicherlich besser organideswegen. Der Wettkampf ist eine große Heraus- sieren als ich. forderung und eine große Anspannung, Ich sehe meine Aufgabe in der Förderung auch noch nach Jahren oder Jahrzehnten des Wettkampfes und der Freude daran. der Wettkampferfahrung und jedes Mal Das kann und will ich nicht alleine tun. von neuem. Manchmal lernt man in einem Das geht nur in Zusammenarbeit mit Euch Wettkampf mehr über sich selbst als in und den lokalen Ansprechpartnern wie den Landestrainern, den LSb oder andeMonaten oder Jahren des Trainings. Wie im normalen Training sollte man auch ren erfahrenen Schützen.

ZANSHIN I-2011  

Das Deutsche Kyudo Magazin (DKyuB e.V.) German Kyudo Magazine

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