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divingEurope 3|2017

Tauchreviere in Europa

Version für unterwegs

MALLORCA (2) | SCHWEIZ | MURCIA | WELS

Nr. 11

www.divingeurope.de


divingEurope 3|2017

Liebe Leser, wir präsentieren Ihnen mit dem zweiten Teil unserer Mallorca-Übersicht den Abschluss des wohl größten Specials dieser Baleareninsel, das es in einem Tauchmagazin je gegeben hat. Genau solche Dinge hat sich di­ vingEurope auf die Fahnen geschrieben. Dazu passt der ebenso sehr ausführlich recherchiert und beschriebene Artikel über die Schweiz in dieser Ausgabe. Eines gilt allerdings auch für das einzige Europa-Tauchmagazin: Ein Special kann noch so groß sein – wir können darin weder jede einzelne Bucht, jeden See und auch nicht jede Basis berücksichtigen. Das nicht etwa, weil wir nur ein kleines Team

sind. Selbst Tauchreiseführer in Buchform stoßen dieser Hinsicht einfach an ihre Grenzen. Und apropos kleines Team: wir, die Macher von divingEurope, haben das Magazin aus einem einzigen Grund ins Leben gerufen. Nein – nicht weil wir endlich mal ungestört unser Ego abfeiern und immer wieder unsere Namen lesen wollen. Nach Jahrzehnten der Tätigkeit als hauptberufliche Journalisten ist das absurd. Vielmehr war (und ist) es unsere Begeisterung für das Tauchgebiet Europa. Das teilen wir mit Ihnen, den Lesern, aber auch mit Kollegen aus der Branche. So war dieses Mal Ronald

Brandt im Auftrag von diving­ Europe unterwegs. Übrigens im Rahmen einer Einladung zu einer Pressereise des Spanischen Fremdenverkehrsamts. Dass Journalisten auch bei einer solchen Einladung ihr kritisches Auge behalten und Reportagen deswegen nicht nur schöngefärbt sind, lesen Sie in seinem Artikel über die Costa Galida. Unser Tierportrait führt Sie dieses Mal wieder ins Süßwasser und präsentiert den Wels. Und nun: umblättern und viel Vergnügen mit der Ausgabe 11 von divingEurope!

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Dänemark Grönland ................. 3|2015

Griechenland

Deutschland Sea Life NRW ............ 2|2015

Samos .................... 1|2017

Norwegen Tromsö ................... 2|2017

Leros ...................... 2|2017

Portugal Madeira ................... 2|2015

Monte Mare ............ 1|2017 Krämersee ............... 4|2016 Finnland Aland ..................... 4|2016 Frankreich Côte d‘Azur ............ 4|2015 Flugzeugwrack P-38 .. 1|2016

Kykladeninseln ......... 3|2016

Italien Tauchkreuzfahrt „Sir Robert“ ............... 1|2015 Ägadische Inseln ...... 2|2015 Giglio ...................... 3|2015

Europas Vielfalt Tauchkreuzfahrt Sir Robert Flusstauchen: Tessin Spanien: Cap de Creus Tierportrait: Zackenbarsch

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Kanarische Inseln: El Hierro Portugal: Madeira Deutschland: Sea Life NRW Italien: Ägadische Inseln Tierportrait: Mönchsrobbe

Berlengas ................. 2|2016 Schweiz Flusstauchen/Tessin .. 1|2015 Spanien Cap de Creus ............ 1|2015

Portofino .................. 2|2016

El Hierro/Kanaren ..... 2|2015

Nr. 3 – 3|2015

Nr. 5 – 1|2016

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Nr. 2 – 2|2015 • • • • •

Azoren .................... 3|2015

Baia Sardinia ............. 4|2015

Nr. 1 – 1|2015 • • • • •

Malta Gozo ....................... 3|2015

Dänemark: Grönland Portugal: Azoren Italien: Giglio Malta: Gozo Tierportrait: Mobula

• • • • •

Nr. 4 – 4|2015 • • • • •

Italien: Baia Sardinia Süßwasser: Goldener Oktober Spanien: La Palma Frankreich: Côte d‘Azur Tierportrait: Hecht

Süßwasser: Eistauchen Frankreich: Flugzeug P-38 Amphoren Spanien: L‘Estartit Tierportrait: Drachenkopf

Nr. 6 – 2|2016 • • • • •

Italien: Portofino Seatrekking Portugal: Berlengas Spanien: Gran Canaria Tierportrait: Seepferdchen


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L‘Estartit/Unisub ...... 1|2016 La Palma/Kanaren ...... 4|2015 Gran Canaria/Kanaren 2|2016 Mallorca/Balearen ...... 3|2016

Sonderthemen Amphoren ................ 1|2016 Seatrekking ................ 2|2016 Seerose .................... 3|2016

Mönchsrobbe .......... 2|2015 Mobula ................... 3|2015 Hecht .................... 4|2015

Süßwasser Heimische Gewässer im Herbst .............. 4|2015

Drachenkopf .............. 1|2016

Eistauchen .............. 1|2015

Leuchtqualle ........... 4|2016

Abruzzen-Seen ......... 3|2016

Aal ........................ 1|2017

Denia ......................... 1|2017

Krämerseen

Oktopus ................... 2|2017

Fuerteventura ............ 1|2017

Tierportrait

Mallorca Übersicht (1) . 2|2017

Zackenbarsch .......... 1|2015

Nr. 7 – 3|2016

Nr. 9 – 1|2017

Teneriffa/Kanaren ...... 3|2016 Winter am Mittelmeer .. 4|2016 Alciadesa .................. 4|2016

• • • • •

Spanien: Mallorca Griechenland: Ägäis Kanaren: Teneriffa Italien: Abruzzen-Seen Bioportrait: Seerose

Nr. 8 – 4|2016 • • • • •

Spanien: Mittelmeer-Winter Spanien: Costa del Sol Finnland: Alandinseln Deutschland: Krämerseen Tierportrait: Leuchtqualle

• • • • •

.........

4|2016

Kanaren: Fuerteventura Spanien: Denia Griechenland: Ägäis Indoor: Monte Mare Tierportrait: Aal

Nr. 10 – 2|2017 • Griechenland: Leros • Spanien: Mallorca Übersicht Teil 1 • Norwegen: Orcas • Tierportrait: Oktopus

Seepferdchen ........... 2|2016

Liebe Leser, unsere Übersicht zeigt Ihnen alle bislang erschienenen Ausgaben und Themen. Sie finden jeden Artikel über die Titelbilder der Magazine am Fensterrand links neben dieser Doppelseite. Unten stehen Jahreszahlen. Ein Klick darauf führt Sie direkt dorthin. Probieren Sie es einfach mal! Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim surfen durch die bisherigen divingEurope-Ausgaben! 5


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Inhaltsverzeichnis

Impressum

Editorial ............................... 3 Übersicht aller Ausgaben divingEurope ...................

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Inhalt/Impressum ................. 6 Spanien/Mallorca (Teil 2): Tauchen à la Card .................... 8 Spanien/Murcia: Mehr vom Meer ...................... 58

D

er Wels ist der Gigant unter den Süßwasserfischen Europas. Seit etwa zehn Jahren ist seine Population im Rhein – wo auch das Foto von Paul Munzinger entstand – enorm gestiegen. Der Raubfisch weiß das vorhandene Nahrungsangebot sehr gut zu nutzen und is(s)t nicht wählerisch.

Schweiz: Hoch Tief ........................... 84 Tierportrait: Wels ................................. 132 Kleinanzeigen/ Europas Beste ................... 140

divingEurope ist kostenlos und

erscheint vier Mal im Jahr online. Redaktion IDP (International Dive Press) / Paul-W. Munzinger, Frank Schneider www.divingeurope.de redaktion@divingeurope.de Konzept, Gestaltung und Layout P.-W. Munzinger und F. Schneider

Grafik und Layout Frank Schneider Anschriften Redaktionsbüro Munzinger Im Rebstall 6, 79112 Freiburg Tel. 07665/972741 Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27 a Umsatzsteuergesetz: DE173626442

Redaktionsbüro Schneider

Töpferstr. 26, 46244 Bottrop Tel. 02045/408917 Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27 a Umsatzsteuergesetz: DE157286414 Fotos, Texte und Grafiken soweit nicht anders gekennzeichnet unterliegen dem Copyright von P.-W. Munzinger und F. Schneider. Die Nutzung von Fotos und Texten, auch auszugsweise, ist nur mit schriftlicher Ge­nehmigung gestattet. Verletzungen des Urheberrechts werden juristisch verfolgt.

Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für Inhalte externer Links. Für den Inhalt verlinkter Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. 6


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Seite 6 Mallorca ist die größte spanische Insel im Mittelmeer. Für divingEurope Grund genug Ihnen ein wirklich umfassendes Porträt zu liefern. Nach Teil 1 in der vorigen Ausgabe nun Teil 2.

Campese Diving Center Isola del Giglio Italien - Toscana

Seite 54 Murcia, Murcia – das klingt irgendwie exotisch. Ist es auch, jedenfalls für europäische Verhältnisse. Wer weiß schon, wie das Tauchen dort ist? divingEurope sagt es Ihnen.

Ein Tipp für Taucher und Naturliebhaber Das Meer entdecken und erforschen Meeresbiologie mit dem CDC und dem Institut für Marine Biologie Giglio

Seite 82 Die Schweiz ist immer eine Reise Wert. Nicht nur für Städteurlaube und Wandertouren, sondern vor allem für Taucher. Also: ab in die Berge! Die Tipps dafür kriegen Sie von uns.

Attraktive Tauchpakete Sonderkonditionen für Studenten, Azubis, Gruppen und Vereine

Castello Campese

Seite 130 Ausgewachsen ist der Wels oder Waller König in seinem Gewässer, der Mitbewohnern das fürchten lehren kann. Das Tierporträt stellt Ihnen den Riesen genauer vor.

Giglio Porto

Isola del Giglio

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Alle Fotos: Frank Schneider

Spanien/Mallorca Mittelmeer

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TAUCHEN À LA CARD (2)

In der divingEurope Ausgabe 2|2017 haben Sie den ersten Teil unseres großen MallorcaSpecials gelesen. Im aktuellen Heft finden Sie alles Wichtige über die Tauchschulen des Mallorca-Diving-Verbunds im Süden, Südwesten und Norden der Baleareninsel. Von Frank Schneider 7


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allorca garantiert als größte der Baleraren Urlaubsspaß ohne Ende. Schon im ersten Teil unserer Reportage haben Sie gemerkt, dass Sie wie gewohnt bei divingEurope nicht das Porträt der Partymeilen auf der beliebten Allround-Ferieninsel finden. Sie können sicher sein: Das bleibt auch so. Schließlich gibt es auch bei den anderen Küstenabschnitten genug über die Möglichkeiten für Taucher zu berichten. Tolleric liegt im Süden Mallorcas an der Ostseite der Bucht von Palma. Die kleine Feriensiedlung ist zwar nur ungefähr elf Kilometer von der Partyzentrale El Arenal entfernt. Dennoch hat der Küstenabschnitt nicht ein Quantum damit gemein. Das fängt schon damit an, dass wir unbedingt ein Navi empfehlen, wenn sie die Tauchschule Top Dive neben dem Sun Club Eldorado Re-

sort überhaupt finden wollen.

Obwohl die Anlage relativ großflächig angelegt ist, liegt sie eher versteckt abseits der Hauptstraße. Über Mangel an Zuspruch wollen sich Basisleiter Miguel Pascual –

der unter anderem hervorragend Deutsch spricht – und sein teilweise deutsches Team deswegen aber nicht beschweren. Top Dive

ist vor allem als Ausbildungsbasis

Mit dem Minibus fährt die Basis zum Platz Delta. Er ist ideal für erste Kurs-Tauchgänge 8


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Die Basis liegt gleich neben dem Sun Club Eldorado Resort

Das Top Dive Schlauchboot ist in El Arenal stationiert

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Delta ist ein idealer Tauchplatz fĂźr die ersten Unterwassererlebnisse

Die Tauchschule ist besonders bei Anfängern beliebt

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Guckscht Du hier: Bei den ersten Kurstauchgängen sind Doradenschwärme und mit Glück auch schon ein Oktopus zu sehen

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bekannt. Ganz nahe bei der Ferienanlage bietet sich somit vor allem für Hotelgäste eine gute Gelegenheit für erste Kontakte mit dem Tauchsport. Anmeldung und Schulungsraum liegen in einem schattigen Pinienhain. 30 Ausrüstungen und die regelmäßigen Gästezahlen belegen die Erfahrung der Tauchschule. Kein Wunder, dass Anfänger und viele Taucher, die eine längere Pause gemacht haben, sich hier wohl fühlen. Für den ersten Tauchgang geht es mit einem der drei Minibusse ein paar Kilometer weit nördlich an der Ostflanke der Bucht von Palma entlang. Immer noch weit weg von der Stadt liegt ein felsiger Küstenabschnitt mit dem Tauchplatz Delta. Nach einem kurzen Fußmarsch vom Parkplatz ans Wasser zeigt sich der Einstieg fast wie bei einem Swimming-Pool. So können die Tauchanwärter zunächst bequem wie an einem Beckenrand sitzen und die Füße im Wasser baumeln lassen. Bald danach geht es ins rund zehn Meter tiefe Tauchrevier. Gleich beim ersten Abstieg tummelt sich fast immer ein Doradenschwarm und die kleinen bunten Meerjunker um die Anfänger – gelegentlich beäugt von einem Oktopus, der zwischen den Steinen Deckung gesucht hat. Im Programm der Basis sind viele flache, stressfreie Plätze. „Im März, April und Juni fahren wir einen Spot an, wo wir sogar Adlerrochen in 14 Meter Tiefe sehen können“, sagt Miguel. So macht Tauchen lernen Spaß. Für erfahrene Aquanauten werden Schlauchboot-Fahrten angeboten. Die starten im Yachthafen von El Arenal. Längere Tauchausflüge führen beispielsweise bis in die Cala Figuera, zum Marinepark Cala Ratjada und sogar in Sichtweite der Insel Cabrera. 13


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Wie Steckmuscheln verlangt auch das Seegras nach einer guten Meerwasserqualität (ob.). Auch die kleinste Muräne hat spitze Zähne (ganz ob. re.). Zählt zu den ängstlichen Bangbüchsen: Schleimfisch (ob.). Lässt sich vom Drachenkopf nicht behaupten (re.) 14


