Page 1

Katholische Jungschar Dreikรถnigsaktion


Sich freiwillig und unentgeltlich für etwas einsetzen zu können, ist eine Freude und Herausforderung zugleich. Organisationen wie die Katholische Jungschar leben vom Einsatz zehntausender Ehrenamtlicher, deshalb haben wir uns anlässlich des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011 noch intensiver mit möglichen rechtlichen Verbesserungen für Ehrenamtliche auseinandergesetzt. Wir als Jungschar wachsen mit und durch unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen und wünschen uns deshalb auch gesamtgesellschaftlich gute Rahmenbedingungen für Freiwillige.

Christina Schneider, Bundesvorsitzende

JUNGSCHARARBEIT Der Blick zurück ............................................. 2 Organisation .................................................. 4 Finanzen und Zahlen ...................................... 5 Öffentlichkeitsarbeit ...................................... 6 Gut vertreten ................................................. 7 Bildung mit Biografiearbeit ............................ 8 Spezialkurs Minis .......................................... 9 Schwerpunkt Gender ................................... 10

DREIKÖNIGSAKTION Sternsingeraktion 2011 ............................... 15 Fokus: Menschenrechte & Zivilgesellschaft 16 Projektarbeit ................................................. 18 Afrika ........................................................ 20 Asien/Pazifik ............................................. 21 Lateinamerika ........................................... 22 Anwaltschaft................................................. 23 Bildungsarbeit .............................................. 25 Finanzen ....................................................... 26

Gemeinsames inhaltliches Arbeiten auf Bundesebene wurde durch das Interdiözesane Forum während des letzten Jahres noch leichter, weil sich die Strukturen eingespielt haben. Viel wurde diskutiert, ein Positionspapier zum Thema Ehrenamt formuliert und einiges an Material, wie zum Beispiel zum Thema Partizipation, erarbeitet. Die Katholische Jungschar hat als größte Kinderorganisation eine gewichtige Stimme in Kirche und Gesellschaft, und mit geeintem Auftreten können wir Anliegen und Bedürfnisse der Kinder noch stärker vertreten.

Julia Klaban, Bundesgeschäftsführerin


Beim Sternsingen erfahren die Kinder, dass sie, wenn sie sich zusammentun, Gewaltiges bewirken können. Uns als Jungschar ist wichtig, den Kindern das Bewusstsein mit auf den Weg zu geben, dass ihr Einsatz das Gesicht der Welt positiv verändern kann. Sie übernehmen damit Verantwortung für unsere Welt, anstatt die Augen vor globalen Entwicklungen zu verschließen. In diesem Sinne sehen wir Sternsingen auch als eine Schule für Zivilcourage. Wir geben unsere Vision an die nächste Generation weiter: ein lebendiges Christentum, das sich eindeutig auf die Seite der Unterdrückten und Entrechteten stellt.

Martin Krenn, Bundesvorsitzender

Die Jungschar zeichnet sich für mich als lebendiger, sich stets erneuernder Organismus aus. Alljährliche Höhepunkte wie das Fest des hl. Nikolaus laufen gleichzeitig in gewohnt professionell vorbereiteter Weise ab. Die Nikolo-Schulungen waren 2011 so beliebt wie nie zuvor, und die mediale Berichterstattung über den Nikolaus als Fürsprecher der Kinder zeigt, dass unser Engagement Früchte trägt. Aufgrund der regen Nachfrage wurde letztes Jahr auch der Nikolaus-Behelf in überarbeiteter Form neu aufgelegt.

Maria Rath, Bundesvorsitzende

Im Schatten der Krisenbewältigungen geraten die Anliegen von Basis-Initiativen und NGOs zunehmend unter die Räder. Auch der Wettlauf um Rohstoffe und Land führt zu einer dramatischen Aushöhlung von Umweltstandards und Menschenrechten in den Ländern des Globalen Südens. Solidarität ist gefragter denn je. Als kirchliches Hilfswerk kooperieren wir mit vielfältigen zivilgesellschaftlichen Akteur/innen. Gemeinsam versuchen wir, mit verstärkter anwaltschaftlicher Arbeit bei den Wurzeln von Armut, Ungerechtigkeit und Gewalt anzusetzen. Die Erfolge dieser Arbeit zeigen: Fair-Änderung ist möglich!

Erwin Eder, Geschäftsführer Dreikönigsaktion


ORG A NIS AT ION

S T RUK T U R

So ist Jungschar aufgebaut

Das Interdiözesane Forum (IDF) Die Aufgabe des Interdiözesanen Forums ist die gemeinsame Beratung, Bewertung und Weiterentwicklung der pastoralen, pädagogischen und politischen Grundlagen der Jungschararbeit. Es richtet den Blick auf die Lebensbedingungen von jungen Menschen und entwickelt Visionen einer kinderfreundlichen Kirche und Gesellschaft. Diese bundesweite Form der Zusammenarbeit entwirft Kampagnen, wie zum Beispiel die jährliche Aktion zu den Kinderrechten, oder bereitet Materialien und Positionspapiere vor.

Jede gute Idee braucht ein starkes Gerüst, um sich zu einem Projekt entwickeln zu können. Im Jahr 2011 konnte sich die zwei Jahre zuvor geschaffene Struktur unter Beweis stellen: Eine klarere Trennung von strategischer Ebene (Führung) und operativer Ebene (Management) ermöglicht seither noch reibungslosere Abläufe in der bundesweiten Zusammenarbeit. Auch die stärkere Einbindung der Arbeit der Dreikönigsaktion in alle Leitungsgremien hat sich bewährt. Der Bundesleitungskreis (BuLK) Der Bundesleitungskreis ist das oberste Organ der KJSÖ. Er bildet die auf die Bundeszusammenarbeit bezogene beschlussfassende Vollversammlung in inhaltlicher wie auch in finanzieller Hinsicht. Ihm obliegt die lang- und mittelfristige strategische Ausrichtung und Positionierung der Arbeit der Katholischen Jungschar. Der Bundesvorstand (BuVo) Der Bundesvorstand ist das Leitungsorgan der KJSÖ mit allen ihren Teilen im Sinne des Vereinsgesetzes und tagt mindestens sechs Mal im Jahr. Er arbeitet im Rahmen der Beschlüsse und Richtlinien des BuLK, präzisiert die Inhalte und Strategien und legt den Rahmen für die rechtlichen, wirtschaftlichen, personellen und finanziellen Belange fest, sofern sie nicht dem BuLK vorbehalten sind. Im Jahr 2011 hatte der Bundesvorstand (BuVo) folgende Mitglieder: Vorsitzende: Christina Schneider Vorsitzende: Maria Rath (neu gewählt am Frühlings-BuLK 2011 von 15. bis 18. April 2011) Vorsitzender: Martin Krenn Weitere gewählte Mitglieder: Heinrich Brandstetter, Robert Eggenhofer, Lisi Straßmayr, Bernhard Windhaber Bundesgeschäftsführerin: Julia Klaban Geschäftsführer Dreikönigsaktion: Erwin Eder

4

Diözese Diözese Diözese Diözese Diözese Diözese Diözese Diözese Diözese Diözese Die Diözesanleitungen der Kath.Jungschar haben Bundeszusammenarbeit vereinbart. Sie bilden den

richtet ein u. beauftragt

BUNDESLEITUNGSKREIS (als Vollversammlung des Vereins KJSÖ)

Führung (strategisch) richtet ein u. beauftragt

Projektteams

die V o r s i t z e n d e n der KJSÖ und den B U N D E S V O R S TA N D (als Vorstand des Vereins KJSÖ) Steuerung und Kontrolle

INTERDIÖZESANES FORUM (als ständigen Arbeitskreis für gesellschaftspolitische, beauftragt pädagogische und theologische Fragen)

Steuerung und Kontrolle

die B U N D E S S T E L L E der K J S Ö

Bundessekretariat

Steuerung und Kontrolle

erstattet Bericht

erstattet Bericht

wählt

INTERDIÖZESANES KOMITEE (als ständigen Arbeitskreis für beauftragt entwicklungspolitische Fragen)

Projektteams

Interdiözesanes Büro der DKA

Management (operativ)

Das Interdiözesane Komitee (IDK) Das Interdiözesane Komitee stellt sich der Herausforderung, die weltkirchliche und entwicklungspolitische Arbeit der KJSÖ weiterzuentwickeln. Der Blick ist auf die Lebensbedingungen der Menschen in den Armutsregionen gerichtet. Die Anliegen unserer Projektpartner/innen und das Engagement für eine gerechtere und lebenswertere Welt stehen dabei im Mittelpunkt der Überlegungen. Das IDK ist vom BuLK mit allen Aufgaben der Planung, Koordination, Abwicklung und Entscheidungen betreffend die Dreikönigsaktion – im Rahmen der Beschlüsse von BuLK und BuVo – beauftragt. Dieser Auftrag umfasst insbesondere die Durchführung der Sternsingeraktion und die Festlegung des Einsatzes der gesammelten Spenden.

Jungschar ohne Grenzen Die Katholische Jungschar freut es besonders, nicht nur als nationale Organisation auftreten zu können: Die Mitgliedschaft der Jungschar Bozen-Brixen, die bei inhaltlichen Fragen voll zum Tragen kommt, allerdings bei Finanzfragen aufgrund der nationalen Zuständigkeit anders geregelt ist, zeigt, dass der Jungschar-Gedanke keine Grenzen kennt.


F IN A N Z E N / S H O P

ORG A NIS AT ION

So wird die Jungschar finanziert

kommt der Jungschararbeit in ganz Österreich zugute und ermöglicht eine Vielzahl an pastoralen, pädagogischen und gesellschaftspolitischen Projekten. Ein Euro von jedem verkauften Los bleibt in den Gruppenkassen der Jungscharkinder. Damit konnten auch 2011 wieder viele Ausflüge, notwendige Anschaffungen oder gemeinsame Feiern mitfinanziert werden.

