Page 1

divingEurope 1|2017

Tauchreviere in Europa

Version für

unterwegs

FUERTEVENTURA | SAMOS | DENIA | MONTE MARE | AAL

Nr. 9

www.divingeurope.de


divingEurope 1|2017

Liebe Leser, Das dritte Jahr von divingEurope beginnt, und nie war die Tauchdestination Europa so im Fokus wie in diesen Zeiten. Wir wollen Ihnen nicht suggerieren, dass Mittelmeer oder Kanarische Inseln erst jetzt zu Reisezielen für Taucher werden. Auch, dass die tropischen Gebiete an Attraktivität verloren hätten, wäre Blödsinn. Tatsache ist auf jeden Fall, dass insgesamt viel mehr Taucher als früher nach Alternativen und Optionen in Ländern Europas schauen. Längst hat sich herumgesprochen, dass die Gewässer zwischen Grönland und Malta, von Kroatien bis zu den Kanaren eben keine durchweg

fischbefreite Zone sind. Das ist nur ein dummes Vorurteil. Es wäre so, als wenn jemand behaupten würde, an jedem Tropenriff wird mit Dynamit gefischt. Jede Region und jedes Gewässer haben eigene Vorzüge. Wir stellen Ihnen im ersten Artikel dieser Ausgabe diejenigen der Gegend um Caleta de Fuste an der Mitte von Fuerteventuras Ostküste vor. Klar ist: dort, vor Westafrika, gibt es keine Korallenriffe. Trotzdem hat das Tauchrevier seinen Reiz und zieht immer mehr Taucher an. Noch viel weniger bekannt dürften unsere beiden Mittelmeerziele dieser Ausgabe sein: die

griechische Insel Samos und Denia an der spanischen Costa Blanca. Samos gibt das perfekte Bild eines nicht überlaufenen Urlaubsziels im östlichen Mittelmeer. Kultur und Küche tun das übrige dazu. Denia liegt weitab der gängigen spanischen Ziele, ist aber vielen UW-Fotografen ein Begriff, wie unser Autor Herbert Frei berichtet. Zum Schluss gehen wir mit Ihnen zum Indoor-Tauchen ins Monte Mare, während unser Tierporträt den Aal vorstellt. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Spaß mit dem neuen divingEurope!

3


divingEurope 1|2017

Inhaltsverzeichnis Editorial ............................... 3 Inhalt/Impressum ................. 4 Spanien/Fuerteventura: Heia Safari ............................... 6 Griechenland/Samos: Alte Insel, neues Tauchziel .... 42 Spanien/Denia: Und es hat Klick gemacht .... 74

A

mphoren faszinieren fast jeden von uns. Die Relikte der Antike sind als versunkene Zeitzeugen typisch für das Mittelmeer. Paul Munzinger fand die unseres aktuellen Titelbilds vor der griechischen Insel Samos.

Deutschland/Monte Mare: So oder so .......................... 92 Tierportrait: Aal ..................................... 104 Kleinanzeigen/ Europas Beste ................... 112 Übersicht aller Ausgaben divingEurope ................... 114

Impressum divingEurope ist kostenlos und

erscheint vier Mal im Jahr online. Redaktion IDP (International Dive Press) / Paul-W. Munzinger, Frank Schneider www.divingeurope.de redaktion@divingeurope.de Konzept, Gestaltung und Layout P.-W. Munzinger und F. Schneider Anschriften Redaktionsbüro Munzinger Im Rebstall 6, 79112 Freiburg Tel. 07665/972741 Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27 a Umsatzsteuergesetz: DE173626442

Redaktionsbüro Schneider

Töpferstr. 26, 46244 Bottrop Tel. 02045/408917 Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27 a Umsatzsteuergesetz: DE157286414 Fotos, Texte und Grafiken soweit nicht anders gekennzeichnet unterliegen dem Copyright von P.-W. Munzinger und F. Schneider. Die Nutzung von Fotos und Texten, auch auszugsweise, ist nur mit schriftlicher Ge­nehmigung gestattet. Verletzungen des Urheberrechts werden juristisch verfolgt. Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für Inhalte externer Links. Für den Inhalt verlinkter Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

4


divingEurope 1|2017

Seite 6 Die Kanaren erleben einen kaum endenden Boom. Auch Taucher entdecken das (Tauch-) Gebiet neu, so etwa Caleta de Fuste auf Fuerteventura.

Seite 42 Bei der Neuordnung der Reiseziele hat Griechenland in den letzten Jahren seinen Ruf als sonnen- und auch sonst sichere Destination gefestigt. Die Insel Samos zieht auch Taucher an.

Seite 74 Denia - schon mal gehört? Nein? Na – dafür gibt es ja divingEurope. Herbert Frei stellt die kaum bekannte Tauchregion um die Stadt an der Costa Blanca vor. Seite 92 Das Frühjahr winkt vom Horizont, aber Sie haben keine Lust zur Saisonvorbereitung in den kalten See zu springen? Dann empfiehlt sich zum Beispiel das Monte Mare bei Koblenz.

Campese Diving Center Isola del Giglio Italien - Toscana

Ein Tipp für Taucher und Naturliebhaber Das Meer entdecken und erforschen Meeresbiologie mit dem CDC und dem Institut für Marine Biologie Giglio Attraktive Tauchpakete Sonderkonditionen für Studenten, Azubis, Gruppen und Vereine

Castello Campese

Giglio Porto

Seite 104 Aalglatt ist unser Tierporträt auch dieses Mal nicht – wenngleich das passen würde. Denn genau die in (fast) allen heimischen Gewässern lebende Art stellen wir Ihnen dieses Mal vor.

Isola del Giglio

www.cdc-giglio.de 5


divingEurope 1|2017

Spanien/Fuerteventura Atlantik

Alle Fotos: Frank Schneider

Heia Safari!

6


divingEurope 1|2017

Der Name Fuerteventura birgt eine typische Mischung aus Vertrautheit und Exotik. Passt in dem Fall auch wirklich: Dass die Insel eine der Kanarischen ist, wissen Taucher ohne groĂ&#x;es Nachdenken. Wo es dort was zu sehen gibt, ist dagegen meist weniger bekannt. Wir haben fĂźr Sie vor Caleta de Fuste nachgeschaut. Von Frank Schneider 7


divingEurope 1|2017

8


divingEurope 1|2017

An den Riffen vulkanischen Ursprungs ist reichlich Fisch zu sehen, so auch groĂ&#x;e Sardinenschwärme

9


divingEurope 1|2017

Romantische Nachbarschaft: Ein paar Schritte von der Tauchbasis Deep Blue Diving liegt ein alter spanischer Wehrturm auf dem Gelände des Barcelò Beach Resorts 10


divingEurope 1|2017

11


divingEurope 1|2017

E

infach in den Flieger, ohne Passkontrolle aus- und ohne Visumgebühr einreisen! Dazu eine Flugzeit von nur rund fünf Stunden. Eigentlich das Ideal für einen Tauchurlaub. Dabei schon zu wissen, dass in den Riffen auch Großgetier herumzieht – wem würde das nicht gefallen? Gibt’s zum Glück alles ungefähr 100 Kilometer vor Westafrika.

Fußmarsch in voller Montur vom Parkplatz zum Wasser klingt wirklich besser. Dann ein kurzer Trip zum Zielgebiet, dort bequem direkt über dem Tauchplatz abkippen, Luft aus dem Jacket und ab geht die Post. Das hat schon was, auch wenn es vielleicht unterwegs ein paar Minuten schaukelt... Genauso läuft es auf der Basis Deep Blue Diving von Volker Berbig und Roland Martensson. „Wenn wir lange zu einem Tauchplatz fahren sind das bei uns gerade mal 20 Minuten,“ schwäbelt der stets gut gelaunte, passionierte Taucher Berbig schmunzelnd, und der gebürtige Schwede Martensson ergänzt auf Deutsch mit dem typischen skandinavischen Akzent ganz trocken: „Kurz sind bei uns fünf Minuten, da wird der Bootsmotor nicht mal richtig warm.“

Die Kanarischen Inseln haben zwar keine Korallenriffe – aber das ist für Europa-Taucher ja beileibe nichts Neues. Das gilt natürlich auch für Fuerteventura. Dafür aber wird durch atemberaubende Landschaften getaucht. In denen besteht bei vielen Tauchgängen eine hohe Wahrscheinlichkeit auf Begegnungen mit Großfischen. Die Region um den FeriWeder die einen noch enort Caleta de Fuste Putzerstationen gibt es natürlich die anderen Tauchplätist ein Paradebeispiel auch im Ostatlantik vor den ze stellen dabei Verledafür. Kaum zehn KiKanarischen Inseln genheitslösungen dar. lometer südlich vom Caleta de Fuste hat Flughafen Fuerteventuzwar nicht den Megastrand wie er im Süra gibt es ein Tauchrevier, das es in sich hat. den auf der Halbinsel Jandia oder im Norden in der Nähe von Corralejo zu finden ist. Fast könnte man die Frage „Land- oder Dafür gibt es jedoch links und rechts des Boots­ tauchgang“ philosophisch betrachYachthafens vor dem Hotelareal der Barten. Wenn da nicht der Umstand wäre, celò-Gruppe und der Basis unter Wasser dass es Taucher gibt, die lange Ausfahrten ein kilometerlanges Saumriff aus Felsen. einfach nicht vertragen. Aber sind wir mal Sie bilden eine Landschaft, die von unterehrlich: ein paar Schritte zum Boot statt ein 12


divingEurope 1|2017

Einheimische Fotografen sagen, die Baumkorallen vor Caleta de Fuste seien die grĂśĂ&#x;ten der Kanaren 13


divingEurope 1|2017

Der lädt nicht zum Kaffeekränzchen ein: entweder der Oktopus hält nach Beute Ausschau, oder er sucht wie hier Deckung

schiedlichen Steilabfällen, massiven Steinkolossen teils mit Überhängen, kleinen und großen Schluchten, sowie Tunneln geprägt ist. An einigen Stellen knallt es einem rot ins Auge, wenn das Licht der Tauchlampe die Baumkorallen erfasst. Anderswo wachsen Schwarze Korallen, Schwämme und Krustenanemonen bringen hier und da weitere Farben ins Riff. Genaugenommen grenzen die meisten Tauchplätze einer an den nächsten. Die Mooringbojen markieren die Abstiegsstel14

len und damit sozusagen den Namen des Spots. Je nach Erfahrung einer Tauchgruppe und den aktuellen Strömungsverhältnissen kann also von einer Mooring zur nächsten getaucht werden. Die Tauchlehrer der Basis sind auch alle Bootsführer. Sie wissen sowohl unter als auch auf dem Wasser das Richtige zu tun. Die üblichen Verdächtigen der Unterwasserwelt des Ostatlantiks bekommen Taucher an fast allen Plätzen vor Caleta de Fuste zu sehen. Dazu zählen in vorderster Front Ok-


divingEurope 1|2017

Hier wurde durchdacht geplant statt einfach nur gewurschtelt: unten Tauchbasis mit eigenem Anleger, oben Café und Bar. Der ganze Komplex gehört zum Barcelò-Resort

16


divingEurope 1|2017

17


divingEurope 1|2017

18


divingEurope 1|2017

Die vier Boote der Basis haben ihren eigenen Anlegesteg in der schicken Marina von Caleta de Fuste direkt vor der Tauchschule. Der Ausbildungspool ist 1,5 Meter tief und hat unter Wasser eine Verbindung zu einer weiteren, etwas tieferen Plattform nebenan im offenen Wasser

19


divingEurope 1|2017

Keine Lust auf Landtauchgänge? Die Ausfahrten zu den Plätzen von Caleta de Fuste dauern nur fünf bis etwa 20 Minuten

topus und Sepia, Drachenköpfe, Zackenbarsche, Trompetenfische, Muränen und – Achtung – große Stachelrochen. Tiere mit einem halben Meter Körperdurchmesser zählen eher zum Kleinvieh der verschiedenen Rochenarten, die hier leben. „Die größten in unseren Gewässern sind fast schon Monster,“ erklärt Volker Berbig: „Diese Stachelrochen liegen häufig etwas weg von den Felsen im Sand. Der Kopf solcher Riesen ist ein Buckel, der in etwa bis zur Kniehöhe eines Erwachsenen reicht.“ Augen größer als Zwei-Euro-Münzen beobachten die Taucher, wenn sie sich vorsichtig nähern. Allerdings sollte niemand versuchen sich von hinten an diese (und auch nicht an andere) Rochen heranzuschleichen. Schließlich heißen Stachelrochen 20


nicht umsonst so. Statt auszuprobieren, wann die Tiere ihre Gelassenheit verlieren, empfiehlt sich der ehrliche Weg von vorne. Der bringt außerdem auch meistens noch gute Foto- oder Videoergebnisse mit sich. Unterwasserfotografen, die ihre Fähigkeiten verbessern wollen, können auf der Basis übrigens entsprechende Kurse belegen. Motive gibt‘s ja genug und zwar (fast) in jeder Größe. Nacktschnecken und Garnelen stellen für die Jagd mit der Kamera dankbare Fotomotive im Nahbereich. Die Kanaren sind zwar nicht das tropische Allerlei, aber wer genau hinschaut findet diverse Krabbenarten, Krebse, Gespenster- und Streifengarnelen. Und natürlich gibt’s auch im Atlantik Putzerstationen. Keine Muräne würde sich dieser Pflege verweigern. Eines