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Info Beste Reisezeit April bis Oktober. Wie komme ich hin? Flug nach Palma de Mallorca; Mietwagen empfohlen. Tolleric ist an der Westküste Mallorcas rund 21 km vom Flughafen und etwa 11 km von El Arenal entfernt. Wohnen Die Basis liegt neben dem Sun Club Eldorado Resort (www.sunclubresort.com/de), einer größeren Anlage mit den typisch vielfältigen Angeboten eines großen Ferienhotels. Tauchen Die Basis wird vom deutschsprachigen Tauchlehrer Miguel Pascual (re.) geleitet. Das Schlauchboot für 12 Taucher liegt im Yachthafen von El Arenal, erste Kurstauchgänge finden von Land statt. Rund 15 Tauchplätze, darunter im Schutzgebiet von Cala Ratjada, in der Cala Figuera und gegenüber der Insel Cabrera. Ausbildung Kurse nach PADI und SSI bis AOWD. Ausflüge Ganz klar: wer in Tolleric sein Domizil aufschlägt darf den Besuch vom nahegelegenen Palma nicht auslassen. Partypeople finden in El Arenal ihr El Dorado. Kontakt www.mallorcadiving.com, http://www. dive1.net/de/, info@dive1.net (deutsch) 15


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Port Adriano hat spätestens mit der Eröffnung seines neuen Yachthafen 2012 den Status eines Geheimtipps auf Mallorca verloren. Na und? Bekannt oder berühmt zu sein bedeutet noch lange nicht, dass sich das bei der breiten Masse verbreitete gängige Image vom Party-Mallorca auf jede Ecke der Insel übertragen lässt. Nur weil irgendwo Hotels und Appartements stehen, herrschen nicht gleich die Sitten des (vermeintlich) sündigen Babylons. In Port Adriano neben dem Örtchen El Toro ist eher das Gegenteil der Fall. Dafür hat nicht zuletzt der französische Star-Architekt und Designer Philippe Starck gesorgt. Er hat die ehemals kleine Marina zu einem der modernsten, luxuriösesten und ja, zu einem der coolsten Yachthäfen des Mittelmeerraums gemacht. Nicht, dass Sie nun glauben, Ihr Lieblingsmagazin für Tauchen in Europa mutiert zur Postille für Freizeitkaptäne. Aber es ist schon beeindruckend mit dem Tauchboot dort hindurch zu fahren, die durchdachte harmonische Architektur und die schmucken Yachten davor zu sehen. Irgendwann ist ja auch jeder Tauchgang mal vorbei, und kleine Häfen mit ihren Cafés sind schließlich Teil der Charakteristika eines Mittelmeerurlaubs. Auch wenn sie nicht uralt sind. Vor dem Bummel über die Promenade(n) mit ihren Geschäften oder dem Besuch in einem der Restaurants und Bars geht‘s für uns Taucher aber natürlich erstmal ins Meer. Für den Unterwasser-Teil des Port Adriano Abenteuers tragen im Mar Balear Tauchcenter Ayelen Ganser, gebürtge Fränkin mit deutschem Vater, und der in Havanna geborene Tauchlehrer und 16


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Die Marina von Port Adriano, Heimat des Mar Balear Dive Centers, wurde 2012 nach den EntwĂźrfen des franzĂśsischen Star-Designers Philippe Starck neu gestaltet 17


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Cheftaucher Carlos Castex – Spitzname „Cuba“ – Sorge. Gut für uns Alemannen, die nicht zwingend der Sprache von Picasso, Dalí und Don Quixote mächtig sind: Ayelen und Carlos sprechen (unter anderem) fließend Deutsch; Cuba hat das an der Uni in Havanna sogar studiert. Getaucht wird rund um die Landzunge von El Toro mit seiner vorgelagerten Insel, vor der Isla Malgrats sowie vor umliegende Buchten und Felseninseln. Mit El Toro, Malgrats, Dragonera und dem Cabrera-Archipel (divingEurope 2|2017) stehen gleich vier Marineschutzgebiete auf der Liste der Tauchreviere.

Tiere wie Oktopus und Nacktschnecke sind Fotomotive, die fast immer auch mit einer kleinen Foto- oder Videokamera eingefangen werden können

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Foto: Olaf Tausch/Free licence GNU

Dass in einer Edel-Marina wie Port Adriano keine Bretterbude als Basis zu finden ist, dürfte jedem klar sein. Was Oscar Espinosa mit seiner Tauchschule allerdings an den Kai des Yachthafens gestellt hat ist à la bonheur und besonders in organisatorischer Hinsicht bemerkenswert. Schließlich kommen wie nach Port Adriano selbst auch hierher Gäste aus ganz Europa. Naturgemäß bringen die nicht alle ihre eigene Ausrüstung mit. Macht aber nichts, denn davon ist wahrlich genug da. Wer sein eigenes Zeug dabei hat, findet dafür in der Basis genügend Platz für die Zeit des Aufenthalts. Tauchgänge finden täglich mehrmals statt.


Die Inselgruppe Malta, Gozo und Comino bildet ein ganz besonderes Tauchrevier im Herzen des Mittelmeers – nur 3 Flugstunden von Deutschland entfernt. Hier finden sowohl Anfänger als auch erfahrene Taucher optimale Bedingungen vor.

Malta & Gozo

TauchParadies

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it ihren natürlichen Häfen, offenen, aber auch geschützten Buchten, Klippen, Felsenriffs und zahlreiche Schiffswracks laden die Inseln zu einer spannenden Entdeckungsreise unter Wasser ein. Die Wassertemperatur im Sommer beträgt im Durchschnitt 23ºC; zwischen Dezember und März fällt sie lediglich auf 13ºC bis 15ºC.Bis zu 30 Metern Tiefe sind die Sichtverhältnisse ausgezeichnet, was Malta zu einem Traumziel für Unterwasserfotografen und Fans von Nachttauchgängen macht. Auch über Wasser haben die Inseln viel zu bieten. Tauchurlauber können nicht nur eine spannende Zeitreise durch 7000 Jahre Ge-

schichte unternehmen und die köstliche, mediterran-orientalische Inselküche genießen. Maltas und Gozos Eventkalender ist das ganze Jahr über prall gefüllt – von religiösen Festen bis hin zu Pop, Klassik oder Jazz. Das Sportangebot zu Lande kann sich ebenfalls sehen lassen – wie wäre es mit einer abwechslungsreichen Mountainbike-, Wander- oder spannenden Klettertour? Weitere Informationen und kostenfreie Broschüren unter info@urlaubmalta.com www.mein-malta-urlaub.de www.visitmalta.com www.pdsa.org.mt

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Das Mar Balear Dive Center ist in der Marina von Port Adriano (li. ob.). In Sachen Tauchen hat Carlos Castex (li. u., re.) die Federführung, die in Deutschlad aufgewachsene Ayelen Ganser (li. u., li.) ist für das Organisatorische an Land verantwortlich. Auch auf dem Tauchboot gibt es keine Verständigungsprobleme, denn Carlos spricht ebenfalls fließend Deutsch. Täglich gibt es insgesamt fünf Ausfahrten mit den beiden Booten (ob.) 21


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Das Kuriosum der Farbe Rot: Taucher wissen, dass sie unter Wasser ab fünf Meter Tiefe ohne Lampe praktisch nur noch dunkelblau wahrgenommen werden kann. Ob das Tiere wie der Kleine Drachenkopf auch ahnen?

Auf dieser Basis heißt mehrmals nicht wie oft nur zwei- oder drei Mal, sondern tatsächlich eben mehrmals: es geht um 9, 10, 11, 12 und nochmal um 17 Uhr hinaus. So können die Gäste bei rechtzeitiger Anmeldung ihren Urlaubstag rund um den oder die Tauchgänge ganz individuell planen. Als wir am Kai das Tauchboot zurück kommen sehen und Carlos kurz darauf an Land springt ruft er uns zu: „Ihr könnt schon Euer Nitrox checken, Jacket und Re22

ger montieren. Ich bin in ein paar Minuten wieder da!“ Während wir wenig später ablegen, erklärt uns Cuba: „Heute muss ich für einen Kollegen einspringen. So kurz hintereinander ins Wasser zu hüpfen ist nicht der Alltag bei uns. Etwas anderes schon: Wenn jemand mit uns tauchen möchte vertrösten wir die Leute nicht gern auf den nächsten Tag.“ Riesenkähne für Massentaucherei, wie sie aus einigen anderen Ecken der Welt bekannt sind, finden sich im Mittelmeer kaum, und auch die beiden schnel-


eine andere Art Mallorca zu entdecken M A L L O R C A D IV IN G

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In den Meeresschutzgebieten bei Port Adriano hat sich die Unterwasserfauna längst erholt. So gibt‘s auch wieder Zackenbarsche

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len Feststoffrumpfboote „Kraken“ und „Samundra“ können nur eine überschaubare Zahl von Tauchern mitnehmen. Die nächsten Tauchplätze sind in den Schutzgebieten El Toro östlich vom Hafen und westlich um die Isla Malgrats. Allein hier gibt es fünf Tauchplätze. Die Tiefen reichen von wenigen Metern bis hinab auf 50. Bevor jetzt wieder irgendjemand den Vereinsmeierzeigefinger hebt – immer daran denken: Da muss ja keiner hin und jeder hat einen Kopf zum Nachdenken. Einer der Topspots dieser Ecke ist der Kanal zwischen der großen und der kleinen Insel. Naturgemäß lieben Großfische wie Barrakudas solche Stellen und so wundert‘s auch nicht, dass hier besonders viele Zackenbarsche zu sehen sind. An der über 30 Meter steil in die Tiefe stürzenden Wand im Süden können erfahrene Taucher runter auf etwa 40 Meter. Hier kreuzen gelegentlich kleine Vertreter der Thunfischfamilie vorbei, manchmal sind Wolfsbarsche zu sehen, fast immer Meerraben, und die Barrakudas sind eh fast so etwas wie eine Stammbesetzung am Punta Malgrats. In der Wand verstecken sich Muränen, die im Mittelmeer allgemein zwar keine Monstermaße erreichen, aber mit ihren goldenen Sprenkeln immer hübsch anzusehen und zu fotografieren sind. Langusten und Drachenköpfe sind gut getarnt und/oder in Felsspalten gut versteckt; auch deswegen gehört eine Tauchlampe in europäischen Gewässern zur Standard-Ausrüstung. Selbst wenn hier gelegentlich Strömung herrscht gelten diese Plätze als nur mäßig schwierig. Ein bisschen anspruchsvoller ist der Tauchgang in der Cova de Sa Madona. Das aber nicht wegen der Tiefe von rund sieben bis 25 Meter, sondern allein wegen 26

Ziemlich blauäugig: Einsiedlerkrebs

der Höhlencharakteristik. Ihren Namen hat sie von einer Madonnenstatue im Inneren. Keine Lust auf Höhle? Das stellt hier niemanden vor ein Problem. Alternativen bietet Mar Balear schließlich reichlich. Von den kurzen Anfahrten nach El Toro oder den großen Ausflügen in die Marineschutzgebiete um die Inseln Cabrera und Dragonera ist für mehr Abwechslung gesorgt, als in einer Woche betaucht werden kann. Dazu zählen auch ein paar Wracks, die vor dem Westdeich in der Bucht von Palma bis zu 28 Meter tief liegen. Zwei davon, mit einer Länge von über 40 Metern, sind bei den Tauchern als nördliches und südliches Wrack bekannt. Hier kommt richtiges Alteisen-Feeling auf, auch wenn sich vielleicht nicht jeder durch das Innere hindurch traut. Letztendlich ist Mallorca auch im Südwesten eine Menge Zeit an Land wert (siehe divingEurope 2|2017; Link dorthin auf Seite 128). Aber es sagt ja niemand, dass Port Adriano nur eine einzige Reise lohnt.


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Info Beste Reisezeit April bis Oktober. Wie komme ich hin? Flug nach Palma de Mallorca; Mietwagen empfohlen. Port Adriano liegt 53 km vom Flughafen entfernt im Südwesten der Insel. Wohnen Auf der Homepage der Tauchbasis werden aber unter dem Menüpunkt „Andere“ fünf Orte mit je einer Vielzahl von Hotels genannt. Auch ohne Mietwagen kein Ptoblem: es gibt einen Shuttle zur Basis und zurück. Tauchen Bootstauchgänge (2 Schlauchboote/je 12

Taucher), ca. 30 Tauchplätze von der Bucht von Palma im Osten über die Insel Sec, das Meeres-Schutzgebiet Isla del Toro, Islas Malgrats, die Höhle von Sa Madona und La Mola bis hin zum Naturpark Dragonera im Westen. Tipp: Tagesfahrten nach Cabrera und Dragonera lohnen sich immer. Ausbildung Kurse nach PADI bis Dive Master. Nitrox, Tech-Tauchen, Kindertauchen, Apnoetauchen. Kontakt www.mallorcadiving.com, www.marbalear.com, contacto@marbalear.com (auch in Deutsch)

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Wir können nur immer wieder betonen: wir sind ist nicht in der Landschaft der Toskana, sondern auf Spaniens größter Mittelmeerinsel (li. o.)

Trubel? Party? Mag hier und da sein. Aber sicher nicht auf dem Land oder in den Naturschutzparks wie Cabrera und Dragonera (ob.)

Divecard Mallorcadiving Dem Tauchbasenverbund Mallorca Diving sind sieben Tauchschulen angeschlossen. Sie verteilen sich an der Nord-, Ost- und Südküste der Insel. Zusammen haben sie die „Divecard Mallorcadiving“ herausgegeben. Egal wo sie gekauft wird können die Tauchgänge mit jeder der sieben Basen durchgeführt werden. Die Begleitung durch einen Guide ist eingeschlossen. Info und Buchung: www.mallorcadiving.com.

Tauchgebiet Mallorca

Die größte der Balearen ist abseits der Disko­ meilen eine wunderbare Insel. Tauchgebiete wie in den Tropen darf allerdings niemand erwarten; wir reden schließlich vom Mittelmeer. Die Tiefen liegen im Sporttauchbereich. Der Schwierigkeitsgrad ist meist einfach bis mittel, selten schwer.

Das muss sein! Kein (Tauch-)Urlaub auf Mallorca ohne eine authentische Paella (li.)

Die Unterwasserlandschaft ist durch Höhlen und Felsriffe geprägt. Fächerkorallen gibt es um Mallorca allerdings nicht. Besonders fischreich sind Tauchplätze in den Meeresschutzgebieten.

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San Telmo ist der vermutlich untypischste Ort an der Küste Mallorcas. Zu behaupten „vom Tourismus vergessen“ wäre eindeutig gelogen. Im Vergleich zu den mit Abstand meisten anderen Orten, die wir auf unserer ausgiebigen Inselrundreise gesehen haben, handelt es sich hier für mallorquinische Verhältnisse trotzdem eher um ein verschlafenes Nest. Bei dem übrigens nie ganz klar ist: heißt es nun San Telmo oder Sant Elm? Des Rätsels Lösung: ein mal Mallorquin und einmal Spanisch ...