Die Katholische Jungschar Österreichs bekommt als bundesweit tätige Kinder- und Jugendorganisation Bundesjugendförderung (Basis- und Projektförderung) vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend und als die kirchliche Kinderorganisation eine Förderung der österreichischen Bischofskonferenz. Da die Bundesjugendförderung seit 2001 weder erhöht noch indexangepasst wurde, wird der finanzielle Rahmen immer kleiner. Einnahmen durch Sponsoring und Projekte werden also zunehmend wichtiger, der Jungscharshop (www.jungscharshop.at) und die Jungschar- und Minilotterie sind zwei Beispiele solcher Finanzierungsprojekte. Der Zweck der Jungschar- und Minilotterie ist die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit der Katholischen Jungschar Österreichs auf Pfarr-, Diözesan- und Bundesebene. Es gibt außerdem die Möglichkeit, dem Gesamtverein eine Spende zukommen zu lassen oder in einem der Werkbriefe oder einer der Publikationen zu inserieren. Ein Gewinn für alle Auch wenn dank des ehrenamtlichen Engagements vieler Jugendlicher und Erwachsener innerhalb der Organisation ein überwiegender Teil an Personalkosten wegfällt, braucht es eine gewisse Basisfinanzierung für die laufende Arbeit. Die Jungschar- und Minilotterie ist neben dem Jungscharshop ein wichtiger Beitrag dazu. Die bereits zum fünften Mal durchgeführte Jungschar- und Minilotterie erwies sich auch 2011 als erfolgreiche Einnahmequelle. In ganz Österreich haben tausende Jungscharkinder und Ministrant/innen unermüdlich für ihre Sache geworben. Der Erlös der Lotterie

Jungscharshop Materialien zur Gruppenstundengestaltung, Behelfe zu Jungscharthemen wie Ministrieren, dem Nikolaus oder Buben- und Mädchenarbeit oder einfach nur ein handgemachtes Glaskreuz als Geschenk, das alles gibt es im neugestalteten Jungscharshop zu entdecken. Das Angebot geht über den Jungschar- und Minibereich hinaus und bietet Hilfestellungen für Padädagog/innen, die in unterschiedlichen Bereichen mit Kindern arbeiten. Beispielsweise wurde mit der integrativen Spielekartei eine Sammlung vorgestellt, die ein Miteinander von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung fördert. www.jungscharshop.at

Jungschar in Zahlen Diözese Wien St. Pölten Linz Salzburg Innsbruck Feldkirch Klagenfurt Graz-Seckau Eisenstadt Gesamt Bozen

Kinder 15.965 4.931 19.658 6.927 7.210 6.157 4.579 13.380 4.084 82.891 11.000

Gruppenleiter/innen 2.771 694 3.526 916 891 798 676 1.470 442 12.184 1.800

5


ÖF F E N T L I C H K E I T

L O B BY

In der Mitte stehen die Kinder

Hl. Nikolaus als Fürsprecher Ein Höhepunkt des Jungscharjahres ist das Fest des heiligen Nikolaus. Ob Radio, Fernsehen oder Printmedien, die Katholische Jungschar kann ihren Fürsprecher für die Kinderrechte nicht genug ins Scheinwerferlicht rücken. 2011 war die mediale Resonanz besonders groß, zumal die Nikolaus-Schulungen regen Besuch erfahren haben und die Frage nach der Bedeutung dieses Festes für Kinder immer noch kontrovers diskutiert wird. Die Jungschar-Position ist klar: Der heiligen Nikolaus kommt zu den Kindern, um ihnen zuzuhören, ihre Anliegen und Bedürfnisse aufzunehmen und sich dafür einzusetzen. Ob mit oder ohne Bart, es geht um die gemeinsame Gestaltung des Festes, das angstfrei und stärkend erlebt werden soll. Um Gruppenleiter/innen und Pädagog/innen, aber auch Eltern in ihrer Vorbereitung zu unterstützen, wurde 2011 der Nikolaus-Behelf überarbeitet und neu aufgelegt.

Die Berücksichtigung der Bedürfnisse von Mädchen und Buben in allen für sie relevanten Lebensbereichen ist das zentrale Anliegen der Katholischen Jungschar. Das Engagement für die Verfassungsverankerung der Kinderrechte fand im Jänner 2011 in der schlussendlich unzureichenden Umsetzung von acht Paragrafen seinen Endpunkt. Als Mitglied des Netzwerks Kinderrechte hat die Jungschar bis zuletzt einen umfassenderen Entwurf für das Verfassungsgesetz gefordert. Was geschieht nun weiter mit den Kinderrechten? Die Organisationen des Netzwerks Kinderrechte sehen ihre Aufgabe im Monitoring, im ständigen Einmahnen und Berichterstatten zur Lage der Kinderrechte in Österreich. 2011 wurde deshalb ein alternativer Bericht zur Lage der Kinder parallel zum offiziellen Staatenbericht verfasst und Anfang des Jahres 2012 in Genf vor einem UN-Kinderrechteausschuss präsentiert. Die Katholische Jungschar fordert sowohl gesellschaftlich als auch innerkirchlich unermüdlich die Respektierung und Einhaltung der Rechte von Kindern. „Ich red’ mit!“ Bei der Kinderrechte-Aktion 2011 stand der Artikel 13 der UN-Kinderrechtskonvention im Mittelpunkt. Mit Plakaten und Postkarten mit dem Slogan „Ich red’ mit!“ wurden das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Recht auf Teilhabe an Entscheidungsprozessen gefordert. Kinder werden in ihren Anliegen und Bedürfnissen zu wenig gehört und ernst genommen, daher tritt die Jungschar als Fürsprecherin in der Öffentlichkeit vehement für diese grundlegenden Rechte ein. Zur Unterstützung für Gruppenleiter/innen und Pädagog/innen wurde außerdem ein umfangreiches Materialpaket zur Stundengestaltung zusammengestellt.

6

Freiwilligengesetz Die Katholische Jungschar Österreichs begleitet und fördert mit ihrer Arbeit nicht nur das Engagement von Gruppenleiter/innen und Jungscharkindern, sondern ist Gründungsorganisation und Vorstandsmitglied des Vereins zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste (FSJ). 2011 wurde deshalb gemeinsam mit der Bundesjugendvertretung für eine Absicherung der Freiwilligenarbeit gekämpft. Der angenommene Gesetzesentwurf entsprach zwar den grundlegenden Forderungen von Absicherung des Freiwilligen Sozialen Jahres, allerdings fordert die Jungschar weiterhin eine Ausweitung der Regelungen auf alle Bereiche von ehrenamtlichen Tätigkeiten.


V E R T R E T UN G

ÖF F E N T L I C H K E I T

Gut vernetzt

katholische Kinderorganisation besonders wichtig, innerkirchlich aktiv zu sein. Der kinderpastorale Auftrag wird nicht nur in Bezug auf die Ministrant/innenarbeit ernst genommen. Die Katholische Jungschar begleitet Kinder und Gruppenleiter/innen auf ihrem Glaubensweg und fordert die Teilhabe an Entscheidungsprozessen, wie sie zum Beispiel durch das Familienwahlrecht oder die Stimmabgabe durch die Kinder selbst bei den Pfarrgemeinderatswahlen deutlich wird. Kirche muss gestaltbar und offen für die Anliegen aller sein. www.kaoe.at

National Coalition – Netzwerk Kinderrechte Die Katholische Jungschar Österreichs setzt sich gemeinsam mit zahlreichen anderen Kinder- und Jugendorganisationen aus dem Nichtregierungsbereich und unabhängigen Institutionen beim Netzwerk Kinderrechte/National Coalition aktiv für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Österreich ein. Außerdem verfasst das Kinderrechtenetzwerk den Alternativbericht zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Österreich. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit lag im Jahr 2011 am Erstellen dieses alternativen Berichts zur Lage von Kindern in Österreich und der Medienarbeit zum Entwurf des Freiwilligengesetzes. Die Mitgliedschaft im Netzwerk hat neben dem regen Austausch über aktuelle politische Entwicklungen und der starken geeinten Stimme für Kinderrechte den großen Vorteil, Kooperationen mit anderen Organisationen unkompliziert eingehen und abwickeln zu können. www.kinderhabenrechte.at Katholische Aktion Österreich (KAÖ) Die Katholische Aktion versteht sich als gesellschaftsgestaltende, kirchliche Laienorganisation, die sich in besonderer Weise zum Laienapostolat berufen weiß. Christina Schneider und Julia Klaban nahmen 2011 die Vertretungsaufgaben innerhalb der KAÖ wahr. In Zeiten des kirchlichen Aufbruchs ist es als die größte

Österreichische Bundesjugendvertretung (BJV) Die Bundesjugendvertretung ist die gesetzliche Interessenvertretung der jungen Menschen in Österreich und umfasst 43 österreichische Kinder- und Jugendorganisationen, die unterschiedlichste Ziele und weltanschauliche Hintergründe haben. Im Vorstand vertreten wurde die KJS durch Julia Klaban und Martin Straßmayr. Durch dieses Engagement nimmt die Katholische Jungschar aktiv an politischen Gestaltungsprozessen teil, zumal die Bundesjugendvertretung als Sozialpartnerin eine wichtige Stimme in der österreichischen Innenpolitik darstellt. Neben der Beteiligung an Arbeitsgruppen oder Medienaktionen geht die Jungschar als Mitglied der BJV jedes Jahr am Jugendgedenkmarsch bei der Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit. Das Jahr 2011 stand für die BJV ganz im Zeichen der Freiwilligenarbeit und ihrer guten rechtlichen Absicherung. www.jugendvertretung.at

7


B I L DU N G

M E T H OD E

Sich im Lebensganzen verstehen

Für Gruppenleiter/innen kommt es nicht so sehr darauf an, ob sie in jedem Fall lehramtlich „richtige“ Antworten geben können, als vielmehr darauf, ob sie sich auf eine ehrliche und ernstnehmende Auseinandersetzung mit den Kindern einlassen können. Das wiederum setzt voraus, dass sie sich selbst mit ihren eigenen religiösen Fragen konfrontieren und ihr religiöses Talent weiterentwickeln bzw. weiterentwickeln können.

Mädchen und Buben, die zur Jungschar kommen, wollen mehr. Natürlich wollen sie Spiel und Spaß, sie freuen sich über eine gute Gemeinschaft unter Gleichaltrigen, sie suchen ein wenig Entspannung vom Schulstress und genießen es, eine Zeitlang unbeobachtet von ihren Eltern zu sein. Und da ist noch der Kirchturm. Und bei ihm ein Kirchenraum, der eine eigene Atmosphäre ausstrahlt, seltsam riecht und Menschen zu nicht alltäglichen Verrichtungen anstiftet. Es ist in der Jungschararbeit erwartbar, dass die Mädchen und Buben religiöse Fragen artikulieren. Das besondere Umfeld, in dem Jungschar stattfindet, bietet reihenweise Gelegenheiten, Fragen nach Gott, der Kirche und der religiösen Praxis der Erwachsenen zu stellen: Wer bin ich und wer darf ich sein? Warum müssen wir wieder sterben? Wo finde ich Trost, Schutz und Geborgenheit? Warum soll ich andere gerecht behandeln? Was und woran glaubst du? Teil der Gemeinschaft Gruppenleiter/innen der Katholischen Jungschar sind Mitglieder der katholischen Kirche, sie arbeiten in deren Namen und Auftrag. Dieses Engagement ist zumeist von einer persönlichen christlichen Lebenseinstellung getragen. Gruppenleiter/innen stellen ihre Zeit und ihre Kraft Kindern zur Verfügung, weil sie davon überzeugt sind, diesen Mädchen und Buben damit etwas Gutes zu tun. In der Sprache der Theologie nennt man das einen „Heilsdienst“ und verwendet ganz allgemein das Wort „pastoral“ dafür. Jungschararbeit ist demnach ein im umfassenden Sinn „heilendes“ und „heilsames“ Tun, das mit einer Selbstverständlichkeit gerade auch die existenziellen Fragen der Kinder aufgreift.