dieser Fleckchen gibt es am Tauchplatz Barranco. Der ist Teil des Castillo Reefs und nur fünf Minuten Bootsfahrt entfernt. Barranco zählt zu den Plätzen mit einem einfachen Schwierigkeitsgrad. Er hat moderate Tiefen von etwa zwölf Meter an der Mooring-Verankerung bis zu 25 Meter auf dem auslaufenden Sandgrund am Fuße der Felsen. Meist herrscht keine oder nur schwache Strömung, und wenn es doch mal zieht bietet seine Topographie in Form eines Amphitheaters immer Deckung. Trotzdem gilt er als ziemlich großfischsicher. Zu den regulären Tieren am Spot zählen Streifen- und Zebrabrassen. Besonders auffällig sind die Gelbflossenmakrelen. Für die Schwarmfische ist diese Stelle am Saumriff eine Art Treffpunkt. Es gilt sich Zeit zu neh21


divingEurope 1|2017

Mit einem Durchmesser von 50 Zentimeter gehört dieser Stachelrochen zu den kleinen Vertretern der Art

men und in Felsspalten und kleine Grotten zu schauen. So wird sicher die ein oder andere Tigermuräne und/oder Maskenmuräne – das ist die mit den schönen blauen Augen – gefunden. Und eben auch Putzerstationen. Wer vom Mooringfelsen leicht schräg rechts wegtaucht, stößt nach kurzer Zeit auf eine alte große Bojenkonstruktion. Spätestens hier beginnt das Revier der ganz 22

großen Rochen. Der regelmäßige Blick ins Freiwasser sollte nicht vergessen werden; wer weiß wer oder was von der offenen See kommend mal vorbeischaut. In der Zone zwischen der allmählich abfallenden Sandebene und dem Felssaum der Küste ziehen im ganzen Tauchrevier von Caleta de Fuste immer wieder Adlerrochen durch. Manchmal schwimmen sie sogar durch schmale Canyons. Es sind aber nicht


divingEurope 1|2017

24


divingEurope 1|2017

Herrlich sind die Grotten und Tunnel bei La Vaca auf den Islas Medes

25


divingEurope 1|2017

Im Herbst rotten sich mehrere Dutzend pubertärer Zackenbarsche an den Riffen zusammen und lassen sich dann oft aus der Nähe beobachten

die aus den Tropen bekannten gefleckten, respektive gepunkteten Adlerrochen. Die an den Küstengewässern des Ostatlantik am häufigsten auftretende Art ist der sogenannte Gewöhnliche Adlerrochen (Myliobatis aquila). Er ist leicht an seinem deutlich vorstehenden Kopf zu erkennen. Gut für Taucher: Die Tiere lieben flache Küstenregionen, auch wenn feststeht, dass sie in bis weit mehr als 500 Meter Tiefe hinab schwimmen. Noch viel häufiger ist einer von Tauchers absoluten Lieblingen zu sehen: die Rede ist vom Zackenbarsch. Bei unserem Besuch im Frühherbst (Anfang Oktober) sind 26

uns aber nicht nur vereinzelte Fische in einem angestammten Revier vor die Maske geschwommen. An wechselnden Tauchplätzen des Kilometer langen Riffs traten Jungtiere in Kompaniestärke auf. Teilweise dicht aneinander gedrängt legten rund 50 oder mehr 30 bis 50 Zentimeter große Tiere ein Verhalten wie Schwarmfische an den Tag. Wer sich ihnen ruhig näherte, kam bis auf kürzesten Abstand heran. Für Unterwasserfotografen heißt das „Unterwasser-Roulette“. Mit dem Makro-Objektiv bekommt man zwar aus gewissem Abstand einzelne Tiere ins Bild, auch mit Taucher (siehe Foto oben), aber


divingEurope 1|2017

Diving Center Elba

Vorige Doppelseite: Die riesigen, hungrigen Bernsteinmakrelen werden von anderen Fischen am Riff gefürchtet (li). Der Blick in schmale Felsspalten lohnt immer, wie diese Streifengarnele beweist (re.)

Das Mittelmeer von seiner schönsten Seite Tauchen lernen – Elba erleben Ausbildung für Anfänger und Fortgeschrittene Bequemes und sicheres Tauchen Gruppen und Charterangebote 9x nominiert 3x Gewinner des Tauchen-Awards

Omnisub-Elba

Mirjana und Markus Schempp

www.omnisub.com

27


divingEurope 1|2017

Die Brustflossen sind eindeutige Erkennungszeichen der von Schleppnetzen bedrohten Meerengel oder Engelhaie

wer mit dieser Kamerakonstellation um die Felsecke schwimmt und sich auf einmal der ganzen Meute mit ihren Glubschaugen gegenüber sieht beißt sich sonst-wohin... Ein anderes beeindruckendes Schauspiel startet ab Herbst und vor allem in den Wintermonaten in den Kulissen der Felsenriffe. Dabei wäre das durch Überfischung einer Art fast gar nicht mehr zu beobachten. Wer hätte gedacht, dass die trägen und an sich harmlosen Engelhaie (Squatina squatina) bedroht sind. In den Wintermonaten tummeln sie sich zwischen den Felsbrocken. Es ist die Zeit, wenn die kleineren Männchen die Witterung der paarungsbereiten 28

größeren Weibchen aufnehmen und sie umher schwimmend suchen. Oft liegen die Mädels teils versteckt zwischen großen Blöcken oder gut getarnt, weil halb von Sand bedeckt, auf dem Meeresboden davor. Fast könnte man auf den ersten Blick denken, es handele sich um eine Rochenart; aber das auch als Meerengel bezeichnete Tier ist tatsächlich eine gefährdete Haispezies. Die Alianza Tiburones Canarias um den Gründer Fernando Frias Reis kümmert sich um die Haie der Kanarischen Inseln. Besonderes Augenmerk und Liebling von Fernando, der aus Portugal stammt, sind die Engelhaie. „Wer weiß schon, dass die


divingEurope 1|2017

auf der Roten Liste der bedrohten Haiarten an zweiter Stelle standen,“ gibt er zu Bedenken. 2007 gründete er daher die Allianz für die an den Kanaren lebenden Haie. Die sind übrigens mit rund 80 Arten (!) an den Inseln vertreten. Außer sporadisch im Mittelmeer leben die Meerengel hauptsächlich im Kanarischen Archipel. Zwar ist der Fang der Engelhaie schon seit 2010 verboten, trotzdem sind sie noch längst nicht über den sprichwörtlichen Unterwasserberg. Und der liegt normalerweise ziemlich tief: die Tiere halten sich

die meiste Zeit des Jahres weit unten auf. Hätten sie einen Tiefenmesser, müsste der deutlich mehr als 1000 Meter anzeigen können. Auch da lungern sie mit Vorliebe im Sand herum, sind aber immer noch von Schleppnetzen großer Fangschiffe bedroht. Daneben waren sie viele Jahre Opfer der Sportfischer-Touristen, wenn sie in den Wintermonaten ins Flachwasser zogen. Mittlerweile ist auch dank der Alianza Tiburones Canarias das Bewusstsein für den Schutz der Engelhaie gewachsen. Wir Taucher haben dadurch deutlich mehr Chan-

ABENTEUER UND ENTSPANNUNG FÜR INDIVIDUALISTEN: WELTWEIT MEER ERLEBEN!

Ideen für deine nächste Traum- und Tauchreise findest du in unseren beiden Katalogen. Ein kurzes Telefonat oder eine Mail genügt und der Katalog ist auf dem Weg zu dir!

Foto: ©Gary Bell

Unser Sales-Team findet für jeden das passende Ziel!

Schussenrieder Str. 54, D-88422 Bad Buchau Tel.: +49 (0)7582 9320790, Fax: +49 (0)7582 93207990, reisen@reisecenter-federsee.de www.rcf-tauchreisen.de

facebook.com/rcftauchreisen

tauchreisen_rcf

29


divingEurope 1|2017

30


divingEurope 1|2017

Am Platz Tesoro Negro wachsen Schwarze Korallen und an manchen Stellen wuchern Gelbe Krustenanemonen, telweise in bizzarren Formen (li.)

cen auf Begegnungen mit diesen Tieren. Ganz sicher kann man dagegen sein, dass die Baumkorallen am Tauchplatz El Mirador da sind. Zusammen mit dem Blau des Wassers als Hintergrund sind ihre großen weißen Polypen auf dem blutroten Stamm (auch) ein tolles Fotomotiv. Allerdings verlangt der Besuch der Stelle ein wenig Erfahrung. Sie liegen an der Außenseite des am weitesten vorgelagerten und riesigen Felsens. Bis zu dessen Oberkante sind es zwar nur etwa 50 bis 60 Meter, aber seine höchste Stelle reicht schon nur auf rund 24 Meter. Dort beginnt die senkrechte Steilwand, an der die Korallen wachsen. Sie endet bei circa 45 Meter im Sandboden. „Wenn man Bilder von vor einigen Jahren mit aktuellen vergleicht, ist zu sehen, dass es mittlerweile viel mehr geworden sind“, sagt Volker. Immer wieder lassen sich auch Adlerrochen blicken, die hier eh nicht selten zu sein scheinen. „Ne Garantie gibt‘s für so was aber nicht“, grinst Tauchlehrerin Sandra und ergänzt: „Der Chef sagt ja nicht umsonst ‚Tropische Meere sind der Zoo, hier ist die Safari!‘“ Außerdem ist der von der Basis entfern-

Marmorbrassen (im Foto die Fische mit den vertikalen Streifen) können bis zu 45 Zentimeter lang werden und treten im Gegensatz zur noch größeren Zahnbrasse gern in kleinen Gruppen auf (li.) 31


divingEurope 1|2017

Klares Konzept: Der abgeschirmte Premium Bereich des Barcelò Castillo Beach Resorts kommt ganz ohne Musik und Animation aus und liegt auch noch nahe der Tauchbasis

32

test gelegene Spot ein guter Platz um Barrakudas und andere Räuber zu sehen. Große Bernsteinmakrelen gehören zweifellos auch dazu. Tiere von einem Meter Länge oder mehr sind selten, aber gelegentlich lassen sie sich auch rund um Caleta de Fuste blicken. Erfahrene Taucher ahnen es: wo solche Brummer sind, ist meist auch Beute in der Nähe. Die ist zuweilen ebenso eindrucksvoll wie ihre Jäger. Trifft


divingEurope 1|2017

auf jeden Fall zu, wenn es sich um einen zig-Tausend Tiere zählenden Sardinenschwarm handelt. Je nach Sonnenstand sieht es aus, als ob unzählige Silberpfeile durchs Wasser schießen. „Die Sardinen ziehen am Saumriff entlang und sind heute hier und morgen da. Aber wir sehen sie bei uns im Revier ziemlich regelmäßig“, sagt Roland Martensson. Stimmt; auch wir haben sie an verschiedenen Stellen gesehen. Am Tauchplatz Tesoro Negro – Schwarzer 33


divingEurope 1|2017

So geht Hotel heute: Statt vielstöckiger Hochhäuser hat das Barcelò Castillo Beach Resort drei Bereiche mit ganz unterschiedlichen Charakteren. Im Hintergrund die Mole mit der Tauchbasis

Schatz – dominiert trotz des Namens die Farbe Gelb. An den Überhängen der langen Wand haben sich Gelbe Krustenanemonen nicht nur breit gemacht, sondern auch lang. Sie hängen überdimensionalen Weinreben oder Eiszapfen gleich vom Fels herab. Wer jetzt statt Weinreben lieber „Hopfen“ gelesen hätte, den können wir vertrösten. Denn den gibt es in frisch gezapfter Form­ nach dem letzten Tauchgang des Tages auf der Basis. Keine Angst: auf der Angebotspalette stehen von Espresso bis Saft auch andere Getränke. Und wenn es nach der heißen (oder kalten) Dusche auf dem kurzen Fußweg ins Hotel lieber noch ei34

nen Zwischenstopp geben soll ist auch dafür Gelegenheit. An der kleinen Promenade am Yachthafen gibt‘s Bars, Restaurant und ein Eiscafé. Wer nach dem Essen nicht im Hotel bleiben will: Der Tag lässt sich später im Örtchen ausklingen. Da gibt es Bodegas, Live-Musik, und im El Capitan auch alle wichtigen Sportereignisse, solange es sich um Fußball dreht. Und weil wir vorhin bei den Weinreben waren sei hier gesagt, dass es dort neben verschiedenen Biersorten auch Wein gibt, nicht zuletzt im Restaurant. Hauptsache der Kopf am nächsten Morgen ist klar, wenn es wieder zum Tauchen geht.


divingEurope 1|2017

Tipps für die Zeit an Land Ausflüge auf Fuerteventura sind am entspanntesten mit einem Mietwagen. Die Beschilderung ist gut und mit einem Navi geht erst recht keiner verloren. Klein und fein restauriert ist Betancuria in den Bergen Richtung Westküste. 1405 gegründet ist es der älteste Ort auf Fuerteventura. Ein Bummel zwischen den hübschen historischen Häusern dauert nicht lang, lohnt aber unbedingt. Die kleine Kirche ist auch Museum (Foto re.). Kombiniert werden kann der Ausflug mit dem Besuch des Museo del Queso Majorero bei Antigua. Dort erfährt man nicht nur alles

Fotos erklären die Pflanzen- und Tierwelt inklusive der Wale, die hier leben. Gleich neben Caleta de Fuste ist das Salzmuseum am Meer. Hier wird klar, wie bedeutend der Salzhandel früher war – und wie mühsam. In Sichtweite liegt das kleine, ruhige Los Caracolitos: unser ultimativer Restauranttipp für Caleta de Fuste. Wenn‘s lieber ein kurzer Fußweg sein soll: El Capitan ist ein sehr gutes Restaurant und auch eine coole Bar-Kneipe.

rund um den inseltypischen MajoreroKäse, sondern auch über die besonderen Ziegenarten von Fuerteventura. Der zugehörige botanische Garten mit riesigen Kakteen ist überaus beeindruckend. Wer einen Ziegenbauernhof live erleben möchte ist auf der Finca Pepe (www. fincapepe.com/de) in der Nähe von Betancuria richtig. Von der Aufzucht der kleinen Zicken bis zum Verkauf des milden Ziegenkäses ist die ganze Herstellungskette zu sehen. Wie das Leben auf „Fuerte“ früher war zeigt das Öko-Museumsdorf Museo Arqueologico de Betancuria. Das kleine archäologische Ensemble besteht aus mehreren restaurierten Gehöften. Auf dem Areal ist auch eine der typischen Windmühlen der Insel zu sehen. Hoch hinauf führt die Straße zum Mirador Morro Velosa. Auf 650 Meter über NN gibt es einen tollen Blick auf den Nordteil von Fuerteventura – auch von der Restaurantterrasse. Im Gebäude davor versteckt sich ein kleines Museum mit Infos und Modellen zur Entstehung der vulkanischen und ältesten der Kanarischen Inseln. Informative Tafeln und

Fotos nächste Doppelseite: Botanischer Garten des Käsemuseums (li. o.), Museo Arqueologico de Betancuria (li. u.), Marina von Caleta de Fuste (re. o.), endloser Sandstrand südlich von Corralejo (re. u.)