Foto: Ingo Mehling/CC License

Die Anfahrt führt auf dem letzten Abschnitt durch eine hügelige Landschaft und ohne Navi könnte man den Eindruck gewinnen, als wollten die da gar nicht wirklich gefunden werden. Klar gibt es den Ortskern mit einem kleinen Hafen, Cafés, Bars, Restaurants und Läden. Aber alles im Rahmen. Die Tauchbasis, die wir Ihnen vorstellen, liegt noch wieder hinter diesem – nennen wir es mal so: touristischen Zentrum. Oben auf einer Klippe, umgeben von ein paar netten kleinen Häuschen, hat der Schwabe Mathias Günther seine Basis Scuba Activa. Wer gut aufgepasst hat beim Lesen der vorigen Sätze, wird vielleicht denken „Klippe – und Tauchbasis oben?“ Ja, so isses, ist aber auch wieder nur halb so wild, wie es sich anhört. Die Rede ist ja nicht von einem 100 Meter Gefälle. Nur ein paar Schritte kurz ums Häusereck führt eine Treppe hinunter zum Wasser, und dort liegt schon das Tauchboot. Nicht genug mit dieser erfreulichen Nachricht: Das große felsig-grüne Teil gleich ein paar Hundert Meter weiter übers Wasser ist bereits die Insel Sa Dragonera. 30

Das unbewohnte Sa Dragonera vor San Telmo ist etwa vier Kilometer lang. Höchster Punkt seit dem 16. Jahrhundert: der (ehemalige) Leuchtturm Far Vell


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Foto: Henning von See/CC License

Der Unterwassernaturschutzpark dort gilt unumstritten als eines der Top-Tauchreviere von Mallorca. Klar auch, dass sich bei so einem Namen reichlich Mythen um die Insel ranken. Die naheliegendste Geschichte könnte – der Name lässt es ja erwarten – von Drachen handeln. Mit viel Einbildung soll die Silhouette der Insel einem schlafenden Drachen ähneln. Wahrscheinlicher ist dagegen, dass es sich bei der Namensgebung nicht um feuerspeiende Fantasiewesen drehte, sondern um die endemische Dragonera-Eidechse. Einigen Quellen zufolge war sie das einzige Wirbeltier, das schon vor dem Menschen auf der Insel war. Spätestens im 16. Jahrhundert erhielten die Mini-Drachen für eine Zeit lang Dauergesellschaft. Seitdem steht auf der circa vier Kilometer langen Insel an ihrer höchsten Stelle bei 353 Meter ein Leuchtturm. Mittlerweile natürlich längst Ex-Leuchtturm, und auch das mit der Dauergesellschaft hat sich schon lange erledigt. Nur von April bis Oktober landen Boote an. Die Besucher können am Wasser liegen

und sich auf den wenigen Wanderpfaden bewegen – auf jeden Fall aber bei der meist herrschenden Hitze sich den Schweiß aus den Leibern treiben. Das mag mal ganz schön sein, Taucher zieht es jedoch (auch) unter Wasser. Denn schließlich, das darf man getrost behaupten, steht das Naturerlebnis dort dem an Land in nichts nach. Überall da, wo Fischen und Angeln im Mittelmeer verboten ist und das kontrolliert wird, haben sich die Bestände der ansässigen Tierwelt erholt. Das ist an mehr als 30 Tauchplätzen, davon etwa 25 an Dragonera, ebenfalls zu sehen. Als Raubfische sind Barrakudas dabei immer ein gutes Indiz dafür, dass die Nahrungskette bis an das obere Ende der Skala funktioniert. Die schlanken Silbertorpedos sind bestens am – Überraschung: – Barracuda Point des Cap Tramuntana zu beobachten. Am Nordende der Insel gelegen weist die Stelle eine Besonderheit auf. Egal woher das Wetter kommt, es kann in drei Richtungen getaucht werden. Im Klartext: es gibt keine Ausrede wegen schlechten Wetters nicht

San Telmo ist nicht groß. Die Tauchschule Scuba Activa liegt im Ortsteil auf der Klippe hinten im Bild (li.)

Von der Basis geht es kurz ums Eck und dann eine Treppe hinunter zum Schlauchboot (re.) 32


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Im Norden von Sa Dragonera sind die Sichtweiten zeitweise schlichtweg phänomenal. Der Anker liegt im Flachwasser auf 12 Meter; fßr Fotografen und Filmer ergeben sich schon hier wunderbare Lichtspiele

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Im Basishaus mit der Anmeldung gibt es auch einen kleinen Shop (li. ob.) Davor ist Platz zum Vorbereiten und ein kleiner schattiger Garten für die Pflege der Logbücher (li. u.)

zu tauchen. Vor allem aber: Die Barrakudas sind dort in wahren Hundertschaften das ganze Jahr über anzutreffen. Warum wohl – natürlich weil sie hier alle genug zum Fressen finden. Das lockt auch weitere große Fische an, etwa Zahnbrassen und Bernsteinmakrelen. Weil hier auch teilweise phänomenale Sichtweiten herrschen, zählt der Barracuda Point

als einer der fischreichsten Plätze um Dragonera zu unseren Top-Picks an der Insel. Selbst wenn es durch den Kanal zieht bietet die Landschaft mit ihren Felsblöcken immer ein gewisses Maß an Strömungsschatten. Am anderen Ende von Dragonera, im Süden, liegt das Kap Llebeitx. Hier sind mehrere Tauchgänge nötig, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Sie las-

Adrenalin im Atlantik Highlights der Azoren

Faial

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Rund um Dragonera gibt es über 30 Tauchplätze. Am Kap Llebeitx betragen die Sichtweiten bis zu 40 Meter

sen sich aber so gestalten, dass das Kap für Taucher jeden Erfahrungsstands möglich wird. Dafür gibt es zwei Felsplateaus, während die bis auf 50 Meter abstürzende Steilwand eher den geübten Tauchern vorbehalten

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bleibt. Gleiches gilt für die Höhle mit ihren zwei Ein- respektive Ausgängen. „Ans Kap fahren wir nicht nur für tiefe Tauchgänge. Klasse ist es da auch nachmittags, wenn das Sonnenlicht über die Kante der Wand fällt“, erzählt Mathias und sagt noch: „da sollte auch regelmäßig ein Blick ins Blaue

geworfen werden. Durch die exponierte Lage ist der Platz immer für große Tiere gut, die aus dem Freiwasser näher kommen und an der Insel vorbeiziehen. Hier sehen wir sogar immer wieder mal Mondfische.“ Unter all den Plätzen im Marinepark hervorzuheben sei nicht zuletzt die kleine 39


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Die intakte Nahrungskette sorgt für die typischen Mittelmeerfische fast jeder Größe

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Felseninsel Isla Mitjana. Im Grunde ist sie nur ein Felsklotz, circa 50 Meter lang. Der liegt zwischen Sa Dragonera und Sant Elm. Aber – Äußerlichkeiten täuschen und wie im richtigen Leben ist es gut, den Dingen auf den Grund zu gehen. In diesem Fall entpuppt der sich als mehrere Hundert Meter langer Ausläufer des unspektakulären Teils über Wasser. Im Kanal zwischen Festland und Insel fällt der Stein schließlich auf ungefähr 20 Meter ab, wo er im Sandboden verschwindet. Bedingt durch den besagten Kanal sind hier bei ruhigem Wetter sage und schreibe 50 Meter Sicht drin. Charakteristisch für eine Topographie, wie sie dieser Platz aufweist, sind ausgedehnte Seegraswiesen. Großohrige Steckmuscheln belegen eine gute Wasserqualität, sonst wären die nämlich nicht da. Mönchsfische bilden wie fast überall große Schwärme, Doraden, Brassen und Goldstriemen sind zu sehen. Im Seegras verstecken sich junge Oktopusse, manchmal schweben Sepien darüber. Zudem gibt es zwei Höhlen. Eine davon ist so gigantisch, dass eine ganze Tauchgruppe nebeneinander hindurch passt. Für Abwechslung ist also allein schon mit den rund 25 Tauchgangsmöglichkeiten im Park von Sa Dragonera gesorgt. Bei solchen Optionen dürfte auch im Südwesten Mallorcas das Wiederkommen eine süße Pflicht sein.

Das Cap Tramuntana ist mehr als einfach nur ein sicherer Tauchplatz bei jedem Wetter. Außer den guten Sichtweiten sind die entspannten Barrakudas einer der Höhepunkte

Info Beste Reisezeit April bis Oktober. Wie komme ich hin? Flug nach Palma de Mallorca; Mietwagen empfohlen. Sant‘Elmo liegt circa 45 km vom Flughafen entfernt im Südwesten Mallorcas. Wohnen Travel Activa Mallorca vermittelt Ferienwohnungen und weitere Unterkünftsmöglichkeiten. Tauchen Die Basis Scuba Activa von Mathias Günther (re.) liegt in einem kleinen Ortsteil abseits des Trubels auf einer Klippe. Bootstauchgänge (Schlauchboot für ca. 12 Taucher), mehr als 30 Tauchplätze, Fahrtzeit zum Top-Tauchgebiet Insel Dragonera nur 10-30 Minuten. Tagesfahrt nach Cabrera in Kooperation mit der Basis Skualo Porto Cristo möglich. Ausbildung Kurse nach PADI und SSI bis Divemaster. Ausflüge Die relative Nähe zur Altstadt von Palma de Mallorca (35 km) macht Abstecher dorthin prinzipiell jederzeit möglich (Park-Tiefgarage an der Uferstraße vor der Kathedrale). Kontakt www.mallorcadiving.com, www.scuba-activa.com, info@scuba-activa.com

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Alcúdia ist der nördlichste Standort der von uns vorgestellten Tauchbasen. In Teil 1 des Specials sind wir im Uhrzeigersinn sozusagen bei „Drei Uhr auf der Landkarte“ in Portocristo gestartet. Nun ist es – geographisch betrachtet – kurz vor 12. Das dachten wir allerdings tatsächlich kurz in noch einem ganz anderen Sinn, als uns gegen Ende auf dem Weg dorthin an der Straße Hinweisschilder den Weg nach Bonaire weisen wollten. Das ist aber kein Witz für Ortsunkundige, sondern ein Gemeindeteil der Kleinstadt Alcúdia. Die zeigt sich auch sonst ziemlich verzweigt. Wer naheliegend glaubt die Basis Skualo Alcúdia in Port d‘Alcúdia zu finden, also dem große Yachthafen, kann dort noch vor dem Aussteigen gleich wieder kehrt machen. Die Tauchschule liegt nämlich nicht an der riesigen Bahia d‘Alcudia (oder mallorquinisch: Badia d‘Alcúdia). Vielmehr ist es in einer Bucht weiter nordwestlich: in der Bahia de Pollensa (Badia de Pollença). Und wirklich in Bonaire, keine hundert Meter von der örtlichen Marina entfernt. In der Pollensa-Bucht befinden sich gleich eine ganze Reihe von Tauchplätzen. Allen voran steht das Cap de Formentor und die kleine Insel Formentor Island genau in nördlicher Richtung der Bootsanleger. Die gigantische Bucht wird an ihren in nordöstlicher Richtung verlaufenden Seiten beinahe durchgängig von einer Felsküste gesäumt. Der Ort Formentor und ein wenige weitere Stellen sind eher sandige Ausnahmen. Die andere Region, die angefahren wird, ist die Gegend am Cap Pinar. Insgesamt gibt es in der Badia de Pollença ungefähr zwei Dutzend Plätze. Darunter solche für alte Hasen ebenso wir für Tauchneulinge. 44

Am Cap de Formentor warten atemberaubende F schaften in nahezu jeder sorglos erreichbaren Tie


Felslandefe

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Skualo Alcudia fährt mit zwei Booten rund zwei Dutzend Tauxchspots an (Fotos ob.). Die Basis selbst befindet sich etwa 100 Meter vom kleinen Yachthafen vom Alcúdia-Ortsteil Bonaire entfernt. Das Team der Tauchschule ist Deutsch und Spanisch. (Fotos li.)

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Natürlich lassen sich viele Tauchgänge fast immer so oder so gestalten. Wer die Unterwasserlandschaft am Cap de Formentor genießen will, tut sich aber deutlich leichter, wenn das Logbuch schon Erfahrung belegt. Das meinen wir nicht nur wegen der Drop Offs und Höhlen. Zumindest die tieferen Passagen erfordern 48

Wissen um das was man tut, denn die können schon mal eine 5 als erste von zwei Dezimalziffer auf den Tiefenmesser bringen. Gekrönt wird das Taucherlebnis nicht durch einen solchen Tiefeneintrag, sondern vielleicht durch vorbeiziehende Thunfische.


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Die exponierten Felsenrffe am Cap De Formentor beheimaten große Zackenbarsche, Muränen, Meerraben und natürlich auch Fadenschnecken (von li. ob.)

Weniger Glück ist für Zackenbarsche und Muränen von Nöten, gelegentlich sind Meeraale zu sehen. Insgesamt hat die Steilwandszenerie dort so viel zu bieten, dass selbst bei mehreren Tauchgängen keine Langeweile droht. In Sachen Tiefe und Großfisch unspektakulärer zeigt sich das Meer gar nicht weit entfernt an den Formentor Steps, lädt dafür aber auch Anfänger ein. Zu sehen gibt es hinter den ausgedehnten Seegraswiesen interessante Felsformationen. Entspannt durch Canyons und durch Unterführungen zu tauchen hat auch was. Goldstriemen, Doraden, Zweibindenbrassen und Mönchsfische runden das Bild dabei ab. Vom Kap bis zur Isla de Formentor gibt es allein schon etwa zehn Plätze. Rund um die Insel ist es ebenfalls nicht sonderlich schwierig. Obwohl die Tiefe die 20 Metermarke nicht signifikant überschreitet, halten sich im Freiwasser Barrakudas auf, an den Felsen haben vereinzelt kleinere und mittelgroße Zackenbarsche ihr Revier. Interessant ist vor allem die Höhle mit dem Eingang auf rund 13 Meter. Ihr Besuch gestaltet sich relativ einfach. Die tiefste Stelle im Inneren liegt bei knapp über 49


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20 Meter. Einen guten Überblick von oben auf einen Teil des Tauchgebiets von Skualo Alcúdia verschafft ein Besuch des 122 Meter hohen Kap Formentors. Das im Übrigen zu den beliebtesten Ausflugszielen im Norden Mallorcas gehört und entsprechend viele Besucher verzeichnet. Auch rund ums Kap Pinar fährt die Basis zu Plätzen, wobei die Schwierigkeitsgrade eher gemäßigt sind. Hervorzuheben ist vielleicht der bis zu 25 Meter tiefe Spot, der unter dem verheißungsvollen Namen Schweizer Käse bekannt ist. Er eignet sich trotz seiner Höhlen für alle Taucher. Davor bilden die Felsen eine Canyon-Landschaft.

Außerhalb des Wassers hat Alcúdia Dank seiner illustren Historie auch einiges zu bieten. Allem voran ist damit die Altstadt gemeint, in der schon die Römer ihre Spuren hinterlassen haben. Noch immer sind außerhalb der Stadtmauern nahe dem beeindruckenden Tor Ausgrabungen im Gange. Wer sich weniger für Geschichte interessiert: Plätze wie diese beherbergen immer auch kleine Cafés und Bars und das ein oder andere gute Restaurant für einen relaxten Abend. Die Gegend von Alcúdia lohnt eben nicht nur unter dem Meeresspiegel!