8

Religiöse Biografiearbeit Dazu gibt ein neuer Teil unseres Bildungskonzeptes eine konkrete Hilfestellung. Eine Arbeitsgruppe hat 2011 eine Reihe passender Methoden zusammengetragen und für den Einsatz im Rahmen der diözesanen Grundkurse der Jungschar adaptiert. Kreative Methoden, Interaktionsübungen, Phantasiereisen und darstellendes Spiel bieten unterschiedliche Möglichkeiten der religiösen Selbsterfahrung und Reflexion in den Kursgruppen. Gemäß dem Grundsatz pastoraler Arbeit, dass der Mensch selbst seine beste Methode ist, wird den Gruppenleiter/innen damit eine gute Gelegenheit gegeben, die religiöse Dimension ihrer Persönlichkeit entsprechend zu qualifizieren. Religiöse Biografiearbeit führt auch die Gruppenleiter/innen bewusst an die zentralen Fragen ihres Lebens und eröffnet ihnen zusätzliche Dimensionen im Denken und Handeln. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Geworden-Sein kann Orientierung geben, macht die eigenen Möglichkeiten und Grenzen deutlich und will dazu ermutigen, zum Leben bewusst „ja“ zu sagen. So gerüstet können Gruppenleiter/innen zu sicheren Begleiter/innen der Mädchen und Buben werden, ganz im Sinne einer gelingenden pastoralen – heilsamen – Begleitung der Heranwachsenden.


A N GE B O T

B I L DU N G

Minis gut begleitet

den ministrierenden Mädchen und Buben besucht werden. Bekannt sind allerdings auch Rivalitäten und Konkurrenz zwischen Ministrant/innen-Gruppen und anderen in der Pfarre bestehenden kinderpastoralen Gruppen und Angeboten.

Kaum ein Bereich der Kinder- und Jugendpastoral dürfte derart mit extremen Erwartungen und widersprüchlichen Urteilen besetzt sein wie die Ministrant/innen-Arbeit. Die Begleitung von Ministrant/innen ist für die Katholische Jungschar ein elementarer Bestandteil ihrer Kinderpastoral, daher wurde 2011 ein eigenes Schulungsmodell für Ministrant/innen-Leiter/innen entwickelt. Unterschiede in den Pfarren Ein Blick auf die Praxissituation mag dies verdeutlichen. Es gibt Pfarrgemeinden, die ein Großaufgebot an Ministrant/innen organisieren müssen, während andere gerade noch zu hohen kirchlichen Feiertagen ein paar Kinder oder Jugendliche zu mobilisieren imstande sind. Es gibt nach wie vor Diskussionen zur Geschlechterfrage, es gibt Gemeinden, die das Ministrieren als Betätigungsfeld der Kinder sehen, und andere, die zunehmend darauf hinarbeiten, Erwachsene für den Dienst am Altar einzusetzen. In sogenannten „lebendigen Pfarrgemeinden“, wo eine hohe Beteiligung der Gemeinde bei der Vorbereitung und Gestaltung der Sonntagsgottesdienste selbstverständlich geworden ist, fällt auf, dass Ministrant/innen wohl noch beim Gottesdienst anwesend, oft aber jeglicher Betätigung beraubt sind. Andernorts pflegt man wiederum liturgische Traditionen, die ohne einen (personal)aufwändigen Ministrant/innen-Dienst nicht durchführbar wären. Was die Alltagsbetreuung der Ministrantinnen und Ministranten betrifft, gehen die Pfarrgemeinden ebenfalls unterschiedliche Wege. Oft findet man Ministrant/innen-Gruppen, die sich regelmäßig treffen und neben einer entsprechenden Vorbereitung auf den liturgischen Dienst ein lebendiges Gruppenleben entwickeln. Es gibt aber auch Kinder und Jugendliche, die ausschließlich zum Ministrieren in die Pfarre kommen und dementsprechend individuell angesprochen und betreut werden. Häufig ergibt sich in der Pfarre eine unmittelbare Zusammenarbeit mit den Gruppen und Aktivitäten der Jungschar, die dann von

Liturgische Bedeutung Auch haben sich die Ansprüche an den Ministrant/innenDienst, zumindest seit der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils, verändert. Auf eine Kurzformel gebracht, heißt das: weniger „prächtige“ Inszenierung von Ritualen – dafür mehr „bewusstes“ Verstehen und „tätige Teilnahme“ am Gottesdienst. Ein – nicht immer konfliktfreies – Thema begleitet den Ministrant/innen-Dienst bis heute: die Hoffnung der Kirchenleitung auf Priesternachwuchs aus den Reihen der männlichen Ministranten. All diese Überlegungen haben dazu geführt, dass eine Arbeitsgruppe der Katholischen Jungschar 2011 ein neues Kursmodell für Ministrant/innen-Leiter/innen entwickelt hat, das eine gute Einführung und Begleitung der Mädchen und Buben in den Pfarren sicherstellen soll. Der Kurs besteht aus insgesamt fünf Modulen, die entweder in Form einer mehrteiligen Fortbildungsreihe oder – geblockt – an einem Weiterbildungswochenende absolviert werden können. Dabei stehen folgende Themen auf dem Programm:  Kirchenraum, Kirchenjahr, Kleidung und liturgische Geräte  Ablauf des Gottesdienstes, Choreografie: Bewegungen, Zeichenhandlungen  Sprache, Texte und Gebete, Fachvokabular  „Ich bin Ministrant/in ...“ – Selbstreflexion und Rollenklärung  Begleitetes Gruppenleben, Organisation der Ministrant/innenarbeit in der Pfarre Zusätzlich zur Ausbildung gibt es für die Teilnehmer/innen auch ein umfangreiches Materialpaket für die liturgische Schulung der Kinder. Ab Herbst 2012 wird dieses Kursangebot in den diözesanen Veranstaltungskalendern zu finden sein.

9

MINISTRIEREN


B I L DU N G

S C H W E R P UN K T

Ein Bild machen

Dieser biologistischen Auffassung haben die Frauenforschung, die kritische Männerforschung und die Geschlechterforschung das Konzept der sozialen Konstruktion von Geschlecht entgegengesetzt.

Veränderung entsteht durch Auseinandersetzung, vor allem wenn dabei die eigenen blinden Flecken unter die Lupe genommen werden. Die Katholische Jungschar hat es sich selbst zur Aufgabe gemacht, durch Weiterbildung und ständiges Infrage-Stellen von Hierarchien, Strukturen und Althergebrachtem, Nicht-Sichtbares ins Licht zu rücken. Ungerechtigkeiten müssen zuerst erkannt werden, bevor man sie bekämpft. Geschlechtersensibles Arbeiten mit Kindern setzt auch ein hohes Maß an Selbstreflexion voraus, darum beschäftigt sich die Katholische Jungschar seit Februar 2011 mit dem Thema Gender. Was ist Genderkompetenz? Das Geschlecht des Menschen ist in unseren Gesellschaften bis dato ein entscheidender Strukturierungsfaktor. Geschlechtsrollen werden als Kategorie der ökonomischen, politischen, sozialen, kulturellen und religiösen Ordnung immer wieder neu formuliert, gemäß den dominierenden Herrschaftsinteressen – seien sie nun feudal-patriarchal oder kapitalistisch-patriarchal. Es macht in allen Gesellschaften einen mehr oder weniger großen Unterschied aus, ob ein Mensch nach der Geburt als männlich oder weiblich definiert wird. Denn an diese Unterscheidung knüpfen sich in der Folge verschiedene Zuschreibungen und Erwartungshaltungen, die an Frauen und Männer gerichtet sind. Das Problem dabei ist nicht die Zuordnung von Eigenschaften in die jeweiligen Kategorien „weiblich“ bzw. „männlich“, sondern deren Hierarchisierung, die Männliches über Weibliches stellt, sowie die radikale Gleichsetzung dieser Zuschreibung mit dem biologischen Geschlecht eines Menschen.

10

Im Englischen wird begrifflich zwischen „sex“, dem biologischen Geschlecht, und „gender“, dem sozial und kulturell ausgeformten Geschlecht, unterschieden. Das macht es möglich, zu verstehen, dass das soziale Geschlecht – also die jeweils konkrete, situationsbezogene Selbstpräsentation als Frau bzw. als Mann, als Bub oder Mädchen – interaktiv immer wieder neu hergestellt wird und damit auch jederzeit veränderbar ist. Damit wird deutlich, dass es in unserer Gesellschaft viele unterschiedliche Formen von „Weiblichkeiten“ und „Männlichkeiten“ geben kann und traditionelle Rollenstereotype, die an das biologische Geschlecht gebunden sind, infrage gestellt werden können und müssen. „Gender“ meint Frauen und Männer in ihrer Bezogenheit aufeinander und richtet die Aufmerksamkeit sowohl auf Gemeinsamkeiten wie auch auf Unterschiede. Mit dem Konzept des „doing“ bzw „undoing gender“ wird zudem ausgedrückt, dass sich die Vorstellungen von männlichem bzw. weiblichem Verhalten in Interaktionsprozessen und sozialen Zusammenhängen meist an gesellschaftlich festgelegten Geschlechterrollen orientieren. Zugleich aber wird damit ein Signal gesetzt, dass diese Festlegungen jederzeit aufgebrochen und verändert werden können. Diese Differenzierung ist insofern hilfreich, als Frauen und Männer, Mädchen und Buben heute aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen Prozessen der Angleichung aneinander wie auch der Individualisierung ausgesetzt sind. Geschlechterstereotype sind damit für Frauen wie für Männer fragwürdig geworden.


S C H W E R P UN K T

B I L DU N G

Genderkompetenz ist also einerseits das Wissen darüber, im Verhalten und in den Einstellungen von Frauen und Männern, Mädchen und Buben soziale Festlegungen im (privaten, öffentlichen, schulisch-beruflichen, ...) Alltag zu erkennen, sowie andererseits die Fähigkeit, so damit umzugehen, dass beiden Geschlechtern neue, vielfältige und damit gleichberechtigte Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet werden.

Der Stellenwert des Gender Mainstreaming in der Jungschararbeit Ziel des Gender Mainstreaming ist es, die Gleichstellung von Männern und Frauen, Buben und Mädchen in allen Wirkfeldern und Tätigkeitsbereichen der Katholischen Jungschar zu fördern, bestehende Ungleichheiten und Diskriminierungen aufzuspüren und zu beseitigen. Für die Arbeit der Katholischen Jungschar eröffnen sich damit drei Handlungsfelder:  die geschlechtssensible Begleitung der Mädchen und Buben in den Gruppen, Projekten und Aktionen,  die geschlechtsbewusste Befähigung und Beratung der ehrenamtlichen Gruppenleiter und Gruppenleiterinnen  sowie die Kooperation mit Partnerorganisationen im Süden im Rahmen der Arbeit ihres Hilfswerks Dreikönigsaktion.