35


divingEurope 1|2017

36


divingEurope 1|2017

37


divingEurope 1|2017

Beste Tauchplätze vor Caleta de Fuste Das Tauchrevier des Deep Blue Diving Centers erstreckt sich über mehrere Kilometer in drei Riffabschnitten an der Küste: Castillo Reef, Salinas Reef und Nuevo Hoirizonte Reef. Dazwischen ist die Caleta (Bucht) de Fuste. Es gibt 18 Mooringbojen. Das Saumriff und die direkt vorgelagerten Felsen sind vulkanischen Ursprungs. Davor fällt der sandige Boden ab. Korallen gibt es zwar wenig, dafür viel Fisch, und zwar auch Großfisch. Vom Manta bis zum Walhai ist alles möglich – nur nicht jeden Tag. Stachelrochen sind am häufigsten zu sehen, Adlerrochen oft, Zitterrochen seltener.

Bei den Schwarmfischen liegen Doraden, Streifen- und Zebrabrassen vorne, Marmorbrassen und auch Barrakudas kommen in großen Gruppen vor. An den Riffen leben Muränenarten, gelegentlich sind Meeraale zu sehen. Sepien und Oktopusse kommen häufig vor. Kleine rote Papageifische und große Trompetenfische halten sich an den Riffen auf und n Felsspalten leben Garnelen und diverse Krabbenarten. Wer nicht erwartet in einem Zoo abzutauchen wird an den Plätzen vor Caleta de Fuste garantiert seinen Unterwasser-Spaß haben.

La Piramide Lieblingsplatz der Basis-Chefs; es ist das Riff, das am weitesten vom Ufer weg liegt. Hauptfels in Pyramidenform. Landschaftlich der schönste Spot; viele Canyons. Immer für Überraschungen gut und beste Chancen auf Hochseefische; sogar Hammerhaie waren schon dort. Viele Zackenbarsche und Muränen, ab und zu Schildkröten. Sehr oft Stachel- und Adlerrochen (li.). Schwarze Korallen, Gelbe Krustenanemonen. • Tiefe 14-39 m, Sicht bis 40 m, Strömung mäßig bis stark, Schwierigkeit: mittel bis schwierig

El Mirador Der 1,5 km lange Riffkomplex gilt als eines der Top-Tauchgebiete der Kanaren. Es ist das Ende des Tiefseegrabens, der hier zur Oberfläche hochkommt. An einigen Stellen der fischreichen UW-Landschaft wachsen rote Baumkorallen (li.) – nach Angaben einheimischer Fotografen die größten der Kanaren. Gute Chancen auf Schwarm- und Großfische wie Barrakudas, verschiedene Rochenarten, im Winter Engelhaie. • Tiefe bis 45 m, Sicht bis 30 m, Strömung keine bis stark, Schwierigkeit: leicht bis schwierig

38


divingEurope 1|2017

La Emboscada Steilwand, die sich bis auf drei Meter erhebt; sehr fischreiche Riffkante und Riffdach. Streifenbrassen, Zahnbrassen, Papageifische, Muränen, Sepien. Oft große Sardinenschwärme (re.), jagende Gelbflossenmakrelen. Im Sandgrund manchmal Teppichrochen. • Tiefe 3-40 m, Sicht bis 30 m, Strömung mäßig bis stark, Schwierigkeit: einfach bis mittel

Barranco Die Schlucht (so die Übersetzung des Namens) am Castillo Reef ist eindeutiges Großfischrevier. Hier ist schon alles vorbeigekommen was mehr als einen Meter misst. Vom Riesen-Stechrochen über Hochseehaie bis zu Delfinen ist alles möglich. Sogar ein Finnwal war hier zu beobachten. Aber: Eine Garantie auf solche Erlebnisse gibt‘s natürlich nicht. Zackenbarsche (re.) sind aber so gut wie sicher. • Tiefe 12-23 m, Sicht bis 35 m, Strömung meist schwach, Schwierigkeit: leicht bis mittel

Tesoro Negro Auch dieser Platz liegt am langen Salinas-Riff. Er ist etwa 15 Bootsminuten von der Basis entfernt. Auf dem bis zu 36 Meter tiefen Sandgrund vor dem Hauptriff liegen mehrere gigantische Felsen. Bekannt ist der Spot für seine dunklen Wand mit großen Überhängen. Hier wachsen Schwarze Korallen und Gelbe Krustenanemonen (re.), Schwämme und Keulenanemonen. Auf dem Sandgrund oft Stachelrochen. • Tiefe 12-30 m, Sicht bis 30 m, Strömung mäßig, Schwierigkeit: mittel bis schwierig

39


divingEurope 1|2017

Info Wie komme ich hin? Von großen deutschen Flughäfen z. B. mit airberlin, Condor und Tuifly. International u.a. mit Iberia über Madrid. Mietwagen sind in Spaniens Urlaubsorten preiswert. Wer nicht nur den Transfer zum Hotel braucht, sondern die Insel erkunden will findet am Flughafen günstige Wochenarrangements. Caleta de Fuste liegt 8 km vom Flughafen entfernt.

erteventura Thalasso Spa liegt am Scheitelpunkt der Bucht und ist ein Hotelkomplex im klassischen Sinn. Das Barcelò Castillo Beach Resort hat einen Teil im Pueblo-Stil und einen mit hübschen Bungalows. Die und der exklusive Premium Club liegen der Tauchbasis Deep Blue Diving am nächsten.

Wohnen Die spanische Hotelkette Barcelò hat praktisch die ganz Landzunge vom Ortsrand von Caleta de Fuste bis zur Marina inne. Auf dem Areal befinden sich zwei Anlagen mit insgesamt vier Stilen. Das Barceló Fu-

Tauchen Der Schwabe Volker Berbig (Foto) und Roland Martensson aus Schweden betreiben die Tauchbasis Deep Blue Diving

Die Tauchbasis Deep Blue Diving liegt am Ausgang der Marina von Caleta de Fuste

40


divingEurope 1|2017

seit 1999. Anfang 2015 ist die Tauchschule in das neue Gebäude am Ausgang des Yachthafens von Caleta de Fuste gezogen. Sie ist auf 600 qm barrierefrei inklusive einer Rampe zu den Booten und hat behindertengerechte Sanitäranlagen. Zudem ist die Basis Partner von AIDA-Cruises und übernimmt die Ausbildung und Vermittlung von Tauchlehrern für das Kreuzfahrtunternehmen. Ausstattung 80 Komplettausrüstungen und 150 Stahlflaschen (5-15 Liter), Lampen- und Kameraverleih. Mit vier 7,5 Meter langen Feststoffrumpf-Schlauchbooten werden 18 Plätze angefahren. Die Fahrtzeiten variieren

von fünf bis 20 Minuten. Geankert wird an Mooringbojen direkt über den Tauchspots. Ausbildung Vom Anfänger bis TL nach SSI, CMAS/VDST und PADI. Nitrox- und Kindertauchkurse. Seit 2003 führt der VDST zusätzlich seine Bundesprüfungen für Tauchlehrer bei Deep Blue Diving durch. Zahlreiche Specialties vom Nachttauchen bis zu Unterwasser-Fotokursen. Kontakt www.deep-blue-diving.com info@deep-blue-diving.com Tel. +34/928/163712

Werde i.a.c. Tauchlehrer

und profitiere von einem weltweiten Netzwerk umfangreicher und professioneller Service faire & stabile Kostenstruktur mehrsprachiges & multimediales Lehrmaterial hauseigene Touristik bringt dich an die besten Tauchspots der Welt weltweite Anerkennung durch ISO, EUF, RSTC und der CMAS

Crossover

nloses Infopaket

Fordere dein koste

an!

dem h eine E-Mail mit Sende dazu einfac aktdaten nt Ko en und dein Betreff "Infopaket“ e oder an info@diveiac.d . ter: 0201 670049 un an h ruf uns einfac

41


Insel Samos/Griechenland Mittelmeer

Alle Fotos: Paul Munzinger

Alte Insel,

42


divingEurope 1|2017

neues Tauchziel Schon lange gehört Samos in der Ägäis zu den beliebtesten Inseln Griechenlands. Seit neuestem dürfen sich auch Taucher freuen, denn deren Unterwasserwelt punktet kräftig in Europas Toprevieren. Von Paul Munzinger 43


divingEurope 1|2017

Hochdekorierte Felsspalte am Tauchplatz Amphoras

44


divingEurope 1|2017

45


divingEurope 1|2017

46


divingEurope 1|2017

Die Seal Cave ist eine einfach zu betauchende Grotte mit tollem Lichtspiel

47


divingEurope 1|2017

N

ee – diesen Typen brauch ich gar nicht oder besser: nicht mehr! Schlechte Erinnerungen werden wach, und gut, dass ich nichts mehr von ihm höre. Sie kennen ihn sicherlich auch: es ist der Herr des rechtwinkligen Dreiecks mit seinem weltberühmten Satz und den Quadraten, ein großer Mathematiker und Philosoph – der Meister Pythagoras. Und im Ort mit dem fast gleichlautenden Namen Pythagoreio sitzen wir in einer der vielen schmucken Tavernen direkt am Hafen nach typisch griechischem, üppigem Abendessen und reden über die tollen Tauchtage. Ich muss mich umsetzen, damit ich den stolzen Sohn von Samos, wenn auch als Statue, nicht immer im Visier habe.

im nächsten diving­Europe. Also letzte Gelegenheit, das Wichtigste zum Tauchen in mein geliebtes Schulheft zu kritzeln. Zumindest das blieb noch aus der Schulzeit hängen.

Kommt also von mir mal wieder die finale Frage zu den Topspots am Ende einer Tour an den Basisleiter, der nicht lange überlegen muss: „Momentan sind dies das Wrack ‚Panelopi‘, die Seal Cave, die Margeritahöhle, die Great Wall, Flabellina und Menir. Ich sage absichtlich momentan, weil wir bisher noch keine 20 Prozent der gesamten Samosküste taucherisch erkundet haben und dies auch nur die Spots im Nordosten von Samos im näheren Umkreis der Basis sind. Wenn die Saison zu Ende ist gehen Iason, unser DiveDie anderen lachen, master und ich auf weials ich mich als mathetere Suche, denn wir matisches Dummerle sind ja gerade mal zwei Rund um Samos findet man überall im oute. Es sind Stefanos Jahre hier. Du wirst seBoden die riesigen Steckmuscheln Vasileiou von der Inhahen: es kommen noch berfamilie des Hotels richtige Knaller zum und zugleich Manager des Kerveli Village Vorschein. Bis dahin ist auch unser Unterwasund Giorgos Magganas, der Tauchchef der serparcour am Hausriff fertig und wir werden Gemeinschaftsbasis von Beluga Reisen und ebenfalls dann den Schnorchlern viel mehr der Familie. Heute ist der letzte Tag auf der zeigen können und zwar direkt vor unserer Insel, ein interessanter Landgang liegt hinter Haustüre“. mir zu den vielen Sehenswürdigkeiten und zugegeben, ich bin echt platt. Mehr als nach Ein kleiner Stein fällt mir vom Herzen, denn drei Tauchgängen, die wir täglich gemacht haauch seine Favoriten habe ich alle gesehen ben. Morgen geht’s per Schiff Richtung Leros und sie sind in der Kiste. Gemeinsam gehen weiter, aber das ist eine andere Geschichte wir die Plätze nochmals durch und ich kann 48


Santa Margherita Ligure Tauchen im Marineschutzpark Portofino in Ligurien / Norditalien

www.dwsdiving.com Wir sprechen Deutsch!


divingEurope 1|2017

meine täglichen Notizen zu den Tauchgängen ergänzen. Same procedure as usual: angefangen hat es wie überall mit einem obligatorischen Check. Gut für mich, die Basis, den Guide und das Kameragedöns. Das Kerveli Reef, das gerade um die Ecke liegt und eine Tiefe von etwa zwanzig Meter hat, ist dazu ideal, natürlich auch zur Ausbildung. Nichts Spektakuläres, aber recht ordentliches Mittelmeer. Die Sichtweite etwa 15 Meter, keine Strömungen, die Knipskisten und Blitze gecheckt und ein paar Makrofotos gemacht von kleinen, farbenfrohen Wundern der Natur und meinen kleinen Lieblingenden Nacktschnecken. Alles okes durfte losgehen.