Formentor Step heißt die Felsenlandschaft vor dem Kap (u.)

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Foto: Marco Verch/cc-by-2.0 License/Wikimedia Commons

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Wie eng die Altstadt von Alcúdia bebaut ist zeigt sich am besten aus der Vogelperspektive (ob.). Parken kann man in der Nähe des malerischen Stadttors (re.)

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Info Beste Reisezeit April bis Oktober. Wie komme ich hin? Flug nach Palma de Mallorca; Mietwagen empfohlen. Vom Flughafen nach Alcúdia beträgt die Strecke etwas mehr als 60 Kilometer. Wohnen

Zum Beispiel im 4-Sterne-Hotel PortBlue Club Pollentia Resort & Spa (www.portbluehotels.com) oder über Finca Canguillo (www.fincacanguillo.de/).

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Tauchen Täglich Tauchgänge mit zwei Booten für je max. 11 Taucher an insgesamt rund 20 Plätzen. Fahrtzeit 15-30 Minuten, weitere Tauchspots für Küstentauchgänge in der Nähe. Leihausrüstungen im Angebot, Vieltauchern wird aber wie überall der eigene Anzug empfohlen. Nitrox vorhanden. Deutsche und Spanische Tauchlehrer und -guides. Ausbildung Nach SSI bis Dive Master, Nitroxkurse. Ausflüge Mindestens ein Bummel durch die Altstadt Alcúdias muss drin sein. Dort gibt es auch kleine Cafés und typisch mallorquinische Restaurants. Kontakt www.mallorcadiving.de, www.skualo-alcudia.com, reservas@skualo-alcudia.com

Das Mittelmeer von seiner schönsten Seite Tauchen lernen – Elba erleben Ausbildung für Anfänger und Fortgeschrittene Bequemes und sicheres Tauchen Gruppen und Charterangebote 9x nominiert 3x Gewinner des Tauchen-Awards

Damit das mal deutlich gesagt wird: Nicht der Sangria-Eimer mit 15 Strohalmen ist das Wahrzeichen von Mallorca, sondern die alten Windmühlen. Einige sind heute gut gepflegte Erinnerungen an die Vergangenheit vor dem Tourismus

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Mirjana und Markus Schempp

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Alle Fotos: Ronald Brandt

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Spanien/Costa Galida Mittelmeer

MEHR AM MEER Costa Galida – schon mal gehört? Und Murcia? Dann sind wir mal ehrlich: wir wussten auch nicht viel darüber. Aber divingEurope ist ja bekannt dafür, Ihnen auch solche Ecken vorzustellen. Also haben wir die Küste von Alicante bis Águilas besucht. Dabei gab es über den gewohnten Tauchtrip hinaus eine Reihe weiterer interessanter Angebote und Eindrücke. Eine Offerte, die zeigt wie viel Mehr am Meer möglich ist. Von Ronald Brandt

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in Blick auf den unteren Teil der Spanien-Karte zeigt das südöstlich gelegene Zielgebiet, die an der Costa Galida (es bedeutet „warme Küste“) gelegene Region Murcia. In dem für Deutsche touristischen Niemandsland lohnt ein Blick über den Tellerrand, denn hier lässt sich das Mittelmeer-Tauchvergnügen bestens mit weiteren Wassersportarten kombinieren. Nach der Anreise über den Flughafen Alicante führt der Weg zunächst durch die Stadt Murcia, von der die Region ihren Namen hat. Vorbei am von unzähligen Hotelburgen gesäumten Binnenmeer Mar Menor geht es bis nach Cartagena, dem Ausgangspunkt für die bei Cabo de Palos geplanten Tauchexkursionen. Später sollen dann noch die Städte Mazarrón und Águilas folgen.

einfügt. Daneben geben auch wunderschöne Jugendstilbauten Einblick in die jüngere Epoche der 216.000-Einwohner-Stadt am Meer. Bei aller Begeisterung für Kultur und Historie ist divingEurope aber in erster Linie immer noch wegen des Tauchens unterwegs. Und so müssen die historischen Stätten erstmal Warten. Nach etwas mehr als 15 Minuten erreicht unser Kleinbus Capo de Palos, einen typisch spanischen Touristenort. Die wirklichen Qualitäten dieses Städtchens finden sich eher im Verborgenen – unter der Wasseroberfläche. Wie wir alsbald erfahren ist neben des vorgelagerten Küstenabschnitts respektive seines Riffbereichs zudem die Landzunge von La Manga für Taucher interessant.

Hier fanden etliche stolze Schiffe ihr Ende. Die berühmte HafenBei der einzigen SeeIn der Region Murcia liegt die 3000 Jahre stadt Cartagena blickt schlacht des spanialte Hafenstadt Cartagena auf eine 3000 Jahre alte schen Bürgerkriegs ist Geschichte zurück und die „Baleares“ mit 786 verfügt über entspreBesatzungsmitgliedern chend viele archäologische Schätze. Eine versenkt worden. Klingt erstmal gut, aber Reihe von Museen vermittelt diese Historie Wrackfans müssen jetzt ganz stark sein: Das ebenso eindrucksvoll wie die überall zu finSchiff liegt heute in einer Tiefe von 2515 Medenden Kulturbauwerke. ter und damit jenseits von Gut und Böse, egal was für ein Gas auf dem Rücken oder an der Besonders beeindruckend ist hier das in den Seite hängt. Das berühmteste Wrack ist wohl 1980ern entdeckte Teatro Romano. Ein Amauch deswegen die italienische „Sirio“. Das phitheater, das sich heute perfekt ins Stadtbild 4141 Bruttoregistertonnen große Dampfschiff 56


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Costa Brava? Nein: Costa Galida! 57


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lief am 4. August 1906 vor Cabo de Palos auf ein Riff, kenterte und nahm 442 Menschen mit ins 40 bis 65 Meter tiefe Grab. Danach erhielt die „Sirio“ den Beinamen „Titanic des Mittelmeeres“. Daneben finden sich noch etliche weitere Wracks, die teilweise aber dann doch wieder nur für Tech-Taucher zugänglich sind. Leider verhinderten Witterung und Umstände während unseres Besuchs einen Abstieg zum italienischen Wrack. Dafür bot der zehn Schlauchbootminuten entfernte Tauchspot Bajo de Dentro reichlich Ersatz. Die Tauchbasis Planeta Azul hat trotz eines in Teilen stark beanspruchten Equipments (unter anderem gewährte die Gummi-Ummantelung einiger Regler-Schläuche tiefe Einblicke – funktionierten dabei aber sicher und zuverlässig) auch eine Menge Positives zu bieten. Das beginnt schon mit dem Centro de Interpretación de Cabo de Palos (Besucherzentrum), das man vor dem Tauchen unbedingt aufsuchen sollte. Hier wird in einem großen Infobereich die Geschichte der Region anschaulich beschrieben. Ein Übersichtsmodell der gesamten Küstenlandschaft beherrscht den Raum. Die Wände sind mit gut gefüllten Regalen und Vitrinen bestückt, deren Inhalt Bezug auf die regionale Natur und Umwelt, sowie maritime Belange nimmt. Bilder, Grafiken und diverse Exponate runden das Angebot ab. Neben vielem anderen wird der schon erwähnte Untergang der „Sirio“ anschaulich dargestellt. Anerkennung findet das Bemühen von Planeta Azul auch durch den Gewinn von zahlreichen Preisen bei spanischen Dokumentarfilm-Festivals. Nach der Theorie öffnet sich im hinteren Bereich des „Museums“ eine Tür und die Besu58


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Grandios: Das Modell der KĂźste in der Tauchbasis Planeta Azul 59


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cher stehen inmitten der Praxis des Tauchens – sprich: in der angegliederten Tauchschule. Hier wird das benötigte Equipment rasch und zielgerichtet ermittelt und ausgehändigt. Unsere Ausrüstung ist solide, weist dabei aber auch die genannten Gebrauchsspuren auf. Anschließend lädt Guide Gus zum Briefing. Der Einfachheit halber hat er das anvisierte Tauchziel gleich als Model parat. Anhand der detailgetreuen Plastik erklärt er den bevorstehenden Tauchgang, im wahrsten Sinne des Wortes, sehr anschaulich. Die Instruktionen werden entspannt und humorvoll in englischer Sprache vermittelt. Deutsche Taucher sind eben wirklich noch Mangelware in Cabo de Palos. Neben den örtlichen Gegebenheiten geht es vor allem um das Verhalten auf dem Schlauchboot. Es herrscht massive Strömung am Tauchplatz, weshalb die eingespielten Abläufe absolut sitzen müssen. Dann geht es los. Das große Schlauchboot verlässt den Hafen und nimmt den Kampf mit der unruhigen See auf. Nach rund zehn Minuten ist die Ankerboje erreicht und das Boot befestigt. Jetzt geht alles recht schnell. Die Gruppen machen sich fertig und lassen sich

Die wieselflinken Blennys (ob.) bevölkern auch die Riffe des Cabo de Palos. Muränen (u.) gehören wie bei jedem attraktiven Mittelmeerspot ebenfalls dazu

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Anschaulich: in der geräumigen Basis gibt es ein Briefing am dreidimensionalen Riffmodell

rückwärts ins Wasser fallen. Vor dem Start gibt‘s nochmal eine Erinnerung, die dünne Führungsleine in die rechte Hand zu nehmen. Nicht ohne Grund: Sofort nach dem Abkippen ist der Druck der Strömung zu spüren. Und zwar unmissverständlich. Gut, dass sich die 62


Foto oben: Frank Schneider

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Taucher an der dicken Halteleine, die rund um das Boot angebracht ist, nach vorne ziehen können. Kurz vor dem Bug ist die Erlösung in Form der Bojen-Leine. An ihr entlang wird nacheinander abgestiegen. Da ein Gruppenmitglied Probleme hat, wird dieses eigentlich einfache Manöver zum echten Härtetest. Gemeinsam hängt die Gruppe mit dem Guide am Seil, und wird vom Wellengang durchgeschüttelt während die Strömung an ihr zerrt. Hoch, runter, hoch, runter, dabei das Gehäuse der Kamera im Auge behalten, den Flossen der Partnerin ausweichen und aufpassen, dass einem die Strömung die Maske nicht vom Kopf schiebt. Tauchen am Bajo de Dentro, das ist kein Spaß für Anfänger oder Freunde der Bequemlichkeit – zumindest wenn die Strömung so massiv ist wie an diesem Tag. Aber dann ist die Truppe komplett und es geht endlich los: Gus gibt das Zeichen zum Abtauchen. Hand über Hand geht es in die kühle Tiefe. Rund herum bewegen sich unzählige Fische mühelos durch das Wasser. Tja, Taucher sind halt nur bedingt an das so geliebte Medium angepasst… Bevor sich die Zeit zum Philosophieren ergibt (beispielswei-

Frei abtauchen? Kann sein, muss aber nicht. Zur Zeit unseres Besuchs strömte es zumeist. (ob). Liebt dunkle Ecken: der Gabeldorsch (u.) 65


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Warum eigentich ist die Costa Galida so unbekannt? Am Cabo de Palos geht fischmäßig echt die Post ab – fette Zackenbarsche inklusive

se, wie erbärmlich der elegant schwimmende Fisch sich wohl auf dem Trockenen bewegen würde), erreicht die Fünfergruppe den Strömungsschatten des unterseeischen Berggipfels. Jeder prüft seine Ausrüstung und checkt seinen direkten Partner. Alles ist okay. Gus führt uns tiefer in Richtung einer Kante, die auf 22 Meter den Strömungsschatten begrenzt. Hier bläst es tatsächlich derart, dass die Taucher sprichwörtlich wie Fähnchen im Wind am Fels hängen. Es ist anstrengend, aber auch unglaublich faszinierend. In diesem Moment werden alle vom 66

Meeresgott für die bisherigen Mühen entlohnt: Wohin das Auge blickt, Fische, Fische und nochmal Fische. Wir dachten, das langjährige Naturschutzgebiet um die Islas Medas vor Estartit an der Costa Brava wäre die Spitze dessen im spanischen Mittelmeer. Falsch!!! Hier am Cabo de Palos geht es wirklich ab. Schwärme von Makrelen, Brassen und Goldstriemen bilden regelrechte Wände im Wasser. Der Wahnsinn. Das haben wir in dieser Dichte bisher noch nicht im Mittelmeer erlebt. Auch in Puncto Zackenbarsche braucht sich die Costa Galida nicht zu verstecken. Dutzen-


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Die Region Murcia erinnert entfernt an die Costa Brava. Unterwasser scheint es im Süden sogar noch fischreicher. Das entschädigt für die teils starke Strömung

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de von Exemplaren durchstreifen das Wasser beziehungsweise lauern in Spalten und Unterständen auf ihre Beute. Die Größen variieren vom zehn Zentimeter kleinen Winzling bis hin zu den monstergroßen Exemplaren, wie sie auch an den Medas anzutreffen sind. Ein Jammer, dass bei diesen Strömungsver-

hältnissen die Kamera nur sehr eingeschränkt zum Einsatz kommen kann. Egal, dafür entstehen halt mehr Bilder im Kopf. Bilder, die sich mit Sicherheit nicht mehr freiwillig von dieser Festplatte“ löschen lassen werden. Zwischenzeitlich ist eine Schule von ungefähr 80 Zentimeter langen, teilweise gelb einge69


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Noch nicht genug vom Meer gehabt? Eine Whale-WatchingTour ist von Puerto Mazarrón aus möglich (www.rutasdetierraymar. com/en/whale-watching)

färbten, Makrelen auf der „Bühne“ erschienen. Sie bewegen sich völlig souverän und sicher, sind im Augenblick die unumstrittenen Herren des Riffs. Elegant ziehen sie ihre Kreise… und verschwinden wieder im tiefen Blau. Unsere Gruppe bewegt sich nun langsam im Suchmodus über die Felslandschaft. Nacktschnecken, Drachenköpfe, Oktopusse, Meeeraale, Muränen, Langusten, diverse Krabbler und vieles mehr an Getier runden einen Tauchgang der Extraklasse ab. Nach 50 Minuten wird der Aufstieg eingeleitet, es geht schrittweise zurück an die Wasseroberfläche. Welch ein Kontrast. Eben noch die Faszination eines der besten Mittelmeertauchgebiete, die wir bislang gesehen haben und jetzt wieder profaner Kampf gegen die Wellen an der Oberfläche. Das Leinenspiel wiederholt sich dieses Mal ohne die dünne Schnur und führt nun zum Heck des Schiffes. Dort wartet schon ein Besatzungsmitglied, das aus den Flossen und dem Jacket hilft. Dann findet sich auch noch eine helfende Hand, die dem nach vorn Balancierenden den nötigen 70

Halt vermittelt. Bis schließlich alle Gäste wieder wohlbehalten auf ihren Plätzen sitzen, ist dem einen oder anderen Taucher nicht mehr wirklich wohl. Der Wellengang – und das in Folge wild tanzende Boot – sorgt bei manchen Tauchern für grünlich blasse Gesichter und eine eher verhaltene Atmosphäre an Bord. Nur die mit dem ganz stabilen Magen Gesegneten zeigen sich unbeeindruckt… und lassen dies auch gerne die farblich etwas abweichenden Kollegen um sie herum wissen. Nachdem unser Schiff endlich wieder Fahrt aufgenommen hat, ist die Welt schnell wieder in Ordnung. Die allgemeine Begeisterung über das gerade Erlebte stellt den Seegang nun mühelos in den Schatten. Cabo de Palos und vor allem der Bajo de Dentro, das ist eine wirkliche Sensation. Ein Mittelmeer-Tauchgebiet, das man erlebt haben muss. Das nächste Etappenziel war das für seine Sandstrände bekannte Touristenzentrum Puerto de Mazarrón. Glücklicherweise werden


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Städte-Tipps für die Zeit an Land Cartagena Die historische Stadt mit dem wichtigsten spanischen Marinehafen im Mittelmeer ist nicht überlaufen. Lohnenswert: Ausflug zu den Festungsanlagen mit alten Kanonen. Bei Eine Hafenrundfahrt gewährt einen grandiosen Blick auf die beeindruckende Küste von Águilas.

auch im futuristischen Museum: dort ist viel über zwei ihrer geborgenen und restaurierten Schiffe zu erfahren. Bei Puerto de Mazarrón gibt es einen 26 Kilometer langen, unbebauten und naturbelassenen Strand.