Warum Genderkompetenz in der Katholischen Jungschar? Mädchen und Buben sind von Klein auf mit der Entwicklung und Ausgestaltung ihrer Geschlechteridentität befasst. Dabei geraten immer häufiger Bedürfnisse nach individueller Entwicklung mit gesellschaftlich vorgegebenen Rollenerwartungen in Konflikt. Zudem finden sie – je nach Geschlechtszugehörigkeit – ungleiche Chancen und Anforderungen in privaten wie beruflichen oder öffentlich-politischen Alltagskontexten vor. Genderkompetenz kann also als Schlüsselkompetenz verstanden werden, die Gruppenleiter/innen dazu befähigt, Lebenslagen und individuelle Bedürfnisse von Mädchen und Buben entsprechend wahr und ernst zu nehmen und sie bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung und den damit verbundenen individuellen Geschlechterausprägungen zu unterstützen und zu begleiten. Um Genderkompetenz zu erwerben, braucht es Bildungsund Reflexionsangebote für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen. Die Entwicklung entsprechender Sensibilität für die Selbstpräsentationen von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft, für ihre unterschiedlichen Bezogenheiten aufeinander und die daraus entstehenden Gleich- bzw. Ungleichverhältnisse ist wesentliche Grundlage für eine kritische Reflexion und entsprechende Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Zudem stellt sich die Jungschar dem Anspruch, Gleichstellung und Gleichberechtigung von Frauen und Männern auf allen Ebenen der Organisation mit Blick auf Mitsprache, Entscheidungsfindung, inhaltliche Positionierung, Mitarbeit und Ressourcenverteilung sicherzustellen und fortlaufend weiterzuentwickeln. Seit Februar 2011 sind Karin Mayer und Otto Kromer als Genderbeauftragte der KJSÖ tätig mit dem Ziel, eine Genderpolicy der Katholischen Jungschar zu erarbeiten, die entsprechende Richtlinien für nötige Umgestaltungen unserer Arbeit beinhaltet. Das Arbeitsjahr war in erster Linie einer umfassenden Bestandserhebung gewidmet. Dazu kamen Bildungsinitiativen auf Bundes- und Diözesanebene sowie ein intensiver Austausch mit Projektpartner/innen aus den Ländern des Südens.

11


Wasser – das kostbarste Getränk der Welt

Das Infomagazin der Dreikönigsaktion www.dka.at

einer gerechten Welt

Rio+20 Erdgipfel S.8

lebenszeichen_1203_v09b.indd 1

Das Infomagazin der Dreikönigsaktion

Partner/in unter gutem Stern Die Projektpartnerschaft der Dreikönigsaktion

4x jährlich gratis

Mit einmaliger Überweisung, einem Dauerauftrag, mit dem Erlös einer Pfarrveranstaltung, Spenden bei Familienfesten oder bei Schulaktionen.

Unterstützen Sie gezielt ein Projekt Ihrer Wahl:

* News * Aktionen * Hintergründe

Kontakt: projektpartnerschaft@dka.at

29.05.2012 19:32:06

J e t z t b e s t e ll e n : w w w.d k a.a t

Infos finden Sie auf: www.dka.at/pugs

A-6020 INNSBRUCK, Amraserstr. 110a 0512/343381, Fax 394480-36 office@horizont-reisen.at

Unsere Welt ist aus dem Gleichgewicht. feanssitirl & globale Gerechtigkeit b cher Le Ö k o lo g is share www.fairshare.at

b Sie wollen Ressourcen schonen und Umwelt schützen? b Gerecht und nachhaltig leben? b Menschen im Süden dabei unterstützen, sich gegen Klimawandel und Umweltvernichtung besser zu schützen?

Dann sind Sie richtig bei fairshare. Gemeinsam bringen wir die Erde in Balance!


Der Stern von Bethlehem weist uns den Weg zu einer gerechten und friedlichen Welt. Gemeinsam mit unseren Projektpartner/innen streben wir ein würdiges Leben abseits von Ausbeutung und Armut für alle Menschen an.

„Weil Gott ein Gott des Lebens ist, nimmt er auch Partei für all jene, denen Leben verweigert, geraubt, abgesprochen wird, die in ihrem Leben gefährdet oder bedroht sind, die nach mehr Leben schreien.“ Dom Erwin Kräutler, Bischof vom Xingu/Brasilien

„Wir können die Welt nur ändern, wenn wir uns aktiv einbringen. Indem wir solidarisch leben und unsere Kräfte bündeln, können wir es schaffen, Alternativen zu entwickeln und Hindernisse zu überwinden.“ Moema Maria Marques de Miranda, Projektpartnerin der Dreikönigsaktion in Brasilien „Das Wichtigste am Sternsingen ist, dass Kinder in einem sehr wohlhabenden Land nicht vergessen, dass es Menschen in vielen Teilen der Welt sehr viel schlechter geht.“ Christoph Kardinal Schönborn

„Wir sehen die schreckliche Situation um uns herum und die Notwendigkeit für Veränderungen. Unser Glaube an die Botschaft der Bibel inspiriert uns, für die Verbesserung der Lebensumstände unserer Brüder und Schwestern zu arbeiten.“ Sr. Whelita Mendoza SDS, Projektpartnerin der Dreikönigsaktion von den Philippinen

Spendenkonto PSK BANK Empfänger: Dreikönigsaktion BLZ: 60 000 Kto: 93 000 330 IBAN: AT23 6000 0000 9300 0330 BIC: OPSKATWW Registrierungsnummer: 1210 www.dka.at www.sternsingen.at


^ĞƌǀŝĐĞŚĂƚǀŝĞůĞ'ĞƐŝĐŚƚĞƌ͘ďĞƌŶƵƌĞŝŶĞŶEĂŵĞŶʹ



 ŝĞŶƐƚůĞŝƐƚƵŶŐŝƐƚdĞĂŵĂƌďĞŝƚ͘ hŶĚ dĞĂŵĂƌďĞŝƚ ǁŝůů ŐĞůĞƌŶƚ ƐĞŝŶ͘ tŝƌ ĂƌďĞŝƚĞŶŚĂƌƚ͕ƵŵĨƺƌ^ŝĞĚŝĞĞdžnjĞůůĞŶƚĞŶ>ĞŝƐƚƵŶŐĞŶnjƵĞƌďƌŝŶŐĞŶ͕ĚŝĞ ^ŝĞǀŽŶƵŶƐnjƵZĞĐŚƚĞƌǁĂƌƚĞŶ͘  Ͳ ^ƚĞƵĞƌďĞƌĂƚƵŶŐ Ͳ tŝƌƚƐĐŚĂĨƚƐƉƌƺĨƵŶŐ͕^ƉĞŶĚĞŶŐƺƚĞƐŝĞŐĞůƉƌƺĨƵŶŐ Ͳ ƵĐŚŚĂůƚƵŶŐ͕WĞƌƐŽŶĂůǀĞƌƌĞĐŚŶƵŶŐ Ͳ ^ƉĞnjŝĂůŐĞďŝĞƚĞ  >ĞŝƐƚƵŶŐĞŶ͕ĚŝĞǁŝƌŐĞƌŶĞĨƺƌ^ŝĞĞƌďƌŝŶŐĞŶ͊ ǁǁǁ͘ŝŶƚĞƌĨŝĚĞƐ͘Ăƚ

6 & /

%BT4DIFMIBNNFS &UIJLTQBSCVDI'SBMMF  EJFNJUCFTUJNNFOXPMMFO 3FEFO4JFNJUVOT XJFNBONJUOBDIIBMUJHFO #BOLQSPEVLUFOHVUF3FOEJUFVOEHVUFT(FXJTTFO WFSCJOEFOLBOO5FM    )FSS8PMGHBOH4DIzCFM XXXTDIFMIBNNFSBU

8FSUFWFSCJOEFOVOT &THFMUFOEJFÃ"MMHFNFJOFO#FTUJNNVOHFOGSEJF&JOMBHFOBVG 4QBSCDIFS "#&4 ²EFS#BOLIBVT4DIFMIBNNFS4DIBUUFSB"(JO EFSKFXFJMTHMUJHFO'BTTVOHHFNj‡"VTIBOH


S T E R N S IN GE R A K T IO N 2 0 11

Ich glaube, die Zukunft der Welt liegt bei den Kindern und Jugendlichen. Ich glaube an ihre gute Einstellung und ihre wahrhaftige Solidarität. Wie es die Bischofskonferenz von Lateinamerika und der Karibik ausgedrückt hat: Die Humanisierung der Globalisierung erfolgt durch die Globalisierung der Solidarität. Wenn wir das unseren Kindern mitgeben, wird die Welt in eine bessere Zukunft blicken. Monseñor Álvaro Ramazzini, Bischof der Diözese San Marcos/Guatemala

Sternsingen: Globalisierung der Solidarität Mehr als 85.000 Sternsinger/innen der Katholischen Jungschar bringen den Wunsch und die Bitte nach einem konkreten Beitrag zu globalisierter Solidarität direkt zu den Menschen nach Hause. Die Begegnungen mit den Menschen beim Hausbesuch machen diese Aktion einzigartig und seit fast 60 Jahren auch so erfolgreich.

Diözese Wien St. Pölten Linz Salzburg Innsbruck Feldkirch Klagenfurt Graz-Seckau Eisenstadt Gesamt

Sternsinger/innen 14.000 12.700 16.400 7.500 7.000 3.500 6.700 13.300 4.500 85.600

D R E I KÖ N I G S A K T IO N

Auf ihrem Weg der Verkündigung der Frohen Botschaft bewältigen die Heiligen Drei Könige dabei vom Burgenland bis Vorarlberg einen Marathon der Nächstenliebe. Gemeinsam legen die Sternsinger/innen dabei geschätzte 420.000 km zurück und umrunden damit zehn Mal den Erdball, bringen Segenswünsche zu den Menschen und füllen ihre Sternsingerkassen. Es wäre übertrieben, in der Jungschar eine breite entwicklungspolitische Bewegung zu sehen, doch vermag sie, zumindest ein Mal im Jahr eine große Zahl an Menschen mit den Problemen der Menschen in den Armutsgebieten des globalen Südens zu konfrontieren. Und darauf können wir stolz sein. Unsere Sternsinger/innen setzen kräftige Lebenszeichen jenes großen (meist viel zu stillen) Teils der Gesellschaft, für die Werte wie Nächstenliebe und Solidarität keine Fremdwörter darstellen.

Sternsingerspenden der besonderen Art Die Beliebtheit der Sternsingeraktion zeigt sich nicht nur in dem fantastischen Sammelergebnis der Sternsingeraktion, sondern auch in der steigenden Unterstützung durch österreichische Unternehmen: Durch Großspenden, Sponsoring oder durch die Bereitstellung von Sachleistungen, wie zum Beispiel von Softwarelizenzen, von Gratisanzeigen oder Werbeflächen wurden 2011 Leistungen im Gegenwert von rund 170.000 € zur Verfügung gestellt. An alle Sternsinger/innen, Begleitpersonen, Mitarbeiter/ innen und Helfer/innen in den Pfarren, die in Millionen von ehrenamtlich geleisteten Stunden die Sternsingeraktion erst möglich machen, und an alle Spender/innen – Privatpersonen wie auch Unternehmen –, die durch ihre Unterstützung die Sternsingeraktion zur größten Solidaritätsaktion Österreichs für Menschen im Globalen Süden machen: ein millionenfaches Dankeschön.