Farbig und mit Schwämmen bewachsen präsentiert sich das Holzwrack „Panelopi“ (ob.). Bei der Great Wall geht`s 120 Meter steil nach unten (re.)

50

Und es geht gleich zur Sache. Wir befinden uns am Ende der Saison und nur drei Taucher, die zu den Erfahrenen unserer Gilde zählen, sind noch auf der Basis. Da kommt Freude auf, denn das Wrack „Panelopi“ ist dran, das man nicht gerade mal mit links betaucht. Unsere 15-Liter-Bomben werden daher etwas nachgedrückt und anschließend fliegt unser Schlauchboot zehn Minuten lang an der tollen Küste nordwärts vorbei. Gas weg, ein paar kundige Blicke an markante Landpunkte und der Anker verschwindet in der Tiefe. Kurzes Briefing, alle über Bord, sammeln und der erste Blick nach unten: schön klar, eine Sichtweite von mehr als 30 Meter. Vom leichten Abhang erkennen wir auf etwa zwanzig Meter Tiefe schon die Konturen des Holzschiffes, dem vor etwa zwanzig Jahren seine letzte Stunde geschlagen hat. Das etwa 30 Meter lange und 6 Me-


divingEurope 1|2017

51


divingEurope 1|2017

ter breite Schiff ist mittlerweile eine Oase im Meer für allerlei Fische, gut mit Schwämmen bewachsen und liegt auf der Steuerbordseite. Ein Zackenbarsch verzieht sich leider sofort ins Innere, Wartezeit gibt’s in der Tiefe wahrlich nicht. Wie gewollt dekoriert hängen an manchen Aufbauten bunt bewachsene Fischernetze herunter, um die wir einen Bogen machen. Die Schraube liegt auf 50 Meter, der Bug auf satten 58 Meter Tiefe und so zeigt Giorgos nach ein paar Minuten den Daumen nach oben: wir sind schon etwas in der Dekozeit, aber kein Problem. An dem leichten 52

Abhang vergeht die Zeit wie im Fluge mit viel Interessantem: riesige, gelbe Zapfenschwämme, Muränen, Drachenköpfe, ein Sardinenschwarm, viele Meerjunker und Meerpfauen. Außerdem liegen große Teile von Amphoren herum, auf die ich voll abfahre. Für Giorgos ist das mittlerweile Standard, denn Relikte aus der Vergangenheit gibt’s hier en masse an dieser Ecke, die so nahe an Kleinasien liegt. 72 Minuten Gesamttauchzeit zeigt mir mein elektronisches Gehirn wieder an Bord an. Nach reichlich Oberflächenpause „get ready for the second dive?“ Logo — wir ankern nun an der Seal Cave, die nur zwei Minuten


divingEurope 1|2017

Das Basisboot „Zodiac Hurrican“ erreicht die Tauchplätze in kurzer Zeit (li.)

53


divingEurope 1|2017

54


divingEurope 1|2017

Giorgos Magganas, der Basisleiter, und Divemaster Iason bringen die Taucher zu den Spots der Samos-Küste

Klein, aber fein – die Basis liegt im Kerveli-Village direkt am Meer

Die Tauchschule ist neu ausgestattet, ordentlich organisiert und macht auch auf kleinem Raum einen guten Eindruck

Nächste Doppelseite: Im Hotel Kerveli Village lässt es sich prima leben 55


divingEurope 1|2017

56


divingEurope 1|2017

57


divingEurope 1|2017

Typische Dorfgasse : bunt und schmuck (li.). Sein Name ist weltbekannt: Pythagoras (u.)

entfernt liegt. Es ist keine große Höhle, sondern eine Grotte und der Name steht leider nicht mehr für das Programm. Früher waren hier Kegelrobben zu Hause, die leider das Weite gesucht haben. Eine tolle Kulisse gibt die Seal Cave aber auch ohne diese knuddeligen Tiere ab und in mystischem Licht tauchen wir in die farbenfrohe, aber etwas dunklere Welt, daher spots on. Herrlich bewachsene Überhänge gibt’s ebenfalls an anderen Stellen und etwas tiefer. Bei diesem Tauchgang haben wir genügend Zeit zum Schauen und Fotografieren, denn mit maximal zwölf Meter Tiefe werden wir gut bedient. Danach geht`s zurück ins Hotel Kerveli Village. Das sehr gepflegte Resort mit mehreren traditionell erbauten Häusern, direkt an der Küste einer Traumbucht gelegen, ist seit neuestem auch für uns Taucher interessant. Die Hoteleigner betreiben – wie schon gesagt - zusammen mit Beluga die Basis, die sich die Individualität auf die Fahnen geschrieben hat und mit Massentauchen nichts am Hut haben will. Maximal zehn Taucher passen auf das Schlauchboot, dreimal täglich werden Ausfahrten angeboten, die meist nicht mehr als dreißig Minuten dauern. Die Basis ist ein Paradebeispiel für den fast abgedroschenen Slogan „klein, aber 58

fein“: neue und bestens gepflegte Ausrüstungen, schickes Boot, sprichwörtlich deutsche Gründlichkeit in der Organisation, kein Lodderladen, der Berufstaucher Giorgos und sein Adlatus Iason immer gut gelaunt und einen flotten Spruch oder ein Liedchen auf den Lippen. Die Lage des Kerveli Village Diving Centers ist ideal, fünf Meter vom und überm Meer, das Tauchboot daher nur Schritte entfernt.


divingEurope 1|2017

In der Saison präsentiert sich die See badewannenartig mit den Attributen eben, ruhig, klar und warm. Ein Bereich zum Relaxen nach dem Tauchen wurde ganz neu fertig gestellt und liegt ein paar Meter über der schmucken Minibasis. Ein eigener Strand und Pontons stehen etwas abseits der Basis den Nichttauchern zur Verfügung, das Schnorcheln lädt regelrecht ein, zumal der eigene Unterwassergarten, den die Basis hegt und pflegt, enorme Fortschritte macht. Zum Resort, das an einem herrlichen Platz an der Ostspitze von Samos thront: in mehreren Gebäuden verteilen sich 62 Zimmer mit Blick auf das Meer und auf die

kleinasiatische Küste, gelegen zwischen Olivenbäumen in einem gepflegten, ausgedehnten Garten. Es ist kein normales Hotel und gleicht eher einem kleinen Dorf in der Ägäis mit Pool, Kinderbecken, Bar, Tennisplatz, Kinderspielplatz und Autovermietung. Für Ausflüge auf eigene Faust gibt‘s in der Rezeption kostenlose Reiseführer und schon kann‘s losgehen. Wer keine Lust zum Selbstfahren hat, dem steht dreimal täglich der Hotelbusservice zur Verfügung, nach Samos-Stadt oder in den Hafen sind es neun Kilometer. Die Insel hat ein gewaltiges historisches Erbe und hätte für mich nicht das Tauchen die Priorität, könnte ich minimum drei Tage für Land-

Adrenalin im Atlantik Highlights der Azoren

Faial

Sternstraße 19 · 37083 Göttingen Telefon 0551 63451340 info@belugareisen.de www.belugareisen.de

Santa Maria

All You Can Dive 59


divingEurope 1|2017

Beste Tauchplätze im Nordosten von Samos Wrack „Panelopi“ Schön bewachsenes Fischerboot bzw. Holzwrack, ca. 30 m lang und 6 m breit; liegt auf der Steuerbordseite an der Nordostseite der Insel. Nur 10 Minuten von der Basis entfernt. Fischreiches Riff, auch Amphorenreste sind im oberen Bereich zu sehen. • Tiefe: 10-58 m, Sicht: 25-40 m Strömung: keine oder schwach Schwierigkeit: für erfahrene Taucher

Great Wall Eine Steilwand, die ihren Namen zurecht verdient: das spektakuläre Drop-Off geht weit hinab bis auf 120 m Tiefe und ist herrlich mit allerlei Schwämmen bewachsen. Das alles in klarem Wasser und bei meist besten Strömungsbedingungen. • Tiefe: 0-5 m, Sicht: 40 m Strömung: keine bis mittel Schwierigkeit: mittel

Seal Cave Nur zwei Minuten vom Wrack „Panelopi“ entfernt. Leichte Grotte mit mystischer Stimmung in geringer Tiefe, in der allerdings keine Kegelrobben mehr leben. Farbige Überhänge etwas tiefer auf 12 m, Wand geht bis 40 m. • Tiefe:3-40 m Strömung: keine Schwierigkeit: einfach

Menir Spot am nördlichen Kap entlang der Kerveli-­ Bucht; ca. 10 Min. entfernt. Über Posidoniawiesen geht’s bis zur Kante und ab hier tiefer: um große Felsbrocken tummeln sich reichlich Fische, es gibt einige Grotten und einen Canyon. • Tiefe: 5-25 m, Sicht: 15-25 m Strömung: keine bis mäßig Schwierigkeit: einfach

Anchor Auf 45 m Tiefe liegt ein 4 m großer und bunt bewachsener Anker aus dem 2. Weltkrieg. Am leichten Abhang sieht man in geringen Tiefen Amphorenscherben. Viele Fische wie Brassen, Mondfische, Fahnenbarsche, Oktopusse und vereinzelte Röhrenwürmer. • Tiefe: 3-45 m, Sicht: 15-25 m Strömung: keine bis mäßig Schwierigkeit: einfach bis mittel

60


divingEurope 1|2017

DIVING CENTERS

WERNER LAU AUS FREUDE AM TAUCHEN NITROX FÜR LAU auf allen unseren Tauchbasen

DÜSSELDORF 21.–29.01.2017 Halle 3 Stand C 18

FUERTEVENTURA / ATLANTIK ALDIANA / MORRO JABLE Abtauchen mit und ohne Flasche – Freediving powered by Werner Lau. Ganzjährige moderate Wassertemperaturen und super Sichtweiten in bizarren UW-Landschaften. Tolle Tauch- und Freediving-Spots in direkter Nähe, oft Großfisch und im Sommer gute Chancen mit Walen zu tauchen. Kostenloser Pick-Up Service von vielen Hotels in Jandia und Umgebung!

WERNER LAU WELTWEIT MALEDIVEN

Achtung gefährlich: Geifernde Mittelmeermuräne (ob.), und nesselnder Feuerwurm (u.)

WEEKS 50% DISCOUNT Bathala ·BUDDY Nord-Ari-Atoll WEEKS 50% DISCOUNT Filitheyo ·BUDDY Nord-Nilande-Atoll WEEKS 50% DISCOUNT Medhufushi ·BUDDY Meemu-Atoll WEEKS 50% DISCOUNT Hondaafushi ·BUDDY Haa-Dhaalu-Atoll MY Sheena ·SONDERTOUREN Individuelle Tauchsafaris INS GAAFU ALIFU ATOLL

ÄGYPTEN / ROTES MEER

Sharm el Sheikh ·BUDDY NaamaWEEKS Bay 50% DISCOUNT Marsa Alam ·BUDDY The Oasis WEEKS 50% DISCOUNT

BALI / INDONESIEN

Siddhartha · Kubu/Tulamben Alam Anda · Sambirenteng/Tulamben WEEKS 50% DISCOUNT Matahari · BUDDY Pemuteran/Menjangan WEEKS 50% DISCOUNT Pondok Sari · BUDDY Pemuteran/Menjangan

ZYPERN / MITTELMEER

WEEKS 50% DISCOUNT Aldiana ·BUDDY Alaminos

FUERTEVENTURA / ATLANTIK

WEEKS 50% DISCOUNT Aldiana ·BUDDY Morro Jable

Details und Reisezeiträume der Angebote auf:

www.wernerlau.com BUCHUNGSCENTER DEUTSCHLAND Email: buchung@wernerlau.com Tel.: (0201) 8681076 · Fax: (0201) 8681074 BUCHUNGSCENTER SCHWEIZ Email: schweiz@wernerlau.com Tel.: (031) 7441512 · Fax: (031) 7441516 Preisvorteil durch Vorausbuchung der Tauchpakete!