Mazarrón Reich an historischen Gebäuden, Burgen, Kirchen und Museen. Bei Cabezo del Plomo ist eine Fundstätte aus der Kupferzeit, in Punta de los Gavilanes liegen Reste einer phönizischen Siedlung aus dem 7. bis 6. Jahrhundert v. Chr. Um die Phönizier dreht es sich

Águilas Der Karneval spielt dort eine große Rolle. Viele Stränden laden zum Verweilen ein. Kulinarisch herausragend ist die Tapas-Tour (info@suresteincoming. com). Hierbei werden in mehreren unterschiedliche Restaurants diverse Tapas-Spezialitäten verkostet.

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Cartagena (li.) blickt auf eine lange Geschichte. Die Römer waren hier, die Sarazenen und Piraten auch. Entsprechend befestigt war die Stadt und ihre Forts (li. Seite ob.). Das Stadtbild anfangs des letzten Jahrhunderts wurde vom Jugendstil geprägt (diese Seite ob.), das beweist das Gran Hotel bis heute (ob. re.). Aber natürlich hat längst auch die Moderne Einzug gehalten (li. Seite u. li.). Den unzähligen Kakteen wird‘s egal sein, die haben schon alles Mögliche und Unmögliche während der illustren Stadtgeschichte an sich vorbeiziehen lassen (li. Seite u. re.) 73


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die vielen Sandstrände von etlichen Buchten und Steilküsten unterbrochen, was für Taucher ja nicht unwichtig ist. Wie im richtigen Leben lagen auch beim Besuch von Mazarrón Licht und Schatten dicht beieinander. Erst schickte uns der örtlich Tauchanbieter CBS (Centro de Buceo del Sureste, www.buceosureste.com) mit seinem Kutter eine Stunde lang über das bewegte Meer, damit wir im Zielgebiet feststellen konnten, dass das Tauchen dort unmöglich ist. Die bis zweieinhalb Meter hohen Wellen rollten ungebremst vor die auserkorene Tauchbucht. Das Resultat: Sicht gleich null, Tauchen unmöglich. Dass auf der Rückfahrt dann noch mehrfach der Motor ausfiel, gab dem Ganzen zumindest eine gewisse Abenteuerkomponente. Schade, da die Basis an sich einen wirklich guten Eindruck machte. Dafür stimmte das zweite Erlebnis vor Puerto Mazarrón. Die fünfstündige Whale-Watching-Tour mit Rutas de Tierra y Mar bescherte den Teilnehmern dieses Mal zwar keine Wale, aber dafür etliche Delfine und Tümmler. Spielerisch schwammen sie immer wieder mit dem Boot um die Wette, sprangen aus dem Wasser oder kreuzten nach Belieben den Kurs. Die Gäste waren von der dynamischen Anmut der Säuger derart begeistert, dass die Kameras regelrecht rauchten. Allgemeines Fazit: Whale Watching vor Mazarrón ist eine tolle Sache. Anschließend stand noch eine Kayaktour auf dem Programm. Die Grímpola escuela náuticain (www.grimpola.com), am Playa de la Ermita, verfügt über umfangreiches Equipment und vor allem das nötige Knowhow. Eine kurze Einführung in das kleine Einmaleins des Paddelns reichte aus, um in der vorgelagerten Bucht weitgehend 74


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AuĂ&#x;er dem in der Stadt gibt es bei Bei Puerto de MazarrĂłn einen 26 Kilometer langen, unbebauten und naturbelassenen Strand 75


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Im Bereich der Bucht macht Kajakfahren richtig Spaß. Nach einer kurzen Einführungsphase kann man dann auch schon zu ersten Touren aufbrechen

problemlos aktiv werden zu können. Unsere fünf Köpfe zählende Gruppe wurde auf drei Einsitzer und ein Zweierboot aufgeteilt. Der Wellengang war zwar deutlich, aber gerade noch so, dass ein anstrengendes, dennoch genussvolles Durchpflügen möglich war. Die Palette des Erlebten reichte vom gemeinsamen Landgang auf einer vorgelagerten Insel bis hin zum grandiosen Surfen auf der Welle. Ein Spaß, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Dem Playa de la Isla vorgelagert wurden zwei Phönizische Schiffe geborgen, darunter das weltweit besterhaltene, das je entdeckt wurde. Um eine 1:3 Nachbildung wurde ein futuristisch anmutendes Dokumentationszentrum errichtet. Neben audiovisuellen Vorträgen wird dort auch eine hervorragende Küche geboten. Zuständig dafür ist das Restaurant Arqua (www.arquarestaurante.es/), das über eine vielfältige Karte verfügt. Historisch bedeutsam sind auch noch die Ruinen einer altrömischen Salzfabrik, die ebenfalls besichtigt werden können. Am Ende der Tour stand Águilas auf dem Programm. Hier gibt es ebenfalls reichlich attraktive Angebote. Neben der Historie begeistert die von Carlos López geführte Tapas Tour.

Nur nicht verkrampfen. Stand-Up Paddeln ist wesentlich einfacher als es aussieht. Am Anfang sollte aber schon auf eine ruhige Wasseroberfläche achten 77


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Mondfisch Begegnungen gehĂśren zu den absoluten Highlights fĂźr viele Taucher. Das ist auch im artenreichen Gebiet von Cabo de Palos nicht anders 78


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Weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist der Carnaval de Águilas. Ein großes Kostümspektakel, das alljährlich stattfinden wird. Auch die aktive Komponente kommt in der südlichsten Provinz Spaniens nicht zu kurz. Im Wassersportbereich des Hotel Puerto Juan Montiel lassen sich erste Gehversuche im Stand-Up Paddeln unternehmen. Und wenn dann die anfängliche Verkrampfung erst mal dem zarten Gefühl des vorsichtigen Beherrschens weicht, macht das auch richtig Spaß. Als unsere Gruppe allerdings in die Nähe der Hafenausfahrt kam, war es um die Freude schnell geschehen. Selbst leichteste Wellenausläufer brachten das Gleichgewicht der Neulinge erheblich ins Schwanken. Rettung bot das ruhige Wasser des Hafenbeckens, in das alle auch umgehend und reumütig, aber sicher zurück paddelten. Die Herausforderung annehmen und sich dem Neuen stellen macht Spaß und bringt gute Laune. Zumal bei den eingefleischten Tauchern der Fokus üblicherweise fast nur unterhalb dem Wasserspiegel liegt. Der Blick über den Tellerrand ist bereichernd und eröffnet Möglichkeiten, die sich mit dem eigentlichen Hobby geradezu perfekt paaren lassen. Die Region Murcia bietet dabei ideale Voraussetzungen. Neben dem Ausrufezeichen Cabo de Palos werden hier vielfältigster Wassersportmöglichkeiten geboten, die weit über das Tauchen hinausgehen. Stellvertretend für diese

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Info Beste Reisezeit März bis Oktober. Wie komme ich hin? Flug nach Alicante (www.aena.es/es/aeropuerto-alicante/destinos.html); Mietwagen empfohlen. Cabo de Palos liegt 115 km südlich, über die Stadt sind es Murcia ca. 150 km. Wohnen Cartagena: Sercotel Alfonso XIII (Stadt– hotel), www.hotelalfonsoxiii.com. Mazarrón: Playa Grande (Strandhotel), www.hotel-playagrande.com. Águilas: Puerto Juan Montiel (Sporthotel), www.hotelpuertojuanmontiel.com.

Tauchen Planeta Azul ist Spaniens erste National Geographic Tauchbasis; ein 5* PADI Resort, Kurse bis Divemaster. Kurze Wege. Bootstauchgänge (Schlauchboote 8,50 m, 12 Taucher) im Naturschutzgebiet. Zudem über 50 Wracks (teilweise tief). Fahrtzeit 5-20 Minuten (Wracks länger). Nitrox im Angebot. Bester Spot: Bajo de Dentro. Ausbildung Kurse nach PADI und SSI bis Divemaster. Kontakt www.planeta-azul.com planeta@planeta-azul.com

Tauchen auf jeden Fall, aber die Region Murcia hat noch viel mehr zu bieten

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Bündelung steht das genannte (Wasser-) Sporthotel Puerto Juan Montiel mit eigener Hafenanlage und einem umfassenden Angebot an Unter- und Überwasseraktivitäten. An Land begeistert Murcia mit seiner fantastischen Natur, die sich in einer großen landschaftlichen Vielfalt präsentiert und von der 250 Kilometer langen Costa Calida begrenzt wird. Das Spektrum reicht vom schier endlosen Sandstrand bis hin zur Gebirgsregion. Berücksichtigt man noch die kulturellen Aspekte und nicht zuletzt die typische Küche, kann das Fazit nur lauten: Die Region ist mehr als eine Reise wert.

Strömung hin oder her: Die Riffe der Costa Galida zählen für uns mit zu den besten, die wir in Spanien gesehen haben. Dazu liegen außerdem ungefähr 50 Wracks vor der Küste. Einige davon allerdings deutlich tiefer als die „Naranjito“ (ob.)

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Alle Fotos: Paul Munzinger

Schweiz SĂźĂ&#x;wasser

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HOCH-TIEF

„Das gesegnete Land“ – so urteilen viele Süßwasserfreaks über die Schweiz. Drei ganz unterschiedliche Spots haben wir betaucht und stellen vor: Fluss, Wildwasser und kleiner Alpensee. Einen Quellsee, eine Höhle und andere Seen präsentieren wir im zweiten Teil unseres Schweiz-Specials. Von Paul Munzinger 83


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Der Altrhein bei Diepoldsau macht Lust aufs Tauchen 85


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In der Schweiz gibt es unterschiedliche Gewässer: klare Wildwasser, kalte Eisseen, herrliche Alpenseen und glasklare Quellteiche. Wer Lust auf nostalgisches Helmtauchen hat, auch kein Problem. Ein gesegnetes Land eben! 87


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er hat`s erfunden?“ Wir sprechen jetzt nicht von den „Kräuter- Möggli, Kräuter-Täfeli“ oder "Kräuter-Zeltli", sondern von speziellen Tauchtabellen, den bekanntesten Tauchcomputern, der immer aktuellen Sichtweitentabelle im Netz, dem Luftverbund der Diveshops, den informativen Hinweisschildern an Gewässern, um nur einiges zu nennen. Alles Schweizer Gedankengut und wer es noch nicht weiß: bis heute hält trotz amerikanischer Anstrengung durch das Woods Hole Institut den Weltrekord im Tieftauchen einer der Eidgenossen: es waren exakt 10910 Meter Tiefe im Marianengraben östlich der Philippinen, den Jacques Piccard mit dem US-Marineleutnant Don Walsh am 23. Januar 1960 mit der „Trieste“ erreichte. Ein Rekord für die Ewigkeit? Das zentrale Land in Europa war schon immer eine Ideenund Denkfabrik; spricht für gute und präzise Qualität sowie Organisation. Das trifft auch für den Tauchsportsektor zu. Schweizer Basen im Ausland haben immer das gewisse Etwas. Warum es aber ausgerechnet diese Landratten weltweit immer wieder zu aquatischen Ehren bringen neben dem durch ihre Gipfel bedingten Höhendrang, liegt wohl an der Geographie des Landes. Denn die Eidgenossen werden regelrecht vom Wasser eingekesselt: dem Boden- und Gen88

fersee, dem Lago Maggiore, dem Alpenrhein, dem Hochrhein und dem Fluss Doubs. Insgesamt besitzt das kleine Land etwa 1500 Quafratkilometer an Wasserfläche, etwa vier Prozent des Landes sind also flüssig, absolut ideal für Wasserratten. Die Wasserqualität ist meist gut, denn Umwelt und Naturschutz werden hier ganz groß geschrieben. Schon seit langem ist Tauchen in den Schweizer Seen ein fester Begriff. Doch es gibt eine ganze Latte mehr an wirklich tollen Spots und Gewässern, die uns eher unbekannt sind. Sie liegen weit verstreut sowohl im deutschsprachigen, als auch im französischen-, italienischen- oder rätoromanischen Teil, in Regionen auf über 2000 Meter Höhe in den Alpen oder knapp 400 Meter im Alpenvorland. Wo wir die ganzen anderen lohnenden Tauchgewässer aus den insgesamt 1528 Seen herzaubern und auf deren Tauchtauglichkeit filtrieren? Ganz einfach, es gibt ein Standardwerk für Taucher im Land der Jodler und Alphornbläser, den dicken „Dive Guide“ von Claudia und Norbert Eisenlohr aus Winterthur. Das Mammutwerk beschreibt 454 Tauchplätze von 95 Seen und Flüssen. Ein Muss ist auch der Tauchführer „Rund um Bern“ von Tauchsport Käser. Nimmt man noch die aktuelle Seite des Tauchclubs Aarau hinzu, ist man bestens

gerüstet für das Tauchabenteuer Schweiz, denn nützliche Links gibt’s dazu nebenher en masse. Selbst, wenn man einen ganzen Jahresurlaub verprasst, sieht man nur einen geringen Prozentsatz des Möglichen im politisch neutralen Staat. Deshalb gehen wir „Schwoobe“, so spricht man von uns Deutschen südlich des Weißwurstäquators, gerne auf die Walz zu unseren lieben Nachbarn und haben ein paar außergewöhnliche Plätze rausgefischt. Wer das Land besucht, muss Sie sich redetechnisch und akustisch etwas umstellen. Das liegt nicht nur an deren vier Sprachen im Land, denn selbst in deutschsprachigen Kantonen wird es heikel, wenn spezifische Dialekte dazu kommen. Es ist keine Schande, wenn sie wieder einmal nachfragen müs-

Im Land mit weißem Kreuz und Markenzeichen Kuh: wer bei den Eidgenossen tauchen will, muss auf jeden Fall eine Taucherflagge setzen, ansonsten kann es teuer werden. An vielen Tauchplätzen sind Hinweisschilder und bitte wirklich daran halten. Das erspart Ärger und für alle Tauchverbot (re., Von ob.)