15


D R E I KÖ N I G S A K T IO N

Eine zivile Gesellschaft ist eine, in der die Menschenrechte für alle verwirklicht sind ... Der Staat wird gemeinhin als Garant für Freiheit und soziale Gerechtigkeit wahrgenommen. Verantwortungsvolle Staaten verpflichten sich zu Schutz, Achtung und Gewährleistung der Menschenrechte. Mehr noch: Ein Rechtsstaat erhält seine Berechtigung aus der Sicherung von Menschenrechten wie dem Recht auf Leben, Freiheit, Eigentum, Sicherheit, Arbeit, Nahrung etc. Was soll jedoch getan werden, wenn der Staat sich nicht um die Menschenrechte kümmert und diese sogar zu Lasten weiter Teile der Bevölkerung missachtet? Als kirchliches Hilfswerk unterstützen wir vor allem die Gemeinschaftsbildung auf lokaler Ebene und Projekte zur Befriedigung von menschlichen Grundbedürfnissen von Benachteiligten. Durch die Unterstützung von Selbsthilfegruppen, Bürger/innenversammlungen, Jugendräten, Frauenkomitees etc. werden wichtige Bereiche des lokalen Zusammenlebens organisiert und Grundbedürfnisse der Menschen befriedigt. Gegenseitiger Vertrauensaufbau festigt soziale Beziehungen und lässt kooperatives Handeln im Interesse des Gemeinwohls entstehen. Beispielsweise kann hier ein integriertes Gemeindeentwicklungsprojekt der Arrsi Volksgruppe in Äthiopien genannt werden. Dort gründete eine Dorfgemeinschaft eine NGO, die sich um die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion, Wasser und besonders um eine verbesserte Bildung bemüht. Diese Maßnahmen unterstützen eine über Jahrzehnte vom Staat vernachlässigte Volksgruppe dabei, ihre Situation selbst zu verbessern. Der Schlüssel für ein besseres Leben ist dabei das Empowerment der Gemeinschaft, damit sie für sich selbst entscheiden kann und ihr keine Unterstützung von außen aufgezwungen wird.

16

FOKUS: MENSCHENRECHTE & Z I V IL GE S E L L S C H A F T

Die Geschichte lehrt uns, dass Menschenrechte nicht einfach durch die Einsicht des Staates in Verfassungen verankert wurden. In der Regel bedurfte es dazu politischer und zivilgesellschaftlicher Bewegungen wie Gewerkschaften, der Frauenbewegung oder der Friedens- und Umweltbewegung. Genauso verstanden sich auch immer kirchliche Akteure als Teil der Zivilgesellschaft und setzten sich mit anderen für Frieden und Gerechtigkeit ein. Daniel Bacher, Projekt- und Anwaltschaftsreferent

Um für und mit einer Gemeinschaft Lösungsansätze zu entwickeln, bedarf es aber auch gut ausgebildeter Führungskräfte und professioneller Organisationen. Daher unterstützen wir auch Trainings in Bereichen wie Projektmanagement, Finanzmanagement oder Organisationsentwicklung. Bei der Professionalisierung der Arbeit vor Ort unterstützen uns nicht zuletzt Berater/innen. Um die Qualität der Begleitung weiter zu verbessern, organisierten wir im Jahr 2011 auch Konsulent/innentreffen in den jeweiligen Kontinenten. Zudem wurden thematische Konferenzen zu Zivilgesellschaft und Menschenrechten in Uganda und Nicaragua von HORIZONT3000 organisiert, an denen sich Partnerorganisationen von uns beteiligten. Die Arbeit auf der lokalen Ebene reicht jedoch oft nicht aus, um das Leben der Menschen nachhaltig zu verbessern. Es bedarf auch zivilgesellschaftlicher Organisationen, Netzwerke und Medien auf nationaler Ebene, die sich an politischen Prozessen beteiligen und als Watchdog gegenüber dem Staat und der Wirtschaft agieren. Bei Menschenrechtsverletzungen leisten sie Aufklärungsarbeit und versuchen, Entscheidungsträger/innen positiv zu beeinflussen – sei es durch öffentlichen Druck oder durch Kooperation.


FOKUS: MENSCHENRECHTE & Z I V IL GE S E L L S C H A F T

Ziel unserer Arbeit ist es, dass die Menschen mit eigener Kraft ihre Zukunft zum Besseren wenden. Wasser- und Gesundheitsversorgung, Bildung und die Schaffung von Einkommensmöglichkeiten: Diese Bereiche legen das Fundament für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensumstände. Dr. Daniel Keftassa, Partner aus Äthiopien, zur Gemeindeentwicklung

Zum Beispiel sind indigene Völker in vielen unserer Projektländer durch vielschichtige Außeneinflüsse wie Abholzung, Staudämme oder Brandrodungen und Soja-Anbau für den Export in ihrer Lebensweise bedroht. Eine Verbesserung der Lebenssituation vor Ort hängt hier ganz wesentlich mit einer Stärkung ihrer Rechte auf nationaler Ebene zusammen. In Brasilien setzt sich daher die Indianerpastoral der katholischen Kirche mit dem aus Österreich stammenden Bischof Erwin Kräutler als Präsidenten gemeinsam mit den indigenen und Rechtsanwält/innen für eine Stärkung ihrer Landrechte ein. Sie beraten die Betroffenen, bieten ihnen Trainings an und unterstützen sie mit ihren Anliegen gegenüber dem Staat. Zudem unterstützen wir die Umsetzung von internationalen Rechten für indigene Völker.

D R E I KÖ N I G S A K T IO N

Ein anderes Südafrika, ein anderes Afrika, eine andere Welt ist heute nicht nur möglich, sondern notwendig. Der Klimawandel ist bereits hier, und wir müssen uns reorganisieren und uns darauf einstellen. Mercia Andrews von TCOE, einer Partnerorganisation aus Südafrika, bringt die erforderlichen Veränderungen auf dem Weltklimagipfel in Durban auf den Punkt

In einer globalisierten Welt ist die internationale Ebene nicht zu vernachlässigen. Klimawandel, Finanz-, Wirtschafts- und Hungerkrise haben globale Ursachen und erfordern globale Lösungen. Die Erderwärmung macht vor nationalen Grenzen nicht halt. Im Dezember 2011 fand zum Beispiel der Weltklimagipfel in Durban statt, wo um ein zweites Kyoto-Abkommen zur Reduzierung der CO2 Emissionen gerungen wurde. Einige Partnerorganisationen aus Südafrika, aber auch aus anderen Ländern beteiligten sich an dem Gipfel, indem sie einen Frauenkongress mit ländlichen Bäuerinnen organisierten, an Kundgebungen teilnahmen und an Politiker/innen Forderungen zur Verbesserung ihrer Lebenssituation übergaben.

17


DR D R E IIKÖ KÖ N NII G GS S A K T IO N

IN T E R N AT IO N A L E P RO J E K T E UND U N D P RO GR GRAMME

Bildung: 22,70% Soforthilfe: 0,82% Sonstige: 1,97%

Kirche im Dienst an den Menschen: 27,50%

Kinder & Jugendliche: 5,71%

Zeichen einer gerechten Welt Die Projektpartner/innen der Dreikönigsaktion sind lebendiger Teil der Zivilgesellschaft in unseren Kooperationsländern. Sie setzen sich für ein nachhaltiges Entwicklungsmodell, gerechtere Einkommensverteilung und die Einhaltung der Menschenrechte ein. Sie unterstützen benachteiligte und unterdrückte Menschen, ihre Rechte einzufordern und ihre Zukunft mitzugestalten. In rund 500 Projekten in Asien, Afrika und Lateinamerika wird das Engagement der Sternsinger/innen tausendfach multipliziert. Mit ihrer Spende setzen wir Zeichen für: Menschenrechte und Zivilgesellschaft: Die Durchsetzung der Menschenrechte und die Förderung politischer Partizipation benötigt eine lebendige Zivilgesellschaft, damit Menschen – und hier besonders Marginalisierte und Minderheiten – selbst ihre Zukunft mitgestalten können. Bildung, die selbstbestimmtes Handeln fördert: Bildung ist ein fundamentales Menschenrecht und spielt im Kampf gegen Armut eine zentrale Rolle. Wir unterstützen Bildungsprogramme, die Zusammenhänge verständlich machen und Lebenschancen verbessern. Bildung schafft Beschäftigungsund Einkommensmöglichkeiten und ist Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben.

18

Gesicherte Lebensgrundlagen: 23,33%

Menschenrechte & Zivilgesellschaft: 17,97%

Gesicherte Lebensgrundlagen: Zum Überleben brauchen alle Menschen Nahrung, sauberes Trinkwasser und ein Dach über dem Kopf. Deshalb unterstützen wir nachhaltige Landwirtschaft und Einkommen schaffende Initiativen. Der Zugang zu Land und anderen Ressourcen muss gerechter, deren Nutzung nachhaltiger werden. Wir fordern und fördern faire Wirtschafts- und Handelsstrukturen sowie zukunftsfähige Lebensstile. Kirche im Dienst an den Menschen: Die befreiende Botschaft des Evangeliums zielt auf ein Leben in Fülle für alle Menschen ab. Deshalb unterstützen wir den Aufbau lebendiger christlicher Gemeinschaften, die ihren Glauben fruchtbar machen – im Einsatz für die Ärmsten und die Bewahrung der Schöpfung. Stärkung von Kindern und Jugendlichen: Wir legen einen speziellen Fokus auf Kinder und Jugendliche, die in Armutsund Gewaltsituationen leben, auf Straßenkinder, Betroffene von sexueller Ausbeutung, Opfer von Kinderhandel. Sie brauchen Schutz, Begleitung und Unterstützung sowie die Stärkung ihrer Rechte.


IN T E R N AT IO N A L E P RO J E K T E U N D P RO G R A M M E

D R E I KÖ N I G S A K T IO N

Unsere Projektpartner/innen: Die Dreikönigsaktion arbeitet nur mit geprüften Einrichtungen zusammen, die entweder bei kirchlichen oder staatlichen Stellen registriert sind und über ausgebildete Mitarbeiter/innen mit professionellem Know-how verfügen. Dabei kann es sich um soziale Bewegungen, kirchliche Einrichtungen oder Nichtregierungsorganisationen handeln.

Kooperationspartner/innen

Effi zienter Mitteleinsatz: Der vorgesehene Einsatz der Spendengelder wird von Expert/innen geprüft, um eine effiziente Mittelverwendung zu gewährleisten. Regelmäßige externe Buchprüfungen während der gesamten Laufzeit garantieren den sparsamen Umgang im Sinne der Spender/innen. Wirksame Unterstützung: Die Prüfung der Wirksamkeit eines Projekts in Hinblick auf die Verbesserung der Lebenssituation der Zielgruppe ist integraler Bestandteil der Projektbegleitung.

In unserer Arbeit kooperieren wir sowohl in Österreich als auch auf internationaler Ebene mit anderen Hilfswerken, Organisationen und Netzwerken. Als wichtigste Trägerorganisation von HORIZONT3000 kooperiert die Dreikönigsaktion in den Bereichen personelle Entwicklungszusammenarbeit und Kofinanzierungen (mit dem Staat und der EU) mit HORIZONT3000. www.HORIZONT3000.at Öffentliche Mittel für Projektpartner/innen der Dreikönigsaktion und Personaleinsatzprogramm in Euro Finanzierungsprogramm EU-Mittel 1.982.018,32 Finanzierungsprogramm staatl. Mittel/OEZA* 2.271.930,91 Programm für personelle EZA/OEZA* 1.282.408,42 Sonstige öffentl. Mittel 10.633,64 Öffentl. Mittel gesamt 5.546.991,29

A) Verteilung der Mittel: Direktvergabe Afrika Lateinamerika Asien/Pazifik International Zwischensumme

3.363.783,47 3.190.208,14 3.106.128,47 69.375,09 9.729.495,17

B) Verteilung der Mittel: Abwicklung über Kooperationspartner/innen HORIZONT3000 MIVA Zwischensumme

Durch die enge Kooperation von MIVA und Dreikönigsaktion ergeben sich Synergien für beide Organisationen. Die Dreikönigsaktion finanziert MIVA-Projekte; Projektpartner/innen der Dreikönigsaktion werden von der MIVA mit Transportmitteln ausgestattet. www.miva.at

1.342.118,00 1.471.470,95 2.813.588,95

Gesamtsumme

12.543.084,12

Im Rahmen der AG Projekte werden im Bereich für Projekte und Programme auch die Projekte aus der Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung im Büro der Dreikönigsaktion bearbeitet. www.kfb.at *

19


D R E I KÖ N I G S A K T IO N

A F R IK A

Ein Kontinent in Aufruhr

Ebenso lange besteht die Zusammenarbeit mit der katholischen Laienorganisation AUEED, die neben 35 Volksschulen verschiedene Entwicklungsprogramme zur wirtschaftlichen Stärkung der benachteiligten Familien durchführt. Komplettiert wird diese Entwicklungsarbeit durch die Förderung des christlich-arabischen Satelliten-Fernsehsenders Sat-7, der sich um die Vermittlung eines authentisch-arabischen Christentums inmitten einer dominanten islamischen Medienlandschaft bemüht. Alphabetisierung und sozialer Wandel, besonders innerhalb der traditionellen Familien im Mittleren Osten, sind genauso Thema wie ein anspruchsvolles Kinderprogramm und die Diskussion der modernen Lebenswelt im arabischen Raum.