61


divingEurope 1|2017

62


divingEurope 1|2017

AmphorenstĂźcke liegen wirklich an jeder Ecke rund um Samos 63


divingEurope 1|2017

Die Lage des Hauptortes Samos erinnert an ein Amphitheater

ausflüge einplanen, so musste ich das im Schnelldurchgang erleben: viele archäologische Funde im Museum, den Eupalinostunnel zur Wasserversorgung, den Hera-Tempel, der Kouros von Samos, einer Höhlenkirche und Klöster. Auch landschaftlich lädt die Insel mit Bergen, Wäldern, vielen Blumen, Weingärten, Olivenhainen und einer Menge an schönen Stränden ein. Nicht zuletzt geht Liebe auch gewaltig durch den Magen. Hier wird man im Kerveli Village mit einer riesigen Auswahl griechischer und internationaler Köstlichkeiten, die man am besten auf der gemütlichen Terrasse genießen sollte, tagtäglich von morgens bis abends „konfrontiert“. Abends natürlich zu64

sammen mit einem der international ausgezeichneten Samosweine. Trotzdem ist es ein Muss, mal draußen in eine der vielen Tavernen einzukehren, gerade am Abend. Denn die Post geht da meistens gut ab und den Touris wird einiges geboten. Genau die ging bei uns ebenfalls ab an nächsten Tauchtagen. The Wall ist eine Steilwand, die ihren Namen satt verdient. Imposant reicht sie bis 120 Meter Tiefe, wer Schwierigkeiten mit dem Tarieren und dem tiefen Blau hat, sollte auf diesen Tauchgang wahrlich verzichten oder sich nur oben am Absatz mit den vielen Schnecken und Röhrenwürmern beschäftigen. An der Wand wachsen verschiedene Schwamm­arten und streiten sich um die besten Plätze. Ringsherum wuselt es nur so von


divingEurope 1|2017

Mönchsfischen und Fahnenbarschen, die noch nicht vielen Tauchern begegnet sind. Das alles im superklaren Wasser und Abyss pur, so mag ichs. Der vier Meter große Anker am gleichnamigen Tauchplatz Anchor im Osten der Insel stammt vom 2. Weltkrieg und ist ebenfalls nur erfahrenen Tauchern angeraten. Allerdings findet man bereits ein paar Meter unter der Oberfläche an diesem jungfräulichen Spot bereits Amphorenreste, durch die das Unterwasserleben auch schon sehr interessant ist. Man braucht also nicht unbedingt Druck auf der Birne, um diesen Tauchplatz zu lieben.

„Look, but don`t touch“ – also nichts anfassen – kennen wir alle bereits von der Tauchausbildung. Ganz streng umgesetzt wird dieser Leitsatz durch den Guide, den er nicht nur einmal beim Briefing wiederholt, speziell auch beim Platz Amphoras. Finger weg und schweben mit entsprechend Abstand bei den antiken Relikten ist oberstes Gebot. Denn egal wo in Griechenland, sie gehören zu den kleinen Schätzen der Basen und sind deren Trümpfe! In der westlichen Ecke unseres Hausmeeres würde ein solches Tongefäß alleine schon für eine tau-

65


divingEurope 1|2017

Tipps für die Zeit an Land Mietwagen Eine Kultur-Tour auf Samos ist Pflicht! Am besten geht das auf eigene Faust mit einem Reiseführer in der Hand. Kostengünstige Autos kann man direkt an der Rezeption des Kerkeli Village mieten. Samos Die Insel ist berühmt für ihre Natur, ihre schöne Küste mit den vielen Stränden, für gutes Essen und beste Weine. Zum Minimalprogramm gehört der Besuch von Samos-Vathi, der größten Gemeinde sowie Präfektur. Der berühmteste Ort der Insel ist Pythagorion, ein ehemaliges Fischerdorf, das auf den Ruinen einer antiken Siedlung gebaut wurde. Zu Ehren von Pythagoras erhielt es den Namen vor ca. 50 Jahren. Im Sommer verwandelt es sich zu einem absoluten Touristenzentrum, ein Abendspaziergang im malerischen Hafen mit den vielen Fischkuttern und ein Tavernenbesuch muss einfach sein. Klöster Auf Samos gibt es über ein Dutzend Klöster. Auch wer sich dafür nicht besonders interessiert, sollte trotzdem das Kloster Panagia Spiliani besuchen, da es an einem Höhleneingang liegt. Hier wird eine Wunder-Ikone aufbewahrt, eine kleine Kirche steht in der Höhle (Foto re.). Archäologisches Museum Samos Es liegt im Stadtzentrum und die Sammlungen enthalten archaische Bildhauerei, Keramik, Gegenstände aus Bronze, Elfenbein und Holz. Das bedeutendste Exponat ist der fünf Meter hohe Kouros-Koloss.(6. Jahrhundert v. Chr.). Archäologisches Museum Pythagorio Statuen, Grabsäulen, Sarkophage und Marmorstatuen aus der römischen Zeit und antike Keramik. 66

Heraion Die Tempel der Göttin Hera sind eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Insel. Hier soll die Hochzeit mit Zeus stattgefunden haben. Es gibt Überreste von Anlagen sogar aus dem 3. Jahrtausend v. Chr.. Die Ausgrabungen begannen 1902, seit 1992 ist die faszinierende Anlage von der UNESCO anerkannt und von Natura 2000 geschützt. Eupalinos Tunnel Er ist einer der fortschrittlichsten technischen Werke der Antike. Polykrates beauftragte den damals bekannten Architekten und Ingenieur Eupalinos mit diesem Wasserversorgungssystem für die damalige Hauptstadt. Ein Berg wurde schon damals von zwei Mannschaften und zwei Seiten durchbohrt, um Zeit zu sparen. Mit nur minimaler Abweichung trafen sie sich inmitten des Hügels.


divingEurope 1|2017

cherische Massenansammlung sorgen oder als absoluter Geheimspot gehandelt werden, hier ist das gang und gebe, man erlebt dies absolut entspannt und weiß das zu schätzen. Ganz bunt geht’s in der Cave Margerita zu, allerdings schon ziemlich eng, nichts für Leute mit Raumangst. Davor liegt ein ganz farbenfrohes Motiv, das sogenannte Fenster im Riff, an dem wir ein regelrechtes Blitzlichtgewitter veranstalten. „Das sind wirklich nur einige unserer Topspots “, sagt mir Giorgos nochmals, als ich mein Schulheft einpacke und mir meine Abstiege im Logbuch von ihm bestätigen lasse, bevor wir wieder zu später Stunde ins Hotel fahren. „Schöne Riffe mit einer prima Unterwasserwelt, die dich begeistern würden, haben wir wirklich an jeder Ecke und davon könnte ich dir nun noch zwei Dutzend nennen im Umkreis von zehn Kilometer. Komm doch einfach mal länger.“ Dem Vollbluttaucher darf das getrost geglaubt werden, denn er ist kein Spruchbeutel und man kann gespannt sein, was noch alles in der spannenden Ecke gefunden wird. Längere Tagesfahrten gehören in der Zukunft ganz sicher in das Repertoire des Kerveli Village Diving Centers, vielleicht auch mal in die Ecke, wo wir gerade sitzen und der olle Mathematiker mit seinem Dreieck seine Spielchen trieb und mich damit vor vielen Jahren quälte. Denn rund um die Insel wimmelt es nur so von antiken Highlights nahe an der Küste und da muss doch noch was zu finden sein. Dive in – das Motto der Basis – werden die beiden sicher auch zu zweit umsetzen, wenn die Gäste weg sind und sie auf eigene Erkundung gehen. Viel Glück dabei! 67


divingEurope 1|2017

68


divingEurope 1|2017

Was wäre charakteristischer fßr eine griechische Insel als antike Tempelreste; so wie auch auf Samos 69


divingEurope 1|2017

70


divingEurope 1|2017

Die Museen der Insel sind voll von Zeugnissen frßher europäischer Hochkulturen 71


divingEurope 1|2017

Info Wie komme ich hin? Charter-Direktflüge mit Condor, Air Berlin und Germania von diversen deutschen Städten und auch Flüge über Athen, dann weiter mit der Inland-Airline nach Samos. Beste Reisezeit Mai bis Oktober. Wohnen Das Kerveli Village Hotel (3-Sterne-Anlage) liegt in der der Kerveli-Bucht auf einer Anhöhe und verfügt über 62 Doppel- oder Dreibettzimmer und Familienappartements mit Schlaf- und Wohnzimmer in einer unabhängigen Villa, eingebettet in einer schönen und gepflegten Anlage. Terrassenförmig fügen sich die insgesamt sechs Gebäude in die Landschaft aus Zypressen, Olivenbäumen und einer Menge Blumen ein. Das Hotel gleicht einem kleinen, griechischen Dorf. Der Blick geht über die ganze Bucht bis an das vorgelagerte, türkische Festland. Im Haupthaus ist die Rezeption und das Restaurant. Es gibt Terrassen und einen Süßwasserpool mit Poolbar. Fahrzeuge und Mountainbikes können vom Hotel gemietet werden. Ausflüge an alle interessanten Stellen werden angeboten. Ein eigener Strand mit Liegen steht den Gästen zur Verfügung. Das Hotel eignet sich auch für Familien und Kleingruppen, in der Rezeption wird Deutsch gesprochen. Zur Inselhauptstadt Samos Vathy sind es ca. 9 km; täglich drei kostenlose Shuttlefahrten. Wifi gegen Gebühr. www.kerveli.gr, info@kerveli.gr Tel. +30/22730 23006 Tauchen Am Strand des Kerveli Village Hotels befindet sich die kleine, aber feine und moderne Tauchbasis „Kerveli Village Diving Center by Beluga“ seit dem Frühjahr 2015. Es ist eine Gemeinschaftsbasis des Reiseveran-

72

stalters Beluga Reisen und des Hotels. Geleitet wird die Basis von Giorgos Magganas, einem Ex-Berufstaucher. Die Lage der Basis ist ideal im Nordosten der Insel; hier liegen die besten Spots. Sichtweiten bis 40 m sind nicht selten. Täglich bis zu drei Ausfahrten mit dem 7 m langen Schlauchboot Zodiac Hurricane, das vor der Basis am Steg liegt. Die Tauchgruppen werden klein gehalten, mehr als 8 Taucher sind fast nie im Wasser, Massentauchen ist ein Fremdwort. Ausgestattet ist die Basis mit 35 Stahlflaschen von 5-15 Liter DIN/ INT (kein Nitrox) und 14 kompletten Ausrüstungen (auch für Kinder). Alle Sicherheitsausrüstungen sind vorhanden, die nächste Dekokammer ist auf Kalymnos. Schnorchelausflüge zu abgelegenen Stränden, Hausriff für Nachttauchgänge bis max. 15 m Tiefe zum Schnorcheln und zur Ausbildung. Tauchen für die ganze Familie ist hier möglich. Sprachen: Englisch, Deutsch, Griechisch. Anzug: 5 -bis 7-mm-Anzüge. Weitere Info: www.samos-scuba.com Ausbildung Nach SSI, Anfänger bis Divemaster und Spezialkurse. Preisbeispiel Flug mit Condor von München nach Samos, 20 kg Freigepäck, alle Transfers vor Ort, 7 Übernachtungen im Standard-Doppelzimmer des Kerveli Village Hotels, Halbpension, 5 Tauchtage à 2 Bootstauchgänge am Tag, pro Person ab 799 Euro. Kontakt www.belugareisen.de info@belugareisen.de Tel.: 0551/63451340


eine andere Art Mallorca zu entdecken M A L L O R C A D IV IN G

TAUCHAUSFLÜGE

TAUCHKURSE

BOOTSAUSFLÜGE

MULTIACTIVITY

KAJAKAUSFLÜGE

SEEHÖHLEN AUSFLÜGE

STAND UP PADDLE

SCHNORCHELN

SPEED BOAT

ALCÚDIA | CALA RATJADA | PORTO CRISTO | PORTOCOLOM TOLLERIC (S'ARENAL) | PORT ADRIANO | SANT ELM Informationen und Reservierungen info@mallorcadiving.com Tel. +34 971 815 094


Alle Fotos: Herbert Frei

divingEurope 1|2017

74


divingEurope 1|2017

Spanien/Denia Mittelmeer

Und es hat Klick gemacht Tauchen in Spanien hat was fßr sich. Denn das Mittelmeer ist auch heute noch eine spannende Location, wo man nicht nur abwechslungsreiche Tauchgänge unternehmen, sondern auch anspruchsvoll Filmen und Fotografieren kann. Zum Beispiel vor Denia bei Alicante an der Costa Blanca. Von Herbert Frei

75


divingEurope 1|2017

76


divingEurope 1|2017

77


divingEurope 1|2017

D

as erste, was auffällt, wenn man in Denia ins Wasser steigt, sind die deutlich höheren Wassertemperaturen gegenüber der Costa Brava. Selbst Mitte Oktober hat das Wasser oft noch 22 bis 24 Grad.