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Tauchen im Bodensee – da gibt‘s eine Menge lohnender Spots

sen, man nimmt uns das wirklich nicht krumm. Das Völkli hat seine eigene Sprache erfunden und eine durchaus nette, sonorige und lustige. Das CH klebt nicht nur als „Bäpper“ auf jedem Auto, sondern es wird sprachlich richtig breit getreten. Wenn es aber gar nicht funktioniert mit der Konversation, nicht gleich Englisch sprechen, wie selbst schon einmal erlebt. Das kommt bei einem langbärtigen Jodler nicht gut rüber. Viele verstehen das zwar, aber haben sie besser Geduld oder fragen sie einen Arzt oder Apotheker. 90

In der Schweiz zeigt man gerne Flagge, das ist bekannt. Taucher müssen das wirklich tun, das ist sogar Gesetz! Wer abtaucht, muss am Ufer aus Sicherheitsgründen die blau-weiße Alpha-Flagge setzen. Wird man ohne erwischt, kann es richtig teuer werden. Nicht Gesetz, aber wirklich dringend empfohlen ist, dass man immer mit zwei getrennten Lungenautomaten taucht. Es macht Sinn, denn manche Pfützen sind saukalt, Thema Vereisung. Wobei wir bei den „Fachausdrücken“ wären. Ausgestattet mit den Tauchfüh-

rern, unserem Artikel und den neuesten Infos könnte nun jeder auf eigene Faust loslegen, sich noch schnell bei den vielen Außenfüllstationen selbst am Sonntag die Flasche für ein paar „Schtutz“ (Schweizer Franken) aufpumpen lassen und ab ins Wasser. Effektiver ist es aber, sich einem Tauchladen anzuschließen, denn die wissen, was sie tun. Außerdem schnellt dabei der Spaßfaktor automatisch in die Höhe. An den Wochenenden sind Topplätze gut besucht und fragen sie hier Taucher, wie


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es denn so „unde“ war, tönt es oft: „Huere guet“ oder „Sau geil gsi“. Keine Sorge, man hat es hier nicht mit dem Jargon des sexorientierten Gewerbes vom Rotlichtmilieu zu tun, sondern das sind die ersten gegenseitigen und mundartgerechten Mitteilungen im üblichen Stil wirklich anständiger Bürger und Bürgerinnen. Das ist Ausdruck der totalen Begeisterung, wenn alles wirklich schön war und sie glücklich aus den Fluten steigen. Geben wir die maximale Punkt-

zahl für einen Tauchgang, sprechen wir in Neudeutsch von einem Super Top-Spot. Unsere Nachbarn reden dann von „Mega-Huere-geil-gsi“, das muss man schon wissen. Wenn das kommt, ziehen sie sich ganz schnell an und hüpfen rein, um nichts zu verpassen. Ist man alleine unterwegs, auch keine Sorge. Die Eidgenossen haben ein Motto, das wirklich sehr viele beherzigen: „Einer für alle, alle für einen“ und so

ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man sich einer Gruppe anschließen kann und nicht solo unter den Wellen rumdümpeln muss. Ausrüstungsmäßig müssen Sie sich um keinen von denen Gedanken machen: der ansonsten als sparsam bekannte Schweizer hat sicherheitstechnisch alles mit, hat meist Top-Equipment und es wird nicht wie bei uns zu lande oftmals auf Euro-Schmalspur gekleckert. Lust geweckt auf Schweizer

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Wochen? Gönnen Sie es sich und ihrer Familie, alle werden begeistert sein: Nach herrlichem Tauchen warten urige „Beizen“ mit kostenlosem Panoramablick und einer Szenerie wie im Film. Anstatt eines Kaffees empfehlen wir dann hinterher einen prozentigen „Kafi Schümli-Pflümli“, wenn definitiv nicht mehr getaucht wird oder eine „Ovo“, der kultige Energie- und Vitalitätsdrink für danach, ohne den die waschechten „Cheibe Löli (so heißen Schweizer

auch noch, lieb genannt) nicht auskommen. Anstelle eines läppischen Marmeladenbrotes bestellt man das morgendliche „Bircher-Müsli“, das bringt die Muckis gut in Fahrt. Dazwischen stürzen sie nicht nur wegen der Dehydration ein „Rivella“ in sich hinein, ebenfalls ein Schweizer Kultgetränk und vespern ein „Chüechli“. Am Abend sind die obligatorischen Rösti Pflicht, ein Raclette oder ein Käsefondue moitémoité mit einem Gruyère und

Vacherin Fribourgeois-Käse die Kür. Mensch, kann das Leben schön sein und Probleme mit Übergepäck und Flugstress hat man auch nicht, denn sie sind mit ihrem eigenen „Voiture“ unterwegs in der Confoederatio Helvetica. Jetzt wissen wir auch, was der ovale „CH-Bäpper“ an jedem Auto heißt und das ist Lateinisch. Aber diese Sprache haben sie weder erfunden noch ist sie die fünfte Landessprache. Gott sei Dank!

Info Tauchfit für die Schweiz Die Fachstelle für Tauchunfallverhütung (FTU) hat ein Merkblatt herausgegeben, das in jedes Logbuch beim Schweizurlaub gehört. Hier gibt es Tipps zur richtigen Tauchausrüstung wie die Verwendung von zwei unabhängigen, kaltwassertauglichen Atemreglern, zum Trockentauchen, der Bleimenge, Lampen und Signalbojen. Weiterhin zum FTU-Niveaugerechten Tauchen, Telefonnummern für die Rettungskette, dem etwas anderen Tauchen in Schweizer Gewässern, Sicherheitsvorschriften und weiteren Empfehlungen. www.ftu.ch

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Dive Guide: Tauchplatzführer für die Schweiz Wer in der Schweiz richtig abtauchen will, für den ist dieses Mammutwerk Pflicht. Alleine für diese 3. Auflage haben Claudia und Norbert Eisenlohr und der Staff von ihrem Tauchshop zwei Jahre recherchiert. Der Dive Guide ist erhältlich bei: Scuba Viva www.dive-guide.ch www.scubaviva.ch info@scubaviva.ch Tauchen rund um Bern Mit 54 Seiten ein kleinerer, spezieller und liebevoll gemachter Tauchführer für die

Großregion rund um die Landeshauptstadt. Herausgeber ist das allererste Tauchsportgeschäft der Schweiz, Tauchsport Käser, verfasst wurde er von einem kompetenten Autorenteam. Tauchsport Käser AG www.tauchsport-kaeser.ch info@tauchsport-kaeser.ch

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RHEINAU, ALTE ZOLLBRรœCKE

Zu den besten Tauchspots im gesamten Rhein gehรถren die in der Doppelschlaufe bei Rheinau

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Da geht‘s lang: Norbert Eisenlohr, Autor des Tauchführers, erklärt die verschiedenen Highlights unter der alten Zollbrücke im Rhein 96


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Der Lauf des Rheins hat sich nur geringfßgig verändert...

... wie dieser alte Stich beweist

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in wahres Tauch-Eldorado ist der Rhein in der Schweiz: von Diepoldsau beim „Alten Rhein“ bis zum Strandbad in Rheinfelden liegen alleine über zwei Dutzend Tauchplätze, die in der Schweizer Tauchbibel der Eisenlohrs beschrieben sind.

Die Alte Zollbrücke ist über Wasser ...

Für schönes und entspanntes Flusstauchen gilt fast immer: eine Zeitlang sollte es nicht geregnet haben, ansonsten könnte der Tauchgang zum eiligen Blindflug oder gar gefährlich werden. Keine Frage, für den Vater Rhein ist der Sommer und Herbst die beste Zeit, da es weniger Strömung und Wassermassen hat und wärmer ist. Klar - Wintertauchen ist ebenfalls möglich, aber alles eben nicht so angenehm. Für Flusstauchen in der Schweiz gelten noch andere Vorschriften, die man beachten muss. Vorherige Information ist wichtig und „Nichtwissen“ schützt vor keiner Strafe. Die fällt bei unseren Nachbarn teils recht saftig aus, wie wir vom Straßenverkehr bereits wissen.

... wie unter Wasser faszinierend

Einer der Lieblingsplätze von Norbert Eisenlohr ist der Spot Rheinau, um die sechs Kilometer vom weltberühmten Rheinfall bei Schaffhausen entfernt. Der Rhein macht hier einen großen Bogen und das Tauchrevier liegt zwischen zwei Wehren, deshalb meist ideal für uns. 99


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Lustigen Taucherschnickschnack findet man unter der RheinbrĂźcke 100


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Schweben im GrĂźnwasser zwischen den Pfeilern 101


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Schon immer prägte der Fluss das schmucke Städtchen, ganz markant ist hier die Rhein-Doppelschleife mit ihrem imposanten und geschichtsträchtigen Kloster. Die Landschaft ringsherum ist eh zum Verlieben und: Taucher gehören in Rheinau eigentlich schon zum Alltag und sind (fast immer) gerne gesehen.

sich der ein oder andere unserer Kollegen unverschämt dazu. Auch wichtig zu wissen: mehr als fünf Taucher sind bewilligungspflichtig und Tauch-

Dies hängt aber entscheidend von deren Benehmen ab, denn es gilt die Spielregeln der Gemeinde einzuhalten, die absolut verständlich sind. Allerdings auch die einer guten Kinderstube! Da wäre zum einen die Nachtruhe: von 22 Uhr bis 7 Uhr ist diese einzuhalten. Nicht wegen der Fische, sondern wegen der Anlieger, die – ehrlich gesagt – in der Vergangenheit von einigen schwarzen Schafen schon gemein geplagt wurden durch manche Nachttauchgelage. Gerade an den Wochenenden ging`s oftmals mehr als rund und manche benahmen sich im Alpenslang „wie d`Sau“: Häuser und Gärten wurden zu Pinkelatorien, Gartenzäune mutierten zu Anzugs- und Handtuchtrockner, Parkplätze wurden zugestellt und zu alledem benahm 102

Viele Schweizer Taucher verzieren ihr Plätze gerne

schulen sollten sich hier bitte wirklich nicht vergnügen. Der Platz ist ein Highlight für Freunde des süßen Wassers. Eben nicht so groß – klein aber fein – und so soll es bleiben. Un-

sere Empfehlung: kontrollieren wir uns selbst und wenn uns irgendwelche Dumpfbacken auffallen sollten: gleich Klartext reden. Denn dann bleibt Tauchen in Rheinau auch weiterhin möglich und Tauchverbote sind kein Thema (mehr). Weitere Regeln finden Sie später unter unseren Infos. Legen wir los: Kommen Sie über Altenburg von Schaffhausen, biegen Sie nach der fotogenen Zollbrücke gleich links in die Sandackerstraße. Parken an der Zollbrücke und auf der Wiese ist verboten. Auch nicht auf den Parkplätzen der beiden Restaurants, es sei denn, wir gönnen uns erst einmal „ä Schale“ (Milchkaffee). In der Sandackerstraße fahren bis an das Pumphäuschen auf der rechten Seite, das sind die öffentlichen Abstellplätzeund wirklich nirgends anders. Wir schreiben das so ausführlich, weil es mit den Autos am meisten Probleme gab und Sie wollen nach einem herrlichen Tauchgang ja auch kein Knöllchen an der Scheibe, was ansonsten ganz sicher ist. Vor der Totalbewässerung im Rhein steht bei den meisten erst eine Körperentwässerung


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Santa Margherita Ligure Rapallo Tauchen im MarineschutzPark Portofino in Ligurien / Italien

www.dgportofino.com Wir sprechen Deutsch!

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Hinweise der Gemeinde Rheinau zur Nutzung der Salmenwiese/Tauchen im Rhein Wandernde, Touristen, Badende, Tauchende und Andere lieben das Kleinod am Rhein. Es gelten folgende Regeln: • • • • •

Nachtruhe von 22.00 bis 07.00 Uhr Veranstaltungen ab 5 Personen sind genehmigungspflichtig Zugang zum Rhein und zu den Schiffstandplätzen freihalten Fahrzeuge auf dem öffentlichen Parkplatz an der Sandackerstrasse 8 parkieren Zufahrt nur mit separater Bewilligung

Die für die Tauchgänge interessante Vertiefung in der Rheinsohle ist ein ideales Refugium für die Fische. Im Winter reduzieren die Fische die Körperfunktion und ziehen sich in die Vertiefung zurück. Im Sommer, bei hohen Wassertemperaturen, gewährleistet die Vertiefung einen Aufenthalt in kühlerem Wasser. Durch intensive oder unsachgemäße Tauchgänge werden die Fische gestört. Tauchende mit einem Herz für die Natur • Verzichten bei Wassertemperaturen über 20 ° C und unter 10 ° C auf den Tauchgang • Berühren Tiere und Pflanzen nicht • Beachten die Verhaltensregeln der Tauchverbände • Verzichten auf Schulungen • Tauchen nur in Kleingruppen

an, damit unter den Wellen die bekannte Zentralheizung vermieden wird. Dies tun wir hier auf dem Klo: ein Sanitärhäuschen wurde extra neben dem Parkplatz aufgestellt. Nur dies benutzen und bitte wieder sauber verlassen, es ist ein toller Service speziell für uns von der Gemeinde Rheinau, die im übrigen auch eindeutige Regeln erlassen hat (siehe Kasten oben.). Sie haben jetzt zwei Möglichkeiten zum Tauchen: flussaufwärts oder flussabwärts. Beiden gemeinsam ist ein kleiner Marsch, aber nichts weltbewegendes. Bei der Variante flussaufwärts 104

starten wir um die 100 Meter südlich des Parkplatzes am unteren Einstieg von der Salmenwiese aus am Schweizer Ufer. Ein paar Stufen am Mini-Bootsanlegeplatz hinunter, dann ist man im Nass. Gleich abtauchen bis zur Flussmitte, hier hat es knappe fünf Meter Tiefe. Vorbei geht’s an Wänden und Auswaschungen Richtung deutsches Ufer, wo es auf etwa zehn Meter abfällt. Mit minimaler Gegenströmung wird jetzt flussaufwärts getaucht bis unter die fotogene Zollbrücke, im Schwebezustand zwischen sechs und acht Meter. Anschlie-

ßend folgt der Wechsel auf die Schweizer Seite und nun wird mit der Strömung zurück zum Ausstieg an der Salmenwiese geflösselt. Dabei ist einiges zu sehen, von groß bis klein: stattliche Welse, fette Aale, Trüschen, Fluss- und Kaulbarsche, Hechte, Weißfische, Muschelbänke und ein Sammelsurium an versenktem, lustigem Taucherschnickschnack. Besonders eindrucksvoll ist es direkt unter der Holzbrücke zwischen den vielen Pfeilern. Die Alternative flussabwärts beginnt etwa 150 Meter vom Parkplatz Richtung Norden. Hier ist


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der obere Einstieg. Vor dem Wehr geht es von der Rampe aus ins Wasser. Machen Sie hier keinesfalls Sperenzchen und schwimmen Richtung Wehr: die Gefahr der Wasserwalze, in die man reingezogen werden kann, ist immer gegeben. Also nur mit der Strömung tauchen. Zwischen drei und fünf Meter tief ist es bis zur malerischen Zollbrücke, dann führt der zuvor

beschriebenen Tauchgang nun von der deutschen zur Schweizer Seite und endet wieder auf der Salmenwiese. Bei guten Sichtweiten sind um die zehn Meter drin. Wenn Sie allerdings Sediment aufwirbeln, schweben Sie bei diesem Tauchgang immer in ihrem zuvor aufgewirbelten Dreck. Soll heißen: auf perfekte Tarierung kommt es – wie immer – an. In den niederen Zonen su-

chen Jungfische nach Deckung zwischen Pflanzen und auf den Steinen raspeln kleine Sumpf-Deckelschnecken die vielen Algen ab. Kurz vor der Zollbrücke wird’s dann wieder tiefer und bei den Felsblöcken, Nischen und kleinen Höhlen muss man unbedingt mit der Funzel reinleuchten – sie sind die Verstecke der größeren Flossenträger. Mein Buddy Norbert überprüft hier jedes Loch und winkt mich von einem

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Fotomotiv zum nächsten. Für mich am imposantesten sind die Welse, die sich tagsüber in den mit Wandermuscheln ausgeschmückten Höhlen oder zwischen den Bäumen aufhalten.