Der arabische Frühling hatte letztendlich Auswirkungen auf den ganzen Kontinent. Im Februar 2011 fand beispielsweise das Weltsozialforum im Senegal zu globalen Krisen und Alternativen statt. Die südafrikanischen Partnerorganisationen AIDC und TCOE nahmen daran teil und erzählten, dass das Forum von den Entwicklungen im Nahen Osten überschattet war. Ähnlich war dies bei einer von HORIZONT3000 organisierten Themenkonferenz zu Zivilgesellschaft und Menschenrechten in Uganda. Ein Projektpartner aus Ägypten, Nady Ghada, berichtete über die Lage in Ägypten und die Frage: Ist die Zeit gekommen für einen Wandel zu mehr Demokratie und Menschenrechten? Inzwischen zeigte sich jedoch, dass derartige Veränderungen schwieriger als geglaubt sind. In Ägypten konsolidierte sich das alte Regime, und islamistische Gruppen gingen gestärkt hervor, während die Akteur/innen des Wandels außen vor bleiben. Extremist/innen vereinnahmen den arabischen Frühling zunehmend für ihre Zwecke, Religion wird verstärkt instrumentalisiert. Die weitere Entwicklung ist ungewiss, aber ein Blick in die Geschichte zeigt: Staaten können sich langfristig nur durch eine Sicherung der Menschenrechte an der Macht halten. Zugleich entstehen Demokratien und Menschenrechte nicht innerhalb von Tagen, und zivilgesellschaftliche Bewegungen, die jene erkämpft haben, waren immer wieder mit Rückschlägen konfrontiert. Empowerment und Bildung in Ägypten In Zusammenarbeit mit der lokalen Kirche wird der Abbau religiöser Spannungen gefördert. Das Ringen um Versöhnung und Freiheit der Religionsausübung ist ein Kernanliegen der Projektarbeit. Seit Mitte der 80er-Jahre fördert die Dreikönigsaktion die Alphabetisierung von Mädchen und die soziale Entwicklung der besitzlosen Landarbeiterfamilien in den Dörfern Oberägyptens, besonders im Bezirk Minia. Ziel ist die Überwindung der Marginalisierung durch soziale, wirtschaftliche, politische und religiöse Unterdrückung.

20

Im Dezember war der Patriarch von Alexandrien, Antonius Kardinal Naguib, das Oberhaupt der unierten koptisch-katholischen Kirche Ägyptens, zu Gast in Österreich. Der langjährige Projektpartner der Dreikönigsaktion bedankte sich für die Unterstützung der Menschen – Christ/innen und Musliminnen und Muslime – in Ägypten. Die pastorale und spirituelle Arbeit sei ihm dabei genauso wichtig wie das soziale Engagement und der politische Einsatz für Menschenrechte.

Land Afrika länderübergreifend Ägypten/N. & M. Osten Äthiopien Ghana Kenia Südafrika Sudan Tansania Uganda Sonstige Länder Gesamtergebnis

in Euro 150.526,02 355.006,00 342.118,00 131.833,00 602.692,44 586.746,00 199.843,69 371.475,98 520.853,34 102.689,00 3.363.783,47

in % 4,47 10,55 10,17 3,92 17,92 17,44 5,94 11,04 15,48 3,05 100,00


A S I E N / PA Z IF IK

Rechte nur auf dem Papier? Wenn man Gesetzgebungen in Kooperationsländern in Asien betrachtet, so meint man, dass der Schutz von Minderheiten oder die Förderung benachteiligter Bevölkerungsgruppen gut verankert sind. Indien beispielsweise hat im „Right to Education Act“ den freien Zugang aller Kinder zu formaler Grundbildung abgesichert; dennoch sieht die Realität oft anders aus. Die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen soll Rechtsansprüche marginalisierter Gruppen sicherstellen. In Nepal ringt man nach einem langen blutigen Bürgerkrieg noch um eine neue Verfassung, in der vor allem die Neuordnung der Provinzen geregelt und indigene Gruppen zu mehr Mitsprache und Partizipationsmöglichkeiten verholfen werden soll. Instabile staatliche Strukturen behindern nach wie vor den Fortschritt von positiven sozio-ökonomischen Entwicklungen. Versöhnungsarbeit unterschiedlicher ethnischer Gruppen ist und bleibt der Schwerpunkt in der Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen in Sri Lanka. Ganz neue Wege und Methoden wählen zivilgesellschaftliche Gruppen in Papua-Neuguinea, indem sie vermehrt soziale Plattformen oder Blogs als Mobilisierungsinstrumente nützen, um Missstände aufzuzeigen. Sonderwirtschaftszone bedroht Menschenrechte Gewinne für die Mächtigen auf Kosten der Schwachen verspricht hier eine Sonderwirtschaftszone in der Provinz Aurora im Norden der Insel Luzon. Für die Errichtung der riesigen Sonderwirtschaftszone APECO (Aurora Pacific Economic Zone and Freeport Authority) im Norden der philippinischen Insel Luzon wurde im April 2010 mit dem Gesetz RA 10083 eigens eine rechtliche Grundlage geschaffen. 12.427 Hektar Land sollen umgewidmet werden und zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region beitragen. Doch von welcher Entwicklung ist hier die Rede, fragt sich die lokale Bevölkerung, hauptsächlich indigene Völker, Kleinbauern- und Fischerfamilien: „Ja, wir brauchen Entwicklung, aber von welcher Entwicklung sprechen wir,

D R E I KÖ N I G S A K T IO N

Task-Force Anti-APECO Opposition und Widerstand gibt es vor allem von Seiten der Kirche und den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Diese zur Task-Force Anti-APECO zusammengeschlossenen Gruppen kämpfen gegen die Errichtung der Sonderwirtschaftszone. Die Dreikönigs aktion der Katholischen Jungschar unterstützt sie dabei.

wenn die lokale Bevölkerung in den Entwicklungsplänen nicht vorkommt? Wir wünschen uns eine Entwicklung, die die Würde der Menschen respektiert!“ Als „Sonderwirtschaftszone“ unterliegt APECO in Bezug auf das Wirtschafts-, Arbeits- und Steuerrecht nicht der nationalen Gesetzgebung. Die theoretischen Einnahmen werden durch Steuerbegünstigungen und -anreizsysteme minimiert. Die negativen Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung der Region, v.a. für die Landwirtschaft und Fischzucht, sind fatal. Die lokale Bevölkerung wird von ihrem Land vertrieben und ihrer Lebensgrundlage beraubt. Ein erster Erfolg ist das Einsetzen eines Untersuchungsausschusses, der die Legalität von APECO prüfen soll. Im Rahmen der bisherigen Widerstandsaktivitäten gegen die Errichtung der Sonderwirtschaftszone kam es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen.

Land Asien länderübergreifend Indien Nepal Papua-Neuguinea Philippinen Sri Lanka Sonstige Länder Gesamtergebnis

in Euro 229.722,67 1.091.682,00 118.394,20 243.606,00 1.145.539,60 209.170,00 68.014,00 3.106.128,47

in % 7,40 35,15 3,81 7,84 36,88 6,73 2,19 100,00

21


D R E I KÖ N I G S A K T IO N

Die Bergbaufirmen dringen jetzt auch ins Hinterland und zerstören die letzten Reste des Atlantikwaldes. Das hat immense Auswirkungen auf das Leben der Menschen, die Umwelt und das Ökosystem. Gleichzeitig steht die Landreform still. Allein in unserer Diözese Ruy Barbosa (25.169 km²) wurden 2010 beinahe 38.000 ha von der Regierung für den Bergbau freigegeben. Zum Großteil erfolgt der Abbau über Tage und bewirkt Abholzung, enormen Energie- und Wasserverbrauch, Luft- und Wasserverschmutzung. Durch Sprengungen entstehen Risse in Häusern und Regenwasserzisternen. Unser Team ist voll und ganz gefordert, um allen Anfragen der Betroffenen auch nachgehen zu können. Schwester Terezinha Maria Foppa, CPT Bahia

Bergbau und Menschenrechte in Lateinamerika Die weltweit steigende Nachfrage nach Rohstoffen hat Auswirkungen auf die Menschenrechtssituation in Lateinamerika. In vielen Ländern wird der Ressourcenabbau als Motor für Entwicklung gesehen. Den multinationalen Konzernen werden durch Gesetzesänderungen der Kauf von Land und der Erwerb von Lizenzen erleichtert. Aus Kolumbien, Peru, Brasilien sowie aus den Ländern Zentralamerikas erreichen uns immer mehr Hilferufe bezüglich der Verletzung von Menschenrechten im Zusammenhang mit dem Verkauf von Land oder Bergbauprojekten. Neben den Megastaudammprojekten wie beispielsweise Belo Monte/Brasilien und der ständigen Expansion des Agrobusiness überrollt nun mit der „Bergbau-Maschinerie“ eine weitere Lawine von Bedrohungen Kleinbauernfamilien, indigene Gemeinschaften oder Quilombola-Dörfer (Nachfahren von aus der Sklaverei geflohenen Afro-Brasilianer/innen). So werden die gesetzlich

22

L AT E IN A M E R IK A

vorgesehenen „consultas previas“, also die Anhörungen der von derartigen Projekten betroffenen Bevölkerung, oft gar nicht durchgeführt oder gefälscht bzw. die Gegner/innen der Projekte mit dem Tod bedroht. Die Versprechen, Infrastruktur zu verbessern, Arbeitsplätze zu schaffen oder Schulen zu bauen, bleiben meist unerfüllt. Landpastoralarbeit in Bahia/Brasilien Das lokale Team der Landpastoral (CPT), Projektpartner im nordostbrasilianischen Bundesstaat Bahia, berichtet, dass immer mehr Dörfer und Land-Neuansiedlungen vom Bergbaugeschehen betroffen sind. Die Firmen führen zuerst Untersuchungen durch. Sie sind plötzlich da und messen, graben, forschen. Die Betroffenen melden sich dann bei der CPT und bitten um Unterstützung, wie in Miguel Calmon in der Diözese Ruy Barbosa. 51 Häuser wurden durch Grabungen schwer beschädigt, die Wasserleitung unterbrochen. Durch rechtliche Schritte mit Unterstützung der Landpastoral konnten die Bauernfamilien die Grabungen der Firma stoppen und erreichen, dass die Wasserleitung repariert und die Häuser neu errichtet werden. Miguel Calmon ist aber ein Einzelfall. Nur wenn die Menschen gut organisiert sind, haben sie eine Chance, ihre Rechte durchzusetzen. Durch die Grabungen ist auch das Einzugsgebiet des Paraguaçu-Flusses gefährdet. Dieser versorgt ca. fünf Millionen Menschen mit Wasser. Aufgrund der Grabungsverschmutzungen ist deren Versorgung mit Wasser massiv gefährdet.