So verwundert es nicht, dass sich Taucher auch noch im November hierher verirren. Weihnachtstaucher sind ebenso anzutreffen. Halbtrocken geht da immer noch. Nur die Monate Februar und März sollten wegen des Windes und der starken Wellen gemieden werden. Das Tauchgebiet ist durch78

zogen von vielen Grotten und Höhlen, in denen die Wände dick mit Muscheln, Schwämmen und Krustenanemonen besetzt sind. Im Dämmerlicht bevölkern unzählige Garnelen die Spalten und Oberflächen. Sie sind etwas lichtscheu, so dass man schnell handeln muss, wenn man ein Bild machen will. Das Grottentauchen in Denia ist ungefährlich, weil man immer den Ausgang sieht. Die einzige echte Höhle wird nur mit sehr erfahrenen Tauchern besucht, ein Höhlentauchbrevet wird nicht verlangt, ist aber von Vorteil. Die Vielseitigkeit der Fauna ist erstaunlich groß. Anemonengarnelen, Seenadeln und Seepferdchen, Schmetterlingsrochen, Stachelrochen, Zitterrochen, Mondfische, Zackenbarsche, Barrakudas, Seehasen, Langusten, Eidechsenfische, Sandaale, Petermännchen und Zwerggarnelen (Camarones) trifft man ja nach Jahreszeit ziemlich sicher an. Daneben kommen alle im Mittelmeer bekannten Fischarten mehr oder weniger häufig vor. An manchen Plätzen im UW-Naturpark von Denia wimmelt es von Schleimfischen, Doraden,

Vorige Doppelseite: Steckmuscheln brauchen sauberes Meerwasser (li.). Solch ein Höhleneingang schreit förmlich nach einem Foto. Diese Seite: Immer wieder faszinierend: Oktopus (li.). Amphoren eignen sich als Abwechslung zum gängigen Riffszenen-Bild


divingEurope 1|2017

79


divingEurope 1|2017

Sardinen und Meerjunkern. Die gelben, roten und violetten Gorgonien der Costa Brava fehlen. In Denia sind die Gorgonien weißlich, beherbergen aber Kauris und Garnelen. Zwei Tauchbasen gibt es in Denia, eine spanische und eine deutsche. Dekokammern befinden sich in Castellon (beste Versorgung) und Alicante (weniger empfohlen).Der Besitzer der deutschen Basis heißt Uwe

Kühne und ist CMAS-Tauchlehrer und betreibt die Tauchschule zusammen mit seiner Lebensgefährtin Bärbel Kraus. Beide stammen aus dem badischen Emmendingen. Die Basis gibt es seit 2003, in den Internetforen sind die Kommentare durchweg positiv. Bestückt ist die Basis mit 25 Stahlflaschen von vier Liter Volumen (für Jugendliche) bis 15 Liter (für Filmer und

Vor Denia kommen nahezu alle im Mittel­meer gängigen Fischarten vor 80


divingEurope 1|2017

Stammgast auch im westlichen Mittelmeer an der Costa Blanca: der Drachenkopf

UW-Fotografen). Getaucht wird mit Pressluft. Uwe nimmt im Schlauchboot maximal fünf Taucher mit. Das garantiert, dass sich die Unterwasser-Fotografen und -Filmer frei entfalten können und weder sich gegenseitig noch andere ihnen bei der Arbeit in die Quere kommen. Bei Landtauchgängen können maximal sechs Taucher teilnehmen, Höhlentauchgänge sind mit 82

zwei Tauchern möglich. Grottentauchgänge werden allgemein angeboten, weil sie ungefährlich sind. Insgesamt kann die Tauchschule Octopus sieben Tauchplätze bei Landtauchgängen und 18 Abstiege vom Boot anbieten. Dazu kommt eine echte Höhle und sieben Grotten. Pro Ausfahrt werden zwei Tauchgänge angeboten, ob


Komm zu uns ...

Wir bieten ... • modernes Ausbildungsmaterial • weltweite Anerkennung durch Ausbildung nach ISO, RSTC und CMAS • professionelle Betreuung durch unser Head Office

www.nasds.com

RECREATIONAL SCUBA TRAINING COUNCIL

Europe

DSI

Diving Schools International

www.divedsi.com

Crossover zum • CMAS TL*– TL*** • NASDS Instructor Trainer Infomaterial bitte anfordern unter info@nasds.com | info@divedsi.com

Kontakt NASDS/DSI Head Office | Braker Straße 155 | 33729 Bielefeld | Tel. 05 21 . 5 20 55 64/48 | Fax 05 21 . 5 20 55 65/49


divingEurope 1|2017

Boss im eigenen Revier, aber allem was größer ist als er selber skeptisch gegenüber: der Braune Zackenbarsch

Einer der typischsten Mittelmeerfische: der Schriftbarsch (re.)

vom Boot oder von Land. Uwe und Bärbel besorgen Quartiere, können im eigenen Haus auch eine Einliegerwohnung für vier Personen anbieten. Bei Bedarf auch Restaurant-Empfehlungen und kulturelle Hinweise. Dass sich Octopus als Basis für engagierte UW-Fotografen und insbesondere Wettbewerbsfotografen etablieren will, hat logische Gründe. Schließlich ist Uwe Kühne selbst Wettbewerbsfotograf und ständiger 84

Flink und scheu: Schleimfische sind stets vorsichtig


divingEurope 1|2017

Tipps für die Zeit an Land Über dem Hafen thronen Burg und Archäologisches Museum. Die Anlage ist über die Rathaus-Treppen zu erreichen. Das Archäologische Museum befindet sich in zwei Räumen im oberen Part der Burg. Sie waren Teil des Gouverneurspalast, der ansonsten weitgehend zerstört wurde. www.denia.net/archaologisches-museum

Mit 20 Kilometer Strand sticht Denia an der Costa Blanca besonders hervor. Das Gegenteil dazu bietet die Einkaufsmeile und die zahlreichen Restaurants, Bars und Geschäfte an der Marques de Campo, der wohl wichtigsten Straße von Denia. Wie fast überal am Mittelmeer gibt es auch in Denia etliche Restaurants am Yachthafen.

Die Stadt hat ein Rathaus im Spät-Rennaissance-Stil. Erbaut wurde es aber erst im 17. Jahrhundert. El Montgo, die 751 Meter hohe Felslandschaft, liegt auf halbem Weg nach Javea, der Korbflechterstadt, ist aber das Wahrzeichen von Denia mit einer tollen Aussicht.

85


divingEurope 1|2017

Nacktschnecken sind fast das ganze (Tauch-)Jahr lang zu sehen. Eine Ausnahme bietet der Monat September, Dafür gibt es im Juni besonders viele von ihnen.

Teilnehmer der Spanischen UW-Fotomeisterschaften, bei denen er sich schon vor den spanischen Assen platzieren konnte.

Kaum bekannt: Krustenanemonen stecken voller Gift 86

Octopus bietet spezielle Fototauchgänge an, Uwe Kühne verrät Tricks und gibt Tipps hinsichtlich der einzustellenden Farbtemperatur, besorgt Filter für die Blitzgeräte, so dass an dem Thema interessierte Fotograden mit einem natürlich angeblitzten Vordergrund und

einer tiefblauen Wasserfarbe als Ergebnis rechnen können. Schließlich gibt es in Denia keine Wettbewerbsgeheimnisse. An der Costa Blanca können ehrgeizige und ambitionierte UW-Fotografen deswegen problemlos erfahren, warum die Spanier bei Fotomeisterschaften so erfolgreich und ihre Bilder so stimmungsvoll sind.


divingEurope 1|2017

Das muss man wissen: Die Jahreszeiten in Denia Januar: 16° Wassertemperatur, geringer Seegang. Langusten, Schnecken, wenig Fische, Sicht 25-30 m.

Schnecken, viel Fisch, Sichtung von Walen und Delfinen möglich, Schmetterlingsrochen, 12-15 m Sicht.

Februar/März: 15°, nicht für Tauchurlaube geeignet.

Juli: 24°; kaum Wellen, vereinzelt Mondfische, Seehasenpaarung, Zackenbarsche, Barrakudas, Drachenköpfe, Schmetterlingsrochen, 15-18 m Sicht.

April: 16°; Regenmonat, mittlerer Seegang, Sicht ca. 6 m. Schnecken, eher wenig Fische, vereinzelt Mondfische. Mai: 18-20°, wenig Wellen, Mondfische, Schnecken, Zackenbarsche, Sicht um 10 m. Juni: 22°; kaum Wellen, Mondfischmonat. Viele

August: 26°; Seegang, windig, volles Programm außer Mondfische, Sicht 12-15 m. September: ruhiges u. mit 28° wärmstes Wasser im Jahr, volles Programm außer

Schnecken und Mondfische, Fischschwärme, 25 m Sicht. Oktober: 26°(Anfang) bis 21° (Monatsende); Fischwärme, wenig Wellen, gelegentlich Regentage, Nacktschnecken viele Blennies, Makromonat, 10-25 m Sicht. November Tauchen auf Anfrage; Trockentauchanzug empfohlen; wellig, Sicht um 10 m Dezember Tauchen auf Anfrage; Trockentauchanzug empfohlen, wellig, Sicht um 10 m; Weihnachtstauchen möglich.

87


divingEurope 1|2017

Der Eindruck dieses Ausblicks täuscht: bei Denia gibt es 20 Kilometer Strand

Interview mit Uwe Kühne zum Thema Internationale UW-Fotowettbewerbe divingEurope: Du bist regelmäßiger Teilnehmer der spanischen UW-Fotomeisterschaften, kennst als Mitwirkender des Live-Wettbewerbes in Holland auch die deutsche UW-Fotoszene. Welche Tipps kannst du den deutschen Wettbewerbsfotografen geben? Uwe Kühne: Es ist sinnvoll während des Tauchgangs ab und zu in Kategorien zu arbeiten. Spanier trainieren so. Auch das Model mussg seine Ausstrahlung in den Griff bekommen. In Spanien 88

bringen die UW-Fotografen ihr eigenes Model mit. Nur so ist man aufeinander eingespielt. Einen Modelpool wie in Deutschland gibt es nicht. diEu: Wie unterscheiden sich die deutschen UW-Fotografen von den spanischen? UK: Die Deutschen machen hellere Bilder, zeigen oft das Gesicht des Models. International ist das aber weniger gefragt. Wichtig sind übersichtliche und markante Motive. Das Bild darf nicht überladen und kompliziert zu

verstehen sein. Juroren mögen das nicht. Spanier fotografieren kontrastreicher, emotionaler, setzen mehr auf Stimmung. Wichtig ist sattes Blau im Hintergrund, das Model wird fast immer als Silhouette gezeigt. Primär werden einfache Motive sauber abgelichtet, der Vordergrund wird in er Regel perfekt ausgeleuchtet. Spanier arbeiten fast immer mit einem reduzierten Weißabgleich (3000 k) und oft mit Filtern vor dem Blitz. So bekommen sie das fantastische blaue Wasser.


divingEurope 1|2017

diEu: Bringt es etwas, sich an deren Fototechnik und Bildgestaltung zu orientieren?

tografie. Nicht immer bringt das Erfolg, aber häufig eben doch.

UK: Zumindest bringt es nichts, deren Bilder negativ zu beurteilen, weil das Motiv angeblich banal ist. Besser ist die Frage, weshalb man das nicht ebenso gemacht hat. Spanische, italienische, türkische und portugiesische UW-Fotografen sind eher bereit, ein fotografisches Risiko einzugehen. Beispielsweise zirkulare Fisheye-Bilder, Model im Bikini, Snoot-Fo-

diEu: Werden die Fotografen aus Südeuropa auch bei der nächsten Weltmeisterschaft in Holland vorne mitmischen? UK: Sie werden es versuchen. Einige werden vorher dort Urlaub machen. Aber die deutschen Teilnehmer haben hier erstmals eine richtige Siegeschance, weil die Konkurrenz aus dem Süden solche Gewässer – kalt, trüb –

nicht gewohnt ist. Bärbel und mir ging es beim Live-Wettbewerb der visuellen Medien jedenfalls so. Wir sind total eingebrochen, vermutlich auch aufgrund unserer unfotogenen Kaltwasserausrüstung. Wir wussten auch nicht, dass man ohne Kopfhaube nicht tauchen durfte. Das haben wir wohl in der Ausschreibung übersehen. Schade finde ich, dass man als Verlierer nicht erfährt, wo man gelandet ist. diEu: Danke für‘s Interview!

89


divingEurope 1|2017

Beste Tauchplätze vor Denia Cumbre del Sol Höhle und Grotte in einem. Einstieg etwas wild; gleicht einem Balanceakt über wasserumspielte Felsen. Innen ein wassergefülltes, Loch ins Grottensystem. Dort leben Drachenköpfe, rote Höhlenfische und seltene Zwerggarnelen. Wände dicht mit Schwämmen, Aktinien, Rotalgen und Kalkalgen bewachsen. Im Höhleneingang ein Feuerwerk eindringender Lichtstrahlen. Hier kann man stimmungsvolle UW-Aufnahmen trainieren. Wenn man ins Freie hinaus schwimmt trifft man auf große Felsbrocken, ausgedehnte Sandflächen und rötliche Algenfelder, über denen Schwärme von Meeräschen und Goldstriemen patrouillieren. • Tiefe: 0-10 m, Sicht: 15-25 m Strömung: keine Schwierigkeit: mittel

Die „Felguera“ liegt im Freiwasser auf 33 Meter (ob.). Das derbe Korallenmoos überzieht ganze Felsen (li.)

Wrack „Felguera“ 45 m langer Frachter, von den Einheimischen auch „El Vaporet“ genannt; liegt etwa 4 km vor der Küste von Denia. Tiefe etwa 33 m, Ab- und Aufstieg erfolgt am Ankerseil über oder neben dem Wrack. Nullzeittauchgang empfohlen, da plötzliche Strömungen möglich sind. Sicht kann am Grund auf wenige Meter zurückgehen. Vom Wrack sind nur noch Fragmente übrig.