UW-Landschaft kurz vor der Zollbrücke

Nach 90 spannenden Minuten reicht es mir – nicht nur ich, sondern auch mein Blitz hängt in den Seilen. Ständig kreuz und quer, hoch und runter, flussabund aufwärts durch die vielen Motive lähmt die Knochen und eine Pause auf der Wiese ist zunächst ein Muss. Mein Guide fragt erst einmal furztrocken: “Gibt’s ebbis z`meckere?“ – ich antworte flapsig und mit Augenzwinkern „alles Schissdräck gsi“. So langsam lern‘s auch ich.

Vorige Doppelseite: Alles im Fluss, sagen Hinweistafel und Fotograf. Darunter Breitkopfaal, Wels, Hecht, Spitzkopfaal in Muschelbank, Barsch und Schnecke (von li. ob. nach u.)

Info Beste Jahreszeit Sommer und Herbst Anfahrt von Schaffhausen Richtung Süden nach Altenburg, dann nach Rheinau Parken 47° 38`53,95“ N, 8 °36`16.05“E Höhe 354 m Wichtig zu wissen Wer im Rhein tauchen will, muss sich vorher genau

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schlau machen. Denn es gibt einige Problematiken: Schifffahrt, Bewilligungen, Ein- und Ausstiege, spezielle Gefahren wie natürliche und künstliche Hindernisse, Flaggensetzen. Unwissenheit schützt übrigens vor Strafe nicht. Tiefe: maximal 11 m, Schwierigkeit: leicht, Sichtweite: etwa 6-10 m Strömung: nur bei schwacher Strömung tauchen

Kontakt Tauchsport Käser Zürich AG www.tauchsport-kaeser.ch andre@tauchsport-kaeser.ch Tel: +41/79/2271491 Scuba Viva Winterthur www.scubaviva.ch info@scubaviva.ch Tel: +41/52/2222228 Gemeinde Rheinau www.rheinau.ch gemeinde@rheinau.ch Tel: +41/52/3054082


HEINZ 03

UNTERWASSERFOTOGRAFIE UND TAUCHABENTEUER PUR


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Immer noch ein Geheimtipp: das FlĂźsschen Areuse mit ihrer etwa 200 Meter langen betauchbaren Schlucht 110


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DIE AREUSE

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Die beste Tauchzeit in der Schlucht ist Ăźber Mittag 112


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Foto: Hene Rohrer

ft ist der Weg schon das Ziel – die Weisheit von Konfuzius gilt bei der Areuse – oder besser beim Marsch zum Tauchspot – leider nicht. Denn der ist über einen halben Kilometer lang vom Autoabstellplatz bis zum Taucheinstieg. Die Schlucht, in der sich das kleine Flüsschen Areuse windet, sieht man durch die vielen Bäume leider kaum. Oder ich hatte Tomaten auf den

Augen. Also gibt’s nur eines: einen Fuß vor den anderen, wenn`s auch immer schwerer wird mit der Zeit. Ein Zuckerschlecken ist der etwa 600-Meter-Fußmarsch, bei dem man zusätzlich einige Höhenmeter hinter sich bringen muss, für mich wahrlich nicht. Meine Arme werden immer länger und ich verfluche nicht nur einmal mein schweres Kameramonstrum. Etwas mehr Fitness wäre nicht übel! Um ins kühle

Bachforellen sind meist anzutreffen

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Nass zu kommen, muss man also erst einmal kräftig schwitzen: bereits tropfnass komme ich kurz vor der ersten Holzbrücke in voller Kaltwassermontur und bleischwer am Einstieg an. Eine kleine Verschnaufpause ist eigentlich für jeden Pflicht und ich bin heilfroh, bald ins Kalte steigen zu können. Mein Buddy ist Daniel Schmid von Tauchsport Käser in Bern und er kennt diesen Spot aus dem Effeff. Zur Vorsicht be-


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Info Beste Jahreszeit Im Sommer, nur bei Niedrigwasser, es darf längere Zeit nicht geregnet haben Anfahrt Autobahn Bern – Neuenburg – Yverdon, Ausfahrt Boudry. Durch Boudry, dann Beschilderung Gorges de l`Areuse Parken Am Kraftwerk, 46° 57`33,56“N, 6 °49`44.04“E

MIT DEM

Höhe Beim Parkplatz 463 m, beim Taucheinstieg 518 m Wichtig zu wissen Nie bei Hochwasser tauchen! Nur schön bei Sonne! Fußmarsch etwa 20 Minuten, Einstiegsstelle oft rutschig, Sicherungsseil unbedingt empfohlen. Meist sehr kaltes Wasser, um die Mittagszeit am besten wegen Sonnenstand, maximal sechs Taucher im Wasser

Tiefe: 7,5 m-9 m, je nach Wasserstand Schwierigkeit: leicht Sichtweite: bis zu 20 m bei optimalen Bedingen Strömung: Tauchen ist nur bei schwacher Strömung möglich Kontakt Tauchsport Käser/Bern (geführte Tauchgänge) www.tauchsport-kaeser.ch info@tauchsport-kaeser.ch Tel: +41/31/3324575

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Die Sonneneinstrahlung zaubert bizarre Lichtspiele ...

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... ein idealer Tauchplatz fĂźr Fotografen

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festigt er ein langes Seil an einem Baum, denn der Boden ist glitschig. Im bauchtiefen Wasser beginnen wir unseren Tauchgang, den er zuvor als spannend und sehr eindrucksvoll beschrieben hat. Auch andere Experten haben ihn in die Hitliste der Westschweizer Toppspots gekürt. Dabei ist alles recht flach, je nach Wasserstand maximal neun Meter tief. Was meine Meinung wieder mal bestärkt: nicht auf die Tiefe kommt es an! „Wir müssen unbedingt um die Mittagszeit reinhüpfen, wenn die Sonne die Schlucht gut ausleuchtet“, informierte mich Daniel bereits vorher.

sondere Erlebnis ist daher immer eine Schönwetterperiode.

sammen mit einem Taucher in Szene zu setzen, die in Jahrtausenden durch die Gewalt Zwischen Felsmurmeln und grodes Wassers fein abgeschliffen ßen Steinbrocken verstecken und herrlich gemustert sind. Eine tolle Fotokulisse. Am Grund ist meist Kies und Sand, ab und zu liegen dicke Baumstämme oder Äste quer im Bachbett, die sich ebenfalls als hübsches Motiv durch die bizarren Lichtspiele eignen. Ist man auf Maximaltiefe, unbedingt mal ganz vorsichtig auf dem Rücken tauchen, die Luft anhalten und nach oben schauen: einfach nur schön. Besonders Unterwasserfotografen und Filmer pilgern gern zu dieser Traumpfütze und daher unsere Empfehlung: Sollten bereits andere im Recht hat er: jetzt Wasser sein, am besten kämpft sich das Licht warten, wenn es auch besonders eindrucksvoll noch so schwerfällt. In durch das Grünwasser der schmalen Areuse gilt und zaubert einzigarbesonders: je weniger tige Stimmungen rund Taucher, desto besser. um die Felsformationen Selbst wenn man noch und die ins Wasser geso vorsichtig im Frogstil stürzten Bäume, als wir taucht, sind Aufwirbeentgegen der leichten lungen in dem Sediment Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß Strömung nach oben gesetzt – oder wie bei der Areuse ‘nen Fußmarsch nicht zu vermeiden. tauchen. Das sind um Nur im klaren Wasser die 200 Meter Richtung wird das Flüsschen und sich einige hübsch gezeichnete Becken und Wasserfall. Übridie Schlucht zu einem GeBachforellen, manche huschen gens: bei Hochwasser ist alles nusstauchgang der allerersten schnell davon. Einfacher sind trübe, das Tauchen auch geSorte, wirklich echt „Mega-Hudie Groppen fotografisch einfährlich durch die starke Ströere-geil“ – quasi die Note 1 in zufrieren. Noch einfacher sind mung und daher unmöglich. der Tauchplatzbeurteilung auf die Wände links und rechts zuVoraussetzung für dieses beSchweizerdeutsch. 118


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1918 Meter hoch gelegen, wunderschรถn und unter Naturschutz: Tauchen daher nur nach Voranmeldung und mit Genehmigung

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Foto: BergĂźn Filisur Tourismus

DER PALPUOGNASEE

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Zwar präsentiert sich der See im Sommer als Traum an Land – richtig klasse unter Wasser ist es aber erst im Herbst, unendliche Sichtweiten so gut wie garantiert

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Alle Fotos: RenĂŠ Trost

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anche Ziele erkundet man bedeutend schöner zu Fuß und erlebt sie dabei noch intensiver. Obwohl es auch bequemer und schneller ginge durch die Erfindung des Rades. Nein – unsere Schweizer Nachbarn haben ein Faible, per pedes die Weite der Welt zu genießen und sind in der Hinsicht weitaus besser drauf als wir. An der Costa Brava lernten wir einen Taucher kennen, der auf kleinen Pfaden die letzten 15 Kilometer vom nächsten Ort entlang der wilden Küste mit ordentlich Gepäck zu seinem Tauchresort wanderte und überglücklich ankam – „s`bescht hän ihr nit gseh“. Schnorchelwandern haben die Eidgenossen schon vor 30 Jahren erfunden, das neue Sea-Trekking ist daher ein alter, aber immer noch interessanter toller Hut. Beim Freitauchen ist für unseren Autor Rene Trost oftmals der Weg schon ein Teil des Zieles. Als wir ihm ein paar Fragen zu seiner Story stellten, klärte er auf: “Wir als Freitaucher haben immer einen kleinen Touch zum Abenteuer und brauchen den sportlichen Aspekt. Der

Rund eine Stunde Fußmarsch steht vor dem Einstieg in den Palpuognasee an – egal wie viel zu schleppen ist. Aber ... 124

Weg vom Autoparkplatz in Preda zum See führt durch einen wunderschönen Arven-Wald, durch eine gigantische Bergwelt und außerdem wollten wir unseren Dreamlake verdienen“. Sein Dreamlake heißt auf Deutsch Palpuognasee. Vom Schweizer Fernsehen wurde er bei einer Umfrage im Jahr 2007 zum „schönsten Flecken der

Schweiz“ gewählt. Oberhalb von Preda im Bergün ist er bequem über die Albula-Passstraße zu erreichen. Er liegt eingebettet in eine wunderschönen Kulisse und lädt am Fuß des Piz Palpuogna zum Entspannen ein.Von der Straße muss man keine 100 Meter bis an den klaren und blau-grü-


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... am Ende wartet smaragdgrĂźnes Wasser

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nen See laufen. Tauchen und auch Freitauchen darf man nur mit kostenpflichtiger Genehmigung, die man bei der Gemeinde Bergün beantragen muss. Die Gemeinde wird nach Prüfung und Bewilligung das Elektrizitätswerk informieren, damit die Turbine in der Zeit des Tauchganges abgestellt wird. Denn seit dem Jahre 1898 wird der ehemalige Natursee als Stausee zur Stromerzeugung

genutzt. Viele kleine Krater weist der See mit etwa 500 Meter Länge und 100 Meter Breite auf, aus denen natürliche Erdgase austreten. Der größte von ihnen ist um die 25 Meter tief. Ansonsten liegt die durchschnittliche Tiefe zwischen drei bis fünf Meter, der Seeboden ist wunderschön mit Seegras bewachsen und manche Bäume sind tolle und mystische Fotomotive. Ganz kurios: der Lai da Palpuogna soll selbst einen

An der Abrisskante (rechts im Bild) geht es abwärts bis auf 25 Meter

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doppelten Boden haben, quasi eine unterirdische Seekammer. Den hat allerdings wohl noch niemand fotografiert – er bleibt wohl auch weiterhin ein Mythos. Für uns machte sich Autor Rene Trost auf die Socken, teils sogar unters Eis. Und das mit ABC, aber alles im sprichwörtlich grünen Bereich. „Was ä chaib!“ – meint divingEurope. Seinen Bericht lesen Sie auf der nächsten Doppelseite.