Land Amerika länderübergreifend Bolivien Brasilien Zentralamerika Kolumbien Peru Sonstige Länder Gesamtergebnis

in Euro 100.068,27 128.415,05 891.656,71 889.176,77 592.627,00 274.293,34 313.971,00 3.190.208,14

in % 3,14 4,03 27,95 27,87 18,58 8,60 9,84 100,00


A N WA LT S C H A F T

D R E I KÖ N I G S A K T IO N

Zeichen für Gerechtigkeit setzen

te des Projekts höchst umstritten sind. Auch die österreichische Firma Andritz wurde von uns weiterhin (auch gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Partner/innen) für ihr unethisches Engagement bei dem Megastaudammprojekt kritisiert.

In einer immer komplexer werdenden Welt zeichnen immer mehr Akteur/innen für das Wohlergehen von Gesellschaft und Umwelt verantwortlich. Internationale Konzerne gewinnen an Macht, während Nationalstaaten an Gestaltungsmöglichkeiten verlieren. Unser anwaltschaftliches Engagement im Bereich von Zivilgesellschaft und Menschenrechten setzt genau an diesen Punkten an: Die Dreikönigsaktion stärkt ihre Partnerorganisationen im Umgang mit ungerechten Machtstrukturen und fehlenden gesetzlichen Rahmenbedingungen. In Europa und Österreich verbünden wir uns mit anderen (entwicklungspolitischen und kirchlichen Organisationen), die sich gemeinsam mit uns für eine gute gesetzliche Verankerung der Verpflichtungen von Konzernen, die multinational tätig sind, einsetzen. Entwicklungstagung Auch bei der von der Dreikönigsaktion mitorganisierten 5. Entwicklungstagung im Oktober 2011 zum Thema „Gemeinwohl entwickeln: Der Staat zwischen Gemeinschaft und Weltgesellschaft“ haben unsere beiden hochkarätigen Projektpartner/innen Daniel Keftassa aus Äthiopien und Padma Pushpakanthi aus Sri Lanka ihre Sichten zur Verstrickung von Zivilgesellschaft und Staat vorgetragen. www.entwicklungstagung.at Belo Monte Eine weitere solidarische Aktion, die die Stärke der Zivilgesellschaft in Deutschland, der Schweiz und Österreich gezeigt hat, war die gemeinsame Unterzeichnung eines Briefes der Dreikönigsaktion und von weiteren 52 Organisationen an den Vorsitzenden der Voith Hydro. Wir haben den Konzern aufgefordert, von der Beteiligung an Belo Monte Abstand zu nehmen, da die ökologischen, sozialen und ethischen Aspek-

Ernährungssouveränität Zur Stärkung der Zivilgesellschaft und Menschenrechte zählt auch unsere Basisarbeit beim Nyéléni-Netzwerk, einem europäischen Netzwerk, das sich dem Konzept der Ernährungssouveränität widmet. Im Zentrum des Nyéléni-Prozesses steht das Recht der Selbstbestimmung von Menschen, über die Art und Weise der Produktion, der Verteilung und der Konsumtion von Lebensmitteln zu entscheiden. www.nyelenieurope.net/en Das unfaire Fußballmatch, das von der Dreikönigsaktion, FIAN und ÖBV – Via Campesina anlässlich des Welternährungstages gemeinsam veranstaltet wurde, wies auf unfaire Regelwerke hin. Ein weiteres Feld, in dem Konzerne die gesetzlichen Lücken ausnützen und so Hunger und Elend erzeugen. Die Regeln des internationalen Handels sind so angelegt, dass täglich mehr Hunger produziert wird und weltweit mehr als eine Milliarde Menschen hungern. Österreichs EZA droht Kahlschlag Die Regierung setzte trotz intensiver Lobbyarbeit auch 2011 den Kahlschlag der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit fort und wurde dafür auch postwendend von der OECD gerügt. Österreich ist seit Jahren beschämendes Schlusslicht der EU – eine Schande für eines der reichsten Länder der Welt. Die Kürzungen haben schon jetzt dramatische Folgen für die Betroffenen in den Partnerländern. Gemeinsam mit anderen NGOs arbeiten wir daran, diese Bankrotterklärung abzuwenden.

23

Das Fußballmatch mit unfairen Regeln sollte zeigen, mit welcher Ausgangssituation Menschen im globalen Süden, die mit äußerst ungleichen Voraussetzungen am Weltnahrungsmarkt teilnehmen, zu kämpfen haben.


D R E I KÖ N I G S A K T IO N

PA R T N E R / IN UN T E R GU T E M S T E R N

Partner/in unter gutem Stern Die Projektpartnerschaft der Dreikönigsaktion

„Partner/in unter gutem Stern“ Im Jahr 2011 haben 155 engagierte Einzelpersonen, „EineWelt“-Gruppen, Pfarren, Schulen und Firmen die Projektpartnerschaft der Dreikönigsaktion mit 358.960,95 Euro unterstützt. Für die betroffenen Menschen in den Ländern des globalen Südens war das eine wertvolle und oft lebenswichtige Unterstützung. In ihrem Namen sagen wir ein herzliches Dankeschön und bitten auch weiterhin um das Vertrauen für „Partner/in unter gutem Stern“.

Abschied von Annemarie Klug Im Jahr 2011 haben wir im Büro der Dreikönigsaktion einen schmerzlichen Verlust hinnehmen müssen. Unsere liebe Kollegin Annemarie Klug ist nach kurzer, schwerer Krankheit völlig überraschend gestorben. Annemarie hatte sehr großen Anteil dabei, die Projektpartnerschaft „Partner/in unter gutem Stern“ aufzubauen. Die Aufgabe, für eine gute Abwicklung und Kommunikation der Projektfortschritte an die Unterstützer/innen zu sorgen, hat sie mit viel Kompetenz und Motivation wahrgenommen. Die ungerechten Strukturen in unserer Welt und das aktive Bemühen, für eine bessere Art des Zusammenlebens auf unserem Planeten zu kämpfen, waren Antriebskraft für ihr Engagement. Als Kolleg/innen und im Namen der Projektpartner/innen und Unterstützer/innen von „Partner/in unter gutem Stern“ bedanken wir uns für die Basis, die Annemarie mit ihrem Einsatz geschaffen hat. Wir sind zuversichtlich, die Idee der Projektpartnerschaften in ihrem Sinne fortzuführen und zu stärken.

... und so geht es weiter! Immer mehr Menschen und Gruppen in Österreich wollen das Angebot der Dreikönigsaktion nutzen, Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika gezielt zu unterstützen. Das neue Team von „Partner/in unter gutem Stern“ steht deswegen in den Startlöchern, um das Angebot zu verbreitern und auch inhaltlich zu intensivieren: Das betrifft konkrete Angebote für einsatzfreudige Einzelpersonen, Materialien und Aktionsvorschläge für Pfarren und Schulen, Ideen zu Benefizveranstaltungen oder Optionen für Firmen. In Zukunft wird die Kultur- und Sozialanthropologin Elisabeth Hagel es übernehmen, die Unterstützer/innen von „Partner/in unter gutem Stern“ zu betreuen. Es ist sehr wichtig, dass sich Menschen hierzulande für die teils schwierigen Lebenssituationen von Menschen in geografisch weit entfernten Teilen der Erde interessieren. Spenden kann dabei als solidarisches Handeln aufgefasst werden, das betroffene Menschen in ihren eigenen Bemühungen unterstützt. Weitere Infos auf www.dka.at/pugs und direkter Kontakt unter projektpartnerschaft@dka.at

24


B I L DU N G S A R B E I T

Lernimpulse. Unser Denken auf den Kopf stellen. Die Bildungsarbeit der Dreikönigsaktion soll dazu anregen, aus gewohnten Wahrnehmungs- und Denkschemen auszubrechen und neue Perspektiven einzunehmen. Mit Bildungsunterlagen und Materialien, noch viel mehr aber mit Begegnungen und gemeinsamen Diskussionen wollen wir Anstöße geben, verbreitete Bilder, Einstellungen und Argumente zu hinterfragen und die Welt aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Länderpaket Philippinen Zur Vorbereitung auf den Besuch der Gäste von den Philippinen im Herbst wurde das bestehende Länderpaket Philippinen überarbeitet, aktualisiert und um Beiträge und Gegenstände erweitert. Unsere Länderpakete sind eine Sammlung von Texten, Material und Methoden zum jeweiligen Land für den Einsatz in Gruppenstunden und im Schulunterricht. Diese Pakete gibt es zu Brasilien, Guatemala, Indien, den Philippinen und Uganda. Ab Herbst 2012 kann das Länderpaket Äthiopien ausgeborgt werden. SolidarEinsatz 2011 Dieses Programm zur Vermittlung von Volontariaten und Praktika bei Partnerorganisationen findet wachsendes Interesse. 2011 haben bereits 21 Personen einen ehrenamtlichen SolidarEinsatz geleistet. Die Einsätze verteilten sich auf Partnerorganisationen in Kenia (7), auf den Philippinen (7), in Indien (5), Tansania (1) und Nicaragua (1). Informationen zu diesem Programm: www.solidareinsatz.at Süd nach Nord-LernEinsatz „Intercambio Missão Aprender“= voneinander lernen, die im Nord nach Süd-Lerneinsatz erfahrene Gastfreundschaft erwidern, sich mit engagierten Menschen aus Brasilien austauschen ... das und vieles mehr bewegte die Projektgruppe „Jovens unidos“, bestehend aus ehemaligen Lerneinsätz-

D R E I KÖ N I G S A K T IO N

Beim Nachmittagsprogramm hab ich versucht, mit Spielen verschiedene Themen zu behandeln, z.B. Grenzen setzen, Talente, Zukunftspläne usw. Hier konnte ich sehr gut auf meine Erfahrungen von Jungscharstunden zurückgreifen. (...) Ich habe sehr viel gelernt, nicht nur aus sozialarbeiterischer Sicht, sondern auch für mich persönlich. Es war eine wunderschöne Zeit und ich habe viele Freunde gefunden. Daniela Endel absolvierte im Rahmen ihres Studiums Sozialarbeit ein Pflichtpraktikum bei der indischen Partnerorganisation Navajeevan Bala Bhavan.