90

Überall Netze und Angelschnüre. Unbedingt ein Messer oder eine Schere mitnehmen, falls man hängen bleibt. Das Wrack ist der Lebensraum vieler Arten. Zu sehen sind u.a. Langusten, Drachenköpfe, Hummer, Brassen, Goldstriemen, Nacktschnecken, Zackenbarsche, Grundeln und Conger. • Tiefe: 33 m, Sicht: 5-30 m Strömung: keine bis stark Schwierigkeit: schwierig


divingEurope 1|2017

Info Wie komme ich hin? Die Distanz ist beeindruckend: Von Karlsruhe sind es 1700 km. Entsprechend mehr oder weniger, wenn man woanders wohnt. Die Entfernung ist die eine Sache, die andere betrifft die Mautgebühren und die Spritkosten. Für diese Ausgabe kann man im Prinzip auch nach Alicante fliegen und einen Mietwagen nehmen. Wohnen Denia ist ein Urlaubsort mit vielen Möglichkeiten vom Hotel bis zu Privatunterkünften. Die Tauchschule Oktopus ist bei der Quartiersuche behilflich. Tipp: Wer in der Nähe des Hafens wohnt, kann super bummeln gehen. Mit dem Auto erschließt man sich auch nette Tavernen und Speiselokale an der Küste, in denen man toll essen kann. Tauchen

Kindertauchen wird angeboten, aber eher sporadisch an der Küste von Land aus. 3x

bensgefährtin Bärbel Kraus geleitet (ob.).

auf den

1. Beluga Taucherhaus Faial

25 Stahlflaschen von 4-15 Liter im Verleih, ebenso Tauchausrüstung (in beschränktem Umfang). Keine Nitroxfüllungen. Sieben Plätze für Landtauchgänge und 18 Spots, die mit dem schnellen Schlauchboot der Basis angefahren werden (ob.). Die allgemeinen Tiefen liegen zwischen 10 und 40 m. In den Höhlen sind es 8-10 m. Maximale Gruppenstärke für Ausfahrten fünf Taucher, bei Landtauchgängen sechs Taucher. Pro Ausfahrt werden zwei Tauchgänge angeboten sowohl bei Land- als auch Boots­touren

Ausbildung Nach VDST/CMAS Richtlinien. Die Tauchschule Octopus gibt es seit 2003. Sie wird von Uwe Kühne und seiner Le-

top

Kontakt www.tauchen-in-denia.de, tauchschule-octopus@arcor.de Tel. +34/96/64 32 84

Leistungen: Flug mit TAP Portugal, inkl. Tax, alle Transfers, 7 Übernachtungen im Beluga Taucherhaus, Doppelzimmer, Frühstück, 5 Tauchtage

ab € 899,2. Santa Maria

Leistungen: Flug mit TAP Portugal, inkl. Tax, alle Transfers, 7 Übernachtungen im Hotel Colombo, Doppelzimmer, Frühstück, 5 Tauchtage

ab € 1.259,3. Top Inselkombi

Leistungen: alle Flüge mit TAP Portugal oder Sata, inkl. Tax, alle Transfers, 8 Übernachtungen im Hotel Colombo, 7 Übernachtungen im Beluga Taucherhaus, jeweils Doppelzimmer mit Frühstück, insgesamt 10 Tauchtage

ab € 2.129,Sternstraße 19 · 37083 Göttingen Telefon 0551 63451340

www.belugareisen.de info@belugareisen.de

91


Foto: Archiv Mares/Friedrich

divingEurope 1|2017

92


divingEurope 1|2017

Deuschland/Indoor Tauchen Monte Mare

So oder so

Ach ja – der Winterblues. So schön Eistauchen auch ist: für viele sind Alpen für einen Abstecher zu weit weg. Und die heimischen Seen machen genaugenommen auch so ‘ne Art Winterpause. Die trübt nicht nur die Gewässer ein, sondern auch die Stimmung. Gut dass es dagegen ein Mittel gibt: Indoor-Tauchen wie zum Beispiel im Monte Mare. Von Frank Schneider 93


Alle Fotos: Frank Schneider

divingEurope 1|2017

94


divingEurope 1|2017

Ob atemlos zum Apnoetraining, für das Wiederauffrischen der Tauchkünste vor der kommenden Tauchsaison oder als Tauchausflug zwischendurch: das Monte Mare macht so oder so Spaß

95


divingEurope 1|2017

W

enn da jetzt auch noch Fische drin wären“, mag sich so manch Taucher träumerisch denken, wenn er das ganz spezielle Becken der gemischten Bade-, Wellness- und Tauchoase Monte Mare vor Augen hat.

Rund 70 Kilometer von Koblenz und keine 50 von Köln liegt diese Tauchoase der besonderen Art an der Grenze von Nordrhein-Westfalen zu Rheinland-Pfalz im Ort Rheinbach. Aber das mit den Fischen wäre dann doch etwas zu viel des Guten. Schließlich steckt in

dem Tauchgewässer auch so schon eine ganze Menge drin. Aber der Reihe nach. Die Geschichte reicht weit in die 70er Jahre zurück. Damals wurde in Rheinbach ein – sagen wir mal mit dem Blick heutiger Zeit ohne Abwertung damaliger Standards – profa-

Das Indoor-Tauchzentrum ist nach eigenen Angaben Deutschlands größte Ausbildungs-Tauchschule

96


divingEurope 1|2017

Die Glasdachkonstruktion ßber dem Becken lässt Tageslicht ins Wasser

98


divingEurope 1|2017

nes Hallenbad eröffnet. Selbst als 1983 ein Wellenbad und Außenbecken dazu kam, stellte sich damals garantiert keiner der Besucher vor, dass es dort mal eine komplette Tauchbasis mit allem Zick und Zack vom Schnorchel bis zum Test-Center geben würde. Letztendlich dauerte es noch bis Ende der 90er Jahre, bis die Stadt beschloss Umbaumaßnahmen durchführen zu lassen. Seit 2002 betreibt die Monte Mare Gruppe die Anlage, die heute zu den größten Freizeit- und Familienbäder in Nordrhein-Westfalen gehört. Und nach Unternehmensangaben Deutschlands größte Ausbildungs-Tauchschule ist. Das Tauchzentrum Monte Mare hat in den letzten Jahren einige weitere Indoor-Anlagen entstehen sehen. Die einen haben tiefere Becken, sind vielleicht noch eindeutiger auf den Unterwassersport ausgerichtet, andere sind bis dato so etwas wie Geheimtipps geblieben. Fakt ist jedoch: es hat den Ruf, mit dem 10 x 20 Meter großen und zehn Meter tiefen Becken die vermutlich vielseitigste Anlage unter den Indoor-Tauchgelegenheiten zu sein. Bis auf die Begegnung mit Tieren und einer Strömung kann in Rheinbacher Tauchbassin fast alles trainiert werden. Die große Plattform am Fuße 99


divingEurope 1|2017

Spannend, aber grundsätzlich ungefährlich: die Wechselatmung auf einer der Plattformen (ob.), wie es sich in einem Höhleneingang anfühlt (re.) oder in einem stilisierten, umgestürzten Wrackrumpf (u.) – die Inszenierungen im Monte-Mare-Tauchbecken laden zum üben und ausprobieren ein

der Treppe ist brusttief und kann sogar mehreren kleinen Tauchteams Platz bieten. Aber Vorsicht: an einer Stelle im Boden ist ein quadratisches Loch zum Abtauchen – fast wie beim Eistauchen. Allerdings ist darunter kein geschlossenes Ambiente und vor allem: kalt ist es im Tauchbecken des Monte Mare nun wirklich nicht. Die zwei Millionen Liter Wasser haben eine wunderbar angenehme Temperatur von 28 Grad. Je nach Gusto geht da alles vom Bikini bis zum Trockentauchanzig. Der aber 100


divingEurope 1|2017

Die relative Nähe zu Köln macht den Besuch der Domstadt zum bequemen Abstecher im Zuge des Monte-Mare-Besuchs. In historischen Häusern am Rheinufer sind recht preiswerte Restaurants. Köln wurde von den Römern gegründet, die Mutter Neros ist sogar hier geboren. Entsprechend bedeutend ist das Römisch-Germanische Museum gleich neben dem Dom.

Einzelpersonen und Gruppen – mit oder ohne Führung – Schnuppertauchgänge Kurse PADI Boot “Calypso II” 36 Plätze Ganzes Jahr geöffnet

Mitten in der Altstadt sind die Reste der römischen Rathauses (Präfektur) zu besichtigen. Am Hafen liegt das Schokoladenmuseum, und die einzigartige Schatzkammer des Kölner Doms ist weltberühmt. Außerdem gibt‘s u.a. Museen für Kunst, ein Duftmuseum, aber auch ein

Foto:Tobi 87/www.creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/

Tipps für die Zeit an Land

NS-Dokumentationszentrum. www.museenkoeln.de

www.calypsodivingestartit.com info@calypsodivingestartit.com

Naturschutzgebiet Medas Inseln & Montgri Küste Wir sprechen Deutsch

Tel. / Fax: +34-972 751 488 Mob. : +34 609302201 101


divingEurope 1|2017

wohl nur, wenn eine Tageskarte gelöst wurde oder eben genau das Trockentau­chen und der Umgang mit solchen Anzügen geübt werden soll. Der Riesenvorteil der Tauchanlage ist nämlich nicht nur, dass im Eintrittspreis unbegrenzt viele Tauchflaschen genutzt werden können, sondern sich (fast) alle Szenarien üben lassen, die sich unter Wasser ergeben können. Für einen sicheren Ab- und Aufstieg am Seil steht gleich neben der Einstiegsplattform ein festes Tau zur Verfügung. Drunter ist ein Bereich gestaltet, der an Höhleneingänge erinnert. Ein Verschwimmen ist hier natürlich unmöglich, aber mit deutlich weniger Lichteinfall lässt sich ein leichtes Gefühl von Höhentauchen erahnen. Für Anfänger und/oder darauf Neugierige genau das Richtige. In der gegenüberliegenden Ecke zur Außenwand befindet sich eine weitere Übungsplattform auf dreieinhalb Meter Tiefe. Weitere Ebenen sind im Becken verteilt. Die nächsttiefere befindet sich auf fünf Meter, und zwar auf den zwei senkrechten Röhren, die durchtaucht werden können. Die letzte Übungsebene ist der Bodenbereich auf 10 Meter. Schräg über den beiden senkrechten Röhren führt eine 102

Im Monte Mare finden regelmäßig Testtage des Ausrüsters Mares statt

waagerechte Röhre in ungefähr zwei bis drei Meter Tiefe entlang. Ein Schiffsrumpf liegt kieloben an der Längsseite des Beckens. Der ist natürlich ebenso künstlich geschaffen wie alles andere im Wasser. Auch dort ist ein problemloses Untertauchen möglich. In den Rumpf – und auch schnell wieder hinaus – kommt man außerdem durch ein großes Loch. Eine grimmig schauende Götterstatue sorgt für Tempelambiente. Ach ja – Fische gibt es doch. Nur sind die Haie im Monte-Mare-Becken absolut standorttreu: Sie sind aus Kunststoff und dienen als Wandschmuck.

Seit 2012 ist die Monte Mare Tauchschule ein Mares-Tauchcenter. Deswegen werden auch regelmäßig Veranstaltungen mit Möglichkeiten zum ausprobieren neuer Ausrüstung organisiert. Weil das Indoor-Tauchzentrum Teil einer riesigen Schwimmbad- und Saunalandschaft samt Gastronomie ist (allerdings mit separaten Umkleiden und Spinden für die Taucher), eignet sich die Monte-Mare-Anlage in Rheinbach auch als Ziel für den Ausflug mit Nichttauchern. Und wer weiß: vielleicht ist die Neugier aufs Schnuppertauchen ja groß genug...


divingEurope 1|2017

Info Wie kommt man hin Rheinbach liegt in der Nähe der A61, Ausfahrt Rheinbach. Distanz von Düsseldorf ca. 85 km, Von Frankfurt ca. 185 km. Wohnen Zwei Kilometer von der Autobahnausfahrt liegt das (Nichtraucher-) Hotel Nord. www.hotelnord.net info@hotelnord.net Etwas näher: das Waldhotel Rheinbach im Grünen. www.waldhotel-rheinbach.de info@waldhotel-rheinbach.de

Tauchen Die Tauchbasis steht unter der Leitung von Erna Röhl. Vorgeschrieben: 2 Jahre altes (bei Tauchern ab 40 max. 1 Jahr altes) Tauchtauglichkeits-Attest, Schnuppertaucher ausgenommen. Apnoe ist werktags mit Voranmeldung, Apnoebrevet, Attest und Sicherungstaucher erlaubt. Beckengröße: 10 x 20 m, Tiefe 10 m, Wassertemperatur ca. 28°; 3- oder 5-mmAnzug/-Shorty empfohlen.

Blei, Flasche (inkl. non Limit Füllungen) sind im Eintrittspreis enthalten. Verleih von Komplettausrüstungen (Gebühr). Vorherige Anmeldung empfohlen, da nur eine bestimmte Zahl Taucher gleichzeitig eingelassen wird. Ausbildung SSI-Kurse, OWD u. Specialties Kontakt www.indoor-tauchzentrum.de tauchen@monte-mare.de, Tel. 02226/90 30-11

Mehr als Tauchen

&

Wir organisieren Ihren Tauchurlaub plus weltweit

LOGO-MANUAL P Individuelle Reiseangebote auf Ihre Wünsche zugeschnitten

rlaub

Familienu

Rundreise

Cluburlaub

P Professionelle Beratung nach Maß

individuelle Reiseangebote auf Ihre Wünsche zugeschnitten Professionelle Beratung nach Maß

Mehr als Tauchen

Wellness & Spa

Kreuzfahrt

g-Tour

Sightseein

Wir organisieren Ihren Tauchurlaub plus...

eit Tauchen und Reisen weltw Telefon 0201 868 10 75 info@tauchen-weltweit.de

Familienurlaub

Familienurlaub

Rundreise

Rundreise

103 Kreuzfahrt

Sight-See

in


Alle Fotos: Paul Munzinger

divingEurope 1|2017

104


divingEurope 1|2017

TIERPORTRÄT

Der Europäische Aal Der Aal ist eines der merkwürdigsten Lebewesen in unseren Seen, Flüssen und Tümpeln und erinnert mit seiner Form an eine Schlange. Wer ihn sehen will, muss am besten bei Dunkelheit ins Wasser – denn tagsüber versteckt er sich normalerweise, um sich für seine nächtlichen Beutezüge auszuruhen. Von Paul Munzinger

E

s ist mal wieder ein kaltes Geduldspiel. Sicher liege ich nun schon eine Viertelstunde höchst konzentriert vor einer­ filigranen Algenwiese in einem kleinen See, um winzige und höchst aufgeregte Schwebegarnelen in die Kiste zu bekommen. Plötzlich gibt es einen Schlag auf mein Kameragehäuse, ich zucke ordentlich zusammen. Mein Auge geht sofort weg vom Sucher und ich schaue mich um, doch weit und breit nichts zu sehen. Was war das denn? Vielleicht ein Hecht oder Wels? Aufklärung bringt erst ein geordneter Rückzug und erneutes Warten: nach ein paar Minuten schaut ein gewaltiger Aalkopf 105


divingEurope 1|2017

Elegant schlängelt sich dieser Spitzkopfaal bei seinem nächtlichen Raubzug über dem Schlammgrund, ohne etwas aufzuwirbeln

aus seiner grünen Höhle und glotzt mich eine Zeit lang genauso verwundert an, wie ich ihn. Wahrscheinlich habe ich ihn genervt bei seinem Nickerchen oder gar gereizt. Fakt ist: das war ein Angriff und kein Versehen! Meine folgende Blitzsession stört ihn kaum, in aller Ruhe kann ich einige Bilder schießen. Dann zieht er sich wieder in seinen Unterschlupf zurück und ist nicht mehr gesehen. Das Meeting mit dem dicken Brocken 106

fand tagsüber statt – Ausnahmen bestätigen eben die Regel. Zum Thema dicke Brocken: Aalweibchen werden viel größer als ihre Männer. Exemplare bis 150 Zentimeter Länge und einem Gewicht bis sechs Kilo wurden bereits gefangen, solche Größen werden aber sehr selten erreicht. Die Jungs bringen es gerade mal maximal auf die Hälfte. Zwei Varianten gibt es: Breitund Spitzkopfaale, wobei erstere noch imposanter wirken.