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Info Beste Jahreszeit Spätsommer und Herbst Anfahrt Autobahn nach Chur, dann Richtung Tiefencastel in Graubünden. Weiter durch Filisur, durch Bergün und auf die Albula-Passstraße Parken Entlang der Straße 46° 34`56,62“N, 9° 47`10.35“E Höhe 1918 m

Wichtig zu wissen Nur mit Tauchbewilligung (100 CHF) und nach Voranmeldung (mindestens 1 Tag zuvor wg. Sicherheitsmaßnahmen) bei der Gemeinde Bergün/Bravuogn: verwaltung@gemeinde-berguen.ch www.gemeinde-berguen.ch Tel. +41/81/4071117 Trockentauchanzug empfohlen, alle Tauchgeräte selbst mitbringen. Keine Füllstation, keine Basis am See

Tiefe: max. 25 m Schwierigkeit: leicht-mittel Sichtweite: ca. 15-20 m Strömung: keine Kontakt Freediving-Ostschweiz www.freediving-ostschweiz.ch rene.trost@gmx.ch Tel. +41/79/4508349 Weitere Infos Bergün Filisur Tourismus www.berguen-filisur.ch info@berguen-filisur.ch Tel. +41/81/4071404

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rühmorgens treffen wir uns an der Raststätte Heidi Land und fahren gemeinsam Richtung Albula-Pass. Zusammen mit meinem Freund und Freediving Insructor Silvi Haldi wollen wir dieses Mal unter dem „schönsten Flecken“ der Schweiz die Luft anhalten, sprich zum Freitauchen gehen: einen Tag am Dreamlake im wunderschönen Graubünden genießen und abschalten. Die überlangen Flossen und alles andere Nötige haben wir auf dem Buckel, mit Sack und Pack haben wir eine Stunde Wanderweg vor uns, der eigentlich als leicht bis mittel eingestuft ist. Unzählige fragende Gesichter begegnen uns, zumal ich meine große Unterwasserkamera in der Hand halte. Sieht alles ein bisschen anders und schwerer aus als bei den Normalen auf knapp 2000 Meter Höhe. Vollkommen durchgeschwitzt kommen wir an einem Sonntag Mitte November zu unserem Ziel: fürstlich werden wir durch den unglaublichen Anblick des Traumsees belohnt und können es kaum erwarten, unter die Wasseroberfläche zu blicken. Doch was ist das? Dieser spiegelnde und der zur Mitte hingehende gräuliche Schleier auf Teilen des Sees? Eis – kann das schon sein? Schnell einen großen Stein suchen, den

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auf den See werfen und kurz warten: mit einem lauten Knall kommt unser Geschoss zum Stillstand- und bleibt liegen. Mit unglaubwürdigen Gesichtern und einem breiten Grinsen kommen wir zur Einsicht: tatsächlich schon zugefroren an einigen Stellen, speziell am Ufer. Aber vieles ist noch eisfrei. Und jetzt? Okay, echt cool. Ein Ast muss her, mit dem wir ein Loch am Ufer in das Eis rammen können, um einen guten Einstieg zu bekommen. Weiter draußen sieht es ja anders aus. Dass wir nun noch mehr begafft werden ist klar. Dutzende Wanderer-Augen starren auf uns, eine Mutter schüttelt nur den Kopf und erzählt ihrer Tochter gestenreich, dass wir wahrscheinlich nicht ganz bei Trost sind. Kennt die mich vielleicht? Wir versenken uns – und es ist einfach unbeschreiblich, was wir alles in dieser traumhaften und teils vereisten Unterwasserwelt sehen: Bäume, Seegraswiesen und allerlei Fische. Ganz beeindruckend ist die Abrisskante des Sees auf fünf Meter Wassertiefe, wo das Seegras abrupt aufhört und die Kante uns auf sandige 25 Meter Tiefe abgleiten lässt. Die Sichtweite ist glasklar, manchmal ein wenig milchig. Vielleicht von den Gasen, die an einigen Stellen austreten? Mein Buddy schaut mich ganz unten am Seeboden an und gibt mir ein

großes okay-Zeichen: Glücksgefühl 100 Prozent, ich beantworte es freudig zurück, einfach traumhaft. Doch das kalte Wasser mit nur zwei bis drei Grad holt uns bald in die Realität zurück, denn unsere Anzüge sind dünn. Das anschließende Umziehen aus dem nassen Anzug ist ein Kampf gegen die Kälte. Nix wie rein in die warmen Klamotten. Es war ein Traum und doch keiner, alles Wirklichkeit: ein unglaubliches Schauspiel der Farben des Sees, der Fichten und Arven, ringsherum die einmalige Bergkulisse. Es war einer der besten Abstiege, den wir beide je gehabt haben beim Freitauchen. So etwas schweißt die Freundschaft noch mehr zusammen, denn absolutes Vertrauen in den Tauchpartner bei solchen Umständen ist natürlich Voraussetzung. Beim nun leichteren Abstieg zum Auto vergeht unser Lächeln keine Minute – es war einfach Weltklasse. Und das bei uns in der Schweiz auf fast 2000 Meter Höhe im Lai da Palpuogna. Kaum zu glauben.


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SSI Freediving Specialty River and Current 14-15.10.2017 Tauchen Wer in einem Fluss tauchen möchte, aber das nötige Wissen nicht besitzt, kann es sich in der Verzasca an diesem Wochenende mit Freediving Ostschweiz aneignen. Voraussetzungen Mindestens SSI Level 1 Freediver oder äquivalent.

Ausrüstung Sache der Teilnehmer, kann aber auch bei Vorbestellung gemietet werden. Übernachtung Wenige Gehminuten von der Römerbrücke sind im Hotel Posse in Lavertezzo Zimmer reserviert. Das Restaurant bietet u. a. die traditionelle

Küche des Kanton Tessins, aber auch Pizzen. Locarno ist 18 km entfernt, bis Lugano sind es mit dem Auto 50 Minuten. Info und weitere Termine Freediving-Ostschweiz www.freediving-ostschweiz.ch rene.trost@gmx.ch Tel. +41/79/4508349

Autor Rene Trost und seinem Buddy Silvi Haldi (li. Seite, von li.) lohnt die Mühe des Aufstiegs zum Palpuognasee jedes Mal aufs Neue. Kein Wunder bei solchen Sichtweiten (u.)

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Alle Fotos: Paul Munzinger

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TIERPORTRÄT

Der Wels Er ist die Macht in Europas Flüssen und Seen: der Europäische Wels, Flusswels oder Waller. Stolze 200 Zentimeter kann der Raubfisch locker erreichen und selbst ein Drei-MeterKoloss ging einmal an den Haken. Von Paul Munzinger

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och vor 25 Jahren gab es in der Schweiz einen Platz, zu dem Scharen von Tauchern pilgerten, um die fetten Brocken zu sehen. Bei uns waren sie äußerst selten zu beobachten und ein echter Glückstreffer. Zwei Riesen waren es meist, die wir bei Altreu in der Schweizer Aare am Flussgrund fast immer beobachten konnten. Ob es die noch gibt – keine Ahnung. Denn 131


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Gut zu erkennen: die Reihen von nach hinten gekrümmten Hechelzähnen, die nichts mehr loslassen

viele Fischer standen dort am Ufer und wussten um die Giganten. Aber diese Kaventsmänner an der Angel sind kein Zuckerschlecken, was uns insgeheim ja schon freut, denn wir sehen sie ja lieber lebendig. Die schlechte Nachricht: das so beliebte Flusstauchen dort ist leider nicht mehr erlaubt. Nun die gute: wir müssen gar nicht so weit fahren, denn seit etwa zehn Jahren gibt es auch im Rhein zwischen Bodensee und Karlsruhe diese Breitmäuler sehr 132

vermehrt und Tauchen ist hier erlaubt. Auch in vielen Baggerseen sind sie die Shooting-Stars, was die Größe angeht. Es ist keine Mär: im meist trüberen Mindelsee, der in einem Naturschutzgebiet nordöstlich von Radolfzell am Bodensee liegt, sind bisher die größten Waller in Deutschland gefangen worden. Seit dem Mittelalter ist der See für die Riesen bekannt und im 20. Jahrhundert fing man ein 150 Kilo schweres Exemplar – ein wahrer Gigant. Darf man


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Besonders nachts gehen die Raubfische auf ihre Beutezüge

Schriften des Mittelalters glauben, waren die Fische in anderen Gewässern früher sogar noch riesiger: bis zu fünf Meter lang und 300 Kilo schwer, nicht nur Respekt, sondern schon Furcht einflößend müssen die rund 100 Jahre alten Fische gewesen sein. Ein größerer Wels hat, außer dem Menschen, keinen anderen Feind zu fürchten und lebt daher sehr lange. 250-Zentimeter-Exemplare sind heutzutage im Bodensee zwar immer noch selten, wurden aber

schon rausgefischt. Und in den Flüssen Po in Italien und dem Ebro in Spanien stehen Petrijünger, etwas übertrieben formuliert, quasi Schlange: hier werden immer wieder Rekordwelse gefangen, die aber – wenn man dem glauben kann – wieder ausgesetzt werden. Der Grund: das Fleisch von alten Tieren soll nicht mehr gut schmecken. Durchschnittsgrößen des Europäischen Welses (Silurus glanis) liegen zwischen 60 bis 150 Zentimeter bei einem Durchschnittsgewicht von 15 bis 45 Kilo. 133


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Glauben Sie nur nicht, dass man Welse immer in der Tiefe sieht, wie oftmals beschrieben. Die meisten Begegnungen hatten wir zwischen der Oberfläche und acht Meter Tiefe. Dies hängt natürlich entscheidend vom Bewuchs und Nahrungsangebot ab. In den ruhigen Seen liegen sie zwischen Frühjahr und Herbst tagsüber gerne versteckt zwischen Pflanzen und nur der breite Kopf ist zu sehen. Im Winter ziehen sie sich dann in größere Tiefen und relaxen. In den Flüssen findet 134

man sie im strömungsarmen Kehrwasser, in Mulden, zwischen Felsblöcken oder großen Steinen. Schon fast lässig hängt einer meiner „Freunde“ über dicken Ästen im Altrhein keinen Meter tief und dies schon seit Jahren. Er legt immer mehr zu, besonders durch das dortige massenhafte Auftreten der südosteuropäischen Schwarzmund-Grundel, für ihn eine einfache und leckere Beute. Wobei wir bei der vielseitigen Speisekarte des Raubfisches sind: er is(s)t nicht wählerisch!

In erster Linie verspeist er alle Arten von Fisch, aber selbst kleinere Säugetiere wie Enten, Jungschwäne oder Vögel verschmäht er nicht. Im Fluss Tarne in Südfrankreich staunten Forscher über eine ganz ungewöhnliche Fangmethode: die Fische springen aus dem Wasser auf das Ufer und schnappen nach durstigen Tauben. Ihr Spitzname dort lautet „Süßwasser-Killerwale“. Na ja. Die Fische geben sich aber ansonsten auch mit kleineren Mahlzeiten zufrieden, selbst In-


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Der Tastsinn ist durch ihre Barteln hervorragend (li.). Tagsüber ruht sich der Waller gerne im Pflanzenbett aus (u.)

sekten sind ihnen willkommen und werden auch gut wahrgenommen. Dabei hilft ihnen ihr ausgezeichnetes Gehör. Als Verstärker dient die Schwimmblase, die die Schallwellen über ein System verbundener Knochen zum Innenohr leitet (Weberscher Apparat). Ihre Beute wird zusätzlich mit den Elektrorezeptoren erkannt, die selbst schwache elektrische Felder kleinerer Tiere aufspüren.

Der Geschmacks- und Tastsinn ist ebenfalls hoch entwickelt. Links und rechts seitlich des Oberkiefers besitzen sie je eine lange Bartel, zwei kürzere Paare haben sie an der Unterseite ihres Großmaules. Ihre kleinen Augen spielen beim Jagen keine große Rolle. Deshalb können die Waller ihre Beutetiere schon einmal mit dem Menschen verwechseln. Zubeißen kann er schon kräftig mit seinen kleineren vier- bis

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fünfreihigen Zähnen, lebensbedrohend ist es aber für uns nicht. Seit einem solchen nächtlichen Vorfall im Opfinger Baggersee bei Freiburg badet man dort seltener in den Mondstunden. Der meist nachtaktive Raubfisch lebt sehr lange, achtzig Jahre können es schon werden. Sein schuppenloser und mit einer Schleimschicht überzogener Körper ist langgestreckt, vorne im Querschnitt rund und

nach hinten hin abgeflacht. Dunkelgrau bis schwarz ist er am Rücken, am Bauch aber bedeutend heller – so eine Art verflecktes weiß. Markant ist sein breiter und relativ flacher Kopf mit dem großen Maul, in dem sehr viele nach hinten gekrümmte Hechelzähne sitzen. Kurz ist seine Rückenflosse, Afterflosse und Schwanzstiel sind sehr verlängert, die Schwanzflosse wieder klein. Trotzdem geht er damit ab wie die Post,

wenn er aufgescheucht wird oder jagt. Aber er ist kein „Dauerläufer“, eher ein kurzer Sprinter, der sich bald wieder ein ruhiges Plätzchen sucht. Hat es im Mai bis Juli um die 18 Grad Wassertemperatur, ist Laichzeit. Pro Kilo Körpergewicht produziert die Welsdame bis zu 25 Tausend und 1,4 bis 2 Millimeter kleine, klebrige Eier, die nach der Befruchtung größer werden. Abgelegt werden sie in

Was für ein Prachtexemplar: das „Monster von Altreu“ in der Schweizer Aare

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einer Grube, die der Welsmann nahe dem pflanzenreichen Ufer baut. Das Nest wird streng bewacht und gepflegt, kein anderer Fisch darf zu nahe kommen, er ist da recht aggressiv. Ist das Wasser warm, schlüpfen die Nachkommen bereits nach ein paar Tagen und werden im Nu größer. Ab jetzt wird gefressen auf Teufel komm raus, im Herbst wachsen die Jungfische auf stattliche 50 cm Länge an und zählen somit zu den

schnellst wachsenden Fischen. Um ein Kilo zuzulegen benötigen sie etwa sieben Kilogramm Futter, nach zwei bis drei Jahren sind sie mit etwa zwei Kilo geschlechtsreif. Was uns gefällt, aber es ist ein zweiseitiges Schwert: der beliebte Speisefisch ist nicht doof. Hing er einmal am Haken, wird er trotz Permanenthunger nicht sofort wieder zubeißen und entwickelt auch Strategien gegen

die Petrijünger, in dem er sich nicht bewegt oder in Angel-Hindernisse schwimmt. Aber er kann leider auch kleinere Gewässer nahezu leer fressen. Im bayrischen Wald in Erharting wurde ein „Killer-Waller“ und „Ungeheuer“ – so die bekannt einschlägige Presse – berühmt berüchtigt, der sich partout nicht aus der dort niedrigen und nur 20 Meter breiten Isen fangen ließ. Gebadet wurde dort übrigens gar nicht mehr.

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www.divingeurope.de und www.kosmos.de verlosen Bücher!

Mit Ausgabe divingEurope 3|2017 stellen wir die Nr. 11 des kostenlosen und einzigen Tauchmagazins, das ausschließlich Ziele in Europa präsentiert, vor. Auch dieses Mal verschenken wir per Los zusammen mit dem Kosmos Verlag wieder ein Buch. Zu gewinnen gibt es den „Tauchreiseführer Italienische Inseln“ Es kann jeder gewinnen, der einfach eine E-Mail an unsere Mail-Adresse redaktion@divingeurope.de schickt. Natürlich gibt divingEurope Ihre E-Mail-Adresse NICHT weiter!!! Eine Anschrift ist auch erst dann nötig, wenn Sie eine Gewinnbenachrichtigung von uns bekommen. Viel Glück wünschen divingEurope und der Kosmos Verlag! 139

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Mallorca (2) – Murcia – Schweiz – Wels

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