ler/innen, diesen Sommer acht in der Jugendarbeit engagierte Brasilianer/innen einzuladen. Neben inhaltlicher Befassung mit den Themen Migration, österreichische Geschichte, Minderheiten, Umgang mit Energie und vielen mehr standen die „Partilha da vida“ – das Leben miteinander zu teilen –, das gegenseitige Kennenlernen und der Erfahrungsaustausch über verschiedene Formen des Engagements in unserem Leben im Mittelpunkt dieses Besuches. Der Zukunft das Wasser reichen So heißt der Sommerlagerbehelf, der im Zuge des Wasserschwerpunktthemas der Katholischen Jungschar erarbeitet wurde. Downloadbar unter www.dka.at/wasser LernEinsatz 2011 19 entwicklungspolitisch interessierte und engagierte junge Erwachsene begaben sich auf einmonatigen LernEinsatz nach Ghana und auf die Philippinen. Die Reisen waren eingebettet in einen etwa zehnmonatigen Bildungsprozess. Erfahrungen der Teilnehmenden können in den Reiseberichten der Lern-Einsatzgruppen auf der Homepage der Dreikönigsaktion nachgelesen werden. www.dka.at/lerneinsatz

25


D R E I KÖ N I G S A K T IO N

STERNSINGERAKTION 2011 Diözese Wien St. Pölten Linz Salzburg Innsbruck Feldkirch Klagenfurt Graz Eisenstadt STERNSINGERERGEBNIS

F IN A N Z E N

Spenden 2011 2.148.606,06 1.292.014,53 2.934.042,90 1.577.431,96 1.432.386,73 766.819,12 1.317.382,69 2.664.921,22 581.104,20 14.714.709,41

Finanzen 2011 Mittelherkunft Dank der anhaltenden Solidarität der Spender/innen darf sich die Dreikönigsaktion über ein erfolgreiches Jahr 2011 freuen. Das Sammelergebnis der Sternsingeraktion konnte gegenüber dem Vorjahr um 249.407,33 Euro (+ 1,72 %) auf 14.714.709,95 Euro gesteigert werden. Für „Partner/in unter gutem Stern“, ein Service für Personen und Gruppen, die gezielt ein Entwicklungsprojekt ihrer Wahl unterstützen wollen, wurden uns 358.960,95 Euro anvertraut. Die Spendeneinnahmen beliefen sich somit auf insgesamt 15.073.670,90 Euro. Die sonstigen Erträge in der Höhe von 269.687,01 Euro umfassen im Wesentlichen Zinserträge, Beiträge von Teilnehmer/innen und Leistungsverrechnungen mit Partnerorganisationen in Österreich. In diesem Jahr wurden auch Rücklagen in der Höhe von 608.134,82 Euro aufgelöst und Projekten in Afrika, Asien und Lateinamerika zugeführt.

26

Spenden 2010 2.135.418,46 1.256.990,42 2.886.996,69 1.533.347,65 1.417.327,22 734.577,65 1.265.384,94 2.658.711,91 576.547,14 14.465.302,08

Steigerung absolut 13.187,60 35.024,11 47.046,21 44.084,31 15.059,51 32.241,47 51.997,75 6.209,31 4.557,06 249.407,33

Steigerung in% 0,62 2,79 1,63 2,88 1,06 4,39 4,11 0,23 0,79 1,72

Mittelverwendung Sobald das jährliche Sternsingerergebnis feststeht, können Projekte im dadurch möglichen Rahmen von den zuständigen Gremien begutachtet und bewilligt werden. Die Nachhaltigkeit unserer Arbeit ist uns besonders wichtig, und daher sind die Projekte meist auf drei Jahre angelegt. Eine erste Projektrate wird sofort nach Bewilligung ausbezahlt, die weiteren Raten werden Schritt für Schritt, entsprechend dem dokumentierten Projektfortschritt, an die Projektpartner/ innen überwiesen. Aufgrund der guten Sternsingerergebnisse der letzten Jahre konnten wir unser Engagement für benachteiligte Menschen in Afrika, Lateinamerika und Asien weiter ausbauen. Insgesamt wurden im Jahr 2011 13.656.281,38 Euro für Projekte in den Partnerländern der Dreikönigsaktion verwendet. Das entspricht einem Plus von 1.474.567,03 Euro oder 12,10 % gegenüber dem Vorjahr. Eine detaillierte Darstellung der von uns finanzierten Projekte steht unter www.dka.at zum Download zur Verfügung. Auch in den anderen Tätigkeitsfeldern – Bildungsarbeit und Anwaltschaft – konnten wir unsere Arbeit auf hohem Niveau fortsetzen. Die Aufwendungen in diesem Bereich waren in etwa gleich hoch wie im Jahr 2010.


F IN A N Z E N

D R E I KÖ N I G S A K T IO N

Kennzahlen Bei der Dreikönigsaktion wurden im Jahr 2011 nur 3,95 % der eingesetzten Mittel für Spendenwerbung und Betreuung von Spender/innen verwendet. Damit gehört die Dreikönigsaktion zu den Organisationen in Österreich mit besonders niedrigem Fundraising-Aufwand. Unsere Aufwendungen im Bereich Verwaltung blieben mit einem Anteil von 4,04 % der Gesamtaufwendungen auf dem niedrigen Niveau der Vorjahre. Von den Projektmitteln wurden 12.774.625,92 Euro unmittelbar für die Projektmaßnahmen und 881.655,46 Euro (5,51 % der Gesamtaufwendungen) für Projektbegleitung eingesetzt. Eine professionelle Projektbegleitung durch gut ausgebildete Fachkräfte, mit regelmäßigen Projektbesuchen, Finanzkontrollen und Evaluierungen stellt sicher, dass die Sternsingerspenden widmungsgemäß und wirksam eingesetzt werden.

Mittelaufbringung Spendeneinnahmen davon Sternsingeraktion davon Projektservice Öffentliche Mittel Sonstige Erträge, Finanzerfolg, Sponsoring Erträge kirchliche Mitfinanzierung Auflösung von Rücklagen = Gesamteinnahmen = Nettoertrag/Nettogeldzufluss

Spendengütesiegel Das österreichische Spendengütesiegel garantiert ein hohes Maß an Spendensicherheit für die Spenderinnen und Spender. Unabhängige Wirtschaftsprüfer kontrollieren jährlich die Erfüllung objektiver und nachprüfbarer Standards bei ei der Aufbringung wie auch bei der Verwaltung der Spenden durch die Organisationen, die mit dem Spendengütesiegel ausgezeichnet sind. Die Vergabe des Gütesiegels obliegt der Kammer der Wirtschaftstreuhänder. Seit der Einführung im Jahr 2001 darf die Dreikönigsaktion das Spendengütesiegel durchgehend führen. Steuerliche Absetzbarkeit Spenden an die Dreikönigsaktion sind steuerlich absetzbar. Auf Wunsch werden Spender/innen bei der Sternsingeraktion auf einer Liste erfasst, und so wird sichergestellt, dass eine Spendenbestätigung ausgestellt werden kann. Die darin bestätigten Spendenbeträge können im Zuge der Arbeitnehmer/ innen-Veranlagung oder in der Einkommenssteuererklärung steuerlich geltend gemacht werden. Verantwortlich im Sinne des Spendengütesiegels für Spendenverwendung und -werbung: Rudi Remler-Schöberl, für Datenschutz: Gabriele Rohringer

in Euro 15.073.670,90 14.714.709,95 358.960,95 35.400,00 269.687,01 10.000,00 608.134,82 15.996.892,73 15.996.892,73

Mittelverwendung in Euro Leistungen der Projektarbeit 13.656.281,38 davon Projektmittel 12.774.625,92 davon Projektbearbeitung 881.655,46 Leistungen Bildung/Anwaltschaft/Information 1.045.213,57 davon eigene Bildungsarbeit 631.772,06 davon Bildungsarbeit anderer Träger 413.441,51 Verwaltungsaufwand 646.624,44 Aufwendungen Spendenwerbung/-betreuung 631.370,64 Zuführung zu nicht verbrauchten Spendenmitteln 17.402,70 Dotierung von Rücklagen 0,00 = Aufwendungen für statutarisch festgelegte Zwecke 15.996.892,72

Projektarbeit 85,37 % Bildung/Anwaltschaft/ Information 6,53 % Verwaltung 4,04 % Aufwendungen Spendenwerbung 3,95 % Zuführung zu nicht verbrauchten Spendenmitteln 0,11 %

27


Diözesanbüros Erzdiözese Wien 1010 Wien, Stephansplatz 6/6.18 Tel.: +43/1/515 52-3396 E-Mail: dlwien@jungschar.at Diözese St. Pölten 3100 St. Pölten, Klostergasse 15 Tel.: +43/27 42/398-364 E-Mail: kjs.ka.stpoelten@kirche.at Diözese Linz 4020 Linz, Kapuzinerstraße 84 Tel.: +43/732/76 10-3342 E-Mail: kjs@dioezese-linz.at Erzdiözese Salzburg 5020 Salzburg, Kaigasse 26 Tel.: +43/662/80 47-7580 E-Mail: kath.jungschar.sbg@kirchen.net Diözese Innsbruck 6020 Innsbruck, Riedgasse 9 Tel.: +43/512/22 30-601 E-Mail: kath.jungschar@dibk.at Diözese Feldkirch 6850 Dornbirn, Unterer Kirchweg 2 Tel.: +43/55 22/34 85-7130 E-Mail: kj-und-jungschar@kath-kirche-vorarlberg.at

Diözese Eisenstadt 7000 Eisenstadt, St.-Rochus-Straße 21 Tel.: +43/26 82/777-285 E-Mail: kj.kjs@martinus.at Diözese Bozen-Brixen I-39100 Bozen, Südtiroler-Straße 28/4 Tel.: +39/04 71/97 08 90 E-Mail: info@jungschar.it

Bundesbüro 1160 Wien, Wilhelminenstraße 91/II f Katholische Jungschar Bundessekretariat Mag.a Julia Klaban (Bundesgeschäftsführerin) Tel.: +43/1/481 09 97, Fax: +43/1/481 09 91-30 E-Mail: office@kath.jungschar.at Büro der Dreikönigsaktion Mag. Erwin Eder (Geschäftsführer) Tel.: +43/1/481 09 91, Fax: +43/1/481 09 91-30 E-Mail: office@dka.at www.jungschar.at www.minis.at www.dka.at www.sternsingen.at www.jungscharshop.at www.lagerquartier.at

Diözese Gurk-Klagenfurt 9020 Klagenfurt, Tarviserstraße 30 Tel.: +43/463/58 77-2481 E-Mail: ka.kjs@kath-kirche-kaernten.at Diözese Graz-Seckau 8010 Graz, Bischofplatz 4 Tel.: +43/316/80 41-131 E-Mail: jungschar@graz-seckau.at

Impressum Herausgeberin, Medieninhaberin und Verlegerin: Katholische Jungschar Österreichs Redaktion: Christian Herret, Linda Kreuzer Layout: www.habiger.at Korrektorat: Coralie Riedler Alle: 1160 Wien, Wilhelminenstraße 91/II f Tel.: +43/1/481 09 97 +43/1/481 09 91 www.jungschar.at www.dka.at Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, www.np-druck.at Fotos: Katholische Jungschar/Dreikönigsaktion, Zeugner, Leitner, Ionian, CIMI, Kubelka, Leodolter, Gabmann/Leitner, Boroviczeny, Rupprecht ZVR: 405 326 502; DVR-Nummer 0574031

Jahresbericht 2011  

Jungschar_DKA_ Jahresbericht

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you