Die Form ihres Maules hängt von ihrer Ernährung ab, spitz oder breit. Der Breitkopfaal ernährt sich vorwiegend von Fischen, der Spitzkopf von Krebsen- beide Varianten sind echte Jäger. Zu ihrem Speiseplan gehören aber auch Fischlaich, Insekten, Muscheln, Würmer und Schnecken. Beide Formen existieren in den gleichen Gewässern. Gibt’s mehr Fische, leben mehr Breitkopfaale darin beziehungsweise umgekehrt.


divingEurope 1|2017

Drei Breitkopfaale mit verschiedener Färbung. Gut zu erkennen sind die röhrenartigen Nasenlöcher, mit denen er seine Beute stereoskopisch „erriecht“

Die Blechtrommel von Günter Grass hat den Fisch zum Aasfresser gemacht – für die Literatur interessant, fachlich aber falsch. Angler und Fischer wissen, dass Aale zwar frisch getötete Köder fressen, niemals aber verweste. Das Tier hat einen sehr gut ausgebildeten Geruchssinn mit den röhrenartigen Nasenlöchern über dem Maul und kann diesen dreidimensional nutzen, in der Wissenschaft stereoskopisches Riechen genannt. 108

Der schlangenförmige Körper der Fische ist ihr Charakteristikum. Auf ihrem Rücken tragen sie ihren Flossensaum, die Schwanz-, Rücken- und Afterflosse. Unterschiedliche Farben können wir feststellen, die wahrscheinlich auch mit der Umgebung zusammenhängen. Ihr Rücken kann ins Grüne, fast Schwarze oder ins Braune gehen, wohingegen ihr Bauch immer hell ist. Aale haben wir aus dem Schlamm schauen sehen, aus Unterwasserpflanzen oder zwi-

schen Steinen. Aber auch völlig relaxt hängen sie ab und zu über Ästen, die im Wasser liegen. Gerne verstecken sie sich auch in Höhlen. Was andere Fische nicht können ist das kurzfristige Leben an Land, wohl eines der interessantesten Dinge beim Aal und seine Besonderheit. Wenn der Untergrund feucht und schlüpfrig ist, kann er sich tatsächlich für kurze Zeit an Land bewegen und den notwendigen Sauerstoff über die Haut aufneh-


divingEurope 1|2017

men. Das nutzt ihm natürlich in seinem tagtäglichen Leben und auch für seine lange Reise zu einem speziellen Gebiet im Atlantik, die ab Herbst für ein bis anderthalb Jahre beginnen kann und ihn bis zu 5000 Kilometer dorthin zum Laichen führt. Denn zur Fortpflanzung muss er bis fast auf die Bahamas schwimmen, in die Sargassosee, wo er selbst geboren wur-

de. Während der langen Tortur finden in seinem Körper Veränderungen und eine Verwandlung statt. Seine Farbe ändert sich und er nimmt immer weniger zu sich, er lebt von seinen Fettreserven. Geht es dem Ende seiner Weltreise zu, stellt er die Nahrungsaufnahme komplett ein. Die Verdauungsorgane bilden sich immer mehr zurück und machen den Geschlechtsorga-

nen Platz. Hat er dann abgelaicht, stirbt er bald danach, was vorprogrammiert ist. Von seinem Trieb hängt also auch seine Lebenserwartung ab. Ohne Sex lebt sich`s länger, zumindest bei den Aalen. Die Enthaltsamen können ansonsten schon ein Alter von fünfzig Jahren erreichen, in der Gefangenschaft in Aquarien sogar noch länger. Die jungen Aale brauchen

109


divingEurope 1|2017

etwa drei Jahre von der Sargassosee an die Küsten Europas, um dann von hier in die Heimat ihrer Eltern zu gelangen – the long way home. Je nach ihrem Entwicklungsstadium heißen sie Weidenblattlarven, zwischen zehn und 25 Millimeter klein, oder Glasaale, so um die 45 bis 70 Millimeter. Spitzkopfaale liegen nach einem Stauwehr im Rhein im ruhigen Kehrwasser und warten, ob ihnen etwas vor die Nase schwimmt

110

Früher dachte man, dass sie sich vom Golfstrom treiben lassen – heute ist bekannt, dass sie tatsächlich die lange Stre-

cke schwimmend hinter sich bringen. In Schwärmen geht’s dann von den Küsten flussaufwärts bis in die Binnengewässer, man nennt sie dann Steigaale oder durch ihre gelbe Färbung auch Gelbaale. Am liebsten lebt der schlangenförmige Fisch in Gewässern, die direkt mit dem Atlantik verbunden sind, also in Quellen, Bächen, Flüssen und Seen, die sie letztendlich in den großen Teich führen. Durch Angler


divingEurope 1|2017

wurde er nun auch in andere Gewässer gesetzt, die abseits und isoliert liegen. Leider sehen wir in den letzten Jahren immer weniger Aale, die Population geht stark zurück und ist sogar vom Aussterben bedroht. Faktoren wie Überfischung, die Verbauung von Gewässern und auch Verschmutzung mit vielen Giftstoffen, die fettlöslich sind und sich in ihrem Körper anreichern, haben ihnen

zugesetzt in ihrem natürlichen Lebensraum. Deshalb hat das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) die Aufnahme des Europäischen Aals zur schutzbedürftigen Art beschlossen. Düstere Prognosen für den beliebten Speisefisch gehen davon aus, dass es ihn in 20 bis 30 Jahren überhaupt nicht mehr in unseren Gewässern geben könnte. Mit der Wahl zum Fisch des Jahres 2009

haben verschiedene Verbände auf diese Gefährdung hingewiesen und einen verbesserten Schutz gefordert, neben den Fischereiverbänden auch der Verband Deutscher Sporttaucher – der VDST. Für uns Taucher ist und bleibt er eine geheimnisumwitterte „Wasserschlange“, die es zu schützen gilt.

S D N E I DIVING WITH FR MAL DI VE N I NDONE SI E N ÄGYPTEN THAI L AND SPANI E N OMAN MAURI TI US JAPAN KROATI E N

TOLLE ANGEBOTE ERWARTEN DICH AUF UNSERER WEBSITE! B U C H U N G E N U N D IN F O R MAT IO N :

ED_ww_UW_190x125.indd 1

www.euro-divers.com 03.03.15 14:03

111


divingEurope 1|2017

Dive Center AQUANAUTIC Club Tenerife Tauchen Buceo Diving PlongĂŠe

100

diving-tenerife.com 629 554 172 IAC CMAS PADI SSI


divingEurope 1|2017

www.divingeurope.de und www.kosmos.de verlosen Bücher!

Mit Ausgabe divingEurope 1|2017 stellen wir die Nr. 9 des kostenlosen und einzigen Tauchmagazins, das ausschließlich Ziele in Europa präsentiert, vor. Auch dieses Mal verschenken wir per Los zusammen mit dem Kosmos Verlag wieder ein Buch. Zu gewinnen gibt es den „Tauchreiseführer Italienische Inseln“ Es kann jeder gewinnen, der einfach eine E-Mail an unsere Mail-Adresse redaktion@divingeurope.de schickt. Natürlich gibt divingEurope Ihre E-Mail-Adresse NICHT weiter!!! Eine Anschrift ist auch erst dann nötig, wenn Sie eine Gewinnbenachrichtigung von uns bekommen. Viel Glück wünschen divingEurope und der Kosmos Verlag! 101


divingEurope 1|2017

Dänemark Grönland ................. 3|2015

Griechenland Kykladeninseln ......... 3|2016

Malta Gozo ....................... 3|2015

Deutschland Sea Life NRW ............ 2|2015

Samos .................... 1|2017

Portugal Madeira ................... 2|2015

Monte Mare ............ 1|2017

Italien Tauchkreuzfahrt „Sir Robert“ ............... 1|2015

Azoren .................... 3|2015

Krämersee ............... 4|2016 Finnland Aland ..................... 4|2016

Ägadische Inseln ...... 2|2015 Giglio ...................... 3|2015

Berlengas ................. 2|2016 Schweiz Flusstauchen/Tessin .. 1|2015

Frankreich Côte d‘Azur ............ 4|2015

Baia Sardinia ............. 4|2015

Spanien Cap de Creus ............ 1|2015

Flugzeugwrack P-38 .. 1|2016

Portofino .................. 2|2016

El Hierro/Kanaren ..... 2|2015

Nr. 1 – 1|2015

Nr. 3 – 3|2015

Nr. 5 – 1|2016

• • • • •

Europas Vielfalt Tauchkreuzfahrt Sir Robert Flusstauchen: Tessin Spanien: Cap de Creus Tierportrait: Zackenbarsch

• • • • •

Nr. 2 – 2|2015 • • • • • 102

Kanarische Inseln: El Hierro Portugal: Madeira Deutschland: Sea Life NRW Italien: Ägadische Inseln Tierportrait: Mönchsrobbe

Dänemark: Grönland Portugal: Azoren Italien: Giglio Malta: Gozo Tierportrait: Mobula

• • • • •

Nr. 4 – 4|2015 • • • • •

Italien: Baia Sardinia Süßwasser: Goldener Oktober Spanien: La Palma Frankreich: Côte d‘Azur Tierportrait: Hecht

Süßwasser: Eistauchen Frankreich: Flugzeug P-38 Amphoren Spanien: L‘Estartit Tierportrait: Drachenkopf

Nr. 6 – 2|2016 • • • • •

Italien: Portofino Seatrekking Portugal: Berlengas Spanien: Gran Canaria Tierportrait: Seepferdchen


divingEurope 1|2017

Sonderthemen

Tierportrait

Amphoren ................ 1|2016

Zackenbarsch .......... 1|2015

Seatrekking ................ 2|2016

Mönchsrobbe .......... 2|2015

Seerose .................... 3|2016

Mobula ................... 3|2015 Hecht .................... 4|2015

Winter am Mittelmeer .. 4|2016

Süßwasser Heimische Gewässer im Herbst .............. 4|2015

Alciadesa .................. 4|2016

Eistauchen .............. 1|2015

Seepferdchen ........... 2|2016

Denia ......................... 1|2017

Abruzzen-Seen ......... 3|2016

Leuchtqualle ........... 4|2016

Fuerteventura ............ 1|2017

Krämerseen

Aal ........................ 1|2017

L‘Estartit/Unisub ...... 1|2016 La Palma/Kanaren ...... 4|2015 Gran Canaria/Kanaren 2|2016 Mallorca/Balearen ...... 3|2016

Teneriffa/Kanaren ...... 3|2016

Nr. 7 – 3|2016 • • • • •

Spanien: Mallorca Griechenland: Ägäis Kanaren: Teneriffa Italien: Abruzzen-Seen Bioportrait: Seerose

Nr. 8 – 4|2016 • • • • •

Spanien: Mittelmeer-Winter Spanien: Costa del Sol Finnland: Alandinseln Deutschland: Krämerseen Tierportrait: Leuchtqualle

.........

4|2016

Nr. 9 – 3|2016 • • • • •

Kanaren: Fuerteventura Spanien: Denia Griechenland: Ägäis Indoor: Monte Mare Tierportrait: Aal

Drachenkopf .............. 1|2016

Liebe Leser, unsere Übersicht zeigt Ihnen alle bislang erschienenen Ausgaben und Themen. Sie finden jeden Artikel über die Titelbilder der Magazine am Fensterrand links neben dieser Doppelseite. Unten stehen Jahreszahlen. Ein Klick darauf führt Sie direkt dorthin. Probieren Sie es einfach mal! Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim surfen durch die bisherigen divingEurope-Ausgaben! 103

divingEurope 1|2017  

Fuerteventura – Samos – Denia – Monte Mare – Aal

divingEurope 1|2017  

Fuerteventura – Samos – Denia – Monte Mare – Aal

Advertisement